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in 2011 with funding from
. Boston Public Library
http://www.archive.org/details/dmartinluthersso17luth
® Karin Duthers
— in Dertſhe als Eateinifeher Sprache verfertigte
— und aus der letztern in die erſtere uͤberſetzte
Sim che Schriften
Wecher die zur
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von Se bis —
ie auch diejeni
welche die Streitigkeiten dt Sieformirten beten,
ent halt :
nebft einem Vorbericht
son dem ferner Fortgang der Reformation und den erftern Religion |
| Bewegungen stpifchen den Lutheranern und Reformirten;
herausgegeben
von
Johann Georg Wald,
ver heiligen EL Doctor und Prof. Publ. Ord. auf der Univerſitaͤt Xena, wie auch Hochfuͤrſtl.
TR Saͤchſ. und Brandenb, Dnolzb, Kirchen⸗ und Conſiſtorialrath. =
Salle im Magdeburgiſchen
Deucks und — 3. Suinus Gebauer.
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llwiefer fiebzehendejvon dem erneuerten Schmalkaldiſchen
> Theil der fämtli-] Bund; ald auch von den Handlungen
een chen Schriften Eu:| der Könige in Engelland und Franckreich
m m theri macht den mit den Schmalfaldifchen Bundes: Ber-
Bummi) dritten und letzten wandten: in dem achtzebnden vor
Bu bie Band der zur Iefor: | der durch verfchiedene angeftelte Unter:
mations » Hiftorie gehörigen Doeu:| redungen, Zufammenfünfte und oͤffentli⸗
menten aus und theilet ung diejenigen che Neichötäge gefuchten Religions Bers
Urkunden mit, welche die Gefchich: | gleichung,als von dem Eonvent zu Fran
fe von 1538 Bis 1546 betreffen. Sie furt, Schmalkalden und Hagenau: von
find, wie vorher gefchehen ift, in gemifle | dem Colloquio zu Worms, welches 1540
Eapitel und Adfchnitte gebracht worden, | angefangen; aber nicht vollendet worden:
- und da felbige in ihree Ordnung fortge: | von dem Reichstag zu Negenfpurg 1541
ben, fo wird nunmehro gehandelt in dem | und der daſelbſt gefchehenen Unterredung :
fechszehnden von den Befräncfungen | von dem zu Speyer 1542 gehaltenen
der Proteftanten durch den zu Nürnberg | Reichstag und von den. darauf angeftel:-
aufgerichteten Heiligen Bund, und durch | ten Berathfchlagungen wegen einer bes
das Verfahren des Cammer:Gerichts zu | quemen Malftadt zu einer allgemeinen
Speyer: in dem ſiebzehnden fo wohl| Berfammlung, wie auch von er — u
en: an 2. —— riebe⸗
en ae —Domiede. | a
ſchriebenen Toidentiniehen Eoncilio. und ſches ud) die Ih warum die Bier ron
von dem ebenfals zu Speyer, auch Worms | fammen gelefene Urkunden ebenfals nur
und Kegenfpurg gehaltenen Reichstaͤgen. bis auf 1546 gehen. Sie Fonten fi
Hierauf folget das neunzehnde Ca:|überdiß nicht weiter erſtrecken, wenn fie
pitel von zweyen Feldzügen, deren einen) in die Sammlungen der Schriften Luthe⸗
die Proteftanten wieder Herzog Henrich ri ſolten gebracht werden, und muſten alſo
zu Braunſchweig: den andern Kaͤyſer nur dasjenige betreffen, was bey deffen
Earl der fünfte wieder die Schmalkaldi Eebzeiten gefchehen war. Das andere
ſche Bunds ⸗Verwandte vorgenommen ;| Capitel des Vorberichts ftellet die erftere
naͤch diefem aber trift man Die Documen⸗ Religions⸗ Bewegungen zwifchen den Eu»
ten an, welche die Streitigfeiten mit den theranern und Reformirten vor, welche
N, angehen. | - in Anfehung der andern, die nach Euthes.
‚ IE: vi Todt darauf erfolget und zu einer völs
Der Vorberich, den man hier antrift, ligen Trennung ausſchlugen, nicht unbil⸗
beſteht aus zwey Capiteln. Indem er-|lig die erſtern genennet werden. Siebe:
ſten habe ich von dem fernern Fortgang treffen den ſogenannten Sacramentir⸗
der Reformation gehandelt und alſo den-| Streit. Was vom Anfang deſſelbigen
jenigen Vorbericht fortgefeget , welcher | bis auf Das Abfterben Eutheri, folglich
vor dem fechsgehnden Theil ftehet. Denn|von 1522 Bis 1546 dabey vorgegangen,
in demfelbigen habe ich angefangen, den! ift hier von Sahren zu Sahren zwar Fury;
Urſprung und Fortgang der Neformation | jedoch wie ich glaube, ordentlich erzehlet
zu erjehlen; da ich aber nur bis aufs worden. Der Kürge hat man fich, fo
Jahr 1537 ‚gekommen war, ſo habe ich |viel möglich, auch hier befliſſen, weil man
nun dieſe Erzehlung bis auf 1546 hin⸗ nur die Abſicht gehabt, einen Entwurf der
ausgefuͤhret und ſelbige Damit geſchloſſen, Sache zu machen; die Ausführung aber:
welches um besiegen geſchehen iſt, weil] Bis zur vollſtaͤndigen Reformations Hiſto⸗
in dieſem Jahr der felige Lutherus geſtor⸗ rie verſpart, die wenn es dem HErrn ge:
ben, und mit demſelbigen eigentlich die faͤllet, ans Licht treten foll, Das iſt auch
Reformations Hiſtorie aufhoͤrt. Er war die Urſach, warum man es bey einer bloſ⸗
das vornehmſte Werkzeug derſelbigen: Erzehlung bewenden laſſen, ohne einige
zu feiner Zeit wurde an den meiſten Or⸗ zum Beweis dienliche ann anzufuͤh⸗
ten, da das Licht des Evangelii aufgegan⸗ren.
gen und angenommen worden, die Ver⸗ $. IH,
befferung der Kirche angeftellet und was) Bey einem jeden Band der Documen:
nach feinem Abſterben gefchehen, geht nicht ten ift voran eine Anzeige, woraus die⸗
—— wohl die Reformation ſelbſt; als die ſelbige genommen und mo fie ſonſt anzu:
daruͤber entſtandene Streitigkeiten nn freften find, gedruckt Be weil I Ä
Bene N nn -
daſelbſt alles kurz gefaſſet ift, fo will ich |ten Eutheri, als in den Wittenbergi:
nun von folhen Schriften eine weitere |fchen, Jenifchen, Zislebifchen, Al⸗
und genauere Nachricht, wie ich vorhin |tenburgifchen- und Leipzigifchen
auch verſprochen habe, ertheilen und fie ſchon verfchiedenes befunden, welches die
der Drdnung wegen in gewiſſe Claſſen ein: | Neformations-NHifforie angeht und zu den
theilen. Zu denjenigen Urkunden, wel⸗ Documenten derfeibigen gehöret, ſo hat
che Die eigentliche Neformations-Hifforie | man folches auch billig beybehalten. Bon
unnd alſo dasjenige betreffen, fo mit den diefen Theilen Lutheri iſt hier auch nicht
Papiſten vorgegangen, hat man erſtlich zu veden, indem ſolches, ſo GOTT will,
die Briefe Lutheri, wie fie von Jo: bey der algemeinen Vorrede; oder Bor:
bann Aurifebern und Job. Sean: | bericht gefchehen fol, Diefes merke ich
eifco Buddeo zufammen herausgege:| vielmehr an, daß aus ſolchen Theilen zu.
ben worden, gebraucht und Daraus dieslerfehen fen, wie man bereits in denfelbi-
“ jenigen, welche die Meformationg - Geslgen allerhand. Neformationg - Urkunden
ſchichte erläutert, bey einem jeden Theil unter Eutheri Schriften gefeßet, ob fie
Diefer Documenten in einen Anhang ges|fchon von ihm felbft nicht Herfommen,
bracht, Won folchen Briefen Eutheri] mithin bey diefer Auflage feiner gefamten
Habe ich gegenmärtig nicht zu handeln, | Schriften durch die Einverleibung befag:
weil ich diefes Billig Bis zu demjenigen ter Documenten nichts neues unternom:
Theil verfpare, welcher die übrigen infich men; mohlaber dasjenige, was man an:
faſſen wird, die noch den gröften Theil gefangen, fortgefeget: in befjere Ord⸗
ausmachen, Tritt felbiger an das Eicht, nung gebracht und gar merklich ermeitere
fo will ic) fodenn, wenn es meinem GOtt | worden, me u.
gefält, in der Vorrede eine hinreichende $. IV. |
Nachricht von Eutheri Briefen und de: Vors andere hat man fich unter de:
ten Sammlungen geben, Die theils würk: |nen, welche die Reformations Geſchichte
lich zum Vorſchein gekommen ; theils ver=| überhaupt ergehlet und erläutert haben,
ſprochen; aber nicht zu Stande gebracht beſonders der Schriften Georgii Spa⸗
worden. Und weil ſich in den vorherge— latini/ a Friedrichs Miyconit, b)
druckten Theilen der ſaͤmtlichen Schrif-| Veit Ludwigs von Secken⸗
Ä | a3 | dorf,
a) Er hat annales reformationis; oder Jahrbücher von der Reformation Cutheri hin⸗
terlaffen, die der Here D. Cyprian zuerft ang Licht geftellee und dem andern Theil zu
Tenzels Hiſtoriſchen Bericht vom Anfang und erften Sortgang der Reformation
Autheri, 1713 in 8, einverleibet. Das eigenbändige Manuferipe diefes Werks befindet
ſich in der Fürftlichen Gorhaifchen Bibliorhec, wiewohl durch Die Länge der Zeit der An«
fang und das Ende ganz verloren gegangen und inder Mitte vieles Durch Naffe und Mo⸗
der zerfreffen und verderbet worden. le —
b) Die Schrift, deren man ſich von ihm bedienet, iſt die hiſtoria reformationis, Dam
Cbhriſti
dorf c) Eli Frickens d) und 21. fonmengeiefen und Bekannt gemacht ha
braham Seultets e) bedienet; hie ben, die zur Erläuterung der Neforma:
zu aber vornemlich Diejenigen genoinmen, tions⸗Begebenheiten Dienlich find, Dergleis
fo mit vielem Fleis folche Urkunden zu: chen zu unfern Zeiten von einigen beruͤhm⸗
Chriſti an 1517 bis 1542 in deutſcher Sprache. Selbige hat der vorher gedachre Ser
D. Eyprian aus dem Eremplar, fo der Berfaffer mit feiner eigenen Hand gefchrieben,
und das gleichfals auf der Fürftt, Gothaiſchen Bibllothec verwahret wird, 1715 in 8. beſon⸗
Ders heraus gegeben und nachgehends Dem vorher angeführten andern Theil zu Tenzels
Siſtoriſchen Bericht, einverleiber, 7 |
c) Es gehört deſſen vortrefliches Werck bießer, das er unter dem Titul: commentarius hi-
ftoricus et apologeticus de Lutheranifimo; fiue de reformatione religionis ductu D,
Martini Lutheri in magna germanix parte alüisque regionibus et fpeciatim in. Saxonia
recepta et ftabilita &c. 1692, In fol. ang Licht geftellee Hat. Solches ift des Lud, Maim⸗
burgs hiftoire du Lutheranifine, die zu Paris 1680 herausgefommen ift, entgegen gefes
Set. Anfänglich gab er das erfte Buch befonders heraus, unter dem Titul: commenta-
rius hiftoricus et apologeticus de Lutheranifino; feu reformatione religionis,in quo Lu-
douici Maimburgii hiftorja Lutheranifimi, gallice edita, latine verfa exhibetur, corrigitur
. et füppletur, 1688 in 4. hierauf aber folgte: füpplementum ad lıbrum primum commen-
' tarii hiftoriei et apologetici de Lutheranifmo, 1689 in ı2. nachdem er in den, fonderlich
aus dem Weimariſchen Archiy erhaltenen, Urkunden zur Ergänzung des erften Buchs noch
vieles gefunden, entfchlos er fich, felbiges vermehtter und mit ven zwey andern zugleich in
einem Band ans Licht zu Bringen : machte 1690 in einer deutſchen Schrift und 1691 in
einem lateinifhen Sendfchreiben, dag den adtis eruditor, 1691 p. 345. einverleibet wurde,
befannt, wie weit er bey diefer Arbeit gekommen und was man vor Materien in einem je⸗
- den Buche antreffen werde. Bald darnad) erfchlene das Were felbft unter der vorher
angeführten Auffchrift und faßte ſich billig durch feine Vortreflichkeit in die gröfte Hoch.
achtung. Es find von demfelbigen nadyaulefen: Job. Under. Schmid in Sagittar. intro-
dud. in hiftor. ecclef. ze, II. p,306, Niceron in memoires pour feruis A P’hiftoire des
- hommes iluftres zom, XXIX. p. 53. Job. Franc. Buddeus in ifagog. ad theolog. vni-
uerf. Zbr. U. cap. 6.$.8. p. 943. Job. Alb. Sabricius in centifol. Lutheran. p. 884. und
in bibliothec. græc. vo). XII.p. 189. und Dan, Gottfr. Schreber in hiftor. vitz.et meri-
torum Seckendorfü p.ı18. fegq, s a h
) Der Here Senior Sriek zu Ulm hat das Seckendorfiſche Werck unfer dem Titul: aus⸗
fuͤhrliche Hiflorie des Lutherthums und der beilfamen Reformation zc, In deutſcher
- Sprache 1714 in 4. herausgegeben; ſolche Ueberſetzung aber nicht in allem nach dem Ort:
ginal genau eingerichtet; fondern manches meggelaffen und ein und das andere Hinzugerhan,
‚Unter andern hat er verfchiedene merfwürdige Urkunden mit elnverleibet, wie er felbit in
‚der Vorrede mit mehreren weifet, und um deswegen ift bey diefer Sammlung folche deut
ſche Seckendorfiſche Siſtorie befonders mit gebraucht worden, Man fehe nad) Joh.
Sabricium in hiftor. biblioth. parr. II. p. 436. z 4
e) in annalibus euangeli renouati ab anno MDXVI adannum MDXXXVI. Sie find zu
Heidelberg 1618 in 8. herausgefommen, und hierauf von Hermann von der Hardt infeine _
hiftoriam litterariam refornationis gebracht worden, alwo fie den fünften Theil diefes
Wercks ausmarhen. en
tem und gelehrten Männern, u
| Dortede. 2 | / 78
nd. zwar |gefehehen iſt, welchen einigermaflen Da:
von Ernſt Salom. Cyprian, f) niel Gerdes i) benzufügen iſt. Ha:
Valentin Ernſt Löfcher g) und ben andere befondere LImftände der Pe:
Joh. Erhard Kapp, h) rühmlich | formation erläutert und fo —
it da
—
FF) Diefer berühmte Mann hat ſich damit um Die Reformations-Geſchichte ſehr verdient ge⸗
macht, daß er viele wichtige Urkunden, die fich in der Gothaiſchen Blbliothec befinden,
ans Licht gebracht, und dadurch manches in ein gröfferes Licht gefeget; oder beftätiger.
Solches iſt geſchehen in den nüglichen Urkunden zur Erläuterung der erſten Refor⸗
mations-Befchichte, aus Originalien mitgetheilet, welche er Tenzels Siftorifchen
Bericht vom Anfang und erfien Sortgang der Reformation Lutheri beygefuͤget
und in ziwen Thellen 1717 und 1718 in 8. herausgegeben hat, Go gehört auch feine Bor«
rede zu Des Myconii hiftor. reformation, einigermaffen hieher. Von den Beplagen feinee
Siſtorie der Augſpurgiſchen Confeßion werde ich hernach reden,
g) Es ift folches in den vollſtaͤndigen Reformations-Heten und Documenten; oder ums
ſtaͤndlichen Dorftellung des enangelifhen Reformations⸗Wercks, mit Einruͤckung
der darzu dienlichen ; theils noch nie gedrud'ten Nachrichten, gefchehen. Es beſte⸗
bet diefes Werd aus drey Theilen, Davon der erfte 1720, der andere 1723 und der dritte
1729 in 4, zum Borfchein gekommen iſt. Es geht nur bis aufs Jahr 1519 und iſt zu be⸗
Dauren, Daß der berühmte Verfaſſer ſolches nicht weiter fortgefeget. Denn wäre es glei)
ein groffes und mweitläuftiges Werck morden, wenn man mit demfelbigen fo, wie der An⸗
fang gefchehen, fortgefabren wäre; fo hätte man doch an demfelbigen was vollftändiges
- und Binlängliches befommen, So urtheilet aud) der Herr D. Zuddeus davon. Denn
nachdem er deſſen gedacht, fo feger er Hinzu: vaftum illud amplumque, fi ita continuetur,
erit opus, quum przter alia documenta, feripta quoque Lutheri epiftoleque eidem in-
ferendz& fint, plurimaque conficiet volumina; fed eoımaiora exeo nobis promittere pof-
. . fumus coımmoda, in der ifagog. ad theolog. vniuerf. libr. 1. cap.6. $.8. P.945.
h) Bon dieſem berüßmten Manne find drey hieher gehörige Schriften anzuführen. Die
eine iſt: Shauplag des Tetzeliſchen Ablaß⸗Krams und desdarwieder ftreitenden
Lutheri, 1717 und 1720 In 8, die andere: Sammlung einiger zum päbftlichen Ablaß
Sberbaupt; fonderlich aber zu der im Unfang der Reformation zwiſchen D. Mare
tin Luther und Johann Tegel hievon geführten Streitiafeit gehörigen Schriften,
1721 in 8. und Kleine Nachleſe einiger gröftentbeils ungedrucften und fonderlich zur
Erläuterung der Reformations » Befcbichte nüglicher Llrfunden, welche Sammlung _
aus vier Thellen in 8. beſtehet, von denen der erfte und andere 1727, der dritfe 1730 und dee
vlerdte 1733 ans Licht getreten if. -
-3) Er hat eine introdudtionem in hiftoriam euangelii feculo XVI paflım per Europam
renouati doctrinæque reformatæ, Gröningen 1744 In 4. herausgegeben. Hiebey befin«
den fi}: monumenta antiquitatis ad iliuftrandam hiftoriaım reformationis ecclefiafticam
- faeiehtia, partim hinc inde ex impreflis documentis rarioribus; partim ex manuferiptis
‚ erata. Ueber diefes Werd iſt einiger Streit entftanden. Denn als man in der biblio-
theq. raifonnce zom. XXXIL part. 2. p. 454. verfhiedenes daran ausgeſetzet, fo hat fich
der berühmte Berfaffer dagegen verfheidiget, in mifcellan. Groningan, tom. IV. fafeie. 3.
art, 7. dem man aber in der bibliotheque raifonnee zom. XXAIV. part. 2. art.14. 15. p.
h 458. [gq. wieder geantwortet hat,
—
8 | Be N —
daß fie ebenfals gewiſſe Urkunden beyge⸗ gel m) von dem Ablas⸗Kraͤmer Joh.
bracht; oder ſonſt ein und andere merk- Tetzel: Job. Paul Boeder n) von
wüurdige Nachricht gegeben Haben, fo find |dem Wormfiichen Religions : Gefpräc; :
auch diefe mit an die Hand gegangen | Job. Friedrich Mayer 0) von ver:
und man hat gebraucht, mas Job. Ma⸗ ſchiedenen Materien : - auch Johann
theſius k) von Luthero Godofr. Meisner p) von der Wittenbergifchen-
echt D und Johann Jacob Dos Schlos⸗Kirche gefihrieben Haben, Mit
dieſen
k) Solches iſt In den Predigten von den Siſtorien des Seren D. Martin Luthers
—
geſchehen, welche das erftemal 1565 Berausgefommen ; hierauf aber öfters wieder gedruckt
worden, wie Sabricius in centifol. Lutheran. p. 915. angemerfet hal. D. Job. Sieg:
fried Gasittarius hat imIX. Theil der Altenburgiſchen Sammlung der Schriften
Cutheri p. 1587. Hofnung zu einer neuen Ausgabe, die mit Noten verfehen fey, gemacht ;
es ift aber felbige nicht erfolge.
Yin vita Tezelii, Wittenb. 1717 ing. Es ift diefes anfänglich eine Difpufation geweſen,
welche der Herr Verfaſſer nachgehends vermehret und als einen Tractat drucken laſſen.
m) Wir haben von ihm: Leben des paͤbſtlichen Gnaden⸗Predigers; oder Ablae⸗Kraͤ⸗
mers — Tetzels, davon die erſte Auflage 1717, Die andere aber 1727 in 8. ans Licht
getreten iſt. a
n) Er Bat ans ticht geftellet: de colloquio Wormatienfi ad ann. MDXL inter proteftanti-
um et pontificiorum theologos cœpto quidem; fed non confümmato plenam et fuccin-
dam disquifitionem ex manufcripto Ebneriano factam et elaboratam, Nürnberg 1744
imn 4. —
0) Es find verſchiedene Schriften von ihm verfertiget worden, welche zur Erläuterung der
. Reformationg-Hiftorie vieles beytragen. Won denfelbigen hat man bey diefer Sammlung
der Documenten gebraucht: 1) ecclefiam papæam Lutheranæ reformationis patronam
et clientem; fiue differtationes de pontificis Leonis X proceflum aduerfüs Lutherum
improbantibus et quantum pontificiis reforınatio beati Lutheri, ipfis non diffitentibus,
profuerit, $eipzig 1698 in 4. welche Schrift aus zwey Differtationen, beftehet, deren erftere
zu Hamburg 1696 ;die andere aber zu Wittenberg 1684 unter dem angezogenen Titul ge=
“Halten worden: 2) difputationes in vitam Lutheri a Nicolao Selneccero fcriptam,
Wittenberg 1687 in 4. mit welcher Schrift es diefe Bewandnis hat. Selneccer hatte
1590 zu Hildesheim eine Rede von Luthero gehalten und fie hierauf, nachdem er fie weiter.
ausgeführet, unter dem Titul: oratio hiftorica de initüs, cauflis et progreflu confeflionis
Auguftanx et de vita ac laboribus Martini Lutheri 1591 in 4. ang ticht geftellet, worüber
Herr D. Mayer acht Difputationen zu Wittenberg gehalten und fie darinnen erläutert:
3) vitam Knipftrouii, fo ſich in deflen 1703 herausgefommenen hiftoria fynodorum Gry-
- phiswaldenfium befindet: 4) diflertationem de lenitate Philippi Melanchthonis, welche
1707 in 12. wieder gedruckt worden iſt.
p) ch) gedencke hier diefes beruͤhmten Theologi um deswegen, weil er herausgegeben : iu-
- bileum Wittebergenfe, das ift, Wittenbergifches Jubel-Seft in der Schlos:Ricche zu
Wittenberg am 31. Detober gefeyert, an welchem Tag vor hundert und funfig
Jahren Herr D, Luther feine erfte Difputation wieder des Pabfts Ablas an der
Kirchen⸗Thuͤr daſelbſt angefchlagen hat, in einer Predigt gehalten, und einen =
pendi
SÄDSELEDE. 9
dieſen find Diejenigen verfnüpffet worden, | Glaubens-Bekaͤnntnis machen in der Res
welche die Reformationg : Hiftorie eines | formations » Hiftorie einen gar wichtigen _
gewiflen Orts erzehlet Haben, fofern bey) Theil aus, und.eben daher find die dahin
ihnen nüglihe Documenten anzutreffen gehörige Documenten fleißig zuſammen
geweſen, als Johann Balthafgr |getragen undindiefe Sammlung gebracht
Ritter, Ebriftian Schlegel rn) |worden. Man Hat fie aus denjenigen
und Earl Bortlob Sofmann,s) Schriften genommen, die Georg Lö: -
| leffinus, David Chytraus, u)
> EN, .
Die Geſchichte des Augfpurgiihenl Johann
Autheri Schriften 17. Theil,
pendicem de templi Wittebergenfis omniuum ſanctorum fundatione, priuilegüs ef orna-
tu, in lateintfchee Sprache beygefüger, Wittenb, 1668 in 4. Diefes Anhangs hat man fid)
bey dieſer Sammlung bediene.
q) in der evangelifhen Denckmal der Stadt Srandfurt am Mayn; oder ausfuͤhr⸗
lichen Bericht von der dafelbft im XVL Jahrhundert ergangenen Rirchen : Refors
mation, 1726 In 4. |
2) Die Schrift, um deswegen hier feiner gedacht wird, führet folgenden Tieul: initia refor-
> mationis Coburgenfis in vita Joannis Langeri. Sie iſt 1717 in 4. zum Borfchein gefom«
‚men und faffef unter andern Briefe von Luthero fo wohl; als Melanchthone in fich, die
‚vorhin ned) nicht gedruckt geweſen. ‚Es wird aud) Darinnen eine Nachricht von denjeni⸗
— ee Lutheri gegeben, die er zu Coburg währenden Augfpurgifchen Reichstags
verfertiget hat. Be =
5) Deſſen ausführliche Reformations: Hiftorie der. Stadt und Umverſitaͤt Leipzig
1739 In 8. berausgefommen ift. er 2 -
ft) Er war Probft zu Coͤlln an der Spree und Bat eine hiftoriam comitiorum anno MDXXX
Auguſtæ celebratorum, repurgatæ doctrinæ occafionem, precipuas de religione delibe-
> rationes, conlilia, poftulata, refponfa, pacis ac concordix media, pompas, epiftolas ettaın
pontificiorum; quam euangelicorum feripta pleraque complecdtentem verfertiget. Sie
iſt zu Franckfurt an der Oder 1577 fol.in vier Theilen ans Licht getreten und mus in An-
ſehung Der darinnen begrieffenen Urkunden billig als ein wichtiges Werck angeſehen werden,
Er hat eine neue Ausgabe derfelbigen verfprochen; Die aber niche zum Vorſchein gefom«
men if. Es wird zwar aud) eine Edition von 1597 in fol. angeführet; es ift aber in die«
ſem Jahr nicht fo wohl das Werck felbft; als vielmehr nur der Titul bey allen vier Thei⸗
len wieder gedruckt: mit neuen Holtzſchnitten verfeßen, und das beſagte Jahr drauf geſetzt
worden. Der Inhalt dieſes Wercks iſt in der fortgeſetzten Sammlung von alten und
neuen theologiſchen Sachen, 1730 p.542. u. f. erzehlet. Man Bat ſolches unter die fel-
tene Bücher gerechnet, wie aus Buͤnemanns catalog. libr. rar. p. 65. und Dogte cata-
log. hiftorico - critic. libror. rarior.p. 194. zu erfehen iſt. Von dem Streit, den er des«
wegen mit David Chytraͤo gehabt, gibt Otto Friedrich Schüge in vita Chytreiäbr.
‚I. $.59.1qq. p. 353. Nachricht, und von ihm felbft iſt Beorg Bodofredus KRüfter ‚in
. memorabilib. colonienfib. p.76. nad)zufeßen, vem dasjenige beyzufügen, was in der Porrede
“ P.18. zum dritten Theil der obferuation. Hallenf. angemerdet worden.
u) Er hat die Hiftorie der Augſpurgiſchen Eonfeßion fo wohl in deutſcher; als lateinifcher
Sprache abgefafler. In jener ift fie mit diefer Aufſchrift: Hiſtoria der Yugfpurgifchen
Confeßion, wie fie erftlich berathſchlaget, verfaffer = Baͤyſer Earolo V, überge:
— b us ben
a ER ee
Johann Joachim Müller x) und cher Cenfeßion theils weitlaͤuftig
Ernſt Salomon Cyprian y) kurtz beſchrieben; man hat aber hier nur
von jetztgedachter Augſpurgiſchen Confeſ⸗ diejenigen ausleſen und zu Rathe ziehen
ſion aufgeſetzet und ans Licht geſtellet
haben, welche denn die dritte Caſſe der den verſehen und damit dasjenige, was
ben dieſer Sammlung gebrauchten Bü ſie geſagt, beſtaͤtiget haben. Zu dieſen
cher ausmachen, Es haben zwar auſſer ſind vierdtens einige derjenigen gekom—
dieſen noch viele andere die Hiſtorie fol: Imen, welche die Kirchen:Gefchichte ent⸗
— weder
ben ift, ſamt andern Religions- Handlungen, ſo ſich dabey auf dem Reichstag zu
Augſpurg Unno MDXXX zugetragen, das erftemal zu Roſtock 1576 Berausgefommen,
worauf mehrere Auflagen zum theil bald hintereinander, gefolget, als in eben dem Jahr
1576 die andere: 1580, 1599 und 1600 Die übrigen, wie fold)e, auſſer der andern, Sabri-
cius in centifolio Lutherano p. 114. anführet. In lateinifcher Sprache ift fie mit dieſem
Titul ans Licht getreren: hiftoria Auguftanz confeflionis, continens feriem variarum de-
liberationum et adtorum in caufla religionis, eo tempore, quo Auguſtæ confeſſio fidei,
quæ et ipfa inferta eft, Carolo V. imper, a Joanne, eledtore Saxoniz et coniundtis prin-
eipibus ac ciuitatibus primum exhibita eftin comitüsanni MDXXX, Srandf.1578 in 4.
- Solche lateinifche Edition ift vollftändiger, als die deuefihe, Die Borrede zu derfelbigen
hat Matthias Kitter, Prediger zu Franckfurt gemacht. Schuͤtz in vita Chytrei Lbr.
11.95.58. p. 348. mercketan, es ftünde auf Dem Titul, als wenn fie 1587 ans Licht gefom«
men; zu Ende aber wäre das Jahr des Drucks richtiger angegeben, nemlich 1578, worin»
‚nen ic) ihm in introduction. in libros eccleſiæ Lutheran. ſymbolic libr. I. cap. 3. p. 242.
gefolget bin und eben das erinnert habe. Doch finde ich bey ver Ausgabe, die ich) jetzo bey
der Hand habe, fo wohl auf dem Titul; als zu Ende, das Jahr 1578, und das ift die erfte,
teils
—
muͤſſen, die ihre Erzehlungen mit Urkun⸗
Die man gedruckt hat. Ob fie hierauf 1587 wieder aufgelegt worden und zwar vermehrter, ;
wie in Sabricii centifol.Lutheran. p. 590, fteht, Fan id) nicht fagen. Das lateinifche Ex⸗
emplar diefer Hiftorde verfertigte Ehyträus zwar ehe; als das deutſche; Doc) wurde fol
ches erft zwey Jahr nad) diefem gedruckt. Langlet du Sresnoy führt in catalogue des
principaux hiftoriens p. 46. eine franzöfifche Ueberfegung Diefes Wercks an, die zu Ante
werpen 1582 herausgefommen wäre. Der Urheber verfeibigen ift Lucas Ie Cop. An
der Hiſtorie felbft, die fonft mit vielen Mugen zu gebraudyen, hat man diefes ausgefeßer,
daß die Duellen der mitgetheilten Nachrichten und Documenten nicht angezeigt worden.
Bey Diefer Sammlung hat man ſich beyder Editionen, der deutſchen und lateinifchen, be=
dienet, weil fie voneinander abgehen. Es find Bier nachzufehen: Johann Sabricius in
hiftor, bibliotliec. parz. I. pag. 434. Ötto Stieör. Schüs ın vita Chytræi Zbr. I, 6.58.
‚Teig. p. 342. und Job. Albert Sabricius in centifol. Lutheran. p. 114. und’ 590. u
x) in der Yiftosie von der. enangelifchen Stande Proteftation und Uppellation wieder
und von dem Reichs⸗Abſchied zu Speyer 1529, dann der darauf erfolgten Legati-
- on in Spanien an Raͤyſerl. Maj. Carln V,wie auch ferner dem zu Yuafpurg auf
dem Keichstag 1530 übergebenien Blaubene-efenntnis, die Augſpurgiſche Eon:
feßion genannt, Jen. 1705 in 4. in welcher Schrift viele Documenten, die fid) in dem
Saachſiſchen gemeinfchaftlichen Archiv zu Weimar befinden, befannt gemacht worden.
y) Deffen Hiftorie der Yugfpurgifchen Confeßion aus den Briginal- sten beſchrie⸗
ben 1730 in 4, ang Licht geſtellet worden, Es iſt ein Anhang müglicher Beylagen dabey.
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peder überhaupt; oder insbeſondere, in chen von Matthia Flacio e) geſche⸗
Abſicht auf eine gewiſſe Zeit und Be: hen iſt.
gebenheit: auf ein gewiſſes Land und 6 . VI. |
Drt abgehandelt, als Odoricus Ray:| Sünftens haben auch diejenigen Ne:
naldus, z) Jobann Senrich Zor |formationg-Urkunten mitgetheilet, wel⸗
tinger,a) Elias SEhinger, b) Sen: che gewiſſe Sammlungen folder Schrif:
rich Alting.c) und Sfortias Pal⸗ Iten verfertiget und herausgegeben, Die dag
lavicinus; d) ingleichen, welche bie deutſche allgemeine Staats-Necht ange:
Zeugen der Wahrheit erzehlet und von hen, und zwar Melchior Golfte:
ihnen Nachricht gegeben Haben, derglei⸗ en f) Johann Chriftien Lů⸗
z) in den annalibus ecclefiafticis, in welden er des Baronii Werck forfgefeget, und zwar
.. don 1198 bis 1534. Sie beſtehen aus acht Theilen, die zu Kom von 1646 an nachelnan⸗
der an das Sicht getreten find und zu Coͤlln 1694 in fol. nachgedrucfet worden, dazu noch _
der neunte Theil, der bis 1565 gebet, nach deflen Tode gekommen ifl. Es mar derfelbige
zwar ſchon 1677 abgedrucket; man bat ihn aber erft 1689 ans Licht gebracht, | ;
a) in hiftoria ecelefiaft. nov. teftament. fecul. XVI.
) Rad) feinem Tode hat man von ihm gedruckt: feculum XV.hiftorixecclefiafticz, in gra-
. tiam purioris antiquitatis fludioforum concinnatum, Srandfurt 1659 in 4. es ift aber da«
ben zu mercfen, daß wenn gleich auf dem Tieul des funfzehnten Jahrhunderts gedacht iſt;
gleichwol das Bud) felbft Die Kirchen-Gefchichte des fechzehnten Seculi in ſich faflee.
€) Die Schrift, deren man ſich hier von ihm bediener, ift deſſen hiftoria eccleſiæ Palatinz,
welche in den monimentis pietatis et litterar. virorum, in republica et litterar. iluftrium,
- feledis, die zu Franckfurt 1701 in 4. herausgefommen find, p. 129. ſtehet.
d) Diefer Scribent mird wegen der Hiftorie des Tridentinifchen Concilii angeführee, die er
wwieder Paullum Sarpium in Sstaliänifcher Sprache verfertiger. In derfelbigen ift fie -
etlichemal Berausgefommen und zwar zu Nom 1656 in fol, 1665 in 4. und zu Mayland
17z13in 4. aber auch von Johann Baptiſta Giattino ins lateiniſche überfeger und ge«
druckt worden, unter dem Titul: vera concilii Tridentini hiftoria contra falfam Petri
Suauis Polani.narrationem feripta et adferta, Antwerpen 1673, und zu Eölln 1717 in fol.
Blicgher hat man eine neue Edition in Italiaͤniſcher Sprache zu Mayland gedruckt.
e) Er hat diefes in dem befannten catalogo teftium veritatis gethan und darinnen die Zeug«
niffe der Wahrheit von den Zeiten der Apoftel an bis aufs Jahr 1517 zufammengetragen.
Das Bud) ſelbſt Fam zuerft zu Baſel 1556 und nachgehends zu Strasburg 1562 heraus,
worauf Simon Boulartius felbiges 1597 wieder drucken laſſen; meil er aber eine Ver⸗
faͤlſchung vorgenommen hatte, Bat man ihm nachgehends feine eigentliche Geftalt wieder⸗
» gegeben, In derfelbigen ift es von Job. Conrad Dieterico 166€ und 1672 zum Druck
befördert worden, wovon Nitters Lebens Beſchreibung des Flacii p. 43. welter Fan
‚nachgelefen werben, _ x | ir
) Bon den mandıerley Sammlungen des Goldaſti find Bier gebraucht worden: 1) impe--
ratorum, cæſarum refcripta et ftatuta, Srandf. 1607 in fol. 2) colledtio conftitutionum
Kir Harms in drey Theilen Franckf. 1673 fol, 3) politiſche Reichs⸗ Handel, Franckf.
\
2014 fol.
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nig, g) Chriftian Gottlieb Bu⸗ Senrich Meibomit, 1) Jobenn
der h) und Ludwig Martin Kah⸗ Burkhard Wiendens m) und
lei). Auffer diefen find uns ſechſtens Beorg Chriſtian Johannis, m)
einige derjenigen an Die Hand gegangen; nachgeſehen und gebraucht worden; ober
melche die Gefchichte Deutſchlands und | man hat fie befonders, wie fie vorhan⸗
infonderheit diefer und jerier Oerter dar: den find, bey der Hand gehabt. Gel:
innen aufgegeichnet haben , dergleichen! ches iſt bey ven hiſtoriſchen Werfen und
‚Schriften und Chronicken entweder in Schriften des Friedrich Sortle
den Sommlungen der deutfehen Gelchiht:| ders, 0) Martini Cruftit, p) Chri⸗
ſchreiber als Marquardi Frehers x)
DE a EEE EEE FED VER ——
5) Man hat ſich hier deſſen deutſchen Reichs-Archivs, fo wohl des allgemeinen; als be«
ſondern Theis mit ihren Fortſetzungen; ingleichen des Tpicilegii ecclefiaftici des deutſchen
Reicbe-Arcbivs; oder germanie ſacræ diplomaticz, ebenfals mit den Continuationen,
bedienet, weſches groffe und weitläuftige Werck zu Leipzig 1710 in fol. herauszufommen,
‚angefangen hat. EN, ee ee
) Es bat diefer berühmte Mann herausgegeben: nuͤtzliche Sammlung verſchiedener
meiſtens ungedructer Schriften, Berichte, Urfunden, Briefe, Bedenden, welde
3 zur Erläuterung der Natur und Völder--befonders deutfchen Staats: und Lehn⸗
Rechten, auch Birchen⸗ politifhen und gelehrten Ziftorien dienen Eönnen, 1735 -
EN ES: a ä ; N
: I) in dem corpore iuris publiei facri imperii roman, germanic. das iſt, volftändiaen ,
Sammlung der widtigften Brund®»Befene des Heil, Roͤm. Reichs deutſcher Na⸗
tion, Ööfting.1744 in. - BE. ER 5
::k) in den fcriptoribus rerum germanicarum, in drey Theilen, die, nachdem fie zu Franck:
furt am Mayn 1600. 1602 und 1611 das erftemal ans Licht gekommen und hierauf wieder
© gedruckt worden, wenigſtens die beyden erften Theile, 1624 und 1637,fo Kat die dritte Auf:
lage, welche den erftern weit vorgehet, der beruͤhmte Burcard Gotth. Struv 1717 in
drey Bänden in fol. beforget. Kae
‘D Die von ihm Berausgegebene feriptores rerum germanicarum machen auch drey Theile
- aus und find zu Helmft. 1688 in fol. zum Vorſchein gefommen. I:
m) Der erfte und andere Theil feiner feriptorum rerum germanicarum; præcipue Saxoni-
carum ift zu $eipsig 1728, Der dritte und leßte aber 1730 in fol, Kerausgefommen,
n) in tabularum litterarumque. veterum atque huc nondum editarum fpicilegio, 1724
ing ER,
0) in den Yandlungen und Ausſchreiben von den Urſachen des deutfchen Kriegs
Räyfer Carln V wieder die Schmalfaldifhe Bunds-oberfte Chur und Süriten,
welches Werck aus zwey Theilen in fol. befteher und 1617 und 1618 ans Licht geftellet wor⸗
den. Sabricius gedenefet in biblioth, græc. volum, XIL p. 188. einer Edition, die zu So⸗
tha 1645 in fol. zum Borfchein gefommen. |
p) Es find deffen annales Sueuicı, Franckf. 1595 und 1596 in fol. gemeinet. Der berüfm«
te Herr Mofer hat eine deutſche Ueberſetzung diefes Wercks beforget und daffelbige nicht
nur fortgefeßet vom Jahr 1596 bis 1733, fondern auch vorher eine Nachricht von den
Schwaͤbiſchen Geſchicht · Schreibern mitgetheilet. _ Der Titul deflelbigen iſt: Cruſu
Schwaͤbiſche Chronick, Franckf. 1738 In fol, ee
Rh BEREITEN... BERN
ſtoph Broweri, q) Georgi Sa 0 ME
briciur) Petri Albini, s) Andres) Zu ber fiebenden Claſſe rechne ih
Mollers) Tobis Schmids, u)|die Briefe, weiche von Gelehrten hinter:
. Bacher. Schneiders, x) David laſſen; oder gefammlet und herausgege⸗
Deifers, y) Jobann Jacob Vo ben worden, als von Detro Bem⸗
gels, 2) Daniel Eramers a) gender DO , b) Pbilippo Wielanchtbc«
an nn. Jinee) und Tobann Henrich von
N “ | nn een,
9) in annalib. Trevirenfibus, 1671 in fol. Bey was vor Gelegenfeit dieſes Werck verferti⸗
05° get worden: wie lelbiges Jacob Wafenius har verbeflern und fortfeßen follen: was ihm
. fenft begegnet, bat Rud. Auguſt. Noltenius in commercio litterar, claror. viror. p. It.
... fegqg. angemerdee. IN en
rn) Es find Bier gebraucht worden fo wohl deſſen origines ſtirpis Saxonicz, welche 1597 und
1606 unter dem Titul: Saxonia illuftrata, In neun Büchern berausgefommen; als aud)
. . e
deſſen rerum Mifnicarum libri VI. $eipz.1571 und 1660 in 4.
5) in der Meisniſchen Land: und Berg: Ehronica, welche 1590 und 1689 fol, gedruckt
> —
—
worden. Ser
Er hat theatrum Freibergenfe chronicum in deutſcher Sprache Kinterlaffen, welches 1653
.. 4n 4, berausgefommen. _. ae a | =
- u) inder Zwick auiſchen Chronik‘, 1656 in 4, 2
x} in chronico Lipfienfi, 1655 in 4. Fl —
Das Buch, weswegen er hier angefuͤhret wird, hat den Titul: Lipſia ſiue originum Li-
pſienſium libri W. und iſt 1689 und 1700 mit D. Rechenbergs Zuſaͤtzen in 8. ans Licht
getreten. re EN >.
-. 2) Auffer Tegels Leben, deffen vorher gedacht worden, hat er auch herausgegeben: Leipsie
iſches Geſchicht⸗Buch; oder annales, das ift, Jabr⸗ und Tage⸗ Buͤchet der. weltbes
— — en end Ehurfürftl, Saͤchſiſchen Rauf⸗ und Handels » Stadt
eipsig 1714 fol. | | >
. a) im der Pommeriſchen Rircben: Ehronid 1628 fol. | £
) Es werden hier deſſen epiftolarum, nomine Leonis X, pontifieis maximi, feriptarum. li-
.brXVE gemeine. Sie find‘ zum öftern gedruckt worden, als zu Venedig 1536 in fol,
und 13552 In 8. zu Bafel 1547 in 8. zu Eölln 1584 in 8. und fonft mehrmalen, wie fiedenn
auch in deflen gefamten Wercken fliehen. In der neuen Auflage derfeibigen, die zu Vene⸗
3 In vier Theilen 1729 in fol, herausgekommen, befinden fie fi) zu Anfang des vierdten
eils | :
» ©) Bon Welanchthonis Briefen find mancherley Sammlungen und Theile vorhanden, die
von verſchiedenen beforgt worden, als ı) epiftolz feledtiores aliquot Philippi Melanchtho-
- nis, editz a Cafp. Peucero, Wittenberg 1565 in 8. melches der erfte Theil ift, und auch
wieder unter dem Titul: epiftolarum Philippi Melanchthonis liber primus, editus aCafp. -
Peucero, Wittenb. 1570 in 8. berausgefommen, wiewol diefe Auflage von dereriternmerde
lich unterſchieden ift, nicht nur in der Ordnung; fondern auch in den Briefen felbft,indem _
Bier theils einige ieblen, Die Dorten ftehen ; theils aber viele anzutreffen, die;fich in der era
ften Auflage nicht befinden: 2) alter Iibellus epiftolarum Philipps Melanchthonis, den
ebenfals Peucer zu Wittenberg 1570 in 8. “ sicht gefteller, welcher Theil 1574 aud) Die
— 3 * der
* Ne
74
See
— — vorrede
zu der achten die und um deswegen
if ihrer hier Billig zu
len, d) un
vermifchte Schriften; oder Diejenigen, | gedencken, nemlich derer, die von Job, .
in denen don mancherley. Sachen und Wolfen,e) Johann BSenrich Sot⸗
Materien gehandelt wird. _ Denn da: |tinger, f) Johann Gottfried Dle-
felbft hat man zum Theil ebenfals Ur⸗ ario, gs) Johann Georg Schel⸗
Eunden-angetroffen, welche die Reforma⸗ born h) und andern i) aufgefeget und
tion und deren Begebenheiten Betveffen, | deſam⸗
der aufgeleget worden; jedoch ohne Veraͤnderung: 3) ad epiftolarum Philippi Melanch-
thonis librum primum et ſecundum libellus tertius, fo Chriſt. Petʒel zum Vorſchein ge⸗
bracht, Bremen 1590 in 8. 4) epiftolarum Philippi Melanchthonis liber quartus, deſſen
Herausgeber Joh. Saubertus ift, Nürnberg 1640, welcher aud) nod) einen adpendicem
lıbriIV. epiftolarum Philippi Melanchthonis, compledtentem epiftolas 36 ad Vitum Theo-
doricum feriptas, Nürnberg 1645 in 8. drucken laffen: 5) Iber quintus epiftolarum Phi-
lippi Melanchthonis, gleichfals durch jeßfgedachten Saubertum, Nuͤrnb. 1646 in 8. 6) Phi-
lippi Melanchthonis epiftolarum liver, Leyden 1647, fo in der Vorrede der fechfte Theil
genennet wird: 7) epiftolarum Philippi Melanchthonis farrago, opera et ftudio Jac.
Manlii, Baſel 1565 in 8. 8) liber continens continua ferie epiftolas Philippi Melanch-
. thonis, feriptas ad Joach. Camerarium, weldye Eamerarius felbft zu Leipzig 1569 in 8.
herausgegeben, und 9) Melanchthonis LXVI epiftole feledtiores ad Myconium, die
pyriac. Snegaß zum Druck befördert, en. 1596 in 4. Bon den ſechs erften ange -
- führten Sammlungen gibt audy Jacob Thomafius in clau. in epiftolas Melanchthonis
MNachricht, ver fi) in Ebriftian Thomaſii hiftoria fapienti et ftultitie zom. I, p. ı. be
findet; ein genaueres Verzeichnis aber hat Herr Job, Voigt in catalogo hiftorico-critico
librorun rariorum p. 385. fq. gemacht. Bon demjenigen Theil,den Tamerarius zum
Druck befördert, trift man in Struvens bilioth. antiqu. 1705 p. 545. einen Yuszug und in
Top. Ebrift. Wolfens confpedtu füpelledtilis epiftolicz et litterarix p. 301, einen cla-
uem epiftolarum Melanchthonis ad Camerariuman. Bon der Edition diefer Briefe in fol.
feße man Morhof in polyhiftore litterar. libr. I. cap.23. num. 52. p. 306. und Wolf in
‘not. ad Cafaubonian, p.230. nach. | ;
d) Diefes ift von ihm in deliciisepiftolicis; fiue centuria epiftolarum, memorabilia tum aliaz
tum inprimis theologicaac hifforico-ecclefiaftica compledtentium, 1729 in 8. gefchehen.
oy) in ledtionibus memorabilibus et reconditis, welches Werck aus zwey Theilen in fol. beſte⸗
et und 1600 herausgefommen ift. ER %
f) Es find zwey Schriften von ihm gebraucht worden, als deffen primitise Heidelbergenfes,
id eft, manipulus difputationum felectarum, Heidelb. 1659 in 4. und differtationum mi-
{cellanearum pentas, Zürd) 1654 in 8.
5) Es ift diefes derjenige Olearius, welcher Superintendens in Arnſtadt geweſen. Er hat
herausgegeben: ferinium antiquarium, i%oxersa antiquitatis fragmenta, fummorum videli-
cet inecelef, academiis et fcholis fuperiore zuo virorum ipforumgue manuferiptas ; nec
vmquam antea editas plus centum epiftolas et fchedas pandens atque communicanis,
1671,1worauf eine neue Auflage gefolget, die er mit Anmerckungen verfehen hat, 1698 in 8.
h) in amœnuitatibus litterarüis, quibus variæ obferuationes, feripta, item quædam anecdota
et rariora opufcula exhibentur, weiche er von 1725 an in vierzehn Theilen nad) und nad)
in 8. herausgegeben. | en | % ——
) Auſſer den bisher angefuͤhrten Schriften, gehören noch hieher: die unſchuldige —
richten
-
i J— Vorrede 15
geſamlet worden. Wie aber aus den theilet hat. Das find nun die Schrif:
‚jeßt angeführten Schriften diejenigen Do: | ten des Ulr. Swinglü, k) Theobal⸗
eumenten genommen find, daraus dasje⸗ 01 Billicani, D Maxrtini Buce-
nige zu beſtaͤrcken und zu erläutern ift, ſo ri, m) Rudolph. Sofpiniani, n)
bey der Reformation mit den Papiften) Job, Wigandi,o) Leonbard Sur:
vorgegangen; alſo habe ich auch derjeni⸗ teri, p) Dal. Ernſt Söfchers, q)
gen-zu gedenefen, deren man fid) bey den; Chriſt. Matth. Dfaffens,n) Job,
Streitigkeiten mitden Reformirten gleich⸗ Conrad Fuͤßlins s) und einiger ans
fals in der Abſicht Bedienet hat, daß man | dern,t) beſonders diejenigen, die ſchon in
aus denfelbigen Die dahin gehörige Urkun den Teilen Lutheri geftanden haben.
den zufammen gelefen und fie hier mitge: $, VII,
richten und wie Diefe nachgehenüs genennet worden: Die fortgefegte Sammlung von
alten und neuen theologiſchen Sachen: ingleihen: Chemnitii examen concilü Tri-
dentini: Joh. Schilters de libertate eclefiarum germaniz libri feptenı ; Melch. Yda«
mi vitæ theologorum: Joh. Launoii academ, Parifienfis illuftrata. EIN B
k) deffen gefamte Wercke nicht nur zu Zuͤrch 1545 in vier Tomis In fol. Berausgefommen;
ondern aud) nachgehends zu Zuͤrch 1581 und zu Bafel 1593 wieder gedrucft worden. +
I) Er Bat eine epiftolam de verbis con» dominice et opinionum varietate ad Vrbanum
Regium verfertiget, welche zugleidy mit des Negii Antwort an denfelben zu Wittenberg:
1526 in 8. herausgefommen. hs
m) Bon feinen Schriften hat man fic) unter andern bedienet der prxfationis in quartum
tomum poftille Lutheranz, continentis funımam doctrinæ chriftianz, welche nebft Lu-
theri epiftol. ad Joannem Heruagium und Buceri refponfione ad hanc, aud) deſſen ſa-
_ tisfactione ad Pumeranum de verfione Pfalterii 1527 in 8. zum Vorſchein gefommen.
n) in hiftoria facramentaria, davon der erfte Theil 1598 und der andere 1602 herausgefome
- men; hierauf aber ift dis Werck zu Genev 1681. in fol. roieder gedruckt worden.
0) Das Bud, welches hier gemeinet wird, hat folgende Auffchrift: de facramentariisına
dodgmata etargumenta ex quatuor patriarchis facramentariörum, Carlftadio,Z winglio,Oe-
colampadio, Caluino poluſſimum et quibusdam aliis: item de fchismate facramentario,
*
1584 in 4. 2 |
p) In concordia concorde ; de - origine et progreffu formule concordix ecclefiarum con-
. feflionis Augultan. libro vno, welches Werd 1614. 1621 und mit Yiberti Vorrede 1690
in 4.berausgefommen if. * ES ra
g) in der ausführlichen hiftoria motuum zwiſchen den Evangeliſch⸗ Cutheriſchen und
. Aeformirten, welche aus drey Theilen beſtehet. Der erfte davon iſt 1707, Der andere
1708 und der driffe 1724 in 4 ans ücht getreten. ak
r) Er Bar adta et feripta publica ecelefix Wirtembergicex, 1720 in 4. ediref, welches eben.
diejenige Schrift ift, deren man ſich bey diefer Sammlung bediener hat.
s) in den Beytraͤgen zur Erläuterung der Rirchen - Reformations » Geſchichten deg
a Davon der erfte Theil 1741 und der andere 1742 in 8. zum Vorfchein
gefommen il. 3% ee IR
£) Unter andern gehöret hieher: die gründliche und wahrbafte Siſtorie von der Aug.
fpurgifchen Eonfeßion, welche 1584 in fol. berausgefommen und den vierdten Theil der
Apologie der formule concordie ausmacht. Sie iſt des Ambrofii Wolfens; oderwie
ei z er ee
⸗
a et Voriste, | | ren
a m . |befondern Samımlıng all — Hi
"Aug diefen ie erzehltenSchriften n ei:
ne ziemliche Menge ſolcher Documenten Hiftorieepgeflget werden, Bey dem ge⸗
geſamlet worden, welche die Reformations⸗ genwaͤrtigen Theil fo wohl; als auch den
Sefchichte dergeſtal t angehen, daß ſie nicht beyden gleichvorhergehenden, bat der ges
nur zu ihrer Erläuterung dienen; ſondern lehrte Herr M. Job. Stick alhier unter
— auch vornemlich ihre Glaubwürbigfeit un- meiner Auffichteinen befondern und rühm⸗
terſtuͤtzen. In dergleichen Anzahl hat man lichen Fleis in Zufammenlefung, Abthei⸗
fie noch nicht in den Theifen£utheri gehabt ; lungen und Leberfegungen der Urkunden
womit ich jedoch nicht zu erkennen geben erwieſen, wie er denn auch die Anzeige der
will, als wenn dieſe Sammlung in allen im ſechszehnden und dieſem Theil enthal⸗
St icfen — ſey. Das ſage ich nicht tenen Documenten verfertiget hat; weil er
und bekenne vielmehr ſelbſt, Daß ſie kan er: — nicht alles ſelbſt beſorgen Eönnen, iſt
weitert und vermehret werden. Ich wei, ihm, mo es nöthig geweſen, der gleichfals
daß von den Urkunden, welche bereits gez] gelehrte Herr M. Autzuſt Tittel an die
druckt geweſen, manche weggelaſſen wor⸗ Hand gegangen und hat vieles aus dem la⸗
den; es iR aber das nicht ohne Urſach ge: teinifehen ins deutſche gebracht, Nach dies
ſchehen. Denn hätte man alles zufammen fen Neformations: Documenten werden
nehmen tollen, jo waͤre das Werck zu einer nun künftig die Streie- Schriften ſelbſt fol-
‚der bereits verfprochenen Reformations⸗ |
ſolchen Gröffe gediehen, Daß fich ſelbiges gen. Der barmherzige GOtt gebe farner
nicht wohlzuden Theilen Eutheri geſchickt Gnade, daß das Werck ungehindert fan
hatte. Darum war ednöthig, Maafie zu fortgeſetzet und zu ſeiner gehoͤrigen Voll⸗
treffen und eine gewiſſe Ausleſe der Docu⸗ ſtaͤndigkeit gebracht werden. Er laſſe fol:
menten anzuſtellen. Eben deswegen ſind ches allezeit zu ſeiner Ehre und zum Heyl
vorjetzo die ungedruckte weggeblieben, wel⸗ vieler Menſchen geſegnet fon, um feiner |
che Fünftig, wern GOtt Gnade verleihet) Güte willen, Amen.
und Seben und Geſundheit EN einer | |
—
Jena,
den 2, Derobr ee er oh Georg Walch.
er eigentlich heit, Eoriftonh Bash ani, Yiftorie der Augſpur giſchen Eonfeßion ent⸗
gegen geſetzet und von Selneccern und Cpemnitio verfertiget worden. Im Jahr 1591 af
man dieſes Werck unfer der Aufſchrift: Hiftorie des Sarraments : Streits zu einzig
in 4. wieder gedruckt, wie denn auch eine lateinifche Ueberfegung unter dem Titul: folida
confeflionis Auguftanz hiftoria 1585 zum Borfchein gefommen ift, die Jacob Godofre⸗
dus, ein Braunſchweigiſcher Prediger und Schwieger- Sohn Des wa gemacht hat,
wiewol ſie — allen SER mit. dem Jen —— =
| Des
Ente HET IEE & PER.
we SONO BRKeN OH Oo Ag
ae ne
Uhr,
Des Vorberichte erſtes Capitel |
Von dem fernern Fortgang der formation.
Pag | | ST.
e 5% en sornehmfke, fo im Jahr 1537 [der Suͤnden a in der Lehre und den
ne vorgegangen, betrift die zu Gebraͤuchen fid ) nad) dem Augſpurgiſchen
Schmalkalden sefchehene Zur | Glaubens Bekanntnis und der Churfuͤrſt⸗
; ee und die Dafelbft ange lichen Viſitations⸗Ordnung richten: Die
2 oikuane und unterfihriebene Ar⸗ Prediger Lutheri deutſche Bibel- en
titel, welche Lutherus vorher auf Chur⸗ | gung, deflen Poſtille, beyde € Catechiſmos und
fürftfichen Befehl aufgefeer hatte, Sol⸗ andere gottfelige Bacher lefen: der Jugend
che Begebenheit habe ich in dem vor⸗ den Heinen Catechismum einfchar! en: Das.
hergehenden Vorbericht ſchon erzehlet. Erg zu fleifiger Betrachtung göttlichen
Jetzo füge ich von den Geſchichten be a um Gebrauch des beiligen Abend»
jagten Jahrs noch bey, Daß in demſelbigen mals, zum Geborfam gegen Die Obern er⸗
die Lehre des Evangelii nicht nur erhalten; |mahnen: Die Schulen verbeſſern und in gu⸗
fondern auch noch weiter ausgebreitet wor⸗ tem "Stand erhalten ſolten. Solche und
den. Hiezu brauchte GOtt unter anden den andere heilſame Vorschläge deſto beffer ins
Herʒog Henrich zu Sachſen. Er hatte be⸗ Werck zu richten, lies Diefer Herzog eine Kir⸗
reits angefangen, zu reformiren; damit er Ichen-Bifitation anjtellen, und brauchte un-
aber vor feinem Heren Bruder, Herzog Ser |ter andern Georgium Spalstinum dazu.
orgen, ficherer ware, fuchte er bey dem Chur⸗ | Das Licht des Evangelit gieng ie mehr und
füriten. on, daß er in den Schmalfaldifchen |mehr auf: Die pabitiichen Graͤuel und Mis-
Bund mögte aufgenommen werden, welches brauche wurden abgefchaffet unddas Abend-
auch geſchahe, ohnerachtet fich anfänglich ein mal unter.beyder Öeftalt ausgetheilet. Hier:
und anderes Bedencken aufferte. Zur wei⸗ |nechft lief aus Schwaben die Nachrichtein,
- tern: Fortſetung der Reformation bedienteer daß fich Das Herzogthum Zweybruͤcken:
ſich des Jacobs Schenckens, welcher ihm der Graf Wilhelm von Fuͤrſtenberg mit ſei⸗
auf ſein Begehren vom Ehurfuͤrſten zuge⸗ nem Lande: die Ritterſchaft im Creichgau
ſchickt wurde und in einem verfertigten Auf⸗ mit mehr, als vierzig Pfarrern zur Augſpur⸗
ſatz zeigte, worauf es vornemlich bey der Kir⸗ giſchen Confeßion bekannt. An Daͤnne⸗
chen-Rerbefferung ankäme, nemlich daß man |marc? wurden Die Bisthuͤmer abgefchaffer.
ohne Menichen-Sasung und allein nach | Der König Ehriftian lies D. Bugenhagen
Chriſti Borfehrift Buſſe und Vergebung abi kommen, welcher ihne croͤnte: eine Kir⸗
utheri Schriften 17, Theil, chen⸗
—
— RT je a vocbeticht von FT — ECHTE Dr De
een in lateiniſcher Sprache auf⸗ Unterthanen dahin anhalten und An
ſatzte und an ſtatt der ſieben abgeſetzten Bir ten, Daß nach ihrem Abfterben auch fie Die
ſchoͤffe, Die einen groſſen Pracht bis daher wahre Lehre bene und befördern ſol⸗
lo und Die Svangelifchen verfolgt hatz
fen,in. der 3 om⸗ Kirche su Eoppenhagen ſie⸗
ben Theologen zu Superintendenten ordinir⸗
te. In eben dieſem Jahr kam ein paͤbſtli⸗
ten. Der Pabſt verſchob das Concilium
wieder und veranlaſte, daß der Kaͤyſer und
der Koͤnig in Franckreich nach Nizza, um
ſich mit ihnen zur Ausrottung der Proteſtan⸗
cher Rathſchlag wegen einer Reformation ten genau zu vereinigen, kamen; GDttaber-
‚zum zorſchein, welchen® utherus mit Rand⸗ wuſte nach feiner Weisheit und Güte den
gloffen und einem vorgeſetzten Bild, da Die Anſchlag faſt ganz zunichte zu machen. Der
Cardinaͤle den Boden und die Wande mit König in Frankreich erzeigte fich vielmehr
Fuchsſchwaͤnzen kehren, in deutſcher Spra⸗
che drucken lieſſe, und in der Vorrede erin⸗ nis zu treten, und dieſe ſchickten auch auf Ein⸗
nerte, Daß der Pabſt damit nur ſuche, ent⸗ rathen und. Veranlaſſung des Koͤnigs in
weder das Coneilium rückgängig zu machen; Daͤnemarck eine Gefa: adtſchaft nach Franck⸗
yder zu verhindern, daß man auf demfelbi- reich; welche jedoch) Das Bündnis nicht zu
gen von Feiner Reformation handele. Der Stande bringen Eonnte, ob fie fich fehon lan⸗
Rathſchlag felbft war ſo abgefaffet, daß man ge daſelbſt aufhielte. Inzwiſchen verſicher⸗
darinnen die Religion mit ihren Glaubens⸗
Sehen, Die vornemlich zu verbeffern waren, |fürften und die übrigen Fürften, daß er mit
vergeſſen; oder doch wenig davon gefagt,und ihnen die aute Freundfchaft unverbrüchlich
fich bey Neben Sachen aufgehalten hatte, halten wolte und ſie als ſeine Freunde und
welches eben Lutherus durch das gedachte Bundsverwandte in den Stillſtand mit dem
Bild anzeigen wollen. Kaͤyſer eingefchloffen habe. So gieng es
. I auch mit Der Sefandefchaft an Henrich, Koͤ⸗
As. Im Fahr 1738 richtete der Kaͤyſerliche nig in Engelland. Er beantwortete nicht
Vice⸗Canʒler Held,zu Nuͤrnberg den ſo⸗ nur das Schreiben, fo Die Proteftanten 1536
‚genamten heiligen Sund wieder die Proteſti⸗ an ihn ergehen laſſen, mit vieler Höflichkeit
renden auf; es begaben fich aber ihrer wer und billigte ihre Meynung, die-fie von dem
ige darein und viele wolten behaupten, es | Eoncilio zu erkennen gegeben; fondern ſchick⸗
habe gedachter Vice⸗Canʒler dieſe Handlung te auch einen Geſandten auf den Braun:
“ohne Des Käyfers Befehl nur vor fich ; oder | fchweigifchen Sonvent und lies ihnen eine
‚uf Anftiften der Clerifey vorgenommen. Ehe Vereinigung wieder des Wabfts Tyranney
Die ‚Proteftanten von der Schlieffung diefes und Stolganbieten, mit dem Zuſatz, daß die
Buͤndnis Nachricht bekamen und ſich gleich⸗ erren Geſaudiſchaft moͤgte befoͤrdert
wohl nichts Gutes verfahen, hielten fie einen werden. Solches geſchahe und die Geſand⸗
Convent zu Braunſchweig nahmen den ten kamen in Engelland an; was man aber
Koͤnig in Daͤnnemarck Ehriftian IT. in den gehoffet und gewuͤnſchet, war nicht aus urich⸗
Schmalkaldiſchen Bund auf und machten ten. Sie muſten ſehen, daß man nicht red⸗
geneigt, mit den Proteſtanten in ein Buͤnd⸗
te der Koͤnig in einem Schreiben den Chur⸗
4
unter andern den Schlus, fie, wolten in ih⸗ lich mit ihnen umgienge. Auf ihre Schrift, .
ven Fürftenthimern und Städten ihre Erz in, welcher fie porgeftellet, daß das Abend⸗
Bi Nachfolger, Beamten, Vaſallen und mal unter beyder Geſtalt auszutheilen nn
PR
ſti⸗
>
“re, ſolte geprediget: Das Abendmal unter das ganze Sand aufihn gefallen war, beiverck-
beyderley Geſtalt ausgetheilet und ſtatt der ſtelliget.
Ser Churfürtzu Brandenburg Joachim] Von den Geſchich
——— dem Forcgang der Reformation. nr
abftifche Meffe abzufchaffen: Die Priejterz die Frau Schweſter diefer beyden Herrn,
J———— erfolgte auf Anſtiften der Eliſabeth, Herzog Erichs zu Braunſchweig⸗
—*
pabftifchsefinnten Biſchoͤffe eine ſcharffe Ant⸗ Hannover, Gemahlin und verſicherte in ei⸗
wort und fie ſelbſt wurden unter Dem Porz |nem Schreiben den Landgrafen, daß fie die
wand, wie man die Sache in weitere Uerle⸗ erkannte Wahrheit nimmermehr verlaͤu⸗
gung ziehen wolle, nebſt einem höfiichen Ionen; fondern in Derfelben bis an ihr Ende
Schreiben an den Churfürften entlaffen. beharren wolle: bat fich auch zugleich einen
2 5 Re gewiſſen ‘Prediger auf eine Zeitlang von ihm
Altes das Fonnte den Lauf des Evangelii aus,damit fie fich feines Unterrichts bedienen
nicht aufhalten. GOtt mufte ohne denjeni⸗ und von ihm Das heilige Abendmal empfa-
‚gen Benftand grofler Herrn, dazu man eini⸗ hen Fonne. Zwey Fahr darnach, als ihr
geHoffnung hatte ſein Werck zu erhalten und Gemahl geftorben war, lies fie in ihren Lan⸗
— Zu Noͤrdlingen kam es mit der den die Reformation vornehmen. In dem
Reformation weiter. Die paͤbſtiſche Mei | Mecklenburgiſchen geſchahe gleichfals einiger
fe wurde abgeſchaft und eine Kirchen⸗Ord⸗ Anfang davon; da aber die Sache ſelbſt mau⸗
nung aufgefeget, kraft deren das Wort GOt⸗ chen Wiederſtand fande, fo wurde fie erſt
tes rein und lauter, ohne Zuſatz falſcher Leh⸗ 1552 durch Herzog Johann Albrecht, nachdem
8. IV. —
Thurf | ten, die fich 1739 inder
gab ſeine Neigung gegen Die enangelifche Lehr | Neformations-Sache zugetragen haben, >?
re ie mehr und mehr zu erfennen und vedete| ift fonderlich der Francffurtiiche Vertrag zu
Deswegen mit Dbilippo Melanchthone; mercken. Das Fahr vorher wurde ſchon
Meſſen kaͤglich eine ‘Predigt gehalten werden. |
nur wolte er fich zur Abfihaffung der Meß die Abrede genommen, zu Franckfurt einen
jen und Verftattung der Prieſter⸗Ehe nicht | Eonvent anzuftellen und auf demfelbigen zu
entſchlieſſen. Viele von Adel und andere verſuchen: ob und wie weit ein Friede zwi⸗
- Unterthanen in feinem Lande hatten ein gros ſchen den Proteftanten und Papiſten koͤnne
Verlangen nad) einer Kirchen + Zerbeffe] geftiftet und damit Die bisherigen Streitigkei⸗
. rung; die Wfaffen hingegen arbeiteten mit ten beygeleget werden. Der Käyfergabin ei⸗
‚aller ihrer Macht, Lit und Bosheit darge⸗ nem Schreiben anden Churfürftenzu Brau⸗
gen. . Ben feinem Herrn “Bruder, dem denburg Joachim, zu eufennen, daßihmdie -
Marggrafen Sohanne, der fonft Marggraf ſſes fehr lieb ware und verfprach,allesmögliche _
su Cüftein genennet wird, brachte es Die göttz| beyzutragen,daf diefe Sache zu ihrer Wuͤrck⸗
liche Gnade weiter. Er reifete mit wenigen lichFeit gelangen möchte, welche Geneigtheit
vertrauten Perfonen zu feiner Frau Mutter,| bey dem Kayfer fo wohl; als bey dem König
Die fi) in Sachen aufhielte, und zu Luthero: Ferdinando fonderlich Dadurch erwecket wur⸗
befante ſich nicht nur ſelbſt zur evangelifchen| de, weil man der proteſtirenden ‚Stände
Lehre; ſondern ftelte auch mit Beyhuͤlfe ei⸗ Huͤlffe wieder den Türcken brauchte. Der
niger Sachfischen Theologen an feinem Hof| Anfang Diefer Sranckfurtiichen Zufammen-
su Euftein und in feinen? ganzen Lande eine| Eunft gefchahe den 2aften Febr. Cs waren
. Reformation an. Dergleichen that auch die beyven Ehurfürften zu Dfa und Bran- ⸗
J— RN (2 Mia
denburg,
©. Vorberichtvon der Reformation Überhaupt.
denburg, als Unterhöndfer : der Räyferliche ſchen Bündnis abzuſtehen; tworein aber die
Geſandte, Johann de Nelalio, Ertzbiſchof Evangeliſchen nicht willigen wolten und wur⸗
zu Lunden: des König Ferdinands Commiſ⸗ Den Daher ſechs Monat beliebet, binnen wel⸗
farien und die Schmalfaldifche Bundsver⸗ | chen die Käyferliche Reſolutivn auszuwuͤr⸗
wandte, die ihre Theologen bey fich hatten, | ken. Im Fall ſolche nicht, wie es die Pro⸗
gegenwärtig. Don beyden Seiten wurden | teftanten- wuͤnſchten, erfolgte, bliebe es in. -
mancherley Handlungen vorgenommen, ohne) allem bey dem Nuͤrnbergiſchen Frieden und
daß man zum Hauptzweck gelangen konnte. zwar nad) dem Buchſtaben deſſelbigen.
Die Sache Fam nicht weiter, als daß ein) Nach geendigter Zuſammenkunft wartete
Vertrag wegen eines friedlichen Anſtandes man auf. die Kayferliche Beſtaͤtigung Diefes ö
gemacht wurde, des Innhalts: der Kaͤy⸗ Vertrags; wiewol vergeblich, Der Ray:
- fer, wolle den Augſpurgiſchen Confeßions⸗ fer ſtunde damit an und ob man wohl zum
WVerwandten aufs Monat lang, vom erften Schein dies und jenes vorwendete; fD war
May angerechnet, einen felchen Frieden zu⸗ doch Die eigentliche und wahre Urſach diefe,
aeftehen, daß fie fich ihrer Religion halber |daß er fich vom Pabſt hatte einnehmen und
von niemanden was wiedriges zu beforgen davon abhalten laffen. Denn diefen ver
hätten. Der Nuͤrnbergiſche Friede bliebe dros es nicht wenig, daß Die Proteftanten
- in feinem Weſen: die Cammergerichts⸗ | frey heraus gefagt, wie fie den Pabſt Feines-
Proceſſe folten fufpendivet und was folches| weges vor das Haupt der chriftlichen Kir⸗
Gericht wieder die Proteftanten in folcher che erfennten und daher in feine Einladung
Zeit befehlieffen wurde, ungültig feyn und ih⸗ zu der vorfeyenden Nuͤrnbergiſchen Unterre⸗
nen das Recht ohne Exception der Neligion | dung nicht willigen koͤnnten. : |
geftattet werden. Dochhättenfichauch die Se,
Evangelifchen friedlich zu halten. Keinem In eben diefem Jahr fichte der Hertzog
Theil ſey erlaubt, mittler Zeit mehrere infein Geeorg zu Sachſen ſonderlich auf Anſtiften
Buͤndnis aufzunehmen. Die Geiſtlichen ‚des Georaii Wicelii, welcher von der vor⸗
woͤren bey ihren Gütern und Einkünften zu ber angeneinmenen evangelifehen Lehre abge⸗
Kaffe. Den 1.Musuft folten die Stände treten war und ſich zu den Paͤpiſten gewen⸗
don beyderley Meligionen entweder ſelbſt; det hatte, eine Vereinigung der Lutheriſchen
oder durch ihre Geſandte erfcheinen und vie und Roͤmiſchen Kirche und lies Deswegen zu
- Handlungen wegen der Religions⸗Verei⸗ | Leipzig eine Unterredung, Daben fich unter anz -
nigung anftellen. Die Kriegs⸗Werbung | dern Melanchthon befande, anftellen. Doc)
waͤre von einem ieden Theil einzuftellen und | wie Die Abficht, die man dabey hatte, nicht
die Wiedertaͤuffer; auch andere Secten, die redlich war und nur dahin gienae, Daß Die
-fich weder zu der Augſpurgiſchen Eonfeßion ; | pabftifche Religion machte erhalten : der fer⸗
noch zu der Roͤmiſchen Kirche befensten,nicht| nere Laufder Neformation gehindert und die
zu dulten. Der Ränferliche Gefandte wolte evangeliſche Lehre nach und nach auscercttet
tiven Punete ausnehmen, nemlich Daß der) werden; alſo waren auch Die Vorichläge,
Nuͤrnbergiſche Friede nur Diejenigen an⸗ wie das Werk anzuareifen und zu Stand
gienge, mit welchen er 1532 aufgerichtet wor⸗ zu bringen, gar übel ausgefonnen und reim-
den, und Daß der Kaͤyſer nicht verbunden feyn ten ſich zur Sache nicht. Solche waren un⸗
ſolte, von der Erweiterung des Nuͤrnbergi⸗ ter anderns man ſolte das zum Grund le⸗
De | gen
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”
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A.
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0. Cap.l Von dem fernern Fortgang der Reformation.
gen und annehmen, was zur Zeit der vier all: S. VL
gemeinen Kirchen-Derfammlungen und vor] Der Fortgang der Meformation tar zu
acht und mehr Jahrhunderten in der Kirz |Diefer Zeit fehr gefegnet. Der Segen zeig⸗
ehe uͤblich geweſen und das übrige alles ab- |te fich fonderlich in den Saͤchſiſchen Landen,
fehaffen; fodann aber auf ein Concilium |die nach dem Todt Hertzog George an Her⸗
dringen und gelehrte Männer in den alten tzog Heinrichen gefommen waren. Die
Schriften nachfehen laſſen, was zu gedachter ſer Herr hatte ſchon vorher Die evangelifche
Zeit in der Kirche gelehret worden und ubz | Lehre angenommen und in feinen eigenen Lan⸗
lich gervefen. Damit wurde ausder Ver⸗ |den eine Kirchen» Verbefferung angeſtellt,
einigung nichts. Man fuchte andere Wege | wie ich bereits enzehler habe. Nun fagte er
und wie des Hertzogs Georgs eingiger Prins | nach Hergog Georgs Abfterben das ange
Friedrich mit Todabgieng, wolte man durch | fangene Werck mit vieler Standhaftigfeit
. ein Teftament den Herzog Henric dahin und Treue gegen die evangelifche Lehre fort.
verbinden, daß er die pabftliche Religion er⸗ Der König Ferdinand wolte ihn davon ab⸗
halten und dem Nuͤrnbergiſchen Bund bey⸗ | halten und der Bifchoff zu Meiffen ſuchte auch
freten folte; es waren aber auch dieſe An⸗ auf eine fehlaue Art, die Sache zu hindern.
fehlage alle vergeblich. - Denn GOtt forderte | Doch konnte Feiner von beyden etwas aus⸗
den 17. April den Herkog Georg im 68. Fahr richten. GOtt führte die Sache herrlich)
feines Alters von der Welt ab und nahm dar hinaus und der Churfürft von Sachſen that
mit einen groſſen und hartnäcfigen Feind allen Vorſchub. Durch göttliche Gnade
des Evangelii weg. Das ſetzte die Papiz | brachte es Diefer dahin, daß ven 4. May am
ften in Betruͤbnis; die Evangelifchen hinge⸗ Sontag Eantate in ſeiner Gegenwart zu
gen wurden in Betracht, daß fie GOtt von Annaberg und bald Darauf von Luthers und
einem mächtigen Derfolger hefreyet hatte, andern in Leipzig evangeliiche Predigten ges
| erfreuet. Diefen lies der König in Engel |halten wurden. An dem legtern Ort hoͤr⸗
land von neuen ein Bundnis anbieten und ten am Pfingſt⸗Feſt die paͤbſtiſche Misbraͤu⸗
dabey vorschlagen, Daß fie Gefandten an ihn | che in den Kirchen auf und das heilige 2lbend-
ſchicken mögten. Man nahm diefes an und mal wurde unter beyderley Geftalt ausge
veranftaltete die Geſandtſchaft; Dieevanger theilet. Der Herkog Henrich verbot die
liſche Sache aber wurde Durch felbige fü wer | Winkel⸗ und Opfer⸗Meſſen nebft der Hal
nig; als wie durch die vorige befürdert. tung des Abendmals unter einer Geftaitz
Der König war unbeftandig und lies fi) |hingegen befahl er, daß man evangeliſch
von den Bifchöffen einnehmen, welche es da⸗ predigen ſolte. Es wurde eine Kirchen⸗Vi⸗
hin brachten, daß in einem Edict bey Lebens⸗ fitation angeftelet und nachden man den
Strafe anbefohlen wurde, die Transſub⸗ Anfang zu Meiffen gemacht, damitin Dres
flantiation, die Communion unter einer Ge |den, Frepberg, Annaberg, Leipzig undandern
ſtalt, Das Verbot der Priefter-Ehe, Die Klo⸗ Orten fortgefahren. Wo felbige geſchahe,
fter-Gelubde, die Winkel⸗Meſſen und Oh⸗ | waren die Leute willig und beaierig, das rei⸗
tens Beichte beizubehalten. Die Gefand- | se und unverfälfchte Wort GOttes auf und
ten muſten demnach ihre Nücfreife antreten, anzunehmen. Man brauchte Feine Gewalt
ohne Daß man zu einem Schlus Fommen| und Die wenigſten wiederſatzten ſich diefer
war, | ” Meformation. Der Hertzog liesdas Chur⸗
c3 fachfiiche
2 Veaerbericht von der Reformation überhaupt. gß
ſaͤchſiſche Vifitations- Buchleir nach dem Gräfin von Stollberg war, öffentlich zu re⸗
1538 aufgelesten Exemplar und eine Kirchen⸗ formiven an, und fagte evangeliſche Prediger
gende mit Beybehaltung der von Luthero ein. Der Herzog Friedrich zu Liegnitz hat⸗
verfaften und bisher in Churfachfen ubliz te ſich gleichfais entkchloffen,, die eangefiz
chen Formeln vor feine Lande Drucken, Zu ſche Lehre und Austheilung des heiligen A⸗
eben Diefer Zeit gieng das Licht Des Evangez bendmals nach der Augipurgiichen Confeß⸗
fi in dem “Brandenbursifchen auf. Der’ fion und deren Apologie einzuführen undber
| 22 -
Churfuͤrſt Soachim IL nahm eine Reforma⸗ |gehrte von dem Ehurfürften, ihm Georgi‘
tion vor. Er. bekannte fich öffentlich zur um Majſorem auf drey Jahre zrüberlaffen;
evangeliſchen Lehre: empfieng das Abend- | weil man aber diefen nicht miffen Eonnte,
mal unter beyder Geſtalt und lieg eine Kir⸗ fo wurde ihm an deſſen Statt ein anderer -
chen⸗Ordnung auflegen. Lutherug, der fein |gefendet. D. Bugenhagen wurde aberz
Butachten daruͤber eröfnen mufte, war nicht
in allen Stuͤcken damit zu frieden, weilman
manche paͤbſtiſche und aberalaubifche Cere⸗
monien beybehalten hatte, Sie wurde durch
den Druck oͤffentlich bekannt gemacht, nach?
dem ſie auch von den Raͤthen und Land-
Staͤnden war unterfüchet worden, und zus
gleich) eine Kirchen Rifitation angeftellet: An
andern Orten waren die Fusſtapfen der goͤtt⸗
lichen Vorſehung in Anſehung der Refor⸗
mation ebenfals deutlich wahrzunehmen. Zu
Quedlinburg hatten die Leute ein gros Ver⸗
langen nach dem Evangelio; bey Lebzeiten
aber Herzog Georgs von Sachſen konten ſie
ihren Hunger nicht fo, wie fie wuͤnſchten , ſtil⸗
fen. Er war Schutzherr des Stifts und da
ſuchte er fie mit aller Gewalt davon abzu⸗
halten. Doch lies fich Die Gute und Weis⸗
heit des HErrn nicht unbezeuget. Einen
gewiſſen Prediger, Nahmens Johann
Bethman, lies er hart an, Da er das Ev:
angelium zu verkuͤndigen anfieng. Als die⸗
ſer ihm die Bibel zeigte und meldete, wie er
ſeine Predigten aus dieſem Buch nehme,
aͤnderte ſich der Hertzog auf einmal und ob
wohl jedermann geglaubet, es werde Die Sa⸗
che uͤbel ablaufen, bezeigte er ſich gnaͤdig gez
gen ihn und lies ihn in ſeinem Amt bis auf
fernern Befehl fortfahren. Nachdem Todt
dieſes Hertzogs fieng die Aebtißin, die eine durch angeſtelte Viſitationen en auf
mals von Wittenberg nach Daͤnnemarck
berufen, um ferner die Hand an Das Refor⸗
mations⸗Werck mit zulegen. Solches kam
auf dem Reichstag zu Odenſee voͤllig zu
Stande, Die Reichs⸗Staͤnde erklärten
fich alle auf demfelbigen, daß fie beftandig
bey der evangelifchen Lehre en und fich
nach der vorher gemachten Kirchen -Drdnung -
richten wolten. Hin De
8. VI.
Als der Kaͤyſer ısgo in den Niederz
fanden angekommen war, ſchickten die 7"
Proteſtanten Geſandten andenfelbigen. Sie
erhielten Audienz; aber nicht die Verſiche⸗
rung des Friedens und die Beſtaͤtigung des
Franckfurtiſchen Vertrags. Zu Schmal⸗
kalden wurde von den Evangeliſchen ein Con⸗
vent gehalten und auf demſelbigen der Punck
abgehandelt: ob und wie weit man ſich mit
den Papiſten wegen der ſtrittigen Lehren in
eine Vergleichung einzulaſſen? auch beſchloſ⸗
ſen, bey der Augſpurgiſchen Confeßion und
deren Apologiezu bleiben, und auf Einrathen
der anvoefenden Theologen vor gut gehalten,
dab man die Meflen, wo fte noch gebraͤuch⸗
lich waren, ganzlich abfchaffen: Das Sa—
crament in dem Sacrament-Häusleinniht
einfchlieffen: Die uͤberfluͤßige Altaͤre und arz
gerliche Bilder aus den Kirchen ſchaffen und
uchen
1*
—
2 Eap-l Don dem fſernern Sorrgang der Reformation. 23
Firhen file, weiche irrige Lehren ausftreue- daß alle Handlungen auf den bevnrftehenden
“ten, wie denn inſonderheit wie der Sebaſtian [Reichstag zu Negenfpurg folten verſchoben
Francken, Caſpar Schwenckfelden und an⸗ werden. Bey dem Vorwurf der geaͤnder⸗
“dere Schwaͤrmer ein theologiſches Beden⸗ ten Confeßion hielte ſich Melanchthon nicht
cken aufgeſetzet wurde. Um den Frieden; lange auf. Er antwortete, daß wenn gleich
oder einen Vergleich zu befoͤrdern, beliebte etliche Stellen in der letzten Edilion etwas
man ein Religions⸗Geſpraͤch. Hiezu wur⸗ gelinder; oder deutlicher ausgedruckt wor⸗
nau ausgefchrieben. Der König Ferdinand geblieben.
Fam dahin und handelte vorher mieden Dal _ _,, .S VI. ©
piſten insgeheim, um das Friedens LBeref| Der Koͤnig in Franckreich fo wohl; als
und das Gefsräch zu hintertreiben und noch in Enaelland bezeugten abermals ein Ver⸗
mehrere Fuͤrſten in den Ruͤrnbergiſchen langen, mit den Proteftanten in ein Binde
- Bund zu bringen, meil man es lieber aufeiz nis zu treten. Es lief damit wie vorher ab.
nen Krieg wolte ankommen Yaffen. Sol⸗ Keiner von beyden meinte es redlich. Jener;
chen Sinn hatte auch der Pabſt. Die mei⸗ oder der König in Franckreich, fuchte nur die
ſien hingegen unter den päbftifchen Furften |Cvangelifchen von dev Vereinigung mit dem
gegebenen nicht in allen uͤbereinkoinme. Ber den ändere: die FZurisdiction des Biſchoffs zu
hätte,von der Kriegs-Derfaffung abzuftehen. Negenfpurg, abzuhalten. So war aud)
Mit den Proteſtanten nahm man zu Hager hey dem Kunig in Engelland indiefer Sache
nau einige Handlungen vor; das von ihnen nichts beſtaͤndiges und aufrichtiges, Alle
begehrte Colloquium aber wurde aufgefcho- Handlung wurde unterbrochen, als er die
ben und belicbet, daß felbiges zu Worms fol Cleviſche Princeßin unter einem ungegrüns
te gehalten werden. Solches nahm den ız. ‚Deten Vorwand verftieffe. Dem Evange⸗
\ Januar. des folgenden Zahrsfeinen Anfang. lio und deſſen Bekennern fehlte es damals
- Kaum war es angegangen, ſo ſahe man auch an Feinden und Derfolgern nicht, Einer
Schon das Ende deffelbisen vor ſich. Die der vorhehmften war Herzog Henrich von
Perſonen, die es unter fich hielten, waren | Braunſchweig. Dem Churfürften zu
Eck und Melanchehon. Jener beſchwer⸗ Sachſen und dem -Sandgrafen zu Hefien
te fich gleich im Anfang, Daß man ihm ein machte er viele Beſchwerniſſe. Den Her
Exemplar der Augſpurgiſchen Confeßion ʒog Henrich zu Sachfen verflagte er bey dem
hebſt der Apologie überreichet, welches ger Kaͤyſer, dab ev wieder das Teſtament des
Andere fey, und mit dem zu Augſpurg uͤber⸗ Hertzog Georgs die Religion in feinen Lan⸗
‚der Dorrede und dem erften Artikel des) Merfeburg und Meiffen anfechte und das
Augſpurgiſchen Glaubens⸗Bekaͤnntnis hat⸗ Geld, ſo von ſeinem Herrn Bruder zum Ge⸗
te er nichts zu erinnern; bey dem andern Ar⸗ brauch des paͤbſtiſchen Bundes hinterlaſſen
de ein gewiſſer Tag und zwar nach Hage⸗ den; fo wären. dach die Sachen einerley
waren mehr zum Frieden geneigt und ſtelten Kaͤyſer und den übrigen Reichs⸗Staͤnden,
‚dem Koͤnig vor, wie man allerdings Urſach zumal auf dem bevorftehenden Neichstag zu
*
tikel aber von der Erbſuͤnde hielte er ſich auf worden, vor ſich behalte. Der Stadt ns
und wie man einige Tage davon diſputiret lar, welche von dem Cammer⸗Gericht indie
hatte, wurde ein Kayferliches Reſcript ver⸗ Acht erklaͤret wurde, that er vielen Verdrus
leſen, worinnen der Befehl enthalten war, an. So giengen auch. in — die
* Az | er⸗
7 Veoarbericht von der Reformation überhaupt.
Verfoloungen fort, und in Engelland murz |fogenannte erſte Interim von dem Herrn von
den unter andern zwey Biſchoͤffe des Evan Granvella vorgefchlagen, daß ſolches zum
gell wegenin Arreſt gefeßet, Robert Bar⸗ Grund koͤnnte geleget werden; weil es dien⸗
‚nes aber gar verbrannt, Dem ohngeachtet liche Wege und Mittel zu einer chriſtlichen
hatte die evangeliſche Lehre ein ſchoͤnes Religions⸗Vereinigung anzeigte. Die zur
Wachsthum. Sie breitete ſich ie mehr Unterredung auserſehene Perſonen giengen
und mehr aus. Der Rath zu Speyer nahm ſolches durch und kamen in einigen Puncten
zwey evangeliſche Prediger an. Nach dem
Todt des Hertzog Crichs von Braunſchweig,
ſtelte Die verwittbete Hertzogin, welcher we⸗
gen Minderjaͤhrigkeit des Printzeus die Re⸗
gierung aufgetragen war, auf Verlangen
der Landſtaͤnde indem gantzen Land eine Re⸗
formation an, obgleich Hertzog Henrich von
Braunſchweig und andere heftig dawieder
waren. In Lithauen wurde ebenfals ein
Saame des Cvangelii ausgejlreuet. Dem
uberein; in den übrigen aber Eonnten fie ſich
nicht vergleichen. Die Broteftanten fasten
eine Schrift an den Kaͤhſer auf und führten
darinnen nicht nur an, wie fie die vergliche-
ne Artikel wolten verftanden haben, nemlich
nach ihrer Eonfeßion und Apologie; fonz
dern thaten auch hinzu, was ihre Meinung
von den unverglichenen Puncten fey und
warum fie da nicht nachgeben koͤnnten. An
Lutherum wurde eine Gefandtfchaft vom
Agricola und deſſen Anhangern, als Ger |Neichstag abgefchicket, daß man feine Ger
feg- Stuͤrmern, wiederfagte ſich Lutherus
noch weiter, wie er ſchon vorher gethan hat⸗
te. x
bekannt; er meinte es.aber nicht vedlich und
‚war unbeftandig.
ee
Aus den Befchichten des ısar Jahrs
danken vom Vergleich vernehme. Er hiel⸗
te dafur, wenn man fich nicht auch wegen
Kener machte zwar einen LBiederruf | der übrigen Artikel vergliche, fo fey das an-
dere vergeblich. Der Punct von der Necht-
fertigung roare Dunkel geſetzet. Die Par
piften gaben hier was nachz fie nahmens
aber wieder zurück und wolten an fich von
„54. iſt ebenfals Deutlich zu erfehen, wie fich keinem Vergleich etwas wiſſen. Der Käys
Gott der Neformation, als feiner Sache, ſer trug den Ständen für, es moͤgten Die
angenommen hat. Zu Regenſpurg wurde ein | verglichene Artikel, dem Augfpursifchen Re⸗
Reichstag gehalten. Vorher lies der Kaͤy⸗
fer ein Edict ausgehen, in welchem er nicht
nur bezeugte, daß er bey Diefem Reichstag ſei⸗
ne Abficht auf die Erhaltung des Friedens
richte; fondern auch, um felbige defto ehezu
erreichen, befahl, DaB alle Proceſſe, fo vor
dem Cammer⸗Gericht in Sachen des Glau⸗
bens und was dem anhangig, gefuͤhret wor⸗
den, famt der Achts⸗Erklaͤrung der Stad-
‚te Minden und Goslar fuspendiret feyn fol-
ten; jedoch mit Vorbehalt des Rechts ieder
Parthie und daß nichtsdem Frieden nachthei⸗
liges vorgenommen werde. Es wurde ein Re⸗
ligions⸗Geſpraͤch angeſtellet und dabey das Unterbleibung eines Concilii, ein Reichstag
ceß ungeſchadet, von beyden Seiten als
chriſtlich bis auf ein Concilium angenom⸗
men werden: man wolte inzwiſchen auf ei⸗
nem andern Convent auch von den andern,
die noch unverglichen waͤren, handeln. Hier⸗
uͤber wurden verſchiedene Handlungen an⸗
geſtellet und die Staͤnde konnten ſich nicht
gleich daruͤber entſchlieſſen. Endlich erfolg⸗
te Der Abſchied dieſes Neichstags des Inn⸗
halts, daß die Religions⸗Handlung auf ein
gemeines; oder National⸗Concilium; oder
auf einen andern Reichstag zu verſchieben
und eines von dieſen ehſtens und zwar bey
Inner?
4
> 000037. Cap Von dem fernern Fortgang der Reformätion. ——
innerhalb 18 Monaten von dato —— en 3 —
ſey; die Proteftanten aber nicht uber und | Aus dem Vergleich der Evangeli ⸗
. nieder Die verglichene Artikel fchreiten, und fehen mit den Papiften wurde alfo +"
die geiſtliche Prälaten Feine Reformation auch damals nichts, Zene hatten Teicht in
vornehmen folten. Auſſer dem waren indier Gefahr kommen koͤnnen; doch wuſte es
fen Abſchied noch einige andere Puncte ent⸗ GOtt nach feiner Weisheit und Güte ans
halten, und weil Die Proteſtanten folchen |ders zu machen; ale man vielleicht gedacht
‚nieht ohne Gefahr und Nachtheil hätten anz hatte. Die Hergen des Kayfers und. des
nehmen koͤnnen fo hat ihnen der Kaͤyſer noch Königs Ferdinandi hatte er in Händen und
eine Erklaͤrung über etliche Puncte ertheilet, lenckete fie bey der damaligen groſſen Tuͤr⸗
nemlich Die verglichene Artikel folten von den | cken⸗Gefahr dahin, daß fie den Evangeli⸗
proteſtirenden Theologen nach ihrer ErElaz ſchen Die Friedens» Perficherung und Be⸗
rung nicht uͤberſchritten werden ;in den ubri- Freyung von den Cammer⸗Gerichts⸗Proceſ⸗
gen aber ſey ihnen Feine Maaſſe vorgefehries fen nebft andern Vortheilen auf einmal an⸗
ben, womit der Verdrehung des Artikels gedeyen lieſſen. Das Evangelium ſelbſt
von der Rechtfertigung vorgebeuget wurde: | mufte Sich noch immer weiter ausbreitenund
Stifte und Kloͤſter folten nicht abgethan das Licht deffelbigen bie und da heller aufges
und abgebrochen werden; doch aber. Fünne hen. Es haben nicht nur einige Städte in
fie eine jede Obrigkeit reformiren. Alle Zin⸗ Schwaben und Grafen am Rhein die Nez
fen und Gelder waren, wohin fie von Alters formation vorgenommen; fondern es iſt die⸗
her gehörten, zu Kiefern: auch in die evan⸗ ſes aud) in eines heftigen Feindes des Evan⸗
gelifche Lande, und davon Kirchen⸗ und Schu⸗ | gelüü, nemlich in des Churfuͤrſten zu Mayns,
len⸗ Diener zu erhalten. - Daß die Evange⸗ Landen gefchehen. Denn zu Hallein Sach⸗
liſche niemand an ſich ziehen ſolten, habe die ſen, welche zu dem Ertzſtift Magdeburg ge⸗
Meynung, daß ſie keinem Stand ſeine Un⸗ hörte und alſo unter Chur-Mayng ftunde,
terthanen abſpenſtig zu machenund in Schuß wurde die enangelifche Wahrheit gelehrer,
und Schirm zu nehmen hätten, e8 fey denn, Jangenommen und bekannt. Die Reformation.
daß fich jemand vor ſich zu ihrer Kirche ber kam daſelbſt recht zu Stande. Vorhin
geben wolte, und da ſolte er feine Freyheit ha- hatte das Licht des Cvangelii fehon in etwas
ben. Die Beyſitzer des Cammer⸗Gerichts geſchienen; ießo aber Famen Die Strahlen
haͤtten auf diefen Abſchied und deſſen Erklaͤ⸗ deſſelbigen fo herfür, Daß Die armen Leute
vung zu ſchwoͤren. Der Augfpurgifche Ab⸗ voͤllig aus der Finfterniß geriffen wurden.
ſchied folte, fo viel die Religion belange,nicht | Juſtus Jonas Fam von Wittenberg das
ſtatt haben. : Die Augfpurgifche Confeßi⸗ hin: hielte den 14. April am gruͤnen Don⸗
ons⸗ Verwandte koͤnnten auch Beyſitzer nerſtag die erſte Predigt und theilte das A⸗
beym beſagten Gericht ſeyn und Macht ha⸗ bendmal unter beyder Geſtalt aus. Da ſich
ben, Leute ihres Glaubens dazu zu verord⸗ der damalige Stadtſchreiber, D. Goßmann
nen, Die Achts⸗Erklaͤrung der Stadt dieſer Reformation hitzig wiederſetzet und
. Goslar ſey zu füfpendiren.. Auf dieſe Erz] faſt einen Aufſtand erreget, ſoll es geſchehen
lauterung und nicht anders, haben die Evan⸗ feyn, daß er wenige Tage hernach in eine
gelifche den Abſchied angenommen und ber) Daferey gefallen, jo daß man ihn an Ketten
wilige. ©. 0000.00 Hegenmüffen, under in dieſem elenden Zus
utheri Schriften 17. Theil, —— ſtand
angeliſchen frey, gedachtes Gericht ganslich
26 a Vorbericht von der Koformanion iberbampr.
fand, feinen Geift aufgegeben. Solches⸗ den n. . Auguft angehen ſolte md — da⸗
Unglück ſoll auch einige feiner Nachkommen! zu die Städte Mantua, Ferrara, Bonnonis _
betroffen haben. _ Nahme man die Aug⸗ en, Placens und Trident vor. Der Koͤnig
fpurgifchen Confeßions⸗Verwandten zuſam⸗ Ferdinand und die paͤbſtiſche Stande verz
men, ſo war ihre Anjahl gewis — ange⸗ langten hierauf, daß das Concilium zu Re⸗
en Ä | genſpurg; oder zu Coͤln gehalten werde; im
Fall aber dieſes nicht angehen wolte, leſſen
Auf dem —— zu Speyer, ſie ſich Trident gefallen. Die Evangeli⸗
— der 1542 gehalten wurde, raͤumte ſchen proteſtirten wieder dis Coneilium und
der König Ferdinand wegen der groffen Türz| fiunden dem Pabſt die Macht, ſolches zu be⸗
cken⸗Gefahr den Evangeliſchen vieles ein. In rufen, nicht zu; fondern hielten dafur, es mu⸗
‚den Meceß wurde ihre Proteſtation wieder ſte dieſes vom Ränfer geſchehen. Die vers
das Concilium eingeruͤcket und Der friedliche fprochene Unterſuchung und beffere Einrich⸗
- Anftand auf fünf Fahre, von Ende des in-| tung des Cammer Gerichts, wurde. aber-
fiehenden Türcfen-Zugs an zurechnen, ver⸗ mals verſchoben, da denn die Evangelifche
jaͤngert. Die Proceſſe des Sammer-Öe- wieder alle Handlungen deſſelbigen und wie⸗ |
richts in Religions und andernbisher ſtrit⸗ der den Beytrag dazu proteftivet. Churz
tigen. Sachen wären einzuftellen ; die Viſi⸗ Sachfen, und der Landgraf zu Heſſen nah⸗
tation und Verbeſſerung deffelbigen aber zul men dem Hertzog Henrich zu Braunfchweig
verichieben; Die jedoch gewis vor ſich gehen] fein Land tveg, weil er mit den Feindſeligkei⸗
ſolte und wo fie unterbliebe, ftünde den Evrlten gegen die Stadt Goslar fortfuhr. FR
SEX 9 a
auszufchlagen und fie waren nicht gehalten.) Zu eben dieier Zeit erhub fich der.
etwas zu deſſen Unterhaltung beyzutragen. Streit wegen des Bisthums zu u
Ze wurde ihnen in einer Erläuterung, Naumburg und deffen Befegung.
die fie noch bekommen, verſprochen und bey⸗ vorigen Jahr war der Biſchoff lb *
gefuͤget, daß die Achts⸗Erklaͤrung der Stadt ftorben, und das Capitul hatte ohne Vor⸗
Goslar ſuſpendiret und dem Hertzog Hen⸗ wiſſen des Churfuͤrſtens zu Sachſen, Juli⸗
rich von Braunſchweig verboten ſeyn ſolte, um Pflugen, Domherrn zu Mäyns, Meiſ⸗
feindlich wieder felbige zu verfahren. Die fen und Naumburg und Probſt zu Zeitz ein⸗
Schmalkaldiſche Binds⸗ Verwandten ſtel⸗ ſtimmig an deſſen Stelle erwehlet, welches
ten auch einen Receß wegen der unter ihnen derſelbe auch angenommen. Weil er aber
auf dieſem Reichstag gepflogenen Handlun⸗ der evangeliſchen Lehre, Die man in dielem
‚gen und machten fich anheiſchig, die Neforz| Bisthum bereits eingeführer hatte, entgegen
mation des Cammer⸗Gerichts gemeinſchaft⸗ war, ſo wiederſatzte fich der Churfürft diefer
lich zu befordern, dergeftait, daß alle alte Wahl undberief den VTicolaum von Ams⸗
Beyſitzer deffelbigen moͤgten abgeſchaffet dorf zum Biſchof, den auch Lutherus einwey⸗
werden; zugleich aber legten ſie einige Strei⸗ hete nachdem vorher die Theologen zu Wit⸗
tigkeiten bey die unter den Bunds⸗Verwand⸗ tenberg desfals waren zu Rath gezogen wor⸗
ten entſtanden waren. Auf eben dieſem den. Das Reformations⸗ Wert ſelbſt
Reichstag verſprach der paͤbſtiſche Nuntus ‚blieb Damals nicht ohne Segen. Denn
Aebann Moronus, Daß das Eoneilium. der Fortgang und das Wachsthum —
ii
— TR Sachfen lies zu Wurtzen eine Kir⸗ Lande weggenomm
Cap: I Don dem fernern Fortgang der Reformarion 27
‚gieng noch immer fort. Der Chur⸗ Sachſen und der Landgraf zu Heffen Deffen
Gen ivs ‚£ande ı n hatten, fo it die Re⸗
een-Diftarion anftellen, nachdem er mit, formation angejtelet und dazu D. Pommer
Dem Herzog Morigen einen Vergleich getrof⸗ von Wittenberg gebraucht worden, welcher
fen. Die Stadt Negenfpurg bekannte fich ‚denn. Septemb angeliiche
"auch in dieſem Jahr öffentlich zum Evange⸗ |digt daſelbſt gehalten hat. Der Bifchoff
den.2. Septembr. die erite evangelifche Pre⸗
io. Der erfte evangelifche Prediger daſelbſt dieſer Stadt verflagte jr var bey Dem
war Eraſmus Zollner; es ift aber auch) Cammer-Bericht und wuͤrckte firenge Be
hernach D. Hieronymus Nopus von ABitz] fehle aus, - Eraft deren man alles wieder in
‚tenberg dabin berufen worden. Der Pfaltz⸗ den vorigen Standifegen und von.aller Neues
Graf Otto Henrich zu Neuburg war ſchon rung Funftig abftehen folte, bey Strafe der
einige Fahr der evangelifchen Lehre geneigt) Acht; welches iedoch ohne Wuͤrckung ge-
geweſen. Mit der öffentlichen Bekanntnis|fehahe. Vielmehr wurde in dem folgenden
zuderfelbigen hatte er bis daher angejtanden, Jahr diefe Stadt in den Schmalkaldiſchen
permuthlich in der Hofnung, daß eine allge | Bund aufgenommen. Aus Ftalien haben
meine Berbefferung; oder eine Verglei⸗ Die Brüder der Kirche zu Venedig, Vicent
chung folte zu Stand kommen. Doch da und Trevigo, wie fie fich nannten,ein Schrei
dieſe nicht erfolgte, nahm. er nunmehro aus! ben an Lutherum gefchicht und Darinnen eine
Trieb feines Gewiſſens die Reformation vor | Begierde nach der reinen Lehre eine Stand-
und lies ein Edict- an feine Unterthanen, vorz | haftigfeit unterder Verfolgung und eine Chr⸗
N | nemlich an die Pfarrer ausgehen, in welchem | erbietung gegen Lutherum begeuger : auch
mn, wie ich vorher gemeldet habe, Ehurz
er Diefen befahl, kuͤnftig von aller Lehre, die den Sacramentir⸗Streit beklaget.
in heiſiger Schrift nicht gegruͤndet, abzuſte //·5. xXIIJI.
ben und hingegen zu lehren, was Chriftus]| Im Jahr 1543 gieng alles verwirrt
and die Apoftel gelehret, auch) den Zuhörern | untereinander und esfahe mitden Co +”.
‚mit einem: exemplariſchen Wandel vorzu⸗ angeliſchen nicht. zum Beſten aus; doc
uchten. In dem folgenden Jahr lies die⸗ machte der gute GOTT auch Damals alles
— fer. Pfaltzgraf eine Kicchen-Drdnung ausge gut und bezeigte, daß er fich feiner Sache
ben und wurde: in den Schmalkaldiſchen annehme. Zu Nuͤrnberg wurde ein Reichs⸗
Bund aufgenommen. In der Stadt Mes, |tag gehalten; aber wegen der groffen Unei⸗
welche Damals nocheine Neichs-Stadt war, nigkeit wenig erfpriesliches auf Demfelbigen
bat ein und anderer Dominicaner- Dönc)| ausgerichtet. Die Evangeliſchen uͤberga⸗
und nachgehends Wilhelm Sarell,ein Fran⸗ ben dem König Ferdinand’ und den Kaͤhſer⸗
808, das Evangelium zu predigen angefan⸗ lichen Geſandten eine Schrift, in welcher ſie
gen. Es wurden zwar Die evangelifche ſich abermals uber das Cammer-Bericht ber
Predigten inder Stadtverboten ; jedoch vor | fehtverten und um deffen beffere Einrichtung.
Der Stadt unter groffem Zulauf des Volcks baten. Den Abfehied, den man machte,
artgeſetzet. Zu Hildesheim war man ſchon nahmen fie nicht an und befchloffen noch uns .
lange nach dem Evangelio begierig geweſen; ter fich, den Cammer-Proceffen und Achter!
man hatte fich aber. vor Herzog Henrichen Erklaͤrungen gemeinfchaftlichen Wieder
zu Braunfehiveig gefürchtet. Nachdem |tand zu thun: an den Kaͤhſer Gefandte zu
Kain: das Braunſchweigiſche zu behal⸗
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238 0. Vorbericht von dev, Reformation uͤberhaupt.
ten und re
ten und das übrige auf einem Convent zu Ulrich zu Wuͤrtenberg gieng mit Eslingen ge⸗
überlegen, welcher zu Schmalkalden gehal- |waltthatig umund wolte Eeinen Beytrag zum
ten wurde, - An den Käyfer gefehahe eine | Braunfehweigifihen Krieg thum, ob. er wohl
Geſandtſchaft, welche die vielen Beſchwer⸗ Hertzog Henrichen in einem Schreiben-an
den, fo die Evangeliſchen von 1530 an. erlit- den Landgrafen heslich abgemalet hatte. Un
«ten, vorftellen und fich dabey über das Cam⸗ ter den Bunds⸗ Verwandten war Feine rech⸗
mer⸗Gericht beklagen mufte, darauf fie in te Einigkeit. Bald lies man ſich mit einem-
der Antwort unter andern zu vernehmen hat⸗ Argwohn einnehmen: bald. fieng man an,
te, e8 folte das befagte Cammer⸗Gericht ver- furchtſam zu werden : bald war man unber
beffert werden; - nur Fünne das nicht ohne ſtaͤndig. Den Hersog Moritz wolte man
vorheraegangene Unterſuchung gefchehen. |gerne dahin bewegen, daß er in den Schmal-
Die Bunds-Rerwandten Eamen hierauf |Faldifchen Bund trete; man Fonnte es aber
in Franckfurt zuſammen und wurden einig, |nicht dahin bringen. Vielmehr fuchte fich
daß fie. zu der vorfenenden Viſitation des diefer Herr, bey dem Käyfer beliebt zum
Cammmer⸗Gerichts Gefandten ſchicken wol⸗ ben. Doch ſo gefahrlich auch, manches
0 ie Solhe Bifitation wurde zwar im |fehienes fo Eonnte gleichwol das Wachs⸗
October angefangen’; da aber die pabftifche thum der evangelifchen Wahrheit nicht auf⸗
| guf alle Weiſe fuchten, das Vorhaben der |gehalten; oder gehindert werden, - GDtz
Evangeliſchen wegen Berbefferung desCamz |te8 Weisheit und Guͤte machte es beſſer,
mier⸗Gerichts zu hintertreiben, und auf das [als man wohl dachte. Er gab zu dem Pflan⸗
nicht geſehen wurde, fo fie von den Mängeln | ben und Begieſſen Lutheri und feiner Mitar⸗
und Derbrechen der Beyfiserdiefes Gerichts | beiter am Wort ein veichliches Gedeyen, ſo
angemerEet, und bey Diefen und andern Um⸗ daß die Reformation an verfchiedenen Dre
ftanden ein Streit über den andern entſtun⸗ ten vorgenommen; „oder fortgeſetzet und ber
de, ſo zerſchlug Diele gantze Handlung und ſtaͤtiget worden. Hertzog Moris in Sach⸗
die Sache blieb in ihrem alten Stand. ſen lies eine loͤbliche Verordnung zum be⸗
re 65.XV.. 9 Fftender Kirchen und Schulen ausgehen, welz
Das ſchiene vor Die Evangeliſchen che unter andern in ſich hielte, daß die Pre⸗
BB was bedenckliches und gefährliches diger ihr Amt,mit allem Fleis verwalten:
zu ſeyn. Es zeigte ſich gar deutlich, Daß man | Das Evangelium rein lehren: fromm leben:
es mit ihnen nicht redlich meyne und bisher |die Sunden ftrafen folten und. daß von den
nur gefücht, fie mit. leeren Derfprechungen | Einkünften der Stiften, Klöfter und geiſtli⸗
einer Cammer⸗Gerichts⸗Reformation abzu⸗ | hen Güter die drey Fürften-Schulen, wel⸗
fpeifen ; hingegen auf allerhand: Mittel, ih⸗ che zu Meiffen, Grimma und in der forte
nen zufchaden und Abbruch zu thun, bedacht ;bey Naumburg find, anzulegen waͤren. Der
geroefen. Dazu Eamen noch andere Umz | Churfürft und Ertzbiſchoff Hermann zu Coͤln
ftande, die ebenfals vor. fie: ‚nicht zum: bez | hat in feinem Lande eine Kicchens Werbeffez
fien ausfahen. Dasjenige, fo Dem Hersog rung angeftellet und fic Dabey des Raths
zu Juͤlich begegnete, thatder Neligions-Sa- "Bucevi und Melanchrbonis bedienet; mit
che einen groſſen Schaden, indem er bereit denen aber Lutherus nicht zufrieden war,
war, in den Schmalkaldiſchen Bund zu tre⸗ weil fie bey dieſer Reformation alzu leiſe gez
sen und fein Sand zu reformiren. Hertzog treten. Es wolte der Churfuͤrſt —
— ne ns — — Ceremo⸗
Ce nr Zi Pr * — a ieder Thal Eichen por. er deuten Fonnte.
wöchte, ſamt der Stiften Würde, Frehheit, Es bies in Demfelbigen: weil wegen der
Vorzug und allen Rechten erhalten. Das! Kriegs-Gefchäfte von dem Zwieſpalt in der
| folte ein — einer glimpflichen Refor⸗ Religion nicht habe koͤnnen gehandelt wer⸗
mation: feyn. Was ‚eine folche vorfichtige| den, fo folte folches noch in diefem Jahr auf
Gelindigkeit genuͤtzet, hat der Ausgang ge⸗ einem andern Reichstag geſchehen. Der
en: Mit mehrerm Ernſt grief mandas| Kaͤyſer wolte von frommen und gelehrten
Aberek in der gefuͤrſteten Graffehaft Hen⸗ Leuten eine: Reformations⸗Formel aufjegen
:bergan. Der alte Graf Wilhelm zu laffen und die Fuͤrſten ſolten dergleichen thun,
Henneberg war ein eifriger Papiſt und der damit ſodann ein gemeinſamer Schlus koͤn⸗
ebangeliſchen Lehre ſehr zuwieder. Doch ne gemacht werden, wie man ſich bis auf ein
lies er ſich Durch feinen Srb-Demngen Georg| Concilium zu verhalten habe. Die Par
Ernften auf andere Gedancken bringen: und | piften und Proteftanten hätten inzwiſchen
dahin nn feine Einwilligung zu geben, friedlich untereinander zu leben, und wegen:
daß in: feinen Landen eine Reformation gez der Neligions-Strittigfeiten Feine Unruhe:
ſchahe. Hiezu wurde D. Johann Sör- anzufangen: auch beyderſeits ihre Kirchen⸗
ſter von Wittenberg berufen welcher in die⸗ Güter zu behalten und etwoas davon auf die
fem Jahr die erſte evangeliſche Predigt in) Prediger, Schulen und Arme zu verwenden.
Schleußingen hielte. Das Jahr darauf, Die SammerKichter folten noch drey Jahr
nemlich 1544 erfolgte die Reformation felbft! bey ihrem Amt bleiben und nachgehendsanz
und. der Fuͤrſt Georg Ernſt bekannte fi dere angenommen werden, ohne daß man
öffentlich zu der evangelifchen Religion. Im dabey auf den Unterfeheid der Religion ſehen
Voigtland und beſonders in dem Schlaizi⸗ wuͤrde. Der Augſpurgiſche Abſchied: die
ſchen und Lobenſteiniſchen ſtelte man noch⸗ der Religion wegen wieder die Proteſtanten
mals eine Viſitation an und brachte das angefangene Proceſſe und die Achts⸗Erklaͤ⸗
Kirchen⸗Weſen in einen noch beſſern Stand. rung der Staͤdte Goslar und Minden ſolten
Denn ob man wohl vorher ſchon reformiret ſuſpendirt bleiben. In ſolchem Abſchied be⸗
hatte; ſo waren doch manche aberglaͤubiſche fande fich nun verfchiedenes, welches vor die
Dinge abzuthun und Die “Prediger führten Evangeliſche vortheilhaftig zu ſeyn fchiene,
zum theil Feinen guten IBandel, Dem⸗ Doch waren fie nicht vollig damit zufrieden
nach war man bemuͤhet, dieſen Mängeln ab⸗ und legten wieder ein und andern Buncteine
— Proteſtation vor ſich und alle, die kuͤnftig zu
ihnen treten wurden, ein, darinnen fie auf der
Mn Kommen wir zum Fahr 1,44, fo | Negenfpurgifchen Declaration beftunden,
544 haben wir vornemlich des Reichs⸗ Sie wurden von einer Zeit jur andern ver⸗
tags zu gedencken, welcher zu Speer gehal⸗ wieſen und Eonntenzu dem fo oft gefuchten
ten worden. Es gieng aufdemfelbigen nicht | Frieden nicht gelangen. : Wohin dieſes ab⸗
anders, als wie den vorigen her und Der Aus⸗ |ziele und was Die Sache endlich vor einen
gang war eben fo, wie bey Dielen, beichaffen, Ausgang geroinnen durfte, fahen fie wohl ein.
- nemlich daß man ihn ſchlos, ohne was Gegenwaͤrtig bezeugten ſich der Kaͤyſer und
fruchtbarliches ausgemacht zu haben. Den der König Ferdinand gegen fie gelinde, roeil:
Abſchied lies der Kaͤyſer ſo — daß ein es die politiſchen Umſtaͤnde ſo mit a brach⸗
d3 ten,
%
tem Abſchied auch nicht zuf
Kaͤhſer ein groß Misfallen Darüber ju erken-
Ts panberichr von Ber Reformation Iberbaupe, 7
ten. Die Bapilten waren mit mehr gedach⸗ Stifte famt den Einkünften vor fich; das -
sieden. » Der) Kirchen Ißefen aber trug er dem Fürften,
Pabſt ſelbſt gab in einem Schreiben an den | Georgen von Anhalt, unter dem Titul eines
nen. Er meynte, man hätte den Proteſtan⸗ | Das Fam der fernern Ausbreitung der evans
ten zu viel eingeraumer, indem man ihnen |gelifchen Lehre wohl zu ſtatten. Der ge⸗
bewilliget, von Religions⸗Sachen zu urthei⸗ dachte Fuͤrſt trug vieles bey. GOtt hatte
len und dem Cammer⸗Gericht beyzuſitzen; da | ihm beſondere Gaben mitgetheilet. Er war
ſie doch Ketzer waͤren. Er beſchwerte ſich, nicht nur gelehrt; ſondern auch fromm, wel⸗
daß man von einem Concilio geredet, ohne ches feine Schriften und Handlungen zur
feiner, als des Pabſts zu gedencken, dem Gnuͤge bezeugen. : Zu Rotenburg an der
gleichwol nach göttlichen und menfchlichen Tauber waren viele Rathsherrn und Buͤr⸗
Geſetzen und nach dem Beyfall von fo viel ger ſchon alle der Aßahrheit des Evangelii
hundert Jahren das hüchfte Necht, Concilien beygethan. Verſchiedenes hatte bisher im
zu berufen und zu verordnen, was ‚der Kir⸗ Weg geitanden, daß die Neformation nicht
che heilfam fey, zukomme. Es Fame dem konnte vorgenommen werden. Nunmehro
Kaͤhſer nicht zu, wegen der Kirchen »Güter, geſchahe fie und GOtt gab dem Rath ſo viel
wie fie anʒuwenden waͤren, einen Ausſpruch Muth, daß er.der groffen Gefahr ohngeach⸗
za thun, Dergleichen ebenfals in dem Abfchied | tet, Das Vorhaben mit vieler Klugheit und
geſchehen waͤre. Sonſt hat der Churfuͤrſt Muth ausfuͤhrte. Es nahmen nicht nur
Hermann zu Coͤln auf dieſem Reichstag die die Buͤrger; ſondern auch die Kloſter⸗Per⸗
Nothwendigkeit der Reformation mit vieler ſonen beyderley Geſchlechts die evangelifche
Freymuͤthigkeit vorgeſtellet und geſagt, es Lehre willig und freudig an. Nachdem der
läge nicht nur den Geiſtlichen; fondern auch | gedachte Churfuͤrſt Hermann zu Eoͤln eine
den Weltlichen ob, daß fie reformirten, und Reformation angeftellet hatte, wie vorher.
fie verſuͤndigten fich beyderfeits, wenn fiedie|erzählee worden, fo Hat ſich das Eapitel, die
Verbeſſerung der Lehre und des Lebensnur !Univerfitat und geſamte Elerifey mit allen:
eine Stunde anftehen Keffen. Die Tuͤr⸗ | Kraften twiederfeget und das angefangene.
cken⸗Steuer, als welche damals angefeger | Werck zu hindern getrachter: aud) an den‘
war, Fünne man nicht mit gutem Gewiſſen Pabſt und den Kayfer, als oberften Adv⸗⸗
- fordern, wo man ihnen nicht zur reinen Leh⸗ |caten Der Kirchen, adpellirt; Dadurch ſich
ve verhelfe. Man ſolte eine gemeine Sa⸗ iedoch der Churfuͤrſt nicht abſchrecken lies;
zzung machen, daß in Entftehung der ‘Bis ſondern vielmehr ihre Appellation verwarf
schöffe ieglicher Herr fein Land veformire, und frey heraus fagte, wo man davon nicht
Br RM ea: abſtehen wuͤrde, wolte er doch fortfahren, zu
2 Das Evangelium hatte auch in thun, wag zur Ehre GOttes und zum Be⸗
154% diefem Jahr einen gefegneten Fort ſten Der Kirche dienlic) fey. Er arımde ſich
gang. Nach dem Tode des Bifchoffs zu | unter andern auch auf den Regenſpurgiſchen
Merfeburg, Siegismund von Lindenau, kam | Abfchied, vermöge deſſen er zu einer Kirchen⸗
dieſes Bisthum auf den Hertzog Auguſt von Derbeflerung verbunden fey. Der Biſchoff
Gachfen, der hernach Churfuͤrſt worden. zu Münfter, Osnabruͤck und Minden, Graf
Er bebielte die welfliche Regierung Des! Frans von Waldeck, war der evangel ſchen
Me a N Lehre
Adminiſtratoris in geiſtlchen Sachen, auf.
N —
*
Cap. Don dem fernern Fortgang der Reformation.
Lehre beygethan und bemuͤhete ſich, ſelbige |fugten, daß wenn eine Vergleichung geſche⸗
in beſagten Städten einzuführen und eine hen folte, jo muͤſten die Biſchoͤffe die wahre:
Reformation anzuftellen, danach auch viele Lehre und den rechten Gebrauch der heiligen‘
ein fehnliches Berlangen hatten; die Dom⸗ |Sacramenten annehmen und man wäre er
herrn aber wiederfagten fich nach allem Ders boͤtig, ihnen als Vorſtehern der Kirchen zu
mögen, dasfie hatten. & Hildesheim verz [gehorchen. Damit wolten fie den Befchiwes
langte der Bifchoff, den Gottesdienſt wieder ——
nach der alten Weiſe zu halten; wiewohl die Evangeliſchen nur nach ihren Ehren und
vergeblich. Denn die Hildesheimer begeg⸗ Guͤtern trachteten. Doch da man beſorg⸗
neten ihm nachdrucklich: hielten ihm feine |te, es moͤgte folches gemisbraucht werden, [0 _
eigne fo wohl; als der Domherrn und Prez |hat man Diefes Bedencken auf dem Reichs⸗
diger Unwiſſenheit und Laſter vor. In Pom⸗ tag nicht herfuͤrgebracht. Martin Buce⸗
mern wurden die Evangeliſchen von einer rus ſatzte dergleichen quch zu zweyenmalen
a Beſchwerung befreyet, indem der auf; er fande aber Feinen Beyfall damit.
Biſchoff zu Camin, Erasmus Mannteuffel; |Lnter den Papiften hat der Biſchoff von”
der fich der Reformation immer heftig wie⸗ Hildesheim ein Bedencken verfertiget und
derfeget, ftarb. Solches Bisthum wurde |darinnen 39. Artikel angemercket, welche
D-Bugenhagen aufgetragen; ernahmaber die Proteſtanten, nach der uͤbergegebenen
iges ni AAMugſpurgiſchen Eonfeßion, ſollen gelehret
ſelbiges nicht an.
oder angefochten haben.
unm Jahr 1545: gehört vornemlich
dasjenige, was auf dem Neichstag |
u Worms vorgegangen if. Gstwurdeder-
—— SAN. ce
Auf dieſem Wormſer Reichstag —
Worms | | felbft bediente man fich eben derje⸗ "#" —
felbige das Fahr vorher auf dem Reichs⸗ nigen Sprache, die man bisher gebraucht,
tag zu Speyer befehloffen und dabey belie⸗ Daß weil der Neligions- Punct eine lange
bet, daß immittelft gelehrte und fromme Leu⸗ Berathfehlagung brauche, fo folte er bis auf. -
‚te ein Bedencken von Ehriftlicher Vereini⸗ |eine andere Zeit ausgeſetzet bleiben. ‘Die
gung und Reformation auffesen folten. | Papiften fuhren fort, auf allerhand Mittel
Solches gefchahe von den Wittenbergiſchen zu denken, wie die Augſpurgiſchen Confeſ⸗
Theologen auf Befehl des Churfuͤrſtens zu ſions⸗Verwandte moͤgten unterdruͤcket wers⸗
Sachſen, welche dafuͤr hielten, zu einer wah⸗ den. Doch lieſſen diefe den Muth nicht ſin⸗
ren Reformation und Regierung der Kirche cken und bezeugten vielmehr ihre Stand⸗
Ldhrxiſti gehöre die wahre und reine Lehre, die haftigkeit. Weil Der Käyfer noch nicht ans
GoOit ‚feiner Kirche geoffenbaret, ertheilet gekommen war, that der Koͤnig Ferdinand
und zuverfundigenbefohlen : der rechte Ges |den Vortrag und-handelte darinnen vom
brauch der Saeramenten: die Erhaltung | Frieden mit Frankreich, von dem Concilio
des Predigtamts, des Evangeli und Gehorz und von der Hilfe wieder den Türcken ; we⸗
ſams gegen die Kirchen-Diener: die Erhal⸗ | gender Neligionaber fagre er hinzu, der Kaͤh⸗
uung ehrlicher und chriftlicher Kirchen⸗Zucht: ſer halte dafür, man habe Diefen Punct ande
In die Erhaltung dee Studien und Schulen zuſetzen und weil das Concilium nechſtens
und die leibliche Verſorgung derjenigen, die ſeinen Anfang nehmen folte; fen der Fortgang
in nwoͤthigen Aemtern ſtehen, und hoch bey Ineffelbigen abzumarten und wo Diefer er
u erfolge,
32? __ Voiberiebe von der Reformation uberbaup. ——
- erfolge, fofolte ein neuer Neichstagzu Diefer tag, Dasfehienevor Die Evangelifchegange
Handlung beftimmet werden. Das- war-| gut zufeyn und gleichwohl entdeckte der Rays
das Tridentinifche Eoneilium, welches der fer Dem pabftlichen Legaten etwas von fei-
Pabſt ſchon 1542. ausgefchrieben, nachdem nem geheimen Vorhaben, wieder die, Pros:
es zu Mantua und Vicentz nicht hatte an⸗ teſtanten die Waffen zu ergreifen,: welches
gehen wollen. Die Proteſtanten waren dieſe auch vorher fahen und wohl wuſten daß
ſo einfaͤltig nicht, daß fie, Die Abſichten, die wenn das Tridentiniſche Concilium wuͤrde
man dabeh hatte, nicht hatten eintehen ſollen. vor ſich gehen, fie einen. Krieg zu beſorgen hats.
Sie baten Daher, den Artikel des Friedens⸗ ten, indem fie nicht nur davon aus Engelland.
Standes weiter und ferner zu erläutern,daz| und andern Orten Nachricht bekamen; fon-
mit fie wuͤßten ob der. Frieden-Stand, der dern diefes auch felbft aus verfchiedenen Um⸗
bis auf das Concilium hatte gehen follen, ſtaͤnden fehlieffen Eonnten.. Bey den Hands.
nun aufgehoben feyn ſolte; oder nicht? denn lungen, die fie auf dieſem Neichstag unter
fie.erfennten weder Den Pabſt; noch ein ſol⸗ ſich anftelten, beliebten fieauch, daß fie durch
ches Concilium für Richter ihrer Confeßion, geſchickte Männer die Urſachen wolten auf⸗
maſſen aus dem Ausſchreiben und bisherigen ſetzen laſſen, warum ſie das Tridentiniſche
Verfolgungen gnugſam abzunehmen, was fie} Concilium vor Fein allgemeines und chriſtli⸗
bon ihm zu erwarten hatten. - Sie wolten ches Eoncilium erkennen koͤnnten. Inzwi⸗
ſich ehe in Feine Handlung, befonders wegen! jchen nahm felbiges den 13 Decembr. ſeinen
der Huͤlfe wieder die Tuͤrcken, einlaſſen, bis| Anfang. ET
der Punct wegen des Friedens-Stand aus⸗ —
gemacht, als welcher in dem Speyeriſchen
Abſchied auf ein allgemeines chriſtliches Con⸗
eilium erſtrecket waͤre dafuͤr man das Tri⸗
dentiniſche keinesweges anzufehen habe. E⸗
—— fe PER NA,
Waͤhrenden Reichstag zu Worms“
arbeitete man an einer neuen Alliantz 7.
wiſchen den Proteftanten, weil der Schn
Faldifche Bundfeine Beſchwerden hatte und
ben das ſtelten fie wieder zu verſchiedenen unter den Bunds⸗Verwandten manche Un⸗
malen vor nachdem der Kaͤhſer zu Worms einigkeiten entftunden. Der Landgraf zu
angekommen war. Diefes machte, dabim) Heilen fehlug eine Triple⸗Alliantz vor, wel⸗
{ 3 gt
- Keichs-Abfchiede ein anderer Reichstag und | che wiſchen ihn, Chutfachfen und Herbog
War zu Regeuſpurg angefeset toirrde, Da die | Moris dergeſt alt ſolte gefehloffen werben, daß.
Ständein Perfon erſcheinen; oder ihre Ge⸗ man kuͤnftig nicht noͤthig habe, ſich um Die
ſandten mit gnugſamer Vollmacht verſehen uͤbrigen "Bunde = Genoſſen zu bekuͤmmern.
ſolten. Vorher ſolte noch ein Colloquium von Solcher Vorſchlag gefiel dem Churfuͤrſten
behberſeits Theologen gehalten werden, wel⸗ nicht, und es war) in der That eine weile
che zu Regenſpurg zuſammen Fommen, und Borfehung GOttes, daß er nicht zu Stan -
ſich von den frittigen Puncten freundlich |de kam. Der Ausgang wieſe Diefes Deutz
untetreden mögten, worauf auf dem Reichs⸗ lich. Der Künig in Engelland wolte fich
tag Nachricht von deſſen Ausgang zu er⸗ aufs neue mit den Evangeliſchen in. einen
ſiatten. Dev Käpfer beftätigte inzwiſchen Bund, einlaſſen; der Churfürft aber lies
den Band» Frieden und alle bisherige, Sried- fich Dazu nicht beivegen. Er hielte dieſen go⸗
ſtonde und Abfchiede, und continuirte das nig vor einen Feind der evangelifchen Lehre,
Sanamer⸗ Gericht bis zum Eünftigen either der nichts bey der Neformarion gerhan;.
| | | Las als
\
7
Eeap. Don dem Kortgang eformation. 33
alsdaß er fich pam Haupt der Kirchen aufz ‚Cr ſchrieb an feine Svan und begehrte, daß
— Bank er Doch nicht berufen ſey: fie auch don Wittenberg tveggehen folke, in-
indeffen vechsichaffene Chriften ‚verfolge, ‚Dem er ı nicht willens ware, wieder zurůck
fehandkich lebe und in allen Dingen nur ſein uu kommen. Als dieſes bekannt wurde,
Sntreffe ſuche Eben das that auch der Koͤ⸗ ſchrieb die Univerſitaͤt Wittenberg an den
nigin Franckreich und begehrte, mit den Pro⸗ Churfuͤrſten und bat, auf Mittel zu denen,
teftanten ein Buͤndnis zu fehlieffen. “Das wie etwa Zutherus wieder zuruͤck zu bringen
veranlafte wieder eine Gefandrfhaft; die ie⸗ ſey. Sie wolle ſelbſt welche an ihn abſchi⸗
Doch zu weiter nichts diente; „als daß man cken und verſprechen laſfen nach allem Ver⸗
neue Proben von der Fransöfifthen Argli⸗ mögen dasjenige abyuftellen, was ihn etwa
ftigkeit und Falſchheit bekam ımd bey dieſer misfalle. Im Schlus entfchuldigte fie fich,
Gelegenheit manches von Dem bevorfichen- daß fie ſo ungeſchickt ſchreibe: ihr Kummer
— —
den Religions⸗Krieg erfuhr. ſey ſo gros, Daß fie ihn mie Worten nicht
re * — genug ausdrucken koͤnne. Hierauf batder
SEHR 200.000 [Ehurfurit feinen Leib⸗Medicum, D. War: ·
us Ä thias Raenbergern, nebft einem gar gnaͤ⸗
Isa. „ya eben dieſem Jahr hat Luthe digen Schreiben an Zutherum nach Zeisge
> seinen mercflichen Stos anfeiner nike ; m ren
| Vſchicket und ihn zu fich nad) Torgau beru⸗
Gefimdheit erlitten und hatangefangen, ſehr fen, von dar aber ſt er wiernoht nicht ger,
fehtonch zu werden, * indern er mit ÜbErAE yioder mach Mistenbers zurick gefehret.
heftigen Kopf⸗Schmertzen geplagt wurde: nt ae etteudete ale.
das Geſicht an einem Auge faft gang einbůß⸗ $, XXL N
ex gefchtonttene Fuͤſſe befam und oͤfter am _ | | —
Stein vieles eiden muſte. Dazu Fam) Dem fernern Fortgang der evan⸗ —
maanche Gemuͤths⸗ Unruhe. Cr war mit geliſchen Lehre ſuchte man zu dieſer a
‚ Melanchehong nicht zufrieden, weil er, us Zeit mancherlen Sindernift zumachen, Das
wmal in dem Sacrament-Streit, aljugelinde erfuhr der Churfuͤrſt Hermann zu Col.
gienge. Ueber die Furiften zu Wittenberg | Die von ihm ‚vorgenommene Reformation |
chen Recht ie heimlichen Verloͤbniſſe vor auf Reichstage zu Worms der Dom⸗
recht und guͤltig hielten. Sonderlich gieng herrn Zippellation an und befahl ihnen, wies |
=) —— ſtolze Kleider⸗Tracht, den der Die evangelifthe Untertdanen Gewalt ia
die Weibs⸗ yerfonen zu Wittenberg trieben, | gebrauchen, mit der Verſicherung, Das Ca
u Herzen. Diefe und andere Dinge brach⸗ pitel und die Cleriſey wieder alle Steuerungen
en ihn zu dem Emſchlus, nunmehro von des Churfuͤrſtens zu ſchuͤtten. Der Chur
Wittenberg tweggugehen und die kurze Zeit, fuͤrſt appeiliste Hingegen an ein freyhes chriſt⸗
die er noch zu leben hatte, anderswo zuzu⸗ liches, allgemeines; oder National⸗Conci⸗
bringen. Anfangs hegab er ſich zu Ernſt lium; oder Verſammlung der Reichsſtaͤnde
von Schönfeld nach Loͤbnitz· hernach nach! In den Niederlanden wurden wieder Die
Leipʒig zu einem Kaufmann: Denn nach Evangeliſchen harte Derfolgungen unge
Merſeburg zu Fürft Georg von Anhalt und nommen, mdem man die fehärfften Ediere
endlich nach Zeiß zu Biſchoff Amsdorfer.| gegen felbige erneuerte und prikege, Ein
Lutheri Schriften 17. Theil, ee: ER.
— —
a 0 Vonbenichtipendeneformation überhaupt,
gewiſſer Frangos, welcher von Gtnsburg eben dieſem Convent beliebte Schrift gegen
nad) Dornick gekommen und daſelbſt heim⸗ das Tridentinifche Concilium wurde von
lich gelehret hatte, wurde an einem gelinden Melanchthone in lateiniſcher Sprache auf⸗
Feuer, damit die Marter deſto groͤſſer wer⸗ geſetzet und nachgehends ins deucſche gebracht
de, verbrannt. Die Waldenſer muſten in und etlichemal gedruckt. Unter andern find
Languedoe eine ſchwere Verfolgung ausſte⸗ darinnen folgende Urſachen angefuͤhret, war⸗
ben und wurden auf Das grauſamſte hinge⸗ um Die Evangeliſchen beſagtes Coneilium
richtet. Die Ungavifchen Bifchöffe lieſſen |nicht vor ein freyes und hriftliches Concilium
ein Ediet auf dem Landtag zu Presburg aus⸗ | halten koͤnnten: weil der Pabſt Richter feyn
gehen, Darinnen ſie auf die Derftellung der |wolte, als Der ihre Lehre bisher verdammt.
alten Religion drungen und alle Ketzer ausjund verfolget habe: tweildie zu Trident ver⸗
dem Königreich geſchaft wiſſen wolten. ſammlete fich ſchon zum voraus vernehmen
—— aaagſſen daß fie keine Irrthuͤmer haͤtten; an⸗
ie
ll Er nn hdere hingegen in Ketzerey ftäcken und weil ſi
Tun» SljEeine Frepheit hatten, nutein Haar breiten.
Der zu Worms beliebte Reichs⸗ der pabftiichen Lehre abzugeben; auch. das.
549. tag wurde 146 gehalten.» Ehe das Urtheil nicht nach. der Richtſchnur des goͤtt⸗
geſchahe, kamen die Evangeliſchen zu Franck⸗ lichen Worts; ſondern der alten Traditio⸗
ſurt zuſammen und berathſchlagten ſich wer ſolte gefället werden ſo erhelle ja daraus
gen Verlaͤngerung des Schmalkaldiſchen deutlich, daß ein ſolches Conciſium kein frey⸗
Bunds, der in dieſem Jahr zu Eude gieng: es und chriſtliches Concilium ſey. Diem
wegen der Unkoſten des Braunſchweigiſchen fuͤgte man noch bey, Daß. auch der, Ort des
Feldzugs: wegen des. anzuftellenden Reli⸗ Concilii nicht ficher vor. die. Evangeliſchen
gions-Öefprächs:, twegen einer Necufätions- | wäre. In einer anderndergleichen FA |
Schrift wider Das Tridentinsiche Concitium | welche zu Sranckfurt geſtellet worden hat
und wegen Des Benftands, den man Chur⸗ man unter andern Diefe Urſachen angeführet,
Eoln le den woſte Diefeg Churfürfteng we⸗ warum die Eoangelifchen nicht ſchuldig mar
gen wurde belieber, Geſandte an den Kayfer zu ren, Das Trident iniſche Concilim. zu, beſu⸗
fthieken, Daß ſie vor ihn bitten, moͤgten wel⸗ chen: weile der Pabſt ausgefehrieben, der
des zwar gefchahe ; fie wurckten aber nichts hie zu Fein Mecht habe: weil die Eban⸗
erfpriesliches vor.ihn aus. Dem Kaͤhſer geliſchen unter ihm nicht. ftunden; . weil
Batte man beygebracht, als wäre auf diefem)es nicht an. einem gelegenen Det in
Eotivent beichlaffen worden wieder ihn einen | Dentfthland angeſtellet · weil es weder
Krieg anzufangen, welches Gelegenheit gab, ein allgemeines; noch.ein freyes; noch ein
daß der Landgraf zu Heſſen zum Kayferreist chriftliches Concilium ſey. Es fen nicht au⸗
Re und fich nebft den andern Bunds⸗ Derz | gemein, indem alle weltliche Perfonen davon,
wandten entfchuldigte, daß ſie nichts wieder |ausgefchloffen wuͤrden: nicht frey, allermaſ⸗
den Kaͤhſer zu Franckfurt gehandelt hätten ſen der Pabſt, der die Evangeliſche verdam⸗
auch mi infcfen es, ti weimeht.das Ce met und verfieet, einen Nkchrer abachen
txuͤcht gegangen fen, als wenn der. Käpfer die wolle: nicht cheiftlich, man nicht
Broteftanten zu befriegen, voillens ware; ſo die heilige Schrift, zur. I anneh⸗
fie doch nicht glauben woſten. Dis auf me; noch einigen Itrthum fahren zu afen,
=
Tieren 5
ensfey. Sn Anfehung der Perfonen, Meichstags-PVorteag befehwertefich derKäne
ie ſolche Berfammlung ausmachen, wurde fer, daß das Religions⸗Geſpraͤch unterbrochen
erinne daß es ungefehickte, Bu oa und worden, und begehrte, daß man fich daruͤber
li — waͤren. 66 als wegeniarichtung des Cammer⸗
HERE. IE * GERN Gerichtsund wegen FortfesungdegT Tuͤrcken⸗
—66 —
RN Ar f ne Wormſer Reichstag be⸗
— ſchloſſene Geſpraͤch wurde war zu!
ah A Regenſpurg angefangen; aber gar
ad unterbrochen und das Fonnte nicht an⸗
ar
+2
1
gleich T Trennungen und Uneinigkeit unter den
Geſandten. Die. paͤbſtiſchen verlangten
vom Kaͤyſer, das Tridentinifche Concilium
zu a — —
— bewegen, Daß ſie ſelbiges beſuchten u
9*— Sa I EN NE ihm unterwuͤrffen; dieſe hingegen wolten ei⸗
Die Behr: don der Nechtferfigung por fic) und | NEN beftändigen Frieden und ein anderes.
blieben ‚auch Dabey fiehen. Cs Fam ein) Coneilium, als welches in Deutjchland mi.
= fiches Schreiben, welches finder Zwei fe gehalten werden. Denn das Trivdentiz
BR He Susgervingfet hatte, umdd Durch |; niſche ie) nicht # ar MN Den
Dgert Die inde fo.gebunden, bakfie cher) ” —
sthiger Haan Regenfpurg abzweifen.|
x ie fruchtloſe Ausgang des Colloquii] Wie aber auf diofen era —
babnte vollends den Weg zu dem dergebli⸗ vor die epangelſthe Sache nichts 14
hen Diet tag ZU DGEn BLLgum Dem date fruchtbarliches Ausgerichtet wurde, *
auf folgenden“ teligio isio s⸗Krieg, deſſen Feuer brach es Aus, was die Feinde der?
lange in ei q an Bein hatte. Die eb bisher im ‚Sinti gehabt und voran
Bunde Berwandten hatten ihren Gefand- fie’ geanbeitet. Man machte munmehrozum
u "XKIV,.
Id
RETR Di
en, welche Ma dem gedachten Reichstag Krieg wieder Die Cvangeliſchen Anftalt. Der
aöichirften, inter andern befohlen, fie folten | Küpfer-iebins einen Bund mit dein Pabſt
tt) befthiveren, n, daß man auf dem Worm⸗ wieder die Lucheraner in Deutſchland und
{er Neichetag ioieder Hille Rermuthen den diejenigen, fo wieder, die Trideneinifehe Ver
zu Rede —9* BR geftelten Receß md def |fammlung proteftivet hatten. Gegen
. jarEı — habe auslegen wollen als | protejtivende Staͤdte fies er die Erklärung
wenn Fein Stand it der? Religion etwas ar |ihun, Daß folche Waffen nicht wieder fie,
dern doͤrfte, ind daher Ko Chur Coͤln/ ondern wieder die. Nebellen wurden ge⸗
Regen Jung, Um und andere, have Bahr brauche werden. Sie folten ihm. nur treu
Me ergangen waren. Solte man Gewalt bleiben und den MWiedriggeftnnten nicht bey,
‚brauchen und das Decret dehen. Damit gieng das Abſehen, o man
mie Zunehung auslaͤndiſcher Hhülffe vollziezsey i den Waffen, hatte, vornemlich auf den
hen wollen, fo falten fie proteftiven, Daß ſie Shurfüriten zu S Sachfen und auf den Lande
vor GOtt und ‚der Welt wolten entſchuldi⸗ — u Heften. Co bald jener von Dies
getfeun, indem fie bereitwären, alle stm Frie⸗ ſen Dingen Rachticht bekam ſchrieb ex feiz
den dienliche Nittel enzunehmen. In dem me Sejandten iu Keaenfpirg: er ne
| a Kr 1
—— ‚Kriegs | berathichlagen mögte. Hier gab eßs
fen. — —— nicht ver mr — — ee] |
wahre Urſach deffelbigen fen die Neliginn; |tett;; durch fein Gebet 1 anche Gefahr abe
Er wolle die Sache GOtt befehlen, Durch gervendet, entr en wurde. & enn es sel
deflen Gnade gedaͤc e er bey Feine GoOtt, den theuern Mann den 18. Febr. d
Wort und dereinmal erkannten Wahr:
ſes Fahın, als er fich eben zu Eist eben. SE
bei, bis in feine Grube zu bleiben und fande don diefer ARelr -abzufordern, Damit
darüber Leib, Leben und alles Dermöz| er nach feiner vielen und graffen Arbeit der -
gen su laffen.. Das waren feine Worte, Ruhe genieffen und feine Augen den Jam⸗
die er mit einflieſſen lieſſe. Daraus leuch⸗ mer des Religions⸗Kriegs nicht ſehen moͤg⸗
tete eine befondere Grosmuth und Stand⸗ ten. » Doch forbetridt es auch vor menſchli⸗
haftigkeit herfuͤr und dieſe hatte ihven Grund] chen Anger ausfahes fo bezeugte gleichwuot |
ſowohl in der Veberzeugung von der Gerech⸗ GOTTallezeit, daß er ein treuer GO
— — Bas EEE
tigkeit feiner Sache und feiner eigenen Linz] fey:: Der; ‚Segen: der Reformen Ra
ſchuld; als auch in dem veften Vertrauen, nicht auf, ſo fehr fich auch Die Feinde des
Das er auf GOtt und deffen weiſe Vorfe Evangelii mit aller ihrer Macht Liſt und
hung ſatzte. Hiernechſt befahl er feinen Ger] Gewalt entgegen fasten. Der Churfuͤrſt
fandten, fie folten in der Stille abreifen und] zu Pfaltz Friedrich IL. hatte nn
fich ihrer. Sicherheit wegen wohl fuͤrſehen. eine Meigung gegen die evangeliſche W
So wurde auch von Chur⸗Sachſen und dem heit verſpuͤhren Jaffen und 1 in einem &
Landgrafen in einer, Schrift ausgefuͤhret dict exlanbet, die Meffe in deutſcher Spra⸗
daß te Feines fträflichen Ungehorfams koͤnn⸗ che zu halten und an den Canonem nicht ger"
ten uͤberwieſen werden; es ſey denn daß; bunden zu ſeyn; fondern auszulaffen, was
man dieſes dafür auslegen wolte, daß ſie von wieder das Gewiſſen laufe. · In dieſem
der reinen Lehre des Evangeliinicht koͤnnten / Jahr befannte er fich zum Evangelio umd
abſtehen; noch felbige dem Urtheil des Pabſts nahm eine Reformation vor. Eben das ge⸗
— defſen partheyiſchen — ſchahe auch zu Leutkirch, Seiner Stadt in!
{ a Schwaben. GOtt lies zwar die Aßaffen
wieder die Soängelifchen: ergreifend. er hatte) -
aber feine: weife und heilige Urſa che: dazu.
Du wirſts hernach erfahren, hieb es queh
hier. Auf das Ungewitter ſolate ein ſchoͤner
und angenehmer T Tag; ein ‚herrlicher Reli⸗
gions⸗Friede. Damit führte GOtt die,
feinigen zwar in die Truͤbſal; er führte fie
aber auch wieder heraus. Sie wurden in
— 2. ſolchen Unntaͤnden ſahe es
va "micden bangen gefährlich aus
and ihr Zuftand war betrübt, da ihnen auf
der einen Seite Das Elend eines jaͤmmerli⸗
chen Religions⸗Kriegs bevorſtunde; auf
der andern aber Lutherus der Das Evan⸗ ira Glauben gefkarcket nd Eonnten aus:
gelium mit fo reichem Segen twieder ver-| : |
kuͤndiget: allegeit, freuen Rath ertheiker: an⸗ — jagen; GOit iſt um bleen
un a der ARD geſtarcet und jueiner Be
a ——
# Una Ben dm Suse s ranen, nnd Den. a
3% wi uw iR: ä — ——
—
Bi: fe Behefäge: dan Akute — felbige bücher: waͤre: fe das Wed: denn
*
| Gnadenwahl, find zwar in den alten] wird. Das Woͤrtlein das gieng auf den
22 Seiten von nen Ketzern und fichtbaren Leib Chriſti, der Damals folte ges.
rrigen Lehrern vorgetragen und. ausgebrei⸗ creuziget werden, und auf Diefen habe Chri⸗
et worden; die Secte aber, die ihnen: in der ftus gleichſam mit. Fingern — als er
— beygethan find, if nen. Sie ſelbiges ausgefprochen habe. Nebſt dem
iſt; zur Zeifder Reformation entfkande. Die ſſchrieb er um eben dieſe Zeit. einen a⸗⸗
eufte Gelegenheit dazu gab der befannte An⸗ zum von dem graͤulichen abgoͤttiſchen
dreas Rudolph Bodenſtein, von ſeinem Wisbrauchdes Sacraments IEſu Chris
8 erland Carlſtadt genannt. Zu der ſti und ſtelte darinnen feine Meynung vom
Zeit; da fich Lutherus auf der Wartburg Abendmal abermals por. Er führte faſt
. befande, fieng er zu Wittenberg allerhand] ale diejenige Grunde an, deren ſich die Nez
euerungen an... Ex ſchafte die Ohren⸗ formirten zu bedienen pflegen, wenn ſie wie⸗
beichteab:" warf‘ die Bilder aus den Kirchen] der-die wuͤrckliche Gegenwart des Leibes und
md. gab das heilige Abendmal den Commu⸗ Blutes Chriſti im Abendmal ftreiten, nem⸗
nicanten in die Haͤnde. Das geſchahe im lich Daß das Fleiſch nichts nuͤtz ſey: daß
Saheıao. Lutherus gieng Deswegen. von /Chriſtus droben im Himmel ware und da
er Wartburg nach Wittenberg: hielt verz] bliebe, bis ex zum Gericht Eomme: daß ſein
Hiebenehredigten hintereinander und brach⸗ Leib weder nach dem ne der. Erhöhung; 4
ie unter goͤttlichem Beyſtand alles wieder in noch nach dem Stand: er Erniedrigung im
Ruhe. Dartiber faßte Carlſtadt eine n heim⸗ Abendmal ſeyn koͤnne und daß die zwey Saã⸗
lichen Wiederwillen wieder Lutherum: gieng be: das'tjt mem Leib, und: in oder
von Wittenberg weg und begab ſich nach| unter dem Brod ift der 62 ib, von einans
Orlamuͤnde; von dar aber nach Straͤsburg der sank unterſchieden wären, Nachdem
und Baſel. Er fieng an und zwar ssazfei-| Cariſtadt mir dieſem Irrthum war herfuͤr⸗
nien Irrthum durch Schriften befannt.zu| gekommen, fies YDoffgang Srancifci®
— wndem heiligen bendmal und: von der Diefer Leib iſt der, welcher vor euch gegeben -
machen und andere Damit einzunehmen.xSein! Tapito, ebenfals 1521 fein Sudieum vondie
Tractat vondem wiedercheiftlichen Mis⸗ ‚fer Sah⸗ ausgehen und erklaͤrte ſich dahin):
brauch des HErrn Bred und Kelchs daß es bey dem Abendmal nur auf die Erin⸗
trat Damals an das Licht. In demſelbigen nerung des Lihes und Bluts u an⸗
harte er feine Meynung von dem Verſtand Fame,
ES en, — der⸗
e3 — —
. allerhand Gruͤnde an, warum der wefentli-
. che Leib Chriſti im Abendmal nicht gegen?
waͤrtig fern koͤnne. Geiner Einbildung nach,
. heit, Daß Chriſti Leib und, Blut im Abend⸗
IN
Chriſti Leib zur Zeit, da das Abendmal ein⸗
.
Cap. I Don den erſtern Religions Bewegungen
— pDofnung, er muerde fih völlig einee keffm
In dem folgenden Zahrasas fuhr |befinnen und in Ruhe bey dev Wahtheit
>” Carlftadt fort, feine irrige Meynung (bleiben. Nie vergeblich felbige gervefen,
vom Abendmal auszubreiten. .. Er gab eine hat der Ausgang gewieſen. An dieStras- -
Auslegung der Worte Coriſti das iſt burger en ee
mein Leib, heraus, und. brachte Darinnen Schrift, ſich für dev. Schwermerey D.
Carlſtadts vom Sacramene, Bilder und
Taufe fürzufeben, anfoefeget..
RT JJ
Doch dasjenige, was bis dahe
| Carlſtadt vorgenommen, hatte ſo ?°" -
gejetet worden oerſt hatte follen dahin gege⸗ viel mıcht auf fich, als das, fo, nunmehro in
ben werden, und. Daß er,alle,die ihn empfin⸗ der Schweiß, befonders durch ltichäwing«
sen; lebendig machen müfte,wie es denn auch lium geſchahe. Nachdem Bernb. Samz.
abfcheufich waͤre, daß die Gläubigen. Chri⸗ fon in der. Schweiß einen. unverſchaͤmten
ſti Leib, durch ihr eſſen wieder zerreiſſen ſol⸗ Ablas⸗Krahm getrieben hatte, bemuͤhete ſich
ten: Daobeo lies ers nicht bewenden. Es gedachter Srwinglius nebſt einigen andern,
erſchien von ihm eine andere Schrift. Sie die evangeliſche Lehre wieder heuzuftellen,
führte den. Titul: ob man. mit heiliger und man brachte es dahin, daß die Bilder:
Schrift beweiſen Eönne, daß Chriſtus im und Die Winckelmeſſen abgeſchaffet wurden.»
Sacrament ſey. Hier war er bemuͤhet, die Lutherus ſtunde mit feinen Buͤchern bey den
Grumde umuſtoſſen damit man die Wahr⸗ Schweitzern in einem Anſehen. Doch wie
end⸗e Carlſtadt mit ſeiner Meynung vom Sacra⸗
mal wuͤrcklich gegenwaͤrtig it, unterſtuͤtzet ment unter ihnen. bekannt wurde, ſo kam
und andern abermals weiszumachen. , daß auch Zwinglius mit feiner Lehre herfuͤr. Zu.
fein: Irrthum gegruͤndet ſey. Inzwiſchen Ende des Jahrs 1524 machte er den Anfangs
r ’ F
ſolte dieſer Gegenwart entgegen ftehen, daß
ar er durch ſeine Ausſchweifungen und und ſchrieb an Matthaͤum Alberum, Pre⸗
Neuerungen in Noth und Gefahr gerathen.
Er ſchmechelte ſich hey Luthero wieder ein,
um durch ibn des Churfuͤrſtens Gnade zu
>
digern zu. Reutlingen, einen. Brief, in wel⸗
chem er ihn dahin zu bewegen fürchte, daß er
‚on feine Meynung vom Abendmal annehmen:
erlangen und da er. ihm ein Buͤchlein zu⸗ und ihm auch in den Ceremonien dieſes Ga⸗
ſhickte, darinnen er ſich wegen Beſchuldi⸗ eraments nachfolgen moͤgte Im Jahr
gung: des Bauern⸗Aufruhrs vertheidigte, gab er einen commentarium de vera et falla
machte Lutherus eine VBorrede dafür, Eben religione heraus und ſchrieb darinnen, die.
Carlſtadt feine Lehre will geachtet ha⸗
kannt, daß er die Lehre vom Abendmal bis⸗
das that er auch bey der Erklaͤrung, wie Sacramenten haͤtten keine Kraft, die Ge⸗
wiſſen zu befrehen: die Tauffe ſey keine Rei⸗
nigung; die Privat Beihte, Die dem Pre⸗
| nal bis⸗ diger geſchehe, ſey ungegrundet; infonderheit
ber. ohne hinlaͤnglichen Grund angefochten aber heſtunde er auf die geiſtliche Genieſſung
hatte, und dabey verlanget, daß ſie Lutherus des Abendmals und verwarf die wurckliche
mit einer Vorrede ans Licht fellen, müste, |&egenmart Deo Lades und Blutes Cheitt
welches guch geſchahe. Damit machte er in demſelbigen. Dasjenige DR
RR Sn N Schrift,
ben. In derſelbigen hatte Carlſtadt ber
| — nee FB vom en IT in — Sab⸗ Je ſabſ von derjenigen nicht
handelt —————— ins deutſche uͤherſetzt ſu nterſchieden war, Die Zwinglius gemacht
und beſonders unter dem Titul: Huldrichs harte. Er gab fein Bud) degenuina expo-
. Zwoinge s Meynungvon dem Nach al, fitione verborum can® heraus: und behau⸗
en In der Sache felbft war ee mit ptete darinnen daß die Kirchen⸗Waͤter keine
Carlſtadten einig, daß er ebenfals ‚meinte, wuͤrckliche Gegenwart des Leibes Chriſti
Ehriſin deib und Blut wäre n beym Abend⸗ geglaubet und daß bey dieſem Saerament
mal nicht weſentlich gegenwärtig; in der nichts vorkomme, welches uͤber unſere Ver⸗
Art und Weiſe hingeren, Die Einfesungs- nunft gehe, Die Schmäbifchen Brediger,
a een erklaͤren nahm er was befonders | darunter Erhard Schnepfiusund Johann
v behauptete, daß in denfelbigen das Brentius die vornehmften waren, festen
Port ift ſo viel ſey als bedeucer. Bey ihm eine Schrift, Gyngramma genaunt, ent⸗
der vorher angeführten‘ Schrift Yies er esigegen und Theobald Billicanus ſchrieb ei⸗
Nicht bewenden; ſondern ſtelte vielmehr in ne epiftolam ad Vrbanum Regium de ver-
eben n Jahr ſubſidiun de euchariftia | bis ccens et opinionum varietate ‘gegen die
ans Licht und wolte in demſelbigen den Punct Meinungen des Carlſtadts Zwinglii und
vom Abendmal noch weiter ausführen, weil Deeolarapadii und vor die wahre Lehre, der⸗
er glaubte ugs ſey dieſes in der vorigen gleichen auch Regius in einer lateiniſchen
Schrift nicht hinlaͤnglich geſchehen und da⸗ Antwort uf Ei Brief gethan. —
her fuͤhrte er rioch allerhand Gruͤnde vor ſei/ &V. De
ne Meinung an. Es wiederſprach ihm ori Zu Anfang des Jahrs 1586 —— a *
ann Bugenhagen und lies einen gewiſſen Lucherus einen Brief an die zu Ruut⸗⸗
Brief, lateiniſch und deutſch, wieder hn dru⸗ lingen und bezeugte in Demfelbigen unter an⸗
cken/ dagegen ſich Zwinglius in refponfio-|dern feinen Eifer auch wieder diejenigen, wel⸗
ne ad —— en m vertheidigen che laͤugnen, daß im Sacrament der wahre
maus” BE NS eeib und das wahre Blut Chriſti ſey; nenn⸗
er „VI, 2 ea — nicht mit Namen. In⸗
— — kam — Oecolam⸗ deſſen fuhr dieſer fort, in Schriften feine ir⸗
2 ee fünft Hausſchein genannt. !vige Lehre weiter auszubreiten. Er ſtelte
Po Prediger zu Bafel und wie die Re⸗ die deutſche inſtusnem vom heiligen
ſormatlon angieng, erkannte er den Ungrund| Abendmal ans Licht und Yies Darauf ire-
des Pabſtthums, und ſtunde in einem Brief⸗ ſponſi onem ad Billicani et Regii epiftolas
wvechſel mit Luthero. Anfänglich. lehrte er drucken als welche beyde, wie ich angefuͤh⸗
vom Abendmal richtig; wie ‚aber Zwinglius ret habe, vorher wieder ihn geſchrieben hat⸗
von der Wahrheit abtrat, fiel er ihm in folten. So ſuchte ſieh auch Oecolampadius
weit bey, daß er anfieng, bieder die wiirekie| wileder feine Gegner zu vertheidigen indem
che Gegenwart des Leibes und Bluts Ehri-fer nicht nur eine refponfionem ad Rilliea-
im Abendmal zu predigen, wiewohl er Dielnum;;, fondern auch das anti-Tyngrammaz
Einſetzungs⸗Worte etwas anders, als Zwing⸗ oder die Wiederlegung des vorhergedachten
fins, erflären wolte und meinte, es fey Durch |Iyngrammatis der Schwäbifehen Theologen
den Leib Chrifti ein Zeichen und Abbildung verfertigte und weil ee kurtz vorher einen
Br zu verſtehen; welche Erälarung ierj Sermen de —— euchariſtiæ eve :
"hatte,
TER Kehigiong: Bewegungen ”
' hatte; wurde er nebſt Der jest angefühuten bey daß Eheiftt Leib und Blut im Abend-
“ refponfione ad Billicanum bengefügee und mal nicht wuͤrcklich zugegen wäre: daß nur
alſo alles zufammen unter dem Titul: apo- eine geijtliche Genieflung gefchehe und die
logetica, ans Licht geftellet. Dem Dilibal: Umvnrdigenden Leib Ehriftigar nicht genoͤſ⸗
do Pirckhaimero, der einerefponfionem de fen. Cr uͤberſatzte nebft dem Bugenba-
‚vera carne Chrifti ad Jo. Oscolampadium |gens Commentarium isber den alter ing -
drucken laſſen, faste er refponfionem de eu- deutſche und Lutheri Poſtille ins lateiniſche
chariftia ad Pirckhaimerum enfgegen, und und lies die Schmeißerifche Lehre hie und
als das erwehnte ſyngramma von Johann da einflieſſen, woruder fi) Bugenhagen in
Agricola ins deutſche war uͤberſchet und einer Oration, quod ipfius non fit opinio illa
verantworten und edirte Die billige Ant
Prediger gefchrieben und ihnen angeratyen,
“ Decolampadiummicht zu wiederlegen. Hier⸗
F
von Luthero mit einer Vorrede verſehen wor⸗ de euchariftia, que in pfalterio translate
den, wolte er fich auch in deutſcher Sprache |legitur, und Lucherus in einem Brief be⸗
ſchwerten. Unter den Oberländern waren,
wort auf D. Lutheri Bericht des Sacra⸗ viele, Die es mit hielten. Doch machten
ments halben und erlicher Prediger in| Diejenigen, Die bey der Wahrheit blieben den
Schwaben Schrift. In der gedachten |gröften Theil aus. Bon Luthero Fam ein
. Borrede zu Dem deuffchen Syngrammate|Sermon von dem Sacrament- des Leis
} —
hatte Lutherus Zwinglium zuerſt genennet. bes und Blutes Cchriſti wieder. die
Dieſer gab eine epiſtolam ad amicum non | Schwärmgeifter heraus, von welchem Jo⸗
vulgarem heraus und wiederholte dasjenige, hann Landsberg in einem deutfchen Buch,
was er in den vorhergegangenen Schriften das er an die Univerſitaͤt Wittenberg gerich⸗
vorgebracht hatte; nicht lange darnach aber tet, behauptete, Daß er mit demjenigen, den
iedoch ohne deffen Wiſſen, gedruckt wurde,
Fam von ihm eindeutfcher Briefan die Stadt er 1524 davon herausgegeben, nicht ubereins
Eflingen zum Vorſchein, als welche er auch ſtimmte. Denn in diefem glaubte er eine
zu gewinnen ſucheee. geiſtliche: in jenem aber eine leibliche Ge⸗
VI nieffung. Als darauf Feine Antwort erfolg⸗
— te, hat er in einem andern Buch die muͤndu⸗
‚1526, fande auch auffer der Schweiß hie che Genieffunggang und gar vekworffen und
und da Beyfall, befonders in den fogenannz Iwiederlegen wollen. Zu Landau war ein
ten Dberlanden, dasift, in Schwaben, Briß⸗ Prediger, Tobenn Baderus, weicher in
gau Elſaß und den Ober⸗Rheiniſchen Herr \einer Schrift meynte, man folte die Fraser
ſchaften, in Denen verfchiedene Lehrer zu er⸗ ob Ehriftus im Sacrament leiblich; oder
kennen gaben, dab ſie davon wenigftensnicht |geiftlich „senoffen werde ? liegen laſſen und
abgeneigt waren, _ Der vornehmite Darunz blos auf den Nutzen dieſes Sacraments
ter war Martinus Bucerus, der zu Stras⸗ ſehen. | J
burg lehrte. Er hatte an die Schwaͤbiſche
Die irrige Lehre vom Abendmal
5. VE, ar
Lutherus hatte bisher nichtunter> _....
laſſen den Sacramentirern mind PT
lich und ſchriftlich zu wiederſprechen und. die
Wahrheit gegen ſie zu vertheidigen. Dar⸗
“gab Bucerus 1526 eine Apoldgie heraus und um wolte Zwinglius die Haͤnde auch nicht
auf antwortete Brentius, und da der Brief,
© pflicßtete darinnen Zioingli-Meynung voͤlig in den Schoos Tagen, Ex edistenger feine
c€
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exege=
At
N 7
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UM
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exegefin amieam; oder expoſit onem ne- fe und ausgemachte Lehreangenommen, daß
gorii euchariftici. Cie war zwar Luthero Chriſtus in dem heiligen Abendmalnicht leib⸗
felbft zugefehrieben; aber auch zugleich wie⸗ lich gegenwärtig ſey. Hertzog Friedrich von
der ihn gerichtet. Schon im vorigen Jahr Lignis und Brieg lies fic) von Schwenck⸗
hatte er gefchet, feine Lehre zu Nürnberg |feldten und Crautwaldten einnehmen und
einzuführen und deswegen an Andream O⸗ |billigte nebft einigen Predigern die Mey⸗
Fanderund andere Brediger Daelftgefchrier nung, da Die Eifetungs- Worte f zu ver
ben, Als ex da Fein Gehoͤr fande und viel-|ftchen: mein Leib ift ein rechtes Seelen
mehr den Zivinglianern in oͤffentlichen Pre⸗ nehrendes Brodt Auf feinen Befehl wur⸗
digten wiederfprochen wurde, ſchickte erısa7| de eine Confeßion vom Abendmal verferti⸗
einen andern Brief an Oftander, der ſehr get und darinnen behauptet, daß die Teibliche
heftig abgefaffet war welchen Diefer mit eie|Öegentvart Chrifti im. heiligen Abendmnar
ner lateinifchen Antwort Drucken lies, tie) mit der Schrift, Natur und. Cigenfchaft des’
er denn auch dem vorhergedachten Sermon goͤttlichen Worts mit Chrifti Neich und:
Lutheri vom Sacrament einen andern ent⸗ Prieſterthum, GOttes Herrlichkeit, Einfe-
gegen faßte.. u eben dieſem Zah fteite|sung des Abendmals und. der apoftolifchen
Burherus feine vortrefliche Schrift, daß Kirchen⸗Ordnung ſtritte. Solche Liegnitzi⸗
die Worte, das iſt mein Leib, noch ver ſche Schrift lies zwinglius zu Zuͤrch drucken
ſte ſtehen, Das erſtemal ans Licht und wie⸗ und weil Lutherus ſich fo wohl durch ſelbi⸗
derfegtein derfelbigen den Fexchum der. Sa⸗ oe als auch zu Bern gehaltene Difputarion
eramentiver aufs gruͤndlichſte. Solche wol⸗ |senöthiger fahe, Die Wahrheit zu vertheidi⸗
te Svoingline nicht unbeantwortet laffen und gen, fo that er Diefesin der Bekaͤnntniß vom
beforderte Daher-eine andere Schrift indeutz| Avendmal, welche nachgehends zum Unterz-
feher Sprache unter dem Titul: daß die ſcheid feiner -Ießten Befanntnis: die groſſe
Worte Chriſti noch ibren alten einzigen |Lonfegion genennet worden.) Sie befteö
Verſtand behalten zum Druck, in wel⸗ het aus drey Theile: In dem erften ber’
cher er ſonderlich Die beyden Puncte abger | antwortet er-alles, was die Gegner eingewen⸗
handelt ».0b Chriſti menſchliche Natur wer det: im andern ſetzet er alle Sprüche der
gen ihres Sitzens zur Nechten GOttes an Schrift, ſo vom Abendmal handeln, jum'
einen Ort in Himmel gebunden fey? und: Grund: erklaͤtet und rettet fie wieder die
od CHriſti Fleiſch zur Seligkeit nuͤtz ſey? Verdrehungen, und im Dritten thut er ſein
So wolte auch Gecolampadius nicht zu⸗ Bekaͤnntniß fo wohl vom Abendmal;ale
ruͤck bleiben. Lutherus hatte in der gleich! auch von denArtickelndes apoſtoliſchen Sym⸗
vorher angezogenen Schrift fein Vorgeben boliund andern Glaubens⸗Puncten. Die⸗
von den Einſezungs⸗Worten wiederleget ſe Confeßion lies Zwinglius nicht unbeane
und damit er ſich gegen ihn vertheidigen moͤg⸗ wortet; ſondern gab in eben dieſem Jahr
te, Fam er mit einer Schrift herfür und nenn⸗ eine Antwort auf dieſelbige heraus; Luthe⸗
te ſie fecundam iuftam et zquam relponfio- rus aber hielte nicht vor nöthig, etwas dar⸗
"zvoifehen den Lucheranern und Reformirten, —
v
nem ad M Tuiherum. wieder zu ſchreiben. Decolampadius edir⸗
Ur SEM 0220.02 2 elanch eine Antwort in lateiniſcher Shra -
ET Zu Bern wurde eine Difputation |hervieder Butherum. "Dreneiusfteltefeine
- 2 gehalten und dabey als eine gewiſ⸗ Erklaͤrung uͤber den Evangeliften Johannem
atheri Schriften m Thennnn. 6
ee Cop. Ser Glen Aalgiom — ae.
ang Ehe in welcher er bey dem fechften Car las viele Stellen aus dem Auguftino, F
pitel Zwinglium und Oecolampadium aufs daß die Sacramenten nur Zeichen wären,
neue wiederleget hatte. Buẽcerus gab in die etwas bedeuteten. Lutherus wiederleg⸗
der Vorrede uͤber den Propheren Zephania te alles nachdrůcklich; der Gegentheil aber
und in einem Brief vor, Die gantze Contro⸗ blieb bey feiner Meynung und wolte fichnicht
vers ſey ein. Wort⸗Streit und Die uneini⸗ weiſen laſſen. Als der Landgraf. fahe, daß
gen Partheyen koͤnnten leicht mit einander ‚in der Lehre vom Abendmal Feine Verglei⸗
— werden. chung zu treffen ſey, fo bemuͤhete er ſich, doch
eine bruͤderliche Einigkeit zu ſtiften. Die
Schweitzer waren dazu bereit. Luthero
kam die Sache fremd vor, weil er meinte, ſo
lang man in der Lehre ni einig ſey, Fünne
man einander nicht als Brüder anfehen.
Inʒwiſchen wurden einige Artickel aufgefeget,
darinnen ſich Zwinglius und Decolampadius
zu Lutheri Meynung bekannten. - Cs war
ven ihrer vierzehn und Lutherus hatte fiecntr
worffen. Nach Wiederholung des apoſto⸗
liſchen Glaubens⸗Bekaͤnntnis war unter an⸗
dern darinnen enthalten, daß die Erbſuͤnde
eine Suͤnde ſey, die alle Menſchen verdam⸗
me, wo Chriſtus nicht helfe: daß der heili⸗
ge Geift niemand ordentlichden Glauben ge⸗
be ohne das muͤndliche Wort und daß er
durch und mit dem Wort wuͤrcke: Daß die.
Taufe Fein bloffes Zeichen fen; fondern ein
Werck GOttes, dadurch der Glaube gefoͤr⸗
J
Nach gehaltenen Reichstag zu
* 29. eh und ubergebenen Proteſta⸗
tion richteten die Proteſtanten ein Religions⸗
< Bündnis auf; trugen aber Bedencfen, die
in der Lehre vom Abendmal itriggefinnte
darein aufzunehmen. Der Landgraf Phi⸗
Uipp von Heſſen wolte den Bund ſo gros ha⸗
ben; als er immer werden koͤnnte und da⸗
mit auch Diejenigen, welche in der Lehre vom
Abendmal von der evangelifchen Wahrheit
abgewichen waren, als Glaubens⸗Bruͤder
mit in den Bund moͤgten aufgenommen wer:
den, fo füchte er zwiſchen den Lutheranern und
Ztoinglianern eine Vereinigung zu ftiften.
Zu dem Ende wurde 1529 das bekannte Col
oquium zu Marpurg gehalten. Ron Wit⸗
tenberg kamen dahin Lutherus, Jonas und
Melanchthon: aus der Schrei Zwing⸗
lius und Becolampgdins : von Stras⸗ dert werde und daß die Beicht nüglich fey,
burg Bucerus und Hedio: von Nuͤrnberg |abfonderlic) wegen der Abſolution. Von
VOſiander: von Halle in Schwaben Bren⸗ dem heiligen Abendmal wurden in dem vier⸗
tius und von Augfpurg Stephanus Agriz zehnden Artickel Die paͤbſtiſchen Irrthuͤmer
cola. Das eigentliche Geſpraͤch gieng den von demſelbigen verworfen, und ob wohl we⸗
2. October an. Lutherus, Melanchthon, gen der Gegenwart Chriſti im Sacrament
———— und Oecolampadius ſaſſen an ei⸗ kein Vergleich zu treffen geweſen; ſo ſolte
ner Tafel. Lutherus ſchrieb die Worte: doch ein Theil dem andern alle chriſtliche die⸗
das iſt mein Letb, vor ſich auf die Tafel. be erweiſen, fo weit dieſes mit gutem Gewiſ⸗
Oecolampadius hielte ſich ſonderlich an das ſen geſchehen koͤnne. Von dem Ausgang
ſechſte Capitel Johannis von der geiſtlichen dieſer Unterredung hat eine iede Parthey eis
Genieſſung Chriſti und an die Worte: das nen vortheilhaften Bericht vor ſich ertheilet.
Fleiſch iſt kein nuͤtze. Er meinte, weil Auf Seiten der Lutheraner meldete Juſtus
Chriſti Leib im Himmel fen, fo koͤnne er nicht Jonas, der Landgraf habe aufmerckſam zu⸗
ugleich auf Erden im Sacrament ſeyn, und gehoͤret und geſaget; ex wolte ietzo
en
—zwoifchen den: —— und Neformieten, ——
einfältigen Worten Chrifi glauben; da ſich zu derfelben auch die drey andere
den ſcharfen MienfchenzBedancken. | ı Städte, Memmingen, Coſtnitz und Lindau
Die Reformirten hingegen gaben vor, der bekannten, fo iſt fie daher conkeſſio tetrapo-
—— habe ſich nach der Zeit vernehmen litana genennet worden. Caſpar Hedio hat
laſſen, er und ſein Theologus Lambertus ſie im Nahmen der Staͤdte dem Kaͤyſer uͤ⸗
haͤtten aus dieſem Colloquio die wahre dehre bergeben· man konnte aber nicht erlangen,
vom Abendmal erkannt. Lutherus hat von daß ſie, wie die Saͤchſiſche, oͤffentlich verleſen
feinen Marpurgiſchen Verrichtungen eine wurde, Sie faßt drey und zwantzig Arti⸗
Erzehlung gemacht und unter andern gedacht, ckel in fich und handelt von dem göttlichen
Die Schweißer wären in der Lehrevom Sa⸗ Wort, von der heiligen Dreyeinigkeit und
eramenf wohl gewichen, wenn fie nicht ge⸗ dem Geheimnis der Menfchwerdung Chri⸗
1 meſſenen Befehl von ihren Bruͤdern gehabt ſti: von der Rechtfertigung und dem Glau⸗
‚hätten. | ben: von den guten Wercken, die aus dem
“ * Ss. X Glauben durch die Liebe herflieffen, wernfie
— 5 gIm Jahr 1530 wurde der be⸗ zuzuſchreiben und wie noͤthig ſie ſeyn: von
lan Reichstag zu Augſpurg ger ‚den P Pflichten eines -Chriften: vom Gebet
halten und von den Evangefifchen Das Glau⸗ jund Faſten: von Den Geboten der ‘Falten,
bens-Bekänntnisubergeben, In demzel nz ‚und daß ſie die Gewiſſen nicht verbinden =
den Artikel deſſelbigen hatteman vom Abend⸗ ‚von der Wahl der Speifen: vom Verdienſt,
mal gelehret, daß der wahre Leib und Blur fo in Gebeten und Foſten nicht zu ſuchen:
Chriſti wahrhaftiglich unter dev Geſtalt von der Anruffung GOTTES allein Durch
‚des Brodts und Weins im Abendmal, Chriſtum; vom Moͤnchs⸗Weſen: von der
gegenwärtig fey und da ausgetbeiler und Pflicht, Wuͤrde und Gewalt der Geiſtli⸗
genommen werde, und dabey Die gegenfeiz chen in der Kirche: von Menſchen⸗Satzun⸗
tige Lehre verivorffen. Das sieng auf die gen: von der Kirche: von den Sacramenten:
J Zwinglianer; oder Reformirte. Eben die⸗ von der Taufe: vom heiligen Abendmal,von
ſer Artickel fund im Weg, warum auf ger Der Privat⸗Meſſe: von der Beichte: von
dachtem Reichstag einige Städte, nemlich Geſaͤngen und Kirchen + Gebeten: von den
Strasburg, Memmingen; Coftnig und Linz Bildern und von der Obrigkeit. Unter dies
dau, der Augſpurgiſchen Eonfeßion nicht fen Artickeln iſt derjenige welcher vom Abend⸗
fehlechterdings ſich unterfchreiben wolten, in⸗ ‚mal handelt, a SOSE und er
dem fie von der Meynung des Zwinglii we⸗ Fan jo wohl Lutheriſch; als Zwingliſch ver⸗
- gen des Abendmals nicht abgeneigt waren. |ftanden werden, Das hatte Bucerus
Als fich Daher der Landgraf Philipp eben: mit Fleis gethan.- Er wolte gerne eine Ders
fals aufdiefem Reichstag bemühete,die Ver⸗ einigung fliften und meinte daher, es fo zu
einigung zu ftande zu bringen; fü bezeigfen machen, daß er Feine Parthie vor den Kopf
ſich die oberlaͤndiſchen Städte willig dazu; ftöffe. Man hat darinnen einewahre Ger
nur war gedachter Artickel der einige Stein nieſſung des wahren Leibes umd Blutes
des Anftoffes, daran fich folche Einigkeit zer⸗ Chriſti im Abendmal bekannt; ob aber ſol⸗
ſchluge. Strasburg übergab eine beſonde⸗ che Genieſſung fo zu verftehen, daß man
re Confeßion, welche wohl auffer Streit wuͤrcklich mit dem Mund den wefentlichen
— und DEnpiraaufgfeet — und und a Seib gebſt dem Blut em ⸗
pfahe,
®
—
x F — ” ale }- — — *—
50 33% yo gedachten Keichstag zu Aug⸗
pfahe, man möge REN — Pe auf den Reichstag verfehiedene Handlun |
ſeyn, darüber hatte man fich nicht erklaͤret. gen an; der aber bey der Lutheriſchen Keb-
— Kaͤhſer lies dieſe Enmfeßion , eben wie re vom Abendmalibliebe undnichtsnachgab.
die Sächftfehe, Durch. Sabern und Ecken Er ſatzte eine Schrift auf und ſamlete darin⸗
wiederlegen; fie beſeigten ſich aber dabey nen die Spruͤche der Kirchen⸗Vaͤter, in de⸗
nicht redlich "und aufrichtig. Sie beſchul⸗ nen die leibliche Gegenwart Des Reibes und
digten die vier Städte vieler unerweislicher Bluts Chrijti im Abendmal bezeuget war.
Dinge: verdreheten ihre Woerte brachten! Sie find unter dem Titul: ſententiæ col-
ftatt der Beweis-Grunde viele Rafterungen lectæ ex patribus de. cena: domini heraus-
und Schmähungen vor, auf eben Die Art, ; iedoch nicht nur lateiniſch; ſondern
deren man ſich bey der Sachfitchen Eonfefe auch deutſch gedruckt worden. In dem vor⸗
ſion bedienet hatte. Inzwiſchen lies der geſetzten Brief an Friedericum Myconium
Kaͤyſer den 17. Octobr. Staͤdten dieſe hatte er ſeine eigene Meynung deutlich vor⸗
Wiederlegung vorleſen und dabey vorhalten, getragen. Hiewieder edirte Oecolampa⸗
daß fie vom. Abendmal einen verdammlichen dius feinen Dialogum: lies Melanchthons
Irrthum hegten: die Bilder aus den Kir⸗ Schrift gantz hineinruücken und antwortete
chen geworfen: Die Meſſe abge] fchaffer: die auf die angeführte Stellen der Kirchen⸗
Kloͤſter zerftöret: Secten geheger: gebuͤh⸗ Lehrer. Unter andern ſchrieb er darinnen,
renden Gehorſam verſaget, weswegen ſie er⸗ der Streit betraͤfe nicht fo wohl die Gegen
mahnet wuͤrden, fic) zu ihrer alten Neligion wart; als vielmehr die Art derfelbigen.
wieder zu wenden. Sie baten Sic) eine Ab⸗ Niemand werde fo einfältig feyn und behau⸗
ſchrift dieſer Confutation aus; konnten aber |pten, der. Leib Chriſti ſey gegenwaͤrtig; oder
‚pipe nicht erhalten, Er abmefend, auf alle an ei Weiſe—
Nunmehro fing * a etwas ru⸗
higer zu werden. Zwinglius und —
ſpurg 1530 feine Confeßion, darinnen er lehr⸗ Decolampadius giengen 1731 mit Todt ab. {
te, daß Die Sacramenten weder eine Gna⸗ Das vorhergedachte Glaubens⸗Bekaͤnntnis
“de darbörhen; » noch mittheilten: daß Die der vier Städte, Strasburg, Memmingen,
8. X
Es bergab auch Zwingliusauf
Taufe nur ein Zeichen der Gnade wäre und Coftniß und Lindau wurde zu GStrasburg
daß Ehrifti Leib im Abendmal nicht weſent⸗ gedrucket, unter dem Titul: confeflia reli-
Uch und wuͤrcklich gegenwärtig fey. Buce⸗ | gionischriftianz facratifliimo imperatori Ca-
rus gab fich viele Mühe, den Streit wegen |rolo V. exfari augufto in comitüis Augufte
des Abendmals benzulegen und mit den Saͤch⸗ anno 1530 per legatos ciuitatum Argento-
fifchen Theologen einen Vergleich zu treffen, 'rati, Conftantie, — et Lindauie
und that deswegen auch eine Reife nach Co⸗ exhibita, ıszr na. Es kam auch noch in
- burg und ftelte mit Luthero der fich waͤhren⸗ eben demſelbigen Fahr eine Apologie gegen
den Reichtags daſelbſt aufbielte, eine Unter⸗ die päbftifche Wiederlegung hinzu. Doch
redung an. Doch Fonnte er feinen Zweck haben hierauf beſagte vier Städte die Aug⸗
nicht erreichen und Das war auch nicht zu fpurgifche Eonfeßion angenommen, und ob
verwundern. Er war weder redlich; noch ſie wohl ihr eigenes Bekaͤnntnis, deſſen ich
beſtaͤndig. dla ——— ie te er: vorher erwehnet, nicht ſogleich gantz en
lafien,
50
ii
| Eh
ndem von diefer Zeit an son dem. Rorgeben einiger Reformirten als wenn die
burgiſchen Bucerd beſtaͤndig an einem Lutheriſchen Theologen die Confeßion der _
Vergleich gearbeitet worden; fo iſt doch vier Städte damals gebilliget: ja ihr eigen
olches nach und nach in Abgang gefommen. Glaubens⸗Bekaͤnntnis nach derfelbigen ev-
Sie wurden hierauf in den Schmalkaldi⸗ | Haret hatten, iſt ohne Grund. Lutherüs
ſchen Bund aufgenommen; welches aber ſchrieb wieder die Sacramentirer einen
den Schweitzern nicht gefchabe, fo fehr Brief an Hertzog Albrecht in Preuſſen, nach-
ſich auch der Landgraf zu Heffen desfals be dem man ın Preuffen ausgefprenger hatte,
muͤhete. Lutherus war nebft andern dawie⸗ \als ſey Lutherus mit den Zwinglianern einig
der und ſtelte fir, weil der Bund des Glau⸗ und wohl zufrieden, daß man ihnen alle Frey⸗
“bens; oder der evangelifchen Lehre halben, !heit verftatte, ihre Lehre auszubreiten. In
“angefangen, fo gieng es nicht an, daß man dem folgenden Jahr 1533 wolten fich hie und
“folche darein nehmen wolte, Die in der Lehre da Leute einfchleichen „ welche vorgaben, fie
bvon den andern Bunds⸗ Verwandten ab⸗ waͤren Augſpurgiſche Confeßions⸗Verwand⸗
giengen. Um deswegen lies ſich der Chur⸗ ten und hielten es mit Luthero; gleichwohl
Sfürft von Sachſen keinesweges zu einem aber nicht undeutlich merken ließen, daß fie
Buͤndnis mit ihnen beivegen , ob fich wohl Zwingliſch gefinnet wären. Unter andern
. oedachter Landgraf groffe Mühe gab und fanden fich welche zu Franckfurt am Maͤyn,
deshalben viele ‘Briefe anihn fehrieb. Die |die fd wohl die privat- Beichte wolten ab⸗
wbaiſchen den Lucheranern ımd Keformitten,
VProteſtanten Famen zu Frauckfurt zuſam⸗
men. Die Churſaͤchſiſche Geſandten hatz
ten Die Inſtruction, die Schweißer nicht in
den Bund aufzunehmen, es ſey Denn, daß fie
ſich zu der evangelifchen Lehre vom Abend-
' mal befennten. Das wolten fienichtthun.
Inwiſchen waren nach Zwinglii Todt weni⸗
ge, die ſich deſſen Lehre oͤffentlich angenom⸗
men und vor felbige geſchrieben hätten. Sie
behielte ihren Sitz vornemlich zu Zürch.
An andern Drten in der Schweitz vermehr⸗
te ſich Die Anzahl der Nechtglaubigen.
a a
— zu Schweinfurt wurde 1532 von
1533: E
Fr Funft gehalten unddaraufbedungen,
daß die Bundsgenoffen den Zwingliſch ger
ſinnten nicht anhangen und von ihrem Irr⸗
thum rein feyn folten, wie denn auch bey dem
bald darauf zu: Nürnberg. gefchloffenen er⸗
ſten Religions Frieden Die Augfpurgifche
Confeßion zum Grund geleget und auf die⸗
felbige allein alles vertoiefen wurde, Das
—
den Proteſtanten eine Zuſammen⸗
geſchaft wiſſen; als auch von dem heiligen
Abendmal lehrten, man ſolte nach der leibli⸗
chen Gegenwart und muͤndlichen Genieſſung
nicht fragen; ſondern ſchlechthin eine ſolche
Gegenwart glauben, wie Chriſtus haben
wolte, ohne beſondere Erklaͤrung. Hiewie⸗
der ſatzte Lutherus einen Brief an die Franck⸗
furter auf und machte ihn bekannt, derglei⸗
chen er auch an den Rath zu Augſpurg that
und fich beſchwerte, Daß die Prediger. Dafelbit
Feinen Ernſt gegen die Zwinglianer brauch?
ten. Diefe verfertigten hierauf eine Schrift
und gaben darinnen- nicht undeutlich zu er⸗
Fennen, daß fie Zwinglii Lehre vom Abend
mal, wenn gleich nicht völlig; doch einiger-
maſſen billigten, weswegen Lutherus noch?
mals an den Augfpurgifchen Natly fehriebe
und unter andern mit einflieffen lieg, ev habe
nun Das feinige dabey gethan und ſeh ohne
Schuld. In dem Heßfßiſchen ftelte man
‚eine Kirchen-Rifitation an und der-Lande -
graf befahl in einem Ediet, daß diejenigen
a folten geftraft —
3 — das
rz Ä
Cap. I. Don den are Religions Bewegungen” ER
das — — einen fieiſchernen mals aufſehen. sr war daraus zu erfehen,
Bott oder blos gebacken Brodt nennten, daß zu Strasburg von dem Abendmal nach
dergleichen die Zivinglianer thafen.
wurde auch in dieſem Jahr das Slaubens-
So der Saͤchſiſchen Confeßion gelehret werde.
Don dem Bekaͤnntnis der vier Staͤdte war
Beränntnis der Böhmifchen Bruder unter [nichts gedacht. In Niederſachſen wolten
dem Titul: Rechenſchaft des Glaubens,
der Dienſt und Ceremonien, zu Witten
berg mit Lutheri Vorrede gedruckt.
demſelbigen bekannten fie ausdruͤcklich, man
muͤſſe veftiglich) glauben, daf das Brodt
der Verordnung Ehrifti nach fein Leib
ſey: der Sinn müffe auf den Blauben
und nicht der Blaube auf den Sinn gez
bauer werden: Eamen auch auf den Sa⸗
a eramentir » Streit: lehrten vom Abendmal
anders; als die Zwinglianer. Capito gab
zu Strasburg Er raſmi Buch de concordia,
ſo er ing deutſche uͤberſetzet hatte, herausund
redete in der Vorrede Zwinglii Anhaͤngern
das Wort.
Im Jahr 1534 iſt auch verſchie⸗
5 denes vorgegangen, fo Diefen Streit
angeht. Zu Bafel wurde ein Eonvent ger
halten, weil man von den Strasburgern ge⸗
hoͤret hatte, es wuͤrden die Baſeler von etli-
chen Deutſchen beſchuldiget, daß ſie glaub⸗
ten, Chriſtus ſey gar nicht im heiligen Abend⸗
| mal, Und da ſchon vorhin Oecolampa—
dius eine Confeßion vor die Baſeler verfer⸗
tiget, Die 1530 auf dem Reichstag hatte ſollen
: abergeben werden, fo wurde fie nunmehro
gedruckt. Sie befannten in derfelbigen, es
wuͤrde durch Brodt und Wein nur Ehrifti
und Blut abgebildet und Chriſtus waͤ⸗
ve blos eine Speiſe der Seelen. Als Die
Münfterifche Unruhe und Schwärmerey
entſtunde, lieſſen Die Strasburger durch Bu⸗
cerum eine weitlaͤuftige Schrift an die
Stadt und Kirche zu Muͤnſter von Einſetzung
|
|
fich nebft den Wiedertaͤufern viele Zwing⸗
lianer einſchleichen und darum verbot der
In Rath zu Bremen in einem Mandat ſo wohl
die Zwingliſche; als wiedertaͤuferiſche Leh⸗
re, nicht ohne Schaͤrfe. Der Roͤmiſche Koͤ⸗
nig Ferdinand ſchrieb an Churſachſen und
verlangte, daß man ſich dem im Reich mehr
und mehr einreiſſenden Zwinoliſchen Irrthum
wiederſetzen moͤgte, und der Churfuͤrſt ant⸗
wortete, daß er ſolches bisher gethan und fer⸗
ner mit allem Ernſt thun wolte. Das Uni⸗
ons⸗Werck lies ſich der Landgraf zu Heſſen
noch immer angelegen ſeyn. Melanchthon
und Bucerus kamen deswegen zu Baſel zu⸗
ſammen und ſtelten eine Unterredung an.
Jener bekam von Luthero eine weitlaͤuftige
Inſtruction mit, des Innhalts, man ſolte
nicht zugeben, daß bisher ein bloſſer Mis⸗
verſtand der Worte unter den beyden Par
theyen geweſen: auch Feine Mittel Meynung
einführen laſſen. Vielmehr folte man nur
die Wahrheit behaupten, daß wahrhaftigin
und mit dem Brodt der Leib Chrifti ausges
theilet und gegeffen werde. An der Verei⸗
nigung wolle er alles wagen, ſolte es auch
Blut und Leben ſeyn. Bucerus erklaͤrte
ſich damals, nach der Augſpurgiſchen Con⸗
feßion zu lehren und die weſentliche Gegen⸗
wart und Genieſſung des Leibes Chriſti im
Brodt, als einem Zeichen, dadurch einem
was dargereicht wird, zu vertheidigen: ſag⸗
te auch diesfals vor die uͤbrigen oberlaͤndi⸗
ſchen Lehrer gut. Melanchthon that bey der
gantzen Sache nicht mehr; als daß er Lu⸗
eheri Meynung anbrachte umd annahm, was
der Diener des gortlichen Worts, von der | Bucerus fagte,um ſolches Luthero zu binter-
etiauſe und vom Sacrament des dibend⸗ bringen. Zu Ende dieſes Jahrs gab re
dor
"zvoifchen den Butberanern ‚und — — —
—
dorf ſeine nat heraus und beſchwer⸗ — von neuen Hofnung einer voiirefli chen
te fichdavinnen unter andern über die Stras⸗ | Bereinigung zu machen hatte. Cr fagte
hurgi chen Prediger, daß fie noch nicht vecht mit den andern ausdrucflich, alles, was Lu⸗
redůch waͤren. Er hielte auch. dafur, man therus mit den Worten weentlich md leib⸗
folte ſich ja mit dem Gegentheil in keine Ver⸗ lich anzeigen wolte, das verſtuͤnde man un⸗
igung — ev habe denn vorher ſeinen ter dem Wort waͤhrhaftig. Chriſti Leib
En chriftlich bekennet, indem es ſonſt werde leiblich in den Mund empfangen und
was wir aͤſſen, wäre der Leib Ehriſti ſelbſt.
S, XV Er verflüchte die Lehre derjenigen, Die nichts;
"Das Jahr darauf, nemlich i535/als Figur im Abendmal haben wolten. Wie⸗
3533. war man ebenfals der zu ftiftenden !der Lutheri Auslegung der FEUER
Eoncordie wegen beſchaͤftiget. Lutherus Worte ftritte er nicht mehr. - ?
ſchrieb an verfchiedene,fonderlich nach Strass S. XML... x
Burg und Augſpurg, und bejeigte, wie er. da⸗ Das folgende Jahr rs36iftindier =
zu. bereit wäre, Melanchthon communi⸗ ſer Hiſtorie befonders merckwuͤrdig. 9?
eivte auch ſchriftlich mit etlichen daruͤber. Der ſogenannte Wittenbergiſche Vertrag;
Die Sache lies ſich gut an, und ob wohl oder das Concordien⸗Werck, daran man
noch viele unter den Dberländifchen ziemlich | bisher gearbeitet hatte, Eam nunmehro zu
hinckten; oder wenigſtens die Nachrede nicht Stand. Zu Anfang befagten Fahre ſchrieb
haben wolten, daf fie bisher geirret hatten ; der Landgrafvon Heflen anden Churfürften
fo Eonnte doch dieſes das Werck felbiten nicht von Sachfen und verlangte, daß man mög?
"aufhalten, wie aus dem folgenden zu erfehen |te zufammen Eommen und ein Ort zum Con⸗
ſeyn wird. Der Rath und die Prediger vent benennet werden, worauf anfaͤnglich Ei⸗
der Stadt Augſpurg ſchickten welche mit ſenach, und nachgehends Grimma auserſe⸗
Briefen an Lutherum und thaten nicht nur | hen wurde; weil fich aber Lutherus unpaͤs⸗
Die Rerficherung, daß fie nunmehro völlig lich befande, ftelte man die Zuſammenkunft
mit ihm einig; ſondern baten ihn auch, er zu Wittenberg an. Der Churfuͤrſt verſa⸗
moͤgte ihnen einen vecht veinen Lehrer, wel⸗ he fich zu den Oberländern nicht viel gutes
cher Die andern regierte, infonderheit wo es und ſchrieb daher an den Cantzler Bruͤck,
moͤglich waͤre, ihren ehmaligen Prediger, der ſich zu Wittenberg ‚Sufbielte, er folte Pr
Urbenum Begium verfchaffen. Dieſes thero und den andem Theologen anzeigen,
war Luthero fehr erfreulich und ob er wohl daß fie bey der Augipursifchen Confehion
ihnen Begium nicht ſchaffen Fonnte, als und Apologie und bey der wahren Lehre vom
‚welcher zu Eelle war s fo fendete er ihnen Sacrament des Leibes und Blutes Chriſti
doc) ob. Foͤrſtern von Wittenberg, der |beftändig Kleiben und nicht in dem gering⸗
vom Abendmalvichtigiehrte. . Damit Bu: ſten Punct davon abgehen ſolten. Denn
cerus, ſo viel moͤglich, alle Hinderniſſe der weil die oberlandifchen Praͤdicanten Zzwing⸗
Bereinigung aus dem Ißeg räumen mügte, | lit ımd Oecolampadit Epifteln, auch ande⸗
antwortete er nebſt den Predigern zu Aug⸗ |ve Buͤcher hätten ausgehen laſſen und die⸗
ſpurg auf die vorher angeführte Schrift des ſe Leute vor heilig hielten, fo koͤnnte man
Amsdor fs in Den axiomaribus apologericis Jleicht Dencken, Daß wenig Hofnung zu einer
” erklaͤrte 1m darinnen fo, dal man ſich Concordie vorhanden ſey. Dieſes ha 2
ma
9 aͤrger werden wuͤrde.
48. Cap.il. Von den euftern KeligionsDewegungen — ı
lerdings gefehehen. Auſſer Zwinglii ex-)zeten. Hierüber wurde Bucerus etwas be⸗
poſitione Aidei, welche Die Zuͤrcher ans Licht ſtuͤrtzt und verſicherte, daß er eine redliche
geftellet, kamen damals deſſen und Oecolam⸗ Abſicht habe. Die Briefe Zwinglii und
padii Briefe zum Vorſchein und es befan⸗ Oecolampadii wären wieder fein Wiſſen:
de ſich dabey eine Vorrede von Bucero, ja wieder ſein Verbot gedruckt worden. Der
welches in Sachſen nicht wenig Aufſehens Buchdrucker ſey Schuld daran, als welcher
machte. Inzwiſchen gieng die beliebte Zur] einen Brief, den er privatim gejchrieben und-
ſammenkunft wuͤrcklich vor fich. Den 2r. | nicht gemeinet, daß er folte gedruckt werden,
May Famendie fremden Theologen zu Witz! als eine Vorrede vorgeſetzet. Weil es Lur
tenberg an, als. von Strasburg Capito und| thero um eine aufrichtige Einigkeit zu thun
Bucerus; von Ulm Frechtus: von Aug⸗ war, fo begehrte er von den Dberlandifchen,
-fpurg Lyeoſthenes und Muſculus nebſt ſich dahin zu erklaͤren, daß fie ihre bisher ge⸗
einigen andern von Franckfurt am Mayn, fuͤhrte Meinung vom Abendmal wiederru⸗
Eßlingen, Memmingen, Reutlingen, mit! fen und oͤffentlich unrecht ſprechen; hingegen
denen noch Myconius von Gotha und Ju⸗ die wahre Lehre hinfort mit der Lutheriſchen
ftus Menius von Fifenach reifeten. Den Kircheannehmenund vortragen wolten. Sie
Tag drauf, als den 22. Man, giengen Mor⸗ muͤſten rein heraus fagen, daß Ehrifti Leib:
gens früh um 7. Uhr Capito und Bucerus) und Blut im Sacrament unter dem Brodt
allein zu Luthero und überlieferten die Brie⸗ und Wein weſentlich gegenwärtig fey, wenn
fe von den oberländifchen Minifteriis. Nach⸗ gleich der Eonferent und Communicant un
[2
mittags um drey Uhr fanden fich Diefe bey-| windig wären, und darüber moͤgten fie fich
de wieder in Lutheri Haus ein und es kamen bereden und Beſcheid geben.
zugleich dahin Bugenhagen, Fonas, Eruci! S. XVIL
ger, Melanchthon, Rorarius, Menius, Mir] Den 24. May Fam man aber ⸗
conius und Hieronymus Weller. Buce-|mals bey Luthero zufammen. Die 7?
rus fieng an, zu erzehlen, was er fich einige | Oberlaͤnder befannten eine Teibliche Gegen:
Jahre her wegen der. Coneordie vor Mühe) wart des Leibes und Bluts Chriſti im A—
gegeben, und verficherte, Daß er fich mit den | bendmal: gaben zu, Daß auch die Unwuͤr⸗
- andern herglich darnach ſehnte. Lutherus antz | digen Des Leibes und Bluts Ehrifti genoͤſ⸗
wortete hierauf, er begehre eine. wahre und fen, und erklärten fich, daß fie vormals das’
beftandige Einigkeit ;, koͤnne aber. felbige faft geiftliche Eſſen nicht in einer bioffen Imagi⸗
nicht hoffen, da ohnlangft die Briefe Zwing⸗ | nation und erdichteten Gegenwaͤrtigkeit gefez!
fi und Decolampadii mit Buceri Vorrede tzet; fondern felbiges fo genommen, daß es’
und alfo mit deffen Wiſſen und Willen gez| der paͤbſtiſchen Brodt- Dermandlung ent:
druckt und andere dergleichen Schriften zum | gegen ſtehe. Nach diefer gefchehenen Er⸗
Vorſchein gebracht worden, welche die wah⸗ Elarung gieng Lutherus mit den feinigen in --
re Einigkeit zuverhindernfchienen. Er fuͤg⸗ eine Kammer allein und ein jever muſte ſei⸗
te hinzu: wenn es Bucerus hierinne nicht |ne Meynung darüber fagen, welche denn
redlich meinte, fo ware es befier, man lies einmuthig dafur hielten, wenn es die Ober⸗
die Gedancken tvegen einer, Eonenrdie fah⸗ kinder in der That fo meinten, wie fie ee.
ren damit nicht das Uebel aͤrger würde und, mit dem Mund vorgegeben, ſo koͤnnte man
die Nachkommen uͤber das Blendwerck ſeuf⸗ mit ihnen zufrieden feyn. Doch ſolten fie
mmnoch⸗
zwiſchen den Lütheranern und Reformirten. 19
nochmals rund heraus fagen, daß bey dem Capito und Bucerus, welcher letztere auch
Blodt welches mit den Worten der Einfetzung feine retractationes drucken fies und darz
den Unwuͤrdigen gegeben werde, der wahr⸗ innen die wahre und wuͤrckliche Ge—
haftige Leib Chriſti ſey. Sie giengen die⸗ genwart des Leibes Chriſti bekannte. Als die
ſes gleich ein und die Concordie wurde ger] Oberlaͤndiſchen wieder nach Haus kamen,
ſchloſſen; die Formel abev derſelbigen von | recommendirten fie ihrem Magiftrat Die ge
Melanchthonte aufgefeget, deren Innhalt da⸗ machte Eoncordie. Zu Ulm fehrieben nicht
hin gieng: es hatten Bucerus und feine nur Die gefamten Prediger; - fondern auch)
Gefehrden fich dahin erklaret, daß fie mit der Masifteat an Lutherum und begeugten
Srenao befennten, im Sacrament fey eine) ihre Freude Darüber, welches auch das Mir
irdifche und himmliſche Materie, und dem | nifterium zu Augſpurg und infonderheit zu
nach Iehrten,daß mit dem Brodt und Wein Strasburg that.
der Leib und das Blut Chriſti wahrhaftig] —
und weſentlich zugegen ſey, Dargereicherund]| $.. XVII
empfangen werde. Und ob fie. wohl Feine ; ;
Brodt⸗Verwandlung; nochräumliche Ein-| Nachdem der Wittenber giſche |
ſchlieſſung glaubten, ſo hielten fie doch dafuͤr, Vertrag zu Stande Fommen war, 1338
dab wegen der farramentirlichen Dereiniz\fo lies fichs zu einer guten Einigkeit
Hung Das Brodt der Leid Chriſti ſey. Auflin der proteftantifihen Kicche an. "
ferhalb des Gebrauchs; nder bey pabftifchen Die Oberländer und Die es bisher mit ihnen
Monftransen und Procefionen wäre Feine: gehalten, bekannten ſich nunmehro zu Derje-
Gegenwart des Leibes Ehrifti. Es Tage nigen Lehre vom heiligen Abendmal, welche
auch nicht an der Wuͤrdigkeit; oder Uuwuͤr⸗ Lutherus vorgetragen und wurde alfo damit
digkeit der Communicanten; fondern die der zu befürgenden Trennung vorgebauet.
Unwuͤrdigen empfingen wahrhaftig den Reib| Die Schweitzer blieben alleine. Ehe die
und Blut Ehrifti kraft der Einfesung. Nebſt Concordie zu Wittenberg geftiftet wurde,
dern bekannten Die Dberländer zugleich die, kamen einige Schweißerifche Theologen zu -
Nothwendigkeit der Kindertaufe und daß Anfang des Jahrs 1735 nach Balel und ſatz⸗
durch felbige die Erbfünde abgeivafchen und|ten eine Eonfeßion auf, in welcher fie fich
der heilige Geift mitgetheifet werde, ob man] wegen des Abendmals- und der Taufe, was
wohl die Art und Weiſe, wie er in ihnen|beffer erkfävet hatten, als Swinglius und
wuͤrcke, zu begreifen, wicht fähig fey. Die ®ecolampadius. Solche Confeßion brach?
privat + Abfolution wolte man wegen des|ten Bucerus und Capito mit nad) Wit
Treofts und Unterrichts; iedoch mit Werz|tenberg und übergaben fie Luthero, der ihnen
werfung der pabjtifchen Beichte, beybehalz| folche hernach wieder zuruck gegeben und ver⸗
ten. Golche Formel wurde von beyden|langt, die Schweiger auch zur Unterſchrei⸗
Tcheilen, erft von den Oberlaͤndern: hernach|bung der Eoncordie zu bewegen. Daß er
von den Sachfifchen Theologen unterſchrie⸗ ſie gebilliget, geben zwar einige vor; es Fan
ben: auch von der Cantzel abgelefen. Den aber diefes nicht beiviefen werden. An der
28. May, als am Sonntag Spaudi, predige| Bereinigung mit den Schweitzern arbeitete
ten Sucerus, Alberus und Lutherus und |man zwar ſarck und: gab, fich infonderheit
zum "Beweis der Concordie communcirten Bucerus desfals viele Mühe, um ihnen Die
Luctheri Schriften 17, Theil, — | * Wit⸗
N
ben, weil fie mit ihrer Confeßion nicht uͤber⸗
— ee en ns 52 wie
——— —— — Ir, 5 nn ee
Bittenbergifche Concordie angenehm zu ſie — denn auch der Woͤrter wahrhaft
- machen und es dahin zu bringen, daß fie und wahre Gemeinſchaft des Leibes und
ſelbige nach dem Exempel der oberlandifchen | Blutes Chriſti bedienten. Stunde den
Kirche unterſchreiben moͤgten. Zu Baſel Schweitzern nicht an, daß in der Witten⸗
Fam man deswegen etlichemal zufammen. |bergifchen Concordie eine Teibliche und we⸗
"Die Sache lies fich auch gut an. + Die Ifentliche Gegenwart des Leibes und Bluts
Bereinigung aber felbft war nicht zu Stanz Chriſti im Abendmal gefehret werte, ſo ſuch⸗
de zu bringen. Die Schweiger haben we⸗ |te Bucerus auch fie zu beruhigen und ftelte
der die ABittenbergifche Formel; noch die vor, Lutherus lehre gleichwoi keine raͤumliche
Augſpurgiſche Confeßion jemals angenom⸗ Gegenwart und Einſchlieſſung. Beyde
men. Sie haben die weſentliche Gegen: | Theile wolte er bereden, man waͤre nur in
wart des Leibes Ehrifti bey den Unwuͤrdi⸗ Woyrten von einander unterfthieden und ein
gen allegeit verroorfen. Als fie nach der ſolcher Unterfcheid Einne die Vereinigung
Zeit Die Feine Eonfeßion Lutheri wiederleg⸗ nicht aufheben. Der Ausgang hat nach?
ten, gefunden fie felbft, die Schweißerifchen |gehends ein gang anders gelehret.
Kirchen hatten fich geweigert, die Formel der
Wittenbergiſchen Concordie zu unterſchrei/ z. XIX,
einfomme. Go ift aud) falfch, daß um fer] In dem Yateinifchen Exemplar
bige Zeit Zutherus zu der Bafelfchen Con⸗ der Augfpursifchen Confeßion a
feßion und zu der Schweißerifchen Lehre ger inahm 1540 Melanchthon eine 1543.
treten, wie Die Reformirten zum Theil be merckliche Veränderung, und zwar
haupten wollen. Er hat ſich niemals von lim zehenden Artickel vom Abendmal, vor,
| . Der Wahrheit abbringen laffen, ob er wohl nicht jo wohl aus der Urfach, weil er felbft
vielleicht aus einer menfehlichen Schwach Zwinglii Meynung in feinem Herten bey
heit dasjenige, was damals mit den Schweiz |gethan geweſen; als vielmehr um deswegen,
Kern tractixet worden, nicht gnugſam einge⸗ damit er Den Dberländerneinen Gefallen er⸗
sehen und fich dabey etwas zu gelind bezeu⸗ Imeife und die Einigkeit defto beffer befürdere
get. E83 hatte diefes wieder feine Urfachen. \und erhalte. Golche Abficht war an fich
4
Er fahe gern, Daß die Schweißer zur Union Inicht zu verwerfen; nur ‚hätte er, dieſes als
moͤgten gebracht werden; indem er aber dem eine hrivot Perſon bey einer oͤffentlichen
Bucero die gantze S Sache tberlies und ihm Schrift vor fich nicht thun; noch der
zuviel frauete, ſo oefehabe eg, daß er ſich die Wahrheit etwas vergeben follen. Sm.
Sache auf Seiten der Schweißer beffer vorz Fahr. 1542 entftunde zu Franckfurt am
fielte; als fie in der That war. Brauch Mayr unter den Predigern wegen des Ar
ten die Schweißer einige Worte, welche die bendmals und Der beyden Naturen in Ehris
> wefentliche Gegenwart im Sacrament auf⸗ ſto ein Zwiefpalt, da etliche wieder auf die
zuheben fehienen, und redeten von einem Zei- Schweitzeriſche Meynung fielen und auf Die
chen und Glaubens⸗Eſſen jo behauptete Bu⸗
cerus, mit vielen Rarfi cherungen, daß fie, beſtunden. Man trug Bucero auf, daß
es nicht anders veritunden, als wie esd J den Streit beylegen und einen Vergleich
a moͤgte, er ſich be angele⸗
gen
raͤumliche Einſchlieſſung Chriſti im Himmel
3wiſchen den Lutheranern und KReformirten, ft
r ; ;
1 Ties und zu dena Ende geroiffe Ar⸗ eben fo gefinner und nahmen manches hinter
ickel auffagte. In dem erſten heift es: Lutheri Mücken vor. Mit Bucero war
im beiligen Abendmal, wenn es nach Lutherus auch übel dran. Auf feine Bes
des ⸗Errn Einfesung gehalten, wird der |ftandigkeit und Treue gegen die angenoms +
wahre Leib und wahre Blur des „ren |mene Wahrheit Eonnte er fich, nicht verlafs
wahrhaftig und wefentlich gegeben und ſen. -Diefe und andere Umftande brachten
von denen, die das Sacrament alſo niefr| ihn zu Dem Entfchlus, vor feinem Ende noch⸗
fen, empfangen. In dem andern folget: mals die Feder wieder die Sacramentirer
es wird aber doch albier eine vaumliz| zu ergreifen und ihren Irrthum mit Ernſt
ches oder umfchriebene Gegenwaͤrtig⸗ zu wwiederlegen, welches er aud) 1544 In Dee
- keit des HErrn gefeet, und in dem drit⸗ Euren Confeßion vom Abendmal thate.
ten: es ift beydes wahr und zu lehren, | Sie ift fo wohl wieder Schwenckfelden;
daß Chriftus der HErr fine und regiere als die Schweißer gerichtet. Jener hatte
im Simmel zur Rechten des Daters und! in Schleften durch Die Verdrehung der Ein⸗
daß er in feinem heiligen Abendmal,|fegungs- Worte Unruhe erveget und. nicht
wenn daffelbige nach feiner Zinfesung | geringe Verwirrung verurfachet. Er
gehalten und gegeben wird, gegenwoärs | meinte, man muͤſſe fie fo verftehen: mein
tig fey und empfangen werde von allen|Xeib ift ein Brodt, das ift, er ernehret
dene, die das Sacrament, wie es der die Seelen, roie das Brodt den Leib, und
vr hat eingefeser, empfaben und die ſuchte dieſe und andere Irrthuͤmer im -
„ Zinfesung ımd Wort des HErrn nicht) Schriften, die er ausftveuete , auszubrei⸗
perkehren; in dem vierdten aber wird er⸗ ten. Im Jahr 1543 fendete er einen
E
‚innert, man müffe in ſolchen Dingen le⸗ Brief mit einigen feiner Tractaͤtgen am
-_ ‚Yiglich bey dem Wort des HErrn bleiben Lutherum; der aber ſtatt der Antwort dem
und nicht fuͤrwitzig in Diefem Geheimnis! Bothen einen Zedel-gab und Schwenck⸗
‚erforfchen. _ Die Zürcher Kieffen 1543 alle|felden vorwarf, daß er in Schlefien ein
Schriften Swinglit lateiniſch zuſammen Feuer wieder das Sacrament angezuͤndet,
drucken nebſt einer Apologie Rudolphi welches noch nicht geloͤſchet und auf ihm
GSvaltheri und verſchiedenes wieder Luther] ewiglich brennen werde, u. ſ.w. Eben
‚rum, Das bisher noch nicht war gedruckt diefen Schwenckfelden wiederlegt er in der
geweſen, hineinbringen. angefuͤhrten kurtzen Confeßion und ver⸗
wirft ſeine Auslegung der Einſetzungs⸗
SKK orte, dergleichen er auch mit den Ver⸗
— drehungen Cariſtadts, Zwinglü, De
Dieſes that Luthero weh und er|colsmpadti und anderer thut. Cr unters
54% Hatte Urſach zu befovgen, es duͤrfte ſuchet zugleich Die Gründe, deren fi) die Sa⸗
der Irrthum der Schweißer überhand neh⸗ cramentirer bedienen, Davon Der eine iſt, daß
men und fich weiter ausbreiten. Melanch⸗ das Fleiſch nicht nuͤtze ſey; der andere aber,
thon hatte fich in feinen Briefen, Vorleſun⸗ daß Chriftus gen Himmel gefahren und
gen und Handlungen ſchon ziemlich verra⸗ daher mit feinem Leib und Blut im Ar
then, DaB er auf der Schweißer Seite hinck⸗ bendmal nicht gegenwärtig ſeyn Tonne,
fe, Andere, Die es mit ihm hieſten, waren Von beyden zeigt er, daß fie —
92 7
— ER — Furl eramern 1.3 u
nicht bewieſen ‚was. ſie beweiſen ſol⸗
ten. SDie Sreibartderen ch
uitia,
libello fuo,,.
‚Beformisten, a
quæ tum alibi; tum in nouifimo
quem breuem de facro fa:
Sutherus ben Diefer Confekion bedienet, iſt eramento Loncmonem adpellauit, potiſ⸗
was hart: ſie giebt eine Probe von den
menfehlichen Schwachheiten, die der felige
Mann an ſich ‚gehabt.
Die Billigkeit eine, Sntfehuldigung. Die
- damaligen - Umftande der Sache feibft
und Die. Art, wie man mit. ihm bierinnen
— brachten un zu dieſer —
RE
$. XXI.
—— Auf Die gleich vorher angeführ-
1545, fe kurtze Confeßion Lutheri
Niſſen die Zuͤrcher 1545 eine Ant—⸗
wort ausgehen, ohnerachtet ſie Bucerus
und Calvinus davon abmahneten und ver⸗
langten, man ſolte Lutherum als ein. groſ—⸗
ſes Werckzeug anſehen. Sie trat la—
teiniſch unter dem. Titul: orthodoxa
Tigurinæ eccleſiæ miniſtrorum confeſſio
illorum et fidem et doctrinam, quam
cum catholica fanftorum eccleſia commu-
‚nem. habent, continens; in primis autem
de.ceena domini noftri Jefu Chrifti, vna
cum zqua et modefta refponfione ad va-
nas et offendiculi plenas D. Mart. Lu-
theri: calumnias, condemnationes et con-
—
Doch verlangt
darauf zu antworten.
ſimum edita et vulgata ſunt, ang Licht;
wurde aber auch deutſch mit der Auf
schrift gedruckt: Der Zürcher Bekaͤnnt⸗
nis was fie sus GOttes Wort glau-
ben, inſonderheit von dem Nacht⸗
mal, auf das aͤrgerliche ſchmaͤhen,
verdammen und ſchelten D. Wars
tin Luthers. Der Perfafler dieſer
Schrift foll Bullingerus feyn. Die
Zuͤrcher fehickten fie an den Landgrafen
von Heflen, und baten ihn, fie nicht nur _
in feinen Landen verkaufen zu, laffen;
fondern es auch bey dem Churfuͤrſten u
Sachſen dahin zu bringen, daß er Der
gleichen in feinem Lande. veritattetes wel⸗
ches... aber nicht zu erlangen war», meil
die Zürcher die Concordie nie angenom⸗
men und einen mercklichen Irrthum hätz
ten. Lutherus hielte nicht vor noͤthig
Die Zuͤrcher
hatten num deutlich genung gewieſen, daß
fie von. ihm gar ſehr unterſchieden waren,
und. damit war er - zufrieden, Das
Jahr darauf 1546: nahm ihn GO
ohne. Dies von der Welt
weg.
Zanhalt
—
ur
Ne re
HEHE yirge
©... dep 9
2,0 Das fechsehende Copitel..-
Don den Bekränfungen der Proteftanten
durch den zu Nürnberg aufgerichteten heiligen
Bund und durch die Cammergerichtär
yyeceſſe
hr 2 Bee erfte Abſchnitt. —
FR
Din
gen geſetzten Nürnbergifchen Bund, liga
u Sfanata.genannf.
148. er Nuͤrnbergiſche Catholifche Gegen-
— bund, den 10. Junii 1538. aufge⸗
richt pag . 4
1249. Des Nuͤrnbergiſchen Catholiſchen Gegen:
bundes Ordnung oder Verfaſſung, deren ſich
een Stande mit einander vergli⸗
en ech I
Beyde Stuͤcke find beym Zortleder von den Lrfachen
des Dentfchen Kriegs, zom.1. libr, VIII, cap. 14.15.
0 p. 1343. befinöltch. "Den Inhalt derfelben erzehlt
Seckendorf in bif. Zurb. lbr. IN. p, v72. auch ges
denkt Sleidanus de Par, rel. libr. XU. p.313. dieſes
Bundes, und führt Die Urfahe an, warum man |
ihn ben: heiligen Bund genennt habe.
Der zweyte Abſchnitt.
—
Was fuͤr Beſchwerungen das Cammergericht
zu Speyer den Evangeliſchen zugezogen.
vent zu Braunfchweig disfals befchloffen
"worden. - 1
A. Was evangelifcher Seits auf dem Con⸗
1250. Vorſchlag etlicher Stände auf dem Bundstag
zu Braunſch veig ob nicht das Cammergericht
zu verwerfen ſeye?
1251. Was auf des Ausſchuſſes Bedenken zu Braun
ſchweig ausgeſprochen worden 32
Sind gleichfals behde im gortleder I. c. Zibr, VII. cap,
5.6. anzutreffen ,. und nen Serkendorf c. 1. p. 124.
beruͤbret worden Zortleder hat dafelofk cap. 7.{gg.
noch mehrere bieher gehörige Documenten -einver:
14
mufen.
* 2 “
——— Anke es ersparen he ne .
ALT HL GL LEE TEN ET LEN TSG TH GEH Yo Ten
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BEN 7 —— — > {2 ; , ;
RE 1 8 ur AR —— RE , ; 14 AR
12 BR — *
Von dem dem Schmalkaldiſchen Bund entge⸗
leibet; die man ghet dee Raums wegen hier weglaſſen
1X
—
ee
—“
chenden Theil der ſaͤmtlichen Schriften Lutheri, mit
der Anzeige, woraus die darinnen befindliche Docamenten genommen =
1252. Ausſchreiben Churfuͤrſt Johann Friederichs
und Landgraf Philipps zu Heſſen, im Namen
aller proteftivenden Stände, worinnen fie ſich
- über des Cammer⸗ und anderer Gerichte unbe:
fugtes Verfahren befchweren 208.33
Diefe Schrift wurde anfangs, wie Qerm. von der
Sardt in Aut: Luth. part.1, p. 355 anmerkt, unter
folgendem Titel: Ausſchreiben an alle Stande
des Reichs, in der. Chriftlichen Religton Zi:
nungsverwendten Tamen, die Befihwerung des
Kaͤyſerlichen Cammergerichts belangend, Wil: _
tenb. 1538. 4: Defonders gedruckt, und hierauf ſowol
von Zortleder an dem angeführten Drf_Zbr, VII.
cap.19. p. 1289, als auch von Luͤnig im Keichsar⸗
chiv part. gen. cont. 11. p. 1538, wieder mitgetheilet.
Hieher gehoͤret noch diejenige Schrift, die ih in
Goldafticorfliruf. imp. part. 1. p. 170. befindet, und
den Titel fuͤhret: SR. I. eledorum, principum ac
flatuum. proteßantium referiptum de iniuflis proce/f-
bus indicH camere prouinciglis 1538. fine dato,
1253. Recuſationsſchrift des Churfuͤrſten zu Sach⸗
fen und Landgrafen zu Heffen, ſamt deren Re⸗
ligiongverwandten, kraft welcher fie dad Cam⸗
mergeriche zu Speyer für partheyiſch erkennen 67
Steht beym Sortleder «1, Übr. Vil. cap. 21. P.1305,
und in Dumonts corps diplom. tom. IV, parz. 1,
p. 238. den Inhalt erzehlen kurz Sleidanys de Paz.
rel. libr. XV, p- 386. und Sechendorf in bißor. Lurh,
libr. UL. p. 404. 6 a
B. Von den VerdrieslichEeiten, die Churſach
fen wegen der Wahl Julii von Pflugzum '
Biſchof zu Naumburg befommen.
1254. Zwey Kaͤyſerliche Reſcripte an den Chur⸗
fuͤrſten zu Sachſen und die Staͤdte Raumburg
und Zeiz die Wahl Julii von Pflug betreffend. gr
1255. Juluü von Blur Supplicatisn bey den Chur:
fuͤrſten Fuͤrſten und Standen des Reichs, wider
des Ehurfürften zu Sachſen Verfahren 88 :
1256. Churfürft Johann Friedrichs zu: Sachſen
Verantwortung gegen Julium.pon Pflug _ 108 -
Dieſe drey Stücke find ebenfals eus Zortledern 1 -
libr. V. cap, 12 24.15. genom men Man leſe davon
Secken dorf in 388lwo eg. .
den ganzen Streit am aͤnd ich erzebfet, °
g3 1257. Lu⸗
m
Chriſtlichen Biſchof zu weihen
beſonders gedruckt, welcher Herausgabe Zerm. von
der Sardt in aur. Luch. part.1, p. 420. gedenket;
nachgehends brachte man ſie indie Deutichen Samm- |
fungen der Schriften Lurheri, ald Wistemb. VI.
p. 523. Jen. VIIL.p. 1. Altenb, VIL. p. 1. und Leipʒ
XXt..p.gı2, Einen Auszug derſelben trift man in
Serkendorfs bil. Zerh. löbr, [il p. 409, an.
1258. Lutheri Schreiben an den neuerwählten 2
I
fchof Amsdorf
Diefes Schreiben hat Seckendorf aus dem Mſpt. fo |
fich im der academilchen Bibliothec albie zu Jena
befindet, zuerſt bekannt gemacht, und feiner biffor. |
Zuch, libr. U, p. qui. volftandig einverleibet; Herr
Elias Frick aber in der verdeutichten Seckendorf.
gift. des Auch. p.2090,. Deutſch mitgetheilet, nach
deſſen Ueberſetzung es hier abgedruckt worden.
1259. Churfürft Johann Sriederichs zu Sachfen
anderweite Schrift wieder Sulium Pflug
Stehet beym Gortleder von den Ürfachen des Deut:
ſchen Briegs, zom.1. libr. V. cap. 18. p. 1180.
fuͤrſten zu Sachfen, Biſchof Julium zu Raum:
burg unter andern betreffend ee
SG. in Lünigs Reichs Arch pars. Sec. conr. U.p: 232.
1261. Kaͤyſer Carls des V. Poͤnal⸗Mandat an den
Churfürften zu Eachfen 215
Iſt beym Zortleder c.1 Zr. V. cap. 21. pr 1204: und |
in Lünigs Reichs » Hchiv parr, Ipec cönr.1.n,606.
befindlich. . * — —
1262. Des Churfuͤrſten zu Sachſen Verantwor⸗
tung auf Kaͤyſerlicher Majeſtaͤt Poͤnal- Mandat | |
; 9 |1271. König Heinrichs des Achten Schreiben an
* — 21
SZortleder hat fie ebenfals den" Urſachen des deut⸗
ſchen Kriegs som.1. libr. V.
verleibet. STE
Das fiebenzebende Capitel,
Den erneuerten Schmalfaldifchen Bund,
x %
amd die Handlungen Engellands und Franfreich |
mit den Bundöverwandten betreffend.
Ri Der erfte Abſchnitt.
Bon dem en mat |
Ei y und. . i
1363. Erneuerung und Erſtreckung des Schmal⸗
taldifchen Bunde
Befindet fich beym
p. 141. und in Lünige Reichs, Arc). pare. /pec. cont. 1.
3264. Ded Schmalkaldifchen Bunds Ordnung und
Verfaſſung 228
a Hi den gleich vorher angeführten Dertern nachzu:
ehen.
1265. Vevers Herzog Heinrichs und Moritzens zu/
— Su Inhalt des fiebenzehenten Theis
1257. Luther Schrift: Epempel, einen rechten] Sachſen, wegen ihrer
| Pag. 122]
Sie wurde unter diefem Titel zu Wittenberg 1542. 4. |
„1061|
1269. Der
cap, 23, P, 1208, ein: |
I 223
Sortleder c. 1. Zr. VIII. cap. 9, |
p. 1327. in Dumonts corp, diplom. som,1V. part. 11.
den
Schmalkaldiſchen Bund 252
©. im Sorcleder, c. 1, Zbr, VIIL cap. 10. und in Du:
monts corp, dipl. som, IV. pars. 11. p. 146
Einnehmung in
1266. Verftändniß zwifchen König Chriffian von
Daͤnnemark, und Churfuͤrſt Johann Zrieberich
zu Sachſen 254
Steht im Sortleder c. 1. libr. VII. cap. 13. p. 1342.
in Dumonts corp. dipl. som. IV. pars.1l. p. 162. und
in Lünigs Reichs⸗Arch. parz, /pee.conr,1, Sortf ll,
P: 20 ‘ }
7»
Der zweyte Abſchnitt.
Bon den Handlungen des Königs in Engel⸗
land mit den proteflirenden Ständen.
1267. Philipp Melanchthons Schreiben an König
2
Heinrich den VIIL. in Engeland 26
Es befindet fich in feinen ep. br. L. p. 45. nach Peu⸗
cers Ausgabe. Indem der Here. von Seckendorf die
ganze Handlung des Königs in Engelland umſtaͤnd⸗
[ich erzehlet, fo gedenket er auch dieſes Briefs, 2if.
Luth, libr. Al. p. 110, j
ae Ranfer Carlö bes v. Mandat an ben Chur- 11268. Butheri Schreiben an D. Barues, darinnen
er der Eheſcheidung des Koͤnigs in Engelland
wiederſpricht 66
Iſt in Buddei /uppl. epiſt. Lutb. p. 289, und auszugs⸗
we — biſtor. Luch. libr. IlI. p. 112, an⸗
zutreffen us Sa DR FRE
Proteſtirenden Befandten Schrift an
König Heinrich in Engelland
124
1270. König. Heinrichs dee Achten den proteſti⸗
renden Gefandten übergebene Antwort 302.
Beyde Dociimenten bat Gilb Burner in biß. reform,
ecel. Anglic, part, 1, add. n. 7.8. p. 252. mitgetbeilet.
den Ehurfürften zu Sachfen, den Gefandten bey
der Abſchieds-⸗Audienz mitgegeben 329
Iſt aus Serhendorfs 539. Zurk, libr, 1, p. 180, gez
‚nommen. 2
11272. Erteoet eined Schreibend des Churfürften
zu Sachen, und Landgrafen zu Heffen an Kö:
nig Heinrich in Engelland. 1330
Bey diefem Schreiben hat Melanchthon die Feder ge:
fuͤhret Der gegenmärtige Auszug iſt wieder die Wie⸗
dertaͤufer gerichtet, und von Seckendorf der hiffor.
Luch. libr,\l. p. 181, einverleibets von El. Frick aber -
in der verdeutichten Seckendorf. biß. Zurh, p, 1678.
© ‚Überfeget worden, woraus man ihn hier abgedruckt.
1273. Melanchthons Schreiben an König Heins
rich, den nach Engelland abgefertigten Geſond⸗
ten mifgegeben 333
Iſt in Burnets bi, reform. each, Angl. part. l. add.n. 6,
p. 249. befindlich. |
1274. Inhalt eined Edicts, darinn über der paͤbſt⸗
© Tichen Lehre zu Halten, ernftlich befohlen wird 340
$ —— ——— an dem angeführten Ort pars. I,
#er.ill, p. 144
2275. Ger
7
908 Anzeige der darinnen befindlichen Documente,
*
ET TEE TERN ET TEE SE ;
1275 Gedicht von einer Aenderung in ber Lehre,
1
!
treffend
- die Lutherus und Melanchthon vorgenommen
Daben — y pag · 342
- Diefe erdichtete Schrift hat Seckendorf im I Luth,.
libr.Ul. p. 228. aus dem Wepmarifchen Archtv ganz
eingeruͤcket, und davon eine ausführliche Nachricht
smitgetbeilet. Und ob er gleich bedauert, daß er in
gedachten Archiv die Antwort Lutheri und feiner
Eollegen nicht habe finden künnen ; fü bat er Doch die⸗
ſem Mangel durch die beygefügte und aus der reinen
Bekenntniß butheri genommene Anmerkungen eints
germaffen abgeholfen. Eben daſelbſt p. 229. gedenkt
ee auch einer Deutichen Ueberſetzung dieſer Schrift, Die
gleichfals in befagten Archiv Liege, und bie Weber:
ſchrifi habe, als menn fie von Churfuͤrſt Joh Frie⸗
derich dem Kaͤhſer wäre uͤberſchickt worden; in man:
ghen Stuͤcken aber von dem aus Engelland uͤberſchick⸗
en Lateiniſchen Exemplar abgehe, welche Aenderun⸗
‚gen Seckendorf zugleich anzeiget. Der. gegenwaͤr⸗
tige Deutſche Abdeuck iſt nach Frickens Ueberſetzung
aus deſſen verdeutſchten Seckendorf. Zift. p. 1770.
0. degg. geſchehen. Am Schlug fol es heiſſen: Gegeben
— eutſchland ꝛ·. —
1276, Lutheri, Jonaͤ, Pomerani und Melanch⸗
thonis Bedenken, wie man ſich gegen den König in
Engelland zu verhalten babe 345
Steht in dem Suppl. zu den XXI. Theilen der
Zeipz. Samml: der Schriften Lurberi, VNrum. 159.
> 9. 87. Das vornehmfte daraus ersehlet Secken⸗
» Dorf in Luch. dibr. M..p. 226. Hier iſt
Verſehen nach dem Zitel das Tahr 1538. an Hatt
1539. geſetzt.
2277. Lutheri mi \
ſchicktes befonderes Schreiben an den Churfuͤr⸗
ſtten zu Sachfen
gi ; 350
> Befindet fich an dem gleich vorher angeführten Set.
2378. Melanchthonis Erpofkulation an den König
in England 353
Man trift fie in feinen Werken rom. IV. am Ende: in
© Peselii colled. pars.1,p. 343. und in Melanchtho⸗
nis epiß.Äibr. 1 p.Sı. nach Deucers Edition an, in
welchen legteen jedoch unrecht das Jahr 1529. ge:
fest if. Aus dieiem Schreiben bat Seckendorf das:
jenige, mas zus Hiſtorie gehoͤret, extrahiert cd. dir. |:
. All, p.227, ;
»279. Lutheri Schreiben an den Vicecanzler D.
Bruͤck wie weis dem König Heinrich in er
a 3
keln nachzulaffen fen —
1280. Lutheri Fuͤrbitte an den Churfuͤrſten zu Sach⸗
fen fuͤr den von Engelland abgeſchickten D, Anto⸗
num — un 1369
1281. Lutheri Schreiben an Churfuͤrſt Johann Frie
derich die Engliſche Botſchaft unter andern be⸗
Diele
. Th.der Schriften Autheri um. 31. Br7s. Au
aus
t vorſtehendem Bedenken abge⸗
—— * ——— 368 Vo
drey Briefe find in, dem Suppt. su den Leipz IM,
m
334: 976. Num.37. p. 77. anzutreſfen. Weil man 128%
55
» den nach dem bereits gefchehenen Abdruck der vor»
bergehenden Documenten wabrgenommen, fo iſt Die:
fes die urfach, warum fie hier nicht in ihrer gehoö⸗
rigen Ordnung erfcheinen. U fie eigentlich hin⸗
aebören, if im Werk ſelbl angezeigt.
| Der dritte Abſchnitt.
Bon den Handlungen Königs Franciſci des 1,
in Sronfreich, mit ben Schmalkaldiſchen
Bundsverwardten,
1282, Des Königs Franeifi I. in Frankreich
Schreiben an die Churfürften und Stände des
Reichs vom Eoncilio und andern Artikeln 370
Steht Lateinifhin Sreheri ferips. rer. germ, tom. Ill.
p. 295. und Deutich deym Sortleder von den Urſa⸗
chen des deutfchen Rriegs som. 1. Jibr. 1. cap. 18. p.82.
Den Inhalt erzehlen Sleivanus de far. rel. libr. 1%.
pP. 232. und Gedendorf in biff, Lurb. libr. U. p. 104,
1283. Spalatini Erzehlung, was der franzoͤſiſche
Gefandte Langaͤus mit dem Canzlar Bruck und
den andern gehandelt 378
Iſt beym Sedendorf Zbr. Ill. p. 105. und in Frickens
deutichen Seckend Zift. p. 1447. ſeqq. befindlich.
1284. Königs Francifti Schreiben an Melanchthor
nem, darin er ihn nach Frankreich einladet. 383
Man trift folches in Melanchthonis e⸗iſt. libr.1. p. 70.
‚nach Veucers Herausgabe, und in Soldaſti conſt. imp.
Aler Ill. p. 560. an. Seckendorfgedenft deffelben dir.
. P. 107. N,
1285. Melanchthonis Bitefehrift an den Churfuͤr⸗
ften zu Sachfen, daß er der Religion wegen nach
Sranfreich reifen dürfe 384
. dem Vi. Altenb. Th. p.1428. md XXI. Leips. p. 88.
einverleibet. EN
1286, Lutheri Schreiben an den Churfuͤrſten, Dies
f ind die Reife nach Frankreich zu nr
a 38
Befindet ſich ebenfals in einigen deutſchen Semms
lungen der Schriften Lutheri, als der Kiel. 11;
Th p.350, Alt. VI. 9.491. Leipz. XXI. p. 89.
1287. Melanchthonig Entichuldigungg - Schreiben
an den König in Grankreich, daß er. bie verlangte
Reife einftellen müffe 8887
Steht in feinen epsß. Zibr. L. p 71. und in Pezelii colled.
part.i. p. 218. Man conferire Seckend. Zr. IIl.
"Bs107. z R '
Das achtsebende Capitel.
Von der durch verſchiedene Unterredungen
Zuſammenkuͤnfte und Reichstaͤge geſuchten
Religions⸗Vergleichung.
Dert erſie Abſchnitt.
dem Convent zu Frankfurt, Schmalkal⸗
den und Hagenau.
Lutheri und anderer Bedenken von der Ge
genwehr
\
-s6 IInhalt des fiebenzehenten Theils‘. *. (
genwehr / vor der Reife des Churfürften zu Sach⸗
fen auf den Eonvent nach Frankfurt abgefaßt
TRUE pag. 389
Wo dieſe zu finden feyen, iſt im Werk felbft angezeigt.
1289. Lutheri Ermahnungs⸗Schreiben analle evan-
diſchen Artikeln, die in jetztgedachtem Jahr zu Wir:
temberg in 4. herauskommen, angehängt, welche Edis
tion man bier bey der Hand gehabt. Vermuthlich
iſt Lutherus ſelbſt der Verfaſſer dieſes Bedenkens.
1296. Lutheri Schreiben an den Churfuͤrſten zu
Sehfche Marcherten ch a u welchem er vorſtehendes Beden⸗
Ba 2 Da a 2ken uͤberſendet 9429
ie» &
a ne dl
Leipz. XXl.p. 306. beiindlich. * JJ a
1290, Lutheri Schreiben an Melanchthonem nach 1297: Lutheri Sthreiben an den Ehurfürft Johann
Frankfurt | 392 | Briederich, fein Erfiheinen zu Schmalkalden be:
Diefes Schreiben hat der Herr von Seelen aus Lu:
theri Avlographo zuerſt bekannt gemacht, und feinen
detic, epiftolie. p. 1. mit Anmerkungen einverleibet,
"woraus man folches ins Deurfche uͤberſetzet, und in
diefe Sammlung der Schriften Lutheri gebracht.
1291. Melanchthonig Schreiben an Brentium von
dem Konvent zu Frankfurt 395
Aus Melanchthons lbr. epiſt Lugd. Bat 1647. exculo,
1292. Bergleichung zwifchen dem Kayfer Carl bem
V. und dem König Ferdinand, eined und Den
Augſpurgiſchen Confeßiond- Verwandten ander | mus Berfehen das Tahe 1530. ffatt 1540. gefeßt Matı
Theils leſe nach Serkend. bi, Zurh, p. 1940. nach Frickens
Steht beyin Hortleder zom.!. Zibr.1. cap 32. p «26. in Ueberſetzung Kae h
Zünige Reiche Arc). pr. gen corz.\. D 635. und 1299. Der Evangelifchen Antwort, die fie dem
in Dumonts corps dipl, rom. IV. parz. 1. P- 187. | Grafen von Manderfcheid und Neuenar auf dem
& Man leſe davon nach Seckendorf Zr. ll. p. 2u3. en R
x ante San: ; Schmalfaldifchen Eonvent übergeben 432
1295. Herzog Heinrichs zu Sachſen Befehl an bie Diefe Schrift kam 1540. befonders heraus, und zwar
treffend —— 430
Aus dem gleich vorher angeführten Ort Num 165.
A
1298. Lutheri Schreiben an feitte damals zu
"Schmalkalden fich aufhaltende Collegen 431
deburg 1549. 8. gedruckt worden, und im Buddei
Juppl. epif. Luzh p. 269. deutich aber in dem IX. Alt.
Ch. p. 1589. und XXI. Leipz p.194. Was Lutherus
vom Käyferdarinnen gefchrteben, ti in dem angeruges
nen Alt. Th. weggebtieben, und in dem Leinz;tft
SE Er
j
unter folgendem Zitel: Des Churfürften zu Sach:
Stebt Pateinifch in Stacit ep: Lurb, XV. die zu Mage
+ ver Stadt Leipzig p.407. aus dem Mipt. mitge:
t
1294:
theologifche Facultaͤt zu Leipzig, ziwey Tragen zu
beantivorten 406
Nachdem Känfer Carl der V. den Chur: und Foͤrſten
durch den Erzbifchof von Lunden zuentbieten laffın,
er wolle, den Frieden herzufielen, um die Mitte
des Januar. 1540. eine Zuſammenkunft veranleffen,
fo Iieß. vor derſelben Herzog Heinrich von feinen
Theologen ſich belehren, und zu dem Ende dielen |
> Befehl an fie ergehen, welchen Herr D. Carl Gottl.
Zofmann in der ausfüprlichen Reformationsssift.
eilet.
: Caſp. Creuzigers Schreiben an Cafp. Bör-
nern zu Leipzig, als ihm diefer vorflehendes Schrei:
ben nach Wittemberg überfchicker 408
Iſt ebenfals in Herrn D. Zofmanns vorberangeführ-
ten Reform. Gift. p. 410. zuerſt und aus derfelben,
hiee wieder abgedruckt worden. D. Creuziger ge:
denkt darinnen feiner baldigen Zuruckkunft nach
Reipzig. Eigentlich it er Proͤfeſſor in Wittenberg
deweſen, und den Leipzigern vom Ehurfürften nur
eine Zeitlang geliehen worden, die Reformation bey
⸗
ihnen zu befordern-
1295 Bedenken ber Theologen auf den Tag zu
409
Bon diefem Bedenken geſtehet Sedendorf ibr. Ul..
Schmalkalden
p. 257. daß er ed weder in dem Weymariſchen Ar:
chiv, noch anderswo angetroffen habe ; man hat aber
2. dafelbige bereitd 1575. gedrukt, und den Sxhmalkal:
A
fen, Sobann Sriederich, und Philippfen, Lands
grafen zu Geffen Antwort, fo fie von ihrer felbft,
und ihrer Mitverwandten wegen, auf nächften
Verſammlungs-Tag zu Schmalkelden, Graf Dies
terichen zu Manderſcheid, und Graf Wilbelmen
von Veuener, auf ihr Antragen, der Religion
belben gegeben. 4. Welche Edition Gern, von
der Zardt in Aue. Lazb. rom. 1. p. 589. anführet 5
man trift fieaber auch beym Zortleder von den Urſa⸗
chen des Deutichen Kriegs, zom.l. libr. V. cap. 9.
p. 1124. und in Spelatinianzal. p.381. wiemol ziem⸗
lich unterfchieden an. Denn da Granvella verlang:
te, man follte dasjenige, was von ihm Darinnen ges
meldet worden, hiernechſt die Anrede an Käyf. Mai.
anöftreichen, fo ſtellet Zortleder diefe Schrift jo
dar, wie fie an dem Kaͤhſerl. Hofe mag übergeben
morden ſeyn; Spaletinus hingegen £peilet fie in -
derjenigen Geftalt mit, in welcher man fie zuerſt
entworfen. Und fo hat fie auch Melanchthon ins
Lateiniſche überfeget, wie man aus feinen epiß. Zbr. 1.
p.122. nach Peucers Edit. fehen fan. Ausihm hat
fie Seckendorf feiner böß. Zerb, libr. UN. p. 262. ſeqq.
voltändig einverleibet, auch vorher p. 257. einer
franzöfifchen Ueberſetzung diefer Schrift gedacht. In
. dem gegenwärtigen Werk hat man fie aus Spala⸗
tini angeführten annalibus abgedruckt. Man con=
ferire Sleidanum de far. rel, libr. XIL, p. 326. alwo
ber Inhalt meitlauftig erzehlet wird. >
1300, Melanchthonis Schreiben an Lutherum von.
E den
—— — — —
ill un Anzeige der — befindlichen —— 57
* en anblingen der Zufammenkunfe? in Schmal: |- gung des längern Ausbleibens des Herrn von
ı pag. 451 | Granvella 505
1310. Des Herrn von Granvelld Schreiben an *
— darinnen er feine ſpaͤte Ankunft —
iget 50
1311. Kaͤyſer Carls des v. Credenzſchreiben an die
—— Fuͤrſten wegen Herrn von or
vella
1312. Verzeichniß der Gefandten und Perfonen —
zu Worms bis auf den 4. Novembr. angekom⸗
men 509
Dieſe von 1307 = 1312. vorkommende Documenten ſte⸗
hen alle .in Herrn Röders gleich vorher angefähr-
ten Schrift de co/logu. Wormae. p. 39. fegg.
1313. Melanchthonis Schreiben an Veit Dieterich
511
— N Schreiben an Joachim —
— . Eben deſſelben Schreiben an Veit Dice
514
Die benden, die an Veit Dieterichen gerichtet Ann ;
ſtehen br LEE epiff. Melancht. weldıe Job. Sau:
bertus zu Nuͤrnberg 1640. herausgegeben : das an
Esmerarium befindet fich Zibr, IV. epifl. Melanch,
-p. 771. edit, Londin. zuianmen aber find fie beym
Röder ce, 1. p.48.feq. anzutreffen.
1316. Auszug eined Brief Lutheri an ae
nem
1317. Lutheri anderweites Schreiben an Melaß
thonem 516
Begyde Briefe hat Joachim Weſtphalus, Prediger zu
Hamburg, der Aeynung Cutheri von den it:
teldingen, die er 1550. 4. herausgegeben, beydrucken
laffen, woraus man fie hieher gebracht.
1318. Melanchthonis Schreiben an Camerarium
falde
Bin in feinen epiß, — l.p
1301. Kayfers Carl des v. Yusfehreißen zu einer Zu:
— nach Speyer; oder von dannen
agenau
1302. *Chuefürft Johann Friedrichs zu Shen
und Landgrafen Philipps zu Heſſen Antwort auf |
das Kaͤyſerl. Ausſchreiben 456
Sind beyde zuſammen 1540. in 4. beſonders and Licht
getteten, wie von der Zardt in aur. Luth. com. .
. 390. angemerkt; hierauf aber von Zortleder rom.l.
dibr 1. cap. 33. p. 130, undLünig in /pieil, eccl, cone.l.
p- Iır. fegg. wieder mitgetheilet worden. Derfelben
— Sleidanus Zr, XUl, p. 340. und Secken⸗
orf Libr. I. pP» 258,
Br Butberi Schreiben an den Chuffuͤrſten zu
Sachſen, das Colloquium zu Hagenau betref:
- fend 463
Befindet fich in den Deurfchen Theilen Lurberi, der
Wittemb. XI. p.304. Jen. Vlll.p.43. Altenb. VI.
P.422, Leinz, XXI. p,366, extraetsweiſe aber beym
Seckend. Lör, Il. p. 281.
1304. Der päsftlichen Geſandten Jede vor Kayfı
und Könige. Majeſt 465
Iſt volſtaͤndig ın Aaynaldi annal, tom. XXI, ad ann,
1542. Qu. is. anzutreffen, ang welchen fie Secken⸗
dorf Zbr, IV, p. 272, mit bepgefügten weitläuftigen
Anmerkungen einverfeibet, Man conferire bier
auch Sleisenunzbr, Xil, P-35. &
1305. Cochlai Bedenken , twieweit man fich zu Aug:
ſpurg mit den resfancen verglichen, und mas
"> man ihnen nachgeben könne 474
Beſindet fich gleichfals beym Raynaldo an dem an:
geführten Ort um. 49. fegg. und Seckend. Zibr. Ill.
p. 284. von dem es, gleichwie die vorhergebende
„Sant, mit gründlichen Anmerkungen verfehen wor⸗
dem t 8 — i ic. ecch. 1, Th. a.
en. Auch febt folches in-Lünigs pic. ecc 150. Woelanchthonis Schreiben an Baumgärtner
p. 450,
518
Das erfte von dieſen ſieht in ſeinen epiſt. libr. IV. p. 773.
Von dem Colloquio zu Worms. nach der Londniſchen Edition : das andere in Zibro
epiftol, Luga. Bat, DCXLVII. excufo p. 280. von beys
16. Bedenken auf den Tag zu Worms geflelt ben hat Here, Köder c.1. p. so. 55. einen Ertract -
wie auf der Proteſtirenden Seite in bevorfiehen-| mitgefbeilet. -
dem Colloquio zu handeln 494 1320. Inhalt der Rede, die der Herr von Gravel⸗
Es kommt Lateiniſch und Deutſch vor, ſowol in-Pe:| Ta zu Worms an die Stande gehalten 519
zelii corfl, p.135. 394. old auch) in des Heren Job. 1321. Antwort der Stände auf die Nede ded a
Paul Röders, Kectoris zu Nürnberg, Schrift de von Granvella :
gollaguie Wormatienf, die er aus dem &bnerifchen |
Mfpt. verfertigef, und in vorigem Jahr ans vicht 1322. Der Präfldenten vorgefchlagene Artikel *
Der — Albſchnitt.
deß euen p. 36. faq. — die Form, wie das Geſpraͤch —*
1307. a der Proteftation, vor dem — 3
zu⸗Worms eingelegt ne Untwort der Proteſtirenden auf ber er *
308. Kayſerl. Defepl wegen des Herrn von ara gen vorgefchlagene Artikel
vella 1324. Der ng andere Antıvort dei Ge.
Bes: Kayſerl. Majeſt Schreiben zur Ensfepuibi ſpraͤchs Form halb 538
&utberi lage 17. — u — 1325,
\
—
Seits zum Geſpraͤch verordnet worden 533
1326. Verzeichniß der — und
‚auf den Sag zu Worms
1327. Austbeilung ber paͤrſtlichen Stände zur&e 1339» Der Präfibenten Räthe Antwort auf bie — |
ſpraͤchsſeßion verordnet 538
Me diefe von yaum, 1320 = 1327. vorkommende GStürte
ſind aus der Röderifchen Schrift de oollogu, Wor-
“mat. p.5ß’ ſegq. genommen.
1328. Des paͤbſtlichen Nuntii Campegii in der
Verſammlung der Staͤnde gehaltene Rede 539
1329. Des Maynziſchen Canzlers, D. Jacob Reu⸗
ters, Antwort auf Sampegi Rede 541
“ Steben ebenfals beym Röder c. 1. p. 82. fi Man
trift Diefe Reden atıch in derjenigen Schrift an, die
zu Maynz vonden Colloquio zu Worms herauskom—
men unter dem Titel: de collegwio Wormatienf bre-
ae Apofolicum.S.D.N. Pauli papa Ill. exhörzatio R,
D, Thoma Campegii, epifcopi Feltrenfis, casalogus ora-
zorum et theologorum, gui ad colloguium mifh fuerunt
MDAÄLI, Moguntia ad. diunm nee excudebat
S Francifeus Beben in 8.
- 2330. Die Antwort an den vefticen Sefandten |
in der Sufammenfunft zu Worms, davon De
lanchthon der Verfaffer if 541
Iſt in Pezelii confl, Phil. Melanchth. p. 423. in Me⸗
lanchthonis epif. Zibr. 1. p.173 nach Peucers Edit,
und beyim Röder de collogn. Wormat. p. 83, befind:.
lich
“3331. Der Srotarien und Gubftituten Eyd SAT.
3332. Der Augfpurgifchen Confeßions⸗Verwandten
“perordnete Notarien zudem Gefpräh 548
1333. Antwort der Broteffanten, ven Eyd der
tarien und Subſtituten betreffend
1334. Antivort der Praͤſidenten den Eid der *
tarien und Subſtituten betreffend.
1335 Der Proteftanten begehrte Laͤuterung nechft
gegebener ber Prafidenten Antwort
- u Diefe Doeumenten von Num 1331 = 1335. hat Dr
Roͤder feiner Schrift de codogn._ Wormat.
ſeqq aleschfals einverleibet, ‚auch von jedem I
eine lateiniſche Ueberſetzung mitgetheilet.
1336. Geſpraͤch, welches mit dem Herrn Granvell
des Eyds halben gehalten worden 557
vateiniſch ſtehets beym Röder p. 93.
1337. Der Proteftivenden Theologen Bittean Gran⸗
"Thbalı >= PRSEER Pen Tori?
u 2 ED RL
1325. Big der Perſonen, die proteftantifcher , 1338. Melanchthonis Schreiben an Herrn Nicola⸗
um, Granvell pag st
©. beym Pezelio in.confl. Phil, Melanchthani: p- 419:
in Melancht honis . libr, Il, p. 227. nach. der
Londniſchen Edit. wie auch beym Röder c. 1. p.109.
gehr die Sack zu fördern
1340. Det proteſtirenden Stände Bericht, auf =
Prafidenten Erklärung
| 574
1341. Der Proteftirenden Antwort, die Finge
der Stimmen belangend
—*
578
Sind alle drey Stücke lateiniſch und deutſch im Ra
der c.1. p no. feng. befindlich.
1342» Antwort der Proteſtanten, dem Grafen von
Manderſcheid,/ und. den Pfaͤlziſchen Raͤthen er⸗
theilet 979
Steht auch und d zwar Inteinifch im Röder p. 118.
1343. Der Präfiventen Antwort auf der Protefli:
renden übergebene Schriften _ 533
1344. Der Proteſtirenden Antwort, die Stimmen |
belangend 584
Sind ende aus Roͤders off angeführten Schrift ab-
gedruckt, weicher fie p. 120. fegg lateiniſch und deuiſch
mitgetheilet. Deutfch befinden fie ſich auch in Spas
latini annal, refar. m. p. ZB8-S1l,
1345. Der Praſidenten fernere Antwort auf der.
Proteſtirenden Schrift
585
1346. Der Proteflirenden fernere Antwort 586
Bender Theile Antwort iff aleichfals Iateinifch und
deutſch beym Röder p. 124. fega. anzutreffen.
1347. Bergerii Rede an bie Gefandten, fo zu Borme
zufammenfommen 588
Es iſt dieſe Rede, wie Herr Röder p. 35. fehreiber, zu .
Denedig 1542. befonders gedruckt vorhanden. Und
meil ibın ein gedrucktes Eremplar bayon eommuniz
eiret worden, fo hat er fie nad) demfelten solfkandig
an den angezogenen Hit p. 84. einverleibet. Aus
ihm iſt fie in gegenmärtiges Werk gebracht. worden,
nachdem man fie vorher ing deutſche uͤberſehet
1348. Melanchthonis Schreiben an Camerarium
von den Handlungen zu Worms > 606
1349. Melanchthonis Schreiben an Lutherum von
der Wormfifchen Zufammentinfi' * 668
Diefe zwey Briefe sielanchthonis find in feinen epiß.
libr\V, p.771. und Zbr, 1 p yı. nach ber Rondnifihen
Edit. wie auchbeym Röder p, 49. 55. nachjufeben
- vell und Die Prafidenten in der andern — und 1350. Melanchthonis Fortſetzung der Wormſiſchen
Geſandten beygelegten Begehr 559
Die Bitte der Theologen ſelbſt — fih , weit fie‘
ohne Zweifel Melanchthon aufgefegt, Tateinifch in
Melanıhrhonis epif p. 229. nach der Penduikhen
Heraufgabe; das ganze, Document aber bat Roͤder
eis dem Ehnerifihen Manufeript lateiniſch und deuufch | |
Saböruden laffın, und in ſeine mehrmalen angefuͤhr⸗
te Schrift de col/ogu. Wormas, p. 101. feag eingerückt.
Es ficht auch in Spalatini anal, reform, p, 478.
wiewol nach einer andern deutſchen Verſion.
Geſchichte an Lutherum 611
1351. Melanchthonis Schreiben an Camerarium,
ehe die Unterredung ihren Anfang genommen 613
Befinden fich beyde an den gleich vorher angafubusen
Dertern.
1352. Haͤyſerliches Refeript an Granvell, daßdas
Coll oquium aufgeſchoben werden ſoll 614
| Sieht lateiniſch deym Röder p. 133.) FR ui, in
Spal Ar
are re
0 md Anzeige der davinnen befindlichen Documente,
spalatini aunal. p. 521. aus welchen letztern es bier
„micber abgebruckt worden. _ Hr
1353. Das Geſpraͤch, welches zwiſchen Melanch⸗
thöne und D. Eden zu Worms gehalten wor:
De 466
Dieſes Geſpraͤch iſt lateiniſch und deutſch ſowol beſonders
edruckt als auch andern Schriften einverleibet wor⸗
9 dem Latelniſch gab es Melanchthon ſelbſt heraus,
doch ſo Daß er der Wormſiſchen Geſpraͤchs⸗ Hanblung
einige zum Regenſpurgiſchen Reichstag gehoͤrige Do-
. seumenten, Dienun bald werden anzuführen ſeyn, mit
angehänget. Dieje Edition, weiche HZerm. von der
Zardt in aur, Luth. tom, 1. pı 420, beinerft, und ich
elbſt bey der Hand habe, hat folgenden Titel: Collo-
Quium Wormatienfe, in titnlum (540. auctoritate in-
; imperat. Caroli V, Angufli, ad dirimendas
_tonsrouerfas ecclefaftwas. _ Ada Rarisbonenfa, ad-
“ NN zungenda editioni proxime, Demanifeflisabufibus po-
on Iteflatis pontificie. De manifeflis abufıbus ecclchafti-
eis er emendatione, Refponfiones principum verinsque
© partls de Ratisbonenf colloquio, Cum prf, Philippi
.. Melanchth. Witeb, 1542: 4. Man trifts aber euch in
ateiniſcher Sprache in Melauchthonis oper. zom.IV.
#70 9.644. und beym Röder de co/logu. Wormat. p. 124
Fan. Melanchthonis Vorrede ſteht auch in feinen
epif}. p. 74. nach) der Londniſchen Edit. Die erfte deut:
ſche Herausgabe, die ebenfals bey der Hand ik, und
nebit dem Wormſiſchen Colloquio die Negenfpurgis
ſche Artikel und Gegenartifel ze. darftellet, führet
dieſe Aufihrift: Alle Sandlungen, die Religion
belangend/ fo fi) 3u Worms und Regenfpurg
auf gehaltenem Reichstag des 541 Jahres zu⸗
getragen, nemlich, das Buch, welches Ray:
” ferliche Majeſt· zu Regenfpurg bat laffen fürle:
gen, als einen Weg und Mittel zur Sinigkeit
an der Religion, ſamt den Gegenartikeln und
Antworten, jodarauf gegeben.
zu Worms fürgenommen im Jahr ısaı. Beden:
en von der Reformation der Kirchen, gefteller
durch Phil. Melanchthon. Wittenb. 1542. 4.
“0 lk°p, 244. gleichfals gedenket. Hierauf hates ort:
. keder von den Urfschen des deurfchen Arieges
7 20m. I. KbrI. cap. 56, p.174. nach der deutichen Leber:
. ferung MEI. Schönfelds, Dia. der Stadt - Kir:
„he zu Weymar, wieder mitgetheilt, Den Inhalt
dieſes Gefprahs erzehlen Seckendorf in biß. Lurh,
u libr. III. p. 297. und Selig in der Gift. der Aug:
2
+, fpurg. Confeßion libr II.cap.2.$.4.p. 508,
1354. Bergleichung des Artikels, die Erbfünde
betreffend ; 689
1355. Abſchied zu Worms auf den 18, Januaruͤ
Anno 1541. geſtelt 689
"2356. Abſchied der proteffirenden Raͤthe und Ge:
lateiniſch 6
ben und deutſch heym Röder c, I
3357- Melanchthonis Briefe an Veit Dieterich,
Joach. Camersrilim und Hieron, Baumgärtner
von ber gehaltenen-Unterredung zu Worms 692
-
*
Das Seſpraͤch
welcher Edition von der Zardt iN au, Lurh. vom.
=
5
Der erſte befindet fich in Melanchthonis zpif. Zibr. IV.
nach Sauberti Hrrausgabe: der andere in vol, epiff.
Melanchthonis ad Camerar, p. 354. Der dritte in epß.
Phil. Melanchthonis, die zu Lehden 1547. 8. gebruckt
‚worden, p.1o1,, Und aus dieſen angejogenen Dertern
bat fie au Röder p. 47. sı. ss. mirgetheilee. Die
Hiftorie diefer zu Worms gehaltenen VBerfammlung
haben Sleidanus de Par. rel.libr, XIII. 9333. Se: _
ckendorf in biff, Lurb, libr, III, p.294- Spalatigus
in annal. ref. p. 441. ſeqq. Selig in der gift. der
Augfpurg. Conf, Zibr. M. cap. 2. p. 506. am ads
führlichften aber der mehrmalen angeführte Herr
Röder in feiner befondern Schrift de corbogu, Wer-
mat, erzehlet. \ 8
Der dritte Abſchnitt.
Von dem Reichstag zu Regenſpurg 1541. und
dem daſelbſt angeſtellten Colloquio.
1358. Des Kaͤyſers Carl des Fuͤnften Geleitsbrief
fuͤr den Churfuͤrſten zu Sachſen, und Landgra⸗
fen zu Heſſen, auf den Reichstag zu Regeuſpurs
$
Iſt ſowol beſonders im Nabe. ısgı. gedruckt worden; AR
auch nunmehr in Lünigs Reichs - Arch, parr. Spec.
.cont. I. p. 600. und In Spalstini anzal, p, 532. an⸗
zutreffen. I 2
1359. Lutheri Schreiben an Fuͤrſt Wolfgang von
Anhalt, deffen Reife nach Regenſpurg betref⸗
fend 6688
Befindet ſich in der Altenb. . Th. p.996. und der
“. Beipz.XAl.p.4093. % B
1360. Lutheri Schreiben an Ehurfürft Joh. Fries
derich, den Reichstag zu Regenfpurg ——
99
S. im Suppl. zuden Leipz. Th. der Schriften Luthe⸗
ri, vium. 169. p.92- —
1361Kaͤyſerl. Maj erſter Vortrag anf dem Reichs⸗
tag zu Regenſpurg, ſo viel die Religion belangt
— 700
Steht lateiniſch in den Aeten des Regenſpurgiſchen
Colloquii, die Martinus Bucerus unter folgen⸗
dem Titel herausgegeben: Ada colloquti in comitiis
.. imperii Ratisbone habiti, h. e. articuli de religione
conciliati et non sonciliati ommes, vt ab imperatore or-
- dinibus imperii ad indicandum et deliberandum pre-
pofsti ſunt; confulta et aeliberata de his affis impe-
Aoris fngulorum ordinum imperii et. legati vomani
et quedam. alia per Martinum Bucerum Axgentor.
. menf, Sept. 1541. 4. und Weſel 1541. 8. deutſch ‚aber
beym gortleder, der die von Bucero beichriebene
Handlungen des Regenſpurgiſchen Colloguis feinem
Werk in ihrer Bolltändigkeit einverleibet hat,wom. I. _
libr. I. cap, 37. 2.203. Den Inholt von biefem Kay _
feel. Vortrag erzehlen Sleidanus Zibr. XIH,p 350:
Seckend, ihr. III. p.355. und Selig libr. II. cap. 2.
_D.5'0. e * a [3 P)
1362, Antwort, fo Kayferlicher Majeſtaͤt die pro⸗
teſtirende Staͤnde auf ihre erſte Propoſition ge⸗
2 Baer; 70
ben d
DE 1363, Rüys
— Kaͤyſerl. Najeftät Imewort. „den pronen |
den Stauden übergeben pag. 7
1364. Der Proseftirenden Antwort auf Kari erl.
Majeſtaͤt Begehren 716.
1355. Antwort, ſo Kaͤyſerlicher Majeſtaͤ die, an
deren Staͤnde auf ihre erſte Propoſition
> ben
1366. Dir Kaͤyſerlichen Mei eſtaͤt Eroͤfnun —
— 1372. Lutheri Schreiben au Churfuͤrſt Joh. Feier
Perſonen, ſo ſie zum Colloquio verordnet 721
1367. Supplication der zum ri ee IB
von der Proteftirenden Theil
13638. Der Proteffivenden Schreiben an Ränfel.
Majeſtaͤt, mit welchem fie vorſtehende Suppli.
cation uͤbergeben 724
Dieſe 7 Stücke ſind heym Bucero und Hortledern an
den gleich vorherangezegenen Oertern uachzufehen.
1369. Das von Granvell den zum Geſpraͤch Ver:
ordneten übergebene Buch, mit der lie
ten Gegenartikeln
Diele wichtige Schrift, insgemein das Regenfpurgifche
Interim genannt, iſt lateiniſch ſowol Buceri adis.
Alloqui Ratisbon. Davon wir zu Num. 1361. den voͤl⸗
ligen Titel mitgetheilet, als auch den Regenſpurßt⸗
fchen Yeten, die Melanchthon aus bicht geſellet, un:
ter dem Titel: AGa in conuentn RatiSbonenſi conti-
zentia hac , que fegunntur: librum propofstum de le-
dis colloquntoribus: articules oppoſicos certis locis in
kibro : refponfs tonem coniundlorum Auguflane confef:
froni de libro: prefationes quasdam, que in.licant va ıf-
Jass cur articnli quidam reprebenf Jin: re/ponfionem
ad Conzareni ae Witeb, per lofephum Klug
1541. 4. einverleibet. Neuerlich aber bat diefes Re:
genfpurgifche Interim auch in. Fateinifchee Sprache
Herr Ir Johann Erdmann Sie, im dreyfachen
Interim, das zu Leipzig 1721. 8. beranusfonmmen,
9.200. wieder abdeucken laffen, und die Hifkorie da-
von p.ı1.feg. vorgeſetzt. Demi) befindet ſih beydes
das Interim und der Proteſtanten Gegenicheift in
Melanchthonis deufichen Regenſpurgiſchen Arten,
die wir vorher zu Num 1355. mit ihrem völligen Ti⸗
tel angeführet, und beym Zortleder c.. p. zı9. fegg.
Der nenenmärttge Abdruck iſt nach jeßfgedachter Edi⸗
tion Melanchthonis gefiheben, von welcher die Su:
eerifche beym Sgortleder in manchen Stüden abge:
bet, ° Doch if noch behzufuͤgen ‚Eckens apologia pro
renerendis et allufer ibus principibus catholicis ac aliis
erdinibus imperit aduerfus mucores et calumnias Bu-
. #seri fuper adis comitiorum Ratisbone. Apvlogia-pre
reuerendif], Sed, Ap. Legato et Cardinale Cafp. Contare-
MO,
auch anzutreffen. Wer der Urheber vor befagfem.
Interim fene, unterſuchet Seckend Zisr ZI. p. 350.
Manceonferive auch Srickens deutſche Seckend gift.
- 9.1975. fg, und Saligs Gift. der Augfp. Conf. dibr,
II. cap. 2. p. sıı eng.
70. Lutheri Bedenken am den Canzler Brüsten,
wegen der Religionsvergleichung 83
Eteht im Suppl, zu den Zeips, Th, Luth Num vo
=
v
Ingolitad:i 1542. 4. alwo p, 4. dieſes Anterim |
Tu.
Br '$ ud dem Inhalt nad den Sehen. librs
15 1 Kutheri Schrift an Churfuͤrſt Johann Frie
derich, vonder Widerſacher Sophiſterey, und von
des Churfuͤrſten Zug nach Regenſpurg pag.837
S un den deutſchen Sammlungen der Schriften Ruthert,
als der MWitremb. XII. p. 307. Jen. VII p. 469.
Seckend c.1,353.
derich, Die Religions Vergleichung betreffend 842
©. im Suppl. zu den Leipz Th, Rum. ı71. p.93.
1373. D. Creuzigers Antwort auf vorſtehendes
Schreiben Lutheri an Pomeranum 844
IR aus Herrn EI. Sricks verdeutſchten Sedend, biſt.
Luzb. p 1985. genommen
1374. Ein auders Schreiben Lutheri a an den Chur:
fürffen die Religions: Vergleichung betreffend g45
Er fih im Suppl: zu den Zeipz. Th. rum. 174-
725) 137 “ Etticher Fürften Bersung an Lutherum we⸗
gen der Religions-Vergleichung 846
Steht indem Wire. X/1. p.304. Sen. VII. p. 466. Ale
VIT, p. 462. und Leipz:XAJ Ch. p. 495.
1376. Lutheri Antwort aufvorhergebende Werbung -
848
- ©, die Theile Lutheri an den erff angeführten Des
tern. Den Inhalt ſowol des Vortrags der Gefanbe
‚ten als auch der Antwort Lutheri erzehlet Seckend.
libr. III. p. 361. ſeq.
1377. Lutheri Schreiben an den Churfuͤrſten zu
Sachſen, darinnen er feine Meynung von dem
Regenſpurgiſchen Interim eroͤfnet 853
1378. Lutheri Schreiben an Churfuͤrſt Johann
— zu Sachſen, von den verglichenen Ar⸗
tikeln
Sind beyde im Witr. X7I. Th.p 307. Ten. VIZ. p. =
Ale. VII. p.084 und Leipz, XX7. p. 409. befindlich.
1379. Ein anders &xhreiben Lutheri an den Chur:
fürften von dem zur Religions Vergleichung oͤber⸗
gebenen Buch 857
Aus Dein Suppl. zu den Beips, CH. Num 178. 2.96.
1380. Wie Die Käyferliche Majeſtaͤt die Handlung
des Geſpraͤchs den Ständen zu beratbfihlagen
übergeben hat 858
1381. Erſte Antwort der Churfuͤrſten und Stande
über den vorgefeßten Kayferlichen Vortrag 860
1382. Der Kayferl, Majeſtaͤt Gegenantwort 862
Diele drey Documenten befinden ſich Iateinifh in Buz
cevi actis collogu. Razisbon. und deutſch beyin ortle⸗
der zom. I, libr, 1 cap. 37. 9.253 ſeq
1383. Meilanchthonis im Namen der Proteſtiren ⸗
den aufgeſetzte und der Käyfrlizben en
——— Antwort
Ait. PZI, p. 484. Und Leipz.. XXL. Th. p 408. conf.
nn. 1m Anzeige dev darinnen befindlichen Document. — ©
Bucero lic. p.ar und beym Zortleder p. 257. 1399, Kayferliches Atteffat auf das Zeugniß ber
u ige mA. 11 .: ur. 11 Mräfldent uhoͤrer, Julio Pflug und Grop⸗
rer ee
Dein ‚wie die eihgeriffe |] Sim Sorzleder som. L.libr.]. cap 37-p.337. Und libr.V.
en Bißbeäuche gebefert werden möchten, über: | are
— 5 ——— 1400. Des Eardinald Contareni Schrift an bie
Reichsſtaͤnde, daß fie die Religions Vergleichung
nicht follen aufein National Coneilium verſchie⸗
sen * . 95%
1401. Der. Stände Antwort auf des Noͤmiſchen
Legaten Anfuchen 953
1402. Die Schrift der proteſtirenden Prediger an
den Pabfklichen Legaten — — —: 95
Diefe drey Stücke find ebenfald des Buceri a@isp.102.
ſeqq. und behm Zortleder c.i.p 338. einverleibet. Bon
dem legten iſt Bucerus der Verfaffer.
1403. Abſchied des Neichätags zu Regenſpurg
Anno 1541. aufgerichtet 62
rer IR 3a“ j & — — 882
» ©.in Buceri afis p. 59. und beym Zortleder p. 26
* land Ehonis oBebenfen ——2
bee Kirchen iſt auch den Wormſiſchen und Regen:
ſpurgiſchen Handlungen, die oben zu Yrum. 1353. an⸗
— ag — I * Bi
1585. Kayſerlicher Majeſtaͤt abfchiedlicher Vor⸗
9 den Staͤnden vorgehalten 912
‚3380. Des Römifchen Legaten Antwort, der Käy-
ſerlichen Majeffar gegeben, von der Handlung
ee 916
‚387. Des Römifchen Legaten Schrift, wie er die
—* ipee und Pralaten zur Reformation ermah⸗
SER ÄR } N ; br 17
1388: Verantwortung der Prediger der Yeotelti
‚© zenden gegen die vorgefeßte zwey Schriften des
Pabfllichen Begaten — "920
89. Die dritte Schrift des Römifchen Legaten, |
in der er feine Antwort über die Handlung de Ge:
—
So weit er die Religion detrift, findet er ſich auch in
Buceri adfis heym Hortleder c.1. 9.343. F
1404. Der Käpferlichen Majeſtaͤt Declaration
uͤber er Br J Fegen harsiſchen Reichs⸗
Abſchieds den Proteſtirenden gegeben 099
ſprachs erklaret — Zortleder p. 345. in Lünigs Reichs : Archiv
ya unts ü 2 9923| ars. gen, cont.\. p- 661, und in Dumonts corps
1390. Der Churfuͤrſten Antwort auf Kayferlicher | diplom. zom. IV, parz.11, p. 210, er
2 Ma al nr 924 11405. Königs Ferdinand des I. Derlaration, den
1391. Der Profeflirenden Antwort auf der. Kaͤy⸗ Augſpurgiſchen Confeßiung Verwandten ertheilee
ferlichen Majeſt. Bedenken des Abſchieds hal⸗ BEE EN 602
—— 926Ih in Bueeri «#. beym Gortleder p. 346. befindlich.
Von der Regenſpurgiſchen Reichstags-Handlung ha⸗
ben auſſer Melanchthone und Bucero, deren Schrif⸗
ten zu Num 1353. 1361. 1369, angefuͤhret worden,
ausführlich gehandelt Sleidanus de flar. rel. libr.
Xi p.350, Seckendorf in biſtor. Lutb, libr .Ul.P-349.
Sri in der deutſchen -Seckendorf. gift. p. 1968.
Salig in der Zift, der Augfp. Conf. br. III. cap. 2r
p-509, welcher letztere daſelbſt p. 516. feq. noch meh⸗
rere Schriften von dem Regenſpurgiſchen Colloquio
3392. Der andern Fuͤrſten Antwort auf Kayferl.
Majeſt. abfehiedliches Bedenken i —
1393. Der Zrey» und Reichsſtaͤdte Geſandten
"Antwort auf Kaͤyſerl. Majeſt. abfchiedlich Be:
schenken VER Pr. 036
1394. Der Roͤm. Kaͤyſerl. Majeſtaͤt ander abfehieds
lich Bedenken — a, 1038 7
1395. Der Churfürften, Fuͤrſten und StändeAng| anſuͤhret. u
| u auf Kayſerl. Maj. ander abfihieblich Beden- | Der vierte Abſchnitt.
BR use... 941 Von dem zu Speyer 1542. gehaltenen Reichs⸗
Bo 2 uber der Kay: tag: yon den darauf — Berathſchlagun⸗
J Der BORDIE iche Sedenfen 942 gen wegen einer bequemen Mahlſtatt zu einer al⸗
2397. D- Esensfalfibe Zeugnißz bie er in der Bew | gemeinen Verfammlung, und von dem
ſammlung der Fuͤrſten wieder das zum Colloquio ausgeſchriebenen Concilio nach
| Bere — @; 944 Trident
3308. Juli Plugs und Sohann Groppers Schrift, 6 Keichstr —
‚Garimen leben Eüenbefgmeren = 944|"Cpweraufgedt > aa
niet, vom um 1335 1398. vorkommende | <yfin chen dieferm abe befonbers iu Maynz in fol
den mehentalen allegitte 8 und »Sorzlederm, an” gedruckt worden, weicher Herausgabe Zerm. von der
ans dem lehtern in GegenwÄrtigem ee in Anz. —— I. p. 419. gedenft, Hier
Ber le } a igs Reichs Arch
—* a u But na a — De Bars. ger,
93 2 1497.
Steht in Luͤnigs Reichs: Ardy. parz. gen. conr.1.p.644,. _
X
—
r
62
ten, darinnen er.verfchiedene Derter zur Mahl:
ſtatt eines Concilii vorgefihlagen, endlich auch
rident anbiette 29.1070)
Aus Sleidano de Rat, rel, libr, XIV. P.370.
1408. Pabſts Pauli des Dritten Bulla, d
>
*
‚mit er
1407. Inhalt der Rede des Paͤbſtl. Runcn Joh
Moroni, in der Berfanmlung zu Speyer gehal⸗
‚ein heilig und gemein Concilium nach: Zrident |.
ches im Weymarifchen Archiv lieget Hat Secens
vorfbieie Schrift wicdle rn ah der .
. Luzb, Übr. 1 p. 602, fegg. voͤllig einverleiber ‚nach:
' Dem er erſt das Avtographum mit Dem gedruckten
‚Eremplar genau conferiret.. In deutſchher Spras
be if fie nach zwey unterfihtebenen Yeberjesungen
sum Borjhein gekommen. Die e |
„Jones gemadf, und führef dem Titel
warum die Kirchen, welche Teine Chrätliche
*
angefeget Dat, 0 0 .. TOTE| amd dabey ewiglich zu bleiben, fich (duldik ad).
Man hat fie anfangs Befonders gedruckt, unfer dein Si: sen, und DR Denen id,
tel: 8. D. N. Paulli, dinina. presidenria. pape Ill.
bulle, facri oecumenici concilü „.Trisenti' celebrandi
1542. 4. darauf iſt fie des Cherubini Bullar, zom. l.
-p.753. und Linigs /bicil. ecclef: zom.I. p. 453. ein-
verleibet worden. - Ste ſtehet ‚auch, deutſch beym
KHortleder zom.t. libr,). cap. 38.0.352.
1409. Römiich Kapferl. Majeft. Carl V. Antwort
oe
auf Pabſts Pauli des Dritten Ausſchreiben, ein
= gemein Concilium belangend 108
Kam ebenfals befonders unter. folgendem Titel zum
Vorſchein: ve/panfo Caroli, V. imperasoris femper |
Augufti, ad lirteras/beatiffimi. domini noftri Pauli UL.
P. M. conwocatorias- conciläi,. Tristenri, celebrandi, \)
ſiehet / dahey bedienet,..Seckend, <.l. meldet zwar
dar d. 15. (25.) menfs Augufli 1542, 4. ©. vom der
Zardts Aut. Lath, tom. II. p. 312. : Sach einer Deut: ;
ſchen eberiegung hat ſie Zortleder zom. 1, Ziur.lecap, |
39. p.356 einverleibet.
‚410. Pabſts Pauli des Dritten abermafiges |
Ausſchreiben des Concilii zu Trident 1099 |
Steht in Cuͤnigs Reichs: Archiv Jpicil, ecel. cone, UN,
Blau ee et TERRA EN AR EN
1411. Was vor Ordnung und Ceremonien des
Pabſts Legation, Cardinaͤle und Biſchoͤffe, zu
Trrident verſammlet, in der Eroͤfnung des Conci⸗
Ti gebraucht und gehalten 1106
Sf aus Raynaldo von einem Anonymo ins deutfche |. >
— überieget, und mit einer Vortede und Randgloffen
verfehen worden. Und in diefer Geffalk findet man
3 der 13. Nov. ſtehet, welchen Fehler man bier im Werk
verbeffert
1412. Urſachen, warım bie Grande, fo der Aug—
ſpurgiſchen Eonfeßion anbangen, Chriftliche Leh⸗ |
ve erfilich angenommen, und endlich dabey zu |
SE
verharven gedenken ꝛc.
Dieſe Schrift hat Melauchthon ans Churfuͤrſtlichem
Befehl geffellet. Sie iſt zuerſt in lateiniſcher Spra⸗
che verfaſſet und beſonders unter folgendem Titel ans
Richt getreten: cauffe, quare et amplexæ ſint et veti-
nendum ducant dofrinam, quam profitentur ecclefe,
qua confejonem Auguſtæ exhibitam imperatori fequurs
tur: es,guare inigsis indicibus collectis in Suodo Tr
dentina, at vocant, non fit adfentiendum Witeb, 1546)
4. ©. von der 1 504:
batelniſch befinden fir ſich auch in Melanchthonie
oper. zum. IV. P.772. und nach dem Original, weh
dieſes Document heym Gortleder 1, cZier, 1. Gap, 42: \.
p. 395. nur dag bald zu Anfang ſtatt des 3 Decembris
Sardts aus, Lich. zom. 1. pı 5044| »
„ter. im Concilio zu Trident nice willigen. Aus-
‚ dem Lateiniſchen verdeutſcht durch Juftum Jos
. „nam, Doctor, ad Sefatum An ; nen
154%. 4. ‚©. von der Zardt.ch.p.so1, Dieans
“dere, welche mit dem in gegenwärfigem Wer felbit
angezeigten Titel verfeben iſt, kommt von einem Ano⸗
‚nyino ber, und iſt zu Magdeburg 154% 4. welcher Edis
tion von der Zardt c. 1. D. 500. gedenft, wie auch)
zu Nuͤrnberg gedruct worden.“ Nah diefer letztern
DBerfion hat Hortleder diefe Schrift in fein Werk
von den Urſachen des deutſchen Rriegs, zom. 1.
Bor.\ü cap . 398. gebracht, und ſich der gedach⸗
-., ten Nuͤrndberdiſchen Herausgabe, wie man am Schluß
‚von einer Wirtembergifchen Edition diefer Werfion ;
es wird aber wohl ein Werfehen, und Wirzenberge
an ſtatt Norimberge gefeget ſehn, weil er fih in An⸗
führung derſelben guf Zortledern beruft. Auffer
. „ortledern Feht auch diefe Recufationd-Schrift nach
des Anonymi Ueberſetzung in Den Confl, rheol. Wirte-
berg. doch aus Verſehen zertheilt, als wenns zweh
Die —
Lehre bekennen diefelbige Lehre angenommen, "
Schriften wäten, nemlich b 67 und 214. inden
was p. 214, folget, als eine Fortſetzung dieſer Schrift
anzuſehen, welches Heir-E grick in der deutſchen
Soeckend. biff. Lurh, 36. bereit3 angemerkt, wo⸗
ſelbſt man auch eine weitlaͤuftige Erzehlung des In⸗
halts mehr befagter Schrift antrift. Derſelben ges
denkt auch Selig in der Ziſt der Augſp. Conf.
un 1807, DIRTED, ZN 0 En
1413. Recuſationsſchrift, in
cuſation welcher die proteſti⸗
rende Staͤnde Urſachen anzeigen, warum ſie das
zu Trident ange ſetzte Conrilium zu beſuchen nicht
ſchuldig Ir
Diele an. die Mäter des: Sridentinifchen Coneilit ges
sichtete Schrtit wurde anfangs- auch beſonders und
zwar zu Nuͤrnberg durch den Druck bekannt gemacht, _
und bierauf, von Zortledern 1. c. Zbr. 1. cap. 4a.
p. 412. wieder mitgetheikef. Der Umſtand der Zeit,
au melcher fie geſtellet, iſt daſelbſt nicht angezeigt
Seckenvorfin bil. Larb. Iibr. I, p. 610. hat einen
Ertract daraus gemacht.
1414: Zwey Decrete des Tridentiniſchen Concilii,
worauf die Lehre und Haltung ihrer Kirchen ſte⸗
hen ſolle vd „.. 4189
Sind gleichfals beſonders 1546. gedrückt worden,
wie man aus von der Zardts aus. Lucb. tem. |. P.
499 ſehen kan. Gegenwaͤrtigem Werk hat man fie
⸗
aus Zortledern Aν. cap. 45. Pr425.fgg. ein⸗
-verleibet, Der Verfaſſer der Vorrede Erle
.
*
nicht bekannt.
3584 —— ———
Der fünfte Abſchnitt.
Bon den wieder zu Speyer, auch Worms und
Regenſpurg gehaltenen Reichstaͤgen.
tz Abſchied des Reichstags zu Speyer Anno
544. aufgerichtte ppag u99
Steht in Lünigs Reiche Arch. Dar. gen. conz, p. 791.
Den Inhalt erjeblt Seckendorf sr, IL p. 475. Teq.]
1416. Pabfts Paulli des Dritten Brief an Kayfer
Carldenv. EN
. u \ ’ 125
Iſt in feiner Volſtaͤndigkeit lateiniſch beym Pallavı:
eino in Conc. Trident, libr. V. cap,6.. und Wol:
fio zom, Ute. mem, p. 538. zu leſen. Aus dem er⸗
tern bat Seckend. in bif. Zurb, libr. U, p. 479.
diefen Brief ganz eingerückt, und mit Anmerkungen
verſehen. Er befindet fih auch in Aunigs. Mœil.
. zccl. part.\, p. 463. Calvinus hat Scholia dazu ges
macht, mit welchen diefer päbftliche Brief, wiewol
ohne Anzeige des Namens Calvini und des Orts,
unter folgendem Titel befonders im Druck ausge:
gangen admonitio parerna Puulli III. rom, pontip-
"sis ad innilijffimum cefarem CarolumV, qua eum ca-
fligat, quod fe Lutheranis prebuerit nimis facilem, de-
. zudequod tum in cogenda ſynodo; tnm in definiendis
fidei controuerfüis aliquid poteſtatis ſibi fumferit, Cum
Siholits prolixioribus 1545.8, ©. germ, von der
gm ——— Lush.tom.Ill. p.348. Pepdes den Brief
jelbfl, und die Scholia Ealvini trift man, auch in
defien op«/&: p.352. an..ı Man conferire hier Slei⸗
danum de far. rel,libr. XVl; —— und Fricken in
6 . [4 ’ £
E der Sedend. bif. Lurh. p, 22 aq ER
ſts Pauli des,
‘1269
1417. Das andere Schreiben Pab
N Iſt in Bann annal. tom. X. ad ann. 1544, Num.
an Kayſer Carl den V.
"207. befinblich, aus welchen es Seckend. in . Lurb,
ib IN. P.,487, und zwar mit feinen Anmerkungen
>. mitgetheilets "Die deutſche Berfion aber, welche in
gegenwärtigen Werk anzutreffen, iſt aus Srickens
verdeutichten Seckend. if. p. 2294. fegg. genom-
men, doch fo, daß man Die dazwiſchen gefekte No—
‚ten meggelaflen. —
2418. Lutheri Schrift wider das Pabſtthum zu
‚Rom, vom Teufel geflift © 1278
Iſt den beyden Borftehenden Briefen entgegen defekt,
und ſowol befonders zu Wittemberg 1545. 4. gedruckt,
ld auch den deurfchen Sammlungen der Schrif
sen Autberi, als der Wien Th, Vil. p. 532. Jen.
“MI. p.231. Wir. Vu, p. 418. und Leipz. XX1. p. 457.
* einverleibef worden. Lateinifch erfcheinek fie auch in.
Der Iateinifchen Wittembergifchen 11. Ch. p. 4.
—* — davon nach die Seckend hi, L
ui ri 92479, ° — WI *
1419. Wittembergiſche Reformation;
atz der Proteſtantiſchen von Chriſti
——
447.
uth,
motion en Ayer-
mat x 7 “1422
ey diefein Aufſatz bat Melanchthon Die Feder gefüb-
vet, und ſolchen nicht nur deutſch ussfeptigers"fondern
‚Seh! | Ä
"ind Anzeige ber Batinnen ———
Man leſe davon nach Sedendorf,
oben. Auf |"
v
63
auch ins Lateiniſche ſelbſt uͤberſetzet, welche lateini⸗
ſche Nieberfenung in Pezelii conft, Phil. Melanchrb.
“part.\, p.5%6. ſteht, aecurater aber aus dein Original
vom Seckend. in bi. Lurb. libr. Il. p. 522. (99. wies
der mitgetheilet worden, woſelbſt er auch. die Abwei⸗
(Jungen bes- Drucks beym Pezelio vom Driginal
forgfältig bemerkt: In deutfcher Sprache hat man
dieſen Auffa nicht gehabt, bis ihn Cyprian im
2. Th, nüglicher Urkunden zur, Reformations⸗
Geſchichte p. 410. aus dem Avtographo herausgeges
ben, woraus man Ihn von Wort zu Wort dem ges
genwaͤrtigen Theil der Schriften Lutheri einverleibet.
1420, Schreiben der Theologen, welches fie mit
vorſtehendem Aufſatz an den Churfuͤrſten zu
Sachſen uͤberſchicket 7,1456
1421. Der Heßifchen Theologen Bedenken uber bie,
Wirtembergijche Reformation —7
1422. Der Churſaͤchſiſchen Theologen Antwort
auf der Heßiſchen Bedenken uͤber die Wittember⸗
giſche Reformation 1459
Ale drey Stuͤcke finden ſich ebenfals in Cyprians
2. Th. nuͤtzlicher Urkunden zur Reformations⸗
Befd)ichte, p. 408. 479. 470.
1423. Abfchied des Reichstags zu Worms Anno
1545. aufgericht 1464
Befindet fih in Lünigs Reichs - Archiv. parz. gen.
cont. J. p. 744: den Inhalt erzehlt Seckendorf ibr. Al,
p· 5458. en
1424. Lutheri und feiner. Collegen Bedenken uber
Die Frage: ob der Schmalkaldifche Bund. fort
_suferen ſeye 1472 °
Iſt beym Gortleder zom.1. Zbr,1, cap. 16. p.1358. an
zutreffen, welcher folches- aus Melanchthonis deuf-
ichen theoloyifchen Rarhfchlägen, die zu Neu: -
ſtadt an der Hardt 1603. gedruckt worden, genomz:
‚men. Wie man aberin diefen mit Fleiß einen Theil,
Des gegenwärtigen Bedenkens meggelaffen hat; alſo
ſtehets auch beym Zortleder unvolfländig; gleiche
mol hat mans Lieber in ſolher unvolkommenen Ges
falt im Diefe Sammlung bringen, als ganz vorbenges
ben wolle. Seckend. Zbr. Ill, p, 577. hat aus dem
Original diefes Bedenkens einen weitläuftigen Aus:
zug gemacht.
r
B
z ö
I 1425. utheri Geſpraͤch, welches er mit D. Ma:
jor gehalten ‚ehe diefer zum Colloquio nach Re
genfpurg abgereifet — 447
Steht im Altenb, VIll. p, 502, und Ceipz XXI, Th.
der Schriften Ruth. p. 688.
1426. Inhalt der Rede Verri Malvends, womit er
das Regenfpurgifche Colloquium eröfnet 1477
- Befindet fin in dem, Furzen ‚und, waͤhrhaſtigen
Bericht von dem Coölloyuio, fo indem ısa6.Jahr
zu Regenfpurg der, Neligiom:balben gehalten,
welchen Bericht D. Georg Major emacht und 44
Wittenberg 1546 4. Drucken laffen ; Gartleder aber
von den Ben des deutfchen Kriegs Zom. 1. ihr.
cup. 40, p. 3%0. ganz einnerückt, bey welchem Dicke
Rede Malvendä P,366, anzutreffen. we
| 3427. Petr
U
= ses
1427. Petri Malvenda neun Theſes wartıher das
Colloquium ſollte gehalten werden, mit Georg
Majoris Wiederlegung
r
sun 09.1479 |
Ans D. Georg Mejoris vorherangeführten Bericht |
*
X
vom Regenſpurgiſchen Colloquio, beym Zort⸗
Jeder c.1. p.367. Dieſe Theſes ſtehen auch Tateinifch
som, It Wiseb, Tat. p. 547. und part. IV. oper. Me-
-lanchth.p. 542, woraus fie Seckend Zibr. 11. p 624.
mitgetheilet.
XXxvVill. Gegentheſes wiederleget, welche im latein.
Wittemb. IL Th. und Mel. op, an den angezogenen
ODertern nachzuſehen. — ——
1428. Kaͤyſerl Reſcript, darinnen Die Collocuto⸗
res und Zuhörer des Colloquii an die Prafi-
denten verwieſen werden 181
1429. Kaͤyſerl. Majeſt. Reſolution und Befehl des
Colloquii wegen 1510
1430: Der Evangelifchen Antwort auf vorſte⸗
bende Kayſerliche Refolution 1518
1431. Der evangeliichen Collocutoren ſchriftliche
Froteſtation, den Prafidenten übergeben 1524
Tnbalt des fiebenzebenten Theile
r ge von Serkendorf ih bifß. Lach. Lbr. 11h 9. 629, mr
Melanchthon hat. diefelben durch
Fr
GE *
dem Archiv zuerſt mitget beilet; von EL. grick aber in
‚ber verdeutſchten Seckendorf. Gift, p. 2573. deutſch
dargeſtellet worben, deſſen Ueberſetzung man hier bey⸗
behalten. —
1434: Abſchied Des Reichstags zu Regenſpurg An:
no 1546. aufgerich 142
Iſt aus. Lünigs Reiche -
P» 750. geneommen. — 3)
Dras neunʒehende Capitel.
Von ʒweyen Feldʒuͤgen, nemlich der Prote⸗
ſtanten wider Herzog Heinrich zu Braunſchweig
und des Kaͤpſers Carl des V, wider bie
Schmalkaldiſche Bundsver⸗
wandte.
Der erſte Abſchnitt.
Von dem Feldzug der Proteſtanten wider Her⸗
zog Heinrich zu Braunſchweig
Diefe vier Stüde find ebenfals des Majoris Bericht | 14355 Ergruͤndete Duplic Herzogs Heinrich zu
vom Regenſpurgiſchen Colloquio beym Zortle⸗
0. der p- 383. ſegq einverleibt.
1432. Martini Buceri kurze Erzehlung von dem.
Regenfpurgifihen Colloquio
1529
Iſt anfänglich befonders gedruckt worden ‚ unter dem |.
gitel: Ein wehrhaftiger Bericht vom Colloquio
zu Regenfpurg diefes Jahrs angefangen, und
von dem Abzug ver Auditoren und Colloquen-
ten, die von Sürften und Ständen der Augſpur⸗
gifhen Eonfeßion dahin verordnet waren,
Mare. Bucer. 1546. 4. ©.von der Zardts aur.
Luch. zom.l. p.4,9. Hierauf hat fie Gortleder.c.
cap. 41. p. 392. wieder Bekannt gemacht._ Weil
Bleidenus lödr. XV. pm. 447. ſchreibet: pozzifciis
_
copiöfe Buserus refponder et fimul quicguid de inftifi-
.... ‚eatione hominis dict potefl, amplilme traßat, und in
0 2. gegenmärfiger Erzehlung Feine weitläuftige Abhand-
>. fung von der Rechtfertigung eines Menfchen fich fin:
het, fo wird wohl Sleidanus mit diefen Worten
nicht ſowol auf diefe Erzchlung, mie Sortleder mey⸗
netz als auf eine andere Schrift Buceri fehen, welches
auch Seckendorf Zibr. ll. p. 626: alwo erden Indalt
erzehlet, gemuthmaſſet. Zerm von der Zardt in
N ar. Luth. 20m \, p.499- gedenkt noch folgender hie⸗
her gehörigen Schrift: ein kurzer Bericht aller
ergangenen Handlungen auf dem Reichstag zu
Regenfpurg, darinnen zu beſehen die jezigen
fürftehenden fährlichen Gelaufte und Practifen,
+ fo wieder das Wort GOttes und die deutſche
Metion, fo dem Evangelio Chriſti anbängig,
fürgenommen werden. Allen frommen Chri-
ſten, und fonderlich den Obrigkeiten nuͤtzlich zu
wiſſen und zu lefen. in 4. fine loco, die et anno.
| 1433. Myconii Schreiben an D. Razebergen, dar-
innen er Diefem feinen Traum von bem Regen:
ſpurgiſchen Colloquio erzehlet
“1539!
Braunſchweig wiederdes Churfuͤrſten von Sach:
fen andern Abdruck 1549
Sie ſteht im Hortleder som. 1. Libr. IV. cap. 16. p. 450.
und wzilfie cin Stud derjenigen Streit:Schriften if,
‚die der Churfürf von Sachfen mit Heincich dem
Juͤngern, Herzogen von Braunfchiweig und Rüneburg
Anno 1539. und 40. gemwechfelt, und Hortlever 1.c,
cap. 2. jeqg. meiltentheilß mitgetbeilet, fo beziehet ſie
ſich zwar auf dieſelbe; man hat fie.aber vor andern
dem gegenmärkigen Theil eiuzuverleiben fich ent»
Ihloffen , ‚da fie eine Beranlafung zu der gleich fol:
— Schrift Lutheri wider Hauswurſt mit abge:
eben Bu |
11436. Lutheri Schrift wieder Hanswurft 164.
Daß die vorfiebende Duplic Serzog Heinrichs —
zu dieſer Schrift Gelegenheit gegeben in gleich vor:
her angezeigt worden. DBefonders wurde Lutherus
‚ aufdiefen Zitel durch die Worte, die Herzog Heinrich
*
Archiv part. gen. con.
von dem Churfürften gebraucht: welchen fein lieber
2 andschtiger, Martinus Luther, dans Wurſt nen:
ner,geführet. Die Schrift ſelbſt kam anfangs. befonders
beraus, zu Witteinberg 1541. 4. welcher Edition von
der Hardt in aus. Zurh. vom; l. p. 404. gedenft;
murde aber hierauf auch in deutfche Sammlungen
der Schriften Lucheri gebraucht. - Sie ſteht in der
Wittenb. XL p. 310. Ten. Vi, p.417. Altenb. vi. >
-p. 443. und Leipz. XXI, p. 374. den inhalt aber dies
fer Schrift findet man beym Sleidano Zbr.ill. p. 346.
fen. und Sedend. ibr.Ull. p. 5377, - - x
1437. Eifenachifcher Vertrag zwifchen dem Churs
furften zu Sachfen , und Landgrafen zu Heffen,
wie es in vorhabendem Kriegszug fol gehalten
werden web
©. beym Hortleder Abr, IV. cap. 37. 9.773. in Dus
monts corps. dipl. vom, IV, pars. II. 9. 231. und in
Einige Reichs - Ardyiv Dars, She, Th. ZI. p. 260.
1734
1438.
-
und Anzeige der darinnen!befindlichen Documente,
rt des Landgrafen zu Heffen, denen, |
1438. Antn de
jo fich anmaffen das Cammergericht zu Sefißen,
auf ein unförmlich Mandat gegeben 1745
Aus Zortledern Zr. VII. cap. 20. p.1303.°
1439. Königs Ferdinand dest. Verficherung, dem
- Ehurfurften zu Sachſen und Landgrafen zu
Heffen des Braunfchweigifihen Zugs halben
gegeben 1751
©. im Zortleder Zibr, IV. cap. 43. p. 806. und in Lü:
nigs Reichs ⸗ Arch. part. ſpec. Th. Il. pP. 265.
1440. Lutheri Schrift an den Churfurftenzu Sach:
fen und Landgrafen zu Heffen, von dem gefange-
nen Herzog zu Braunfchmweig .. 1753
Iſt zu Ende des 1545. Jahres auf D. Bruͤckens Ans
tathen von Luthero verfaffee, und noch in felbigem
Fahr zu Wittemderg in 4. auch anderswo ohne Ber
nennung des Orts und der Zeit gedruckt, wie von
der Garde in auz. Luth. tom. 1. p. 473. anmerkt;
nachmals aber dem XL. Wittemb. Th... p- 332. VIII.
Jen. p. 273. VII Alt. p, 462. und XXI. Leips. p. 513.
einverleibet worden. ine bikoriiche Nachricht
von diefer Schrift, nebft dem Inhalt derfelben , teift
man beym Sedendorf Zibr. IN, p. sgo. feng. ar.
1441. Herzog Morigeng Berantmortungs-Schrift
wieder Herzog Heinrichs Vorgeben, als ware er
wieder gegebene Treu gefangen genommen wor
den
—
- fondersansficht geſtellet worden iſt dieſer Unſer von
Eottes Gnaden Moritzens, Herzogen zu Sach⸗
ſen, Landgrafen in Thüringen und Marggrafen
zu Meiffen, wahrbeftiger Bericht, welcdherges
ſtalt fid) Herzog Heinrichs von Braunſchweig
und feines Sohnes, Herzog Carln Ergebung
tn dem nechſt verfchienenen 45. Jahr zugetra-
gen. Wieder die unwehrbesftigen Leute, welche
sunnferm und anderer Unglimpf einen andern
felbjt erdichteten, unerfindlicyen, unwahrhafti:
gen Bericht ausbreiten. Leipz. 545. 4. S. von
der Hardts az. Luzh, zom.l.p 495. Sach folcher ers
ſten Ausgabe diefer Schrift hat fie Hortleder Zisr. IV.
cap, 52. p. 1045. wieder befannt gemacht. Secken:
dorf Zbr. il. p. 571, erzehlet nicht nur ihren In:
balt,, ſondern auch die Beranlaffung derfelben um:
0 Der zwegte Abſchnitt.
Bon dem Zwieſpalt des Churfürften Johann
Friedrichs zu Sachfen und Herzog Morigeng, we-
gen der Stade Wurzen, und von dem Feldzug
Kayfer Carls des V. wieder die Schmalfal-
diſche Bundsverwandten.
2442. Vertrag des Kriegs und Umvilleng, welcher
ſich zwifchen dem Churfürfken zu Sachfen und
Einnehmung der Stadt
| 1802
Hortleder Zibr. IV, cap. 13. p.1142, in Du:
Herzog Morigen über
Wurzen erhoben
Steht im
utheri Schriften 17. Theil,
2% 1781|
r voͤllige Zitel, unter welchem biefe Schrift zuerſt be:
-
monts eorps dipl. som, IV. part. II. p.225. und in Lüs
nigs Reichs» Arch, parr. ſpec. ch, P-51.
1443. Lutheri Vermahnung zum Friede an den
Ehurfürften und Herzog Morigen zu Sachfen,
der Empörung halben, fo um Wurzen entftan-
DER 3:9 a 1808
Von dieſer Schrift iſt der beſondere Abdruck zwar an⸗
gefangen, aber nicht zu Stande gebracht, ſondern da
immittelſt der Friede zwiſchen dieſen beyden Herren
erfolgte, ſupprimirt worden. Man hat ſie alſo zu⸗
erſt in den deurfchen TH, Luth. bekannt gemacht,
und fie befindet fich in Der Wirt. XU. p. 225. Jen. Vill.
p. 44. Alt. VII. p. 42. und Leipz XXT. p. 426. Man
eonferire davon Seckend. libr. Ul.p a3.
1444. Ertract eines Schreibeng Lutheri, fovieldie
Wurziſche Sache betrift 1815
Iſt aus Heern EI. Fricks verdeutſchten Seckend. hip,
Luth p. 2095.jeg genommen.
n
1445. Kaͤyſer Carls des V. Reſtript an die Reichs⸗
Staͤdte 1817
Aus Lünigs Reichs » Archiv parz. /pec. core. IV. Th. i.
p. 51. Seckend. gedenkt deffelben Zör.lll 9.663.
1446. Bundniß zwifchen Kayfer Karl’ dem V. und
Pabſt Paullo dem II, wieder die, fü gegen das
Concilium zu Trident proteftiret haben 1822
Iſt beym Gortleder 0m. I. Zibr. UN, cap. 3. p. 248. in
Dumouts Corps dipl, tom, \V .part.1l. p. 308. und im
Bünigs Spieil. eccl. cont. 1. p. 157. befindlich.
1447. Bulle des groffen Ablaffes, welchen Pabſt
Paullus der Dritte zu dem Kriegszug wieder die
Proteſtanten ertheilet 1827
Steht ebenfals im Hortleder zom, IL. libr. III. cap. io.
p- 273. in Dumonts Corps dipl. som, IV. pers, I.
p- 310. und in Lünigs Spicil, eccl.tom.\. p. 472. bey
dem erftern, nemlich beym Hortleder, iſt fie auch mit
einer Vorrede und Anmerkungen verfeben, und in
Lünig unrecht das Jahr 1540. ſtatt 1546. geſetzt.
1448. Ein Ehriftlich Gebet, Darinnen der Churfuͤrſt
von Sachfen feine Unfchuld jeßiged Kriegs vor
GOtt und aller Welt bekennet 1832
1449. Unterricht, was die Pfarrherren dem Volk
in dieſen gefaͤhrlichen Laͤuften fuͤrtragen ſollen
| 18
Beyde Stücke befinden fih im Zortleder zom. Il. ne
1ll,-cap-4 5. *
1450. Abſchied zwiſchen dem Churfuͤrſten zu Sach⸗
ſen und Landgrafen zu Heſſen, wie es im Feld⸗
zug zwiſchen ihnen ſoll gehalten werden 1842
©. im Hortleder zom II. br. Nil. cap. 6. p. 258, und in
Cuͤnigs Reichs : Archiv parr. Spec. som, ll. p. 266.
1451. Kaͤyſer Carls des Fünften Declaration der
Acht wieder den Churfürften zu Sachen und
Landgrafen zu Heffen, ſamt derſelben Ann
— — 184
Man hat ſie im Anfang beſonders zu Ingolſtadt 1546.
gedruckt, welcher Edition von der Hardt ne.
—1 Hrb,
ME
*
> Lush.tom.1. p. 494. gedenftz berirach. aber. if fie von
; Hortlederni in tom. 1. libr. II. cap. 16: p. 312, Du:
mont in Corps dipl. tom. 1V part. li, p. 14. und Lünig |
. im Reichs: Ardyivperz, Shec. conr.p. 233. wieder mit
En c worden. -
1432 M.Cafp. Aquila Troſtſchreiben an den nach⸗
hero gefangenen Churfürften Sobann SENIEE
. chen 185
Es feht diefes Schreiben beym Sortleder tom. libr.
Hl. cap.2o. p. 585. Weil aber deffen Abdruck von dem
Avtograpbo hie und da abgehet, fo bat e8 Her D.|
- Eyprian in dem 2 Th. nuͤtzlicher Urkunden zur
Reformations:-Gefchichte, p. 482. aus dem Original
aceurater mitgetheilet.
1453. M- Caſp. Aquila anderes Schreiben an den
gefangenen Churfuͤrſten 1863
1454. Churfuͤrſt Johann Friederichs Schreiben an
den Canzler Bruͤck aus dem Gefaͤngniß 1868
1455. Ein Schreiben der beyden aͤlteſten Herren
— des gefangenen Churfuͤrſten 1872
“ Borftehende drey Briefe hat man gleichfals dem Herrn
D. Eyprian zu danken, welcher fieaus den Originalien
produeiret und an dem vorher angezogenen Ort
9.489: ſeqq. einverleibet bat.
Der Keformations -Schriften erſte Ab-
theilung, in fi baltend die dahin gehörigen
Documenta biftorica, und zwar IE wider
ei die Reformirten.
Erſter Abſchnitt.
dem Streit wegen dem heiligen Abend-
- mahl deſſen Beranlaffung und Fortgang.
A, Wie Ulrich Swinglius für den Haupt:
Urheber diefer Streitigkeit anzufeben fey,
1 Hrich Zwinglü Brief an Matthaum Alberum,
darinnen er. berichtet, daß ihm Carlſtads Mey | x,
nung von heiligen Ypendmabl nichtmißfiele 1880 |
- Steht lateiniſch in feinen operib. die in 2. tomis zu
0 Birch ısgı fol, herauskoinmen, zom, I fol, 353, und XI. Urbani Rhegii Antwortſchreiben an Theobald
in Dfeffens Jeripr. publ, ecclefhe Wurtemberg.
P.I9: Man leſe davon nach Sculteti ann. ad ann.
1524. p 72. nach der Auögade, die fich in vonder
HSardts hifl. lirzerar. reformasspart ‚V.befindet , und
Gavathers bill. de origine er progreffu contronerfie
Jacram:ntarie de Cena domini p. G.
I: D. Johann Eckens Schreiben an die Eidgenöf:
fifche Stände, darinnen er fie vor der falfchen
‚Lehre des Zwingliiund Decolampadii vom Abend⸗
mahl warnet 1902
Dieſes Schreisen hat Here Jobann Suslin in dem
1. Ch. der Beyrräge sur Erl&urerung der Kir⸗
chen Reformarions-Gefihichtedes Schweizerlan-
dee 8. 161. zue:fi befanni gemecht, und fölchrs, wie
er in der Vorrede melder, nach der Abfihrift Wers
ner Breiners, welche in der Stifts⸗Bibliothec zu
—— des —— Frag erde,
" Zücch lege, abdrugen lafen, auch mis meitläuftigen ..
= Anmerkungen verfehen. ,
B. Wie die Streasburger Georg Chaſelium
zu Luthero geſchickt, daß er nicht wieder
Zwinglium und ‚Oecolempadium fchreis
ben möchte, und was diefer geantwor⸗
teet, auch. an anderevom Sacrament⸗Streit
geſchrieben babe.
UN Lutheri Antwort an die Straßburgiſche Predi-
ger, dem Ehafelio nebſt einer Inſtruction mite
gegeben 08.1906
Iſt lateinifch in Aurifabers eniß. Zuth, tom.ll. p. —
befindlih. Den Inhalt fan man in Seulteti annal.
ad ann. 1525. p. 76. und Seckend. bil, Zurh, br, 1},
pP. 35. nachlefen.
Es
IV. Putheri Schreiben an Spalatinum darinnen
er ihm von dem Anfuchen der Straßburger
Nachricht ertheilet 1912
Steht in des ee — D. Buddei füppl, epiſt. Luch.
p. a9. Num. LXIX
V. Lutheri ——— Schreiben an die Chrie
ſten zu Reutlingen, ſich vor dem ———
ſchen Irrthum zu huͤten. ‚I913
Man bat es in einige deutſche Sammlungen der
Schriften Lurberi, als Eisl. Th.t. p. 393. au.
ll, p. 332. und Aeipz. XIX. p. 372. gebracht. -
VI Lutheri Schreiben an Michael Stiefel 1918
VI. Lutheri Schreiben an Nicolaum Haus mann
1919
vll Lutheri Schreiben an Mich. Stiefel 1920
IX. Lutheri Schreiben an Nicol. Hausmann 1921
Diefe vier Briefe Lutheri ſtehen behſammen in Yuri-
faberg epif, Luth. tom, 11. p. 317. ſeqq.
GC, Von Theobaldi Billicani Briefwechfel
mit Urbano Ahegio über die Worte der
SEinfesung des Abendmabls.
Theobald Billicani Brief an Urbanum Rhegi⸗
um von den Worten des Abendmahls 1922
Billicanum auf vorflehenden Brief 1945
Diefe Eorreipondenz Sillicani und Rhegit iſt in latei⸗
niſcher Sprache beſonders im Druck ausgegangen, und
fübret den Titel; Ze verbis can dominice et opinio,
num varietate Theobaldi Billicani ad Vrbarum Rhe-
gium epiflola. Refponfia Vrbari Rhegii nd eundem,
Witeb, 1526, 8. In der Aift, des Sacraments
ſtreits ad ann. 1525. p. 38. und beym Sofpiniano
in bifß, facrament. part. 11. p. 64. frift man einen Aus:
ug aus beyden Briefen an. x
D, Wie fich Brentius gegen Buceri Beſchul⸗
digungen vertheidiget/ und der letztere in
den von ihm uͤberſetzten Schriften Bugen⸗
hagens und Lutheri nicht getreulich ver⸗
fahren· —
XII. Bren⸗
3 3 Bot 5 3
he — *
0 und Anzeige der darinnen befindlichen Documente. 67
Brentii Schreiben an Bucerum über |XVIL. Lutheri Bericht an Linken, wie Urbanus
die Worte: Das ıft mein Leib g.195%| Rhegius wieder umgekebret 2007
8 Bin, Pfaffens a Serips, publ, em Wo diefe anzutreffen feyn, ik im Werk felbf angezeigt.
i P. 198. 1 — * ® 2 2 “
XI. Lutheri Klage über Buceri Verfahren, daß Di ee sweyte Abfehnitt.
er in Die Ueberfetzung feiner Siechen ofill ai ie Handlungen 1 li, zu Bern
der Bugenhagiſchen Auslegung des Pſalters den etreffend. ——
fürramentitchen Frrthum gebraht 1562 XIX. Handlung, oder Acta gehaltener Diſputation
Iſt im Werk ſelbſt angezeigt, mo fie anzutreffen ſeye en vn —— here nenne
A RER RER AR, a ; eil Diele Oiſputation gar beruͤhmt uf, und ein wich⸗
xIv. Lutheri Schreiben an Johann a tiges GSfü der Hillorie des Gaetament: Streits -
Buchdrucker zu Bafel : . 1902| ausmacht, To hat man fie würdig geachtet, diefem
SHefindet fich in Aurifabers epiß. Lurh. zom.IT.p.388.| Werk aus dem Aptographo völlig einzuverleiben.
Sonſt if bey diefem Schreiben folgender Umſtand Es find aber die Handlungen dieſer Diſputation
billig anzumerken, daß Rutherus daffelbe nicht nur| durch granciſeum Rolb und Berchtoldum Zeller,
an Secerium; fondern auch. zu. gleicher Zeit und beyde Prediger zu Bern, verfoffet, und zu Straßburg
mit einerley Worten an Gerwagium, Buchden=| _ 1528. 4. gedruckt worden, welcher Edition auch vom
dern zu Straßburg gefender.babe, wie Sucerus in der Zardt in au, Luck, som. II. p.:148. gedenkt
U prafat, in guarsum tomum polille Lutherane, conti- Den dem gegenwärtigen Abdruck hat man ſich nach
© mente [ummam doökrinam ‚Chrifi , Die befonderd 1527. gedachter erſten öffentlichen Ausgabe genau gerichtet;
8. gedruckt worden, anführt, welcher auch das nur iſt man von der alten Drthographie in manchen”
Schreiben Lutheri, und zwar fo, wie es an Zerwa⸗ Stuͤcken abgegangen. Von dieſer Diſputation kann
gium gerichtet, daſelbſt mit angehaͤnget. Mit die man nachleſen die Gift. vom Seramentfir. p. 75.°
ſem Abdruck beym Bucero tff hier derjenige, Der im feg. Gofpinian. bif, Jarram.parz. IT, p. 83. welcher
Aurifaber c.1. anzutreffen, genau confertret, und. auch Die 10. Saͤtze obgemeldfer Bernifchen Prediger.
“niche der geringſte Hnterfcheid bemerff worden. - mit eingeruͤcket Lavather hi. conerou. facram.‘
Wenn die Auctores, die die Hiſtorie vom Gacra> . P:38. Sleidan. de far. rel. libr, PT, p. 147. Seulter.
. ment:Streit erzehlet, auf Dielen Brief Lutheri Eom:| aznal.adann. 1528. p. ı22. nachder Zardtiſchen Edis
= men, foteift man bey einigen den Namen Herma tion, und noch hinzu thun Seligs Ziſt der Augſp.
it, bey andern aber des Secerii an ; Herr D. Ls⸗ Conf. Zbr. T.cap.5..$.15.p.122. Sonſt finde ich in
ſcher aber Icheinet Das Schreiben an Gecerium vor von der Jardts aus. Lutk.som, IT, p.148. noch eine
einen von dem an Herwagen unterſchiedenen Brief bieher gehörige Schrift „die den Titel führek :. Vers
angefeben zu haben, im 1. Th. Der ausführlichen legung der Diſputation 3u Bern mir Grund
hiflor. mozuum 9. 144. Conf. p. 110. Es find nach⸗ goͤttlicher Schrift, durch Job. Ed, Dortor, an
zufchlagen Die sHift. des Sacrament - Streits p. 68. die Chriſtliche Oerter der Kidgenoffenfihaft. .
Hoipinian. Zi, Jacram. part. IT. 9.73. Lavather Eine Tafel neuer Fegerifcher Artikel, fo durch
‚bift, contronerf. facram. p. 31. Scultet. annal. p.107. die Diſputanten da aufferhalb der verdammten
.. nach von der Zardts Ausgabe: Sedend. bif, Schlußreden bekannt ſeyn worden, einem jeden
Zurh.libr, IT, p. 82. und Saligs Ziſt. der Augip. frommen Chriften zu meiden.. Item, Baͤpſerl.
Conf. libr. I. cap. 4. Ps 108. ; Majeſt. Regiment: Verbot der Dijputation Zu
XV. Buceri Schrift, darinnen er fich gegen Luthe⸗ — Su Br AR * ale ae 5
. 2 Pas er x 1 idgeno reuliche Verwarnung am. -
vum auf deffen Brief an Secerium verantwor- Die won Derttnrebre Sem iplakier rer
BT a a 1967 | BE
Der drirte Abfehnite.
XVI, Buceri Schreiben an Jobann Bugenhagen, ir
darinnen er ſich gegen beffen Befchufdigung ver? Bon den Bemühungen des Landgrafen Phi⸗
| lipps zu Heflen, um den Sacrament : Streit beye
antwortet 1994
Diele zwey Doeumenten find Buceri vorher gedach⸗ iſt
ten und beſonders herausgegebenen se u zulegen, — nn nn — ud
sum tomum poflille Lutherana angehängt, und dar: ereingu⸗ 8 i ken
auS in gegenmärtiges eek aehracht worden, nad] A- Von dem zu dem Ende 1529. angeftelten
bein men fie ins. Deutiche uͤberſetzet. Colloquio zu Marpurg. a a
E. Wie Urbanus Rheglus Anno 1527. ſich XX. Lutheri Schreiben ati den Landgrafen zu Hefs
- Auf Swinglii und Oecolampadii Seite ger] fe, daß er zwar zu Marpurg erfiheinen wolle,
ſchlagen; bald aber wieder Luther Mey⸗ aber fthlechte Hofnung habe, daß was fruchtbare
nung angenommen. % liches — — — — er 52
: ; ; : I Biehtin ben deutſchen Sammlungen de ’
AVIL, Lutheri Bericht an Epalatinum , wie tk an als 5 Wittemb. X p. 288. Jen. IV,’
nus Rhegius wieder ihn zu fihreibendrohe 2007| p.sıo. Altenb, IV. p. 560, und Keipz; —
INES i 2 —
63
9.527. Fateinifch aber in des fel. Heren D. Buddei
Suppl. epift, Luch, p.67 den Inhalt erzehlt Seckend.
Zbr. II, p. 137. und Selig in’der gift, der Augfp.
PT Tonf. libr II. cap. I. $. 20. LER RE z
Kat. Lutheri Bedenken dieſes Colloquii halben 2254
Dieſes Bedenken wird in der Ziſt. des Sacrament⸗
"Streits p. v2. Melanchthom zugeeignet, und unter
diefem Zitel bekannt gemacht: Pbilippi Wieland):
shonis fhriftlih Bedenten, ob es gut fey, daß
D. Mertinus fich mie Oecolampadio unterrede
des Sacraments halben. Hierinnen folgen Se:
end. in Diff, Luth, libr. IT, p. 137. und Aöfcher in
biſt. mot, part, 1. cap. 6. $. 4. p 157. Herr Müller aber
hat es Luthero zugefihrieben, ohne Zweifel, weil eres
- unter Luthert Namen im Weymariſchen Archiv anz
getrofien. Es ſteht in feiner Gift. der Augſp. Conf.
libr, IT. cap. 20.9 5. P.309% Man thue hinzu Sa⸗
ligs gift. c.. P-144. :
XXlI. Melanchthonid Schreiben an den Churprin-
zen zu Sachſen, daß der Ehurfurft Feine Erlaub-
niß geben möchte, auf das Colloquium nach Mar⸗
purg zu reifen Ss 2356
- 5 Befindet fich Inteinifh in Zofpinian. Di. farram.
part, II. p. 120. und deutſch in der Gift. des Sacra⸗
-- ment-Streits wieder Ambrof. Wolf p. 93.
xXXIII. Vierzehen Artikel, deren famtliche anwe⸗
fende Theologi fich zu Marpurg verglichen 2357
Eind in den deutfchen TH. Auch. als der Wirt. ix,
p.290, Jen. IV. p. 512. Alt. IV. p. 563. und Leipz.
XIX, p. 530. hiernechſt auch in ber Zift. des Sacra:
sgent » Streits p. 103. und in Wiullers Ziſt. der
Ausfpurg Conf p 305. befindlich. Lateinifch trift
manñ fiebeym Gofpiniano bif. facram part. II. p. 127.
undScultero in annal. ad ann. 1529, p.146. nach von
der Zardts Edit. -
XIV. Melanchthonis Bericht von dem Marpurgi⸗
ſchen Colloquio an den Ehurfürften zu en
2301
Iſt aus der Gift. vom Saerament⸗Str. p. 96. ge:
nommen. Er feht auch Tateintfch beyin Gofpinien.
u.Scultero an den gleich vorher angeführten Dertern, XXX. Lutberi Schrei
AXV, Melanchthonis ſummariſcher Bericht von der
000 Inbale des fiebenzebenten Theile
mr ———
und aus ihm Fabricius in cenzifel. Lurkeran, .
angemerkt, init Caſp. Sedionis, der mit auf dem
Marpurgiichen Colloquid geweſen, Hand gefchrieben
it. Es führet dafelbit den Titel: aGa er Seripta in
re facramentaria ab ano 1529. #/que ad annum 37
inter reuerendifimos patres D. Dodorem Martinum
Lutherum, D.Pbilippum Melanchthenem, D. Capito-
nem, D, Bucerum es alios, ach des bochverdienten
Ulmiſchen Herren Senior EI. Frickens Bericht in der
deuffhen Seckend biff. Lurh. p. 1490. bat der fes
lige.gleichfals bochverdiente Here Guperintendentzu
Ulm, D. Elias Deiel, eine Eopey dieſes Manuferipts
von dem fel. Heren D. Bebelto erhalten, und folche
ſeinem feligen Herrn Bater , M. Iohann Sticken,
gemwefenen Prediger im Diäniter zu Hm, mitaetheifet,
von dem fie fo fort im gedachten Heren EI. Srickens
Hände gekommen. Und eben diefe Abjchrift ig es,
die off ermeldter Deve Gentor zum Gebrauch bey
gegenmwartigem Werk geneigt eommunieiret haf, tele
es man hiemit öffentlich zu ruͤhmen, fih fchuldig
erachtet. Die Dorumenten nun, die in diefem Dias
nufeript ſich finden, betreffend, fo achöret zwar ein
. Theil derielben unter diejenigen Schriften, die man
ſchon bie und da durch den Druck befannt gemacht;
eö iſt aber gleichwol auch an dem, daß viele derfels
ben nirgends anzutreffen, folglich als ungedruckte
Documenten anzufehen find. Unter Die letztern iß
auch biefes Schreiben Lutheri an Gerbeltum zu rechs
nen. Uebrigens werde ich dieſes Manufeript bey ans
dern Documenten , die Daraus dieſem Theil einverz
leibet und im folgenden anzufuͤhren find, allezeit nur
mit dem Zitel des Straßburgiichen Mſpts. bes
zeichnen. : ;
xxXVIII. Lutheri Schreiben an Sohann Agricolam
von dem Ausgang der Marpurgifchen Hand»
fung
\ 2373
Sieht im Streßburgifchen Mſpt. gebruckt aber in
Buddei fappl. epiff Luth. p.71. \
XXIX. Melanchthonis Schreiben an Agricolam -
gleichen Inhalts 2374
Befindet fich Lateiniih im Straßburgiſchen Mſpt.
ben an Nicolaum Amsdorf
re ä 25 am 2375
Marpurgiſchen Handlung an Herzog Heinrich zu XAXL Lutheri Schreiben an Wencesfaum Link 6
Sachſen 23
Kommt in den deutſchen Th. Luth. und zwar der wir
XIX p. 528, iwie auch in der Hift.des Sacranteneftr.
9.99. vor. Lateiniſch iſt er beym Hofpinian. bif, /z-
- ram, part. Il, p. 134: einverleibet. _ i
xxVI. Juſti Jona Bericht von diefem Geſpraͤch in
einem Schreiben an Wilhelm Reifenftein 2370
Iſt aus Heren EI, Frickens verdeutfihten Secend,
biſt. Letb, p. 974. geuommen X
XVII. Lutheri Schreiben an Nicol- Gerbelium von
der Marpurgifchen Handlung - 2372
Diefer Brief Lutheri befindet fich in einem Manuſcript,
welches in der Straßburgifchen Bihliothec Tiegef, und
wie D· Meyer ad Seinersernmde Luthers vita pı 231.
65; Sind beyde aus dem Straßburgifchen Mſpt. gg
nommen. E
IX. p. 208. Jen IV. p.sıt. Yle.IV.p. 561. und Ceipz. XXX. D. Juſti Jonaͤ Schreiben an Sohann Agri⸗
cola 2378
Gleichfals aus dem Straßburg. Mſot.
xXxXIII. Lutheri Schreiben an Jacob Probſt, das
Colloquium zu Marpurg betreffend 2378
Wo dieſes anzutreffen feye, ik im Merk bereits anges
zeigt. Die Hiſtoeie des Marpurgiſchen Colloquii
kan mas nachlefen in Joh. Dieterisi difp. de col-
loqu, Marpurg. Sarpii hifl. conc. Trid, p. 43. Hottin⸗
gers hi. eccl. som. VIII. cap. 6. p. 442._ Johann
Andr Schmidts inzrod, Sagitzar. tom, II, p. 1516.
B. Don des Landgrafen Philipps zu Heſſen
fernerer Bemuͤhung wegen einer Vereini-
gung
XXXVI. Melanchthonig Schreiben an Lutherum,
xXvii. Melanchthonis und Brentii Schreiben
WV. Lutheri, Jonaͤ und Melanchthonis Schrei⸗
BARON und Anzeige der darinnen befindlichen Documente, 69
ung aufswey SchmalEsldifchen Eonven- Der vierte Abfehnitt.
sr auch auf dem Beichseng zu Aug | Bon der von den Dberländern emſig ges
a ae... te ; ifche
xxxıy. Canbraf ghilwps zu Heffen Inſtruction, ſuch — und — Wittembergiſchen
dem Baron von Boyneburg an den Ehurfurften | A, Von Buceri und Capitonis mit D,Brhck
zu Sachfen ertheilet Ben 2379 und andern geführten Briefwechſel, als
Ig auch im Merk ſelbſt angezeigt, wo fie zu finden. iengen die Öberländer nur in Worten
AXXV, Lutheri Schreiben an den Landgrafen, dar- giengem die Oberiander n '
des Wiedertheils kicht bewegen zu laffen 2379 |% - Martini Buceri Brief an Gregorium Bruck,
Steht Deutfh. im Gen. V. p- 28. Alt. V. p.22. Zeipz.| ME welchen er ihm zugleich 9. Artikel uͤberſchi⸗
SO XX.CH. 9.180. Rateinifch aber in Cöleftini hiß. co-| «het p08.2407
mit. Angufle celebrat, tom, I, p. 44. und in Budvei | ©. in Coͤleſtini coM. Auguſt. tom, II. p. 294. und
Süpplem.epif. Luth, p. 99 in Buceri zem. Anglic.p. 611. Be.
XLVH, Martini Buceri anberweited Schreiben an
den Kanzler Brink 2415
Steht lateiniſch beym Löleftino c. 1. p 297.
XLVIII. Melanchthonis Schreiben an Bucerum
und ſeine Mitverwandten 241
XLIX. Buceri und Capitonis Antwort an Melanch⸗
thonen auf vorſtehendes Schreiben 2417
Befinden -fich beyde Tateinifch in Cöleftini hi, comiz,
Auguft, tom, II, p.297. und deutfch in Chytraͤi Hifk,
der Augfp. Conf. p. ız1. Das erſtere, nemlih Mes
lanchthonis Schreiben ſteht auch in der Hiſt. des Sa⸗
cramentſtr. p. 135.
L, Artikel, datinnen der Zwieſpalt von der Gegen»
martigfeit des Leibes und Blutes Chrifti im
Abendmahl zwifchen Luthero und den Zwinglia⸗
nern berubet 2.202423
Man trift fie deutſch in der Hift des Sacrament⸗Str.
p. 136. Chyträo c. 1. p. 175. und lateinifch beym CS:
lejtino z0. II. p. 299. an, wiewol fie bey dein letz⸗
tern anders, aldan den beyden erflern Dertern darge⸗
ſtellet worden.
LI. Buceri Antwort obiger Artikel wegen, an den
Eanzler Brück 2424
Sie iſt in der Hift. des Sarramentftr. wie auch beym
Chytraͤo und Coͤleſtino an den angezogenen Oertern
nachzuſeben.
LII. Melanchthonis Schreiben an Martin Goͤrlitz,
Predigern zu Braunſchweig 2428
Aus der Hiſt des Sacramentſtr p. 157.
LI, Lutheri Schreiben an Herzog Ernſt zu Luͤne⸗
Burg, darinnen er die Vergleichung mit den
Zwinglianern wiederrath 2429
Steht Tateinifh in Hofpiniani hif. Jacramentar. part.
II, p. 204. und in dem JappZ. ep. Luch. p. 217. deutſch
aber im VII. Alt. Th. p. 973. XX. Zeipz. p. 345,
_ auch in der Hift. des Sarramentfir. p. ı56-
LIV. Wolfgang Mufeuli zwey Ermahnungs:Schrets
ben an Bucerum, von dem Eifer der Concordie
abzuſtehen 2431
Das eine beſindek ſich in Sculteti annal, ad ann. I
13 x p, 182.
ehe er von Lutheri vorſtehendem Schreiben et⸗
was gewußt — 2383
Wo dieſes nachzuſehen, iſt im Werk angezeigt.
an den Landgrafen zu Heſſen 2383
XXXVIII. Des Landgrafen Philipps zu Heſſen Ant⸗
wort an Melanchthonem und Brentium 2387
AXXLX. Melanchthonis und Brentii Beantwortung
des vorſtehenden Schreibens 2392
Die drey Stücke find ſowol lateiniſch in Coͤleſtini hzfl.
. com. Augufl, tem. T. p. 60. gg. als auch deutſch in SE
traͤi Hift. der Augſp. Conf. p.164. und in der Hift.
> des Sacramentftreits p. rı2. ſeqq. anzutreffen.
XL. Lutheri Schreiben an Martin -Bucer 2395
Iſt aus dem Straßburg. Mſpt. genommen.
XLI. Lutheri kurzer Begeif von Bureri Vorſchlag
und worauf der Handel ffehe 2397
Iſt aus dem Avtographo der Hiſt des Sacramentſtr.
p. 157. einverleibet worden.
XLI, Lutheri Bedenken, ob ein Bundnig mit den
Sminglianern zu treffen ſey .. 2398
Wo ed anzutreffen, bat man im Werk angezeigt.
XLIN. Lutheri Antwort an den Churfürffen zu
Sachſen, der durch den Kanzler Brink ein Gut:
achten von Luthero erfordert 2398
SBefindes fich in einigen Th. Luth. als der Eisl.-ır, |
p. 135, Alt. V.-p.568. und Leipz.XX. p. 350.
ben an Wenceslaum fine _ 2400
Sit an den gleich vorher angezogenen Oertern der deut:
ſchen Th. Auth. anzutreffen.
LV. Urbani Rhegii und Erhard Schnepfii Be:
benfen, ob die Schweizer in den Schmalfaldi-
ſchen Bund aufzunehmen - 2402
Diefes hat Herr D. Löfcher aus einem alten Manu—
feript abdrucken laſſen und dem 1. Ch. feiner 2iR.
mot, p.199. fg. einverleibet, woraus mans in gegen:
= mwartige Sammlung ber Schriften Lutheri. gebracht,
-
\ ı
er
p.ı82 nach vo
1 der Zardts Edition
eben denfelben ad ann, 1533. 0.187. |
B, Wie Lutherus an den Rath zu Srankfurt,
Augſpurg und Muͤnſter gefchrieben, und
. wie fich die Prediger zu Frankfurt und
Augfpurg der Lehre halben erkläret.
LV. Lutheri Warnungs⸗Schrift an die zu Frank⸗
- furt am Mayn, fich vor Zminglifcher Lehre zu
Bütet a a Pag. 2435
' Mon teift fie in den deurfchen Sammlungen der
Schriften Lutberi ‚als der Witt Li. p. 214. Jen.
VI.ꝑ. ui.Alt.VI. p.112, und Ceipz. XXI.Ch.p. 66. an.
Seckendorf biſt. Luch. libr, III. p. 61, erzehlt den In:
halt derfelben. ee
LVI. Entfehuldigung der evangelifchen Prediger zu
Frankfurt am Mayn, gegen den Rath daſelbſt
auf vorſtehenden Sendbrief Lutheri 2457
Iſt tom, I. actor. ecclef, conuentus Francef. auch in
Ritters evangel. Denkmahl der Stade Srankfurr
sm Mayn, p. 203. und in dem Supplemene zur.
. Zeipzigiichen A. C. Giftorie, das zu Neuſtadt 1584.
4. heraustommen, befindlich, an welchem letztern
Drt auch der Seankfurtiichen Prediger Antwort an
a
Lutherum, einen Bericht ihrer Lehre in fich Haltend, |
p. 58. feag. zu lefen if. Man cönferive hier Saligs
Hift. der Augſp. Conf. Zibr. IT.cap 12. $.21. P.413.
LVII. Lutheri Schreiben an den Rath zu Augſpurg,
daß ihre Prediger in der Lehre Zwinglianiſch
ſeyen 2467
Iſt aus dem Supplement zu dem XXII. Leipz. Th.
p. 71. genommen. 6. davon Seckend. hif. Luth.
libr, III. 9.63. ;
LVII. Der Prediger zu Augſpurg Schrift an den
Rath dafelbft , darinnen fie gezeiget, wie weit
ſie und die Prediger zu Straßburg mit Luthero
des Abendmahls wegen eins waren oder a
: 2409
Es iſt diefe Schrift nicht ſowol an Putberum, wie
Selig inder gift. der Augſp. Conf. Zibr. IT. cap. 12.
6.21. 9. 414. fihreibet, und in gegenmwärtigem Werk
ans Verſehen geferst iſt; als vielmehr an den Rath
zu Augfpurg,, der vorher Lutheri vorfiebendes Schrei⸗
ben mit den Predigern daſelbſt communmieciret,, ge⸗
richtet gervefen , wie man beydes aus den Inhalt der:
felben, und aus Gedend. bif. Zueh. c. 1. abneh⸗
men fann. Die Schrift felbft findet fich deutſch in der
Hift. des Sacramentftr. p. 180. fü. lateinisch aber
hat ſie Hofpinianus in bif. Jacram. part, II. p. 215.
feng. mitgetheilet. R
LIX. Lutheri Schreiben an die Rathgeber zu Aug⸗
fpurg 2483
Aus dem Leinz. Gupplen, p. 72. N
LX. Lutheri Warnung an den Rath zu Muͤnſter,
vor der Zwinglianer Lehre vom Sarrament 2484
Steht an dem gleich vorher angeführten Ort.
©. Von Buceri und Melanchthonis 1534. in}
Caſſel gehaltenen Sufammenkunft, wie auch
Inhalt des ſiebemehenten —
‚das anderein, /
von Autheri Neigung zur Eoncordie, und
Buceri dazu vorgefchlagenen Formul. —
LXL Lutheri Rathſchlag über die geſuchte Verei⸗
nigung in der Lehre vom Abendmahl, zu der
Handlung in Caſſel Melanchthoni mitgegebeis
-248
b
Steht ſowol in einigen Theilen Cutheri, als der Kisl,
Il. P.329. Alt. VI. p.335. Zeipz, XXI. p. 92. als auch
in der Hift. des Saeramentftr. p. 213, und indem ans
geführten Supplement zu der Leipz. A. €, Gift,
p. 46. Lateiniſch befindet fich diefes Bedenken Rutbes
ei auch, wiewol etwas verändert, in Seckend bifk,
Luch. br, IIl. p. 79. deren ed aus Valentini Ba⸗
vari colledun, MSS. tom. II, p. 557. einverleibet if.
Salig gedenkt auch deffelbene.I.p. 416.
LXII. Lutheri kuͤrzere Schrift bey Gelegenheit der
Caſſeliſchen Zuſammenkunft abgefaßt 2490
ern den erſt angezogenen Theilen Lucheri anzutreffen.
LXIII. Buceri us vom Abendmahl 2491
Iſt aus dem mehrmalen angeführten Straͤßburgi—
fen Mpe. genommen.
LXIV. Lutheri Vorſchlag auf Buceri Dreynung und
Erflarung | | 2494
©. im Vilt. Ale. Th. p.978. und XXT, Ceipz. p. 94.7
LXV. Ertract eines Schreibens Philipp Melande
thonis an den Churfuͤrſten zu Sachfen . 2496
Aus dem Straßburgifhen Mifpr. - Re
LXVI. Lutheri auf Churfuͤrſtl. Befehl geſteltes Bes
denken von der Concordie 6
Im Alt, VI. p.434. Leipz. XXl. Th.
Hiſt des Saeramentftr. p. 216. oh nn
LXVI. Anhang der Erflarung Eutheri auf Buceri
Meinung vom Abendmahl / 2497
Aus dem Straßburgifcherr Mſpt. BD:
LXVIN. Melanchthonis Schreiben an Brentium,
der ihn von der Concordie abgemahnet 2499
LXIX, Melanchthonig -anderweited Schreiben an
Brentium 2501
Sind beyde aus deſſen epif. libr. III, p. 565. ſeq. nach
der Londniſchen Edit. genommen.
LXX. Melanchthonis Schreiben an Bucerum, dar:
innen er ihm von Eutheri Neigung zur Concordie
Nachricht ertheilet 2502
Steht gleihfals in feinen epäfl. Zibr. IIT, p. sas. und
beym Pezelio in der Erzehlung vom Sacrament⸗
—
p. 94. und in der
ſtreit p- 28-
LXXI. Melanchtbonid Schreiben an Urbanum-
Rhegium | 2504
Befindet fich ebenfals in feinen epiß. Zibr, III. p. 566.
in der _Zift. des Saeramentfir. p. 217. und in dem
Straßburg. Aipe. .
D, Von der Augfpurgifchen, Ulmifchen und
Straßburgifchen Prediger Bemühungen,
die Concordie zu befördern. . - :
LXXII. Urba⸗
Pag. 2505
Wittemberg 2507
Beyde aus en Straßburgifchen Mine.
Lxxıv. Lutheri Antwort aufdes Raths zu Augfpurg
- Werbung , wegen der Vereinigung in der Lehre
vom Abendmahl 292600
— it den deutſchen Theilen Lutheri, und zwar der
"Witt. XII. p esi. Sen. VI, p. 508. Alt. VI. p. 487.
und Leipz-XXI.p. 95. mie auchi in Dem Streßburgi:
fdyen Mſpt. befindlich ; lateiniſch aber in Zofpinian.
bif, Sacram. part. II. p. 237. und indem /rpp), ep,Lurh.
p- 246. anzutreffen. .
LxxV. Rutheri Schreiben an das Augſpurgiſche
*
LXXXI. Lutheri Schreiben an Nicolaum Gerbe⸗
Miniſter ium, derer von Augſpurg geſchickten
Werbung betreffend 2510
„et lateiniſch in den epift. Schwehkl, p. 239. in Se:
© end. bil. Lurh, libr.LII.p. 124. und im Straßburg.
fer. deutfch aber in Herrn El Fricks verdeutichten
Seckend Gift. p. 1493. aus welcher mans in die Leip⸗
Se ‚zigifehe — —— der Schriften Lutheri zom,
. p. 95. gebt
S ht
— — Shhreben an die vn
... 8
LXXVIL Der Straffuraifchen Theologen Shrie
ben an Lutherum 2512
LXXVIIL. Lutheri Antwort an die — zu
Straßburg 2516
Sind alle drey aus dem Straßb Mſot genommen. Der
‚an die Steaßburgifche Prediger gerichtete Brief Lutbe⸗
ri, iſt guch in Zofpiniani bif. Sacr. part. H. p. 236.
und in dem /zppZ, ep. Luch. p. 248. befinblich.
LXXIX. Lutheri Brief an die Augſpurger der —
cordie wegen
LXXX. Lutheri Brief an bie Prediger zu Km, —
Concordie wegen 2518
Beyde hat Herr El. Frick der deutſchen Seckend. bif.
Lutb. p.1499. ſeg. einverleibet, woraus fie im XXI.
Leipz. Th. p. 96. wieder abgedruckt — Latei⸗
ia, —— fie ſich auch im Straßb mipr.
1LXxXXI. Lutheri Schreiben an Gereon Seyler zu
Augſpurg 2519
aus dein Straßb. Mſpt.
lium 2520
erh auffer dem&trafiburg. Mſpt. ingofpiniani hift,
Jacram. part. 1]. p. 237. in dein fappl, epiff. Lurh. p.249.
„ LRRXU, Lutheri Schreiben am Die Straßburgi⸗
ſchen Prediger 2522
LXXXIV.Lutheri und Melanchthonis Schreien an
Martin Schalling / Prediger zu Straßburg 2524 |:
Sind beyde aus dem Straßburg. Wifpr. genommen.
u — die Concordie endlich zu Wittenberg I
) und Anzeige F darinnen befindlichen Documente, ;
—— — Rhezi Schreibene an die Prediger zu‘
| —
Jenaͤ Schreiben an die Augſpurgi⸗
ſchen Prediger ‚ im Namen der Univerfitat zu
71
würklich zu Stande kommen, nachdem der
"Eonvent Lutheri Schwachbeit halber we:
der zu Kifenach, noch Grimma konte ge⸗
halten werden.
LXXXV. Lutheri Schreiben an Bucerum, ——
er berichtet, der Churfuͤrſt habe Eiſenach zur. Zu:
fommenkunft beliebet 08. 2526
Diefes Schreiben hat Hr. EI. Frick aus dem Himifchen
Archiv zuerft bekannt gemacht, und in die Heberfekung
‚der Seckend. hiß. Lurb, p.1525. ganz eingerückt, wor⸗
auses dem XXI Keipz. Th. p. 96, cinverTeibet worz
den. Man Je foldhes auch in Ritters Frankfurt.
Denkm. p.3
LXXXVI. Des Eburfürifen von Sachfen Schreiben
an Lutherum der Eoncordie halben 2527
Aus dem Straßb. Aripr
EXXXVI, Extract Schreiben des Churf. von
Sachſen an ſeinen Canzler Gregorium Bruͤck 2528
SNin der Siſt des Sacramentſtr. p. 21%,
LXXXVIII.Artikel der Concordie fo von beyder Thei⸗
len Theologen verglichen worden 2529
Sie ſtehen im Eisl. 11. Th. p. 366. Alt, VI, p. 1048. und
Leipz. XXI, p. 100. hiernechſt in der Zift. des Saera⸗
mentfir. p. 229. in Ehyträi biß. Aug, Corf. p. 180, in
Garthii Bericht vom Religions. Wefen in geffen,
Buceri rom, Angl. P.666.bey 3 Wigando de farramen-
tariifmo p.356. in Seckend. bif. Larb.libr. ITI,p. 132.
in der Straßburgifchen RirchensAgende p. 32. in
Ritters grankfurtiſchem Denfmabl p. 236. und aus
Martin Srechtens eigenhändiaem Eremplar, welches
im Ulmiſchen Archiv lieget, hat fie Hr. EI. Srick der
deutfchen Seckend hiff, Zurh. p. 1533. einverleibet.
Doch ift der Artikel von der Taufe und der von der Ab⸗
ſolution nicht uͤberall mit angehängt worden. Sonſt
gehen Die Lafeinifchen fomolals deut chen bdruͤcke kark
von einander ad, wie auch) Herr D. Löfcher in bill,
mot, part, I, 9. 221. angemerket hat.
chen, den Eonvent zu Wittenberg betreffend 2532
Es iſt daffelbige Lateinifch abgefaßt, und in dieſer Spra=
che ſowol von Ricolao Selneccer Anno 158:. befon-
Sacramentariifmo p.351. ſqq. mitgetheilet worden.
Sach der deutſchen Heberfegung trift mans im Alt vi.
p. 1050. und Aeipz.XX1. Th. p. ıcr.audindersgift.
des Sacramenſtr. p. 221, an. Geckend. in biff Lurb.
libr. III, 2. 129. nennt diefe Relation Myconii ze:
lifimam et elegantijfsmam und macht einen Auszug
daraus.
xc. Johann Bernhards, Predigers zu Frankfurt,
umſtaͤndliche Erzehlung aller Handlungen der
Theologen und Prediger auf dem Convent zu Wir.
temderg 2543
Dieſe hat man dem Herrn Ritter zu Datei, welche:
fiedem grankſurt. Denfmablp.345.jegg. ganz ein
verleibet, Weil fienicht nur einen Mann zum Ber:
aͤſſer hat; der auch felhif auf dem Convent zugegen ge:
weien,
LXXXIX. Myconii Sendithreiben an Veit Dieteri⸗
pı 23. beym Gofpiniano in biſt. ſacr part. I. pı45.in
ders zum Druck befürdert, als euch von Wigando de
a — — des Teen Theile
IR BRBEID. CS BUS EAN EEE
wefen, und eine der weitläuftigften Erzeblungen von XCIX. Des Straßhurgiſchen Minifterii Schreiben
dem Witteinberg. Synodo mit iſt; ſondern auch ein‘ u
— em Üipeilet, Mi ac bern: | A . therum und übrige Kirchendiener zu ——
den habe, fo iſt ſie in gegenwaͤrtiges Werk gebra
worden. inet nns Eike Erkehtiht et in eintz Ste (fein und eu in hr Eagle,
gen deutfchen Th. Auch, als der Eisl. Il. p-304. Alt. bereits angemerkt ff, £ diefes
VI. p.1045. und Leipz. XXI. p. 97. und Diefeiit auch d ‚, kommt diefes Schreiben faſt
AADIIV. CH. des Märtyrer-WBuche dahin gebracht durchgehends mit dem ulmiſchen Schreiben deſſen
leich vorher Num XCVI. gedacht worden, über:
worden. Iu Buceri som. Auglic, p. 648. befindet ſich 8 S 166
dr — — der ee auf Biejem as N: Saligs Hif. der Augfp-
onvent, WELCHE Io pinianus in 23/ acram.Pare.1
p. 245. in einen Auszug gebracht; Herr EL. Srick aber c. a en Büegermeifer und Reh, det
aus dem Frechtiſchen Driginal, fo fih im Ulmifchen ST: eg einigen deutſchen ch LCuth als der Eist vs
Aechiv befindet, in der verdeutſchten Geckend. biß. 2 Auen ey ut, & En Fr: 1
Lurb, p« 1535. {m manchen Stücken verbeffert, auch | r 8 — 93.X%1. p. 110, beſindlich.
p: 1536. angemerfet hat, daß Rabi Erzehlung vonder chreiben der Prediger zu Augſpurg an u
Eoncordie nichts anders als ein Auszug der -Bueeris | LAN
. fdhen Relation zu feyn heine. Ausführlich bat von | Iſt aus dem Grraßb. Apr. genominen, woſeltt 3
dem Wittembergiſchen Vertrag Hr. D Loͤſcher in hi. deutſch anzutreffen
mot. part. ].cap.2. p.221. gehandelt, deme man bey: | G. Von der Handlung Lutheri mit den
‚Aügen san Rn Hill, der Augſpurg. Conf, ir. I.| Schweizern, en fi E Staͤd⸗
ten, wegen der aufgerichteten Concordie.
a R6 Be car. Melangihonis Schreien auf Churfirk. Be
„Aus der Hift des Sacramentfir. p220.. fehl an die Schweizeriſchen ſieben Städte —
— Lutheri Schreiben an den Rath zu Straßbur ‚fen y
darinnen er um ein Urtheil von der Formula en Aus ber. Hift. des Sacramensfkr. p:271. Bateiniiahiße
e auch inYofpiniani biff, facram.part. IT.p.274, su lejen.
— der Eis. Samml-il, Tb.p.367. — CI. Lutheri Unterredung mit Bucero zu abe ge⸗
1054. und der Leipß XXI, p. 106. halten 2993 \
Fommts indem/üppl. ep- Lusb past. — aber Seht Inder t,VI. p.ro74. und zeg
CII. Wolfgang Capitonis Briefan Lutherum 256 ICIV. Lutheri Schrift an die fieben Städte, darinnen
ach Suceni Screiben > — 2569 er feine Freude über der Schroeizer Willigket
Beyde aus dem Straßburg. Mſpt Concordie bezeugt
"239
. F. Von der Städte Augfpurg, Ulm, Bibrach, Man triſt ſie deutch ſowol in den Theilen Cahert
Xi. p-2 VPS A VE 2
- Straßburg und Iſny Schreiben an Luthe⸗ zei, xx 'p — audi — N En
a wegen Annehmung der Formulaͤ — je in pi don angegogenen
oncordik eragb. Mſpt ; Tateinifchaber in Hofpiniani kzf, fa-
xcv. Gereon Seylere Schreißen an Lutherum, nah} m. Pers. IE. pP. 275. und in den fappl. epifl.Luch.
£ p-258. a1. Dei Suhalt derſelben erzehlen Seckend.
feiner Zuruͤckkunft von Wittenberg abgelaſſen 2572 An bi. Lab. ———
© Sfbebenfalsund zwar deutihindem Straßburg. rip. 4 nal. Conf.tib He — in Ark
‚hefindlich, und daraus hier einverleibet. er Yugfp. Conf.libr. II. cap. 12. p.ngau
‚CV. Lutheri Schreiben an Bikerum “2 >98.
ev Schreiben des Minifterii zu Augſpurg an Lu⸗ | Yus dem Straßb Mripr. 3
therum, daß es die Concordie angenommen 2580| ‚CVLB®
In S uceri Schreiben an einen Tiſchgaͤng ——
N erde Aeramentariiſmo p.357. cVIi Petri Comeni Schreiben an einen der Tiſch—
XCVI. Der gefamten Vrediger der Stadt Um | gemoflen Lutheri .. ‚2603
Schreiben Ps in at nt Stade |; Dende find aus der Hiſt. des Sacramentfkt. p. 276. (94.
1° genommen, davon auch nachzulchlagen Joh Magiri
Bihberach Namen, dariunen fie ſich zu der: ee Bericht von Ambrofli Wolfen Buch p. 88. fegg-
bekannt
Sieht Tateinifh im Straßb. Mſot. befindet fi Er H. Von dem zu Sürch 1538. gehaltenen Con:
auch ertractäweife in Hutters Cozcor2. conc, p.1432. U. vent und abermgligen Briefwechſel der
in ber Straßb. Wiederlegung des Zweybrüci: Schweizer mit Kuthero.
fhenBerichte p.41.Srich gedenkt deffelben &.1.p.1540 | VIII. Der Schweizer Schreiben an Lutherum, die
- XCVIIL. Lutheri Schreiben an den Nath zu Ulm, getroffene Einigkeit betreffend pag. 2608
die Annehmung der Concordie betreffend 2585| Steht in der Zift. des Sacramentftr. p. 283. worauf
Herr EL. grick hat folches aus dem Hlmifchen Archiv man es in die Alt, Sammlung rom. Pr. p- 1112. und
zuerſt bekannt gemacht, und in die deutſche Seckend. in die Ceipz rom. XXI. p. 108. gebracht. Lateiniſch
biſt Luth. p. 1540. gebracht, aus welcher es dem] befindet firhs — in Sofia DR ERpane.dIe
IX, Leipz. Th. p. 106, einverleibet HOFER, 2 p.284.
CR Sum
|
y
*
PAIR und Anzeige der datinnen befindlichen Document, 73
an
überienbet
Aus eben derfelben p. 285.
CXI. Lutheri Antwort auf obiges Schreiben Sr
dei ’ 2617
hiveißer
Iſt lateinisch in Gofpinienibif. [acram. part. IT. p. 286.
und in dem fappt. epifl. Lutb. p. 262. und deutich im
Alt. VI. Th. p. 1114. und Leipz. XXT. p. 110. mie auch
in der gift. des Sarrament-Str. p. 290. befindlich.
CXII. Der Straßburger Schreiben an den Kath zu
Baſel 2618
CXII. Capitonis von Straßburg Schreiben nad) Wit:
temberg 2619
Sind beyde in dergift des Sacrament⸗Streits p.2y0,
291, nachzufehen.
J Der fünfte Abſchnitt. |
Wie der Sacrament- Streit 1542. aufs
‚Neue angegangen, und Lutherus abermals gedrun⸗
gen worden, den Zwingliſchen Irrthuͤmern
ſich zu wiederfegen. |
© A. Von dem zu Srankfart am Mayn 1542. ent
ſtandenen Zwiefpalt wegen des beil. Abend:
mebls, und den zu deflen Beylegung ge:
fielten Artikeln Suceri.
CXIV, Bereinigungs- Artifel Buceri, zwifchen den
Predigern von Frankfurt anfgerichtet 2620
‚Bucerus felte fie anfangs in lateiniſcher Sprache ; her:
nach aber wurden fie auch in Die deutiche gebracht.
Man findet fie in Buceri zom. Anglic. am aceuratejten
aber hat fie Hr. Ritter nach der deutſchen Neberfegung,
die er gegen Das lateiniſche Original gehalten, mitge:
tbeilet, und feinem Frankfurt. Denkmahl p. 275.
einverleibet, nachdem er vorher p. 271. fegg. von dem |
2 ‚Streit ſelbſt der Prediger zu Frankfurt umftändliche
Nachricht gegeben, Wenn Hr. D-. Löfcher in 24.
08. par£.]. P.259. und Herr Selig in der gift der
Augſp Tonf. Zibr. III, cap.2.$.11. p. 522. von 17. Ars
ikeln fchreiben, Die Bucerus aufgeſetzt babe, fo iſt dieſes
nur von denjenigen anzunehmen, die von dem Abend:
mwahl und dee Berfon Ehriſti handeln, und dieſe 17. erite
7
. Qrkifel find es, welche auch ſowol lateiniſch in Zoſpi⸗
‚Biani biß, facr, parz. II. p.319. als deutſch in der gift.
988 Sacrament:Str. p.309. außzugsweile aber beym
Loͤſcher und Selig an den angezogenen Dertern an:
zutreffen find.
B. Wie Zutberus bie und da vor den Sacra:
mentirern gewarnet, und fich wieder fie Sf: |;
fentlich zu erklären entfebloflen.
CXV, Lutheri Schreiben an Chriſtoph Froſchover,
* 2626
Buchdrucdern in Zuͤrch
Steht im Ale. Vıll. Th. p.1005. und Leipz, XXI, p. 432,
ber Inhalt beffelben aber wied in Zofpiniani .
Butheri Schriften 17.Cheil, —- u
CIX. Summarifhe Verzeichniß etlicher Fragen, fo
- zu Zuͤrch von den Predigern dafelbft vorgebracht ivor:
en, Mı ef Buceri Antwort 20611
ſich ebenfals in der Ziſt des Saerament⸗Str.
CK. Buceri Schreiben an Martin Frechten, mit wel⸗
chem er ihm vorftehende ſummariſche ae
107 | 261
Jacram. part. II. p. 321, und in der Gift. des Sacras
ment : Streits p. 312, erzehlet.
CXVI. Des Ehurfürften zu Sachfen Snftruction an den
nad) Wittenberg ——— Canzler Bruͤck 26027
CXVII. D. Bruͤckens Bericht an den Churfuͤrſten, was
Lutherus von Melanchthone halte 2628
Beyde Stücke ſtehen in ber Hiſt. des Saerament⸗Str.
p. 315. 317. und Herr Selig c.1. p. 526. ſeq. hat einen
Extraet Daraus mitgetheilet.
ma . 29
Wo dieſes anzutreffen feye, iſt bereits im Werk angezeigt.
CXIX. Buceri Schreiben an Lutherum 2630
Aus der Hift. des Sarrament = Streits p. 323.
CXX Ein Stuͤck eines Schreibens Lurheri an Baltha⸗
far Alterium, eine Warnung vor den Sacramenti⸗
tern in ſich Baltend .. 2632
Es befindet ſich nicht nur deutſch in der Ale. Samıml. som.
VIII. p..q12. in Der Leipz. rom, XXT. 9.451. und in der
Hift. desSarament Streits p. 321. fordern auch la⸗
teiniſch in Dofpiniani by. facram. pare II. p. 443. und
indem fapp!. ep. Lurb. p. 236. Vermuthlich hat diefer
Balthaſar Alterins zuvor an Lutherum gefihrieben
im Kamen der Jtalianifchen Protefanten zu Venedig
und Vineentz; es iſt aber weder diefer Brief, no die _
vollſtaͤndige Antwort Ruthert inehr vorhanden, wohl
aber hat der Heer von Seckend ei andercd gar vors
treffliches Schreiben dee Brüder der Kirche zu Vene⸗
dig, Vicentz und Trevigo an Rufberum dd.25.10v.1542.
bey welchem eben dieſer Alterius die Feder gefuͤhret, aus
dem Wehmariſchen Archiv producirt, und der hif.Leeh.
‚Zibr, III, p. g01. feg. einverleibet, welches der Hr. EL,
Zrick auch deutſch mittheilet in dee überfenten Se⸗
chend. Hift. p. 2117. nebſt einem Auszug aus dem ge⸗
genwärtigen Bragment. Man eonferive davon 0.8: :
fchere biff. mor. part I. p.261. A
CXXI. Lutheri Schreiben an Jacob Probft, von der
Zürcher beftigem Schreiben wieder fein kurzes Be⸗
kenntniß vom Abendmahl 2633
Befindet fich Tateinifch in Hofpiniani bi. facram. parr.
II. p. 348, in der Hiſt des Sarrament:Str. und
zwar im Anhang, der D. Joachim Mörlins Schrift
wieder die Land: Lügen der vazumal Zeidelber:
giſchen Theologen, darſtelt, p. 513. wie auch indem
Süppl.ep Lutb,p. 287. deutſch aber ifts in nedachter
it, des Sarrament-Streits fowol an DEIN ange-
führten Drt, ald auch p. 336. anzutrefien |
— Der ſechſte Abſchnitt.
Einige beſondere Streitigkeiten und Secten
betreffend.
A. Von den zu Tetzſchen in Boͤhmen zwifchen
IT. Dominico Bayer und einigen andern, we:
gen der Materie vom Gefen entfigndenen
Swielpalt.
CXXLU. Siftorifche Erzehlung diefes Streits 2635
Sie ſteht in den deutſchen Samml,der Schrift Luth.
‚als der Witt. IX. p. 198. Jen. It. p. 449. Alk. It,p 747.
und Leip3.XIX. p.356. Die Auffchrift aber, Die fie da:
ſelbſt unter nachfolgenden Morten führer: Wolfens
von Saalhauſen Schreiben an D, Mart. Lu:
5. She, 3 thern,
eh Lutheri kurzes Bekaͤnntniß vom heil. —
en
74 R
Merten zwifchen zwey Predigern betreffend, i
"nicht aceurat, weil aus dem Anhalt offenbar ift, daß
mans nicht ſowol für eln Schreiben des Hrn. v. Saal:
haufen, als vielmehr vor einen hiſtoriſchen Vorhe⸗
richt eines andern, auf das hernach Rum. CXXV. vor:
kommende Bedenken Lutheri und feiner Collegen,
mit welchem diefe Erzehlung in obſtehenden Samm⸗
ungen unmittelbar verbunden, anzufeben babe.
CXXIN. Wolfgang von Saalhauſen Schreiben an Eu:
therum, darinnen er um Unterricht bittet, ob Domis
nici Bayers Lehre irrig feye
Diefe zwey Schreiben kamen anfänglich befonders unter
- dem Titel: Ein Sendbrief Gerrn Wolfgang von
Saalhauſen an D. Martin,und Antwort D. M.
Cuthers, Wittenmb. 1524. 4. heraus, welche Ausgabe
KHerm. vonder Zardt inaurogr. Luch part. I. p.178.
anführt s nachgebends aber wurde fie in_ die deutſchen
Theile&utheri eingerückt, darinnen fie an den gleich
vorher angezogenen Derteen befindlich find. Des von
Saalhauſeus Brief wird daſelbſt ebenfals unrecht
das andere Schreiben deffelben an Lutherum genen:
net, wobey ich mich ſowol auf die zu Num CXXIL
gemachte Anmerkung,als auch auf Seckend: bi. Lurb.
Jbn I, p, 284. beziehe welcher nicht mehr als eines,und
zwar des gegenwärtigen von Saalhaufifchen Schrei:
ens an Lutherum gedenft.
CXXV. Lutheri und ſeiner Collegen Urtheil zu Ent⸗
ſcheidung dieſer Streitigkeit abgefaßt 2639
Wo dieſes zu finden ſeye, iſt bereits zu Num. CXXII. an-
gezeigt worden.
B. Don dem zwiſchen Melancht. und Agricola
"bey Gelegenheit der vom erftern verfertigten
Pifitstions- Ordnung entſtandnen Steeit. |
CXXVI. Lutheri Schreiben an den Ehurfürften zu
Sachſen, die von Melanchthone aufgefeste Ordnung
der Viſitatoren betreffend 2641
4
©. in der Witt. IX. p. 238. Jen. II, p.437. Alt. IlI. p.
780. und Leipz, XXI. Th.p. 553.
CXXVII. Lutheri Schreiben an Joh. Agricol. darinnen |.
er ihn vom Streit mit Melanchthone abmahnet 2642
CXXVIII. Lutheri Bericht an Melanchthonem, daß]
er den zwiſchen ihm und Agricola entftandenen Streit
nur für einen Wortftreit halte 2642
CXXIX. Lutheri Bericht an Jonam, daß diefer Streit
zu Torgau bald arngelege worden _ ibid.
Iſt bereitd im Werk angemerkt, wo diefe zu finden find.
C. Don der dur) Schwenkffelden und Rrautwald
entfisndenen befondern Secte der Sacramenti:
h rer, und vonder Schwärmerey derMiederräufer.
CXXX Lutheri Berihtan Spalatinum, daß in Schle⸗
a Schwenkfeld und Krautwald auf eine andere Art
die GegenwartChriſti im Abendm.wiederfochten 2642
CXXXI. Lutheri Brief an Sob. Heffen, darinnen er
‚gleichfals über diefe beyden Männer Elaget 2642
CARAI Luth.gegen eben denfelben bezeugte Betrübniß,
daß die Wiedertäufer fo ſehr uͤberhand nehmen 2643
CXXXIN. Lutheri Schreiben an Wilhelm Praveft,
Predigern zu Kiel N i
Eu
Inhalt des 17. Theils und Anzeige der darin befindlichen Documente. -
thern, etl. Irrungen über der Lehre von guten |CXXXIV. Lutheri Schreiben an Nic. Amsdorf ibid.
CXXXV. Lutheri Bericht an Wenceslaum Linc,von der
pag 2636
CXXIV.Luth Antw. auf vorhergehendes Schreib.2637 |.
ibid.!
Standhaftigkeit der hingerichteten Anabaptiſten ib,
Wo dieſe von N. CXXX. bis CXXXL vorkommende Stuͤ⸗
cke anzutreffen, if ebenfals im Werk ſelbſt angeführt.
CXXXVI. Lutheri Brief an zwey Pfarrherren von der
Miedertaufe ae. 2101 SE
Rachdem diefer Brief zuerſt befonders zu Wittemb.is2g.
4. gedruckt worden, welche Edit. auch in Zerm. von
der Sardts aut. Lurb.rom.1.p. 248. angeführt iſt, fo
bat man ihn auch in die deutſche Theile Lucheri ge-
> beachte. Er befindet fich in der Wire.1L. p.22u. Jen. V.
p.407. Alt. V. p. 374. und Leip3.XIX. p.674. Dem {ns
balt deffelben erzeblt Seckend. bi. Luth.libr II. p.116.
CXXXVI. Qutheri Bericht an Sjac. Probit, daß er die
Wiedertäufer duch vorftehenden Brief herausfor _
dern wolle 2691
CXXXVIIL. Lutheri Schreiben an Spalatinum mit
Veberfendung obigen Briefs von der Wiedertaufe ib,
Iſt im Werk ſelbſt zu fehen, wo beydezu finden find.
Unbang RER
einiger Briefe Lutheri / auf die man fich in gegen- .
wärtigem Werk berufen. =.
I. Lutheri Schreiben an Spalatinum dd. Fer, 2. poft
Inuocauit 1527. 2799
Iſt aus Job. Yurifabers ep. Luch. tom. II, p. 329. ſeq.
genommen.
II, Schreiben an Weneesl. Linck dd. 14 Jun. 1528. 2697
Steht in Aurif.ep.Zurh.zom.1I.p.381. aber. auch deutſch in
den TH.Luch.alöder Witt.XIl.p,2u. Jen.VIll. p.gır.
Alr. VII. p.588 und Leipz. XXI. p. 335. Weil aher in
den angeführten Samml. der Anfangu.Schluß diefes
Schreibens fehlet, fo hat man diefem Mangel aus dem
Auriſaber abgeholfen, und das Schreiben in feiner
Kolkändigkeit bier abgedruft. Seckend gedenkt
deffen höff. Lush libr. II.p 122.
III. Schreib. an Sjoh. Agricol. dd. vlt. Aug. 1527. 2705
Aus Aurifabers epif. Zurh. som, 1]. 9.347. -
IV, Schreiben an Juſtum Jonam dd, 10. Dee. 1527. 2707
Aus Aurifab. epiß. Lurb. vom. U.p. 562.
V. Schreiben an Joh. Heffen dd. dom. iubil. 1526. 2711
Aus Auvifabro c.1,p. 315. Eonf. Sedkend. in hiß. Zusb.
libr.]1. 2.52. ——
VL Brief an eben denſelben dd. 27. Yan. 1527.
©. in Aurifab. coll. epiß. c.1. p. 327.
vu. Schreiben an Wilhelm Praveſt, Pfarrer zu Kiel
dd. Sonnabend nad) Reminiſcere 1528. 213
Befindet fich in Aurifab. c.1.p.373. Den Inhalt deffelben
aber hat Seckend. in biß. Luch. libr. IT.p. 122. erzehlt.
vin, Briefan Pic. Amsd. Dat. die Carharinz 152g. 3715
In dem Yurifaber c.1. p- 395. |
IX. Schreiben an Wenceslaum Linck dd, Fer, 3. poft Cantate -
1528. : 3716
Ebenfaldaus dem Yurifab. c.1.p. 376. Ein Epte. ſtehi in
Sedend, bill, Luth. p.927.nach Frick. deuiſch Weberf,
X. Schreiben an Jacob Probſt, Pfarrer au Bremen dd,vigil,
eircumcifionis 1528. 3717 |
©. im Aurifaber c.1. p. 365. feq. —
XT. Schreiben an Spalatinum dd, Fer, 4. poſt purificat,
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1528,
Auch aus Yurifab, c. l. p. 367:
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Das ſechzehente Capitel.
Von den Bekraͤnkungen der Proteſtanten durch den zu
Nuͤrnberg aufgerichteten heiligen Bund und durch Die Cam⸗
| | mergerichtöprocefle.
Der erſte Abfchnitt.
Von dem dem Schmalfaldifthen Bund entgegen gefeten Nuͤrnbergiſchen
heiligen Bund, oder Liga ſancta.
— 1248, taffen Zeiten Mehrer des Reichs, in Germas
Der Nuͤrnbergiſche Catholifche Begen, |nien, zu Yungarn, Böhmen, Dalmatien, Eroas
bund, von Remifch: Käyferlicher und Ag tien, und Sclavonien ꝛc. König; Infant in
nigl. Majeſtaͤt auch andern mehr Ehurfürften | Hifpanien, Erzherzog zu Defterreich, Herzog
| und Sürften des“. R.Reichs zuBeſchirmung al-| zu Burgund, Steyer, Kärnten, Crain und
ter Eatholifcher Religion und was derfelben an: | Würtemberg, Grafe zu Tyrolac, Und wir
bangig, dem Schmalkaldiſchen Buͤndniß zu: Albrecht von denfelben Gnaden, der heiligen
wider aufgericht den ro. Eagdes Monats Romiſchen Kirchen des Tituls Sandti Petri
unii Anno 1538, ad vincula Prieſter, Cardinal und Legatus na-
Be tus, Erzbifhof zu Magdeburg und Mäynz,
ie Carl der Fuͤnfte von |Primas, des heiligen Römifchen Reichs durch
GOttes Gnaden, Ro: Germanien Erzcanzler und Churfürft, Admi⸗
mifcher Känfer, zu allen Iniftrator des Stifts Halberftadt, Marggraf
Zeiten Mehrer des Reichs zu Brandenburg, zu Stetin, Pommern , der
7 in Öermanien , zu Hl: |Caffuben und Wenden Herzog, Burggrafzu
AR AH Spanien, beyder Sieilien, [Nürnberg und Fürft zu Rügen, von wegen
Je) 7 Perufalem , Hungarn, unſerer Erzftifte und Stift Magdeburg und
— Dalmatien, Eroatienzc.|Halberftadt. Und wir Matthäus, auch von
König; Erzherzog zu Defterreich, Herzog zu ESttes Gnaden, der heiligen Römifchen Kirs
Burgund, zu Draband; Grafe zu Habsburg, chen des Tituls Sandi Angeli Cardinal und
Slandern und Tyrol 2c. für uns und unfere| Erzbifchof zu Salzburg, des Stuhls zu Kom
Nachkommen am Reich. Und wir Serdinand| tegar. Und wir Wilhelm, und wir Ludwig
von denfelbigen Gnaden Nömifcher König, zul von a, Gnaden, Dfalzgraf ers
42 [49
6... Eap. 16. Don den Bekränkungen der Proteftanten. +
bruͤder. Und wir Georg, von veffelben Gna⸗
den, Herzog zu Sachſen Landgraf in Thuͤrin⸗
Br ER
-Herzogen in Ober- und Niederbayern ıc. Ge- (en und des.H. Reichs Gliedern zu fi (ten A
ten; welchen Friedſtand wir von Wort zu WVort
hiemit wiederholet und repetirt haben wollen.
gen und Marggraf zu Meiſſen sc. Und wir) 2. Und wiewol unſer ernſtlicher Wille,
" Erich der ältere, und Heinrich der jüngere, Ge» | Meynung und Befehl almege gemwefen, und noch
vattern, Herzogen zu Braunſchweig und Luͤ⸗ ift, daß obberührter Friedſtand von maͤnni⸗
\
niglich:
neburg ꝛc. Bekennen für uns und unfere Nach- glichen ſtraks gehalten, demſelben nachgelebet,
kommen und Erben ‚und thun fund allermaͤn⸗ und ſich ein jeder daran haͤtte ſollen laſſen fäte
— tigen: ſo befinden wir doch, daß uͤber mehr be⸗
meldeten Friedenſtand durch etliche der obge-
dachten proteftirenden Stände zuSchmalfalden
F 1.
As wir Räyfer Earl, vergangnen Jahren Buͤndniſſe aufgerichtet, darneben auch allerhand
aus unſern Erbkoͤnigreichen in Deutſche Practiquen verlaufen ſeyn, daraus kuͤnftighin
Nation kommen, und etliche hochwichtige Sa mehr Irrungen, Empoͤrungen und Aufruhr
chen, Irrungen, und Zwietracht, und ſonder⸗ im heiligen Reiche erwachſen moͤchten, welches
lich den Mißverſtand in unſerm heiligen Ehrift- \uns, als Roͤmiſchem Kaͤyſer, in viele Wege bes
lichen Glauben, fo ſich eine Zeit her bey der⸗ ſchwerlich feyn, und fonderlich nicht gern fe=
felben Deutfchen Nation zugefragen, nicht mit hen wollten, daß die Deutſche Nation unter
Eleiner Beſchwerung unfers Käyferlichen Ges ſich felbft in weirre Unruhe, Widermillen und
muͤths befunden ;daraus denn viel Ehriftliches |Berderben geführee werden follee.
Blutvergieſſens erfolger, audy) der Erbfeind| 3. Und demnad) zu Handhabung Sriedens
- Epriftlichen Namens und Glaubens , der ty und Mechtens , und damit der‘ obgemeldete -
ranniſche Türfe, und andere unfere und des |Friedftand , desgleichen unfre gemachte Ab«
heiligen Römifchen Reichs Widermärtige Ur: ſchiede, veftiglich gehalten, auch wir und un«
ſache genommen, und in folcher Zwiefpale die ſer freundlicher lieber Bruder, der Roͤmiſche
Chriſtenhelt, und vornehmlich die Deutſche König, und andre unfere gehorfame Churf. |
Marion, mehr denn vor nie, zubedrängen und Fuͤrſten undStände Diefer nachfolgenden Chriſt⸗
zu beleidigen unterftanden: haben wir in uns lichen Einigung, auch diejenigen, fo noch zu
- ferm Känferl. Gemüthe uns ganzlidy damals uns in diefe Verſtaͤndniß kommen werden,
vorgefeßet, folche Zwiefpale und Irrung, fo [und aller derfelben Unterthanen, geiftlich und
viel immer möglih, in der Güte hinzulegen weltlich, oder die, fo uns oder ihnen erblich,
und in Beflerung und Gleichheit zu bringen ; oder ihr Lebenlang in unfern Fürftenthümern
feyn deffentwegen auch für und für in Hand» jund Gebieten zu verfprechen zuſtehen, bey un⸗
lung und Uebung geftanden, und deswegen \ferer wahren Ehriftlichen Religion, Gebräus
zwey Reichs» und Berfammlungstäge kurz auf chen, Ordnungen, Saßungenund Ceremonien,
einander zu Augfpurg und Regenfpurg gebal» und alfo ein Theil neben dem andern, bis auf
ten; und neben andern gemachten und bewillig. das beruͤhrte Concilium oder Erörterung des
sen Befchlüflen, wie die Neichsabfchiede die- | Zwieſpalts, vermöge des oben anerregten Fried⸗
felben Elärlich ausmweifen, aud) in Religions» ſtandes in der Religion, friedlich wohnen und
- fachen mit etlichen unfern und des Reichs Chur⸗ |bleiben mögen : haben wir als Roͤmiſcher Kaͤh⸗
fürften, und andern denen damals proteftiren« |fer, aus Kaͤyſerlicher Macht ‚und inſonderheit
den Ständen, zu Nürnberg einen friedlichen |auf das Chriſtliche Zufagen, ſo wir vorgedach⸗
Anftand bis aufein general Chriſtlich Con⸗ |tem unferm lieben ‘Bruder, König Serdinan-
eiltum zugelaffen, beroilliget, und angenom- |der, auch unfen gehorfamen Churfürften,
men, auf denfelben Friedſtand; darzu auch in | Fürften und Ständen, und diefelbe uns Hin.
Keligionsfachen ernftlihe Mandat ausgehen |miederum, zu Augfpurg und Regenſpurg ge«
laſſen, und ihnen verfündiger, auch allen un⸗than, gedachten unfern lieben Bruder, A
7 ur t.
u
bfehnite. Durch den Nuͤrnb. fogenannten 5. Bund der Papiften, 9
fürft. Fuͤrſten und Staͤnde folches ifresZufageng |Balben zugetragen, oder der Religion anhaͤn-
innert, darzu auch erfordert, vermöget und gen möchte, dazu aud) allein defenfive und zur
jet, daß fie mit uns diefe Chriſtliche Gegenwehr verftanden, und einer dem anbern,
Buͤndniſſe, Beritand und Einigung defenfive mie wir diß gegen einander verfchrieben, Hüls
und allein zur Gegenwehr aufrerichtet, ange: |fe zu thun fehuldig feyn.
nommen, und veitiglich zu haiten verfprocyen. | 7. So ſollen aud) alle geiftliche Stiftungen,
4. Erſtlich, wollen wir Känfer Carlzc. wir | Güter , Renten, Gülten oder Zinſe, wie die jetzt
König Ferdinand, und mir die andern Churs in unfern und unfers lieben Bruders, KoͤnigFer⸗
fürften, Fürften und Stände, vorgemeldet, |dinands, und unfrer der Churfürften, Fuͤrſten
die Zeit vorgenommener Einigung mit unſern und Stände, Lande und Fürftenthümern im _
zugehörigen Sanden und Unterthanen ‚auch de» Weſen feyn, wie ſich gebühret und in allen
nen, fo uns erblid) oder ihr Lebenlang zu ver- Rechten verfehen, Schuß, Friede und Recht
fprechen in unfern Landen und Gebieten zufte- Haben, die wir aud) wollen erhalten, und vers
‚ben, einander mit wahrer rechten und ganzen möge Der Rechte und des heiligen Reichs Ord⸗
Treue meynen, halten, haben und fördern, nung für ſchaͤtlicher Einziehen und Gewalt bee
auch nichts unfreundliches oder thätigeg gegen ſchirmen und handhaben. " L
und-wider einander vornehmen ‚noch denen Un- | 8. Ob fich denn jemand, wer der aud) waͤ⸗
fern zu geftatten; fondern ein jeder den andern |re, uns oder.die Unfern, oder die uns erblich,
bey dem Landfrieden und Rechten, feinem al- oder ihr Lebenlang in unferm Fuͤrſtenthum oder
ten Herfommen, Sreyheiten und Gerechtigfei- Gebiete zu verfprechen zuftehen,, fie feyn geifte
ten, bleiben laffen,, vefgleichen Feiner dem an⸗ |lid) oder weltlich , unterſtehen würde, heim⸗
dern feine verwieſene oder cffenbare entfagte lich oder öffentlich, welchergeftalt ſolches ges
Feinde nicht Halten, Haufen, höfen, noch diefels 'fchefen möchte, von unferer wahren Religion,
ben annehmen, - [Eeremonien und Gebräuchen, Saßungen und
5. Wir haben uns auch deß fämtlih und Ordnungen, freventlich oder mit Gewalt zu
einhellig mit einander verglichen und |dringen, zu überziehen, oder in anöre Wege,
vereiniget, daß Feiner diefer unferer Chriſt⸗ in der Religion und was derfelben von Rechts
lichen Buͤndniß Verwandter fich unterftehen | wegen anhangen und nachfolgen follte, zu bes
folle, jemand von denen vorgemeldt protefti- |trüben, oder auch die Unfern wider uns aufe
renden Ständen, ‚oder ihren Unterthanen ‚wi. ruͤhriſch, oder mit denenfelbenPractiquen zumas
der den aufgerichten Friedftand zu Nürnberg, |chen, und alfo desgemeinen ordentlichen Rech⸗
zu überziehen, noc) mit der That anzugreifen |tens, Landfriedens und berührter jüngft auge
oder zu verunrechten, noch jemand Proteftiren: |gegangenen Neichsabfchieden, Mandaten und
den in feinem Land oder Gebieten, dem jeßt | Sriedenftand, nicht fartigen laffen wollte oder
gemelderen Nürnbergifchen Friedftand zumi- wuͤrde; gegen diefelben wollen wir uns famt«
der, mit Gewalt zu dringen, in feine Weife lich mit aller Macht fegen und mehren, und
noch Wege: fondern foll derfelbe Friedftand, uns bey unferer wahren Religion, wie oft ges
wie der Durch uns, den Roͤmiſchen Kaͤyſer und meldet ift, der Gerechtigkeit und Billigkeie
die berüßrten proteflirende Stände, hievor |nad; fehügen, fehirmen und handhaben.
aufgerichtet und zu Kalten geboten, in allewege 9. Und ob die Proteftirende des Schmal«
veſtiglich und unverbrüchlic) gehalten worden, |Faldifchen Bundes verwandteStände,oder auch
und ſich ein jeder gegen männiglicy orbentlidy diejenige, fo ſich nach bemwilligeem Frieden-
Rechtens, wie ſichs vermöge der aufgerichtes ſtande zu ihnen gezogen, oder noch annehmen
ten Reichsordnung und Landfriedens gebührer, | würden, nicht der Religion halber, fondern
erfättigen laflen. | auch in einem andern Schein, als weltlichen
6. Undfoll diefeunfre Berftändniß vornefm- | und andern Sachen, wie das vorgenommen -
lich der Religion Sachen, und was fich der⸗ werden en uns, die Unſern, oder fo
| — 3 — wie
Vvr
5
" Bewerb, Krieg
2
wie obgem
jen wir
Cap. 16.-
jeldet, zu —— „ über:
zie r betruͤben, und deshalb ein gemein
en oder Vorfhub vornehmen ,
oder etliche aus ihnen oder andern uns zu be
eeiben oder zu überziehen anrichten, und De-
nenfelben Beylegung oder Huͤlfe thun wuͤrden,
oder unſere Unterthanen aufruͤhriſch zu machen,
heimlid) oder öffentlich fich befleißigen; oder fo
vieffeiche Diefelben Linterfhanen wider ihre
Hprigkeie von fich felbft aufwegigt und unge:
horfam würden :-gegen Diefelben follen und wol⸗
uns gleicherntaffen, als ob es ohne
alle Mittel von wegen der Religion geſchaͤhe an
einander und in kraft diefer Einigung Hilfe zu
hun ſchuldig ſeyn. Ob fi) auch begäbe, daß
En IE jemand aus uns, mit ofnen Schmaͤh⸗
- fchriften,
Gedichten, Gemählden ‚oder in andere
Wege ſchmaͤhlich angetaftet ; wie dann bishero
bey vielen wder die gefchriebenen Rechte und
Ehrbarkeiten gefheßen, und ofne Scham
alle zu befehen iſt: ſolcher
geduldet worden und
Echmach mag fid der, fo aus ung beläftiget
wäre oder würde, gegen dem Oberſten feiner
Nrovinz beklagen , darauf derfelbe Oberſte,
famt denen Raͤthen, die Billigfeit, und mie
folches alles zum foͤrderlichſten abgeſtellet und
dem Beleidigten Abtrag geſchehen, und er dar⸗
innen fie
egen Defendiret und gehandhabet werden mö-
ge, berathſchlagen und vornehmen folen.
SO: \ h
‚die Proteftirende des Schmalkaldiſchen Bun:
Hg verwandte Sfände mit einem oder mehr
dieſer Einigung verwandten Churfürften und
‚Ständen, der obbefchriebenen Sachen halber,
Und wofich denn auch font zufrüge ‚daß
Span und Irrung hätten oder gewoͤnnen, dar.
aa * der That und gewaltigen Zugrifs
enthielten: in dem ſollen unfre Oberſte und
Käthe Gewalt haben, Tage anzuſetzen und
guͤtliche Handlungen vorzunehmen, Darin and)
fir ung untereinander des Billigen weiſen laß
fen wollen, und alſo halten, daß unſre Bundesge
noſſen mit Fug einiger Unbilligkeit niemand
ſoll zu beſchuldigen haben; und welche denn in
von den Bekrantungen der Proteſantemn.
Ep
oder aud) für fich felbft Krieg und Unruhe oder
Empörung erheben wollte: dem, oder Denen« .
felben feynd wir Hülfe zu thun nicht ſchuldig.
11. Und dieweil diefe unfere Chriſtliche Vera
ſtaͤndniß die Ehre des Allmaͤchtigen, und Hand»
babung unfers heiligen Glaubens alte herges.
brachte Chriſtliche Gebräuche und Ceremonien
betrift, und von uns allein darum, Daß wie
bey ſolchem Chriſtlichen Ölauben und Ceremos
nien, Landfrieden und ordentlichen Rechten blei⸗
ben mögen und davon nicht gedrungen werden,
und alfo auf der natürlichen Gegenwehr fteber
undDdefenfive vorgenommen: iſt vonnöthen, hiera
innen einige Ausnahme zu thun, doc) in andern
weltlichen Sachen, aufferhalb der Religion
und Defenfion, mie vorgemelöf, allen unfern -
Erbeinigung und Berträgen, mit wem wir die ha⸗
ben und auszunehmen ſchuldig fenn,unvergriffen.
12. And foll diefe unfere Einigung auf St.
Johannis des Taufers Tag, nädhftfünftig, an⸗
gefangen, und Eilf Jahr, die naͤchſten nad)
einander, währen, auc) in fremde unſere Rö-
nigreiche und aufferhalb Deutfcher Nation und
Sprache, noch auf unfere Kaͤhſer Carls Mies
derländifche Lande, nicht gezogen werden. Wo
aber wir, Käyfer Carl, diefelben Niederlaͤn—
diſchen Sandfchaften, oder aud) andre, Fuͤr⸗
ften, Grafen, Prälaten, Nitterfchaft, Städ«
ge oder fondre Perfonen, in diefe Einigung zu
ung erfordern, bewegen, oder von fich
ſelbſt kommen wollten, foll ifnen und einem -
jeden alsdenn vorftehen, ——
13 . Ob ſich auch zutruͤge, daß wir dieſer Ei—
nigung Verwandté mit und unter einander
Spaͤn und Irrungen gewoͤnnen, es waͤre um
welcher Sache es wolle: ſo ſoll von unſern ge⸗
ordneten Oberſten und Raͤthen einer jeden
Provinz zwiſchen uns guͤtlich gehandelt wer«
den, und wir uns von allen Theilen der Guͤl—
tigkeit nicht verwidern; wo aber die Guͤltigkeit
zwiſchen ung nicht erhebet werden mächte, fols
len mir Doch gegen und miteinander nichts thaͤt⸗
lidyes vornehmen, noch) einander zufchleben;
foicher gütlichen Handlung zu hart halten, und | fondern ein jeder fi) Des ordentlichen Rechtens,
ziemlichen, ehrlichen und billigen Wegen nicht
att geben feic
N len Rechten nicht wollten füstigen laſſen,
Erb: und andrer
oder auch fid) an Gleid) und er
Einigung und Verträgen,
‚gegen den andern halfen und fättigen Iaffen.
14. Und fo dann aber Durch den vorfichen«
den
.” -,
i a - \ hr — — N
12 I, Abſchnitt. Ducch den Nuͤrnberg. fogenamnten 5. Dund der Papiften, 13
4 ben Ziviefpalt in der Religion ſich bisher mans | in der Gegenwehr Hülfemäßigen, und alles,
werden.
cherleh Beſchwerung im Beiligen Reich geäuf | was fid) in einem jeden Fall, wie derſelhe aut
ſert, und wo foicher Zwieſpalt nicht endlich hin |Diefer Einigung ſich zutragen möchte, fuͤr das
geleget und zu gutem Ende gebracht, noch mehr beſte und nüglichite fie anfehen werden, vor⸗
erfolgen möchte; und zu folder Hinlegung bis- zunehmen. Und was alfo durch die. Oberſten
ber Fein bequemer, Chriftlicher,, noch gütiger |und Raͤthe fämtlichen ‚oder die mehrern Stim⸗
Weg, dann die Berfammlung und Haltung |men, für gut angeſehen, vorgenommen, er«
eines gemeinen Chriſtlichen Concilüi, hat mö- | kannt, gemüßiget und befchloffen wird ; dem⸗
gen bedacht werden: haben wir, Känfer Earl, |felben wollen und follen wir alle ſaͤmtlich und
bisher Feinen Fleiß , Mühe, Koften noch Ar: ſonderlich bey unfern Ränferlichen Königlichen
- beit, was zur Beförderung defleiben Eoncilii und Fürfttihen Würden, dem Wort der
Wahrheit und rechten Glauben, Bollziehung
i tbun, und ganz feine Saͤumniß bey uns be»
Und auf den Fall, daß uns folches endlich ent» finden laffen, nad) allem unferm Vermoͤgen
ſtuͤnde, oder in lanmwierigen Verzug kommen | und nach Innhalt der Artikel, derer wir uns
ſollte, durch was Verhinderung das gefehähe : hierauf Infonderheit vereiniget und. verglichen
ſo wollen wie fonft auf andre Chriftliche und haben; alfes freulic) und ſonder Gefahrdes
billige Wege gedenken, und unfers Theils ge-| 17. Zu Urfund haben wir, Käyfer Carl ꝛc.
treulich dran feyn und fördern , daß. die Zwie- und wir Serdinand,, Könige. und wir,
fpalt, Mißbraͤuche und Unordnung zum eheſten Albrecht, Kardinal, Erzbiſchof zu Magdeburg,
friedlich verglichen , abgetfan und gebeffere Maͤynz und Halberſtadt ꝛc. und wir Matthaͤus,
| Kardinai und Erzbiſchof zu Salzburg , mie
- 15. Und damit aber im Fall der Noch unfre | famtunfern Donicepiteln zu Magdeburg, Sal
Defenfion und Gegenmwehr ordentlich und ftatt- | burg und Halberftade: Lind: wir Willhelm
dienlich geweien, an uns ermangeln- faflen ,
ſolches foll auch ferner an uns nicht erwinden.
lch vollzogen, und die Gleichheit zwiſchen uns ale und Ludwig, Herzoge in Baͤhern, Gebruͤ⸗
lenthalben gehalten werde: haben wir uns vergli- | der; und mir Herzog Beorgzu Sachſen ic. &e
chen. und vereiniget, Daß wir ung, als jetzt zur Zeit rich und Heinrich, Herzogezu Braunfehmeigu,
in zwey Theil oder Provinzen getheilet, nemlich unfere Inſiegel wiflentlidy an diefen Brief an—
die Dberländifche, darinnen wir Käyfer Carl, | haͤngen laſſen. Und wir Dechant und Capitel _
wir König Ferdinand, und wir der Cardinal zuMagdeburg, Salzburg und Halberftadt für‘
und Erzbifchof zu Salzburg , und wir, die Für-| uns und unſere Nachkommen, bekennen, daß die⸗
ften zu Bayern, und die ‚fo diefer Landart diß fe Buͤndniß mit unferm guten Wiſſen, Wil
Buͤndniß annehmen werden, gerechnet: Die
andre, die Saͤchſiſche Provinz, darinnen wir,
der Cardinal, Erzbiſchof zu Magdeburg und
Maqynz, wie Georg Herzog zu Sachfen, und
wir Erich und. Heinrich) Gevettern, Herzoge
zu Braunſchweig, und die, fo. aud) derfelben:
andart in diefe Bündniffe Fommen werden‘,
16. Und ift aus jeder Provinz von uns,
Känfer Carln, ein Oberſter verordnet, und
demjelben von ung allen etliche Raͤthe zugeord-
net, Dieſelben Dberften und Raͤthe ſollen uns
alle ſaͤmtlich verpflichtet ſeyn, wie dieſe Pflicht,
deshalben geſtellet, vermag: die ſollen jeder-
zeit vollfommene Macht und Gewalt haben,
len und Vollwort aufgerichtet if. Welch un⸗
ſer Vollwort und Bewilligung wir auch hier⸗
mit darzu geben, verpflichten uns auch und
fagen hiermit zu, für uns und unſere Nach⸗
Fommen: Ob es ſich zufrüge,: daß unſere gnaͤ⸗
digfte Herren, obgemeldt, die Erzbiſchoͤffe, ein:
oder mehr vor Endigung dieſer Bündniß mie
| Tod abgehen würden, daß wir feinen nach—
Fommenden Erzdifchof oder Biſchoffen zu der
Regierung Fommen laffen wollen, er gelobe
dann zuvor, diefe Bündniffe zu halten und zu
vollſtrecken. Deß wir zu Urfund unfrer Car
‚pitel Inſiegel, neben Käyferl.- und Königl.-
Majeſtaͤt, auch der obgemeldeten Ehurfürkten
und Fuͤrſten, unſerer allergnaͤdigſten, a a
En
14 ° Cap. ı6. Don den Bekraͤnkungen der Proteftsnten. . 195
ſten und gnädigen Herren Jnfiegeln, an diefen felben Gnaden, Herzog zu Sachfen, Landgraf -
— — haben. Geſchehen zu Nuͤrn⸗ in Thüringen, und Marggraf zu Meiſſen.
berg am roten Tage des Monats Junii, nad) Und wir Erich der Aeltre, und Heinrich der
Chriſti unfers Seligmachers Geburt 1539. |Süngre, Geverfern, Herzoge zu Braunfchtveig
— und Luͤneburg ꝛc. Bekennen für uns und unſre
== Bu ER — en Hg es Erben, ul ® ne
2 Ba er männiglich, daß wir uns zu flattlicher Boll
Des Nuͤrnbergiſchen Catholifchen Ger |ziegung der Cpriftlich aufgerichteren Buͤndniß
genbundes Ordnung, oder Verfaflung, deren dieſer nachfolgenden Artikel ferner unterredet
ſich die Catholiſchen Stände zu Handhabung, und einmuͤthiglich verglichen. SEHE
Krecution und vollziehung Se Ne Ge 1. Erfilich, der zweyer OberftenHalbeninbeys
| Fan een ImiD: den Provinzen, die haben wir benennet : nem»
PAR TEL NLA lich, in der Dberländifchen Provinz ſoll feyn
| S5 ie Earl der Sünfte von GOttes Gna⸗ der Dberfte Herzog Ludwig von Bayern,
-IAI den, Römifcher Käyfer, zu allen Zei: und in dee Sachfifchen Herzog Ludwig von
ten Mehrer des Neichs, in Germanien, zu Hi⸗ Braunſchweig; Die follen uns gemeinen
fpanien, beyder Sicilien, Hierufalem, Hun⸗ Bundsſtaͤnden ſaͤmtlich und zugleich zugethan,
garn, Dalmatien, Croatienzc. König, Erz |und diefer Buͤndniß halber gegen männiglic)
herzog in Defterreich, Herzog zu "Burgund, zu verpflichtet feyn, und alle Sachen nad) Lauf
Braband, Graf zu Habsburg, Flandern und der aufgerichteten Buͤndniß, und diefen Darnes
Tyrol 2c. für uns und unfre Nachkommen am |ben gemachten nachfolgenden Drdnungen, han⸗
Reich. Und wir Serdinand von denfelben deln— es | |
Gnaden, Roͤmiſcher König, zu allen Zeiten] 2. Denenfelben Oberften follen auch von Uns
‚ Mehrer des Neichs , in Germanien, zu Hun⸗ Bundsraͤthe zugeordnet werden. Nemlich von
garn, Böhmen, Dalmatien, Croatien und Uns, Käyfer Carln, einer; von Uns, König
Sclavonien ꝛc. König, Infant in Hifpanien, |Gerdinand, einer ; von Uns, dem Cardinal
Erzherzog zu Defterreich, Herzog zu Burgund, und Erzbifchoffen zu Magdeburg und Maynz,
Stehyer, Kärnten, Crain und Wuͤrtembergec. von wegen der Erzftifte Magdeburg und Hals
Graf zu Tyrol ꝛc. Und wir Albrecht von den- |berftadt, einer; von Uns, Matthaͤo, dem Car⸗
felben Gnaden, der heiligen Roͤmiſchen Kir- \dinal und Erzbifchoffen zu Salzburg, einer ;-
chen des Titels Sandli Petri ad vincula Prieſter, von Uns, Fuͤrſten von Bäyern, einer ; von
Cardinal und Legatus natus, Erzbifchof zu Uns, Herzog zu Sachfen, einer; und von Uns,
Magdeburg und Mayrız, Primas, des Beiligen | Herzog Erichen und Henrichen zu Braun-
Roͤmiſchen Reichs durch Germanien Erzcanz- ſchweig, auch einer. Was auch vor Chur-
fer und Ehurfürft, Aöminiftrator des Stiftes |fürften, Fürften und Stände mehr zu diefem
Halberftadt, Marggraf zu Brandenburg, zu Buͤndniß in jeder Provinz ferner treten wuͤr⸗
Stetin, Bommern, der Cafjuben und Wen: |den, in dem foll denn der Dberfte derfelben Pro:
den Herzog, Burggraf zu Nürnberg und Zürft |vinz, ſamt denen zugeordneten Raͤthen eine
zu Rügen, von megen unfrer Erzfifte und | Ordnung machen, wie es mic berfelben Meben-
Stifte Magdeburg und Halberftadt. Und |bundesverwandten Raͤthen ſoll gehalten mwer-
wir Matthäus, auch von GOttes Gnaden, der den. Und diefelbigen Käthe follen denn au)
heiligen Nömifchen Kirchen des Titels Sancki |gleichergeftalte denen bundesvermandten
Angeli Cardinal und Erzbifhof zu Salzburg, \Ständen zugleich, fo viel diefe Sache befan-
des Stuhls zu Rom Legat. Und wir Wil: get, Pflicht thun und vereydet feyn, wie jetzt
heim, und wir Ludwig, Pfalzgrafen am von dem Dberften gemeldet ift. Und folche
Rhein, Herzoge zu Dber- und Miederbäy- |Drdnung derfelben Fürften und Stände Raͤthe
ern ac. Gebrüdere, Und wir Beorg von den⸗ ſoll, nach) Geftalt der Zulage und ihrer Hülfe,
N, gemacht
’
ME Tan Due
*
li de
Bra. ;
Fr —*
—
gemad und gemäßiget, doch daß die Zahl fol- ten Anbringen vorhalten; und fo fie verneh-
den Ylürnberg. fogenannten 5. Bundber Papiften, | 5
e nicht überhäufer werde. Mic de: |men, daß der Angrif, Ueberzug oder Empo-
ee Gutbeduͤnken foll der Oberſte von rung der Untertanen befindlich, und der Hulfe
Hrdnung der Hülfe zu fhlieffen, und in Voll⸗ vonnoͤthen: follen fie ſich zu der Gegenwehe
ſtreckung dieſer Handlung fortzufahren Haben. ſchicken, und um Kriegesvolk bewerben; auch
3. Alfo, fo oft und wenn ſich Sachen zutra= |alsba!d denen Bundesverwandten fehreiben,
en würden, daß jemand diefer Chriftlichen ihre gebüßrliche Hülfe an Volk, — Ge
Sändnie Verwandter, derfelbigen Unferthanen, ſchuͤtz wie das nach“ Geſtalt und Gelegenheit
oder die ihnen in ihren Sanden erblich oder ihr der vorfteßenden Noth durch fie gemäßigerund
$ebenlang zu verfprechen zuftehen, bon denen |für guf angefehen worden, zu ſchicken. Da—
proteftirenden Ständen , oder ihrem Anhang, mit fol der Dberfte alsdenn, wie die Noth—
der Religionsfachen halben, und was derfelbi- durft erfordert, der Defenfion Halben fortfah-
—
-gen anhanget, oder von derſelbigen herruͤhret, ren, und alſo durch beyde Provinzen jederzeit
mit Kriegsvoik, das wäre zu Roß oder Fuß, vereintlich und unzertheilet, was vonnoͤthen iſt,
ſchaͤhe: daß ſolcher
zug, durch den Gegentheil, oder durch die Un-
- oder die ſich noch zu uns begeben würden, über:
denenſelben Benlegung oder Hülfe thun wuͤr⸗ nen Widermwärti
ſelbſt verwuͤgen, oder in Aufftand und Unge—
annehmen würden, nicht der Religion halber,
ſondern auc) in einem andern Schein, als welt:
lichen und andern Sachen, wie das vorgenom-
men werden möchte, Uns, die Unſern, oder
gerathſchlaget und gehandelt werden.
‚4 Und foll ein jeder Oberfter in feiner Pro:
vinz präfidiren und den Vorſitz haben; auch
foes fich begäbe, daß die Raͤthe in gleiche Stim-
men getheilee, durch feinen Zufall das mehrer
machen. A;
5. Wir, die Bundesverwandten, und zus
vorab die Dberften jeder Provinz, follen und
terthanen, durch Anftiftung oder von fich felbft wollen allenthalben gute Kundſchaft und Ach:
angefangen würde: Und es die Profeftirende tung bierauf geben, und fo bald ſich einiger
des Schmalkaldiſchen Bundes vermandteStän-
de, oder auch diejenigen, fo fich nach bewillig-
tem Sriedenftande zu ifnen gezogen, oder noch
überzogen, -und mif der That furbiret und an-
gegriffen würde; oder fo jemand von den bun-
desverwandten Ständen feine Unterthanen auf:
wegigt gemacht ; oder da ſich die Unterthanen
Borfam fich begaͤben, in welcher Geſtalt diß ge⸗
Krieg, Aufftand oder Leber:
oder mehrere begäbe, oder vor Augen wäre, an
welche folches gelanger., ſoll die andern ge⸗
vinz zufchreiben : der fell alsdenn feine gute
met | Kundfchaft meiter darauf Bi —
die uns (wie gemeldt,) zu verſprechen zuſtehen, er des Widertheils Ruͤſtung oder Empoͤrung
ziehen oder betruͤben, und deshalben ein ge⸗ die Sachen berathſchlagen, und ſich dagenen
mein Gewerbe, Krieg oder Vorſchub vorneh⸗ mit feiner Bundesruftung — oder
men, oder etliche aus ihnen oder andern uns fuͤr gut angeſehen wird, geſchickt machen, und
zu betruͤben oder zu uͤberziehen, anrichten, und
gen gebrochen, und nicht ge⸗
den: Gegen diefelben follen und mollen wir ftaftet werde, und Damit in diefem allem or:
. gleithermafien, als ob es oßne alle Mittel von dentlich, und nicht anders dann die Billigkeie
*
gen der Religion geſchaͤhe, einander und in und natuͤrliche Gegenwehr vorgeno
Kraſt dieſer Einigung Huͤlfe zu thun ſchuldig werde. — —— Eu
feyn: und follder Beleidigee alsbald dem Ober⸗ 6, Ob dann einer Uns, die Unfern, oder die
iten feiner Provinz fehreiben und folches zu wif- uns erblich, oder die ifr Sebenlang, wie ge-
fen tun, der foll alsbald die zugeordneten weldet, zu verfprechen zuffeßen, von wegen
Bundesraͤthe alle an gelegne Maiſtatt zu fich der Religion, wie oben mehrmals gemeldet
fordern, ihnen des Beleidigten oder Beſchwer⸗ worden, 3 als unter andern yon wegen lang
utcheri Schriften 17. Theil. her⸗
vernimmt, Die Bundesraͤthe zu ſich befchreiben,
gute Vorfehung hun, Damit der Borftreich dee
ley Gewerbe, Ruͤſtung oder beforgliche Ber:
dächtigfeit und Empörung wider uns einen,
freulid) warnen, aud) dem Oberften feiner Pros |
J
J
18
hergebrachter Kirchengebraͤuche, Ceremonien,
Stiftungen, Kloͤſtern, derſelbigen Renthe, Zinſe,
Guͤlten, und anderer geiſtlichen beweglichen und
unbeweglichen Guͤtern, und Chriſtlichen Did: |
nungen, oder von wegen Daß andre neue Leh—
ren in.unfern Janden und Fürftenrhümern auf
erftehen, oder Diefelbe unfre ‚Lnterthanen ge-
practicivret werden möchten, Prediger oder Vi⸗
fitatoren in unfre Sande verordnet oder zuges-
ſchoben, oder von fich felbit eindringen würden;
darzu von wegen allerley andern Sachen, wie
diefelbe Damen haben mögen, Die Religion be-
treffend und derfelben anhängig; auch fo die
Proteſtirende, des Schmalfaldifchen Bundes
verwandte Stände, und die fie zu ihnen zie—
‘ Ben, Uns, die Unſern, oder die (wie gemeldet,)
zu verfprechen zuftehen , auch in weltlichen und
andern Sachen, in was Schein folches aufler-
halb der Religion vorgenommen werden moͤch⸗
te, und diefer all in der Einigung weiter be—
griffen ift, befrüben, verhindern, vergemältigen,
yaͤtlich aufhalten oder überziehen würden ; oder
N
ww
auch, daß foldyes Ueberzugs, Vergemältigens,
Betrübens, der Verhinderung, offenbare Ge—
werbe, Aufbot oder Rüftung vor Augen wä-
ren: S mag der Beleidigte, oder Der ſich aus
folchen offenbaren anfehnlichen Handlungen, ob-
gemeldeter maffen, beleidiget zu werden beforg-
fe, dem — ſeiner Provinz ſeine Beſchwe⸗
rung ausdruͤcklich
Stund an der Oberſte dem, ſo ſich uns oder
die Unſern nme maffen zu betrüben un-
terſtehet, ſchrei
en und freundlich erſuchen ſoll, ſei⸗
nes Vornehmens abzuſtehen, und Uns oder dielln⸗
fern. bey unſrer Religion, Stiftungen und Chriſtl.
‚Herbringen, auch denen angeregten Reichsab—
fihieden, und friedlichem Anftand, darzu den
ordentlichen Rechten, bleiben laſſen. Darne—
ben auch einen Tag zur güflichen Hinlegung
- und Unterhandlung anbieten: doch daß durch
den Gegentheil mittlerzeit nichts thätliches ge-
handelt, fondern in alleivege ftille geſtanden
werde. Und fo dann der Gegentheil einen guͤt—
—
lichen Tag und gelegne Malſtatt, welchen der
Oberſte anzuſetzen Macht haben ſoll, anneh⸗
men wollte oder wuͤrde: ſolle der Oberſte
‚Cap. 16. Don den Sekränkungen der Proteſtante.
durch Borfchaften, oder in’
Schriften anzeigen. Darauf alsbald und von.
m *
—
die verordneten Rathe auf folchen Tag und
Malftatt befchreiben; welche Käthe aud) alfo
gewißlich erjcheinen, und mit allem Fleiß han-
deln follen, die fchwebende Spän und Srrung
in der Güte ab - und. Binzufegen. —*
7. Wuͤrde aber die Guͤtigkeit nicht erhalten,
ſondern bey dem Gegentheil erwinden, oder dag
aud) der. Öegentheil von feinem Vornehmen
nicht abftehen, oder auch vb erin Gewerb ſtuͤn
de und Dafteibe nicht abftelien wollte, alsdenn
und alsbald, ohne mweitern Berzug und Auf-
halten, foll unfer Dberfter und Käthe zu er-
kennen ſchuldig feyn, wie und was maffen der
Beleidigte gehandhabet, und vor feinem Wi- .
dertheil gefchüger und geſchirmet werden möge, -
8 W
mand aus Uns oder die Unfern, oder die uns
erblich, oder ihr Sebenlang in unfern Landen
und Gebieten zu verfprechen zuſtehen, etwas
o auch in folcher gucigen Handlung je⸗
zu hart halten, oder niche folgen, ober ſich an
Gleich und Recht nicht fättigen laffen wollte,
oder auch von fic) felbft Krieg, Unruhe ober
Empörung erheben wollte, welches doch Eei-
nes weges feyn foll: dem eder denenfeiben wir
Huͤlfe zu thun nicht ſchuldig.
9⸗
obgemeldt, erblich zu verſprechen zuſtehen, ſol⸗
len und wollen uns auch in ſolchen guͤtlichen
Unterhandlungen dem Rechten und der Billig⸗
feit gemaͤs und alſo halten, Daß ſich unſer Wi—
dertheil mit Fug einiger unbilligen Handlung
nicht zu beſchweren habe.
10. Es ſollen auch die Käthe, auf des Ober-
jten Ausfchreiben und Erfordern, in allen un=
jern Dbliegen und Sachen, auf dem Tag und
Wir, die Unfern, und die, fo uns, wie
Malſtatt, fo alfo durd) den Oberften benennet .
wird, gemißlich erfcheinen, und auf Eeinen
Rath zween Tage verzogen werden.
‚11, Und etliche Raͤthe erfcheinen alfo, oder
nicht, nichts deſtoweniger follen Oberſter und
die anweſende Käthe im denen Sachen, darum
fie erfordert werden, und allee Maffen, als ob
die Käthe alle bey einander wären, zu verfahren,
und auf ihre Dfliche die Nothdurft, Innhalts
diefer Einigung, vorzunehmen und zu handeln
fehuldig fen.
‚12, Was auch durch den Oberften und gi
-
*
—
und Widerftandeg, gehandelt werden. Und
. alle Macht und Hülfe auf einem Dre gebrau⸗
%
- werden, und miftlerzeit Die, Denen gleiche Laſt
"und Käthe aus vorgefallner Noth fie ihrer ‚würden, Durd) mas We⸗
n
*
Ab hr. Durch den Nuͤrnberg. fogenannten 3. Bund der Papiften, a
(ben antpefende Räte für gut angefegen,, er-|Srömung machen, und borneßmen, damit
len und wollen wir gleichermaffen, als waͤren vorgekommen werde,
bie Raͤthe alle gegenwärtig bey dem Beſchluß 17. Und nachdem man zum Kriegen mit einem
geweſt, Vollziehung thun. pothduͤrftigen Geſchuͤtz verſehen feyn muß, fol
13.95 ſichs aber begaͤbe, daß mehr denn in Berathſchlagung des @rirg vurıy vIe Vber-
einer aus ung, obberührfer maffen, auf einmal ſten und Rache unfer jedem eine Anzahl Ge—
angegriffen, überzogen oder betrübet wiirde, al fchüß, Pulver und andrer Munition, darzu⸗
fo daß mehr als einem Dre, oder ‚nicht allein leihen auferlegee werden, darinnen einerdeman-
in einer, fondern beyden Provinzen, Hülfe ge- dern zu ſtatten kommen und vorftreden felle,.
fehehen müßte, wie fich dergleichen Fälle zutra- | 18. Und wo daſſelbe ihr Dargelichenes- Ge-
gen möchten: darinnen folles jederzeit nach der ſchuͤtz, Pulver und andres verloren, zerbro-
en und zugeordneten Raͤthe Gutduͤnken, chen, oder ein Schade zugefügt würde: fol _
und abermals nach Gelegenheit der Zeitläufte lihnen von gemeinen Bundes wegen erſtattet
und bezahlet werden, aud) das Geſchuͤtz und
was darzu gehöref, Durch uns ſaͤmtlich nad)
eines jeden Huͤlfe anzulegen unterhalten wer—
den. — oe
19. stem, fo fih denn auch durch thätliche
Handlung der profeftirenden Stände, oder ih⸗
ves Anhanges zutruͤge, oder: daß fich Fl
durch diefe Chriſtliche Defenſion und Frgen«
gehandele und beſchloſſen wird, dem fol- Zank und Wivermillen bey unferm Kriegsvolk
fonderlich, wo für gut und befler angefehen, daß
chet, dem foll von uns nachkommen und gefebet
obgelegen, vor fic) felbft, oder auf gemeinen:
unferer aller Koften, ihr Sand und Beſitzung
in gutem Gewahrfam halten, und fich fo viel
möglich aufenthalten,, bis ifnen ſtattlich gehol- wehr verurfachen würde, dag die Suchen zu
fen werden möge: und nichts deſtoweniger ihr Iweiterm Eingreifen gerierhen, alfo-B einigen
aufgelegte Hülfe an Wolf und Geld dem Ober- | Bundesverivandfen ein oder „At Ohluß,
ften und an das Det, da der Krieg vorgenom- | Städte oder Flecken durch die Lgentheil, oder
men worden, ſchicken, und feinen Mangel er-\ungehorfame, aufrüßrifene Merthanen abge ·⸗
einen laffen; es wäre dann, daß der Oberfte nommen, abgedrungen „er abgepracticiret
Ei Kr en fe —— oder Schein das ge⸗
Hülfe und Anlage erlieffen.
ſchaͤhe: die foll ihm d bemeldete Dbrifte mit
14. Und fo es zu einem Krieg Fommen wür= |feinen zugeordnete
criegsräthen mit der Bun⸗
de, foll Eeine Richtung aufgenommen werden ‚|veshiilfe und alle Nacht, auf gemeinen Bun⸗
Die Beleidigen alle ſeynd denn, nad) unfers des Koſten un Schaden, alfobald und ohne
Iperften und Raͤthe Ermäßigung, zufrieden | Verzug wiert erobern, und nicht nachlaſſen,
geftellet, und vor allen Dingen, ob Dean Un: ler habe dan die wieder erlanget: die ſoll er
fern was abgedrungen, wiederum eingefegt und denn obie Verzug dem, deß fie zuvor gemeft,
innbändig gemacht fey: ohne Rechnung oder Forderung einiger Unko—
65.Ob ſich dann auch zufrüge, Daß in folgen ſten, oder anders, frey wiederfchaffen und zu⸗
Krieg durch uns Städte, Schlöffer, Zevefti- ſtellen.
gung, Sans oder Seute, Geſchut oder anders,| 20. Es ſoll ſich aud) Fein ‘Bundesverwandter,
Hafen Widerwaͤrtigen ne auch I die Hülfe, wie obftehet, geſchieht, mitder _
reffliche hohe Werfonen gefangen würden: foll nen Feinden und Widerwärtigen fühnen, ver-
uns allen ualeic, Doch nach eins jeden getha- tragen, noch verrichten, ohne unſer aller Bun⸗
nener Huͤlfe und Anlage, nachfolgen und zu-|desverwandten Wiſſen, Willen und Folge,
ftehen. ER 21. Und fo folches Darüber gefchähe, Das
6. Aber mit gemeiner Winnung und Beu⸗doch nicht feyn foll, foll es für nichtig und un-
tung follen unfre Oberften und Raͤthe folche | Eräftig werden, und der verivagne ä
uns
⸗
—
22. Es ſollen auch in der Reißigen und Fuß⸗
volk Beſtallung und Artlkelsbriefen ſonderlich
begriffen und verſehen werden, damit das
Rrbegeett, (a oB zu einem Zug kommt, die
Freunde, und fonderlic) uns, die Bundesver:
wandten, unftetand, Seufe, und Zugehörigen in
denen Zügen, Laͤgern, oder in einige andre We⸗
ge nicht beſchaͤdigen, bedrängen noch befchwe-
ven; fondern fich, als Sreunden zuftehet, männ-
lich und gefchieft Halten , und ehrbare gute Be—
ahlung hun; und wenn fie wieder beurlauber,
edtich und ohne Gezwang der Unfern, one
einigen Berzug, wieder abziehen. Ob dem allen
ſollen unſre Oberſten und Bundesräthe mit
allem Fleiffe halten, und fo viel möglic) dran
feyn, daß Fein ungewöhnlicher Cold und an-
dere S agung von dem Kriegsvolf erfordert,
noch mit Ernſt und Bedräuung erfuchet, no
Vo Unſern, wenn der Huülfe nicht mehr von-
— mit Laͤgern oder Garden beſchweret
22 . Eap.ı6. Von den Bekränkungen der Proteftanım.
Bundesver wandter darum nach Ermeßigung | Oberften, Bundesraͤthe, Secretarien, Sub:
> der Oberften und Raͤthe gebüßt werden.
23 ’
ftituten, auf den all, da die Sachen zu
Kriegshandlungen und Heerzügen Eommen,
neue DBeftallung annehmen würden: foll es
denn nach denfelben Beftallungen mit folhem
Schaden Stand gehalten werden.
26. Wo aber mehr Churfürften, Fürften,
Grafen, Drälaten und andere anfehnliche von
der Ritterſchaft, Städte oder fonft fondre Perſo⸗
nen, in diefe Einigung kommen würden: fol -_
fen diefelbige unfre Oberſten und Raͤthe einer
jeden Provinz, der Bundesräthe halber ſolche
Theilung zu machen Macht haben, daß wir, .
die weltlichen, desgleichen die geiftlichen Chur⸗
und Fürften unferfchiedlich, und eine jede Par⸗
they eine fonderliche Anzahl Stimmen, des=
gleichen denen Grafen, Praͤlaten, denen vom
Adel, alles vor eine Parthey, und fofern fo viel
Staͤdte in diefe Buͤndniß kommen, Diefelbigen
d) | auch nad) Gelegenheit eines jeglichen jetzt ges
Dachte Standes und deffelbigen Hulf und An⸗
lage, eine oder mehr Stimmen zugelaffen, -
und diefelbigen Raͤthe, wie obgemelde, mit
Befoldung aud) verfehen werden.
TE) Wu
23 Und damit in allen obgedachten, auch |
andern voratenden Sachen jederzeit redlich 27. Ob auch einer odermehrere in Schickung
des Kriegsvolks, Geldes oder andrer Anlage,
aus ung faumig, und alfo dasjenige von uns
fern Dberften und Raͤthen für gut angefehen -
und befchloffen, nicht vollziehen wiirde, wel⸗
ches doch Feinesmweges feyn foll: derfelbe oder
diefelbigen follen fehuldig feyn, folche Straf oder
Buſſe, die Auflage, es fey an Bolt, Geld -
und andern, zweyfach zuerftaften, zugeben und
zu bezahlen, und darzunach Ermäßigung unfrer
Oberſten und Raͤthe debuͤſſet werden: und wir
gegeben werden, darzu auch ein geſchekter Se-|die andern follen fchuldig feyn, folche Strafe
eretarius und Subftitut, Die in denen Bun- deer Büffung, oder zwenfache Erftattung des
Deshandlungen ſchreiben und Die denen Bun⸗ aufelegten, von dem Ungehorſamen einzu—
desſtaͤnden insgemein verpflichtet ſeyn, doch | bringen, Er
auf die Oberfien warten, befoldet werden, 3 28. vnd damit in berührter Hülfe niemand
25. Db auch die Oberften, Bundesraͤthe, von dem andern beſchweret twerde: wollen wi
Gecretarien, Subftituten, einer oder mehr,| Räyfer Cerl, und wir Rönig Serdinand
ohne Mittel in Bundeshandlungen ober Dien-| fämtlich, ſoſein es zu einem Krieg kommen
ften niederliegen, ober Fündlichen Schaden ſollte, oder in andre Bege Hülfe und Beylage
leiden würden, deß foll ein jeder auf gemel-| gefchehen müßte, jederzeit den vierten Theil
ne Bundeskoſten entnommen, entlediget und aller Huͤlfe und Unkoſten, es fen an Reißigen
ſchadlos gehalten werden, Doch) da dieſelben dußvolk, Geſchuͤtz, Munition, Geld, und
| - andern,
gehandelt eng möge, und in Beratbfehla-
» gung Der RAD Bejeläuftigfeit vermieden wer⸗
‚de und bleibe: ha wir uns verglichen, daß
Jegt im Anfange nı. mehr Käthe feyn follen,
auch ohne Beſchwerd „. Bundesvermandten,
ein jeder, von dem er Vet«nner, verſoldet, ver-
leget und mit Zehrung Ae —
_ 24. Aber die Oberſten fon yon gemeiner
“Bundesverfammlung befoldet, np ihr jedem
jegliches Jahr Ein taufend Gülden artgeits
n-
*
chnitt. Durch den Nuͤrnberg. fogenannten 5, Bund der Papiſten. 25
s durch die Oberſten und Bun⸗ lich ſechzehn tauſend Guͤlden zu dieſer Defen⸗
naͤßiget wird, tragen, verlegen und fion auch alſobald vorſtrecken. Dieſe Sum⸗
n. Die andern drey Theile follen wir, ma ſoll allein zur Noth und in eilenden Zufaͤl⸗
die Bundesſtaͤnde, die jetzt ſeyn, oder kuͤnftig⸗ fen gebrauchet, auch durch die Oberſten und Raͤ⸗
Mid) zu uns fommen, tragen, halten und aus: |the Fleiß fürgewandt werden, daß ſolche Sum⸗
richten, und die Huülfe jederzeit nach Gröffe| ma, fo hinfuͤro in ſolch Buͤndniß treten, ges
‚und Gelegenheit vorftehender Noth durch die mehret und in dem ein ftattlicher Borrath ges _
Dberften und Bundesräthe vorgenommen und ſchaffet werde. | U,
gemaͤßigt, und auf einen jeden Bundesftand,| 31. Damit auch folches Geld zu vorfallen«
vermoͤge Des Reichsanfchlags der groffen Hülf, | der Noth, wie obfteher, behalten, und von des
die uns, Känfer Carl, im Eingang unſrer Ne: Inen, fo Fünftighin in diefe Einigung fommen,
- gierung im Roͤmerzug bewilliget ift, gefchlagen | defto ftattlicher vermehret werden möge, aud)
werden. Alfo daß nach Gelegenheit ‚deffelben | bey allen Bundesverwandten Gleichheit gehals
Anſchlags die Ordnung genommen werde; dar | ten und Feiner vor dem andern befchmweret wer«
innen follen die Dberften und Bundesräthege: |de: foll jedes Jahres, zur Entrichtung der
freuen Sleiß antvenden, daß wir Räyfer Earl, | Oberften , auch derfelben Secretarien und
und wir Mönig Serdinand uͤber den vierten Subſtituten, darzuder Nittmeifter und Haupt⸗
Theil der ganzen Hülfe- und Darlegens, auch leute, die von dem Dberften diefer Einigung
wir, die andern in denen dreyen Theilen, Fei: | Verwandten insgemein beftellet werden follen,
ner vor dem andern, noch anders, denn der | Befoldung, und andrer nothduͤrftigen Ausgabe,
- gemeine: Neichsanfchlag ausweiſet, beſchwe⸗ durch die Oberften und Bundesräthe eine ges _
vet werde. She, meine Anlage gemacht werden, und auf die
- 29. Und nachdem wir Raͤyſer Carl ıc. und |Bundesftände nad) Gelegenheit der Hüffe ges
wir Boͤnig Serdinand ıc. den vierten Theil ſchlagen, und darinn Feiner vor dem andern
aller Koften und Darlegens tragen, und auf |befchwerer. Und foll ſolch Geld zu der Ober⸗
ung genommen, follen wir auch dargegen den |ften Händen geanfwortet, und die Ausgaben,
vierten Theil der Stimmen haben.
- 30. Berner, haben wir uns aud) verglichen, ob
vielleicht eilende Sachen. vorfallen möchten,
darzu vonnoͤthen Kriegesvolk eilend anzuneh⸗
men, daß wir, die gemeldeten zwo Provin⸗
zien, allein zum Anfange, eine ftattliche Sum-
ma Geldes baar zufammen legen, und gewiß |funfzehn Unterhauptleute, und dann auch fo
machen wollen, die in eilender Noth, auch zur |viel Rittmeiſter auf Wartgeld beftellen, durch
Vorſorge und Berlag der Nothdurft diefer | melche fie zu jeder Zeit, wenn es die Aufferte
Buͤndniß zugebrauchen. Nemlich, wir Kaͤy⸗ Noth erheifchet, zum förderlichften zu einer
e Earl ꝛtc. und König Serdinand ıc. wollen | ftattlichen Anzahl Volks zu Roß und Fuß
denen Secrefarien im Namen der Obriften
eingefchrieben, auch jedes Jahr Denen Bun—
desftanden ordentlich verrechnet werden,
. 32. Es follen aud) die obgemeldeten beyden
Obriſten, ein jeder in feiner Provinz, bis ein
eyde zufammen a ante Gülden; und |fommen mögen, die zur Vollftrecfung die⸗
wir, der Cardinal und Erzbifchof zu Salzburg, |fer Buͤndniß, auch wo es die Noth erfordert,
fünf und zwanzig taufend Gülden; und wir, zur Erfesung der Bundesftände Kriegsvolk
die beyden Sürften von Bäyern, zufammen |und Hülf, wo vielleicht einer oder mehr zu fei-
fünfzig faufend Gülden alfofort vorſtrecken. ner Anzahl, die ihm durd) Dberften und Raͤ—
stem, wir, der Cardinal und Bifchof zu Mag: the zu ſchicken auferlegt, fo eilend nicht kom⸗
deburg und Maͤhnz, fünf und zwanzig taufend men Fönnte, follen gebraucht werden.
Gulden; und wir, Herzog Georg zu Sachfen,| 33. Wo fid) auch begäbe, daß vermögedie«
fechzehn Laufen Guͤlden; und wir, Erich und | fer Einigung Die Hülfe vorgenommen und ein _
Heinrich, Herzoge zu Braunſchweig ꝛc. ſaͤmt⸗ | Heerzug — müßte: alsdenn ſollen unſe⸗
3 ve
mie fie gebüßrer, Davon geſchehen; und von -
a
Cap, 16. Don den Bekränkungen der Proteftanten. ei
re Oberſten und Bundesraͤthe, PMfennigmei-] Cardinal und
| — —
Erzbifhof zu Magdeburg,
fier, auch andere Diener und Befehlsleute, Mäynz und Halberftadtrc, und wir Matthaͤ⸗
‚wie DIE der Sachen Gelegenheit erfordert, auf:
nehmen, beftellen und verordnen, viefelbigen
von gemeiner Berfammlung wegen vereyden,
und inen nofhdärftigen Befehl geben, auch
a bührlihe Beſoldung verordnen, und zu;
vem aflen ehrbar, fauglich, und folhe Per
ſonen vornehmen, die folchen Befehlen ftatt- |
‘ lid) vorſeyn, auch ihrer Handlung halber rich⸗
tige Rechnung und Ueberantwortung thun moͤch⸗
und Halberſtadt, für uns und unſere Nachkom—
34. Item, es ſollen auch alle Schriften, Man⸗
ten.
data, und andres, was die Oberſten und Raͤthe,
kraft Geſtalt ihres Amtes thun, vornehmen
und ausgeben laſſen, unter dem Titul ud Na⸗
men eines ſonderlichen Räyferl. Befehls, wie
ſolches im Schwaͤbiſchen Bunde hievor auch
gebraucht, geſchehen und gethan werden.
wider nicht gehandelt werde.
und dieſe unſere Einigung handeln ſollten: dar-
wider follen und wollen wir auch einander zu
helfen fchuldig feyn, und unfere Unterthanen
zu Diefer Chriftlichen Einigung vermögen und
halten. Alles treulich und ohne Gefaͤhrde.
us, Kardinal und Erzbifchofzu Salzburg, mit
(amt unfern Domcapiteln zu Magdeburg,
Salzburg und Halberſtadt ꝛc. und wie Wil«
helm und Ludwig, Herzoge in Bäyern, Ge⸗
brüderesc. und wir Herzog Georg zu Sachſen,
Erich und Heinrich, Herzogen zu Braun⸗
ſchweig c. unire Innſiegel wiſſentlich an dieſen
Nebenvertrag anhängen laſſen. Und wir De—
chant und Capitel zu Magdeburg, Salzburg
men, bekennen hiermit: Daß dieſer Nebenver⸗
trag mit unſerm guten Wiſſen, Willen und
Vollwort aufgerichtet iſt; welches unſer Voll⸗
wort und Bewilligung wir auch hiermit dazu
geben, fuͤr uns und unſere Nachkommen: ob
es ſich zutruͤge, daß unſere gnaͤdigſte Herren,
obgemeldt, die Erzbiſchoͤffe, einer oder mehrere
3. Es iſt auch ſonderlich von uns bewilli⸗ h
. get und abgeredet, Daß wir unſre Landfchaften
dazu halten follen und wollen, daß von ihnen
diefer unferer Einigung nachgelebet, und dar-
vor Endigung diefer Bündnig mit Tod abge:
ben würden, daß wir Eeinen nachfommenden
Erzbiſchof oder Biſchof zu der Regierung fom-
men laffen wollen, er gelobe Dann zuvor, Die«
- Ife Bündniß und Mebenvertrag zu halten und
36. Wo auch (das GOtt verhüten wolle, )
dieſelben unfre Unterfhanen wider die Religion
zu vollſtrecken. Deß wir zu Urkund unſer Ca⸗
pitel Innſiegel, neben Känferl, und Königl.
Majeftät, auch der-obgemeldeten Ehurfürften
und Fürften, unferer allergnaͤdigſten, gnädig«
ften und gnädigen —— Inſiegeln, an dieſen
Brief gehangen haben.
Geſchehen zu Nuͤrnberg, am 10. Tag des
Zu Urkund haben wir Baͤyſer Carlec. und | Monats Juni, nach Chriſti unfers Seligma= -
wir Rönig $erdinandze. und wir (Albrecht,) chers Geburt 1538. Jh. 09°
Des fechzebenten Capıtels zweyter Abſchnitt.
Was das Cammergericht
a Was edangeliſcher
Condent zu Braunſchweig deßfalls be:
ſchloſſen worden.
1250.
Vorſchlag etlicher Staͤnde auf dem
Bundstag zu Braunſchweig Anno 1538. ob
nicht das Eammergericht in allen Sachen zu
| verwerfen? und ob eine Verwerfung in welt:
38 Speyerden Evangelifchen vor Beſchwe⸗
zungen zugegogen. ach
Seits auf dem ſlichen Sachen den vereinigten Ständen auch
werde nuͤtz und zu rathen feyn.
Bedacht der gemeinen Recufation halber,
I.
ze \ u begegnen den Befchwerungen da⸗
=) damit etliche Stände diefer Chriſt⸗
J
lichen Berfammlung von dem Cams
A mergericht beladen werden, iftvon
9 etlichen vorgefchlagen, ob nicht ein
Weg
in allen andern Sachen. Denn fo fie partey-
iſch oder verdächtig in einer Sachen feyn, Neids
Weg wäre, daß alle Stände, diefer Vereini- Staͤnden des Reichs diefelbigen Haupturfachen
gung gemeldet Cammergericht in allen Sachen andern zu befichtigen committiret Haben.
2. Das erfie: Ob man des Kaͤhſerl. Cam-
ſerlichen ordentlichen Gerichts Perſonen, billiger
jeige bat. So erfindet ſich au), daß fie erli-
mit fie Eeinen Tumult anrichten, nicht befchwe-
’
{ *
Durch die Cammergerichtsproceſſe zu Speyer. 29
recuſirten. Solcyer Vorſchlag iſt in viel Wer] 5. Die andern Haben mol gemeynet, es were
den gemeine Rechte diefe Necufation des hoͤch⸗
ften Gerichts nicht zulaffen, eben’ fo wenig als
die a ‚ und: deß — a
'mergerichts, als das ordentliche und Höchften Ge. | gemeinen Rechtes vermeldet, nemlich, daB das
‚richteperfonen von gemeines Rechten wegen re, hoͤchſte Gericht ſey ein Collegium, welches richt
cuſiren möge? Auf diefe Srage Bat fchier der recufiret möchte werden. rs
mehrer Theil im Ausſchuß es Dafür andefehen, ii hr bl k nr
daß folche Recufation, auch des höchften Räy: |P n. Stande Des Reichs ſeibſt gegen DIE
ß fold) fation, auch bes hoͤchſt ) erleben Des NE
‚Käyferl. Cammergericht oder Jurisdiction an richtet haben. tem, daß hier nicht das Col-
ige jelbft, fondern allein die Perfonen, die in |legium vt, Collegium, fondern die Perfonen
foldjem Cammergericht gefeffen, zu recufiren des Collegii man vecufiren will, wären aber
Babe, nicht allein in Religions» fondern DI Perſonen rechten: Ehriftlichen Olaue
ge hin und wieder bedacht und darinnen zivey-
erley gefraget worden. al.“
bens, diefelben begehret man nicht zu recuſiren.
\ Z ee nuͤtz ſey, —
oder Feindſchaſt halber: ſo achtet mans fuͤr ei. deſſenthalb find viele weitlaͤuftige Diſputatio⸗
nen Fall, darinnen zugelaſſen fey, dasordene- nen im Ausſchuß vorgefallen. Etliche haben
liche ©ericht zu recufiren. Mun erfindee fig) nemlich gemeynet, jo man recufive, werde de⸗
und ift offenbar, daß die Perfonen des Cam. uen Ständen viel Unraths daraus erfolgen.
mergerichts einer andern Religion find, und — es wuͤrde gewiß ſeyn, daß die Perſonen
dieſen Ständen dieſerwegen ganz widerwaͤrtig des Cammergerichts ſolcher Recuſation nicht
und abguͤnſtig, wie man deshalb treffliche An- werden deferiren, ſondern in Contumaciam
zum Endurtheil, auch auf Poͤn, und vielleicht
die Stände mit hren Urtheilen an zeitlichen die Acta procediren. Welche Beſchwerung viel
Fällen hart graviret Haben, und meynen viel, Stände, als ſonderlich die von Goßlar, nicht
leicht alſo: weil fie, die Stände, in Neligions» ‚erleiden mögen, welche fo £reffüiche Sachen ha⸗
ſachen mit Zug über die Kaͤhſerl. und Koͤnigl. den, daß ihnen folche Ureheile und Eenfuren
Befehle, und auch aus andern Urfachen, da. |Feinesmweges leidlich feyn.
— —— 8. Denn es würden einmal res iudicatzfeyn,
ren duͤrſten, fie wollen es ihnen in weltlichen und ihnen einen ſolchen Nachtheil gebaͤren, den
Sachen doppelt vergelten und raͤchen. fie ſchwerlich herwieder bringen möchten. Es
— waͤre denn, daß dabey eine Vereinigung und
3. Darzu fo findet man in des Reiche Ord⸗ Zufammenfeßung in allen zeitlichen Sachen ge⸗
nung, Daß die Perfonen des Sammergerichts, macht würde, dadurch dieſelbige verluftigte
jegliche infonderheit, welche für parteyiic, ange | Stände fi) ihres Nachtheils wieder erholen
Er R PS ’ e ” [2 ® e » [4
sehen wird, abtreten folle. Sollen fie nun ab. möchten; wie ein jeder Bernünftiger diefes wohl
treten, fo mögen fie auch recufiret werden; mag |ermeffen mag, was Rachtheils res iudicata,
denn eine recufiret werden, fo mögen aud) aus | shot die Erecution eine 2:i fgeſchobe
ter werden. recution eine Zsitlang aufgeſchoben
gleichen Urfachen viele recufiret werden. _ \miirde, doch mit der Zeit bringen Eönnte.
4. Zum dritten, fo findet man, daß aufei-|] 9. Deromegen vor allen Dingen noch bedacht,
ne Zeit Die Herzoge von Baͤhern das Cammer: daß die Einnung auch In zeitlichen Sachen, da
gericht aus vielen geringen Urfachen recufiret [einer Gleich und endlich) Recht actiue und pafk-
haben, und der Käyferliche Statthalter ſamt den Iue leiden möchte, (wie obgemeldt, ) aufgerichtet
moͤch⸗
“
rn
a
"90 Cop, 16. Von den Bekränkungen der Proteftanten. 31.
möchte werden. Daben iſt auch bedacht, daß denen zur Straßburg begegnet feyn foll, und
dieſelbe Einnung in zeitlichen Sachen, went | halten e8 nun Dafür, Daß damit den Evange-
gleich die Recuſation nicht gefchehen follte, gleich⸗ liſchen Ständen je fo groß Weh gewirket mag
wol vonnoͤthen wäre. ‘Denn es fragen ſich werden, als in der Religionsfach, und fey beſ
Händel zu, darinnen gemeinen Ständen mit be man begegne dem Anfang oder Eingang,
der That von unrechemäßigen Ureheilen, Ent. denn daß man nach geurtheilter Sache und
fesung, Vergewaltigung und Beſchwerung be: empfangener Beſchwerung erft Rath ſuchen
gegnen. So dann diefer Stände einer, oder |foll und will, Denn fo eine Sache nicht vecht
mehrere um etlicher Sadyen willen verarmet, ausgefuͤhret iſt, und ein jeder, er fen Kläger
oder hingezogen wird: fo ift er gleich als von oder Antworter, feine Nothdurſt oder Gegen:
gemeiner Berftändniß abgezogen, als, fo es wehr vorgebracht Habe, und dann Darüber ſel⸗
um Religionsfadyen willen gefchehen. So man |bige erfannt würde: fo fey es ſchwer zu wieder⸗
nun einen Stand um Beſchwerung willen , die | bringen, und mache Das Urtheil ein Recht; da⸗
ihm in zeitlichen Sadjen, aus Abgunft von we: | zu gefallen gleich als wol Nachreden wider
gen der Religion, begegnet, helfen ſoll: forwoll: |die Evangelifchen, fo fie dem gefprochenen Ur⸗
. te denen andern Ständen auch vonnörhen feyn theil nicht wollen pariren oder gehorfamen, oder-
„ein gleichmäßiges zu wiſſen, fo ihnen in zeitli, vielleicht nicht geborfamen Fönnten, daß fie
hen Sachen Beſchwerungen Krieg oder An- nicht Necht leiden mögen, als in dem Fall, da
fechtung zuftünden, weſſen fie fid) Binmwieder |fie die Cammergerichtsperfonen, fo Papiſtiſch
’ und unfre Widrige ſeyn, recufiret hätten ‚-und
möchte vielleicht diefe Nachrede nach geurtheils
ten Sachen bey vielen Hohen aufgemust wer⸗
den. ae
13. Dennin dem erften, ivegen der Necufa-
tion, daß man fagen Fönnte: fie Baben alle
ihre Nothdurft vorgewandt, Hätten fie Recht
gehabt, es wäre ihnen wohl gediehen. Und
darum folle eg beffer feyn, dem Eingange auf
einmal zu begegnen; und gleich als gut feyn,
man difputive mit ihnen um die Alrfachen des
Verdachts, alsvor ihnen als Richtern, um die
Haupffache, fo man doc) in beyden Fallen glei
che Nachrede leiden muß; und aber im leßten
Hall, da die Sachen. geurtheilet ſeyn, wol fo
viel Befchwerung, als in dem erften —
da man Sn ‚ gewarten, auch ob fie gleich
um bie Sachen des Sriedenbruchs Flagten, daß
ihnen folcyes lange verzogen und doch endlich
nicht viel Rechts werde befommen. ° —
er 14. Und diefelbigen haben eg nun dafür an»
2. Die andern aber haben es fir noͤthig ge⸗ geſehen, fo man die gemeine Necufation thun
achtet, daß in allen Sachen das Cammerges| würde, daß man fich auf etliche arbitros com-
richt recufiree werde; denn fie befinden, daß |promiflarios müßfe erbieten, adtiue oder paf-
das Cammergericht vornehme, in zeitlichen ſiue, oder auf Einigungsverwandten, oderauf
Sachen die Stände zu beſchweren, da es viel [etliche unpartheifche Commiffarios, damit nicht
Teiche in Religionsfachen füglich zur Declaration |gefage werden möchfe, daB man Fein Recht
der Acht nicht Eommen kann, als vor Furzem lleiden koͤnne. oe
ER e
verſehen ſollten.
10. Zum andern, fo haben etliche Staͤn⸗
de das “Bedenken gehabt: Soll die Recufa-
‚tion dermaflen geſchehen, daß von unfern Wi:
derfachern, auch vielleicht von andern gefaget
wollte werden, wir möchten Fein Recht leiden,
und wären ungehorfam, trachteten allein dahin,
- daß Empörung im Reid) werden müßte. Wol-
‚Ten wir dann Chriftenleute, fo wollte ung gebuͤh⸗
ren, etwas zu leiden, obs uns auch an zeitli⸗
cher Nahrung abgehen follte. _
17 tem, fie Fönnten auch nicht wol finden,
wie man im Reiche Deutfcher Nation Recht
haben koͤnnte actiue und pafliue, foalle Appel-
Tationen,, wwenigftens fo an das Cammergericht
gehören, müßten unferbleiben, und mie Dieje-
- nigen von Chriſtlichen Ständen, fo beraubt
- oder befchädiget würden, deffenthalben Hecht
überfommen follten. Daraus denn groffe un-
ertraͤgliche Befchwerungen folgen wollten.
un - —
er. 8
.
—
lichen aus uns und den Geſandten vorgeſchla⸗
gen, ob es nicht ein Weg wäre, daß fold)
. Sammergeriche in allen Sachen möge Fünnen
r>
k
i "Melde Me nung die befte nun feyn wol
oder foll, das Baben ‚gemeine
Abſchiedes, zu gedenken und zu ſchlieſſen.
an... # .1281,, a,
Was auf des Ausſchuſſes Bedenken, die
Verwerfung des Eammergerichts in allen
Sachen betreffend, Dienftag nach Palmarum.
Anno 1538: zu Braunſchweig aus geſpro -
RT chen worden:
x ! 7 I, — —
| SH haben fich etliche viel Stände vom
Cammergericht, von wegen vieler “Be:
ſchwerung, ſo ihnen Dafelbft in Proceſſen und
Urtheilen begegnet, zum hoͤchſten beklaget, und
derhalben um Rath gebeten : derowegen von et⸗
recuſirt werden? dieweil man ihren Verdacht
und Argwilligkeit gegen die Stände, von wer
gen: derfelbigen Stande Religion und-vor ge
ſchehener Recuſation, fo öffentlich befinder.
Dun ift folcher Artikel von allen gegenwärtigen
Ständen und Gefandten zum höchften bemo-
gen: ob Die Recuſation im Rechten gefchehen
koͤnne oder nicht? Diemweil dann alle andre
‚Stände fich beforgen , daß Ihnen dergleichen
‚begegnen möchte, und aber die Gefandten zu die:
ſem Tag diefes Puncts halber nicht Befehl ge-
Habe: fo ift für gut angefehen, daß die Bewe⸗
‚gungen, fo Diefer Sache halben hin und wieder
vorgefallen, verzeichnet werden, und die Ge—
ſandten Diefelben Bewegungen, und diefen an
ihre Dbre bringen, und daß darauf alle Stän-
de diefelben Puncte mit ihren Bewegungen und
Urfarhen Bin und wieder mit ihren gelehrten
und frefflichen Raͤthen auf das fleißigfte be
rathfchlagen, was darinnen zu thun oder zu
laflen feyn möge, Alſo, daß ein jeder Stand
zwiſchen hier und Johannis Baptiſtaͤ fein Be-
Denfendenen beyden Chur⸗ und Fürften, Sach⸗
fen und Heſſen, gewißlich uͤberſchicken foll.
2. Welche Karhfchläge dann ihro Chur-
und Fürftl, Gnaden beyde befichtigen, und
daraus nad) ißrem beiten Berftand und Anſe—⸗
hen die beftändigfte und nuͤtzlichſte Meynung
Lutheri Schriften 17. Theil.
*
_ 1, Abſchnitt. Durch die Cammergerichtsproceſſe zu Speyer.
In gefamtem Rath,
tande, laut des
33
den ihro beyde Chur⸗ und
Fuͤrſtl. Gnaden, auf gemeiner Stände Ko—
ſten, alsdann zuſammen ordnen, ziehen; und
ſo ſie ſich vereinigt haben, fo ſollen ihro
Chur⸗ und Fuͤrſtl. Gnaden ſolch ihr Beden⸗
ken allen Staͤnden beyder Kreyſe wiederum zu⸗
ſchicken, und alsdenn derſelben Stände endli⸗
che Meynung in beſtimmter Zeit vernehmen,
und foͤrter das vornehmen und handeln, da—
mit man zu einem endlichen Beſchluß ſolcher
Handlung kommen mag. Br
3. Es wäre denn, daß mittlerzeit die Sa-
chen, fo jeßt vorfallen, fich ändern möchten,
als, daß fich ein Reichstag oder fonft zufrüge,
daß einiger Stand in die Acht erfläret wuͤr⸗
de: alsdenn mögen die Hauptleufe nach ihrem
Bedenken die Stände zufammen fordern, in
dem auf folchem Neichstag, ſolchen Buncts
halber, und andrerSachen halber, was gufgerhan
ſey,
4
zu fchlieffen.
. Und im all fo bedacht würde, daß die
Recuſation in allen Sachen gefchehen follte;
fo ift doch in allewege für nöfhig und gut an-
gefehen, daß auch darneben ein Verſtaͤndniß
in allen Sachen, da einer auf die Stände
Gleich und Recht leiden möchte, zur Hand:
habung derſelbigen Stände, ihrer fand und Leu⸗
te, Srenheitund Gut, gemacht müßte werden.
5. Lieſſe fi) auch jemand beduͤnken, daß ein
begrer oder gefchickterer Weg folchen Beſchwe⸗
rungen des Cammergerichts zu begegnen, auf
ferhalb der Recufation, den möchteer auch an-
zeigen: fo foll derfelde in Gleichniß auch be .
rathſchlaget und bedacht werden: in Maaſſen
wie obgemelder ıc, a
1252.
Ausfchreiben Churfuͤrſt Joh. Friedrichs
und Landgraf Philipps su Heſſen, im Namen
aller proteitivenden Stände, worinn fie fich
über des Cammer- und anderer Berichts uns
befugtes Verfahren wider ihre Blaubensge
noffen, befchweren. Dat. 13. No⸗
vember 1538. E !
AIR und jeden, denen Diefer Brief vor-
f kommt Denfelben zu lefen, oder hoͤren le-
fen, vornehmlich des heil, Roͤmiſchen Reichs
| C Deut⸗
—
Grafen, Herren,
ap. ic, Don den Bekränktungen der Protefianten.
Deutſcher Nation Chur: und Fuͤrſten, audyro Majeſtaͤt in felbigem gar Eeine Schuld zus _
Freyen und Communen,| gelegt haben wollen, welche wir wiffen, daß
und fonft allermänniglich), weß Standes ‚| Ihro Kaͤhſerl. Majeſtaͤt alle dasjenige, das ſie
Würden oder Wefens fie feynd: Entbieten
von GOttes Gnaden wir Johannes Sriedrich,
Herzog zu Sachfen, des heil. Römifchen Rei⸗
ches Erzmarfchall und Churfürft, Landgraf in
Thüringen, Marggraf zu Meiffen, und Burg⸗
graf zu Magdeburg ꝛc. Und von veffelben
Gnaden wir Philipps, Sandgraf zu Helfen,
Graf zu Katzenellnbogen, zu Dieß, Ziegen:
hayn und Midda ıc. und andre unfre, unfres
Chriſtlichen Glaubens und Religionsfachen pro-
teftirende und anhängende Stände, unfre
freundliche, unterthanige, willige Dienfte, gün-
fligen Willen, Gruß, Önade und alles Gu-
tes, undgeben Euer tiebden, Chur- und Fürft-
lichen Gnaden, Gunften und euch freundlich,
unterthänig, und gütlich zuerfennen: °
2, Wiewol wir aus Chur⸗und Fuͤrſtl. auch ehr⸗
baren Gemüthern nicht gern jemanden, wer
der aud) feyn möge, hoben und niedern Stan-
- des, mit Worten oder Werfen beſchweren
wollten: fo fommen ung doc) die Sachen der- |
maffen vor, daß wir unfer und gemeiner Deut:
Wergerniß und Emp
bierinn uns und unfern gerechten Sachen zu:
wider ausgehen laflen, auf ungeflümes An.
halten und ungehorfamen Bericht unferes Wir
dereheils und des aemeldeten Cammergerichts
gethan und zugelaflen, noch auch fonft jemand
vor Perſonen des gemeldeten Cammergerichts
damit zu ſchmaͤhen; fondern allein um des ge⸗
meinen Friedens und Nutzens hohe Mothdurft
dadurch zu unferer Entfchuldigung wahrhaftig
an den Tag zu bringen, damit männiglich. ehr⸗
bares Gemüth hieraus fpüren und merfen moͤ⸗
ge, in was Gefährlichkeit Deutſche Nation
durch obgemeldere des Kaͤyſerl. Cammerge.
richts unbedächtige und unrechtmaͤßige Hand⸗
lung dieſer Zeit geſetzt werde, und Urſache ha⸗
be, durch ziemlich erhebliche ernſtliche Wege
dahin helfen gedenken, damit ſolcher Unrath
in Deutfiher Nation füglich und ohne ſolche
örung vorgebeuger möge
werden. ar £
4. Und hat dieſe Geſtalt: Als GOtt der All⸗
maͤchtige durch ſeine goͤttliche, vaͤterliche und
grundloſe Gnade und Barmherzigkeit nun ei⸗
ſcher Nation hoher Nothdurft halber, unrecht⸗
ne Zeit ber fein heiliges ewiges Work lauter und
lche Aufrufe, Empörung und andre Be:
ſchwerung im heiligen Römifchen Reich Deut: | dell im Heiligen Reiche Deutſcher Marion wie:
ſcher Nation zu vermeiden, gedrungen werden, der erfcheinen und durch Predigen verfündigen
die unbedächtigen, argwoͤhnigen Handlungen laffen, daraus wir allefamt die Seligkeit er-
des Kaͤyſerl. Sammergerichts, fo e8 gegen et⸗ Eennen, und durch feinen göttlichen Heiligen
liche aus uns und den Unfern eine Zeit her vor· Geift den Glauben in unfern Herzen erlanget:
genommen hat, anzuzeigen; dergeftalt, ob fich! fo haben wir durch Verleihung feiner Barm⸗
‚mit der Zeit durch foldye des Cammergerichts berzigfeit, da wir die unwandelbare Wahrheit
partheilicye und argwoͤhnige Handlungen in) erkannt, folches nicht allein für uns felbft an.
Deutfcher Nation Unrath zutrüge, daß män: | genommen; fondern aud) in unferm Fürften.
niglid) wiſſen und erfennen möge, daß folches| thum, Landen, Städten und Gebieten zu pres
durch uns nicht ftehe, fordern uns ſaͤmtlich digen und zu verfündigen geftattet, und in Sa-
und ſonderlich zuwider. und herzlich leid fey. chen unferer heiligen Religion alle und jede Ce—
3. Und nachdem wir hierinnen zu Ausführung | remonien, fo dem göttlichen Worte nicht ge⸗
unferer Nothdurft vielerley anzuregen und an=| mäs und auch unleidliche Mißbräuche einge
zuführen, niche Umgang nehmen mögen, ob] führer Haben, nady der Schnur des Wortes
. dann in felbigem Ihro Kaͤyſerl. Majeftät, uns| GOttes und den von feiner Gnade verliehenen
fers allergnädigften Herren, unter andern auch Gaben, zu reformiren und einzurichten, und
gedacht würde: fo wollen: wir ung oͤffentlich alfo in unferm Fuͤrſtenthum, fanden, Staͤd⸗
beseuget haben, daß wir ſolches Ihro Maje- |ten und Gebieten, zu regieren und zu Halten,
ftät zu Feiner Verkleinerung, gerhan, auch Ih⸗ | als wir folches gegen. GOtt dem ee
‚u o >
n il He 2
x I un
Majeftät auf geha tenem Reichstag zu Speyer
a
ſelbigen Päbftlichen Glauben, wie gemeldet,
unwiſſentlich angehangen, auch nun durch göft-
liche Gnade erleuchtet, unfern wahren alten
Chriſtlichen Glauben angenommen haben, und
- halber niche recht unterrichtet geweſen; oder
- gebradjten Geremenien, verfeiben Satzungen
tigen Religion halber dabevor publiciret, ha
II, Abſchnitt. Durch die Cammergerichtsprocefle zu Speyer. 37
ſerl. Majeſtaͤt und maͤnniglichen mit Mißverſtandes auf ein gemein freyes Chriſtli⸗
örtlicher Schrift und Huͤlfe zu verantworten ches Concilium in Deutſcher Nation zu halten,
hoffen, wiſſen und uns vorgenommen. Im ˖ daß unſer Befenntniß und Meynung dem
naſſen auch daflelbige im Namen Käyferlicher | Worte GOttes gemäß fey, und nimmermehr
mit Grund der Schrift umgefloffen werben
möge |
8. Und als nun beyde Theile unverglichen ge⸗
gen einander geftanden, und je ein Theil auf
das andere Auffehen gehabt: fo bat fic) zuge _
fragen, daß etliche Ordens: und gemeine geift«
liche Perfonen, fo von wegen geänderter und
zu Chriſtlichem Gebrauch gebeflerter Ceremo⸗
nien, aus ihren Klöftern, Stiftern und Haus
fern gewichen, unferer etliche folcher Urfachen
halben an die Käyferl. Gerichte der Kammer
und Rothweil ohne alle Urfache muthwillig citi⸗
ren und fordern, auch etlichen aus uns bey
ſchweren Poͤnen und Landfrieden, als der Acht
und andern allerley, das ſich in die Religion
gezogen, und ohne Verletzung unſerer Gewiſ⸗
ſen und Seligkeit nicht geleiſtet moͤchte werden,
gebieten, und darauf geſchwind Proceſſe aus
gehen laſſen, und alſo etliche unterſtanden haben
unſerer viele in die Poͤn und Acht zu bringen.
9. Wann wir nun bedacht, daß ſolche der Kama
mer und Rothweiliſcher Gerichte Proceß, ſo
die alſo vorgaͤngig bleiben, und letztlich zu der
Declaration und Execution gedeyhen ſollten,
in Deutſcher Nation nichts Gutes anrichten
wuͤrden, dieweil unſre Sachen der Religion
alſo geſtalt waͤren, daß wir ohne Verletzung
unſerer Gewiſſen und Seligkeit nicht weichen
oder pariren moͤchten: ſo haben wir zu Verhuͤ⸗
mit uns bekennen. fung Kriegs und Unraths in Deutſcher Mas
6. Und dieweil wir ‚die wir daflelbigemal das] tion, und damit wir vor GOtt und der gan⸗
Evangelium JEſu Chriftidefannt ‚allen Fleiß) zen Welt bezengten, daß an uns nichts‘, das
angewandt, die gemeldeten unferen Mitftände| zur Chriftlichen Vergleichung, auch zur Ruhe,
im 26. Sjahr,nach ver vermöge vefielben Ab-
fchleds, zugelaffen, und neben ihrer Majeftät
durh E. T. auch Chur und Fürftl. Gnaden
und Gunften bewilliget und verabfchiedet. _
5. Und aber etliche von Hohen und Niedern,
ſonderlich von genannten geiltlichen Ständen
deg heiligen Roͤmiſchen Reiche Deutfcher Na⸗
tion, neben Kaͤyſ. und Königlicher Majeflät, fo
Diefer Dinge der Geheimniß und Glaubens
vielleicht etliche niche berichter feyn wollen, bey
ihrem Ölauben und allerleyeine Zeitlang her⸗
und menfchlichen Sünden, ob die gleich in der
Schrift nicht gegründer, auch bey den Käy:
ſerlichen Edicten in das heilige Reich der ftric-
ben verharren wollen,und darauf alle vortheilige
Mittel und Wege gefucher,rie fie füglic) Darbey
bleiben und. alfo ihr Bornehmen erhalten möch: |
ten, (als wir es desmehrern Theils halben, mehr
aus Unverftand der göttlichen Schrift und Ge-
heimniß, Denn aus boͤſem Borfag gefchehen fen,
achten,,) welcher Stände viel, fodamalsdem:
des heiligen Roͤmiſchen Reichs der Wahrheit) Friede und Einigkeit im Beiligen Reich dienen.
und Des Grundes zu unterrichten, und auf den möchte, ermangle, die Kaͤhſerl. Majeftäe zu
rechten Weg zu führen: fo hat doc) daffelbige,| Augfpurg, und folgend aus Schmalfalden
oßne Zmeifel aus Verhinderung der Gelehrten,! zwehmal nad) einander fchriftlich auf das un⸗
10 gedachter unferer Chriſtlichen Bekenntniß terthänigfte angefucher und gebeten, daß Ihro
oßne Urfache zuwider gewefen, der Zeit nicht Maj. deßhalben eingnädiges Einfehen thum ung
der Religion halber einesChriftlichen gleichmaͤßi⸗
ſeyn moͤgen.
Und aber wir unſers Gewiſſens halber von| genFriedens verſichern, und bey ihren Fiſcal, auch
unſerer Bekenntniß auch nicht weichen moͤgen, Kammer, Rothweiliſchen und andern Ihro
noch wollen, ſondern uns von. wegen ſolches ee Gerichten , wider uns fäntlid) und
A 2
befons
—
—
" Cap. 16. Von den Bekrantongen der Droteftanten, _
Ss
"u
Hall in Schwaben, Kempten, Weiſſenburg,
wollten. 8 Be | Winsheim, Luͤbeck, Braunſchweig ꝛc. Glaus
10. Aber mittler zeit und zuvor wir durch Kaͤh⸗ bens halber eine Zeit her Mißverſtand und Ir⸗
ſerl. Majeftät auf foldy unfer Chriſtliches und | rung erhalten ; derohalben auf hiebevor gehaite-
ganz unterrhänigftes Erfuchen endlich beanf«| nen Neichstägen dielFäfeige SSanbiingen vor⸗
wortet feyn, haben ſich die hochwuͤrdigſten, genommen, und geſuchet, wie man ſolcher Ir⸗
durchlauchtigſten und hochgebornen Fuͤrſten rungen und Mißverſtands halber zur billigen
und Herren, Albrecht, Prieſter, Cardinal und und guͤtlichen Vergleichung kommen moͤchte,
Erzbiſchof zu Maͤynz sc. und Herr Ludwig, welches aber bisher nicht geſchehen mögen ; und
Pfalzgraf beym Rhein, Herzog in Bäyern,beys wir ung alfo zur Erhaltung Einigkeit und rien
de Churfürften, unfre lieben Herren Vettern, dens im heiligen Reich, und fonderlich damit
Dheim und gnädigfte Herven, auf Käyferlicher dem gemeinen Feind der Chriſtenheit, dem
Majeftät gnaͤdigſte Zulaffung und Bewilli⸗ Türken, deſto ftattlicher begegnet und fein grau⸗
gung, der ftreitigen Religion Balber zwiſchen fam tyrannifcy Vornehmen gegen dem Chrift«
befonders zu procediren, gnaͤdiglich abſchaffen
Ihro Majeſtaͤt und uns, zu guͤtlicher Unter⸗
handlung eingelaſſen, Tag und Malſtatt gen
Schweinfurth und gen Nuͤrnberg benamet,
und nad) vieler gepflognen guͤtlichen Unterhand⸗
lung, die Sachen zuletzt innhalts eines Ab⸗
‚ fehiedg, hierbey inſeriret, abgehandelt und vertra⸗
gen. Si
son Oottes Gnaden, noir Albrecht, der
,. %&D Beiligen NRömifchen Kirchen des Tituls
St. Petri ad vineula Priefter , Cardinal und
geborner Legat, zu Mäynz und Magdeburg
Erzbifchof, Erzcanzler und Primas in Ger:
manien, Aöminiftrator zu Halberftadt, Marg:
graf zu Brandenburg sc. und Ludwig, Pfa!y
graf beym Rhein, Herzogin Baͤhern, des hei⸗
figen Roͤmiſchen Reichs Erztruchfes , beyde|
Ehurfürften: befennen und thun Fund öffent:
‚ Hd) mit dieſem Abſchied: Als ſich zwiſchen dem
‚allerdurchlauchtigften, großmächtigften Sürften
und Herrn, Herren Carl, Röm. Kaͤyſer, zual-
ken Zeiten Mehrern des Reichs ıc. unferm al.
lergnädigften Heren, aneinem; und den hoch:
gebornen Fuͤrſten, unfern lieben Bettern und
Hheimen, Heren Johannſen Herzogen zuSach⸗
ſen, Churfuͤrſten, und Herzog Johann Frie⸗
drichen, feinem lieben Sohn, Herrn Beor-
‚gern, Margarafen zu Brandenburg, Herrn
lichen Blut, und fonderlicy der Deutfchen Nas
tion, abgewandt werden möge, ganz unterehär
niger, getreuer, guten Meynung in Die Sache
gefchlagen, und auf Kaͤyſerl. Majeftät gnaͤdig⸗
fte Zulaffung, auch Ihro Känferl. Majeſtaͤt
ung tißfals zugeftellten Gewalts, Inſtruction
und Befehls, und unferer Oheimen und Bere,
tern und ihrer Unverwandten Bewilligung, an⸗
fänglic) zu Schweinfurth und folgends aldie zu
Nuͤrnberg vielfältige gütlidje Handlungen ges
pfleget, ' rn
Dieweil aber die Sache des Glaubens
auf die vielfältige gehabte Handlungen in Ber
aleichung nicht Hat mögen gebradjt werden,
haben wir zu Gemuͤth geführet, Daß dem ty⸗
rannifchen graufamen Vornehmen des Tuͤrken
nicht ſtattlicher Widerſtand geſchehen möge,
denn ſo im heiligen Reich ein gemeiner beſtaͤn⸗
diger Friede aufgerichtet wuͤrde, darum wir
dann Ihro Majeſtaͤt zum unterthaͤnigſten er⸗
ſuchet und gebeten. Ai |
Daß demnach aufunfregeubte Unferhand-
fung, unterehäniglich Anfuchen und Bitte, die
Römifche Kaͤyſerl. Majeſtaͤt, unfer allergnä=
digfter Herr, alsdas Oberhaupt im Heil. Neid),
aus fondrer Zuneigung und Begierde, fo ihro
Majeftät zum gemeinen Frieden tragen, zuletzt
Dpitipfen Wolfgang, zu Anhalt, Gebhar⸗ gnaͤdiglich berilliget, einen gemeinen bewillig⸗
‚den. und Ulbrechten, Grafen zu Mannsfeld,
und denen Städten, Straßburg, Nürnberg,
Softanz, Ulm, Blbrach, Ißni, Reutlingen, |
Eßlingen, Memmingen, Undau, Heilbrunn,
ten Frieden zwiſchen ihrer Majeſtaͤt und den
Staͤnden des Heil. Reichs Deutſcher Nation,
geiſtlichen und weltlichen aufzurichten bis zu
einem gemeinen, freyen, Chriſtlichen mei:
€
0 00 Ve
a REN
wie folches zu Nürnberg auf dem Neichstag be:
Kehle At ober f das feinen Fortgang nicht
— wuͤrde, bis die gemeinen Staͤnde des
Reichs auf gelegne Malſtatt wieder beruft und
befchrieben würden: wie denn hernach in einem
fondern Artikel begriffen wird; dergeftalt, daß
hiezwiſchen demfelben Concilio, oder daß Die
Stände, wie jest gemeldt, wieder zufammen
fommen follten und anders berathfchlaget wird,
feiner den andern des Glaubens, oder fonft
einer Urſache Balben beleidigen, befriegen , be-:
rauben, fangen, überziehen, belägern, auc)
darzu durch fich felbft, oder jemands andern
von feinetwegen, nichtdienen, noch einige Schlöf-
fer, Städte, Märkte, Beveſtigungen, Doͤr⸗
fer, Höfe oder Weiler abfteigen, oder ohne des
andern Willen mit gewaltiger Hand freventlich
einnehmen, oder gefährlich mit ‘Brande oder
in andre Wege dermaflen befchädigen, noch
.. niemand folchen Thaͤtern Rath, Hülfe und auf
feine andre Weife Benftand oder Worfchub
thun, auch, fie wiſſentlich und gefährlich nicht
haufen, Herbergen, Aßen, fränten, enthalten
oder gedulden, fondern ein jeder den andern
mit rechter Sreundfchaft und Efriftlicher Liebe
mennen follen, Welchen jest gemeldeten ge-
meinen Frieden die Kaͤyſerl. Majeftät allen
Ständen im Heil, Reich aus - und verkünden,
und bey einer namhaften, ſchweren, anfehnli-
chen Poͤn zu halten gebieten, auch gnädigen
jleiß fürmwenden will, daß das obgemeldete
Soncilium in einem halben Jahre ausgefchrie-
ben und publiciret, und darnach in einem Jahr
gehalten, und im Ball fo das nicht erlanget
. werden möchte, daß alsdenn die gemeinen
Stände des Reichs wieder zu einander auf eine
‚gelegne Malſtatt beruft- und befchrieben wuͤr⸗
‚den, ju rathfchlagen, was des gemeldeten Con⸗
ceilu und andrer fonft norhdürftigen Sachen
halber förderhin vorzunehmen und zu handeln
ey. ee
- Darzu hat die Roͤmiſche Känfer!. Majeftät,
‚zu mehrer und-beftändiger Erhaltung folches ob-
‚gemeldeten gemeinen Friedens, gnaͤdiglich bewil⸗
Uget und zugeſaget, daß ihre Majeftät alle
Kechtfertigung, in Sachen, die den Glauben‘
betreffen, fo durch ihro Majeſtaͤt Fiſcal und:
| A Abfehniet, Durch die Cammergevichtsprocefje su Speye
e, 41
‚andre wider den Churfürften zu Sachſen und
feine Zugewandte angefangen worden, oder
noch angefangen werden möchten, einftellen
wolle, bis zu nächftfünftigem Concilio, oder ſo
das Concilium nicht gehalten, durch die Staͤn-⸗
de in andre Wege Drein gefehen wiirde : wie
dann Die Känferliche Majeftäat uns deß eine’
Verſicherung/ vermöge ihres gnaͤdigen Schrei⸗
bens, uns deßhalb gethan, zu unſern Haͤnden
gnaͤdiglich zuſtellen wolle. BY
Dagegen follen und wollen obgemeldete
unfte Bettern und Dheimen, Sachfen, fünes -
burg und ihrer Liebden Zugewandte, folchen ges -
meinen Frieden ftet und veftiglich ihres Theile
halten, darwider nicht thun noch handeln in
feine Wege, auch Käyferlicher Majeftät unter
thänigen und ſchuldigen Gehorſam erzeigen, auch
ihre gebührende Hilfe zu Widerftand des Tür-
fens , wie durch gemeine Stände gewilliget und
‚befchloffen ift, unterthaͤniglich leiſten und ſchi⸗
en, allermaffen wie fie fich in ihrer Antwort,
fo fie uns schriftlich übergeben , deſſen erboten
und vernehmen haben laflen. u
Und nachdem ſich bemeldere unfre Oheime
und Bettern in derfelben ihrer Antwort etlicher
Wort, in dem legten Kaͤyſerl. Majeft. Befehl
und Artifeln, auch beſchwert, und uns darum
freundlich und unferthäniglich gebeten, daß wir
folche ifre Beſchwerungen an die Känferliche
Majeſtaͤt durch eingeſchickte Borfchaft bringen,
und gufen Fleiß vorwenden wollten, Darinnen
gnädige Aenderung zu erlangen: fo Haben wir
gemeldeten unfern Vettern und Dheimen, und
l
ihren Mitverwandten zu freundlichem und gnaͤ⸗
digem Gefallen gewilliget, daß wir zum fürder=
lichften eine *Botfchaft an ihro Ränferliche Ma-
jeftät abfertigen, und folche ihre Befchwerung
der Käyfer!. Majeft. antragen, und allen mög«
lichen Fleiß vorwenden laffen wollen, darin«
nen von ihrer Maj. Henderung zu erlangens- -
dergleichen anzubalten und zu follicitiren, daß
Die angezogene Berficherung, tie wir ihro Maj⸗
deß Topey zufchicken, zum fürderlichiten auch
‚ges und was alfo von Känferl. Majeft. erlarts
get, oder zur Antwort wird, Das ſol⸗
ettern und Ohei⸗
len und wollen wir unſern
C3 men,
verfertigt, und zu unſern Haͤnden kommen moͤ⸗
2Xx
=.) = 3 are * LEE
ES 8
42 _dap, 16, Von den Defränkungen Der Proteftanten 43.
men , dem Churfürften zu Sachſen, zum für |
derlichſten in Schriften eröffnen und zu erfen- Graf Bebhard und Graf Albrechts von
nen geben: mas aud) ihre Majeft. alfo weiter Mansfeldt: Johann Nüel, Doctor.
Bewilligen und nachlaſſen würde, Das ſoll in Bon wegen der Stadt Strassburg: Jacob
Kräften feyn und bleiben, als wäre diß Indie. Storm, alter Städtmeifter und Jac. Meyer, - .
fen Abfchiede von Wort zu Wort begriffen.) Von wegen der Stadt Nürnberg: Bern
Im Fall aber ſo die Känferl. Majeft. nichts hard Baumgärtner und Leonhardt Schulteis,
Bon wegen Firft Molffen von Andale ji
weiters nachlaflen noch ändern molltes fo ſoll und mit Befehl der Städte Hall in Schwa⸗
dennoch diefe Abrede in Kräften feyn, und if- ben, Seilbrunn, Winsheim und Weiflen-
res Innhalts volljogen und derfelben nachge-| burg am Nordgau. is
kommen werdenohne alle Auszüge und Befehl, Bon wegen Lübe: Andreas Stolp, Su
ſonder -Gefährde. - cretarius, mit Befehl derer von Hamburg.
- Und dieweil der Kochgeborne Fürft, Here) Won wegen der Stadt Coſtantz: Conrad
- Philipps von Heſſen, unfer Lieber und Dheim, | Zwick und Sebaftian Geißberg.
feine gefandte Borfihaft, nemlich Johann Fei · Ben wegen der Stadt Ulm: Georg Bafe
chen von der Lichtenau, Canzler, Siegmund ferer, alter Bürgemeifter, und Hleronymus
“von Beineburg, Landvogt an der Werra, und Schleycher, und diefelben mit Befehl ver
op. Waither, Doctor, bey diefer Handlung Stadt Ißni.
- audy gehabt: fo haben doch Diefelbigen Bot] Won wegen der alten Stadt Magdeburg:
{haft angezeiget, daß diefer Zeit an ihrem Be⸗ Leonhard Mers, Doctor und Syndicus.
fehl nicht wäre, diefen Abſchied anzunehmen;) Von wegen der Stadt Bremen: Johann
nie fie ung dann deß ifre Sachen und Be⸗ von der Wick, Doctor obgenannt.
ſchwerungen in Schriften übergeben, und ge. Von wegen der Stadt. Braunfhweig:
beten haben, diefelbe dee Känferl. Majeit.zum| Dietrich Preuß, Seeretarius, und mie Ber
unterchänigften zueröfnen, das wir aud) alfo mit | fehl derer von Goßlar, Göttingen und Einbed.
Fleiß zu fhun angenommen, und haben fih| Won wegen der Stadt Nordhauſen: Bes
ermeidete Borfchaften darneben erboten, dieſe nedictus Pauli, Doctor. |
ergangene Handlung und Abfchied an gemelde · Won wegen der Stadt Eßlingen: Berndt
gen unfern Oheim mit beftem Sleiß zu gelan⸗ Matzbeck. | | |
gen, der unzweifelichen Zuverficht,, feine) Bon wegen der Stadt Reutlingen: oft
$iebden würden fid) hierauf ihres Gemuͤthes Weiß, Bürgemeifter.
auch vernehmen laffen. WVWVon wegen der Stadt Memmingen: Hans
Deß zu Urfund haben wir beyde Churfür-| Keller, Bürgemeifter. Be
ften, obgemeld£ ‚unfer Inſiegel an Diefen’Briefji Von wegen der Stadt Lindau: Hünde.
gehangen. | ‚Bon wegen der Stadt Bibrach: Chriſtoph
= Und von Gottes Gnaden wir Johannes] Greter, Bürgemeifter.
” Sriedrich, an ftatt und von wegenunfers Herrn] Bon wegen der Stadt Bempten: Heinrich
und Vaters, des Churfürftens zu Sachſen, Seltenhan.
und unfer felbft, aud) von wegen unſers Ohei · Bekennen, daß obgemeldeter Abfchied mit un«
men, Herzog Philipſen zu Braunſchweig, ferm guten Wiffenund Willen aufgerichtet und
Staneifcus, Herzog zu Braunſchweig und Luͤ⸗ beeßeidinger ift, den mir alfo wiſſentlich für ung
neburg- und unfere Herrfchaften und Dbern angenom⸗
Und wir nachbenannte Borfchaften, nemlich, men und bewilliget haben, und gereden und
von wegen Herrn Georgen, Marggrafen zu verpflichten demnach, für uns und unfere Herr⸗
Brandenburg: Wolf Chriſtoph von Wiſſen⸗ ſchaft und Obern, dem alſo nachzukommen und
thau, Amtmann zu Schabach, und Sebaſtian zu leben, und darwider nicht zu thun in Feine
Heller , Doctor, — Wege. *
Und
als SL Abfehn, Durchöte Tammergevichtproceffesu Speyer, gr =
F Und deffen zu Urfund Haben wir Herzog Jo⸗ daß wir, als das oberfte Haupt im Keil, Reich,
hann Stiedrich, obgemelöt, von unfers Herrn | gemeldeten unfern Freunden, Oheimen und
Betten, und unfer, auch der obgemeldten ge» |Churfürften, Maͤhntz und 266 gnaͤdiglich
ſandten Botſchaft wegen, unſer Inſiegel, neben gewilliget, einen gemeinen beſtaͤndigen Frieden
unſerer lieben Herren Vettern und Oheimen, zwiſchen ung und allen Ständen des heiligen
und gnädigften Herren Inſiegel, an diefen “Brief Reichs Deutſcher Nation, geiftlichen und welt⸗
angehangen: der gegeben ift zu Nuͤrnberg, |lichen, anzurichten, bis ein gemeines, freyes,
Dienftags nach Marie Magdalena, nad) Chri⸗ |Epriftliches Concilium, mie foldyes auf dem
fti Geburt 1532. So. © ‚Reichstag zuMtürnberg beſchloſſen, oder fo das
BER | ee feinen Sortgang nicht haben würde, bis die ges
en der beyden Ehurfürften, Mäyng Imeinen Stande des Reichs auf eine gelegene
Dund Pfaltz, gewirkten und betheidigten Malſtatt wieder beruffen und befchrieben wuͤr⸗
Frieden Hat die Kaͤhſerl. Majeſt. in jeden Pun⸗ den; wie dann hernach in einem ſondern Ari
cten und Clauſeln bewilliget und angenommen. kel begriffen wird. Dergeſtalt, daß hiezwi⸗
Und zu mehrer und beſtaͤndiger Erhaltung fol« ſchen demſelbigen, oder bis die Stände, wie
ches gemeinen Friedens, alle Rechtfertigung , jetzt gemeldet, wieder zu einander fommen und
. fo in Sachen, den Glauben belangend, durd) anders berathfchlaget würde, Feiner den andern
Ihrer Majeft. Zifcal und andere wider uns und des Glaubens, noch fonft einer. andern Urfachen
unfere Zugewandten angefangen worden oder halber bevehden, beftiegen, beunruhigen, be-
werden möchten, bis auf ein general, freyes, rauben, fahen, überziehen, belägern, audy
naͤchſtkuͤnftig Concilium, wie ſolches auf dem darzu durch fich felbft, oder jemand andern von
Reichstag zu Nürnberg beſchloſſen und gnä- ſeinetwegen nicht dienen, noch einiges Schloß,
diglich anzuftellen verfprochen, und deßhalb Stadt, Marft, Beveftigung, Dörfer, Hoͤ—
uns mit einer fonderlichen , gnädigen, Käyferl. fe oder Weiler abfteigen, oder ohne des andern
Verſicherung verfehen, wie die von Wort zu Willen mit gewaltiger That freventlich. eins
Wort nachfolger: nehmen, oder gefährlich mit Brand oder in
andere Wege dermaſſen befchädigen,, nod) je
SE eretoon GOttes Gnaden,Kömifiher mand folhen Thätern Rath, Hülfe, und in
" Känfer, zu allen Zeiten Mehrer des feine andere Weile Benftand oder Vorſchub
- Reichs ꝛc. Befennen und thun fund oͤffentlich thun, auch fie wiſſentlich und gefaͤhrlich nice
mit diefem Brief: Als wir den Hochmwürdigen |beherbergen, behaufen, äßen, tränfen, ent—
in GH Vater und Hochgebornen, Albredy halten oder gedulden; fondern ein jeder dei
ten, der Beil. Römifchen Kirchen Cardinal, andern mit rechter Freundfchaft und Chriſtli.
Erzbiſchof zu Mayntz und Megdeburg, und cher Siebe meynen folle. Welchen jetzt gemels
Ludwigen, Pfalßgrafen bey Rhein, Herzo- deten gemeinen Frieden wir, die Käyferl, Mair
gen in Bäyern ıc. unfern lieben Freunden, allen Ständen des Reichs ausfchreiben und ver
Sheimen und Churfürften, zwiſchen uns und kuͤndigen, und bey einer namhaften, ſchweren
‚ dem Ehurfürften zu Sachfen und feiner Lieb» \anfehnlichen Pön zu Halten gebieten, auch gnaͤ⸗
den Sohn Georgen , Marggrafen zu Branden- digen Fleiß vorwenden wollen, daß das obge⸗
burg zc. und ihre Mitgewandten, Grafen und meldete Concilium in einem halben Jahre aus⸗
- Städten, in der ftreitigen Religionsfachen güt- geſchrieben und publiciret, und darnad) in ele
lich zu handeln gnädiglic) gemwilliget, vermöge Inem Jahre gehalten werde. Und im Fall fo
unfers Gewalts Snftruction und Befehls , ih» diß nicht erlanget werden möchte, daß alsdenn
ver Liebden deswegen zugeftellet und gegeben , |die gemeinen Stände des Reichs wieder zu elite
und alfo vielfältige gütliche Handlung anfäng- jander auf eine gelegene Malſtatt beruffee und
lich zu Schweinfurt und folgends zu Nürnberg |befchrieben werden, zu rathſchlagen, was des
geuͤbet, und die Sachen zulegt dahin kommen, gemelderen Concilii oder fonft andrer Urſachen
ee: die
—
— — —
vum
4
zu handeln ſey.
Daß wir demnach zu mehrer und beſtaͤndiger
Erhaltung ſolſches obgemeldeten gemeinen Frie⸗
®
dens gnädiglich gewilliget und zugeſaget, alle
5 Nechefertigung, in Sachen den Ölauben beian-
" "gende, fo durch unfern Fiſcal und andre wider
den Churfürkten zu Sachſen und feine Zuge:
wandten angefangen wäre, oder noch angefan»
gen werben möchte, einftellen woolle, bis zum
naͤchſtkuͤnftigen Concilio, oder fo das Concilium
5 Cap. ı6, Von den Dekränkungen der Proteftanten. |
"Die banorfdücftig find, förter vorzunehmen und des Glaubens und Religions S
A 2... [Ben, befoßlenund geboten. -
| 47 |
achen ſtille zu ſte-
13. Wiewol wir ung gänzlich haͤtten verſe⸗
ben, es ſolte das Kanferl. Cammergericht ſol⸗
hen Kayferl, Majeität bervifligeen friedlichen
Anftand und Anſtellung der gerichtlichen Pro»
ceß, in Betrachtung, aus was nothwendigen,
hohen und Chriſtlichem Bedenken und Lirfa-
chen dieſelbigen ausgericht und bewilligt, un«
— ‚gehalten, und deme Vollziehung ge-
en; ö
an.
nicht gehalten, durch die Stände, obgemeldeter | _ 14 So Baben doch Cammerrichter und Bey-
Maaſſen, in andere Wege drein gefehen wür.
de, Und fo darüber Sachſen und feine Zuge,
wandten, ſaͤmtlich und fonderlich, von jemand
jißer nichts deſtoweniger, unangeſehen ſolches
friedlichen Anſtandes und Käyferl. Majeſtaͤt
darauf erfolgten Inhibition, in Sachen die
wer der wäre, berhalben mit Recht anlangt Religion belangend , gegen etliche aus uns und.
und beſchweret würde: fo foll der, oder dieſel⸗
bigen, fo alfo mit Recht vorgenommen, bey
ung, fo mie im heiligen Neid) Deutfcher
"Nation wären , oder aber in unferm Abweſen
bey unferm geordneten Statthalter und Befehls-
haber anſuchen, und ihre Beſchwerungen an-
‚zeigen : alsdenn follen und wollen wir, in unferm
A biefen unſre Statthalter und Befehlshaber,
die deß von uns befondern ausgedruckten Be—
fehl haben follen, folche vorgenommene Recht⸗
ns abfchaffen und anftellen, wie obge-
meldt; tie wir Dann hiermit aus Kayferl. Ma⸗
jeſtaͤt Vollkommenheit und rechten Gewiſſen,
jest als dann, und Dann als jetzt, obgeſchriebe
N er Geftale abſchaffen und einftellen, jest und.
mit Kraft Diefes Briefes : Und fa darüber von
. einigen Richter und Gerichten procediret, ge-
handelt und geuͤrtheilet würde, daß alles und
jedes foll nichtig, Eraftlos und von Unwuͤrden
ſeyn, und den oder Diefelben, fo alfo darwider
procediret und geurtheilet wird, nicht binden
no) verpflichten in Feine Wege, fonder Ge⸗
faͤhrde. Zu Urkund ıc.
“ 12.9 Ind Dazu hat die Kaͤyſerliche Majeftät fol:
ll chen Srieden und Stillftand für fich felbft
and aus Bewegung auf juͤngſt gehaltnem
Reichstag zu Megenfpurg alfenthalben in Das
heil. Reich ausgefihrieben und verfündigt, und.
darauf ihrem Sifcal, Cammer, Rothweiliſchen
und andern Gerichten, mit ihren Proceſſen in
)
|
die Unſern procediret und fortgefahren, aud)
unfte rechtmaͤßige fuͤrgewandte Erception und
Droteftation, daß diefe Sach, Religion und
Ölaubensfachen, oder je zum menigften denſel⸗
ben anhängig, und alfo in dem Kanferl, Frie⸗
densftand — waͤren, oder ſonſt andre
mehr rechtliche Defenſion und Schutzrede, ſo
wir jederzeit gegen folche vermeynte Jurisdi⸗
etion und Öerichtszwang u und dur
unfre Geſandten mündlich Baben vorbringen
laſſen, abgefchnitten und verworfen; welches
unfer etliche beiveger, abermals ihro Känferl.
Majeftät in Italien zu erfuchen, und zuman= -
dernmal Sußion und Befehl an gemeldt Cam⸗
mergericht, in folchen Sachen ftille zu ſtehen,
zu erlangen; als denn geſchehen, und dem ge⸗
meldten Cammergeriche, wie es fich gebührer,
zukommen ift,
15. Wo nun das vielgemeldere Cammerge-
richt Deurfcher Nation, und nachfolgend der
ganzen Chriſtenheit Einigkeit, Friede, Ehre,
Nutz und Wohlfarth gern gefehen Härte, als
es ſchuldig geweſen iſt nach hoͤchſtem Wermö-
gen zu foͤrdern: fo ſollte es billig dem allmaͤch⸗
tigen GOtt gedanket Haben, daß es ſolcher
Buͤrden entladen geweſen, und feine göttliche
Allmaͤchtigkeit diefen friedlichen Anftand gnö-
‚biglich gewirket und verfchaffee haͤtte; weil fie
|
U
ohne Zweifel aus Ihrem Verſtand, den fie vor
andern billig haben follten, wohl erfennen mo-
gen, daß aus folchen ihren Proceſſen, fo 1
— ſol⸗
Ben x
si Abſchnitt. Durch die Cammergerichtsproceſſe zu Speyer. 49
folchergeftalt vorgenommen hätten, wo diegur, 17
en gereichen follten, nichts anders denn ſtaͤt ihnen keinesweges gebuͤhret hat, auch ſol⸗
Krieg, Empoͤrung, ſchrecklich Blutvergieſſen, ches ihres vorgenommnen Zweifels und Miß⸗
und vielleicht noch höhere Beſchwerung folgen. verftandes Feine Urfache gehabt: denn fie ha— |
wide ber je gewußt, Daß ifnen in Sachen ſchlech⸗
76, Und follten, al Diener des gemeinen tes Spolii, dadurch der Fe Hi
Nutzens, ſolchen Kaͤhſerl. Majeſtaͤt Befehl wirket „in erfter Inſtanz Feine Kurisdiction
nich allein. williglich angenommen, fondern wider Zürften, Gefreyete, Reichs- und die
auch Känferlicher Majeftät, ob die anders ge- Städte, fo nicht ohne Mittel dem Reiche, fon-
neigt gervefen wäre, und allen andern Stan: dern ihren Fuͤrſten unterworfen, als Hamburg,
den und Perſonen, fo die gemeldete Procef in: Bremen, Minden, Magdeburg und derglei-
ftituiren laffen, follten gerathen und perfuadi- chen, gebührte, und doc) derwegen wider et⸗
vet haben, die um gemeinen Sriedens und Ber- liche viel von Sürften und Städten, allein aus
huͤtung willen gemeldeten Aufruhr und Aeger⸗ | Kraft des Artikels in beiden Abichieden, zu
niß fallen, oder zum menigften bis auf ein ge- | Speyer Anno 1520. und zu Augfpurg 1530,
mein, freyes, Chriſtliches Concilium in Deutfcher verleibt, alfo laufende: Daß Feiner von
Nation zu halten, anftehenzu laſſen: mie aud) | geiftlichem und weltlichem Stand den an:
die gemeinen Rechte klaͤrlich verfehen haben, |dern des Ölaubens halber vergewaltigen,
daß wenn ein Richter fein Amt ohne Xerger- drängen oder überziehen, noch auch feiner
niß, Aufruhr oder Tumult nicht üben kann, Obrigkeit, Renthen, Zins, Zehnden und
17. Welches Anfuchen bey Känfert. Maje-
daß er alsdenn daffelbige einftellen folle. Sie Güter erwebren fol, alles bey Pön und _
Haben aber ſolches nicht gethan, fondern (nicht | Straf unfers Aäyferlichen aufgerichteten
diſſen wir aus weflen Angebung, ) zu Kaͤyſerl. Landfriedens; folhe Mandata, Citation und
Majeftät geſchickt, und unter andern ihrer |andre Droceß ausgehen laffen, und in kraft der⸗
Majeftät anzeigen laflen, daß fie ſich in fotche | felben obgemeldeten Artikel fich folches Gerichts-
Känferliche Jußion und Befehl nicht zu Halten | zwangs unfernommen. Dieweil aber hieraus
- müßten, dieweil zwifchen etlichen Parteyen offenbar ift, und nicht vermeynet mag werden,
Streitigkeiten einfielen, melches Religionsſa⸗ daß fie ihnen diefen Gerichtsziwang von wegen.
chen wären, oder nicht; mit Bitte, ihnen dar⸗ |Entfegung der vermeynten geiftlichen Zins,
inn ihro Käyferlichen Majeftät Gemüch zu er- | Gülten, Zehnden, und Güter, fo den ver—
klaͤren. _ Und alfo Darauf eine andere Kaͤy- meynten Geiſtlichen des Glaubens halber ge-
ferliche Schrift, der vor inſerirten ihrer Majez ſchehen, oder begegnet, zugezogen haben‘, die⸗
ſtaͤt gegebnen Verfiherung, unfers Berftan: weil auch rider GOtt, Recht und Billigkeit,
- des, etwas ungemäß, erlanget; Darinnen ih⸗ dieweil ihnen in denen Sachen Feine Erfennt-
nen zugelaffen worden, zu erkennen was Re⸗ niß gebuͤhret (fondern der gemeinen Epriftlichen
Iigionsfachen feyn oder nicht: da doch zuvor Kirchen im Heil. Geift verſammlet): fo be-
ihro Majeftät ihre Berficherung auf gnugfa- weiſt fic) Daraus felbft, Daß fie ſolche Erlaͤu⸗
men Bericht der Unterhandfer gegeben, darin⸗ |terung bey Kaͤyſerl. Majeſtaͤt vorfeglich, un-
nen fie gemeldetem Cammergericht in Neli: billiger Weiſe, und das gefuchet, das fie zu⸗
gionsfachen alle Erkenntniß abgefprochen, und vor wohl gewußt. Und dag folches alfo wahr
‘ob darwider gefchehen würde, aus Kaͤh⸗ ſey, ziehen wir uns auf alle des Reichs Recht
ſerl. Majeftät Vollkommenheit aufgehaben, und Ordnung, durch uns angenommen, auch
caßiret und annulliret Hatte, Und ihnen nun auf die andern, fo vielhierzu Dienlich und vor- -
darauf die Erkenntniß der angefangenen Sa⸗ traͤglich, und zufoͤrderſt auf das Wort des
chen, ob fie Religionsfachen wären, odernicht, HErrn, welches flar ausmeifer, wem Ere
alſo unbilliger Weife zugezogen und in vielen kenntniß in folchen Sachen gebüßre,
Sachen freventlich procedit.
Lutheri Schriften ı7. Theil,
38. Zuden hat ſich Kaͤhſerl. Majeftät, fame
N ihren
——
50 Cap. is. Von den Bekränkungen der Proteflanen gr
wieflar
isren zugewandten Ständen, in dem Abfchiede |ftoffen : denn wir bisher Feine Sache,
zu Ayafpurg gemacht, ohngefaͤhr in vier und Jauch diefelbe immer ift, vernommen Baden,
zwanzig Actikeln allerktärlichft ſelbſt erklaͤret, darinnen fie Citation fub refitutione Ceremio- -
was ihro Majejtät vermeynet vor Beſchwe⸗ Iniarım und Nutzung ausgehen laſſen, die fie
rung und Neurung befunden, fo wider den auf Vorwendung der beklagten Partey, daß
Ebuaſtlichen Glauben und wider Die Religion dieſelbige den Glauben oder Religion antreffe,
eingeriſſen wären, feither Sr. Majeftät Edick je dafür erfannt, und alfo den Proceß nad)s
zu Worms ausgegangen, und denen Reichs- gelaſſen hätten: fondern haben in allen folchen
tägen zuMürnberg und Speyer gehalten, und Sachen ohne Unterfcheid, und fonderlich unter,
was ihre Majeftät für Glaubens: und Reli⸗ \etliche Städte, als Hamburg und Minden, um
gionsfachen hielte, und verboten und geboten, Hlauter Glaubensfachen ohne Aufhören procedi-
bey Poͤn des Sandfriedens; diefelbige vier und ret undverfahren, und fie dahin mit ißren Cen-
zwanzig Artifel hierinn zu erzehlen wir zu lang ſuren zu dringen unterflanden, daß fieden Klaͤ—
und ohne Noth achten ; und darauf, wie ob= gern, nemlic) der vermeynten Geiftiihen aus
gemeldt, eigentlich geordnet und geboten, wie Hamburg und Minden, nicht allein Haus, Hof,
man in folchen Artikeln glauben und halten Zins, Guͤlt und dergleichen zuzuftellen, fon-
foll, bey Straf Leibes, Lebens und Gutes, dern auch ärgerliche Meſſen, Bigilien, Pre—
und bey Don des Sandfriedens. Dieweil fich digen und Leſen in Theologia nach Paͤbſtlicher
‚nun begeben, daß etliche der Linfern denſelben Weiſe, und andre dergleichen Sachen wieder
vier und zwanzig Artikeln nicht allein mit GOtt \aufzurichten, die nichts Zeitliches, fondern al⸗
und gutem Gewiſſen des Glaubens und unfeer lein des Glaubens und der Religion Sachen
Religion halber zumider gelebet, als wir dann |betreffen. -Deromegen folches, wie gemeldt,
vor GDEE zu thun fchuldig gemefen feyn; fo ift nicht glaublich ift. ‘Denn fo fie geneigt wären
uns von Käpferlichem Cammergericht , bey geweſen, denen Kaͤyſerl. und Koͤnigl Befeh:
Don des tandfriedens, Das, fo wir den gemel- len zu gehorfamen: fo haͤtten fie zum wenigſten
deten vier und zwanzig Artikeln in unfern Kir: in denen obgemeldetem laufer geiftlichen Pun—
chen und Geremonien zuwider abgerhan ober cten ftille geftanden; wiewol uns damit niche
veränderf haben, wiederum in alten Stande waͤre genug gefchehen, fondern das Benefi—
zu reftituiren geboten, und wo das nicht ge⸗ cium gehöret zum Dfficio, wie oben berüh-
ſchaͤhe, die Pön über uns gehen zu laflen ge= ret. ®
draͤuet worden: alles darum, daß folche Ber-| 20. Wie hoch nun das obgemeldte Cammers
änderung oder Neformation dem Glauben und gericht in diefem Thun gemeinem Frieden und
bergebrachten Religion zuwider feyn follte, wel- | Nutz geundienet, wo ihre Erfenntniß hätte
ches alles Eeines Ziweifels bedarf, Moch bat
das Cammergericht über diefe klaren Abfchie-
de, vermeffentlidy in - Zweifel ziehen dürfen,
was Ölaubens- oder Religionsfachen feyn oder
aus gefolget wäre, und noch folgen mag: das
Bat ein jeder Biedermann, dem die Ehre und
Wohlfart Deutfiher Nation lieb, wol leichte
nicht. Deromwegen fo mag ein jeder Bieder- lich zu ermeflen. Als aber wir fämtlid) und
mann foldye Abfchiede bey fich lefen, fo finder ſonderlich, fo der Zeit in der Chriſtlichen Vers
er, daß diß unfer Anzeigen wahrhaftig ift, und ſtandniß geweſen, ſolches geſehen, und den
kein Widerſprechen haben mag. groſſen Unrath, ſo vor Augen war, erkannt,
— find wir des Unfalls halber nicht wenig forge
- 19. Wir fönnen auch ohne das nicht glauben, | fältig gemefen, als die, fo Deutſcher Nation
daß das Cammergericht um einigen Zmweifels | und des heiligen Nömifchen Reichs Unheil und
willen folche Erleuterung bey Kaͤhſerl. Maje: | Berderben ungern wiflen wollen ; und weil wir
ftät gefucher Habe, fondern Daß fie es mehr in Känferl. Majeftät in der Nähe, ſo eilend als
der Meynung gethan, den Sriedftand umau= |die Nothdurft der Sachen erforderre, —
— lan⸗
ſollen oder mögen vor ſich gehen, auch was dar⸗
*
ur
» IL Abfehnier. Durch die Cammergerichtsproceffe zu Speyer. 53
langen mochten , und fich eben zugetragen bat, ganz wmiberwärtig, verdächtig und unleidlich
daß wir Johannes Friedrich, Herzog zu wäre, auch wir mie vielerley Rechtfertigung
Sachfen, Ehurfürft, in andern Sachen per» verſchonet geblieben wären, mo unfre Widers
-föntich zue Königlichen Majeftär zu Hungarn ſacher nicht jederzeit bey gemeldetem Cammer⸗
und Boͤhmen gen Cadau kommen: fo haben gericht den ungeneigten Willen gegen ung und
“ir auch diefer, als der fürnehmften, nicht |unfereXeligionsverwandte befunden Hätten, das
vergeffen, und bey Ihro Königlichen Majeſtaͤt zu daß unfere Procuratores, fo unfre Norb.
‚eine neue Approbation des vor aufgerichteten durft und Gerechtigkeit jederzeit vortragen und
Vertrags und Friedens, zu Nürnberg aufge beſchirmen folleen, dermaffen beym Cammer⸗
richtet, erlanget , darinnen Elar ausgedrucket gericht gehalten worden, daß fieunfrer Sachen
wird, wiewol bis dahin Mißverftand am Nothdurft, wie wir ihnen befoßlen, aus Furcht
Tammergericht eingefallen wäre zwiſchen nicht haben vorwenden dürfen. Derohalben dann
denen Parteyen: ſo wollten doch Ihro unſre Sachen alſo unbeſchirmet geblieben, und
Rönigliche Majeſtaͤt ſolchen Stillſtand ver⸗ wir zum merklichen Nachtheil und Beſchwe⸗
ſWaffen, innhaits eines Artikels des Cadani- |rung kommen: fo find wir aus dieſen und an⸗
ſchen Vertrags: Bernach von. Wort zu Wort|dern Urfachen zulege, unferer dringenden und
gemeldet. unvermeidlichen Nothdurft nach, fold) Cam:
21 Erfilih, daß der Frieden und Still-|mergericht als argwoͤhnig, verdächtig und pars
fand, zu Nürnberg juͤngſt aufgerichtet, und, teyiſch, mit Anzeigung vieler beftändiger und
wie. obgemeldet, durch Nom. Kaͤyſerl. Maje- vechtmäßiger Urfachen, zu recufiren bewegt
ftät allen Ständen zu halten geboten iſt; in worden. Als wir aud) nicht zweifeln, ein je«
allwege foll gehalten und demfelben nachgele- der Biedermann aus denenfelben Urſachen ſol⸗
betwerden: und nachdem ein Mißverftand dar- ches, daß wir darzu hoͤchlich gedrungen find
innen vorgefallen ; fo hat die Königl. Majeftät und deſſen gnugſam Fug und Recht gehabt, wohl
gnaͤdiglich gewilliget, daß Ihro Königl. Ma⸗ wird ermeffen.
jejtat von wegen der Kaͤhſerl. Majeität be} 23. Und haͤtten uns abermals verſehen, es haͤt·
‚Schaffen wolle, daß mit denen Proceflen am jfe das gemeldte Cammergeriche diefelbe vorge
Käyferl. Cammergericht, zu Erhaltung ſolches brachte Sufpicion und Urfachen des Berdachts,
Friedſtandes, wider die, fo darinnen benen- wie billig und fie im Rechten zu thun fchuldig
— nee find, flille geftanden, aud) alle die bisher geweſen, als offenbar, zu Herzen geführet, und
vorgenommene Proceffe wirklich abgefchaffer ſolche Sachen, darinnen fie recufiret, nad) Form
follen werden; alles nad) Lauf deflelben aufge: Igemeiner Rechte und der Billigkeit eingeſtellet;
richteten Friedſtandes ıc. 20. Auch hat foldyes |oder zum wenigſten, fo fie diefelben Urfachen
ihre König. Majeftät, wie wir niche anders |verneinet, oder nicht für offenbar und gnug«
wiſſen, wirklich befoßlen. fam gehalten häffen, coram arbitris, die wir
22. Und als das gemeldete Cammergericht ihnen ernennet haben, oder andern unparteyi⸗
‚nun über alle dieſe Befehle des Reichsabſchled ſchen, zurgebüßrlichen Erörterung Eommenlafe ;
‚und die Billigkeit, unangefehen- aller Aerger: |fen. ET
niß und Sorgfältigkeit, fo Daraus entſtehen 24: So haben fie doch ſolcher rechtmäßigen .
möge, inobund nachgemeldeten Sachen ‚nicht |Recufation, wie fie von Rechts, aller Ehrbars
minder freventlich als vermeffentlid) procediret, und Billigfeit wegen zu thun fhuldig waren
‚auch. weder Känferl. noch Königl. Befehle, ihre jund noch find, nicht Deferiret, noch von ihrem
ſelbſt Kaͤyſerl. Abſchied, noch einige andere bil: | Örrichtszwang „ welcher doch nach) gefchehener
‚lige und erhebliche Auszüge helfen wollten; und | Recuſation, mweilunfere Sachen, fonverlich dies
wir befunden, daß es ganz Papiftifch und un: daß fie noch des. Papiftifchen Glaubens wären,
fer Widertheil mehr, dann fich gebüßret und loffenbar und fie deflen befennelic) feyn, aufge:
zugethan, und uns in. folsher Religionsfache haben wendn abgeſtanden; fondern' mit ih.
* Bst 2 ren
\
| U ER 5 De 3 *
se
Cap. 16. Don den Bekraͤnkungen der Proteftanten. - 59
imögen fie aud) ausdem Grund, nad) der Mey⸗
fen, mie zuvor, geſchwindiglich forgefahren, nung der Rechtsgelehrten, wohl recuſiret wer-
und alfo weder GOtt, deß Sachen wir handen, ohne daß ihnen einiger Zufaß von from.
deln, noch Känfer, noch König, noch auch die men Leuten, Die wir dann auch in gebuͤhrlicher
menſchlichen Rechte, die da wollen, daß ſorg- Zahl und Form wohl leiden mögen, geſchehe.
u. |
ven vermeynten geſchwinden unbilligen Procef
lich und meidlich ſey, vor verdaͤchtigen Rich- Darzu fo ſind fie in dieſem Fall nicht minder
tern. Rechts zu gewarten, angeſehen; noch dann ſelbſt unſre Widerparten, fo fie anders ih⸗
auch zum allerwenigſten die Urſachen des Ber- Iren Papiſtiſchen oder Roͤmiſchen Glauben In ih⸗
dachts ob fie gemeynt, daß die nicht vortraͤglich ren Herzen für recht halten, derowegen auch in
oder gnugſam wären, (als ſie doch in der Wahr: [gleichem Fall Kaͤnſerl. Majeſt ſelbſt ohne Zwei·
heit ſind, vor den benannten willkuͤhrlichen Ric): fel, als ein hoͤchſtloͤblicher Kaͤhſer, ſich Urthei-
tkern, oder vermittelſt dem Eyd, deß wir alle er⸗ lens wuͤrde enthalten, ſondern ſolche Sachen in
boͤtig geweſen ſind, ausfuͤhren laſſen wollen, andere Wege zu entſcheiden verordnen; wie denn
ſondern unangeſehen deß alles, wie obgemeldt, Se. Majeſt. laut etlicher Abſchiede vertroͤſtet
fortgefahren. Ibat. Ob dann gleich das weltliche Recht noch
2. Und ob fie ſagen wollten, daß wir ſie in im Brauch wäre, fo fände man in dieſem Fall
dieſem Fall, als gemeine und ordentliche Rich» |Eeinen Bifchof, der uns im Gleichniß nicht vers
ter, nicht zu recufiren vermoͤchten, nad) Aus» daͤchtig noch unparfeyifch wäre, und darum
weiſung der weltlichen oder Kaͤyſ Recht, fon müßte abermals das Nemedium,fo aus vernünf
dern darzu eine andere Form und Maaß gehör: |tigen Urfachen in gemeiner Practik, gebraucht
te: fo hat Doc) daffelbige in diefem Fall nicht | werden. 3 Se;
ſtatt, denn foiche Form, etwadurd) die weltli. 26. Diemeil dann die Urſachen gemelderen
chen Recht verordnet, nicht im Brauch iſt, fone| Verdachts offenbar, oder zum wenigſten in fur:
dern anders gehalten und prackiciret wird. Und | zer Zeit beweislich, daß fie Papiftiichen Glau⸗
darüber fo find wir Hier in einem Hall eines bens feynd, fonderlid) der mehrefte Theil, und-
Verdachts, desgleichen vormals, fo viel die ſie ſich der Urſachen nicht entfchlagen mögen;
Religion betrift, niemehrerhöret; davon aud) ſo Hätte ifnen Ehren, Geroiffens und Rechts
die weltlichen Rechte Feine Berficherung anders, | halber gebühret , foicher Recuſation zu deferis
Denn wie hernac) gemeldet wird, gethan: dar- Iren. Zuvoran damit Tumult und Aergerniß
um man auch die Urſachen der. Obſervanz und | in Deurfcher Nation möchte verhütee werden;
Practiquen, oder ehrbarer gleichmäßiger Ver⸗ wiedann des Cammergerichts Perfonen hiebe⸗
nunft, Halten muß. Zudem fo ift dieſer Fall vor auch in weltlichen Sachen recuſiret, und
gleichwol dermaffen geſchickt, daß auch nach | nichts darwider gehandelt worden if,
Vermoͤge der Rechtsgelehrten die NRecufation| 27. Und folgend als fie folches nicht achten
des Ordinarii zugelaffen wird aus vernünftigen | wollen, haben wir, der Ehurfürft zu Sachen
Urſachen, inallen Rechten befindlich: Nemlich, und Landgraf zu Heffen, durch unfere Raͤthe,
fo man fich verfeden muß, daß der ordentliche) Eberharden von der Thann, Johann Feigen
"Richter: ihme felbft nicht widerwaͤrtig feyn wer- | von Achtenau, und Rudolph Schenden, von.
de, als möge der ordentliche Richter recuſiret Rönigl. Majeftät abermals eine Verheiſſung,
werden. Diemeilen nun offenbar ift, daB Rich: | darinnen der Artifet aus dem Cadauiſchen Ver.
ter und Benfißer des obgemeldeten Cammerge-| trag inferivet worden, erhalten, und ihnen zu⸗
richts mehrentheils Papiftifches Slaubens, und | gefchickt. Desgleihen wir, der Churfürft zu
nicht vermutlich , daß fie ihnen ſelbſt widerwaͤrtig Sadjfen, zu Wien, als wir bey Königt. Maj.
ſeyn, und in Religionsfachen für uns, die wir geweſen, abermals von derfelben Majeft. einen
das heil. Evangelium befennen, wie viel Rechts "Befehl ausgebracht: aber alles ift unfruchtbar
wir audy immer hätten, wider ißren eignen| gewefen ; fondern haben uns darzu gedrungen,
Glauben und fich felbft erfennen wuͤrden: So| daß wir deshalben Im vergangenen 36ften Jahr
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iR. eine Botfchafe zu Kaͤhſerl. Majeft. in Fea- | zu befchädigen, fondern den aufgerichteten Still«
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BR! ))
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. than, daß es berüßrten Handlungen des Cam-
wie folches nachfolgender Innhalt, foviel dieſe
lich wiedergegeben, von Wort zu Worten anzel-
gen. ee
gürliche und friedliche Wege und Mittel beyzu⸗
le
Halben thaͤtlicher Weiſe zu überziehen, oder
J—— Abfehn. Durch die Eammergerichtsprocefle zu Speyer. i IR
Ham ſchicken und der Aendrung miede-|ftand mit eurer Hebden und Mitverwandten
zum beklagen müffen. Darauf ung unter an: | unfers Teils zu halten und zu handhaben, ge-
dern durch D. Matthiam Held, auf juͤngſt nach neige ſeyn. Dieroeil aber euren Liebden und an«
Dorothea des 36. Jahres, nächft verfchienen,| dren, doch mit Ungrund, fürgeben und eingebil-
zu Schmalkalden gehaltenem Tag zur Antwort | det wird, als ob wirden obberührten Stillſtand
worden, daß ihrs Maj. auf Anfuchung des| nicht zu halten, fondern denfelben, fobald wir .
‚Sammergerichts erft ſolchen Befcheid, wielunfern Bortheil erfehen, zu brechen und euch
obgemeldt, gegeben, vaß fie erfennen ſollten, mit Gewalt zu überziehen gefinnet feyn follten?
‚welches Religionsfachen wären oder nicht ?| fo Haben wir nicht unterlaffen wollen, eure Lieb»
Daraus abermals Flärlicy erfcheinet, daß ſie zu den und euch andern hiermit abermals zu erin«
foldyer Beſchwerung, über die Elaren Reichsab⸗ nern und zu — daß ihr ſolchem unge⸗
ſchiede in dem Fall, und das vor erklaͤrte Käy-) gruͤndeten und unwahrhaften Dargeben Feine
ſerl. Gemuͤth, Urſache gegeben haben, das ih ⸗ Statt noch Glauben geben, ſondern euch nicht
nen nicht vonnoͤthen geweſen, ſondern waͤren anders zu uns verſehen, denn daß wir den auf⸗
der Käyferl. vielfältigen Beſehl billig, wie ob-I gerichteten Stillſtand zu halten, und darwider
ne Sördrung gemeines Friedens, — der Religion oder ——
geweſen. halber zu befeinden, noch einige Empoͤrung
28. So hat auch die Känferl. Maj. ehe dann oͤder —2 im heiligen Reich zu erwecken ge⸗
vorgemeldere unſre Botſchaſt bey ihrer Käyf-|denfenze, Mit freundlichen, gnaͤdigem Begeh ·
Maj. in Italiam ankommen, ein ſolch gnaͤdig ren, eure Liebden und ihr andern wollet euch von
Schreiben und Erbieten auf die vorigen durch jemand anders nicht uͤberreden, noch zu einer
ihre Majeſt. aufaerichteten und gewilligten Srie-| unfriedlichen thaͤtlichen Handlung oder Vorneh⸗
den und Stillſtand gegen ung dieſes Teils ge-| men nn Hafen - ne mir uns deſſen zu euer
Liebden und euch andern gänzlich verfehen und
'getröften, und wollen ſolches zufamt dem, daß
es eich und euren Unterthanen felbft zur Ruhe,
Wohlfahrt und allem Guten gereichen wird, in
allen Snaden erfennen. Gegeben zu Sevilien,
am fiebenten Tag des Monats Julii, Anno ce.
im 36. Unfers Kaͤyſerthums im 16. und unferer
Reiche mar. / — ———
mergerichts ganz widerwaͤrtig und N äßift;
Sachen berüßret , famt unfrer unterthänigften
Antwort, die wir ihrer Kaͤyſerl. Majeft. ſchrift⸗
Earl von GOttes Gnaden „Roͤmiſcher Kaͤy⸗
fer, zu allen Zeiten Mehrer des Reichs ıc. } Carolus, |
| N lieben Oheim, Ehurfürften Ad mandatum Cæſazeæ et
I und Fuͤrſten, auch Wohlgebornen, Edlen, sr Maieltatis pro-
Ehrfamen, Sieben, Getreuen: Wiewol wir] - —
eurer Liebden und euch andern hiebevor zu mehr⸗ Oberbuͤrger ſſpt.
malen ſchriftlich und durch unſre Botſchaft an⸗
zeigen laſſen, auch ſonſt mit dem Werk bewie⸗
ſen haben, daß wir allein Fried und Einigkeit
im heil. Reich Deutſcher Nation zu pflanzen ,}
und allen Zwiefpalt und Mißverftand, inſon⸗
derheit der Religlon und Glaubensſachen, durch
Dem Hochgebornen , Johann Friedrichen, Her⸗
“zogen zu Sadıfen, Landgrafen in Thüringen
und Marggrafen zu Meiffen, Des heil. Roͤ⸗
mifchen Reichs Erzmarfchall, unferm lieben
Heim und Ehurfürften, und andern Fuͤr⸗
ften, Grafen und Städten, Sr. Liebden
Mitverwandten in den flreitigen Religions
fachen, ſaͤmtlich und endlich
D3 — Un⸗
gen und zu vereinigen, und niemand derent |.
"AUnserthänigfte Antwort der Pros
RR, teſtirenden. Ess:
Cap. 16. Don den Bekränkungen det Proreftanten, RE
Zeit ber allerfey vorkommen, eo
gem VBornehmen eure Kaͤhſerl. Majeftät ger
ee
in was ungnaͤdi⸗
llerdurchlauchtigſter, großmächtigfter Räy- Igen uns und Ihro Majeftar Unterthanen feyn
fer! Euer Kaͤhſerl. Maj feyn unfere unter- ſolle: zudem daß ung eurer Känferlichen Ma-
thänigfte und allzeit geßorfame willige Dienfte jeſtaͤt Cammer und Rothweiliſche Gerichte,
zuvoren,. Allergnädigiter Herr! Euer Käy-
ferlichen Majeft. grädigftes Schreiben, fo die⸗
felbige von Sevilien aus, am 6. Tag des Mo⸗
nats Julii, nächft an uns ſaͤmtlich und fonder:
lich, als Verwandten in der ftreitigen Religions:
ſachen, gethan; hab ich, der Churfuͤrſt zu Sach⸗
ſen, erſtlich, und wir andern darnach, fürder-
lich in aller Unterthänigfeie, mic billiger und
gebuͤhrlicher Reverenz empfangen, auch fonder-
lich unterthaͤnigſter Frohlockung gelefen und ver-
nommen. Und gegen derofelben euer Känferl.
Maj. bedanken wir uns unterrhäniaft folcher
gnädigften Käpferl. Verheiſſung, daß wir uns,
zu eurer Käyferl, Majeft. nichts anders verfe
| Kin follen, dann ‚wie eure Käyferl, Maj. uns
berüßrtem eurer Kaͤhſerl. Majeſtaͤt gewilligtem
und aufgerichtetem Stillſtand widrige und un»
gemaͤſſe Handlungen, deren fie ſich unſrer etli
chen halber eine Zeitlang mit thaͤtigem und
nichtigem Procediren unterſtanden ꝛc. zu aller⸗
ley Nachdenken und Vorſorge nicht wenig noch
geringe Urſach gegeben. Aber auf vorange⸗
regt jeßige eurer Kaͤyſerl. Majeſtaͤt jo gnaͤdige
Verheiſſung und Vertroͤſtung ſetzen wir in kei⸗
nen Zweifel, eure Kaͤyſerl. Majeſtaͤt werden
ſich derſelbigen, noch des Friedens halber und
ſonſt, gegen ung nicht anders dann gnädighale
ten und erzeigen: ſich aud) durd) unfre Widers _
märtigen und Abgünfligen zu Eeinem andern be=
wegen laffen; wie auch nächft GOtt zu eurer
ievor mehrmalen fehriftlich und durch Ihre Bot: Kaͤyſerl. Majeftät unfer unterthänig Vertrau⸗
ſchaft Haben anzeigen laſſen; Nemlich, daß ih:
en und Zuverficht ſtehet. Da auch von jeman⸗
ro Majeft. allein Frieden und Einigkeit im heil. den eurer Kaͤyſerl. Majeftät halben ung ein an⸗
Reich Deutfcher Nation zupflanzen, und allen dres eingebildet und vorgegeben werden wollte:
Zwiefpaltund Mißverftand,infonderheicder Re ſolchem wollen über diß eurer Kayſerl. Majeſt.
ligion und Glaubens halber, durch gütliche fried- |anädigft Schreiben und Vertroͤſtung wir Feine
liche Wege beyzulegen, und niemanden derent⸗
halben thaͤtlicher Weiſe zu überziehen oder zu
beſchaͤdigen, fondern ven Stillftand, mit uns
gnaͤdiglich aufgerichtet, handzuhaben und zu
Balten geneigt feyn. So ftehe eurer Kaͤyſerl.
eure Känferl. Maj. gemeldeten Stillftand zu hal.
ten, und darwider niemanden, Der Religion und
Glaubensſachen Balber, zubefeinden, nod) Em-
Statt noch Ölauben geben. So molten. wir
uns aud) mir HülfedesAllmächtigen alfo halten,
daß eure Räyferl. Majeſtaͤt unferchalben nichts
anders, denn gehorfame Linterthänigfeit ſpuͤ⸗
ven und befinden follen; und daß wir auf ihrer
x - PMaj. Gemuͤth und Wille nochmals alfo, daß Majeftäc fo gnädigft Erbieren und Begehren -
die nicht feyn, nod) befunden mollen werden,
die ſich zu einigem unfriedlichen noch ehätlichen
Vornehmen wollten bewegen laſſen. Dann wies
pörung oder Aufruhr im Reich zu erwecken, be-
bacht feyn, deſſen wir uns aud) Durch nieman-
den anders follen bereden, noch uns zu einigen
unfeledlichen thätlichen Handlungen oder Vor:
nehmen bewegen laſſen ıc. ze.
wol uns anlangef, und jego ein Druck im Neich
Deutſcher Nation umgerragen wird, wie auf
eurer Kaͤhſerl. Majeftat Anhalten Pabft Daus
lus am naͤchſt verfchienenen Pfingfttag ein Ge=
neralconcilium ſoll haben ausfündigen und
Und wiewol eurer Känferlichen Majeftä, als | publiciren laffen, zu Mantua, den 23. Tag
eines töblichen und hochgeruͤhmteſten Käyfers, | May im nächftfolgenden fieben und dreyßig⸗
halben wir auf obberährte Ihro Majeftär vo- ſten Jahr anzufangen. Daraus wir aber, wo
vige gnädigite Bewilligung des vereinigten |daffelbige feinen Forfgang erreichen würde „
Friedens und Stillſtands, auch hernachmals noch) zur Zeit nicht vernehmen oder verfiehen
durch Schriften und Botſchaften gefchebenen mögen, welchergeftalt daß es einem gemeinen,
Käyferlichen Bertröftungen, daran feinen Zwei: |freyen, Chriſtlichen und unverdächtigen Eoncie
fel gehabe: fo iſt dennoch nicht ohne, Daß eine Se lien
ein andre
emäß, darinnen gehandelt und die Sa- |29.
chen der z iefpaltigen Religion zu einer wahren
. vorigen der Päbfte Concilien gefcyehen, vorge
nommen follte werden: fo wollen wir uns doc)
In aller Unterehänigfeit zu eurer Kaͤyſerl. Ma:
jeftät-verfehen, weil wir nichts nörbigeres noch
beilfameres , auch zur Chriftlichen Bergleichung
dienlicher erachten , denn fo ein gemein, frey,
Chriſtlich Concitium , davon euer Käyferl,
Majeftät gnädigfter Stillftand und erliche eu-
rer Känferl. Majeftät und des Reichs Abſchie⸗
De melden, in Deutfcher Nation vorgenommen
würde; Immaſſen wir auch deshalben unfern |
unterehänigften Willen, getreue Wohlmey⸗
60. 1 Abfehniee, - Durch die Eammergerichtsproceffe sn Speyer,
lien
-
61
Ferm fo haben wir im allerbeften nicht
unterlaſſen, fondern zur Erhaltung.
chen Vergleichung und Einigkeit, auf mehreres Glimpfs, dem Känferl, Cammerge«
unverdächtigere Weiſe alsin etlichen richt , und nachfolgends dem Helden zu Schmal⸗
Falden, deßmals gnugfame, rechtmaͤßige und
gegründete Urfachen anzeigen laffen, warum -
die Sachen , derbalben das GCammerges
richt gegen uns, wider Käyferlichen und Koͤ⸗
niglichen Sriedftand, auch wider unfre inter⸗
ponirte Recuſation, procediret, Religionsſa⸗
den, oder je.zum wenigſten der Religion ans
hängig wären, und daraus herflieſſen; wie
dann Diefelbigen zum theil auch aus des Nele
ches-Abfchieden zu vernehmen find.
30. So find die Sachen alfo gelegen, wie
nung und Chriftliches Bedenken eurer Kaͤyſerl. wir denn foldyes auch anfanglid) denen Unter⸗
- Majeftät bievor fehriftlich zugefertigee, fonder- Händlern, beyden Ehurfürften, zu Nürnberg,
lid) durch die Antwort, die wie nun beyläufig und dann denen Känferl, und Königl. Mlaje-
dreyen Jahren eurer Känferl. Majeftät Dra- |ftäten mehr dann zu einemmal, beydes in
tori, welcher neben Pabſts Elementis, diefes | Schriften und auch mündlich, angezeiger, daß
- Namens des Siebenten, Botſchaft, Dazumal |wir fie für Neligionsfachen achten, dieweil fie
bey unfer etlichen perfünlich geweft, gegeben, jaus des Slaubensfadyen , wie gemeldf, Hera
und eurer Känferlichen Majeſtaͤt ungezweifelt |flieffen. Könnten oder möchten auch gebuͤhrli⸗
‚vorkommen ift: Eure Majeftät werden Die cher oder rechtlicher Weife nicht erörtert oder.
Sachen dahin und auf die Wege, Die zu wahrer !ausgeführee werden, es wäre dann, daß die
und rechrfchaffener,, und guter Ehriftlichen Ei: | zwiefpaltige Sachedes Glaubens, als quzftio
nigfeie und in GOttes Wort gegründeten Ne, |preindicialis , zuvor durd) ein gemeineg, freyes,
ligion dienſtlich, und damit der Zwieſpalt gü- Thriſtlich Concilium entfchleden werde. Dep
. tig, friedlich und unverdächtig vertragen ter: wir zu Elarem Verſtande etliche Fälle und
de, als ein Chriftlicher und gnädiger nn Gleichniſſe fegen,
Da
ordnen. Darzu der Allmäcytige, und
allein feine Ehre gefuchet und betrachter werde,
feinen göftlihen Segen gnaͤdiglich verleihen
wolle, als wir Hoffen, auch) täglich in unfern
Kirchen Darum wollen bitten laffen. Das als
les haben aus unferthänigftem Gehorſam gegen
eurer Kaͤyſerl. Majeftät, wir verofelben ihrer
Majeſtaͤt nicht wollen unangezeigt laffen: dann
eurer Kaͤyſerl. Majeftät, alsunferm allergnä-
*
digſten Herrn, in aller Unterthaͤnigkeit zu die—
nen, find wir allezeit fo willig alserbötig. Da=
tum den 9. Tag Des Monats Sept, 1536,
Eurer Röpferlichen Wiggeftät
. unterthänigft gehorfame und ganz willige
Churfuͤrſt, Sürften und Stände, der Religion
318 Glaubensfächen Protefl, Derwandge,
31. Es werden etliche unferer Religion Bere
wandte beklaget, daß fie die Papiftifche, ära
gerliche, eine Zeitlang gehaltene Meß und Cor °
remonien in ihren Gebieten unbifliger Weife
follen abgeftellet haben, Die Beklagten. wen⸗
den zu ihrer Defenfion vor, daß ſolche Meſſe
fey ein Mißbrauch , im Worte GOttes nir«
aends gegründet, und ärgerlich, Darum hätten.
fie Diefelbe billig abgefchaffe., Das Cammer-
gericht will Hierinnen Erkenntniß hun. Die
Stände fagen wider des Cammergerichts be=
rühmte Jurisdiction: Es fen eine Religionsſa⸗
che, und im NMürnbergifchen Friedſtand big
auf ein allgemein, frey, Chriſtlich Eoncilium
eingeſtellt. Diefer Streit zwifchen denen Par -
ä fene
69 TnLap. 16. Don den Bekränkungen der Proteftanten, 3
tsyen: Ob diE eine Neligionsfache fey oder dienlich: fo kann oder mag man diefelbige of
nicht? kann oder mag durch das Cammerge⸗ |ne.- Verlegung unfers Gemiffens nicht reftitufe
richt, ob es gleichwol nicht fo parseyifch wäre, |ven, es fey denn zuvor in einem gemeinen frey⸗
rechtlicher Weiſe nicht entfihieden werden: es a Chriſtlichen Concilio ausfündig gemacht,
X
ſen denn der Praͤjudicialartikel des Glaubens als unmöglich it, daß unfere Lehre und Reli⸗
9 Religion, nemlich ob die Papiſtiſche Mef- | gion wider GOttes Wort ſey. Derowegen iſt
fe und Ceremonien Chriſtlich und goͤttlich ſeyn je gewiß, daß dem Widertheil ſolche Muͤtzung
oder nicht, zuvorhero ausgemacht und eroͤr· nicht gebuͤhren, auch derohalben nichts unbil«
tert. Denn ohne dem kann nicht ausfuͤndig liges geſchaft oder gegen ſie vorgenommen iſt.
werden, ob die ſtreitige Sache, von Abſtellung Und darum muß der eingefallene Praͤjudicial⸗
der Meß, eine Religionsſache fey- artifel des Glaubens in einem freyen Chriſtli⸗
; chen Concilio vor allen Dingen abgehandelt ſeyn,
32, tem, ein anders: Sp ein Klofterinuns ehe man folche Erläuterung von Rechts und
ferer oder en an —— Billigkeit wegen bekommen mag. —
ieten gelegen iſt, und etliche deſſelben Kloſter
Den — das Wort GOttes erleuchtet, a mag In — Sall das ann
fie) Kiofterfeben, als vor GOtt unverdienft. ‚nicht beftehen , Daß der allein Reftitution feiner
lic) und gegen di made Ebriſti ärgerlich, entwehrten Guͤter begehret; dieweil ihm dieſel⸗
zu verfaffen , oder ſich Chriſtlicher Lehre und de Bunt anders, denn aus Fraft des Dienftes,
Eeremonien zu vergleichen geneigt: und aber die Se ee — a oe RUN,
andern Klofterperfonen fo Halsftarrig, Daß fe ÄUL UNGE Nic eu —
ſich nicht allein nicht wollen beſſern oder berich · (Ar fo iſt er auch der Nuͤtzung Balder nicht
rön laffen, fondern in ihren Mißbräuchen ver, bequem ober fähig; und hat alſo die Reſtitu—
Barren, und dennoch darneben des. Klofters kion IN folchen Sale nicht ſtatt.
Einfommen und Gefällzu isrem Willen befal.| 24. Darneben ha ee auch dem Helden dere.
on sielches man, um merflicyer Xergerniß und meldet, daß wir den beyden Churfuͤrſten und
Beſchwerung derer Gewiſſen willen, daß in Unterhändlern zu Nürnberg die Sachen, fo
unfern Obrigfeiten und Gebieten zweyerley wi. damals an der Sammer und- andern Gerichten
dermwärtige Gottesbienite nicht geduldet werden befindlich waren, in dem Namen ? daß Diefels
mögen , wie Dann die Ständedes andern Teils bigen Religionsfachen wären, ſchriftlich anges
bey ignen aud) nicht eun noch gedufden, nicht zeiget und übergeben: Darauf fie fid) auc) er⸗
geftatten Fünnte. Und dann eine oder mehr boten, deshalb feiner Känferl. Majeftät Bes
_ quggetretene Drdensperfonen, mit vermeynt- richt zu thun, auf daß der Stillftand an der
licher rechtlicher Handlung , wieber zu ihren vo- Sammer und andern Gerichten wirklich möge
rigen $ehren, Ceremonien und Nugungen , aus verfüger werden.
den Grund, daß ſolche Ceremonien göttlid) | 35. Hieraus iſt nun genugſam klar: daß dem
und recht ſeyn ſollten, kommen wollten: den: Känferl. Cammergericht, wenn es gleich den
felben mag und kann man niche ftatt geben. | Verdacht, wie obgemeldet, nicht auf ihm hä«
Denn fie wollen fagen, daß ihre vermennte te, auch Kaͤyſerl. und Koͤnigliche Majeſtaͤ⸗
Fhre und Religion gerecht feyn foll: fo fagen ten ifm in dieſem Salle zu procediren nicht ver⸗
wir aus GOttes Wort das Öegentkeil. Die. boten hätten, dannoch die begehrte Declaration
meil aber die Nußungen da feyn von megen |Feinesweges zugelaffen werden möchte noch folle
des rechtfchaffenen Gortesdienftes, und Das te. Es hat aud) ein jeder Verſtaͤndiger wohl
enefßeium propter oflicium, nemlich die Nuͤ⸗ zu ermeffen, daß uns ſolches zum hoͤchſten be⸗
tzung um des Dienſtes willen; und aus ange, ſchwerlich. Daraus förterhin genugfam er⸗
zeigten Urſachen, ihre, Der ausgetretnen Per⸗ hellet, was Kaͤyſerl. Majeftät und unfer Wile
fonen Dienfte, uns, Denen Ständen, nicht|le und Gemuͤth in Aufrichtung folches. ne
rag
64 U Abfehnite, Durch die CammergerichteproceffesuSeyer. 65
* rag8 gemefen, was auch und wiefern folcher klaren und. lautern Reichsabſchlede, davon oben
Nellsionsfachen halber mit ung gehandelt wor | gemeldet, aud) Känferl. und Koͤnigl. beſohl⸗
den iſt, und daß dem Cammergericht darüber nen Stillſtand, darzu wider gemeine befchriebe»
ohne unfer Willen folche Vorſehung bey Kay-\ne Rechte, freventlid) anmaffet und unternimmt;
| ferl. Majeftä zu hun, ‚ohne Noth geweſen, |und wir wider ſolche deffelbigen Cammerge-
und nicht gebührer habe; ſondern mit ſolcher richts befchmwerliche und thaͤtliche Handlung
‚fatter vollfommenen Erklärung, fo Ihro Ma- nicht unbillig_profeftiret, und daffelbige aus-
‚jeftät-in denen gemeldeten beyden Neichsab: |vielen rechtmäßigen Urſachen, in unfern Res
ſchieden, neben: denen Ständen des Reichs, cuſationslibellen ‚befindlich, recuſiret. |
in dem Fall ihrer Majeftät-anhängig, inglei · 38. Diemeil dann die Känferl. und Koͤnigli⸗
‚hen mit der Verſicherung ihrer Majeftät, cum che Verfchreibung, oder auch gebuͤhrliche Ex—
-claufula irritante, ſo ale widerwärtige Pro- ception, Recht und Billigkeit bey ihnen nich
‚ceffe aufhebet, billig zue Gnuͤge zufrieden ger hat wollen angefehen werden; auch all unfer
wefen wären. Suchen und Bitten um Fried und Recht nicht
> 36. Und ob einige Parey daran Mangel helfen mag: fondern Daffelbige Kaͤhſerl. Cams
‚gehabt, hätte dieſelbe an Kaͤyſerl. Majeftät mö- |mergericht, auf Anbringen der Papifchen Cleri⸗
‚gen gewiefen werden; damit Ihro Känferliche fey der Stadt Hamburg, wider den Rath und Ge⸗
Majeſtaͤt derfeibigen Partey mit unferm WBif. |meinde daſelbſt, und auf der Pafheit Capitel
- ‚fen, und unferer zuvor gehöref, hätte mögen zu St. Martin und St. Johannis, aud) Abts
Beccſcheid geben, und Friede und Einigkeit in und Convents St.Simeons zu Minden, wider
Deutſcher Nation, fo viel möglidy, hätte mö- | Bürgemeifter, Nah, Sechs und Dreißigund
gen erhalten werden. Und demnad) zweifeln | Gemeinde dafelbft, in ffentlihen klaren Res
wir nicht, Daß ung ein Bieder- oder ehrlieben- |ligionsfachen,, auf vermeynte Reſtitution, und
der Menſch nicht verkehren oder verargen wer⸗ gemeldete Kläger an ihrem bey ihnen und uns
de, daß wir derer Leute, welche ſich in allen unzuläßlichen Gottesdienft unbefümmere zu
obbefchriebenen Handlungen fo verdächtig und laſſen; aud) Die genannten von Minden in die
parteyiſch erzeigt haben, auch im Glauben mit Acht gefprodyen, auch als in die Acht erklärte
uns nicht einig, fondern zuwider ſeyn, als un= | unter freyem Himmel, wiewol nichtiglich,ausrufs
ſerer Widerwärtigen,, Erfenntniß fliehen. | fen laſſen: Derohalben wir ung nichts gewiſſers
Mann wires zu ihrer Erfenneniß ftellen foll-|zu verſehen haben, denn daß fie zu Volizlehung
ten, fo thäten wir Dadurch. nichfs anders, ‚denn ihrer vermeynfen und nichtigen Urtheile, auf
daß wir ung wiſſentlich aus dem Frieden in Un» |Erecution Der Acht , WER procediren und
frieden festen, der Wohlthaten derer Rechte verfahren, und alfo eure Liebden, Chur: und
‚uns begaben, unfre Sehre und Ceremonien de- | Sürftl. Gnaden, Gunften, und eud) derohalben
nen, welchen die zuwider find und fie verfol= erſuchen und Die Erecution befehler und mans
‚gen, zuurtheilen freventlic) heimftellen: dafür diren werden. Und dann gewißlich it, daß
Gott, unfer Schöpffer, uns guädiglich. be» | wir in obgemelderen Sadjen unferer Gewiſſen
huͤten wolle. halber nicht weichen mögen, fondern es Gtt
37. Aus diefem allen haben Eure Liebden, befehlen müffen: Ob fid) dann darüber zutrüge,
Chur⸗ und Fürftl. Gnaden und Gunſten je Elär- Daß im heiligen Reich Deurfcher Nation Krieg
lid) abzunehmen , daß die Sachen, derenwe- oder Empörung entſtuͤnden; fo wollen wirvor
gen wir und unfre mitverwandten Stände an GOtt und der Welt hiermit öffentlich protefti-
das Kaͤyſerl. Cammergericht vorgefordert, we haben, Daß wir den Frieden, Chriſtliche
ligionsſachen, und folhe, Die aus felbigen her- Einigfeit, herzlich, treulich gefucher und be»
berflieffen, feyn; und daß das vielgemelöste! gehret, und Daß uns die nicht haben begegnen
Cammergericht unbilliger Weiſe allein mit der) mögen; und eurer Liebden Chur- und Fuͤrſtl.
That ſich folher Sachen, wider die Känferl,l Gnaden und Gunft, freundlich, dienſtlich,
Lutheri Schriften. Theik | Er und
I 16. Von den Bekränkungen der Protefianen 67
und unterthäniglich und guͤtlich gebeten Haben ; heiligen Wort, und ſolcher Proceß halben un-
fie wollen diefe Urfache in dem Fall nicht uns, |befchwert und unbeleidige bleiben mögen. Da
ondern der Bermeflenheit gemeldten Kaͤyſerl. auch jemanden derhalben etwas abgedrungen,
Cammergerichts zurechnen, undunsdeshalben oder mit Hemmung und Aufhaltung feines Lei⸗
freundlich, gnädiglich und günftig entſchuldigt bes, Habe, Güter oder fonft in andre Wege
halten, und für ſich felbft diefer Sachen ent- zu Schaden geführt und gebracht würde, def
fihlagen, fid) auch folcher zuvor nichtigen, felben von den Beleidigern genugfame, billige
thaͤtlichen, unrechtmaͤßigen und unbifligen Pro» und gebührliche "Wiedererftattung, Kuͤhr und
ceß, und Darauf erfolgten Urtheil, befohlner Wandel zu. befommen. Welches alles wir
Ereceution und Acht nicht annehmen, nody zu doch viel lieber entübrige feyn wollten. Und
exequiren und zu vollftrecken anmaffen oder uns |Bierauf Ewr. $iebden, Chur⸗ und Fürftl. Gna—
terftehen; auch darauf niemand, durdy was |Den, Gunſten und Euch, diefes unfres Be-
Schein oder Wege folhes vorgenommen und richts, Bittens und Proteftireng eingedenf zu
erdacht möchte werden, einigen Beyfall, Hül- ſeyn, und uns derhalben in alle Wege entfchul-
fe und Vorſchub thun, nod) zu thun geffatten ; digt zu halten, abermals gebetenhaben., Das
fondern die Sachen allefamt und fonders mit | wollen wir famt-und fonders gegen Ewr. fieb-
allen und jeden ihren Anhängern ‚dem oberften |den, Chur- und Fürftl. Gnaden und Gunften
"Richter und wahrem Gerichte feines göttlichen und Euch, freundlich vergleichen, günftlichbe-
Wortes, in einem gemeinen, freyen, Epriftli- ſchuldigen, gnädiglich bedenfen, unterthänigft
chen, unparteyiſchen Concilio, das mir frey [und freundlich hierinn verdienen. Datumden
und Chriſtlich zu gewarten erbötig feyn, Krieg | 23. des Monats Novembris, nad) Eprifti un-
und Empörung zu vermeiden, zu erörtern bes |fers HErrn und Heilandes Geburt 1538.
fehlen, und die Wege darinnen fuchen, fo zu
Fried und Einigkeit dienen, und ſich wohl ge:
bühren. Immaſſen aud) wir, fo fern wir da-
bey bleiben mögen, treulich und gern thun
soollen. |
39. Denn wo fich jemand, weß Standes,
Würden oder Welens er feyn möchte, folche
caßirte thätliche und unrechtmäßige Proceffe,
Urtheil, Acht und befohlne Erecution, durch
einigen gefuchten Schein, wie der auch Na—
men Haben würde, zu erequiren unterftehen
würde: fo koͤnnen wir ſaͤmtlich und fonderlich
einen oder mehr alfo befchwerten Stand, unfrer
Verwandtniß nad), nicht verlaſſen; fondern
wuͤrden gedrungen, den oder diefelbigen bey |t
RKoaͤhſerl. Majeftät gewilligten, oder auch der | Landgraf zu Helfen, Graf zu Casenelnbogen,
Königl. Majeftär gebotnen Stillftand und dar: Dies, Ziegenhäyn und Nidda ıc. als Ober
auf erklärten Caflation, unfers Bermögens hauptleute der Ehriftlichen evangelifchen Wer-
zu ſchuͤtzen, zu vertheidigen, handhaben, und ſtaͤndniß, im Namen unfer felbft und gemei«
folche der Cammer und anderer Gerichte ehät- ner unfer Wereinigung, auch aus befondrer
liche Epecution mit GOttes Hülfe, dur) Zu: | Bewilligung und Erfenntnig der hochgebornen
laſſung göftlicher und natürlicher Rechte und | Sürften, wohlgebornen Grafen und efrbaren
Gegenwehr, fo viel möglich zu Hindern, auf | Städteund Stande, ſolcher unſer Verſtaͤndniß
"Die Wege zu frachten, damit wir und unfere |und Einigung Verwandte: Fügen euch, denen
Einnungsverwandten bey GOtt und feinem wohlgebornen und hochgelahrten —
dieſer
1253.
Recuſationsſchrift, kraft welcher der
Churfuͤrſt Johann Friedrich zu Sachſen und
Landgraf Philipp zu Heſſen, ſamt deren Re⸗
ligions verwandten, das Cammergericht zu
Speyer für parteyifch erkennen, und vor dem⸗
felben vor befcheberer Reformation zu er-
feheinen fich weigern.
T ——
Son GOttes Gnaden, wir Johann Fried⸗
—8 rich, Herzog zu Sachſen, des Beil, Rö-
mifchen Reichs Erzmarſchall und Churfürft,
Sandgraf in Thüringen, Marggraf zu Meiffen,
und Burggraf zu Magdeburg; und Philipp,
2
ben, mich
efen, hiermit zu willen: Wiewol Euch und
männiglich unverborgen, daß das Känferliche
Cammergericht, deflen ihr euch, wie gemeldt,
anmafler, eurer" Perfonen halben, nach der
Ordnung, fo zu Worms im ein und zwanzig:
ten Jahr hierinn gemacht und befchloflen wor-
pt befegt; auch mir und unfte zuge=
wandten Stände, die wir auch Churfürften,
Fürften, Grafen, Stände und Städte, ſo
dann meßrentheils zu dem heil. Reiche und in
die ausgetheilten Keeife deflelben ohne Mittel
gehörig feyn, in folche eure jegige Beſetzung
und Verwaltung nicht gewilliget, fondern vers
ſchiener Jahren zu Schmalkalden gegen Doctor
Matthes Helden, als der Zeit Kaͤhſerl. Majer
ftät ze. unfers allergnädigften Herrn, Dratorn,
auch folgends gegen Sr. Kaͤyſerl. Majeftät
ſelbſten, in unfrer Supplication und fonjt zu
billiges Beklagen mir für und für, und fon-
vielenmalen, uns emſig und mit höchfter Be—
ſchwerung folcher Ungleichheit und der Partey:
lichfeit, Widerwillen, Abgunfts und: Ber:
dachts, wie wir von foldyem allen Elare. und,
} |
genugfame Anzeigung und Beweis thun Fön-
nen; auch unfer Ausfchreiben, fo wir im ver-
fchienenen 38ſten Jahr wider eure Perſonen
gethan und im Druckausgehen laffen, davon an
vielen Orten Meldung thut. Weiches unfer
derlich auf dem Reichstag, fo im verwic)-
nen Sabre zu Negenfpurg gehalten worden, |
alſo continuiree und beharret Haben, daß
eben viel von euch eurer parteylichen Proceß
Majeſtaͤt felbft in eigener aflerhöchiten Perſon
. gehalten, mit Denen Ständen des heil. Roͤmi—
derhalben höchftgedachte ihro Känferl. Maje:
tät auf demfelben Neichstag, welchen ihro
{hen Reichs (unter welchen Ständen, auch,
aufferhalb unfer und unfrer Zugewandten, ſich
und unbilligen Handlung halber auch hoͤchlich
beflaget und beichweret haben,) einmuͤthiglich
befchloffen, daß das Cammergericht in allen
und jeden Perfonen auf den 14. Tag Januarii,
Abſchnitt. Durch die Cammergerichtsproceffe su Speyer.
Zeit ſich vermeynter Weife anmaffen das gewilliget.
el. Cammergericht zu befigen und zu ver- |mitverwandten Stande in ſolche Bifitation
‚_69
Nun haben aber wir und unſre
und Reformation andergeftalt nich£ gervilliget,
dann daß hinfort der Perfonen Balber, was -
Religion fie feynd, gar Fein Unterfcheid feyn,
fondern von beyder Religion Perfonen darzu
zu ſetzen, Gleichheit gehalten werden follte, da=
von wir auch ihrer Känferl. Majeftae Willen,
Erflärung und Gemuͤth in Schriften und gu—
tem Schein bey Handen haben; mie denn die
Worte derfelbigen Erklärung hernach folgen
follen. So haben auch unſre und unſter mit—
verwandten Stände Raͤthe und Gefandten,
in und bey dem Abſchied deffelbigen Reichstags,
in Gegenwaͤrtigkeit Känferl. und Königl. Ma⸗
jeftät, unferer allergnädigften Herren, auch
Churfuͤrſten, Fürften und Stände des heil.
Reichs, öffentlich proteſtiret, daß fie folchen Ab=
fchied nicht anders, dann lauf. ihrer Verwilli⸗
nächit verfchienen, vifitivet und reformiret wer:
- ben follte; inmaffen und geftalt die Stände des
s Reichs in folche Viſitation und Reformation
dung, Davon aud) die Kaͤhſerl. Majeftät Bes
Eenntnißbriefe gegeben, angenommen und be⸗
williget Haben wollen.
Artikel der Baͤyſerl. Majeſtaͤt gegebenen
Declaration und Erklaͤrung, ſo viel des Cam⸗
mergerichtsperfonen Viſitation und Re⸗
formation anbetrift.
1
fo foll es auch des Cammergerichts Bal-
ber. verftanden werden, daß die Beyſitzer
deflelben auf den jegigen Abfchied, und Des
claration, follen werendet werden, und dee
Augfpuraifche Abfchied, fo viel die Religion be-
langet , nicht Statt haben fol. Deßgleichen
die Derfonen, fo präfentiret würden, von deswe⸗
gen, Daß fie der Augfpurgifchen Confeßion war
ren, gar nicht gewegert werden. Und foll fein
Benfiger, der fonft tauglich, der Augſpurgi⸗
fchen und derfelben Religion halber Daraus ent⸗
feßet werden.
3. Es foll auch denen Ständen der Augſpur⸗
gischen Confeßion verwandt, und denen andern
Ständen, frey feyn, auf nachitfünftige Viſita⸗
tion Diejenigen, fo fie in ide Cammergericht
zu fegen haben, ob fie die nicht ferner gebrau-
chen, zu verlauben, und andre faugliche Per⸗
fonen ißrer Religion an deren Statt zu vers ⸗
ordnen; und wir wollen in Verordnung der
€ 2 Perſo⸗
2
J
Per
der Religion haben.
4. Ingleichen
Reichstag zu Speyer beſchloſſen, und ein Ab⸗
ſchied gemacht, nachdem ſolche verwilligte Bi-
fitation aus wichtigen Urfachen ihren Fortgang
nicht erreichets fo föllte Diefelbe Bifitation und
Reformation, alleemaffen wie auf den 14: Tag
des Monats Januarii hätte geſchehen follen,
auf den 16. Junii auch noch fo ergangen, ges
wißlich zu Speyer vorgenommen werden, da⸗
- mit im heil. Reich mönniglichen, ungeachtet weß
‚theils Keligion er fey, ein gleich unparteyifch
Hecht erfolgen und mitgefheilet werden moͤch—
te: darzu die Känferl. Maj. ihre Commiſſa⸗
rien verordnen ſall.
5. In ſolcher Geſtalt fo haben auch unſre
und unſrer mitverwandten Staͤnde Geſandte
ſolchen Abſchied, und darauf die Huͤlfe wider
den Türken verwilliget, mit dem ausdrückii-
chen Vorbehalten, ob folhe Bifitation, inn—
halts der vorhin angezognen Känferl, zu Re—
- genfpurg gegebnen Declaration, nicht geſchaͤhe,
daß alsdann wir und unfre Stände folches
Cammergericht nicht helfen unterhalten,noch vor
demfelbigen Recht geben oder nehmen ; fondern
Daffelbige nicht allein in Religiong- fondern aud)
in allen andern Sachen recufiren wollen: im⸗
maſſen wie und fie darüber der Kaͤyſerl. Ma-
jeftat und der Kaͤyſerl. Commiſſarien Bewilli⸗
gung und Confirmation, welchergeftale folche
— ap. 16. Von den Bekraͤnkungen der Proteftanten.
fonen zu der Viſitation Feinen Unterſcheid Käyferl. Raͤthe und verordnete Eommſſariem
ſo iſt abermals auf gehaltenem
—
bekennen, und thun Fund maͤnniglich mit die⸗
ſem ofnen Brief: Als uns die Staͤnde der
Augſpurgiſchen Confeßion unterthaͤnigſt vorge⸗
bracht, daß ſie in die Huͤlfe wider den Tuͤrken
nicht bewilligen moͤchten, dann mit Vorbehalt
des juͤngſten Regenſpurgiſchen Friedenſtandes,
und. der Declaration, ſo Se. Kömifch- Kaͤh⸗
ſerl. Majeftät, unfer lieber Bruder und Herr,
über den Negenfpurger Reichsabſchled, denen
Ständen gegeben; und daß derſelbe Regen⸗
fpurgifche Sriedftand und Declaration, fo lan=
ge als Der jegige alhier zu Speyer gemachte Fried⸗
ſtand mit fich bringe, währen follen: das wir
demnach) und an ftatt ihro Känferl. Majeftät
gnädiglich bemwilliget Haben. Und thun deß hier⸗
mit wiſſentlich, in kraft dieſes Briefes daß
durch dieſen alhier gemachten Reichsabſchied,
der gemeldete Regenſpurgiſche Friedenſtand
und darauf erfolgte Kaͤyſerl. Declaration nicht
aufgehaben, noch denen etwas benommen ſeyn,
ſondern ſo lang als der jetzige zu Speyer auf
gerichtete Friedſtand waͤhret, in alle Maaſſen,
wie die Kaͤyſerl. Majeſtaͤt ſolche Declaration
uͤber den Regenſpurgiſchen Friedſtand gegeben,
auch währen foll. Und ſoll die kuͤnftige Viſi—⸗
tation und Reformation des Cammergerichts,
vermoͤge des Regenſpurgiſchen Abſchiedes und
obgemeldeter Känferl. Declaration, vorgenom⸗
men und verrichtet, und durch Die Kaͤyſerl.
Majeft. bey denen Commiſſarien und Bilita-
Bewilligung von denen Unſern gefchehen ift; auch toren verfchaffer werden, daß folches alſo geſche⸗
ihrer Koͤnigl. Majeſtaͤt undder Kaͤyſerl. Com- he und erfolge; und auf den Fall, daß folches
miffarien Berwilligung und Berteöftung, daß nicht gefehehen follte, haben »obaedachte Stän-
folche Bifitation und Reformation des Cam: |de ihnen vorbehalten, Das Cammergericht we⸗
mergeric)ts, vermöge des Regenſpurgiſchen der unterhalten zu helfen, noch vor demfelbigen
Abfchiedes und der obgemeldten Ränferl, Decla⸗ Recht zu geben und zu nehmen, fondern daſſel⸗
ration, vorgenommen und verrichtet, auch bige nicht allein in Meligions- fondern auch in.
Durch die Kaͤhſerl. Majeftät. bey denen Com: lallen andern Sachen zu reeufiren ıc,
miffarien und Bifitatoren verſchaft werden foll- |
te ıc. bey Handen haben, Welcher Innhalt,
fo viel ſolche Bifitation und Reformation be:
trift, von Worten au Worten hernach folget.
zit Serdinand, von GOOttes Gnaden Roͤ⸗
6.ieweil dann ihr, die Perſonen, fo dieſer
D Zeit das vielbemeldete —
zu verweſen, euch unbillig anmaſſen thut, ans
fangs nicht nach obgemeldeter Wormſiſchen
Ordnung, und mit unſrer und unſrer mifver-
mifcher König x, und wir Yang, Graf wandten Stände Bewilligung , dahin geord-
zu Monfureb, und Johann von Maus, beyde
\
net und gefegt ſeyd: zudem auch und in
7 1 Abfihnier,
| ) die obgemelbete Bifitation ‚und Keformas
tion, in Maaffen durch Roͤmiſche Känferl. und
- Stände gnädiglich und vielfältig in angeregten:
Declarationen , Bewilligungen und Urkunden
vertröftet worden, noch bisher nicht erfolger,
wir auch noch eurer Werfonen halben in obge:
meldeten Befchwerden ftehen; und dann der.
Mangel an uns und unfeen mitvermandten
Ständen (daß ſolche Bifitationen und Nefor-
mationen ihren Fortgang nicht erreicht haben,)
gar nicht geweſen; fondern wir und diefelben
unfere mitverwandte Stände den beftimm-
ten Tag der bewilligten Bifitation und Nefor-
mation gehorſamlich gewarten wollen: So ift
ja offenbar, daß ihr über folches alles unfer
und unfrer mitverwandten Stande Richter
nicht ſeyn, auch wir vor euch zu kommen, Recht
zu geben oder zu nehmen, nimmermehr ſchul⸗
dig feyn follen oder mögen; gedenfen aud) daſ⸗
felbige Feineswweges zu Chun, fundern wir wer⸗
den. der obgemeldeten Känferl, Declaration,
auch der Kayferl. und Königl. Commiffarien
Bervilligung, Verſichrung, und uns gegebnen
Urkunden , veſtiglich anfangen: in Zuverficht,
ihr werdet euch auch derſelben gehorfamlich,,
und wie.billig, gehaltenhaben, und werdet euch
auch noch derfelben Hinfort.halten. 2
7. Dieroeilihr aber bisanhero, diß alles unbe-
dacht und unangefehen, daß ihr nicht ordentlicher
Weiſe anden Ort geſetzt, uns auch eurer Perſon
halber, wie gemeldt, zum hoͤchſten argwoͤhnig, ver⸗
daͤchtig und beſchwerlich ſeyd; zu dem daß auch
die vielgemeldte vertroͤſte Viſitation und Refor⸗
mation nicht erfolget iſt: uͤber unſer und unſrer
mitverwandten Staͤnde ausdruͤcklich Bedingen
und Vorbehalten, daß wir in ſolchem Fall euch
nicht allein nicht unterhalten helfen, ſondern
auch nicht fuͤr Richter erkennen oder halten wol⸗
len: Euch nichts deſtominder ſelbſt fuͤr Richter
gegen uns und dieſelben unſre mitverwandten
Stände, unrechtmaͤßiger und vermeynter Wei⸗
fe, aufgeworfen und angemaffet, und in. kurzen
hievor, auch mehr Dann eines gegen etliche aus
uns und unfrer mitverwandten Stände vor: '
meynte, unbillige und unrechtmäßige Manda-
ta und Citationes, als von wegen der hochver⸗
Durch die Cammergerichtsproceffe zu Speyer.
1. Majeftät wir und unſre mitverwandfen
73
urfachten und gedrungnen Defenfion und Ge⸗
genwehr, darinnen wir und unſre Mitverwand⸗
te der bedrängten Städte, Goßlar und Braun«
ſchweig halber, wider unfern Willen geftanden,
und andrer Sachen halben mehr; vermeynter
unrechtmaͤßiger Weiſe erfanne und ausgeben
habt laſſen; alfo daß wir und unfre mitvers
mandfen Stände abnehmen und fpüren muͤſ⸗
fen, daß ihr, (die) wie gemeldt, von Recht und
Billigkeit wegen nicht mehr unfre Richter ſeyn
follen, Fönnen oder mögen, je nicht nachlaf
fen wollee, fondern bey euch ohne Zweifel ges
denket, ung ımd diefelben unfre mitverwand⸗
fen Stände, fo viel an euch, fire und für, wi⸗
der Recht, mit ſolchen und dergleichen ver-
meynten nichtigen Mandaten, Citation und
Proceſſen zu befehweren und zu beleidigen: So
haben wir und diefelbigen nicht länger umgehen
mögen, euch Biermit öffentlich, wie fichs ger
bühret, anzuzeigen und zu vermelder , daß ihr
euch folches vermeynten Gerichtszmangs gegen:
uns und berfelbigen mitverwandten Ständen
unbillig und wider Necht anmaſſet und unter⸗
— daß euch auch, wie oͤffentlich am Ta=
ge iſt, gar. feine rechtmäßige Jurisdiction oder
Kaänferlicher Gerichtszwang gegen uns und un⸗
fee Mitverwandten zufommeund gebügret.
8. Im Ball aber, da euch daſſelbe gebühren
ſollt, und dann wir und die vielgedachten unfre
mitverwandten Stände unfter Chriftlichen Ver⸗
einigung bisher in viel Wege und zum oͤfternma⸗
fen befunden haben, und noc) täglich befinden,
abnehmen und fpüren müffen, daß ihr unsun=
gleiche, abguͤnſtige, verdächtige, forgliche und une .
rechtmäßige Richter feyd, und forthin wäret, ſo
wir vor euch zuRecht Fommen follten, unddann
alfo vor parteyifchen verdächtigen Richtern fte=
ben und ihre Urtheile aufs hoͤchſte beſchwer—
lich, auch wider alle Billigfeie und Vernunft
wäre,
9 Zudem auch und zum Weberfluß, daß
wir und unfre mit verwandten Stände uns, wie
obgemeldt, ausdriicklich bedinget und vorbehal-
ten haben, fo die Bifitation und Reformation -
nicht erfolge, maffen mir vertroͤſtet worden,
und Dadurchder vorgemeldete Verdacht, Sorg
und Gefährlichfeie eurer Derfonen halben nicht
es gruͤnd⸗
— Ay \ ; —
» Cap h. Von den Bekraͤnkungen der Proteftanten. >» 75.
grunduch abgeſchaft, daß wir von Recht, Bil: und Befchwerung, eurer Perſonen Kalben, ab
figfeie und aller Ehrbarfeit wegen nicht mehr geſchaffet wordenift Bin ii ha Sg
vor euch zu Recht ftehen, fondern euch in allen | 12. Und ob gleichwol ihr oder jemand anders
Sachen mweigern und recuſiren wollen, fuͤrwenden wollte, es häftedie Romiſch⸗ Kaͤyſ
10. So haben wir gegenwärtig unfern und Majeſtaͤt ıc, gefchrieben, Daß folche Viſitation
unſerer mitverwandten Stände Raͤthe, Ge: und Neformation diefer Zeit aus vorgefallnen _
fandten und Anwalten, unfern lieben gefreuen | Berhinderungen nicht geſchehen möchte : fo Hat
und befondern Georgen Lauterbecken, Licentia- doch ihre Mlajeftär in dem nicht ſtatuiret, daß
ten, Johann Keutel, Ulman Boͤckel und Mat: ihr uns mittlerzeit über ſolche merfliche Bes
ehias Knipping, Gewalt gegeben, auferlegt ſchwerungen, fo wir und unfre mitverwandten
unmnd befohlen: thun das im Namen unfer felbit | Stände an euren Perfonen gehabt, gleichwol
und unfrer mitverwandten Stände, in und Eraft| nichts deftomeniger bequeme Richter ſeyn foll-
diefes gegenwärtigen Necufationslibells, alſo, tet, noch auch ihro Kaͤyſerl. Majeftät ihre vori-
daß fie eure Perſonen über uns und unſre mit⸗ ge Beroilligung, fo aus hohem und trefflichem
verwandten Stände zu Nichtern weigern und| Rath gefcheßen, Derogirer. ee '
recuſiren follen;' a und meigern auch 13. So haben auch zum Leberfluß unfreund
hiermit, kraft diefes Sibells, wiſſentlich, hiermit unfrer mitverwandten Raͤthe und Botſchaften,
öffentlich, beſter und ſicherſter Form, im Na⸗ fo damals zu Speyer geweſen, darvon, und daß
men unfer; und, wie oft gemeldf, proteftivend, | wir in ſolche Prorogation nicht gewilliget Bas
daß mir und unfee mitverwandten Staͤnde ben wollten, öffentlich proteftiret. Und im Fall,
durch diefe unfre und ihre rechtmäßig fürge-|daf die Kaͤyſerl. Majeft. ſtatuiret hätte, daß
‚wandte Recuſation die rechte wahre Käyferl. ihr mitelerzeitder Viſitation uns bequeme Rich⸗
Jurisdiction und ordentliche Gewalt in Feine ter feyn folltet: fo wäre dennody uns und un=
Wege anfechten wollen, daß auch unfer_und fern mitvermwandfen Ständen dadurch an uns
unfter mitverwandten Stände Gemüch, Mey: ſerm Rechten, welches innatürlicher Billigfeit
nung und Wille nicht fey, jemand, weg Stan-|gegründer, nichts benommen, als uns aud)
des und Condition er fey, gebührlichs, recht⸗ das ohne unfre Bewilligung nicht Hätte benom=-
mäßiges, und unparteifches Nechtens vorzu⸗ men werden mögen. —
feyn, oder euer, der angemaßten Cammerrich⸗ 14. Dieweil dann ohne vielgemeldete Viſi⸗
ger und Beyſitzer, Ehren zu verlegen; ſondern tation und Reformation uns und unfern zuges
daß wir ſolche Necufation zu unfrer und unfe | wandten Ständen Fein gleich und unparteyiſch
ver mitverwandten Stände unvermeidlicher | Recht erfolgen mag, nachdem ihr alle Papiftis
Nothdurft, und zu zen ihrer und uns ſcher Religion, undaufden Augfpurgifchen Ab-
fer. rechtmäßigen Sachen, haben fuͤrwenden ſchied, ungeachtet daß Derfelbe durch die Känf.
- müffen. Und fagen demnach, daß euch zudie- gegebne Declaration und darauf erfolgte Koͤni⸗
femmal und hinfort, Fein Käyferl. Gerichts= |glicher Majeftät Confirmation aufgehaben, noch
zwang, auch in Profanfachen, über uns und auf dieſen heutigen Tag gelober und geſchwo⸗
unfre zugewandten Stände eignen und gebüß: ren feyd, und wir und unfere mitverwandten
ven möge ..,. | Stände uns, mit ihro Känferl. Maj. und Ki _
m Doc) alles allein fo fang und fo viel, bis | nigl, Maj. Berwilligung, ausdrücklich vorber
dieſes Känferl. Cammergericht nach rechter | halten Haben: Im Fall, dadie vielberuͤhrte Bis
Ordnung, mit unferm und unfrer mitverwand⸗ | fitation und Reformation nicht geſchehen, und
ten Stände Zuthun und Bewilligung, beſetzt, alfo aller Berdacht und Befchwerung, eurer Per⸗
und vornehmlich bis es vermittelft Känfer!. und | fonen halber, nicht abgefchaft würde, daßalg-
Könige. Majeftät,unferer allergnädigften Herren | dann wir, vor euch Recht zugeben und zu neh⸗
Declaration, Bewilligung und Urkunden, vi⸗ men, nicht verpflichtet fey wollten : fo folgt dar
fitiree und reformiret, auch alfoaller Verdacht aus, daß ihr euch num eine gute Zeit 3 pi
Juris⸗
—— —
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77
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"77. Abfehnitt, Durch die Eommergerichteproceffe u Speyer, 77
risbietion, Die euch wider uns und unfere gefährlich nicht fürwenden, auch. nicht anders
Mitverwandten im Rechten, vermoͤge der Reichs Iwiffen,, oder erkennen mögen und fönnen ‚dann -
- halfen, und gegen uns und unfere zugewand:
. ten, die Sachen und. Krieg euer eigen machen.
ordnung, nicht gebuͤhret, unbilliger Weiſe, ver» daß eure Berdächtigkeit in der That wahrhaf-
meffentlich unternommen, und bis auf diefen tig, und Die Urfachen ſolches Argwohns und
Tag / ohne unſer und derfelben fondere Bewil· Verdachtes im Rechten bemeislic) feyn.
ligung, nicht unterziehen möge. Davonmir-) 18. Im Fall aber, da wir folches Verdach ⸗
‚hiermit öffentlich proteftiren. ttees weitre Urſachen anzuzeigen ſchuldig feyn folle
15. Aber gefege, doc nicht zugelaffen, daß en, in dem wir doch nichts, denn fo viel recht,
eure Derfonen nod) einen Gerichtszwang in ung \begeben haben wollen, auf daß dann unfere und
oder unfere Zugewandte haben follten, alsdoch |unfrer mitverwandten Stände Befchwerungen,
aus gehörten Urfachen, aud) von GOttes und die wir wider eure Perfonen und Vermeſſenheit
Rechtes wegen nicht wol möglidyift: Sofagen haben, - jedermann Flärlich vermerfen möge:
wir, wie oben aud) gemeldt , daß Diefelbe eure |So fagen wir, doch unbegeben aller rechtlichen
Perſonen uns und unfern mitvermandten Staͤn Freyheit und Satzungen, daß ihr fonderlich aus
denzum höchften zumider, partesifch, ferglich, nachfolgenden Urfachen uns und unſern mifs
‚verdächtig, befehwerlich und meidlich feyn , und verwandten Ständen zum höchften argwoͤhniſch
alſo von uns billig vecufiret werden moͤgen. In⸗ und verdächtig feyd. EN HEN
maſſen wir dann diefelbe Biermit und in Kraft | 19. Erſilich: So ift wahr und offenbar,
- Diefer- Schrift in der allerbeften Form derer daß ihr insgefame und fonders einer ndern Re⸗
‚Rechten recufiren, welgern und vermwerfen. |ligion;, ja gar eines andern Glauvens, dann
Dann wir erkennen, find deß auch in Rechten wir und unfere Zugewandten fyn.
nicht ſchuldig, eure Werfonen für Nichter gar | 20, tem: Daßihrden Augfpurgifchen Ab⸗
- nicht, in einigerley Sachen, fie fen geſchaffen ſchied, Anno dreyßig gemacht, in feinen Artikeln,
“oder geartet wie fie wolle, Feine überall aus» die Religion belangend, zu halten angenom«
genommen, deß wir euch Hiermit anugfam er- Imen, zugefaget, und aufdemfelben gelobet und
innert, auch von ſolchem gebührender Weife geſchworen hab. ——
bezeuget und proteſtiret haben wollen, leiden, 21. Item: Daß aber dargegen wir und un⸗
zulaſſen oder bewilligen, wäre auch wider Ber» ſreZugewandten foldyen Augſpurgiſchen Abſchied
nunft, unweislich, und wider gemeinen Ver. in denenſelbigen Artikeln, die Religion betref⸗
ſtand gehandelt. fend, nicht angenommen; wie wir auch mit
= 16. Und dieweil ſolch euer Verdacht und Par · GOtt und gutem Gewiſſen nicht thun koͤnnen:
ſondern wir haben wider ſelbigen oͤffentlich pro⸗
teſtiret, und von demſelben an ein kuͤnftig
| freyes, Ehriftlich, unverdaͤchtig Eoncilium ap»
ten Stände nicht zu procediren; und fo ihr fol pelliret. |
‚ches überfaßren , wuͤrdet ihr euch noch weit mehr 22. Item: Diemell aus widerwärtiger Re⸗
verdächtig, und nad) vermöge.gemeiner Ned) |ligion und Lingleichheit des Glaubens die hoͤch⸗
fie Seindfchaft und Parteylichkeit gemeiniglich
zu entjiehen pfleget, auch öffenelihh und noto»
riſch iſt, daß von wegen ſolcher Spaltung im
| Ölauben ein fehweres Migtrauen, Abgunft,
‚ f wir gegen euch haben, weitere Urfachen an= | Unfreundfchaft im heiligen Reich Deutſcher Na—
ders, dann mit dem End anzuzeigen, vermd- tion, nicht allein zwiſchen ben Ständen, fondern
ge gemeiner Käyferl. Rechte, nicht fehuldig: auch den Privatperfonen entftanden; daß dann
fo fagen wir dennoch für uns und umfere zuge: wir und unfremitverwandten Stände, und auch
mwandfen Stände, bey unfern Fuͤrſt. Worten |als die, fo unfrer wahren Chriſtlichen Religion
und Eyden, daß wir diefe unfere Recuſation anhaͤngig find, uns nichts gewiflers, denn fol-- -
r e
teylichkeit ſchon genugſam offenbar iſt: ſo ſeyd
ihr ſchuldig, nunmehro ohne Ausflucht ſtille zu
17. Nachdem wir auch auf dem Fall, ob ihr
gleich Ordinarii feyn und einigen Gerichtszmang
haben ſolltet, folchee unferer Sufpicion halber,
er
- nige,
‚fen follten,
—J— 4 %
E \ \
wirklich und in der That befunden. .
Cap. 16. Don den Dekränkungen ber Prorejlanten
NS
—
ee Unfreundſchaft, Abgunſt, Parteylichkeit glon im juͤngſten Augſpurgiſchen Abſchiede gar
und alles Widerwillens, zu euch, als Die uns verworfen. BR FE,
"und unferm Glauben aufshödhfte feind feyn, zu) 27. tem:
verſehen und zu befahren haben, als wir die aud) | und beichlen, daß allen Cammergerichtsperfo-
z
Daß darauf ſonderlich geordnet
nen ernftlich uncerfagee und eingebunden wer⸗
23. Stem: Daß ihr uns alle für Abtrünz|den follte, ſich berühren Augfpurgifchen Abe
und als die, fo von dem alten, wahren, | fchieds der Religion und Glaubens
‚Chriftlichen Glauben gefallen und abgewichen Pön, dabey vermelde, zu Kalten.
halber bey
feyn follten, wider GOtt und Wahrheit, ganz) 28. Item: Daß ſolches alles in beyden fol«
vermeflentlic) haltet und achtet. |
24. Item: Daß ihr auch darum bey euch |gefchehen.
nicht anders haltet, auch mehr dann einmal
euch vernehmen laflen , als ob wir (eurer Ach⸗
"tung, ) als Abtrünnige Feiner Wohlthat und Be⸗
ſchirmung derer Rechte fähig ſeyn, und genieſ⸗
«>
25, Item: !
vorgefaßten böfen Unmillen, Abgunft und Feind⸗
“ fehaft, zum öftermalen und mit vielerley beſchwer ·
Tichen und unbilligen Dractiquen uud præiudi-
cüis gegen uns und unfere Zugewandten genug:
er ſam erfläret und an Tag gegeben habt.
26. Jtem: Daß ihr zu Förderung eurer an-
gemaßten Religion vielund mancherley , wider
den Kaͤhſerl. zu Nürnberg gewirften Frieden⸗
ftand, Königl. Jußion und ‘Befehl, ganz ver-
dachtig und parteyifch gehandelt und gefordert
habt. Immaſſen folches in unfer und gemel-
ner unferer Religion verwandten Stände hie—
bevor übergebenen Recufation, in Sachen die
Religion belangend, nad) der Länge und mit
"beftändiger Wahrheit deduciret und vorgewandt
worden iſt. Desgleichen in unferm, des Land⸗
grafens, Recuſationslibell, ſo wir euch, in
Sachen das Stift zu Kauffingen belangend,
im ſieben und dreyßigſten Jahr haben inſinuiren
laſſen; und dann im oͤffentlichen Ausſchreiben,
ſo wir beyde im Namen unſer und gemeiner
Stände wider euch im 38. Jahr haben ausge⸗
ben laffen, Welche Recuſatlon und Ausſchrei⸗
ben wir hierzu in aller Maſſen, als ob fie bier.
innen von Wort zu Wort begriffen und inferi,
ret wären, ſoviel hierzu dienlich, repetiret und
wiederholet. Und ſolch euren Verdacht, Par—
teylichfeit und Widerwillen noch klaͤrer in ſpe⸗
cie anzuzeigen: So fagen wir, daß unfre und
unfeer Mitverwandten Confeßion und Reli:
Daß ihr ſolch euer Gemuͤth und
genden BifitationenAnnozı. und Anno 33. auch
29. tem: Daß daraus erfolger, Daß zu
dem Beyſitzerſtand niemand, dann unfrer Nes
ligion Feinde und hoͤchſt Widerwärtige, Eome
men. a -
30. tem: Obgleich zuzeiten etliche Perſo⸗
nen uns und unfern mitvermandten Ständen
nicht fogar unleidlic) an diefem Gericht geweſen:
ſo Haben Boch diegelben indie Länge nicht bleiben
mögen. Daßdie Sachen zulegt Dabingerathen,
daß ihr gegen uns mit Droceflen und Erkenntnife
fen auf bemeldeten Augſpurgiſchen Abfchied fort⸗
gefahren, und die, fo demſelben Abſchied nicht
— wollen, für Ketzer und Abtruͤnnige ge-
alten. En, ——
31. Item: Wiewol zuzeiten die Exception
der vermeynten hæreſeos etwa mit dem Cam⸗
mergericht wider uns und zuverwandten Staͤn⸗
de, und denen Privatperſonen derſelben Re⸗
ligion, vorgeworfen: ſo iſt gleichwol darauf,
dieweil ihr uns und der Augſpurgiſchen Confefa
fion Verwandte für Keger halter, Erfennt-
niß ergangen. ——
32. Item: Und obwol auch die Kaͤyſ. und
Koͤnigl. Majeſt. den bemeldeten Augſpurgiſchen
Abſchied, auf unſre fuͤrgewandte Beſchwerung,
ſo viel die Religion belanget, durch gegebne
Declaration und Confirmation aufgehaben: ſo
iſt wahr, daß ihr demſelben Abſchied noch an—
hanget, und auf demſelben gelobet und geſchwo⸗
ren ſeyd, und gegen uns und unſre Zugewand⸗
te mit Proceſſen und Erkenntniſſen nichts de—
ffoweniger fortfahre Rt
33. Item: Daß etliche aus ung mit.unfern
Geiſtlichen an das Cammergericht rechtlich vers -
geweſen, fie auf vorbemeldeten Abfchied verfla-
ger; als firh aber Die Parteyen unfer a
*
— —
—
Ex n. Durch die Cammergerichtsproceffe u Speyer.
ſelbſt verglichen und vertragen , und ihr folcher |alle und jede Rothdurft, ſo uns von GOtt und
8
Vergleichung erinnert und gewahr worden, Recht zugelaſſen wird, vorbehalten haben; und
habt ihr foͤrter den Fiſcal, aus fonderm Willen ſeyn erboͤtig, ſofern wir ſolches ſollten ſchuldig
wider uns, angerichtet, gegen dieſelben Perfo» Ifeyn, und ſonſt nicht, ſolche Urſachen wider
nen ex oflicio zu handeln,
euch und den Gegentheil vor willführlichen Rich⸗
34. Item: Daß ihr gegen die Stände des |tern: barzu wir dann euch, nemlich den hoch⸗
andern Theils dergeftalt nichts vorgenommen |gebornen Sürften,
grafen bey Rhein,
| ten: Dieweil wir und unfere mifver- ligen Reichs Erztruchfeß, Ehurfürft; Heren
wandten Stände, aus vorgemeldeter Beſchwe⸗
habt, nod) dafjelbige geftatten wollen.
- 35+
rung eurer Perfon halber, nicht umhin gehen
ern Zudiwigen, Pfalz⸗
erzog in Baͤyern, des hei⸗
Gtto Henrichen, Pfalzgrafen bey Rhein,
Herzogen in Dber - und Miederbäyern; Herrn
mögen, euc) aus biligen und rechtmäßigen Ur· Heinrichen, Herzogzu Mecklenburg; und die
ſachen vormalen zu recufiren, wider euch aus⸗
zuſchreiben, und alfo unfere Nothdurft maͤnni⸗
glich Eundbar zu machen: daß wir eure Perſo⸗
nen, ob es fchon Davor nicht geſchehen, doch Die-
felbe Recuſation und Ausfchreiben dermaffen
- deritivet und erbittert, daß wir ung daher nicht
allein in Religions» fondern auch) in Profanfa-
ben Feines gleichen Rechtes zu euren Perfonen
nicht verfehen mögen. ;
Wohlgebornen unfre lieben Neven und befonders
Ulrich, Graf zu Helfenftein; Ludwigen,
Grafen zu Stollberg und Königiteln, und dann
unfre liebe und befonder Bürgemeifter und-
RMath der Städte Regenfpurg und Speyer,
biemit unfers Theils benennen thun; mit Er»
bietung, uns derhalben mit euch derfelben oder
andern zu vergleichen, und fonft alles und jedes,
was uns und unfern Mievermandten in diefer
36. Item: Daß die Bifitationen und Res Sache von Rechts wegen gebüßren will, zu lei-
formatlonen euren Widermillen, Abgunft, Haß, ſten.
und unfer Mißtrauen gegen eure Perfonen,
ſchwerlich wegnehmen wird.
37. Item: Wahr muß es feyn, daß eure
Parteylichkeit daraus zu merken, daß ihr etli-
chen unfern mitvermandten Ständen, ihre ge-
betene Procefle und Mandaten aberfannt, und
binwieder Dem Gegentheil Droceß und Man
- Data, eben in dergleichen Sällen, zuerkannt,
‘ und alfo in gleichen Sachenden einen abfolvirer,
den andern condemniref. |
38. Item: Daß ihr auch in euren Procef
fen gefährlicd) und parteylic) verfahret, und Die
Rechtfertigung, fo wir und unfre Verwandten
bey euch haben, entweder gefährlich verfchie-
bet, oder zuunferm und der Unfrigen Nachtheil
39. Wie wir Dann diß und anders mehr ge
B, Bon den Verdrießlichkeiten, die Chur:
fachfen mit dem von dem Domcapitel
eigenmächtig erwählten Bifchof zu
Naumburg, Julio von Pflug, bekom⸗
men, den der Känfer durch das Cam⸗
mergerichte dem Churfürft mit Ges
walt aufdringen; diefer aber nicht an⸗
nehmen wollen, und dagegen Nico⸗
laum von Amsdorf daſelbſt zum Bi:
ſchof eingefeger. ne
1254. .
Zwey Röpferliche Referipte an den Chur⸗
fürften zu Sachfen und die Staͤdte Naumburg
gen eure Perfonen nothduͤrftiglich zu erweiſen und Zeig, die Wahl Julii von Pflug sum Bis
verhoffen. Und wollen uns, für uns und un. |fchaf dabin betreffend, denen Biſchofs Tulii
fre Zuverwandten, dem allen nad), aus vor: |von Pflugs öffentliche Verkündigung und Ans
gemeldeten Urfachen und rechtmäßigen Grün.
den, gänzlich verſehen, ihr werdet euch Kinfort
nehmung der gefchehenen Wahl angehan
get iſt. 2 ?
gegen uns und die Lnfern zu procediren enthal- Räyfer Carls des Sünften Erinnerungs«
ten. Geſchiehet das nicht: fo wollen wie ung |fchrift 5 re
ach⸗
Lutheri Schriften 17, Theil.
r
F
BE. Cop. 16. Don den Bekränkungen der Proteftanten. u
Sachfen, das Domcapitel des Stifts Naum · |geruffen und gebeten, Daß wir bey euerer Liebden
burg an feiner ordentlichen Wahl nicht zu hin⸗ mit Önaden verfügen wollen, fie, altem Her
dern, und Hrn. Julium Pflugen ‚oder (im Fall kommen nad), bey ihrer ordentlihen Wahl
- feiner Verweigerung,) einen andern erwähl: bleiben, ihren Ermwählten zu freyer Aomini- -
ten zum Stift Eonimen zu laffen. Gege⸗ſtration gedachtes Stifts fommen ‚und ihn und
ben zu Regenfpurg den 18, Juli ſie in andere Wege unbeſchwert zu laffen. Wie
ei Anno 1541. ni fie fich folches und mehrers Guts zu eurer Sieb»
u it DR rc gs, jDeniverjehen, und gemeynet wären, fic) gebuͤhr⸗
SH von GOttes Gnaden, Roͤmiſcher Kaͤh⸗ lich gegen eurer Liebden afles unterrhänigen
Ib fer, zuallen Zeiten Mehrer desReihs:c. Willens auch zu befchuldigen. 3. Fi
Hochgebornen, lieben Oheim, Churfürft und | 3. Nun wollen wir euer Liebden ganz gnäs
Fürft! Uns haben die Ehrſamen, unfere liebe !diger Meynung nicht verhalten; daß a ung
Andächtigen, Dechant und Capitel des Stifts des Handels auf fold) ihr Anfuchen und Bits
Naumburg, unterthäniglid) „berichten laſſen: |ten ftattlicherfundet. Befinden in glaublichem
Wiewol ihnen, vermöge gemeiner Rechte und Bericht, daß gemelde Capitel und ihre Vor⸗
alten wohlhergebrachten Gebrauch nad), un« fahren in geruhigem Gebraud) gewefen,und noch
widerſprechlich zuſtehe, zu gebuͤhrlichen Zeiten ſeynd, obgemeldter Verhinderung ausgefchlof
einen Bifchof ihres Stift zu erwaͤhlen, unver: |fen, im Fall der Nothdurft fich einer freyen
hindert männigliches; wie fie denn folches vor | Wahl in Ermählung ihrer Bifhöffe, und Ans
vielen Jahren geruhiglich im Gebrauch herge- |ordnung der Rechte, zu gebrauchen, ohne Ein«
bracht, fic) auch deß durch Bewilligung ihres Itrag und Verhinderniß männigliches. i
Capitels nie begeben. 4. Zudem iſt unmiderfprechlich wahr, daß
2. Wiewol auch die Bifchöffe dafelbft, und Inicht allein wir, fondern aud) unfere Vorfahren,
gemeldetes Stift, niemand anders, denn uns Roͤm. Känfer und Könige, die Biſchoͤffe zu
und dem heiligen Reiche unterworfen, und in Naumburg zu den vorgefallenen und gehalte-
deffelben gemeinen Anfchlägen begriffen, aud) Inen Meichstagen, als Stände des heiligen
ihre Negalien und Sreyheiten von unsunddem Reichs, Dafür fie allewege gehalten worden
heiligen Reiche empfänglich hergebracht, und Mind, und noch, gleich andern Ständen erfors
vermöge derfelben eine freye Adminiftration in dert und befchrieben : fie auch mit den An»
geiftlichen und weltlichen Sachen in Uebung |fchlägen und Bürden des heiligen Reichs be-
haben: So follen eueretiebden fonder Zweifel aus laden, welche fie neben andern Ständen- ge«
feiner andern Urfache, Denn aus ungleiche :Be« Ihorfamlid) getragen und geleiſtet.
richt, fo andiefelben gelanget, fic) unterftehen, | 5. Zudem haben unfere Vorfahren und wir
ihme rechtmaͤßige ordentliche Wafl indem Ehr- Igemeldten Bifchöffen zu Zeiten, fo oft es von.
famen, unferm lieben Andächtigen, Julium Inöthen geweſen, ihre Negalten gnädiglich ges
Pflug, von ihren Mitcapitularen befchehen und liefen, und andere ihre Privilegien confirmiree
ergangen, zu vernichtigen, und denfelben zu und beftätigee, und fie für unfere und des
verhindern , gebührliche Pofleßion gemeldtes | Reichs Fürften erfennet, ohne daß ſolches von
Stifts zu erlangen ;fic) aud) anmaffen, Gebot \jemanden, hoch oder niedern Standes, in ei.
und Berbot in gemeldfem Stift zu hun, die Inen Zweifel gezogen, oder widerfahren wor⸗
Unterthanen deſſelben wider Bifchof und. Ca- den ift. u :
pitel zu fehligen und zu vertheidigen , und alfo | 6. Daraus gewißlich folget und ofne Zwei⸗
folches Stift , unter euerer Liebden Gemalt und |fel gefchloffen werden mag, daß bemeldte Bi-
Obrigkeit zu ſtehen und zu bringen: welches ſchof und der Stift Naumburg niemand an«
hm und gemeldtem Stift zu unerträglicher |ders, denn uns und dem heiligen Reich zuge
Beſchwerung und endlichem Verderben gelan- |than und verwandt feyn, und darum durch) nies
get, Und Haben uns demnach demuͤthiglich an⸗mand an fich gezogen werden follen, uns —
84 - U, Abſchnitt. Durch die Commergerichtsproceffe u Speyer. 85
dem heiligen Reich zumider und beſchwerlichem uns felbft zu thun gnädiglich geneigt feyn. E.
ahbel. 00 j$iebden wollen ſich, auf diefe unfere gnädige
7. Dieweilnundem alfo ift, wir aud) nicht er- Erinnerung, Ermahnung und Begehren, bes
meſſen mögen, aus was beftändigem Grund |herzigen, uns zu fonderlichem angenehmen Ge⸗
eure Sieben ſich gegen gemeldten Stift anmaf- fallen fo gutwillig, gehorſamlich und dermaf-
fen mögen, ißre freye Wahl und Aömtniftra- |fen erzeigen und beweiſen, mie wir uns in die«
tion zu verhindern: So will uns, tie eure ſem und vielen mehrern zu eurer Liebden aller
Liebdenfelbft zu ermeſſen, aus aufgelegtem KRäy-| unterthänigen Willfahrung und Gehorfam uns
ferlihem Amtegebühren, gedachte Stift und zweifentlich getröften und verfehen. Seynd wie
Capitel in gnadigem Befehl zu haben, und ge⸗ geneigt gegen E. Liebden mit folhen Gnaden
büßeliches Einfeßen zu thun, damitfie bey uns| und Guten zu erkennen,
und dem heiligen Reiche, wie von Alters herfom-| g. Dann wo E. Liebden auf ifrem Vorneh⸗
men, unbeſchwert und unbedrängt bleiben|men beharren wird, gemeldten Stift an ſich zu
möchten. bringen, und dem heiligen Reiche zu entziehen,
8. Und begehren demnach an eure Liebden uͤber das, fo oͤffentlich am Tage unwiderſprech⸗
mit fonderm gnaͤdigen Fleiß, eure Liebden wol. lich wär, auch gemeinen Ständen des Reichs
fen ſich Bierinnen der Billigfeit felbft berichten, |miffentlich ift, Daß gemeldter Stift niemand
und gedachtem Kapitel an ihrer befchefenen or-|anders, denn uns und dem heiligen Neiche ver«
dentlidyen Wahl Feine Verhinderung thun, wandt und zuſtaͤndig, wie foldyes hievor nach der
fondern gemeldten Julium Pflug, oder wer im| Länge erzehlee und ausgeführer ift: So geben
Fall feiner Weigerung an feiner Statt ermäh.|mir eurer Liebden felbft zu ermeflen, wie euer
let wird, zu der Aöminiftration und freyen | tiebden, als Churfürften und Fürften des
Verwaltung gemeldtes Stifts kommen, und Reichs ‚die neben uns deffelben Wohlfahrt und
denſelben Stift, auch den erwaͤhlten Bifchof ‚| Aufnehmen fuchen und fördern follen, ſolches
als ein Glied des Heiligen Reichs, wie ſolches gebuͤhren und-anftehen, zu was Bermeis und
von altem unmwiderfprechlichen Herfommen un⸗ Unglimpf E. Liebden das auch bey gemeinen
‚bedrängt bleiben, ihn auch an geiftlicher und] Ständen und männiglid) gelangen würde.
weltlicher Regierung feines Stifts ungeirret So wollte uns aud) für unfere Perfon mehr
laffen, Dazu Die Unterthanen gemeldtes Stifts | denn in einem Weg verweislich feyn , dem alfo
‚wider gemeldten Bifchof und fein Capitel nicht die Länge zuzufehen. Wir wiſſen auch foldyes
vertheidigen und handhaben, und ihnen alſo gegen gemeinen Ständen, unferm aufgelegten
- zum Ungehorfam wider ihre ordentliche Obrig⸗ Känferlichen Amtenach, nicht zu verantworten.
keit Urfache geben; fondern fid) gegen iänenin] 10. Das alles haben wir E. tiebden zur
folhem allen freundlich und nachbarlicy und Erinnerung des Handels ganz gnädiger und
der Billigfeit gemäß erzeigen; wie uns nicht guter Meynung nicht wollen verhalten. Und
weifelt, eure Liebden auf Diefe unfere gnädige| wiewol wir ung in dieſem unferm ziemlichen ,
Erinnerung für ſich felbft geneige und willig\gnädigen Begehren ung Feines Abfchlags zu
ſeyn werden: damit vielgemeldter Bifchof fich |verfehen Haben: fo begehren wir doch eurer
in geiftliher und meltlicher Regierung ſeines Liebden befihriebene Antwort. Geben in un-
Stifts alfo Halten und beweifen möge, wie er|fer und des heiligen Reichs Stadt Regenfpurg,
foldyes gegen GOtt und dem Heiligen Reiche den 13. Juui Anno EHrift! 1541. unfers Kaͤh⸗
weiß zu verantworten , und wir nicht zweifeln ‚| ſerrhums im 21, und unfere Reiche im 26. Jahre
er mit gefreuem Fleiß efun und uns dadurch
deſto mehr bewegen werde, ihn und feinen Stift IL |
in gnadigem Schuß und Schirm zu haben, und Noch ein Räpferlicher Befehlan die beyden
zu erhalten. Immaſſen uns foldyes aus_auf- Hauptſtaͤdte des Siifts Naumburg und Zeiz,
gelegtem Känferl, Amte gebüßrer, und wir für ſich des een Guts und was — an⸗
2 angt,
86
N
| Eap. 16. Don den Bekraͤnkungen der Proteftanten. - 87
bangt, zu enthalten, und Herrn Julio Pflu: mit diefem Begrif; gebietende und wollen, daß
gen; da er das Biſchofthum annehmen wär: ihr hinfüro von euerm freventlichen gewaltthaͤ⸗
de, zu buldigen. Auch zu Regenſpurg am tigen Bornehmen abftehet, euch der geifttichen
Ye 22. Julii Anno 1541, Sachen, und was denfelben anhanget, des⸗
Di Earl der Fünfte von GOttes Gnaden, |gleichen der geiftlichen Perfonen und ihrer Güs
I Hömifcher Kaͤhſer, zu allen Zeiten Meh⸗ ter ferner nicht annehmer, noc) anmaffet; ſon⸗
rer des Reichs, in Öermanien, zu Hifpanien, dern euch davon entjchlager, und das, fo ihr
beyder Sicilien, Syerufalem, Ungarn, Dal: |alfo von denfelden genommen und entwehret
matien , Croatien ꝛc. König, Erzherzog zu habt, zu ihren Händen ohne Entgeltniß wieder
Defterreich, Herzog zu Burgund ꝛc. Graf zu zuſtellet. Auch dem bemeldten Syultan, erwaͤhl⸗
. Habfpura, Flandern und Tyrol ec. entbieten un: ten Bifchoffen, Dem wir dann in Anſehung feis
fern und des Neichs lieben Getreuen, Bürger- ner fürtrefflichen Gefchicflichkeit und getreuen
meiftern und Näthen der Städte Naumburg | Berdienens willen vor andern mit fondeen Gna⸗
und Zeiz, und der Frenheitdafelbft, unfere Gna⸗ den, und bey berüßrtem Bisthum zu handha⸗
de und alles Gutes. ben, geneigt feyn, fo ferne er das Bischum
. Lieben Getreuen! Uns ift glaublich angelan- annehmen wird, Huldigung (wie vor Alters
get, daß ihr euch im Leben weyland Philipſen, herkommen iſt,) thut: Dder wo er die Verwal⸗
Bifchoffens zu Naumburg und Zeiz, und nad) tung deffelben nicht annehmen würde, euch zu
deffelbigen Abgang, dem Ehrmürdigen Julium, [einem Sapitel Kalter, demfelben Eapitel Bey-
erwaͤhlten zum Bifchof der obgemeldten Stif- |ftand beweiſet, und euch niemand von ſolchem
te, unferm lieben Andächtigen, und dem Capitel
Dafelbft ‚in viele Wege ungehorfam und wider-
waͤrtig erzeiget und bemiefen, und fonderlich,
daß ihr in der geiftlichen Regierung und Obrig-
feit Superintendenten in Religionsfachen an-
genommen und geordnet:
Und ihr Bürgemeifter und Rath zu Zeiz ,
aus eigenem gewaltigen Bornehmen, die Kiö-
fter zu euern Händen zu nehmen, und den Klo⸗
ſterperſonen ihren!gebüßrlichen Habit oder Klei⸗
dung ihres Ordens abzudringen unterftand.n.
Desgleichen ihr Bürgemeifter und Rath zu
Naumburg und der Freyheit, wider alle Chriſt⸗
liche ‚auch unfer. und des heiligen Reichs Drd: |fi
nung, $andfrieven, Rechte, und über euerer
ordentlichen Obrigkeit Verbot, eine Kirche
beym Margenthore bey euch freventlich zerriſ⸗
fen und zuftöree, und (als zu beforgen, )
folchen und dergleichen Ungehorfam und fres
ventliche Handlungen hinfuͤro von euch noch
abmwenden, oder ferner zu feinem Ungehorfam
bewegen laflet: und fo durch das Capitel ein
anderer Biſchof, durch feine gemeldten erwählter
Biſchofs Weigerung, erwähler würde, alsdann
nachmalen demfelbigen, als eurem rechfen
Herrn, gehorfam, getreu und gewärtig fend,
als ihr dann zu fhun ſchuldig feyd, und euch
in dem allen geborfamlich und nicht anders hal⸗
tet, handelt, oder erzeigef, als wir dann DIE
zu euch der Billigkeit nach gänzlich verfehen _
wollen, Das ift unfere ernſtliche Meynung.
Geben unter unferm aufgedruckten Inſiegel, in
unfer und des heiligen Reichs Stadt Regen:
purg, am zwey und zwangigften Tag Des Mo—
nats Julii Anno Chriſti im Ar. unſers Kaͤhſer⸗
thums im 21. undunferer Reiche im 26. Jahre.
Ad mandatum Cæſares er Catholicæ Maj; propr.
m Obrenbuͤrger.
II.
Serrn Juli Pflugs offener Anſchlag oder
mehr beſchehen und vorgenommen werden möd): Verkuͤndigung feiner Biſchoͤflichen Naumbur⸗
ten. Darob wir dann nicht wenig Mißfallen
und Befchwerde empfangen, und euch deß zu
- geftatten keinesweges gemeynet ſeyn.
Empfehlen euch demnad), bey Bermeldung
gifchen Wahl. Beben zu Kirchheim Sonn
tagnach Selicisıy42.
Son Gottes Gnaden wir Julius, erwaͤhl—
ter Biſchof zu Naumburg, entbieten als
unſer und des Neichs fehrveren Ungnade und |len und jeden, des bemeldten unſers Naum⸗
Strafe, von Rom, Kaͤyſerl. Mache, ernſtlich burgiſchen Stifts Praͤlaten, Ritterſchaft, Rich⸗
gern,
2 11, Abſchnitt. Durch die Cammergerichtsproceffe 34 Speyer, 89
tern, Buͤrgemeiſtern und andern Untertanen | baltenem Reichstag zu Speyer, bar ſchrift⸗
und Stiftsvermandten, geiftlichen und weltlichen | lich einbringen und Sffentlich verlefenlaifen ,
Standes, wie die Namen haben, unferngüin- | wider des Durchlauchtigften und Hochgebor⸗
ftigen Gruß, gnädigen und guten Willen. Und | nen Churfürften zu Sachfen thätliche Hand⸗
thun kunde | lungen, dadurch er hochgemeldtem Erwaͤhlten
Als nad) Abfterben des hochwuͤrdigen, en Eingang der Kegierung feines Stifts
Durchlauchten und Hochgebornen Fürften und] Naumburg mit unrechtem Gewalt verbins
Herren, Heren Philippſen, Bifchoffen zu Frey: dert, Anno1542.
ingen, adıniniftratorem des Stifts Maum- A
urg, Pfalzgrafen beym Rhein und Herzogen ochwuͤrdigſten, Durchlauchtigſten, Hoch⸗
zu Bayern, unſers gnaͤdigen lieben Herrn, RB] würdigen, Durchlauchtigen und Hoch⸗
bochloͤblichen Gedächeniß, wir durch das ehr⸗ gebohrnen Fürften! Ehrwürdigen, Wohlges
würdige Capicel des Domftifts zu ihrem und |pgrnen, Edlen, Ehrenveften, Ehrfamen und.
euerm Bifchof find erwaͤhlet worden, daß wir MWeifen, gnädige gunftige Herren und Freuns
nad) langem gebabten Bedenken endlich bey Ing! Nachdem eure Chur-und Fürfttiche Gna«
uns befunden, daß diefem Stift in viele Wege den, Siebden und Gunften ,jeßt mit wichtigen
nachtheilig feyn wollte, fo es eines Bifhofs Gefchäften, welche Deurfcher Nation und ges
und regierenden Herrn die Laͤnge mangeln follte. | meiner € riſtenheit zum höchften anliegen , be—
_ Well wir dann geneigt, alles, fo in diefem ſaden, ns in — ohne trefflichen Nachtheil
Stift Naumburg und deffelbigen Unterthanen unfer aller nicht fäumen noch) aufzielienmögen
und Bermandten mag Beichwerung und wolle &. Chur-und $. ©. $. und Gunften ich
Schaden bringen, nad) unferm hoͤchſten Ber: | mie meinen Sacyen zu diefer Zeit gerne vers
mögen zuwenden: _ Als Haben wir Der gefche- ſchonen, wann mir allein meinen Pflicytennach,
denen Wahl und Epriftüchen Beruffung nichtfyamie dem armen verdruckten Stift Naumburg
tiberftreben wollen, der fröftiichen Zuverficht, | yerwande, ſolches gebührenmöchte.. Weil ic)
nachbeme uns ber liebe GOtt zu dem Biſchoͤf. aber aus dringender Noth, und aus Erfordes
lichen Amt hat beruffen laffen, er werde weiter rung derfelben meiner Pflicht, &. Chur-und F.
Gnade verleißen, Daß wir deme zu feiner gött|&, $, und Gunſten id) jego anlangen muß:
lichen Ehre, und eurem Beften in Zukunft nach- |vyitfich ſolches Dermaffen anftellen, daß mein An.
ehe mögen ; welches wir Denn zum hoͤchſten ichen den notwendigen und trefflichen Rath—
a - “
Demnach haben wir in die obberührte Wahl en nie en
unſern Willen und Confens gebüßrlicher Wei-| , mp iewol ich von dem Durchlauchtige
ſe gegeben, und alſo das Biſchofthum angenom- ſten und Hochgebornen Churfuͤrſten zu Sach—
men. Solches wollen wir euch, denen wir mit 5, SM. ©. H. in dieſe Sache gedrungen wer.
Önaden und gutem Willen geneige find, nicht 5 ; fo bin ee Ka diefelbige ders
verhalten; und haben zu Ende unfer angebo⸗ maffen vorzubringen, daß E. Chur ud F. G..
ren Pitfhaft andrucken laſſen Darum zu Kirch · up Gunſten befinden mögen , daß id) niemands
beim Sonntags, nach Felicis, Anno 1542. Schimpf oder Nachtheil, ſondern allein des
ER 1255. " |Stifts Naumburg und meine gebüßrende or
Sen. Julii von Pflug Supplicarion bey rechtigkeit ſuche, davon ic) denn hiemit anfän«
den Churf. Fuͤrſten an! des Be glich) bedinge ; und gereicht mir wahrlich, nicht
wider des Churf. su Sachfen Verfahren, | 54 geringer Befhwerung meines Gemuͤths
Supplication, der ZYochwürdige in hierzu genöfhiget iwerben. Denn zudem, daß
GOtt, Herr Julius, Erwaͤhltet zum Bifchof ich von Den Gnaden GOttes bis auf diefe Zeit
3u Vaumburg, vor Churfuͤrſten, Sürften is habe enthalten mögen, in meinen eigenen
und Ständen des heil, Reichs auf jüngft ge⸗Sachen g sanken, darum ich Dann Gott an
i 3 NW Herrn
“
—
.Abſchnitt. Durch die Cammergerichtsproceſſe zu Speyer. gr
ren danke: fo wollte ic) dieſes nur feßr ger- ſals hat man aus Erforderung der Morkourft
” gegen die Fuͤrſten Des Haufes zu Sachſen, an die Roͤmiſche Känferliche Majeftär, I S
unter denen ich geborenumd erzogen, müßig fter allergnaͤdigſten Heren, die gelangen laflen, und
hen, Aber nachdem fochgemeldter Ehurfürft Ignädigfte Vorſchrift und Erinnerung bey ihrer
das arme Stift und mich heftig bedränget ‚und | Majeität an den Churfürften zu Sachfen aus«
folches nicht allein meiner Perſon, fondern bracht, Daß ſeine Gnaden von dieſem feinem un⸗
auch dem Stift die Laͤnge unuͤberwindlichen billigen Vornehmen abſtehen, das Stift zu
Rachtheil zufügen will: kann ich mit Ehren und Naumburg, auch mich, als den erwaͤhlten Bi⸗
gutem Gewiſſen Dazu nicht ſtille ſchweigen, ſchof daſelbſt, im Fall einer Bewilligung in die
fondern muß in dem Namen GOttes das thun, geſchehene Wahl, unbetrübet laſſen ſollte; Der
welches ich meinen Pflichten nad) keinesweges Zuverficht, feine ©. werde fi) darauf felber
umgehen kann noch fol. Der Zuverficht, E. der Gebühr unterrichten, undgegen der Kaͤh⸗
Ehureund 3. ©. $. und Gunften werben mich ferlichen Majeſtaͤt gehorſamlich erzeigen.
deß gar nid t verdenfen, fondern geneigt feyn, | 5. Aber diß unangefehen, hat feine ©. nicht
fich auf meine ziemliche und billige Bitte gna= allein das Capitel und uns in Ruhe niche biei- -
dig und freundlich zu erzeigen. ben laffen , fondern Sonntags nach Exalt. Cru⸗
3. Und damit €. Epur-und Fuͤrſtliche Gn. cis, naͤchſt verſchienen, des Stifts Schloß
und Gunſten id) mit vergeblichen Worten Zeiz einnehmen, auch das Capitel der Admi-
- niche aufhalte, weiß denfelben zu gründlichen Iniftration des Stifts, welche ihnen dazumal
Bericht meines Dbliegens ich nicht zu bergen , von Rechts und Gewohnheit roegen zuftunde,
vaß ein ehrwuͤrdig Domcapitelzu Naumburg, \entfegen, und die Regierung im Stift durch
nach Abfterben des Hochwuͤrdigen, Durchlaud)- die Seinen beitellen laſſen. e
tigen und Hochgebornen Fuͤrſten, meines gna-| 6. Und obwol ſolches wider des Stifte Frey⸗
digen Zürften und Herrn zu Sreyfingen und herrlich, auch alt Herkommen ‚vorgenommen:
Naumburg zc. hochloͤblichen Gedaͤchtniß, mich ſo hat doch feine ©. durch derſelben geſandte
zu item Biſchoffe ordentlicher Weiſe und ein: Raͤthe bey etlichen aus den Stiftsſtaͤnden, ſo
hellig, ohne mein Wiſſen, Geſuch und Zuthun, derohalben gegen Zeiz erfordert, vorwenden laſ⸗
in meinem Abweſen erwaͤhlet. Und wiewolge: Ifen, als hätte ein Capitel und id) feinen Gn.
melotem Domcapitel folche freye Wahl zu [zu folhem Vornehmen Urſach gegeben, mit
Recht von Alters her allewege zugeftanden und Erzehlung, daß das Kapitel ofne fein Zuthun
noch zuftehet, folche auch von ihnen, ſo oft ein Fall gewaͤhlet, und meine Perfon gewaͤhlet/ die ſei⸗
an ihrem regierenden Siſchof geſchehen, ohne Jaer Gn. aus nachfolgenden Urſachen zu einem
männigliches Verhinderung, geuͤbet, und loͤb. Bifchof zu Naumburg gar nicht leidlich: nem⸗
lich hergebracht ift: fo hat dennoch der Ehur-|lich, daß ich auf naͤchſtgehaltenem Neicherage
fürft su Sadıfen, vielleicht durch ungleichen De: zu Regenfpurg wider Die Verwandten ſeiner G.
richt etlicher Der Seinen, ſich dahin bewegen | Sonfeßion bey dem Pabſt und feinem Anhang
laffen, daß feine ©. die gefchehene Wahl in mei: Igeftanden, auch mic) in vielen Fällen gegen:
nerPerfon hat anfechten, und vorwenden laſſen ‚|dem Haus zu Sachſen widerſetzig gemacht. Zu
- weildie oßne feinem Vorwiſſen gefchehen,mit an- |deme daß ich mich zu meinen guädigften Herrn,
gehefter heftigen Commination ec. fo doch feine dem Sardinal, Ehurfürft, Erzbifchof zu Maynz,
Gnaden Vorfahren Verſchreibungen halten fol- ſeinem Widerwaͤrtigen, zu einem Rath verfpro«
Ien,, mehr häfte gebüßren wollen, Das Eapitel hen; und hätte aud) bey Nom. Kaͤyſerl. Ma⸗
ben feiner freyen Wahl und Diefer feiner frucht⸗ jeſtaͤt durch Practicirung Mandata an die
baren und anſehnlichen Gerechtigkeit zu band. | Städte Naumburg, und eine Schrift an feis
haben, auc) gegen männigiid) zu vertheidigen. Ine Gnaden, zu Abbruch des Haufes zu Sachſen
4. Weil ſich aber der Churfürft in dieſem Fall | Öerechtigfeit, ausbracht: derohalben Fönnte er
nicht felber hat wollen der Billigfeit berichten, Ifich nichts Gutes zu mir verſehen, er
| 2 einer
92 Cap, ı6. Don den Bekraͤnkungen der Proteftanten. 93
feiner Gnaden als im Stift Naumburg zu ei- |fpräche erſchienen, bezeuger haben, daß ich nichts
nem Bifchöf gar nicht zu leiden fy. mehrers begehrer, und für meine Einfalt ges
7. Db nun dem Ehurfürftenzu Sachfen auf ſucht Habe, dann auf daß durch gebührliche und
diß feiner ©. bloß ungewiſſes Angeben gebüß- Chriſtliche Wege die Deurfche Nation möchte
tet habe, das Capitel zu Naumburg feiner Ge- |ver ſchweren Zwiefpalt, in diefen ihren gefähre
rechtigkeit zu entfeßen ; und darneben mir den |lichften Läuften, entladen werden, deß denn
Eingang zur Poſſeßion des gemeldten Stifts | Ränferl. Majeftät gemeldten Scyolaftern und
aufferhalb Rechts zu fperren : ftelle ich ineurer | mir gnädigfte Kundſchaft bey allen Ständen
Ehur: und F. Gnaden, tiebden und Gunften ‚des Reichs Bat geben laflen. Aus diefem iſt
Bedenken. Gift es auch um die berühmte Urs leicht zu ermeffen, wie unbillig ich angezeigtes
fachen feiner Gn. geſchwinden Vornehmens al» Geſpraͤche halber alfo beſchwert, und ein ehr⸗
fo geſchaffen, daß fie ſich bey E. Chur: und F. wuͤrdig Domcapitel zu Naumburg feiner alt
G.L. und Gunften und allen unparteifchen und ‚bergebrachten Gerechtigkeit meinethalten ent⸗
verſtaͤndigen Leuten leicht und mit gutem Grun⸗ ſetzet worden iſt.
de ſelber ableinen. Denn daß ſich ſeine Gn. 9. Den Mäynzifchen Dienſt belangende,
in Religionsſachen anmaſſen, eigenes Gefal« deß Kat mich niemand, weil mein gnaͤdiger Herr
tens zu urteilen, deß follten fie fic) Billig ent- Cardinal, Ehurfürft und Erzbifchof zu Mäynz,
halten. a se mein Metropolitan if, zu verbenfen. - Undob
8. Und fo viel meine Perfon anlangt, habe ſich gleich jego zwiſchen beyden Churfürften Ges
ic), oßne Ruhm, in Sachen, unfern Glau- |brechen irrig halten: fo find eg doch nicht fan»
ben und die Chriftliche Kirche betreffend, mich \desfehden. Zudem, daß id) vor Erhebung
dermaffen, meiner Einfalt nad}, zu jeder Zeit |derfelbigen Irrungen in den Dienft kommen,
‚erzeiget, daß man im Werk hat befinden mo» und in demfelben weder heimlich noch oͤffentlich
gen, daß ich zuallem deme, fo zur Ehre GOt- wider das Haus zu Sachſen gebraucht worden
tes und Beflerung des Volks vonnörhen , ge bin. 3
neigt. Wieic) denn verhoffe, wie im Fall der | 10. So wird auch niemand mit Grunde moͤ⸗
Norhdurft mir viel eßrlicher und frommer und |gen darthun, daß ich fonft wider des Haus
ChriſtlicherLeute Gezeugniß geben koͤnnten. Daß |zu Sachfen Gerechtigkeit jemals practiciret, wie -
ich mic) aber im Geſpraͤch zuRegenſpurg gebrau- |mir zu ungute auferlegt wird; und mag mit
chen Babe lafjen, wie ic) dazu kommen, wiſſen ſich Wahrheit fagen, daß ich mid) ſolches mein Le—
ohne Zweifel viel ehrlicher Männer, auch ho⸗ |benlang gegen niemand, vielmeniger gegendas
‚bes Standes, zu erinnern. Nemlich daßich mich | Haus Sacıfen befliffen Habe. Aber ſoviel die
erſtlich enefchuldigee, mit Bitte, meiner mic Känf. Mißiva betrift , hätte ich mich keineswe⸗
diefem, zu dem ic) unverfländig, zu ver. ges verfehen, daß fich feine ©. dero beſchwe⸗
fhonen; und habe aud) endlich neben dem Ehr- ren follten,. angefeßen daß die Käfer. Ma«
würdigen und Hochgelehrten Herrn Johann jeftät iin, den Ehurfürften, durd) daffelbige
— Groͤpper Doctorem und Scholaſtern 2c. bey ihrer Majeſtaͤt Schreiben erinnert und weiſet,
der Rom. Känferl. Majeftät um Erlaffung un. |was feine Gn. ofne das zu thun fehuldig , nem⸗
terthaͤnigſt angelangt, aber foldyes nicht erhal. lich, daß feine On. das Capitel zu Naumburg
ten mögen. Derohalben hab ich aus unterthä. bey feiner freyen Wahl unverhindert bleiben laſſe,
nigftem Gehorſam mid) darein begeben müffen, |und ſich deß nicht anmaffe; welches feiner & _
und verhoffe, ob ich mich gleich geringer Ge- | die ordentlichen Rechte verbieten. Desgleichen,
ſchicklichkeit zu ruͤhmen weiß, es werde dennoch) daß feine On. das Stift, wider deffelbigen Be⸗
meine getreue Neigung bey der Handlung ges | freyungen und Gerechtigkelten, dem Reiche nicht
ſpuͤret ſeyn worden alfo, daß mir die zu Fei- |entziehe, und feiner ©, unterwerfe. Zuför«
nem Berweis gereichen follte. Und will Bier derſt weil d effelben Weltlichkeie von niemand,
‚neben GOtt und denjenigen, fo bey dem Ge-! dann vom Reiche zu Sehn rührer, daß u :
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ee oe Don den Bekvänkungen der Protonen. — 5
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felbige in Anſchlaͤgen des Reichs begriffen, und | denStände,oder aber eines freyen unparteiſchen
daß die Bifchöffe dafelbft von dem Käyfer und Conciliums leiden Fönnte. © :
vondem Reiche, zu jeder Zeit für Fürften deffelbi- | 13. Und ob es wol an ifme felber befchwers
gen gehalten worden; und derobalben, gleich an: lich, Daß ich auf feine gepflogene gemaltige
dern Ständen des Neichs, auf Die Keichstäge Handlung follte einen Richter feines Gefallens
vom Nom. Känfer erfordert feynd. Welches annehmen, wie ic) denn deß noch Heutiges Tas
im Fall der Nothdurft könnte nachgebracht ges Bedenken habe: Gleichwol weil ich die⸗
und genugfam bewiefen werden. fer meiner Sache Feine Schen fruge, aud) die _
11. Wiewol nun deme allenthalben alſo, und Chur⸗ und F. der Erbeinigung dazumal zu
der Churfuͤrſt zu Sachſen ſich aus feiner Schutz· Naumburg waren, als nemlich die Durch⸗
verpflichtung ſelber zu erinnern gehabt, daß lauchtigſten, Durchlauchtigen und Hochgebor⸗
feine Gnaden das Stift, Biſchof und Capitel nen Fürften und Herren, Herr Joachim, des
zu Naumburg von ihren Freyheiten und Ges heiligen Nömifchen Reichs Erzkaͤmmerer,
rechtigkeiten nicht bringen , fondern vielmehr da» Ehurfürft zu Brandenburg ꝛc. Herr Moritz,
/
‚ bey erhalten follte: So haben doch über das Herzog zu Sachſen c. Herr Dhiliops, Sande -
meine freundlichen Vettern und Brüder, weil graf zu Heffenzc. meine gnädige Herren lieſſe
‚fie die Befhmwerungen, fo mir von dem Chur⸗ ich diefe meine Befchwerung an ifre Gnaden
fürften zu ©. begegnet, erfaßren , und dero» gelangen, mit unterthäniger Bitte, daß fie‘
halben als die Ehrliebenden von Adel, und fon- den Churfürft zu Sachſen vermögen wollten,
derlich, daß des Churfürften zu Sachſen Vor» die gefchöpfte Ungnade gegen mir fallen, und
nehmen gegen den Stift von meiner Perfon | mid) zu dem Stift unverhindert zuzulaffen. Dar⸗
- follte Berflieffen , deß deftomehr Nachdenken ge auf fih dann hochgemeldte Chursund Fürften -
habt, und folches einen glaubwuͤrdigen Bericht der Erbeinigung, in Anfehung der Billigkeit,
von mir haben wollen. Als fie aber den von mit fleißiger Anfuhung ven Ehurfürften von
mir und andern Leuten gründlich befommen und beruͤhrtem feinem beſchwerlichen Vorhaben ab«
erfahren, Baben fie den Churfürften erſucht, zuwenden, gegen den Stift Naumburg und
mich bey feinen Gnaden unterthäniglich und mir gnädiglich erzeiget Haben. Aber ifrer Gna⸗
‚wahrhaftig verantwortet, und gebeten, mid) |den ift von ©. ©. aud) eine abfihlägige Ant⸗
feines ungnädigen Verdachts zu entledigen, wort gefallen.
und an Eingangder Regierung des Stiftsnicht | 14. Und weil ich aus dieſem allem vermerft,
zu Bindern , auc) das Eapitel zu Naumburg daß der Ehurfürft von Sadıfen feine vorgenom«
meiner nicht entgelten zu laffen. mene gewaltige Eingriffe und Ungnad gegen
12, Und wiewol id) mich neben ihnen ver» meiner Perfon nicht wollte abftellen, wäre ich
troͤſtet, der Churfürft würde Diefes ihr unter» meiner Gelegenheit nach, und zur Bermei«
thaͤniges Anſuchen gnädiglich erwegen, und dung groſſer Mühe, Arbeit und Gefahr, wol
Darneben des heiligen Reichs Abſchied betrachten, | geneigt gewefen, des Stifs müßig zu gehen ; wie
auch daß foldye S. ©. vorgenommene Berhinde: ich dann von der Zeit ver angefündigten Wahl
rung eine unerhörte Neuerung mit brächte, alfo iin Bedenken geftanden, ſolches anzunehmen:
daß ich unverſchuldeter Sachen follte vom Stift Habe aber. dennoch) endlich betrachten muͤſſen,
Naumburg ‚aufferhalb Nechtens, abgedrungen welchermaſſen idy durch Die ordentliche Wahl
werden: Aber gleichwol deß allen ohngeachtet, zu dem Bifchöflichen Amte beruffen, und dar«
hat der. Churfürft gedachten meinen Freunden neben befunden, daß das Domcapitel zu kei⸗
auf ihr billig und unferthänig Anfuchen eine ner frenen und rechtmäßigen Wahl mehr, durd)
abſchlaͤgige Antwort gegeben, Die Urfachen fei- des Ehurfürften zu Sachſen unrechte Verhin-
ner Ungnade duch etliche vermeynte bloffe Arg- | derung Eommen fönnfe; wie er dann allbereit
wohn geftärft , mit angehängtem Erbieten, dem Eapitel mit heftiger Bedrohung hat anfa«
daß er in diefer Sachen Erfenntniß der. Chur- | gen laffen : daß fie fi) nicht unterfteben ſollten,
und 5, der Erbeinigung, oder der Proteftiren: 5 : ein
en
97
of zu erwählen, dann er woll- | Durch ich allen und jeden Unterthanen des, Stifrs
erfefung tun. Derohal⸗ \meine Verwilligung und. Annefmung des Big-
ben habe ich meine Gelegenheit hintan ſetzen, thums Naumburg verfündiget, und darneben
96 ° I, Abfehnitt, Durch die Cammergerichteprocefje zu Speyer.
. „einen andern Biſc
te in deme felber V
‚und meiner Pflicht, damit ich meinem GOtt, an die von Adel und Städte ein ſonderliches
„feiner Kirchen und vielgemeldtem Stift ver- Ausſchreiben, mit gebüßrlicher Erinnerung ih.
wandt, wahrnehmen müflen. Dann, ſollte res Gehorfams, gethan habe, welches ihnen
‚Ach weichen, und wüßte nicht, wen; weil fol ‚dann zukommen ift: auch an den Churfürften
ches den Seelen der Verwandten und Unter-|zu Sachen, zu Abwendung feines vorgenom«
-thanen des Stifs eroiges Verderben bringen |menen Gewalts, in meinem Namen unterthaͤ⸗
möchte, getrauete ich mid) dißfals gegen GOtt Inig gefihrieben, und im folche meine Verwil—
und feiner- Kirche nicht zu verwahren. Und ligung und Annehmung angezeigt Babe; daß
nachdem der Churfuͤrſt zu Sachſen ſich dazu-
mal des Stifts Gerechtigkeit in geiſtlichen und
weltlichen Sachen unterſieng, ſamt deſſelbi
Freyheit, mit Gewalt zu unterdrucken: ſo ich das
verlaſſene Stift nicht annaͤhme, koͤnnte ich nicht
ermeſſen, wie id) ſolches ehrlich, wohl und mit
gutem Gewiſſen gegen GOtt, Kaͤyſerl. Maje.
ſtaͤt und den Ständen des Reichs verantwor⸗
‚ten möchte. Demnad) habe ich aus Erforde⸗
ic) ohne Weiterung das bey S. ©. erhalten
möchte, welches mir GOtt und die Gerechtig—
keit goͤnnet, auch daß id) nicht gedrungen wuͤr⸗
de,über ©. ©. zu Elagen, deß ic) gerne Wera.
frag haben wollte: So hat doch ſolches bey S.
©. nicht wollen bülflich feyn; dann ©. 6,
haben meinen Brief nicht annehmen wollen,
fondern den unerbrocdyen mir bey meinem
Boten wieder zuftellen laffen. Und haben S.
‚rung meiner Ehren, Pflicht und Gewiſſen, G. alsbald den Freytag nad) Antont, nächft
‚meine Berwilligung in diegefihehene Wahl ge: vergangen, einen, den man nennet Niclau-
geben , und mich meinem lieben GOtt und fel- fen von Amsdorf, an meine Statt, als einen _
ner göttlichen Beruffung ganz unterworfen; der |Bifchof im Stift Naumburg eingedrungen;
- ströftlichen Zuverficht, ‚er werde mich mit feiner auch ihnen deſſelbigen Untertfanen anhängig
göttlichen Gnade nicht verlaffen, auf Daß ich gemacht. Und wiewol diefelbigen Unterthanen
deme, welches mein aufgelegt Amt, dem |fich ihrer Pflicht gegen dem Domcapitel, alfo,
‚Stifte Naumburg und deflelben. Verwandten
und Unterthanen zum Beften, erheifchet,, möch.
te nachkommen. - Und ob ich wol die Berfol-
- gung, welche meiner Perfon deshalben zufte:
. bet, mit Geduld zuüberwinden nicht ungeneigt
bin: fo Fann ich gleichwol nicht unterlaffen ,
was dem Stift Naumburg, dem id) nunmals
mit mehrern Pflichten Dann vorhin zugethan
- bin, zu gut, und Abwendung des zugefügfen
Unrechts dienen mag, vorzumenden. Und bit⸗
te hierauf E. Chur⸗ und F. Gnaden, Liebden
und Gunſten, unterthaͤnig, dienſtlich und
freundſich, dieſelben wollen wollen unbe—
ſchwert ſeyn, dieſe meine dringe Nothdurft noch
weiter anzuhoͤren. NER
15. Wiewol ich nach gethaner meiner Ber:
sollligung, weil ic) in eigener Perfon aug anger
zeigten Berbinderungen die. Pofleßion des
Stifts nicht neßmen fonnte, “einen ‚öffentlichen
Anfchlag an die Domkirche zu Naumburg, da
Cutheri Schriften 17. Theil.
daß fie feinem Biſchof Qulbigung thun follten,
denn weichen ein Capitel ihnen gäbe, desglei⸗
chen des Känferl. Mandats, fo den Städten
des Stifts vor etlichen Monaten jufommen,
und gleicher Meynung gemefen, auch. meineg
öffentlichen Anfchlags und Ausſchreibens, dar.
aus fie vermerfet, Daß ich ihr erwählter Bi—
fchof wäre, zu erinnern gewußt, und derohals
ben gegen des Churf unrechtem Suchen fich haben
aufhalten wollen: feynd fie doch Davon Durch
Bedrohung und wunderliche unerhörte Pracki«
cirung, mit gefärbtem boch ungegründetem
Schein, dahin geführee worden, daß fie zum
theil die Erbhuldigung auf einen neuen unge:
wohnten Eyd gethan, und folchen gethan, ehe
fie das Capitel und ihre Pflicht ledig gezaͤh—
iet; wie wir denn, wenn wir gleich ſolches thun
haͤtten wollen, aus vielen tapffern Urſachen,
nicht gebuͤhret haͤtte. Und nachdem etliche ehr»
liebende des Stifts Verwandten und Untertha-
G nen,
- man oßne fein Zuthun nicht wählen follte, an⸗
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Ir «
Mu FB
3” _ __ Eap.ıs. Don den Bekränkungen der Proteflanen. 99
nen, in Betrachtung ihrer vorigen und unlos⸗ Capitel, deß alles in gebüßrlicher Gewaͤhr und
gezaͤhlten Pflicht und Gewiſſen, ſich darein quali poſſeſſion bie auf gegenwärtige des Chur⸗
nicht haben begeben wollen, als muͤſſen die der⸗ |fürften Verunruhigung und unrechten Eingrif
halben, als ich mich befahre, Verfolgung ge: geweſen, wie. fie denn noch feyn follten: Haben
waͤrtig feyn. E. Ehur- und, F. G. & und Gunften, aus ho-
16. Nun will ich diefe Sache nicht hoͤher an⸗ hem und gutem Berftande wohl undleicht zu ers
ziehen, dann fie an ihr felber ijt, fondern bitte meffen, mit was Zug derfelbige Churfürfte,
&. Churf. ud F. G. L. und Gunffen unter⸗ ohne vorgehende rechtliche Erfenntniß, fich un⸗
thaͤnig, dienſtlich und freundlich, fe wollen Die terſtehe, angezeigter Geftalt das Stift zu be-
Amftände, und wie es allenthalb darum ge⸗ trüben, und mic), ven zu Recht erwählten Bi-
fchaffen, wohin es endlich aud) im Reich Deut |fchof, von dem Stift abzudringen, und fic) de
fher Nation, foman felchen Srevel follte nach⸗ alles zu unterftehen, als gebühret S. G. Bir
feden, gereichen wollte, betrachten. Und dar- ſchof feines Gefallens, der ordentlichen Wahl
neben gleichwol des Stifts Freyheiten und des des Capitels zu entgegen, einzufchieben, und
Reichs Gerechtigfeiten. im Stift, bedenfen: die Unterthanen von dem Capitel abzureiffen,
nemlich, daß fie einem Capitel zu Naumburg, und foldhereingefchobenen und vermeynten Bi: -
vermoͤge der. Rechten, auch Gewohnheit, die |fchof zu Beſchwerungen ihrer Gewiſſen anhaͤn⸗
freye Wahl eines Biichofs zuftehe, alfo daß Igig zu machen: auch Das Stift dem Reiche zu
fih der Ehurfürft mit feinem Grunde, daß lentziehen, und ihme zu unterwerfen, ungead)-
tet Daß folches den ordentlichen Rechten, dem
alten loblichen Herfommen im Reich, des Stifts
17. Zum andern, daß dem Bilchof des | Naumburg Freybeiten, Känferl, Majeft. Er-
Orts und einem Capitel, in Mangel eines Bi: |innerungen und des Reichs Abfchieden entge⸗
ſchofs, die Regierung daſelbſt in N und gen und zumiderift. Und fo folches Stift dem
weltlichen Sachen zurechte gebuͤhret. ie es Reiche dergeftalt abgezogen, und Darneben die
denn bis auf diß geſchwinde und unrechte Bor: | Unterthanen des Stifts wider GOtt, ihre Pflicht
nehmen in rechtmäßiger Uebung ift erbracht. und Gemiffen, beweget, verleitet und gedrun-
- 18. Sum dritten, daß der Bifchof zu Naum=!gen werden foflten: mofür folches zu achten,
e
maflen Fann noch foll. Für eins,
Burg die Weltlichkeit des Stifts, ſamt Fürftli- |und was Iegtlich alle Dberfeit Deutfcher Ma«
chen Kegalien, von niemand dann Käyf. Ma⸗ |tion hieraus erfolgen wollte, haben E. Ch. F.
jeft. zu Sehn empfaͤhet; wie denn zu jeder Zeit) &. $ und Gunften und männiglich wohl ab-
Die Biſchoͤffe, fo oft es noch geweſen, demſel⸗ | zunehmen.
ben Solge gethan. ‘ 22, Dem allen nach) muß ich, aus Erforde-
19. Zum vierten, daß die Bifchöffe zu rung meiner Pflicht und Gewiflen, Damit ich
Naumburg auf dem Reichstage, als Fuͤrſten GOtt unferm HEren, dem heil, Reich Deut:
des Reichs, von den Römifchen Kaͤyſern und ſcher Nation, auch dem armen, unterdruckten
Koͤnigen erfordert, auch in den Anſchlaͤgen des Stift Naumburg verwandt bin, E. Chur-und
Reichs begriffen feynd. F. © & und Öunften anſuchen, unterthänig,
20, Zum fünften, Daß man von den Bi-dienftlich, freundlich bittende, diefelben E.
Schöffen zuNaumburg, oder ihren Befelshabern, Chur: und F. ©, $. und Öunften wollen ſich zu
aus dem Stift ohne Mittel an Kaͤhſ. Majeſt. Staͤrke der Gerechtigkeit, und Wendung bes
und derfelben Cammergerichte zu appelliren | unerhörten Unrechts, den Ehurfürft zu Sad):
— pflegt, und deß Fug hat. Welches alles mag ſen vermoͤgen, daß ſeine Gnad des Stifts
zu Recht, im Fall der Nothdurft, ftattlich be | Naumburg abtrete, und Niclauſen von Ams⸗
wieſen und mit gutem Grund bewiefen und aus: | dorf, den S. ©. wider alle Rechte eingedrun-
geführt werden. gen, und zu einem Bifchoffe vermeintlich aufs
21, Beil dann nun das Stift, Biſchof und geworfen, daraus wieder ſchaffe; damit ich —
den:
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— x RN —9 —
* —— —
11, Abfehnite, Durch die Tammergerichtsproceffe zu Speyer,
101
en dem Capite bey aller und wohl herge- durch ihrer Ehurfürftl, On. Raͤthe fchriftlich
rachter Gerechtigkeit bleibe, und zur Poflef- | bat fürwenden und öffentlich verlefen laffen,
on.des Stifts, als der vechte erwählte Bie wider Er Julius Pflugs, der ſich lectum _
hof, fommen, und alfo dem, welches ic) aus zu Flaumburg thut nennen, Verunglimpfung
nainae. hifen: mfg und be- und vermeynte Alagen, welche er daſelbſt
Erhelſchung meines biſchoflichen Amts und b ar :
— wider Se. Ehurfürftl. En. vor obgemeldten
mu Deruffung nicht unterlaffen folle, ge Thur und Sürften des Reichs zuvor fehrifts
üprliche und Churfuͤrſtl. Folge thun mege lich vorgebracht. Worauf auch deſſelbigen
23. So aber ſolches bey feinen Gn. nicht flakt |Zulius Pflugs Anbringen geitanden, folches
fünde, def ich mich doch nicht verfehe: wollen |” ift aus obberuͤhrter des Ehurfürften Ver:
diefelbe E. Chur- und F. ©. L. und Gunſten antwortung nothduͤrftiglich zu
ſich disfalls mit Rath, Huͤlfe und Foͤrderung vernehmen.
gegen en — — A ” eh.
en gnädiglich, günftig und freundlicd) alfo er | Fochwuͤrdigſten, Durchlauchtigften, Hoch-
‚zeigen, Daß deffelbigen Stifts Gerechtigkeit würdigen, Durchlauchtigen, Hochge⸗
und Freyheit ſonſt durch gebüßrliche und ver⸗ bornen, Ehrwürdigen, Wohlgebornen, Edeln,
trägliche Wege erhalten, und von dem Reiche, Veſten, Geftvengen , Ehrbarn, Ehrfamen
deme er ohne Mittel unterworfen , nicht abge: und Weifen, Gnädigfte, Gnädige, Günftige
zogen, daß auch ich, als der rechte Biſchof, Herren und Freunde. Nachdem der Ehrbar
zu dem berüßtten meinem Stift wirklich kom⸗ und Hochgelehrte, Er Julius Pflug, unter
me, und bey dem Beil. Reich, als ein Glied dem angemaßten vermeynten Titel, Electus
deſſelben ‚ und allen des Stifts Freyheiten, Ppiſcopus Naumburgenfis, jüngft eine unbe—
Rechten und Gerechtigkeiten gerubiglid) bleiben] daͤchtige, meitläuftige und verdrießliche Klag-
möge; wie ich nicht zweifle, E. Chur- und F. fehrift im gemeinen Reichsrath wider den
©. $. und Gunften in Anfehung der Billigfeit| Durchlauchtigften, Hochgebornen Fürften und:
und Nechtens zu fhun geneigt feynd. Daran) Heren, Heren Johann Friedrich, Herzog zu
ie GOtt dem Allmächtigen ein angenehm Werk Sacyfen, des heil. Römifchen Keichs Erz-
sweifen, und Darneben des heil. Rom. Reichs! marfchall und Churfürften, Sandgrafen in Thuͤ⸗
Mus befördern und Gerechtigkeit erbalten, auch ringen, Marggrafen zu Meiffen, und Burg--
ben befchwerlichen Eingang, fo in gleichem! grafen zu Magdeburg , unſern gnädigften
- Ball wider andere Stände erfolgen möcht, ver⸗ Herrn, übergeben, darauf wir unterthäniglich
Hüter werden. So will um E, Chur und F. gebeten, uns. diefelbe zuzuftellen, damit wir
G. Lund Gunften ic) ſolches unterthäniglich,| die hoͤchſtgedachtem unferm gnädigften Herrn
dienſtlich und freundlich und mit allem Fleiß zu möchten zuſchicken, ihren beftändigen Gegen-
verdienen, allezeit willig und bereit befunden bericht Darauf zu £hun laſſen; welches uns gna-
. werden, ; diglich und günftiglich nachgelaflen worden, def
az fen wir uns gegen E. Chur: und Fürftl. Gna⸗
den, Gnaden und Gunſten, ganz unferthänig-
lich, aud) fleißig, dienftlich und freundlic) thun
bedanfen. Und wir dann feiner Churfuͤrſtlichen
Gnaden diefelbige Schrift unterthäniglich zu⸗
gefchickt, mit Bitte, uns zu befehlen, was wir
E. Ehur- und Fürftl. Gnaden, Gnaden, Gun:
ften und Euch darauf zum Gegenbericht und
A — 156.
Churfuͤrſt Joh. Friedrichs zu Sachſen
Verantwortung gegen Julii von Pflugs
a a Klagen. :
Derantwortung, fo der Durchlauchtig:
fte Hochgeborne Sürft und Herr, Herr Jo⸗
En tz serzog zu Sachien, > beil.
‚ Römifchen Reichs Erzmarſchall und Chur: , : 3
’ fürft, Landgraf in a —— Antwort anzeigen ſollten: ſo haben wir von ſei⸗
Meiſſen, und Burggraf su Magdeburg, auf ner Churfuͤrſtl. Gnaden Befehl empfangen,
jet gehaltenem Reichstag zu Speyer vor nachfolgenden Gegenbericht und Antwort dar:
Churfuͤrſten, Sürften und Ständen des Reichs, auf zu thun. van wiewol E. Chur⸗ und Fürftl.
2
Gna⸗
San
heit unbetrachtet, ohne alle billige Urſachen, ge-
—
i2 Eap.ıs; Von den Bekraͤknungen der Proteftanten. — 19
Gnaden, auch Gnaden und Gunften, mitden zu dieſem feinem unbefugten Gezaͤnk, fon-
allerwichtigſten und vortrefflichſten Geſchaͤften dern allein die beruͤhrte Ehrgeizigkeit dringet:
Deutſcher Nation und gemeiner Chriſtenheit ſolches iſt hieraus leichtlich und wohl zu ermeſ
zum hoͤchſten anliegend, nachmals beladen; ſen; Dann mit Gewiſſen wird er nimmermehr
nachdem aber genannter Pflug fich nicht gefcheuet verleugnen koͤnnen, daß er nicht bey Sebendes
hat, unfern gnadigften Heren, als einen Chriſt⸗ Durchlauchtigften, Hochgebornen Fürften und
lichen, ehrlichen und löblichen ah ſol⸗ Heren, Heren Bhilipfen, Bifchoffen zu Frey⸗
che treffliche Geſchaͤfte, auch andere Gelegen⸗ fingen und Adminiſtratorn zu Naumburg, ges
bornen Pfalzgrafen bey Rhein?c. feligen, die⸗
gen E, Chur- und Fürftl. Önaden, auch Gna⸗ |weil Se. F. ©, oft krank, geſagt, auf dieſem
den und Gunften, mit oft gefparter Wahrheit) Stift heimliche und liſtige Practifen hinter
gröblich zu befchweren, und weitere Verbitte- dem Churfürft zu Sachfen, als dem Sandserb-
rung zu pflanzen: So werden E. Ehur- und |fehußfürften und Patronen, getrieben; welhe
Fuͤrſtl Gnaden, auch) Gnaden und. Öunften, dann den Churfürften zu Sachfen vor zweyen
hinwieder unbefchwere feyn, feiner Churfuͤrſtl. Sahren bewegt, ihme anzeigen zu laffen, daß
Gnaden wahrhaftige Berantwortung darwider er fich deß enthalten wollte ıc. Dann wiewol
anzuhören und zuvernehmen. MPflug vor einen Welfchen und Roͤmiſchen
2, Undals er, Julius Pflug, anfänglid) un⸗ Schuler und Gelehrten in feiner Are nicht une:
ter andern bedingt hat, daß er allein des Stifts geſchickt: fo Haben in doch ©. E. F. ©. dar-
Naumburg und feine Gerechtigkeit, und nie=| um defto weniger zu Naumburg, in S. C. F. ©
mands Machtheil fuche, und ihm zu nicht ge⸗ fanden, als ©. C. F. Gn. undihrer, auch ges
ringer Beſchwerung feines Gemuͤths gereiche,| meldtes Stifts Unterthanen, Chriftlichen Con⸗
daß er zu Gezänf wider feine Sandsfürften ge-|feßion, aud) der Empfahung des hochwuͤrdi⸗
_ nöthiget würdes So zeigen wir dawider un-|gen Sacraments nad) göttlicher Einſetzung,
ſerm Befehl nach an, daß es an deme, wie und Chriftlihen Kiechbräuchen Widerwärti-
feine Schrift meldet, daß er Unvermoͤgens hal⸗ gen, zu dem Bifchöflichen Amt für nis , leid⸗
ben-des Zanks fich nicht hätte duͤrfen beladen, ſich und tauglich nie achten. koͤnnen; nachdem
und dem Haus zu Sachſen und den Bater-|ifm, als päbftlicher Lehren, Ceremonien und
land. widerwärtig werden. Daß er fich aber) Geboten, mit Dflichten anhangig, unmöglich,
gleichwol deffelben unterftehet, darinnen ver-| dem Chriftlichen Volk gemeldeten Stifts, fo
kraͤget ihn gewißlic) nichts anders, dann, wie GOttes Wort und beruͤhrter Confeßion in.
bey vielen feines gleichen in diefen legtern Ge- | Städten, Dörfern, auch der mehrer Theil des
zeiten befunden, die leidige zeitliche Hoffart, daß | Adels anhängig, als ein Kirchenhirt und Bir
er als eingeborner Edelmann, nungerne wollte |fchof vorzufeyn, und mit derfelben wohl und
ein Fuͤrſt geacht und gefcholten feyn; wie ihme | einträchtiglic, hauszuhalten. REN
dann ohne Zweifel diß allein. im Kropffe ſteckt, 4. Es wird es aud) niemand. davor halten
daß er fo freventlich bishero getrachfet hat, und |Eönnen, daß er jemals in Bedenken geftanden,
noch, fo viel an. ihme, Damit er den Stift) ob erden Stift und Bifhöflichen Stand anneh⸗
vom Haus zu Sachſen und dem Vaterland men wollte oder nicht, dieweil er fo lang zuvor
reiſſen möchte ; fo er doch billig bedenken ſollte, mit allen Romifchen Liſten und Practifen dar-
daß gemeldtem Haus: zu Sachſen rathfamer, nad) getrachtet. Und ob er fich wol aͤuſſerlich
eine andere Moth (die GOtt gnädiglich wende,)| geftelle, als ftünde er des Annehmens in Bes
bierüber zu leiden, dann durch ihn und feines| denken, ſo iftes doch lauter Hypocriſis und Gleiß⸗
gleichen, wider alt Herfommen, ihre Sande, ih⸗ nerey gewefen, dazu ihn nichts verurfache hat,
ves Vorhabens, dermaffen zureiffenzulaffen. dann die vorberuͤhrte Anzeigung, ſo ihm der Churf.
3. Und daß Pflug kein goͤttlicher oder zu Sachſen, wie vorgemeldt, vor wenig Jahren
Chriſtlicher Eifer, mie er gefärbt vorgibt, hatte thun laſſen, und daß er verhofft und ver⸗
| meynt,
Ba. 11, Abſchnitt. Durch die Commergerichtsproceffe zu Speyer. 105
’ * ne erdesChurfürftens Danf und Willen Philipſen, Sandgrafen zu. Heſſen ıc. unfern gnä«
| — eß des Stifts Schloſſes und Güter digſt und gnädigen Herren, als fie kurzverruͤck⸗
zufommen. Dann, wäre fein Ernft gewefen ter Zeit, wie Pflug fehreiber, zu Naumburg
- in Bedenken zu flehen, ob er den Stift anmeb- je einander geweſt, deß ausdrücklich Bat vers |
men wollte oder nicht: fo follte es ihm am al⸗ nehmen laffen. Ueber das fo Haben aud) ©.
‚Termeiften nach jegiger Gelegenheit der Sachen C. 3. On. alles dasjenige, fo zu Zeitz an faß-
bedenklich geweſt feyn, und fonderlich gegenden |render Haab vorhanden geweſt, daS. €. 8.
Sandsfürften und Vaterland, wider GOtt und Gn. den Stift wider Pflugs Practifenin Ver⸗
Gewiflen, auch eßrbare gute Sitten aller Wöl-| wahrung oder cuftodiam einnahmen, in Bey⸗
ker, ſich dermaſſen einzulaſſen. ſeyn etlicher vom Capitel zu Naumburg, auch
Dann wohin fein Gemuͤth ſtehet, ſolches aus den Stiftsſtaͤnden, ordentlich beſchreiben,
iſt aus feiner Suchung, die er an euer. Chur⸗ inventiren und beſchlieſſen laſſen.
und Fürftl. Gn. auch Gnaden und Gunften,| 7, Und als darnad) durch Pflugs und der
Raths, Hulfund Förderung halben thut, wohl Capitelspfaffen Naumburg trefflichen Ver⸗
zu verſtehen; und daß er, weil er durch ſeine urſachen der Ehrwuͤrdige Er Nicolaus von
Roͤmiſche liſtige Anſchlaͤge zu dem armen Stift, Amsdorff, durch ſeine Churfuͤrſtl. Gnaden ne⸗
der wahrlich eines kleinen geringen Einkkommens, | ben. den Stiftsſtaͤnden zu einem Chriſtlichen und
nicht weiß zu kommen, nicht wohl leiden moͤch- der Beil. Schrift. gemaͤs qualificirten Biſchof zu
te, auch aus unbifchöflihem und undeiftlichem| Naumburg verordnet, haben ihm ©. €: F. G.
Gemuͤth gern fehen wollte, daß der. Landesfuͤrſt venfelben Stift mit alle Zus und Eingehörungen,
und die Chriſtlichen Unterthanen des Stiſts inLaſt aud) vollftändiger Regierung einantworten lafe
und Beſchwerung kaͤmen, welche ſich doch ein- ſen; welches dem ganzen Stift wiſſentlich, auch
mal ausdruͤcklich oßne alle des Churfuͤrſten zu ohne dem am Tage iſt. Dann auf daß Julius
Sachſen Practiken oder Zwang, wie Pflug | Pflug und fein Anhang ©. C. F. ©. nicht aufs
S. C.F. G. mit unverſchaͤmtem Ungrund thut legen dürften, S. C. F. ©. meynten nicht die
auflegen, erklaͤret: daß fie hinfoͤrter in keinen vorberuͤhrte Cuſtodie, ſondern wollten ſich des
Bifchof gedenken zu willigen, der nicht berüßr- | Stifts eigenthuͤmlich unterziehen: fo iſt ſolches
ter Confeßion und Lehre ift, und darüber $eib | der Urſachen eine geweft, darum S. C. F. G.
und Gut Gott zu befedlen. Denn fie hätten | zu berühreer Verordnung eines Chriftlichen Bie
felbft wohl bedacht und koͤnnen bedenken, wie) ſchofs, neben den Stiftsſtaͤnden geſchritten.
fie in eb, Ruhe, Einigfeit und Frieden mit| 8. So iſt aud) genannter Bilhofzu Naum-
einem ſolchen Bifchof fißen würden, Iburg, Er Nicolaus von Amsdorff,der heil. Schrift
6. So kann auch Pflug mit gutem Gewiſ⸗ Licentiat, der Chriſtlichen Gewiſſen wohl ers
fen nicht ſchreiben, daß einige Chriſtliche, ehr- | Fannt,und hat ſeinerLehre, Wandels undLebens, an
liche oder billige Urſach vorhanden, die ihn zu) den Orten, da er zuvor GOttes Wort gepredigt
diefem feinem unchriftlichen Dringen, auffer-} und verfündige, fold) Zeugniß, als ſonderlich bey
- Balb feiner gefaßten Ehrgeizigkeie, möchte: be) Rath und ganzer&emeine ver alten, ehrlichen und
wege haben. Denn es Fann weder er, noch je| groffen Stadt Magdeburg, daß er ver Kirche
mand mit Wahrheit fagen, daß fich der Ehur-| zu Naumburg um jemands hoͤhern oder niedern
- fürft zu Sachfen das: geringfte dem Stift zu) Stands willen, zu befchiweren gemeldter feiner -
‚entziehen jemals angemaßt; iſt au ©, C. Gewiſſen, nichts wird zu Unpflichten entziehen
5. ©. Gemüth heut zu Tage nicht; wie ſich laffen, noch vor fich felbft verehunlich handeln.
auch S. €. F. ©. gegen den Durchlaucheigft! So begehret aud) der Churfürftam Stift nichts
und Durchlauchtigen, hochgebornen Churfür-| mehr, dann bey ihren und des Haufeszu Sache -
ften und Sürften, nemlich Herrn Sjoachim, |fen hergebrachten Gerechtigfeiten und Herrlich,
Marggrafen zu Brandenburgsc. Ehurfürften, | keiten, Davon hernach weiter gemeldet, zu bleis
Herrn Morisen, Herzogenzu Sarhfen ic, Herrn! ben a werden.· I
I 3 _ | 9: Zu
106 Cap. 16. Von den Bekraͤnkungen der Proteftanten.. ae
9. Zudem ſo iſt auch der Stift und das Volk von GOttes Wort auf feine Meynung und Mene
mirgemeldfem Bifchof, vor Julius Pflug, wann ſchenſatzungen nunmehr willig nicht wird drin⸗
es auch der widerwärtigen Lehre halben mit dem⸗ Igen laſſen, fondern ſich GOttes Befehls und
ſelben den obberüßreen Mangel nicht haͤtte Gebots: Cauete a falfıs Prophetis , halten; wie
Gott Hab Job! anugfam, Ehriftlich und wohl ſich auch die Stände deflelben Stifts, als ob⸗
verfehen, und wie wir nicht anders vermer⸗ ſtehet, bereitan haben Elar vernehmen laffen.
fen, wohl zufrieden. Deromegen ifn Pflug] 12. Und hat auch derohalben ven Churfuͤrſten
vor GOTT billig ungeirret läßt, dieweil zu Sachfen Fein Heel, daß er. Julius Pflug,
derfelbe Bifchof der Verwandten und Un⸗ der widerwärtigen Religion, und folcher Wider⸗
terthanen des Stiftes, und der ganzen Sur waͤrtigkeit anhangenden groß beſchwerlichen Um⸗
perintendenz Seelen Heil, mit getreuem hohen |ftände halben, vor eine Urfache, S. C. F. Gn.
Fleiß, mit Verfündigung GOttes Worts, und vor einen Bifchof auch unleidlich und unzuläß«
andern Chriſtlichen Erzeigungen, ſucht, und lich. Dann was märe es vorein Bifchof, der
fein Biſchoͤflich Amt, nach Unterrichtung der hei |feine Kicche und fein Volk von GOttes Wort
Ligen Schrift und St. Pauli, über. Auch fer abziehen und dringen, auch mit demfelben der=
- ner, weiler vor GOtt den rechten Beruf zudem: wegen in ſtetem Widerwillen, Keif, Zanf und
felbigen Amt bat, Chriſtlich oßne allen Zweifel Unfrieden fißen, und nicht bauen, fondern nur
üben wird. verwuͤſten wollte? ER
10. So kann auch das Chriftliche Wolf des| 13, Daß nun ©. C. F. G. von der naͤchſten
Etifts, und der ganzen Naumburgifchen Su: Regenſpurgiſchen Gefprächshandlung, als S.
perintendentz, mitgemeldtem ifrem Bifchof der |E. F. G. den Stift in Verwahrung einnahmen,
Religion, und foniten allenthalben, in Lieb, Frie haben Meldung thun laffen: folches ift allein
de, Ruhe und Chriſtlicher Einigkeit ſitzen; dar- zur Anzeigung und Beweiſung gefchehen, daß
zu auch Der Landsfuͤrſt und Patron, der Chur⸗ Pflug nicht S. €. F. ©. und derſelben Reli⸗
fürft zu Sachfen , welcher fonft von wegen des |gionsverwandten, noch des Stifts Naumburg
pflichtigen Schußes in fteter Mühe und Unrus
be ſeyn müßte. Darum iſt esan dem klar und
offenbar, daß feine göttliche, billige oder recht
mäßige Urſach vorhanden, Die Pflug zudiefem
- feinem vorgenommenen Zank, und gegen dem.
Landsfuͤrſten und dem Waterland alfo zu trach⸗
ten und handeln, bewegen folle. : —
11. Es find in Vorzeiten fromme, Chriſt⸗
liche und gutherzige Biſchoͤffe, wie die Hiſto⸗
rien ausweiſen, von ihren Biſchofsthuͤmern,
deren fie bereits in vollſtaͤndigem Beſitz und Ge⸗
waͤhren geweſt, abgeſtanden, und haben das
vermeynte ius quæſitum in GOttes Kirchen⸗
aͤmtern nicht fortrucken laſſen, wo ſie allein
gemerkt haben, daß fie bey dem Volk nicht lieb
noch guten Willen hätten, und zudeffelden See-
len Keil und Seligfeit nicht Frucht ſchaffen
möchten. Wie will es nun Julius Pflug al-
bier gegen GOtt verantworfen, daß er ſich ge⸗
melötem Stift und Volk, welchem er nicht an-
genehme, vorfeßen, auch allerley Beſchwerun ⸗
gen darob gerne erwecken wollte, welches ſich
Unterthanen Confeßion und Religion, fondern
derfelben widerwärfig wäre, dieweil er ſich auf
des Pabftehums Seiten zugemeldtem Gefpräch
‚hätte verordnen laflen. Dann er ift fonften ſo
ſchluͤpfrig, daß er fich gegen etlichen Ständen
des Stiffs in Schriften hat dürfen vernehmen
laſſen, daß er wider die reine Lehre nie geweſt
nod) gethan hätte; Damit er wol gutherzige Leu⸗
te hintergehen koͤnnte. Dann fonften haben ©:
C. F. ©. an berüßrter Miederfegung, und daß
er fich dazu hat brauchen laffen, wenig Mans,
gels, derofalben ifm auc) ofne Noch gerves
fen wäre, in feiner Klagfchrife fo viel Worte da⸗
von zu verlieren.
14. Ohne Zweifel hätte er fi) auch in des
von Maͤyntz Dienfte nicht begeben , wo er des
Ehurfürften zu, Sachſen, und deſſelben Mike
verwandten , aud) des Stifts Naumburg Un:
terthanen Confeßion gemefen wäre: daß fih
auch ©. C. F. ©. derwegen wenig Glaubens
oder Trauens zu Pflugen in ifren Obliegen und
Reaͤthen zu — wuͤßten. Darum wird S.
Or.
\ \
109
m. Abſchnitt. Durch die Cammergerichtsproceffe zu Speyer.
©. hne Zweifel, nad) aller Gelegenheit, Bliſchof und dem Stift Naumburg wollen uns
hd verdenfen. Es müßten auch ©. E. entſetzt bleiben : fo saben wir “Befehl, von erften
1. auf feine vermeynte Extenuation wol diß anzuzeigen, daß des Churf. zu Sachſen zc.
Antwort zu geben laflen, wo es bequem [unfers allergnädigften Herrn, Gemüt nie gewe⸗
weiter
‚wäre. Machdem aber ein Biſchof zu Naum: ſen, auch noch niche ift, dem Reid) die Gerech-
R burg ©. €. 5. Gn. als Landserbſchutz Fürften tigkeiten zu entziehen, welche demfelben an dem
und Patronen, in feinen und feiner Sande Hblie Stift Naumburg, und einem Biſchof daſelbſt
"genden zu raten und zu helfen, auch in folchen |zuftändig; folches ſoll ſich auch) mit Wahrheit alfo,
Fällen Die Sanbräge zu befuchen, verpflicht iſt; und anders nicht befinden. Daß aber Pflug.
und aber S. C. F. G. nicht rathſam wäre, weil aus denfelben des Reichs Gerechtigkeiten ziehen
joa zu dem Mäpnzifchen und Magde— und einführen will, (wie er dennan zu viel mil⸗
burgifchen Rath befennet, zu Ihren und ihrer den Anzeigungen nichts erwinden läßt, ) als ſoll⸗
Lande obliegenden Händeln zu ziehen: So haben te dem Churfürften und gemeldtem Haus zu
eure Chur = und F. G. aud) Önaden und Gun. Sadıfen Feinerley Gerechtigfeiten andem Stift
[4
ſien hieraus weiter zu verſtehen, wie Pflug ©. |zuftehen , dann daß vielleicht S, €. 5. ©. ein
‚€. 5. ©. zu Naumburg für einen Bifd;of, die |bloffer Nothknecht, des Schußes halben, foll«
weil ih S. C. F. G.der Herrlichkeit nicht wiſ⸗ te feyn, alfo, wenn man S. C. F. ©. Erbſchu⸗
ſen entſetzen zu laſſen, wol leidlich ſeyn kann tzes beduͤrftig, daß fie ihre Churfuͤrſtl. Gn. auf
oder mag. Dun - .. fihrer Geiten hätten, aber derfelben hinwieder
15. So hat auch von Alters Ber ein groffer)in nichts verpflichter wären: folches geſtehet das
Ort S. C. F. G. Sande, in die Naumburgiſche Haus zu Sachſen gar nit; wie dann Pflug
Superintendenz oder Sprengel, wie es dazu. aus der gefamten Schrift, fo weyl. Herzog Heine
mal genennet, was Kirchen und geiftliche Sa- rich zu Sacıfen ꝛc. feliger, und der Churfuͤrſt,
‚chen betreffend, gehört; und wiewol von we. |der Dreyer des Haufes zu Sachſen Biſchof hal⸗
gen der vorgefallenen Ungleichheit der Religion, |ben, an Käyferl, Majeft. vorm Jahr gegen Res
©. €. 5. ©. die Ausrichtung berüßrter geift- genſpurg gethan, das Widerfpiel oßne Zweifel
lichen und Kirchenfachen in andere Wege, mit gnugſam vermerft Bat. ö
Unfoften, etliche Jahre ber haben müflen ver-] 17. Darf auch Julius Pflug ſolche Dinge
fehen laflen; dieweil aber ein Bifchof zu Naum: vorgeben wider das Haus zu Sachſen unddas
‚ burg darum Renth und Guͤlt af, und Julius |Barerland, da er die Pofleß des Stifts nicht
Pflag S. €. 3. On. Religion und Confeßion hat: mas würde er ſich unterflanden haben, fo
niche ift, daß er an berüßrten Orten S. €. F. ihme zu beruͤhrter Poffeßion wäre verftartet wor⸗
©. die geiftliche biſchoͤfliche Superintendenz oh den, dieweil er fo grofler Begierde zu vermenn
ne Zerftorung führen möchte : fo ift hieraus die tem Fuͤrſtenſtande gefpüret wird? darum es ige
dritte in der Bernunft und aller Chriftlichen me auch allein, und viel mehr, dann um die
Billigkeit ergründzte Urfache zu vernehmen , dep Biſchoͤfliche Seelforge und Superintendenz zu.
Pflug ©. €. 5. G. und derfelben Landen für |chun ift. Aber GOtt, den er fo oft ‚zu feinem
einen Biſchof zu Naumburg nicht zu haben | Ungrund anzeucht, auch feinen leben GOtt nene
nod) zuzulaſſen oder zu gedulden iſt. net, und doch wenig Fennt, auch dahin frac).
16. Aber zu der vierten Haupturſachen zu ter, daß er gerne GOttes Willen und Werk
greifen, warum Julius Pflug dem Ehurfürften |zerftöret fähe, wirds ihme vergelten; das wird
und Haus zu Sachſen für einen Biſchof zur er erfahren
Naumburg nicht zu wiſſen, auch die Wege, 18. Aber was das Haus zu Sachſen ihme
deren er ſich thut beſchweren, unvermeidlich hat vor Gerechtigkeiten bey ihren Biſchoͤffen und
wuͤſſen an die Hand nehmen; haben anders S. Stiften unter andern anzeucht, deß haben ob⸗
E 5.6. ihrer Herrlichkeiten und Gerechtigkei⸗ genannter Herzog Heinrich, ſeliger, und der
sen, und berfelben Poffeß oder quali an einem Churfuͤrſt, Kaͤyſerl. Majeſtaͤt, in vorberuͤhrtem
We | | ihr
00 . ,.Cap.ıs, Don den Bekraͤnkungen der, Protefianten, ı son
hrem geſamten Schreiben vorm Jahr gegen Re- | 21. Es haben aber diefelben Capitels-
‚genfpurg, unter andern. unterthaͤnigſt angezeigt. perſonen, der eine geringe Anzahl dazumal
9. Hierzu hat ein Capitel zur Naumburg fi vorhanden geweſen feyn foll, die Köpffe ge-
allwege gefliffen, einen ſolchen Biſchof zu_er- ſtreckt, und find ihres Gefallens fortgefaßren ;
_wößlen, der dem sanderbfhusfürften und Pa welches Se, Epurfücfttichen Gnaden nicht un-
tronen leidlich, und dem er mit gutem Wil. |billig hoch befchwert hat, wie Em. Churfürftf.
fen geneigt; als das die Poftulation, fo obge Gnaden, aud) Önaden und Gunſten felbftleicht: |
"nanntes Biſchofs Philipfen halben zu Srenfin« lich bedenken Fönnen, daß auch folches alles |
„gen deſchehen wohl ausweiler. Gemeldt Ca. |auf Er Julius Pfligs Unterbauen und Anftif-
pitel bat auch, wie wir nicht anders willen ‚id: ten gefcheßen, vielleicht und ohne Zweifel mie |
ren Wahltag ifrem Sandsfürften allwege zu er- |folchen und dergleichen Vertroͤſtungen, wo fie
> Eennen gegeben, und fonft öffentlid) verkuͤndigt. ihn ermähleten, daß er es wol verfrauet hinaus |
Es ift aud) in folchen Faͤllen das_unterthanig zu führen, ob es gleich dem Churfürften miß-
. Exfuchen eines neu erwählten Biſchofs halben fallig Solches ift Hieraus wohl zu verſtehen;
‚gefchehen, wie ſich bey eines Gifts Landesfür- denn fonft hätte er, folcher Wahl halben, von
ſten und Patronen zu thun gebuͤhret. _ |Mayıız hierauf alfo müffen befehrieben und er-
20. Aber nach Abfterben deſſelben Biſchofs fordert werden, daß er den Wahltag haͤtte koͤn⸗
Philippſen hat ſich das Capitel zu Naumburg, nen erreichen, welches aber. in. der Eil zu ges
ohne Zweifel durch Pflugs und feines Anhangs ſchehen nicht wol möglich gemwefen. 2c9
‚Anftiften und Practiciven, begunt, wider be-| 22, Und wiewol vielgemeldter Churfürft zu
ruͤhrt Herkommen widerfeßig zu halten; viel⸗ Sachſen, als des Stijts Landsfürft und Da:
leicht aus deme, dieweil Pflug zuvor vermerft, |tron, wol Urſache gehabt hätte, alsbald Sr. |
daß erdem Churfürften zum Biſchof, deß Orts, Churfuͤrſtl. Gn. Nothdurft, auf einen folchen |
"niche teidfich ſeyn wollt, : Denn obwol das eg, wie bernachmals gefchehen, gegenfolcher |
Capitel, ohngefaͤhrlich zwey Sabre zuvor, des [gefährlichen Argeliff an die Hand zunehmen:
Ehurfücften Geſchickten zugefagt, Dieweil ba- |foBaben doch Se, Ehurfürfti. ©n, den Dingen
mals ein Gerüchte entftunde, daß Biſchof Dbi-|faft drey viertel Sabre zugefehen und Geduld |
üdpp folle verftorben feyn, zu Feiner Wahl noc) | getragen; und Digweil’geredet worden, Pflug
Pefrtaien opne Sr. Ehuftufl, On, Yormif|tünde in Bebenfen, ob er den Cxifr ame
fen zu fehreiten , aud) Sr. Ehurfürftl. Gnaden men wollte, oder nicht : 10 haben Ge. Ehur-
‚gnädige Anzeigung zu erwarten: So ift doch |fürftl. On. Durch etliche ihrer Raͤthe und Die: |
‚gemeldt Capitel, dem entgegen und ungemäß, ner vom Adel, mit etlichen einzelen Perſonen
auch wider Herfommen und vorige loͤbliche Ge- des Capitels, doch als für ſich ſelbſt, weiter
braͤuche, heimlich und hinterliſtig fortgefahren, |veden, auch leidentliche Wege anzeigen laffen,
iiber alle Erinnerung, die ihnen der Churfürft, [damit es folcher erfolgten Wege, wo es die
durch St. Churfuͤrſtl. On. Öefandten, und fon- Pfaffen hätten betrachten wollen, nicht bedurft
ften ſchriſtlich Hat thun laſſen, auch über Sr. haͤtte. Es har aber nichts gewirkt; noch auch |
Churfürftl. On. gnaͤdige Ermahnungen, nicht was Se. Cpurfürftl. On. durch ihre Rärfemie
zueifen, ſondern auf eine ſolche Derfon aus ih: |gemeldtem Kapitel zu Naumburg zulest haben
rem Mittel , oder wo die nicht vorhanden, auf | reden lafien, als die obgenannten Ehur- und |
eine andere zu frachten, die St. Churfürft. | Fürften zu Naumburg bey einander geweſt.
Gn. auch ihren fanden, und Des Stifts Unter- 23. Daß aber Pflug ‚damit er den Sande»
odanen, der Neigien Halbe und fun (eR- fürten je genug Derunglimpfie un feinen Un-
lich, auch alfo qualificire waͤre, wie die heilige | willen übe, fihreibt: Se. Churfuͤrſtl. Gn. hät:
Schrift einen Bifchof zu feyn. erfordert: no ſie ten dem Kapitel anfagen laſſen, daß fie fich
auch feine wühten, hätten fie ‘Befehl, ihnen et⸗ nicht unferftehen follten, einen andern Bifchof
fiche Derfonen, einen Chriftlichen Biſchof Dar=| zu ermäßlen, fondern Se, Churfuͤrſtl. Gnaden
aus zu ermählen, anzuzeigen. | ee
11. Abfehnitt. Ducch die Eammergerichtsproceffe zu Speyer. 13
wollten Verfehung thun : daran hat er zu wer Se. Churfuͤrſtl. Gn. als den Landeserbſchutz⸗
nig bericht, und die Wahrheit zum heil vers fürften und Patronen des Stifte, ungern mit
ſchwiegen. Denn als das Eapitel ſich gegen |einem Brieflein, over glimpflichen füglichen An-
gemeldten St. Ehurfürftl. Gn. Raͤthen fo viel zeigung jemals zuvor bittlich begrüßt, fo doch
im Grund hat vermerken laffen, daß es auch), Biſchof Philipp, aus hohem Churfuͤrſtlichen
im Sall Bflugs Abſchlagens, nicht würde einen Stamm geboren, anders nicht, denn mit
ſolchen qualifieirten Bifchof wählen, mit dem |freundlichem Willen, auch durch Förderung
Se. Churfürftl. Gn. und die Unterthanen des der naͤchſt verflorbenen beyden Ehurfürften, zu
Stifts der Religion Halben, und fonft, in Frie- vielgemeldtem Stift begehret Bat.
den und Ruhe fiehen würden: da haben ihnen | 26. Denn obwol Pflugs Freundfchaft nach
Se. Ehurfürftl. On. wieder fagen lafien, Daß der verordnefen cuftodie Se. Churfürftl. Gn,
fie aud) in beruͤhrtem Fall follten ftille ſtehen: |mit einem Antragen erfucht, fo mögen doch Se,
fo ift ein Notarius über diefelben Reden und Churfürftl, Gn. wol leiden, Pflug laffe ſich
- Handlungen gebraucht, defjelben Inſtrument vernehmen, mit was Glimpf er fold) Anfuchen
wird den Grund und die Umſtaͤnde wol anzeigen. zu hun gerathen.
24. Nachdem num beyde, Pflug und das 27. Daß auch der Ehurfürft zu Sachfen,
Capitel, mit eiteler Betrügerey umgangen, und wie Pflug fehreibt, feinen ‘Brief nicht ange-
wie man fpriche, je zuzeiten gered£ und nicht nommen, als Se. Ehurfürftl. Gn. mit den
eredt, und äufferlich fich eines vernehmen laf | Stiftsftänden in der Handlung geweft, einen
9 aber ein anders gemeynt und gethan: allein Chriſtlichen Biſchof dem Stift vorzuſetzen; ſon⸗
der Meynung, den Churfuͤrſten zu Sachſen dern ihme beruͤhrten Brief wieder unerbrochen
um feine Gerechtigkeiten am Stift Naumburg zuſchicken laſſen: ſolches iſt aus den Urſachen
zu bringen, und Se. Churfürftl. Gn. und Das |gefchehen, fo er aus der Zeddeln wohl vermerft,
Haus zu Sachſen derfelben zu entfegen : So welche Se, Churfürftl. On. feinem Boten durch
haben Se. Ehurfürftl. Gn. famt den ihren ihren Cammedter zu geben befohlen. Und wie—
für rathſamer achten muͤſſen, wie ohne Zwei⸗ | mol er in jeßigem feinem Klagſchreiben, wasim
fel ein jeder Sr. Ehurfürftt. On. Standes in Brief follte geftanden gemeft feyn, vermelden
gleichem Fall thäte, damit Se. Ehurfürftl. On. thut: fo willen es doch Se. Churfuͤrſtl. Gnaden
bey der Poſſeß ihrer Gerechtigkeit durch die nicht, denn was er jetzt felbft Davon berichten
Pfaffen unentfege blieben, dern daß Se. Chur: will. Dieweil ſich aber Pflug einer ungewößn-
fürftl. Gn. Es hätten Elagen ſollen, dieweil |lichen Ueberſchrift gebraucht, hätte er wol vor-
einem jeden fein Poſſeß oder quafi durch beque: |geben ſollen, tie die Römifche Kunft thut, wo
me Wege zu ſchuͤtzen und handzuhaben zugelaf: der Ehurfürft den Brief darauf angenommen,
fen; derhalben er fich auch, Julius Pflug, bil- | Se. Churfürftl. Gn. Hätten durch die bloffe An-
lig enthalten Hätte, dem Churfürften die Schuß: nehmung in feine Meynung ftillfchweigend und.
pflicht, und Sr. Churfürftl. Gn. Vorfahren |tacite gehellet. Da —
geruͤhmte Verſchreibungen vorzuziehen, die er] 28. Daß aber Pflug, mit dem Capitel, allein
auch auf feine Deutung ſchwerlich wird vorzu- |Damit umgegangen ſeyn, und auch nochmals,
legen wiſſen. So find auch, wie man fpricht, ſo viel an ihnen, dahin trachten efum, wie fie
Schutzherr, und der, dem er den Schuß pflich⸗ |mit den Unterthanen des Stifte, und fonderlich
tig iſt, zu gleichen Nefpecten verhaft ; denn den Städten Zeig und Naumburg, aus Haß
wie Fame der Schußherr darzu, da ihme ber ihrer befannten und angenommenen Religion
Schutzmann nach feinen Gerechtigkeiten trach- und GOttes Worts, in fletem Unftieden,
tet, fo ſollt er gleichwol verpflicht feyn, ihme | Verfolgung, Ummillen und Unlieb ſitzen, aud)
darinn zuzufehen, und ſtille zu fißen? die frommen Chriftlichen Leute noch in ferner
25. So ift auch Pflug fo ftolz geweſen, viel- |Unfoften, Schaden und Befchwerungen füh:
leicht im Vertrauen feiner Practiquen, Daß er ren möchten: das iſt Elar zu verſtehen aus dem
Lutheri Schriften ı7, Theil. H ver⸗
14 Cap. 16. Von den Bekraͤnkungen der Proteſtanten. 16
vermeynten Mandat, fo bey Kaͤyſerl. Majeftät, ſonen zu denen geiftlichen und weltlichen Sa—
unſerm allergnädigften Heren, auf jüngftem |chen mit Solde und Koft Eönnen darauf unter»
Reichstage zuftegenfpurg, an gemeldre Städte halten werden. Sollt nun ein Bifchof des
ausbracht worden, Darinn die Stadt Naum- Orts noch darzu ein Neichsfürft feyn, ud
burg bey der loblihen Kaͤyſerl. Majeftat un: Reichsſtand und Seßion gebrauchen : jo wür=
ter andern beſchweret und verungnadet, eines de er es auf fol) Einkommen nicht ausrichten.
alten fteinernen Mauerwegs Balben, fo an ei- Darum auc), und aus ſolchem Bedenken ohne
nem fehr ungelegenen Orte geftanden , und al- Zweifel die Bifchöffe deß Orts von Alters her
Ter Unflath fich Darunter verfammlet, auc) den ſich zu dem Sandsfürften und ihren Sanden ge
Nachbarn viel Stanfs verurſacht; zudem daß halten; fo haben es Roͤmiſche Kayfer und Kö-
ſolch alt Mauerwerk in ihrem ftattlichen Jahr⸗ nige, in Betrachtung berüßrtes Unvermögens,
marfe Petri und Pauli, an Fahren, Sehen und auch alfo gefchehen laffen. Wäre auch Pflug
Webern ganz hinderlich geweſt, Kinteggebro- an der Ausrichtung des Bifchöflichen Amts, auch
hen, und die Straſſe des Orts erweitert. geiſtlicher und Kirchenſachen, in feinem Ge—
29. Die Stadt Zeitz iſt angetragen, Daß ſie muͤthe etwas gelegen, und wollt des Stifts
die Kloͤſter dafelbft zu ihren Handen genom-| Wohlfahrt fuchen, fo er zu bemfelben Amt
‚men, und den Klofterperfonen ihren gebuͤhrli⸗ kommen wäre: fo würde er vor GOtt mehr
chen Habit, oder Kleidung ihres Ordens, ab: |verpflichtet geweſen feyn, beruͤhrtes Stifte ges
gedrungen hätten: welches doch allein aus Haß \ring Einkommen auf die Mithuͤlf zur geiftlic
ihrer angenommenen Ehriftlichen wahrhaftigen |chen und weltlichen Negierung Des Stifte und
Religion, aud) zu Verhinderung der Chriſtli⸗ der Superintendens, dann unvermöglichen Lin-
chen Schulen, 6 die arme Leut für ihre Kin- |Foften auf des Reichs Händel von des Stifts
der und Jugend bey ihnen aufgerichtet, alfo wegen, zudeflelben unüberwindlichen Beſchwe—
mit Ungrund an Ihro Kaͤyſerl. Majeſtaͤt bracht rungen zu wenden.
» worden ift. | 31. Daß fichs auch anders Kält mie gemeld-
30, Darzu ift daffelbige vermeynte Mandat tem Stift und einem Bifchoffe dafelbft, dann
bey hochgemeldter Känferl. Majeftät furrepti- wie Pflug Känferl, Majeſtaͤt zu Regenfpurg
tie dahin gefordert. worden, daß fid) Die Ange- |obreptitie und fürreptitie vorbracht, und jeßt
ber darüber gerne unterftanden haften, den Chur⸗ abermals unverfchäme vorgibt: deß zeuche
fürften und Haus zu Sachſen ihres Erbfhu-\fic der Churfürft zu Sachſen vor eins auf
Ses am Stift zu entfegen. Aber daß es Pflug weyland Herzog Heinrichs zu Sachfen, und
gewißlich nicht um das Bifchöfliche Amt, noch | Sr. Churfuͤrſtl. Önaden-vorgedachten Gegen=
den Befehl zu thun ift, welchen St. Paulus |bericht, Kaͤyſerl. Miajeftät gegen Negenfpurg
den Bifchöffen zu Mileto in feinem Abfcheiden uͤberſchickt. So zweifeln auch Se, Churfürftl,
dafelbft gab, fondern allein um den Fuͤrſten Gnaden nicht, wann viel ehrlicher Leute aus
und begehrfen Fürftenftand : folches ift aus dem |feiner Freundſchaft befragt, würden fie einan-
weiter gnugfam zu vernehmen, Be er fo gerne der und wider ihn felbft Bericht hun. Zu .
tolle, daß ein Biſchof zu Naumburg möchte dem, daß alle Keichsabfchiede, fo in Menfchen
für einen Fürften des Reichs, und der Stift Gedenken auf Reichstagen gemacht, das Wi⸗
ganz und gar allein und bloß für einen Stift derſpiel bezeugen, dieweil Fein Bifchof zu
des Reichs, mit allen Herrlichfeiten und Ge-| Naumburg, noch) feine Geſchickten, darinne ge=
-rechtigkeiten, geacht und Davor angenommen |funden werden,
toerden ; und bedenkt nicht, daß berfelbige] 32. Aber hierüber laffen Se. Churfürftl. On,
Stift fo eines Eleinen Einfommens ift, weil die | weiter folgenden wahrhaftigen Bericht darge-
die ungeiftliche Schindereyen in der Landsfuͤr⸗ gen thun; denn esift mit alten Sr. Churfürftt. .
en Sande gefallen, daß bey einem prächtigen Gn. Canzeley Handeln anzuzeigen, daß die
ifchoffe genaulich die nothwendigen Amtsper⸗ Biſchoͤffe zu Naumburg, wenn fie auf Reichs:
- | fäge
a —
TB Abfebnirc. Durch die Tommergerichtsproceffe zu Speyer.
J 117
täge erfordert, oder um die Reichsſteuern und wuͤrde auch Se. Fuͤrſtl. G. ohne Zweifel, fel-
Anſchlage je zuzeiten angelangt feyn worden, ner Pflicht halben, gemeldtem Reich fo we—
die Ihren an die tandsfürften gefchickt und ih⸗ nig zu Unpflichten des Stifte Naumburg hal⸗
“nen von den Mandaten Meldung thun laffen, 'ben etwas abgebrochen haben, als Pflug jege
mit Bitte, dieweil fie zu den Landen mit ihren |vorgeben thut.
Säiften gehörten, daß fie die Sandsfürften woll- | 35. Es Haben fid) aber Se. F. ©, von def
ten abfordern und entnehmen. Und demnad) felben Stifts Naumburg wegen, dergleichen
befindee fich auch aus den Reichshaͤndeln des ‚auf feinem Neichstage, zumider dem Haus zu
Keichstags zu Augfpurg, anno decimo gehal- Sachſen, foldyer Ding vernehmen laffen, viel
ten, als weyland Kayfer Maximilian eine Hülf weniger ins Werk zu bringen fi) angemaßt.
beym Reich wider die Venediger gefucht, daß Dann da. Se. F. ©. als ein Bifchof zu Frey
Herzog Friedrich, Churfürft zu Sachſen ıc. fe: fingen, Die Ihren je zuzeiten auf Reic;stäge
liger, die Bifchöffe Meiflen, Naumburg und geſchickt, Baben diefelben, ihrem Befehl nach,
Merfeburg, auch) den Abe zu Saalfeld, famt
- etlichen Grafen, von megen des Haufes zu
Sachſen angejogen, und nicht Hat willigen
wollen, daß gemeldte Bifchöffe, Abe und Gra⸗
fen, in Anfchlägen, ohne Mittel an das Reich,
| er Haus zu Sachſen follten gezogen wer-
Rn.
33. Auf welch Herzog Friedrichs, aud) des
Ehurfürften zu Brandenburg, Marggraf Joa:
chims, und anderer mehr Churfürften und Für:
ften Ausnehmen, Kochgedachter Kayfer Ma-
- rimilian einen Artikel im Abfchiede, mit, Be—
willigung Churfürften, Sürften und Stände
des Reichs, gefegt, welchen wir unterthänig-
lich und dienſtlich hiermit bitten zu verlefen hoͤ⸗
- ren. Amd daßdergleichen Yusziehen und Aus-
nehmen durch Die Chur- und Fürften zu Sach—
fen, vor, auch nad) der berüßrten Zeit mehr
beſchehen; und fonderlic) zu Worms, daman
jegiger Kaͤyſ. Majeſt. die Hilfe zum Romzug
gewilliget: auch auf dem nächften und le&ten
ihro Majeft. zu Augſpurg gehaltenen Reiche:
tag, als daſelbſt von der beharrlichen Türken:
Hülfe gehandelt, neben dem Haus zu Defter-
mehr Dann eins, das beweislich ift, öffent:
lich angezeigt, daß fie von ihrem Herrn, als
einem Bifchof von Freyſingen, aber nicht als
Aöminiftratorn zu Naumburg, abgefertigee
mären. -
‚36. So hat auch Se. F. ©. die Tuͤrkenhuͤlf,
wie des Churfürften Herr Vater feliger fih
derfelben mit ihren Landſchaften, auf einem
Sandfage zu Zwickau, oßngefähr vor 12. Jahren
verglichen, auf ©. €. ©. als —
Schreiben und Begehren, den Stifts Stän-
den auferlegt und einbringen laffen, Auch als
darnad) unter dem vorigen Neichstage zu Re—
genfpurg der Türk fic mit einem gewaltigen
Heer auf Defterreich gemachet: fo bat ©. 8,
©. auf des Ehurfürften freundlich Begehren,
des Stifte Huͤlf Sr. F. ©. zugeordnet, und dem
Edurfürften die Befoldung darauf zugefchickt,
und diefelbige mit ©. €. F. G. Hülf, und
nicht dem Reich ohn Mittel, geleifter.
37. Und hierwider thut nichts, daß Pflug
thut anzeigen es follfen die Bifchöffe zu Naum-
burg durch Roͤmiſche Käyfer und Könige zu
Reichstaͤgen erfordert feyn worden: denn, daß
- reich, und dem Churfürften zu Brandenburg , fie Darauf nicht erfchienen noch geſchickt Haben
ihrer Bifchöffe und Prälaten halben aud) be- = weiſen die eihsahfhiehe 5 — ger
fchehen: das iſt wiſſentlich, Fann aud) im Fall |meldt, anugfam aus, und thut auch die Erfor«
der Nothdurft gnugſam dargethan werden. |derung nichts, wo Die Paritio darauf nichter-
34. So bat oft genannter Bifchof Philipp | folgt, und find durch Die Sandsfürften der ent
zu Freyſingen und Naumburg, geborner Pfalz⸗ nommen worden. ER
grafe, fonder allen Zweifel fo viel angebornes,| 38. Und dieweil Bifchof Philipp Käyferr,
ehrbares und aufrichtiges Fürftl. Gemuͤths ge-| Maj. und des Reichs halben, auf des Churfuͤr⸗
habt, als ſich Plug, als ein Edelmann des ſten zu Sachſen, als des Lands- und Erbfehug-
Hauſes zu Sachfen, immer rühmen mag; es| fürften, ——— Fuͤrwendung, daben ge⸗
H2 blieben;
8 9 Cap. 6. Don den Bekraͤnkungen der Proteſtanten. ım-
blieben: fo folle Pflug je auch wohl angeftan= |möglih, Nun ift aber folches auch in des
den haben, den Churfürften und das Haus Pabſts felbft Nechten für vernünftig, billig
Sachſen mit obberührten feinem zu vielmildem |und ehrbar geachtet, daß der Landsfürft die
Anbringen, als einSandsmann und Unterthan Wahl eines erwählten Bifchofs, aus felchen,
gemeldtes Haufes, unverunruhiget zu laflen, | auch geringeren Urfachen widerfprechen, und fid)
und unfeethäniglich zu verfchonen: folches hat |darmwider opponiren mag. Gollten nun Se
er aber nicht Fonnen unterlaffen, fondern hat Churfuͤſtl. Gnaden Pflugen zu der Poſſeß des
fich heimlich, ohne Willen des Churfürften, | Stifts hierüber. haben Fönnen fommen laffen:
unterftanden, aus dem Stift Naumburg, vor |fo haften ©. C. 5. ©. beruͤhrte ihre im Rechte
des Churfürften Einnehmung deſſelben Stifts gegruͤndte Einredung und Oppofition, wider
in cuftodiam, die erften Friſten ver jüngften zu | Pflugs Derfon, muͤſſen fallen laflen; weiches
Kegenfpurg gemilligten eilenden Türfenhülfzu | Se. C. F. ©. nit fehuldig. Aber diefelbe
fordern, mit Anzeig, diefelbige zu Frankfurth |Dppofition oder Epception vor des Pabfts
von bes Stifts wegen zu überantworten ; wel⸗ Gerichtszwang, weichem er folche und derglei⸗
ches Dflug, mie zu achten, darum gethan, daß chen Haͤndel zugezogen, auszuführen: n hat
i und
er Durch ſolche liſtige heimliche Handlungen ver⸗ der Churfuͤrſt Rne præiudicio ©. C. F.
meynt hat, ſolcher und dergleichen Anſchlaͤge
halben das Stiſt, wider Herkommen, und
dem Haus zu Sachſen, in ſolchen und derglei⸗
chen Anfchlägen zu entziehen.
39. Aus welchen erhörten Erzehlungen €.
Chur⸗ und F. ©. aud) Gnaden und Gunften,
auch jedermann - leichtlich der Billigkeit und
Ehrbarkeit nach bey ihnen fihlieffen Fönnen, mie
Pflug dem Churfürften zu Sachfen, als dem
Sands- auch) Schußfürften und Datronen, für
einen Bifchof in Sr. Ehurfürftl. Gn. Landen
und Fuͤrſtenthuͤmern in feinerley Weiſe leid-
lich, der fich nur fleißigt, wider S. Churfuͤrſtl.
En. und das Haus zu Sachfen zu frachten
und zu handeln, und Demfelben das Seine zu
entziehen. Könnt er dod) ven ©. C. 5. ©.
nicht gelitten werden, wenn er bereitsan in
- der Dofleß wäre, vielmeniger ift ©. C. 5. ©.
thunlich, ihn Darein kommen zu laffen; und iftdar-
zu um das zu thun, daran Dem Reich wenig oder
nichts abgehet. Dann, ſollt es dahin gereichen,
daß ein Bifchof zu der Naumburg vom Haus
zu Sachfen an das Reich ohne Mittel in An—
fchlägen und Steuern follt gezogen werden, fo
müßte der Churfürft, wie andere mehr thun,
Ringerung ihrer Anlagen und Anfchläge ohn⸗
vermeidlichen fuchen.
40. Zudem daß fih Pflug auf dem unver:
ihrer Mitverwandten Confeßion nicht thun
fönnen; es auch vieler Bräjudicien halber zu
thun nicht verpflicht, auch noch nicht. Zude⸗
me daß auch aller Mangel eines gemeinen,
freyen und unparteyiſchen Concilii halben, in
Deutſcher Nation zu halten, bey dem Pabſt
bisher geweſt, auf welch Concilium ſich der
Churfuͤrſt zu Sachſen, um alles das, darum
ihn Dflug vermeynt zu befchuldigen, als Ge,
Ehurfürftl, Gn. den Stift in Cuftodiam Haben
einnehmen laſſen, beruffen. u |
41. Und wiewol Dflug aus Muthwillen und
ohne Urfachen erinnert, daß E. Ehur- und
Fürftl. Onaden, auch Gnaden und Gunften,
wollten bedenfen, wohin es dem eich Deut:
fcher Nation gereichen wollte, fo man folchen:
Frevel (wie er unverfchämt und unbefindlic)
unferm gnädigften Heren, dem Churfürften,
thut auflegen,) würde zufehen: fo werden doch
ohne Zweifel E. C. und F. ©. auch Gnaden
und Gunſten hinwieder ermeflen, zu wag be .
ſchwerlichem Nachtheil 8 Sr. CE. $. ©. auch
andern Fürftlichen Haͤuſern, fo Biſchoͤfliche
‚Stift unter ſich haben, gerathen wollt, wofol-
‚chen gefährlichen Freveln und betrieglichen
‚Handlungen und Nachftellungen der Courtifa=
nen folfe nachgefeßen werden. So haben auch
Se. Churfuͤrſtl. Gn. in diefem Fall, zu Er-
mögenden Stift Naumburg gerne der Hoffart haltung ihrer Gerechtigfeiten, aus unvermeid-
anmaflen wollt, die ihm doch, wenn er gleich
ficher Nothöurft, und Sr. Churf. Gn. Ber:
Biſchof wäre, darauf hinaus zu führen nicht hoffung, mit vechtlichem Fuge gehandelt; dar-
U \ ’ f um
l
| 0 * hit Abſchnitt. Durch die Tammergerichteproceffe 3uSpeyer, "za
um fich ein jeder, dem folches nicht begegnet, |gemangelt, das Volk auf der Canzel mit gan-
. BE halten wiſſen, damit feine unbil- zem getreuem Fleiß ermahnet, GOtt zu bit
N
Hier
r *
ten, daß er ihnen und dem Stift einen recht—
fehaffenen Biſchof, der fein Biſchoͤflich Amt in
geiftlichen Sachen üben möcht , mie ihme die
Schrift thäte auflegen, geben wollt.
lige Einführung erwachſe. *
442. So hat auch Pflug dem Churfuͤrſten
zu vermeyntem Unglimpf gezogen: ob ſich wol
. Se, Churfuͤrſtl. Gn. auf die Chur: und Fuͤr⸗
ften der Erbeinnung erboten, die er zu Naum=| -44. Somollen fich aud) Se. Ehurf. G. zu E.
burg mit Schriften angefucht, mit unterehäni- | Chur- und F. G. auch Gn. und Gunften, freund»
‚9er Bitte, den Churfürften zu Sachfen von ſei⸗ lic), günftiglich und gnädiglich verfehen, aud)
nem Vornehmen zumeifen : fo wäre Doc) von |biemit freundlich gebeten und günftiglich ges
. Sr Ehurfürftl. Gn. abfchtägige Antwort ger fucht haben, Diefelben werden S. Churf. G.
fallen. Nun ift nicht obne, daß Pflug an Die und des Stifs Stände um die ergangene Hand»
obberuͤhrten Chur⸗ und Fürften der Erbeinnung lungen nicht verdenfen, fordern Pflug von fei-
‚gegen der Naumburg gefchrieben; es haben nem unnöthigen und unbefugten Bornehmen
auch ihre Chur- und Fuͤrſtl. Gn. gedachten abweiſen, nod) fic) zu einiger Lnfreundfchaft,
Churf. Dflugs Schrift zugeftellt: es ift aber Rath, Forderung oder Hülf wider Se, Churf.
bey Str. Ehurfürftl. Gnaden nicht gefucht wor-| Gn. und viel gemeldte Stände des Stifts
den, daß Se. Ehurfürftl. Gnaden dieſe groß-| Naumburg, Pflugs unehrbaren Bitte nach,
wichtigſten Sachen, Davon ifren Chur- und |nicht beroegen laſſen. Denn ©. €. 5. On.
Fuͤrſtl. Gn. dafelbft zum theil Gegenbericht ge | famt gemeldten Stifts Ständen vom Adel,
ſchehen, Pflugs Vorhaben, follten fallen laf und andern, fo die Verordnung des obgenann=
- fen; wie er dann des Churfürften Erbieten auf| een ehrwürdigen Er Niclaufen von Amsdorf
die Erbeinnung der Haͤuſer Sachfen, Branden⸗ zum Bifchof zu Naumburg freymwillig und uns
burg und Heſſen angenommen, fondern laͤßt drungen, auch ohn alfedes Churfürften zu Sad):
ſich in vielberüßreer feiner Schrift vernehmen,
daß es ihm beſchwerlich wäre, einen Nichter
unfers gnädigen Herens Gefallen anzuneh:
men. EUR
> 43. Diemweil dann E. C. F. ud F. ©. auch!
Gnaden und Öunften, aus diefem allen von
wegen und aus “Befehl des Churfürften zu
Sachſen beſchehenem wahrbaftigen und beftän-
digen Gegenberiche fo viel befinden, Daß das
Capitel zu Naumburg Se. Churf. Gn. zum
Schutz und Schirm ihrer und des Haufes zu
Sachſen zuftändigen Gerechtigkeiten und Herr-
lichfeiten , auch verfelben Poſſeß und Gewähr,
gedrungen; zudem daß auch in diefen gefähr-
lichen Zeiten, auf daß ſich nicht etiva irrige $eh-
rer und Schwärmer bey dem Volk im Stift, da
fen (wie Pflug Sr. C. F. ©. mit wiſſentlichem
Ungrund thut zumeffen,) gefäßrliche Practiken
einträchtiglich, bis auf etliche gar wenig, fo
Pflug mit Sreundfchaft verwandt mögen feyn,
und derhalben nicht zur Stätte fommen, mit
GOtt, Ehren, auch mit autem Geroiffen und
echten, ohn alle Verlegung ihree Pflicht oder
Gemiffen, haben mit thun helfen; feyn unge-
feheuet, wo Pflug je nicht vermeynt hierüber
ruhig zu ſeyn, ihme darum in obgemeldtem
freyen Chriftlichen Concilio billig und Chriſtli⸗
Ken Rechtens zu feyn, dahin aud) die Sachen
zu Ausführung beyderſeits von wegen des Zwie⸗
ſpalts gegen dem Pabſt gehören.
45. Diemweil auch Julius Pflug der from
men Leut, der Stände vom Adel und Städte
Fein Chriftlicher Bifchof vorhanden, eindringen! Pflicht thut anrühren: fo fol durch göttliche
möchten, zu der gefchehenen Verordnung, aus| Verleihung fo viel Bericht wider das ımd an-
unvermeidlicher Nothdurft, dem Allmächtigen) dere feine gefuchte Fürmendungen an Tag gege-
zu Lob, und dem Cpriftlichen Volk zu gute, ben werden, Daß er, und männiglich befin-
bat müffen gefchritten werden; mie denn auch| den foll, daß fie ſich als gottesfürchtige Chrift-
die Epriftlichen Prediger des Stiftes das ganze| liche Biderleut, ſo GOtt und die hoͤchſten Din⸗
Jahr, dieweil der Stift eines rechten Bifchofs| ge — wie einem jeglichen Fon ge⸗
| uͤhrt,
—
€
122
uoͤhrt, gehandelt, und ſich bierinnen gehalten
haben, RE
46. So viel aber anlanget des, Stifte und
- eines Bifchofs zu Naumburg Verwandtniß und
Pſfucht gegen dem Reich; dieweil aus obbe⸗
rüuhrtem Bericht gnugſam vernommen, daß
des Churfuͤrſten zu Sachſen Gemuͤth
dem Reich etwas an ſeinen gebuͤhrenden und darzu wider
Gerechtigkeiten zu entziehen: fo ihr Wiſſen.
Gleichniß Iche Suͤnde wir wol gerne wollten demuͤthig⸗
hergebrachten
wollen ſich Se. Churfuͤrſtl. Gn. in
TEap. 16. Don den Dekränkungen der Droteffanten,
hoͤlſchſten Waters, Des Pabfts, dag wie
einen Biſchof im Stift Naumburg ordine
vet und eingeweyhet haben, ohn allen Ehre
ſem, auch ohn Butter, Schmalz, Speck,
m.
Ther, Schmeer, Weyhrauch, Kolen, und
niche ijt, was derfelben groſſen Heiligkeit mehr it:
ihren Willen; doch nicht ohn
Fur welche groffe, ſchreckli⸗
zu E. Chur⸗ und Fuͤrſtl. Gn. auch Gnaden und lich Bitten um Ablaß und De ,
Gunften freundlic und gnaͤdiglich verfeßen, mangelts uns an 4 zwey es
fie werden Diefelbige Sahen auf die Wege,
auch Stand bleiben zu laflen ‚ betrachten hel⸗
fen; damit Se. Churfuͤrſtl. Gn. und das Haus
zu Sacıfen wiederum euch bey ihren Gerech-
tigkeiten, fo fie am Stift Naumburg, und def:
cken der Buſſe: Erftlich, daß ung folche
groffe Suͤnde nicht will noch Fann reuen
oder leid ſeyn, fo doch ohne Neu und Leid
feine Sunde vergeben werden Fann, wenn
ſelben Bifhofs halben, von Alters herbracht gleich auch das Paͤbſtliche Ablaß mit feinem
und haben, deren
auc) gemeldt Haus zu Sach: | ganzen grundlofen Ablaßkram und Schatz
fen bisher in unentfegten Gewaͤhren und Poß möchte verkauft oder umſonſt mitgerheilet
feß blieben ift,
ſich in deme alſo erzeigen, wie ohne Zweifel
ein jeder, fo ihne dergleichen belangte, von
dem Ehurfürft zu Sachſen gerne wollte gethan
haben ‚ auch die Billigkeit erfordert. Solches
find ©. Ehurf. On. um E. Ehurf. und F. ©.
freundlich, und um Die andern aber &. G. und
Gunften, mit Gunft, Gnaden und allem Gu⸗
fen zu verdienen geneigt, Datum, tr.
Ew. Chur: und F. On,
Gn. und Öunften.
Gr unterthänige und ganz
willige
Des Ehurfürften zu Sadfen und]
=. Burggrafen zu Magdeburg ver-
2 ordnete Raͤthe zu Speyer.
1257.
-D. Wert. Luthers Schrift: Brempel,
"einen rechten Cheiftlichen Biſchof zu weyben;
geſchehen zu Naumburg den 20.
| Tan. 1542
D. Wartin Luther.
; ; I.
Ss armen Keber haben abermal eine
32 groffe Suͤnde aufs neuebegangen wis
der die hoͤlliſche, unchriftliche Kirche Des aller⸗
fortan auch gelaflen werden, und | erden.
Zum andern, find wir auch ſo
ſchwach (wiewol fie e8 vielleicht twerdenvere
ſtockt heiſſen,) im Glauben, daß wir ſchlecht
nicht gauben koͤnnen, daß uns ſolche ſchreck⸗
liche Suͤnde mochte von ihnen vergeben wer⸗
den. Wer aber nicht glaubt der Suͤnden
Vergebung, dem Eonnen fie nicht vergeben
werden: müffen aljo in diefer unfer Sünde
ſtracks und endlich verzweifelt, ohn alle Gna⸗
de und Barmherzigkeit des hoͤlliſchen Vaters,
verdammt bleiben. Amen, das helf uns
GOtt, Amen.
2. Wiewol wir fuͤr ſolche und dergleichen
Suͤnde, die wir froͤhlich erkennen oͤffentlich
beichten und bekennen, nun länger denn 20.
Jahr haben ſchwere Buſſe gnug thun muͤſ⸗
sen, da fie unſer Blut vergoſſen, mit Mord,
henken, ertraͤnken, Eopffen, brennen, raus
ben, verjagen, und allerley Marter, zus
legt auch Durch Maͤynz und Heinz Mord»
brenner, uns (wie ſolchen groffen Paͤbſtli⸗
chen Heiligen ziemet, GOtt zu verfolgen,)
wohl zuplagt haben, Dafür (GOtt Lob!)
nicht wir, fondern fie, Die Feufchen, arten
EN eis
Äh De
7 I. Abfehn. Durch) die Eammergerichtsproceffe zu Speyer. 125
Heiligen, follen und muͤſſen Rechenſchaft ges perdammten Ketzern die Weyhe oder
ben an jenem Tage. Denn ihnen ift da- Ordination anzunehmen? N.
gegen wiederum auch ein Feur bereitet, das| 4. Ich will hie den Juriſten geiftliches
fich nicht fo loͤſchen laſſen wird, wie ihr Seur, Rechts ihre Difputation laffen, als davon
doch zulegt muß fich loͤſchen laſſen. Wir ich nichts weiß, auch zu wiſſen nicht begeh⸗
haben (GOtt Lob!) das Vortheilz ohndaß re; ich will als ein Theologus, oder (ron fie
ich bitte, daß die Mordbrenner, Pabſt, es ja fo haben mollen,) als ein Ketzer und
- Mäynz, Heinz, famtihren Schupen, folhes abtrunniger Papıfl, Davon reden. Auf die
nicht glauben. Denn warum wollten fie erſte Frage iſt Eurz und leicht geantwortet
denken, daß ein GOtt ſeh, vor dem ſie hie durch die erſten drey Gebot: Du ſollt kei⸗
müßten ſich fürchten und zittern, und dort ne andere Goͤtter haben, Du ſollt den
ewig heulen umd brennen? Laßt fie gehen Namen deines GOttes nicht mißbraus
und fahren, fie find auf der rechten Bahn. chen. Du follt den Seyertag heiligen,
Nicht, daß ich ihr hiemit fpofte; da behuͤte Welches unfer Herr Chriftus mit andern
ſpricht Sprücdhw. 3,34; Zr wird der Spoͤ⸗
am Tage und offenbar, und werden viel-
leicht andere wol befchreiben. Cs wird fid)
habs auch noch nie gethan, ohn was mit
mich GOtt für, es thats denn der Heilige Worten alfo deutet, Matth. 7,15: Huͤtet
euch vor den falſchen Propbeten, diezu
euchtommenin Schafskleidern, innwens
dig aber find fie veiffende Woͤlfe ꝛc. Denn
hie wird nicht geredt von Sünden, fo inder
andern Zafel Moſis verbaten find; fondern
vom falſchen Gott, von falfchem Gottes,
dienft, von falfchem Brauch goͤttliches Na⸗
mens, von falfcher Deiligung feines Worts:
und find hie nicht dunkele noch deutelduͤrfti⸗
ge Wort; fondern duͤrre und helle fpricht
GOtt felbft ein Urtheil daher und frey herz
aus, man folle Feinen andern Gott haben,
Feinen andern Gott nennen, einen andern
Sort hoͤren: er wills allein feyn (tie ers
auch) iſt); feinen Namen will er allein has
Geift durch meine Feder, wie Galomo
ter fpotten, und den Elenden Buade ge
ben. Sonſt duͤrfte ichs wahrlich nicht thun,
Worten gefchehen ift. Denn ich weiß, dab
fie Briefe und Siegel dafur haben, Dre
cket, Drecketal, Bullen und Bücher volls
auf, die es höchlich undernfklich verbieten.
3. Wolan, wir wollen von der Sachen
etwas reden um der andern willen, die un,
fer Gemüth und Meynung zu wiffen begeh-
ven. Denn die Sefchichte ift an ihr feibft
freylich fragen: Ob wir bierinn Recht ben (mie er auch haben fol); er will allein
und Sug gehabt haben, wider des Ca; |predigen und gehoͤret feyn (wie es auch billig
pitels freye Mahl (wie mans nennet, ) und ung armen Menfchen zu wuͤnſchen iſt).
einen andern Biſchof zu waͤhlen, und Das heißt Chriſtus, unfer Here, unshis
. damit fie ihrer freyen Wahl zu entſetzen, |ten vor falichen Propheten, das ift, Die einen
und aus der Gewähr zu heben? Und: falfchen Gott, falfchen Brauch GOttes Nas
Ob die Glieder und Stände des Stifts, mens, falfchen Gottesdienſt und Wort predi⸗
ohn Derlesung ihres Eyds und Pflicht, gen. Darzu verbeut ers fo hoch, und draͤuet
dem Lapitel im Fall des abgejtorbenen fofehr, wo wir andere Götter ehren, Ioben
Biſchofs (tie fie fagen,) gethan, baben und hören, daß ers big ing dritte und vierte
einem andern bulden und ſchwoͤren moͤ⸗ | Gefchlecht, nicht vergefien noch ungerochen
gen? Zulegt; Obs vechtfey, von folchenilaffen will: en
Bu 5. Wol⸗
126 Cap. 16. Don den Bekraͤnkungen der Proteftanten. en
05 Wolan, ift das wahr, wie wir (ſo Du follt Feine andere Goͤtter haben; und
Chriſten feyn füllen,) nicht zweifeln Eonnen ;| Match. 7,15: Ihr folk die Woͤlfe niche
der Pabſt und Teufel mögen dran zweifeln, hoͤren fondern euch büten vor ihnen,
def fie von mir ungehindert feyn follen: ſo 7. Willhierüber zur Naumburg ein Bis
iſt mit ſolchem Donnerſchlag göttlichen Ur ſchof feyn, Der dafelbft Fein Volk noch Kies
eheils nicht allein Biſchof und Capitel zur che haben fol noch Fann (weil er ein Wolf
Naumburg, fondern auch Pabſt, Cardi⸗ iſt, und die Kivche von ihm zu fliehen fehuls
nal, und alles, was-in ihrem Regiment iſt, dig ift vor GOtt): fü mag er fich wol einen
nicht allein entfegt, fondern ganz zur Holen |Bifchof aufs Papier ſchreiben; doch daß er
ewiglich verdammt, mitallen, Die ihnen ges ewiglich verdammt heifle vor GOtt und der
horchen. Unduns, die wir im untern Stand Kirchen. Wiederum, welche einesfoichen
find, eben ſowol bey demfelbigen ewigen hoͤl⸗ Bifchofs Kirche ſeyn, undihn hören wollen,
lifchen Feuer verboten, . fie nicht zu hoͤren, die mögens auch thun Cohne meine Hinder⸗
- noch zuleiden, fondern zu meiden und zuflies niß); aber Doch fo fern, daß ſie wiſſen, fie
ben; tie unfer HErr ſpricht: Huͤtet euch 5 ſeyn eben eine Ehrifkliche Kirche wie Die Juͤ⸗
und GOtt durch Mofe: Du ſollt Beinen den und Türken, famt ihrem Bifchoffe zum
andern Bott haben. Wo nun Gott hoͤlliſchen Feuer verdammt. - Denn da ftes
gebeut, daß ein Prophet, Prediger, Bir het das Urtheil: Bu ſollſt Keine andere
ſchof, oder wer das Wort und geiftlich Ner Goͤtter haben; oder, ich willein eiferiger
aiment führet, nicht lehren ſoll, (ſo er andere GOtt feyn x. Wer diefen GOTT nicht
- Götter ehren und lehren roill,) dem ift frey⸗ fuͤrcht, Der thue mas er will; aber wie lan»
li) das Handwerk gelegt, und er feines |ge ers thun wird, fol fich wol finden, ehe ers
Bißthums entfest: nicht vom Pabſt oder meynet. A:
Känfer, ja nicht von Engeln; fondern von| 8. Hierzu waren wol mehr Sprüche der
der hohen, ewigen, göttlichen Majeftar ſelbſt, Schrift zu führen; aber es follte billiggnug
da er urtheilet und donnert alfo: Du ſollt daran feyn, wo man einen Spruch der hos
nicht andere Götter haben, noch meis hen GOttes Majeftät wüßte, darinn er fer
nen Namen mißbrauchen. nen Willen offenbart, was er wollte gebos
6. Alfo auch, wo GOtt gebeut, daß die ten und verboten haben. Doch, Damitdie
Ehriften folche falfche Propheten, Prediger, Papiſten nicht denken, mir brüften ung als
Biſchoͤffe, nicht hören follen, da ift Biſchof ſo mit einem oder zweyen Sprüchen ‚den Leu⸗
‚ und Bißthum gefcheiden, der Biſchof entz ten das Maul zu fihmieren: fo, wollen wir
fest, das Bißthum von ihm geriffen ; und noch etliche einführen, denen fie eben fo wer
nicht allein erlaubet, (das ware ſchlecht Inig widerftehen füllen, als den vorigen. So
Ding,) fondern gegivungen durch GOttes ſpricht der HErr Johannis amıo, 27: Weis
Gebot, fich von ihm zu fondern, und ihn Ine Schafe hören meine Stimme, einem
für Eeinen Bifchof, fondern für einen ABolf, | Sremden aber folgen fie nicht, fondern
“ja für einen Teufel zu halten. DIE alles fliehen vonihm, denn fie Eennen der Frem⸗
ift ja nicht mein Wort oder Meynung, (dev den Stimme nicht. tem: ch Eenne
ich ein Ketzer heiffen muß,) fondern GHOt- die Meinen, und bin bekannt den Meinen,
tes felbft Wort und ernſtlich Gebot, mit Sie fliehen (fpricht er,) von den Fremden,
Drauen und Zorn beſtaͤtigt, da er ſpricht: und Eennen der Fremden Stimme nicht, das
| = beißt
1228 IL Abfehnite, - Durch die Cammergerichtsproceffe zu Seyer. 129
"beißt ja auf Deutſch ſo viel ‚geredet: Die fest, verwirft, verjaget Cja erwuͤrget, er-
‚Schafe oder Kirchen follen fliehen und mei⸗ traͤnket, erhenket, mordet, mordbrennet 2x.)
den die Fremden; thun auch de fa&to recht alle die, fo feines hoͤlliſchen ftinkenden Lochs
dran, weil der HErr fie felbft an demſelben Dreck und Lügen nicht predigen noch Ihren
Ort die Fremden heißt, Diebeund Morder, |wollen : und der rechte GOtt ſollt ihm fo laſ⸗
die nicht: anders Eommen , denn zu ftehlen ‚fen aufdem Maultrummeln von dem Teufel,
wuͤrgen und umzubringen; aber die Schafe | daß er müßte in feiner Kirchen leiden, und niche
haben ihnen - nicht gehorchet. Gokentfegen, was der Teufel hinein ordnet oder
den fienun fliehen, meiden, und. nicht hoͤ⸗ ſchmeiſt? fo waͤre er Doc) ja ein armer Gott.
ven, fo haben fie freylich Macht und Recht, 10. Aber was darfs viele Worte? Man
ihren Wolfsbiſchof zu entfegen, eben da⸗ ſehe alle Propheten an, miefieentfegen, ver⸗
mit, daß fie Macht und Recht haben, \bieten, wehren, falſche Propheten zu hören,
ihm nicht: gehorfam zu feyn, ja vielmehr und das: Volk aud) von den ordentlichen
(wie deoben gefast,) durch GOTTES | Vrieftern ziehen, unangefehen daß fie GOt⸗
Gebot gezwungen, ihm zu widerſtehen ſchwei⸗ tes Prieſter waren; aber weilfie falfch lehr⸗
‚ge denn gehorfam zu feyn. Wo aber Ge-|ten, gar nicht zu hören, noch Prieſter wa⸗
horſam weg ift, da ift der Biſchof nichts ‚|ven. Denn man muß Cfagen Die Apoftel,)
weil ohne Gehorfam Fein Volk, Feine Kir⸗ GOtt mebr denn den Menfchen gebors
ce, Feine Verſammlung feyn Fan. chen. Und fielen nicht allein fie felbft ab
9. Alfo bat er auch durch Hoſea c. 4, 6.|von den Prieftern, fondern Iehreten wider
geſagt zu feinen Bifchöffen oder Prieſtern: ſie; zogen das Volk von ihnen, und mach⸗
‘Du repulifti fcientiam, repellam er ego te, ten eine Kirche, GOtt gehurfam: Titten
neSacerdos meus fis: Willt du von mir auch drüber, was fie leiden ſollten; frage»
nicht predigen, und mein Wort verwerfen, ten nichtsnach der ordentlichen Gewalt ‚daß
fo will ich auch. dein GOtt nicht fenn, und durchs Gefes Mofis das Prieſterthum und
fole auch nicht mein Vriefter oder Bi⸗ Bisthum zu Serufalem geftiftet , durch
fchof ſeyn. Das iſt, Stuf um Stuͤck: David, Salomo undalle Könige und Pros
wer andrer Götter Biſchof feyn will, der |pheten, ſo viel Fahre her beftätiget war ;ja,
‚fol den vechten GOtt auch nicht zum GOtt ſie mußten nichts darnach fragen, weil ſich
haben. Wer vom rechten GDtt nicht pres | hie der Zank uͤber diefem Hauptftück hub, ob
‚digen will, der mag vom Teufel predigen, Iman GOttesWort föllte verleugnen, oder
das ift, des Teufels Bifchof feyn. Das hoͤren, das ift, einen andern Gott haben
‚heißt, meines Dünfens, ja getoaltiglich ge⸗ oder nicht. Da fehleußt fichs nach dem er»
fehieden, Bifchof und Bistum, den Bi⸗ ſten Gebot, man folle und müffe allein GOtt
fchofentfeßt, und verboten ihm zu geborchen ,Igehorchen. Will Caiphas, Hannas, Bir
weil er GOttes Wort (darzu er doch allein latus, Herodes, Kaͤyſer, Pabſt und Die
beruffen) verwirft und verfolget. Und wer ganze Welt nicht: da liegt nichts daran;
kann den frommen lieben GOtt verdenken laß fie fahren, fleuch du, und gehorche GOtt
daß er in feiner Kirchen ſolche falſche — iſt hie durch ſein Wort Richter, ſetzt ab
fe oder Prediger verwirft, und verbeut zu die Gewaltigen vom Stuhl, zerſtreuet die
hoͤren? thuts doch der Teufel durch Pabſt, Hoffaͤrtigen; wie die Mutter Gottes Maria
Maͤhnz, Hein und ihres gleichen ‚und ent⸗ſinget in ihrem heiligen Magnificat. Wer
Lutheri Schriften 17. Theil, J | GOtt
130 a ? Cap.ıc. Don den ee er me er R wer 2 me |
EHDtt nicht hören will, der ift ſchon dahin, |feiner-Ricchen, feßt Biſchoͤfe und Capitel 3
- aus feinem Reid) verftoffen; verdammt ift, ab, was er ketzeuſſch achtet; und will gar
wer demſelben folget, und denſelben nicht rreflich hoch recht damit gethan haben. Und
Bon oder verlaffen will. der wahre, rechte, ewige GOtt ſollte in ſeiner
Und was macht der hoͤlliſche Vater Kirchen leiden die ‚fo feine göttliche Majeft. und
keisft in feiner hoͤlliſchen Kirchen? Entſetzter Namen wiſſentlich und oͤffentlich laͤſterten,
nicht alle Biſchoͤffe, Aebte, Pfarr—⸗ fein Volk verfuͤhreten fein Reich zerſtoͤreten
herren, und was nur ein Aemtlein in ſeiner den Teufel an ſeine Statt ſetzten und anbete⸗
Kirchen hat wo er fie fürKeger oder abtruͤnni⸗ ten: auch nicht allein ſolches leiden (wie er oft
ge Lehrer feines Gottes Mauſim findet? Und thut,) ſondern recht und gut laffen ſeyn, an⸗
verbeut den Leuten, abſolvirt ſie vom Gehor⸗ nehmen und belohnen, auch eroiglich dawi⸗
ſam, Pflichten und Eyden, ſo fie gethan; der nicht thun, noch den Teufel zulest aus»
ja, er lobet und begabet fie mit Ablaß und treiben, oder feine Kirche fegen und rechte
Snaden, daß fie fich von folchem Ketzer wen⸗ Bifchöffe und Rehrer fegen. So müßte er
denundihnverlaffen: gebeut ihnendarzu,daß wahrlich zuvor fonderlich die erften drey
fie follen ihn, als von der Kirchen verdammt, Gebot aufheben, und fich feiner rechten Gott⸗
verfolgen, verbrennen, und bis in Abgrund heit Auffern und ganz verleugnen. Sa, da
der Hölle verfluchen. Wie er dem heili⸗ harre auf, bis er das thun wird Er bat
gen und rechten Bifchoffe zu Prage, Id⸗ |der Engel nicht verfchoner noch der er»
hann Huß, und vielen der Unfern gethan hat. Iften Welt, fpricht St. Petrus 2 Epifk. 1.
Ueber das thut er noch wol mehr, greift ing |v. 4.7. Er hat feiner Stadt Serufalem und
weltliche und hausliche Regiment, (das doch feiner, natürlichen Zweige und- Glieder vom
weder Biſchof noch Kirchen gebtihret ,) fest \Geblüte Abrahams nicht ewiglich verſchonet;
Kaͤhſer, Könige, Fuͤrſten ab; ſcheide Mann und ſollte dem Teufel und ſeinen Öliedeen
amd Weib yerreiffet Die Che, hebt auf Ge⸗ ewiglich fehonen und belohnen?
horſam, Pflicht und Eyd; obgleich da Feis) 13. Wiewol dem Capitel zu Natmbuig, |
ne Reberen, fondern allein ein Ungehorfam auch beym Leben des Bifchofs Herzog Phi⸗
funden wird wider feine muthwillige teufeli- lips zu Bayern und Pfalzgrafen ꝛc. dieſe
ſche Drecketal und vermaledeyete Bullen: Vermahnung geſchehen, oder vielmehr un
fo rein und veft willen feine Kirche haben. terthänige Begierde wider ihr woͤlfiſch Res -
Denn, ob GOtt und feine Apoftel und Pro- | giment vorkommen, daß fie doch wolltenver-
Dheten, auch die rechte Kirche, wol verwer⸗ goͤnnen GOttes Wort zu lehren, weil ſie es
fen, abfesen und fliehen die Ketzer oder fal⸗ ſelbſt, wie fie fehuldig, nicht chun noch be⸗
ſche Biſchoͤffe und Kirchen: fo greifen ſie doch ſtellen wollten. Aber wie fie ſich darwider
nicht in die weltliche und haͤusliche Regiment; erzeiget, gewehret, verfolget, und (die
laſſen Koͤnige Könige, ae Che, Stän: Bahrheit zu fagen,) allerley Muthwillen
de Staͤnde bleiben, Leib, Reben, Gut Igetriebens Das roiffen ſie wohl, mo fie ein
und Ehre 2c. wie wir bisher auch) gethan, Gewiſſen hätten; bis daß die zu Naumburg
Gott Lob!) mie fehr wir aud) ung vom und Zeiz, neben andern Städtendes Stifte,
Pabſt gefondert und geflohen, auch das Volk gezwungen find , ihren Erbſchutzherrn und
vom Pabſt geriffen haben, durch GOttes Landsfuͤrſten anjuruffen, und alſo durch deſ⸗
Wort, das er nicht hoͤren noch Teiden will. felben Hülfe und So Das heilige Evans _
12 Soiches (fage ich,) thut N, geli⸗
73% II, Abſchnitt. Durch die Cammergerichtsproceffe zu Speyer. 133
gelium, wider des Capitels Willen ‚befom-|laffen. Aber fo follen die hohen Leute reden,
men. "Doch immerfort des Papiſtiſchen wenn fie am Ende find und fallen müffen,
Eadpitels und ihres läfterlichen abgöttifchen |nach dem Lied der Mutter GOttes Luc. 1,52:
Anhangs Kurtifanen, und etlicher groffen ho, | Er ſtoͤßt die Gewaltigen vom Stuhl,
hen und dreiten Huͤten Zorn, nicht allein un⸗ Denn wer hoffartig ift, er ſeh Kaͤhſer Koͤ⸗
—8 ſondern je länger und mehr erbit- |nig, ‘Fürft, Here, Adel, Bürger, fo har
tert und ergrimmet ift (davon mir nichts zu |fein Ding gewißlich fein Ende. Denn GOtt
wiſſen gebührt, weil ich Fein Prophet Eli- \Fannund will Hochmuth nicht leiden , fpriche
faus bin). Denn ich mein Lebetagniemals| Santtus Petrus; Deus fuperbis reſiſtit,
bin in ihrem heimlichen Math geweſt, ohn | Petr.s,s. hat auh Macht undGerwaltgenug,
daß ich weiß ohngefehr, was fie denken und | fie zu ſtuͤrzen, wie er bisher auch fo viel groffen
bey ſich vathichlagen ; es ware denn zu Naum⸗ | Königreichen gethan Doc) wer nicht hoͤret,
burg im Eapitel geichehen, Daß Des Neis der mag erfahren, wie jene alle erfahren haben.
bes Saamen und der Schlangen Saamen| 15. Hat doch das Roͤmiſche Reich müffen
ſich heimlich vertragen hatten, ohn Gottes |fallen, eben da esam huchiten ſtund und Hof
des Vaters Allmächtigen, Wiſſen und faͤrtig waren, und hieltens gewiß dafür, es
. Willen, und ich alfo_ betrogen feyn müßte. |follt heiffen: Imperium fine fine dedi; wel⸗
Sonſt bin ich guter Hoffnung; eg ſolle ihnen ches auch nad) der heiligen Schrift vor allen
fehlen, und des Weibes Saamen mit der das eiferneundmachtigfte Reich geweſt, des⸗
Schlangen Saamen in Ewigkeit uneins und |oleichen die Welt nicht gehabt. Und wahr.
feind bleiben, darzu auch eines des andern | ifts, Roͤmer find Leute gemefen, dagegen ans
heimliche Anfchlägeund Gedanken verftehen ;|dere Krieger fehlechte Krieger, und die Tür
mit dem Vortheil, daß des Weibes Saaz |fen rechte Weiber find, unangeſehen ihre .
mien die Mache zuvor behalte, daß ſeine groſſe Hoffart. “Die Roͤmer haben nicht fo
heimliche Rathfchläge und Gedanken der |mit Vortheil und Tuͤcken oder Nänken ges
- Schlangen ind ihrem Saamen nicht ehe kriegt, fondern dem Feind die Nafen und
ju wiffen werde, denn ſo es ausgericht und | Stirn frifeh und fröhlich geboten, und hints
ins Werk bracht, und fie verloren haben. an gegangen und gewaget, wie fülchem eis
Wiederum, die Schlange , famt ih» [fern Volk (von GOtt alſo genennet,) gezie⸗
rem Saamen und Schupen nicht laͤnger Fon» met, auch denn, wenn es verloren oder ver ⸗
ne ihre hohen Elugen Gedanken verbergen zagt geweſen iſt. Solches ift von den Tuͤr⸗
noch fehmucken, denn bis fie es anfahen ing ken, Griechen, auch Hannibal nicht erhoͤ⸗
Merk zu bringen. So gehets alsdenn wie ref, noch von Feinen Kriegern ; dennoch has
der Pfalter faat fie ſollens nicht zur Helfte |ben fie muffen fallen... x
bringen: Bf. 55,24. Denn ich gedenke noch 16. Derohalben möchten unfere Biſchoͤf⸗
wol eines Worts das ein Kurtiſan redet, fe und Domherren ihr Pochen auch wol maͤſ⸗
nemlich alſo: Ach was ſagt ihr! der Pabſt ſigen. Denn GOtt lebet noch, der die eis
iſt mächtiger in feinem kleineſten Finger we⸗ ſerne Roͤmer zerſchlagen hat. Cr wird frey⸗
der ale Fuͤrſten ganzes Deutſchen —— lich, auch einen fleiſchern, ja papirenen Pabſt,
Auf ſolche Mache, will ich ſchier glauben ,| Bifehof und Domberren zufchlagen Eönnen;-
doß ſich das Naumburgifche Capitel und\ifts anders nicht bereitan gefehehen; fonders
andere mehr verlaffen haben, und noch ver⸗ lich im Rath der Irim, wie ſie Daniel nen⸗
ke 2 J 2 —— net,
134 > Cap. 16: Re errang der’ ————— Er — Er
net, das Mi im Rath der Engel; fo die Welt | Mäynz und Kurtifanen unter feinem Schus J
regieren und der Kirchen huͤten. Denn der affen mauffen,, meuchelen und machen alleg,
Tuͤrk ſolls auch nicht lang mehr machen, was ſie wollten, beyde, wider die Kirche zur
weil er ſo ſtolz i iſt worden über die elenden Naumburgund Schußheren des Bißthums,
Ehriften; die Irim follen ihm geben, wie er | die Doch das Evangelium beydeangenommen,
verdienet; Davon jegt nicht zu ſchreiben. vor GOtt und der Welt, wider Den Pabſt
17. So if zum fonderlichen überflüßigen Ders | und feinen Anhang, Öffentlich befannt haben.
mahnen dem Kapitel zur Naumburg, da fie) 18. Sa, fürwahr, dasmüßte maneinem
einen neuen Biſchof, ihre freye Wahl zu Papiftiichen Eapitel und vffentlichen Feinz _
erhalten und mehr denn zuvor zu ſtaͤrken er⸗ de des Stifts und feines Schutzherrn, das
waͤhlet hatten, Durch den Landesfürften und ift, der Kirchen und Evangelii, alſo laffen
Schupheren: treulicher und Ehriftlicher Mey⸗ gut feyn, und helfen vertheidigen. Das
nung angezeiget, daß Die erwaͤhlte Perſon, heißt doch ja zumal eine grobe, groſſe, un⸗
als den Papſten und Feinden verwandt und verſchaͤmte Unkeuſchheit angemuthet, daß ich
vereydet, nicht zu leiden noch zu dulden waͤ⸗ ſollte verleugnen und verfolgen das Evange⸗
re. Derohalben gnädiglic) begehret , ſie, lium, um des Teufels Kinder und ‚böfer Leu⸗
das Capitel, wollten einen andern Chriftlis
chen Mann, der dem Pabſt nicht verwandt \willen, zu meiner Seelen Seligkeit, hät»
noch serpflicht , oder zum wenigſten der |te angenommen und bekannt; auf dab mit
licht fich, durch GOttes Wort⸗ “welches auch mir ein ſolch Spielunter dem Hütlein geſpie⸗
aus der Hoͤlle und Tod erloͤſet, ſchweige denn let wuͤrde daß, wenn ichs Evangelium haͤt⸗
te willen, welches ih um GOTTES .
en:
von falſchem abasttifehen: Erde entwirket te ordentlich mit Worten bekannt, darnach
hätte,. erwaͤhlet. Welches fie verachtet, hervor bräche, wie ichs heimlich: und mitder
und auf ihrer begangenen Wahl geftanden, | That verleugnet „und zu verfolgen helfen! ber
und Dielelbige zu Trotz und. wider den Lan⸗ willigt hätte, Sol Spiel haben ſie nun laͤn⸗
desfuͤrſten und Schutzherrn zu erhalten vor⸗ ger denn 20. Jahr ‚mit ung geſpielet; aber
genommen und alſo verſtockt, beyde, die GOtt iſt daheim geweſen bey uns, daß fie
Kirche zur Naumburg famt den. Ständen, haben muffen fehlen.
und. den Sandsfürften und Schusherennicht | 19. Ich mußts fürwahr. lachen, der arofe
wollen hoͤren noch anſehen; ſondern den Wolf, fen Kunft, da mir geſagt ward, wie nach⸗
das iſt, den Pabſt, Maoaͤhnz, und ihre Ger. demdas Eapitelzur Naumburg ſcher meuch⸗ |
fellen, durch ermählten Bifehof, fo dem Pabft lings einen neuen Bifchof erwählet, dem
vereydet und Maͤhnz verpflichtet, in. den Randsfürftenanzeigten, Doch die Perſon noch
Schafſtal Chriſti zur Naumburg einſetzen, nicht nenneten, und gleichwol um Schutz
und darinnen vertheidigen helfen, die See- und Schirm ſolcher ihrer Wahl und Bi⸗
len wuͤrgen, GOttes Wort vertreiben, und ſchofs baten. Denn da fie wußten, daß ſie
dem Dndeefutſien ſonderlich zu dieſer böfen einen ſolchen erwaͤhlet hatten: ; der dem
Zeit, im Bisthum eine Unluſt nach der an⸗ Stift oder Kirchen, dazu dem Schugheren
dern anrichten. Welches er alsdenn,, als und Fandesfürften nicht zu leiden wars;
ein Schusherr des Bißthums und Eapitels ja, auch darum eben den erwaͤhlet hat⸗
alles follte ſchuͤtzen und ſie darbey handhaben; ten, der zumider und nicht zu leiden ſeyn folls
das iſt er foll. das, Ebangelium helfen ver⸗ te; warum bitten fie um Schuß? er
folgen, den Teufel anderen, den‘ Pad, |
Abſchnitt. Durch die Cammergerichtsproceffe zu Speyer. — 137
daß nicht ihr Ernſt iſt fondern der ges beyde, Biſchof und Eapitel von ihrem
Rirchen und des Landsfuͤrſten damit. gefpot- | wolfifchen Regiment Cdas fie zu thun, bey
ethaben, als die wohl gewußt, daß der Pabſt Berluft ewiger Geligkeit, fehuldig geweſt,
(wie droben gefagt, in feinem Eleinften Sins |und noch find ,) enifegt, von ihnen fich ges
ger mächtiger ift,denn alle Deutſche Fuͤrſten: than, fie geflohen und gemieden, tie vechs
Derfelbe werde fie wol ſchuͤtzen; ohne daß ſie te Fromme Ehriftenthunfollen, nach der Leh⸗
pro forma und nach alter Weiſe die Sar- re Chriſti Matth, 7,15: Huͤtet euch vor
ven haben mollen vorftellen, als batenfie um falſchen Propheten; und Joh. io,5: Mei⸗
Schuß, den fie nicht groß achten, vor dem ne Schafe hoͤren der Fremden Stimme
Eleinen Finger des Pabfte. nicht, fondern fliehen von ihnen; wie dro⸗
20. Iſts aber ihr Ernſt geweſt, um Schuß ben gehoͤret. —
ubitten, warum meucheln fie alſo? War⸗22. Leber das, da nach Vermahnung |
umerwählen fienicht einen, der dem Schutz⸗ des Landsfürften von dem Eapitel begehret
herrn und der Kirchen zur Naumburg zu lei⸗ ward, einen andern Ehriftlichen Bifchof zu
den, und nicht zuwider fey, der des Schu⸗ | erwählen , (denn niemand hatte Willen ihr
bes fähig wäre, wie fie gar treulich vermahr nen ihre freye Wahl dazumal zu hindern oder
. met find? Oder meynen fie, ihre heimliche |zu nehmen , fondern e8 war zu thun umeine
Hliche Eluge Behendigkeit fey fo tief und |andere leidliche Perſon zum Bifchöflichen
hoch, daß fie niemand ergrunden noch begreis Amt, ) und fie halsftarviglich ſich deß weger⸗
fen könne? Nein, es iſt einer droben im Him⸗ ten, hat fie niemand, denn fie felbft, ihver
mel, ja, auch hienieden in unfern Herzen, Wahl entſetzt, dürfens auch niemand Elagen,
der die Weiſen zu Narren macht, die Klus denn ihnen felbft. Und mo fie Flagen, daß
gen in ihrer Klugheitergreift, wiedie Schrift ‚fie jemand anders, denn fie felbft fich entſetzt
jagt; fintemal diefelbigen Herzen auch des haben: fo lügen fiedran, als die Unchriſten,
Teufels Sinne und Gedanken nicht alleine oder verleugnete Chriften. Denn da fie _
tiffen, fondern auch urtheilen und verdam⸗ het GOttes ſtrenges Lirtheil, davor niemand
- men, wie Chriſtus fpricht: Der Fuͤrſt dies kann: Huͤtet euch für falfehen Prophe⸗
fer Welt ift veruccheilet ıc. ten, und fliebet, das ift, mer ein falfcher
21. Hieraus, achte ich, full es klar gnug Prophet feyn und bleiben, nicht hoͤren noch
ſeyn, daß Die erfte Frage verantwortet fey ‚| ablaffen will, der foll bey Berluft der Se
nemlich, obs recht ſey, daß die Kirche zur ligkeit nicht: gehurt, fondern verlaffen, ge⸗
Naumburg das Eapitel feiner freyen Wahl mieden und verdammt, fehweige denn ent
entfeßet, und einen andern Biſchof erwaͤh⸗ fest oder abgeſetzt ſeyn. Alſo gehet es ihnen,
let haben. Denn nachdem fich diefelbige' wie allen falfchen Lehrern, nach dem erften
Kirche vorlängft aus des Biſchofs und Ca⸗ Pſalm v. 4. 5: wie der Wind die Spreu
pitels Gehorſam gewendet, und das Evan⸗ verweht, alſo bleiben die Gottloſen im
lium, wider des Biſchofs und Capitels Ge⸗ Bericht nicht, noch die Suͤnder in der
bot, Verbot und Tyranney, Angenommen 5) Gemeinde der Berechten,
das ift, fidyaus der Woͤlfe und des Teus) 23. Und wenn die Kirche zur Naumburg
fels Gehorſam gewirkt, durch GOttes Gina | folchesnoch nicht gethan hätte fo find ſie es noch
de und durch Zuthundes Stifts Schußheren| heutiges Tages Ihuldig, und müßtens noch
und Landsfuͤrſten; haben fie deffelbigen Ta⸗ thun, En das Capitel zehen und *
fr | 3 en
—
——————
= Cap.ıs. Vonden Bekränfungen der Protejlanten. 19
hen Bifchöffe errwähleten, Die nicht Chrifklis (ſchweige Chriftliche Bifchöffe,,) feyn Eins
che Bifehöffe ſeyn Einnten, oder nicht woll⸗ nen, die den Ehriftlichen Glauben verbieten,
tens; und müßte die Kirche zue Traumburg |verdammen und verfolgen, morden, bren⸗
alfofagen: Lieben Herren vom Capitel, wäh: nen, auf eigen Werk uns bauen Iehren,
let wie ihr wollet, und waͤhlet abermal, waͤh⸗ und bisher fich nicht beffern und noch nicht
Iet taufendmal, fo Eehren wir uns an eure |buffen. tem, die da wiſſentlich und wil⸗
Wahl noch Biſchof nichts überall: er fol liglich beyderley Geſtalt des Sacraments vers
niche feyn unfer Bifchof, koͤnnen und wollen |bieten. tem, die das hohe Greuelſtuͤck der
auch ihn weder fehen noch hören ,- euch felbft | Meffe vertheidigen. tem, die Che und
auch für Fein Capitel halten, bis ihr ein | Speiſe verbieten :c. DE
Chriſtlich Capitel werdet, und uns einen) 25. Wenn hat jemals das Eapitel zur
Chriſtlichen Bischof gebet; Denn wir unsmit Naumburg in diefen und andern Stücken
eurem woͤlfiſchen Regiment nicht Eonnen be mehr fich gebeffert und gebüffet? Und niche
ſchweren, noch das angenommene Evange⸗ | vielmehr unbußfertiglich, halsftarriglich ‚reif
lium um eurentwillen laſſen fahren, GOtt |fentlich, wider den Heil, Geift, vertheidigt;
verleugnen, feinen Sohn laftern, und alfo
um fremder Stunde willen zum Teufel mit
euch fahren: und wenn gleich ein Engel vom
Himmel käme, und unsfolches heiffen wuͤr⸗
de; ja, wenn auf jeglichem Kapitelöherren
zehen himmlifche Engel ſaͤſſen; dennoch follen
fie Anathema bey uns heiffen, und wollen
und koͤnnens nicht thun; denn wider GOtt
und ſein offenbarliches Wort und ſeine er⸗
kannte Wahrheit zu thun, das gehoͤret kei⸗
ner Creatur GOttes zu, ohne dem verdamm⸗
ten Teufel, ſamt ſeinen Engeln und Gliedern.
24. Und vb fie vom Capitel oder ihres
Theils vorgeben wollten, fie waͤren Feine
Wboͤlfe, fondern ordentliche geiftliche Praͤ⸗
laten der Kirchen, von Alters herkommen,
lehreten oder thaten auch nichts wolfifch in
ihrem Negiment ꝛc. Wiewol nun offenbar
ift, daß fie feldft wol anders wiſſen, und wi⸗
darüber auch die Kirche zu Yaumburg mans
nigfaltiglich verfolget und geplagef, auch
viel argers lieber gerhan hatten, wo fiees vor
dem Schutz destandfürftens vermocht hätten;
und nun zum Wahrzeichen, und zu ſtaͤrken
ihren Wolf, einen Biſchof erwählen, der
ihre Woͤlferey wider die Kirchen beftätigen
und handhaben fol. u.
26. Und daß ich für meine Perfon auch
etwas ſage: Es verwunderte mich fehr, da
ich zur Naumburg war, von dem Mann,
Cr Zulius Pflug, der doch Dernunft,
Kunft und viel mehr Gaben GOttes gnug
hat, wol zum Pabſtthum ſelbſt tüchtig, daß
er folche ungefehickte Schrift möchte an die
zur Naumburg und das Stift ſchreiben: dar⸗
inn er groſſe Grumpen firgibt, er habe die
Wahl angenommen, wiewol befchiverlich,
und wolle alle Gnade erzeigen ; daßer doch,
der ihr Geroiffen hierinn reden: Doch will ich die Leute anfich zu ziehen, alfo ſich Hatte lafz
jest hierauf zu antworten ſparen, bis ich fe- |fen merken, er wollte fie bey dem Evangelio,
be, was ſie dazu ſagen; ſo ſoll ſich ob GOtt Sacrament, Glauben, und mas fie bisher
will,) ihre hohe Kunft an den alten Keſſel gelehrt und Ehriftlich geordnet hätten, blei—
reiben, und den rechten Ram fahen. Ich ben laffen, und ob ers nicht getrauet wider
meyne, esfollte ja gnug und mehr denn gnug, | den Pabft zu fehusen, doc) für feine Perfon
nun länger denn zwanzig Fahr überzeuget | unangefochten und ungehindert laſſen Nicht
und uͤberweiſet feyn, daß dig niche Ehriften mit einem Buchftaben hätte er —
— v
a Den —
her doch wohl wußte, daß an dieſem Stuͤ⸗ allein die ganze Heerde Schafe, ſondern auch
ee dem Etift oder Kirchen das hüchfte und ein — Schaf fuͤr ſich ſelbſt allein Recht
meiſte gelegen iſt, die Gnade aber und Herr⸗ und Macht zu fliehen vor den Woͤlfen, wo
ſchaft ſich felbft finden würden; ſonderlich es anders immer vermag, wie es auch thut,
Krebsgang gewinnet; ohne daß fiedamit wi
der ſich ſelbſt bekennen, und mit der That
und Pracht, mit Verderben der Seelen,
toelche Sheiftus mit feinem theuren Blut ers
fondern für rechte Chriften gehalten werden.
weil er weiß, daß er nicht allein verdächtig, |Foh. 10,5: Meine Schafe flieben: die
fondern auch offenbarlich'erfannt iſt, wie er Fremd en.
des Pabſtes Theils ift, daſſelbige hält und | 29. Wie, haben fi e denn auf ihrer ei
vertheidige, welches dem Stift und Landes ten Feine Juriſten, oder find fie allefamt toll
fürften nicht zu leiden ift, und doch ein ver- und thöricht worden? Unſers Theils Juri⸗
geblich Vornehmen zuletzt ſeyn wuͤrde, mit ſten und alle Vernunft fagen, es; ſolle nie⸗
folder unbußfertiger Mepnung Bio zu mand fein felbft Richter feyn; wie das viel
wer hoͤher unſer Buch, die heil. "Schrift, ver
ART Weil es denn beyde Capitel und Er |beur. Nuniftsoffenbar, daß wir find Part
Sulius, auf alle Wege die Sachen ſo un⸗ |worden wider Das Pabftthum, und fie wie⸗
gefchict und ungereimt anfahen, fo mögen |derum Part wider uns, er willnunbie,
fie ihnen felber die Schuld geben, wo es den oder fol Richter feyn? Niemandift überden
Pabft und Pabſtthum, ohne GOtt allein,
wie er ſelbſt erkennet ( garherzlich ungern).
Rum, iſt hie GOtt Richter durch fein heil.
Wort, das fie felbft müffen bekennen: wars
um wollen fie dennoch Richter ſeyn, fo fie
Part ſeyn, und bekennen, daß GOTTES.
Wort fie verdammt und wider fieift? Oder
meynen fie, wir follen ung fürchten vor der
nen, fo fich felbpft durch GOttes Wortübers £
wunden und verurtheilet fühlen? Lachen moͤch⸗
ten wir wol ſolcher Narren, oder beten fuͤr
ſo verirrte Leute; fuͤrchten folche Teufels⸗
larven koͤnnen wir nicht, es gelte Leib, Gut
oder Ehre.
30. Ja, ja, fiefigen in der Gewähr und
fich ſelbſt verurtheilen, was fieim Bißthum
ſuchen: ohne Zweifel nicht, was zur Seelen
Seligkeit Diener, fondern ihren Nutz, Ehre
Fauf
08, Dielleicht werden: fi e auch vor dem
einfältigen Poͤbel und ſonſt Unverſtaͤndigen
aufmusen, wie fie noch nicht von der Kir⸗
chen für Woͤlf⸗ und falſche Lehrer erkannt,
Sa fürwahr, das iſt weislich und wohl ge⸗
dedt! Henn die Schafe nicht eher vor den
Woͤlfen fliehen folten, denn bis die Woͤlfe Berjährung, das ift, poflefforium, pr=- _-
durch ihr Ehriftlich Eoncilium und öffentlich feriptio. Nun fagen alle Rechte, man fol
Urtheildie Schafe hieffen fliehen; da würde |Ie niemand aus der Gewähr heben x. Die
der Schafftall gar bald ledig fepn, und der will mirg zu hoch und zu ſcharf werden. Wo
Hirte in einem Tage weder Milch, Kaͤſe, kriege ich nun einen guten Juriſten und Pros
Butter, Wolle, Fleiſch noch einen Klauen |eurator? Refponderur tamen fimpliciter;
finden; "das würde denn heiffen, der Scha-GOtt iſt GOtt, der geſtehet Feiner Crea⸗
fe gehuͤtet. Was hat denn Chriſtus unfer tur weder Gewähr noch Rerjährung wider
HErr gemacht, da er uns heißt und gebeut, ſich oder fein Wort; denn er iſt ewig. Ewig⸗
vor den Bölfen ung zu hüten, ohn Harren keit aber gehet über alle Gewaͤhr und Ders
auf der Woͤhfe Soncilium? Es hat ja nicht hͤhrung⸗ Sonſt haͤtte die Schlange billig
ge⸗
Pa.
dern; da wird er euch nicht um Rath fragen.
i a. 77 15. von den — — Me 143
gewonnen wider GOtt, weil fie von Anfang ten, der IBölfe Stimme zu — und
der Welt ihren Saamen wider des Weibes wo fie es vornehmen, ſollen und muͤſſen ſie
Saamen geſtaͤrkt, und immer indie Ferſen ge⸗ eben ſowol Woͤlfe, und. zu fliehen ſeyn in ih⸗
biſſen bis daher und bis an der Welt Ende thut. rem Gebot, als die Woͤlfe felbft: denn ſo
31. Wenns zu thun wäre um die Kuh, wills GOtt haben, gegen dem alle Kaͤhſer,
wer die ſollte beym Schwanz nehmen, das ja alle Teufel, ein lauter Nichte find, wie
iſt, wenns zeitlich und weltlich Gut beira⸗ Jeſaias fast c. 40,17.
fe, da guͤlte Gewaͤhr und was desgleichen| 33. Aufs andere Stück muͤſſen wir auch
if; aber in geiftlichen, ewigen Sachen, da antworten: Ob die Rirche oder Stift zur
wir jegt von reden, ift Pofleflorium , Preferi- Naumburg meineydig fep zu ſchelten,
tio, Ius, Tuftitia, Sanktitas, Religio, ja daß fie einenandern Bifchoferwähler has
auch alle Engelvom Himmel nichts, fondernben, wider des Eapitels Wahl? Und di
allein GOtt alles und alles, alle Stunden, ift freylich der vechte Knote und Hauptftücke
alle Zeit , an allen Drten, in allen Perſo⸗ in Diefen Sachen. Denn wir wohl wiſſen,
nen. Denn er will und muß ungefangen und jenes Theils auch nicht leugnen Eönnen,
ungewaͤhret und unverjaͤhret ſeyn, oder er daß ihnen nicht zu fechten iſt um einen veche
wirds alles überjähren und uͤberwaͤhren in der] ten Ehriftlichen Bifchof, der die Kirche mit
Hölle, wie er doch ohne das thun wird am] GOttes Wort und Sacramenten verſorget; |
Juͤngſten Tage. ‘Darum ſchweiget in die, ſondern wo fieden Eyd und Gehorfam hätten,
fem Fall nur fill, und laſſet euch nicht hoͤ⸗ fo wärendie Sachen alle ſchlecht, GOtt ger
gen mit eurer Poffeion, iusacquifitum , oder be, es bliebe Kirche und GOtt, wo fie blie-
wie ihrs wollet nennen. Gott imd dieſe geiſt⸗ ben, da fragten fie nichts nach, ) fie wollten
liche Sache geben nichts drum: da moͤget mit. Naumburg alsdenn wol handeln und
ihr euch nachrichten, es wird doch nichts anz| umgehen ihres Gefallens. Es muß freylich
dersdraus. Er hat Macht, alle Stunde den |Feinen Aria haben, der folchen Bra⸗ '
Teufel auszutreiben, das füllt ihr ihm. nicht |ten viechen Fann. Ä
wehren: dazu auch aller Belt Aefen zu aͤn⸗ 34, Hierauf iſt aber unſere unverſtaͤndige,
ungelehrte, alberne, ſchaͤfliche Antivort,
Cdenn wir find gegen folche liftige und uner⸗
und Perſonen vorftellen, ſo er folches alles gruͤndliche woͤlfiſche Klugheit fuͤrwahr ſchlech⸗
—— machen und geben muß? te albere Schaͤflein,) daß geſchrieben ſtehet:
32. Das ſey gnug aufs erſte Stuͤcke. Zůtet euch vor den Propheten in Schafss.
Denn wer nicht Ohren hat, der kann nicht, Hleidern, Matth.7, ı Und flieher
hören, und wer blind ift, der kann nicht fez| vor der fremden Stimme (Lehre), Zub.
hen. Wer Ohren bat, der hat anug hie⸗ 10.9.5, Solche Iaffen wir, als die armen
mit gehöret. Es iſt befchtoffen durch GOt⸗ | albern Schafe, aufdißmal alfı geurtheilt feyn,
tes Urtheil, ein Wolf fol kein Bifchof ſeyn als die es nicht beffer voiffen noch verſtehen
in feiner Ehriſtüchen Riechen. Wenns gleich bis daß fie ung eines beffern berichten; deß
Kaͤyſer, Künige, Pabſt und alle Teufel an⸗ wir uns doch keinesweges wiſſen zu verfehen,
dersgeboten oder haben wollten : dennoch koͤn⸗ noch zu hoffen haben in Ewigkeit.
nen fie den Schafen Chriſti nicht wehren, } 35. Stehet nun diß Urtheil GOttes veſt,
w hören ihres Hirten Stimme, noch gebie⸗ als wir albern Schafe glaͤuben, daß Ba die
D,7
er willibn Ziel, Zeit, Necht, Stätte
folehret ung die Naruc, doß wir Beinem |
mie fürgebildet hätte ale ein rechter Hirte,
144 1. Übfhniet, Dutch DieGammergerichrepuoceffe u Speyer.
Woͤlfe nicht follen hören, ſondern fliehen: | 37. Aber fey du keck, trit auf, und bewei⸗
fo ehret ir, daß wir keinem ſe es. Beweiſeſt du es nicht, ſo zeiget Dein
Woife ſchwoͤren noch hulden follen. Denn ich Schreyen den Eſel anz ja, den Pabſteſel,
Fan demnicht hulden noch ſchwͤren den mir der nichts kann dennfein JE, Sea fingen,
Go0tt gebeut zufliehen alsfeinen Feind: und |deß wir nun ( GDtt Lob!) wohl gewohnet
ob ich einem Wolfe hätte gehuldet und ge: ſind, und werachteng, als die wir wohl wiſ⸗
ſchworen, der ſich unter “der Schafshaut en, wie ein Eſel zu fingen pflegt, und nim⸗
mermehr ‘anders fingen lernen Eann,‘ noch
nnmd ich hernach, wenn die Schaufshaut will Wenn ſie nun das Maul voll faflen
weg wäre, den Wolf kennete; fo muͤßte ich und fpeyen, Eyd, Eyd, Eyd fol man hals
36. Berftchet man die Steichniß nicht;
laufen und fchreyen: Odu fchandlicher, reif; ten; fo muͤſſen wir wiederum das Maul voll
ſender Wolf! mein Eyd und Hulde habe ich faſſen und ruffen: Biſchof, Biſchof, man
die nicht gethan, ſondern meinem rechten ſoll ung einen Biſchof geben. Wo kein Bir
Hirten; daß Dich der Teufel führe, 'soiehaft ſchof iſt da iſt Fein: Eyd. Wo Fein Eyd,
du mich armes Schaf betrogen, und mich oder einnichtiger Eydift, da Tann fein Meine
gu fveffen gedacht. =: 00 500 jeyd ſeyn, wie auch ein Kind wohl verftehen
kann; denn ‚Relatiua fe muruo ponunt et “
wolan fo will ichs Eläver machen ‚wenn fie |rollunt. Soll ein Eyd gethan werden , ſo
—
wiederkommen. Denn es iſt ſogar Die helle muͤſſen zwo Perſonen dazu kommen: eine;
Wahrheit, daß ich achte, fie ſelbſt ſollen ſo den Eyd thut; die andere, fo den Eyd em⸗
nichts dawider mucken koͤnnen. Denn es pfaͤhet. Fehlets an der zwo Perſonen einer,
deſe Zeit nicht die Frage oder Difputation ſo iſt der Eyd nichts: fü Die Perſon nicht da
ft, ob man Eyd, Hulde oder Pflicht hab iſt die den Eyd empfaͤhet, ſo iſt der Eyd in
ten ſolle? Wir find alyie (GOtt Lob!) den Wind, umd dem Niemand geſchworen:
nicht fo grobe Eſel, Gaͤnſe oder Enten, die iſt die Perſon nicht da, die ſchwoͤren folk, für
nicht wuͤßften, oder von den Papiſten erſt ſitzt die andre Perſon da, wie eine Zifra,
ernen müßten, daß man Eyd und Pflicht und mag ihr laſſen dieweil eine Fliege ins
° halten muffe und folle? wir habens beifer ge⸗ Maul fahren, weil niemand da iſt, der den
lehret und gefchrieben aus GOttes Wort, Eydihun. 0 2.0 nissen,
denn fie uns aus ihrem Narrentand und Die| "38. Solches muß ic) fo grob und Eindifch
cketal lehren koͤnnen; fondern das iſt die Fra⸗ | teden, wicht alsdächte ich, die Dapiften verz
ge: Obs die Perſon ſey, der man enden, ſtuͤnden es oder wuͤßtens nicht; fondern, daß
ſchwoͤren, hulden folle? oder, wo der Eyd ich Damit anzeige, wie es Die lieben Junkern
und Huld geſchehen (verführeter, betrogner | denn fie verſtehens fehr wohl, ) boͤslich und
Weiſe): Ob mans fehuldig fey zu halten, | muthwilliglich nicht wollen verſtehen; und
Dder zulaffen? Hie follten fie das Maulaufs |meynen, ſolch ihr falſch Gefehrey und nich⸗
hun, und wider ung ſchreyen, da wollten |tiges Widerbellen ſolle bey den einfältigen
wir fie gerne hören, was ihr Schreyen ver Leuten (wie es bey umſern Feinden angeneh⸗
mochte. Aber da find ſie ſtumm; ſpehen und me iſt,) ein Anſehen haben, daran ſie doch
ſchreyen doch dieweil andern Leuten die Oh⸗ bey ſich ſelbſt nun laͤngſt verzweifelt haben,
zen voll, und find trefflich Elug: Eyd, Eyd, Aber ſie denken: Helfe was helfen kann, daß
Eyd! meineydig,- meineydig,; meineydig! |Chriftus ja nicht HErr über uns ſey: no-
Lutheri Schriften ı7, Theik, K lu⸗
246.0 Eap.ıs, DondenDekräntungenderDroteflanıem ar
? lumus ‚hune regnare ſuper nos. uk: 19727. ‚fondern je eher j lieber laſſen und ſtracks
Darum gleichwie fie die Shren zuftopffen ———
und nicht hoͤren wollen unfern Bericht; ſo laßt lein die ſeyn/ ſo verbotene oder irrige Ende,
ſie fuͤrchten muͤſſen, wie ſteif ſie denſelben ver⸗
gewinne an jenem Tage: wir wollen ihre
Richter ſeyn an demſelbigen Tage, es ſey
leid. Und ihre Bücher, beyde der Theolo⸗
- und dergleichen viel. Fuͤhren darauf ein die
uns unfere Ohren wiederum zuſtopffen, und wider GOtt und Recht gethan, halten müß-
nicht hören ihr Schreyen, Bellen, Belfern, |ten, nachdem wir erfuͤhren, daß mir den
Klagen und Laͤſtern, bis daß derjenige drein |unrecht und wider GOTT geſchworen haͤt⸗
fehe, deß die Sache eigen iſt; denn wir wiſ⸗ ten? Wenn ich dem Teufel in GOttes Ge⸗
fen, daß fie nicht unſer iſt. Alſo habe ich ſtalt und Namen haͤtte geſchworen, und er⸗
nun viel Jahr her gethan, mein Bericht fuͤhre darnach, daß der Teufel geweſt waͤre,
gegeben, und dieweil laſſen D. Sau, Wi⸗
gel, Toͤlpel, Schmid, Rotzloͤffel, Teller,
ten, oder füllte meineydig heiſſen, wo ichs
lecker, Brunzfcherben, Heinz, Mäynz,imd nicht hielte? Nein zwar, ich that als ein
frommer Chriſt, ‚der folchen Eydiflöhe, und
wer fie mehr find, immerhin bellen, belfern,
fluchen und göinen, darauf ich nichts geben, ſpraͤche: Pfuy dich; Teufel; ich habe nicht
und denjenigen laffen machen, deß die Sa⸗ dir, fondern meinemdieben GOtt geſchwo⸗ -
ehe. ift, ders auch bis Daher alfo gemacht, Iren, du haft mich unter feinem Namen bes
daß fie unfinnig, toll und thoͤricht murden, zus |trogen, |
leht doch fich müffen hinter den Ohren Frauen, Id |
wenn ſie uns gleich alletödten koͤnnten; Denn zehlen, auch: in leiblichen Sachen, die taͤg⸗
der Tag ift nahe, deß wir hoffen, und den |lich-in der Welt geſchehen da man betrogen
wird durch falfche Briefe, Wort, Ende,
Bund, Pflicht c. Wie viel find allein in
achten. Solchen Trog haben twir, wider B ec. 4
ehelichen Verloͤbniſſen Falle, da man muß
ihven Trotz: es gelte frifch und fröhlich, wer.
zunichte machen ? ch muß ein lächerlich
Exempel fagen, weil wir fo grob wollen feyn;
Es gefchah zu Erfurth, da ich ein junger
Baccalarius war, Fam dahin ein Grafvon
Henneberg, der fich prächtig hielt, alfo,
denn Fein Gott im Himmel und Erden, wie
der Pabſt und die Seinen denken.
39. Und warum thut der hoͤlliſche Vater,
und fie felbft alle alfo, Daß fie Feinen Eyd Taf
fen gelten ‚Cfünderlich der wider fie ift, ) der
wider GOtt oder Recht, oder gezwungen iſt;
waͤhlete, (wie die Weiſe allggeit geweſen,
wie man ſpricht: Gezwungen Eyd iſt GOtt
die Herren alſo zu ehrem, ) ließ ſich Rector
halten, und thaͤt was ein Rector thun ſollt;
nicht lange darnach mummelt ſichs es waͤ⸗
genund Juriſten, ſolcher Sprüche voll ſind:
re kein Graf von Henneberg, ſondern ein
In malis promiſſis non expedit feruarefidem ;
Item: ĩn malis promiſſis reſcinde fidem
bald, denn die Kundſchaft Fam, es ware
Spruͤche der Väter, Auguftini, Ssfidori, |Eein Graf, fondern ein Seidenſticker Yun
und dergleichen. Warum zerreiffen fie hie- waren zu der Zeit zu Erfurt) Theologen und
mit die verbotene, oder irrige unverſtandene | Zuriften, als Doctor Hennig Goͤdde, und
Ende? Warum abſolviren fie ſolche Eyde, [die trefflichften Leute, fo. in Deutſchen Lans
verbieten darzu, man ſolle ſie nicht halten, den beruͤhmt waren, die Doch: —
eig = Behr rt ei⸗
us
1.40, Ach mer koͤnnte alle die Exempel er⸗
Seidenſticker; darauf verſchwand er auch
der; ſollen wir Chriſten al⸗
ſollte ich drum pflichtig ſeyn, daſſelbe zu hal⸗
falſchen Eyd zerreiſſen, Mahlſchatz und alleß
daß auch die Univerfität ihn seinen Rector
\
18 11. Abfehnitt Dusch die Cammergerichtsproceſſe zu Speyer. 149
Seidenfticker für einen Grafen von Henne⸗ oder Gehorſams gefchehen ſie find eben Dies
berg und ihren Rector hielten.” Hie laß ſelben vereydete Leute, allerdings wie zuvor,
ich num ale Juriſten, ja alle Welt richten, und ſtehet Eyd und Gehorſam unverbrochen.
b die Univerſitaͤt ſonderlich wir jungen Daß aber die Perſon des Biſchofs veraͤn⸗
Studenten, (die nut der Univerſitaͤt gleich⸗ dert ift, das iſt des Stifts Schuld nicht,
wol ein Corpusfind ‚) ſo ihm als einem Re⸗ fondern des Capitels und feines erwaͤhlten
etor geſchworen, ſchuldig ſind geweſt, ihn Bifchöfs, die fich felbft entiegt und des Biß⸗
für einen Rector zit halten, "und mit unſerm thums verluſtig und unwuͤrdig gemacht ha⸗
Edde ihm nachzulaufen, wo er hinliefe, ins ben, als die GOttes Wort in feiner Kir⸗
Hurenhaus oder Bubenhaus, da er gewiß⸗ chen nicht leiden wollen; ſolches beſchweret
lich auch hingelaufen iſt; oder ob mir dem! ganz und gar das Stift nichts uͤberall.
Grafen zu Henneberg den Eyd halten muß] "43. Cs'durfte auch sielleicht wol folcher
ten, weil fie ſelbſt von ſolchem Grafen zu ſcharfer und hoher Kunſt nicht, (daß ich
Henneberg nichts wiſſen wollten? Wem mich auch ein wenig hoffaͤrtig mache, und
haben wir denn geſchworen? Das iſt leicht/ [unter die Gelehrten ruhme,) wider die hei⸗
ieh) zu urtheilen „noir Haben dem rechten Rez|lige Pabftliche Kirche zu brauchen, und zu
‚tor geſchworen? Er ſey jetzt da, oder kom⸗ beweiſen, daß die zur Naumburg dißmal nicht
mehernach. Iſter nicht jest da, oder iſt ein meinehdig zu ſchelten ſeyn / dieweil fie ſchon
falſcher da fo. haftet der Eyd nicht bis der laͤngſt zuvor ſolchen Eyd gebrochen haben,
rechte Rector komme, und iſt niemand mein⸗ deß Tages und die Stunde, da fie das Ev⸗
eydig, bis er uͤberwunden werde, daß er dem angelium angenommen, und damit ſich aus
rechten Rector nicht den Eyd gehalten habe. dem Gehorſam und. Eyde (dem Biſchofoder
‚ar. Eben fo iſts mit denen ur Naumburg Capitel gethan,) gewirkt; daß fie freylich
auch jetzt gelegen. Den Eyd find fie ſchul⸗ hierinn meiner Entſchuldigung oder Raths
dig u thun ihrem Biſchof, und auch traun nicht beduͤrfen. Warum bat man fie das
zu halten; wo nicht, fo find fie billig mein⸗zumal nicht meineydig geſcholten? Denn
eydig zur fchelten. Aber wo der Biſchof nicht nachdem fie das Evangelium angenommen,
der rechte Bifchof iſt ſo haftet der Eyd nicht, auch wider Willen und Verbot des Pabftes
fondern harret und wartet, bis der: rechte ſelbſt, (will fehmeigendes Biſchofs und Ca⸗
Biſchof kommt. Dashabendie zur Naum⸗ pitels) auch bis daher fo viel Jahr dabey
burg auch gethan, und ihren Ehd, fo fie blieben, ifts klar gnug, daß fie niche allein
bisher entweder dem falfchen Capitel, oderlin des Biſchofs und Eapitels Bann und
falfchen Biſchof gethan, muͤſſen laſſen ger |Ungnade, fondern auch) in des allerheiligften.
than feyn. Aber nun fie gemwahr worden ‚| Gottes und Vaters zu Nom Bann, Fluch
daß da Fein recht Capitel oder Biſchof ift, und Ungnade gefallen find ; nicht allein mein?
koͤnnen fie dem falfchen Eapitel oder Biſchof eydig abtruͤnnige Ketzer, und was fieung
den Eyd nicht Teiften noch halten, fondern| der fchönen Namen mehr geben, ſondern
auf einen rechten Biſchof harren muffen ‚und|auch treulos und Gottesläfterer mit ung wor⸗
demfelben zu feiner Zeit thun. Das ſind ja den find, wo eg anders wahr ift, daß der
klare deutliche Worte ‚mo mans hören wollt. |hötlifche Vater zu Nom ein Gott oder Haupt
‚42. Darum ift im Stift Naumburg in der Kirchenit; mie fie ung Tehren, wir. aber
diefem Fall gar Beine Aenderung des: Eyds noch en (GoOtt Lob!) glauben, ind
2 mir
gen der, Proteftanten.,
50 TU. 0. Don den Bekkäntı
ası 6
_ Aniemun freulos, mehneybig, eben, holder Joerebet, amd vet ang befhfofen und
den Gott zu Nom; fo liegt una nichts dar⸗
on, ob wir geſcholten werden meinendig,
Math. 16,18. y
fiegelt,, wider alle Pforten der Hoͤllen
wider feine Engel, das ift, feine Bifchöffe |- 46: Nun ift ja daffelbige Buch da * —
Gott und feine Engel (wie fie der rechte Ebräifch, und nun auch Deu ſch, darinnen
hoͤchſte GOtt auch halt, fuͤr Teufelsge⸗ man wohl mag leſen und. verftehen, mas
finde. 0, ;|Ritche, und was Bifchofheiffeund feun [ob
44. Und thun zwar doch hierinn nichts jle, unangefehen des Vabftefels Drecketen
wider das geiftliche Recht, fondern nach des und Drecketal, nemlich: Daß ein Biſchof
und Curtiſanen; ; denn wir halten. folchen handen ( GOtt Lob!) Lateinifch ‚Sriechifch,
Pabſts Recht, darinn der. höllifche Water ſoll heilig feyn, predigen, täufen ‚binden:
felbft lehret, (wiewol es nicht ſein, ſondern und Iöfen die Sünde, troͤſten und hel⸗
Up
Das natürliche Recht iſt,) daß man ſoll den fen denen Seelen zum ewigen: Leben;
Eyd nicht. Halten, fo wider GOtt und Recht wie St. Paulus ‚an Timotheum und Ti⸗
gethan, fondern folle den brechen. In ma- tum ſchreibt Tim.3,2. 2 Tim. 4, 2. Tier
lis promiflis relcinde fidem ; wie droben v. 7.9. ‚Laßt nun alle Papiften zufammen
erzehlet. N ttthun, und, einen-einigen Biſchof ung zeigen,
45. Ach, was darfs viele Worte? Weiß der ſolch Buch des Heiligen Geiſtes leſe ftus
doch, ſiehet doch, fuͤhlet doch auch ſchier ein diere, und ſich deſſelben halte, predige, taͤu⸗
unvernuͤnftig Thier Daß der Pabſt und ſein fe, und der Kirchen, das ift, der. armen
Geſinde weder Bifchöffe nach Kivchenregies Seelen fich annehme: fo wollen: wir von
—
rer ſind: das wiſſen und fühlen fie ſelbſt auch Herzen gern Ketzer, Meineydige und Laͤſte⸗
beſſer, denn mans ſchreiben oder reden kann; rer ung ſchelten laſſen. Meynen ſie denn,
noch find fie fo verſtockt, und wollen ihr ei [die Hochverſtaͤndigen, daß wir ſogar Kids
sen Gewiſſen zuerſt, darnach das unfere Ike, Stöcke und Steine find ‚die nichtsvers
zwingen, wider die erfannte Wahrheit zu Iftehen von ihrer hohen NBeisheit? Beil fie
. handeln, daß fie mit uns wohl wiſſen, wie ſaber des "Buchs nicht achten, noch fich dar⸗
es vergeblich, dazu aufs höchfte verdamms nach halten , fondern in ung verdammen,
lich ift. Sie wiſſen wohl Cfage ich,) mit möchte ich gern wiffen, warum fie ſich für
uns, daß man aus Feinem “Buche lernen Biſchoͤffe und Kiechen halten wollen, oder.
kann, was Kirche. oder Bilchof ſey ohne warum fie den Eyd, Pflicht, Gehorfam,
aus der heiligen Schrift. Des Pabſts einem Biſchof gethan, von uns fodern, fo
Drecket, des Türken Alcoran, der Füden fie weder Biſchof noch Kirchen feyn wollen,
Talmud werdens ung nicht lehren, Fünneng |fondern beyde, der Biſchoͤffe und Kirchen,
auch nicht thun: Die heilige Schrift ift das ja vielmehr GOttes felbft Feinde und Ders
Buch, von GOtt dem Heiligen Geift -feis |folger , unbußfertiglich und pharaoniſcher
ner Kirchen gegeben, darinn fie lernen muß, Weiſe bkeiben wollen; ——
was fie (die Kirche)) ſey, was ſie thun, was 47 Doch dringen wir nicht fo hart dar⸗
fie leiden, wo fie bleiben ſolle. Wo das auf, daß ein Biſchof für ſeine Perſon ſoſch
Buch endet, da endet die Kirche; denn er Biſchoͤflich Amt ausrichten mußte: ganz herz⸗
ſagt: Fremder Stimme werde, feine Kir⸗ lich gerne wollen wir, auch, vor GOtt, ‚das
ehe nicht hören, Soh,1o ,5.da8 iſt jagnug auf uns nehmen, und am Juͤngſten —
N | | | hel⸗
‚helfen tungen und ——— Daß fie nicht Degeher, daß Mann und Weib von
St. Balerii €) eanpel ‚möchten nachfolgen. einander laufen, Haus und Kind und Ges
St. Balerius war ein Bifchof ; zu Nippon, ſinde laſſen; auch nicht, daß Könige, Fuͤrſten,
und konnte der Sprache halben uͤbel predis Herren, ‚Bürger, Bauer, Knechte, Mägde,
gen, begehrte aber öffentlich, daß ‚man, jes ihren Stand ändern oder laſſen ſollen, ja,
mand fuͤnde / der an feiner ſtatt predigen moͤch⸗ vielmehr gebeut, ſie ſollen drinnen bleiben;
te; da zogen fie Ct. Auguſtin herbor, und ſondern er will, daß fie anders und recht
zungen ihn, Daß er mußte Prediger feyn, gläuben, von falfchem Glauben, Irrthum,
Dh, wie froh ward der Biſchof St. Vale Abgoͤtterey, Ketzereh abftehen zc. und im
eins, Daß er folchen Prediger hatte bekom⸗ rechten Glauben, und in der Wahrheit,
men, der fich wehren fünntewider Die Ketzer, ihren Stand und Beruf, Darinnen fie find,
und die Kirchen mit: vechter Lehre befiern. joder vom Evangeliodriniien funden werden.
Wiewol da St. Auguftin erfuhr, daß die Chriſtlich und ſeliglich brauchen, daß ein
Blſchoͤffe in Griechenland darum murreten, Biſchof ſein Biſchoͤflich Amt, die Dom⸗
daß ein Prieſter ſollte predigen an Bifchofs heren ihr Canoniſch Amt ben, dazu ſie ver⸗
ftatt, (denn zu der Zeit noch blieben waren [ordnet und geftiftet find.
die Gedanken das Predigen ware das hoͤch 49. Denn das kann ich mit Wahrheit
fte Amt in der Kirchen ‚) veuetees ihn; und efihmen, daß ich mit dem frommen Herrn,
chreibt auch: wo ers gebt hätte, wollte | Furft Georgen von Anhalt, Domprobft zu
er folch Predigtamt bey Leben feines Bifchofs | Magdeburg, meinem gnädigen Herrn ‚mehr
nicht angenommen haben. Eben alſo begeh⸗ denn einmal geredet, auch gebeten habe,daß-
ren wir jest nicht mehr, denn daß die Bi⸗ |jeine Furftlich Gnade doch darzu rathen und
ſchoͤffe oder Capitel wo ſie je nicht ſelbſt kͤn⸗ helfen wollten bey den hohen Biſchoͤffen und
nen predigen oder Seelſorge ausrichten, daß Stiften, daß fie wollten darzu thun, damit
ſie es doch wollten beſtellen durch andere die Stifte nicht zuriffen wuͤrden, aus mans
tüchtige Perfonen. Dder, wo ſie das auch cherley Urſache. Denn ic) fie nicht gern fes
nicht Eönnten, doch fo viel leiden, daß vonder hen wollte zureiffen, wäre auch Deutfchen
Kirchen, mit ihrem Wiſſen und Willen, Rande nicht gut, fonderlich zu dieſer Zeit, da
tüchtige Perfonen geſucht und angenommen der Geiz Die Welt wid, tol und thoͤricht
würden, welche von ihnen geſchuͤtzt, und gemacht hat. |
nicht Verfolger wuͤrden. Lieber, was fol-| so. Was ſchadet es nun unſern Biſhoͤf⸗
len wir doch weiter einraͤumen oder mehr zus |fen, daß fie, ſolchem Exempel nach, eitel Va⸗
geben? ft das nicht gnug nachgegeben. lerü wuͤrden, und was ſie nicht koͤnnten,
48. Iſt doch unſere Meynung nicht die ge- doch durch andere ausrichteten: ſaͤhen ſich
ween, daß man die Stift: zureiſſen wolle; um, wo fie ſolche Auguſtinos kriegten in ih⸗
ſondern ein Exempel ſtiften, wie man moch⸗ ren Kirchen und wo die nicht da wären,
te Die Stifte veformiren und Chriſtlich re⸗ huͤlfen danzu, daß ſie in Schulen und Stiften
sieren. Es wird begehrt ‚(denn fo begehrt erzogen würden: blieben fie was fie find , hats
es GOtt ſelber) daß die. unchriftlichen ten was fie haben, lieſſen ab von verfolgen,
Perſonen geändert, ja vielmehr der: Perſo⸗ morden und laͤſtern nahmen Die erkannte
nen Herz und äufferlich. boͤſes Weſen gebeſ⸗Wahrheit an, hülfen darzu, daß Kirchen
* Bm; gleichwie das Evangelium wohl ns wuůrden. Denn wo das *
83 pite
*
—
Br . Eap. 16. Don den Sekvänkungen der Proteſtanten je Er
pitel zur Naumburg wie fie vermahnet,), nn
ur Nau wie mahnet,), 52. Alfo haben mein gnädigfter, und gnaͤ⸗
alfo gethan hätten, wäre ihre Wahl wol diger Herr, Herzog Johann Friederich,
blieben, ohn allen Argmwohn, und fie dieſes Churfürft, und Herzog Ernſt ‚Sebrüdere,
Aenderns wol verfchont geweſen. Muͤſſen als Landesfürften und Schutzherrn des
doch unſere weltliche Hercſchaften jetzt Noth⸗ Stifts zur Naumburg, zugeſagt und verheiſ⸗
biſchoͤffe ſeyn, und uns Pfarrherren und ſen, daß ſie das Stift wollen laſſen bleiben
Prediger ( nachdem der Pabſt und feine Rot⸗ unzuriſſen / und ein ſonder Corpus; wie es
te. nicht darzu, ſondern dawider thut ſchu⸗ bisher geweſt, halten, und nichts davon
gen und helfen, daß wir predigen, Kirchen nehmen. “Denn fie haben ſolches gethan,
uͤnd Schulen dienen koͤnnen; wie Jeſaias und wol thun muͤſſen, als Patronen des
agt c49. 23: Reges Naurrieii tui: Koͤnige Stifts, die Kirchen des Stifts bey dem
follen dich naͤhren, und Boͤnige ſollen heiligen Evangelio und erkannten Wahrheit
dich ſaͤugen; wie fie denn vorzeiten ſchier zu erhalten als rechte Nothbiſchoͤffe in ſol⸗
allzureichlich gethan, und wo das Evange⸗ chem Fall,da ein Eapitel den Holzweg will;
lium fie fromm gemacht hat, nach thun. und iſt auch ihrer Chu und Fuͤrſtlichen Gna⸗
Und wo ſolche Biſchoͤffe und Domherren den ernſte Meynung, daß es ſolle ein recht
nicht ehelich ſeyn wollten, moͤchten fie. ſo Chriſtlich Exempel werden den andern Biss
bleiben, doch nicht Hurenweſen fuͤhren: thuͤmern, ob fie hernach wollten, zu ihrer
wuͤrden fie ehelich möchten fie, von ihrem! ſelbſt und ihrer Unterthanen Heil und Gut.
Einkommen für ihre Weib und Kinder er⸗ Denn es auch wol Zeit ift, daß Deutſch⸗
fparen, das fie doch jest ſchaͤndlich mit Hu⸗ land büffet. Die Nuthe ift vor der Thür,
ren und Buben verthun; Eonnten auch wol] und ift noch wenig Buſſe vorhanden; und
mit Bervilligung des Capitels, ohn Abbruch | doch nicht möglich if, dag GOtt ſollte bey
des Stifts, etwas ihren Kindern zumenden.| uns feyn, wo wir ung nicht beffern.
Wolan es iſt ein Narrenrath bisdaherger) 43. Das fey vom andern Stück geſagt
halten, und ich bin ein Narr, Aber weil des Eydes halben. Aufs dritte: Obs auch
es Gottes Rath iſt, fo iſts eines teilen) zu verantworten ſey, daß fich der Bi.
Karren Rath. Daß aber die Bettelkloͤſter ſchof zur Naumburg ſolche feindfelige
abgehen, das iſt nuͤtzlich und noth: denn es Ketzer, und der Paͤbſtlichen Kirchen
iſt nicht allein ein unchriſtlich Weſen, ſon⸗ Apoftatas, hat laſſen weihen, oder die
dern auch eine ſchaͤndliche Nahrung, daß Hände auflegen. Ich fuͤr meine Perfon -
ſie nichts eigeneshaben füllen, und den Leu⸗ weiß nichts Guts von mir zu fagen, vielwe⸗
ten täglich auf dem Halte liegen, und die) niger zu ruhmen. Ich bin, wie alle Mens
Welt beſchweren. Wollte auch wol, daß feben, in Suͤnden und Tod geboren, unter
man der hohen groffen Klöfter, die ohne Tir) dem Teufel; Iebe auch noch, Daß ichs. gerne.
tel eines Biſchofs, Bißthum wol gleich find,| beffer haͤtte, ohn Daß ich unter dem Teufel
nicht alle zuriſſe fondern zu Schulen machte, | nichtmehr bin. Iſt was Guts in mir ſo iſts
wo es noth waͤre: das hulfe dem armen Adel ja nicht mein, ſondern meines lieben HErrn
ſehr, und würden nüsliche Leute daraus,| GOttes und: Heilandes IEſu Chrifti, deß
da jeßt eitel Baͤuche und en die Gaben ich nicht leugnen fol, nemlich, daß
Ratten und Mäufe in den Scheunen, fh] ich Die heilige Schrift Croierool wenig,) viel.
maͤſten. 1 lbeſſer verſtehe, und beffer weiß einen En
2 | Ä ichen
t. Dutch die Cammergerichtoproceſſe
fe ucch nergerichtsp u Speyer. 17
— [ 10 ET TREIITKL UST FESTER TE j PF
OF wenden, ınoDer Der Wade, Srädte Bifchäffen, Toiealbie aefehehen it
ſamt alle den Seinen — ——— reift | auch ift Die 5 das Volk, dazu au
und GOttes Wort, famt allen feinen “Bi. die Bandesfürften und Schunherren‘, elbft
(böffen, feind find, und nicht wiſſen was | perfonlich dabeh geiwefen..
ie fagen oder fesen, ı Tim, 1,7. ja, auch| ss: Sind aber die Papiften noch nicht jus
icht was fie thun oder laſſen. Wiewol fie|frieden, fo geben wir ihnen hiemit diefe Le⸗
yieruber (meines Erachtens) ſich nicht hoch Iction auf: Wenn fie ihre Paͤbſte, Cardi⸗
‚bekimmern werden; denn ihre eigene Rech⸗ |näle, Biſchoͤffe, Aebte Dotnherren und
e Tehren fie felbft, Daß der Blſchof recht. ge | Wfarrherren, von obenan bis untenausnach
weyhet fey, der von einem Simoniaco oder |rechter freyer Wahl reinigen werden von der
Ketzer geweyhet iſt; und wol mehr, fie hal: Simoney, Gunft, Practiken, Pact, Bund
ens für recht, was der fehandlichfte Wabft, und andern feheuslichen Laftern, fo bey ihnen
—* zonifacius der Achte, Julſus der Sven: derzweifelter Weite, uͤbermacht und unbeſ⸗
', Slemensder Siebente, jatverins der Teus Iferlich ift, wider ihr eigen geiftlich Recht
felgerhan harte, ‚im Amt. Denn e8 liegt \und folchen Balken zum erften ausibven
daran ob die Kirche und.der Bifchof eines | Augen ziehen: fo rollen wir alsdenn herz⸗
10, und die Kirche den Biſchof hoͤren, und lich gerne auch unſern Splitter laſſen aus»
Blhhef die. Kirche Iehren tolle... So ſiehen Wo nicht, fo werden wir Dagegen
A ER der Hände, dielfagen: Ihr Muͤckenſeiger und Kameel⸗
nen, beftätigen und bezeugen ſolches wie ein \verfchlinger,, wifchet euch zuvor felbft, Ciht
Rotarius und Zeugen eine weltliche Sache wiſſet wohl wo) ehe ihr uns die Naſen wi⸗
eseugen,und wie der Pfarrherr fo Braut und ichen heißt! Es taugt nicht, daß eine Sau
Bräutigam ſegnet ihre Che beftätiget oder be: |moill Die Taube Iehren Fein unrein Koͤrnlein
zeuget, Daß fie zuvor fich genommen haben,und|effen, fo fie felbft nichts liebers friſſet denn
öffentlich beFannt es ſey nun der Pfarhere die Galceren, fodie Bauren hinter den Zaum
‚ein Engel, oder Teufel, weil das mt ges\fesen. Das andere verfteher Ihe tohl?
ſchehen fo ift die Braut gefegnet. Wo ift in hundert Fahren freye Wahl ger -
54. Wie dem allen, die Papiſten fagen halten, und noch länger? Wer iſt Biſchof
‚foas fie tollen : fo Ift umſer Geroiffen vor daher geroefen, der es dem Pabſt nicht hat
SHtt fieper und frey, Daß mir vecht und |müffen abfaufen ? Davon ein andermal.
wohl gethan haben. Dernbenfoicher ÜBey-] 56. &o haben’ fie auch über die Perſon
he if gerweft und hat die Hände aufgelegt, des Bichoffes nicht zu lagen. Denn er
nicht allein ich, fondern auch diefe folgende iſt von Adel; daß fie nicht murren koͤnnen,
Diftheffe, oder wie man fie nennen vill, als waͤren fie mit geringer Perſon ge⸗
farrherren: Doctor Nicolaus Medter,, ſhwaͤcht; fondern greifen müffen, daß dem
aerhere und Guperattendent zur Raum / Bißthum nichts ift abgebrochen, und allein
burg; Magifter Georgius Spalatinus, zu thun geweſt ift um eine Perſon, Die taug⸗
Marrherr und Superattendent zu Alten-|lich und Chriftlich wäre: ſo iſt er auch von
burg; Magifter Wolfgangus Stein, Pfarr | GHDetreichlich begabt, in der heiligen Schrift
herr und Superaktendent zu Weiſſenfels gelehrt und wohl geiibt, mehr denn alle Pa⸗
ie der. alten Sieben Bath geinefi und Die piften auf einen Haufen: darzu eines ehr⸗
alten Canones Iehren, d ß man einen Bisibaren Lebens und freuen aufrichtigen Her,
ſchof weyhen ſolle mit Zuthun der nachften | zens,
RKiechte felbft (wenn fie aufs, befte wählen durch meinen Mund Croiewvelich nichts bin,).
38 ____ Cap.ıs, Don den Dekränkungen Der Deore
>.3
3ens,.auc) cxlebs. Daß die Päbftlichen gefehehen, fondern zur Naumburg, au
pooliten,,) müßten einen folchen Bift ofwaͤh⸗ den Staͤnden und Raͤthen des Sits an —
len: iſt auch nach der heiligen Schrift un? gezeiget, Daß nicht die Meynung hätte, dem
- fteäflich, wie St. Paulus einen Biſchof Bißthum abzubrechen. Golches hab ich
mablet, Tit. ı, 7. und ı Tim. 3, 2. Doch Jauch zu Zeig öffentlich gepredigt, daß es un⸗
Damit unſerm HErrn GOtt fein Recht vor⸗ glaͤublich ſeyn muß, daß ſolche oͤffentliche
behalten, daß vor ihm kein lebendiger Rede, Handel und Predigt, nicht ſollten
Menſch gerecht iſt, Pſ. 143, 2. ſondern vor ihn kommen ſeyn, und er druͤber ſich
alleſamt feiner lautern Gnaden und Barm⸗ doch ſollte mit ſolchen falſchen Worten oͤf⸗
herzigkeit vor ihm leben muͤſſen. fentlich dargeben. Will aber ſehen (wo ich
77. Des weltlichen Guts oder Herrſchaft leben fol,) wie er ſolches mit Ehren und,
halben (daran den Papiſten am meiſten ge⸗ Glimpf moͤge vertheidigen: denn es iſt oͤf⸗
legen ift,) habe ich droben geſagt, es ſolle das. fentlich erſtunken und erlogen, das weiß ich,
Bißthum hiemit nicht zuriffen werden, fon fürmabe; und wird er in einer folchen groß
dern ein frey Eorpus bleiben, wie zuvor, ſen Fügen, oͤffentlich und wiſſentlich gethan,
mit aller ſeiner Gerechtigkeit. Denn wie ergriffen, ſo mag er zuſehen, was man von
wir muͤſſen die Pfarrguͤter und ihre Gerech⸗ ihm halten und ſagen wird. ie
tigkeit nicht veiffen von den-Pfarren, (weil) 60. Zum andern, daß er fich ruhmen fol;
ein Pfarrherr Hande und Fuͤſſe nicht effen wie er nie wider das Evangelium gerveft ,
Eann, ) fo follen auch die Güter bey dem Biß⸗ und Ehriftlich im Stift handeln wolle; da
chum (welches eine groffe Pfarre ift,) bleis fage ich für mich: Wir haben nun länger:
ben. Denn esift beyde, Stiften, Lands, |denn ziwanzig Jahr gelernt an ſolcher ihrer.
fuͤrſten und Landen nüglich und gut, daß ſie Sprache, was _fie Evangelium, Kirche,
nicht zueiflen werden ; wie droben geſagt. Chriſtlich oder Biſchof heiffen. Und ob
58. Mir find. aber Dede vorkommen, tie wirs zuvor nicht hatten verftehen wollen, hat
Er Julius ſich folle beklggen, auch durch uns vor diefem Fahr Heinz Mordbrenner
Schriften, daß mein gnadigfter Herr, der von ihrer aller wegen fü viel Feuer angezuͤn⸗
Ehurfürft, das Stift unter ſich werfen, oder |det, Daß wirs wol haben muͤſſen fehen, waͤ⸗
au fich veiffen wolle ıc. fo er. doch dem Ev⸗ re Die Finfterniß bey uns noch fo groß. ges _
angeliv nie wider geweſt, ſondern gedenkt weſt: fie haben ung gelehret ihre. Sprache,
Ehriftlich zu regieren, Die Seelen des Stifte zu verſtehen, was fie Kirchen „ Chriſtlich
aus ihrem Verderben zu retten. Wo dem und Evangelium heiffen. Und GOtt hat
ſpo waͤre, fo wäre mirs doch ja leid fuͤr Er ſchon dagegen wiederum ein Feuer angezuns -
Julius, daß er fich fo ſchaͤndlich vergveifen |det im Abgrund der Hüllen, dabey fie auch,
füllte. mit folchen öffentlichen Luͤgen und fals Ihelle fehen und Iefen follen, toas Chriſtus in
fehen orten. ans die Kirche und Evangelium heile.
59. Erftlich, daß er meinem gnadigften] cr. Ich hure aber noch nicht, daß er ſich
Herrn Ehurfürften Schuld follte geben, er |vernehmen laſſe, er tolle das Stift laſſen
wollte das Stift unter fich werfen, und Frey⸗ bleiben, wie fie jegund lehren und glauben
beit nehmen‘, dem Neich entziehen ec. Das ift| (wie er billig thun ſollt und ſchuldig ift, too,
ja nicht wahr, Denn es ift nieht im Winkel es Ernſt mit ihm mare); fondern, — ge⸗
| | NEE | a | —
ergerichtsproceffe zu Speyer. 168
| ) zure; und hernach die Schuld auf ung fehieben
1 verforgen, Evangelio nicht wider feyn. wann ein Schwein oder .. *
Das heißt auf Deutſch, Klippern gehoͤret ders verehrt wuͤrde. Laſſet fie freſſen in
zum Handwerk. Go babe ic) jetzt geſagt, GOttes, oder eines andern Namen, daß
Daß wir ſolche Sprache mit geoffem Schar | wir nicht mit Treffen geläftert werden. Sch
den haben verftehen fernen. Wollte GOtt, gratulire auch, Daß die Zeisifche Geiftliche
wir häften fie zuvor verftanden, oder noch ſich gehorfam bezeugt. Neues weiß ich
gnug verflünden. Das fey dißmal gnug, nichts, als daß der zu Naumburg verfpros
bis ich fehe, was fie öffentlich) fagen tollen. chene Tractat, von dem Bißthum, unter
Ron ihrem heimlichen wiffen wir, daß nichts der Preffe if. Er ware längft zu Ende,
, zühmet Chriftlic) zuvegieren, die S
guts da ift. Dawider helfe uns, deß Feins
de fie find, GOtt der Vater, durch feinen
lieben Sohn unfern HErrn JEſum Chriſt,
Be Heiligen Geiſt, gelobet in Ewigkeit,
men... ——
— 1258.
Lutheri Schreiben an den neuerwaͤhl⸗
ten Biſchof Amsdorf: de d. 12. Febr.
— e Fr 154% = 2
In Chriſto vielgeliebter Herr. |
Gh freue mich auch gar fehr, daß auch
a eu mein Schreiben gefallen, nem-
lich, daß ich nicht vergeblich gefchrieben.
Dann ich wolle euch tröjten, teil ich für
euch Feine geringe Sorge trage, inngedenE,
in was für eine Laft ich euch geftecft, oder
vielmehr habe ftecfen laffen. Der HErr
aber, der durdy Thoren und Kinder Die
Weit regieret, und die Weiſen in ihrer
Weisheit zu fchanden macht, wird fein
Merk felbft vollenden Durch ung, die Aller⸗
-thörichtefte, wie wir Spruchiv. 1. genennet
werden. Es folle euch) im übrigen nicht ans
4
%
Y
‚euch nichts begehren. Ach fehrieb folches
‚von euch als Bifchof, nicht als von Ams⸗
dorfen, das ift, ich mollte nicht, daß mir |};
etwas von des Bißthums Sachen gegeben
würden, damit die nichtsmwerthe Ochſen⸗
Eöpffe Feine Gelegenheit hätten zu laͤſtern
nachdem fie alles ohne Gemiffen gefveffen,
Rutberi Schriften 17. Theil.
fechten, daß ich gefchrieben, ich wolle von]
wenn es meine neue Leibesfchroachheit häfte
zugelaffen; und was wollt ich lieber, als
daß er laͤngſt fertig ware? ch thue, was
ich Fan, willig. Gehabt euch wohl in dem
HEren, der euch ſtaͤrke. Bittet für mich.
Dat. den 12. Febr. 1542.
/ nr Hart, Luther
er ; 1259, ; S
Churfürft Tobann Sriedrichs zu Sach⸗
ſen fernerweite Schrift wider Ju⸗
lium Pflug. a
Des Durchlauchtigſten, Hochaebörnen Sür-
(ten und Herrn, „Herren Johann Sriedrichen,
Herzogen zu Sachfen, des heil. Römifchen
Reichs Erzmarſchalls, Ehurfürften, Lands
grafen in Thüringen, Marggrafen zu Meif
fen, und Burggrafen zu Magdeburg ꝛc. Räs
the Dupliquenfcheift, fo diefelden wider Er
Julii Pflugs, welcher fich für einen Bifchof
zu Naumburg vermeffentlich und unrechtlich
aus giebet / auf hievor gehaltenem Reichstag ʒu
Nuͤrnberg eingegebene, ungegruͤndete und dar⸗
nach durch einen Druck publicirte Repliquen
auf jetzigem Reichstag zuSpeyer, vor der Roͤm.
Kaͤyſerl. auch Koͤnigl. Mejeftät, Churfuͤrſten,
Fuͤrſten und Ständen des heil. Reichs vor⸗
zubringen, Befehl empfangen.
Anno 1544. =
Ay erbuchlaucheifte, Großmächtigfter und
N Unuͤberwindlichſter Kaͤyſer! Durchlauch⸗
tigſter, Großmaͤchtigſter König! Durchlauch⸗
tigte und Durchlauchtige Hochgeborne Fuͤr⸗
fter! Ehrwuͤrdige, Wohlgeborne, Edele, Ge⸗
firenge, Ehrenvefte, und Ehrbare, Ehrfame,
und nn ꝛc. Allerg naͤdigſter, Gnädigfte,
und
NER
162 — x "Cap. 16, Don den Bekraͤnkungen der rot EST TEE
sen Sreunde. gebühren u '
Sr — Dil, 6 — ie —— aee
GMachdem Er Julius Pflug, fo ſich einen tiger und beſtaͤndiger Ausführung des Haufes
| N vermeynten erwaͤhlten Bifchof zu Naum- und Churfürftens 5 Sachen ꝛtc. Intrefies; ſa⸗
burg nennet, den Durchlauchtigften Hochge- gen vorgemeldete Churfürftl. Sächfifhe Raͤ⸗
bornen Fürften und Herrn, Herrn Sodann Ithe, Daß das Haus zu Sachſen über Menſchen
‚md Onädige, auch Guͤnſtige Herren und gu- In: berüßet Intreſſe und Einfprach nicht
res ftarer und Belle, auch maßthaf-
Zviedrichen, Herzogen zu Sachen, des heiligen | Gedenken und verjährte Zeit bey denen dreyen
Roͤmiſchen Keichs Erzmarfchall und Churfuͤr⸗ Siſtern „Meiſſen, Naumburg und Merfe
iten, tandgrafen zu Thüringen, Maregrafen ‚burg, und derfelben Bifchoffen und Domca—
zu Meiffen, und Burggrafen zu Magbeburgic, 'piteln, unter andern nachgemeldete Herrlich
unfern gnäadiaften Heren, ‚auf jroeyen hievor keiten Gerechtigkeiten, Praͤeminentien und
gehaltnen Reichstaͤgen, nemlich juͤngſthin zu Praͤrogativen, allwegen ruhiglich gehabt, be—
Speyer, und darnach zu Nuͤrnberg, mit unge- ſeſſen, gebraucht und hergebracht Babe. er
gründeten Schriften, infonderheit aber durch | 4. Memlich dieweil ſolche Biſchoſthum in und.
eine vermennte Neplig, fo er etlicher viel Dua= zu Des Haufes Sachfen sc, Fuͤrſtenthum, Sans .
ternen lang übergeben und folgende im Druck den und Herrfchaften gelegen und gehören:
Hat ausgehen laſſen, unbedaͤchtig und mit öfs fo haben die Bifchöffe, fo jederzeit der Enden
fentlihem Ungrund, auc) fonverlic) als ob geweſt, famt ihren Domcapiteln, über vorbe⸗
ihme wider GOtt und Recht von vorgenannten |rührte, auch fonft zu Recht verjährte Zeit, ſich
Ehurfürften das Stift Naumburg vorenthal- zu denen Fürften des Haufes von Sachſen, vor:
ten wuͤrde, verkleinert. und befchmweret, auch hin nur Sandgrafen in Thüringen und Marg-
Huͤlf, Rath und Benftand wider Se. Fürftl. grafen zu Meiffen, als ihren Landes und Schuß:
Gnaden bey dem heil. Reich ganz unbillig ge- |fürften, Advocaten und Patronen, gehalten,
ſuchet: So mären Sr. Ehurfürftl. Gnaden und fie dafür erfannt, geehret, auch bey ine
Käthe wol gemeynt geweſen, -folche feine zu jeder Zeit, da es die Morh erfordert hat, ©
ſchmaͤhliche und ungegründete Nepliquen ehe und Schirm wider geiftlichen und Roͤmiſchen
und vor Diefer Zeit zu widerlegen; was aber Curtiſaniſchen, auch weltlichen unbilfigen Ge-
den Berzug verurfachet , folches ift dem hoch- | malt, gefuchet, auch wirklich empfunden.
würdigenin GOtt, und Herren, Herrn Dhilipfen,| 5. Dazu baben fie ſich auch alleriwegen, und
Biſchoffen zu Speyer, als hochgedachter Ew. von undenflicher Zeit her, Da jemands Sprud)
Kaͤyſerl Majeftät diefer Sachen Balben verord- und Forderung zu ihnen.oder wider ihrer Stif-
netem Commiſſarien und Befehlshaber, durd) te Unterthanen, auch die Unterthanen wider fie,
eine übergebne Schrift unter andern genugfam die Bifchöffe, und fie felbft wider ihre Unter-
angezeiget, und ohne Zweifel Dflugen nicht thanen, fodie Sachen durch fie felbft nicht haben
verhalten worden; darum folches alhie zu wie: koͤnnen verrichtet werden, und ſich Weiterung,
erholen, Kürze halben für unnörhig geachtet | Fehden und Seindfchaften, oder fhätlicher Bes
wird, | ſchwerung befahret, die Sachen auf beruͤhrte
2. Aber zu der Sachen aufs fürzfte zu kom⸗ Churfürften und Fürften zu Sachſen, als ihre
‚men, fo haftes im Grund hierauf, Nemlich, |Sandesfürften, zu Gleich und. Recht geboten,
ob auch der Ehurfürft zu Sachfen einiges In⸗ |melche ſich auch darauf, als die SAND Ä
- terefle oder beſtaͤndige Einrede und Uxfachen | fürften und Advocaten, gütlicher, und im Fall,
‚zu Recht habe, und haben koͤnne und möge, da die nicht ſtatt finden, rechtlicher Handlung
Er Julium Pflugen zum Biſchofthum zu beladen ; welches alfo wahr, richtig, auch no=
Naumburg nicht Fommen zu laſſen ? wie es toriſch und unverneintich iſt. Et
es
dann genannter Pflug, wiewol oßne Grund,| 6. Ferner, haben die genannfen Biſchoͤffe
gern dahin deuten wollte, als ſollt dem Chur-'und ihre Domcapitel von beruͤhrter undenkli- -
. cher
niet. Durch die. Cammergerichtsprocefje zu Speyer. - 165
nannter ihrer Landesfuͤrſten | jährren Zeit her, ihren Landen und derſelben
und Erfordern, in vorgefallnen | Einwohnern, geiftlichen und weltlichen Stan-'
| ‚ihrer felbft, oder ihrer Sande, ihre des, zu Gut, Nus, Wohlfarth und zu Befrier
Sandräge werfönlich befuchet; oder da ihnen er- digung jedesmals gemacht und aufgerichter,
hebliche Verhinderungen vorgefallen , bie famt feynd mehrgemelderen Bifchöffen ſowol als an⸗
ihren Capiteln beſchicket, auch. mit andern | dern Landſaſſen und der Sande Zugehörigen zuge-
Geiftlichen, als zu den Landen gehoͤrig, Praͤ⸗ ſchickt worden : die Haben fie in ihren Stiften an:
| —— und ſich vor Zugehoͤri⸗· | gefchlagen, und denen Ihrigen, ſich nach denſel⸗
i
ge der Sande bis hieher allerwegen geachtet und | ben zu halten, Berfündigung gethan und thun
erkannt. | faffen.
7. Weiter, twas auffolchen Landtaͤgen, auh| ır. Da auch eine Erbtheilung vor etlichen
—— fie und die andern Landſtaͤnde und funfzig Jahren zwiſchen weyland den
berathſchlaget und beſchloſſen worden: das ha⸗ Durchlauchtigſten und Durchlauchtigen Hoch⸗
ben fie zuförderft, da es Rettung der Lande und gebornen Fuͤrſten und Herren, Herrn Eruſten,
dergieichen angegangen hat, mit ihrer und ih⸗ Churfuͤrſten, und Herrn Albrecht, Gebrüdern,
rer Stifte Unterthanen Hülfe, Steuern und Herzogen zu Sachſen ꝛc. milder Gedaͤchthiß,
Folgen gedachten Sürften und gemeinen Landen gemacht worden, feynd die vorgenannten Bi⸗
zu Bebuf, Nutz und Wohlfarcth auch vollftves |fchöffe und ihr Domcapitel mehr gedachter
Sr helfen. - - ie 0. Joreyer Biſchofthuͤmer, auf den Landtaͤgen, ſo
8. Haben ſich auch mit beruͤhrten Huͤlfen, zur Publication gedachter Erbtheilung gegen
‚Steuern, Rath und Dienſten, wiſſentlich dem Leipzig ausgefchrieben worden, gleich denen
Sandesfürften, an niemand andern, denn an andern Landſtaͤnden erſchienen; haben die
diefelben gehalten. Und da ihnen je zuzeiten | Publication und den Innhalt derfelben Thei-
dem Reich zu fteuern und deffelben Anſchlaͤ⸗ | lung, und zuförderft welchergeftaledie Bißthuͤ⸗
ge und Hülfen ohne Mittel zu feiften durch) | mer und Stifte zu jedes der benannten Fürften
Poͤnalmandat Kat wollen geboten und aufge: | Theil und Landen. gefeget worden, ohne alle
drungen werden: haben fie die Landesfuͤrſten Widerrede und Einfprach angehörer, auch auf
Angefuchet, fie darinnen bey Römifchen Käy-| die Zeit, und feither folcher gefchehenen Thei⸗
fern und Königen zu entfehuldigen; auch weil] lung, genefm gehabt.
fie mit ihren Stiften zu den fanden gehörten,] 12. Wann aud) der Bifchöffe einer verftor-
fie wider angeregfe Mandaten ledig zu machen; | ben, fo. Baben fich die Domcapitel mit ihrer
‚ welches Darauf gefchehen. Seynd aud) dem | Fünftigen Wahl alfo gehalten, daß fieden toͤdt⸗
nad) durch bie Chur- und Fuͤrſten zu Sachfen, Hichen Abgang des vorigen Bifchofs Dem Land⸗
auf allen Reichstaͤgen, über verjäßrte Zeit, | fuͤrſten, famt vorhabender Fünftiger Wahl, zu
in des Reichs Hülfen aus und an fie gezogen | erfennen gegeben. Eshaben auch zumeilen die
- worden. | 1 Bifchöffe felbit fügliche Tractat mit dem Lan⸗
9. Da auch die Bifchöffe beruͤhrter Bifchof-Tdesfürften, eineskünftigen Bifchofs Balber, vor
thuͤmer Gefchicklichkeit gehabt: fo ſeynd fie | ihrem Abfterben gehalten, und ir Gemuͤth zu
durch die Landesfuͤrſten zu Raͤthen angenoms| erlernen fich befliſſen, auf dag dem Fürften
men, und dafür gebrauchet worden; haben fic) | nicht etwa eine unangenehme, mißfällige, un⸗
auch gern und willig darzu gebrauchen, und | brauchbare und widerrärtige Perſon durch dag
darzu in ehrlichen gemeldeter Fürften, als ihrer | Capitel zu einem Fünftigen Bifchof erwaͤhlet
andesfuͤrſten, Handeln und Borfchaften verfchi: | werden möchte; dergleichen iſt durch die Ca⸗
cken laflen: J pitel auch geſchehen. ——
0. Alle Landesordnungen, Gebote und Po⸗13. Ferner, haben die Capitel Die erwaͤhlte
liceyen, ſo die Churfuͤrſten und Fuͤrſten zu Sach⸗ Perſon dem Landesfuͤrſten nach geſchehener
fen von beruͤhrter undenklicher, auch ſonſt ver⸗ Wahl zu rap , und 2ER lee
% 2 elbige
Az
\
- gefehehen: foldyes zeigen unfer andern nad) ver-
-
166 . Eap.ıs. Von den Bekraͤnkungen der Proteftanten. .
felbige famt ihrem Stift in gnädigen Schu |probft zu Naumburg durch das Capiteldafelbft:
ud Schirm zu nehme.
74. Und daß die Ermählungen und Anne:
mungen der neuen Bifchöffe, über Menfchen-
gedenken und verjährfe Zeit, alfo, wie beruͤhrt,
wählee worden.
zeichnete Gefchichte, zum Herfommen, von un-
denklicher Zeit, zu Recht gnugfam und klar an.
15. Dann als ein Bifchof zu Naumburg,
Biſchof Johann genannt, des Gefchlechtes von
Schönberg, als man der wenigern Zahl Sie:
benzehn naͤchſt gefihrieben, verftorben, hat das
Domkapitel, Ern Binzentien von Schleinig,
Domherrn dafelbft, für einen Biſchof nomini-
vet; aber dieweil Herzog Friedrich, und Her:
zog Johann, Gebrüder, Churfürften zu Sad):
fen, feliger Gedächtniß, mehr geneigt geweſt,
ihren angebornen Blutsverwandten, nemlid)
den Hochwürdigen, Durchlauchtigen, Hoch⸗
gebornen Fürften und Herrn, Herrn Bhilipfen,
gebornen Dfalzgrafen bey Rhein, Herzogen in
en und Bifchoffen zu Sreyfingen, dafelbft
zu Maumburg für einen Adminiſtratorn zu
wiffen: fo ift genannter von Schleinig nicht
erwählt, fondern nach Öefallen der beyden San
desfüften, Biſchof Philipp, Pfalzgraf, zu ei:
nem Adminiſtratorn poftulire worden. |
16. Und als man zuvor taufend vierhundert:
und vier und dreyßig Jahr, der wenigern Zahl,
gefchrieben, hat fich zugefragen, daß ein Bi—
ſchof zu Naumburg, auch Johannes genannt,
ſich gegen den Sandesfürften, nemlid) weyland
Herzog Friedrichen, und Herzog Siegmunden,
Gebrüder, Ehurfürft und Fuͤrſten zu Sachſen,
beklaget, daß er Krankheit feines $eibes halber
dem Stift nicht mehr vorftefen Fönnte, und
derbalben gebeten, daß der Stift an den Dom.
probft der Zelt zuftaumburg, Ern Perern von
Schleinitz, möchte kommen: darauf haben ge—
dachte tandesfürften dem Biſchoffen geantroor- | Willens zu ihnen verfehen.
tet, gedachten von Schleinig vor einen Bifchof| 20. Weitererfordert auch die Natur und Art
- berühren Orts zuzulaffen, wollten ihn auch bey |des Schußes. Dann einen folchen Biſchof wol
dem Biſchofthum ſchuͤtzen und vertheidigen. ju ſchuͤtzen famt feinem Stift, welchem der Lan⸗
17. Ferner, iſt auf Begehren des genann- desfuͤrſt und Schutzherr nicht wohl vertrauet, und
ten Herzog Friedrichs, Churfuͤrſtens zu Sach- | der ſich unterſtehen wollte, des Hauſes zu Sachſen
ſen, Anno vlerhundert drey und funftig, Die | Gerechtigkeit niederzulegen und zu unterdrucken,
trich von Buchsdorf, Lehrer. der Rechte, und | aud) des tandesfürften Widerwaͤrtigen anhaͤn⸗
zu der Zeit Ordinarius zu Leipzig, zum Dom- | i
lich und fürfichtiglic) gehandelt, und ohne Zweis
ften et principis terræ, proteltoris et patroni
confenfu requirendo, zuvörderft da folches In
einen verjährten Gebrauch herfommen iſt, Ber:
meldung thun, und daß der Landeserb⸗
tereſſe hat, wider den Erwählten und wider die
Confirmation der Wahl zu ereipirenund oppo⸗
niven, und prxfertim, wie die ermeldeten Rech⸗
te fagen: Si princeps terræ vult excipere con-
uis confiliis etc. quod hoc facere poſſit, quia
Hoc dictum bene notandumm , cum Jape accidat
in praltica,
und Herkommen des Hauſes Sachſen und
deſſen Biſchoſthuͤmern halben vernünftige
und beftändige Arfachen. Dann nachdem,
wie vorfteher, Die Bifchöffe verpflichter ſeyn,
des Sandesfürften Landtaͤge zu befuchen, und
ihnen fonft in ihren und ver Lande anliegenden
zu dienen: fo erfordert die Nothdurft, vermoͤ⸗
ge der angeregten Rechte, famtder natürlichen
Billigkeit, daß ſolche Bifchöffe, und Feine an«
dere ermählet werden, denen Die Sandesfürften
jel die Rechte betrachtet, fo von des Sandesfürs
tunc dieitur princeps profequi propriuminter- _
effe,et eft audiendus,et dieunt iurium interpretes.
=
Sachen gefreulic) zu rathen, auch zu helfen und
in ihrer und ihrer Lande wichtigen Sachen moͤ⸗
gen wohl vertrauen und fich vertrauliches guten
gig,
J
erwaͤhlet, und folgends auf weiter des an.
desfürften Begehren zum Biſchof dafelbfterr ⸗
18. Und hieran und dergleichen mehr haben
die Domcapitel bis auf die vermeynte gefähr-
liche Wahl, deren fi) Pflug berühmee, weis⸗
ſchutzfuͤrſt ͤnd Patron Recht, Zug und nm
tra Electum, quod timet deconiuratione, feu
reuelatione fecretorum füorum, vel de noc-
19. So Bat es auch mit berüßrtem Gebrauh
1, Abfchnite, Durch die Lammergerichtsproceffe zu Sı 169
‚oder denenfelben mit Rath und Dienften | 23. Und wiewol der Ehurfürft zu Sachſen
yerwwande, oder auch fonften anhängig zu feyn: |berüßtte Guperattendenz in andre Wege, ei
-das würde dem tandesfürften ſchwer fallen, |Berhütung allerley Unrichtigkeit, mit fonderlichen
„auch der Schus nicht wol hernad) gehen. Dann |Linfoften etliche Jahre her hat müflen verfehen,
es follen und müffen zwiſchen dem Schußßeren |und beftellen : fo wollte doch hochbeſchwerlich,
und Schußverwandten correlatiui refpechus et auch nicht billig noch recht feyn, daß foldyes für
‚mutua confidentia ac voluntas feyn, wie die und für folltegefchehenmüflen, weil die Biſchof⸗
Rechte ausweiſen; welches nicht feyn kann, da thuͤmer mit Gütern, Renthen, Zinfen, Guͤlten,
der Schußverwandte aus des Landesfüriten |von folcher Superattendenz und Biſchoͤflichen
soiderwärtigen Hof und Schulen fommt , und Amts wegen gnugfam verfeßen feynd. |
amicus inimici vel aduerrüif, 24. Dieweil nun die Ehurfürft und Fürften
21 Und daß die Bifchöffe und Bißthuͤmer zu Sachſen und ihre Lande zu Recht nicht ſchul⸗
des Haufes zu Sachſen ihrem Landesfürften mit |dig find, fid) oberwehnter ihrer Kergebrachten
ober ehlten und andern Gevechtigfeiten. mehr Gerechtigkeiten und derfelbigen Poſſeß, oder
von Alters Ber verpflichtet gewefen, und feynd, | quafi, nod) auch der rechten Chriſtlichen Su⸗
foldyes auch) von © €. F. ©. jetzt nicht zum er⸗ perattendenz entfeßen zu laſſen; fondern ben
ſten noch allein angereget wird; fondern weyl. | Rechten nad) maͤnniglich frey ſtehet und gezie—
der durchlauchtige hochgeborne Fürft und Herr, | met, feine Poſſeß, aud) iurium incorporalium,
Herr Heinrich, Herzog za Sachſen ꝛc. ſeligen mit ziemlidyer Gegenthat zu defendiren und zu
Gedaͤchtniß, mit dem Shurfürften, alsdem Ber: ſchuͤtzen: fo feynd die Churfuͤrſtl. Saͤchſiſchen
tern, wider die Bifchöffe zu Melſſen und Mer: Raͤthe zu eurer Kaͤyſerl. Majeftät, auch Koͤnigl.
feburg zu ihres jeden Intereſſe voreinen Mann Maieflät, Edurfürften, Fürften und Ständen
geftanden, deß beziehen fi) die Churfürftlichen| unterthäniafter , unterthäniger, dienftlicher und
Raͤthe auf beyder ißrer Chur: und Fuͤrſtlichen guter Zuverfiht, ſie werden den Churfuͤrſten
Gnaden gefamte Schrift, fo fie an euer Käy zu Sachſen aud) nicht verdenfen, daß S. €.
ferl. Majeft. ‚allergnädiafter Kayfer und Herr, F. G. fih und das Haus zu Sachſen durch
naͤchſt gen Regenſpurg, wider genannter bey- | Pflugen mehr berügrter Gerechtigkeiten und der«
der Bſſchoͤffe unbefindliches Angeben, unter |felben Eündlichen und beweislichen Gewaͤhr, wie
ehaniglich getan; welche gefamte Schrift ſie er thaͤtlich vorhat, niche ſpoliiren noch entfegen
derwegen auch bier wollen repetiret haben. laſſen.
22. Zu dieſem allen hat es auch der Geiſtlich 25. Dann die Rechte, wie unwiderſprechlich
keit haſben mit mehrgedachtem Stift und Bi- wahr, laſſen zu, quod pro defenfione quaſi
ſchofthuͤmern folgende Gelegenheit: daß ihre poſſeſſionis iuris incorporalis nedum liceat di-
Dioͤces oder Sprengel (wie man es allwegen ſtringere perſonam; ſed etiam-alia obſtacula,
genannt hat,) dermaſſen von Alters ber ausge, |impedientia, quem quafi poſſeſſione ſui iuris
theilet feyn, daß einem ieden Biſchof die geiit. |libere vti, fadto proprio amoueri et tollere.
liche Superintenfur über einen groſſen Drt des Iſt aber ſolches zugelaffen, im Fall, da die Ver⸗
yaufes zu Sachſen Sanden und Herrſchaften unruhigung an desandern Poffeßion, oder qua-
hriſtlich zu uͤben gebuͤhret. Welche Superin- |fi bereitan ins Werk gebracht; vielmehr muß
tentur aber beruͤhrte Sande und derfelben Ein: daraus ſchließlich folgen, und einem jeden zu⸗
woßner nun etlidye Jahre her haben müffen man: | gefaffen feyn, folcher Werunrußigung, ehe dann
gein, aus dem, daß fich die Biſchoͤffe und Be | diefelbe Ins Werk gebracht wird, zu begegnen,
feh!shaber der Ausfpurgifchen Eonfeßlon wider: | quemadınodum etiam vnieuique in iure tan-
fest, und die Prediger und das Volk derhal | quam confültius permittitur, in termpore oc-
ben zu verhindern fich unterftanden. Wie Pflug | currere,, &c. |
nicht weniger thun und fich anmaffen, aber | 26. Nun würde der Churfuͤrſt an obberüßts
me nicht verhengt werden wuͤrde. . Isen des Hauſes zu Sachſen und S. C. 8
— 3 ke
> H > tan.
% \ ’ 2
Cap.16. Vonden Bekraͤnkungen der Proteftanten. m
und derfelbigen Pofleß, nicht allein thaͤtlich tur⸗
biret und verhindert, fo Pflug darzu kommen
ſollte; fondern würden auch deren gänzlich ſpo⸗
fülre, und m in der That Durch) die
Zulaffung ſebbſſtt. —
27 Dann Er Julius Pflug unterſtehet ſich,
alle vorerzeßlte Gerechtigfeiten und Herfommen
dem Churfürften und Haus zu Sachſen zu ver-
leugnen, und derfelbigen Feine, fo vie: an ihm,
zu gefteßen. Darum fo ihn S. €. 8. On.
Darüber und folchergeftale zu dem Poffeß des
Bisthums kommen lieſſen; fo müßte Der Ber-
ſtand zurecht draus folgen, quod feilieet Ele-
&or Saxonix ideo cederet turbatori et fpolia-
tori Iulio Pfluge, fine facti reliftentia, quia fu-
fpicaretur, fe pofle repelli &c, und feßte alfo
©. €. $: ©. das Biſchofthum und das Dom-
copitel ſciens et patiens in quafi pofleflionem
libertatis, von allen denfelbigen des Haufes zu
Sachſen Gerechtigkeiten und ihrer quafi Poſſeſ⸗
fion frey; welches ja niemand, aud) wenigern
Standes, in gleichem Fall chäte, noch thun
würde. di |
>28. Als aber Pflug ſich unterſtebet, vorbe-
rührt fein DVerleugnen und Nichtgeftehen des geſchehen, und von ihnen unterfianden worden:
Haufes zu Sachfen Gerechtigfeiten, und daß | fo Hätten es die Fürften zu Sachfen nicht gedul⸗
der Stift und die Bifchöffe deflelbigen zum Neid) | der; dann Diemeil fie Diefelbige Bifchöffe und -
follten gehören, ihnen aud) Stand und Seßion | Stifte des Reichs Anfchläge halben allewegen
.. gebüßren, unter andern hierdurch zu ergründen; an ſich gezogen; fo iſt leichtlich zu achten, daß
denn gemeldeter Stift wäre des Reichs Lehn, ſie ihnen vielweniger Fuͤrſtlicher Wirdigfeit,
und ein Biſchof Hätte feineRegalien vom Reich zc.
So antworten Die Saͤchſiſchen Näthe darauf, |feyn würden. | 9
und wiſſen nicht anders, dann bie Stiftkirchen 32. Und zur fernern ſtattlichen Anzeigung und
und die Biſchoͤffe gemeldeter Stifte Haben ihre Bekraͤftigung, daß mehr beruͤhrte Stifte und
Güter vorzeiten als propria, und nicht als feu- | Biſchoͤffe nirgendshin, denn zum Haufe zu Sach⸗
da gehabt, wie ihnen auch durch etliche Conſti · ſen gehören: ſo hat ſich etwa vor anderthalb Bun.
tutionen bey harten und ſchweren Poͤnen verbo- |dert Jahren ein Biſchof zu Meiffen, Biſchof Ni⸗
ten worden, diefelbigen in gehn zunehmen. Dar- | cofausgenannt, dergleichen, wie Pflug jetzt gern
zu wird Pflug mit Beftand nicht fügen, viel thät, auch angemaßt; es It aber endlich und
weniger erwellen fönnen, daß die Bifchöffe viel- letztlich dahin gediehen, daß er ſich famt feinem
berůheter Stifte foldye gehn jemals öffentlic),oder | Domkapitel gegen feinen Landesfuͤrſten, an der
auf Neichstägen, und anders dann vielleicht | Zeit Margaref Wilhelm zu Meiffen und fand»
mit Briefen empfangen. arafen zu Thüringen , hat verfchrisben, den Stift
29. Solchergeftalt empfänget mandyer von nimmermehr an jemand anders, denn den Chur⸗
\ Adel auch Lehn vom Reich, und wird mit Brie⸗ fuͤrſten zu bringen „oder einzuantworten; ſon⸗
zu belehnt, oder mic etlichen Regalien begna⸗
Gerechugkeiten am Biſchoſthum Naumburg digt; er iſt aber Darum Fein Reichsfuͤrſt, noch
Stand: denn darzu gehoͤret eine andre Defi⸗
nition. So zeige Er Julius Pflug nur an,
was doch die Biſchoͤffe des Hauſes zu Sachſen,
bey Menſchen Gedenken vor Regalien gehabt
und gebrauchet: fo ſoll ihm weitrer guter Gegenbe⸗
richt der widrigen Wahrheit gegeben werden.
30. Endlich koͤnnte auch mit beruͤhrter dehns
Empfahung oder Regalien dem Haus zu Sach⸗
fen an oberzehlten alt hergebrachten und ver—⸗
jährten Gerechtigkeiten nichts. benommen ſeyn,
nachdem eurer Kaͤyſerl. Majeft. auch derofelben
töblichen Vorfahren Meynung in folchem nicht
ft, jemand anders und dem Dritten: oder Ter⸗
tio an feinen Rechten zu präjudiciven.
maͤnniglich im Reid) bewußt, daß gemeldeter
Bifchöffe Feiner, noch ihre Botfchafter, bey
Menfchen Gedenken oder jemals innerhalb vers
jaͤhrter Zeit auf Reichstägen gewelt, vielwe⸗
niger haben fie Stand oder Seßion im Reich
Gedenken her gehaltenen Reichsrägen,, Abſchie⸗
den, daß fie auf NReichstägen zuvörderft as
gehabt, wie ſich auch aus allen bey Menfchen
Keichsftände gemeft,nicht befindet. Waͤre es auch
Reichsſtands und Seßion geſtaͤndig geweſen
dern verpflichtet ſich, genanntem a
als
31. Zudem fo ifE auch öffentlich am Tagund
d zu helfen ꝛc.
Abfallens vom Landesfuͤrſten in vorigen Zeiten,
unterfangen, daſſelbige gerathen; alſo fol und.
wird Pflug, Durch göttliche Verleihung, fein
‚angemaßter Abfall aucdy -gedenßen.
34. Es zweifeln auch die Churfuͤrſtl. Saͤchſ.
Raͤthe nicht, daß Julius Pflugen Vorgeben,
ſo er wider das Haus und den Churfuͤrſten zu
Sachſen thut, bey allen Unterthanen der Fuͤr⸗
ſten in Sachſen, auch bey feinen eignen Bluts⸗
verwandten, für eine lautre Erdichtung, Un-
grund und oͤffentliche Unwahrheit gehalten wer· P
‚ohne Zweifel beruͤhrten Befehl nicht gegeben,
chergeſtalt, auch) wie ganz willfährig ſich die Bi⸗
. Schöffe mehr berüßrter dreyer Stifte gegen den]
de. Dann fie alle wohl wiffen, wie und wel.
Yandesfürften des Haufes zu Sachſen hievor
und bisher gehalten. rar pen
© 35, Und nicht allein ift allen Unterthanen des
Haufes zu Sachſen und Pflugs eignen Bluts
verwandten foldjes bewußt ; fondern aud) Frem⸗
den und Auswärtigen. Dann nad) gebaltenem
eurer Käyf. Maj. erften Reichstag zu Worms,
Anno der menigern Zahl 21, haben gefürftere
Grafen und andre Herren, famt der Ritter:
ſchaft in Sranfen, ein Ausfchreiben gethan,
und in demfelbigen von der Bermandniß der Bi⸗
fchöffe zu Meiflen, Naumburg und Merfeburg,
und weldhergeftalt fie unter den Fuͤrſten des Hau⸗
fes zu Sachſen wären, Bericht zu fun wiſ
‚Herrn, gefreulich zu ra⸗ fo vor wenig verfchienenen Ja
En t Dergleichen |
find im Fall der North mehr
vorzubringe. en. Idaß die Bifchöffe zu Meiffen und Merfeburg
33. Und’ wie berührten Bifchöffen, fo ſich
173
jahren zum Creiß⸗
tage. gen Worms durch feine Fuͤrſtl. Gnaden
‚verordnet worden, als fie daſelbſt verftanden,
fid) durd) ihren Befehlhaber in des Reichs
Stand und Seßion dringen wollen, ſich ge«
nanntes ihres Herrn Befehls hätten öffentlich
vernehmen laſſen: nemlich, daß fie von feiner
Fürftl. Gnaden als einem Bifchof zu Freyſin⸗
‚gen, und nicht als Mominiftratoren zu Naums _
burg ‚dahin verfertiger roären. Dann Naum⸗
burg halben müßten feine Fürftl. Gnaden wohl,
tie es damit gelegen... Hätte nun feine Fürftl.
‚Gnaden wiflen mögen, daß Naumburg ein
‚Stift. des: Reichs follte feyn, dermaffen, wie
flug vermeynt, würden feine Fuͤrſtl. Gnaden
noch feine Käthe gemeldete Anzeige gethan haben,
37: Dflug follte ſich auch, als einer von Adel,
billig enthalten Baben , genanntes ehrlichen
Fürften und Prälaten Anzeigung anders,
dann -fie mit dee Wahrheit gemeynet und ge=
ſchehen, zudeuten, - — |
38. So ift auch genannter Bifhof Pie
lipp von Srenfingen dem eich, als ein
roiffentlicher Bifchof deffelben, nicht minder dem
Stift Naumburg,als Adminiftrator dafelbfk,
verwandt gemefen zohne Zweifel wo er die Din⸗
ge, gemeideten Stifts Naumburg halber, der
Gelegenheit, wie Pflug vorgibt, häste befin«
den mögen , feine Fürftl. Gnaden würden be«
ruͤhrte Anzeigung nicht-haben thun laſſen. Und
was noch mehr ift, fo Fann mit genannter Bis
1. Darum billig befremdlich zu hören, daß | fchöffe zu Meiffen, und des naͤchſt verſtorbnen
ug, als ein geborner Unterthan des Haufes
u Sachen, ſich unterfianden, ſolche notordiche
ermanderif der Bilchöffe gegen dem Haufe zu
Sachſen zu verleugnen und in Ziveifel zu füh-
Bis # u
364 Auch haben mehrgemeldete Churfürftt.
Käthe in ihrer erften, auf juͤngſthin alhier zu
Speyer gehaltenem Reichstag wider Pflugen
-übergebnenund verlefenen Beranfwortung un-
ter andern alsiwahr wiſſentlich und beweislich
eingefuͤhret, welchergeſtalt des vorgenannten
zu Merſeburg, Briefen, fo zu Wolffenbuͤttel
nebſt andern ihren gefaͤhrlichen Briefen in gu⸗
ter Anzahl funden, dargethan werden, daß
ſie ihrem Verleiter, Herzog Heinrichen von
Braunſchweig, welcher ihnen gerathen, in ih⸗
sen Briefverwahrungen umzuſuchen, ob ſie
etwas finden moͤchten, das ihnen zu Erhaltung _
eines Reichsſtandes und Seßfon dienlich, ſeblſt
und ausdruͤcklich wieder geſchrieben: nemlich, ob
ſie wol mit Fleiß darnach ſuchen laſſen, ſo haͤtte
doch nichts beſonders noch altes davon moͤgen
Blſchofs Philipſen zu Freyſingen Pfal graf | befunden werden.
*
N
fen und miniſtrators zu Naumburg Käthe, 39. Dieweil auch Julius Pflug nun Sie
\ „sahre
- gl Ä 38 1 )
74 Top. 16. Von den Bekränkungen der Proreftar Be.
Jahre her um und bey Dem Cardfnal und Erz. | $euten nicht gerug tun, daß Pflug ſich inn«
biſchof zu Mäynz und Magdeburg, als-gebor» | Halts feiner vermeynten Repliquen entſchuldigt,
tan, 175
nen Marggrafen zu Brandenburg, geweſen: als ob er ohne alle vorhergehende Practiken und
ſo ſollte er ohne Zweifel wohl vernommen ha-| Handlungen, auch feines Abweſens durch das
ben, wie und welchergeftalt es von dem Dom: Capitel zu Naumburg erwaͤhlet worden⸗
capiteln unter dem Haufe zu Branden. 44.Dann gleichwol hätte er feine Berwandts |
"burg, wann ein nener Bliſchof zu ermwäßlen ‚Iniß gegen dem Baterland vor allen follen bes
wird gehalten, aud) mitwas Verwandtniß fi) trachten, und nicht ungerechte Sachen darwi.
dieſelbigen Biſchoͤffe gegen dem Sandesfürften der auf fich laden, zuförderft mit unordentlie
h erzeigen, und daß fie fid) folcher Dinge, wie cher, auch zuvor In Gleichniß unerhoͤrter Begeh⸗
Pflug vermeynet, gar nicht anmaflen, rung des heiligen Reichs Raths, Huͤlf und
40. Dann da Doctor Blumenthal, jegiger| Beyſtands wider den Churfürften zu Sach⸗
Biſchof zu Lebus, fo zuvor zu Hafelberg zum ſen ꝛc. als vielgemeldeten Stiftes Sandesfürften ,
Biſchof nominiret, aud) ermählee worden iſt, Seh Sa „Advocaten und Patronen.
ſich deflelbigen Biſchofihums , oßne Gefallen | Seine churfuͤrſtl. Gnaden wiffen auch, GOtt
weyland Marggraf Joachims, Churfuͤrſtens Lob! daß ſie ihme aus vorerzehlten und andern
zu Brandenburg, unterziehen wollte, daß ein Urſachen, davon hernacher weiter ſoll gemeldet
andrer, fo gemeldetem Churfuͤrſten des Ortes werden, Fein Unrecht gethan; fondern daß er
gefällig, erwaͤhlet und Doctor Blumenthal /ſeines Theils feiner Churfuͤrſtl. Gnaden gern
nicht zugelaſſen worden iſt. unrecht thaͤte, wo ihme darinnen wollte nach⸗
41. Und wiewol er derohalben gen Rom ge⸗gehaͤnget werden. |
‚zogen, und Paͤbſtliche Mandata an vorgenan-| 45. Seine Churfürftl. Gnaden haben am
sen Churfürften ausgebraht, fo hat ſich doch Bifchofthum Naumburg nichts mehr begehret,
Derfelbige Churfürft dadurch niche fehrecfen Taf: | denn daß ein Chriſtlicher und friedliebender, auch -
fen, von des Ehurfürftl. Haufes Brandenburg) goftesfürchtiger Biſchof daſelbſt feyn möge:
Oerechtigfeiten, daß Die Domcapitel dem Lan⸗ und daß feiner Ehurfürftl, Gnaden und dem
desfuͤrſten gefällige und angenehme Biſchoͤffe Haufe zu Sadıfen die hergebrachte Herrlichkei-
erwaͤhlen müffen, abzuſtehen; fondern Doctor) ten und Gerechtigkeiten bleiben ; welcher ſich
Blumenthal bat des Drtes endlid) weichen und! auch feine Ehurfürftl. Gnaden durd) Pflugen, -
cediren müflen. feines Bermeynens, mit GOttes Hülfe nicht
42. Dieweil dann das Haus zu Sachfen| mögen noch koͤnnen entfegen laffen, eg zerrin«
feiner Bifchöffe halben nicht minder, GOttne auch darüber, was der göttliche Wille
tob, berecheiget und befugt : mas zeihet ſich iſt. | :
dann mehrbenannter Pflug, daß erfich indie 46. Sohabenaud; feine CHurfürftl. Gnaden
gerüßmte, ungebüßrliche Naumburgiſche Wahl, | von deffelbigenStiftes Gütern ſich nichts_ unter⸗
wider das Haus und den Ehurfürften zu Sachs] fangen, das wird auch feiner Churfürftl. Gna⸗
fen, vermennter Weife fid) zu begeben, und| den mit Wahrheit und Beſtand niemand -
derſelbigen Recht und Gerechtigkeiten fo un⸗ nicht Eönnen auflegen: wollen darzu nichts lie⸗
verfchämter Weife anzufechten, ſich verhetzen bers, wie auch feiner Churfürftl. Gnaden Ges
laßt; unbetrachtet, quantum patrix Magiſtra- danfen Chriftlicy dahin gerichtet ‚dann daß dafs
tibusque debeat. Billig folkte er auch bedenken felbige Bifchoftfum in eine rechte Chriftliche
‚wie ſchwer im fallen wolle, der Katzen (wie Drdnung gebracht, und die Biſchoͤffe ihr Die
man fpricht,) folcheSchellen anzubinden ; gewiß! (chöflid) Amt und Superattendenzrechefchaften,
lic) haben ihn viel guter Leute vor der Zeit viel) fo weit fich ifr Sprengel in den $anden von _
bedächtiger und vernünftiger gehalten, dann) Alters her erftreckt, auf des Stiftes Einkom⸗
fie ihn jeßo Deromegen achten und erkennen. - | men und Renthen, (mie es dannanfangs mie
43 · Es will aud) ehrbaren und verfländigen| der Dotation dahin gemeynet mie Rach, üb |
R
mmergetichtsproceffe 3
IL Abſch me Speyer. 177
ind Zuchun Chriſtlicher Canonifen ‚ oßne des Stiftes Naumburg Sandesfürt feyn, Dies
erliche und unbillige Beſchwerung des Volks, weil er ber Schußfürft ift: fo folle er darroider
nfort mögen üben. : Hlerum hat Pflug keine bedadjt haben, warum dann der Pabft in etu-
Urſache gehabt, den Stift Naumburg mehr ges chen feiner Decretalien anzeiget 9 ln
‚dachten Churfürftens halben einen unterdruek- ‚Daß er oft einen Stift oder Kloſter in feinen ſon⸗
sen Stift zu nennen; er fehe aber auf, daß er |derlichen Schuß und Protection genommen, foer
ber Unterdrucker nicht felbft werde und fey. |fich doc) ohne das für aller Geiftlichen Oberherrn
1,47: Des, Churfürften zu Sachſen Gemuͤth achtet? Hebet nun der Schuß alda die Obrig⸗
iſt bisher nicht geweft , deren von Adel Kinder, |Feit nicht _auf? warum follte dann aller. das
Ba EL BEL anne
1ebe e und der goͤttlichen Schri tifte Landesfuͤrſt, uͤber den ſonderlichen Schu
2 rn Dr ordentliche, en mögen oder eönnen feyn? 2
‚gebüßrliche Erwaͤhlung zu mehr beruͤhrter Bi: | sr. Hätte auch Pflug auf die Nation ſolcher
2 en — ſonderlichen Protection achtung gegeben, fo
" ‚fürften, wider vielfältige der Rom. urtifanen Fe ae ee ee,
Practifen bis hieher dabey gelaffen und gnädl- Img — ßlich wi
3 ——— mol unterlaſſen haben; dann gewißlich wird
a ch gefchüget Be ſeynd. Aber wohin 8 er mie folchen und dergleichen Argumenten das .
— — — — er in ſich Haus zu Sachſen feiner Herrlichkeiten und Ger
J en * — ae rechtigkeiten nicht entſetzen muͤſſen. Ben
Sen, und ſich von ißnen abzuziehen, auch fieih-} „52,24 diefem wiſſen Die Churfürftlichen Raͤ⸗
Gebrä BE ‚= the mit Briefen und Siegeln anzuzeigen, daß
„ter Gebräudye, Herrlichkeiten und- Öeredhtig.| = : b 5 ;
© feiten zu entfeßen; welches fie dann auch Feines. die Sandesfürften in vorigen Zeiten nicht als
weges leiden nod) gefcheßen laffen werden ſolr lein mit ihren Bifchöffen; ſondern auch mit ih⸗
ches iſt leicht zu erachten "ren ſtattlichſten ohne Mittel Unterthanen von
AR, Ann i Adel, fonderliche Confoveration und Schuß -
46. Und wiewol Julius Pflug mit Be) ie’, %
| EN, x buͤndniß gemacht Haben, darum Pflugens ver
ſchwerung diß einige befennet, daß der Chur meynte Sllation nichts f hun <
‚fürft zu Sacıfen des Stiftes Naumburg 2.
Schutzherr fey: fo gibe er Doch darneben fo] 53. Als er aber darnach weiter Durch eine
viel zu verftehen , daß feine Churfürftliche Gna⸗ | weitläuftige Ausführung und mit alten Brie⸗
„den nur ein bloffer Nothknecht ſolches Schutzes fen und Siegeln der alten Landgrafen in Thuͤ⸗
halben feyn follten ‚und Feine Gerechtigkeit noch ringen. und. Marggrafen zu Meiffen, vermey-
‚Herrlichkeit dargegen am Stifte haben; fon. net einen Schein zu machen, moher. berüßr.
‚dern wann ihm ein Bifhofzu Naumburg aufge ter Schuß anfänglic, ſollt gerühret Haben: fo
boͤte, ihn, und den Stift und deffelben Unter wiſſen Die vorgemeldeten Käthe von denen ana
thauen zu fehüßen, fofollee er, und das mehr ift, gezogenen Briefen wenig zu reden,. nachdem
auf feine eigne Koften, aus Pflicht auffeyn diefelbigen durch Pflugen nicht vorgelegt. So
und fhügn. fagen aud) die Rechte daß die temporalia durch
7,49. Dbesaber jemand, der Berftand hat, da-|vorfallende Händel leichtlich in Beranderung
für halten Fann, daß das Haus zu Sachſen fommen. Darum auffoldye alte Briefe, Die bey
bisher ſich des Biſchofthums Schuß, ohne ei: | zwey hundert Jahr und nahe dabey alt feyn,
‚nige ftattliche Gegenverwandtnig und auf eigne mie Pflug das Datum ausdruͤcket, wenig ges
Koſten, aud) ohne Schußgelo, würde beladen ha- baue werden Fann: fondern es muß zu Recht
ben, bedenfe er felbft. vordrucken, was über Menfchengedenfen und
50. Als er aber mit diefem Argument vermey⸗ ſonſt über zu Recht verjährte Zeit herkom⸗
vet zu erzwingen, der Churfürft möge nicht men iſt; dann vius praferipti temporis. pro-
Liuheri Schriften u. Ch, M Ä a A Niet -
a
=
8 = = "Cap. 16. Donden Bekraͤnkungen der Proteftanten, 5 3 "179
ducit ius, und das Herfommen von undenflicher dern auf die Landſaſſen und Diejenigen , welche
Zeit hat vim Conceflionis und Priuilegi. zum Lande gehoͤren. Dann, hätte der Stifenicht
54. Aber gleichwol woder Brief, den Pflug zu den fanden, fondern zu dem Neid) gehöret,
de dato 1238. angezogen, und Bifchof Engel: fo würden die Fürften die Bifchöffe nicht bes
Barden zu Naumburg von dem Landgrafen in leget, auch die Bifchöffe nicht unterlaffen ha-⸗
Thüringen und Marggrafen zu Meiſſen, fo|ben, die Nömifche Kayfer und Könige um
darinnen benannt, foll gegeben worden feyn, der | Schuß darwider anzufuchen. TEEN 208
"Brief wäre, welcher fonften am Datum, wie) 58. Pflug und das Capitel zu Naumburg _
vorſtehet und ferner faufet: Zu Groy& Sexto werden aud) nicht ermweifen fönnen , daß ein-
Calendas Decembris ; fo würde er gewißlich vom Biſchof felbiger. Zeit vom Neid) Lehn gehabt,
Schutz nichts darinn finden, und verfelbige oder Regalia empfangen. —
Brief fonft auch viel mehr zu Befräftigungdes| 59. Aber daß die Bifchöffe zu Naumburg
Hauſes zu Sachſen Obrigkeiten und Öerechtig. |famt gemelderem Eapitel die Fuͤrſten zu Sad)
feiten fhun ‚denn darwider; fonderlich in dem, fen :c. fürißre Landegfürften erkannt, auch dafür
daß er mitbringet ‚wie gemeldtes Marggrafen zu halten und zu erkennen ſchuldig und ihre Lan⸗
zu Meiffen Srohnboten und erichtebefehl:|desfürften feyn, deß beziehen ſich die Saͤchſi—
haber, oder Buͤttel, in des Biſchofs Voigt: |fehe und Ehurfürftliche Raͤthe unterandernauf
theyen, Städtlein und Dörfern gefchaft und ge die Schußverfchreibungen, fo zwiſchen weyland
boten, derfelbe Marggraf auch Biſchof En Herzog Wilhelm zu Sadjfen und einem Bi-
gelharden darinn nachhängeterliche Schloß und fchof und Eapite! zu Naumburg aufgerichtet
Veſtungen wieder zu bauen. worden; in welchen Berfchreibungen und Rever⸗
55. Dann Er Julius Pflug weiß wohl und falien genannter Herzog Wilhelm (des Stif⸗
hat zur Zeit auf dem Tag zu Leipzig vernommen :|tes Jandesfürft) ausdrüclicdy genennet wird.
zudem: daß auch alte Briefe vorhanden, dar» So Fann dergleichen mit andern Briefen und
aus fich befindet, warum gedadhter Marggraf|Händeln in guter Anzahl, fozwifchen den Lan⸗
dem Biſchof das Schloß Zeiz zu vollbauen und |desfürften und Bifdyöffen in Naumburg er⸗
„zu beveftigen nicht hat geitaften wollen, auch igangen, neben der Notoriefät aud) dargethan
‚den Bau zum theil einreiſſen laffen, alfo Daß |werden. at Ir
damit hat müffen inne gehalten werden, bisdaß| 60, Und wie mag von Pflugen in Zweifel
der Bifchof, auf treffliche gefchehene Fürbiete |Eönnen gezogen werden, ob der Churfürft zu
bey gemeldetes Marggrafen Sohne, eine Nach, Sachſen desStiftes Naumburgsandesfürft fey,
laſſung darinnen erlanget. wweil derfelbe Stift mie des Haufes zu Sachſen
- „56. So befindet ſich auc) Flar aus einem Landen ganz und gar umringet und umfreifer,
‚ Brief weyland Marggraf Dietrichs von Lands, |und die Fürften ſolche Herrlichfeiten und Ges
berg, deß Datum ſtehet Mera 1269. daß der: |rechtigfeiten daran, und bey denen Bifchöffen
- ylbige Margaraf Bethe, Schaßungen und deſſelbigenStiftes, wie vorbin erzehlt, über Men
‚ Auflagen nicht allein von denen Untertanen ſchen Gedenken, auc) fonften über verjaͤhrte Zeit
des Stiftes Naumburg; fondern auch von de: haben herbracht: darzu aud) des Hauſes zu
‚nen Bifhöffen und Capiteln genommen: und Sachfen tandesfreyheiten, Schutzes und
ob er gleich geimeldeter Bifchöffe und Capitels · Schirmes/ Vertheidigungen, Landesordnun⸗
perfonen halben folches hernach fallen laffen ‚fo gen ꝛc. gebrauchen , und mit demfelbigen Bin-
iſt doch die Sandhülfe, von denen Unterthanen |twieder leiden und fragen. ————
des Stiftes Naumburg zu nehmen, erhalten) 61. Als auch Pflug dem Churfuͤrſten zu
und vorgängig. geblieben... ag Sachſen ferner nicht geftehen will das Patro⸗
57. Solche Bethen, Anlagen und Landes- Inat Rechtens, aus dem, daß Känfer Otto der
huͤlfen legt je niemand auf, dann der Sandesfürft, Eifte den Stife Naumburg fundirer und
auch nicht auf Fremde oder Auswärtige; fon- dotiret fol Haben ; fo fagen mehrgemeldre war
-
— ———
II. Abſchnitt.
* a R
e und Kirchen, aud) des Stiftes. Naum⸗
andıs. und Cröfhustüuk so dab
- feine Churfücftl. Gnaden fundatam intentio-
nem zu Recht, fuper Iure patronatus.Derhalben
auch ein fürnehmer Lehrer der Rechte ſich fol-
gender Worte, gebrauchet: feilicet: quod cum
° Reges fint patroni-in Epifcopatibus quod hoc
faciat pro ducibus Almaniz, et dieit, hoc men-
ti tenendum effe. ER
- 62. Darzu hat das Haus zu Sachfen über ver.
jäßrteeit ohne männiglichen Einrede herbracht
die Gerechtigkeiten, Freyheiten, Prärogativen,
Präeminentien, und Jura, ſo einem Patron be-
rührten Rechten nad) angehören und zuftehen,
umd inſonderheit daß ein Biſchof zu Naumbug
erwaͤhlet ſoll werden mit Wiſſen und Conſens
des Landesfuͤrſten, welches Herkommen im
are kraͤftig und beftändig ift, ſeilicet: Si
on!
4
_ sonfuetudo eft, quod principi terræ annun-
tiari debeat mors Prelati defunc# et eius con-
ſenſus requiri &c. quod eledtio aliter attentata
— deß denn Pflug ſelbſt geſtaͤndig
63. Dieweil er aber wider ſolch Herfommen
/ Durch die Cammergerichtsproceffe zu Speyer.
well der Churfürft zu Sachſen der Bi.
-
18r
in viel geringern Sachen ‚nicht gebuͤhret. Ni-
mis.ergo ac iniufte properas. Marcelle &c.
65. So wird fich auch der. Ehurfürft zu
Sachſen nicht dringen laffen durch Pflugen,
von feiner im Recht gegründeten Oppofition un«
erkant abzuſtehen, da auch S. Churf. Gnaden
nur die einzige Urſache haͤtten wider Pflugen zu
excipiren: nemlich daß ihm feine. Churfürftf;
Gnaden nicht wuͤßten in feiner Churfuͤrſtl Gn.
und ihrerLande Sachen zu vertrauen. Und wiewol
feine Churfuͤrſtl Gnaden genugſam berichtet
ſeyn, an welchem Dre die Rechtfertigung be«
ruͤhrter Oppofition nach) des Pabfts Rechten
reſerviret: fo-wolle doch ſeiner Ehurfürftl. Gn.
nicht rathſam feyn, die Sache unter denfelben
Gerichtszwang gedeyhen zu laffen: denn was
Rechtens feine Churfuͤrſtl. Gnaden fid) des Or⸗
tes haͤtten nach Gelegenheit der Dinge, und von
wegen der zwieſpaltigen Religion, zu getroͤſten,
iſt leicht zu erachten. Und obwol feine Chur⸗
fuͤrſtl Gnaden Rechtens, an einem gemeinen,
freyen Chriſtlichen Concilio noch zur Zeit man⸗
geln: ſo iſt doch feine Churfuͤrſtl. Gnaden dar⸗
um nicht ſchuldig, von. ihrer. in Recht ergruͤn⸗
deten Oppoſition abzuſtehen, und deß zu ent⸗
und Gewohnheit erwaͤhlet waͤre, ſo erwege gelten, welches bey ſeiner Churfuͤrſtl. Gnaden
er ſelbſt, was Fug, Rechten, und Billigkeit nicht ſtehet, et quod per Celfitudinem ſuam
er ſich des Stiftes Naumburg thut anmaſſen, non fteterit, neque hodie ſtat &c. Er
auch bey dem Reich wider den. Jandesheren,
- Erbfchugfürkten und Patronen, um Rath,
Hülfe und Beyſtand zu Verunruhigung und
Unterdrückung der Gerechtigfeiten des Haufes
zu Sachſen, zuvoͤrderſt ohne vorhergehende
gebuͤhrende Erkenntniß anſuchen.
64. Dem Churfuͤrſten zu Sachſen iſt zu
Recht, wie droben beruͤhret, wohl zu gelaſſen, ob⸗
erzehlte ſeine Gerechtigkeiten und derſelbigen qua⸗
EPoſeſſes, auch auſſerhalb Rechtens und intra ius
zu ſchuͤten, zu handhaben, und ſich deren nicht
entſetzen zu laſſen; aber Pflugen gebuͤhret mit
keinem Rechte, feine Churfuͤrſtl. Gnaden und
das Haus zu Sachſen, derſelbigen habenden
Poſſeß unerkannt, zu ſpoliiren, oder S. Chur⸗
fürftl. Gnaden daran zu verunruhigen, darum
er fic) billig hätte enthalten follen, wider den
N Hülfe und Kath zu fuchen und die Sa:
traͤglich, noch zuläßig if.
66. Aber damit Er Julius Pflug die Sa⸗
chen und des Churfürftens Intereſſe und Ein-
rede genugfam verftehe, fo ſeynd drey Haupt⸗
urfachen, und ſaͤmtlich und ſonderlich in Rechten:
GoOtt Lob gegründet, darum er zum berüßrten
Stift nicht kommen Fann ‚noch des Ehurfürften,: -
auch feiner Churfuͤrſtl. Gnaden Sande ‚und ihrer,
auch des Stiftes Unterthanen
®
halben nicht zu⸗
67. Die erfte ift diefe: dann dieweil er das’
‚Haus zu Sachſen aller deffelbigen gebüßrenden
und über Menfchengedenfen, aud) über vers
jährte Zeit, ihrer Gemwähren und Poſſeß,
hergebrachten Gerechtigkeiten auf einen Hau⸗
fen verneint, und fo viel an ihm, im Werf
iſt, zu entſetzen: ſo iſt der Churfuͤrſt nicht
ſchuldig, ſolches von ihm zu erdulden und ihme
darinnen zuzuſehen. Es verhoffen auch ſei⸗
e ab executione anzufahen, welches ſich auch ne Ba Gnaden, Dieweil RUN
N 2 e
—
— Sebtänkn a
che Voreltern felig, auch feine Cpurfürftt. Gna- |der Türfenhülfe gegen Frankfurt, wie ein ver«
ıgen der Proteftanten. - 193
den felbft, bey folchen ifren Serechtigteiten von | meynter zugehöriger Fürft des Reichs, Neche
Römifchen Käyfern und Königen bis anher ge gethan, und daß weyland Känfer Marimilias
laſſen, feine Churfürftl. Gnaden und das nus und des Neichs Abfchied oder Decrer, ver
Haus zu Sachſen werden alfo vor Dflugen aud) | ausgezogenen Prälaten, Grafen und Herrn’
nächft goͤttlicher Hülfe dabey bleiben. halben, auf dem Reichstag zu Yuafpurg, An⸗
68. Iſt aud) recht undim Rechten ergrün. no &e. decimo gemacht, für den Ehurfürften
det, fo jemand an einem Orte etliche Gerech- und das Haus Sachſen nichts thun; fondern
% tigfeiten gehabt, die er vormals libere, frey mehr darwider feyn: dazu follte ſich auch nicht
und ungehindert gebrauchet und. befeffen, und ‚mögen befinden, daß Biſchof Philipp mehr
der dritte occupiret locum , daß derfelbei feine ‚benannte Türfenfteuer auf des Landesfuͤrſten
gebüßrende Gerechtigkeit nicht, wie vor, libere ‚und feiner Landſaſſen Beſchluß follte angeleger
und frey mag befigen, daß Der tertius occupa» und eingebracht Haben?
tor ſchuldig ift zu weichen: So mußin diefem | 71.60 fagen darwider die Churfürftl. Saͤch⸗
Fall der EChurfürft zu Sachſen vielmehr be» fifchen Raͤthe: Es fey droben angezeigt, wel
fugt und berechtigt ſeyn, Pflugen nicht zuzu. ches auch beweislich iſt, daß die Bifchöffemehr
laſſen, nachdem feine Churfürftl. Gn. vielgemel⸗ gemeldeten dreyer Stifte dem Landgrafen in
dete ihre Gerechtigkeiten am Stift zu Naum- Thuͤringen und Marggrafen in Meiſſen zu ra⸗
burg hinfort nicht allein nicht libere, wie zu: then, zu helfen, und zu dienen ſchuldig, daß ſie
vor, gebrauchen möchten; ſondern würde auch auch auf den Stift Naumburg inſonderheit
derfelbigen ganz und gar durch Pflugen wol [Steuer undFelge von Altersher gehabt, beſeſſen
fen entſetzet und fpolüiret werden. Dann, hater und hergebracht.
ſich folcher Dinge anınaffen, aud) die eilende| 72. Es kann auch mit alten Regiftern und -
Türkenhülfe auf den naͤchſten Regenſpurgi⸗ Urkunden Dargethan werden, daß die Biſchoͤf⸗
ſchen Abſchied fordern dürften, diefelbige zu er. |fe zu Naumburg über Menfchengedenfen dem
fter Feift gegen Frankfurt zu des Reichs Hülf|tandesfürften zu ihren Landsnöthen, auch) ge⸗ |
ohne Mittel zu verordnen, und ſich Damit dem |führten Kriegeszügen, mit Seuten zu Roß und
Ehurfürften zum Nachtheil ans Reich zu zie- |Suß in einer namhaften Anzahl Haben müffen
hen, da er noch nicht zum Stift kommen: was |folgen, und dienen laffen, auch mit Geld, da es die
würden fich feine Churfürfti. Gnaden zu ihm | Öelegenheit erfordert gehabt, Hüife gethan.
verſehen müflen, fo er die Poffeß deffelbigen | Ind fonderlid) weyland Herzog Friederichen,
Stifts erlanget gehabt hätte. diefes Namens dem Erſten, Churfürften zu
" 69. Darum feiner Ehurfürftl. Gnaden hohe | Sachen, aud) dem fandgrafen in Thüringen und
und ünvermeidliche Nothdurft erfordert hat, Marggrafen zu Meiffen: folgende Herzog
ſolchem thaͤtlichen Pflugs Vorhaben in der Zeit | Sriederichen und Herzog Wilhelm, Gebrüvern,
zu begegnen; meldyes aud) S. Ehurfürftlichen |genanntes Herzogs Friedrichen des erften Soͤh⸗
Gn. und ifme Pflug felbft, nad) dem Sprudy : |nen: darzu auch Herzog Ernften und Hers
Turpius eiieitur, weniger vermeislid) ; dann fo |30g Albrechten, Gebrüdern, genanntes Herzogs
er einmal in den Poffeß gefchritten, und. der | Friedrich desandern Söhnen, desjeßigen Chura
Churfuͤrſt Hätte ihn zu Handhabung feiner und | fürften Urs und Anherrn, feliger Gedaͤchtuu˖ß.
des Hauſes zu Sachſen Gerechtigkeiten und quafi| 73. Ferner als ſich zugetragen, daß ein bar⸗
Poſeß alsdann wieder heraus fegen ſollen, wie bariſch Wendiſch Volk, fo man die Raͤtzen ges
dann feiner Churfuͤrſtl. Gn. (wiewol mitrecheli. nannt, in die Laußnitzer, auch der anliegenden
chem Fug) nicht Hätten umgeben Fünnen, Chur: und Fürften Lande Streifereyen zu thun
70. As ſich aber Pflug in feiner ungegrün- ſich vor etlichen Jahren unterftander, Bat der
deten Repliquen anmaſſet zu vertheidigen, als | Bifchof zu Naumburg, fo zu der Zeit gemeft,
ob er mit vorberäßreer angemaſter Erlegung lauf weyland Herzog Friedrichs, Churfürftens,
s und
X
yohannis, Gebrüder, gemeldetes jes
41 Hurfuͤrſten Vetters und lieben Herrn
Vaters feligen, Erfordern, dieweil fie die Ih⸗
ven zu Roß und Fuß in ftatlicher Anzahl, ge
meldetem Volk zu wehren, verfammlet, feine
Hilfe an Reifigen und Leuten auch geſchicket.
Daß and) Bifher Philipp: von. Frenfin-
gen, Aominiftrator zu Naumburg, die zu Zwi⸗
ckau der Landſtaͤnde bewilligte Türfenanla-
ge, auf vorgenanntes Churfuͤrſt Johannis zu
Sachſen Anſinnen und Begehren, im Stift
Naumburg und denen daſelbſt zu Zwickau be⸗
ſchloßnen Artikeln ganz gleichfoͤrmig angeleget,
und ‚einbringen Hat laflens das zeigen Sr.
Fürftl. Gnaden auch derfelben Statthalter und
Raͤthe Widerfchriften und gegebne Antwort
klar und gnugfam an. |
74. Zudem daß er auch etliche aus beruͤhrten
feinen Raͤthen zu Dem jegigen Churfürften, Her-
zog Johann Friedrichen, nac) vorgenanntes fei-
ner Churfürftl, Gn, Herrn Vaters tödtlichen Ab⸗
gang, gegen Altenburg gefchicft und Se. Chur:
fürftl, Gnaden von Einbringung und Beyſe⸗
tzung, auch Berfchlieffung berüßrter Hilfe Be—
richte thun, und legtlich Copeyen der Steuer:
regiſter überantworten zu laffen. y%
75. Daß auch Bischof Johann zu Naum—
burg, der nächfte vor mehrgenanntem Bifchof
Philippfen, zu vorberührten beyden nächft ver-
ftorbenen Ehurfürften die Seinen gefchickt, und
anzeigen laflen, wie daß ihm ein Mandat vom
Fiſcal zukommen wäre, einer Anlag halben
des Reichs, und genannte Ehurfürften bitten
laffen, ihme darinnen, weil er wüßte, daß er
mit feinem Stift in ſolchem zu den Landen gehoͤr⸗
fe, zu entfchuldigen und zu entnehmen ıc. Sol
ches befindet fich aus Denen derowegen ergan-
genen Handlungen auch.
76. Weiter, ift wahr,unverneinlic) und beweis⸗
lich, dag Bischof Philipp feine Hülfe zu Roß
un
sifhen Reichsabfchied wider den Türken be
ſchloſſen und bemilliger worden, als derfelbe
andermweit vor Wien zu ziehen vorgenommen,
zu des Churfürften von Sachfen als des $an-
desfürften, Hülfe, und unter diefelbigen Haupt-
leute beordert, und auch von beruͤhrten zu Zwi⸗
tbhnitt, Durch die Cammergerichteprocefje zu Gpoyer.
uß, fo auf den veroröneten Kegenfpur-:
_
185
Eau befchloßnen Anlagen die Befoldung dar»
auf überfchicker. NEE
77. Dieweil dann hieraus unwiderfprechlich
erfolget und erfcheinet, daß das Haus und
Ehurfürft zu Sachfen der Huͤlſe, Folgen,
Steuern und Anlagen, bey dem Stift Naum⸗
burg, in Gewaͤhren und Poffeß, dem Reich wiſ⸗
ſentlich und fine vitio gewefen und find: So
werden Ew. Känferl. Majeftät und Königl.
Majeftät, auch Chur: und Fuͤrſtl. Gnaden und
Gunſten, und männiglicher Unparteyifcher Bier=
aus gnädigft, auch freundlic) und fleißig zuer=
regen wiſſen, wie Pflugen Fonne gebührt ha⸗
ben, ſich zu unterſtehen, die naͤchſte Regenſpurgi⸗
ſche eilende Tuͤrkenhuͤlfe, von Biſchof Philipp
zuvor, und auf des Landesfuͤrſten Anſinnen und
Begehr, angelegten und eingebrachten Anlagen,
zu fordern, und zu des Reichs Huͤlfe gen Frank⸗
furth dieſelbige zu erlegen, dem Hauſe und
dem Churfuͤrſten zu Sachſen zu wiſſentlichem
und muthwilligen Nachtheil, Schaden und
Berhinderung, auch Entfegung berührter Ges
währen,
den wäre.
73. Und dag Roͤmiſchen Känfern und Kö-
nigen, auch Churfürft, Fürften und Ständen,
des Reichs gnuafam bewußt geweft, daß die
mehr genannten drey Bifchöffe mit denen Steu⸗
ern und Hülfen dem Haufe zu Sachſen ver-
wandt ſeyn: das zeige erftlich klar, auch übers
gnugfam an das Werk an ihm ſelbſt. Dann
weder Das Reich, noch Die Bifchöffe mögen bes
weiſen, Daß jemand anders vor Alters Steuer
und Folgen bey bemeldten Bifchöffen und ih—
ren Stiften gehabt, Dann die Sandgrafen zu -
Thüringen und die Maragrafen zu Meiflen.
79. So holet und ſuchet auch Pflug felbft feine
vermeynte Rechnung zurück, nicht weiter, Denn
daß ohngefähr bey Kaͤhſer Maximilian, hochloͤbli⸗
wo ihme Darinnen nachgehänget wor⸗
cher Gedaͤchtniß, einmal oder zweymal, von des
Stiftes Naumburg rvegen, dem Reiche Steuer
follte gegeben worden feyn; Damit wäre aber,
wann foldyes gleich möchte erwiefen werden,
noch nichts vom alten Herfommen angezeiget ;
— es erſcheinet daraus, daß die Biſchoͤffe
zu Naumburg zuvorhin dem Reiche gar nicht
M 3 geſteu⸗
—
= Tor
geſteuret, dann fonft würdees Pflug ohne Zwei: ten Reichs kann dargethan werden, d
en, Droteflanten, mg
fel auch nicht in der Feder behalten haben. : Churfuͤrſt und Fürften zu Sachfen die vie ar ls
80. Zudem ift auch) leichtlich zu gedenken, genannten drey Stifte in der damals bewillig-
daß ſolch Berfteuern von denen Bifchoffen oh⸗ ten Neichshülfe, famt erlichen ihren Grafen und
ne Bewußt des: Sandesfürften und alfo clam |Heren, namhaftig ausgezogen.
geſchehen waͤre, welche nicht darzu ftille wuͤr⸗ 85. Als er aber darnach weiter fich unter: \
den gefchtwiegen haben; wie fie dann, als.her- ſtehet, beruͤhrten Artikel und Abfchied argumen-
nach ftehet, darwider öffentlich geredet und pro⸗ to a contrario, fenfu vor das Bifchoftfum
teſtiret, als fie deß vielleicht gemahr worden, ‚Naumburg zu.erzwingen: foift folches eine oͤf⸗
Derohalben mag auch) gemeldetem Haufe zu ‚fentliche Calumnie und gefährliche unehrbare
Sachſen feine Sciens, cum patientia ad ad- Fuͤrwendung; dann der erfte Punct berührtes
-quifitionem quali pofleflionis Iuris incorpora- Abſchieds lautet alfo, wie von Worten zu Wor⸗
Jis neceflaria, zugemeffen werden. ten hernach folger nemlicht: at
81. Dannmitberührtem Reichsabfchied und | Item, fo Haben wir ung bewilligee, und
Deeret zu Augfpurg, anno decimo gemad)t, thun das hiermit, daß diejenigen, foden Staͤn⸗
wird zu vorigen dergleichen Handlungen Elar|den vor Alters und nicht Dem Reich gedienet,
dargethan, daß die Ehurfürft und Fürften zu Jauch dem Reiche ohne Mittel nicht Buttanole 5
Sachſen nunmehr bey 34. Sabren, und alfo |und verwandt feyn, oder nichts vom Nei
von laͤngſter Zeit, diedrey Biſchoͤffe, als zu ihren haben, den Ständen, denen fie zuftehen, fol-
Sanden gehörig, in des Reichs Hülfen und An⸗ gen und vorbehalten feyn follen: damit und
fchlägen öffentlich ausgezogen. auch fonften ein jeder bey feinen Würden;
82. Dergleichen it folgends auf denen |Stand und Wefen, wie ifme das zufteher, fei=
Keichstägen Ew. Känferl. Majeftät, allergna- ne Vorfordern und Boreltern, au) Er, das
digfter Kanfer, zu Worms, vor etlichen und |herbracht haben, bleibe,
zwanzig Jahren, undnächit zu Augſpurg, auch 86. Nun Balten es gemeldete Raͤthe auch
andern gefolgten Reichs⸗ und Creistägen mehr dafür, Daß beruͤhrter Punct alternatiue ver:
geſchehen. So müßte auch Pflug, mo ihm die ſtanden muß werden, ita, quod fufficiat vnam
Sachen zu ſchaffen gaben, wie fie ihn doch partem efle veram ; und nemlid),. daß diejeni:
nichts angehen, wiſſen anzuzeigen, welcher Theil, gen, fo nicht dem Reiche, fondern denen Staͤn⸗
nemlich das Reich, oder das Haus zu Sach- |den von Alters her gedient, denenfelben Stän-
fen hierinnen der ältre Befiger und poſſeſſor den folgen und vorbehalten feyn follen, 2c, zu.
‚vel quali wäre, und utrius partis poffefi effet vernehmen, ob fie gleich etwwas vom Reich hät-
antiquior et iuftior? Dasmwird aber aus feiner fen. Dann es ift, wie männiglich weiß, denen
Replik nicht vermerkt; fondern, mie beruͤhrt, Rechten nicht zuwider, daß einer etwas von
das Widerfpiel. Zudem daß ſich aus denen oben einem Herrn zu Lehn hat, und ift doch einem
angezognen alten Briefen Flar befindet, daß die andern Heren durd) ein Herfommen oder Ber-
Sandesfürft en bey zweyhundert Jahren ber, und jaͤhrung den Dienft davon zu leiften, oder fonft
ohne Zweifel länger, bey denen Biſchoͤffen zu Huͤlfe zu thun fchuldig; darum muß gemeldter
- Naumburg und dem Stift die Steuern und Punct dermaſſen, wie beruͤhrt, und. anders nicht
Hülfen gehabt, und hergebracht .. |verftanden werden, Re
83, Daß aber Pflug fürgibt, als ob die Ar · 87. So fann aud) Käyfers Marimilians und
- tifel, fo die Churfuͤrſtl. Saͤchſ. Raͤthe aus vor- der Stände des Reichs Gemuͤth nicht gewefen
Bin berührtem Augfpurgifchen Reichsabſchied, |feyn ; noch alfo captiofe gedeutet werden, daß da⸗
‚anno decimo gehalten, in ihrer Exception an- mit jemandes feine hergebrachte , oder erfeßne
‚gezogen, Naumburg mit feinem Wort auszie- | Gerechtigkeit des Dienits darum ſollt entzogen
hen: Daran redet er feineeigene Erdichfung. werden, obgleich der Dienftpflichtige etwas
84: Dann mit denen Handlungen bemelde- |jvom Reich Hätte ; dann darum iſt ban
unct
& fi
Ibfebnirt. Durch die Commergerichtsproceffe zu Speyer. _ 189
retiret und geſetzt, wie am Ende dann ein jeglicher Urſachen vorbringen folf,
ar erfcheinet, Damit ein jeder bey warum der oder die ihm zuftändig, und in
inen Würden und Wefen, mie ihm. daffelbe des Reichsanfchlägen nicht feyn oder bleiben
ſtehet, feine Borfordern und Boreltern, auch follen , und nach Verhoͤr derfelben durch ung
8 berbracht Haben, bleibe: welchem gemeine Stande, wie es binfort gehalten wer:
et,
Iche
aber Pfiugs ‚gefährliche ‚Deutung ganz zu» den bi, Erklärung und Laͤutrung gefchehen.
der ware. ir wollen auch mittler Zeit gegen den-
88. Darnach iſt die andre alternatiua dieſe: ſelbigen, fo ausgezogen ſeynd, mit aller Hand⸗
daß Diejenigen in des Reichs Hülfe auch, nicht lung ‚der vergangnen, und Diefer gegenwaͤrti⸗
follen gezogen werden, welche dem Reich ohne gen Hülfe und Anfchläge durch unfern Fifcal,
Mittel nicht zuftändig,, oder auch nichts vom an unferm. Känferl, Eammergericht ſtille fies
- ordnet ift, daß die Känferl. Fifcal ſich je zuzei⸗
l
fern und Königen etliche Privilegia und De:
lehnsweiſe. | er ya
889 Darum wo Pflug hier wollte a contra⸗
Reich haben: welches allen Rechten und der ben. -
Vernunft gemäß, auch ohne Zweifel darum ver-| gr. Dann obgleich die Biſchoͤffe der beyden
Churfuͤrſtl. Haͤuſer, Sachſen und Brandenburg,
ten unterſtanden haben, Praͤlaten, Grafen, Her⸗ (welche dann in kraft ihrer Erbeinnung in dem
‚ven und andre mit Proceſſen in die Reichshuͤl⸗ allweg bey einem geſtanden und blieben,) Rega⸗
fen zu dringen, fo doch ohne Mittel dem Reiche lien vom Reich Hatten : fo haben Doch die Chur⸗
nicht zugehörig, auch vom Reiche nichts zu |fürften und Fürften gemeldeter beyder Häufer,
sehn haben, ob fie wol von Kömifchen Käy- [und wie jest berührter Artifelmeldet,in Kraft des
vorangezeigten erften Puncts alsbald einen Aus⸗
zug ihrer Bilchöffe, Grafen, Herren und Prä-
laten halben gethan, dergeftalt, daß fie ihnen
zuſtaͤndig und nicht in des Reichs Hilf gehör-
rio fenfu argumentiren, fo müßte er, wie fol» |tenzc. darauf auch berührter andrer Artikel ge
get, alſo inferiven: Nemlich, welche vor Alters ſetzt, und vum Kaͤyſer Marimilian und denen
nicht denen Ständen, fondern dem eich ge- | Ständen des Reichs derfelbe Auszug zugelaf
‚gnadigungen haben mögen, aber doch nicht
dienet, und etwas vom Neich. hätten, und da die ſen; welches nicht gefchehen wäre, mo. der er-
|
get. Nemlich:
beyden Stuͤcke copulatiue vorhanden, die foll- \jte Punct den Verſtand, wie Pflug fuͤrgibt,
ten mit ihren Huͤlfen und Dienſten bey dem !hätte und haben möchte,
Reiche verbleiben. 92, And feynd derhalben die Churfuͤrſtl.
90. Daß auch der wahrhaftige und. recht: Saͤchſiſche Raͤthe zu Ew. Känferl. Maj. der un⸗
‚mäßige Berftand gemeldten Punctes der iſt, wie |terehänigften Zuverficht, Sie merden den Chur⸗
jetzt angezeiget , und ohne Noth iſt, alhier per |fürften und das Haus zu Sachſen bey berühr-
‚coniecturas und. a contrario fenfü zu handeln: |ten verabſcheideten Kaͤhſ. und des heil. Reichs
folches erfcheiner weiter aus dem darnach fol⸗ Deereten gnädigft ſchuͤtzen, handhaben, und wie
‚genden Punct mehrgedachtes Augfpurgifchen von Ew. Kaͤyſerl. Majeftät Vorfahren geſche⸗
Abſchieds, welcher alfo lautet, wie hernach fol- hen, darbey und folcher ihrer althergebrachten
T HR Gerechtigkeit aud) gnädigft und ruhigſt bleiben
Und nachdem etliche der Stände einen laffen. - Denn dieweil nun bey vier und dreyßig
‚Auszug, in Fraft jetzt angezeigten Artikels, et- Jahren verlaufen, als die Churfuͤrſten und.
licher Biſchoͤffe, Grafen, Herren und Bräla- Fürften berüßeten Auszug gethan, und damals
ten'halber, alhier gethan, dergeftale, daß Die bereitsan zu berichten gewußt, tie auch ohne
ihnen zuftandig und nicht. in des Reichs Huͤlf Zweifel, vermögedes bemeldeten Abſchieds her-
‚gehörig ſeyn follen ıc. haben wir uns mit ge- | nach gefchehen, deraeftalt, daß Kaͤhſer Ma-
‚nannten Sfänden und fie mit uns’ vertragen ‚| rimilian und die Stände zufrieden geweſt, daß
daß es mit demfelben Auszug bis auf den die drey Bifchöffe ihnen zuftändig und nicht in.
maͤchſtkuͤnftigen Reichstag beruhen, und als des Reichs Huͤlf gehörig wären: fo ift daraus _
; l
8
LE eicht⸗
1990
fe zupor allwege, und nun feit Der Zeit in: ge-
- melöter Churfürft und Fürften zu Sachfen, und
® hören,
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gehor ſamen (Dach, ausgefchleden Diejenigen, fo
von Chur ſuͤrſten und Fuͤtſten in Reichs Anlagen
ausgezogen,) ernſtlich ſolle procediren und ver-
nicht des Reichs Huͤlfe gehört haben, und ge: fahren, Damit was noch unerlegt und ausſtaͤn⸗
u — dig, auch hinfuͤrter faͤllig, foͤrderlich erleger,
93. Zudem, tie zuvor auch beruͤhrt, daß ausgerichtet und bezahlet werde, und alsdann
gemeldete Churfürft und Fuͤrſten zu Sachſen davon, wie ihres Amtes iſt, gebüßrliche Rech»
fotchen Auszug hernach zum Ueberfluß auf al-Inung Bun) INTER
fen Reichstägen, Da von Neichehülfe geban-| 97. In dieſem Artikel wird dem Fiſcal je
7 Eap. 16. Don den Deträntungen der Proteftanten.
jeichelich zu verftehen,, daß viefelbigen Bifchöf-
delt worden, continuirt, verneuret und vepeti- klar und hell und ohne allen Unterfcheid verbo=
ret haben, ohne des Keil, Reiche, oder ſonſt je ten, daß er wider Diejenigen, fo von Ehurfür-
mands Einrede. —ſten und Fürften ins Reich Anlagen ausgezos-
94. Darum kann auch nicht wahr feyn, da gen, nicht folle procediren; Damit Dann Der
Hug in feiner Repliken ferner fchreiber, als oben angeregte Abſchied zu Nugfpurg, anna de-
ob Känfer!. Majeftät und des Reichs Stände | cimo gemacht, zum Ueberfluß weiter confirmi-
den Stift Naumburg der Anfchläge nie erlaffen. ret und beftätiget wird: wie mag dann Dflug
95. Dann aus vielgemeldetem Augſpurgiſchen fagen, daß Kanferl. Majeſt. und die Reichs⸗
Abſchied befindet ſich klar, daß Kaͤyſer Maximi⸗ ftände den Stift Naumburg der Anfihläge nie
lian und gemeldte Staͤnde des Reichs willigen,ge=
gen den Ausgezognen mit aller Handlung, durch
den Fiſcal am Cammergericht, ſtille zu ſtehen.
96. Aber daß mehr berührte Yuszüge durch
Em. Känferl. Maj. Churfürften, Fuͤrſten und
Stände endlich ſtracks und ohne allen Anhang
weiter auch beftätiger, auch dem Fifcal verbo-
ten, wider Churfuͤrſt, Fuͤrſten und Stände
ausgezogne nicht zu_procediren, deß —
ſich die Churfuͤrſtl. Saͤchſiſchen Raͤthe au Ew.
Kaͤyſerl. Majeſt. und gedachter Stände letz⸗
‚ten Augſpurgiſchen Abſchied, Anno der wenigern
Zahl dafetbft gemacht 4 im Artikel, fodar-
“inn begriffen und hernach folge, nemlich:
Nachdem uns, auch Churfürften, Fuͤr—
ften und Ständen unfer Käyferlicher Fifcal al-
‚Bier auf dieſen Reichstag gefihrieben und an-
Zezeiget, wie von der hievor bemilligten und in
‘vier Theile getheilten Türfenhülfe, auch fonft der
geſchehenen Anfchläge , Unterhaltung Regi⸗
ments und Cammergerichts, allerley Ausſtan⸗
des der Ungehorſamen halben, über fein vielſtaͤn⸗
dig Anfuchen und Proceß, noch nicht erle=
‘get fey; Damit nun die Ungehorfamen vor den
-Gehorfamen in ſolchem, wie billig, Feinen Vor⸗
theil Haben: fo ift unfer, aud) Churfürften, Zür-
ften und Stände Befehl und Meynung, daß un
fer Kaͤyſerl. Fiſcal, auch Pfennigmeifter, allen
erlaſſen.
98. Es ſehen es die Churfuͤrſtl. Saͤchſ. Raͤ⸗
the ſchier dafuͤr an, als haͤtte Er Julius Pflug,
ſo er bemeldts Orts Biſchof waͤre, keine Be—
ſchwerung darinnen, daß die Unterthanen des
Stiftes an zweyen Orten zu helfen, und die An=
lagen zu erlegen, verhaftet würden. Memlich
dem Neid), auf daß er in beruͤhrtem Fall de=
fto efer vor einen Fürftendes Reichs Fönnte ge⸗
achtet werden; und zum andern, dem Churfür-
ften und Haufe zu Sachſen, fo folhe Hülfe
von Alters herbrachf, auch ; Dann den Weg wuͤr⸗
de es gewinnen müffen. Ob aber folches eine
Entledigung oder Unterdrückung des Stiftes
und der armen Leute, fo derwegen belegt müf«
fen werden, feyn würde, werden Die Untertha⸗
nen des Stifts felbjt auch tiflen zu bedenfen. '
99. Und Pflugen öffentlich zu überwinden,
daß die Bifchöffe zu Naumburg ihre Hülfemit
den Landen, und nicht mit dem Reid) gethan,
wie auch noch zulegt von Bifchof Philipp von
Freyſingen und Adminiſtratorn zu Naumburg
fo nachft verftorben, geſchehen, das öffentlic
it: fo wird vielgenannter Pflug ja nicht verleug⸗
nen, ihme auch unverborgen feyn, welchergeſtalt
der Bifchof zu Merfeburg, vor nicht vielen Jah⸗
ven, weyland Herzog Georgen zu Sachfen, mie
und neben andern feinen $andftänden, inglei=
Fleiß anwenden, auch ber Sifcal gegen den Un-| chen auch der Biſchof zu Meiffen zu Serge
r eor⸗
— EN j j 2 \
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— ——— —
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hnitt. Durch die Caminergerichtsproceffe zu Speyer. 193
enden Gerechtigkeiten eine lichem Herkommen des Hauſes zu Sadıfen ‚ daf
Hülfe und Anlage gewilliget, er fich wider fein Vaterland und wider —*
denen andern Landſtaͤnden gemaͤs, Landesfuͤrſten ſo feindlich verhetzen laͤſſet.
Stiſten angeleget, eingebracht, bey-| 104. Dann ob er gleich den Churfuͤrſten zu
‚gefegt, diefelbige auch lehtlich S. F. Gn. gegen Sachſen fo hoch nicht hierinnen wollte —
Drefden haben folgen laſſen .. als da er folder Sachen mit feiner Churfürftl,
100, Ohne Zweifel werben gemeldete Bi⸗ Gnaden freundlich geliebten Herrn Vettern,
ſchoͤffe keine fonderliche Tuͤrkenhuͤlfe hieruͤber Herzog Moritz zu Sachſen, unter dem er ge—
dem Reich gethan, fondern Herzog Georg mit boren, zu thun hätte; fo follte er doch bedacht
feinen gebübrenden Anfchlägen viefelbige gelei-
ſtet und getragen Haben,
haben ‚und bedenken die Blutsverwandnis ihrer
Ehurfürftl. Gn. und ihrer Fürftl. Gnaden, und
101. Serner wird auch Pflug ohne Zweifel daß fie zu einem Chur⸗ und Fürftl. Haufe ges
wiſſen, als vor zweyen Jahren zu Speyer durd) | hörig, und daß jedes Theils Unterthanen dem
das Neid) eine Türfenhülfe gemilliget, wel⸗
chergeſtalt von vorgenanntem Biſchof zu Meif
fen, auf des Churfürften, zu Weimar, und
Herzog zu Sachſen, Morigen, zu Leipzig, und
ihrer Chur» und Fürftl. Gnaden Sandftände ge-
machte Türfenanlagen, auf den Stift Meiffen
dieſelbige geleget und auch eingebracht, und ver:
mög und Innhalt des Landgrafen zu Heffen vor
zwehen Jahren aufgerichteten Vertrags, zu glei⸗
chen Summen, beyden Fürftl. Theilen zu Be⸗
huf, beygeſetzt, auch der Steuerregifter Copeyen
uͤherſchicket: und hernach jedem Theil die Un«
terhaltung am Geld auf fo viel Kriegesvolf zu
Roß und Fuß, damit ein Biſchof zu Meiffen
dem Haus zu Sachſen vor Alters her gedient,
überfchickt hat. Und daß dergleichen auf vor:
beruͤhrten Weimarifcyen Beſchluß von wegen
Kr is Naumburg auch gefchehen und er-
olgt iſt.
102. Darum iſt es von Pflugen jeeine groſſe
Vermeſſenheit, daß erhlerüber (mie er dann ge⸗
ſtehet,) hundert Gulden ausdem Stift hat for:
dern dürfen, zu Erlegung der erften Friſt der zu
Regenſpurg bemilligten eilenden Tuͤrkenhuͤlfe;
und fo vielmehr, Daß er es gern vertheidigen woll⸗
te, als hätte er wohl dran gethan, über fo kla⸗
re Reichsabfchiede, alt Herfommen, und des
Hauſes zu Sachſen öffentlichen Poffeß und Ge-
währ, die aus fo vielen actibus pofleflinis Keller
dann Die Sonne am Tage ift: er wollte dann
fpoliiren und furbiren, foim Rechten verboten,
wohl und recht gethan Keiffen. |
. 103. Die Churfürftl. Saͤchſiſchen Nätherra-
gen Mitleiden mit ihm, als einem von fürnehm« "zu Meiffen ne Merfeburg folches auch wie⸗
Lutheri Schriften 17, Theil.
andern mit Erbhuldigungen erblich verpflich-
fet feyn, und wie und welchergeftalt ihre Chur⸗
fürftl, und Fuͤrſtl. Gn. mit einander in Lehnſchaft
figen, alfo was einem zum Nachtheil hierinn
eingeführet wird, Daß es dem andern auch zum
Schaden und Abbruch gereichen thaͤt; daß fie
auch durch die großväterliche Theilung, und dar⸗
zu durch die Erbeinigung der Häufer Branden«
burg, Sachſen und Heffen, und durch vorbes
ruͤhrten Bertrag vor zweyen Jahren alfo verbun«
den und verpflichtet feynd, einander in folchen
und dergleichen, wie in ihren eignen Sachen,
freundlich und gefreulich zu raten und zu helfen,
105. Immaſſen auch derhalben Herzog Hein⸗
rich zu Sadıfen, feliger, und der Churfürft, wis
der die Bifchöffe zu Meiffen und Merfeburg, als
diefelben fich Furz verfchienener Zeit, und fon»
derlich auf nächftem Reichstag zu Negenfpurg
dergleichen Ausziehens vom Haus zu Sachfen,
auch unterfteßen wollen, bey ein und für einen
Mann geftanden ;folche Sachen aud), als gemei«
neSachen des Hauſes zuSachſen, ſaͤmtlich verfre«
ten, ob ſie wol dazumal Herzog Heinrichen und
Sr. Fuͤrſtl. Gn. Erben zum groͤſſern Theil ans
gegangen; nachdem vielgenannter Biſchof Phi⸗
lipp 2c. Coadiutor zu Naumburg, ſich gegen den
Ehurfürften, inmaflen von St. 3. Gn Vor⸗
fahren, Bifchöffen zu Naumburg, allwegen ge-
ſchehen, fid) aller Gebuͤhr gehalten.
106. Wer wollte auch zweifeln: wann Pflug
dieſe Thür (dafür der Allmaͤchtige gnaͤdiglich,
ſamt euer Kaͤyſerl. Maj. gnaͤdigſt feyn wollen,)
oͤffnen ſollte, dann daß die kuͤnftigen Biſchoͤffe
de⸗
194m. Eap.ıs. DondenZektänkumgenderProteftanen. m
derum würden zu Gemuͤthe falten, und dahin, |vor ihren Haupt» und Capitalfeind achten. Ex
wie fie fich nächft gern unferftanden haften, zu |(poliatione enim aut conatu fpoliandi alicuius
Kabfen >... ee rei, aut juris non vilis oritur capitalis inimici-
107. Solches Nachthells und Schadens, nicht tia. Deß an die Rechte gezogen.
allein der Chur» und Fürften, fondern audi. | ııı. Nachdem aber folcher Feindfehafe und
rer Chur» und Fürftl. Gn. Unterehanen und |Widerwärtigfeit das, Mißtrauen anhän
Pflugs eignen Freunden und Verwandten, waͤ⸗ get, und daraus Durch die Vermutung der
re er ein Anfänger und Verurſacher. Wrernunft und der echte. flieffet und folge:
108. Denn, daß es der Unterthanendes Hau |Nam eo ipfo, quod! quis eft inimicus,
fes zu Sachſen Nutz und Wohlfahrt aud) if, |oftenditur, quodei non debet, vel non poteſt
fo die drey Biſchoſthuͤmer mic ihrer Hülfe und |confidi. Go iſt derhalben ver Churfuͤrſt
Anlagen, auch andern, wie von Aiters herkom⸗ |zu Sachſen alhie unwiderſprechlich in dem Fall
men, bey den Landen verbleiben: ſolches ver- \der Rechte, davon im Anfang diefer Schrift -
ſtehen Diefelben Unterthanen wohl; haben aud) | Meldung gefchehen: nemlicdy, daß er als San:
derhalben mehrmals bey denen !andesfürften , |desfürft und Patron zu Recht ein trefflich In⸗
dieweil ſie eine Zeit her vermerfet, womit die Bi⸗ tereſſe Bat, wider Pflugen, fo er gleich beftän-
fchöffe umgingen, unterthänige Erinnerung ge⸗ |diglich erwaͤhlet wäre, zu opponiren und fih
£han und gebeten, dafür zu ſeyn, Damit diefel- |mider ihn einzulaffen, daß er Sr. Churfürftl,.
ben Bifchöffe fic) von den Landen nicht ziehen |&n. nicht vor einen Bifchof zu Naumburg zu
möchten. Aber zu diefem ift noch meßr eine | leiden ftünde, nachdem er ihm verdächtig. Und
Bermunderung zuhaben, daß etliche des Pflugs dieweil fich die Lehrer der Nechte hierinnen der-
Freunde und Verwandte, ſo dem Haufe zu |vorangezognen Worte, nemlih: Si princeps
Sachſen mit Unterthaͤnigkeit und Lehnſchaften, terre diffidit eledto, &c. gebrauchen, fo koͤn⸗
auch tehnspflichten und Erbhuldigungen ver- nen die Churfuͤrſtl. Saͤchſiſchen Raͤthe aud) nicht
ande ‚ihn Bierzu noch reizen und verleiten ‚auch umgehen, aus berüßrter Seindfchaft und Wir
hierinnen anhängig feyn ſollen, gleich als ob ſich derwaͤrtigkeit oben berührt Isntereffe und dee
jeßt berüßrter ihrer Verwandtniß halben, damit jfelben Urfachen, Hoc) fonder Dflugs Verkleine⸗
fie vem Haufe zu Sachfen verpflichtet, nicht viel rung, zufchlieflen. De
ein anders gebühren follte; oder als wäre op-| zı2. Und wiewol gemeldete Raͤthe, allergnaͤ⸗
_ pugnatio jurium patrix ein geringes, und haͤt⸗ digſter Kaͤyſer und Herr, nachfolgende Sachen
te wenig oder gar nichts auf ihm. vor euer Kaͤyſerl Maj, diefes Ortes anzuregen, -
209. Die andre Haupkurfache Pflugs Nicht am liebften hätten umgehen wollen ; Diemell eg
zulaflung, ift diefe: Denn es folge aus berühr, jaber vielgenannter Pflug verurfacher, und mit
ten feinen bereitan unterftandnen SHandlun« ſeinen vermeflenen Kepliquen erdringet, daBes
gen und Vorhaben, nebenondern, darvon hier- | ohne Nachtheil des Churfürften zu Sachfen nicht
nad) ferner gemeldt foll werden, daß ihme der kann vermieden werben: fo bitten fie unterchä«
Ehurfürft zu Sachſen, als des Stiftes Raum. nigſt, eure Käyferl. Maj. wollen darob Feinen
burg Landsherr, Erbſchutzfuͤrſt und Datron,nicht | Ungefallen Haben, denn Daraus wird fich ferner
mag vertrauen. angenfichtig befinden, daß gemeldter Churfürft _
120. Dann diemeil er ſich nicht allein unter- | Pflugen nicht weiß zu frauen. Und fagen in
fieher, Se. Ehurfürftl. On. und das Haus zu Gleichniß, allein zur Sachen Nothdurft, oh⸗
Sadıfen an den hievor erzehlten Öeredjtigfei- |ne jedermans Schmad), welchergeſtalt die Ehur ⸗
ten zu beunrußigen und verhindern ; fondern auch |fürften zu Sachſen ꝛc. über hundert Jahr und
Derfelben, als trefflicher und großmwichtiger Herr: | Menfchen Gedenken von Nömifchen Känfern
lichFeiten und Gerechtigkelten, mit der That zu Jund Königen das Burggrafthum zu Magdes
entſetzen, und darzu oßne allen beftändigen |burg,famt dem Bann und Örafengeding zu Hals
Grund; So müflen Se. Churfuͤrſtl. On. Ihn He, zu sehn getragen, (wie dann ber jegige A
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Daurch die Cammergerichtsproceſſe zu Speyer. 197
sachfen von eurer Kaͤhſerl. Maj. we⸗ ſten und Heren, Heren Joachim, Marggrafen
auch gnädiglich damit belehnet wor · zu Brandenburg, Ehrktefen x. als einem
den Innhalts habender Lehnbriefen,) if mit den der Compromiſſarlen, vermoͤge des Compro⸗
nbriefen überflüßig zu beweiſen. Mit was Un-| miſſes, ein Tag gegen Herbſt darzu beſtimmet
‚billigfeit und Ungrund aber der Cardinal und | werden; fo iſt gemeldetem Churfuͤrſten eine
Erzbifcyof zu Maͤhnz und Magdeburg fichvor et· Schrift en worden, fo im Namen eurer
lichen verlaufenen Jahren unterftanden, mehr er«| Käyferl, Maj. am Datum zu Tolet in Hifpa-
meldtem Churfürften zu Sadıfen in folhe Burg: |nien, an mehr berüßrte Compromiffarien gehafe
gräfifche Gerechtigkeit zu Halle mit der That und fen, und Damit denfelben in beruͤhrter compro⸗
unbefugtem Vornehmen zu greifen, ſich aud) in| mittircen Sachen bey einer namhaften Poͤn ſtil⸗
gemeldtes Burggrafthunis Gerechtigkeit ferner le zu ſtehen, und die Sachen mit den Acten an
zu dringen, iſt auch nicht heimlich. 6E. K. M. zu remittiren geboten.
113. Und wiewol gemeldeter Ehurfürftmicbil-) 116. Und wiewol der Churfuͤrſt zu Sachſen
llgem Fug und Rechtem Wege, fo zu Abwendung nicht unbillig ein Nachdenken und Verdacht ges
thaͤtlicher Eingriffe in Rechten zugelaffen,darwi-) ſchoͤpffet, als müßte berühre Mandat durchete
der hätte gebrauchen mögen: fo hat ſich doch wa geſchwinde und gefährliche Practifen ausge⸗
gedachter Cardinal legtlich auf die Bahn gele⸗ bracht, und Sr. Käyferl. Majeft. ver Handel
et, daß er fich gegen dem Churfürften zu Sach dermaffen, wie er gelegen, nicht vorfommen
7 Gleich und Recht, auf die Churfürſt feyn: fo hat doch Se. Churfuͤrſtl. Gn. den Car⸗
und Fürften der Erbeinigung obgedachter Haͤu⸗ dinal ſolcher Practiken ausdruͤcklich nicht duͤr⸗
fer, Sachſen, Brandenburg und Heſſen, erbo⸗ fen bezeihen, inſonderheit aus dem, dieweil ſie
be: ie: 027% beyderſeits dem Compromiß nach zu geleben, _
114. Und dieweil der Churfürft zu Sachſen und darwider nicht zu thun, mie vorberüßrt,
ſolch Recht auch) nicht Hat wiſſen zu ſcheuen; zum hoͤchſten betheuert, bis zuletzt, da das Haus
ſondern daſſelbige mit dem Cardinal anzuneh.| Wolffenbüftel erobert worden: daſelbſt ſeyn
men gewilliget; fo ift erfolge, daß berüßrte) Briefe, des Cardinalseigne Handſchrift, fame
Ehurfürften und Fürften der Erbeinigung, ziob | etlicher eingelegten Schriften ‚befunden, wel⸗
fchen beyden Parteyen, nach) unverfangner: guͤt⸗ che in gemeldtes Ehurfürften Händen, und vor-
lichen Handlung, ein Compromiß aufgerichtet ‚| zulegen ſeyn; daraus fich gnugfam befinder , wie
dergeftalt, Daß die Sache innerhalb Jahres der Cardinal von berüdrten Practifen Mitwife
Friſt zu endlichen Austrag und’ Ausſpruch ſoll fen gehabt, aud) derfelbigen mit eheilaftig ges
gereicyen. Solch Compromiß ift durch beyde weſen, unbetrachtet mehr berührter hoher Bes
Theile bey Sürftlichen Treuen, wahren Worten, |eheurung. Dadurd) dann fo viel ausgerichtet
und an Eydes ſtatt zu halten, und darmwider in | und zuwege gebracht, daß der Churfürft zu Sach⸗
feine Wege zu thun nod) zu handeln, bewilli- fen deflelbigen Gegentheils Verhinderung, Ein⸗
get, gehandzeichnet, und mit anhängenden Sie: |grif. und thärliche Turbation in und an Sr.
- geln befräftiger und angenommen, Churfuͤrſtl. Gn. Magdeburgifchen Burggraͤf⸗
115, Als nun beyde Theile ihre rechtliche Noth⸗ lichen Gerechtigkeit, nun faſt ins neunte oder ze⸗
durft, auch Beweiſung und Gegenbeweiſung, hente Jahr hat muͤſſen gedulden, und darzubes
lee vollführee und zum ruͤhrtes Rechten und des Ausſpruchs in Mangel
Ausſpruch concludiret und befchloffen ‚ der Chur: ſtehen. | | i
fürft zu Sachfen ſich auch Feines andern verfe-| 117. Was auch Sr. Churfuͤrſtl. Gn. wei-
je ‚ dann daß die Sache in kraft beruͤhrtes und ter zu Unterdruckung berüßrter feiner Gerechtige -
®
ewilligten und hochbetheuerten Compromiffes, keit in der compromittirten Rechtfertigung für
ihren endlichen Entſcheid durdy worgenannter |unerhörte Gefährung von gemeldtem Gegen.
Eommiffarien Ausſpruch würde erlangen, wie theil begegnet: das werden ©. €. F. Gn.aus
auch den durchlauchteſten, Kochgebornen Fuͤr⸗ alien Nothdurſt zu andrer ——
Ri: 2 it
198
Bekränkungen der Proteftanten. —
at eurer Ränfeel, Moj. unterthamof angujele fudinis.füze aduerfärio (ira tamen iniuniam)
gen, auch nicye umgehen fönnen.
7
"8. Nun ift Er Sulius Pflug uns dieſelbige
heut zu Tage converfizet.
7 u
122. And wiewol Pflug dieſe, des Churfuͤr⸗ |
Zeit und als folches alles dem Ehurfürften zu) ſtens Beſchwerung damit vermeynet zu verun⸗ |
Sachfen begegnet, des Cardinals ( wie er in
feiner Repliken faft felbft befennet,) Magdebur⸗
aifcher Nach geweft und ohne Zweifel nod),;
Daß ihm nun S. C. F. G. aus dieſem Verdacht
ſollten laſſen, als ob er zu beruͤhrten geſchwin⸗
den und gefährlichen Handlungen wider S. C.
5. Gn. und das Haus zu Sachſen nicht ſollte
mit geraten und in denfelbigen Räthen mit ge⸗
weſen .feyn : das. fünnen ©. C. 5. ©. nicht
thun. Eure Kaͤyſerl. Majeſt. und männiglid)
werden S. C. 5. G. darum nice mögen ver:
denfen. i ze
119. So wiffen aud) S. C. F. ©. nicht an⸗
ders, dann Pflug habe fich faſt um die Zeit ‚als
fic) vorangezeigter Mißverftand zwiſchen dem
glimpffen und unwichtig zumadjen, daß die Ir⸗
rung mit dem Cardinal und S. C. F. ©. nicht
fehöbar feyn folle 2c. ſo iſt ſie doch ohne Wir
derfprechen fo wichtig, daß fie. des Ehurfürs
ten Stand, Hoheit. und Ehre anlanget, nem«
lich Titel, Wappen, Herrſchaft und Herrlich⸗
feit des Burggrafthums zu Magdeburg, als.
eines Negalifchen, eurer Känferl, Majeſt. und
descheiligen Neihs Sehne : k
‚123. Daß aud) diefe Sache nicht für geringe
ſchaͤtzig möge geachtet werden, das iſt gnug zu
verſtehen aus etlichen dermegen vorgemwandten
Handlungen und gefchehenen Vorſchlaͤgen zu
gütlicher Berrichtung derſelbigen. a
124, Zudem obwol S. C. F. G. inangerege
Kardinal und dem Ehurfürften zu Sachfen ıc;}| vereydeten Compromiß, durch den Eardinal
der Burggräflichen - Geredhtigfeit halben ) er-| gedrungen und gefuͤhret; ſo Kat er doc) ſolch
hoben, zu gedachtem Cardinal zu Dienft und vereydfes Recht S. E. F. On. durd) feine und)
in feinen Rath begeben. Diemeil er dann zu feines Anhangesgefährliche Practifen wiederum
Naumburg ein Domperr, und ein Probft zu] geftopft, und der Churfürft zu Sadıfen nun vies
Zeig worden in des Churfürften Land und ©.|le Jahre deſſelbigen compromittirten und ges
. Ehurf. ©. Schutz; fo haͤtte ihm neben andern
vorerzehlten Urſachen wohl gebühret, fo er fid)
Verdachts hätte wollen entladen, und Hoff
nung haben‘, berühttes Drfes mit der Zeit Bi:
fchof zu werden, daß er fid) foldyer Rathsver—
wandniß, Dienftes und Anhanges entſchlagen
und geäuffert hätte, . -
120. Diemweil er fi) dann auch auf den heu⸗
tigen Tag um und bey, auch unter viel gedach⸗
tem Cardinal enthält, und in dieſen Handel oh-
ne Zweifel, wie aud) gnugfam vermerft wird,
feines und der Seinen Rats wider den Chur:
fürften zu Sachfen zu allem vorberührten fei-
nem unbilligen Bornehmen gebraucht.
121. Hierum und aus Diefen Urfachen Fann
der Churfürft zu Sachſen ihm in Feine Wege
auch nicht vertrauen, iſt ihm auch derhalben in
©. €. F. G. Landen und Schuß für einen Bi
ſchof zuzulaffen nicht ſchuldig, als einen, ſo wi⸗
der ©. C. F. ©. in berührter trefflichen wichti-
gen Sachen ihren Capitalwiderwaͤrtigen an-
haͤngig, geraten, gedienet, et cumtanto celli-
ſchwornen Rechtens feinethalben im Mangel:
ſtehen muͤſſen. | EL
125. Derivegen und aus vielen andern Um⸗
ftänden mehr leichtlich zu erachten, was dar⸗
aus fuͤr eine hochbeſchwerliche Widerwaͤrtigkeit
und inimicitia zwiſchen beyden Theilen entſtan⸗
den und erwachſen, wiewol ohn alle Schuld und
unbilliges Verurſachen des Churfuͤrſten zuSach⸗
ſen, daß Pflug dieſelbige Sachen, Irrungen
und Controverſien, nicht ſo geringſchaͤtzig ach⸗
ten und deuten mag, wie er gerne thaͤt, mit
welchem er auch ſeinen Anhang gegen den Car⸗
dinal deſtomehr zu verſtehen, und dem Chur⸗
fuͤrſten ihme zu mißtrauen Urſache gibet.
126. Dann es iſt nicht um das zuthun, wie
Pflug mit einmenget, ob ein Erzbiſchof zu Mag⸗
deburg des Stifts Naumburg Metropolitan fey,
denn darum hätte der Churfürft zu Sachſen,
mit dem Cardinal nichts zu Pr ‚ folches fihe
auch S. C. F. G. nichts an, fonderndie Burge.
graͤfliche Magdeburgiſche Sache, in welcher
S. €, F. G. fo treffliche und ale Ben
hwe⸗
Känferl. Maj.
heit, zu aller
D * 3
—
b ch die Cammergerichtsproceffe zu Speyer. 201
id die Stopffung des compromit⸗ zu Sachſen gründlich Verderben verhoffet, oß«
tens begegnet feynd: alfo Daß der ne Eonfens und Kath der Capitularperfonen und
Chu ‚zu Sachſen endlich nicht umgehen ſonderlich der Fuͤrnehmſten, als Pflugs und
kann noch mag, beruͤhrte Beſchwerungen eurer dergleichen, nicht werden gehandelt worden ſeyn.
mn bequemlicher Öelegen-| 130. Wiedann ermeldter Pflug des Bifhofs
Nothdurft, und unterſchiedlich in zu Meiffen einiger Beyſtand unter allen Doms
fpecie unterthänigft vorzubringen, und um eu⸗ | Berren zu Meiffen geweſt, alsder Ehurfürft und
rer Kaͤyſerl. Maj. gebüßrliches Einfehen zu bit | Herzog Heinrich zu Sachfen felber, etwa zu Meife
ten, damit ©. C. F. ©. berüßrte ihre Burg⸗ fen mit, ihm von einer Chriſtlichen Reformation,
geäfliche Gerechtigkeiten, ohne weitre Berin- | und von wegen der zu Worms auf dem Reichs»
derung, Turbation, Eingrif und Einträge des|tag angemaßten Reichsſeßion geredet und-ges
Cardinals, mögen ruhig haben, befißen und ge-| handelt; aber fic) one Zweifel auf gemeldtes
brauchen. | 4 Pflugs, als feines Beyftands, Kath, wider ges
127. Aber zu beruͤhrtem Mißtrauen, Pflugs meldte Sandesfürften gefegt. h
| halben, Hat der Ehurfürft zu Sacıfen weiter| ı31. Darzu als gemeldter Bifchoflegthindas
dieſe Urfachen: Denn vor eines haben ©. E. | bin vermocht und gebracht, daß er vorgenann«
3. On. nicht geringen Argwohn, nemlich wie| ten beyden Churfürft. und Fürften zu Sachſen
der jegige Bifchof zu Meiffen und der naͤchſt Brief und Siegel gegeben, fid) hinfort Reiche»
. verftorbene zu Merfeburg, nad) Ausweiſung ih⸗ ftands oder Seßion nicht anzunehmenzc. hat
rer zu Wolffenbürtel gefundenen Briefe, mit Pflug, fo viel Raths zu Maͤynz wiffen zu fin«
Herzog Heinrichen von Braunfchweig, des den, daß derfelbe Bifchof ihre Ehur- und Fürfil.
Ehurfürften und ©. €. F. G. Defenfionsver: | On. über und wider feine gemeldte Verſchrei⸗
wandten wiſſentlichen Widerwärtigen, in be-|bung, möchte am Cammergericht vornehmen
ſchwerlichen Practifen wider das Haus zu Sad): | und ſich daraus wirken, wo folche feine Prar
fen geftecket, daß fid- Pflug an gemeldeten von] ctifen zu Fortgang haͤtten gereichen wollen.
Braunfchmweig bereitan und in Sleichniß auch! 132. Und wiewol Bifdyof Philipp zu Frey⸗
gehänger. fingen und Adminiftrator zu Naumburg, gebore
“128. Und zu diefem Verdacht und Argwohn ner Pfalzgraf, fich niemalen in feine fremde
beweget ©. €. F. ©. nicht wenig, daß genann-| Bündniffe von vielgenannten Stifts wegen ge«
ter von Braunfchweig, ob er wol mit feinen! geben noch geben wollen: fo würde fid) doch der
geübten Unthaten und. derfelbigen Berantwor:| Churfürft zu Sachfen gewißlich feines andern,
fung genug zu Chun haben follte, den Stift) dannaus erzeßlten Urfachen aller Widerwaͤrtig⸗
Naumburg und Er Julius Pflugen wider fein feit,gefährlichen Berbegung, Anfchläge, Practi«
vermeynte Widerrede mic eingeflechten, auch Een, Unmillens, undin Summa aller der Dinge
- mit der Berunglimpfung und Anregung, Die ge: | zu Dflugen zu verfehen haben , darum die Redy
wißlich durch Pflugen in den von Braunſchweig fe dem Sandesfürften, auch Patronen, die oftbe⸗
muß gebildet worden feyn. ruͤhrte Oppoſition pro fuo intereffe zulaffen.
‚129. Am andern, fo Fann er beruͤhrter be| 133. Und daß er hierüber in fonderlid;en ges
ſchwerlichen Handlung, welcher ſich vorgenann-' fährlichen Practifen und Confpiration Bafte,
te beyde Bifchöffe zu Meiffen und Merſeburg | das ift wohlund leichtlich abzunehmen, aus dem,
mit Herzog Heinrichen von Braunfchweig zum! daß er ſich ruͤhmet, wie ihm der Adel des Stifts
Verderben des Haufeszu Sachfen, unterfangen, | Naumburg bereits foll anhängig feyn, welcher
auch nicht unfchuldig feyn, dieweil er in beyden | auch in feiner Verwandniß wol bleiben werde,
Stiftkirchen zuMeiffen und Merfeburg, zudem | Dann, iftdem alfo, mie ihm der. Churfürft fol«
mal, wie man nicht anders weiß, bereitan ein | ches feines Ruͤhmens gönnen muß: fo kann es
Canonik geweſt, und foldye wichtige und hoch⸗ | je. nicht anders denn durch) eine fonderliche Pra«
beſchwerliche Sachen, daraus fie-des Haufes ctiken a a und ergangen feyn, —
3 em
—
Fa
202 Cap. 16. Don den Bekräntungen der Proteftanten. ;& 5 203
dem fonft ohne Zweifel fein Eprliebender ,fodem |fen befielben_erfefjene Gerechtigkeiten dermafe
Stifte oder aud) dem Hauſe zu Sachfen verpflid)- ſen entzogen follten werden. Be;
£et, ſich ihm verwandt würde gemacht haben, weil
137. Daß aber von Confpiration alhier ge
- ber Churfürft zu Sachſen, als des tandes Erb redet wird, deß hat der Churfürft zu Sadfen
ſchutzfuͤrſt und Patron, in Pflugs Derfon aus fo unter andern dieſe Urſach; dann wie S. Chur -⸗
trefflichen und rechtmaͤßigen Urſachen nicht ge⸗ fuͤrſtl. Gn. des einen muthwilligen Troßz zu
—
williget, er auch in die Poſſeß des Stifts bis⸗
Ber nicht kommen. Zudem, daß ſich der groͤſ⸗
ſere Theil Biſchof Niclaſen von Amsdorff,
als —— Biſchof, verwandt ge⸗
macht.
134. Es wird auch der Churfuͤrſt zu Sach⸗
ſen dieſelben dafuͤr achten muͤſſen, als ob fie eben,
daͤmpffen, ſein Haus haben in vergangenem
Winter einnehmen laſſen, iſt daſelbſt ein Elan
rer Begrif oder Copey ſolcher Buͤndniß fun⸗
den und feiner Churfuͤrſtl. Gnaden zugeſchickt
worden. SH. |
138. So ift ſolches aus beruͤhrtem gedichtem
Schmachlied genugfam zu verſtehen; zudem.
wie Er Julius Pflug, wider ihre Verwandtniß das einer dem Churfürften zu Sachſen die gea
in Borbasen feyn, Das Haus zu Sachſen fei- ſammte Lehn diefer Sachen halben aufgefchrie«
ner Gerechtigfeiten, Herrlichfeiten und Präro-
gativen, fo es von Alters her an denen Dreyen
Biſchofthuͤmern herbracht, Pflugen zu auf zu
entfegen und zu fpolilren helfen.
135. Aber ohne Zweifel werden S. C. F. G.
- nicht unterlaffen , vermitcelft goͤttlicher Huͤlfe,
- Diemeil fie diefer Sache Halben allweg gebühr-
lic, Recht haben leiden koͤnnen, fid) auch heut
zu Tage zu recht, wie hernach vermerkt werden
ſoll, erbieten, auf billige Weiſe zu gedenken,
damit S. C. F. G. und das Haus zu Sachſen
durch beruͤhrte Conſpirationsverwandten (wer
ſie ſeynd,) vielgemeldter Gerechtigkeiten unent⸗
ſetzt blelben, und Biſchof Niclas ſamt denen
Frommen und Gehorſamen des Stifts, wider
ſie zur Nothdurft, da ſie ſich was weiter unter⸗
ftehen werden, vor ihrem Frevel geſchuͤtzet, auch et»
liche derſelben, ſo neulicher Weile ein Schmachlied
uͤber genanten Biſchof, auch über den Ehurfür-
ſten und etliche derſelben Unterthanen von Adel
en, und wo ſolches fuͤr eine Treu geachtet ſollte
werden, fo wollte ſich gebuͤhren, auch die
Nothdurft erfordern, Anſuchung zu thun und ih⸗
nen alſo zu verpflichten laſſen, daß er ſich an
Gleich und Recht müßte begnuͤgen laſſen.
139. Hierüber ſoll auch einer, welcher ohne
Zweifel den Dingen aud) verwandt muß ſeyn,
dieweil der Churfürft zu Sachſen auf diefem
Keichstag zu Speyer geweſt, geredet haben;
Er wolle feinen Kopfnicht fanftlegen, esmüße
tedann Er Julius Pflug Bilhof zu Naume
burg feyn ꝛc. Nun fönnte es ihm wohl begeg«
Inen,foer ſolchen feinem unrechtlichen Frevel ver⸗
mennfe nachzufegen.
140, So feynd auch berührfe Conſpiranten
an ihrem fetbft fEräflichen Unfug nicht gefäftie
get, fondern wollten andere, fromme, ehrlie=
bende, und gehorfame von Adel, fo zum eheil
dem Churfürften mit Unterthaͤnigkeit, Lehn
und andern Pflichten, aud) fonderlichen Dien«
und Diener, gedichter, und andern Muchmillen |ften verwandt, in dergleichen Unfug und Une
mehr eine Zeit ber gefrieben, nicht ungeſtraft gehorſam auch gern ziehen, und denfelben zu .
bleiben. Verweiß, auch als unadelich gehandelt, deuten,
136. Es haben in vorigen Zeiten etliche unter \daß fie feiner Churfuͤrſtl. Gnaden Befehl wi⸗
denen Fürften zu Sachfen dergleichen Conſpirati⸗ |der etliche verfelden Eonfpiranten, wie fie ife
on auch vorgenommen; aber wie es ihnen geluns Iren Pflichten und Dienften nad) ſchuldig ge⸗
gen, dag zeigen Die wuͤſten Schlöffer und Hofftät- |wefen , zu Dämpffung ihres Muthroillens, volle
teheut zu Tag an etlichen Orten noch wohl an. ſtreckt; wie fic) dann folches aus berührtent
So wird Herzog Moris zu Sachfen denjenigen, Schmachgedicht, auch fonft befunden und bea
welche S. 3. Gn. darunter verwandt wären, findet, alsfollten fie ſchuldig gewefen feyn , ſich
oßne Zweifel ihren Unfug auch nicht geftaften, zuvor gegen denfelben zu verwahren, fo ſie doch
noch geſchehen laffen, daß dem Haufe zu Sach⸗ ihrer Perfon halber mit — zu
Afa
⸗ x —
ſch ii irc die Cammergerichtsproceffe 3u Speyer. 205
habt, fondern ollein von wegen und ‚ben Schmähdichter der gebüßrlichen Strafe
a digem Gehorſam, ihrer Obrigkeit und [nicht entfliehen noch lange ee E
gem eo, 12244. Aus dieſen Erzeblungen werben eure
141. Es wird aud) fuͤrwahr feltfam zugehen, Kaͤyſerl. und Königlidye Majeftäten, auch
wann ſich die Obrigkeit, oder Derfelben Diener Churfuͤrſten, Fuͤrſten und Stände nicht allein
und Befehlhaber, gegen denen, fo unrechtlich und ſoviel merken, daß der Churfuͤrſt treffliche und
anfriedlic) handeln und handeln wollten; oder billige Urſach Hat, Er Julius Pflugen, fo er
da die Obrigkeit die Liebelthaten jtrafen wollte, ein Biſchof zu Naumburg follte feyn, in ihrer
gegen den Sträflichen für der Strafe vermaßren und ihrer ande Obliegenden nicht zu trauen,
often. Dann wenig würden fie ausrichten; ſondern fic) auch der Dinge: zu beforgen haben
und fo von denen Dienern in dem Fall fonder- müßten, davon bald im Anfang aud) kurz Kies
liche Berwahrnung gefchehenfollte, würde der [bevor indiefer Schrift, ven Rechten nad), Bere
Obrigkeit Befehl Durch fie, den Ströflicyen zu meldung gefehehen. - ———
gut, mehr gehindert dann gefoͤrdert werden. So | 145. Und inſonderheit würden ſich feine
ift auch in allen vehdlichen Handlungen gnug, Churfuͤrſtl. Gnad. bey genanntem Pflug wenig
daß ſich der Vehdefuͤhrer, als der Principal, Troſtes oder gutes Raths in ihren und ihrer
verwahre; und ift ohne Noth dag Die Diener Landen treflichen Dbliegenden zu verfegen haben,
oder Helfer daruͤber auch fonderliche Verwah⸗ ſo er zu feiner Churfürftl. Onaden Landtaͤgen
rungen thun: vielmeniger ift es in folchen Sal. derowegen erfordert, und von Huͤlf und Kath
“ Ten vonnöthen, nemlich da esder Obrigkeit Hal. gerathſchlaget follte werden. : i
ben felbft Feiner Anfag sder Verwahrung be | 146. nd obwol Pflug gedenken möchte, wenn
darf; dann vehdliche Händel und der Obrigkeit ihm der Ehurfürft zu Sachſen gleich nicht vers
"Strafen, oder. billig Gezwaͤngniß, zu Erhal⸗ trauet, noch ihn zu feinen Landtaͤgen erfordert,
tung Sriedens, feynd, wie jedermann weiß, auch feines Raths nich brauchte, fo waͤre ihm
fern von einander geſchieden. wenig daran gelegen: fo liegt aber dem Chur⸗
142, Wo es aber die Weg hätte, da GOtt |fürften trefflich viel daran, einen vertraulichen
für fey, daß die gemeldten des Churfuͤrſten Biſchof zu Naumburg zu toiffen und zu haben,
Diener für fich felbft, und nicht auf ihrer Dbrig- [und fich beruͤhrter gegründeten Gerechtigkeit um
keit Befehl, mit ihnen oder andern follten zu Pflugs Perſon wilten fid) nicht entfesen zu laſ⸗
thun gewinnen, darzu fie Doch ungern Urſache |fen. x
geben wollten; fo follen die Berläumderfeinen| 147. Zudem, fo er berüßrtes Orts ein Bi
Zweifel haben, daß fie ſich mit. ehrlicher und |ichof würde, folle er fich wol unterfiehen, dem
gebüßrlicher Verwahrung alfo würden zu Balten Churfuͤrſten auf feine Beſchreibungen zu bes
wiſſen, daß fie darinnen ehrlicher und Adeli- ruͤhrten Handlungen ſolche Antwort zu geben,
cher handelten, auch fid) erzeigen wollten „denn als hätte er mitfeinee Churfürftlichen Gnaden
daß fie fich wider die Obrigkeit und die ihren, und ihren Janden, wie ein Fuͤrſt des Reichs,
"mit und in allen Rechten verbotnen Praetifen, [nichts zu thun, dieſelben gingen ifne audy
oder ſchmaͤhlichen und ſtraͤflichen Gedichten nichts an; weiches dem Ehurfürften beſchwer⸗
auflehnen follten. lich auch Dem Haufe zu Sachfen ganz nachthei⸗
| 3. Und dieweil GOtt uͤber feine Gebote lig, und nicht zu leiden feyn wollte.
und Befehle felbft wacht und hält, und in]
dem vierten Gebete gar ernftlich vorbeut, dab um Pflug zum Biſchof mehr gemeldres
dem Dbern im Wolf nicht übel geredet, noch | Orts ganz und gar nicht leidlichen, noch füg«
berfeibe geläftert folle werden: So fernd die |lichen, nemlich daß er der wahrhafiigen Ehräfte
Churfuͤrſtl. Saͤch ſiſchen Näthe ungezweifelt ‚er | lichen Religlon und reinen Lehre bes Beiligen
werde als ein geftrenger SOtt und Handhaber Evangelii unfers HErrn und Neilandes,, ver.
feiner Gebote, Gnade verleißen, daß dieſel. Imöge der Augſpurgiſchen Confeßion, öffentlich
Br, und
148. Die dritte Haupfurfache iſt dieſe, war -
7%,
006 Lap.ıs. Von den Bekränkungen der Protejlanten 207
end reiffenelich widerwaͤrtig iſt, welche reine] 151. Und wiewol er angibt, als follte das
L Lehre nun GOtt Lob! in allen Janden des Hau Haus zu Sachſen verpflicht und verfehrieben
fes zu Sachſen, aud) in alfen Dreyen mehr be: ſeyn, des Stifts Unterthanen wider einen Bis
ruͤhrten Biſchofthuͤmern, gelehrt , geprediget,
von Obern und Unterthanen insgemein bekennt,
auch derſelben Lehre gleichfoͤrmig die heiligen
Sacrament nach goͤttlicher Einſetzung und in
rechtem Chriſtlichen Verſtand gereicht, ausge⸗
theilt, und Chriſtlicher Ceremonien, gegen vo⸗
rige abgeſtellten Mißbraͤuchen, gehalten wor⸗
den. Sollt er auch zu Naumburg Bifhof|
ſeyn, fo müßte unwiderſprechlich der eines ge:
ſchehen und erfolgen, entweder Daß er ſich un«
ferftehen würde , die vorberüßrte reine Lehre
anzufechten,, und fich dargegen, aud) mwider die
Prädicanten GOttes Worts, und alle Befen-
ner vdeffelben und des heilmärtigen reinen
Evangeliiim Stift und im Sprengel zu legen,
darzu er aber mit der heiligen Schrift zu unge-
faßt, oder würde das Biſchoͤfliche Amt gar nicht
üben, ſondern müßig gehen, und die Nußun-
gen und Einfommen des Biſchofthums mit
Sünden und böfem Gewiſſen nehmen,
149. Denn daß derfelbe, Er Julius Pflug ,
beruͤhrter Augfpurgifchen Confeßlon und ge
meldter reiner Lehre, auch der Nieſſung des
Hochwuͤrdigen Sacraments nad) göftlicher Ein-
fegung, ganz zuwider ft, Das wird er felbft
nicht leugnen, fo ift eg aud) mit vielen feinen
Handlungen leichtlich anzuzeigen; Derohalben
er im Stift Naumburg und deflen Sprengel
nichts denn Xergerniß, fcandala, Verdrieß⸗
‚ lichkeie, Widerwaͤrtigkeit in Kirchen und un.
ter dem Volk anrichten, und ein vergeblicher,
auch den Gewiſſen fehädlicher und unfräglicher
Biſchof ſeyn, und fein Amt nur zur Verſtoͤ—
rung, und nicht zu einer Chriſtlichen Erbauung
oder Beſſerung gericht feyn würde, wider die
Vermahnung des heiligen Apoftels St. Pauli:
data eft vobis poteftas ad zdificationem.
150. So kann ihn aud) der Churfürft zu
Sachſen mit GOtt und Gewiſſen darinn nicht
ſchuͤtzen; ſollten aber ſeine C. F. G. die Un—
terthanen wider ihn vertheidigen, wie nicht
verbleiben koͤnnt, ſo wuͤrde alda weder Vertrau⸗
ſchof nicht zu ſchuͤtzen, welche Verſchreibung
der Churfuͤrſt zu Sachſen gern wird ſehen wol⸗
fen: fo iſt doch wiſſentlich und kann nicht ver⸗
nelnet werden, daß es im Gebrauch anders
Herfommens ift, infonderhelt da ſich die Un-
tertbanen zu Gleich und Recht wider die Die
fehöffe auf die Sandesfürften erboten. ur
152. Welcher Schußherr Fönnte fih auchmie
feinen Briefen verpflichten, den Schußver-
wandten in ungerechten Sachen, oder in une
billigen, auch ungöttlichen Vornehmen zu ſchuͤ⸗
Ben ? und daß es damit viel anders, denn Pflug
angibt, herkommen, ftünde leichelich mit vies
len ergangenen Geſchichten anzuzeigen. Als
aber Pflug dem Ehurfürften zu Sachfen thut
auflegen, wie daß feine E. F. ©. des Stifts
Stände gedrungen follten haben, den Chriſt⸗
lichen Bifhof , Ern Nicolaufen von Ams»
dorf, der heiligen Schrift Licentiaten, für ei—
nen Bifchof zu bewilligen; fo redet.er daran,
wie an allem, fo er vorgibt, feinen Muchmwillen,
denn gemeldfe Stände des Stifts werden oßne
Zweifel nicht andere fagen, denn daß fie fich
einträchtiglid) entfchloffen und vernehmen laf-
fen, einen Chriftlichen und foldyen Bifchof zu
haben, auch) demfelben verwandt zu feyn, fo
nicht wider die obberührte reine, wahrhaftige,
auch von ihnen angenommene $ehre des Evans
gelii wäre. Wie Fann auch Dflugen zu glau«
ben ſeyn, als follten Die Unterehanen des Stifts
ihme geneigf feyn, und ihn für einen Biſchof
wo! leiden mögen ? Dieweil der Adeldes Stifte,
famt ven Städten, Flecken und Dörfern, die
veine Lehre des heiligen Evangelii befennen,
und diefelbe angenommen haben, auch dag
hochwuͤrdige Sacrament nah des Herrn
Einfesung Ehriftlich empfaßen und genieffen,
Es kann je nicht zu glauben feyn, daß jemand
von des Stifts Unterthanen einen gern für ei⸗
nen Bifchof haben wollte, zu dem er ſich kei⸗
nes andern dann Verfolgung und Widerwärs
tigfeit, der Seelen Speis und Heils halben,
en noch Einigkeit feyn, auch allerley befchwer: |verfehen müßte; ohne Zweifel wollte ifm ja
liche Zerrüttung darob vorfallen,
niemand gerne Unruhe zu Halfe ziehen ‚welcher.
er
Vertrag | 0154. Und wlewol vlelgemeldter Er Julius
18 Werk wohl 7 ift, ‘Pflug ferner ce a nee
feinem vermeynten Biſchoͤflichen Churfuͤrſten und des Haufes zu Sachſen ges
Eingang, durch ungegründete Bericht, etliche \bührenden Gerechtigfeiten am Stift Naum⸗
- Mandat bey euer Känferl. Majeftat wider ‚burg In feiner Replic einflickt, welches er dere
des Stifts Städte, Naumburg und Zeig, aus» |maffen nimmermehr vermag wahr zu machen;
bracht Hatte. 0 mn au nn 1 [zudem daß feinen eigenen angebornen Freuns
65. Es koͤnnt aber aud) wohl ſeyn, daß et⸗ den folches anders bewußt: fo wollen doch Die
lichen, und doc) gewißlich des wenigen Theils Churf. Saͤchſiſche Raͤthe daffelbe, als notorie
im Stift, nicht viel daran gelegen, was fieder |unbefindlic, dißmal mit gemeinem Nichtgeſte⸗
Religion halben vor einen Biſchof haͤtten: denn hen widerlegt, ihme auch auf feine unbefonnene,
man findet leider überall Sadducäer und Epi- ſpitzige, veroriegliche, verfleinlicheund ſchmaͤh⸗
eurer, die feine Auferftehung der Todten von liche Antaftungen des Ehurfürften zu Sachſen,
Herzen glauben , darum fie ihnen auch die Re⸗ auf gleiche Art zu antworten, eurer Kaͤyſerl.
lion wenig angelegen feyn laffen, und ungern) Majeftät zu Unterthänigkeit ‚unferlaffen; aber
eine Scheibe aus dem Ölasfenfter darum wa⸗ gleichwol Diefelbigen Injurien, von wegen und
gen wollten; tie einer (den. man wohl gefannt aus Befehlgedachtes Ehurfürften zu Sachſen, zu
bat,) zur Zeit fpötelicd) geredf, und doch deffel. | Gemuͤth gezogen, und adanimum reuocirt has
en Tags in feinen Sünden und Gotteglä- |ben, in Hoffnung, daß er derfelben Spigigfeit
ſterungen des jaͤhligen Tods fterben : müffen. |deftoweniger in diefem folle genieffen; fondern
Aber derfelben Neigung, fo fie zu Dflugen era» |durch euer Kaͤyſerl. Majeftät fo vielmehr dar»
gen mögen, muß.den Srommen und. Gutber- | aus erwogen werden ‚daß er dem Churfürften
zigen nicht vordrucken. Dieweil denn Pflug zu Sachſen vor einen Biſchof dafelbft billig
nur Scandala und Xergerniß mit und unter dem | nicht zu gedulden nod) zu leiden fey , wenn aud)
- Epriftlihen Volk anrichten würde, fo folle er gleich der Chriſtliche Bifchof, Herr Nicolaus
billig erwegen das Capitel: nifi cum pridem c. | von Amsdorf, nicht Biſchof wäre,
und demfelbigen nach feiner Geriffen Balben | 155. Und wiewol er feine ungeſchickte Vor⸗
mehr geneigt ſeyn, das Bifchofehum zu Naum: | wendungen mit der Pflicht ‚damit er Dem Stife
burg, da er auch daffelde bereits in Befisung | zugerhan feyn will, vermeyne zu entſchuldigen,
hätte, zu verlaffen, denn darnach zu trachten. |als rhäten ihn diefelben darzu dringen: fo mag
Auch im Fall’ daß malitia populi die Schuld |ifn doch Feine Pflicht, zu göttlichen noch) auch
‚wäre, als er doc) daſſelbe dem Volk mit Grund |den weltlichen Rechten nad), Beiffen, oder ihme
der heiligen Schrift, und der Wahrheit nicht |einbinden, wider die Kirche GOttes, oder zu
vermag aufzulegen. ‚Derohalben bedarfes Feis | Zerftörung und Unterdrückung des rechten wah⸗
ner weitern Ausführung, daß ihn allein die |ren Gottesdienftes, dahin fein Gemuͤth geriche
Ehrgeizigkeit zu ſolchen Handeldringer, und gar |ift, noch auch wider das Vaterland und deffel«e
fein Ehriftliher Eifer, mie er fid) dochrüh: |ben Jandesfürften zu Handeln und unrecht zu
met, Denn er wird mic vorangezeigten Rech thun, und es müßte auch folhe Pflicht mehr
ten deſſen Elar überzeuget. Es geht ihm auch | für eine Linpflicht, tanguam contra mandatum
die herzliche ernftliche Wermaßnung St. Pauli, | DEI et bonos mores, denn pro iuramento ges
ſo er dem Biſchof zu Milero thaͤt, auffich und | achtet werden: Hierzu heiſſen ihn auch berühte -
auf die ganze Heerde zu fehen, unter welche ſie | ce göttliche und alle andere Rechte alfo Katz
der Heilige Geift gefeger zu Biſchoͤffen, zumeis | deln, wie er und ein jeder in Gleichniß ihme
den die Gemeinde GOttes, welche er durch fein | gern wollte gethan haben, auch die Fuͤrſten des
. eigen Blut erworben etc. wenig zu Herzen, denn | Landes nicht minder denn die Eitern in Eh⸗
fonftmoürde er ſich ohne Zweifel in folch hohes ; in
Amt zu dringen in keinen Weg anmaflen, ;'
Rutheri Schriften 17, Theil.
ven zu haleien. |
12.156. Nun wollt Pflug gern, auf eine ver⸗
— mein ⸗
meinte, unfräftige Wahlgerechtigkeie, Bifchof vaDu
zu Naumburg werden. — ſen ſollten noch wollten ſ welches ſie auch
verhindere ihn daran mit Gewalt. Und will fei- gegen feiner Churfürfti. Gnaden Geſandten aiſo
‚ne thätliche vorragende Spoliation des Hauſes zu halten bewilliget: fo werden ihm doch die⸗
zu Sachſen Gerechtigkeiten und habenden Poſ⸗ ſelben Geſchickten ſolches unter Augen zu ſa⸗
ſeß, auch anders, darum ihn der Churfuͤrſt gen und zu geſtehen wiſſen, zudem daß ihre
darzu kommen zu laſſen zu Recht nicht ſchuidig, ſaͤmtliche Berichte, ſo ſie zu ihrer Wiederkunft
hinwieder nicht trachten noch thun, wie er ihm dem Churfuͤrſten derohalben gethan, derowe⸗
zu thun begehret. Er ſollte ſich, da es gleich gen vorgelegt werden koͤnnen. Hätte nun das
ſeinethalben keinen andern noch; weitern Man: Capitel hierinnen gehandelt, wie es dem Her⸗
gel gehabt haͤtte, gefliſſen haben, mit des kommen, auch gemeldter Zufage nach ſchuldig
Churfuͤrſten wohlgefaͤlligem Willen zudem Bi: geweſt: fo haͤtte man vielleicht den Dingen die
ſchofthum zu Naumburg zu Eonımen : fo hat er J
ſich eben des Widerſpiels unterſtanden, und auch ſonſt zur Ruhe und Gutem allenthalben
thut es heut zu Tage mit allem Fleiß, nemlid) dienſtlich geweſen wären. Das hat ihnen aber
daß er vermeynet ein Bifchof berührtes Orts nicht gefallen wollen, fonder Zweifelaus feinem
zu ſeyn, und zu werden, es gefalle dem Sands» \andern Bedenken, denn aus Beforgung einer
erbfehußfürften und Patronen wohl oder übel. | Chriftlichen Reformation: denn was unzüchtis
Und thut es, wie zu achten, Darum, daß er. des |ges Wandels von ihnen an dem Drte bis auf
Hauſes zu Sachſen Nachtheil und Schaden, mit dieſe Zeit geführt, iſt landruͤchtig, da es auch
Niederlegung deſſelben hergebrachten Gerech. [weiter verurſacht, ſoll nicht. verbleiben, «mit
tigkeiten, ſoviel an ihm, mit hoͤchſtem Fleiß GOttes Huͤlf zur Nothdurft darvon Bericht
nur gern fördern wollte. Und daß Pflug auf zu thun. | N J
kein Gutes, ſondern nur auf Unruhe, und dem | 158. Hieruͤber möchte auch Er Julius Pflug
Churfuͤrſten zu Sachſen zu fonderlichem Ver⸗ wollen ſagen, er geſtuͤnde nicht, daß das Haus
druß und Widermwillen ‚nach dem Stift Naum · zu Sachſen vielberuͤhrte Gerechtigkeiten bey
burg getrachtet, Das iſt unter andern hieraus und an den Biſchoͤffen und Biſchofthum zu
klar zu erſehen: denn er muß ſelbſten geſtehen, Naumburg haͤtte, darum ihm auch nicht moͤcht
daß er feine Churfuͤrſtl. Gnaden nicht mit dem aufgelegf werden, daß er darwider thaͤte, oder
eringſten Schriftlein jemals angelanget, oder handelte; fo iſt aber aus vorerzehlten Berich⸗
Fr inſinuiret, noch gebeten, ihn in gnädir |ten die Wahrheit wider. ihn am hellen Tage,
gem Befehl zu haben, mit etwa glimpflicher | darzu hätte ihm gebührt zu bedenken, ehe dann er
Erbietung, wie er die haͤtte zu thun bedenken | Hülf und Rath zu feinem Vortheil follte ge⸗
mögen, auch billig ihme de honeftate gebühret | fucht und gebeten Haben, daß fich in ſolchem
Hätte, wenn es gleich mit der Ermählung eines | Fall, da ein Theil dem andern feine Fuͤrwen⸗
‚neuen Bifchofs die Geftalt nicht hätte, wie dung nicht geftehet, und per negationem et
droben berüßrt ift, als es doch, GOtt Lob! hat. |objectam exceptionem die Sachen in jure et
157. Daß nun genannter Bifchof Nicolaus | in facto zmeifelhaftig werden, ordentlicher We-
und reshifchaffener Chriſtlicher Lehrer zu einem | ge zu gebrauchen. Denn darum feyn Gericht
Biſchof gegen der: Naumburg verordnet wor- | und Recht verordnee und ausgeſetzt; derohal⸗
den, deß darf das Capitel alda niemand, als ihm | ben: ihm nicht gebuͤhrt, zuwider folcher rechtli—⸗
- ‚felbit, die Schuldgeben. Denn dieweilEr Su: | chen Drdnung; beruͤhrte unrechtmäßige und ge=
lius Pflug vermeynt, nicht zugeftehen , daß der | ſchwinde Suchung unerfannts, auch unaus=
Churfuͤrſt zu Sachfen berührt Capitel Habe bey gefuͤhrts unliquidirts Nechtens zu hun, und
zweyen oder anderthalb Jahren zuvor gnaͤdi. Die Sachen executiueanzufangen.
glich erinnern laffen, dieweil Biſchof Pilipp| 159. Und wiewol droben vermeldet, wohin
oft toͤdtlich krank, gefagt, daß fie zu feiner Wahl die Rechtfertigung diefer Sachen, aus Mangel
— 9* ID rn 2 imdiunjart:
—
Maaß finden koͤnnen, die da zu Chriſtlichem,
infaller x Präjubl IT la ER — sn
uinmehe gehören Kaͤpſer Caris des V, Mat
Churfürft: zu IM | Ehurfürften zu S B
ee ei —*— ER, —— effend,
jeftät — —— Bee Carlo des Sünften Befehl a
ommiſſarien zur rechtlicher Ausfuͤh⸗ Churfuͤrſt —— ” >
vn See g dieſer Sachen doch Sr. Sachfen a Im
©. alle ihre Nothdurft des Rechten vor:
Bi en. — Daß er ſeine Nothdurft i in Pflugifchen
— ———— tem viel zu er alten fo "Sache ferner förderlichft einfchiden, - -
Ka he 8 jug — * el zu he iß Bi Immittelft nichts neues ch chaliches
I Bat vornehmen,
* —— EEE 3) Valten von. Bichtenhein fein. ‚Gut wieder
F ‚zuftellen, und =
wu ar in fi —2— bermefr 9 Joachim von Endorf ledig, laſſen folle, *
igl J ‚Gegeben zu Speyer den zehenden unit
önigl. Maid Fra: vl. Majeft.|
ommilfarien, und — auch Arnno 1544.
und Gunſten vorbracht, und der Chur⸗ .,
cf darum. GebügelchiXechenoie vor FR ie Carl der Fünfte, ‚von GoOttes Öna«
tn dulden und leiden: fo feyn St. den, Römifcher ‚Käfer, zu allen Zeiten
f. On. Räthe zu Ew, KRäyferl, Ma- Mehrer deb Reichs, in Germanien, Hifpas
yſe
1 terthamigſter De teöftfichen Zuver⸗ nie, beyder Sicilien, Jerufalem, Hungarn,
f —— = die ae ſich Alu Koͤ⸗ — — — 7 —
l. Majeſt. auch Em. G.und e urgund ꝛc. Dra
un n durch vielg eelsgen tagen atge pri zu Habsburg, Slandern und Throl ꝛc. Ent:
jemand nicht” bewẽ en: laſſen, mehrgedachter bieten dem hochgebornen Hans Friedrichen,
einer unfdrinlichen und unrechtfichen Bitte, zu- Herzogen zu Sachſen, Sandgrafen in Thuͤrin⸗
serft ohne beruhrte vorgehende rechtliche Aus⸗ gen⸗ Marggrafen zu Meiffen, des Beil. Roͤ⸗
ungund Erfeineniß, ftate zugeben; fondern miſchen Reichs Erzmarfchall, unferm lieben
g ſtatt zu geben; fi
ar —— — und das — Sacfenb en on ie Churfuͤrſten, ünſre Gnade und al⸗
id im ganzen Reich uͤndlich ues
en ort Bear in Ann * *
Pc = für wir auf_diefem unferm gegenwaͤr
Statt und Poſſeß gnädigit Senöhabon; 9 jen Reichstag zu Speyer durch den ehrwuͤrdi⸗
a Et — N — sen Deitpp) }. a zu a —
inn nicht weniger mit Gnaden beden⸗ ſten und lieben Andaͤchtigen, als unſerm darzu
Br ne — und Fuͤrſtl. Haͤu⸗ verordnetem — mit deiner —
— das dieſelb en bey ihren Biſchoͤffen und handeln laſſen, daß. dieſelbe dem ehrwuͤrdigen
nee haben, und deren ru⸗ Julius, Biſchoffen zu Naumburg unſerm
zuge brauchen ‚gelaffen werden. Das) Sürften und lieben Andächtigen, die Poſſeßion
ia a —— der ak zu —— Nutzung — zus
aj. in aller Unterthaͤnig⸗ ſtellen und verabfolgen laſſen wolle: darauf
feit zu verdienen allezeit wilfig und bereit feyn. |dein Liebden demfelben unferm Commiſſario end⸗
Ma — und Koͤnigl Ma- | lic) und beſonders uns in den legten Schriften
„get auch C. F. J. G. Gn. und Gunſten angezeiget hat, Daß dein Liebden deines Fugs
—â— * unferthäui e uud willige und Vornehmens gegen gedachtem Bißthum
u Churfuͤcſu. —2 — Raͤthe. uns weitern nm geben wolle: und a 9—
3 ä * *
—— — Er RETTET rn A Far —— — a üü — — — —
214 Cap. 16, Don den Bekraͤnkungen der sitantem, ”
m as —— ae A FE en 3 TIERE «a *
—— N I. GB MEETE ; S r x
ON INTER N ee
EN» SEPP: ;
des gef — Dar | r
rückt, und alfo die Sachen und Handlungen an⸗ R&yfor Carls des Rüänftenüernfies Diss
- flefen blieben. Desfalben gemeldrer Bifchof ee An
u Naumburg uns abermalen demüchiglich an- \;u Sachfen, Biſchof Iulium pAugen fernee
a ne Mn 8 Sins, un Ken sn.
— N ee 5Amsdorf abzu Hafens Geben zu Sröffeb
rechtigkeit gnaͤdiglich zu verhelfen: das wir den 15: Vctobris Annossage an nn
ar ERDE TR TE
dann zu thun geneige feyt.
ER i
= * 3
SE Earl ha Fuͤ en One
Vermeidung unfer und des Reichs fehweren 7 ven ꝛc. entbieten Dem hochgebornen Jo⸗
Ungnade — — von ke Kaͤy⸗ hann Friedrichen , Herzog zu Sachſen, Sand»
‚ ferl. Machternftlich, mit diefem Brief, und graf in Thuͤringen und Darggrafen zu Meiß
wollen, daß deine Lebden deine angemaßte Ge- fen, Des De Reiche Erzmarfchalln,
rechtigkeit, fo du an benamtem Bißthum zu unſerm lieben FERN Shurfürften, unſre
Baben vermenneft, zwifchen dato dieſes unfers Önabe und a es Gutes. Ei
Briefs, und dem nächften Neichstag, den wir |. 2. Hochgeborner,, lieber Oheim und Chur⸗
im heiligen Reid) halten werden, uns under⸗ fuͤrſt! Nachdem ſich nun eine gute Zeit lang
zuͤglich in Schriften zuſchickeſt, damit wir dar⸗ zwifchen dem ehrmürdigen Julius, Biſchoffen
auf fernere Handlung, und was uns gebuͤhret, zu Naumburg, unferm Sürften und lieben An⸗
vorzunehmen und zu handeln wiflen ; auch Dich |Dächtigen, an einem, und deiner Liebden ans,
bis zu weitrer unfrer Handlung und Entfcheids dern Teils, Spän und Jerungen erhaben, von
enthalteſt, mittlerzeit nichts unterzieheft oder Iwegen Des Stiftes Naumburg, deflelben geilt-
unterfangeft, noch gegen des gedachten Stifts lichen und mweltlichen Nöminiftration und Bere
Capitel, Cleriſey, Adel und Unterthanen , fei- |waltung, alfo daB gemeldter unfer Fürft, der
ne Neuerung oder gewaltige Handlung, weder) Bifchof zu Naumburg, erſtlich bey Churfuͤr⸗
-mit Eydespflicht, noch font in-geiftlichen oder ſten, Surften und Ständen ‚des heil. Reichs
weltlichen Sachen , nicht vornehmeft, fondern |fid) gegen deine ebd beſchweret, und angezei-
gänzlich ſtille fteheft, und folches Niclaſen Ams⸗ get hat: Wiewol erdurch ordentliche einhelli-.
dorf, angemaßten Biſchof, dermaffen auch-zu ge Wahl eines Domcapitels zu Naumburg,
thun nicht geftatteft. Darzu Valten von Lich⸗ dem die freye Wahl eines Bifchofs von Recht
tenban fein. Gut, fo duihme um deßwillen, daß \und altem Herfommen je und, alleivege zuges
er: dem angezognen Bifchof Feine Huldigung ſtanden, und noch zuftünde, vechtmäßiger Era
hun wollen, ‚genommen. haft, wiederum: un= ‚fe zum Biſchof erwaͤhlet: ſo foll doch deine,
verzuͤglich zuftelleft; deßgleichen Joachim von Kebden ſich dahin .bervegen laffen, und folche -
Ezdorf, den du auch gleichermaflen verftricket | Wahl unter vorgewandtem Schein, als ob dag.
Haft, ledig läffeft. Und deine Liebden wolle Domcapitel diefelbe ohne deiner Liebden, als.
ch Bierinnen gehorfamlich, und unfrer und des des Schußherrns, Vorwiſſen vorgenommen,
Reichs Ordnung, und fonderlich dem jüngitem |und damit unrecht gehandelt habe, angefoch⸗
Regenfpurgijchen Abſchiede gemäs,, beweiſen ten, und verboten, ihn damals Erwäßlten zur,
und. halten ‚‚als wir uns dann deſſen zu Deiner | Deffeßion gedachtes Stiftes fommen zu laſſen;
Hebden der Billigkeit nach gänzlich. verſehen. ſo ſich doch, nach Art und Herkommen des,
Und deine Liebden hut hieran unfre ernſtliche Schuges, (darinn Deine Liebden nach lauf ih⸗
Meynung. Der .geben ift in unfer und. des rer Vorfahren Berfchreibung Balten follen,)
Reichs Stadt Speyer,den gehenden Tag des Mo- |vielmehe Hätte gebühren wollen, das Capitel
nats Junii. Unnoim vier und vierzigften, und |bey feiner freyen Wahl, und ihn, den Biſchof,
unſrer Reiche im neun und zwanzigſten. bey feinen Gerechtigkeiten zu handhaben und
40 ss Ei Be ea 2 zu
> 3. Und gebieten demnach deiner fiebden, bey
d
Eammergerichtsptoceffe zu Speyer. 27
nn auch vormals und dann folgends vor unfern Känferl. Com⸗
Schriften gnädiglich miſſarien, fo hiebevor auf gehaltnem Reiches:
chof, fo fern er in die | tag zu Speyer in diefee Sache zu handeln ver⸗
willigen würde, unbetrübt blei- ordnet worden, und dann feither eines Theile
innhalts deffelben unfers Schrei: vor uns felbft, einkommen feyn, nach ftattlicher
em aber. deine Liebden nicht nachfom= Erwegung derfelben Schriften, auch Gelegene -
ern unangefehen, fich noch weiter un= heit und Umftänden der ganzen Handlung, bee
und des Stifts Schloß Zeiß ein: |finden Je ae Julius, vermöge befchries -
nen; das Capitel der Adminiftration des bener Red fe, auch Concordaten und alten Here
durch die Ihrigen beftellen zu laflen, auch |Eommen und gemeinem Gebrauch des Reichs
iner Andacht Freundſchaft beftändigen | Deutfcher Nation, zu einem Biſchof ordents
und demüthiges Bitten, desgleichen |lich erwaͤhlet, von der ordentlichen geiftlichen
Surfürften und Fürften, (auf welche, |Drdnung zugelaffen, berilliget und beftätiger,
als der Erbeinnungsfürften, zu ihrer oder pro= |darzu auch feine vördern Bifchöffe zu Naum⸗
teftivenden Ständen, fich deine Liebden damals |burg von unfern Vorfahren, Nömifchen Käys-
‚erboten ‚) ftattliche Fuͤrbitte an deine Liebden ſern und Königen, als Fürjten des Reichs ges
geſchehen, feine Andacht zu dem Poſſeß und — und gemeynet, auch ihre und des Stiſts
Aminiſtration des Stifts nicht zulaſſen wol- |Regalien und Weltlichkeit, und inſonderheit
len; ſondern einen andern, Nicolaus von Ams⸗ den Bann über das Blut zu richten, von dem
dorf genannt, an ſtatt eines Biſchofs einge⸗ heiligen Reiche inne gehabt; wie dann Sr. An⸗
drungen;: alles unter vorgewandtem Schein dacht naͤchſter Vorfahr, weyland Biſchof Phi⸗
der obberuͤhrten, ohne deiner Liebden Vorwiſſen |lipp, von uns und dem heil. Reiche mit Beftäti-
efchegenen Wahl, und daß :gemeldter unfer gung undBelehnung folcher Regalien und Blut⸗
ieft zu Naumburg deiner $iebde in dem Stift |bannes als ein Fuͤrſt verfehen worden: und der⸗
Maumburg unleidlich feyn folle ; wie dann fol= halben weder deiner Liebe, noch gedachten Ams=:
ches altes in Vorträgen und Schriften, fo von |dorf, oder jemand andern, unfer zuvor unerſu⸗
gedachtem Bifchof und deiner Liebe an gemeis chet, und ofne unfre Bewilligung, Zulaffung.
ne Stände hin und wieder gelanget, famt an: und Belehrung, fid) foicher Regalien und Welt:
dern angezognen Urſachen, mit weitrer Aus— lichfeit und Bannes über das Blur zu richten,
führung begriffen ft: > _ Ä eigenes Gewalts anzumaflen, oder in die: Ad» _
3. Darauf der Churfürften Raͤthe, auch) |miniftration des Stiftes einzudringen, und noch
Fuͤrſten und Stände des Heil. Reichs und der |vielmeniger one einige Erſuchung angezeigter
Abweſenden Botſchaften, die Sachen legtlic) | Belehnung folder Regalien und Weltlichkeit,
auf ung remittiret und gewiefen, mit dem ange= | alfo lange darinnen zu bleiben; und uns das
Befteten bittfichen Anfuchen, daß mir Blerinnen [durch unfer und des Reichs Hoheitund Dbrig-
folche verfängliche- und. erfchießliche Ein- und keit zuentziehen, oder dermaffen Eingrifzu hun, .
Verſehung zu thun geruheten: Damit obberühr- | Feinesmeges, fondern ung vielmehr gebühren
er. Bifchof zu Befisung und Verwaltung des till, uns bey folcher und des Neichs Hoheit:
Stiftes Naumburg ohne fernere Verhindrung und Obrigkeit zu erhalten, |
ruhiglich fommen, und darbey gelaffen werden] 5. So haben wir alfo unferm Fürften, dem er⸗
möge: alles Innhalts des Schreibens, derhal: | wählten und con firmirten Bifchoffen zu Naum⸗
ben von gemeinen Reichsftänden an ung ge⸗ burg, die obberuͤhrte Regalien, Weltlichkeiten
an — und Bann, auf demuͤthiges Anſuchen, inmaf-
- 4. Dieweil wir dann aus ſolchen und andern fen die feine Vorfahren von unfern Vorfahren
nachfolgenden Schriften und Handlungen ‚ found dem heil. Neid) empfangen und innen ge=
dieſer Sachen Halben von euch beyden Par-|habt, aus oberzeßlten Urſachen gnaͤdiglich ver⸗
feyen an gemeine Stände des Reichs gelanget, lieben : * dabey S. Andacht, —
—— 3 om⸗
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a8 Gap. ¶ Von den Bekränkungen der Prote
— — — — — — — —
ncapitel ımd Stift, alle und jede ihre
apieet und Stift, ale und Jede ihre Ona- | Schloß und Gütern, auch)
eivifegien,, Freyheiten und Gerechtig- ſen, Gülten und Einfommen, un
\“ > *
en, )
"Deiner vorgemandten Urfachen, S. Andacht, der:
„eb u
les genieffen und gebrauchen laſſen, und ihnen
felben Domkapitel und Stift Naumburg, bey ſamtlich und ſonderlich an dem allen ferner feir
ſolcher unſrer Belehnung und Beſtaͤtigung, und ne Irrung oder Verhinderung und Eintrag
de — agewege fol
keiten confirmiret und beſtaͤtiget, innhalts un⸗ |gen, und darbey deßgleichen obberuͤhrt fein
Ser Ränferl. darüber ausgefertigten Briefe: und Domcapitel und he ehlenuhieen — |
uns derhalben ſchuldig erfennen, unangefeßen Gevechtigfeiten geruhiglich bleiben, fie deß — *—
hren Feenheiten und Gerechtigkeiten zu band= thue; auch Die Unterthanen des’ Stiftes ihren
“Haben; und derfelben unerfolgten Rechtens mit Pflicht, fo fie Amsdorfen gethan haben moͤch⸗
dee That zu entſetzen oder. den Stift Naum⸗ ten, wieder ledig Hafen Kan — zu
burg, Mangels halben geiſtlicher und weltli⸗ ſetzung oder Ungehorſam gegen gedachten Biſchof
cher ordentlicher ‚Regierung und Berwaltung, | Sulius:und den Stift Naumburg nicht ftärfe,
in Abfall oder Zerrüttung kommen, oder uns weder Durch fich ſelbſt, noch jemand andern;
amd dem Heiligen Reich denfelben entziehen zu fondern fic) deß und aller andern thärlichen *
laſſen, mit nichten zu gedulden und zu geſtatten. Handlungen und Vornehmens gaͤnzlich enthal⸗
6 Demnad) erfuchen wir deine Liebden von re, und indem allen nich ———
Romiſch. Kaͤhſerl. Majeſt. bey Vermeidung anders thue oder jemand zu thun befehle oder
umfrer und des Reichs ſchweren Ungnade und geſtatte, in gar feine Weiſe. Das wollen wir
Strafe, auch Berlierung alles Schuges und, ung zu deiner Sieb der Gebuͤhr und Billigkeit a
Shiems Gerechtigkeit , Die deine Liebden auf nach gänzlich verſehen, und gefchieht daran un⸗
gedachten Stifte Haben möchte, und bey den ſere gänzliche undernftlihe Meyiung. hi
Mönen, in „oberäßrten unfern Belehnungenund| 7. Denn wo deine Siebe Sieräber ungehorz
Confiemation begriffen, und benamentlich hun< |fam feyn wuͤrden / würden wie verurfachen, nf
dert Marf löchig Goldes, uns halb in unfer und ferneres Anfuchen, gegen derfelben deiner ei >
des Reichs Cammer, und den andern halben |um beruͤhrte Bon und Straf, und fonft, wie
Theil Dem obgenannten. Bifchof Julius, feiz:
— a — — un⸗
abläßtich zu bezahlen, hiemit ernſtlich gebieten⸗ deine Lieb zu richten. Geben in unſrer Stadt
te... Und wollen daß deine Lieb derſelben Vor⸗ Bruͤſſel ——— ‚am ES
nehmens gegen gedachten Biſchof Julius und |Monars Detobeis, Anno fünf und vierzig, une
fein Capitel und Stift Naumburg gaͤnzlich |fers Kaͤyſerthums im fünf und zwanzigſten "und.
abfiehe:,. Deiner Kiebden Gebot: und Berbot/unfrer Reicheim dreyßigften. — 5
wiede um aufhebe und abthue, den vorgedach⸗ a ee we
een Amsdorf, auch andre verbotene Berwal-|
ter, aus dem Stifte Naumburg, Darein fie dei⸗
ne‘ siebden ‚ als obſtehet, geſetzet haben ſoll,
wiederum abfchaffe, und — unſern Fuͤr⸗
ften, Bifchof Julien, oder deſſelben Befehlhaber,
in’ Kraft obberuͤhrter unſrer Belehnung und
Beſtaͤtigung, feiner und feines Stiftes Rega⸗
lien und Gerechtigfeiten, innerhalb vierzehn Ta-
gen, den mächtten nach Leberantwortung und
erkundigung diefes unfers Mandats, zu völ-
liger Poſſeßion, auch Regierung in geiftlichen
und weltlichen Sachen, und Verwaltung be⸗
ruͤhrtes Stifts deſſelben ‘Sand und Leuten,
uns als Römifehenn Ränfer gebütet, procebie
ven und handeln zu laſſen. Darnach weiß ſich
4
aba. ——
Churfuͤrſt Johann Friedrichs zu
rer Majeftäternftes Ponalmandae, am Dato
rüffel den 15. Öctobr. 1545. Jalium Pflugbes
LI N *
llerdurchlauchtigſter, Großmaͤchtigſter *
N fer! Eurer Käyfer!, Majeftät —
ne unterthaͤnigſte ganz willige Dienſte zuvoran.
fen Schrift an die Kaͤyſerl. Majeſtaͤt, auf ih⸗ |
treffend; überfebidt auf den Reihsrng
gen Regenfpurg An. 1546. ® 7
Allergnädigfter Herr, ich binungezweifele, euer!
Kaͤh⸗
smmert ichts: oroceſſe 1 »22l
n. gen Feiner Treue noch Gutes zu verfehen weiß,
er and) ein Berfolger feyn wuͤrde meiner und
aͤh⸗ Janderer Chriſtlichen Stände Augſpurgiſcher
el Majeſtaͤt Aufbruch vom naͤchſtgehaltenen Confeßion: So habe ic) wider feldjedes Pflur
Reichstag zu Worms, eure Kaͤyſerl. Majeft, gen gefährliche Handlung und Husbringen: zw
EHRE OS he unn ame. pröfeftiren und meine rechtmäßige Nothdurſt
ſich durch Er
ati
Julium Pflug niche wollten be: |vorzumenden nicht umgehen koͤnnen, unterthaͤ⸗
unſern Öerechtigfeiten zum Nach⸗ nigiter Hoffnung, eure Känferl, Majeſtaͤt
N der Weltlichfeie des, Stiftes -Naum- werden mich darum nicht verdenfen,
burg zu belehnen, fondern den Sachen Ruhe | 4. Denn obwol Pflug eine vermeynte Sum
und Anftand zu geben, bis auf jehigen eurer Iplicationsfchrife an eurer Kaͤhſerl. Majeftät
Käyferl. Majeſtaͤt Reichstag zu Regenſpurg, Commiſſarien, aub Ehurf. , Fuͤrſten und Stanz -
und dafelbft unfere Mothdurft diefer: Sachen de des Reichs Botſchaften, auf: gehaltnenr _
- ferner vernehmen. Darauf dann eure Käy: Reichstag zu Nürnberg „des verſchienenem 42,
ferl, Majeftät beruͤhrte Belehnung dafelbft zu Jahrs, wider mic) übergeben; fo bin ich doch zur
- Worms gnädigiteingefteller. Be ſeinem vermeyntem Supplichren nicht befchieder
2. Wie ich) aber etliche der Meinen auf eu: noch eitiret worden 5 dieweil mir aber meine Raͤ⸗
rer Kaͤyſerl. Majeftär dafelbft zu Worms auf: the, ſo ich auf gedachtem Reichstag gehabt,
gerichteten Abſchied naͤchſt zu dem Eolloquio davon Bericht gethan, auch:eine Copey davon
ger —— verordnet gehabt, haben ſie —*— gebracht: ſo iſt nicht ohne, daß ich
mie zu erkennen gegeben, daß genannter Pflug wider des Pflugens ungegruͤndete Verleum⸗
zu beruͤhrtem Colloquio für einen Mitpraͤſiden⸗ dung einen wahrhaftigen Gegebericht durch ei⸗
ten, und unter dem Titel als ein Biſchof zu ner Druck habe ausgehen laſſen.
Naumburg und Fürft des Neichs von eurer| 5. Und dieweil er fich unterſtanden, darwi⸗
Kaͤyſerl. Majeftät verordnet: und wiewol ih⸗ der eine noch mehr ungegründete Gegenrede zu
nen bedenklich und: beſchwerlich geweſen, dar» thun, und wider mic) drucken zu laflen: ſo bin
auf vor Pflugen, als einem verordneten Mit: id) nicht unbillig beweget worden, zu weiterer
greäfidenten zu Bandeln , hätten fie dad) darum | Ablehnung derfelbigen, dvarwider aud) noch el«
nicht abreifen wollen, Diemeil fie es aber ne Schrift zu thun und in Druck zu geben:
mir, wie fie fehuldig gemefen, zu erfennen ge: |aber gar nicht der Meynung, Damit etwas: in
geben: fo ift es mie wieder, über berührte von | rechtlicher Form vorzumenden;, wieerdann auch
eurer Majeftät gefchehenen Einftellung, zu ver, Feiner rechtlichen Proceß wider michnie ange»
nehmen nicht unbillig befremd-und befchwer- fangen, vielmeniger feine Beweifung oder Ge⸗
lich gewefen ; habe dem Dinge nodyniche ganz: genbemeifung , als die Nothdurft erfordern
lich Glauben geben, bis Daß mir ein hochbeſchwer⸗ | will, in den Sachen auf einigen Theil verfüh-
ld) Mandat und Präcept in eurer Majeftär ret; fondern alles, was berüßrter Berichte und
Mamen lautend, jest zufommen, daraus ich Gegenberichte halben in Schriften und dur
jolches und daß er bey eurer Känfer!. Majeftät den Druck ergangen, das ift aufferhalb Rech⸗
worbemeldte Belehnung erlangef, mit. eurer |tens beyderfeits gefchehen.
Majeftät ernftem Begehren, mas ic) derome-| 6. So habe ich mid) auch in denenfelben mei»
gen ehun und verfügen follte, Flar befunden. nen Schriften klar und ſchließlich gegen Ihn zu
3. Diemweil aber eure Majeftät gnadig Eon: |Necht, und foviel das Präjudictum der Reli
nen ermeflen, was Nachtheils mir und meinen | gion belanget, auf ein gemein frey Chriſtlich
Erben unberwiederbringlich meiner ‚ eines Bi- | Concilium; was aber die weltlichen Praͤjudi—
fchofs zu Naumburg und deſſelbigen Stifts| cia anbetrift, vor unparteyifchen eurer Känfer!.
bergebrachten®erechtigfeiten Halben,davon woll-) Majeftät Commiſſarien ihme des Rechtens zu
te erfolgen ; zudem Daß ich mich zu dem Pflu-|feyn, erboten: das ich, als ein Ehurfürft ad
3 — F
4 nr. 2%
‘232 Cap. 7. Vom Schmalkald. Bund und den Handlungen IT
Heiligen Römifchen Reichs ja billig follte ge | nigften fufpendiren, und meine Raͤthe, die auf
nieffen,, und durch Er Julium Pflug, mit Cr- [das ehefte als es ae a he an En
fangung mehr ermeldeter Mandaten und Prä| ferl. Majeftät Reichstag abzufertigen willeng,
cepten, alfo und ofne alle gebüßrliche Juſtifi. deromegen weiter gnaͤdigſt Hören. Eure Kaͤh⸗
catlon nicht übereilet noch verurtheilet werden. | ferl. Majeftät wolle ſich hlerauf gnädigft erzel-
7, Hlerum ift an eure Käpferlihe Ma»! gen, wie meine unterthänige Hoffnung zu eurer
jeftät meine unterthänigfte Biete, fie wollen, | Käyferl. Majeftät ſtehet. Das bin ich umen
diß mein Schreiben zu meiner hohen und un⸗ re Kaͤyſerl. Majeſtaͤt in aller fchuldigen Unters ⸗
vermeidlichen Nothdurft und anders nicht ver» ehänigkeit zu verdienen willig. Darum Henl -
merfen ; und die vermeynte Pflugs erlangte Be⸗ chen ‚den 16. Apriß 1546: , 1 as ar Ding
Iehnung,, famt geſchwinden Pönalmandat und ; AH
Präceptgnädigit caßiren ‚und die Sachen zu ge: Churfuͤrſt |
büßrlicher und rechtlicher Erörterung Fommen| an Kaͤyſerl. Majeflät
lafjen, oder die Dinge und Sachen zum we⸗ Ei |
nn Das fiebenzehente Sapitel, u
Den ernenerten Schmalfaldifchen Bund umd die.
Handlungen der zwey Kronen, Engelland und Frankreich, mit
| den Schmalfatdifchen Bundsverwandten betreffend.
RN Der erſte Abſchnitt.
Von dem erneuerten Schmalkaldiſchen Bund. —
1163. auch Herzogen zu Sachſen, unſers freundlichen
Erneuerung und Erſtreckung des tieben Bruders; Philipps, Ernſt / Franz, Ges
SchmalEaldifchen Bunds zwiſchen Ehurfürft brüdere und Vettern, Herzogen zu Braun⸗
Iohann Sriederich zu Spchfen ;Philipp , Ernſt ſchweig und füneburg ; Ulrich, Herzog zu Wuͤr⸗
und Franz, „erzogen zu Sraunfchweig; UlrItemberg und Tee, Graf zu Mümpelgart;
“ gich, Herzogzu Wörtenberg; Philipp, Sand: | Ppilipps, Sandgraf zu Heffen, Graf zu Ka
graf su Heſſen; Barnim und Pilipp, Hero: |Benelnbogen, zu Dies, Ziegenhain und Nidda ;
gen zu Pommern und andern Sörften ‚Ständen | Barnim und Philipps, Gevettern, Herjogen
und Städten des #5. Kom. Reichs, zu Beſchir⸗ |, Stettin, Pommern ‚der Caffuben und Wen
mung, fo fern fie des Blaubens halber ange nn, Fürften zu Rügen, Grafen zu Bugkan;
griffen —— Erg am Ta: - Wolfgang, Hannk, Georg u Soachim;,
| ge Michaelis 1530. 1 Gevettern und Brüder, Fürften zu Andale,
| I ; Grafen zu Afcanien ‚und Heren zu Bernburg;
ET on Gottes Önaden, wir Johann | Gebhard und Albrecht, Gebrüdere, Grafen.
Bez) Sriedeich, Herzog zu Sachen ‚des | und Herenzu Mannsfeld; und Bürgemeifter,
PN Heiligen Roͤmiſchen Reichs Erz | Rathmann, Innungsmeiſter, und verordnete
RT marfchal und Churfuͤrſt, Sand. Raͤthe und Gemeinheit der nachbenannten
graf in Thüringen und Marggraf| Dberländifchen Saͤchſiſchen, und Seeſtaͤdte, als
zu Meiffen, für uns, und von wegen des Hoch- | Straßburg, Augfpurg, Frankfurth, Coftnig,
gebornen Fürften, Herrn Johann Ernten, ! Ulm, EBlingen, Reutlingen, MemmingenKems .
: pfen
|
pten, Lindau, ° )
Bremen, Braunſchweig, Goßlar, Hannover,
Görtingen, Eimbeck, Hamburg, Luͤbeck und
Minden : Befennen hieran für uns, unfere Er
ben und Nachkommen, und thun fund aller:
maͤnniglich: ERBE
2. Nachdem fic) die Laͤufte dieſer Zeit, Kin
und wieder, gleich forglich, geſchwinde, und
vorab dergeftalt erzeigen, zutragen und an-
ſchicken, als ob man begehrte diejenigen, fo das
‚belle, Elare, reine und unvermafelte Wort
GOttes in ihren Fürftenehümern, Städten,
Sanden und Gebieten, durch Gnade und Vers
leihung des Allmächtigen predigen und verfün:
" Digen laſſen, dadurch allerley Mißbraͤuche ab-
geftellet und verändere, mit Gewalt und der
That von ſolchem ihrem Chriſtlichen Vorhaben
zu dringen. Und aber je einer jeden Chriſtli—
hen Oberkeit fehuldig Amt ift, nicht allein ih⸗
ven Unterthanen das heilige Wort GOttes ver: |
kuͤndigen zulaflen, fondern aud) mit allem Fleiß,
Ernft und Vermögen darfür zu feyn, daß fie
von dem Wort GOttes nicht gezwungen oder
‚abfällig gemacht werden: fo will unfere hoͤchſte
Nothdurft und fchuldig Amt der Obrigkeit er
—— ſich jetzo oder kuͤnftiglich zutragen oder
egeben wuͤrde, daß jemand uns, oder unſere
Unterthanen mit Gewalt, oder der That, von
Von dem erneu
Blbrach, Iſni, Magdeburg,
X
erten Schmalkaldiſchen Bund,
Gegenwehr und rettungsweife, die einem je⸗
den nicht allein von menfchlicyen und natuͤrll⸗
chen, fondern aud) von gefchriebenen Rechten
zugelaffen und vergönner iſt, mit und gegen ein
ander eines Chriftlichen und freundlichen Ver—⸗
ftandes vereiniget, entfchloffen, denfelben auch
auf und angenommen; und fhun das gegens-
waͤrtiglich in und mit Kraft diefes Briefes, in
Maſſen, Form und Geſtalt, mie hernach folget;
4. Nemlich: daß wir zu allen Theilen, je
einer den andern, getreulic und von Herzen
meynen, halten, und vor Schaden warnen fol«
fen und wollen, aud) Feiner des andern Feinde
und Widerwärtige, öffentlich oder heimlich,
mit Willen durchfähleiffen, vorfchieben, oder
enthalten. =”
5. Und demnach dieſer Verftand allein gegen⸗
wehrs⸗ und rettungsweiſe, und gar nicht dars
um angefehen , daß jemand unter uns einigen
Krieg anfahen folle: ob fichs dann begäbe, daß
einiger Theil unter uns, wer aud) der wäre,
um des Worts GOttes, Evangeliſcher Lehre,
und unfers heiligen Glaubens, oder um Sa
chen willen, die ausdem Wort GOttes, Ev:
angelifcher Lehre, und dem heiligen Glauben
folgen und demſelben anhaͤngig, oder fo
eine andere Sache gegen einem aus uns zu
einem Schein vorgewandt würde; da aber wir,
dem Wort GOttes und erfannter Wahrheit die andern, die zu folcher Zeit nicht angegrif⸗
zu Deingen, (welches dann der gnädige, barm= fen, ermeflen möchten, daß es vornehmlich
herzige GOtt gnaͤdiglich verhüten, und wir um diefes GOttes Worts willen befchehe, oder
der vergewaltiget und überzogen wollte werden, .
ung aud) zu niemand verfehen wollen,) und al⸗
fo wiederum zu Denen abgethanen und verän«
derten Mißbräuchen-zu nöthigen unterſtuͤnde,
folches alles möglichen Fleiffes zu verbüten.
3. Damit dann folhe Gewalt abgewandt,
und das Berderben beyder, Leib und Seele,
unfer und unfer Linterthanen, verhütet werden
möge: fo haben wir GOtt dem Allmächtigen
zu tobe, zu meßrerm Gedeyhen und Aufwach⸗
fen göttlicher freyer Sehre, zu Erweckung und
Forderung eines Chriſtlichen, einhelliglichen
Weſens und Friedens, dem heiligen Roͤmi⸗
ſchen Reid), Deutfcher Nation, und aller Ehr:
barkeit, darzu gemeinen unfern Fuͤrſtenthuͤmern,
Städten und Sandfchaften zu Gutem, Wohl:
fahre, Ehre, Mutz und Frommen, allein zur
Lutheri Schriften ı7. Theil,
oder befehdee und überzogen würde ; und ders
ſelbe auf uns andere,
die andern alle, in dieſem Ehriftlichen Berftand
begriffen, und ein jeder für fich felbft, fo bald
wir das von dem Bergemwaltigten, oder fonft
durch glaubliche Erfahrung verftändigee, bes
richtet, und innen wuͤrden, die Sad) ung feis
ner andern Geſtalt follen anliegen laffen, danır
als ob unfer jeder felbft angegriffen, befehdet,
wären; darauf auch, ohne allen gefährlichen
Verzug, ein jeder feinem hoͤchſten Vermögen
nad), unerwartet der andern, dem Befehde⸗
fen oder re helfen, retten, entſchuͤt⸗
ten,
( ſchleuniges, endli⸗
ches Rechtens leiden möchte; daß dann wir,
überzogen, und alfo fein felbit eigene Sachen
x ty
au
— * Cap. 17. Vom Schmalkaid Bund undden Handlungen Sr. und Eng. 227 “
ten, uft und Plag machen fol, Wie dann liches, gnädiges und dienftliches Anfuchen und
Bitten Dareinauf- undangenommen;, unsauh
jederzeit ‚nad) Öelegenheit des Handels, durd)
die übrigen am füglichiten und fruchtbarlichſten
für gut und dienftlich angefehen, und unfer je:
den Chriftliche Liebe und Treue, aud) fein ei.
gen Gewiſſen und felbft Wohlfahrt dahin wei-
“fen wird, und alfo ven Handel einander ge:
treulich helfen führen, fich auch Eein Theil, of
ne des andern Wiffen und Willen, in einige
— — „Vertrag oder Anſtand laſſen oder
ege en. » at i
6. Es foll auchdiefer unfer Chriftlicher Ver:
ſtand Käyferl. Maj., unferm -allergnädigften
Heren, oder feinem Stand des heil. Roͤmiſchen
Reichs, oder fonft jemand zumider; fondern
allein zur Erhaltung Chriſtlicher Wahrheit und
Friedens im heil. Reich und Deutfcher Nation,
und zu Entſchuͤttung unbilliges Gewalts, für
uns und unfere Unterthanen und Berwandten,
allein in gegenwehrs- und rettungsweiſe vorge,
nommen, da unfer jeder, wie oben berührt,
Hecht geben und nehmen mag, und nicht an.
ders gemeynf werden.
7. So aud) jemand weiter in diefen unfern
Ehriftlichen Berftand zu kommen begehrte, und
vormals darinn nicht begriffen, die dem heiligen
GOttes Wort und dem Evangelio anhängig,
demfelbigen, undderreinen Lehre, und unferer
Eonfeßion, zu Augfpurg Känferl. Maj, und als
ien Ständen des Reichs übergeben, in ihren
tanden und Gebieten aleichförmig lehren und
predigen laflen, auch darob veftiglich Halten fol:
fänıtlidy und fonderlich, Taut des Schmalfaldis
schen Abfchieds, im 35. Jahre, verfchienen ‚das -
felbft aufgericht, mit einander einmürhig verei⸗
nigt und verglihen, Daß ſolcher Epriftlicher
Berftand von Invocavit berührfes 37. Jahrs
an,zehen Jahr, die nächftfolgenden, erſtreckt ſeyn.
Inmaſſen aud) bemeldter Chriftlicher Verſtand
die angezeigten zehen Jahre, nacheinander fol
gend, währen, und von uns allen ſaͤmtlich und
fonderlich getreulich, aufrichtig, redlih, und
ohn alles Gefaͤhrde, vollzogen und gehalten wer⸗
den foll, |
9. Und obs Sache wäre, daß
mand alfo, von wegen des göttlichen Worts,
und Urfachen, daraus flieffende, zu Krieg kom⸗
men, und der vor Ausgang beftimmter zehen
Jahre ganz nicht zu Ende gebracht würde: fo
ſoll doch nichts deftomeniger der von allen Thei-
fen, unangefehen“ daß die bemeldten Jahre
ganz verlaufen und diefer Ehriftliche Verftand
fein Ende genommen, getreulich beharrt und
zu Ende vollführet werden; Fein Theil fich das -
von ausziehen oder abfondern, und mag als-
dann diefer Chriftlicher Berftand, fo es den
Parteyen gefällig, wol länger erftrecft werden.
10, Solches alles und jedes gereden und ver,
\
man mit jes =
fprechen wir Vorgenannte, Churfürft, Für. °
ften, Grafen und Raͤthe der Städte, beyun«
fern Ehren, Würden, wahren Worten und gu«
ten Treuen, an Eydes ftatf, für uns, unfere
len und wollen: der oder diefelben follen mit | Erben und Nachkommen, in und mit Kraft
unfer aller Wiffen und Willen darein auf: und dieſes gegenwärtigen Briefes, wahr, ſtet, veft
angenommen merden. und unverbrüchlich zu halten ‚dem gänzlich nach»
8 . Und nachdem diefer Chriſtliche Verftand |zufommen und zu leben, dawider nicht zuů thun,
auf Invocavit, ſchierſten, fo man der weniger noch ſchaffen gethan zu werden, in Feine Wei:
Zahl 37. Jahr fehreiben wird, mituns, den an-|fe noch Wege; allesehrbarlich, treulich und uns
dern, darinnen wir,aufferhalb unferHerzogllfrichs! gefährlich.
zu Würtemberg, unfer Herzog Barnims, und| ır. Und deß allenthalben zu mehrer Urkund,
Herzog Philipps zu Pommern, unfer Hanſens, Sicherheit und Befräftigung, fo haben wir un.
Georgens und Joachims, Fürften zu Anhalt, ferjever Obgenannter, Churfürft, Fuͤrſt, Graf
und unfer der Städte, Augfpurg, Frankfurt, und Stadt, für uns, unfere Erben und Nach»
Kempten, Hannover, Hamburgund Minden, fommen, fein Inſiegel hieran wiſſentlich haͤn⸗
mit einander fechs Jahr lang geftanden, aus gen laffen, und geben am Tage Michaelis,
feyn und fid) enden wird: fo haben wir ißre | nach Chrifti unfers lieben HEren Geburt, im
Lebden und Sie, aufihrer Liebden und ihr freund:| 1536, Jahr.
12. Wie
J
0. ; en .
228 1 Abſchnitt. Don dem erneuerten Schmaltifchen Bund, 229
12. Wir haben uns auch de hieran ſaͤmtlich 2. Nachdem wir aus beweglichen Chriftli«
und fonderlic) berede und bemilligt, ob einiger (chen und gufen Urſachen, zuförderft aber GOtt
Fürft, Graf, Herr, Stade oder Stand in die dem Allmächtigen zu $ob und fehuldigen Ehren,
fer Einnungsbegreifung, foldye unfere Einnung zu Förderung und Aufnehmung feines heiligen
nicht fiegeln würde ‚aus was Urfachen oder Ber- |Worts und Evangelii, und damit wir beydem
Binderung fic) das zutrüge, daß dann nichts heiligen Reich als gehorfame Glieder. deflelben
Deftoweniger folche Einnung gegen den andern, bleiben, aud) unfere Unterthanen, die ung von
fo gefiegelt Haben, ohne allen Verzug kraͤftig GOtt Chriſtlich zu regieren und vorzuftehen be⸗
und bündig bleiben, und fich darauf keiner be⸗ fühlen feyn, bey Dem, das Chriſtlich, götelich, -
Belfen fol und will; ohne alle Gefährde. ehrbar und billig, auch zu Heil ihrer Seelen
— foͤrderlich iſt, gehandhabt, und vor unbilliger,
1264. unrechtlicher Vergewaltigung und Beſchaͤdigung
Des Schmalkaldiſchen Bundes Ordnung aus der Gnaden Gttes verhuͤtet werden moͤ⸗
und Verfaſſung zu einer Rettung, Gegenwehr, gen, uns In dem Namen GoOttes eines Chriſt⸗
Huͤlfe und Nachdruck. GefertigtsuSchmal- lichen und freundlichen Verſtands vereinigt
kalden am Tage Michaelis, 1536. und entſchloſſen, Innhalts und vermoͤge der
Ko l Einigung Verſchreibungen, fo wir mit einan-
Es GOttes Gnaden, wir Johann Friedrich, der deshalben aufgericht und vollzogen. - ;
Ad Herzog zu Sachſen, des heiligen Roͤm. 3. Dieweil wir aber zubilliger und Chriftli-
Reichs Erzmarfchall und Churfürft, Sandgraf cher Rettung unfer und der Unfern ferner be—
In Thüringen und Marggraf zu Meiffen, für dacht bewogen, auch fuͤr hoͤchſtnoͤthig und gut
uns und von wegen des hochgebornen Fuͤrſten, angeſehen und ermeſſen, daß wir in dieſen ſorg⸗
Herrn Johann Ernſten, auch Herzog u Sad). lichen, geſchwinden und ſchweren Laͤuften, el⸗
ſen ꝛc. unſers freundlichen lieben Bruders; ner Verfaſſung, zu Rettung und Gegenwehr,
Ernſt und Franz, Gebrüder und Herzogen zu (welche fo lange währen und Beſtand haben ſoll,
Braunſchweig und Luͤneburg; Ulrich, Herzog als wir uns der Ehriftlichen Berftändniß verei⸗
zu Würtemberg und Tec; Philipp, Landgraf nigt und verfragen ; wie denn ſolches in der Eis
zu Heflen, Graf zu Cagenelnbogen, zu Die , Inigungsverfchreibung und Erftreefung derfelben
Ziegenhain und Nidda ꝛc. Barnim und Phi: Fler zu vermerken und zu befinden ift,) auch
Upp, Gevettern, Herzogen zu Stettin, Pom- dergleichen zu einer Hülfe und Nachdruck, fo
mern, der Caffuben und Wenden, Fürften zu viel möglich und GOtt der Allmächtige Gna⸗
Rügen, Grafen zu Gutzkaw; Wolfgang de verleihen will, gefchicft und verfaßt machen
Hans, Georg und Joachim, Gevettern und möchten. Demnady haben wir uns miteinan-
Brüder, Fürften zu Anhalt, Grafen zu Aſca der erlicher Artikel einmürhiglich vertragen, vera
nien, Herrn zu Bernburg; Gebhartt und Al⸗ bunden und verpflichtet, und thun das im Na⸗
Brecht, Gebrüder, Grafen und Herren u Mans» |men des Allmächtigen hiermit wiffentlich, in
feld; und Meifter, Bürgermeifter, Rathmaͤn⸗Kraft diefer Berfihreibung, für uns, alle uns
ner, Innungsmeiſter und verordnete Raͤthe fere Erben und Nachkommen, als hernad) fol-
und Gemeinheit ver nachbenannten Dberländi. get: —
ſchen, Saͤchſiſchen und Seeſtaͤdte, als Stras⸗ 4. Anfänglich und zum erſten, ſoll dieſe Vers
burg, Augſpurg, Frankfurt, Coſtnitz, Ulm, faſſung feiner andern Geſtalt Urſach oder Mei—
Eßlingen/ Reutlingen, Memmingen, Lindau, nung, dann allein zur Gegenwehr und rettungs⸗
Biberach, ni, Magdeburg, Bremen ‚Imeis, und zu Entſchuͤttung unbilliges Gewalts,
Braunſchweig, Goßlar, Göttingen, Eimbeck, |unfer, aud) unfer Untertfanen und Verwand⸗
. Hamburg, übe und Minden: Befennen für |ten, im Fall, da wir von wegen der Chriſtli⸗
uns, unfere Erben und Nachkommen und thun |chen , billigen und rechtmäßigen Sadyen, davon
Lund allermänniglichen ; unfere ee Berftändnig Meldung thut,
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230 Cap. m. Dom Schmalk. Bund und den Handlungen Sr. und Eng. 231°
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von jemand ſollten überzogen, vergewaltigt, beſchlieſſen haben, auch die gemeldten Stim·
oder ſonſt in andere Wege, doch um der vor⸗ men ausgetheilet werben, wie hernach folge;
gemeldten Sachen willen, befehweret werden, Nemlih: Wir, der Churfürft. zu Sachfen,
gemeynt und zu verftehen feyn. | von wegen unfer und gedachten unfers lieben
5, Zum andern, wo jemand von den Stän-| Bruders, follen haben zwo. Wir, die Her
den, diefer Einigung verwandt, Ueberzug oder) zogen zu Braunſchweig und tüneburg, Gebrüs
Bergewaltigung gewärtig, oder fonft in andes|dere, ſamt Fürft Wollgangen, Hans, Ger.
re Wege, um Sachen willen, darauf diefes gen und Joachim, Fürften von Anhalt, und
Berftändniß ſtehet, beſchweret wuͤrde, verhal-|den Grafen zu Mangfeld, eine. Und wir, _
ben er vermeynt, der andern Einigungsver-|der Sandgraf zu Heſſen, zwo. Wir, Herzog
wandten Rath oder Hülfe nothduͤrftig zu Ulrich zu Würtemberg, ein, Wir, Herzog
fenn: mag er folches jederzeit dem regierenden | Barnim und Herzog Philipp zu Pommern, eis
Hauptmann deffelben halben Jahrs vorbringen |ne. Und dann Wir, die Freye Neichs. und
und anzeigen. Wo dann die Sachen oder ‘Be | Hanfeeftädte, fechs Stimmen; nemlich: die
ſchwerden alfo geftaltet, daß der regierende Sberländifchen, als Straßburg, Ulm und Yug«
Hauptmann famt dem befchwerten Stand ver- |fpurg, von ihren und unfert allerwegen, drey.
Hofft,daß die durch Schriften, Schiefungen, oder | Und die Saͤchſiſchen und Seeflädte, als Mag-
andern dergleichen Weg abzuwenden feyn: ſoll deburg, Bremen und Hamburg, von ihr und
- er folches für fic) felbften,, und mit Rath und unfer aller wegen, auch drey haben. |
Zuthun des andern Haupfmennes, auf gemei· 8. Damit aber in den Stimmen, aud) mit
ner Stände Koften und in deren Namen, zu Dein Sragen in angezeigter unfer ver Einnungs⸗
thun gute Macht Haben. Wo aber die Sachen verwandten Berfammlung, Drönung gehalten
dermaſſen geſchickt, daß einer gemeinen Zuſam- werde: fo follen wir, Herzog Hans Friedrich
mienkunft der Stände vonnörhen, follfoiche Zus | zu Sachſen, Ehurfürft, dieweil unsaud) fonft
ſammenkunft durch den Hauptmann des halben | die Umfrage im Neid; zufteher, oder unfre Raͤ⸗
Jahrs, auf einen gelegenen Plag und Malſtatt the, umzufragen haben. Und fo aller Stände
allen Ständen mit Vermeldung der Sachen | der Einigung oder ihrer Sefchickten Bedenfen
ausgefchrieben und verfündet werden, die auch gehört: follen darnach diefelbigen Stände oder _
alſo durch ſich felbft oder ihre Bollmächtigeer- hre Gefchickten, fo den dreyzehen Stimmen
ſcheinen follen. verwandt, ein jeder Theil mit denen, fo zur
6. Wann und fo oft auch die Einigungsver- Stimmung gehörig, zufammen gehen, und
- wandten zufammen fommen, oder ſchicken und mas durd) die dreyzehen Stimmen beſchloſſen
fi) der Sachen halben, darauf die Verſiand⸗ und für das Befte erwogen wird, dabeyfolles
niß ſtehet, unterreden wollen: fo foll aller Eis bleiben. Ob fid) aber die dreyzehen Stimmen
nigungsverwandten, oder ihrer Geſchickten, Be⸗ einer einhelligen Meynung nicht vergleichen
denfen gehört werden, nachdem GOtt demletz⸗ möchten; fo foll Doch der mehrere Theil unter
gen oftmals eingibt, das er dem erfien verbir⸗ ihnen zu befchlieffen Macht haben.
get, und fich allemegen alfo unterftehen, in der 9. Wann auch die Gegenmwehr und Hülfe al:
Berfammlung einer einhelligen Meynung ſo von den gemeinen Ständen, oder durd) das
freundlich und gütlic) zu vergleichen. mehrere Theil der dreyzehen Stimmen, befchloß
i 7. Db ſichs aber begäbe, daß man fich alte, fen: alsdann ſoll, wie und weldyer maffen, auch
An der Berfammlung einhelliglich nicht bergleis an weldyen Drten tie vorgenommen ſoll werden,
chen möchte, alsdann foll foldye Vergleichung alles bey der Erfenntniß des Haupfmanns und
durch nachbenannte Stimmen gemacht werden.| Kriegsrath, wie hernach folget, ſtehen und blei⸗
Aber gleihmwel follen, als hernach geſetzt wird, ben,
nicht mehr dann dreyzehen Stimmen ſeyn, die 10. Fielen aud) die Sachen dermaffen und
in den vorfallenden Sachen endlich follen zu. fo ellends vor, daß der Hauptmann Die einie
Ba. — gungs⸗
Abfehhitt. Don dem erneuerten Schmalkaldiſchen Bund. 233
gerwanbfen fände nicht befchreiben ren Stände, ſolche Summa unter uns abyırer
Fönnte: fo fol er, vermöge nachfolgender Arti- det, und was einem jeden niederzulegen gebührt,
kel, den andern Hauptmann, famt den geord: | laut des Abſchieds, vereinigt,
neten Kriegsraͤthen zu fich erfordern, und, wie) 13. Doc) ift ung, Denen von Goßlar, aus
hernach gemeldet wird, zu befchliejfen und zu beweglichen Urfachen nachgelaffen, daß mir uns
handeln Macht Haben. ſere Anlag, darauf wir taxirt und angefchla-
gen worden fenn, bey uns, bis zu der Zeitder
- 17 Und zum dritten, fo foll die Hülfe ‚da-
mit die allen Einigungsverwandten tröftiich und vorfteßenden Noth, mögen behalten, und nicht
nuͤtzlich, Bernach gemeldet, geſtellt ſeyn. Dar
um fo haben auch wir ‚vie Einigungsverwand:
ten, zu Erhaltung folches Kriegsvolfs, nad):
folgende Summa erlegt, follen esnachmals zum
» förderlichiten erlegen, an die Orte, wie nad)
folge. Nemlich: Wir, der Ehurfürft, Für
ften und Örafen Anlag, gen Torga und Caſſel,
hinterlegen. Dargegen wir uns denn in fon«
deren Berfchreibungen verpflichtet haben, wenn
die Noth alfo vorfallen würde, Daß Die Gegen⸗
wehr vorgenommen und gebraucht werden müß«
fe, und von Hauptleuten und den verorbneten
Kriegsräthen das hinterlegte Geld erfordert
würde, daß wir aledenn von Stund an, ohne
zu uns, dem Ehurfürften zu Sachſen und fand» | Säumniß und alle Entfchuldigung, unfer ges
grafen zu Heflen: Und wir, die Oberlaͤndiſchen bührlich Anlaggeld, vermöge diefer Verfaf
Städte, zu Ulm: Und wir, die Saͤchſiſchen fung, erftlic) auf die zween Monate, folgends
und Seeftädte, zu Braunſchweig; alles bey) den dritten, vierten, fünften und fechften Mo—
Bürgermeifter und Rath dafelbft zu erlegen. |nat, bey Bürgermeilter und Rath der Stadt
Und follen Hauptleute und Krieggräthe von an-| Braunfchweig bringen und hinterlegen, und
gezeigten Städten Berficherung nehmen ‚damit| uns daran zu jeder Zeit nichts verhindern laflen
dieſelben ihrer mit folcher hinterlegten Summa | follen noh wollen,
gewarten, und die auf ihr fämtlich oder des, 14, Dergleichen ift uns, den Städten Goͤt⸗
mehrern Theils Erfordern,aufgebührkicye Duit- | tingen und Eimbeck, nachgeben, daß unferer
fung folgen laffen. | Gelegenheit nady diefer Zeit, unfer jede nicht
12, Und damit in dieſer Chriftlichen und ehr⸗ mehr, denn ein Monatsanlage, unfere Tare,
lichen Berftändniß ein jeder wiffen möge, was bey obgemeldten Bürgemeiftern und Rath zu -
er in diefer Anlage und Hülfe Hinterlegen, und | Braunfchweig, und dann auch den zweyten
fo es die Nothdurft erfordert, erzeigen foll: ſo Monat in Zeitder vorftehenden Not, auf Er—
follen wir, der Ehurfürft zu Sachſen, die Her-| fordern des ordentlichen Hauptmannes und
zogen zu Braunſchweig und Lüneburg, Gebrü-| Kriegsraͤthen, förderlich und fonder allen Auf:
dere, Landgraf Philipp zu Heflen . Fürft| enthalt und Enefchuldigung, auch im Fall fer-
Wolfgang, Hans, Georg und Joachim, Ge
vetter und Brüder, Fürften zu Anhalt, und
die beyden Grafen von Mansfeld, fiebenzig
taufend Gülden; desgleichen alle Dberländt:
ſche und Seeſtaͤdte, ausgeſchieden Augſpurg,
Frankſurth, Kempten, Hannover, Hamburg,
und Minden, aud) fiebenzig taufend Gilden;
an Münze, als, ein und zwanzig Meißnifche
Grofdyen, ſechs und zwanzig Weißpfennig,
funfzeßen Batzen, für einen Gülden gerechnet,
erlegen; nemlich zwey und fünfzig tauſend Guͤl⸗
den auf zehen tauſend Knechte, auch ven Ueber-
foldten auf zween Monate; alles ungefaͤhrlich
überfchlagen. Darauf denn wir, die gemeld»
ner die übrigen vier Monate, vermöge dieſer
Verfaſſung, daſelbſthin gen Braunſchweig erle⸗
gen und ausrichten ſollen.
15. Als aber wir, die vorgemeldte, Herzog
Ulrich zu Wuͤrtemberg, Herzog Barnim und
Philipp zu Pommern; auch wir, die Staͤdte,
Augſpurg, Frankfurth, Kempten, Hannover,
Hamburg und Minden, jetzo neulich, und ſeit⸗
hero und nachdem daß der jetzt bemeldte An»
ſchlag auf die Reuter und Knechte iſt gemacht
worden, uns in die Chriſtliche Einigung und
dieſe Verfaſſung zur Gegenwehr gethan haben,
darum unſer Antheil ver Huͤlfe darinnen nicht
begriffen iſt: und wir uns aber, ſolchem An⸗
P3 ſchlag
234. Cap. 7. Dom Schmalkald. Bund und den Handlungen Sr. undEng. a5
ſchlag nach, durch Diefelben unfere Mitverwand- dem, Daß wir der vergangenen Kriegsgandlung
ten, aufnächtt gehaltenem Tag zu Ftankfurth, wegen zu mer£lichem und groflen Unrath Eom-
in diefe Berfaffung auch haben anfchlagen laf: men, unfers Bermögens halben uns beſchwert
ſen; fo follen und wollen Wir, und unfer jeder gefunden, unfere Anlag vorigem Tar nad) zu
Fuͤrſt, Stand und Rath, näcjftbemeldt unfer erlegen; wo wir nun auf den halben Theil der-
Antheil der Hülfe, role wir angefchlagen feyn, felben vorigen Tax durch vorgehende Unterhand-
zum förderlichften und ohne Verſaͤumniß erle: | lungen auc) nicht verglichen werden mögen: fo
gen, wie hernach folget: ollen und wollen Wir der Stände Erkenntniß
16. Nemlich Wir, Herzog Ulrich, für einen |darinnen, lautdes Schmalfaldifchen Abfchiedg,
Monat zehen tauſend Gülden, bey unfern lieben auch leiden, und demfelbigen Folge tun,
Getreuen der Stadt Stuttgart oder Tübin-| 20. Öleichergeftaltfoll es mituns, denenvon
gen zu erlegen: fo follen Herroiederum die von | Minden,derUnterfandlung,auchim Fall der Er⸗
Stuttgart oder Tübingen, bey welchen wir Her« | Fenntniß unferer Anlag halben, gehalten werden,
309 Uleic) unfern Theil erlegen werden, fid) ge: |dem wir auch freuliche Bollftrecfung thun wollen,
en dem Sandgrafen verfchreiben, daß fie es 21. So viel nun die Summa des Hülfge-
5— Sachen, da dieſe Huͤlfe von. des gegen der erſten obangeſchlagenen Sume
noͤthen und gebrauchet ſoll werden, Sr. Liebden, men der zweymal ſiebenzig tauſend Guͤlden,
als dem Hauptmann, auf ihr Erfordern alfo-|darinnen toir , die naͤchſtbemeldte Fuͤrſten,
bald und unverhindertzuftellen, liefern undric) | Stande und Städte, fo jego in die Einigung
ken; und Wir, der Landgraf, gemeine Stän: |und Verfaſſung, wie vorgemeldt, Fommen
de unser unferm Brief und Siegel weiter der. |feyn, nicht angefchlagen und nicht eingezogen
halben verfichern follen, alles laut der Abſchie, geweſt, (ausgenommen die von Luͤbeck,) über
de zu Schmalfalden und Sranffureh. trift: alſo foll auch die Hülfe der zweher tau-
17. Und dieweil wir, Herzog Barnim und fend zu Roß und zehen faufend zu Fuß nun °
Herzog Philipp zu Pommern, um unfere An ˖ mehr mit leuten, Reiſigen und Knechten, nah
lage mit den Evangelifchen Ständen nicht ver. Anzahl der gemehrfen und gebefferten Geldan-
glihen ſeyn, und doch unfere Verſchreibung, daß] lag, gemehrt und gebeffere werden; doch alles
yoir uns nach) laut des Schmalfafdifhen Ab-| mit Rath des ordentlichen Hauptmanns, und
ſchleds anſchlagen faffen wollen, über uns ge-| der Kriegsräthe; alles vermöge und nad) An.
ben: fo follen und wollen wir uns, wo wir als-| weifung diefer unferer Berfaffung. |
bald nicht verglichen würden, nach laut deffel.-) 22. Und ob es ſich begäbe, daßfolche jegige
bigen Schmalfaldifhen Abſchieds, nach Er-| Anlage und Hülfe angegriffen und zu vorfteßen=_
Eenntniß derfelbigen Stände, anſchlagen laſſen, der Noth gebraucht wuͤrde: alsdenn ſoll ein
derſelbigen Erkenntniß auch gänzlich Folge jeder Churfuͤrſt, Fuͤrſt, Graf, Stadt und
thun. Stand, dieſer Einigung verwandt, in acht Ta-
ıg. Und wir, die Stadt Yugfpurg, fürigen, den nächiten nachdem ſolche Anlag ange:
zween Monat zehen tauſend Guͤlden. Wir, griffen wird, fein gebührlich Antheil des drit⸗
die Stadt Frankfurth, für zween Monat fechs |ten Monats an die Drte, wie vorgemeldf, ges
taufend Gulden. Wir, die Stadt Kempten, wißlich erlegen, und doch alfo, ob es die Roth⸗
für zween Monat achtzehen hundert Gülden,gen|durft erfordern würde, mit dem vierten, fuͤnf⸗
Ulm, bey Bürgermeifter und Rath dafelbiten. | ten und ſechſten Monat nachfolgen.
Und wir, die Stadt Hamburg, acht faufend.| 23. Ob aud) die Sachen des Kriegs jego
Und wir, die Stadt Hanover, funfzehen Bun: | bald im Anfang, oder innerhalb der ſechs Mo-
dert, dreyßig und vier Gülden gen Braunſchweig, nat, fi) fo beſchwerlich zufrügen, daß folche
aud) für zween Monat, bey Bürgermeifter und | Hülf der groffen Beſchwerung zu begegnen zu
Rath des Orts erlegen. $ ſchwach feyn, oder über Die fechs Monat wäß-
19, Und nachdem wir, die von Luͤbeck, aus ven wolle, und die verordnere KHaupkleute und
Kriegs⸗
sräthe fuͤr gut anfehen, daß die gemeinen
de der Einigungsverwandten auf gelege:
ne Stadt befchrieben follten zuſammen kom⸗
‚men, zu berathfchlagen und zu befchlieffen, wie
man die angefchlagene und berüßrte Hulf ftär-
fen, oder erlangen,. und dermaflen verfaffen
möcht, damit dem Widertheil und Gegenge:
woalt ftattlich begegnet, und die vorige Huͤlf
nicht vergeblich, und mit Schimpf, Schaden
und Berluft von den Dingen abzuftehen, und
dadurch von göftlicher Wahrheit nicht abge-
drungen werden : fo follen die regierende Haupt:
leute und Kriegsräthe die Churfürften, Yür-
ften, Grafen, Städte und Stände dieſer Eini-
gungsvermandten , an einen gelegenen Platz,
auf einen benannten Tag, zum forderlichften
und zu jeder Zeit, wann fie deß noth bedünft,
jufammen erfordern; da auch ein jeder Stand,
. perfönlich, oder durch die Seinen mit voll-
Fommenem und gnugfamen Gewalt, erfcheinen,
und.diefelbe vorftehende Noth und Sachen ge:
treulich bedenken und berathfchlagen helfen fol-
len: und was alsdann durd) die gemeinen
Stände, nad) eines jeden gehörten Vermoͤgen
und Gelegenheit, mit eines jeden Wiflen, Wil:
len und Bollwort, für gut, nuͤtzlich und noth—
mendig bedacht und entfchloffen wird, Darinnen
follen und wollen wir uns, als die gefreuen
Mitverwandten, mit DBermögen Leibes und
bniet. Don dem erneuerten Schmaltaldifehen Bund.
237
fers lieben ‘Bruders, Zween. Und Wir, die
ürften von Braunfchiveig und $üneburg, Ge⸗
brüdere, obgenannt; Fuͤrſt Wolf, Hans Georg
und Joachim von Anhalt, und beyde Grafen
von Mansfeld, Einen. Und Wir, Sandgraf
Dhilipp zu Heffen, Zween. Wir, Herzog Ul
rich, Einen. Wir, die Herzogen zu Pom—
mern, Einen. Auch Wir, die oberländifche.
Stade, Dry. Und Wir, die Saͤchſiſchen
und Seeftädte, auch Drey. Doc) befcheident«
lich und alſo: So Wir, Herzog Jehann Fried»
rich, der Churfürft, Die Hauptmannfchaft uns
fers halben Jahrs in Verwaltung haben wer—
den, follen Wir, der Churfürft, Diefelbige Zeit
über nicht mehr denn einen Kriegsrath verord»
nen. Ingleichen follen Wir, Sandgraf Phi⸗
lipp, in Zeit unferer Haupfmannfchaft aud) nicht
mehr denn einen Kriegsrath von den Unſeren
gebrauchen. Und foßen folche Kriegsräthe von
jedem Stand, der fie verordnet, Den zweyen
Hauptleufen, davon hernach Meldung gefchles
bet, namhaftig angezeiget, und auf Erfordern
des regierenden Hauptmanns, Diefelbige, fo fie
nicht durch ehehafte Urfachen verhindert, jeder-
zeit zufchicken. Aber im Fall folcher Verbin:
derung fellen andere zu folchen Sachen geſchickt
und fauglic) verordnet werden; welche zwoͤlf
Kriegsraͤthe zu jeder Zeit der Nothdurft durch
den regierenden Hauptmann bey den Ständen,
Gutes unvermeislich halten und erzeigen, und |fo fie verordnet haben, auf einen namhaften
deme, fo alfo befchloffen wird, unverweigerlich Ort, nach der Sachen Gelegenheit, erfordert
- und förderlich nachfommen. werden: Da fie auch zu erfcheinen bey ihren
24. Undob jemand mehr von Fürften, Gra- | Pflichten fchuldig feyn follen, von allen Sa⸗
fen, Herren, Städten und andern in dieſe Ei-| chen nothdürftiglich zu handeln und zu rath-
nigung fommen würden, denen follauc) zu die: | fchlagen, auch zuvor des Hauptmann Beden⸗
fer Hülf gebüßrliche Auflag geſchehen; und fo| fen fleißig und getreulich hören, Und fo man
es GOttes Wille wäre, daß man folches Gel: | fich alfo insgemein mit dem Hauptmann ver-
des bis zu Ausgang diefer Einigung nicht be=) gleichen Fann, foll daffelbige gefchehen, und fol
dürfte, alsdenn fol! einem jeten Churfürften,| man folche der Städt Kriegsrätbe, nemlich der
Fuͤrſten und Stande, zu Ausgang derfelben feine | oberländifchen bey Straßburg , Lim und Aug⸗
erlegte Summa wiederum zugeftellet werben. | fpurg, und der Saͤchſ. und Seeftädre bey Mage.
‚25. Und damit diefe Einigung defto beſtaͤn⸗ deburg, Bremen und Hamburg finden. {
diger bleiben möge: fohaben wir uns entfchlof| 26. Db aber vorfallen würde, daß fie ſich
fen, daß wir uns von der ganzen Berfamm-| dermaffen insgemein, oder durch Das mehrer
lung dreyzehen Kriegsraͤthe verordnen ſollen; Theil nicht vergleichen: ſoll alsdenn der Zufall
wie hernach gemeldet : Nemlich Wir, der Chur⸗ bey dem Hauptmann flehen, darbey es auch
fürft zu Sachſen, für uns und von wegen un⸗ endlich bleiben fol, And was alſo Durch
me
| — — ee —— —
2,8 Cap. 17. Vom Schmalkald. Bund und den Handlungen Fr. und Eng. 239
mehrern Theil, als durch den Hauptmann und uͤben und brauchen ſollen und wollen; auch
Beide, oder aber, fo fie gleiche Stim= vor alle Ehriftliche, ehrbarliche, gie —
men hätten, Durch den Zufall des Hauptmanns rechtmäßige Mittel und Weg fuchen, fleißig
befchloffen wird: das fell der Hauptmann treu⸗ |erinnern und ermaßnen, dem Nachtheil und.
lich ausrichten, ohn allen Berzug und Berhin- Unrath vorzufommen; darzu fein eigen Sacyen
derung, und für fich ſelbſt, aufferhalb der Kriegs- | vorzunehmen, aufjerhalb was GOttes Lob und
raͤthe Beſchluß, auch anderer Meynung (denn Ehr feines heilwartigen Worts, diefer Cpriftli-
wie vermeldet iſt,) nichts vorzunehmen, nod) chen Einigung, betrift und anlanger, ung bewe—
zuehun haben. . | [gen laffen, das zu rathen und zu ſuchen, dar-
27. Es follen auch die drenzehen Kriege- aus Aufrufe und Unfried erregt und empört
räthe der gemeinen Berfammlung geloben moͤcht werden. So wollen wir auch zu jeder
und ſchwoͤren, derſelben freu und hold, ges |gelegenen Zeit die Kundfchaften, fo uns nebſt
horfam und gewärtig zu ſeyn, ihr Beſtes zu unferm verordneten Hauptmann, die den Sa
merben, Schaden zu warnen, und von den chen forgfältig vorftehen, eineommen, den vor:
Saden, dazu fie geordnet ſeyn, nach ihrem nehmlichen Ständen, fo zu den Hauptſtimmen
höchften Verftand und Gewiſſen zu rathſchla⸗ — unverzoͤgent lich vermelden und offen-
gen, zu befchlieffen, und im Fall der Noth⸗ baren, auch darinnen, nach Junhalt der Ver-
Zunft zu ſtimmen; ohne alle Gefehrde. Im— faſſung, weiter Fuͤrwendung zu thun; und wol⸗
maſſen ihnen deshalben ſondere Form eines Ey⸗ len in allem, nach Vermoͤge ſolcher vorbe-
des begriffen und vorgehalten iſt, welche von ruͤhrten ſchriftlichen Einigungsverfaſſung der
Worten zu Worten hernach folget: Gegenwehr und Huͤlf, angezeigter Chriſtlichen
Fir R. und N. geloben und ſchwoͤren, ver: | Rettung und Gegenwehr, mit der Kriegsbeftel-
forechen und zufagen, GOtt dem Allmächtigen |Tung und anderer nothduͤrftigen Verſehung und
und den Ständen der Chriſtlichen Bekenntniß Betrachtung, durch Rath und Beſchluß un—
deffelben Glaubens in Chriſto, feines ervigen und |fers Hauptmanns, und nach Unterſcheid und
-Keihwärtigen Worts, daß wir vornefmlich und | Gelegenheit, fo Darinnen verleibt, mit GOttes
-"Hor allen Dingen GDttes Lob und Ehre fuchen, | Gnad vorfichtig handeln, thun und vornehmen,
auch derfelbigen Verwandten Schaden warnen, alle Gefehrde hintan geſetzt; und alfo in fol-
Frommen und Beſtes werben, und durchfeine chem allen getreulich und aufrichtig handeln,
Gnade trachten, ratbfchlagen, und nach) DBer- und dem nachkommen. Als uns GStt Belfund
möge und Innhalt Der Duncten und Artifeln |fein heiliges ewiges Wort.
der Chriftlichen aufgerichtefen Verſtaͤndniß, 28. So aber derfelben Hauptmann einer
Einigung und Verfaflung der Gegenwehr, dar⸗ nach dem Willen GOttes, welches der All:
von uns wahrhaftige Abschrift übergeben, wel: mächtige mit Gnaden wende, toͤdtlich oder fonft
che wir alles Innhalts überfehen und überlefen | abgehen wuͤrde: follen wir, der andere Haupt⸗
» > Baben, gefreulich Handeln, und in dem allen mann, von Stund an, in Monats Frift, Die
mit götelicher Huͤlf Vorſehung thun wollen: vor⸗ Staͤnde, davon die Stimmen befohlen ſeyn,
nehmlich der Artikel, fo darinnen verleiht, ge ‚befchreiben, die Ihren auf einen namhaften
wahr und acht nehmen, daß wir folche Einigung | Platz und Tag mit gnugfamer Gewalt zu ſchi⸗
und Verfaſſung im Fall dringender und un⸗ een, Darneben die Drenzehen Kriegsraͤthe da-
sermeidlicher Noth, nach gehabter treulicher hin fordern , einen andern fauglichen Haupt
Ermegung unfers zugeordneten Haupfmanns mann bey ißren Hflichten zu erwählen und
Beſchluß/ allein zu Epriftlicher ‚Rettung und zu versrönen, immaffen, wie Der erſt abgan⸗
Gegenwehr derfelben Chur⸗ und Fuͤrſten Gra⸗ gen, verordnet geweſen iſt; ohne Gefehrde und
fen und verwandten ehrbarn Frey⸗ Reichs⸗ See: | Verzug. Da auc) Diefelbigen Kriegsraͤthe al-
und Hanfeeftädten, ihrer aller Untertanen, ſo bey ihren Pflichten zu erfcheinen, und vie
und feiner andern Meynung oder unter anderm obgemeldt, zu handeln ſchuldig ſeyn follen; und
Schein, durch Verleihung goͤttlicher Gnaden alte
940 WE Abfehnitt, Von dem
fo von Zauptmann fleißig und treulic)
mit den Kriegsrathen gerathfchlager und gehan-
delt werden, Db fie fich aber ſolches Haupt⸗
manns alfo in einem gemeinen Rathſchlag nicht
‚vergleichen möchten, follen fie den durch die
Stimmen zu’ machen haben; und follen ale-
denn die Stimmen nicht Den Kriegsraͤthen, fon-
dern den andern darneben gefandten Raͤthen
befohlen ſeyn: Diefelbige gefandte Raͤthe follen
auch von Stund an Mache haben, fich mit dem
Hauptmann feiner Beftallung zu vergleichen,
und in den Pflicht, in Maffen ver, fo abgegan-
gen, Gefandten anzunefmen.
„29. Db aber ver Rriegsrätheeiner oder met
mit Tode abgehen, oder aber fonften aus ehe: fi
hafter Verhinderung ſolches feines anbefohle-
nen Amts nicht auswarten fünnfe: fo foll der-
jenige, Der ihn verordnet, oßnverzüglich, auf Er:
. fordern; Des verordneten Haupfmanns, einen
andern, zu Diefen Dingen verftändigen, ver-
trauet und fauglich, wiederum ordnen, damit
dem Hauptmann daran fein Mangel erfiheine:
der alsdenn ihme, dem Hauptmann, ehe er
zu Rath gebraucht wird, die Pflicht, in Maf-
ſen wie die andern gethan, auch thun folle,
30. Demnach fo Haben wir zu unfern Haupt:
leuten gewaͤhlet, geordnet und vermochf, un-
fern lieben Vettern, Oheimen, Schwager und
Bruder, guadiaft und gnädige Herren, Her-
— Enns an
difehen Bund.
genwehr vorgenommen 'merben; Dergeitalt,
‚wenn angegriffen würde, oder daß man des
Angrifs, daß derſelbige gegen uns, den vers
einigten Ständen, oder jemand aus ung, um
Urſach willen, davon unfer Chriftiih Ver—
ſtaͤndniß Meldung thut, gewißlich vor Augen,
gegenwärtig: alsdann fol die Gegenwehr erſt
‚gebraucht werden, Wie aud) ſolches den Haupt⸗
leuten, fo bereits zu folcher Einigungsverwand»
ten mit Briefen und Giegeln verpflichtet, auf
den Trauen und Glauben, fo der Einigung,
Verwandte zu ihnen fragen, und auf ihre Zus
fage ift geftellet worden, und Die Kriegsraͤthe
in ihrem Eyd, der ihnen geſtellet iſt, ſchwoͤren
offen.
32. Huch daß unfer hintergelegt Geld zu kei⸗
ner andern Sahe, tie die Namen haben’
möchte, angegriffen foll werden, anders ‚denn.
wie gemeldet iſt: und foll gleichwol die Suͤmma
des hintergelegten Geldes gleich getheilet, und
jedem Hauptmann das halbe Theil zugeordnet
werden, daſſelbige im Fall der Noth, wie vor⸗
gemeldt, anzugreifen, und im Namen GOt⸗
tes zu gebrauchen. i
33. Und follen demnach dieſelben zwey Haupt⸗
leute, fo wir zu folcher Hülf erwaͤhlet und ver⸗
ordnet, ein jeder ein faufend zu Koß und fünf.
taufend zu Fuß; und fo viel fih nun die
Hülfe gemehret und gebeſſert hat, ihr jeglichem
zog Johann Friedrichen, zu Sachſen Ehur:| die Helfte, und nad) Anzahl deffelben, meiter - -
fürft 2; und Landgraf Philipp zu Heflen ic. wel·
che denn alfo, in diefer fo Chriſtlichen Sache
verwande, freundlidy und gnädiglich darein
fremdes faugliches Kriegsvolf beftellen, dieſel⸗
ben in vorftehender Noth zu erfordern, aucdhiße
ve Unterhauptleute aus beyden, als Dberländie -
gewilliget ſich treulich und fleißig hierinnen zu] fehen und Saͤchſiſchen Creifen, mit Wiffen und.
balten. Damit aber Ihro $. und Ehur-und| Willen der Rriegsräthe, nach Gelegenheit. der
Sürftl. Gnaden eigentlich Wiffens empfahen, Zeit, Perfenen und Sachen, beftellen und an:
zu welcher Zeit, auch mit was Maaß, Form | nehmen; damit manin zufallenden Sachen und
und Geftalt, ein jeder feines Amts und Ge- Handlungen diejenigen haben und gebrauchen
walts zu gebrauchen Babe, damit Derohalben | möge, fo Der Landesart und teufe Gelegenheit,
kuͤnſtiglich nicht Irrung oder Verhinderung auch Wefen und Brauch Eund und bericht ſeyn.
vorfalle, ſeyn etliche Artikel durch uns abgere-| 34. Es foll auch ein Hauptmann um den ana
der, und endlich befchloffen, wie die hernach dern, jeder ein Halb Jahr, die Forderung der.
folgen: | Kriegsräche, und alle andere Zufammenfordes
31. Nemlich: fo foll diefe Verfaſſung und |rung zu thun haben: nemlich foll des Churfür-
Gegenwehr, audy mit Verordnung der Drey- ſten Johann Friederichs Hauptmannſchaft und.
zehen Krlegsraͤth, durch die zween Hauptleute Gewolt auf Zeit, Die des erften halben Jahres’
zu nichts andets, denn wie vorgemeldt, zur Ge⸗ auf St. Johannis des Tänfers Tag allmegen’
Lutheri Schriften 17. Theil, 2) | ange: -
. —5 — Wer z ” ———— R ES ei SEEN
Bra
*
X
——
— zandlungen Sr.umd Feng. 243
angeben, und Beftand Haben bis auf den Bei-|fen, und jeder feinen Antheil der Keuter und -
aan Cheikrag. folgends foll Landgraf Philipp Knecht aufzubringen, Beſtallung denfelben,
u Heffen Hauptmanfchaft und Gewalt ifren |mit Rath der Kriegsräthe, wie fie das den
nfang Baben, und fich bis wieder auf Sanct | Ständen zum nuͤtzlichſten, und nach Gelegen-
‚Sohannis des Täufers Tag erſtrecken. Und heit der Sachen, Zeit und Läufte möglich, aufs
fell des Landgrafen Hauptmannfchaft aufnächft- |zurichten, im Namen und von wegen gemei-
Eommende Weyhnachten angehen, und bisauf |ner Stände Macht Haben; und was alfo vom
Johannis währen. aupfmann und Kriegsräthen den Reutern und
35. Doc) ift uns ‚dem Ehurfürften zu Sad. Knechten zugefagt, foll von gemeinen Stäns
fen und Sandgrafen zu Heffen, vorbehalten, fo den ee — ſonſt
ein Zug ſoll vorgenommen werden, daß in un nach ———— ro de e — SS
ferm Willen und Wohlgefallen ftehen foll, ob Su Re — Er ai aus —
wir perſoͤnlich ziehen, oder aber an unſer Statt AR — — —
einen tauglichen Sieutenant ordnen und fehieken waͤrts und fie, Die Sauptleuf, beyde mit der
tollen.: Es follen auch die Kriegsraͤthe almege Anzahl (wie vorbenenne,) der fremden Reuter
die Erklärung eun, an welcyen Ort man zie, und Knecht, = * Huͤlfe en: zufams
Ben folle, oder ob an zwey, oder mehr Orten |Menfegen, und folches von den —
gezogen werben folle; fo aber die Kriegsraͤthe Lit befchloffen wird: follenwir, der Churfuͤrſt,
; Oberſter feyn, und wir Jandgraf Philipps, ©.
fich deß nicht vereinigen , oder vergleichen koͤnn⸗ ——
> genommene Reuter und Knecht
gen, foll es durd) den Zufall des Haupfmanns, sufehlefen,
> vorfteher, verglichen und geſchloſſen wer⸗ 38. Gehet aber der Zug a ans
— | über den Mayn, auf die Stände des Rheini—
36. Wenn auch der Hauptmann in feinem ſchen oder Schwäbifchen Erdreich, oder der
halben Jahr befünde, daß ſich die Sachen fo Orte; fo ſollen wir Landgraf Philipp Oberfter
eilends zutrügen, daß die Stände nicht allelfeyn, und wir der Churfürft follen feiner $. une
moͤchten befchrieben werden : fo follund mag er |fere angenommene Keuter und Knecht zuſchi⸗
die Kriegsrärh erfordern, und davon reden, ob cken.
die Noth vorhanden, daß die Reuter und Knecht) 39. Zum vierten: Wiewol billig und ge
angenommen und zur Gegenmwehr gegriffen follt buͤhrlich, daß einem Hauptmann, fo mit fo
- werden? Darzu foll er alsdenn den andern Haupt: ſchwerer Buͤrde und Saft beleget wird, von des
mann aud) erfordern, welcher auch durch fid) Inenjenigen, fo ihn beftellen, Unterhaltung ver⸗
felbft oder vollfommenen Befehl erfcheinen fol: ordnet werden folles Haben Doch die vorgenanne -⸗
le; und dazumal durch einträchtigen Schluß zen zwey Hauptleute,als Churfürft und Fürften,
der zweyen Hauptleute und zwölf Kriegsräthe, Die Diefer Ehriftlichen Berftändniß verwandt,
oder durch das mehrere aus denfelbigen, mit ſich freundlich und gnädiglich; bewilliget, daß
ganzen Fleiß bewegen ‚ob die Urfachen der Ges ihre Liebden Ehur- und Fürftl. Gnaden mittler⸗
genwehr vermöge der Bereinigung vorhanden zeit, und eheder Kriegshandel zum Anfang
find? Und foll der andere Hauptmann, der reicht, welches GOtt der Allmächtige in Gna⸗
alfo erfordert ift, weil er zu der Zeit zwey den verhüsen wolle, Feine Unterhaltung be=
Kriegsräthe hat, den einen, und venfelben |gehren. |
auf dasmal feiner Gegenmärtigfeie abfondern,| 40. So es aber nad) dem göftlihen Willen
damit es alfo bey den dreyzehen Stimmen blei- dahin gelangete, daß der Kriea zum Fortgang
be, nemlich der zweyen Hauptleute und eilfigereichte, iſt Ihren Liebden, Ehur-und Fürftl.
Käthe. So es dann die Geſtalt und Selegen: |&naden, eine Beftallung und Unterhaltung-
|
heit erfordert: fo follen die Hauptleute im Na⸗ | verordnet worden, Memlic) , fo der regieren» ⸗
men Go0ttes das Bintergelegre Geld anzugrei- de Hauptmann in eigener Perfon ziehen ul,
we
244 1. Abſchnitt. Von dem erneuerten Schmalkaldiſchen Bund.
(mie hierinnen angezeigt wird,) zu |burg und Hannover, iſt zu dieſen ſieben tau⸗
felnem Willen ſtehen ſoll, alle Monat, je 30. ſend Guͤlden, und Mehrung derſelben, nichts
Tage fuͤr den Monat gerechnet, zwoͤlfhundert aufgeſetzt, ſondern unſer Antheil in unſere
Gulden für feine Tafel, zu Unterhaltung fei- |Hauptanlag mit eingerechnet worden, vermoͤge
ner Officier, Cammerdiener, Canzley und an- des Frankfurthiſchen Abſchieds, und zu Hañ⸗
dere, haben; doch auflerhalb der Trabanten, den der Hauptleute, nemlidy jedem die Helfte,
$eib- und Wundarzte, welche Perfonen durd) nach obangezeigtem Anfchlag der groffen Sum»
alle Einnungsverwandten über das befoldet wer Ima, erlegt, und geantwort, —
den ſollen. 44. Was aber noch in dieſer Summa durch
4. So aber der regierende Hauptmann in einigen Stand nicht erlegt wäre, ſoll hierzwi⸗
der Perſon nicht ziehen, ſondern einen Lieute- ſchen und naͤchſtkuͤnftigen Weyhnachten erlegt
nant an feine ſtatt verordnen wuͤrde; demſelben werden, darvon nothduͤrftige Kundſchaften zu
ſollen, fo lange der Zug dieſer bewilligten Huͤff machen, Unterhauptleut zu Roß und Fuß zu
waͤhret, alle Monat, auch 30. Tage vor den beſtellen, Schreiber zu unterhalten, Botſchaf⸗
Monat gerechnet, vier hundert Gulden für fei- ten und fonft alle andere Nothdurft zu fägli-
ne Tafel, und zu Unterhaltung feiner Officier, — Sachen auszurichten; davon der Haupt⸗
Diener, Canzley und andere, haben; doc) auf mann alle Jahr auf St. Sohannis des Taͤu⸗
ferhalb der Trabanten, Leib⸗ und Wundärzte, fers Tag den Ständender Dreyzehen Stimmen
welche Perfonen durch alle Einigungsverwand- [Rechnung tfun, und was übrig ift, zu ferne
ten über das verfoldee werden füllen. ver Nothdurft behalten : würde aber daran
42. So foll einem jeden Kriegsrath alle Mo: Imangeln, fo follen wir, die Stände, durd)
nat, fo viel Tage, wie obfteher, gerechnet, ven Hauptmann, fo der Zeit iſt, und Kriegs»
Bundere Sloren auf feine Tafel und alle feine raͤthe, zufammen gefordert, und darum um
Diener, ausgefiheiden die Reiſigen, fo (mie weitere Erlegung gehandelt werden ; immaffen .
nachftehet,) gemuftert, gereicht und gegeben wer: wie vorftehet, in den Artikeln von weiterer Ana
den, und darüber dem Hauptmann, oder dem |lag zur Hülf fagende.
Lieutenant, aud) den Kriegsraͤthen, ihre Reiſi. 45. Es foll aud) von foldhen fieben tauſend
gen, fo in der Mufterung angenommen, wie Guͤlden, und was diefelbigen verbeflert feyn, _
andere Reiſige beftelle, aud) von den Bereini- ver Hauptmann, mit Rath und Wilfen der ges
gungsftänden zugleic) verforget werden. Aber ordneten 12. Rriegsräte, um mehr Unter
vor Anfang des Krieges ſoll fie ein jeder, der |hauptleute über Reuter und Knechte, wie vor-
fie veroröner Bat, auf feine Koften unterhal- |gemeldt, handeln; und fo fie ſich um ziemlich
sen. | Er Wartgeld beftellen laſſen wollen, nad) Gele⸗
43. Wir Haben auch fonften eine Summa |genheit der Zeit, Perfonen und Sachen, zu
Geld, nemlich fieben taufend Gülden, und zu beſchlieſſen haben. So aber diefelbigen Unter⸗
denfelben fieben taufend Gülden fo viel, und |hauptleut nad) Gelegenheit der Zeit, Perfonen —
noch mehr als unfer jedem der Fürften,iund Sachen, übermäßig Wartgeld fordern
Stände und Städte, die wir jeßt neu in die |und haben wollten: foll der Hauptmann folches
Berfaffung Eommen, nemlicyen uns Herzog an die Einigungsverwandten gelangen laffen,
Barnim und Herzog Ppilipp zu Pommern ‚und nad) ihrem ‘Befehl ferner darinn Bandeln,
und uns Der Stadt Augſpurg, Frankfurth, 46. Wir, die Hauptleute, vorgemeldet,
Kempten; und Minden nach dem gröften An. wollen auch diefe unfere Bervilligung und Ans
ſchlag zu dieſen fieben taufend Gülden zuzulegen |nefmung der Hauptmannſchaft nicht länger
gebührt, jufammen gelegt, und darmit und fo denn auf 2. Jahr berilliget und angenommen
viel Höher die fieben tauſend Gülden gemehret haben; welche unfere Bervilligung auf Thomz
‚und gebeſſert. Uns aber, Herzog Ulrichen zu im 75. Jahre, laut des Schmalfaldifchen Ab.
Wuͤrtemberg, und den beyden Städten Ham- ſchieds, ee ſich Thomæ im 37. ar
Yo | 2 Jahr
246 Cap. ız. Dom Schmalk. Bundundden Unterhandlungen Se.und Eng.
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De
fer ein. Jahr, und, wie vorftehet, einer um | andern. Beyftand und Hülfe, ſolches zu thun
‚den andern ein halb Jahr, Hauptmann feyn bedaͤchte; es wäre Denn Sach, daß ſich jemand
follen und wollen; und zu Yusgang der zweyer |unterftehen würde, einen oder mehr aus ung
ſooll es in unferer, und der anderen unfer Eini- oder den Unfern , ungeivarnet und unverfehen,
a
thut, einigen Seldzug, Krieg oder Belage-
gungsverwandten Willen und Gefallen feyn. vorangezeigter Fälle halben, darvon unfer
Den Hauptleuten foll auch befohlen ſeyn, ſo Cheiſtlich Verſtaͤndniß melde, anzugreifen
viel immer moͤglich nach, folchen Reutern und und zu beſchaͤdigen: gegen Denen oder Diefelben
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247
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Jahr wiederum enden wird; alſo daß jeder un⸗ mehr auf feinen Abentheuer, ohne unferen der
chen wegen etwas befchmwerliches oder nothwen⸗
- Diges begegnen würde; das foll zu jeder Zeit
„gen; und was alfo diefelben Kriegsrärhe der
Fußknechten zu trachten, die den Einigungs-
verwandten nichts verwandt feyn. |
47. Zum fünften, und zu mehrerer Für-
fihhtigfeit, wollen wir, die Stände, und ein
jeglicher für ſich felbften, auch wie wir am füg-
ichſten und bequemlichiten zu thun wiſſen, gu-
te Rundfchaft haben und machen, und was
ein jebwederer Stand (das den Einigungs-
verwandten von den Widerfachern zum Nach:
theil practiciren, vorgenommen werden wollt, )
- erfundiget, daß diefelben Stände dem Haupt:
mann, darbey zu. derfelben Zeit die Verwal⸗
tung des halben Jahres ſtehet, auch je ein
Stand. dem andern, ohne Berzug zu willen
thun; wie dann von Hauptleuten fetoft Amts
Balben gute Kundfchaft, in und aufferhalb des
Meichs, beftellet werde.
48. Zum fechften, haben wir ung Infonder-
heit mit einander vereiniget und vertragen, daß
umſer Feiner für ſich felbft von Sadyen wegen,
Davon unfere Chriftliche Verſtaͤndniß Meldung
rung. vornehmen, oder etivas handeln ſollen,
Daraus nachmals vermuthlich Kriegsübung
moͤchten erfolgen; fondern wo unfer einem oder
mehr, von der Chriſtlichen Bereinigungsfa-
an diejenigen, die hiervon namhaftig angezei.
get, als Hauptmann und Kriegsräthe, gelan-
mehrer Theil, oder fo fie gleiche Stimmen
Härten ‚durd) des regierenden Hauptmanns Zu- |
allen für bequemlich und nuͤtzlich in obange-
geigter Sachen anfehen ‚befchlieffen und verord: |den das zu vorfommen, damit diejenigen, fo .
nen, dem foll von uns ohne Weigerung gelebt
und nachgegangen, aud) darüber, vorangezeig:
genwehr unbenommen feyn, und gleichwol
nichts Deftomeniger die Sachen an unfern res
bracht werden , darinn nad) Rath und Beden⸗
fen feiner zugeordneten Keiegsräche, wie ob⸗
ftehet und fic) gebüßree, der Nothdurft nad)
zu handeln fol verpfliche feyn- >
49, Zum fiebenten, nachdem unfer Chrifte
lid) Berftändnig und die Berfaffung allein zur
Gegenwehr und Abwendung vorkabenden Ges
walts aufgerichtet, und aber die Angriffe mit
der Zeit fich ungleic) zufragen möghten: fo ha⸗
feyn wird, uud verordnefen Kriegsraͤthe Macht
und Gewalt geſtellet, ſolche Hülf der zehen tau—
fend Rechte zu Fuß und zwey faufend zu Roß
die Morkdurft erfordert, Die zwey Monate in
einen zu ſchlagen, aus den ſechs Monaten
drey zu machen, und alſo nach Gelegenheit vor⸗
ſtehender Noth und Angrifs, die bewilligte
Huͤlfe bis auf vier tauſend zu Roß und zwan⸗
zig tauſend zu Fuß zu erhoͤhen. ——
mann und die Kriegsraͤthe von Stund an, neben
Erforderung und Aufnehmung des Kriegsvolks
zur Huͤlf, uns auf einen ſonderlichen friedlichen
gelegenen Platz beſcheiden, dazu berathſchlagen
und zu beſchlieſſen, ob und wo es die Nothdurft
und nachdem die Chriſtliche Einigung und Ver⸗
faſſung zur Gegenwehr, und nicht anders, ge⸗
meynet, denn aus Verleihung goͤttlicher Gna⸗
in der Einigung begriffen, wider GOttes
Wort auch Recht und Billigkeit nicht beſchwert
ter Sachen halben, nichts vorgenommen oder |möchten werden: ſoll dem regierenden Haupt⸗
angefangen werben , obgleich unfer einer oder mann und feinen zugeordneten —
ſoll unfer jedem eine bedraͤngte Noth⸗ und Ge⸗
gierenden Hauptmann zum foͤrderlichſten ge⸗
ben wir in des Hauptsmanns, ſo zu der Zeit
50. Zum achten, ſollen der regierende Haupt⸗
erfordern wuͤrde, weitere Huͤlfe vorzunehmen;
0
RN.
gar oder zum Theil zu gebrauchen, und fe
Von dem erneuerten Schmalkaldifchen Hund. 249
fe enın, Wo die gewilfe Kundfchaften und und Rettung zu chun. Damit aber gleichwol
Erfahrungen des Wivertheils Practifen und niemand verfaumt werde: fo follen der regierens
Anfchläg oder andere Zufälle, durd) ine, den de Hauptmann mit famt den Kriegsraͤthen un.
Haußptmann oder Kriegsraͤthe, nicht dergeftalt verzögerlicy und zum foͤrderlichſten uns, die
erwogen, daß die Hülfe nod) zur Zeit vonnoͤ | Stände, zufammen befchreiben, zu ratbfchlagen
‚then ſey: fo foll derfelbe Hauptmann ſolches und zu befchlieffen, wie vorfteher. 4
‚zum eilendeften an uns, Desgleichen aud) an) 53. Zum zehnten, weil alle Fälle, wie ſie
den andern Hauptmann gelangen laflen, aud) ſich Fünftiglic) nad) GOttes Willen zutragen,
‚einen Tag zu gelegener Malftatt benennen, dißmal nicht koͤnnen verfehen werden: fo foll
da wir perfönlic), oder durd) unfers jeden vol-\unfer Grund, Anfang und Beſchluß dieſer
fe Gewalt, bey vem Hauptmann und Kriegs: Verſtaͤndniß endlich darauf ruhen, daß vor al-
raͤthen erfcheinen follen, und neben-ißnen be len Dingen GOttes Ehr und fein heiliges
rathſchlagen, wie die vorftehende Befchwerung | Wort angefehen, und derowegen ein jeglicyer
zum Srieden, durch Handlung oder andere füg- |dem andern, und wir alle insgemein einander
liche Wege, mit dem wenigften Nachtheil und mit rechten Herzen und Treuen diefer Sachen
Schaden vorkommen und abgewendet werden|halben zufegen, auch nichts hierinnen anfehen
möge Ban ‚ . [follen noch wollen; wie wir vor GOtt zu thun
51. Dod) ob jemand zuvor in diefem Kriege|fchuldig feyn, und wie es ein jeglichergernvon
merklich beſchaͤdiget wäre, daß dem das feine|dem andern hätte, oder Baben wollte,
durch unfere Widerfacher wieder zugeſtellet, 54. Wo und wie das Geſchuͤtz zur Huͤlf,
“oder fonften, wo es vertan, erſtattet werde ;/famt feiner Munition, zum bequemlichften zu
wo aber Fried und die Erftartung nicht zu er-jerlangen und zu erhalten feyn will, fol jevers
langen feyn wolle, die doch, wo Die Sachen es zeit bey des regierenden Hauptmanns und
leiden wollen , durd) uns alwege geſucht, daß |Kriegsrärhe Bedenken ftehen, und das in ih—
dann die Gegenmehr, wie die Nothöurfterfor- ver Kriegsordnung zuvor berathfehlagen und
dert, im Namen des HEren mit Herzen und |verorönen, Doc) daß in ſolchem und andern
‚allen Treuen gethan werde. allewegen die Gleichheit gehalten, damit Fein
52. Zum,neunten, wuͤrde ſich zufragen , | Stand nach feiner Gelegenheit weiter, denn der
daß unfere Widerwärtige uns Einigungsver- andre beſchwert, und den Unfoften, fo auf fol-
wandten an vielen Orten angreifen würden ‚Ihe Munition und Gefchüß gehen wird, nad)
wie fie dann leichtlich und ohne Zweifel im Anzahl der Anlag der Hülf-gerechnet und be
Sinn zu thun haben, der Meynung, Daß ein zahlet werden. |
jeder Einigungsvermandter, oder der mehrere] 55. Zum eilften, ob vorfiele, daß unferer
Theil, mit ihm felbit viel zu ſchaffen Haben fell, Einigungsverwandten einer, oder mehr, ineines
Daß einer dem andern nicht koͤnnte zu Huͤlfe oder des andern Schloffe,. Städte, Landen
kommen, daraus denn gänzliche Zertrennung , |oder Gebieten, Deffnung bedürfen würde, daß
und daß die Widerfacher ihren Willen fchaffen, dem oder demfelbigen Einigungsverwandten,
unferer Chriſtlicher Stände Sand gar oder zum weß Standes der oder die feyn würden oder
theil einnehmen, das Wort GDttes ausfreiben, waͤren, mit ihrem Kriegsvolf, Haabe und Gü«
und das Pabfttfum wiederum aufrichten , fol- |tern, in des oder der andern fand, Fürften-
gen möchte ; welchem der allmaͤchtige GOtt thuͤmern, Herrfchaften und Gebiet, Schloß,
gnaͤdiglich vorkommen molle: fo fol zu des Staͤdt oder andern Flecken, fo lang diefe Ei-
regierenden Hauptmanns und Kriegsräthe, zur nigung waͤhret, Deffnung geftaftet und gege=
Huͤlfe verordnet, fleißigem und getreuem Be: |ben werden folle : doc) foll folhes nicht anders
denken und (wie gemeldt,) Befchlieffen flehen, [oder ferner verftanden werden, denn in Sa⸗
an welchem Ort fie fürdas noͤthigſte und feucht» chen, das göftliche Wort und was demfelben
barlichfte anfehen, mit dev Huͤlfe zuzuſetzen anhangig, — nicht in andern Sachen U
Kr. ab -
*
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17 Do
® 20 ‚Cap
alſo
gebrauchen, von dem oder von den Ih⸗
een, ſo dies nung geſtatten und geben, freund-
lich und gutwillig gehalten, vertheidiget und
gehandhabt werden, als treffe es ihr jeden felb-
ften an. Hierwiederum fellen ſich auch dieje⸗
nigen, fo die Deffnun,, fuchen, derfelben auf
ihre eigene Koften und Schaden gebrauchen,
ſich auch am felben Dre, in Belagerung und
foniten, alfo Kalten, als derfelben Deffnung
Herrfchaften eigen Kriegsvolk, und das Drt
helfen bewahren, fchügen, ſchirmen, nichts we-
niger dann ob es dem, oder denen, Die Deff-
nung fuchen und gebrauchen, ſelbſt zuſtuͤnde.
56. Db eg ſich begäbe, daß in dieſer Eini-
ung einige Irrung zwiſchen uns allerfeits und
en —— Dienern oder Kriegsleu⸗
ten einfallen wuͤrde; es waͤre um Darlegung
Huͤlf, Koſten, Schaden, Gewinn, Verluſt,
Zwieſpaltigkeit der Perſonen im Felde, oder in
der Herberge, vor, in oder nach den Zuͤgen,
oder von was Sachen das zukaͤme: das follal-
les zu des Haupfmanns und der zwölf Kriegs»
raͤthe Erkenntniß ftehen; und was die oder der
mehrere Theil aus ihnen, oder, fo fie an Stim-
men gleich, Durch des oberften Hauptmanns
Zufall erfennen, dabey foll es endlich bleiben,
und dem ein jeder zu geleben bey feinen Pflichten
ſchuldig feyn. Solchermaffen follen auch alle
- Diener und Kriegsieute beftellet werden.
57. Item, es foll auch aller Gewinn nach
Anzahl der Anlag und Hülfe ausgetheilet wer:
den. Und ob fichs begäbe, daß unfer einer
fein Sand und Veſte räumen müßte, um ge:
meiner Noth Sachen, um Rettung millen, und
darüber etwas von Städten, Veſtungen, lan:
den oder Leuten verlöre, oder Schaden darinn
empfinge: fo folle ohne Wiffen und Willen def- |
felbigen Fein Sriede gemacht werden, es werden
denn zuvor demſelben Befchädigten feine ver:
forne Güter wiederum zugeftellet und fein em-
pfangener Schade erftattet. Desgleichen ob
jemand von Herrfchaften diefer Einigungsver⸗
wandten gefangen oder niedergelegt würde,
foll es dermaſſen auch gehalten werden.
n Schmalkald. Bund und den Jandlungen Sr, und Eng. |
Halb der Chriſtlichen Vereinigung gezogen und
gemeynt feyn. Es follen aud) diejenigen, fü
die Deffnung zu ihrer Nothdurft fuchen
*
Gegenwehr das Verderben und Gedeyen der
Einigungsverwandten, naͤchſt GOtt, auf den
zweyen Hauptleuten zu der Huͤlfe, ſamt ihren
zugeordneten Kriegsraͤthen, ſtehet: ſoll ihnen die⸗
fe Bereinigung und Verfaſſung mit hoͤchſtem
Fleiß befohlen und eingebunden werden, mie
dann auch Die Hauptleute bey Fuͤrſtl. Treuen
‚58. Nachdem aber in diefer Berfaffung zur
und Zufagung, die Sieufenant und Kriegsraͤthe
mit Eyden und Pflichten dermaſſen eingenom=
men und verfaßt, als ſolches in einem folchen
gegen Werf die Hohe Nothdurft erfors
dern will. Ss
59. Es ſoll aber gleichwol dieſe Berfaffung
ff- | md abgeredte, auch befchloffene Artikel zur Ge-
genmwehr der Chriftlichen Einigung und Ber-
ftändniß, fo wir hie zuvor mit einander aufge-
richtet und vollzogen, feinen Abbruh, Ver—
Anderung oder einige Hinderung machen oder,
zufügen; fondern diefelbe foll in allen Buncten
und Artikeln beftändig und unverrückt feyn und
bleiben. —
60. Es foll auch ein jeder Churfuͤrſt, Fuͤrſt,
Grafund Stand, was ihmediefe Vereinigung
und Verfaſſung aufgeleget, und fonften mike
bringe, treulic) vollziehen; und doc) aber kei—
ner fire den andern deshalben in einige Wege
verhaft oder verbunden feyn, Alles treulich
und ungefährlich, RR
61. Wir haben uns deß auch mit einander
vereinigt, Daß Diefe Benennung der Chur-und
Fürften, Grafen, Städf und Ständen, ob
\
jemand meiter unter uns fich bedünfen ließ,
daß iäme feine rechte Stätte nicht gegeben waͤ⸗
ve, feinem an feinem alten Stand oder Her-
fommen, wie einer gegen dem andern billig bes
nennf werden follte, Abbruch oder DVerringe:
rung gebären foll, Ohn Gefährde, :
62. Zu Urkund mit unfer aller und jedes Ab⸗
gefandten, Churfürften, Sürften, Grafenund
Städte, für uns, unfere Erben und Nachkom—
men, hieran gehängten Inſiegeln befiegelt, Ge-
ben am Tage Michaelis, nad) Chrifti unfers
HErrn Geburt, funfzehenfundert und im ſechs
und dreyßigſten Jahre.
63. Wir haben uns diß hieran ſaͤmtlich und
ſonderlich beredt und verwilliget, ob a 4
F uͤrſt,
——
22 1, Abſchnitt. Don dem erneuerten Schmalkaldifehen Bund. 2353
Fuͤrſt, Graf> Herr, Stadt oder Stand, in) Mümpelgartz; Herrn Barnim und Ppilipfen,
; —7 , ſolch unſere Ver⸗ Gevettern, Herzoge zu Stettin, Pommern, der
faſſung nicht ſiegeln würde, aus was Urfachen | Caſſuben und Wenden, Fuͤrſten zu Rügen,
oder Verhinderung fich das zutrüge, daß den: | Grafen zu Gutzkow; Herrn Wolfgang, Herrn
noch nichts deſtoweniger folche Verfaffung ge: | Hanf, Heren Georgen, und Herrn Joachim,
gen den andern, fo gefiegelt haben, ohne allen | Sevettern und Gebrüdern, Fürften zu Anhalt,
Auszug Fräftig und bündig bleiben, und fich| Grafen zu Afcanien und Heren zu Bärenburg,
darauf Feiner behelfen follund will. Ohn Ge- | unfre freundliche liebe Bertern, Schwäger und
fährde, Oheimen: Und der wohlgebornen, ehrfamen
——— Johann Friedrich, Ehurfürft | und weiſen, unſrer lieben, getreuen und beſondern
1 APPLE Gebharden und Albrechten, Gebrüdern, Gras
Phitipp , Sandgraf zu SHeffen | fen zu Manngfeld 2c. auch der Meifter, Bürz
} 20, Pp-fe germeifter, Rathmann und verordneten Raͤthe
ir Jacob Sturn,alter Staͤdtmei⸗ | und Gemeinheit der nac) benannten oberländi-
| fter zu Straßburg. ſchen Sächjfifchen und Seeftädte, als Straß-
burg, Frankfurth, Eoftanz, Eßlingen, Reut—
lingen, Memmingen, Kempten, Lindau, Bis
berach, Ißni, Bremen, Goßlar, Hannover,
Göttingen, Eimbeck, Hamburg und Minden:
als ihrer Kebden und ihrer Einnungsveriwand-
fen wegen, und als die wir durd) des allmäch-
tigen GOttes Gnade, Vorſehung und Schi⸗
fung, zu feines heilmärtigen, reinen und als
fein feligmachenden Wortes Erfenntniß kom⸗
men, und daflelbe, auch ihrer Liebden, und ihre
Religion angenommen; darummir auch feiner
Allmaͤchtigkeit billig dankbar feyn follen und:
wollen: auf unfer freundliches und gnädiges-
Bitten, Anfuchen und Begehren in ihrer Lieb⸗
den Ehriftlöbliche und unvorweisliche Verſtaͤnd⸗
niß an= und eingenommen, laut gedachtes Chur⸗
fürften zu Sachfen, $andgrafen zu Heffen, und.
derer von Ulm, Braunfchweig, Augſpurg und
Magdeburg, uns derowegen unter ihrer $ieb=
den und ihren Innſiegeln verfertigen und zus
geftellten Einnehmungsbrief, und folcher Ver:
ſtaͤndniß Innhalt iſt, wie von Worten zu Wor⸗
ten hernach befchrieben ftehet: Don GOttes
Gnaden Wir Johann Friedrich ıc.
Als bekennen wir oͤffentlich mit dieſem unſerm
Brief gegen maͤnniglichen, gereden und ver—
ſprechen auch bey unſern Fuͤrſtl. Wuͤrden und
Glauben, daß wir obberuͤhrter Chriſtlicher
Verſtaͤndniß, die allein zur Rettung und Ge-
genmehr vor Gewalt gemeynt, die waͤhrende
Jahr und Zeit uͤber in allen Stuͤcken, Puncten
und Artikeln, mit Zuſetzung Leibes und
ſo
Jacob Börg, Buͤrgermeiſter
: zu Magdeburg.
Börg Befferer, alter Bürger-
meifter zu Ulm.
Martinus Michaelis, Secret.
Bremenfis.
| 1265.
Aevers Herzog Heinrichs und Moritzens
zu Sachen, Vater und Sohns, wegen ihrer
Einnehmung in den Schmalkaldiſchen erneuer⸗
ten Bund. Freyberg Sonnabends nach
Viſitationis Maris 1537.
Son GOttes Gnaden, Wir Heinrich und
8 Moritz, Vater und Sohn, Herzoge zu
Sachſen, Landgrafen in Thuͤringen. Nachdem
die hochgebornen Fuͤrſten, Herr Johann Fried⸗
rich, Herzog zu Sachſen, des heil. Römifchen
Reichs Erzmarfihall und Ehurfürft, Landgraf
in Thüringen und Marggraf zu Meiffen; Herr
Philipp, Landgraf zu Helfen, Graf zu Catzen⸗
elnbogen, zu Dietz, Ziegenhayn und Nidda ıc.
unfte freundliche liebe Bettern, Schwager und
Gevatter: Und die Ehrfamen und Weifen,
unfere liebe Befondre, Bürgermeifter, Rath:
manne und Snnungsmeifter der Städte Ulm,
Auafpurg, Magdeburg und DBraunfchweig,
für fich ſelbſt: And der auch hochgebornen Zür-
ften, Herrn Philipſen, Herrn Ernften und
Herrn Sranzen, Gebrüdere und Herzoge zu
Braunſchweig und Luͤneburg; Heren Ulrichen,
Herzogen zu Würtemberg und Teck, Graf zu
fiel uns und unfre Erben diefelbe binden und ſchen Reichs Erzmarfchall und Cpurfücft, and,
verpflichten thut, getreulich und vefliglich zu ge= graf in Thüringen, Marggraf zu Meiffen, unt
Fu
254 Cap. ı7. Dom Schmallald, Bund und den Sandlangen Sc-und Eng, ai
i, an de u u a Ze
x r
leben und nachzukommen, und darwider nicht Burggraf zu Magdeburg, für uns und von |
zu feyn noch) zu thun, oder fihaffen gethan zu —
werden, durch uns ſelbſt, oder jemand andern, hann Ernſten, auch Herzogs zu Sachſen ꝛc.
Feinesmweges, wie folches möge erdacht werden.
So ung auch in gemeldter Zeit, nad) dem
. Willen GDttes, von unferm “Bruder und
Mitbelehnten deſſelben Fuͤrſtenthum und Lan—
de anſtuͤrben: ſo ſollen und wollen wir uns und
unſer lieber Sohn alsdann in obgenannte von
unferm Vettern, Schwager, Oheim, Ge—
treuen und Beſondern aufgerichtete Verfaſſung
zu der Gegenwehr auch einlaſſen, und uns gleich
andern, nach vermoͤge der angefallnen und zu-
ftändigen ande, anlegen laffen, auch demfel-
ben gefreulich nachkommen; alles ehrbarlich,
treulich und ungefaͤhrlich.
Deß zu veſten und wahren Urkund haben
wir, Herzog Heinrich, unſer Inſiegel fuͤr uns
— lieben Sohn, Herzog Moritz, an
dieſen unfern Brief wiſſentlich anhaͤngen laſſen,
uns auch neben Sr. Liebden mit eigner
unterſchrieben. Der geben iſt zu Freyberg,
Hand
wegen des hochgebornen Fuͤrſten Herrn Jo—
unſers freundlichen Heben Bruders ꝛc. Ernſt
und Franz, Gebruͤdre, Herzogen zu Braun—
ſchweig und Lüneburg ıc. Ulrich, Herzog zu
Wuͤrtemberg und Teck, Graf zu Muͤmpelgar⸗
sen ꝛtc. Philipp, Landgraf zu Heffen, Graf zu Ca⸗
tzenelnbogen, zu Dieß, Ziegenhaͤhn und Nid—
da ꝛc. Bernim und Philipp, Gevettern, Hera
zogen zu Stettin und Pommern, der Caſſuben
und Wenden ıc. Fuͤrſten zu Nügen, Graf zu.
Butzgau ꝛc. Wolfgang, Hans, Georg und
Soachim, Gevettern und Gebruͤdern, Fürften
zu Anhalt, Grafen zu Afcanien, und Herrn zu
‚Bärenburg ic. Gebhard und Albrecht, Ges
brüdern, Grafen und Herren zu Mannsfeld;
Philipp, Graf zu Naſſau und Sarbrücken.
Heinrich, Graf zu Schwarzburg, Herr zu.
Arnftade und Sondershaufen ꝛc. Und Mei:
fter, Bürgermeifter, Rathmanne, Innungs⸗
meiftere und verordnete Raͤthe und Gemeinheit
nach Ehrifti Geburt funfzehn hundert, darnach der benamten Städte, als Strasburg, Aug-
im fieben und dreyßigften Jahr, Sonnabends ſpurg, Frankfurth, Coftanz, Ulm, Eßlingen,
nach) Bifitationis Maris,
Heinrich, Herzog zu Sachſen. Bibrach, Ißni, M
Moritz, Herzog zu Sachſen
2 1266,
Verſtaͤndniß swifchen Rönig Cbriftian
von Daͤnnemark an einem, und dem Ehurfür-
- (ten Job. Sriedrich zu Sachſen und übrigen
SschmalEaldifchen Vereinigten andern Theils,
su Befchiemung des wahren Glaubens, aufge: |
richt zu Braunfchweig Dienftag nach
Judica 1558
5 L
SS GH res Gnaden Wir Chriftian, zu
Reutlingen, Memmingen, Kempten, Sindau,
agdeburg, ‘Bremen,
Goßlar, Hamburg, Braunfchweig, Hannos
ver, Göttingen, Eimbec und Minden, an dem
andern heil; Befennen in diefem Brief öfz -
fentlich für uns und unfre Nachkommen und.
Erben gegen allermänniglih, ° Jr
2. Nachdem der allmachtige GOtt fein heil⸗
fam Wort in unferm Königreiche, Chur- und
Fuͤrſtenthuͤmern, Landen, Graffchaften, Herr—
ſchaften, Staͤdten, Gebieten, und derſelben Zu⸗
gehörigen, zu Heil und Troſt vieler Chriftgläu-
biger Seelen, erfcheinen und verfündigen- laſ⸗
fen: Und fich aber klar am Tag gibt, daß erli-
che viel, von hoben und niedrigen Ständen, ſo
Dännnenarf, Norwegen, Wenden und noch des Däbftlichen Glaubens find, darinnen.
Goͤthen König, Herzog zu Schleßwig, Hol: |merktichen a und N, fragen,
t
flein, Storman, und der Ditmarfen, Graf und ohne Zweifel
zu Oldenburg und Delmenhorft, an einem: |fie das Evangelium
und von deſſelben Gnaden, Wir Johann |figion aus
Friedrich, Herzog zu Sachſen, des Beil, Roͤmi⸗
=
ittel und Wege fuchen, wie
und unfere Chriftliche Nez.
5 unfern Königreichen, Chur- und '
Sürftenehümern, Landen, Städten J Ge⸗
ieten
N * * *
4 256 L. Abſchnitt. Von dem erneuerten Schmalkaldifche: |
bieten bringen, und ihre Meynung in denfelben |fen und Städte, fämtlich, aufder andern Sef«
wieder aufrichten mögen; welches GOtt der ten, einander getreulich und von Herzen ehren,
Allmaͤchtige gnädiglich abwenden wolle: Auch foͤrdern, meynen, und vor Schaden warnen ſol⸗
zur Befoͤrdrung deffelbigen Durch Pabſt Pau⸗ len, und in nachgemeldten Sacıen, unſern hei⸗
- Jum den Dritten ein beruͤhmt Concilium vor⸗ ligen Chriſtlichen Glauben, das Wort GOites und
mals gen Mantua angeſetzet, und jetzt gegen | heilige Religion, und was daran haͤnget oder dar⸗
- Binzeng verruͤcket, auch) die Zeit bis auf den |aus Fommen mag, belangend; oder fo eine an⸗
erſten Tag des Mäpyen erſtreckt worden iſt. dere Sache gegen einem Theil aus ung oder
Daraus dann allerley Widerwärtigfeit, unor⸗ deſſelbigen Gliedern zu einem Schein fürges
dentlich und unchriftliche Declaration, wider | wande würde, und es doch die Meynung haͤt⸗
das Wort GOttes und unfre Chriftliche Neli- |te, daß dahurch das Evangelium, unfreChrifte
gion, auch) allerley thaͤtliche und befchwerliche | liche Religion, und was dem anhängig, aus
Handlungen, wo der allmaͤchtige GOtt diefelben |unfern Königreihen, Chur- und Fuͤrſtenthuͤ⸗
nicht gnaͤdiglich würde abwenden, zu. beforgen | mern, Sanden, Leuten, Städten, und derfels
ſeyn. ſelben Zugehoͤrung, gereutet und niedergeleget
3. Damit dann im ſelben, durch GOttes werden moͤchte, einander getreulich rathen, hel⸗
Huͤlf, Chriſtliche ehrliche Vorſichtigkeit moͤge ge⸗ fen, beyſtaͤndig ſeyn, und darinnen für einen
braucht werden, und wir alleſamt bey unſerm Mann ſtehen ſollen, immaſſen wie hernach folgt,
Heiligen Chriſtlichen Glauben und Religion, | unſere Sachen des Glaubens und Chriſtlichen
und bey der Confeßion, fo zu Augſpurg Kaͤhſerl. Religion, auch die Beſchwerung des vorgenom⸗
Majeſtaͤt in öffentlicher Audienz übergeben; |menen Concilii, ſaͤmtlich undelnträchtig zu vers
Darauf mir vorgenannte Churfürft und Fürften, antworten und zu befchirmen.
Grafen, Städte und Stände, unfere gemel-| 5. Daß auch in ſolchen Suchen des Concilii,
ne Verſtaͤndniß, die wir hievor unter uns mit oder was fonften darum zu handeln, eine Pars
einander aufgerichtet, geftelle Haben, die wir tey ohne die andere endliches und befchließliches
für göttlich, wahrhaft und recht erfennet haben nichts handeln ſoll; fondern was wir deshalb han⸗
und erkennen, auch mit Verleihung göftlicher |deln werden, follen und müffen, das follen und
Huͤlfe dabey bis an unfer Ende beftändiglich zu ‚wollen wir, unſre Erben und Nachkommen,
- ‚verharren bedacht; auch nachfolgends bey un= mit einträchtigem Rath handeln, fehlieffen und
‚fern Königreichen, Chur: und Fuͤrſtenthuͤmern, vornehmen, ohnealle Widerrede und Grfährde.
Landen, Leuten, Städten und Gebieten, zu Doc) daß fich Derandere Theil von folcher Hands
Förderung der Ehre GOttes und feines Keili- lung, gefährlic) oder ohne gute Chriftliche Urn
—
gen Wortes, fo viel deſto baß bleiben, und ſachen, nicht ſondre noch aͤuſſere, oder Chriſt⸗
darvon nicht gedrungen werden mögen: So liche und ehrliche Conditiones nicht weigere.
haben wir uns ſeiner Allmaͤchtigkeit zu Lobe, 6. Und ob ſichs zutruͤge, als wir zu GOtt
zur Förderung feiner Ehre und heiligen Wor- nicht hoffen, daß einige Partey unter uns, oder
tes, auch) zu Handhabung eines einträchfigen |derfelben Glieder, Durch jemand, wer der waͤ⸗
Chriſtlichen Wefens, Lebens und gemeinen Frie⸗ re, hohes oder niedern Standes, niemand aus⸗
dens, zu rechter erlaubter Chriſtlicher Gegen⸗ geſchieden, von Sachen wegen unſrer heiligen
sehr, für uns und unſere Nachkommen, Er⸗ Religion, oder was derſelben anhängig, mit
ben, Erbneßmen, und allermänniglichen,, im Gewalt oder der That überzogen ober beſchwe⸗
Namen des HErrn auf nachbenannte Zeit zu- ret, und demnad) unterftanden würde, fie vom
fanımen gefegt, vereiniger, verbunden und ver-| Worte GOttes, feinem heiligen Evangelio und
‚pflichtet, und hun das in und mit Kraft dieſes unfrer Chriftlichen Religion zu bringen; oder
Briefes. Alſo: — ſo eine andre Sache, gegen einem Theil aus
4. Daß Wir König Chriſtian, auf einer, uns, zu einem Schein fuͤrgewandt wuͤrde, und
‚and Wir, die Ehur= und Fuͤrſten, auch Gra⸗ doc) die Meynung wäre, daß dadurch Das Ev⸗
utheri Schriften 17, Theil. R an ·
—
N
— —
7 Cop. di Dom Schmaltald. Bund und den Handlungen Se. undEng. 29
mas
angelium und unſre Chriſtliche Religion, und | lichen Kriegsleuten zuſtehet und wohl gebuͤhret.
woas der anhaͤngig, aus unſern Koͤnigreichen, Und fo die drey Monate verſchienen und verlau⸗
Ehur- und Fuͤrſtenthuͤmern, Landen, Leuten, | fen ſeyn, und der bekriegte Theil alsdann vera
Städten und derfelben Zugehörungen, gereutet, | felben Knechte weiter bedörfte, fie behalten und
und der Päbftifche Glaube darinn wieder ein« | befolden wollte, alsdann follendie Knechte wein
geführet werden möchte, daraufunfer, der Chur |ter zu dienen fehuldig feyn.
fuͤrſten, Fürften, Grafen und Städte, obge-| 8. Und damit folches alfo defto bequemer ge⸗
meldet, hievor aufgerichtete Chriſtliche Verſtaͤnd, ſchehen möge: fo follen die Knechte darauf und
niß ruhet: Alsdann foll die andre Partey und |dergeftalt angenommen und beitellet werden,
ihre Berwandten, verfelben überzogenen, be» | und wir damitder Hülfe entledige feyn. Und fol-
ſchwerten und angegriffenen Partey, als her⸗ ches follen wir alfo thun und vollſtrecken, auf
nach gemeldet wird, zu Hülfeund Rettung fom: | Anfuchen unfrer freundlichen lieben Oheimen,
men, und im felbigen Theil den andern nicht Heren Johann Friedrichs, Herzogs zu Sachſen,
verlaffen. Erzmarfchallen und Ehurfürften; oder Herrn
7. Und nemlich: So es ſich zutrüge, daß | Philippfen ‚Landgrafens zu Heflen, Orafens zu
wir, die odgemeldten Chur » und Fürften , auch Cagenelnbogen ꝛc. im Namen gemeiner Vers
Grafen und Städte, ſaͤmtlich und ſonderlich, ſtaͤndniß, oder nad, ihrer beyder Tod auf Ans
angezeigter Geftale, von jemand vergewaltigt, | fuchung der gemeinen Hauptleufe der Chriſtli.
überzogen oder mit der That angegriffen wuͤr⸗ chen Berftändniß.
den, welches der allmächtige GOtt vonunggnä-| 9. Hermwiederum In alle maſſen, wie obge⸗
diglich abwenden wolle: fo follen wir, König) meldt, fol es auch von uns, den Chur - und
Ehriftion, unſre Nahfommen und Erben ‚| Fürften, auc) Grafen und Städten, obgenannt,
demfelben Bergemwaltigten, oder angegriffenen| gehalten werden. Dbes gefchäße, daß S. Koͤ⸗
Ständen, oder derofelbigen nachkommenden | niglicye Würde, oder derfelben fand und Seute, in
Erben und deren Bormünden insgemein, ein») obgefihriebner Geſtalt und um obgeſchriebner
mal drey taufend Knechte auf unfere Koften be] Sachen willen, mit der That überzogen, bes
folden, und in denen nädjften fehs Wochen ‚| fehädiger oder angegriffenmwürden, daßalsdann -
ſo wir deß von nachgemeldeten beyden Ehurfür-| wir, die obgenannte Ehur- und Fürften, auch
fen und Fürften, zu Sachſen und Heſſen, oder Grafen und Städte, ſaͤmtlich, feiner Königl.
ihr einem, oder nad) ihrer beyder Tod (den GOtt Würden, oder wo diefelben in denen 9. Jahren
der Allmächtige gnädiglich verhüten wolle, ) von) Todes halber abgehen würden, S. Königliche
den gemeinen Hauptleutender Ehrifklichen Ber-| Würden nachkommenden Erben oder georöne-
ſtaͤndniß ermahnet werden , zufchicken; und fol-| ten Negenten, einmaldrey taufend Knechte auf
len folche Knechte ihrer Liebden und ihnen, oder unfre Koſten befolden, und in den nächften fechs
derfelbigen nachfonımenden Erben und Vor. Wochen, fo wir deß von S. Königl. Würden
münden, drey Monat lang zu dienen fchul-| ermahnet werden , zufchicken föllen und wollen.
Dis, und die Monate alsdann, wann diefelbigen| Und follen foldye Knechte feiner Königl. Wür-
Knechte des Epurfürftens zu Sachfen oder Land⸗ de, ihren nahfommenden Erben, oder geord» .
grafens zu Heffen fand erreichen, esfey bey der| neten Negenten, auch drey Monat lang zu die-
gemeldeten Chur» und Fürften zu Sachfen und) nen ſchuldig feyn, und die Monat zu der Zeit,
Heften eben, vder nad) ihrem Tode, angehen ;| wenn diefelben Knechte S. Königl. Würden zu
und Diefelbigen Knechte ihrer Liebden und ihnen Dännemarf Königreid) oder Erblande errei—
geloben und ſchwoͤren, ihnen freu, Hold, gehor-| chen, angehen. Auch viefelben Knechte Sr,
ſam und gewärtig zu ſeyn, freulich zu dienen ‚| Rönigl. Würde geloben und fehwören, ihrer
Feinen Zug, Sturm, Schlacht, oder was ſich Königl, Würden treu, Hold, gehorfam und ge-
in folchen Händeln gebuͤhret, abzufchlagen ; fon-| wärtig zu feyn, treulich zudienen, EeinenZug,
dern alles dasjenigezu thun, das frommen, ehr · Sturm und Schlacht, oder was ſich —
Haͤn⸗
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260 1,&bfehnitt. Von dem erneuerten Schmalkaldifchen Bund. 6
J
debuͤhret, ausſchlagen; ſondern alles Monat gerechnet werden; und fo er Knechte
dasjenige zu a an RER: ſchickt, nach Anzahl der Knechte und —*
gesleuten zuſtehet und wohl gebuͤhret. Und fo Rechnung, Abzug an feiner Huͤlfe geſchehen.
die drey Monate, die wir fie beſolden follen, | 13. Will aber der geforderte Theil eitel Geld
verfehlenen und verlaufen find, und S. Kön.| geben, das follaud) in feinem Willen ftehen, und
W. derfelben Knechte alsdann weiter bedürfte, |er alsdann vor die drey taufend Knechte vier.
- fie behalten und felbft befolden wollte: alsdann | zig faufend Gulden, ein und zwanzig Schne⸗
follen die Knechte weiter zu dienen fchuldig feyn. | berger, ſechs und zwanzig Albus oder funfzes
10. Und damit folches alfo defto bequemer ge- |Baßen für einen Gülden gerechnet, im der
ſchehen möge: fo follen die Rechte darauf und Zeit der ſechs Wochen, nad) Erforderung gen
dergefkalt angenommen und beftellet werden, und Hamburg gemißlic) ficken, und dafelbft den
damit wir der Hülfe erlediger feyn. Und joll | begehrten Theil bezapfen, ohne allen Yufenhale
©. Kön. W. in dem Fall die Hilfe bey uns, und Gefaͤhrde. Doc) alfo, daß die Bezahtung
obgemeldtem Herzog Johann Friedrichen, Chur- mit Goldgülden oder Güldengrofchen gefchehe,
fürften, und fandgraf Ppilipfen, oder nach un- ‚und je ein Goldgülden für. ſechs und zwanzig,
fer beyder Abjterben bey denen Hauptleuten der ‚und ein Güldengrofchen für fünf und zwanzig
Berftändniß, fuchen. Doch alfo, diewell ig. | Schneberger gegeben und bezahlee werden ;und
ver Siebden einer im $eben ift, fo follen und wol. ſoll der geforderte Theil dem, fo die Hülfe be:
fen wir folche Huͤlfe nirgends anders, dann von gehret, förderlich feine Knechte zufommen und
ihrer Uebden einem, welcher den andern über: Izuverfertigen.
Iebet, zu fordern haben, der uns dannaud) ſol | 14. Und foll diefe Einnung die nächften neun
che Hülfe verfchaffen foll. Jahr lang ganz auswähren, und von dem Sonn
. 2m Ob aud) die geforderte Partey ſich lieſſe tag Invocavit, von Dato diefes Briefs, nächft
beduͤnken, daß die Rechte ſchwer zu überfom- |verfchienen, zu rechnen. Es wäre dann, daß
men wären, und lieber Reuter fchicfen oder felbige mit unfer aller Willen und Willen län.
Geld geben wollten, oder etliche Reuter, etli= ger erftrecft würde.
che Knechte, etliche Geld fchicfen und geben | 15. Alle und jede obgemeldte Puncte und Ar⸗
wollte, daß foldyes alles in feinem Willen fteßen tikel gereden und gefoben wir ‚ obgemeldt, Kö.
fol. Doch daß die Anzahl ver drey faufend Inig Epriftian, aud) die Chur. und Fürften,
Knechte oder vierzig tauſend Gülden, wie her- desgleichen die Grafen und Städte, in viefer
nad) gemeldet wird, voll geſchehe. So follte |Einnung obgedachter Maffen begriffen: bey un.
ihm je auf dritthalb Hundert gerüfteter Pferde, | fern Königlichen, auch Chur. und Fürftlichen
die drey Monat lang, zehen faufend Gulden, | Würden, auch Gräflichen Ehren und guten
nach gemeldter Währung, und fo fortan nad) | Ölauben und wahren Worten, fter und veſt zu
der Anzahl, fo viel Pferde der geforderte Theil halten, zu vollziehen und zu voliſtrecken, ohne
- würde ſchicken, gerechnet und abgezogen werden. alle Gefaͤhrde. —
‚Nemlicy, fo er würde ſchicken fuͤnfhundert ge· 16. Deſſen zu Urkund ſeynd dieſer Verſtaͤnd⸗
ruͤſteter Pferde, fo gehen ihm zwanzig taufend |nißbriefe fuͤnfe, eines Lauts, aufgerichtet, vor,
Gülden ab; fchickt er achthalb Hundert Pferde, fertiget, und mit unferm, König Chriftians,
fo gehen ihm dreyßig tauſend Gülden ab; ſchickt anhangenden Gigill, für uns und unfre Rach
ee ein tauſend gerüfteter Pferde, fo gehen ihm |Fonmmen und Erben; und dann mic uns
die vierzig tauſend ab. Und darauf fo foll der |ferm, obgemeldten Johann Friedric;s, Her⸗⸗
Geforderte ſolche Reuter ſchicken und halten, zogs zu Sachſen und Churfürften; Ernften,
auf feine Koften und Schaden. & Herzog zu Braunfchweig und üneburg:c, Phi.
12. ©o follen allwege ein taufend Knechte |lipfen, Sandgrafen zu Heffen, Grafen zu Ca⸗
auf Drenzehen tauſend, drey hundert, drey und tzenelnbogen ıc. Albrecht, Graf und Herrn zu
dreyßig Gulden, fieben Schneberger, die drey a ꝛc. und Buͤrgermelſter und Raͤthe
derer
— Cap. 17. Vom Schmalkald, Bund und den Handlungen Sr. und Eng.
derer Städte Braunfchweig und Hamburg,
BE
Geſchehen und gegeben zu Braunſchweig am»
anfangenden Sigillen, füruns ſelbſt, auch un- | Dienftag nach dem Sonntag Zudica,und Cprie
fer aller obgenannten Fürften, Grafen, Städ-
te und Stände wegen. Weldyer Siegelung wir
- andere Fürften, Örafen, Städte und Staͤn—
- de, von ihren Siebden, Chur. und Fürftl. Gn.
und ihnen, füruns und unfere Erben und Nach⸗
fommen, auf unſre Bitte, hieran getfan, mit
‚gebrauchen, wiſſentlich befiegele, und derfelben
Briefe einen uns, König Chriftian, und die
andern vier uns, bemeldten Churfürften und
SEN, le und Städten ſaͤmtlich zugeftellt
worden⸗
ſti unſers HErrn Geburt im 1538. Jahr.
Chriſtian. |
JZohann Sriedrich, Churs
7 uͤrſt m. p. fl.
Er nft. m. pr Ar
Landgraf zu Hefr
en ;
IIL. px
Des
fiebzehenten Eapitels zweyter Abfchnitt.
Don den Handlungen des Königs in Engehand mit den vrotefli-
| venden Ständen,
1267.
- Philipp Melanchthons Schreiben an
berüßren. Was fann ih nach meinem gerin⸗
gen Witz und Vermoͤgen thun, dadurch gegen
König Heinrich den VIN. in Engelland, Dar: eure Koͤnigl. Majeftät ich meinen Eifer dar⸗
innen er fich ihme bekannt macht, darneben
ibn zur Reformation an= und von der Verfol:
. gung abmabnet. d. d. Wittenberg den
13. Mart. 1535,
Aus dem Rateinifchen überfegt von M. Aug. Titel.
Is !
nr [ferdurchleuchtigfter König und gnaͤ
digſter Herr! Ob ich zwar viele
wichtige Lirfachen hatte an eure Ko:
&Y/ nigl. Maj. zu ſchreiben, und mir
die gute Meynung aller Gelehrten
von eurer
hätte doc) aus Bloͤdigkeit Bedenfen getragen,
es zu thun, wenn mic nicht Here D. Antonius,
. mein guter Freund, Dazu ermuntert hätte, wel—
cher mid), der jwar vorhin dero Heldentugen:
Den wohl erfannt , dennoch durch Erzehlung von
dero $ob dergeſtalt entzuͤndet hat, daß ic) gehof:
fet, es würde eure Koͤn. Maj. nad) dero für-
treff ichen Weishelt und Gnade, mein Schrei.
ben beftens aufnehmen, ſonderlich wenn ich nicht
nur darinnen von meiner Ehrerbietung, fondern
auch etiwas vom gemeinen Beften ſchriebe.
2 Bon mir zwar will ich gar ein weniges vorgebracht Bat, daß wir Darunter viele zaͤh⸗
—
Guͤte und Gnade bekannt war: ſo
legen möchte? Ich bin aber allezeit der Mey⸗
nung geweſen, daß weil nichts angenehmer, be⸗
liebter und goͤttlicher ſey, als ein frommer und
heilſamer Fuͤrſt: fo muͤſſe Ihro Koͤnigl. Ma-
jeſtaͤt billig von allen rechtſchaffenen Leuten,
wegen ihrer fuͤrtrefflichen Beſcheidenheit in ſo ho⸗
her Macht, und wegen ihrer Gerechtigkeit gen
lieber werden. Es wäre auch unfer Stand,
und alle Gelehrte, eurer Könige. Majeftät grofa
fen Danf fchuldig, daß eure Majeftar in Wien
deraufrichtung und Beförderung guter Wie -
fenfchaften mehr als alle Könige und Fürften
unferer Zeit gethan, Darinnen dero Gfückfe«
ligfeit und Weisheit idy zu bewundern pflege,
Denn da eure Königl. Majeftät dafür gehale
ten hat, daß die Sorge für Öelehrfamfeiteinem
groſſen Sürften befonders wohl anftehe: fo hat
fie freylich gefeßen, daß fie eine groffe Zierde
des gemeinen Wefens ſey, und daß das Stus
dieren überaus viel begtrage, das menfchliche
Gefchlecht in guter Eintracht zu Balten und in
der Religion einmüthig gefinnet zu feyn. Und
ift das ein groß Glück gewefen, daß euer En.
geland folche herrliche Lichter der Gelehrten Hera
In _
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- ni
tr en 2, WEEZE. F =
N: la —8
* Nr" ,
Handlungen des Könige in Engelland mit den proteſt. Ständen. 205
| mit den höchften Männern ‚fo Europa durch der Gothen Krieg vertilget wor,
ſich jemals durch Lob der Gelehrſamkeit hervor |ven, fie wleder aus dero Inſel in alle Welt
gethan, zu vergleichen find. 19 © auskommen. Hierdurch wird eure Koͤnigl.
3. Und wenn ic) mandymal an eure Königl. Majeftät ſich um die ganze Nachkommenſchaft,
Majeftät gedacht, fo ift mir eingefallen, daß und um die Kirche wohl verdient machen koͤnnen.
jetzo in euerm Brifanien (oder England) fo ei- Ich zweifle auch nicht, es wuͤrden felbft die
ne güldne Zeit fey, als ehemals in Egypten ge Religionsſtreitigkeiten zu mindern feyn, wem
welen, da Ptolemaͤus Philadelphus regieret, eure Königl. Majeſtaͤt dero hohes Anfehen :
welcher zwar an Reichthum alle Könige feiner |brauchte, andre Könige zur Mäßigung (ober
Zeit übertroffen und im Kriege fürtreffliche Thas | Undigkeit) zu lenken, und mit gelebrten Leuten
ten gethan, dennoch aber auch fonderlich dar- wegen der Lehre handeln lieſſe. Denn es iſt
um bey allen Bölfern und Nachkommen be gar befanne, daß einige Mißbraͤuche, die gar
liebe und beruͤhmt geweſen, weil er die freyen nicht zu bemaͤntelen find, in Die Kirche einge⸗
Kuͤnſte ſo werth gehalten und befoͤrdert hat. ſchlichen, und doch die Koͤnige gar nicht ſorgen,
Darum mie ehemals das ganze menſchliche Ge⸗ daß man eine gewiſſe und einfältige Form der
ſchlecht Prolemäo und andern Königen, durch | $ehre hätte, Gemeine (oder öffentliche ) Zwie⸗
welche gute Künfte erhalten worden, fehr viel tracht gibt bisweilen Gelehrten und böfen Ges
zu danken gehabt: So wird es auch eurer Koͤ⸗ legenheit, der Könige Zorn zu reizen. Jedoch
nigl. Majeftät zu danken haben. Das iſt al⸗ haͤtte man dahey verhüten follen, daß nicht in⸗
ler Gelehrten Meynung in Deutfch/and. Weit |deffen zugleich gute und der Kirchen nüßliche
Denn eure Koͤnlgl. Majeftär gegen die Gelehr- | Dingegedämpffer, noch Grauſamkeit gegen bie
ten fo groffe Gewogenheit heget: ſo habe mich) Frommen geübet würde. » Der Poet fagt ſehr
erfüßnet, an E. Koͤnigl. Maj. zu fchreiben, und | wohl, wenn er handelt, wie Bewegung (und
zu zeigen ‚tie ſehr ich wünfche beyeinem fogrof- | Auflauf) des Volks zu flillen: Wenn man
fen König in Gnaden zu ftehen. Ich weiß, denn einen gottfeligen und verdienten
daß eure Königl. Majeftär die $eute nach i- Mann fieber, fo werden fie ſtille und fpis
ver Redlichkeit und Gelehrſamkeit, fchägen ;dar- tzen alle die Ohren: der weiß denn die Ge⸗
um befeßle eurer Königl. Majeſtaͤt ich michals| mücber durch feine Reden zu lenken und ih⸗
einem hohen und faft einigen Patron (oder Be. |re Herzen zubefänftigen. Er will alfo,daß
ſchuͤtzer) Der Gelehrfamfeit, und erbiete mich zu | ein redlicher und wohlverdienter Mann herbey
allen Dienften “und Gefälligkeiten, die ich fomme, wie eure Königl. Majeftätz welche,
nad) meinem wenigen Bermögen zu erzeigen da fie allen Rönigen an Alter, Weisheit, Ge⸗
vermögend bin. Ich habe aber nicht ſowol von lehrſamkeit vorgebet, fo wird. man in diefer Sa⸗
meinen Sachen, als. von der gemeinen Sa: |che auf fie mehr ſehen, als auf irgend jemand
che der Gelehrſamkeit, an eure Königl, Maje-] 5. Diefer Rede aber braucht es bey euer Re
ftät fehreiben wollen, und bitte eure Königliche Majeftät nicht, wie ruͤhmlich es einem Koͤni⸗
Majeftät herzlich, daß fie derfelben gefäßrlichen |ge fey, fich um die ganze Kirche, um das gan«
Zuftand erivegen wolle. ze menfchliche Geſchlecht verdient zu machen:
4 Denn die fudieren, find nicht allein in denn eure Koͤnigl. Majeftät verſtehet, nach ih⸗
‚andern Reichen , fondern auch in Deutſchland, der hohen Einfiche, felbft, daß nicht nur dieſe
wegen der unbilligen Urtheile der $eute, verach. Sorge allen Königen von GD:E befohlen fey,
ef, umd verhaßt, wegen der Streitigkeiten der fondern daß auch) ſolche Wohlchat einen ewi⸗
Religion. Er wird alfo dero Weisheit anfte- gen und wahren Ruhm bey allen Völkern zu⸗
ben, gute Wiſſenſchaften mic deſto mehrerer wege bringen werde, ;
Önade zu erwecken und den vertriebnen Mufen| 6. Darum bitte eure Königl. Majeſtaͤt um
Herberge zu gönnen. Wir wiffen, daß auc) Chriſti willen, dieſen Gedanfen ja woßl zu
ehemals, da die Wiſſenſchaften faft in ganz |faffen, und Bu forgen, daß fie die Staine
5 3 N ä |
= > 7
a6 Cap. Vom Schmalk. Bund und den Sandlungen Sc.und Eng. 27
oder jungen Königs Tochter den Fleckender
Blutſchande anhengen. Laß es feyn, daß
er unrecht gethan, da er des verftorbenen
der Könige zur tindigkeit neige; Damit nicht
Fromme und Boͤſe ohne Unterfchied getoͤdtet
‚werden, und GOttes Ehre zu befördern.
7. Endlich bitte auch, daß eure Königl.
"Bruders Weib geheyrathet, und daß des
Majeftät diß Schreiben, fo aus redlichem Her» Pabſts Difpenfation Coder Befreyungvom
n und gutem Eifer gegangen, in Önaden ver» u : 2.
| ke Be ie dar über geroiffe Artitelmie Beſetz) ungültig gemefen wäre , Darüber
uns freulic) gehandelt, und ich habe ihm mein ich jegt nicht ſtreite: ſo wuͤrde es doch viel ei⸗
Urtheil davon ſchriftlich gegeben. Davon ich ne groͤſſere und ſchwerere Suͤnde ſeyn, fie
hiermit verſichere, daß ich nicht fo an meiner nun, nach der Ehe, zu verſtoſſen, ſonderlich
Meynung hange, daß id) nicht, wenn einige mit einem folchen Namen (oder Bormand,)
fronime und gelehrte Männer etwas daran aus · daß dadurch ſowol der König als Königin
fesen follten, und man darüber ſich weiter zu und Tochter blutſchaͤnderiſch beiffen mußten.
ammen beriethe , ihr Urtheil dem meinigen | e 1
— wollte, Chriftus erhalte eure. Ko— Darum angften, meines *Bedünkens, die
igl. Majeftät geſund, zu vieler Bölfer Keil. | En
/ Sen ——— ———— den ——— aus dieſer Urſachen zur Eheſcheidung treiben.
— a; 3. Wenn er unvecht gethan hat, da erfie
an — ç — — genommen; ſo iſt diefe Suͤnde nun vorbey,
0 Jund muß, wie alle vergangene Sünden,
D. Wart, Luthers Schreiben an Doct.|bereuet und verbeten werden, Aber die Che:
"RE
R
des Koͤnigs Gewiſſen vergeblich, die ihn bloß |
Barnes, worinnen er der Khefcheidung Ad muß man darum nicht jerreiffen, noch eine
nig Heinrichs des Achten in Engelland ec: e
nig 9% ee ſo groffe zufunftige Stunde gefchehen laſſen.
Ins Deutſche überfegt von M. Aug. Tittel.
ie fat feine Meynung von des Königs in Engelland doch darum weder Fu och füllen aefchies.
“la se An Ckehung; I uemio hen wann? 0
Be Ser kolbehen Sruders Semablin., verlief u Das ift die eine Urfache, Die andre,
‘fen Eönne. Er beantwortet. and) einige Einwuͤrfe ſie mag von euch erdichtet oder wahr feyn,
le ift diefe, daß der Koͤnig einen Sohn und
en Srbprin; haben wolle ‚die Königin aber bloß
Su und Friede im HEren. Hier habt | Princefinnen geboren habe ec. Aber mer ſiehet
) ihr endlich, mein Anton, weil ihe mie nicht, Daß dieſe noch, weniger. gelte? Wer
fo ſehr angelegen und darauf beſtanden, kann den Koͤnig verſichern daß dieſe nicht
auch meine Meynung in des Königs von En noch (wo es anders die Jahre zulaffen, ) eis
aelland Sache. nen Prinzen gebären, oder Die andre, ſo er
2, Zufoͤrderſt laſſe ich mir, mie ſchon nehmen wird, geroiß dergleichen gebären
gefagf, derer von Loͤwen ihren Spruch, ſon⸗ werde? Und wenn es gleich gewiß wäre,
derlich über die andre Frage , gefallen, und daß die andre Erben bringen wurde: fü
der König kann ihm ganz ficher im Gewiſſen wuͤrde Doch Die erfte nicht zu verftoffen,
folgen. Ja, er muß ihm folgen, wenn er noch forvol fie und das Kind mit dem ewi⸗
ſicher gehen will, und kann die geheyrathe, gen Flecken der Blutſchande zu beſchmitzen,
te Koͤnigin (des verſtorbenen Bruders d. i. auf ſolche Weiſe zum hoͤchſten zu ſtra⸗
Weib,) nicht verſtoſſen, noch der Koͤnigin fen ſeyn. Che ich zu ſo einer ———
Denn wie viel Ehen gibt es in der Welt,
die durch Suͤnde getroffen worden, aber
868 11,Abfehn. Handlungen des Rönigs in Engelland mit den protefl. Ständen. 29
a fagte, wollte ich cher geftatten, daß der unrecht gethan,da er feines verſtorbenen Bru⸗
"König noch eine Gemahlin nahme, und al ders Gemahlin geheyrathet, wider ein menſch⸗
fo, nach dem Erempel der Väter und Koͤ⸗ lich oder tweltliches Gefes gefimdiget: hin⸗
nige , zugleich zwey Weiber oder. Königinnen gegen wenn er fich ſcheidet, fo fündiget er
10 A wider ein ganz göttlich Gefeß. Wenn aber
5, Sagen fie damider: Es ſey Sünde, GOttes und der Menfehen Geſetz wider eine
- feines verftorbenen Bruders Weib ehelich \ander ſtreiten, fo muß der Menfchen Geſetz
zu haben, 3Mof. 18; fo antworte ich: Wenn weichen, daß man nicht wider GOttes Ge⸗
ſie das Geſetz Moſis halten, und uns unter ſetz ſuͤndige, nicht aber GOttes Geſetz, daß
ſolchen Geſetzgeber werfen wollen, ſo wer⸗ man Menſchen Geſetz halte. Sondern es
den ſie machen, daß nicht allein der Koͤnig muß eher die Suͤnde wider Menſchen Ge⸗
die geheyrathete Koͤnigin behalten; ſondern ſetz erlaſſen und Freyheit daruͤber ertheilt
auch, wenn er fie noch nicht geheyrathet haͤt⸗ werden, als daß man ſich an GOttes Ge⸗
te, durchaus heyrathen und feinem Bruder ſetz vergreife, oder daffelbe aufloͤſe. Hr
Saamen ertvecfen müffen wird. Und das| 7. Wiewol *) ſichs auch im göttlichen Ge⸗
Darum, weil fein verftorbener Bruder Feine ſetz alſo verhaͤlt, daß ein höheres Geſetz uͤber
Kinder von eben der Gemahlin hinterlaſſen das niedere die Oberhand behält. Z. €.
* nach den deutlichen Worten s Mof 25. Es iſt ein goͤttlich Geſetz geweſen, den Sab⸗
Wenn wir denn ein Geſetz Moſis halten bath zu halten. Solches Geſetz iſt von ei⸗
muͤſſen, ſo werden wir auch beſchnitten wer Inem andern göttlichen Geſetz aufgehaben
den, und alſo das ganze Geſetz halten muͤſ⸗ worden, nemlich der Beſchneidung, und
fen, nach Pauli Schluß Sal. 5. Nun find man hat auch am Sabbath (wenn es der
wir aber nicht. mehr unter dem Geſetz Mo⸗ achte Tag nach der Geburt gervefen,) bes
fis in folhen Sachen, fondern unter den |fchneiden koͤnnen und müffen, wie Chriftus
‚weltlichen Geſetzen, eben wie Abraham ,\felbft fagt Joh 5. alfo iſt das Geſetz des Sabs
Nahor und Haran vor Mofe waren, die baths dem Gefesder Befchneidung gewichen;
auch ihres "Bruders Töchter zu Weibern | und daß man nicht rider Das Gefeß der Bes
hatten, in dem Grad, den Mofes hernach |fehneidung ſuͤndigte, hat man das Geſetz des
verboten, und Jacob zwey Schweſtern zu | Sabbath uͤbertreten uder vielmehr hat das
Weibern hatte, welches nachgehends Moſes Geſetz des Sabbaths nachftehen und in die⸗
feinem Volk verboten. Darum bindet ſoich ſem Fall weggethan werden müffen. Sa,
Geſet Moſis ſo vorhin nicht war und nach es wurde alle Sabbathe Fruͤh und gegen
Chriſto, als ein buchſtaͤblich Gefeg, aufgehoͤ⸗ Abend geopffert und ale Prieſterliche Amts⸗
‚tet hat, den Koͤnig nicht mehr, und erfor⸗ werke im Tempel gethan, ohne daß ſich die
‚dert Feine Eheſcheidung. Hingegen bindet | Priefter dadurch verſchuldet, wie Chriſtus
ihn dasjenige Geſetz GOttes und des goͤtt⸗ ſchlieſſet Matth. ı2. Ja, auıhfelbft die Bes
lichen echte, da erfordert wird, daß die ſchneidung wich einem neuen Befehl GOttes,
Ehe bleiben ſolle bis an den Tod; darum kraft melches das Volf, fo aus Eghpten
auch) Ehriftus den von Moſe eingeführten gehen mußte, da fie ganzer 40. Johr, fo
Scheidebrief aufgehoben und gefagt hats ange diefes Gebot mährte, ohne Suͤnde,
‚Dom Anfange wat es nicht alfo,- " Iniche befehnitten rourden-
J
8. Es
8 Cs war auche
ſter alleindie Schaubrode effen follten; gleich» | der Taufer aus dieſem Ort (wie man fies
wol hat David, ein Laye, fie ohne. Sünde |bet,) Herodem beſtrafet, er. dürfe feines
N
in Geſetz, daß die Prie- (haben konnte,) rede. Gleichwie Johannes
e os
279.» Cap.ız. Dom Schmalt, Bund und den
genoſſen, weil nemlich ein ander Geſetz GOt⸗ | Bruders Philippi, der nach lebte, fein Weib
tes, nemlich der Liebe gegen den Naͤchſten, nicht haben. Drum Eunnen die gegenfeitis
‚der in der Noth war, es gehot. Und ſo | gen Lehrer eben nichts gewiſſes daraus ſchlieſ⸗
gibt es viel Exempel, da ein göttlich Geſetz ſen, wenn gleich. das Geſetz Moſis auch ung
das andere aufhebet. Heyden verbaͤnde. Wie viel weniger, da
9. Und was thun Oberkeiten, die das es ung nicht bindet? a
Schwerdt führenund die Sefegevollftvecfen, | 11. Man wird fagen: alfo werde ung Fein
wenn fiedie Schuldigen tödten, hinveiffen und | einig Geſetz GOttes binden, und wir wuͤr⸗
ihrer Guͤter berauben? Heben ſie nicht dieſe den Toͤchter, Schweſter und Muͤtter,
göttliche Geſetze auf: du ſollt nicht toͤdten, nehmen koͤnnen, als die ſonſt das Geſetz Mo⸗
nicht ſtehlen (rauben)? Nemlich, weil fie ſis verbietet; welches aber. die Heyden nicht
ein ander Geſetz toͤdten, rauben und die bindet. Antwort: Solche Ehen ſind auch
Schuldigen ſtrafen heißt: welches ſonſt nicht durchs natuͤrliche Geſetz verboten, und Blut⸗
‚erlaubt ware, weil das erſte Geſetz ſaget: ſchande. Und das iſt daraus genug zu erſe⸗
Du ſollt nicht toͤdten ec So muß vielmehr hen, weil man Fein Exempel davon hat, we⸗
diß menſchliche Geſetz: Du ſollt deines Bru⸗ der vor, unter, noch nad) dem Gefeg ; ohne
ders Weib nicht nehmen zdiefem erftern und | Eyempel aber und Gefes muß man nichts
wichtigen Sefes: Der Mann fol das Weib thun. Und hierdurch) zeiget GOtt ſattſam,
nicht verlaſſen ꝛc. weichen. Denn fie ſollen daß er ſolche Ehen verdamme. Aber des.
ein Fleiſch ſern. Und wenn auch das Ger verſtorbenen Bruders Weib zu nehmen,
ſetz goͤttlich ware, Daß man feines verftorbenen | hat Exempel und Geſetze vor ſich.
Bruders Weib nicht nehmen folle; fo muß) 12. Daß fie aber ſchlieſſen: es folge aus
28 Doch weichen und bey Seite gerhan wer⸗ | Moſ. 25. daß einer feine Zochter heyrathen
den, wegen des oberen Geſetzes der Ehe, koͤnnte, ja müßte 3. €. wenn Othoniel
Davon wir vorhin geredet und in Exempeln fturbe, und fein Weib Achſa, des Caleb,
gezeiget haben wie oft ein göttlich. Geſetz das feines Bruders, Tuchter, hinterlieſſe; fo
‚andre aufgehoben. - hätte Ealeb, als der. Bruder, Othoniels
io. Laß esaber gelten, (welches doch nicht | Weib, feine Tochter, heyrathen müflenze. '
iſt ) daß Moſis Geſetz noch zu halten ſey, So ſiehet ein jeder wohl, wie man unrech⸗
und uns Heyden binde, was 3 Moſ. 18. ſteht: tee Sache muthwillig einen Anſtrich geben
Du ſollt deinesdruderstdeibesSchaam | will, Denn fie wiffen ja, oder füllen wiſ⸗
nicht blöffen ; was Fünnen fie aus. folcher | fen, daß ein Geſetz das andere, wenn fieuns
Stelle machen? Der Tertredetda Elar vom | ter fich freiten, aufhebes; wie oben geſagt
Vebendigen,und nicht vom todten Bruder. Da| ift. Alſo hätte war Caleb nach 5 Mof. 25.
ober das andere Centgegenlautende) Gefes | feines Bruders Weib heyrathen muffen , weil
SMoL.2F fat: daß der Bruder des verftors | aber ſolch Weib vorhin feine Tochter gewe⸗
‚denen Bruders Weib heyrathen muͤſſe; foift| fen: fo verbeut ihm ein ander groͤſſer Geſetz,
ja Elar, daß vorige Stellenur vom Iebendigen | Diefelbe zu heyrathen, und. alfo weichet das
Brꝛuder cder eine oder mehr Weiber zugleich 1 Geſetz Moſ. 25. einem andern —
| der h A BR — Re RE h n Zi
lich dem natürlichen Geſetz bey uns, und|Den cker di jene Zei
a nn
unm haben fie das Gefeß s Mof. 25. Feines, i firaerli ee
BEL RN arte BE ae un use une ie
der noch lebt, oder wenigſtens die Sache Mofe Ep
Hirte, me nd Seiser, ken a bes
e Che des. Geſetzes s Moſ. 25. zu verwers ten. —
fen: dem —— sr wear, Ch a
e ruders Weib nicht haben nehmen me N:
diiefen, da Dich fafhe Kche Birk Bis Siem nn — oder beyde Geſetze muͤſſen
pel der edlen Ruth, ſo ſie ſelber anziehen, * Hier aber wird ſittlich anders genommen,
(obwol Booz nicht der Bruder war,) und Sa, nemlih nur für heilfame BR
durch das Zeugniß des Evangelii von den”. ar re ee
Brüdern ‚die ein Weib nacheinander gehey-| - 12. Iſt alſo der Kini verbund
ER Bee — Und Ga Bann hier Gefahr feiner Seligkeit — der —— Br
icht einen Spott frei enund fagen: Bru⸗ dammniß, die geh A u
der bedeute alda einen Verwandten; denn halten ,, die geheprathete Konigin zu bez
| fon ee, Poffen auch 3 Mof- I, ee
ſtatt haben, hernach leidet es auch der oder göttlichen G ” |
Tertz Mof.25.nicht, der des Bruders imn ‚göttlichen Geſetz verboten fey, ſondern
Be — ner nur in einem buchſtaͤblichen, feines ‘Bruder:
gedenket und von 2. beyeinander wohnenden Weib lei SDEUBEIB
„Behdern redet. Solche Eahle Ausflüchte|Mofi zu nehmen. Denn der Geſetzgeber
a ar | 8 iſt uns (wie ſcho
dienen auch nicht, die Gewiſſen zu ſtillen; a se hi bon. gejagt.) toDE,
— we en fie An * die y die ee ee we |
zu befümmern und zu be ’ Stel; ir ODER
.*) Hier iſt es falfch im — N a De buchflabliche Geſetz wider ein⸗
Ulam Lev.ıg. de fratre viuente vel falteın loquen — fi nd, ſo muß das buchſtaͤbliche Geſetz
te indefinite - Luther@® hat wollen fegen: intel- dem göttlichen weichen. Dah cf
- ligi deilla ‚ feilicet lege de fratre - et loquente. Tus Das Geſetz der Eh k: — Chri⸗
11. Aber hier Gagen fie): Es ſey das Ge— ——— eſcheidung aufgehoben
- Es Mof. 25. ein Ceremonialgeſetz geivefen, es alſo ran ir der Che bliebe. Laß
das muͤſſe dem Geſetz 3 Mof. 18. weichen, \aefündiget Habe Ya ——
fo fittlich.gervefen; denn die Cevemoniendin- a — er ſeines verſtorbenen
ge hätten aufgehöret „aber nicht Die ſittlichen. zwar wider ein * Monde ſo hat er
Antrooet: Aber die verkehrten Ausleger moͤ-Geſetz gehandelt — ich und bürgerliches
gen ohne: Varſiand daher plaudern, was ſer und Pabft, too ennihm aber der Kay
fie wollen: fo fagen wir dargegen, daß ſchaft hat ihre Gef N er
das Geſetz SMof. 25. wirklich fittlich *) ges |weiter ice re Sefege erlaffen: fo hat er
weſen, weil es vecht bürgerlich (oder dem |d IiEDE geluntıaer, _ "Denn
- a8, vom; Käfer gegebene weltliche Geſetz
EN EBD anocie, zu Er⸗ [für gut hält, der hält auch die Erlaffung
Erben zu eryielen und daB tbgüter, auch jjolches weltlichen Geſetes Die der Käufer
gelb au foikten und Jumsbien: Wefen \thut, für gut, weil er ihm Mocht gegeben
urberi und zumehren: eben wie hat, Gelege zu machen und zu erlaffen und
Lutheri Schriften 17, Theil, S leich
gleich⸗
074 Cap.ız. Dom Schmalk. Bund und. den Handlungen Sr.undLng. 25
sihfam Pinderund Röfeichlüffel auf dem rigen Provinzien, als wegen auswärtige Ra
gleichfam Binde, und eofefehluflel auf Sieg Hay ‚ Sürften und Potentaten wichtiger Sadyen,
die fat täglich an eure Kon. Maj. gelangen, -
beladen find: Und wir, nad) der für eure Kon.
Maj. uns gebüßrenden Ehrfurcht, nichts we⸗
ihm unterthänigen Erdboden. Wenn aber
der König die Königin verftoffen will, ſo
wird er fich fehr an dem göttlichen Gefes
verfindigen, welches faget: Was GOtt
sufammen füger, muß der Menſch nidzt
febeiden. Der Menfeh, d. i, Feine menſch⸗
lichen Geſetze Eünnen das feheiden oder tren⸗
neh, welches GOtt entweder durch feine
Drdnung, oder Zulaflung , zufammen ge
füget hat. Denn feine Zufammenfugung,
fie gefchehe gleich Durch oder nach Dem Recht,
oder Durch menfehlich Beginnen und That,
fibertrift Doch die menſchliche Ordnung.
Wenn nun diefe Geſetze unter ſich mißhellig
find, fo muß man es lieber dahin richten,
daß der König von Engelland ein menſchlich
Geſetz nicht halte, ehe er gegen das gottliche
niger begehren, als eure Kön. Maj. entweder
mit öfteren Schreiben, oder andern Dingen
gemeine Befte zu unterbredyen: fo Haben wir
ver Koͤn. Maj. in die Augen leuchten werden,
fiir gut gefunden, an eure Kön. Maj. abermal
zu fehreiben; in der geroiffen Hoffnung, es wer⸗
de eure Kon. Mai. foldy Schreiben, nad) des
vo mweltbefannten Güte, Weisheit und Gelehr⸗
famfele, zum beften aufnehmen. |
2. Denn da wir eurer Maj. die uns von Alte
fern durchlaucht. Fürften anbefoßlne Botſchaf⸗
ten ſchon längft vorgetragen, auch auf eurer
Maj. Verlangen mit einigen der hochwuͤrdig⸗
fündigen follte: und daß ihm lieber‘, wenn ‚fen und gelehrteften Bifchöffen und Sehrernder
A Gottesgelahrheit über. die Artikel ver Chriſtli⸗
er gegen Das menfchliche Geſetz verſtoſſen chen Religion uns faſt zwey Monat lang be—
ſolches erlaſſen werde, damit er das goͤttli⸗ Imeochen, und es, GH ob! fo weit kommen
che Geſetz halten müge. RR
13. Laß es denn gefchehen, daß Die Eher iR
feheidung vor fich gienge, fo bleibt doch die
Königin, und wird immerfort bleiben die
rechte Koͤnigin von Engelland, und geſchie⸗
bet ihe daran vor GOtt und Menfchen uns
k . Martin Luther.
der Religionsſache Deygetretenen,ingleichen bey⸗
derſeits Gottesgelahrten und Unterthanen, ei—
re des Evangelii, zu GOttes des Allmaͤchtigen
Lob, der Chriſtlichen Kirchen Beſten, und des
Roͤm. Antichriſts Verderben, darauf erfolgen;
und wir der weltern Diſputation von den Miß⸗
= - braͤuchen nicht warten fönnen: So haben wir
1269. gleichwol noch unſrer Schuldigfeit gemäs geach⸗
Der Proteſtirenden Geſandten Schrift tet, vor unſrer Abreiſe eurer Koͤn. Maj. (die
an König Heinrich den VIll. in Engelland, in durch GOttes Gnade die evangeliſche Lehre mit
der fie die vom Koͤnig und Biſchoͤffen ver⸗ unermuͤdetem Fleiß und Sorgfalt zu befördern
worfene Artikel vertheidiget. ſucht,) unſre ſchuldigſte Ehrerbietung und bes
Jetzo ins Deutſche uͤberſetzt von M. Aug. Tittel. ſtaͤndigen Eifer in unferm Briefe zu bezeugen,
und derſelben auch der Unſrigen Meynung
1. uͤber gewiſſe Artikel der Mißbraͤuche (Darüber.
—— großmaͤchtigſter Koͤ⸗ eure Maj. nach unſrer Abreiſe, ohne Zweifel,
ziL nig, gnaͤdigſter Here! Ob wir wol wiſ⸗ eben dieſelben Biſchoͤffe und Gottesgelehrten,
fen, daß eure Durchl. Koͤnigl. Majeſtaͤt mit zu Unterſuchung der Wahrheit, wird laſſen wei«
vielen und hohen ſchweren Geſchaͤften, ſowol teres Geſpraͤch halten,) kund zu machen. Wie
wegen ihres eignen Reichs und der dahin gehoͤ⸗ ſind Haben verſichert, daß eure Maj. auch *
* Big: de
binderlich zu fallen, und ihre Sorgen für das
doch aus gewiſſen Urſachen, die hoffentlich eu⸗
daß wir veſt glauben, es werde zwiſchen eurer
oͤn. Maj. und unſern Fuͤrſten, und ihren in
—
ne veſte und ſtetige Einigkeit in der lautern Leh⸗
| auch die von der Nömifchen Kirche eingeführ«
#
-
* I 5 Zandlungen des Königs in Engelland mit den proteft. Ständen. 277
Shrifti Ehren es dahin richten werde, | in diefen Artikeln nice mißbilligen oder unrecht
icht allein eine reine Lehre habe, fondern |fprehen. a
+1. Don beyder Beftalt
te gottlofe Bräuche und Ceremonien endlich ab⸗ 4. Zuvoͤrderſt alten wir, allerd, und großmaͤch⸗
ftelle, und Dagegen Gottesdienſte und Ceremo· tigſter König! es werde niemand leugnen, daß
‚nien, die mit GOttes Wort übereinftimmen ‚| Chriftitehre, Gebote und Drdnungen,allen andern
anrichte. Denn eure Kon. Maj. wird, nad) Geboten, Saßungen und Ceremonien der Men«
deto hohen Weisheit, leicht ſehen, daß die rei-|fhen vorgehen. Denn da erdas $eben und die
ne Lehre nie voft geſtellet oder erhalten werde ,| Wahrheit iſt, kann er nicht irren; alle menfchliche
wenn nich die Mißbräuche auch bey Seitege- | Dinge aber, fonderlich in göttlichen Sadıen,
than werden, welche gerades Weges mider | find ungewiß und zweifelhaftig. Es ift aber
GOttes Wort ftreiten, und ſowol des Roͤmi—
ſchen Antichrifts Tyranney und Abgoͤtterey bis:
ber aufdie Bahne gebracht, als erhalten ha⸗
befannt, daß Chriftus felbit beyde Geſtalt eins
gefest habe, da er ſpricht: Trinket alfe dar⸗
aus; und daß Paulus ein gleiches gelehret, da
ben. Denn wie das Unkraut alsdenn erft recht | er ſagt 2Eor. ı1, 9: Der Menſch prüfe fih
verdorret und vergehet, wennman die Wurzel felbft, und alfo effe er vom Brod und trin-
ausgehauen har: fo ift Fein Zweifel, es wer-| Fe vom Wein. In welchen Stellen nicht bloß
de, wenn erft die gottlofen Mißbraͤuche und Ab⸗ von Prieitern, fondern von der ganzen Kirche
. öfteren des Roͤm. Bifiheis, als der Grund,|die Rede iſt. Denn daß einige fehlieffen: es
umgeriffen und ausgeroftet worden, feine Tp:|hade Chriſtus allein zu den Apofteln gereder,
rannen alsdenn gänzlich fallen und zu grunde deshalber beyderley Geſtalt allein für die Pries
gehen. Wenn aber das nicht gefchieher, fo iſt ſter gehoͤre; iſt gar ein ſchlechter und elender
zu fuͤrchten, daß ſie bey der geringſten Gelegen· Schluß. Denn auf die Art würde folgen ‚daß
heit bald voleder ausſchlage und hervorfchiefle. | auch die andere Geſtalt den Laͤyen nicht gereiche
3 Es find aber diefe drey Stüde faft der werden müßte; denn Chriſtus hat fonft nirgend
Grundunddas Hauptwerk der Päbftlichen Ty⸗ befoßlen, den Läyen den Leib zu geben, daß bey⸗
ranney und Abgoͤtterey; welche, fo lange ſie be⸗ de Geſtalt für die Priefter eingefegebliebe ; fon«
ſtehen, weder. die Lehre der Religion vein und | dernman muß gefteden, daß entweder ſolch Ge⸗
ganz bleiben, noch des Roͤmiſchen Bifchofs gott: | bot Chriſti vom Sacrament alle, ſowol Prie-
Iofe Herrfchaft von Grund aus vertilget wer⸗ | fter als Läyen, angehe, oder daß die Laͤyen ganz
den ann: nemlich, das Verbot beyder Geſtal. vom Sarrament des Leibes ausgefchloffen ſeyn
ten des Sacraments im heil. Nachtmahl, die muͤſſen, weil fonft nirgend im Evangelio , aufs
Stillmeſſe, unddas Verbot der Priefterehezmel- ſer mo er den Apofteln Leib und Blut zugleich
che fogar wider GOttes Gebot laufen, und auch gegeben, eine Einfeßung des Sacramente für
der gemeinen Ehrbarfeit zuwider find, daß man die äyen anzutreffen. Und darum zeiget Pau
auch aus diefem allein abnehmen kann, der Roͤ⸗ lus, Daß es aufalle gehe, weil er Hinzu thut:
mifche Pabſt feyder wahrhaftige Antichrift, und | Lind von dem Nelch trinket zc. Denn, daß
aller Abgötterey, Gottlofigkeit, Irrthums und fie jagen, 2) die Theilung des Sacramenis fey,
Schande, Die in Eprifti Kirche eingefuͤhret wor⸗ aus einigen dringenden Urfachen, vonder Kite
den, Urheber und Stifter. Bon welchen Ar⸗ che, unfer einer Geftalt, angeordnet worden,
tifeln wir etwas weniges an eure Koͤn. Maj. und es fen fo viel unter einer, als zwo Geſtal.
in gutem redlichen Eifer überfchreiben, und es ten; dienet nichts zur Sache. Denn wer fiee
eurer Maj., als eines höchft weifen, fcharffin:| bet hier nicht, daß von Chriſti Befehl und Eins
nigen und gelehrten Fuͤrſten Urteil überlaf:| ſetzung gehandelewerde, welche aller Menfchen
fen wollen, in der gewiſſen Zuverficht, es wer⸗ Macht und Meynung weit vorzuziehen. Denn
den eure allerdurchl. Kön. Maj. unfrer Fuͤrſten die Kirche enthaͤlt ſich billig ſolcher Freyheit,
und vereinigten Stande Rath und Anordnung! aus Chriſti Ordnung gleichguͤltige Dinge zuma«
ann ©.2 chen:
278 Cap. ı7. Dom Schmalkald. Bund und den Handlungen Sr. und Eingell, 279
chen: und die Gruͤnde, entweder vom Unterfcheid und zwiſchen Laͤyen und Prieftern einen groffen
der Stände, oder der priefterlichen Würde ‚oder | Unterfcheid machen wollen. Denndie Wider»
‚der Gefahr der Verfchüttung und dergleichen, ſacher fehreyen noch: !äyen müßten mit einer
Fönnen nimmer fo ftarf feyn, daß man deshal: Geſtalt zufrieden feyn. Als wenn ſie eine Herr⸗
ben göttliche Drdnungen ändern müßte. Und ſchaft (oder Neid) ) befäffen, und fie alfo gebie⸗
es kann auch 3) Feine Gewohnheit oder Brauch, ten koͤnnten, daß auch Chriſti Wohlthat den
Die wider GOttes Gebot aufkommen, gebilli. Menſchen entzogen werde, Dazu fie doc) eher,
get werden. Es iftaber klar, daß der Gebrauch wenn fie ihr Amt thun wollten, alle locfen und
| beyder Geftale nicht nur ein deutlich Gebot Chris | einladen follten. Aber wie ſtimmt Chriftus und
— ſti, ſondern auch die Billigung der heil. Vaͤ Belial? Was hat der Pabſt mit Chriſti Ein—⸗
ter und den Gebrauch der alten Kirche vor ſich ſetzung gemein, als deſſen aͤuſſerſten Widerſa⸗
babe. Denn fo fpriche der Beil. Hieronymus: | cher er ſich aufführer, und dem er alfo in diefem
Die Priefter,, welche beym heil. Nachtmahl | und andern heilfamen Artikeln der Chriſtlichen
das Amt haben, und den Leutendas Blut | Religion zuroider fenn, und von der Schrift hat
Chriſti reichen. Und Pabft Gelaſius verbeut weichen, ja die dem Evangelio gemäffe Lehre
| ‚ Die Teilung des Sacraments des Leibes und hat verdammen müffen, daß man offenbarlid)
u Blutes des Herrn, und heißt ſolche einen groß |fähe, er fey der Aneichrift, von dem die Schrift
- fen Rircchenraub. dergleichen vorber verfündiger ha.
5,5. Zudem Bat die Griechifche Kirche noch II. 7. Im andern Artikel, von der Still.
heutiges Tages den Gebraud) beyder Geftalt, | meffe, ſiehet man vollends, daß der Römifche
die hierinnen des Pabfts Tyranney widerftan« | Pabftdie Ehriftliche Religion ganz untergedruckt
den, und fein Joch nie hat auf fich nehmen wol: und verdunfelt Babe, daß Chriſti Wohlthat,
len. Und die Hiftorien bezeugen, daß ſowol der uns mit feinem Tode erlöfet hat, und allein
in Deutfchlend, als in vielandern ändern und das Opffer und die Gnugthuung für unfre Suͤn⸗
Provinzien der wahre Communionbraud) erhal: |den ift, gänzlic) weggenommen, und Dagegen
ten, endlidy aber durch die Bannftraßlen des ein abgöftifcher Dienft, zu Tilgung der Suͤn⸗
Mömifchen Antichrifts, damit er faft die gan-|den, in die Kirche eingeführet,, unddiefelbe als
je Welt erfchrecket und beziwungen hat, über: ſo mit feinen Sserthümern und Entweyhungen
wunden, tie es feheinet, den rechten Gebrauch jaͤmmerlich befchmeiffet und verſtoͤret worden.
verändert haben. Zu welchem ſich aber nun | Denn da die Meffe nichts anders ift ‚oder feyn
durch GOttes fonderbare Gnade unfre Fürften, |foll, als eine Gemeinfchaft und Zufammenfunft,
ſowol als andere, die die Lehre des Evangelii wie Paulus fie nennet, und fie zur Zeitder Apo-
befennen ‚nacydem fiedie Wahrheit derfelben ers |ftel und alten Kirchenicht andersgebrauche wor»
Fannf, wieder gewandt, und ſich und die Ihri. den; wie man folches Elar aus den heil. Bätern
gen, inelner der ganzen Kirchen fo heilfamen erweiſen kann: fo ift endlich ganz ein ander
Sache, von dem tyranniſchen Päbftlichen Sgoch, Werk, fo mit der Gemeinfdyaft und rechten
welches fie abgeworfen, befreyet und gerettet | Braud) der Mefle ganz ftreitet, daraus: wor⸗
haben. den; davon fie lehren, daß es um der bloffen
6. Denn was der Pabft vor Lrfachen gehabt, | That ( oder Berrichtung ) willen Gnade verdie-
wider Chrifti Gebot und Einſetzung, wider diene, und die Sünden der $ebendigen und Tode
Meynung der heil. Wäter, wider die Gemohn- |ten hinweg nehme.
heit der ganzen Ehriftlichen Kirche, das Sa:| 8. Wie fehr diefe Meynung von der Schrift
crament zu ftümmeln und den Laͤhen das Blut abgehe und die Ehre des Leidens Chriſti kraͤn⸗
Eprifti gortlofer Weife zu entziehen, wird eure |fe, wird eure allerdurdyl. Koͤnigl. Maj. leichte
ee leicht ſehen. Es iſt we⸗ erachten. Denn wenn das wahr iſt, daß die
nigſtens gar wahrſcheinlich, daß er dadurch ſeine Meſſe auch andern zugeeignet und fuͤr ſie gehal⸗
und ſeiner Cleriſey Hoheit und Anſehen mehren, ten werden kann, daß ſie Suͤnde Een
| u
und fowol & | jendigen als Todten nuͤtze: fo fol:
‚get, daß die Rechrfertigung aus dem Werke
er Mefie, nicht aus dem Glauben gefcheße.
Das ift aber allerdings wider die Schrift, wel⸗
che lehret, daß wir umfonft durch den Glau-
ben, um EHrifti willen, gerechtfertige, und
uns die Sünden gefchenfer, und wir zu Gna⸗
den aufgenommen werden; folglich, daß uns
feines andern Werk zur Vergebung der Sün-
den helfe. Welches weiter nichts als ein eite-
ler Traum und Menfchengedicht ift, fo der ev-
angelifcyen Lehre widerftrebet. Denn alsdenn
erft kommt uns die Gnade durchs Wort und
der Sacramente Gebrauc) zu gufe, wenn wir
felbft die Sacramente empfangen : fie aber
genieſſen fie für andre; welches eben fo viel ift,
- - als wenn fie für andere getauft würden.
9. Es ift aber nicht auszufprechen, mie fehr
folhe Meynung von.der Meile, fo um der
F andlungen des Boͤnigs in Engelland mit den proteſt. Ständen. 281
Communion nach den Prieftern vom Bi:
ſchof oder Prieftern empfaben! Und fchreibt
Epiphanius: in Afia fey wöchentlid) 3. mal
Communion gehalten worden, und nicht alle-
zeit Meffe geweſen, und derfelbe Gebrauch fen
von den Apofteln gelehret oder eingefeßet wor⸗
den. Welcher Brauch der Meffe auch nech in
den Griechiſchen Pfarrfirchendauren fol; denn
nur des Sonn- und Feyerfags wird da eine
Hauptmeffe gehalten ; von Stillmeffen weiß
man nichts. Und ift die Griechifche Kirche
bierinnen viel glücklicher gemwefen, als Die Latei-
niſche, daß fie einen beffern Gebrauch des Nacht⸗
mahls, Kommunion oder der Meffe, behalten,
und weder das Sacrament des feibes und Blu⸗
tes Chrifti, wider Die Flare Sehre des Evange-
lii, getheilet; wie wirvorhin gefaget: noch aud)
die Stillmeffen, welche fo ſehr wider die heil.
Schrift ftreiten, angenommen. Und glaube
bloſſen That willen Gnade verleife, oder wenn ich, daß diß eine Haupturfache Davon gemefen,
fie für andre gefhähe, ihnen Vergebung fowol warum die Griechiſche Kirche den Nom. Bis
der erläßlichen als Todfünden, der Schuld und ſchof, als den Urheber der verfehrten und ab»
der Strafe verdiene, fchade. Denn, daß fie |göttifchen sehre, und faft aller Mißbraͤuche, Die
Elar wider die Schrift und den alten Brauch) \in die Kirche eingeführet worden, nicht für das-
der Mefle fen, erhellet daraus, teil die Meffe hoͤchſte Oberhaupt der allgemeinen oder Catho⸗
oder Zufammenfunft dazu eingefeger worden, lifchen Kirche erkannt hal. 5
daß der Gläubige, der das Sacrament genief | ı1. Mun geben zwar einige zu, daß man Die
fet, ficherinnere, was vor Wohlthaten er durch Zueignungen, die in der Meſſe gefchehen, für
Chriſtum empfange, und fein blödes ſchuͤchter⸗ Ebendige und Todte, und die Meynungen, daß
nes Gemifien tröfte und aufrichte; und alfo fie durch bloffe That Gnade verdiene, nicht bil⸗
muß das Sacrament denen alda gereichet wer- |ligen Fönne; und ftreiten, man müfle ſolche
den, welche Troftes bedürfen; wie Ambrofius
fage: Weit ich immer fündige, fo muß ich
oft Urseney nehmen. ——
10. Und alſo iſt dieſer Brauch der Meſſen
bis auf Gregorii Zeiten in der Kirche geweſen,
und hat man eher nicht um die Stillmeſſen
gewußt; welches aus vielen andern Zeugniſſen
erhellet; inſonderheit aber aus Chryſoſtomi ſei⸗
nem, da er ſaget: Der Priefter ſtehe bevm
Altar, und Yalfe andre zne Eommunion,
andre aber weife er ab. - Und aus den alfen
Canonen erbellet, daß einer die Meffe gehal-
fen, von welchem die andern Priefter und Dia-
coni den Seib des HEren genommen ; denn fo
fagt der Nicänifche Canon: Die Diaconifol- |pfäher, Gnade erlange.
len nach der Keihe (oder Drdnung) die heit, | Hauptziweck na morden: fofolget alg-
3 ; BD
gottlofe Meynungen abfıhaffen, und dagegen
die Stillmeffen auf andre Hit behalten, nem=
lich als Dankfagungen, fo von einem oder meh⸗
reren geſchehen Fönnten. Dieſes Anführen
ſcheint einigen Grund zu haben, undift ein Flug
Arzeneymittel, wie Sophocles fagt, damit
man ſchwachen oder Franfen Sachen, tie er
felber fagt, helfen muß. Wenn die Meffe nur
eine Danffagung wäre: fo Fönnte fie etwa mit
ſolchem Vorwand befchöniget werden. Esift
‚cber befannf, daß fie vornehmlich dazu einges
feßet worden, daß fie ein Sacrament fey, fo -
durch den Geiftlichen einem andern gereicht wer=
den muß, daß der, welcher gläubet und es em⸗
Und wenn diefer
enn
= .
282 Cap. ı7. Dom Schmalkald. Bund und den Jandlungen Sr. und Ang, 23
Denn ein anderer, von Der Dankfagung. Dar⸗ unendlichen Haufen Mönche entftanden, dafie
ui mnäfjen. nei urban RAIL BSR Des Kalnfer Kant po nichtS.nlsenaeefen sale SHE
> gung Ehrifti weichen, fondern Die Art und Weir herʒuſchnaddern, und fie fonft eine unnügesaft
fe derfelben Einfegung und das Exempel Der der Erden wären, Das iſt und ift vormals
‚alten Kirche behalten und demfelber folgen. ſchon die Gottſeligkeit alle gewefen, zu verfih
- Denn man mußnichts neues, fonderlic) in Sa- der Roͤmiſche Pabſt befenner. Er weiß von
cramenten, wider Die. von Chrifto gefegte Wei- Feiner andern Religion, als die in Stillmeffen
fe und wider die Erempelder alten Kirche, an beſtehet: denn er hat nicht allein Feine Lehre des
nehmen. —— Evangelii, ſondern haſſet und verfolget ſie auch
12. Es ift auch) bekannt, daß die Stillmeſſen ganz greulich: und mit einem Wort, fo hat
neu und von den Kom. Paͤbſten eingeführet, ‚der Pabſt die Dredige des göftlichen Wortes
und auch noch Beutiges Tages, wie wir nur mit diefen Meſſen ganz ausgerottet, daß er in
vorhin gefant haben, in der Griechifchen Kirche allem recht als ein Antichrift handeite. Denn
nicht üblich ſeyn, auffer die in den Pfarrfir- ſtatt einer Predige des Worts find mehr als
chen an den Seyertagen gehalten werden, bey 1000. Stillmeffen, das ift, menſchliche und er—
welchen noch die Spur einer Gemeinſchaft (oder |dichtete Dienſte, wider das göttliche Wort aufs
Communion) iſt. Weil denn die Stillmefle| gefommen: da doc, Chriftus feine Apoſtel, de=
wider GOttes Wort auffommen, und es of⸗ ren Nachfolger fie feyn wollen, nicht Kat Beife
Fenbar ift, daß fie nur ein menſchlicher und ſen Meſſe lefen, fondern das Evangelium pres
erdichteter Dienft fey: wer zweifelt denn, Daß digen, und Sacramente gebüßrend reichen und!
eine folche Meffe ohne alle Gefahr unterlaffen | austheifen. | |
werden Fünne, ja folle, da fie dem Evangelio
zuwider iſt? Und ift es ein heilig und goftjelig) 13. Haben alfo unfre durchlauchtigfte Fürs
Werk, den wahren Gebrauch der Meſſe, oder ſten, und andre evangelifche Fürften und Stän-
Zufammenfunft bey der Kirche, wieder herzu— de, die Stillmeſſen gänzlich abſchaffen, und da=
ftellen und aufzubringen, um Den fie durch Den ‚gegen den rechten Gebrauch der Meffe, oder
Roͤmiſchen Pabft, das ift, den Antichriſt, die Communion, nad) Chrifti Einfegung, der .
ſchon viele Jahre elendiglich gebracht worden ; |Apoftel Erempel und deralten Kirche und Va⸗
welcher auch immer noch über die Stillmefien ter Meynung , in die Kirche wieder einführen
hält, dafiir freiter und fie ſchuͤtzet. Und das und herftellen laffen. Welche Meffe, oder
zwar mif allem Recht. Denn er fießet wohl, Kommunion, mit hoͤchſter Ehrerbietung gefey⸗
daß wenn die Stillmeſſe aufgehoben worden, ert, und dabey alle gebraͤuchliche Ceremonien,
auch fein Reich und Tyranney, Die gänzlich ſo nicht wider die Gottſeligkeit laufen, beybe-
"Darauf beſtehet, aufgehoben werden und u halten, auch Deutſche Gefänge (inder Mutter-
grunde gehen muͤſſe. Denn, mie in den Ga- |fprache) hinzu gerhan werden, das Volk zu leh⸗
- men die ixfache der Baume und Stämmeift: ren, Denn Paulus hat befohlen, daß man
fo ift der Same diefer jaͤmmerlichen Herrfchaft, in der Kirche eine Sprache brauche, Die das
Reichs, Tyranney, Kramesund Abgoͤtterey des | Volk verftehe. Und da die Meffe wegen der
Pabſtes, der Aberglaube der Stillmeſſen. Communion, oder Gebrauches des Sacra-
Denn diefe haben das ganze Pabſtthum gebe⸗ ments, geordnet worden : fo genieflen vie
ven, und wie ein Atlas gefragen; auf fie ift des Sacraments, die tuͤchtia und vorher ges
alles gefartet und gezogen worden; denn es iſt prüfet find, _ Und der Hohe Werth und Ge—
nichts geweſen, das man nicht durch irgend ei- brauch Des Gacraments wird dem Wolf aus
ne Meite zu verfühnen gedacht. Hierdurch GOttes Wort mit Höchftem Fleiß und Sorg—
hat der Dabft den Ablaß erfiſchet, dadurch ei fal angepriefen, daß die Leute wiffen und
eine unfägliche Menge Geldes aus der ganzen erkennen, mas es ſchuͤchtern Gemiffen vor ei-
Welt zufammen geraft hat: Dadurch find Die nen Teoft bringe, und daß fie lernen GOtt
glaͤu⸗
N
F
—⸗
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den und drum bieten.
Tungendes Königs in Engelland mit den proteſt. Ständen 28 |
fid) von ihm alles Guten verſe⸗ beſſer zeiget, als alle Wäbftt
iche Sagungen,
und allein vecht lehret und vorfehreibt, was wah⸗
"14. Und daß diefer Brauch des Sacraments de Gortfeligkeit und Gottesbienft fey. -
und der Meffe, welcher mit der Schrift ſtim⸗
mer, Gott angenehm fey und die Gottſeligkeit
befördere , erfennet eure Koͤnigl. Majeft. gar
feicht. Dein es wird hier nichts wider GOt⸗
tes Gebot zugelaffen, fondern vielmehr alles |
nach Chriſti Gebot und Ordnung, der diefe
beit. Communion zu folhem Ende eingefeget,
gehandelt, Hier wird Feine böfe oder gotelofe
Meynung wie in der Paͤbſtl. Stillmeffe, def:
fen Endzweck und Einfegung mit dem Evan-
*) Welche legte Worte im Latein. vergeffen find.
16. Berner, daß Meffen, die zum Gewinn
angewandt werden, wie unterdem Pabftehum,
ſchaͤndlich entheiliget werden; und daß Diefer
Mißbrauch faſt in allen Kirchen fehr Kerrfche,
ift auch befannt, Denn Eprifti Wohlthat, der
ung mit feinem theuren Blut erlöfer hat, und
zwar ganz umfonft, fo geringe und wolfeil
verfanfen, und auch ein foldy Werk draus
machen wollen, Das aus feiner Natur, das ift,
gelio ftreitet, eingemifchet. Es geſchiehet auch Jaus der bloſſen That (oder um des gethanen
nichts ohne die hoͤchſte Ehrerbietung, Ordnung | Werks willen) Gnade verdiene, und für an-
und Anftändigfeit, die der Kirchen ziemet. Und drer Sünden, nemlich tebendiger und Todter,
mir dürfen keck fagen, daß dieſer rechte Gebrauch |zugerechnet (oder angewandt) werde: wer fie«
der Meflen bey uns andächtiger dargeſtellet het da nicht, daß folches eine groffe Gottloſig⸗
werde, als bishero jemals die Stillmeſſen un= keit fey? Denn was wäre font, ‚den Leib Chriz
ter dem Pabſtthum gehalten worden; und be: |fti unmürdig handeln und nehmen, wenn es
ruffen wir uns auf die Zeugniffe Der gelehrte: das nicht wäre? Kann man aud) etiwas ärgeys
ſten Männer, die von eurer Majeftät abgefen= Jund goftlofers fagen, als was fie von den Mefe
det worden und an folchen Orten gewefen, wel: Ifen gefagt Haben: daß nemlich Chriſtus mit ſei⸗
che Das alles gegenwärtigmit angefehen und ge- Inem $eiden für die Erbfünde genug gethan,und
höret haben. : ‚ Ihingegen die Meſſe geordnet, daß darinnen für
15. Denn, daß die Widerfacher ſchreyen: Die [die täglichen Tod = und erläßlichen Sünden ge⸗
Unfrigen viffen alle Gottesdienfte, alle Cere- |opffert werde : da doch CHriftus Buffe und
monien und alle Neligion (oder Andacht) zu | Vergebung der Sünden predigen laffen. Die
boden: darinnen thun fie unfern Fuͤrſten und Meſſe und Communion aber ganz zueinem an⸗
andern, die die evangelifche Lehre befennen, un-
recht. Und fiehet man offenbar, daß fie folches
alles aus verzweifeltem Gift und Bosheit mider
dern Ende geordnet Bat; nemlich, das Sacra-
ment denen, Die Troftes bedürfen, zu reichen,
und den Gläubigen durchs Wort und Sacra-
uns erdichfen und aufbringen, weil aus der Leh⸗ ment Gnade wiederfahren zu laffen, daß fie
ve der Linftigen, die fie nach GOttes Wort ein: | Vergebung der Sünden erlangen: nicht daß
ſtimmig drucken laffen und in die ganze Chri- |fie felbft ihr Werf, welches, es mag fonft feyn
ftenheit ausgebreitet haben, fowol aud) aus den wie es will, dennoch ein Menfchengedicht und
Erempeln unfrer Kirchen, in welchen fie wi⸗ ein menfchlicher Gottesdienſt ift, wider vie
der Willen geftehen müffen, daß alles viel hei- Schrift, GOtt opfernunddarbringen, Denn
liger und gottfeliger, als bey ifnen zugehe, Das das verſoͤhnet GOtt nicht; wie Chriſtus ſelbſt
‚Gegentheil klar erhellet *), Ja, unfer Wolf, ſaget, er werde vergebens geebret durch
Gtt fey Lob! ift nicht allein in Kirchen ans | Menſchengebote; denn daß die Mefle fein
dachtiger, fondern führet fich aud) in der ganz fol Werf oder Opffer fey, das Gnade ver-
zen gemeinen Zucht viel befcheiöner auf, und | diene und aud) andern helfe, erhellee daraus,
hatmehr Ehre vor weltlicher Dberfeit und Vor⸗ | weil die Meffe oder Communion dazu geordnet
fteher der Kirchen, als je zuvor gefchehen. Und | worden, nicht daß GOtt etwas geopffert werde,
das haben wir der lautern Lehre des Evange- |fondern daß die Communicanten Troſt fchöpf
Ki zu danken, welche einem jeden feine Pflicht fen, und gleichfam sin Pfand oder ann
Zeichen der Gnade und des Wohlwollens GOt⸗
. tes wider ſich empfangen, und alſo an den Tod
durch Ehriftum , der für uns geftorben und al-
fein für unfre Sünden genug gethan hat, em⸗
pfahen, gedenfen. Und das geben die Worte
felbft, die Chriftus und Paulus von der Meſſe,
oder Kommunion, gebraucht haben.
17. Denn 1) fpricht Ehriftus: Das iftmein
Leib, der für euch gegeben wird. Das
find die Worte der göttlichen Verheiſſung, die
bloß Glauben erfordern, und Dadurch uns
Gnade und Vergebung der Sünden angetra⸗
gen wird: Darum fo iſt es Fein Opffer, Das ift,
fein Werk, das man GEgtt darbringen und
opffern folle, und zwar Sünden zu tilgen, Sn:
gleichen Paulus ſpricht: Sollt ihr des HErrn
Tod verfündigen. Verkuͤndigen aber ift
nicht, opffern, das ift, GOtt ein ſolch Werf
geben, dadurch die Sünden getilget werden.
Hernad) lautet auch der evangelifche Tert alfo:
Pr bat es gebrochen und den Juͤngern ge-
geben, und gefagt: Ylebmet und effetzc. In⸗
gleichen ; Trinfet alle daraus ꝛc. Nehmen
aber, effen und trinken, ift fein opffern; meil
dieſe Werke nicht um bloſſer That willen die
Sünden tilgen. ige: .
18. 2) Es wird auch in diefen Worten nicht
SEE
en
=
286 Cap. ız. Vom Schmalkald. Bund und den Sandlungen Se. un Eng. 287 I
— —
nen
folle, eine lautre menſchliche Meynungmwi-
5 ‚Tod der das Wort GOttes, davon in wichtigen
Chrifti, das it, an die Wohlthaten, die fie Dingen, die nemlich Vergebung der Sünden,
‚Seelenheil und emwiges Leben betreffen, Feines:
weges zu weichen. Denn Paulus fagt nicht
vergeblich, noch miederholet es umſonſt zu
jroepenmalen : Wenn wir oder ein Engel
vom Himmel euch anderes lehren oder Eve -
angelium predigen würden, als das wir
euch gelebret und gepredigt haben, der fey
verflucht! rt,
*) im Latein. fteht falfch: veriusque für alterius
oder vnius; oder muß bedeuten beyde Geſtalt
zu genieſſen. is
Hernach 3) Fönnen fie auch feine Urſa⸗
—
19.
ben, daß man im heiligen Sacrament des Al:
ein ander Sacrament, zum Erempel, die Tau:
fe brauchen; die beydes Sacramente feyn, die
Ehriftus, ihr Stifter und Urheber, ganz zu
etwas anders als zu folchen Opffern, mie fie er-
denken, geordnet hat. ber der NRömifche
Pabſt hat doch die Stillmeffen, zu Unterdru:
che des Unterfcheides fagen, die nemlich fürges -
fars opffere, warum Die nicht auc) opffern, die
Icfung der Ehre Ehrifti, deren *) Seind er ift,
erheben müffen, daß er das Chriftliche Volk
von der evangelifchen Wahrheit und Erkennt:
niß Chriſti, und der Sacramenterechtmäßigem
geboten, daß wir GOtt etwas opffern, ‚fondern Gebrauch „abzöge, und EHrifti Gnade und
vielmehr, Daß wir von ihm nehmen; weil hin Barmherzigkeit verdüfterte. Denn welche mey-
u gefegt wird: für euch gegeben, und: das nen, daß die Meffe ein ſolch Opffer ſey, Da
tut, fo für euch vergoſſen wird. Welche durch GOtt verfohnet werde, die Fonnen Chri⸗
Worte anzeigen, daß von denen, die das heil. ſti Wohlthat nicht nach Würden ermeffen, und
Rachtmahl genieſſen, GOtt kein Dpffer gegeben, |merden im Schrecfen und Gefühl des Zornes
fondern den Menfchen etwas gefchenfet werde, Iund Gerichtes GOttes Feine Zuflucht oder Rath
Hernach ſagt auch niemand, daß die $äyen, wenn wiſſen, noch mit rechtfhaffnem Herzen (oder
fie das Sacrament genieffen, opffern. Nun iſt Gewiſſen) die Gaben und Zeichen der göftli-
aber, fo viel die heil. Communion, Meſſe oder | chen Siebe erfennen Fönnen, wenn fie glauben,
Genuß des Abendmaßls belanger, Bier gar Fein) daß fie Durch. ein fremdes Werf bey GOtt ver
Unterfcheid, da eben ber Chriftus zu einer Zeie | Ehnet und ihnen Die Sünden vergeben werden.
und Augenblick, wegen einerley Endzweckes Denn aud) vie, welche ſich beftreben „ bie, gott»
und Gebrauches, diß Sacrament, ohne Unter-|lofen Meynungen von der Stillmefte zu ent«
fcheid derer, die es genieffen, fie heiſſen Laͤnyen fchuldigen, unter dem Worgeben: die Meffe
oder Wriefter, eingefeger. Und wie das Ber- heiffe darum ein Opffer, weil es eine Dankſa⸗
bot *) einer Geftalt nur ein Menfchengebicht| gung und Lobopffer fey ; werden aus ihren eige⸗
oder Gebot iſt: ſo iſt auch das, daß Das Meß-| nen. Zeugniſſen und Schriften, die von der
opffer bloß um der That willen Gnade verdie Meſſe ausgangen, des Gegentheils uͤberfuͤhret,
er und
—
288 IL Abſchn. Handlungen des Koͤnigs in Engelland mit den proteſt. Ständen. 289
und ſolche Meynungen der Leute ſtecken ifnen |fünden an ihnen, nicht als dienächfte Ur⸗
Äh — ages von den Stillmeſſen ſache, ſondern in ſofern es ihnen die Gna⸗
im Kor 1. Dem forfagt Themasin dem Flei- de der. Reue (oder Zerfnirfchung) erlanger.
hen Werklein vom: Sacrament'des Altars,| 21. Hiervon und von dergleichen andern
warum die Meffe angeordnet fey? Antwort: | Sprüchen find alle Bücher der Schulleßrer
Der Leib Eprifti ift einmal am Creutz geopffert |voll, indem fie mit einem Munde lehren, die
worden für die Erbfünde, fo muß er taͤglich Meſſe fey ein ſolch Opffer, dadurch die, Men«
ohne Aufbören für die täglichen Fehltritte auf |fehen Gnade verdienen, um der bloffen That
dem Altar geopffere werden, Daß die Kirche willen, weil fie gebraucht werden Eönne, ande«
Daran eine, Gabe habe, GOtt zu verfüßnen, rer Sünden zu vergeben. Welche Lehre, oder
die Eöftlicher und gefälliger fey, als alle Opffer [vielmehr verkehrt und gottlos Gedicht, ob es
des Geſetzes. x mit der heiligen Schrift ſtreite oder nicht: in«
jr | *) cum für cujas. gleichen, ob es den rechten Gebrauch einer Meſ⸗
20, Pabſt Alerander fpricht: Nichts Kann fe zeige, oder nicht: ob es niche Chriſti Wohl⸗
unter den Opffern der Rirchen hoͤhers ſeyn, ‚that. mehr verdunfele als erhelle oder verherrli«
als der Leib und das Bluse Chriſti, undift che, ja gar. flürze: das überlaffen toir eurer
keine Öpffergabe gröffer und herrlicher, als | Koͤnigl. Allerdurchl. Majeſtaͤt zu überlegen,
Die, welche alle andre übertrift. Inglei⸗ die nach ihrer Weisheitund hohen Einficht, nicht
- hen: Die Wahrheit ſelbſt Iehret uns, den nur in aller weltlichen, fondern auch geiftlichen
Kelch und das Brod im Sacament opf: | Öelehrfamfeit, leicht eracten wird, daß unſre
fern, wenn fie fagt: Nehmet, effet; denn und andre fic) zur evangelifchen Lehre befen«
Sünden und Mifferbaten werden getilger, nende Fürften die gerechtefte Urſache gehabt,
wenn man dem ren ſolche Opffer brin: die Stillmeffen abzufchaffen, und den rechten
get. Und abermal fpricht er: Mic folchen |Gebraud) der Meffe, oder Kommunion, zu
Opffern wird GOtt erfreuer und verföh- Chriſti Ehre und Troft der ganzen Chriftlichen
net, daB er die gröften Sünden erläffer.| Kirche wieder Herzuftellen und anzurichten :
‚Gabriel von dem Canon ver Mefle: Das Sa- nachdem fie aus GOttes Wort erfannt, wie
crament des heiligen Nachtmahls nimmt, |meit die Stillmeſſen von der evangelifchen
wenn es als ein Öpffer dem oberften Da- | Wahrheit abgehen, und wie gottlos und abgoͤt⸗
ter gebracht wird, auch fogar Todfün- |eifch fie feyn. Denn es ift nur ein Berföhnopf-
den geſchweige die erläßlichen, nicht nur fer in der Welt geweſen, nemlich der Tod Chris
derer, die es genieflen, fondern auch aller |fti, welcher, wie Paulus ſaget, einmal für.
derer, für die es geopffert wird, wie auch |uns geopffert und eine Babe worden fuͤr
der Schuld und Strafe nach, mehr oder unſre Sünden; welches die andern Verſoͤhn⸗
weniger, nad derer Defchaffenheit, für |opffer des Gefeges *) bedeutet Haben, die auf
‚die esgeöpffert wird, weg. Daher Thomas | Gleichnißarf Genusthuungen waren, die die
im IV. dift, 1.2. qu..2. fagt: Das heil. Nacht: | Gerechtigkeit des Sea erfauften, daß die
mabl, als ein Opffer/ hat auch Kraft an de⸗ Suͤnder nicht aus der bürgerlichen Sefellfchafe
nen, für welche es geopffert wird, an wel⸗ geſtoſſen würden; haben aber nun, nach Offen⸗
chen es kein geiſtliches Leben inder Wirktich- | barung des Evangelü, aufgehoͤret. Denn im
Feit (oder wirkſamen That) voraus fordert ;| Neuen Teftamene muß der Dienft nur geiſt⸗
genug wenn folches. noch kommen mag (in |lich feyn, Das üft, die Gerechtigfeit des Glau-
potentia, oder im Wollen da ift) : Und daber, bens und Früchte des Glaubens, weil er eine
wenn es fie geſchickt findet, erwirbt ee ib: |geiftliche und ewige Gerechtigkeit und $eben
nen Gnade, Eraft deflelben wahren Opf⸗ bringet, nad) (den Worten): Ich will mein
fers, von welchem alle Bnade auf uns| Befeg in ihre Herzen geben; und Chriftus
aefloffen ift, und folglich tilger es die Lodz | fpricht; Die wahren Anbeter werden GOtt
Lutheri Schriften 17. Theil, T bike im
290 (ap. ım. Dom Schmalk. Bund und den Handlungen Sr, und Eng. 11 291
im Beift und in der Wahrheit anbeten, d. |fer Beiffen Fanny. denn es weiß ein jeder, daß
3. im wahren SHerzensdienft und Berehrung: \ein groffer-Unterfcheid zwiſchen Opffern und S“
- Darum aud) die Levitiſchen Gottesdienfte abge: cramenten ſey. Denn in diefem empfahen wie
fhaft worden, weil geiftliche Dienfte des Ge- die uns von GOtt dargereichte Gaben; in ben
muͤthes und deren Früchte und Zeichen folgen \andern aber geben und opffern wir GOtt das
müßten ; wieindem ‘Brief andie Hebräer deut⸗ Unſrige. ur tahttads 2er HR
lich gelehret wiid. 24. Es rühren aber die. Stillmeſſen vonnie»
legit fuͤr legss. mand anders ber, als von; den Paͤbſten, die
22. Aus welchem allen folget, daß die Meſ⸗ von Gregorii Zeit an bald dieſe bald eine an⸗
fe Fein Opffer ſey, fo um der bloſſen That wil: dere Ceremonie, Geſang oder Gebet, einzeln,
len verdiene, daß auch andern Vergebung der nach ihrer Heiligkeit oder Meynung, hinzuge⸗
Suͤnden wiederfahre; wie fie gelehret haben. fuͤget Haben; wie die Hiſtorien einmuͤthig -bes
Und ſie moͤgen die Stillmeſſen zu beſchoͤnigen
und zu ſchminken ſuchen, wie ſie wollen: ſo
widerfpricht und widerſtreitet ihnen ihre eigene
Lehre von der Meſſe, da fie fuͤrgegeben Haben,
daß fie andern zugewendet werden und ihnen
Vergebung der Sünden bringen koͤnne. Die
fe Meynung wird nicht, ohne durch Wieder:
Berftellung *) des rechten Brauchs der Meffe,
aus den Gemüthern der Menfchen aetilger wer:
den, fondern bleibe nothwendig ftets, und kommt
immer wieder, meil ein folder Dienft in der
Kirchen feyn muͤſſe, dadurch GOtt verſoͤhnet
werde.
Lis im Lateiniſchen reſtituto für: redtituto,
zeugen: bis fie endlich aus ihr das fuͤrtreffliche
fo Werk, welches folcher Stifter wohl. werth, er»
bauet und herausgebracht haben, daß, fie nem«
lich den rechten Gebrauch der Meſſe verlaften,
die gehre Chriſti Hinter den Ruͤcken geworfen,
und die ganze Kirche mit Stillmeſſen, darin
nen fie aflein alle Heiligkeit geſuchet, erfuͤllet
und uͤberſchwemmet haben,
25. Diß haben, allerdurchlauchtigſter, groß⸗
maͤchtigſter Koͤnig, unſerer Fuͤrſten und anderer
evangeliſchen Staͤnde des Reichs Gottesgelahr·
te und oͤffentliche Lehrer in groſſen Buͤchern er⸗
klaͤret, was wir hier nur ganz kurz in dieſem
reſtit Briefe zu beruͤhren für gut angeſehen: nicht,
23. Und geſetzt (wie man nach rechtlicher Art
daß wir daͤchten, eure allerdurchl. Koͤn. Maj.
Faͤlle dichtet oder ſetzt), die Meſſe koͤnnte ein wiſſe nicht darum; vielmehr ſind wir gaͤnzlich
Gedaͤchtniß⸗ oder Lobopffer genannt werben: verſichert, daß eurer Koͤn Maj. der Alten und
fo iſt es doch kein gnugthuend Opffer ſuͤr die, Neuen Schriften, von dieſen und andern Schrif⸗
ſo es thun, oder andern zuzuwenden, dadurch |ten, vollkommen bekant ſeyn, als von welchen
einer Vergebung der Suͤnden verdiente. Und auch eure Koͤn. Maj. oͤfters mit den Gelehrten
wozu dienet es alſo, den rechten Brauch und Ein⸗ |auf eine ſehr weiſe und gelehrte Art ſich zu un⸗
ſetzung derſelben zu verlaſſen, und fie in die terhalten pfleget: ſondern darum haben wir es
Kirche einzuführen, darinnen man doch um kei. bloß gethan, daß wir eurer Koͤn. Maj. aufs
ner menſchlichen Urſache, Gedicht oder Mey⸗ kuͤrzeſte die Veranlaſſung und einige Urſachen
nung willen, von Chriſti Befehl und Ordnung der bey uns abgeſchaften Stillmeſſen mit gezie⸗
weichen muß? Denn auf eben die Arc koͤnnte mender Ehrerbietung eröffnen, und der Wider⸗
auch Weyhnachten und andere Feſte, die zu |facher Läfterungen, dadurd) ſie ſowol bey eurer
Chriſti Gedaͤchtniß gefeyert werden, Gedaͤcht. Koͤn. Maj. als fonft bey aller Gelegenheit, die
niß und Dankopffer Beiffen. sa, ſolche Opf⸗ | fie begierig fuchen und ergreifen, durd) fau«
fer find eher die Predigt des Evangelii, der |fend Raͤnke und Gedichte, Die wahre Lehre an⸗
Glaube, Gebet, Dankfagung, Truͤbſalen, oder zuſchwaͤrzen und bey allen verhaße zu machen
Fuͤrbitten für andere. Und der Meffe Haupt: | bemüßet find, ablehnen möchten.
zweck ift, wie wir fehon gefagk haben, daß fie] 26. Wir zweifeln auch nicht, eure Majeft,
ein Sacrament fe, fo durch den Geiftlichen ei-| werden, als ein gelehrter und der evangelifchen
nem andern verließen wird; Darum eg Fein Opf· Wahrheit lebender König, leicht ermeſſen, vB
4 ie:
Stilfmeffen nicht liederlich 1 Beift aber zten
18 höchftbilligen: und dringenden Gründen , die Zeiten einige werden vom Blauben abtre⸗
aus dem: Worte GDttes, weiches allein nicht |ten,und achten.auf die Beifter des Jretbuma
deren kann, oßne alle Faͤlſchung und Tüde ‚laue | und Kehren der Teufel, die in Gleißnerey
terlich an» und ausgeführet worden, bey uns ‚| Lügen reden und ein gebrandmalt Bewifs
Ehre GOttes und Beförderung der Selig: | fen haben, die da verbieten ehelich zu wer«
Belt der Menfchen abgeſchaffet worden. Und den. Wenn ſich das nicht auf den Roͤm Bi:
es mögen damider fo viel Streiche und Raͤnke ſchof reimt, auf wen foll.es ſich fonft reimen?
erdacht werden , als man nur kann: fo wird Denn niemand, als er, hat die Ehe den Prie«
man doch fehen, daß die Unſern das ficherfte ſtern Höchft ungerechter Weiſe entriffen, und den
wählen, indem fie die Are und Weifeder Ein |unreinen ehelofen Stand dafür, als etwas Heilis
ſetzung Chriſti behalten. Und der meifte Theil |ges, und, wie Paulus ſagt, in Heucheley und
der Priefter:dat bey uns von freyen Stücken auf durch fügen eingeführet- =, 2.40 vo
gehoͤret die Stillmeffen zu feyern, nachdem fie 29. Die Schrift läßt ſowol Prieftern als an-
vernommen ‘aus der evangeliſchen Lehre, wie dern Leuten die. Che frey, „Denn fie ſind alle
irrig und gottlos fie wären; und Die meiften | von einem Fleiſch, fo das ganze menſchliche Ge⸗
und geleßrteften Leute, welche Prieſterthuͤmer ſchlecht ‚befleidet und in ſich faſſet, geboren:
oder Pfarren unter andern Dberfeiten und Herr) Sie Fönnen alfo die Natur nicht ändern, nod)
ſchaſten, ‚Die nicht Die lautre evangelifche Lehre ihr Sleifch ablegen, noch, ohne fonderbare Gabe
befennen, gehabt Haben, find davon abgemi-| GOttes unverheyrathet bleiben... - Denn nicht
chen, daß fie nicht wider Gewiſſen handeln müß-|ein jeder (ſagt Chriſtus,) faſſet diß; Und Pau⸗
ten, und haben ſich an die Orte, in welchen die lus ſpricht: Um der Yurerep willen habe ein
Lehre des Evangelii frey geprediget wird, bege- jeglicher fein eigen Weib. Und fonderlic) von
ben. Denn es iſt eine ſehr ſchwere Sünde, eis| Prieftern fpricht er: Setze Aelteſten (Drie-
nen, zumal in folher Sache, die GOttes Eh- fter) in den Städten, wie ich dir geordnet
ve verlegt und GOttes Wort zuwider läuft als |babe, ſo jemand unfträflich ift, eines Wei⸗
zw einem Gottesdienft zwingen und treiben. |bes Mann, der gläubige Rinder bat, und
27. Daß. wir aber eurer allerdurchl. Rönigl. |nicht ein Schlemmer iſt. Ingleichen: Ein
Maj. nicht mit langem Schreiben beſchwerlich Biſchof ſoll unfträflich feyn, eines Weibes
ſeyn: fo wollen wir dißmal weiter nichts von die» | Mann. Alfo fiehet man, daß diß Verbot nicht
ſem Artikel fagen. £ aus göttlichen Hecht, fondern vielmehr wider
HR 28. Es iſt noch der dritte Punct übrig die heil. Schrift. gemacht fey.
} b
von. unferm Vorhaben, nemlic; von der Prie-|- 30. Aber -einige der Päbftlichen Berfechter
fterebe , welche auch der Roͤmiſche Biſchof, wi⸗ | bringen Darwider vor: Daß, ‚obgleich die Priee
- ber die Schrift, wider die Gefese der Natur ſterehe nicht in Keil. Schrift verboten zu feygn
und alle Ehrbarkeit, verboten, und zu vielen Suͤn⸗ (heine, fo Hätten doch Die Priefter von alten
den, Schanden und Laſtern Gelegenheit gege- | Zeiten Ber. immer oßne Ehe gelebet; darum fie
ben hat. Aber, daß man nicht zweifeln moͤch⸗ hinzuthun; Man müfle in ſolcher Sache nicht
te, er waͤre eben der: Widerfacher Chriſti, von von den alten Exempeln abgehen, noch die Ehe
welchem die Schrift ſowol ſolch Verbot als an |den Prieftern verſtatten. Dem twiderfprechen,
Ders mehr, ſo ſich offenbarlich auf ihn reimet, allerdurchl. großmaͤchtigſter König, offenbarlich
klar verkuͤndiget: ſo hat er muͤſſen folch Geſetz ſowol die Kirdyen : als andere Hiſtorien, dar⸗
des eheloſen Prieſterthums geben, daß, wie aus man klar ſiehet, Daß die Biſchoͤffe und Prie ·
man den Löwen an Klauen; ſo auch den Pabſt, ſter in alten Zeiten verheyrathet oder beweibet
d den Antichift, an foldhem Verbot deral-! gewefen. ESEL, |
lerheiligſten und in allem fo.chrlichen Ehe erken⸗ .31. Denn erftlich hat Spiridion, Bifhofin
‚nen möchte Denn fo fpricht Paulusz. Der | Cypern/ aus der Propheten Stande ——
2 en,
u * N — 2 N a
I BES, 2 \ = = SR
294 Cap. 17. Dom Schmalkald. Bund und den Handlungen Sr.und Eng. 295.
fen, mie die Kirchenfitorie redet, ein Weib ter Meynung gnugfam entdecket. Dennfofage
gehabt, von welcher er eine Tochter, mit Na- |Xuguftinus:' Einige ſagen, daß, die nach eis .
men Irene, gezeuget. Hernach find faft alle Iner Geluͤbde heyrathen, Ehebrecher fepn,
Biſchoͤffe nadyeinander bemeibt geweſen, deren Ich aber fage euch, daß die ſchwerlich fün»
viele Söhne ſogar zu Römifchen, oder doch an⸗ digen, die folche feheiden. Und Eyprianus
dern Bilchöffen gemacht worden. Sylverius, von den Jungfrauen, Die Keufchheit gelobet ha«
Pabft, war des Biſchofs Hormidaͤ Sohn. ben, fagt: Wenn fie nicht fo bleiben wollen
Pabſt Theodorus war des Biſchofs Theodori oder Fönnen, ſo ift es beffer, daß fie freyen,
von Sserufalem Soßn. Pabft Yörianus I. als durch ihre geile Brunſt ins Seuer fal⸗
Talari, Biſchofs. Johannes XI. Pabft, des len. Br
Pabſts Sergii. Gelafius, des Bifchors Ba- | 34. Meynen alfo obgemeldte Heil. Väter ‚eis.
lerii. Pabft Johannes XV. Leo des Priefters ine ſolche Gelübde müffe die Ehe nicht hindern ;
ie Presbyteri) Sohn. Und kurz zu reden, wie denn wirklich auch nicht im Wege ſtehen
ſo fiehet man es aus der einzigen NHiftorie des kann, daß die, welchen die Gabe der Keuſch⸗
zum deflen Eltern 7. Söhne nad) der heit nicht verliehen ift, nicht heyratfen möchten, -
eihe zu Bifchöffen gehabt, darunter er der denn es ift beſſer heyrathen als Brunſt lei⸗
achte geweſen. Es iſt aber nicht möglic) zu |den; mie Paulus ſagt. Was ift aber unzüch-
glauben, daß fie alle aus unrechter Ehe follten tiger und ſchaͤndlicher, als der Päbftliche eher ⸗
geboren feyn, da die Canones und Schlüffe der lofe - Priefterftand? Wie wenige find darinnen
Eoneilien (oder Synodorum)) geben, daß wenn keuſch? Wie viel werden in Hurerey, Ehebruch
jemand fagen würde, daß der Priefter, unter und dergleichen, ja, vielgroffern Sünden und
Vorwand der priefterlichen Heiligkeit, fein eigen Laſtern faft täglich betroffen? Und wennes bey
Weib verachte ( oder verachten folle ) ‚ein Bann ihnen recht beftraft würde, fo würden fie fich
oder Fluch feyn ſolle. gewiß nicht viel mit ihrem erdichteten und heuch⸗
32. Wir haben aud) das freffliche Exempel |lerifchen ehelofen Priefterftande breit machen dürs
vom Papknutio, dem Bekenner, der dem gan⸗ fen.
zen Concilio zu Nicea widerrathen, die Ehe 35. Es melden auch die Hiſtorien, daß die
nicht zu verbieten, und es auch dahin gebracht ‚daß Priefter in Deutſchland ſich wol 3. Fahr und
nichts hierinnen geboten, fondern es einem frey noch länger wider Pabft Hildebrands Gebot
gelaflen, nicht aber eine Noth oder Zwang dar- |von dem ehelofen Stande, der ihnen mit Ges
-aus gemachet würde, Welche Hiftorie aud) | malt die Weiber abgefprochen, gewehret, und
in dem Pontificio (oder Päbftlichen Ordens. |die triftigften Urfachen wider folche des Pabfts
Bud) ) angeführet wird. Und findet man einen | Verordnung und Tyranney, die Ehe zu vercheis
Schluß des fehlten Concilii, darinnen ausdrück, jdigen, angefuͤhret. Als fie aber nichts ausges
lic) das Eheverbot verdammt wird. richtet, ift endlich) wider dan Biſchof von Maͤynz,
33. Man wendet aber 2) nochmals ein: Man der das Päbftliche Gebot hingebracht hatte, N
koͤnne den Prieftern nicht, wegen der Geluͤbde der |ein Aufſtand gefchehen, daß er von feinem Bors
Keuſchheit, fo die Priefter gethan, die Ehe ge» Haben ablaffen müflen, und endlich der Pabft
ftatten. Antw. Aber was das fürelne Gelübde kaum nad) vielen Fluͤchen, Bannftralen und
fey, und ob fie verbinde, da fie ohne Sünde Bullen, Damit er felbft in den Himmel zu ſtuͤr⸗
nicht gehalten werden Fann, wird eure Koͤnigl. men gefucht,, es fo weit gebracht , daß Den ar-
Maj., nad) dero hohen Weisheit und Gelehr- |men ‘Prieftern die freye Macht zu heyrathen,
ſamkeit, — ermeſſen. Denn die wider goͤttliche und menſchliche Rechte, genom⸗
Gabe der Keuſchheit iſt nicht allen gegeben; und men und zu allerhand Geilheit und Unzucht An⸗
das bezeuget auch der eheloſe Prieſterſtand und laß gegeben worden. Man hat auch den Brief
Die tägliche Erfahrung. Und was von einem des Heil. Udalrichs, Biſchofs in Augfpurg*),
ſolchen Geluͤbde zu Kalten fey, hat der Beil, BA darinnen er das Verbot der Priefterehe mic ur |
tigen
|
BAT”.
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Yerwir!
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am
*
—
ind nachbrücklichen Gründen toiberrä
* an Picolaum I. Kom. Bifchof. |
36. Weil denn unfere und andere Evangeli⸗
*
Er
fie Fürften, nad) der durdy) GOttes Gnade |
‚wieder geoffenbarten Wahrheit, eingefehen,
J : . Sandlungen des Königs in Engelland mit den proteft, Ständen. 257
iderräfh voller -Hergerniffe gemefenen ledigen Stand
geftheben, das haben wir guten Theils der ehr⸗
aren Priefterehe zuzufchreiben.
*) im. Lateinifchen fehlere,eare. "
37. Zudem ftreitet niemand Beftiger und
fchärfer wider den Roͤm. Pabft,- und lehret fo
was von dem Päbftlichen Verbot der Priefter- |fehr von der Freyheit der Ehe, als von der mit
ehe zu Halten fey, und allenthalben Her erfahren Recht behaupteten reinen tehre, wider deffelben
‚und deutlid) erkannt, daß folcher ledige Stand
‚ohne Sünden und Aergerniſſe nicht beftehen
koͤnnte; fo haben fie aud) hierinnen *) die Päbft-
‚lichen Bande zerriffen, und den Prieftern die
‚Ehe, wie folches die heilige Schrift und die
Erempel der heiligen Vaͤter und der alten Kir⸗
che erfordern und bezeugen, wieder frey gege⸗
ben. Denn fiehabengeglaubet, es gehöre diß
auch zu ifrer Pflicht, daß fie die Gelegenheit
und Urfache unzähliger Yergerniß und Greuel,
. bie der ledige Priefterftand notwendig mit fich
fuͤhret, Binwegräumten, und der ‚gemeinen
Ehrbarkeit Bierinnen riethen. Sonderlich da
fie ſahen, was auch vor abſcheuliche Dinge ſo⸗
wol im Priefterftande, als in den Klöftern der
Möndye und Nonnen vorgegangen , darin
‚nen man erfahren, daß oft Kinder erwuͤrget,
die Früchte abgetrieben,, und andere Schand⸗
thaten begangen worden, welche Früchte allein
dar ledige Stand hervorgebracht. Und darum
gibt es jeßt viel bemweibte Priefter bey ung, auch
viele im ledigen Stande; und wird eines jeden
Gewiſſen überlaffen, ober heyrathen wolle oder
nicht: wenn er nur ſo lebet, daß er andern kei⸗
nen Anftoß gebe. Denn fonft wird ſowol wider
Unterdruckung und Verdunkelung, als die,
welche von deflelben Joch des unreinen ledigen
Standes nun frey worden: fie pflegen auch ih⸗
re Kinder, die fie aus der Ehe zeugen, wohl
zu erziehen, welche GOtt auch ohne Zweifel
nad) dem Tode der Eltern, wenn fie in der
Furcht GOttes erzogen und genähret worden,
verforgen wird. Denn es wäre ein hartes ‚die.
Priefter darum von der Ehe auszufchlieffen,
weil fie ihre Hemter und Stellen nur Lebens
lang haben, und nicht auf ihre Nachfommen
vererben. Denn fo müßtemanaud) vielen an⸗
dern, die in öffentlichen Aemtern ftehen, oder
fonft etwas bedienen ‚die Ehe verbieten. DIE
aber würde dem gemeinen Wefen mehr ſchaden
als nußen, da ſowol aus heiliger Schrift, als
der heiligen Bäter Sprüchen, aud) dem Zeuge
niß der — der Natur und der Voͤlker,
auch der weiſeſten Maͤnner Urtheil und Bey⸗
fall, bekannt, daß die Ehe denen, die nicht le⸗
dig bleiben Fönnen, zu Vermeidung gröflerer
Gefahr, erlaubt und frey feyn müffe.
38. Diß haben, allerdurdjlauchtigfter und
unübermwindlihfter König, vor eurer allerdurch⸗
lauchtigften Koͤnigl. Majeſtaͤt wir Eürzlich vor⸗
die Deiefter, als den gemeinen Pöbel, aud) ſtellen wollen, um eurer Majeſtaͤt einige Urs
hierinnen mie Strafen ‚ nad) den gemeinen Ge- |fachen zu erzehlen, warum unfere Durchlauch⸗
etzen, verfahren. Und ift durch GOttes Gna- tigſte Fürften, und andere Evangeliſche Fuͤr⸗
de fo viel Daraus erfolget, daß derer Gemiffen, ſten und Stände des Reichs, in diefen drey
‚welchen die Gabe der Keufchheit nicht wieder⸗ Artifeln, fo von dem Roͤm. Pabft abgehen:
fahren, gerathen worden, Die Gelegenheit und daß, da fie fonft in andern Chriſtlichen Lehrſtuͤ⸗
Urfache vieler Greuel und Bubenftücke aufge: cfen von der Wahrheit nicht eines Fingers breit
hoͤret, und Weiber und Jungfrauen, denen je abzuweichen das Herz hätten , fie gleichwol
he oft unter dem Scheim der Srömmigfeit bef- hierinnen befchloffen, feine Tyranney darinnen
tig nachftellten und Stricke legten, ficher feyn |abzumerfen, und dabey zur Ehre GOttes und:
können, Kurz: daß fomol weltliche als geift- | Verhütung unendlicher Schandthaten, vet zu.
liche Aemter in mehreren Ehren gehalten wer: |beharren. Wir wollen aber Bier nichts fagen
den, und die Priefter allenehalben mehr. ange- | von andern Mißbräuchen ‚die der Röm. Pabſt
ſehen feyn und gelten, als vormals je bey dem | age ; darunfer vornehmlich die Fe
| 23 eiche
Br wi
RM
298 ' Cap. 17. Vom Schmalk. Bund undden Handlungen Fr. und Eng. 299
beichte zu zählen iſt, dadurch er ſowol die Macıt| und ‚der Kirchen Sache gar bald für gut hal-⸗
der Schluͤſſel zum ſchaͤndlichſten Gewinn und ‚een ; denn man ſuchet dadurd) feinen Eigen.
Tyranney gervandt, fondern auch die Beichte, I noch Vortheil, fondern es kommt nur dars
die die. Gewiſſen zu beleßren und zu troͤſten auf an, wie man gottloſe Mißbraͤuche, die
ſonſt fo heilſamlich eingefeget worden, zu einer durch den Antichriſt in Chriſti Kirche eingefuͤh⸗
Folterbank gemacht, und dadurch alle Koͤnige, ret worden, wegraͤume, und Chriſti Ehre be⸗
Fürften und Potentaten unter feinem Jod) ge- ‚fördere, und rechtſchaffene Gottesdienſte an -·
fangen gehalten, ja, auch unzaͤhlig Unheil ger richte, damit die Gewiſſen von Päbftlihen
ftifter Hat. Davon der Unſrigen gedruckte Joch und Dienftbarfeicbefreyer, undöffentliche
Schriften zeugen, was fie meynen und mit was NXergernifle, fo viel nur immer möglich, aus⸗
vor Eprerbietigkeit fie diefelbe in unfern Kicchen | gevottet werden. In welchen Dingen der Eifer
ftatt finden laffen. — ſo gar nicht *) zu ftrafen ift, daß man ihn viele
39. Und es ift uns erfreulich, Gelegenheit mehr hoͤchlich zu preifen, und demfelben nachzu-
zu haben, eurer Allerdurchlauchtigiten Könt | folgen hat. Denn da diß aller wohlbeftelleen
glihen Majeftät diß vorzuftellen und ifrem Llr-| Staaten (oder Negimenter) Haupt zweck und
cheil zu überlaffen. Denn da eure Königliche) Ende feyn muß, daß GOttes Ehre ausgebrei«
- Maj. mithoher Gelehrſamkeit, Weisheit, und tet, und das gemeine Heil , Ehrbarkeit „Zucht,
Begierde der Wahrheit begaber iſt, und des Sriede und Ruhe erhalten werde; wer zmeifele
Roͤm. Biſchofs Tyranney auch (nicht ohne denn, daß die, welche die Herrſchaft Haben,
göttlichen Trieb, oder Goͤtterſinn, wie der Poet und alſo gleichſam ihre ganze Regierungsart
fage,) aus igren weitläuftigen Reichen ausge-| und Lauf nach diefem Ziel anftellen, nicht hoͤchſt⸗
rettet hat, noch GOtt Lob! meiter von deflel-|Löblich feyn? Und weil eure Königliche Ma
ben gottlofen Meynungen gefangen gehalten| jeftät, als ein hoͤchſtweiſer und gelehrter Herr,
wird; fo find wir gänzlich) verficyert, es werde diefen Zweck auch in Regierung ihrer meitläufe
eure.allerdurchlauchtigfte Königliche Majeftät eigen und löblihen Reiche und Länder, mie
von diefen wichtigen Sachen, die die Ehre man ofjenbarlid) ficher, vor Augen haben: fo
Gottes, das Heil der Kicche und die, völli-| koͤnnen wir uns billig, die wir, zu Beförderung
e Auskhaffung des Nömifihen Antichriſts der EhreChriſti und des gemelnen Nutzes, in He-
Beiteffen, ganz frey und unparteyiſch urteilen fer fo lödlichen Sache an eure Durchlauchtige
Eönnen, welches bey denen fonft nicht ift, wel- Königliche Majeftäc als Geſandten abgeſchicket
che entweder nicht gelehrt find, oder nicht nad) worden, hoͤchſtgluͤcklich ſchaͤtzen; ingleichen auch
der Wahrheit fragen, oder Paͤbſtiſchen Leuten, die ſaͤmtlichen Unterthanen eurer Majeſtaͤt,
Meynungen und Sachen anhangen, oder durch welche durch goͤttliche Guͤte einen ſolchen König -
Furcht daran gehindert, oder von Affecten und Fuͤrſten haben, welcher nicht nur andere
(Gunft oder Ungunft) aufdle eine Seite mehr Königliche Tugenden beſitzet, fondern fich auch
als die andere gezogen werden: wie ſich denn wegen des Eifers für die wahre Gottſeligkeit
auch viele, Die den Mantel nad) dem Winde| und für die evangelifche Wahrheit allenehalben
hängen, ftellen, als ob fieden Pabft haſſeten Ehre und Bewunderung erwirbet, felig preis
und der Wahrheit ergeben wären, die doc) in] fen, 4 I“
der That ganz etwas anders ſuchen. Daß *)|: *) Im Lateinifchen ift falſch quo iure, für tantum
aber folche von: dergleichen Strittigfeiten we] abeft ve. / ER
der Fonnen nod) follen urtheilen, ift eurer KR) 41. Es iſt ja wol ſchon etwas groffes, das
niglichen Majeftät von ihnen felbft befannt. | gemeine Wefen in gewiſſe und gerechte Geſetze
*) hi vero quum, für quod - - Mai, V. non ignorat. | zu faffen, die Frommen zu fhüßen und zu bes
40. Wir ziveifeln aber nicht, es werde ein |fihiemen, die Böfen durch Strafen zu baͤndi⸗
jeder, der. nur in etwas gelehrt ift und die ev-|gen, Unrecht und Gewalt fleuren, Friede und
angelifche Wahrheit liebet, unſre, ja Chriſti | Einigkeie der Unterthanen erhalten. | Denn
nr | wer
)
11, Abfeh. Handlungen des Rönigs in Engelland mit denproteft. Ständen. 301
te einen folhen Fürften nichtals einen geben und verfchaffen, daß zwiſchen eurer Kös
‚ und. ebren,, der dergleichen ause| nigfichen Majetät und unfern Fürften, auch
2 Es gibt, aber noch groͤſſere Dinge,|andern religionsverwandten Ständen , eine
wenn wahre G
l
wenn w oftfeligkeit Dazu kommt, wenn | foldye Eintracht getroffen werde, die zu Lobe
Ehrifti Ehre ausgebreitet, das Wort GOttes des Evangelüi und zu gemeinem Heilder ganzen
werth gehalten, Sottesdienite, die dem Willen Chriſtenheit oßne Seife gereichen, den Rom.
Gottes gemäß find, aufgerichtet, der Men: | Antichrift aber deſtomehr ſtuͤrtzen und zu boden
ſchen Gewiſſen berathen und oͤffentliche Aerger |werfen wird. Und wir leben der gänzlicyen-
niffe weggeraͤumet twerden; Denn jenes’ betrift | Hoffnung, es werden geliebts GOtt! mehrere
nur das weltliche $eben, welches ein: jeder, Könige, Fürften und Potentaten, dieſer fo hei=
wenn feine Zeit koͤmmt, aufgeben und verlaffen | ligen Sache zufallen und Die tehre der evanges
muß; diefes aber gehöret zum ewigen Leben, liſchen Wahrheit erfennen und annehmen; mie
welches frommen-und gottſeligen $euten , wenn |denn auch bisher, Durch GOttes Gnade, fi)
diß elende menfchliche Leben ein Ende hat, be |ein ftattlicher Fortgang geäuffert hat, daß groß«
vorfteher, und Darauf fowol in Diefer als jener | mächtige Könige, Fuͤrſten und Städte, ſowol
Melt grofle Belohnungen ſtehen. Darum be: | inn » als aufferhalb Deutſchland, die Lehre des
ehret GOtt die Könige mit feinem, Namen ‚| göttlichen Worte angenommen haben.
wenn er ſpricht: Ich habe geſagt, ihr feyd| 43. Und man fiehet Deutlich, daß die Leute,
Goͤtter; hauptfächlic darum, daß fie goͤttli. nachdem die Wahrheit in den Schriften de«
che Dinge wohl faffen und die wahre Neligion| rer, welche die Lehre des Evangelii befennen
in der Welt erhalten. Dabin ermahner fon=| und lehren , fo faft in die ganze Welt ausgan«
derlich die Schrift , wenn fie ſaget: Laſſet euch | gen, denfelben in die Augen geleuchtet, nach
weifen, ihr Rönige, und laßt euch züchti.| der reinen Lehre fehr begierig feyn, deren Ges
gen, ihr Richter auf Erden; dienet dem) bet GOtt einmal nach feiner Güfe erhören, und
SErrn ꝛc. Dazu geben uns Anleitung die Er: | fein Wort, durch Erleuchtung der Herzen der
empel der gröften Könige in Heiliger Schrift, | Könige und Fuͤrſten, weit und breit fortpflan«
die die wahre Religion mie hoͤchſtem Fleiß ‚| zen wird, aufdaß Ein Hirte, nemlich unfer
- Sorge und Mühe befördert, und hingegen fal.-| HEre JEſus Ehriftus, und Ein Schaafſtall,
ſche Gottesdienſte abgefchaffer Haben. Das) nemiicy die Catholiſche Kirche, Die das reine
hat ein David, Joſias, Joſaphat, Ezechias, Evangelium Ehrifti befennet, und den damit
und hernach alle heilige Könige gethan. ftimmenden Gebraud) der Sacramenten bee
42. Da nun eure Königliche Majeſtaͤt ohne hält, nicht aber eine Päbftliche oder Roͤmiſche,
Zweifel eben dergleichen im Sinne hat ‚ja ſchon Die beydes vertoirft, haſſet und anficht, werden
mie ganzem Fleiß fid) angelegen feyn läßt, die) möge, ° Ba
wahreevangelifche Religion, fodurch des Pabfts| 44. Im übrigen wünfchen und beten wir,
Tyranney gedampffet worden ‚wieder ans sicht) Allerdurchiaudhtigfter, Sroßmächtigfter König,
zu bringen; die ebenfa!s vom Pabft verdun:| allergnädigfter Herr,daß eure Majeſtaͤt indem
felte Ehre Chriſti wieder zu verherrlichen; die angefangenen Werk der evangelifchen Wahr⸗
gottloſen, von eben demfelben Antichrift in der
Kirche als grundſchaͤdlicher Gift ausgeftreuesten
und eingeführten Mißbraͤuche abzufchaffen; da-
gegen aber die wahren und Heiliger Schrift ge-
gemeinen Beften, durch GOttes Gnade tapf⸗
fer fortfaßre; und zweifelen nicht, eure Maje⸗
| ( (tät werde ſolches, als ein König, der wahre
mäffen Gottesdienfte und Ceremonien wieder Gortfeligkeit und alle Tugend und Gelefefam-
anzurichten : fo wollen wir nicht zweifeln, es ket liebet, willig tfun. Und wir bitten aud)
werde GOtt eurer Königlichen Majeftät Thun eure Durchlauchtigſte Koͤnigliche Majeftät,
und Vornehmen in fo feiligen und billigen Din.| daß fie uns mit einer baldigen gütigen Antwort
‚gen fegnen, und nad) feiner Güte: gnaͤdiglich an unfere Durchlauchtigfte Fuͤrſten, des at
5 fürs
heit, zu Befoͤrderung der Ehre Ehrifti unddes
RN)
302 Cap.ız. Dom Schmaltald. Bund und den Handlungen St, und Eng. 303
Förderfamften, als es ſich nur thun läßt, da-|Römifcyen Antichriſts, erfolgen. Weil ige -
— ie 9 die Se Zeit fortzufchiffen| aber die übrige Difputation oder Handel von
anjego entgehe, von hinnen laſſe (abfertige): den Mißbräuchen nicht auswarten Eönnet, in⸗
und daß eure Allerdurchl. Majeftät, gegen wel. |dem die Schiffe ſchon anfommen, welche euch
che unſre ſchuldige Dienſte und Verehrung nie, |wieder nad) Haufe abholen ſollen: fo habt ihr
mals abnehmen werden, diß unſer Schreiben, es fuͤr eure Schuldigkeit gehalten, zuvor noch
nach ihrer weltbekannten Güte, Gnade und |eure Meynung von einigen Artikeln der Miß⸗
Leutſeligkeit, im beſten vermerke, und hoͤchſt braͤuche uns zu eroͤffnen, davon wir, nach eu⸗
—
denenſe lben ung in Gnaden empfohlen feyn laſ⸗
fe. Eure allerdurchlauchtigſte Koͤnigl. Maje-
ſtaͤt gehabe fich wohl, und der allmaͤchtige GOtt
frifte Sie, zur Verherrlichung und Sortpflan-
zung der Ehre feines Namens und gemeinen
Heil, auf viel und lange Jahre gefund! Gege-
ben tondon den 5. Auguſt 1538.
Eurer Rönigl. Majeſtaͤt
*) ergebenfte und gehorſamſte
Stancife-Durgeat(oderBurchhard),
Bicecanzler.
Beorge von Boyneburgh, D. Ge⸗
ſandten.
a Myconius, Prediger zu
otha.
— (auch unterthaͤni gſte).
170.
Könige Heinrich des Achten den protes
rem Abfchied, mit unfern Bifchöffen und Theo«
logen uns bereden möchten. Und weil ihr das
für 3. Hauptpuncke haltet, dadurch der Grund
Päbftlicher Tyranney geftügf zu werden ſchei⸗
ne, nemlid) das Verbot beyder Geftale im
Abendmahl des HEren, die Stillmeffen und
das Verbot der Priefterehe: fo gebe ihr davon
eure Meynung deutlich und ehrlich an den Tag,
und überlaffee foldyes unferm, obmol wenigen
und fehlechten Urtheil und Ermeffen.
*) preftantiffimi
2. Wem follte, Fuͤrtreffliche ( Herren) Ges
fandre, foldye eure Siebe und Zuneigung nice
angenehm fallen? Wer follte euere fo groffe
*) Dankbarkeit nicht Höchlich bewundern? da’
ihr uns aud) ſolche Dinge mitzutheilen ſuchet,
welche nicht allein das gegenwärtige Leben recht⸗
ſchaffen zu führen, fondern aud) dag zukünftige
eroige zu erlangen dienen? Denn wenn wir dies
feirenden Seſandten übergebene Antwort auf|jenigen billig für Sreunde achte, welchein welt⸗
vorhergebendes Schreiben,
Ins Deutiche überfegt von IF. Aug. Tittel.
— =
Zuer Schreiben, Fürtrefliche und *) Ehrenve⸗
$ fte Gefandte ‚die ihr durd) euren Bedienten
an mich abgeſchicket, fo voller Freundlichkeit und
fonderbarer Liebe gegen mich geweſen, Haben wir
wohl empfangen und mit Vergnügen gelefen:
darinnen ir meldet, daß ihr, nad) der beyuns
abgelegten Botſchaft, mit einigen von uns er.
nannten Bifhöffen und Lehrern der Gottesge-
lahrheit über verfchledene Artikel der Ehriftli-
chen Neligion, an die zwey Monat lang, Ge-
ſpraͤch gehalten, und nicht zweifeltet, es werde
zwifchen euren Fürften und uns und beyder Bi⸗
licher Hanvdelfchaft gute und liebliche Waaren
zu uns bringen, damit man an Nothdurft des
zeitlichen Lebens nicht Gebruch leide: wie viel .
mehr muß man die für Freunde halten , wel⸗
che ung dasjenige mitteilen wollen,-fo zum
ervigen Leben dienet? Denn was man an zeite
lichen Lebensmitteln erwirbet, das währee niche
lange; was aber das ewige Leben befördere,
Das vergehef nimmermehr. Ja, auch die ir.
difche Sreundfchaft, ob fie noch fogroß und bes
ftändig, endiget fi) mit unferm Hintritt aus.
der Welt;die Liebe aber, fo nie aufhoͤret, leuch⸗
tet nach dieſem Leben noch Heller hervor,
*) Wiewol hier gratitudo für Annehmlichkeit, Hoͤf⸗
lichkeit gefeßt zu feyn feheinet, ve infra,
3. Und weil es euch gefällt ‚unfer Urtheilnicht
ſchoffen , Sottesgeleßrten und Untertfanen ‚eine |zu verſchmaͤhen, welches wir felbft zu ſchlecht ach⸗
vefte und immerwährende Eintracht in der evan-
gelifchentehre, zu Lobe OOttes und Schaden des
ten, als daß wir von ſo hohen Dingen den Aus⸗
ſpruch thun möchten: und auch zugleic) eroͤff⸗
3
304 11. Abfch. AandlungendesÄönigs in Enge lland mie den proreft.Ständen.
hie 3
oas euch am Be zu ſeyn dunke; dar· nothwendig daß auch die, welche unter „der
ie gegen uns keine gemeine Liebe bezeu- andern Geſtalt communiciren, und nur unter
‚haben wir eurer ſo groſſen Hoͤflich der Geſtalt des Brods den Leib Chriſti nehmen,
ie ) nicht zu entftehen , wenn wir, mas uns dennoch auch das Blut Ehrifti genieffen , und
*
jeßo in der Sache dunkte, nicht wieder eroͤffne | die die Geſtalt des Weins empfaen, dennod)
ten, befehloffen, ebenfalls etwas von diefen 3. auch den Leib des HErrn genieffen. Wenn denn
ee er
auft ig auszu u en. n adurch es denn Dar. detb un u hriſti: fo mag en -
— kann, daß die Liebe zwiſchen uns und $euten gereicht werden welche Geftalt es von
* Fuͤrſten N u un | Bye if , ® — fe —
er daure, wenn unter Freu er⸗ ut als den Leib Chriſti dar⸗
* bleibt, fondern alles aufrichtig zugehet unter. Denn man lieſet von Chriſto ſelbſt im
welches wir Dede mit — en — St.tucä, daß er — zivey Singen,
v zu halten pflegen. elche unfere Gewohn: |die nach Emmaus gangen, bloß eine Geftalt
Dr ” auch jeß0 gegen fo werthe Freunde, Die ‚gegeben, da er beym ——— erkannt wur⸗
wir beſonders lieben, im geringſten nicht aͤn- de. Denn es ſtehet geſchrieben, daß, als er
dern wollen. Aber laffet uns nun auf die Ar= | mit ihnen zu Tiſche gefeffen, er das Brod
tikel ſelbſt kommen. ELLE genommen, es gefegnet, gebrochen und ih»
*) tanti gratitudini, für tante, wie oben. nen überreichet, da wurden ihre Yugen ge.
Van Er RT — | öffnet und fie erfannten ihn an dem, daer
on bepderley Geſtalt. das Brod brach. Welchen Drt die älteften
“4 Daß ie meynet, man muͤſſe das heilige — ‚ als Chryſoſtomus, Theophylactus
Nachtmahl den Leuten allezeit unter beyderley und Auguſtinus, vom heiligen Nachtmahl aus:
Geſialt reichen, wie es Cheiſtus erſt eingeſetzt: legen; und doch wird da keines Kelches gedacht.
das koͤnnen wir nicht glauben, fuͤrtreffliche und Daher Chriſtus, welcher das Abendmahl in
veſte Geſandte, daß es von euch in Ernſt ges einer Geſtalt gereichet, der Kirche, feiner
ſagt worden ; fondern daß ihr es etwa nur, uns Braut, die Freyheit gelaffen zu Haben ſcheinet,
zu probieren, vorgebracht, unfre Meynung ihrem Bräutigam hierinnen zu folgen, und fos
Darüber zu vernehmen. Denn ſolche Meynung wol unter einer, als beyder Geftale, daſſelbe
ftimmet gar nicht zum rechten Berftande der zu reichen. Denn Epriftus, der die Commu—
Schrift, und wird fie wol niemand in Ernſt zu nion unter beyder Geftalt eingefest, hat doch
behaupten fuchen; welches wir in dieſem Brie⸗ ein Erempel gegeben von der Communion uns
fe weiter zeigen wollen. ccer einer Geſtalt, der doch weder in Lehren noch
. Und wir koͤnnen uns nicht einbilden, ob» Exempeln mit ſich uneinig if. |
wol Anlaß dazu gegeben ) ift, daß ihr nicht HM etũ oecaſio fi.
Leibe das wahrhaftige Blut: denn ſonſt müßte
mit uns glauben folltet: Es ſey unter der Ger | 6. Lucas führer auch ein gleiches in der Apo⸗
ſtalt des Brodes wahrhaftig und weſentlich der ſtelgeſchicht an, da ‚nad) Ausgieflung des Hei⸗
wahre und lebendige Leib Chriſti, und.mitdem ligen Geiftes, als Petrus geprediget bey 3000. .
Seelen Binzugerhan worden , die blieben denn -
iin dee Lehre der Apoſtel, in der Bas
man fagen,daß der Leib da leer und ohne Blut
fey, welches hoͤchſt unbillig zu fagen wäre: da jmeinfchaft und Brodbrechen und Beber,'
foldyes Fleiſch Cheifti nihe nur lebendig, ſon | Welchen Dre die Alten auch vom Heiligen Nachts
dern auch lebendigmachend ix; und unter der mahl verftehen, und doc) Feines Kelchs dabey
Goeftalt des Weins nicht allein das lebendige | gedacht wird. Wenn nun alfo die Communion
und wahre Blut Chrifti, fondern aud) beydem | unter einer Geftalt, nemlidy"Brod, ſich von
wahren Blut das lebendige und wahre Fleiſch Chriſto ſelbſt Herfchreibe, und die Apoſtel, die
des Leibes ift. Da nun dem alſo: So folget von ihm alle Welt’ zu lehren geſandt worden,
Lutheri Schriften 17. Theil, u zu
andl e 1Fr. und
4
306 Cap. ı7. Dom Schmalk. Bund und den Ur nölunger id Ent. 307
zu Vorgängern bat, und inder Kirchen braͤuch · eine befonders reichen koͤnne, und merde do:
lich it: fo muß man fie nicht gleich verwer-| den Leuten die Kraft von beyden ganz gegeben.
fen, als ob fie den evangelifchen Geboten zu- Denn fonft wäre es genug geweſen, von beyden
wider wäre ; denn die Apoftel, welche durch nur einmal zu ſagen? das thut; und hätte er
Anfunft des Geiftes gelehret worden in aller) nicht gebraucht vom Kelche Hinzuzufegen: das.
Wahrheit, hätten beym Brodbrechen nie die thut, fo oft ihr Erinfen werdet; da er erft vom
Eommunion gereichet, wenn die Kommunion
. unter beyderÖeftalt, Chriſti Gebots wegen, ftets
nothwendig müßte gereicht werben , daß es nicht
fchiene , als hätten fie der Einfegung Chriſti
vergeflen, und fein Gebot geändert. |
7. Hernach feheinen die Worte Chrifti, Die
Brode fihlechfhin gefagt hatte: Das thut; mo
er nicht meynte, daß man beydes befonders
nehmen fünnte, Se | |
9. Es fan auch niemand leugnen, daß die
Sünger im Abendmahl unfer der Geſtalt des
Brods den Leib Ehrifti empfangen. Denn da
Paulus bey Erzehlung des ganzen Pi Pracht | fie zu Abend aflen, nahm er das Bred, dankte,
mahls nach den Evangeliften vorbringet, zu brachs und gab es ißnen, fagende: Das ift
‚erhärten, daß Chriſtus befonders von einer Ge⸗ mein Leib. Den Kelch aber hat er erft eine
ftalt geredet. Denn er faget: Unfer HErr Weile drauf, nach dem Abendmaßl, gegeben.
JEſus, in der Nacht, da er verrathen ward, | Es wollte denn jernand fo foll feyn, und glau—⸗
nabın das Brod, dankte, bracbsund ſprach: ben, fie hätten, nachdem R das Brod em⸗
Nehmet und eſſet, das iſt mein Leib, der pfangen, gleichwol den Leib Chriſti eher nicht
für euch gegeben wird, das thut zu meinem empfangen, als da er ihnen nach dem Abend⸗
Gedaͤchtniß. Sehet! Chriftus bat da von
feinem teibe, der unter der Geſtalt des Brods
zu nehmen fey, befonders geredet, indem er
fpricht: Dis thut, ehe er noch des Bechers ge-
dacht. Hernach aber fpricht Baulus aud) :
Desgleichen nahm er auch den Kelch, nach
dem Abendmahl, und ſprach: Diefer Relch
ift das Yleue Teftament in meinem Blut ::|
dieſes thut, fo oft ihr frinfet, zu meinem
Gedaͤchtniß. Und hat er nicht ſchlechthin
gefagt, wie beym Leibe: Das thut; fondern
er feßt hinzu: So oft ihrs thus (oder thun
werdet), zu meinem Gedaͤchtniß. Dadurch)
er zu verftehen gibt, man müffe nicht eben al⸗
Iezeit unter der Geftalt des Weins das Blut,
famt dem $eibe unter dem Brod nehmen; fon=
mahl den Keldy gereichet; als wenn die Worte
Chriſti vorhero unfräftig geweſen wären, da er
gefagt: das ift mein Leib; oder Die den Juͤn⸗
‚gern geſchehene Austheilung vergeblich gewefen
wäre, bis fie, nac) dem Abendmahl, vom
Kelch getrunken Hätten. Welches zu glauben
nicht allein gottlos ift, fondern auch das Wort
und die Thar Chrifti, welches fehrecklich ift, ver= ⸗
nichtet und eitel macht. Hernach obwel Pau⸗
[us erft von beyden Öeftalten zufammen gere=
det: fo handelt er Doc) hernach von den Geftal-
ten ſchiedsweiſe, und fprihes Wer nun von
diefem Brod unwuͤrdig iſſet, odervon Reh
des ren unwürdig trinfer, der wird
febuldig ſeyn des Heibes und Blutes des
Exrrn. {fi
"dern fo oft Das Blut unter der Geftalt des
Weins genommen würde, müßte es zum ©e-
daͤchtniß Ehrifti gefchehen.
8. Wiederum, gibt auch Chriftus, nachdem
er feinen Leib ausgetheilet, nach dem Abendmahl,
in welchem er feinen Leib unter dem Brod erft
befonders gegeben hate, aufs neue fein Blut
bejonders unfer der Geſtalt des Weins, und
fpriche: Das thut, fo oft ihr trinfen wer-
det, zu meinem Gedaͤchtniß. Wodurch er
zu verfiehen giebt, daß man auch bisweilen das
10, Welche Worte Erafmus alfo Sateinifh
überfeger hat: Darum wer diefes Brod uns‘
würdig effen, oder vom Kelch des ZErın:
unwuͤrdig trinken wird, der wird des Lei⸗
bes und Blutes des ren fehuldig ſeyn.
Da denn aus Pauli Worten Elar erhellet, daß
ter diß Brod unwuͤrdig empfäher, des Leibes
und Blutes des HEern ſchuldig ſey; und wer
vom Kelche unwuͤrdig trinket, auch des Leibes
und Blutes des HErrn ſchuldig ſey. Welches
doch nimmer zur Schuld: gerathen würde, *
Hd mr nicht
ie den proteft. Ständen. 309
eib und das % en Brods beydes der ſam erfehen, daß man deswegen nad) Chriſti
I ‚DAR Plut
*
——— hriſti beſonders waͤre, und Gebot — auch vom Kelch trinken muͤſſe,
auch unter dem Wein $eib und Blur befonders ſo oft man den Leib Chriſti genieſſen will, Das
wäre, Und hätte Paulus nicht fehiedsmeife | halten wir zwar veft, daß, was Chriſtus aller-
‚von der Geftalt des Brods gereder, went e8| dings zu halten geboten, von Feinem Menfchen
anders nicht, als allezeit zugleich mit dem umzuwerfen, oder zu verbieten fen, weil ein
Mein, genommen werden müßte: hätte auch | menfchlich Gefeg das göttliche Geſetz nicht ver-
nicht wieder ſchiedsweiſe vom Kelche geredek,| Drängen oder wegſtoſſen kan. Wir halten auch
wenn er allezeit zugleich mic der Geftalt des] ebenfals davor, daß Feine Gewohnheit oder
Brods zu nehmen ware. Denn wozu hätte er Brauch bey den Menſchen fo gelten Fonne, daß
Diefelben aus einander geſetzet, wenn fie allezeiti darüber GOttes Wort zernichtee und, Ehriftf
bey einander feyn müßten? Man muß aber alle| Gebot umgeftoflen werde,
einzelne Worte der Schrift erwegen.
der Prophet fpriche : Yleiget euer Ohr zu den
‚Worten meines Mundes; und Mofes im
sten Buch Mofis fpricht: Segzet (oder leget)
euere Herzen an alle Worte, die ich euch
heute bezeuge, denn fie find euch nicht ver»
geblich geboten. Und abermal: Ihr ſollet
nichts dazu thun zu dem Wort, das ich zu
‚euch rede, noch davon thun. - Es feheinen
demnac) des HErrn und Pauli Worte felbft,
die von beyder Geſtalt erft befonders gefegt,
und hernac) auch, nach beyder Zufammenfü-
gung, abermal gefchieden find, anzuzeigen,
daß auch eine Geſtalt befonders nach dem Worre |
Chriſti gereicht werden koͤnne. Re
1m. Es folget auch aus dem, was Chriſtus
geſagt hat: Trinket alle daraus, nicht gleich,
daß Ehriftus einem jeden vom Volk allezeit un-
- ter beyder Geftalt, und nie unter einer, die
Communion zu reichen befoßlen Babe... Denn
es it klar, Daß diefelben Worte feinen andern
Verſtand haben, als den der HErr felbft Pau-
lum, feinen Apoftel, der da bezeuget, daß er
vom HErrn alles wegen Diefes Sacramentes
empfangen, gelehret Bat: nemlich, daß, fo oft
jemand von dieſem Relch tränke, er es zum
Gedaͤchtniß Ehrifti thun folte; wie die Jün-
ger gethan, die damals gegenwärtig waren,
und alle Daraus trunfen. Darum fo oft je:
mand das Blut Chriſti trinken will, muß erlirgend ein
an das Leiden Chriſti gedenken, dergleichen auch |Eommt, man es unter
derjenige thun muß, welcher ven Leib Chriſti Gefahr nicht nehmen kann,
Denn) O Hierbey muß man wol Eurz erinnern, weit ſonſt
alles fo wahrscheinlich vorgetragen wird, daß Chris
ſtus dem Oſterlammsſacrament wobey freylich der
Becher ſonderlich noch zuletzt getrunken ward,
ſein neues Sacrament entgegen ſetzen wollen,
und folglich muß da eſſen und trinken nie von
einander geſondert werden. Chriſti Einſetzung
muß allen andern Dingen vorgehen.
12. Da ung aber doch Chriſtus freygelaſſen,
daß wir ihn auf Dreyerley Art leiblich, (nemlic)
1) unter beyder Geſtalt; 2) unter dem Brod
allein; 3) unter dem Wein allein,) und 4fens
geiftlich, nemlich mit dem Willen und Berlan-
gen allein, wenn wir aus Mord gezwungen, ihn
anders nicht nehmen Fonnen , genieflen :. ſo
halten wirdavor, erftlich, Daß wenn ein Glaͤu⸗
biger aus brünftiger Liebe zu GOtt und befon-
derer Andacht begehre, Daß er das Sacrament
unter beyderley Geſtalt nehmen wolle, mar
ihm, svenn fonft Feine Hinderniß von Krank⸗
heit oder Schwachheit e8 wehret, die Commu⸗
nion unter beyderley Geftalt reichen koͤnne,
wenn nur weder.der,der das Sacrament fordert,
noch der e8 reichet, eg zum Aergerniß des Vol⸗
£es oder zur Verachtung der Kirche thut, noch
mit feinem echt die Geſetze des Jandes, dar⸗
innen er lebet, fie feyn geiftlich ober. weltlich,
zu brechen. ſich erkuͤhntte
13. Fürs andre und dritte fo, daß, wenn
dergleichen Hinderniß dazwiſchen
; beyder Geftalt ohne
geniefjen will *) And haben wir fehon vor Gichtkrankheit oder andern Hinderniß der
aus dem, was oben von den MWortefi und Natur, oder teibesbefchmerungen, nicht wol ges
dem Erempel Chriſti gefage worden, genug⸗ nieſſen a und. doch nach der Beil. Come:
' ® 2
munion
als, wenn er z .
50 Capıır. Vom Schmi-Bund und den inserbandlumg
munion ein. Verlangen trüge, daß ſe ihm als= davon keinesweges weichen, und eher,; mei-
den N unter ‚einer: Geftalt EN Te ie felbjt für werbächkig —
Diertens, daß wenn er mit Uebelkeit (Ekel) oder ten, welche ums ſolche entziehen wollen.
andern Leibesgebrechen behaftet wäre, daß. der. | 15, Und wie ſolte es hergehen bey den Nordi⸗
Magen alles gleich wieder von fich gabe, was ſchen Voͤlkern? -ingleichen bey denen in Africa
er zu fich genommen, ifm, wenn er das Sa- und; die zwiſchen Den Sonnenmenden (tropicos)
crament verlange, ſolches nur. gezeiget werde, |mohnen ? wo fo viel Wein nicht zu haben, daß
daß wenn er es ſiehet, er fich.des Todes Chri- den Leuten (die Communion) unter der Geftalt
'fli, feines Erloͤſers, deſto eher erinnere, undin des Weins gereicht werden Fan, (denn
Zerknirſchung des: Herzens geiftlich commu⸗ folche Völker brauen ‘Bier zu ihrem Getränfe):
„DIE A a Arge 2, wird man fie, weil fie das Sacrament nicht
74. Ich wundere mich alfo ſehr, daß Die, unter beyder Geſtalt genieffen Fönnen , darum
welche der Chriſtlichen Freyheit eifrige Beſchuͤt auch von beyden abhalten müffen? Moͤchten
Ber und Verfechter feyn wollen, gleichwol diefe ſie Chriftum nicht unter einer genieffen ? O das
unfre Sreyheit in diefem einigen Sacramene des |fey ferne! \ 5
Leibes und Blutes des HEren, über welches 16, Wenn aber das Volk den alten Brauch
Epriftus, da er von Binnen gehen wollen, feiz zuerſt zu verlaffen, und die Heilige Communion
tier Kirche nichts herrlichers, Fürtreflichere und bloß unter ‚einer Geftalt zu genieſſen angefan-
für die gläubigen Seelen tröftlichers feiner | gen: das wiſſen wir fo eigentlich nicht. Esift -
Kirchen hinterlaſſen, uns nehmen wollen. Jaber glaublich, daß unfre Vorfahren wegenvder --
Denn was. hat Ehriftus in dieſem Sacrament Schriftſtellen, darinnen fie gelefen, daß Chri⸗
höhers zu nehmen ſchenken koͤnnen, als fich ſelbſt? ſtus und die Apoftel bisweilen nur eine Geftalt
Hernach, da er uns allerdings frey gelaflen, ausgetheilet, ingleichen wegen der Gefahr, etivas
daß etliche die Communion unter beyder Ge: vom Blut auf die Erde zu verſchuͤtten; weil
flalt, andre unter einer empfahen, einige auch alle feuchte Dinge, wen man im: geringften
gat, wenn fie eine Noth oder Krankheit hin- irgend an Gliedern zittert, leicht verſchuͤttet wer:
dert, mit zerfcehlagenem Herzen, wenn ifnen den; aus heil. Andacht und Ehrerbiefung, und
der. teib des HErrn gezeiget wird, geiftlich com- |groffer Furcht GOttes, ſich im Sacrament ver
municiren koͤnten: was ift es da nicht vor eine Geſtalt des Weins enthalten, und daß Chris
Kuͤhnheit und Unbarmherzigkeit, die Chriſten ftus, der bey feiner Kirche bis ans Ende der
um diefe Sreyheit zu bringen ? daß denen, wel- Welt alle Tage zu bleiben verheiffen har, fie
chen man die&ommunion wegen unzähliger Hin⸗ nicht fo viel hundert Jahr Binter einander ver:
derniffe unter beyderley Geftalt nicht reichen laſſen, Daß, wenn erein notwendig &ebor, beh⸗
koͤnnte, folchen gar nichts von Dem höchften Gut de Geftalten aflegeitzunehmen, für alle geſtellet,
unter irgend einer Geftalt gegeben würde? er gleichwol felbige- in fo wichtiger Sachen
Denn fie geftehen noch nicht, daß, wenn man ſchaͤndlich haͤtte fallen und irren laſſen. Er
fie gleich nicht leiblich geniefle, man fie dennod) |fcheinet aber vielmehr feiner Kirche frey gege⸗
geiftlich genieſſen Fonne. Was folte das nicht ben zu haben, daß, da in einer Geftalt, wie
vor eine harte Dienftbarfeit feyn, daß unfers in der andern, der ganze Chriſtus enthalten, er
Erlöfers Chrifti Leib, fo er von den Gläubigen | auch unter einer von beyden genommen werden
will genommen haben, uns, wenn wir e8 zum |fönne 5 r4 | Re
hoͤchſten begehrten, mit Gewalt entriffen wür-| 17. Was aber die Gricchifcyen Kirchen heu⸗
de? Welcher aufrichtiger Ehrift würde nicht die |tiges Tages vor einen Brauch haben mit bey:
ihm aus den Händen geriffene Freyheit die: |derley Geftalt, welche der Roͤmiſchen ‚Kirchen
fes Genuſſes für. ärger als den Tod halten ?! Tyranney nie ben fich ftatt gegeben haben: das
Darum mußmanüber der uns von Chriſto hin iſt uns fo genau nicht bekant; indem ganz Grie⸗
terlaffenen Freyheit mit aller Mache Halten: chenland unter der Türken Reich) und Gebiet ift,
und
a),
re;
312 1
%“ De
1: Abfehn. Handlungen des Königs in Engelland mir den proteſt. Ständen. 313.
jeinicht freye Macht haben Chriſtum zu Meffen mit der bloffen That Gnade verdienen,
men , wie fieigerne wollten; maffen ihnen und der Sebendigen und Todten Sünden weg.
weber vergönnt ift, das Wort GOttes öffent- nehmen, und daß ein fremd Werk einem andern
zu predigen, noch das Volk mit locken. zugewendet werden fünne; fo mögen fie fagen,
‚geläute zu beruffen, noch gemeine Litaneyen, mit was fie wollen , fo lehren fie es von allen Mef-
ortragung der Creuzesfahne, zu fingen. fen, und nicht von der Stillmeſſe allein.
18. Es ift auch diß befonderszu merken, daß Wenn nun, folhen Meynungen zu fteuten,
in allen Kirchen am Charfreytage der’ Priefter | Die Stillmefje abgefchaft werden müßte: ſo muͤß⸗
und alles Volk bloß unter der Geftalt des Bro te man aus eben dem Grunde aud) Diegemeine
des communicire, nicht zugleich unter der Ge- Meſſe oder Communion abfchaffen,, die ihr doc)
ſtalt des Weins; daß, weil derfelbe Tag den, felbft behaltet, und nicht für dienlich achtet abs
Tod Eprifti vorfteller, daran fein theuer Blu |zufchaffen: was aud) immer andre fonft davon
für unfre Seligfeit vergoffen und vom Leibe ge: halten möchten. Die Stillmeffe ift aber gleich⸗
fondere worden, alle an demfelben, es fey Prie ſam eine ftille (befondre) Communion und
fter oder Volk, mut unter. einer Öeftalt befon- | Nachtmahl, welche, wenn fie auf rechte Art
ders communiciren. Welchen Brauch man und gebührend gefchiehet, fo werden alle Glaͤu⸗
durch die ganze Kirche nicht angenommen ha» bigen, die etwa vabey feyn wollen, wenn fie
ben würde, wenn nicht der ganze Ehriftus un. bußfertig fich dabey einfinden, ihre Sünden
ter einer Geftalt ſich befände, und alfo auch das bereuen und GOttes Barmherzigkeit anflehen,
Sacrament darunter gereicht werden Fönnte, | mit dem verlotnen Sohnfagende: Vater, ich
WVoaon der, Stillmeffe, habe geſuͤndiget in (oder wider ) den Sim⸗
19. Bon den Stilimeffen gedenfer ihr, daß mel und vor dir, ohne Zweifel geiſtlich mit
fie zu vielen Mißbräudyen Anlaß gegeben, dag dem Priefter communiciren, daß fie ſich und.
Pabſtthum als ein Atlas ftügen helfen, den Ab- ihre Seelen als lebendige und GOtt wohlgefäl«
laßfram eingeführet, die Welt ausgeplünderr, lige Opffer darbringen, ob ihrer gleid) wenig
weil fie zum Gewinne gebraucht werden, ein Hau- waren, und das Saerament nicht leiblich em⸗
fen Mönche hervorgebracht, und GOites Wort pfingen. Und fo ift die Stillmeſſe der Kirche
vertilget. Darum denn die Deutſchen Fuͤrſten die, fogar nicht ſchaͤdlich, daß fie vielmehr ſehr dien⸗
Communion auf die alte Art eingerichtet, und, ſam ſcheinet, das Leben zu beffern und den Glau⸗
folche in der Mukterfprache, mit efrbaren und ben an Chriſtum zu flärfen. Denn die Chri«
fittlichen Ceremonien halten lieffen :die Stillmeſ, ften erfennen fich darinnen für Sünder, dieim-
fen aber, die ſolche böfe Früchte und Mißbraͤu⸗ mer fehien, und alfo taͤglich um Gnade bitten, in« _
che vorgebracht , gaͤnzlich abgefchaffer. dern fie täglich in dieſem unebenen $ebenslauf fal⸗
‚20. Diß Baben wir nun hin und wieder bedacht, | [en , und aifo aud) taͤglich durch Buſſe aufſtehen,
finden aber, daß Chriftus nie etwas in feiner Wieder munter werden, den Feind überwinden,
Kirche geordnet, welches die böfe Schlange: und zum Streit defto muthiger losgehen.
nicht Immer gemißbraucht; gleichwolmußman; 22. Es iſt auch gleich im Eingange aller Stil
darum nicht verwerfen, was Beiliglich geordnet meflen eine gemeine Beichte aller Sünden, da
iſt, fonft müßte man alle Sacramente abfchaf. man GOtt um Vergebung bittet, und die Los⸗
fen. a, wir Haben für gut angeſehen, daß es zählung vom Priefter nad) GOttes Wort erthei⸗
beffer ſey, daß man alle Mißbraͤuche abthue; aber let wird, eben wie in der gemeinen (öffentlichen)
doc), was heilig und gottſelig in der Kirchen ein Mefle.
geführet worden, veft und beftändig bleiben laffe.| 23. Und wenn bey einer gemeinen und noch
21. Denn wenn darumdie Stillmeffen ganz| fo feyerlichen Meffe doch niemand anders da
abzufchaffen,, weil von ihnen Thomas von Aqui-| wäre, als der Priefter, der das Sacrament
no, Gabriel und andre, gottloſe Lehren, wie gemeſſen und communiciren wollte: was wird
ihr fager, eingeführt haben, nemlich daß dielalsdenn eine u Meſſe anders als eine
| | 3 Still⸗
ie
z 5 * x
314 Cap. ı7. Vom Schmalkald. Bund undden Sandlungen Se. und Eng. zır
GStiffmeffefeyn : Wird denn der Prieſter wenn von der Communion des Jeibes Torifts abhalı
an einem Fenertage das Volk zum Gottesdienft ten ? Chriſtus fpricht aud), indem er das Sa⸗
fommt, und niemand fonft communicieen will, | crament feines Leibes und Blutes einſetzet: Golz
die gemeine Meffe unterlaffen ? Selbſt unter den | ches thut, ſo off ihre thut, zu meinem Ber
Griechen, wo alle Sonntage, wie ihr ſaget, daͤchtniß; Hat alfo Feine Zeit noch Dre aus«
‚ eine gemeine Meſſe gehalten wird, communich. | gefchloffen, da es nicht gefcheßen koͤnnte. Wie
ret felten jeniand vom Wolf mit, Der das Sa: | wollen wir denn alfo jemand von den Stillmef
crament geniefle; wie wir von glaubwürdigen |fen abhalten, und bloß auf die gemeine Com⸗
teufen vernommen haben, Die fich bey der Örie- |munion und Feyertage verweifen? da es Doch
chen Goftesdienft eingefunden. Chriſtus einem jeden frey gelaffen, wenn und
24. Daß ihr euch aber auf Epiphanium be | wo er folches thun wollte, indem er fpriche:
ruffet, daß alle Wochen dreymalin Aſia Com: | So oftzc. Denn wenn man auf gewiſſe Zeiten
munion gehalten werde, wie er fage, und Daß achten müßte, fo hätte Chriſtus nicht auf uns
folchyen Brauch die Apoftel eingeführet, da jego in befchränfte Weife geredet, der ja das Wort
Griechenland (oder Griechiſchen Kirche) nur alle GOttes und die Weisheit des Vaters feibft-
Sonntage das Volk zumGortesdienft zufammen | ift.
komme, und alfo der von den Apofteln einges) -*) Ciuitatum, hier fo viel als ſocietatum eiuilium,
fuͤhrte Gebrauch hat verändert werden koͤnnen, 27. Es geſchahe vom Anfang der Kirchen die
daß ſich das Volk niche fo oft, mie die Apoftel| Communion in allen einzelnen Häufern,, wo
georönet, verfammier: warum haͤtte es nicht Gläubige waren, und das, mie Lucas in der
auc) dahin geändert werden mögen, daß es meh:| Apoftelgefchichte bezeuget, täglich, denn er ſagt:
reremaleund öfterer zufammen kaͤme, da doch das Sie blieben täglich einmüthig im Tempel,
Gedächtniß des Todes Chrifti dadurch mehr wie: |und brachen das Brod bie und da in Hau
derholet wird; wie in der Stillmeſſe gefihiehet ?| fern. -Weldyen Dre aud) die Alten von der
>25. Denn wenn Chriſtus befohlen, daß diß Sommunion verftehen: und doch waren nicht
von den Gläubigen gebraucht würde zum Ges alle Tage Seyertage, ſondern fie communicir⸗
daͤchtniß feines Todes, daergefagt: Dißtburl ten in der Stille in Haufern. Und wenn *)irs
zu meinem Bedächtniß; damit nicht, wenn! dilcher Könige und Fuͤrſten Bedienten faft alle
man feltener an feinen Todgedächte, er endlich Feinen Tag gerne vorüber gehen laffen, va fie
ar in Vergeſſenheit kaͤme: fo wird ja dieſer nicht das bloſſe Anfchauen ihres Heren genief
efefi defto befler gehalten, jemehr und öfters! fen wollen, ob fie gleic) nicht ganz in die Naͤhe
man das Gedaͤchtniß deffelben im Sacrgmene| vor ihn fommen: mer wollte es denn einem
erneuert, Denn wie das, woran man felten|gläubigen Chriſten verdenfen, wenn er von
gedenket, Teiche vergeffen wird; alfo druͤckt ſich Herzen wuͤnſchet, daß, da Die fterblichen Au«
Das tiefer und veſter ein, was man oft wieder- gen Chriftum, den König aller Könige und
holet, Daß es gar nicht ausgelöfcht werden Fann.| Herrn aller Herren, in Diefem Leben in ver Ma⸗
Darum hilft die Stillmeſſe auch fehr dazu, Daß | jeftät der Herrlichkeit nicht herrſchen ſehen fön«
man das Gedächtniß des Todes Ehriftiimmer |nen, er doc) Indeffen gleichwol den König der
wieder erneuert, | Ehren durch den Glauben im Sacrament
26. Paulus nennet wenlgftens alle einzelne, des Leibes des HEren, fo er den Gläubigen
Häufer, worinnen eine Anzahl Gläubigen war, | hinferlaffen, fein Gedaͤchtniß dabey zu feyern,
Kirchen, Glieder der groffen Kirche, derjeni. | fehen moͤge. ;
gen Stadt (oder Gemeinde), darinnen fie wa⸗ *) etfi für. et fi,
ven; gleichmie er auch die gröffern Kirchen gan] 28. Daß aber Ehrnfoftomus fehreibe: Der
zer Öemeinden*) Glieder der Eatholifchen und Priefter ftebe beym Altar und Iaffe einige
allgemeinen Kirche nennet, da er an Die Corin« zur Communion, andere weife er zuruͤck;
thier fehreibe. Aber welche Kirche Fann man | fo erzeblet er da den Gebraud) der re;
= om⸗
X uf a
*
ne
Rircheöfters einfand ‚als num; welcher
N A weh; 26
ciret, bey allen Kirchen gehalten wird. Uebri-
gens aber verweifet er den Glaͤubigen felner Zeit
gar oft, daß ſie nicht fo oft communiciven,, als: |
fie wol follten, oder der alte Braud) war. Ue
brigeng hat er nirgend die Stillmeſſen verboten.
enifche Canon mweifee zwar den
29. Der 9 |
Diaconis inder gemeinenCommunion ifreStät:
te nach den Priefter an; aber weder derfelbe noch
irgend ein andrer ſchaffet die Stillmeffen ab.
30. Ihr halter dag Sacrament des heiligen
Nachtmahls für Fein Dpffer, weilnur Ein Ber-
fößnopffer fey, nemlich der Tod Chriſti. Und
da der weiter nicht flirbet, der einmal für uns
geopffere ift, fo fen meiter Fein Opffer als der
geiftliche Gottesdienft, d. i. die Gerechtigkeit
des Glaubens, und Früchte des Glaubens.
. Was die Berechtigfeit fen, Die aus den Glau⸗
ben iſt, das wiflen wir, als welche Daulus der
Gerechtigkeit entgegen fest, Die aus dem Gefeg
it: was aber die Früchte des Glaubens find,
it ung nicht fo deutlich aus der Schrift... Wir
wiflen aber, daß der Glaube felbft, wie die Lie
be und viele andere Tugenden, Früchte des Sei:
ftes feyn. Wir fünnen uns aber nicht anug
wundern, warum jemanden zumider fey, daß
die Mefle ein Opffer genannt werde, da das
ganze Altertfum der Griechen und Sateiner fie
ſo zu nennen gewohnt geweſen, indem darinnen
die Einfegnung ( oder Weyhung ) des Leibes und
Blutes des HErrn, zum Gedaͤchtniß desjeni-
gen geſchiehet welcher , wie Paufus ſaget, ſich
sur Babe und Opffer gebracht und ewig
zur Rechten GOttes fie: denn mit einem
Opffer bat. er vollendet in Ewigkeit, die
da geheiliget werden. Darum wenn Chri.
F ſowol der Prieſter, als Gabe und Opffer
* fo ift aud) unfer Opffer überall, wo Ehri,
ftusift. Wenn aber im Sacrament des Al.
fars der wahre Leib Chriſti und das wahre Blut
Chriſti iſt: wie follte denn, wenn die Wahr-
heit des Leibes und Blutes des HErrn bleibt,
nicht unfer Opffer da ſeyn?
SER ETF TEE * = 512,
bey man fi) im Anfange der |
infan ' : Drau) und $eib, uns GOrte, als lebendige Opffer,
n, da das Volk überall communi⸗
ofebn. Yandlungen des Rönige in SEngelland mit den proteft, Ständen. 317
alda mit unferm Haupt, wir, alsfeine Glieder.
darbringen; fo nennen diß die Griechen zufam-
men unblutiges Opffer. Alſo Haben die Als
ten alle die Meffe ein Opffer genannt, weil
a unfer Opffer, im Sacrament zuge -
genjey. / | |
32. So hat fie Bafılius, Chryfoftomus,
Hieronymus, Auguftinus, zu nennen fein Bes
denfen getragen. Darum, was Binderts, daß
man die Meffe, darinnen das Brod zum Lei⸗
‚be, Chriſti und der Wein zum Blute Chriſti,
der wahrhaftig unfer Opffer ift und folches zu
feinem Gedaͤchtniß zu begehen geboten hat, ge⸗
weyhet (oder gefegnet) wird, ein Opffer nenne?
Denn fonft, wo wir das leugnen, müffen wie
ſehr fürchten, Daß es niche fcheine, als ob wir
mit den Sacramentfchwärmern, wie man fie
beißt, welche Die Wahrheit des Leibes und Blu⸗
tes im Sacrament leugnen, oder mit den Wie⸗
dertäufern zubielten. Von welchem Argwohn
wir nicht allein in unferm Gemüthe ganz meit
entferne find, fondern auch den Säfterern alle
Gelegenheit, ung etwas dergleichen aufzulegen
gerne benehmen wollen. Lind *) da inder Meſ⸗
fe fowel der Priefter als das Volk, fo über
die Sünden Leid trägt, fich, nach Pauli Er—
maßnung, zu einem lebendigen , Beifigen und
GOtt wohlgefaͤlligen Dpffer — GOtt
Soblieder **) anſtimmet und Dank oͤpffert:
wer darf da zweifeln, daß auch in dieſem Stuͤck
die Mefle mit Recht ein Opffer genannt werz
de, indem der Prophet fie ein Dpffer des Lobes
beißt, und Daulus alle ermahnet, daß fie ſich
zu Iebendigen Opffern Darftellen ; welches in der
Meſſe gefchieher ? Er
*) atqui für atque,
**) Jandes quas für laudesque,
33. Der Prophet Malachias fagt: Dom
Aufgang der Sönnen bis zum Vliedergang
ift mein Name groß umter den Heyden, und
wird mir überall geopffert, und meinen
Ylamen ein rein Opffer gebracht, weil mein
Name groß ift unter den Heyden, fpricht
der HErrder Heerfbaaren, Wasiftaber*)
"31. Und weil nun Chriſtus, unfer Opffer, ſonſt allenhalben unter den Heyden vor ein rein
in der Meſſe it, fo forthin niche ſtirbt, und Opffer, als Chriſtus allein, und was vor eine
andre
——
38 Cap.i7. Vom Schmalk. Bund und den Handlungen Sr. und Eng... 319
andre Opfergabe ver Chriſten, als die Meſſe, ſtehen kann, welche die Siegspalmen der;
wo das —— des Tods Chriſti begangen Keuſchheit nicht erlangen Fönnen , ‚weil ſie nicht
wird? Denn es muß doch ein Opffer der Chri- zum Kampf kommen mögen, Die dritte Are;
ften unter den Ei feyn, oder der Prophet aber iſt derer, welche ſich der Keuſchheit befleif-,
hat gelogen. s ift denn alfo vor ein rein |figen ‚und lieber die erlaubte. Ehe. meiden wol⸗
Spffer, als Chriſtus allein, unfre Gabe und. |len, wegen des Himmelreichs, als daß ſie Chris,
Schlachtopffer, der im Sacrament des Altars ſto nicht frey und hurtig folgen, und durch irdir
unter den Geftalten des Brodes und eines | fche Ehe gezwungen, für Dinge forgen follten,
iſt? Denn wir mögen uns auch GOtt opffern, !die, wie Paulus fage, der Welt find: zumels
wie wir wollen, fo verdienen wir doch nicht cher Art Chriſtus, der Stifter der Jungfer—
ein rein Opffer zu heiſſen, weil alle unfre Ges ſchaft, die Menfchen hoͤchſt weislich ermahnet,
rechtigkeit ift wie ein Tuch einer unreinen Grauen. wenn er fpricht: Wer cs faflen Fann, der
Alfo fiehet man, daß die Meffe feldft im Worte faſſe es! denn das Wort, fafle es, treibet die
GDttes ein Opffer heiffe, wie wir im Mala- Menſchen, den Kampf anzutreten, daß ſie die
chia leſen. Und wenn dem alſo iſt; warum |
foll denn die Meſſe Fein Dpffer heiſſen, melches |
der Prophet verfündigee dat, und in welcher |
Ehriftus, der im Sacramenf zugegen, der
Welt Opffer iſt?
Von der Prieſterehe.
34.. Ihr gebet vor, Daß der ledige Prie⸗
ſterſtand wider die Schrift, wider die Ge—
ſetze der Natur, wider die Ehrbarkeit, vom
Roͤmiſchen Pabſt eingefuͤhret worden, da Die
Schrift Prieſtern, wie andern Menſchen, Die
Ehe frey laſſe, und ſie auch ihre Natur nicht
aͤndern, noch ohne beſondre Gabe ledig blei—
hen koͤnnen: denn nicht alle faſſen das
Wort; und Paulus ſpricht: Um der Sure⸗
rey willen habe ein jeder ſein eigen Weib.
35. Hier wollen wir erſt Damit anfangen, daß
wir den Dre des Evangelii, von den dreyerley
Arten der. Derfchnittenen, betrachten: maffen
Chriſtus fagt, Daß einige von Natur ver-
fehnitten feyn, andre aber von Menſchen
verfehnitten worden, Deren beyde nicht Feufch
heiflen mögen: denn. die einen Bat die Natur
zur Erzeugung unfüchtig gemacht, Die andern
aber die Gewalt. Die dritten find die, welche
Palme, nemlich das Himmelreich,, ergreifen,
Dazu er niemanden ermahnen würde, wenn er
das Fleiſch nicht überwinden koͤnnte. Daß er
aber fagt: wer es faſſen kann; gibt er zu ver⸗
ſtehen, Daß die Siegspalme ergriffen oder ge=
*) arque foll heiffen at quæ - oblatio, faſſet werden Eönne; denn fonft, wenn es un⸗
möglich wäre, das Fleiſch zuüberminden, was
brauchte es zu fagen: Wer da kann; wenn gar
niemand fönnte? | 1%
36. Hernach gibe er gleichwol durch eben die
Worte, wer faffen kann, zu veritehen, daß
es einige gebe, die niche leicht Fünnen. Denn
wenn einige ſchwerlich faflen Fönnten, wars
um follte er die, welche koͤnnen, davon abs:
fondern? Darum erinnerf er, man müffe fei=
ne Kräfte des Gemüthes prüfen, ehe manden.
Kampf antrefe, daß man nicht zu gahe in der
Sache fahre, und hernach untenlieg, Er
würde auch nicht gefage haben, Daß fich eini-
ge wegen des Himmelreichs verfchnitten, wenn
das Fleiſch unuͤberwindlich wäre und ſich nie-
mand verſchneiden koͤnnte. Und iſt gar nicht
zu zweifeln, es gebe der, welcher alſo ermah⸗
net, in den Kampf zu gehen, auch damit zu
verftehen, daß feine Gnade, ohne welche fie
nichs koͤnnten, denen aushelfen werde, die ſich
unter feine Nitterfchaft begeben: denn er wird
'gewiß ihr oberfter Heerführer feyn, als der ſei⸗
war der. irdifchen Erzeugung ſich gebrauchen
ten; aber doch lieber keuſch bleiben und fich ne Soldaten (oder Streiter), wenn: er ange-
befchneiden wollen wegen des Himmelreichs ; ruffen wird, nie verläßt, fondernvor der Thuͤre
. von welchen Epriftus hernach gleich faget : Wer ſtehet und anflopffet, und allezeit bereit ift zu hel⸗
es faflen kann, der faffe es! Welches man |fen, wenn ihm jemand aufthut. Denn Paulus
weder von der erften noch andern Gattung ver⸗ lehret uns, daß man die Berfuchungen uͤberwin⸗
; ; den
| ZH di —
309 11. %Abfehn.Zandlungen des Koͤnigs in Engelland mit den proteft, Ständen, 321
ben könne, wenn man nur GOttes Beyſtand haft, es fen beſſer heyrathen, als Brunſt leiden,
anruffe, wenn er fpricht: Es har euchnoch keine haben die **) eBebrecherifche Augen auf offen-
denn menfebliche Verſuchung betreten. bare Ehemänner geworfen; das Bat der Apo-
Gott aber ift getreu, der euch nicht laͤßt ſtel nie geraten, noc) das auserwählte Ruͤſt⸗
verfüuchen über euer Dermögen, fondern zeug; es ift ein Rath aus Birgilio;
wird neben der Derfuchung auch‘ Frucht *) Si batun ſoll Heiljen: Si muba, a
febaffen, Daßibreofönner ertragen. Dans) *7) oeulaa muß es bein für oeutaz adueran
um muͤſſen die,welche einmal Keuſchheit geloben, | ——— oculos verterunt in —
und hernach ſchaͤndlich davon weichen, fleißig adulteros. 3
zufehen, Daß fie den Namen GOttes nicht zu| 38. Sie (die Dido) nenne es eine EHe, und’
laͤſtern ſcheinen, als wenn Chriſtus fie mit ſei · damit bemaͤntelt fie ihren unreinen Beyſchlaf.
ner Huͤlfe verlaſſen; da ſie vielmehr ſelbſt die Das Wort GOttes ſelbſt ſpricht durchaus Nein
Ritterſchaft (oder ven Kampf) verlaffen, und dazu, und will nicht, Daß die Geluͤbde vernich⸗
gleich im erſten Angrif vor dem Feind fliehen. tet werde. Der Prophet fpricht: Gelobet und
Darum muß was Paulus einem jeden frey laßt, | beʒahlet dem HErrn eurem GOtt. Esfte-
daß er wegen der Hurerey fein eigen Weib ha⸗ het auch im 5. Buch Mofis: Wenn du dem
be, von Denen verftanden werden, die Feine | ZErrn deinem GOtt etwas gelobeft, fo vers
Keufchheit gelobet Haben; wie er felbft anzeiget, zeuch nicht es zu bezahlen, denn der YErr,-
da er fpricht von den jungen Wittwen: — dein GOtt, wird es ſuchen, und wo du gs’
ſie geil worden find in (oder wider) Ebri-| anfteben Läffeft, wird. dir es Suͤnde feyn.
ſtum, wollen fie freyen, undfind verdamme Wenn du nichts verſprichſt, fo wirft du oh⸗
lich, weil fie den erften Blauben (Treue) ne Bünde feyn, was aber aus deinen Hip«
gebrochen haben. Auguftinus folget hierin⸗ pen gangen ift, das folt du halten und,
nen Paulo nah Pf. 83. und ſpricht: Fin thun, wie du dem SErrn, deinem GOtt,
andrer gelobet, nachdem esihm GOtt ges verfpröchen und aus deinem Willen und,
geben, etwas höhers, und beſchleußt, auch | deinen Wunde geredet haſt. Der Predi—
keiner Ehe ftatt zu geben; welcher. nicht ger ſagt auch : Wenn du etwas gelobt haft,
verdammt wäre, ob er gleich gebeyratbet | fo verzeuch nicht, es zu bezahlen, fondern-
hätte; bernach aber, wenn er nach feiner
GOtt verfprochenen Belübde heyrathet,
“ verdammt wird: Alſo eine Nonne, die vor:
ber nicht fündigte, wenn fie heyratbete,
wird, wenn fie nach ihrer Belübde gegen!
Chriſtum heyrathet, für eine Ehebrecherin
gehalten, denn fie bat von dem Ort, wo⸗
bin fie kommen, zuruͤck gefehen, wie Loths
Weib, und wird geachtet wie der Yund,
der das Befpeyete wieder frißt.
37. Sp verfichert auch Auguſtinus Bf. 75-
eine einmal ausgefprochene Gelübde müffe man
halten. Hieronymus fpricht auch wider Jovi⸗
nianum: Bine Jungfrau, die ſich GOtt ges
weyhet bat, wenn fie ) heyrathet, iſt ver
dammlich. Und an einem andern Ort wider
eben denſelben ſpricht ſie: Deine Jungfern, die
du durch einen recht klugen Rath (den niemand
je geleſen oder von dem Apoſtel gehoͤret,) gelehret
Lutheri Schriften 17. Theil. -
x
was du gelobeft, das halte. Und im a.-
Buch Mofis fteht: So jemand dem SErrn
etwas gelobet und fich mit einem Eyde vera:
bindet, fo muß er fein Wort nicht vernich«
ten, fondern alles, was er verfprochen bat,
erfüllen. Darum bat zwar die Kirche an-
fangs beweibte Driefter und Biſchoͤffe, die un⸗
fadelich und ‚eines Weibes Männer gewefen,
aus Noth zugelaffen; weil man, damals nicht
fo viel andre haben Fonnte, ‚die genug geweſen
wären, die Welt zu lehren: doch hat Dau-
(us felbft den ledigen Timotheum erwaͤhlet.
Und wenn jemand ledig zum Priefterebum er⸗
wählee worden, hernach aber ein Weib genom⸗
men: fo wurde er alfezeit vom Prieſterthum
abgefeger, nad) dem Canon des Concilii ‚von
Neucaͤſarea, fo vor dem Nkänifchen geweſen.
Ingleichen wird in dem Chafcedonifchen Con-
citio,, in deſſen 1. Cap, Die vorigen Concilia bes
7 ſtaͤtiget
£
niſchen Eoneilio vorgefchlagen worden, daß die
daß die Weiber nicht verftoffen würden, über:
442. Darum bat weder ein apoftolifcher Ca-
- =
x
322 Cap. 17. Dom Schmalkald. Bund und den Handlungen Sr. und Ling. 323
ätiget werden, gelehret, daß eine Dienerin’ frey gegeben, nach dem Prieftertfum: zu heyra⸗
' diaconiffa ), wenn fie heyrathe, unter dem|tben, wie ihr ſaget. OT TRRMIRLE
Bann bleiben, und Mönch und Ronne, ſo ſich 44: Alſo hat man gleich vom Anfange der
zufammen fügen durch Ehe, verbannt bleiben Kirche geſehen, daß ein Prieſter nie nach dem
ſollen. ar Priefterefum habe heyrathen dürfen. And wo
39. Es ift auch zu merfen, was in den Ca- dergleichen vorgenommen worden, iſt es nie
sionen der Apoftel befindlich ift, daß nur die | ungeftraft Bingangen ; denn der Dergleichenbe-
$efer und Sängmeifter (Le&ores, Cantores), gonnen, wurde vom Prieftertum abgefegt, Der
fo noch) nicht verehlicht wären, heyrathen möch-| Apoftel Paulus, wenn er von Berhepratheten res
een; den andern aber zur Geiftlichkeit gelaf |det, ſpricht: Entziehe fich nicht eines des an ·
fenen oder aufgenommenen Perfonen weiter | dern, es fey denn auf einige Seit, daB ihr _
nicht zu Beyrathen frey ſtehe. das Bebet abwartet. Hieronymus in
40. Die aber verheyrathefzum Prieſterthum era ee ine —
kommen, haben ihre Weiber, unter Vorwand ,.,, ar ae — Meibern beywohnen.
der Heiligkeit, nicht verftoffen koͤnnen, wie der w OH durch Ben Beyfehlaf da — Kleiner e,
apoftolifchye Canon lehret. Und da im Nic-| | entich beten, verhindert wird, wie viel-
mebr wird das geöffere verboten, nemlich
den Leib Ebrifti su nebmen. Und das füh-
ret er weiter aus mit bem Erempel der Schau«
brode, welche nur dem Feufchen David und feis
nen Dienern gegeben wurden, wie in Büchern
der Könige (d. i. Samuelis 22.) ftehet. Denn
die Schaubrode Fonnten, als —— den Leib
Chriſti, die, fo von der Weiber Bette aufſtun⸗
den, nicht eſſen; wie Hieronymus ſagt, nach
dem Exempel bey der Verkuͤndigung des alten
Geſetzes, vor welcher die Kinder Iſrael 3. Tas _
ge zunor fich der Weiber enthalten mußten.
45. Hieronymus fprichtauch wider Jovinia⸗
num: Wenn ein Laͤye oder andrer Glaͤu⸗
biger nicht beten kann, wenn er nicht die
ebeliche Pflicht anfteben läßt (oder ausfeger) :
fo muß vielmehr ein Priefter, der ſtets Opf⸗
fer bringen muß für das Volk, ftets beten,
und folglich fich ftets der Ehe enthalten,
Das lehret auch Ambrofius meitläuftig im
1. Brief an den Timoth. mit welchem auch) Au⸗
guſtinus einſtimmet.
46. Wenn Paulus Timotheum, den June
ger, im priefterlichen Amt unterrichtet, fo fpriche
er, man folle die weltlichen Gefchäfte meiden:
Urbeite als ein guter Streiter IEſu Chri⸗
fi; niemand, der da fireiter, mengt ſich in
weltliche Händel, dab er dem gefalle, dem
Prieſter die fehon genommene Weiber ver-
ſtoſſen follten, Hat Paphnutius gewehret, daß
Die rechten Weiber nicht weggethan würden, def
fen Meynung , welche mit der Apoftel Canon,
einfommt, alle gefolget find. |
41, Uebrigens ift in dem Nicaͤniſchen Con⸗
eilio niemals etwas vorfommen, daß die Drie-
ſter fic) nach angetrefenem Prieſterthum ver:
heyrathen follten ; welches vorhin ſchon verbo-
ten war, jo daß, wenn jemand dawider tha-
te und hernach heyrathete, er abgefest wurde,
wie oben gefagt worden. Darum Paphnutius
sffenbarlich von folchen Weibern geredet, daß
fie nicht verftoffen würden, die vor dem Prie⸗
ſterthum genommen worden, nicht aber, daß
A nach dem Prieſterthum einige nehmen
ö te.
non, noch das Nicaͤniſche Concilium etwas der⸗
gleichen, daß die, welche zum Prieſterthum ge-
laffen worden, hernach heyrathen follten, wie
ihr anziehet.
43. Hiemit ſtimmet auch das 6. Concilium,
darinnen beſchloſſen worden, daß, wenn jemand
aus der Geiſtlichkeit heyrathen wollte, er es
thun ſollte, ehe er Subdiaconus wuͤrde, her⸗
nach aber dergleichen weiter nicht frey haͤtte; er ſich ergeben hat. Und wenn Briefter Wei:
und wird auch daſelbſt nirgend den Prieftern!ber naͤhmen, müßten fie ſich nothwendig *
Ä | REN. welt⸗
— Abfeh. Sandlungen des Rönigs in Engelland mit den proteft. Ständen. 325
mengen; denn, wie Paulus |die Hand an Pflug legen, und nach dem Erem«
D - ein Weib bat, forget, wie er’ dem |pel des Weibes zurück fehen, wenn es Das niche
gefalle; wer aber ohne Weib ift, ſor⸗ iſt? Won welchen Leuten Chriſtus fagt, daß fie
für das, was des SErrn ift, wie ex nicht geſchickt find zum Reiche GOttes.
Sott gefalle. Darum er ifn auch zum | Denn wenn niemand zugleich dem Weibe und
Tedigen Stand ermahnet, wenn er fpricht der Weltweisheit obliegen kann, mie die welt⸗
Bewahre dich felber Feufch. Denn durch | liche Klugheit lehret: wie vielmehr wird einer,
KReufchheit wird, wo nicht von Berehlichten ges | der ſich GOtt gewidmet hat, zwey Herren nicht
handeit wird, "der Iedige Stand verftanden ;| dienen fönnen, nemlich GOtt und der Welt
Denn er wollte, daß fein Jünger ma feyn | zugleich, deren ein jedes den ganzen und nicht
follte, Und an einem Dre an die Corinthier den halben Menfchen Haben will.
ermahnet er alle Menfchen zur Keufchheit und] 47. Db aber gleich anfangs ſowol die Ver⸗
ſpricht: Ich will, daB ale Menſchen feyn |ehelichten als Ledigen zum Prieftertfum gelafe
wie ich. Und abermal fageich: Es iſt den fen worden : fo wurde Doch diefes nicht allent=
Alnvechepratheten und Wittwen gut, wenn | halben fo gehalten; wie Hieronymus wider Bis
fie bleiben, wie ich. Und an einem andern | gilantium fchreibt, da er faget: Was follen denn
- Dre fchreibe er ihnen, und ermahnet die Kir⸗ die Kirchen im Morgenlande, in Egypten und
chendiener ihres Amtes und fpeicht, fie ſollen dem Apoftolifchen Stuhl thun, die entweder le⸗
die Bnade GOttes nicht vergeblich empfa- |dige Leute zu Geiftlihen annehmen, oder die
benz thut auch Hinzu: Laßt uns niemand ſich keuſch Halten, und, ‚wenn fie Weiber gehabt,
sein Yergerniß geben, daß das Amt nicht aufhören Männer zu feyn? Und an Pamma⸗
‚gelaftert werde; föndern in allem laßt uns| chium fpricht Hieronymus : Chriſtus eine
erzeigen als BÖttes Diener, in Wachen, Jungfrau, Maria eine Jungfrau, haben
‚Saften, Beuſchheit, Wiffenfebaft, Erkennt⸗ | die Jungferfebaft beyder Befchlechter gewey⸗
niß, im Worte der Wahrheit, Welches her; die Apoftel find entweder Sungfrauen,
alles die Kirchendiener angehet, welche der 'oder nach der Ehe Eeufch blieben. Die Bi
Keuſchheit fonderlich ergeben feyn müffen, daß fchöfe, Priefter und Diaconi werden entweder
Die Unreinen nicht zum Altar nahen, Davon die als Sungfrauen, oder als Witwer, oder doch
Geilen allerdings zurück zu weiſen find. Denn nad) dem Priefterthum ewiglich Feufch erwaͤhlet,
‚man kann Das von niemanden, als von Prie- nach Gebrauch der erften Kirche, deffen Urbe-
ſtern verfiehen, da die Wiffenfchaft des — ber ohnfehlbar Paulus und die Schrift ſelber
‚chen Gefeßes und die Unterweifung des Bolfs ift. | a
für fie gehoͤret; wie Malachias faget: Die) 48. Was Auguftinum anfanget, den ihr an⸗
Lippen des Priefters bewahren die Wiffen: | führer,‘ welcher faget : Einige wollen, daß
ſchaft, undfuchen dag Gefeg aus feinem Mun- |die, welche nach der Belübde hepratben,
de. Und Paulus will, daß ſich Timotheus| Fhebrecher ſeyn: dar auf ich fage, daß die
— als einen untadelichen Arbeiter, der das | ſehr fündigen, welche ſolche ſcheiden: So hat
Wort der Wahrheit recht theile, nemlich in der | Yuguftinus felbft andermeit gefaget, daß Der
Eechre des Bolfes: wie follten denn alfo Brie:| Fall und Stärzung von der heil, Keufchbeit,
ſter des HErrn, die fi) GOtt längft geweyh⸗ die GOtt gefobee wird, ärger fey, als Ehe⸗
et, Die fi) wegen des Himmelreiches ver-| bruch, und es iſt nicht gleich alles recht, was
ie die ſtets für i te und des Volks Sin | die Kirche dulder. |
en beten follen, den tifter, oder Fähndrih]| 49. Auch) Eyprianus, auf den ihr euch be
‚bes ledigen Standes, Chriſtum, verlaffen, ſich ruffet, in eben dem Briefe von den Sungfrauen,
‘von neuen verheyrathen, und fich in welt⸗ welche Keufchheit gefobet haben, wo er fpricht :
liche Handel und Beſchwerungen ftecfen, da-| Wenn fie nicht beharren wollen oder Fön-
von der Eheſtand voll it? Denn was heißt, pen, E ift es befler, daß fie — =
* 2 ur
Y * pP
x
326 ‚Cap. ı7. Dom Schmalteld, Bund und den Handlungen
durch ihre Brunft (Geilkeit,) ins Seuer fal- ren Suͤnden ein Anſtoß und enbei
„Ten; daraus ihr fchlieffet, Daß eine Gelübde die | zum Falle USEgEN — 7 a
Ehe nicht Hindern Fönnes iſt ganz anderer Mey .. : )Fabula. _ FR) ex hsmologeñ.
nung. Denn da ihn der Priefter Domponlus| - 50.Da ſiehet man, was Cyprianus von ge—
gefragt: Was er von den Sungfrauen halte, brochenen Gelübden halte. Er nennet folche
„welche, da fie erſt beſchloſſen, ihren Stand |geile Seute Unzüchtige (oder Blutſchaͤnder, und
Eeufc) und veft zu halten, alsdenn ‚befunden Ehebrecher Chriſti; und. wo: fie nicht von ein-
- worden mit Mannsperfonen. auf einem Bette ander gehen, laͤſſet er fie nicht zue Kirche (oder
‚gelegen zu. haben ; holet die Sache aus dem Gemeine): 2Bie-follten denn alſo dergleichen
Grunde heraus, und zeiget, Daß die Nähe und | Geluͤbde nicht Die Ehe hindern, oder. wer wollte,
Zufammenmohnung der Jungfrauen und jeinem zu dergleichen Heyrath rathen, die ohne
Mannsperſonen ſehr gefaͤhrlich ſey, beſtaͤtiget Bruch der Geluͤbde und Uebertretung des goͤtt⸗
„auch durch die Schrift, daß. viele. dadurch ichen Gebots, folglich ohne das aͤrgeſte Bu—
ſchrecklich gefallen und zu grunde gegangen; benſtuͤck nicht geſchloſſen werden fan? ;
deswegen er überhaupt von allen Sungfrauen | 51. Daß ihr aber ſchreibet: die: Fuͤrſten von
ſaget: Wennfieficb auedem Blauben Chri⸗ Deutſchland, da fie gefehen, daß. aus dem les
‚fo gewidmer haben, ‚fo mögen fie, keuſch digen Stande ver. Briefter viele Schandthaten
und züchtig *) ohne alle böfe Nachrede vor und Lafter entfprungen, häften den Prieftern
‚fi leben, und alfo tapffer und. ftandhaft die Ehe frey gegeben: fo zweifle ich ſehr, daß
die Belohnung der Tungferfebaft erwar⸗ ich ihnen den. Rath gegeben Bäfte, den eure
ten. Wo fie aber nicht. beharren wollen, Fuͤrſten ergriffen, wenn fie, ihr fuͤrtrefflichen
„oder nicht Fönnen, fo iſt es beſſer, fie.bey- Raͤthe, mic) vorher hätten um Rath gefraget,
rathen, „als daß fie durch ihre Wohlluſt ins |ehe die Prieſter in foicher Menge bey. euch Die
Feuer fallen: zum weniaften ſollen fie den Bande zerriffen und zur Ehe gelaufen. : Denn
Brüdern und Schweltern Fein Aergerniß wenn Priefter, die fich nicht Hätten enthalten
geben, weil gefehrieben ſteht . Und ein wollen, ja zur Che zu fehreiten verlangt Bär
wenig hernach fihlieffet er: Chriſtus, unfer |ten : wie viel.beffer hätte man gethan, fie, nach
SErr und Aichter, wenn er eine fich ge⸗ dem Erempel der Alten, vom Prieſterthum ab-
- widmete und der Seiligkeit geweyhete Jung- |zufegen und ſie ihrem Gewiſſen zu überlaffen,.
fer bey einem andern liegen fiebet, 0. wie und alsdenn Keufchere zum-Altar zu befördern, _
> eifert und zörnet er, was vor Strafe dro- | als alles geftatten, und dadurch an fremden Sün-
het er diefen Dermifebungen ? Hernach anf- den Theil zu Haben, und fie dadurch mehr. zu
wortet er-auf Die Frage, und befihlee, Weh- reizen? Sedoch deuten wir, die inandern Herr
muͤtter zu brauchen, daß man erkenne, ob die- ſchaften ung nie aus. Fuͤrwitz etwas herausge-
felben Sungfrauen gefchändet feyn; da er Denn nommen, ‚oder Darüber richten. wollen, "eurer
ſpricht Wenn einige aus ihnen. gefchänder | Sürften Bornehmen und Thun gerne aufs be-
‚betroffen worden, ſo mögen fie volle Buſſe ſte aus, und zweifeln nicht, daß fie alle Miß—
thun; denn welche diefe Miſſethat began⸗ |bräuche abzuftellen weder einen aufrichtigen
gen, ift eine Ehebrecherin, nicht irgend ei⸗ Willen, nody auch die Kirche GOttes zu reine
‚nes Mannes, fondern Chriſti; darum fol: gen Geſchicke genug haben. nn > m...
Ien fie, wenn die gehörige Zeit aus ift, und| 52. Wir aber, die wir ung. freglich fonder-
fie öffentlich **) gebeichtet, wieder zur Nir- |lic) Haben angelegen feyn laſſen, die Tyranney
„eben kommen. Wo ſie aber verſtockt blei· des Roͤmiſchen Biſchofs zu vertreiben, und
ben, und ſich nicht voneinander ſcheiden; ſo Chriſti Ehre redlich zu befoͤrdern, werden auch,
ſollen fie wiſſen, daß wir fie bey dieſer ver⸗ mit GOtt! in Zukunft bemuͤhet feyn, und nach
ſtockten Unzucht nicht wieder zur Birchen allem menſchlichen Vermoͤgen ſorgen, daß alle
laaſſen koͤnnen, daß fir nit andern mit ib: | Mißbraͤuche, Die entweder Der Nom, a oft
| a ET | 2 oder
8
&
and ungen des Koͤnigs in Eingelland mit den proteft. Ständen, 329
Efonft jemand eingefüßrer, abgeiteler wer) — 3 nam —
Und wo wir erfahren werden, daß einige Koͤnig Heinrichs des VIII. Schreiben
—
den Mantel nach dem Winde hengen, und ſich Ian den Ehurfürften zu Sachfen den Gefands
‚ftellen, als’ ob fie den Römifchen Pabſt Hafle- | sen bey der Abfchiedsaudienz mitgegeben, a
} — d.· d. I Oct. 1538. A
ten, und zwar in Worten Wahrheit rühmen | |
Ins Deutſche Überfekt von M. Aug. Tittel,
— —— — — — an ve BERN
und vorgeben, die fie doc) im Herzen nicht ach: |
ten ; fo werden wir mit folchen $euten über hei⸗
lige Dinge keinen Rath pflegen, ul ar | Hi ;; E |
Bere — — a us Ray) der VII, von GOttes Gnaden, Koͤ—
en... | N 198 nig in England und Frankreich, Beſchuͤ⸗
53. Was aber Chrifti reine und lautere Lehre zer des Glaubens und Herr in Irrland, auch
zu befördern, Ehrifti Evangelium auszubrei- in Landen der Englifchen Kirche unmittelbar un=
‚ten, die Safter der Engiifchen Kirche, auszufes ter Chriſto Das hoͤchſte Haupt: Entbeut denmn
gen, alle Mißbraͤuche und Irrthuͤmer abzuftel-önrchlauchtigiten und fuͤrtrefflichſten Fuͤrſten,
len, auch die Kirche, wieder in. ihre Lauferfeit | Herrn Johann Friedrich, Herzogen zu Sach⸗
zu fegen und zu zieren , dienſam fiheinen wird: ſen, des heiligen Roͤmiſchen Reiches Ergmar-
das wollen wir aus allen Kräften fuchen und ſchalln und Churfuͤrſten, Sandgrafen in Thuͤ⸗
‚treiben ; dem. werden wir, ‚mit GOttes Hülfe, \ringen, Marggrafen zu Meiffen und Burggra⸗
aufdas.eiftigfte nahftreben. .. jen zu en — lieben Vettern und
AR Freund, feinen Gruß! BRD
54 Bon den Artikeln, die wir jetzt berüßtt) _ «. ar Ä —
hen. SCHE VORR nähfteng‘ Jo/ bald es ti |; a N ſich einige Monate bey uns aufs
"wird chun laffen, mit unferen Gottesgelahrten geha ie jürtrefflichen Männer, Herr Fran⸗
Bandeln, und dasjenige fegen und befchlieffen, ciſcus ——— (D — Bicecanzler,
mas zur Ehre GOttes und der Zierde der Kir- — nn Mir urg, 2. 2. Doctor,
hen, feiner Braut, gereichen mag. und. Here Friedrich Myconius, eurer Durchl.
Hin EN: | (oder Fuͤrtrefflichkeit, und des DurchL Herrn
55. Euch aber, Ehrenvefte Geſandte, die ihr Sandgrafens von Heſſen, unfers rechtfchaffenen
zu Waſſer und Land folche Mühe und Beſchwe⸗ | Sveundes, Geſandten: welche eine fo herrliche
rung übernommen, uns zu beſuchen, und die Gelehrſamkeit Klugheit, ungemeine Redlichkeit,
ihr mit unfern Goftesgelahrten Gefpräc) ange- |und hohen Eifer für die Chriftliche Religion in
ſiellet habt; die ihr wegen der Sache des Ev- [allem ihrem Thun und Bezeigen haben fpüren
angelii fo viele Monath auflerhalb eures Vater: laſſen, Daß, wie uns dero Umgang hoͤchſt an-
landes geweſen ſeyd: danken wir unendlichund |genehm und. gefällig geweſen, alfo wir. auh
unzähligemat, und munderm uns. gar nicht, Daraus, geliebts GOtt! die füchere. Hoffnung
daß ihr Durch Die ſuͤſſe Siebe zum DBaterlande, |gefchöpffet haben. es werde auf Die gefaßten
nach eurer. dermaligen langen Abweſenheit, wie- Nathfchläge und angefangene Handlungen er=
der heimgezogen werdet. Darum, wenn ihr, wünfchte Frucht und Fortgang einmal erfolgen,
nad) verrichteten Sachen, die eure Fürften euch! Diefes Gefchäfte, Davon wir. bisher gehandele
befohlen, und nach völlig geendeten euren Ge⸗ haben, ift freylich unter allen: eines der aller=_
fchäften ‚ mich zu beſuchen gelieben werdet: | wichtigften, und. fo einem Chriftenherzen vor
wird uns euer Beſuch ſehr lieb fenn, und. wir andern anlieget, weil es Chrifti Ehre und feiner
werden euch nicht allein gerne iwieder in euer Keligion Zucht und Ruhe betrift: daher muß
Vaterland laffen, fondern aud) an eure Fürften | es freylich mit reifem Rath und gutem Bedadır,
Briefe mitgeben, die von eurem Fleiß in Aus⸗ ohne Mebenabfichten, gehandelt: werden ;, auf
richtung eurer Borfchaft zeugen werden. : Ge: | Daß man vor allen Leuten fehe , wie man nichts
habt euch wohl l eſucht, a a a ae
Pe > % 3 Be):
-
30 Cap... Vom Schmalk. Bund und den Aandlungen Sr. und
ne Befte, und das. Hell der ganzen Chriften-
1 er RE
® 3. Wir haben ung demnach mit nur gedach⸗
ten Herren Gefandten folchergeftalt berathen
and befprochen. Und wie eure Durchlaucht
aus ihrer mündlichen Erzehlung weiter verneh⸗
men wird: ſo haben wir bisher alles, was ge⸗
- Handelt und vorgenommen worden, dahin ge
richtet, daß es auf füchfigen Gründen und ge-
wiſſen Urfachen beruhet, und die wahre Ehre
Epriffi mit Nutzen befördern und ausbreiten
- mag. Wenn nun eure Durchl. von ihren Ge⸗
- fandten unfre benderfeitige Handlungen verneh⸗
men wird, zreifeln wir nicht, es werben ſolche
berofelben, nach ihrer fonderbaren Klugheit
und angebernem Eifer, alle gute Bemühungen
beftens zu fordern, angenehm feyn. Und um
das, was glücklich angefangen ift, weiter glück-
lich fortzuführen und zu vollenden; verfehen wir
uns, daß fie den Heren Philivp Melanchthon,
won deſſen vortrefflichen Gelehrfamfeit und groſ⸗
fen Einſicht ſich alle vedliche Leute viel gufes
verfprechen, nebft andern rechtfchaffenen Maͤn⸗
nern eheftens an ung ſchicke: So mollen wir
allen Fleiß anwenden, daß eure Durchl. (Fuͤr⸗
teefflichkeit,) feße, wie man bishero in den Din-
gen, welche zur wahren Gottſeligkeit einiger-
maflen zu gehoͤren, und eines Ehriftlichen Für-
fen Amt zu ſeyn fcheinen, auch) unſre Freund-
ſchaft unter einander erhalten und vermehren
koͤnnen, nicht vergeblich Bin und nieder fo viel
Mühe und Arbeit übernommen.
4. Das übrige wird eure Durchl. von eben
den Herren Geſandten, deren Treue und Klug:
‚heit alles verfrauet und anbefohlen werden Fann,
| dertaͤufer den der Landgraf gefangen be
mit Den Wiedertaͤufern in Engelland
entdecket. d. d. 1. Sept. 1538.
—
—
zet werden: als Haben mir fuͤr gut geachtet, alfo-
peybemeldten Briefs, Em. Königl. Würde ans
daß E. K. W. bereits wife, was die Wieder:
fie von uns ganz abgehen : jedoch, damit fie
von andern unferfchieden, und beſſer verhüter
werden mögen, fo iſt einiges zu melden.
reine Lehre des Evangelii nicht vorgetragen
wird, befonders in den Niederlanden ‚erwach-
fen viel Irrthuͤmer; weil der gemeine Mann
ne befiere Lehre vernimmt. Denn wo es antreuen
Meynımgen, als der andere; geftalten der Irr⸗
thum eine fruchtbare Mutter‘ ift. Aus Diefen
Quellen ift der Wiedertäufer Thorheit geflof:
nen übrigen Orten Deuefchlands, in welchen Die
reine Lehre des Evangelii vorgetragen wird,
fliehen Die Leute, durch GOttes Gnade, mweilfie
mit tüchtigem Grunde wider folche Irrthuͤmer
weiter verneßmen. Lind wünfche ich, daß ſie verwahret feyn, vor ſich felbft ſolche Peſt.
vergnuͤgt lebe! Aus unferm Königl. Sig bey | Darum feyn auch unfere Kirchen, GOtt Job.!
London den LDCE.1538. rubiger, als bie in denen Niederlanden. Doc)
i Euer Iheim und guter Freund, |faleichendurch ganz Deutſchland Keimliche Irr
NER roifche, Betruͤger und Schwärmer herum, wel⸗
Heinrich. Ihe vornehmlich die Wiedertaufe Iebren.
Petrus Dannes,| 3. Undiftdiefesdas Zeichen irer Secte ‚daß
ST RE taufen laſſen. Diefem Irrthum aber: fügen
Extract eines Schreibens des Churfürs | fie viel andere Doantallen —9— uUnd weil die
ſten zu Sachfen und Landgrafen zu Heſſen, an Leute durch nichts eher betrogen werden, als
Boͤnig Heinrich, in Engelland, von einem Wie durch den Schein groſſer Demuth —
*
men , und bey dem man eine Correſpondem;
zuzeigen. Denn ob mir fchon nicht zweifeln, '
täufer vor Leute feyn, was fie lehren, und daß -
2. In denen Orten Deutfchlandes, wo die
vernommen, daß man die Mißbräuche ftrafe,
vor denen er einen Abſcheu hat, dabey aber kei⸗
Sehrern fehlt, erdichtet ihm immer einer andere
fie die Kindertaufe verdammen, und wieder
— —
— wir zu dieſer Zeit bey einem Wie⸗
sc derfäufer Briefe gefunden, worinnenvon
Engelland Meldung geſchiehet, daß dafelbiten
der Wiedertäufer Irrthuͤmer heimlich gepflan«
bald folche Gefahr, mit Benlegung einer Co-
—
ſen, und hat ſich von dar in das benachbarte
Frießland und Weſtphalen ergoſſen. In de⸗
-332 II. Abſch. Handlungen des Koͤnigs in Engelland mit den protefl. Ständen. 33
fo lehren fie, man folle die Güter gemein Ba: liſche Lehre der Kirchen Chrifti vereheidigenund
ben: und damit: fie alle Rache verwerfen, fo — Daß folcher Heiligen Abſicht Fuͤh⸗
leugnen fie, daß einem Chriſten erlaubt fey,|rer und Urheber alle fromme: Potentafen, bes
ein obrigkeitlich Amt zu verwalten, Gericht zu fonders E. K. W. um der Ehre Chrifti und
Halten, Eyde abzulegen ; und heben endlich den des Heils willen feiner Kirchen feyn, wuͤnſchen
weltlichen Stand, den GOtt eingefeger und ges | wir von Herzen.
billiget, in ver Thor auf. . Dieſe Irrthuͤmer
- von weltlichen Sachen ftreuen fie anfangs aus,
welche die zum Aberglauben ohnedem geneigte
Leute leichtlich fangen. Daraufereignet fich eis
ne unendliche Vermengung mancherley Mey:
nung; dann es erdichter immer einer was an⸗
ders von der Gottheit, von Chriſti Namen,
recht wie Die Manichaer : fie geben Erleuch.
tungen vor mit Berwerfung des Wortes GOt⸗
tes, heben die Erbfünde auf, lehren nicht recht,
was die Sünde fey, und verftatten ihren Eu: ic ——
ehufiaften offenbare Laſter. Dann von und Gruß! Durchlauchtigſter und al.
Rechtfertigung haben fie falfche und ungereim» SID Ierlöblichfter König. Ob wir gleid) ge-
te Meynungen, Die Heiligkeit: des Cheftan- | höret Hatten, daß der Roͤmiſche Biſchof durch
des beflecken fie ſchaͤndlich, indem fieinsgemein | alle Künfte des Känfer Carls und des Königes
geftatten, viele Weiber zu nehmen, und ſich in Frankreich Gemüth zu verbegen fuche rider
nad) Belieben zu ſcheiden. Diefe barbarifche | die Engelländer und Deutfchen: ‚fo babe ic)
Bermifhung mancherley Aberglauben und doch in der Hoffnung, daß GOtt diefe Gefaͤhr⸗
Meynungen bricht endlicy, wo ſich der An- lichkeiten abwenden und eure Ruhe erhalten
fang vergröffere, in Aufrußren aus, mie in werde, in vorigem Briefe von der Kirchen Beſ⸗
Frießland und der Stadt Münfter gefchehen. ſerung gefchrieben, die eure Majeftät, wennes
4. Doc) der Zeit Haben fie Feine Republik | ſich der Zeit nach fehicket, vorzunehmen geru«
ober Stadt inne, allein laufen einige ſolche hen wollen. |
Schwaͤrmer im Land herum, die fold) Gift in| 2. Hernach Babe id) dieſen Brief beygefüget,
der Stille an unterſchledenen Orten ausftreuen. |nicht aus Fühnem Linterfangen , fondern aus
Wo wir Deren einige befommen, laffen wirfie | herzlichem Eifer und Liebe, ſowol für die Kir⸗
von gelehrten Leuten unterrichten, damit fiemö» | chen als eure Majeftät, darum cure Majeftät
gen zurecht gebracht werden; wenn fie aber |ich durch Chriſtum bitte, daß fie meine Frey—⸗
hals ſtarrig verfechten die Werdammung der | beit in Gnaden vermerfe.
Kindertaufe, oder andere Gottloſigkeiten oder 3. Sich denfe oft an der Englifhen Kite
die Berdammungdes weltlichen Standes , wel: | hen Lrfprung und übriges Lob: Denn von der
ches an fich felbft aufrührifch iſt: fo werden fie | ift die Chriftliche Lehre guten Theils mit an ein
geftraft. \ haufen Derter in Deutſchland und Frankreich
5. Diefes haben wir aus gutem Gemuͤthe kommen. Ja, man hat es der Englifhen
teitläuftig berichtet, weil die Gefahr Bierinnen | Kirche zu danken, daß die Roͤmiſchen Pro-
manc)erley iſt. Wir hoffen aber, €. K. W. | vinzien zuerft vonder Verfolgung befreyet wor
merbe aus Diefem Schreiben abnefmen, daß
den. Denn fie hat uns zuerft den frommen
mir an falfchen und abfcheulichen Lehren Fein | Ränfer Conftantinum gegeben. Welches ein
Öefallen tragen; fondern daß die Päbftifche groffer Ruhm für euren Namen (oder Volk)
Mißbraͤuche um desmwillen von uns geftrafer
if. Nun hat aud) eure Majeftät ſchon aus
werden, Damit wir die wahrhafte und Carho-I geoffem Heldenmuth gezeiget, daß fie Die a
K 1273.
Philipp Melanchthons Schreiben an
Boͤnig Heinrich den Achten, den nach Engel⸗
land abgefertigten Befandten mitgegeben, dar:
innen er dem König weitere Verbefferung in
Religionsfachen anraͤth. d.d. Frankfurth
den ı. April 1539.
Ins Lat, überfege von M. Aug Tittel.
ar Fe ©
“|
—
"234 Cap. . Vom Schmalkald. Bund und den Handlungen Fr. und Engell. 335
eit (hügen wolle, hat auch des Roͤmiſchen Bi. zu brechen, daß fie des Aberglaubens durch den
fe &nrannen abgefhütret; darum wuͤnſche Gebraud) und Das ee er ——
ich von Herzen, daß die alte Reinigkeit eurer 5. Ihr werdet aber fagen: Ich beveftige da«
Kirchen völlig hergeftellet werde. Ich merke durch nur die Ruhe, und will nicht, daß aus
dober/ daß noch einige aldort find, Die noch an ungleichen Gebraͤuchen Zwietracht entſtehe.
den alten Mißbraͤuchen, die entweder der Roͤm. Antwort: Ich rede hingegen von frommen und
Biſchof aufgebracht ‚oder beſtaͤtiget hat, vefte befcheidenen, die Menſchenſatzung ohne Ges
Kalten. Es iſt aber zu verwundern, daß, da tuͤmmel und Unruhe uͤbertreten, nicht von ſol⸗
man ben Urheber der Mißbräuche vertrieben „. chen, die etwa in öffentlichen Berfammlungen
man gleichwol den Gift felbft noch heae. Es ein ruhig Volk aufruͤhriſch verhegen oder vers
ift aber zu beforgen, daß folche Leute, oder ihre | unruhigen. Es find vorhin ſchon Gefege we⸗
Nachfolger, nicht einmal Des Roͤmiſchen Bi⸗ gen der Aufrüßrer, und man muß nicht gleich _
fchofs Gewalt wieber einführen, wenn ihn das ‚die Hebertretung einer albernen und unnöthigen
Bote für der Kirchen Meifler gehalten hat: Ceremonie für aufruͤhriſch erklären; doch muß:
Henn die Ceremonien fallen in die Yugen und man hierinnen audy nicht allein auf. aͤuſſerliche
erinnern ung des Stifters, wie des Solons Rufe, fondern guch auf fromme Gemiffen fes
Gedaͤchtniß mit feinen Geſetzen fortgepflanzet ben; denn daß Gewiffen ift ein zartes Ding,
worden und fehr angenehm gemefen.
4. Ich habe mic) demnaqh gefreuet, als ich
und wird Durd) der Gewaltigen Urtheile leicht
niedergefchlagen.
6. Ich weiß auch wohl, Daß einige eine neue’
in dem legthin wegen der Religion ausgelaffe: Art der Weisheit brauchen, fie entſchuldigen
nen Befehl gefehen ‚Daß Öffentliche Berathung die Mißbraͤuche, und lindern fie durch alas N
und Beſſerung wegen Der Kirchenbräuche und | hand liftig ausgedachte Yuslegungen, um eine.
worden, und ſolches Abfehen
des Befehls gemildert. Denn
Iobe, daß die Irr⸗
die wider Die Lehre
Geſetze verheiffen
hat die Strenge Sefef
cb ic) wol die Gottſeligkeit
chuͤmer verboten werben,
Urſache und Schein zu haben, warum fie da«
bey bleiben; wie der Verfaſſer der Coͤllniſchen
Religionsbefferung fhredlihe Mißbräuche den»
nod) entfchuldiget, als, Glockenweybe, und
der Catholiſchen Kirche ‚die wir auch befennen, | andere dergleichen Trügereyen, Wie viel gibt
fireiten: fo thut mir doch leid, daß zu folchen
Sachen aud) nod) ein Artikel Fommen, darin.
nen geboten wird, alle bisherige Bräuche und
den ehelofen Priefteritand zu behalten. Sol⸗
chen Befehl werden viele dahin deuten, daß die
Mißbraͤuche Der Meſſe wieder eingefüß-
reg werden. Hernady werden überhaupt
die. Hartnaͤckigen geftärfet, Die unfter Seh:
ve feind find, und Hingegen Die Frommen in
ihrem Eifer niedergefchlagen. Auguſtinus Ela-
get ſchon zu feiner Zeit ‚daß der Chriſten Dienſt⸗
barkeit Härter geweſen fey, als der Juͤden ihre;
und wie viel härter wird die Dienftbarkeit ſeyn,
wenn die abergläubifchen Poflen ‚als das Krie⸗
chen zum Ereuz, oder andere dergleichen Din-
e,bey Seibesitrafe geboten werden follten ?
es in den fabelhaften Gefchichten der Heiligen,
als. Chriſtophori, Georgil, die als Gedichte
(po&mata) ſchoͤne Deufungen und Gleichniffe :
enthalten, um derventwillen aber die Kirchen
dennoch nicht zu zwingen find, Daß fie ſolche
erdichtete (pocticas) Perfonen verehren.
7. Es war in Egypten ein Feft, wenn die
Feigen reif worden; und Das Volk, das im
Tempel frifche Feigen aß, fung dazu in dieſen
Worten: Suͤſſe ıft die Wahrheit! Diefem
Brauch Fann man bald eine gute Deutung bey«
fügen, und darunter das Wort GOttes loben ;
deswegen aber muß man doch folchen Brauch
nicht roleder indie Kirche einführen, Aber dieſe
gift ſehen wir wieder in der Kirche auffommen.
In Italien, ſagt man, wäre Confarenus, Sa.
Gerſon ſchreibet, es ſey den Frommen gut, doletus und der Cardinal Polus für die Miß—
welche etwa Die Ceremonien
beobachten,
zu aberglaͤubiſch bräuche ; denn Die legen ſich fonderlicd) darau
daß man fie veranlafle, dieſelbe daß fie diefe Roͤmiſche Gottloſigkeit —
gen,
396: 11, Ybfchn. Handlungen des Koͤnigs in Engelland mit den proteft. Ständen,
| — es fuͤr groſſen Wis ‚die ſchaͤnd ‚gehen laſſen, welcher an Frechheit und Gottlo⸗
lichen Mißbraͤuche zu färben, und meynen, daß ſigkeit keinem alten Tyrannen etwas nachgibt
fie durch ſolche Poffen des Dionyfit heimliche ‘Der hat nicht allein unfre Deutſchen Känfer in
myſtiſche) Theologie wieder erneuren. Sol. einen langen und jämmerlichen innerlichen
che Kit wird, wo nicht Eluge Negierer der Kir« | Krieg verwickelt, fondern aud) Die Kirchen ty⸗
chen wehren, eine fchreckliche Verwirrung der vannifch. unterdrückt. |
Religionen machen und die Wahrheit wieder | 10. Ich höre auch, daß die Priefter in En«
zu geumderichten: So Tangermenfchliche Cere⸗ igelland verheyrathet gewefen; und es ſind auch
monien als etwas nothwendiges erfordert wer⸗ !die Hiftorien befannt, darinnen viel Erempel
den, folange wird die falfche Meynung vom Got⸗ enthalten; und alfo verwundre idy mich, daß
tesdienft beftätiget. Darum hat Paulusfofehr iin dem ( Königlichen) Befehl die Epiftel
nicht nur wider die Mennung, fondern auch Ian die Corinthier angezogen werde, da doch in
ſelbſt wider Die Levitiſchen Gebrauche geeifert ; \felbiger non der Ehe ganz anders gelehret, und
denn er ſahe voraus, daß dem Aberglauben nicht die Ehe denen, die zur Keufchheit niche fähig
geſteuret werden Fönnte wenn die Bräuche blie- |find‘, geboten wird. RE
‚ben; darum er fehe nachdrücklich faget: Wo| 11. Und man muß dagegen nicht mit den Ge⸗
ihr euch beſchneiden laſſet, fo ift euch Ebri- |Tubden aufgezogen fommen, die wider göftliches
ftus nichts nüge. Ma Gebot ftreiten und ein haufen Aberglauben und
8. Demnad) bleibe man bey der fchlechten | goftlos Wefen mit ſich führen. Denn wir fe
und deutlichen Mennung , von der Freyheit in|hen, mas die meiften Heiftlichen ohne Ehe für
gleichguͤltigen Dingen, und laffe die Prediger ein Leben führen: darum habe ich mit Betruͤb⸗
lehren, was für Aergerniffe man meiden müf-|niß gelefen in dem Befehl, daß die, melde
fe; man behalte aber die von GOtt eingeſetzten Weiber genommen, für liederliche Leute *) auge
. Gebräuche und einige Menfchyenfasungen, foigegeben werden. Denn mit ſolchem Schimpf-
etwa zu gufer Drönung dienen, wie Paulus wort ſcheinet unferer Sache Nachtheil zu ge-
redet, und laffe es bey Ceremonien bewenden, ſchehen, die doc) Die Kirche braucht, daß man
die ernftlich und zierlich ftehen. Hingegen muß das Anfehen oder die Würdigfeie der Ehe de-
man alles wilde Wefen (Unwiſſenheit) von den | fto beffer erfenne, daß die abergläubifchen Got⸗
Kirchen abhalten: andre unnüße und unge: tesdienfte der Gelübde geftraft, und die Un-
reimte Ceremonien muß man gar nicht hart zucht ausgeroftet werde. Denn nicht unreiner
fordern. 3 ; | Stand, auffer der Ehe, ift eine GOtt ange—
9 Was bringet auc) nicht das Derbot der nehmeKeufchheit, fondern eine ehrliche und gott⸗
Ehe den Gewiſſen für Gefahr? Und eure Ma- |felige Gefellfchaft der Ehegatten; wie Chriſtus
jeftät wiflen gar. wohl, daß das Geſetz von dem die Ehe eine göttliche Verbindung ausdrücklich
ſteten ehelofen Stande nur in Rom ausgeßes nennef, wenn er fpriht: Was GOtt zuſam⸗
cket worden. ; Denn man findet die Briefe des men gefüger bat 2c. Laffet uns alfo GOttes
aaaronenflcben Biſchofs, Die der Geiftlichen | Ordnung in der Natur hoch achten und felbige
-be in Spanien wider den Römifchen Biſchof ehrerbietig gebrauchen; nicht aber ofne GOt⸗
verteidigen. In Deurfchland find noch die tes Wort neue Dienfte erdichten, von welcher
Priefter vor 500. Jahren verheyrathet gemefen, | Art Paulus mit Namen prediget, wenn er an
und haben fo ungern gefehen, daß ihnen diefe den Timotheum fchreibt, und die hart ftraft,
Freyheit genommen würde, daß fie fogar wi- welche Die Ehe verbieten. 2a
der den Mannzifchen Biſchof ‚, als er das Roͤ⸗ *) Leuiatis ſtehet für leuitatis accufantur,
miſche Gebot abgelefen, einen Aufftand ge-] 12. Der Prophet Daniel Hat dem Antichrift
macht und auf ihn losgefällen, fo daß er da⸗ zwey fonderliche Kennzeichen angehenger ‚wenn
von fliehen und das Ablefen unterlaffen müffen. |er ſpricht: Er wird den Bott Maoſim mit.
Gregorius der Siebente hatte foldyes Gebot er-| Silber und Gold verehren und auf feiner
Cutheri Schriften 17, Theil. ) a: ie
I
1
333 Cap. 17. Dom Schmalkald. Bund und den Aandlungen Sr. und Eng. 339
Däter GOtt nicht merken, noch der Weiber |Gortlofigkeit, und Grauſamkeit gewiß heftig
achten. Das fchicke fichfehr wohl zu den Roͤſtrafeeenn..
miſchen Siten. nn |. 15. Ich wollte alfo nicht, daß in *) eurem»
13. Die Mißbraͤuche der. Meſſen und der Reich die Schärfe gegen die Srommenwieder
Zeiligendienft hat unendlichen Reichthum und | anginge, welche eure Majeftät verbieten wird, -
—
*
Koͤnigliche Macht zuwege gebracht. Man hat
neue Gottheiten gemacht. Man betet goldne und
ſilberne Bilderfäulen an, die man auch mie Gold,
und Silber behenget. Hernach koͤmmt das Ge⸗
ſetz dazu vom eheloſen Stande, daraus denn ein
grundverderbtes Leben gefolget iſt. Auf welch
Volk und Reich ſchicken ſich dieſe Kennzeichen
heſſer, als auf die Rotte des Roͤmiſchen Bi⸗
ſchofs? welcher, da er der Antichriſt iſt, ſo
muß man mit gottſeligem und tapfferm Ge⸗
> müch feiner Gewalt und Geſetzen widerſtehen.
74. Es hat auch eure Majeftät bereits glück-
lich angefangen, einige Dinge zu beffern.. Sie
bafte etliche Bilder abgefchaft, Die gottloſer
Weiſe angebetet wurden. Ich bitte demnach)
E. Maj flehentlich, daß fie auch die andere Roͤm.
Gottloſigkeit aus den Kirchen rotte. Man hat
Exempel, daß die Könige herrliche Siege ges
wenn fie. nur ihren außgelaffenen Befehltindert
und ferner Kirchen anrichtet. Und daß auch
die Nachkommen einen Abfcheu vor des Roͤm.
Bifchofs Tyrannen haben mögen: fo kommt
es viel darauf an, daß die Geſetze abgefchaft:
werden, weldye die Sehnen (oder Spannas
dern) feiner Gewalt find. Dergleichen Stuͤ⸗
‚gen aber der Gewalt der Roͤm. Bifchöffe find’
geweſen, die Mißbräuche, ver Meflen und ver.
ehelöfe Stand; weiche, wenn fie fo fortwaͤh⸗
ren, fo fönnen fie. die vorhin ſchon der verfehrs
ten Meynung des Römifchen Hofes find ‚Teiche
verleiten, fid) wieder zu demfelben zu begeben,
Wieviel aber drangelegen, daß ſolches verhuͤ⸗
fet werde, wenn man die Lehre vein behalten:
will, werden eure Königlihe Majeſtaͤt Teiche
ermeflen. Es ift- nod) wahr, was Juuenalis
vom Kom. Hofe fagt: hic fiunt homines &c.
|
wonnen welche die Abgötteren vertilgee haben; bier werden die Menſchen ze. nemlich mit
und GDte bezeuget oft, wie fehr er diefen Dienft lauter böfen Künften und Stücfleinangefüllee,
erfordere, und verheiflet dafür groffe Belohnun⸗ daß fie gegen Die Könige ein aufrührifeh und:
gen. Darum wird GHrE aud) eure Majeftät
fchügen, wenn fie, wie Hiffias und andere
fromme Könige, gottlofe Bräuche abfchaffen
wird. Es höret eure Majeftät, daß in Nie⸗
derlanden und an andern Drten fehreefliche
Grauſamkeit wider die Frommen verübee wer:
be. Und diefe Tyranney bringet andre viele
aſter hervor, beveftiget Die Abgoͤtterey, rich»
tet. die wahre Anbetung zu grunde, vertilget
die wahrhafte Religion. Und da es an gufen
Lehrern fehle, fo werden viele im Volk zu Got⸗
tesleugnern. Denn es ift bekannt, daß in
Niederlanden fat heydniſche Ruchloſigkeit im
Schwange gehe, indem einige von Natur aber⸗
glaͤubiſch ſind, andere die ſchwaͤrmeriſchen
Meynungen der Wiedertaͤufer annehmen. So
ſtehet es in Niederlanden, die ſonſt Friede,
Ruhe und Reichthum haben. Die Reichen
ſchwelgen und halten ſich fuͤr gluͤckſelig, und ſe⸗
hen indeſſen nicht vorher, was fuͤr Strafen
widerwaͤrtiges Herz mitbringen; wie viele Ex⸗
empel bezeugen. Dieſen Brief wolle eure Ma⸗
jeſtaͤt in Gnaden vermerken! =
*) Mac) damaliger Schreibart war dag die hoͤch⸗
fie Beehrung in der Anrede, einen Euch zu
nennen, daher auch nad) bey Belehnungen der
Kaͤyſer fo angeredet wird. a
16. Ich bitte aber GOtt und unfern Herren
JEſum Epriftum, daß er eure Könige. Mas
jeftät gefund erhalte, ſchuͤtze und regiere, zum
Heil der Kirchen! Eure Koͤnigliche Majeſtaͤt
ehabe fid) wohl und lebe vergnuͤgt. Bon
Frankfurt den 1. April. 1539. iD HE:
Eurer Rönigl. Moefeftse
Allerergebenſter Cunterthänigfter):
“
Philipp Melanchthon.
35 Er ADS KL Alpen at ar
Dem allerdurchlau hoͤchſtloͤb⸗
rd nekaflen und.
lichſten König in Engelland und Frank⸗
reich, Heren Senrich dem: Achten, Fürs
über ihnen ſchweben. GOtt aber wird folshel .. fen in Wallien und: Arnubien, na
>
wer Zivierrachterwogen, undverfchiedene Mey-
|
Die Verordnung von Abfehaffung verfebie.
- fiber einige Religionspuncte vernommen, Babe
das Parlement undden Synodum verfammiet,
wärtig fen.
beyder Geſtalt aus göttlichen: Geſetz nicht al-
len zur Seligkeit nothwendig, ſondern Das Fleiſch
—
om Haupt der Engliſhen
BI |
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N)
;
288
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LER SURFEN Pe
Tea dturn >)
pt aa Schre bey Kebensfträfe
“0 zu halten ‚'befohlen wird.
; RVerdeuefht. ' —
H
dener. Meynungen von den Artikeln
— Chriſtlicher Keligion. tens
au Anfange wird gefagt: Der König , ſo
den Nutzen der Einigkeit und Schaden
nungen ſowol der: Geiftlichen als Weltlichen
und beyden 6. Artikel vorlegen laſſen, Darüber
die Geiftlichen fange geftitten, da der König
ſelbſt, nach feiner groſſen Gelehrſamkeit und
‚Wiffenfchaft, eines und das andre vorgetra-
‚gen. Und endlich fey man in beyden Parle
mentshäufern über folgende Artifel eins wor⸗
Weines nicht blieben, ſondern unter denfelben
Geſtalten der Seib und das Blut Chriſti gegen⸗
dern, daß die Communion unter
und Blut Chriſti unter einer jeden von beyden
zugleich ſey.
Drittens, daß die Priefter, nach angenom:
menem Priefterorden, nach goͤttlichem Geſetz
nicht heyrathen kͤnne.
Viertens, daß die Geluͤbde der Keuſchheit
nach göttlichen Geſetze zu halten feyn..
Sünftens, daß der Gebrauch der Stilimef-
fen zu halten fen, indem ſie nicht allein dem gött-
Sandlungen des Rönigein
Engelland mit den pröteft. Ständen. 3qr
Gechftens, Daß die Ohrenbeichte nüglich
noͤthig, und alfo: n der Kirche zu Ken ig
ergnäbigften Herrn ac. |, Das Parlament hat dem König für die in
— RE Sertigung folcher. Artikel gehabte Mühe gedan:
un eek, und befchloffen: Daß, wer nad) dem ı2.
= J Nr 1274. AT NN Lan
Innhalt Dep ent; 8. Jun. 1539. bekannt
„gemachten @dicts ‚; worinn —
Julii etwas: wider den erſten Artlkelreden, pres
digen oder fihreiben würde, ‚der folleals ein Ke⸗
Ber, ohne Hoffnung es abzufchwören ‚ verbanne,
und alle feine Güter dem Könige zugefchlagen
werden. »- Wer aber etwas wider die andern Are
tikel predige oder hartnaͤckig lehre, der ſolle als
ein Raͤuber (oder Berräther ‚latrocinii rem),
ohne Anfegen des geiftlichen Standes, am Sea
byen beftraft werden. Welche endlich mit Wor⸗
fen oder Schriften etwas dawider vornähmen,
die ſollten erft ins Gefängniß geworfen und ih⸗
te Guͤter und Vermögen gemein gemacht ( con«
fifciret weten; wenn fie es noch einmalthä«
ten, ſollten ſie als Räuber beftraft werden. Ak,
le Priefterehen follen vor unfräftig erklärer;-der
Prieſter, fo fein vorhin geheyrathet Weib ber
fid) behält und ihr als Frauen beywohnet, die
ein Räuber (oder Dieb ) geftraft: der ſich aber
mit einem andern Weibe fleiſchlich vermiſcht,
zuerſt, wenn er uͤberwieſen, ins Gefänguiß ge—
worſen, und ſo lange es dem Koͤnig beliebet,
des geiſtlichen Einkommens (benefieii ) und ſei⸗
RR nA ner Guͤter beraubet, wenn er aber das andre⸗
Erſtlich, daß im Sacrament des Altars nach
der Einſegnung das Weſen des Brodes und den
mal uͤberfuͤhret ift, als ein Raͤuber geſtraft wer⸗
‚Die Weibsbilber, die fo ſuͤrdigen, ſollen
eben die Strafe leiden wie Die Priefter, A
j aber Die Beichte oder das Sacrament verach⸗
tet oder verſaͤumet, Der foll zum erftenmal der
Güter verluftig feyn- und ing Gefängniß kom⸗
a un andremal aber eines Näubers Stra⸗
e leiden.
Daß dieſe Verordnung zur That gebracht
und vollſtreckt werde, ſollen Befehle an die Erz«
biſchoͤffe, Biſchoͤffe und ihre Canzler und Cem⸗
miſſarien ergehen, daß ſie ſich in allen Graf⸗
ſchaften des Jahrs vier oder mehrmal verſamm⸗
ien, und wider die Beklagten nach den Klag⸗
ſchriften oder Unterſuchung der geſchwornen
Richter verfahren. Die Commiſſarien ſollen
lichen Geſetz gemaͤs, ſondern auch den Menſchen einen Eyd ablegen, daß ſie die Befehle ohne
ehe ſeyn · ann di ist! RE Perſon und ohne Betrug ober Be !
‚2 2
heit
392 Cap. vr. a
heit vollftrecfen wollem Die Kirchenbeneficien zu ſondern oder was neues und un jen F öndde
befißen, follen diefe Berordnung alle Viertehah · ches aufzurichten, indem man alle Neuerung,
re in den Kirchen einmal verlefen. — die nicht nothwendig ift,, zu meiden hat; dann
- Am Ende hat man noch von der Gelübdeder |es.ift in Haltung der menſchlichen Saßungen
Keufchheit die Erinnerung angehängt, Daß fie feine Gefahr, wenn nur die Lehre rein vorgetrar
nur die binde, welche nad) dem 21, Jahre und (gen wird. EEE Pa
ohne Zwang dergleichen gelobet. 61V. Wir halten für nüglich, daß die Beich⸗
nr 8 Aue —— [re und Erzehlung der Sünden in der Kirchen
geſchehen folle; dann woman diefe aufhübe,
würde die !ehre von Vergebung der Sünden
und Gewalt der Schlüffel aufgehoben und ver-
RR N I Sin
Das in Engelland berumgetragene Ger
dicht von einer Nenderung der Kehre, die Au:
sberus und Melanchthon in nachfolgenden Ar-
tikeln follen vorgenommen haben.
Copey dcffen ‚was Martin Luther und Phi-
lipp Melanchthon mit denen ihnen anbangen-
den Staͤdten und Fuͤrſten in Deutfche
J land zugegeben.
Sie befennen wir, daß in der Kirchen
dunfelt; da man in der Beichte unter andern
zu lernen hat, woher die Vergebung der Suͤn-
den fomme. Doc, daß infelbiger die Beich⸗
tenden fleißig unterrichter, und die Gewiſſen
mie alzuſcharfer und genauer Erzehlung nicht
beſchweret werden. u,
V. Wir aläuben, daß die Nechtfertigung -
aus dem Glauben geſchehe, und man nicht durch
LI ein ſolch Regiment ſeyn ſolle, daß Bi⸗ jegliche Werke gnugthun, oder Vergebung der
ſchoͤffe ſeyn, welche Kirchendiener examiniren
ee.
Sünden erlangen’ koͤnne; doch foll der gerecht⸗
und ordiniren , auc) die Rechte ausüben und machende Glaube nicht müßig , fondern mit
fleißig auffeßen follen, Damit die ihnen’ anver-
traute Kirche in Ehriftlicher dehre und gottſeli—
gem Wandel wohl unterrichtet werde.
U. Wir geben zu, daß der Rirche nuͤtzlich
und gut fey, daß der. Pabſt denen übrigen Bi. |
fchöffen vorftehe, und fie. beruffen koͤnne, bey
vorfallenden Zwieſpalt die Lehre zu unterfuchen
‚ und Einigfeit anzurichten; den Pomp aber des
Pabſts, feinen Reichthum und Hochmuth, Eraft
deffen er auch Königreiche ſich untermwürfig zu
Epriftlichen und guten Werken geſchmuͤckt feyn.
VI. Wir bekennen, daß der freye Wille
durch Beyhülfe des Heiligen Geiftes etwas thue,
fo oft wir ung von einer Sünde abziehen wol
ers +40? TEE > Der IE REED k 345 VAL STE
VII. Wir befennen, daß der Menfch nad)
vo
erlarigter Vergebung der. Sünden den Heili«
gen Beift erhalte; welcher von ihm wiederum
weicht, wenn er eine Todſuͤnde begehet.
VII. Die Meſſe halten wir auf gemöhnlis
machen ſuchet, und. der Das Evangeliunviwe: | che Weile; dann was nüßte Die Aenderung der
der fördert, noch ihm etwa hilft, laſſen wir nicht Ceremonien, zumal wo ſie nicht nothwendig iſt.
zu. Es koͤnnen und ſollen aber Die Koͤnige, Die Winkelmeſſen aber geftarten wir nicht,
welchen hieran gelegen, dißfals ſchon Maaffe| weil fie Gelegenheit zueinigen Mißbräuchen ges
geben. | ben, geftalten aus denen Meffen eine Kraͤme⸗
1. Wir bekennen, daß wegen der Saften, rey gemacht worden.
Seften und Eeremonien Teichtlic) eine Ber-| IX. Vom heiligen Abendmahl haltenwir,
gleichung Fönne getroffen werden, wenn man daß gleichwie Epriftus in dem legten Abend»
nur in der. $ehre übereinfäme, und diefe nicht effen feinen Jüngern feinen wahren Leib zu eſſen
ſo ungleich wäre, wie fie if! Dann wenn man| und fein Blut zu trinken zu geiftlicher Speisund
in der Lehre einig waͤre, hielten wir für unbil-| Tranf gegeben, er. alfo gleichfals nod) Heut zu
lig, uns von der Kirchen zu trennen, weil doch Tageuns, feinen Juͤngern und Gläubigen, fo
unmöglich, daß die Welt ohne Ceremonien und oft wir befagtes Abendmahl nach fürgefchriebe-
menfhliche Saßungen befiehen koͤnne. Um ner Weiſe: Nehmet hin und efler xc. Kalten,
deßwillen wäre nicht nöthig, uns von einander | feinen Leib und Blut zu eſſen und zu trinken ge⸗
| e.
fe). Zandlungen des Königs in Engelland mit den proteft. Ständen, 345
Diefes iſt auch der Dreyen Evangeliften] U. Wir Halten, die Priefterebe ſtehe in
und St. Pauli Meynung, und alfo lauten ih \des Pabfts Gewalt, der ſolche geftatten koͤnne,
re Worte klar, und alfo müffe — Aus: weil dadurch vielen das Hurenleben verboten
Tegung diefer Worte ferne weichen. Wir leh würde. Denn man ſiehet wenig Keuſche. Wann
ren, daß Chriftus unter beyder Geftalt feinen |aber das Eheverbot ftatt Haben follte, müßte,
üngern feinen gelb und Blut gegeben, und man nur allein tapffere und betagte Männer,
ae es alfo müfle gehalten werden, tolees denn das Aergerniß zu vermelden ‚-zu Prälaten ma⸗
‘alfo bey uns gehalten wird. : Well aber aus chen. Pr „SEITE OUB --
menſchlicher Satzung durch den Bifchof zuftom | XII. Bon dem Segefeuer und Ablaß hal⸗
die eine Geftalt verboten ift, fo wäre das befte ten mir nüglicher zu feyn, in Schulen, als auf
- Mittel, wann zu beyden Theilen beyderley Ge. den Kanzeln öffentlid) und ohne Nutzen zu Die
ſtalt denen, fo es begehrten, gereichet würde, |fputiren, doc) daß man zuvörderft Die Daher ent⸗
und fein Theil ben andern deshalben antaftete. ſtandne Rrämerey abſtelle. Dann wir verwer-
fen in diefem, mie auch in allen andern Stü-
- X. Demnad) aus denen heil. Jehrern bekannt,
c£en, welche jetzo ftreitig feynd, den Mißbrauch)
mehr als die Sache felbiten ; welcher aber durd)
dag man die Sefttage gehalten; dann die Heil.
Eanones find noch vorhanden, mworinnen jedoch)
ordentliche verfammlere Eoncilia unterfuchet und
gebeffere werden Fann. |
niche zu erfehen, daß darinnender Anruffung
der Heiligen er: geſchehe; fondern allein
diefes ift daraus offenbar, daß fie 3. E. unfer
- geben und Wandel darnach zu richten vorge
ftellee werden. Tyedody, wenn um einer, Öe-
wohnheit willen man die Fürbitte der Heiligen
geftatten follte: fo gefchehe das Geber zu GOtt,
ſo fern er daffelbe um der Fuͤrbitte eines Heili-
gen roillen erhören wollte. Wir halten aber
für gewiß, Daß die Heiligen immerdar für Die
Kirche bitten. Dod) feynd die Chriſten forg-
fältig zu unterrichten , daß fie das Vertrauen,
fo. fie auf GOtt zu ftellen Haben, nicht auf den
Heiligen wenden. Wir verwerfen aud) Die
Bilder Chriſti und der Heiligen nicht, fondern
die ihnen angethane Verehrung, daraus Ybgöt-
terey enffprungen iſt. \
- XI Wir verdammen aud) niche der Moͤnche
und deren, fo in Denen Klöftern geſteckt feyn,
ide Leben; fondern allein das Vertrauen, wel-
ches einige auf die Haltung ihrer Drdensregeln
geſetzt. Wir verwerfen auch ihre Geluͤbde, die
etliche gethan, von Dingen, die fie nicht hal⸗
ten koͤnnen. Dod). wollen wir nicht, daß man
deshalb Die Klöfter abthue; fondern daß man
fie zu Schulen brauche, darinnen Leute wohl
unterroiefen werden, und daß der Pabft we⸗
gen der Geluͤbde difpenfire, daß jedem frey ftün-
Diefe Artikel Haben die; Zmwingelianer un
Decolampadianer nicht angenommen; dod) i
der gemeine Mann darzu geneigt, und ſtehet
zu hoffen, er werde ſich durch öftere Predigten
bald reifen laffen. !
Diejenige Bücher, welche Martin Luther her⸗
ausgegebeh und diefen Artifeln entgegen feyn,
werden jeßo durd) feine Hand twiderruffen und
für irrig erfannt. Gegeben in Deutfchen im
Merzen 1539. lu A
; 1276. wi;
Lutheri, ons, Pomersni und Wie
Ianchthonis Bedenken, wie man fich gegen
den König in Enaelland 3u verbalten
babe. 8, d. 23. Oct. 1538.
Ste Gnade durch unfern HErrn IE⸗
fum Chriſtum zuvor. Durchl. hoch⸗
geborner, gnaͤdigſter Churfuͤrſt und Herr!
Wir haben D. Buceri Schrift verleſen,
und merken, daß fie heftig geſchrieben, obs
Zweifel guter Meynung, undauf der Flache
tigen Anzeigung, wie ung auch jämmerliche
de, diefelbe zu Halten oder nicht: auffolche Wei | Klage von etlichen, fozu Hamburg find, zus
ſe wuͤrde der Berufigung des Gemuͤchs Kar geſchrieben. Wiewol fie aber hoffen Hul-
geſchaft, und wären: die Gelübde niche boͤſe. I fe. — uns zu erlangen, wie alle Betruͤb⸗
3 te
346 Csp. ız. Dom Schmalt. Bund und den Aandlungen Sr. und Eng. 347°
te in der Noth an allen Drten Hilfe füchenziche er gehoͤret und eine: Zeitlang geduldet
ſsd wiſſen wir doch einen Yen, wie ihnen hat. Ueber diefes alles fahrer er zu, ver⸗
zu helfen. Denn wiewol wir fuͤr unfere ‘Per- dammet diefe Lehre harter, denn der Pabſt,
„fon Feine Gefahr und Arbeit fliehen, fo iſt der noch nie gefagt, Daß Prieſterehe wider
«Doch auch wahr, daß aufdiefem Theilzu Un⸗ göttlich Geſetz ſey, daß GOttes Gebot fey,
terricht und Vermahnung des Koͤniges ges in Der Beichte die Suͤnden zu erzehlen, und
nug geſchehen und ſolches aus dieſen Urſa⸗ ſonſt ſtrafen wie Nabugdonoſor von der
chen: St: Paulus ſprieht, den Schwa⸗ Seule, daß er toͤdten wolle diejenigen, ſo
chen ſoll man annehmen, aber den Halsſtar⸗ dieſe Artikel nicht halten, hat auch dieſe
rigen fahren laſſen, welcher iſt, wie er Verfolgung ſchrecklich angefangen: denn es
ſpricht, durch ſein eigen Urtheil verdammet, liegen viel im Kerker und warten der Strafe;
das iſt, welcher oͤffentlich wider fein Gewiſ⸗ hat alſo dieſe Lehre eine Zeitlang zu feinem
fen handelt. Dagegen heißt dieſer ſchwach, Vortheil gebraucht, wie Herodes, jetzund
‚fo lernen will, und dasjenige, fo er verſte⸗ aber verfolgt er-fie, und, beginnet der Teu⸗
het, nicht verfolget, ſondern annimmt, halt fel eine neue Lift zu gebrauchen. Dieweil
umd foͤrdert. Daß aber der König von die Pabftl. Gewalt fallen muß, fo treibt er -
Engelland wider fein Gewiſſen handele, ift nun die groffen Könige, daß fie Neligiones
‚daraus abzunehmen: er weiß, daß unfere zu ihrer Gelegenheit, zu ihrem Mus, und
Lehre und Haltung vom Gebrauch des gan- Hu ihrem Vortheil machen wollen. Dar
“zen Sarvaments, vonder Beichte und Prie⸗ aus wird graufame Blindheit folgen; denn
fterehe recht ift, uder weiß ja aufs tweniafte, es ift Eeine Urfache, darinn die Koͤnige in
‚Daß unfere Lehre nicht roider GOttes Wort allen Landen, Hiſpania, Frankreich, Ens
iſt. Nun ſpricht er in ſeinen Artikeln und |gelland, Hungarn und Pohlen, ob den Bi⸗
‘in feinem Edict, es ſeyn etliche dieſer Pun⸗ ſchoͤffen und Pfaffenſtand halten, daran die
ctte wider GOttes Geſetze. Solches ſagt Meſſe und andere Irrthuͤmer hangen, denn
er gewißlich wider ſein ſelbſt Gewiſſen, denn allein, daß ſie ſehen, daß ſie Perſonen ha⸗
ihm find viel Schriften zukommen, oͤffent⸗ |ben zur Canzeleyzuſchickungen, und zu aller,
lich und infonderheit an ihn gefchrieben , Die ley böfen Stuͤcken, daß auch Diefelbigen
er gelefen: fü hat er. Bericht genug gehoͤret Mfaffen, ohne der Könige Koften, einen
son feinen und dieſes Theils Sefchickten, auch | Pracht erhalten: Darüber, fehen-Die Ks
hat er felbft ein "Buchlein Sarcerii in feine |nige, daß das grobe Volk an der Meffe und
- Sprache bringen laſſen und befohlen zu | gewöhnlichen Ceremonien hanget, laͤßt ihm
- drucken, welches er für fein Gebetbuch ge⸗ |feine Goͤtzen niche'gerne nehmen ; darum laſ⸗
braucht, darinnen diefe Dandel kurz gefafs |fen fie es dabey bleiben, daß fie und Die
fet. Wir vernehmen auch, daß er ſelbſt Pfaffen defto gröffere Autoritat behalten, fie
viel anders von Diefer Lehre geredet hat, und |aber halten, was fie gefüftet, und machen
unter andern Worten gefagt von Frank Drdnungen zu ihrem Rortheil, Ufo bes
‘reich, daß derielbe ubel chue, Daß er dieſe ſorgen wir, fey Diefer Konig auch gefinnef,
‚Lehre verfolge, Denn er verftehe fie, und wiſſe, fuche nicht GOttes Ehre, fondern. wolle
daß fie recht fey. Auch hat er viel fromme thun und machen, was ihm-gelufte, wie er
‚gelehrte Pradicanten, den entiegten Bifchof| zu dem Herin Picecancellario gefprochen,
Latimerum, den Eromerum und andere, wel⸗ er wolle feine Koͤnigreiche ſelbſt regieren; das
mit
—
sam. — —
348 U. Abſ
mit er angezeiget er achte dieſer Lehre ni
groß, und wolle ihm eine eigene Religion [dev vor dieſem Jahre getrieben, zweene zu
machen, wie Antiochus und andere thafen. verbrennen, allein von twegen der Transſub⸗
Zum andern, fo nun öffentlich, daß der ſtantiation, und ift alfo das Spruͤchwort
König wider fein Geroiffen handelt, fo ach⸗ wahr, daß der Herr und Knecht gleich ges
ten wir nicht, daß wir fchuldig ſeyn, ihn | finnet ſeyn. Aus dieſem allen fchlieffen wir,
noch von neuen zu unterrichten, jondern moͤ⸗ daß bis anhero genug geſchehen; fo wiſſen
gens bey der Negel Pauli verbleiben laſſen, wir, daß es Chriftlich und treulich geredet
welche Iehret, man folle die Widerſacher iſt, und halten, daß wir nicht fehuldig find,
zweymal vermahnen, und wo folches nicht weiter bey ihm anzufuchen, fo fey auch mes
hilft, fol man fie meiden, als die wider ihr Inig Hoffnung darzu zu Baben, und will viel
Gewiſſen handeln. Solch Vermahnen ift leicht GOtt fein Evangelium nicht geunehree
num gefehehen, Darüber er wider fein Ges |haben durch diefen König, der fo ein boͤſes
wiſſen wuͤtet; bey folchen hilft Fein Kehren. | Gerüchte hat. Doch ftellen wir dieſes alles
So hören wir, daß der Künig ein So: zu euer Churfürftl. und Fürftl. Gin. weiterm
phift und Gloffator fey, der alle Dinge mit Bedenken, ob es noch einmal zu verſuchen.
Gloͤßlein farben, und mit einem Schein er⸗ Es foll auch daran nicht mangeln, wir wol⸗
halten will. Wer nun nicht Luft hat zur len fümtlich eine Sypoftulation an den König -
Haren gewiffen Wahrheit, kann fich Teiche fielen, und ihn abermals durch eine Schrift
verdrehen und auswirken, ob er gleich Bas kenhahnen: mehr find wir nicht fchuldig.
Maul etwa veiffen muß, wie der Hecht, | Denn das D. Bucerus anzeucht: Gebet in
wenn er ſich vom Angel reißt. Sirach 37. | alle Welt, lehret ꝛc. das thun wir mit
ftehet gefehrieben, wer Sophifterey braucht, | Schriften. Weiter gegenwärtigen Beruf
dem gibt GOtt nicht Gnade und erlangt die zu verlaffen, iſt ung nicht befohlen.
Meisheit nicht. Denn es iftdes Gruͤbelns/ Und ich Philippus habe ihm, wiewol in
unddes Derdrebens fein Ende, darum kann aller Demuth und Ehrerbietung, vom vor
man nichts beftändiges mit folchen handeln, rigen Edict gefchrieben, und daffelbige ges
und ſonderlich, wie fehadlich folches an den |ftraft, habe auch dergleichen Meynung ar
Herrn ift, gibt die Erfahrung. Dieweil Srommellum und Cantuarienſem gefchrieben,
denn der König zu folchem Sloßiren Luft hat, | Man hat mir aber aus Engelland Schrif⸗
wie wir eigentlich vernehmen, ſo haben wir |ten zugefchickt, daß der Koͤnig diefelben meine
wenig Hoffnung, daB er fich bedeuten laffe, | Briefe ungnadiglich angenommen, daraus
und in GOttes Wort gefangen gebe Go wohl zu achten, wenn ich gleich in Engelland
iſt auch anzuſehen, welche Leute bey ihm je⸗ waͤre, wuͤrde der König mir wenig Audienz
tzund gewaltig find, Diefelbigen haben auch geben, oder mich zu feinen ſtolzen ungelehrz _
fein Gewiſſen. Wintonienſis führe im ten Bifchöffen weifen, mit denen zuzanken,
Lande umher zwey unzüchtige Weiber mit wie er den vorigen Geſchickten gethan hat.
ſich in Mannskleidern, darnach fehleußt er, | Wie feharf auch der König von diefen Sa⸗
die Prieſterehe ſey wider GOttes Gefegs) chen diſputiret, iſt aus diefen feinen zwehen
und ift fo ſtolz, daß er-öffentlich gefprochen, | Argumenten abzunehmen. Bon guten Wer⸗
er wolle e8 wider Die ganze Welt erhalten, |Een arguirt er alfo: Dieweil die bofen Wer⸗
daß die Propofisio unrecht fen, fide inftifica-Ife ewigen Zorn verdienen, fo muß es
1)
348 U. Abfe;Aandlungen des dnigs in Engelland micden proteft, Ständen. 349:
‚ er. achte.diefer Lehre nicht ,mur. Iſt auch der fürnehmfte Thrann,
& s 5 SE RU RR
* x A
30 Cap. 1. Dom Schmalt, Bund und den Jandlungen Sr. und Eng. a5
daß die guten Werke ewige GSeligkeit vers fürftl. Gnaden meine demuͤthige Bitte, daß
dienen; und diefes Argument, höre ich, wolle ſie ſich nichts Taflen bervegen von angefange⸗
er ihm nicht nehmen laffen. Das andere, ner Meynung. Der Königift ein Verfucher,
vonder Priefterehe, ift dieſes: Go er Macht und meynet nichts mit Ernſt; das haben wir
habe eine Drdnung zu machen, daß einer, fo wohl erfahren von den Engellandern, fo bey
lange er wolle bey Hofe feyn, nicht freye, har uns geweſen, da wir glauben mußten aus
“ be er auch Macht zu gebieten, daß die Prie⸗ |Chriftlicher Kiebe, es ware Ernft, aber zus
fter nicht ehelich werden. Dieſes ift Die letzt, da wir uns mübe mit groffen Unkos
hohe Scharffinnigkeit, Darum er uns ver ſten eurer Churfürftl. Sin. gedifputiret hats
- fpottet und verdammet. Ob num fruchtbar ten, war es alles mit einer Bratwurſt vers
ſey, mit folchen zu difputiven, die ſich mit Die ſiegelt, und ftund alles bey des Kuniges
fen Argumenten behelfen, werden eure Chur Wohlgefallen, fagten felbft: Rex nofter eſt
und Fuͤrſtl Gnaden swohl bedenken. Das linconftans, Und zu mehrmalen faate D.
Bud), das eure Ehurfürftl. On. anhero ge: Antonius: Unſer König achtet der Neligion
ſandt, ift beftellt, Daß es förderlich gedruckt |und des Evangelii nichts überall. Seit
werde. Die Erpoftulation foll auch fürders |der Zeit bin ich froh worden, daß der König
lich oefertiget werden. GOtt bervahre eure mit oͤffentlicher That abgefallen ift, ja feinen
Churfuͤrſtl. On. allezeit. Darum Witten: erheuchelten Schein offenbaret hat; es wuͤr⸗
berg den 23. Oct. 1539. de ung doch mit ihm nicht wohl gegangen
Euer Churfürftl. Sn. haben, weil wir ung mit feinen Suͤnden häts
unterthaͤnige Diener ten muffen beladen, und doch einen falfchen
Mortinus Luther, D. Freund an ihm haben. Weber das füllte es
Juſtus Jonas, D. heiffen, wie die Engellander bier fich merken
Job. Bugenhagen Pomer, D. |tieffen, daß wir müßten den König laffen ſeyn
Philippus Melanchthon. und heiffen Caput und Defenfor Evangelii,
Se wie erfich Caput der Engelländifhen Kirchen
7: felbft rühmet. Nur weg mit dem Haupte
-Burberi mie vorftebendem Bedenken zu:
2 an den —— abgefchictes Ken und Defenfor! Gold und Geld macht ihn fo
ders Schreiben, in welchem er anräth,, fich keck, daß er denkt,man mußte ihn anbeten, und
" mie dem Boͤnig in SEngelland nicht weiter | GOtt Fünne fein nicht entbehren. Er trage
BE einzulaflen. | feine unbußfertigen Suͤnden felbft, wir haben
Enade und Friede in Ehrifto und mein an den unſern genug. Esiftmehrdenn zu viel
> arm Vater nofter. Durchlauchtigfter| genug geſchehen; er that dem Kahſer Maximi⸗
Hochgeb. Fuͤrſt gnadigfter Herr! Es hat Tiano, und bald hernach König Ludwigen zu
mir hievor M. Bucerus auch gefchrieben auf| Frankreich auch alfo. Er follte Pabſt ſeyn, wie
die Weiſe, wie er an meinen gnadigen Herrn er denn iſt in Engelland. Unſer lieber HErre
den Landgrafen, und begehret, ich ſollte hels| GOtt behuͤte eure Churfuͤrſtl. Gn. und alle
fen anregen um eine Botſchaft in Engelland, Mitverwandten vor allem Uebel, und fons
fünderlich um M. Philipps: daranf ich ihm |derlich für folchen Kiftigen ſchalkhaftigen Ans
dasmal geantwortet, er follte folche gute Hoff⸗ laͤufen des Teufels. Amen. Donnerſtags
nung laſſen fallen; denn es ſey mit dem Koͤ⸗nach St. Lucaͤ, 1539. (23. Dctobr.)
nige nichts. Und iſt demnach an eure Chur⸗ Martin Luther.
BR | ' 1278, Phis
372 Il. Abfch. Handlungen des Rönigs in Engellandmie denprorefi. Ständen. 353
R‘ FI,
J
= ER ag. 0. a Gemeine)
‚Philipp Wielanchtbons: Schreiben an |zu Arhen hatte, nachdem fie Mitglene wieder
»Bönig Seinrich den 'VIT. in Engelland, eine gewonnen, fo abgefallen war, einen Schluß
Expoſtulation an denfelben in fih Hab Igemadht, alle Bürger daſelbſt zu toͤdten und
000 018end.d. d.1.%ov. 1539: die Stadt bis.auf den Grund zu zerftören.
Aus dem Lateinifchen uͤberſetzt von M. Aug Tittel. | Man ſchickte eine Jagd (oder Schif) fore, die.
— |fen Befehl an das Kriegsheer zu überbringen.
. hr . 08 5 Nachdem aber des andern Tages die Sache
50 und Segen, allerloͤblichſter und aller wieder aufs Tapet kommen vor eben den Rich
durchlauchtigſter Koͤnig! Es haben einige |tern, machte man einen andern Schluß, daß
Kom. Kaͤhſer, als Adrianus, Pius, und her⸗ |die Strafe nicht über alle gehen; fondern nur
nach die Brüder Verus und Marcus,die Schuß: der Nädelsführer geftraft, die Stadt aber ver-
ſchriſten der Chriſten ſehr gnädlg aufgenommen, ſchonet werden ſollte. Man hat alfo ein ander
und haben diefelbe bey denfelben gütigen Käyfern | Schif nachgeſchickt, und demfelben befohlen,
fo viel gegolten, daß ihr Zorn wider die Chriften zu eileri, daß es eher kaͤme, als das erfte,
‘gelindert, und ihnen nicht mehr fo fehrecktiche Welches auch gefchehen ; Kat alfo die Bürger.
Uebelthaten beygemeflen worden. u fchaft, oder Athen, ſich nicht gefchämer , ob
2. Weil denn dafelbit ( in Engelland) wider | fie wol weit und breit geherrfcher, den erftern
die gottfelige und der Kiechen nörhige Lehre, da-⸗ Befehl öffentlich zu ändern, 7%
- zu wir ung befennen, ein ‘Befehl ausgegangen:| 4. Biel dergleichen Erempel gibt es mehr,
ſo bitte ich, daß eure Kön. Majeft. diefe unfre die eud) wohl befannt feyn werden. Es Baben
"Klage lefen und erwegen wolle, fonderlich da auch die Fürften ihre Befehle wegen der Kir»
ich nicht allein um unfertwillen, fondern viel» |che oft geändert, als Mebucadnezar, Darius,
mehr um des gemeinen Kirchenbeftens willen ,| Es war unter Ahafverus Namen ein. Befehl
diefe Schrift an fie abgehen laffe. Denn da je. |ausgangen, die Juden zu toͤdten: der iſt her.
ne heydniſche Fuͤrſten der Unfern Vertheidigung | nach widerruffen worden. So haben auch Adri⸗
nicht allein angenommen, fondern aud) für gut |anus und die Antonini ihre Befehle geändert,
gehalten: wie vielmehr will es einem Chriſtli· Ob nun alfo wol aud) in Engelland ein Be»
hen und in der Schrift fo bemanderten König fehl ausgangen, welcher Strafen drohet, die
ziemen, daß fie aud) der Frommen Klage und wider den Brauch der wahren Kirche und wi⸗
‚Borftellungen höre? Ich fehreibe aber deſto lie- der die Canones (geijtliche Gefege) find: fo ha⸗
ber an Sie, weil Sie vorhin ſchon meine Brie⸗ be doc) dafür gehalten, man werdediefe Stren⸗
fe mit Bezeugung aller Gnade aufgenommen. |ge verbitten Fonnen. Worinnen mir nicht al«
“Und in folder Sache mache mir diß Hoffnung, |lein die Gefahr derer, die mit ung einerley Leh⸗
ihr werdet diefes gerne lefen, weil ic) aus der re haben, zu Herzen gehet, fondern aud) dies
Schreibart (phrafis) fehe, daß die Biſchoͤffe, ſes wehe thut, daß ihr euch zu andrer Grimm
nicht aber ihr, ohne Zweifel die daſelbſt ausge |und Grauſamkeit brauchen laffet. Ich bedau⸗
ebene Artikel verfaffer Haben. Ob fiewol, wie re auch, daß Eprifti Lehre vertrieben, unrechte _
‚oft den beiten Fürften geſchiehet, durch ihr li. | Bräuche (oder Ceremonien) beſtaͤrket, und
ftig (fophifticum) Zureden euern Beyfall und |geile füfte geheget werden. Denn id) höre,
Genehmpaltung (fuffragatio)) erfchlichen : eben daß die fürtreffliche, gelehrte und fromme Leute,
wie Darium, einen weifen und gerechten Kö |tatimer, Sartonus, Cramerus und andere,
nig, die Fuͤrſten und Gewaltigen angetrieben, im Gefaͤngniß find: welchen ich Chriftlichen
den Daniel den Löwen vorzumerfen. Es iſt Much und Stärke wuͤnſche. ———
aber frommen Fuͤrſten nie Feine Schande ge5 Ob ihnen aber wol nichts beſſers und
weſen, unbillige Schärfe einzuftelfen, und fich |rüßmlichers feyn Fann, als im Bekenntniß fo
(ie man faget,) eines beffern zu bedenken, A zu fterben: fo wollte .
SER ID
Lutheri Schriften 17. Theil,
Gottloſen Trog vermehret, und die alten vori⸗
— N = a!
9.85
"5. Cap. ı7. Dom Schmalßald, Bund und den Zandlungen Sr. und En
Doc) niche gerne, daß. eure K. Majeftäg fich Jallein in Engelland jest für. Weisheit gehalten, ,
mit dem Blut folcher Männer beflecten folte. ſondern Herefeher auch in eg: 10 der, Carbis
* ——
| 3 fähe höchftungern, daß folche Lichter: der |nal Eontarenus, Sadoletus, Polus, die Mike
Kirchen ausgelöfchet, und der Feinde Chri- braͤuche mit einer Schminfe anftreichen. In
fi Gorelofigkeit und giftigem, Pharifäifchen |Deutfihland find aud) viele von Adel mit fol«
- Haß bierinnen gefolgee würde. Ich moll- cher Liſt angeftecfet. Darum wundre ich mic)
te nicht, daß. dem. -Antichrift eine Luft ge nicht, daß ſich viele da begaufeln laffen. Und
macht würde, der ſich inniglich freuet, daß ihr ob ihre wol Verſtand und Gelehrſamkeit
jetzo fuͤr ihn wider uns ſtreitet, und verhoffet, Igenug habe: fo werden doch auch die Welfen
er wolle fchon Durch die Bifchöffe wieder zu 09» bisweilen durch Kiftig Zureven von der Wahr:
viger -Herrfchaft, Daraus er durch goftfeligen heit verruͤckket. Es wird der Spruch Simoni⸗
und wohlbedadhten Kath geworfen worden ge⸗ dis gelobt, welcher ehedeflen mit den beruͤhm⸗
langen. Er fiehet, daß die Biſchoͤffe eine Wei- teſten Männern feiner Zeit, nemlich Themi⸗
le eurem Willen nachgeben, indefjen aber doch ſtocle und andern, bekannt geweſen. Die
Durch einen ewigen immerwaͤhrenden Bund Meynung thut der Wahrheit oft Gewalt. El
mit ihm (dem Römifchen Dabft) verwandt ſeyn. ne falfche Meynung gleiflet oft beffer, als die
Die Roͤmiſchen Bifchöffe Fennen diefe Kuͤnſte; Wahrheit. Und das geſchiehet meift in Neli«
fie Haben ſich oft durd) *) Geduld oder Lauſchen glonsſtreitigkeiten, da ſich der Teufel in einen
aus den ſchrecklichſten Stürmen Berausgelefen. | Engel des Achtes vermandelt, und falfche Mey⸗
Sie wilfen, daß alles aufdie Zeitenanfomme ; nungen, fo fehr er Fan, herausputzet. Wie
fie denfen an das Wort: Multa dies - ... d. 1. ſchoͤn laͤßt fi) Pauli Samoſateni Irrlehre oder
viel hat die Zeit und Mühe bey den fterbiichen | Deutung von dem Epruch Johannis: im An⸗
WManſchen wieder auf einen guten Fuß gebracht. ang war das Wort, hören? und iſt Doch
) contando sder cunctando. voller Gortlofigfeit, Ich übergehe andre Er-
G. Viel gottfelige und gelehrte Leute Haben in \empel. Im Befehl feibft, wie ift.da vieles ſo
Deutfchland die Hoffnung gefchöpft, euer An: liſtig und auf Schrauben gefest? . -
ſehen würde aud) bey andern Königen: fo viel| 8. Die Deichte (lautet ein Artikel,) iſt noth⸗
wirken, daßendlich die Deutſchen Fuͤrſten die wendig und zu behalten. Warum ſpricht er
unbillige Sraufamfeit aufgäben,, und fich an⸗ nicht deutlich, Die Erzehlung der Sünden ft
gelegen feyn lieſſen, die Jerthuͤmer abzuftellen. |nothwendig aus göftlihem Recht? Die Bi:
Sie vermeynten, ihr würdee in dieſer heiligen ſchoͤffe wußten, daß ſolche Meynung falfch waͤ⸗
und ſchoͤnen Sache ein Vorgaͤnger und Urhe⸗ |re: darum ſind die Worte auf gemeine Art ges
ber feyn. Aber da ihr anders thut, fo iſt uns |feßt, daß den Pöbel eine blaue Dunft gemacht
folches hoͤchſt betrüdt zu vernehmen. Anderer werde. Wenn er hoͤret, die Beichte ſey noͤ⸗
Koͤnige Grimm wird dadurch geſtaͤrket, der thig ; fo meynet er, die Erzehlung ſey noth—⸗
N 5
wendig nach goͤttlichem Recht.
gen Irrthuͤmer wieder beveſtiget. 9. Eben dergleichen blaue Dunſt iſt im Ar⸗
7. Aber bie Biſchoͤffe werden ohnfehlbar vor. tikel von Stillmeſſen. Ob gleich der Anfang
geben: fie ſtritten niche fuͤr Irrthuͤmer, ſon⸗ ganz falſch iſt: Es ift nothwendig, vie Still.
dern fuͤr die rechte Meynung und das goͤttliche meſſen beyzubehalten. Wer hat laͤnger als
Recht. Und ob fie wol wiſſen, daß fie wirklich 400. Jahr nach ven Apoſteln dieſe Meynung
wider das goͤttliche Recht und die Apoſtoliſche gehabt, da feine Stillmeſſen geweſen ? Hernach
Kirche handeln: ſo koͤnnen doch die liſtigen aber folgen die liſtigen Streiche, daß das Volk
Koͤpffe allerhand ſheinbare Auslegung, und durch fie die göttlichen Troͤſtungen und Wohle
wie Euripides ſaget, gute Schminke erdenken, thaten empfange. Warum ſagen fie nicht,
Die die Irrthuͤmer und Mißbraͤuche zu bemän: was für Tröftungen, was für Gutthaten (oder
seln ſcheinen. Diefer liſtige Handel wird nicht Mugen)? Die Biſchoͤfſe gedenken nicht *
| | ö | J
356 1. Abſchn. Handlungen des KRoͤnigs in Engelland micden proteft. Ständen, 3,7.
Zuelg (der Stillmeflen) für andre, oder reiſſet. Warum: geftehen die Bifchöffe nihe
des Verbienftes; denn fie willen, daß man der» platt heraus, daß fie Feine Beflerung y Pe
gleichen nicht vertheidigen koͤnne. Sie fpielen |re oder Gottesdienſte zulaffen wollen, weil fie
mit den Worten, damit fie entwifchen koͤnnen, ihr Anfehen, Reichthum und Wohlluſt zernich⸗
wenn man die Zueignung beſtrafet. Und den⸗ ten wuͤrde? Warum ſagen ihre andre Anhän«
noch wollen fie drunter vom Wolf verſtanden ger nicht offenbar heraus, daß fie jetzige Ge—
haben, daß die Zueignung auf andre gemeynt ſtalt der Kirche wegen ihres Nußes, Prache
fey. Sie. wollen den abgörtifchen Wahn da- | und Ruhe behalten wollen? Diß zu geftehen,
durch befräftiger haben ‚daß diß Opffer andern | wäre doch redlich gehandelt. Jetzt aber ftellen
Bergebung der Schuld und Strafe, Linderung | fie fi) , als wenn fie Wahrheit und Gortfelige
aller Plagen, ja, Geminn in Handel, und) keit fuchten , erdenken aber kahle Ausflüchte,
was fonft ver Menfchen Noch und Kummer |und verrachen doch ifre Meynung. Es helfen
Dazu dichtet, erwerbe. , h aauch ſolche Pflafter und Feigenblätter nichts zu
10. Dergleichen Schalkheit ſteckt auch dahin. den Irrthuͤmern. Denn es ſind in demſelben
ter, wenn ſie ſagen: die Prieſterehe ſtreite wi. Befehl falſche und gottloſe Artikel, ob ſie noch
der das goͤttliche Recht. Sie wiſſen wohl, was ſo gleiſſend vorgetragen worden. Darumma«
Paulus faget: Ein Biſchof muß eines Wei. re zu wünfchen, daß die *) Biſchoͤffe an die
bes Mann ſeyn. Darum willen fie, es wer- | görtliche Drohung beym Efaiagedächten : Wen -
de den Prieftern die Ehe durd) göttliches Recht be euch, die ihr unrechte Geſetze machet!
vergoͤnnet. Weil ſie aber fagen, Daß nun die was wollet ihr tbun am Tage der Seim⸗
Geluͤbde dazu Eommen, fielen fie. mit Wor: ſuchung und des zufünftigen Unfalls? ꝛc.
ten. Sie fagen nicht, daß die Gelübde die Wehe euch, die ihr das Höfe gut heiſſet ꝛc.
Ehe hindere, fondern feßen bloß den Artikel - _*) Epifopo für Epifcopos.
Bin: es ſtreite Die Priefterehe mit dem goͤttli- 12. Ich komme nun auf die Sache felber.
en Recht. Was thun fie hernach auch für Man Fann nicht leugnen, daß in der Kirche
Frechheit und Graufamfeit üben, wenn fie be: lange und fehrecfliche Finſterniß geweſen.
fehlen, daß die Ehen gefchieden, und die ge-| Menfchenfagungen find nicht allein eine Mare,
toͤdtet werden, welche folche Ehen nicht gefchie- ter frommer Seelen geweſen; fondern, mel
den haben wollten; da doch die Gelübde Der |ches noch ſchrecklicher, find für Gortesdienfte,
Priefter, mo dergleicyen wäre oder gälte, wei: Jan. welcyen vieles unrecht gewefen, gehalten
ter zu nichts verbande, als daß fie das Prie.\mworden, Es gab da Gelübdez Beſchenkun—⸗
ſterthum fahren lieffen, wenn fie ‚Beyratheten. |gen der Tempel; Kleidungen; Speiſen Un«
Denn es ift offenbar ‚daß die Concilia und Ca⸗ |terfcheid; hergeſchnaddert Geber; Ablaß, Bile
one welter nichts erfordern. O Ichalfhafte |dervereßrung; Heiligen Antuffung, Durch of—
Bifchäffe! D ein frecher Winfonienfer, der da fenbaren Gögendienit, da man nichts um wah⸗
meynet er wolle Chrifto die Augen verkleiftern |ren Gottesdienſt und rechte Werfe wußte, und
und aller Frommen Urtheil in der ganzen Welt groffe Gleichheit mit heydniſchen Religionen
RE N hatte dergleichen man auch noch in Rom ſindet.
10, Das babe ich angefuͤhret, damit ihr, - 13. Die. wahre Lehre von der Buſſe; von
wenn ihr der Sifhöffe Schalfheit ſehet, von Vergebung der Sünden durch den Glauben
der Biſchoͤffe Sinn und Gemaͤthe urtheilet. Jan Ehriftum; von der Gerechtigkeit des Glau«
Denn wenn I die Wahrheit in Ernft und aufibens; vom Unterfchied des Oefeßes und Evan
vedliche Art fuchten: fo würden fie nicht dieſe gelli; vom Gebrauch der Sacramente, war un«
Scminfe und Betrügerey gebrauchen. Drum befannt. Die Schlüffel waren gemißbraucher,
bat der Zeufel den Namen von dieſer Kunft ‚Die Päbftliche Tyranney zu flärfen, und die
x gu er den Leuten mit folchen Gaufeleyen umd jmenfchliche Ceremonien wurden den weltlichen.
Verdrehungen das Wort GOttes aus der Hand ——— in oberkeitlichen FREE:
RER Ä % * | 2 oder
n PICTIL
338 Eap.ı7. Dom Schmalt. Bund
dund den Handlungen Sr, und Eng. 9
Jerthuͤmern kam ein unzüchtig liederlich Leben, | verwirft Paulus fo oft Menfchenfasungen?
wegen des Verbots der Priefterebe, Aus die | 15. Es ift feine Fleine Sünde, Gottesdien⸗
fer Finfterniß hat GOtt die Kirche ein wenig ſte ohne Befehl GOttes anrichten, oder diefel- _
gerettet durch die gebefferte gehre. Denn man |ben vereheldigen. Solche Srechheitverabfcheuet
muß geftehen, daß Tolche veralterte Frrrhü: GOtt aufs ärgfte, und will in feinem Worker
mer nicht durch Menfchenwig an Tag gebracht kannt feyn, und nicht Religionen nad) Mene
und betroffen worden; fondern diß Evangelifche |fchendünfel erdichter haben; fonft wären alle Ren
Ucht ift GOttes Gabe, welches die Kirchen ligionen bey allen Heyden zubilligen. Verlaß
wieder angefchienen. Denn der Heilige Geift dich nicht, fpriche er, auf deinen Verſtand.
weiffaget, es werden die Frommen in legten Darum hat erChriftum gefandt, daß wir den hoͤ⸗
Zeiten am heftigften mit dem Antichrift zu ftrei- |ren follen , nicht aber der fchlauen Menfchen
ten haben, und der Antichrift werde mit einem Erfindungen und Gedichte, Die die Religionen
oroflen Schwarm und Anhang von Bifhöffen, Inady ihrem Mugen drehen.
Heuchlern, oder Fürften, fic) wider die Wahr-| 16. Nun find ja die Stillmeffen, Geluͤbde,
- heit feßen und die Frommen toͤdten. Priefter lediger Stand, Erzehlung der Sins
den in der Beichte, wiebefannt, Gottesdienfte,
— 14. Dof diß alfo gefchehe, gibt die Sache die Menfchen eingeſetzet. Denn obgleich das
felber. Des Roͤm. Biſchofs Tyranney hat theils Abendmahl des HErrn von Chriſto eingefeger
Irrthuͤmer in die Kirche eingeführer, theils iſt: fo ift doch die Stillmeffeeine rechte Schaͤn⸗
beftätiger, und haͤlt noch darüber, wie Daniel! dung des Nachtmahls des Herrn. Dennwas -
verfündiget hat. Wir waren fröhlid), daß iſt allein an dem Meßcanon vor Arges, der da
; x
ihr euch von ihm abgeriffen hattet , und hoffeten, ſaget: Chriſtus werde Bier geopffert, und diß
es würde die Englifche Kirche wieder anfangen |Dpffer erlöfedie Lebendigen und Todten? Das
zu blühen. Aber eure Biſchoͤffe Haben ſich vom hat Chriſtus nicht eingefegt; ja, es ftreiter in
Roͤmiſchen Antichrift nicht gefchieden, fondern jein Haufen Dingen wider das Evangelium.
halten über feine Abgöfterey, Irrthuͤmer und Chriſtus will ſich nicht von Pfaffen opffern laf-
Fehler. Denn die Artikel, die man jest aus⸗ fen, und ſolch Werk des Dpffernden oder Neh⸗
gegeben, find mit Fleiß fo erwählee wor: menden kann durchaus fein Opffer für andre _
den. Denn fie beftätigen alle Menfchenleßren, ſeyn. Es ift eine offenbare Abgotterey, und
indem fie die Gelübde, den ledigen Priefter daͤmpffet die Lehre vom Glauben und wahren
ſtand und die Beichte beftätigen. Ste beve: [Gebrauch ver Sacramenten. Wir werden
ſtigen auch nicht allein die Gewalt (deſſelben), durch den Glauben an Chriſtum, und nicht
fondern auch alle Irrthuͤmer, indem fie die durch das Werk: des Pfaffen gerecht: und das
Stilfmeffe behalten. Alfo haben fie es liftiglich | Abendmahl ift eingefest, daß es der Prediger
abgewandt, daß feine Verbefferung ftatt_fin: Jandern reiche, damit die, welche Buſſe thun,
den Fönne, und ihre Macht und Geldfuche erinnert werden, zu gläuben, daß fie die Ber:
VF
freyen Lauf habe. Daß das die Biſchoͤffe ge: heiſſungen des Eyangelii wirklich angehen;
ſuchet, gibt die Sache ſelber. Wem follte eg weil Bier das Zeugniß vor Augen lieget, daß
aber niche wehe thun, daß die Ehre Chriſti ſo wir Eprifti Glieder werden und durch das Blur
gedämpffet werde? Denn, wie ich gefagt habe, Chriſti abgemwafchen ſeyn.
jo koͤmmt es nicht bloß aufdiefe Artifel an, der) 17. Von diefem Gebrauch, der im Evanges
ren alda Meidung gefchicher, fondern es wer. |lio eingefegt, und länger als 300. Jahr inder
den auch alle andere Artikel der reinen Lehre) Kirchen beybehalten worden, muß man niche
gedämpffet. Wenn menfchliche Gottesdienſte weichen. Denn es iſt eine Gottlofigkeit, einen
nothwendig find und behalten werden muͤſſen, göttlichen Braudy oder Ceremonie auf andre
warum fpriche denn Chriſtus: Dergeblich die. |; Dinge zu verwenden, wie das andre Sb of
ehret.
—VJ
KRoͤnigs in Engelland mit den proteſt. Ständen. 361
ret. um muß man die Stillmeſſen, da denn in der reinern Kirche 300. Jahr nach den
fie. durch Opffer, Darbringung (oder Erhe- Apoſteln der Kirchen notwendige Dinge im
ung), Zueignung für andre, und in vielen Gottesdienſte gefehler? Was kann man thoͤ⸗
stüichen mehr, ganz von CHriſti Einfegung richters fagen. —
bgewichen find, nicht behalten, fondern ab-| 20. Wir ſehen, daß man auf das eifrigſte
fchaffen. Fliehet, fpricht Paulus, die Abgoͤt- für die Stillmeffen flreiter, welches mehr von
erey. Es ift aber in den Stillmeſſen vielfäl: jeinigen , weil fie um den Gewinn beforge
tige Abgörterey, und Fein Wunder, daß die find; von andern, weil fie des Poͤbels Luft
Paobſie drüber Halten , weil die Schrift fager, hierunter willfahren, weil er ſich ungerne fole
daß in den legten Zeiten Die Abgoͤtterey in der ichen Nothhelfer nehmen läffee, wie man mey⸗
Kirchen herrfchen werde, Wie Ehriftusanden net, gefchieher, als aus einem rechten tüchtigen
tet, da er ſpricht: Wenn ihr fehen werder den | Grunde. Und ift doch die Urfache gewiß und
Breuel der Derwüftung, ſo an heil. Stär: klar da, warum man fie abfchaffen füllte. Denn
‚te ſtehet; aledenn, wer es Liefer, der merke ohne Zweifel ift Die Zueignung (oder Zuwen⸗
drauf. Und Daniel c. 2, fagt: Und wird [dung derfelben) auf andre, gottlos; denn das
den Bott Maoſim ehren an feinem Ort, Pfaffenwerk 'verdienet einem andern Feine
und dem Bott, den feine Vaͤter nicht ge⸗ Gnade, fondern ein jeder ift durch feinen Ölau=
kannt haben, wird er dienen mit Bold, |ben gerecht. Und will GOtt nicht, daß der
Zilber und Edelgeſteinen. Beyde Drte han⸗ Menfch aufeinige Ceremonie baue,fondern bloß
eln von der Meſſe. Diefen Dienft, diefe | auf ChriſtiWohlthat. Und die Zumendung fogar
fchändliche Entheiligung verabſcheuet GOtt. auf Todte, iſt gewiß voll Irrtum. Man
18. Denn was vor offenbare fündliche Stüz braucht alle Schminfe vergeblich, folche Zu⸗
cke find in diefem Brauch. Man fucht damit | wendung zu färben und zu entfchuldigen. Nies
Gewinn; auch Unmürdige müffen es nehmen, |mand unter dem ganzen Bolf ift andrer Mey-
wenn fie auch nicht wollen; fie wenden es fe |nung, als daß diß Werk der ganzen Kirche
bendigen und Todten zu Dienft an; fie ver- nuͤtzlich ſey. Der Canon der Meſſe fagt es
forechen andern gute Schiffahrt, andern etwas | auch Fiar. Was fpielen und fpotten alfo vie
anders. Das find offenbarlich ihre Greuel; Schalfkaftige mit Worten, dafie leugnen, daß
andre Dinge aber eben fo fträflich, ob fie wol | fie die Meſſen andern zurechneten (zufchlügen):
die Einfältigen nicht-fo einfehen. Man muß da ſie doch wiſſen, daß durch ihre Thatdes Volks
nicht Gottesdienfte nach Menfchendünfel, oh⸗ Irrthum beftätiget werde, ob fie gleich andrer
ne GOttes Befehl, anſtellen. Darum. irren | Meynung wären. Wiewol, wer ift unter ih⸗
die Menfchen, wenn fie ohne Befehl GOttes nen andrer Meynung ? er :
öpffern, und aus diefem Werk ein Opffer ma:| 21. Es fey ferne von göttlichen Dingen und
chen, und fic) einbilden, Stillmeffen müßten
Gebräuchen alle Falfchheit und Heucheley!
gefchehen, weil GOtt dadurch verehret feyn wol⸗ Laſſet uns felbige fo. gebrauchen, wie die Schrift
fe. Wirfehen au), daß die Meffen mit Gold haben will, und die erfte Kicche etliche Jahr
und Silber, groffen Koften und. Gepränge er: hundert hinter einander gethan hat. Warum
Eauft, das Sacrament in Gold und Silber |ift der Menfchen Frechheit vom alten Gebraud)
anzubeten herum getragen werde, da Doc dag |gewichen ? Warum wird jeßo anderer ihr Feh⸗
Sacrament zu folhem Brauch nicht eingefe: |ler oder. Schuld, die Chriſti Einfesung geaͤn⸗
tzet worden. dert haben, vertheidiget?
19. Darum, da Gott geboten, die Abgoͤt · 22. Wollte nun einer gleich dichten, er wen⸗
teren zu fliehen: fo muß man die Stillmeffen |de andern nichts zu darinnen: fo iſt doch, Da er
nicht behalten. Und wundre ich mich, warum die Ceremonie fo befonders verrichtet, daß. er
fie gefager : man müßte fie notftoendig behal- denket es fen DIE Opffer ein Gottesdienſt, ven
ten ;. da fie doch vormals nicht geweſen. Haben GOtt babe wolle, ſolches auch zu
: 3 enn
5 ‘ \ _—
— 8 *
—
Pr Cap. ım. Dom Schmaltald. Bund und den Sanblungen Eund 5: 36 9
Befehl GOttes auf Menſchenweiſe und nach ſelber ſagt: Nicht alle faſſen das. 2
Menſchenduͤnkel anſtellen.
fen, daß ihr Den Artikel deſſelben Befehls, von derweit ſchon von uns ausgefuͤhret iſt.
der Mefle, nicht vertheidiger; fondern die Sa:| 23. Ich habe mich aber fehr gewundert, daß
che von frommen und gottfeligen Leuten beffer |der Driefter Geluͤbde in Englardgar noch fchäte-
ermwegen laſſet. Unſre Dinge haben das Flare |fer angeftrenget wird, als der Mönche Ges
und veſte Zeugniß Der erſten Kirche, welches | lübde; da doc) die Canones felber nur den Prie=
ic) aller nachherigen Leute Meynung und Ur- fer gebunden haben wollen, wenn erim Amte
theil billig enfgegen feße, Die Die alte Lehre und iſt. Und bin ich ganz erfchrocfen, da ic) Dies
‚alten Bräuche mit viel Irrthuͤmern befehmißt fen Artikel gelefen. Er verbeuf die Ehen, zer- !
Haben. Iveißt die, welche gefchloflen worden, und fuͤget
24. Die andern Artifel brauchen Feines lan: ‚die Strafe am Leben hinzu. Ob nun gleich
gen Streits. Gottloſe, erdichtete (falfche) und Ins Priefter wegen der Ehe umgebracht wor⸗
unmögliche Gelübde find nicht zu Halten. den: fo hat Doch noch niemand dergleichen Ge=
Man
j ET. | muß aber die Gelübde, die oßne Sünde nicht
23. Darum bitte ich, um Chriſti Ehre wil-| gehalten werden fönnen, zerreillen; welchesan-
25. Es iſt fein Zweifel, daß alle die Mey: feg dazu zu geben fich erkuͤhnet. Denn die
nung von den Gelübden haben, es wären fol- meiften fahen wohl ein, daß alle vernünftige,
che von Menfchen geordnete Werfe Goftes- | Eluge und fanftmuürhige Leute dergleichen Grau—
dienſte. So urtheilen auch, die auf die be= ſamkeit verabfcheuen würden; beforgeen auch,
ſcheidenſte Art reden. Andre aber thun mehr die Nachkommen möchten es übel- fprechen.
Serehlimer Dazu, als ob nemlich diefe Werke | Wer folte glauben, daß in der Kirche, wo
Vollkommenheiten wären und dasewige Leben man fonderlich gütigund-Iinde gegen die From:
verdienten. Aber allediefe Meynungen beftra= men ſeyn foll, ſolche Grauſamkeit Platz haben
fet oft GOttes Wort. Chriſtus fpricht: Ver- könne, daß wegen der Ehe Leibesſtrafen auf
geblich dienen ſie mir mit Menſchengebo⸗ Fromme geſetzt werden? —2
ten. Und Paulus ſpricht: eben dieſe Satzun⸗29. Aber fie brechen ja das Geluͤbde. Das
gen waͤren eine Lehre Der Teufel, weil fie menſch⸗ |
lichen Gebräuchen eine falfche Ehre beylegen, | aber: ı) ift ſolche Geluͤbde, wie gefagt, nichtig
daß fie Gottesdienfte feyn, und den Glauben | und ungültig, weil fie ein falfcher Gottesdienſt
und wahren Dienft verdunkelen. Ingleichen | und unmöglich ift. 2) Hernach, wenn fie auch
- fpriche er an Die Coloſſer: Laßreuch niemand |aälte, fo bande fie doch Die nicht, Die aus dem
verführen mit verftellteer Demurb, durch | Priefterrhum gehen. 3) Endlich, wenn hier
Menfben Schlüffe und Lehren. Darum |die Bifchöffe auf Gewiſſen fehen wollten, fo
find folche Irrthuͤmer dev Menſchenlehren wirk- ordneten fie Hinfore Priefter ohne Gelübde, wie
lich goftlofe Dienfte. aus den alten Canonen zuerfehen, daß vordem
26, Es kommen noch viel andre Gebrechen | viel ohne Gelübde geordnet worden: und da fie
dazu. Was hat der Klofterftand nicht vor | nachgehends geheyrathet, im Amte geblieben,
Aberglauben, Mipbräuche der Meſſen, An⸗ wie Das Cap. diaconi dift. 28, bezeugek.
räffung der Heiligen, Kleidungsarten, Speife:} 30. Ich weiß nicht, worüber ich Flagen fol. |
unterfchied,abergläubifche Gebeter ohne Maaß ?| Ich Eann in diefem Artikel nicht die Unwiſſenheit
Diefe Urfachen alle find. genug, warum die befchuldigen. Es weiß ein jeder den Befehl
Geluͤbde nichts gelten. a, die meiften Leute GOttes: Um der Yurerey willen babe ein -
merden zu Diefem $eben um der Küchen willen | jeglicher fein eigen Weib. Es ſiehet ein je⸗
gefieret, hernach aber muß der Mantel der Ge⸗ der, wie die Ehelofen leben; es find die Kla⸗
ſuͤbde und Andacht dazu geborgt ſeyn. gen der Srommen bekannt; der Boͤſen Schan⸗
27. Meberdis ift die Geluͤbde des ledigen de ift offenbar, Aber vielleicht haben Yes |
erden die Biſchoͤffe fürwenden. Antwort
—
Im Dandlungen des Koͤnigs in Engelland mic den proteft, Ständen. 365
offe Dafelbfk epieweifche Mepnungen 5 fie den jift: fo ſucht er DIB mit aller Tüde, Daßer Chri-
Een, Gott werde nicht Durch Unzucht erzuͤrnet. ſtum fchände und ruchlofe Meynungen ausbreite,
Und wenn fie das glauben, fo haben wir frey- und Goͤtzendienſt ftifte, De daß das
- Sich bey folchen Richtern einen ſchweren Stand. menſchliche Sefchlecht mit ungerechtem Mord
31. Ich weiß wohl, daß der ehelofe Stand und Unzucht erfüllee werde. Dazumißbraucht
der Priefter fich beffer reime, der Bifchöffe und er. der Heuchler Wis und der Gemaltigen
Eapitel (oder Geftifte) Anfehen, Pracht und Macht, wie die Hiſtorien aller Zeiten bezeugen ,
Bermögen zu erhalten, Darum mögen daß die groflen Reiche wider die Kicche gewuͤ—
© wol vor der Prieſterehe fo groſſen Abfcheu ter haben. 2
agen, Aber o eine elende Kirche, wenn. bie, 35. Do bat Gtt einige Fuͤrſten von ſolchem
Gefege nicht der Wahrheit, noch dem Willen Riefenhaufen zur Kirche gezogen, und ihren die
Gottes, fondern ungerechtem Mutzen und Ge: wahre Lehre und Gortesdienfte zu erfennen ges
winn dienen follen. Diejenigen irren, welche geben, wie Abraham den Abimelech, Joſeph
mennen, fie Fonnten Gefege geben, die mit die Egnptifchen Könige unterwieſen hat. Her—
Gsottes Gebot, mit dem Recht der Natur ftrei- nach hat David, Sofapbat, Hiskias, Joſias,
ten, wenn fie nur dienen Reichthum zu er- an Gottſeligkeit hervorgeleuchtet. Daniel hat
Halten. A ; die Chaldaͤiſchen und Derfifchen Könige zur Er=
132, Und es ft mir gewiß, allerlöblichiter Rö- | kenntniß GOttes gebracht. Britannien (oder
nig, von Herzen leid, fowol um euch als um | Engelland) hat aud) der Welt den gottſeligen
die Kirche Chriſti. Ihr bezeuget, daß ihr des Fuͤrſten Conftantium geliefert. _ Unter dieſem
Roͤmiſchen Biſchofs Tyranney verwerfet, und | Haufen wollte ich euch lieber wünfchen, als un⸗
nennet ihn billig einen Hneichrift 2 indeſſen ver⸗ ter ven Feinden Chriſti, die 2 mit Abgoͤtte⸗
in, gleichwol die Gefege des Roͤmi⸗ rey befudeln, und Blut der Frommen vergief
fchen Antichriſts, als die Sehnen feiner Macht, fen, welche GOtt firafen wird; wie er oft ges
nemlic; die Stillmeffen, ven ledigen Stand prediger, und viel Erempel bezeugen.
der Wriefter, und andern Aberglauben. Ihr 36. Bitte ich euch alfo um unfers HEren
drohet frommen Leuten und Gliedern Chriſti JEſu Chriſti willen, daß ihr den Befehl der
harte Strafen, und unterdruͤcket die in euren Biſchoͤffe mildert und aͤndert, ımd hierinnen
Kirchen aufgehende Wahrheit des Evangelii. die Ehre Chriſti und eure eigne bedenket, und
Das heißt nicht dem Antichriſt abſchaffen, ſon⸗ der Kirchen Heil befoͤrdert. Laßt euch die
dern erheben. Sa era «u Wuͤnſche fo vieler Frommen Inder ganzen Welt
33. Ich bitte euch alſo um unfers HExrrn bewegen, die da fleßen und wünfchen, daß doch
JeEſu Chriſti willen, daß ihr euer Gewiſſen einige Könige ihre Gewalt brauchen, die Kir-
Durch Vertheidigung folcher Artikel nicht beſu⸗ che recht zu beffern , und gotelofe Sottesdienfte
delt, die Die Bifchöffe von den, Stillmeften, abzufchaffen, und das Evangelium aus zubrei⸗
Beichte, Gelübden, ledigen Briefterfland, er: |ten. Sehet auch auf die gottfeligen Mähner,
Dot des gungen Sacraments, haben ausgehen |die um des Evangelti willen gefangen liegen,
laſſen. Es ift Feine geringe Sünde, Abgötte und wahre Glieder Chriſti find‘, und erbarmes
rey, Jrrthuͤmer, Graufamkeit und Unzucht euch ihrer, — HA
des Antichrifts ſtaͤrken. Wenn der Roͤnuſche -37. Denn wenn ber Befehl nicht geändert
Biſchof jetzt ein Concilium halten follt? > was wird: fo wird der Grimm der Bifchöffe in der
vor Artikel würde er ſonſt vor andern wählen | Kirche ſtets toben. Denn die find feines Grim⸗
und der Wels aufbürden, als Die, welche eure mes und Hafſes wider Chriſtum beftändige
Biſchoͤffe angeben. Diener: bie treibt er, die Glieder Chriſti zu
34. Erkennet do
doch des Teufels sit, Der. den todten. Derfelben gotiofen und granfamen
Regenten gerne zuießetund fie verfucht. Denn Rath und fihalfhefte Vorkellungen mölier dad;
da ex ein. Feind Chriſti von Anbeginn der Welt nicht unfrer wahren und gerechten Bitte vorzier
ken F ? Ren:
366 Cap. 17. Dom Schmalk. Bund und den Sandlungen Sr. und Eng. - 367
ben; wie alle Fromme darum flehen und bitten. | einzaumen, das wir nun dem Könige eins
Wenn fie das erlangen, wird euch GI gewiß raͤumeten. Mol ifts wahr, daß man fülls
groſſe Belohnung für folche Gottſeligkeit ertheiz| «, Geduld Haben, obs in Engelland nicht
Ten, unb eure Tugend wird Durch der goftfeli-] Nde lich Fanı alles nach der Sehreing Ierk
gen Leute Schriften und Mund gepriefen wer⸗ hract werben
den. Denn Epriftus wird richten, die der Kir- |! ver ep uns nicht ge⸗
chen wohl oder übel thum. Und fo lange ſchehen iſt). Aber doch muͤſſen die Haupt⸗
Schriften dauren, wird man auch von folchen | artikel nicht geändert, noch verlaflen ſeyn.
Sachen reden und ſagen. Und da wir Chriſti Die Ceremonien find weltliche Sachen, moͤ⸗
Ehre ſuchen, und unſre Kirchen Chriſti Kir⸗ gen mit der Zeit ſich wol ſchicken, durch
chen ſind: ſo wird es allezeit Leute geben, die der vernünftige Negenten, daß man darum nicht
guten Sache beyfallen, die Wohlverdienten si. darf dißmalfkveiten noch forgen, bisdaß
gebührend loben; die Grauſamkeit aber der an- y
kn und tadeln werden. Cheitios ge- der rechte Grund geleget werde. Ob aber
= das Rerbindniß mit dem Könige anzuneh-
Het umher Bungrig, durftig, nacfend, gebunden, | DA | ae
Hi R A En Der Mäbite Wurh, über vieler men ſey, im Fall daß er nicht in allen Artis
Könige hoͤchſt ungerechten Grimm; und bitter, | Feln mit ung flimmen wuͤrde, laß ich Die lies
daß feines Leibes Glieder nicht zerriffen, fon-| ben Herren nebjt meinem gnadigften Herrn
dern die wahren Kirchen befchirmet und das bedenfen, weil e8 ein weltlich Ding iſt; doch
Evangelium gezietet werde. Diefen mußman duͤnkt michs gefährlich feyn, wo die Herzen
exfennen lernen, und aufnehmen wie es einem | nicht eines Sinnes find, Aufferlich fich ver-
gertfeligen Könige Herner, und DE ein dochſt. einigen. Aber ich toill mein Uctheilnunlaf
ee ie Gehabt euch wohl! en feyn, GOtt weiß mohl Srommer und
a ee _ — Feinde und aller Menfchen Gedanken u -
"er 279 brauchen zum beften, wenn er anadig fi
BR | 9. r | gnadig feyn
Lutheri Schreiben *) an den Viceeanzler yig, Yerum Wittenberg Donnerſtag
(D. Bruͤck), wie weit dem Acnig in Engel⸗ nach Dftern (1. April.) 1535. ;
land in Artikeln nachzulaſſen fey. d. d. — Martin Bucher
"27. Apr. 1535,
N reines Beduͤnkens ift, lieber Herr Ri: |
cecanzler, nachdem — —— 1280. u
Herr b:gehret, wie weit man dem Könige Lutheri Fuͤrbitte an Churfuͤrſt Tobann
Dad in Artikeln ſollt nachlaffen, daß den vom Be a Eye
hierin nicht naher Fan nachgelaffen werden, abseſchickten D.Antonium,'d. d. 12.
denn wir fehen gethan haben. Wilmans Septembrs 1535.
mit andern Worten reden vder ftellen (das Se und Friede in Chriſto, famt uns
mit wir andern Leuten ihren Verſtand nicht EI fermarmen Vater Unfer. Durchlauch⸗
verachten), bin ich wohl zufrieden ; aber Die tigfter, hochgeboener Fuͤrſt, gnädigfter Herr!
andern Artikel amd Hauptſache will ſich nicht Cs hat uns Briefs Zeiger, D. Antonius,
laffen anders glauben, noch lehren, fonft Kon. Maj. zu Engelland Borfchaft, gebeten,
hätten wir wol zu Augſpurg leichter mit ihn an E. E. F. Gn. zu verbitten, daß et
Pabſt und Känfer koͤnnen eins werden und möchte eine heimliche oder enge Verhoͤr bey
vieleicht auch noch; und ware ſchimpflich, E. C. F. Gn. haben, daß er Urfachen hat,
daß mir follten Kaͤyſer und Pabft nicht wollen daß feine Sache nicht weitläuftig würde, ehe
> A man
*) Diefes und nachitehendes Schreiben gehören nad) N. 1267. und das darauf folgende nad) 1268..
-
Nbfehn, Handlungen des Königs in Engelland mit den prorefl.Ständen. 369
wüßte, wie oder was. Weil denn E. Ernade und Friede in EHrifto unſerm
E. $. Gn. den Mann zuvor wohl Fennen, HErrn, und mein armes Pater nos
und unfers Achtens gute Botſchaft beinget, ſter. Durchlauchtigfter , hochgeborner Fürft,
fo viel feines Befehls iſt: fo it unfereunter- gnaͤdigſter Herr! Es hat mir der Schöffer
thänige Bitte, C.E. F. G. wollten ihm ſol⸗ zu Schweinig von €. €. F. Gn wegen ein
che Verhoͤr gnadiglich gönnen. FFaß von fechs Eimer Weins geſchickt, def
Zum andern, hat er zuvor auf M. Philipps bedanke ich mic) gegen €. C. F. G. ganz uns
Zufäge bey dem Könige trefflich gehandelt, terthaͤniglich, desgleichen auch für das wil⸗
und viel ausgericht,, daß der Koͤnig M. Phi⸗ de Schwein, wiewol ich ungern €. €. F.
Iipen höchlich begehrt , und felbft auch wi⸗ Gn. beſchwerlich bin, denn es ift fonft des
derrathen die Reiſe in Frankreich, (wie D. Gebens, Schaffens und Tragens fo viel,
Antonius weiter berichten Fann,) Daneben fein daß ich billig E. C. F. ©. verfchonen wollte
ftatelich Geleit ſchicket, und auch Geiffelda- |und füllte. BEN
fuͤr anbeut: Iſt unfere unterthanige "Bitte,| Ich hatte Hoffnung, wir wollten der Engs
wo es E. C. F. On. nicht vor der Reife in | lifchen Botſchaft in 3. Tagen los worden feyn,
Defterreich thun könnte, Doch nach der Heim⸗ |aber fie gedenken noch lange nicht hinweg.
fahrt (die GOtt mit Gnaden feliglich ges | Ich habe wol gröffere Sachen, und viel in
be) nicht wollten abfehlagen. Wer weiß, 4. Wochen ausgerichtet, und ſie wollen zwoͤlf
was feine Weisheit wirken mil. eine Jahr in dieſer einigen Sache zanken, und als
Weisheit ift höher, denn unfere, und fein | fie ſich darzu ſtellen, werden fie, ob GOtt woill,
Wille beffer, denn unſer. So wollte auch | nimmermehr draus noch drein Eommen. Und
M. Philippo, fo nun fo ftattlich geruffen | ift auch ſolcher Unkoſt E. C. F. G. nicht leid⸗
tird, auf feine Zufage fein Auffenbleiben viel | lich, wiewol fie felber fagen, es fey zu viel,
4
4
ſchwere Gedanken machen, fo er ohne das
fonft mit Arbeit, Traurigkeit und Anfech⸗
tungen überladen ift, und faft allezeit gewe⸗
fen. E. C.F. G. werden folches wohl wif-
fen gnädiglich zu bedenken, und fich dar-
nach gutiglich erzeigen. CHriſtus, unfer
und begehren nichts mehr, denn daß fie ihr
eigen Geld verzehren mögen, und daß fie moͤch⸗
ten darum befommen, wasfie gerne hätten ;
darinnen werden E. C. F. Sn. wohl wiffen
Rath zu treffen.
Auch füge ich E. C. F. G. unterthäniglich
HERR, fey mit €. €. F. Gn. ewiglich, zu wiſſen, Daß die zu Straßburg und Aug
Amen. Den ı2. Sept. 1535.
? PR E. C. F. On.
— unterthaͤnige
Luther
AAuſtus Jonas.
caſpar Eruciger. a
Job. Bugenhagen Pomer, D.
— — — ————— —— nenn
1281.
Lutheri Schreiben an Churfuͤrſt Johann
Friedrichen, die Engliſche Botſchaft un:
ter andern betreffend. -
* Butheri Schriften 17. Theil,
ſpurg heftig bey mir angehalten haben ‚daß ich
ihnen follte eine Maljtatt und Zeit beftimmen,
darinnen mie zufammen kaͤmen, und waͤre
wohl vonnothen folche Unterrede. Ich ha⸗
be aber folches ihr “Begehren zuvor wollenan
E. C. F. ©. gelangen laſſen;, und um Rath
erſuchen, wie ich denn ihnen zur Antwort ge⸗
ben habe; denn dieſe Concordia iſt nicht end⸗
lich zu ſchlieſſen, wir haben uns denn unter
einander mündlich und gruͤndlich unterredet,
und ift nicht nug noch noth, (wie fie auch
fchreiben = folch mein Anzeigen, ) daß unfer
a | ein
370 Eap. ı7. Dom Schmaltald. Bund undden Aandlungen Sr.umd Eng. ri
ein geoffer Haufe zufammen komme, dar⸗ Diefelbe Gegend, daß fie nicht durch fremde
unter etliche unruhige ſtoͤrrige Koͤpffe ſeyn Herrſchaft der Biſchoͤffe ziehen mußten, ſonſt
möchten, und Die Sachen verderben: bitte ſollte ihnen Fein Ort noch in Heſſen, noch
deß hiemit E. C. F. ©. gnaͤdiges Bedenken in E. C. 5.©. Lande zu ferne ſeyn. Hier
unterthaͤniglich, welcher Ort oder Stadt E. mit ſey E. &F. ©. Dem lieben GOtt befoh⸗
C. 3. G. am leidlichften feyn wollte, denn len, Amen. Am St. Paulstage 1736.
fie fchlagen Feinen aus, ohne Coburg und! Martin Luther.
Des ficbzebenten Capitels dritter Abſchnitt. zu
Von den Handlungen Koͤnigs Franciſci des J in Frankreich mitden
Schmalkaldiſchen Bundesverwandten.
| 1282. — terſcheid fuͤr Ketzer gehalten, beſchuldiget, an⸗
Des Königs Franciſci I. in Frankreich gegriffen, gemartert und getöätet werben, und
Schreiben an die Ehurfürften und Ständedes ſeynd alle Kerker voll Deutfchen, welche feiner
Reichs, vom Eoncilio und etlichen andern Gnade und Rettung zu gewarten, wo nicht die x
— Artikeln. d. d. 1. Febr. 1535. Deutſche Nation zufammen komme und beſchlieſ⸗
| 1. | fe, daß ein groß, gewaltig Kriegsvolk in Srank=
on GHrtes Gnaden Srancifeus, Kö- reich gefchicft werde, gedachte Gefangene mit
7) nig zu Sranfreichec. an alle Chur⸗ Gewalt zu retten. N
DS und Sürften und Stände des hei- 3. Soiche find ja unverfhämte Leute; wel⸗
ligen Nömifchen Reichs ıc. Ich he, Diemeil fie mid) mit der Wahrheit nicht
*88 wollte, daß Fuͤrſten und andre ho- oͤffentlich koͤnnen angreifen, erdichten fie foldye
be Stände Wahrheit und Ehrbarkeit fo lieb hät Lügen wider meine Ehre und Glimpf: doch folk
‚ten, daß fie diejenigen nicht meuchlings mit ten fie der Sachen einebeffeve Farbe anfteeichen,
$ügen zu fhmähen unterftänden, welche fiemit und nicht mit folchen faulen Griffen umgehen,
Wahrheit öffentlich nicht befchuldigen Fönnen : und euch nicht fo unverftändig achten, daß ihr
wo dem alfo, würde man mid) nicht alfo Der- mit folchen leichtfertigen Reden wider mich folltee
maffen bey euch) an allen Orten, wo man zufam= zu hetzen feyn, oder als Fönntet ihr nicht beden«
men fommt, und, wie ich hoͤre inallen Ban- ken, durch welche, und warum oder wider wel⸗
quetten verunglimpffen. So fie nun hoffen, che ſolche Lügen erdichter werden; oder daß ide -
Unfreundſchaft zwiſchen uns anzurichfen, die als hohe, weiſe Fuͤrſten underfaßrne feufe,niche
wir ‚mie einander mit dem Blute und vielen : Wahrheit und Lügen zu merfen und zu untere _
Wohlthaten verwandt find, follten fie ſolchem | fcheiden wuͤßtet. |
$äftern einen beffeen Schein machen, wenn fie) 4. Und, liebe Sreunde und alte Bundesver-
Elug wären. N tandfe, etliche Artikel, ſo wahr find, und doch.
2. Sie beſchuldigen mic), des Türken und mich zu verglimpffen angezogen werben, haben
Seindes der Chriftenheit Botſchaft ſey bey dem diejenige felbft gethan, Die mich damit zuläftern
aͤllerchriſtlichſten König ehrlich gehalten, und |beftellen. Darauf will id) antworten, nicht
dargegen die Deutfehen nicht geachtet, fondern derhalben, daB ich beforge, daß foldye böfe leicht⸗
verfolgee werden, Item, daß man Leute in fertige Leute mir bey euch an meiner Ehre ſcha⸗
Tuͤrkiſcher Kleidung fiher und frey auf allen; den Fönnten, fondern damit ich nicht durch mein
Gaſſen an allen Orten fehe gehen; dargegen | Stillichweigen Urfache gäbe, daß folche Lügen
dürfe ſich niemand in Deutſcher Kleidung bl: |weiter ausgebreitet werden. %
een laſſen: daß auch alle Deutſche ohne Uns! 3. Und wiewol ich wollte, daß ich von den.
' jenigen,
- folches vorgenommen ohne andrer Willen und
ſollte ich nicht Mache Haben, gemeiner Chriſten⸗
07 Daß ich num den Türken Solimannum
6. Und will erſtlich fie ſelbſt fragen: Nad)-
dem ſie felbft vor etlichen Jahren zum Türfen
*
Handlungen des Koͤnigs in Frankreich mit den proteſt. Staͤnden. 373
welchen dieſe Verunglimpffung unter welchen ich dreyßig tauſend Deutſche un«
ch herkommt, möchte ehrlicher und ter meinem Sold halten wollte, anzunehmen.
ee reden, von wegen unſrer Schwaͤ. 8. Dargegen haben etliche von mir ausgege⸗
und der Hoheit und Mojeſtaͤt ihres ben, als follte der Tuͤrke mit mir practicitt Ha»
Be Dh — * a te a A rer Türken er Su
diefee Sachen nicht gefcheßen kann, den jereiget: fo. alle meine Macht wider
Bali ker Bemepner werden: will ich den Jin zu führen, aud) Gold zu geben und Leute
noch nicht zu hart antworten; und obgleich) et wider ihn auf meine eigne Koften zu halten,
mas, das fie verdrieffen möchte, gemelder , foll | mich erboten he Daß aber der Türke je—
es — parken a zu ee ae un t zu ” eh Ir .. ar
daß ich nicht Luft zu ſolchem elten gehabt, ſtalt: So wir gemeinen Muß recht bedenken
— daß — —— melden erfordert |wollen, werden wir befinden, daß vornehmlich
abe: in." | i durch GOttes Gnade, Darnad) durch meinen
treuen Fleiß geſchehen iſt, daß gemeldte Tuͤr—
kiſche Legation zu gut gemeiner Chriſtenheit zu
uns geſandt iſt; wie wir dann allezeit gemeiner
Chriſtenheit Gedeyen, Aufnehmen —
wre i fahre höher geachtet, denn unfre eigne Sachen.
bung niche fo ehrlich gewefen; darzu haben fie — ah re — * dem gr
fen um Frieden angefucher, fo unehrlich, daß
fie fidy auch jährlichen Tribut gegen ihm vers
pflichtet, damit, fo fie ficher vor den Türfen
wären, deſto leichter andre Potentaten unters
drucken und unter fich bringen möchten; : wie
fie dann nad) folcher thranniſchen Hoheit trach⸗
ten: babe id) gleichwol den jegigen Frieden,
en oder Botfchaft annehmen? Dder follteich ee Bee
nach) ihrem Öefallen, wideralle Rechte und gu-| yyffen, e8 würde dann in folhem aufgeriche
a fie gleich) von | gegen Frieden mitbradht, daß alle andre Stän«
anna adlanht, Female unen ; 2 e und — — pe
eines feindfeligen Vornehmens, Bedraͤngniß
‚einen Feind nenne, iſt die Urſach nicht allein, — — foilken ficher sa ? ib
daß er unfrer Religion, fondern aud) daß er] _10, Es Kat aud) bis anhero nichts fo viel ge⸗
=_
zu öftermalen Botſchaſt gefandt, unddes Tür-
—*
a
Een Geſchickte bey ſich gehabt; und ift ihre Wer:
Rap, an welche man billig ſolches muß gelan-
gen laffen, und welche diefes mit betrife: warum
Beie zu Ehren und Feieden, wie ihr hören wer-
det, Botſchaft zu fenden und anzunehmen?
Muß ich mich denn fo ganz nad) ihrem Willen
richten, daß ic) ohne Erlaubniß nicht darfſchi⸗
. euer Feind ift, weichen ich Hülfe zu thun geneigt] hindert, daß der Türke den gefonnenen Frieden
bin. Und habe derhatben, da der Türke, vor-) nicht gemwilliget und angenommen, denn daß er
gehabt Deutſchland anzugreifen, mein Leib und vermerket, Daß etliche über unsund andre Po⸗
Vermoͤgen zu euch feßen wollen, und den Tür: tentaten eine Monarchie zu machen vorhaben:
ten abgefagt, und den König von Engelland und fo der Türke Stillftand und Friede willi«
zu mie gezogen , zu Huͤlfe in diefem Kriege: wie gere , möchten. fie infteßenden Frieden mitlerzeit
denn Engelland und ich pflegen zufammen zu zu einer folchen Macht, die ihm und uns, auch
halten, und ſaͤmtlich unfree Sachen vornefmen.| andern Potentaten gefährlich wäre, fteigen und
Ich babe mid) aud) in Schrift an euch, den aufwachfen. |
Känfer, den Pabft und andre, welhe Schrift| 11. Wenn aber zu Handeln, oder in einige
auch dem Türfen zukommen, erboten, wider Wege zu erhalten wäre, daß ven allen Theilen
den Türken zuvörderft zu zlehen, und darzu drey/ Friede gehalten, und daß jeder Damit begnuͤgt
taufend Küraßiver, funfsig taufend zu Fuß, waͤre, das — mit Recht beſitzt und behalten moͤ⸗
a 2 ge,
SIEBTE
Y
374
ge, könnte der Türke wol leiden, und begeb-
rets zum höchften, daß er Kriegs und Angrifs
von uns * andern Chriſtlichen Potentaten
ſicher ſeyn moͤchte, und auſſerhalb der Chriſt⸗
lichen Koͤnigreiche feine Kriege fuͤhren.
12. Derhalben mögen wir mit Wahrheit fa.
gen, daß jegund wir Chriſtliche Potentaten
gleichfam in der Hand haben, ob wir einen fol.
Cap. ı. Dom Schmalt. Bund und den Sa
‚fel von unfern Geſchi
_
‚ten Eommen feyn. Denn ihr habe fond
dachter Pabft und ic) deshalb uns mit
der unferredet und gehandelt. Daß aber
zumal fo bald das Concilium nicht beftimı
und ausgefchrieben ‚it
daß gemeldter Pabft dem Känfer das Eonciliu
an einem Orte in Italien zu halten geſagt; dan
chen gewaltigen mächtigen Feind durch einen |gegen ic) angehalten, meines Bedunkens aus
"angerichteten Frieden ‚oßne Krieg, groſſen Jam⸗ | gegründeten guten Urfachen, daß dieweil er,
mer, Verderbung vieler Länder und Leute und der Pabft, und der Käyfer ein groß Kriegs
Blutvergieffen, wollen fern von Cpriftlichen Lan⸗ | volf in Italien Härten, wäre zu achten, fiewollten
an
& der Mangel geweſen —
den und Koͤnigreichen weg weiſen; oder, wo wir maͤnniglich mit Gewalt zu demjenigen, was
um eines oder zwey Potentaten willen, welche ſie da beſchlieſſen wuͤrden, dringen.
das Ihre ſuchen und ihres Ehrgeizes fein Maaß das, daß dieweil der Kaͤyſer ſich mit vielenver-
noch Ende wiſſen, welcher auch, fo fie zu fol-|bunden, damit er mid) aus Italien behielte,
Ueber
—
cher hohen und gewaltigen Macht ſteigen ſollten, konnte ich mich ohne Argwohn, ſo ich geruͤſtet
andre Potentaten ſich befahren müßten, diege- |zöge, und wiederum, ohne Gefahr, wenn ich
meine Chriſtenheit in ſchreckliche Kriege führen
laffen wollen, da das Ende ungewiß ift; und
ob mir gleich ſiegten, wäre zu beforgen, die
Victoria würde gereichen zu andrer Potentaten
Unterdrucfung.
13. Was andre Porentaten Bier für gut an-
gefehen, ftellen wir jedem in fein Bedenfen.
Wahrlich, bey uns achten wirs dafür, daß al:
le, fo diefen allerwichtigften Handel, mit dem
"Türken Anftand, oder auf ziemliche Wege Trie-
de zu machen, hindern oder abzufchlagen ver⸗
mennen, ihre Chriſtliche Pflicht , ( härtere Wor.
te wollen wir aufdißmalniche brauchen, ) wenig
bedenfen. AB
14. Denn nach Gelegenheit diefer ſchweren
Zeiten, da die Chriftenheit zerfpalten unter ſich,
vonnöthen, daß man Doc) eine Zeitlang Frie⸗
de und etwas Luft habe, bis daß ſich die Chri⸗
ſtenheit wieder erquice, und man in einem Uni.
verfalconcilio berathſchlage und ordne in dieſer
ftreitigen Opinion, das zur Kirchen Heil nuͤtz⸗
lich, und nad) Gelegenheit der Zeit zur Seelen
Seligfeit, und Fünftig zu beftändigem Frieden
dienlich feyn möchte.
15. Und wollte GOtt! daß Pabſt Clemens
VII. hätte noch etliche Jahre follen leben, foll-
tet ihr erfahren und gefehen haben, daß wir. in
kurzem zur rechten Eintraͤchtigkeit wieder woll-
mürde, allen Fleiß und Mühe angewendet;
ungerüftet Fame
ftatt begeben. |
16. Und deromegen achte ich Bequemer, daß N
‚nicht an vorgefchlagene Mal _
in Deutfihland, etwa an der Gränze, da ſich
nichts zu beforgen, das Concilium geleget würe
de; welches, als nöthig als es wäre gemeiner
Epriftenheit, mo es nicht an dem verdächtigen _
und unfihern Ort gehalten würde, ale
fo wiederum wäre es gefährlih, daß nicht
gröfferer Zanf und Unrath daraus erwuͤchſe.
17. Und gebe GOtt, daß wir bey dem neu⸗
en Pabft Paulo dem Dritten erhalten, was bey
teben Pabfts Elementis nicht hat mögen volle
endet werden. Denn derfelbe, wie ic) von als.
len, die ihn gruͤndlich kennen, höre, iſt allezeit
*
unparteyiſch geweſen, it auch eintraͤchtiglich,
und find viel irrige Secten eingeriſſen, iſt hoch ohne ſein Zuthun oder Begehren, gewaͤhlet wor ⸗
ie. den; alſo daß er ſich im Concilio deshalben
nichts zu beſorgen, das doch denen an—⸗
dern nicht Bat mögen wiederfaßren; darum fie _.
*
auch vielleicht fo wenig Luſt zum Concilio ge⸗
habt haben: und dieſes ſein Anſehen und Tu⸗
gend, auch daß er nicht parteyiſch iſt, habe ich
bey mit. fo hoch geachtet, daß ich, wiewol die
Cardinaͤle, ſo mir vermande geweſen, einen
meines Theils haͤtten waͤhlen, und alſo ein meh⸗
reres machen moͤgen, ſo ich gewollt haͤtte;
doch habe ich allein darauf, daß dieſer erwaͤhlt
und
a nn —— — —
375 111, Abſch. Handlungen des Koͤnigs in Frankreich mit den proteſt. Staͤnden. 377
und mag das mit Wahrheit fagen, — 20. Und ſo auch jemand Deutſcher Nation
auch) faft aller Part Cardinaͤle wiſſen, daß ic) geweſen, haͤtte er auch, gleich den andern, muͤſſen
zuvoͤrderſt nach der fer das geſucht habe, |geftraft werden, und hoffe,es ſollte eud) foldyes
daß ein Eoncilium art bequemen und fichern | nicht feyn entgegen gemefen; welches auch wieder»
Dre aufs ehefte ausgefchrieben würde, und daß | um, fo es fich durch die Meinen bey euch zutruͤ⸗
er vornehmlich fuche allein GOttes Ehre und | ge, undich wollte deß Beſchwerung haben , han»
Wege, damit die Chriſtenheit wiederum zur delte ic) nicht als einem mit euch verwandten
Einigkeit gebracht würde. oder Chriſtlichen König zuftiinde oder gebührte,
18. Alfo ift meine Entfchulöigung, belan-| 21. Aber jedoch es ift Feiner Deurfcher Na⸗
gende die Türcfifche Segation. Und dieweil ich | tion unter ſolchen Mißhändlern begriffen oder
vermeldet von dem Eoncilio und gemeinem Frie- | verdache worden, deß ich venn hoch erfreuet;
de und Einträchtigkeie der Kirchen: bitte ic) | und wollte GOtt, es wäre von denen Meinigen
and) ganz höchlich,, ihr wollet eure Prediger | auch unterblieben. Derohalben ift es eigente
und,Selehrte vermaßnen,daß fie auf Wege wol: lich wahr, daß Fein Deutſcher umbracht, man
fen denfen, wie die ftreitige Händel der Reli» wollte denn alle Keger für Deutſche achten,
mie denn folches meine Mißgünftige deuten.
Auch ift fein Deurfcher, fo viel mir roiffentlich
ift ‚ gefänglich gehalten oder eingezogen worden.
Es find auch Deurfche öffentlid) bey mir am
Hofe, nemlich etliche Deurfche Fürften und viel
von Adel, und find in den Städten und Fle
fen viel Studenten, Kauf-und Handwerks»
leute, welche alle, glei) andern meinen
Untertfanen, ja als meine eigne Kinder ‚ ficher-
bey mir leben und wandeln.
22. Derohalben, lieben Freunde und alte
Bundesverwandte, habt ihr aus diefem Flaren
Bericht gnugfam zu vermerken, auf was Fug
ſolche zugenoͤthigte ungegründete Verunglimpf⸗
fung auf mich gedrungen wird, durch diejenigen,
die euch und ganzem Deutſchen Namen feinder
ſind, dann mir: dann ſie merken, daß ſie durch
unſere Verwandtniß und Freundſchaft dermaſſen
geſchwaͤchet werden, daß fie uns beyde, mid)
und euch, nicht vermögen zu unterdrücken ; des
romegen fie aud) heftig daran arbeiten, -uns
Unfrieden zu machen und zufammen zu hegen,
und achten, es follte ihr Gedeyhen feyn, tele
chem Part es übel gienge, und damit fie defto
leichtlicher, fo wir durch einander felbft uns ge=
ſchwaͤchet, ſich rüften, und ung alfo mit weniger
Muͤhe verderben möchten. |
23. Aber unfere Verwandtniß, die ich als ei⸗
ne fonderliche GOttes Gabe und Wohlthar, zu
aut Deutfcher und Frankreichiſcher Nation, ach⸗
te, ift fo Stark eingemwurzelt, daß zu hoffen, fie
werde durch folche Tuͤcke nicht zerreiflen; daß
Aa 3 ide
ion zu lindern ; und in Einigfeitzubringen ſeyn.
Und wollet ihr mir euer Gemuͤth des Concilü
halber anzeigen, was ihr für guf achtef, daß
ich derohalben vornehmen follt, weil ich, fo
viel an mir iſt, es an feinem Fleiß noch Mühe
erwinden laſſe.
19. Weiter aber, was belanget die Strafe
etlicher, darum ich bey euch verunglimpffet,
und der andre Artikel ift diefes Ausfchreibens ,
follt ihr wiffen, daß ſich die Sache alfo zuge:
fragen : Im vergangenen Herbſt, nachdem mein
Gefchickter wieder heim fommen und mir von
euern Predigern und Selehrten etliche Schrif-
ten gebracht Bat, wie in diefem Zwieſpalt zu
- bandeln, dadurch ich gufe ——— bekom⸗
men, die Sachen ſollten auf gute Wege ge:
richtet werden ; aber der Feind der Wahrheit
und Vater der Luͤgen hat etliche nicht allein chö-
richte, fondern gar unfinnige Leute erwecket,
die fi) Aufrußrs und anderer unchriftlichen
Handlungen unterftanden ; welche neue Artifel
ich lieber will unterdrücken, und an den Orten,
da fie entfprungen , verbleiben laffen, dann bey
euch, als denen oberften Ständen ‚ausbreiten ;
denn fo auch dergleichen bey euch gemweft, habt
ihr fonder Zweifel diefelbe in Strafe genommen.
Damit aber folches Uebel, das ſich zu greuli«
chem Aufruhr gezogen, nich weiter einreiffe, habe
ic mit allem Fleiß , Mühe und Arbeie verhüter;
alle derfelben Anhänger die begriffen, wiereche,
ftrafen zu laffen,unddißfals niemand, weßStan-
des und Nation er gemeit, verfchoner worden,
378 Cap. 17. VomSchmalt, Dundunddensandlungen Sr.umd Eng, 379.
bandelt.
r ——— 379
ihr euch auch nicht werdet bewegen laffen wider | geben , ja dfe Unfern müffen feine Meffe sulaflen:
einen König, der euer Freund I: der euchnie | man le au Rare Re I.
Fein Leid gethan; ſondern, wie feine Voreltern, denen Pfarrkirchen nicht mehr als drey halten:
euch Förderung zu Ehren und Muß erzeiget, die erſte für Tageloͤhner und für Bediente,die
ben auc) niemand für einen ſchwachen Freund | zwey übrigenfür dieandern. Der Rönigmey
oder Seind halten moͤge. ie auch, esfeyn viel&ebersformeln und Segen. -⸗
Gott bewahre eure Hoheit und Ehr. Dat. den, als ungeſchickt und gottlos, abzufchaffen,
Daris (den ı. Febr.) Anno 15355. - oder zu verbeflern; denn es feynd viele unge
——
—— reimfe und lächerlicye Dinge darinnen, wie. |
dasvon Carolo M. darum muͤſſe man die Din. -·
|
|
ee 1283. N
- Spälstint Drotocoll über das zwifchen ge in den alten Stand bringen. Dann der Koͤ⸗
den Seanzäfifchen Befandten Langaͤo auf ei- nig Babe gefagt, er Habe ein alt vor vielen Jah⸗
ner, und dem Canzler Srüd, Mielanchthon, ren gefchrieben Gebetbuch, worinnen nid)ts
den Aandgräflichen und Jacob Sturm auf der von Fürbitte der Heiligen ftehe: er habe auch
Bun EALIre 3. gehöre, daß Belfarion einftens gefagets die
E55: des Königs in Frankreich Drator neue Heiligen machen ihm mehr Arbeit, alsdie
>8) Guilielmwus Bellaius Langæi Dominus, alten. Es halte demnach der König indem Ar⸗
mit D. Pontano, Churſaͤchſiſchen Canzler, und itikel von Anruffung und Bebermit uns; ach⸗
denen andern fer. 2. poft Dom. IV. Advent. fe aber dennoch dafür, man Eönnte in dem Ges -
(d. ift den 20. Decembr. ) mit dem früßeften ges |bet der Heiligen alfo Meldung thun: daß wenn,
| 4 E. die Gedoͤchtniß Petri oder Pauli, wie.
) Was den Primat des Pabfts befange, ſie Schifbruch gelitten, vorfäme, wir baten
halte es der König in Frankreich mit den Un. und glaubten, daß wie auch in Gefahr und
fern, daß nemlic der Pabſt folchen nur aus Noth werden erlöfet werden. Zum Gedaͤcht⸗
menſchlichem, nicht göttlichen Recht Habe, Der niß, und nicht zur Fuͤrbitte. | a
König in Engelland wolle auch nicht zugeben, | IV) Der König billige auch unfere Mey
daß er folchen aus menfhlidyem Recht befiße, |nung von Bildern der Heiligen alfo, daß
"Denn bisher Kabe fich der Pabft zu Rom unter: |man das Volk unterrichte, fie fennd nicht ano
ftanden, Könige ab» und einzufegen, nad) fei- zubeten, fondern Fonnen zum Gedaͤchtniß bes
nem Gefallen; wie er aud) jego Darmit umge. [halten werden. a
he, ein folches in Engelland zu thun, obgleih| V) Bom Derdienft der Heiligen bleiben
der König in Scanfreich darwider bitte, unddie | die Franzoͤſiſchen Theologi Kart auf ihrer Mey⸗
Cardinaͤle felbft foldyes abbiften und widerra⸗ nung, und fagen: fie verdienen, daß fie für
.. then, jener auch weder den Nömifchen Pabſt |uns erböret werden; Bier fey nun dahin zu are
- noch allen feinen Anhang fürdyte. beiten, daß ber König die Wahrheit verftehe. -
II) Unfere Meynung vom Sacrament des] VI) Dem Koͤnig gefalle and) unfereMeynung
‚heiligen Abendmahls gefalle dem König, vom frepen Willen; denn obwol felbige erft-
nicht aber feinen Theologen, als welche die Ber: lich denen Theologen mißfallen, fo feynd fie.
wandelung auf alle Art und Weile zu erhalten Jod), nachdem fie Philippi (Melanchthonis)
fuchen. Demnach ſuche ber Rönig was gemif- Locos gelefen, unfrer Meynung beygefallen.
feg, aufdem er berußen fönne: denn er feyals| VID Das Fegfeuer verrheidigen die Theo
fein Herr in feinem Neich. logi aufs beftigfte, als mmoran die Mefle, Ab⸗
II) Bon der Wieffe: (am Rand flchet : laß, Vermaͤchtniſſe, und Stifter Meßkram,
zu diefen hat der Königliche Drator auch das |und kuͤrzlich alles hange, Dann fie fehen wohl,
Geber, Anruffung und Fuͤrbitte der Heiligen daß ihnen fonft Gelegenheit entfiele, zu Gütern,
gezogen ,) fen eingroffer Streit. Hievon halte |Ehren und allemzu gelangen. Als ihnen dems
der König alfo : Unfre teure muͤſſen etwas nach⸗ nach der König einige MonatFriſt gegeben,
I | ie
580 111, Abfeh. aandlungen des Rönigs in Frankreich mit den protet, Ständen. 381
IR
fie folcbe ang nommen, ‚haben fie boch dem Kö» Es hoffe aber der König vom Pabft zu erhale _
nige Feine Antwort gegeben, ob_fie wol ver- ten, Daß er aud) dieſer Meynung werde.
‚en, Das Fegfeuer aus der Schrift zu b&| X) Sagtder Orator, die Sranzöfifchen Theo⸗
* "Endlich, ale der König in ſie geſetzt, logi billigen die Priefterehe nicht; dem König
Baben fie gefaget: man müßte denen Seinden |aber gefiel Diefes Mittel, daß man unſre ver-
das Schwerdt nicht in die Hände geben, Deut ehlichte Driefter in der Ehe leben lieſſe, die
wo ſie Hiervon etwas fehriftlich auffeßten, wuͤr⸗· übrigen, und die, fo fünftig in den geiftlichen -
den es die Unſern widerlegen. Es duͤnke des- Stand freten werden , im ledigen Stande bleis
wegen ihm, dem Drator, nüßlich zu ſeyn wo ben, oder da fie fic) verheyratheten, von der
einer der. Unfern vom Fegfeuer an. den König | Priefterfehaft und Pfarramt abftünden. Dann
eine Schrift ftelle. | der von den Unfern angezogene Spruch Paphnu⸗
VII) Bon denen guten Werken bleiben |tii gehöre hieher nicht, wie die Theologi fprechen,
die Theologi ſtark auf ihrer Meinung, nemlich: welche fagen: das Concilium rede von denen,
gute Werke feynd nöthig. Er habe ihnen aber welche ſich verheyrathet, ehe fie Prieſter wor⸗
geantwortet: wir fagen — ſeyn noͤthig; den; dann, daß ſich einige ſollten verheyrathet
aber nicht. alſo, daß wir dadurch gerecht und fe= |haben, nachdem fie ſchon Prieſter geweſen, fin«
lig werden. Der Orator fügte hinzu: der Ke⸗ det man nirgends, Be
Germeifter. fey in diefem Stück einer beſſern/ XD) Bon beyden Beftalten, fagteder Dras
Meynung, als die Theologi, wie er dann be-|cor, habe der König bey dem Römifchen Pabft
- Fenne, er babe aus Philippi Locis Communi- Elemente fleißig gehandelt, er hoffe auch fo viel
vus fo viel gelernet, daß er Yuguftinum und von diefem Pabſt zu erhalten, daß er fege und
Ambroſium nun beſſer verftehe, als vorhin.Jordne, Daß beyde oder eine Öeftalt zu empfan⸗
Beſagter Mann ‚halte auch recht vom Glau⸗ gen jeglichen nac) feinem Gewiſſen frey ftehen
ben; er glaube demnach, daß man ſich in Die-jfollte. So verfichre ver König ferner, er ha⸗
ſem Stuͤck vergleichen Fonne. be von fehr alten leuten gehöret, Daß man vor
- IX) Wegen der Belübde hoffe der König}12o,. Jahren in Frankreich auch denen $äyen
vom Pabſt fo viel zu erhalten, Daß man zwar beyde Geftalt gereicher, Doch vermittelft eines
Knaben in Klöfter aufnehme, fie zu unterrich-| Roͤhrleins und in einer Capelle, nichtin öffent-
ten, aber vor. dem dreyßigſten oder vierzigftenslicher Kirche, und fo empfangen auch heute zu
abe fie zu Feinem Möndysgelübde zwaͤnge, Tage die Könige in Frankreich das Sacra-
fondern ihnen frey laffe, wenn es die Noth er-Iment unter beyder Öeftalt. Daher der König,
fordert, wieberum aus dem Klofter zu gehen,jals er den Theologen etwas vorgeworfen, habe
und fic) zu verheyrathen. Diefes achtet der hoͤren müffen, dem Könige fen diefes erlaubt,
König nicht nur der Kirchen, fondern auch der nicht aber den Läyen; Dann vonund an Die KRö-
Policey nuͤtzlich zu ſeyn, damit man Leute habe, nige ſtehe geſchrieben: hr ſeyd Das auserwaͤhl⸗
welche mit Nutzen zu Aemtern koͤnnen gebrau⸗ te Geſchlecht, das Königliche Prieſterthum.
t werden. Mithin gefalle dem Koͤnig nicht, Weiter hat der Orator nach Endigung dieſer
daß man Kloͤſter zerſtoͤre, ſondern daß man Artikel, da wir gleich weggehen wollten folgendes
die Lute nicht zu Geluͤbden noͤthige: dann man beygefuͤget: Pabſt Clemens habe dem Spani⸗
muͤſſe maͤhlich zur Einigkeit zu kommen ſuchen; ſchen Cardinal St. Crucis aufgetragen, Die
wie man auch einen Pferdeſchweif nicht auf ein⸗ Gebete und Geſaͤnge zu verbeſſern, der es auch
wal, ſondern nach und nach ausraufen koͤnne. gethan, und ſtatt der gottloſen ungeſchickten Ge⸗
Darum muͤſſe man Klöfter alſo einrichten, daß ſaͤnge Pſalme hinein geſetzt. Allein, die Fran⸗
fie kuͤnftig gute Schulen ſeyn, darinnen gelehr- zöifchen Theologi Haben den Cardinal deswegen
fe Leute, die Die Jugend unterrichten, und juns| verdammt. Denn die Sorbonniſchen Theolo-
geute, Die lernen, gehalten werden; übrigensI gen maffen fich fo groffer Herrfchaft an, daß
ey noͤthig und nuͤtzlich, Maaſſe zu gebranshen.| fie fich nicht feheuen, nicht nur. uns als Ketzer,
Br — WR
wie fie reden, fondern Cardinaͤle und den Pabſt maͤnniglich feine Meynung
ft zu verdammen. Es fagte auchder Ora⸗ fe. Zudem Bielte er 5 rnuͤtzlich Zann die
* * Artikel von der Rechtfertigung, wie er Fuͤrſten und — — —— ein
von denen Unſern erklaͤret werde, halte der Rö- | Schreiben an den König in Frankreich
nig fürrecht. Berner, weildiefe groß und hei⸗ hen lieffen, und in ſolchem bäten für die umdes
fig fen, fo gebe der König mit einer Bereini- Glaubens willen Vertriebene, jie wieder ein-
gung der Kirchen um. Cr, der Drator, habe zuſetzen, und fie deffen wegen, was fie geglau.
et, geredet und gethan, nichts entgelten zu
deswegen auch einmal mitdem Herzogin Baͤh⸗
ern gebandelt, felbigen aber härter. befunden |faffen.
als die Sorbonniſten; wiewol ofnlängft der⸗
maſſen ihre Härte gebrochen, daß — ER 2
fins verheiſſe, fie werden jetzo eine gelindre Ant- Königs Scanciki Schreiben an Me
-— — ———— —— lanchthonem, darinnen er ihn nach ne
feinem Herzog Georgen und dem | Burfür: Sei ehnlaer, ae HE Far
ſten — a ein — A würde — Aion)
dem König fehr angenehm feyn, wenn man) =, ehr ;
zıwen oder drey Gelehrte der Unfern zu ihm Ins Deutſche überfegt von 215. Aug Tittel.
ieſen Di
ſchickte, welche vor ihm von dieſen Dingen ein Franeifeus von GOttes Gnaden, König der
Gefpräch Bieten; dann der Koͤnig wollte zu die⸗ ” *
—— ſowol die allerhaͤrteſte Sorbonni⸗ Te 5 a lieben Philippo
ften, als die, fo es mit uns halten, beruffen, ;
die evangelifche Wahrheit an Tag zu bringen. SSH Hatte zwar vorhin euren befondern Ei-
Im übrigen halte der König davor, es ſollen fer und Fleiß, Die Streitigkeiten, welche
jich unfere Fürften und Stände wegen der in die Chriſtliche Lehre eingeführet worden, zu
Ralſtatt des Concilii nicht eher erflären, be: |fchlichten und zu flilten, von unferem Cammer«
vor fie der Könige in Sranfreich und Engel- herrn und Rath, Wilhelm Bellai fangen, ver⸗
fand Mennung eingeholet, welches bemeldte nommen gehabt, weil ichißn zu ſolchem Werk
Konige gleichfals tun wollten. Zudem ſey fonderlich gebrauchet als meinen Diener und
nicht rathfam, wenn gleich ein Concilium aller⸗ Mittler: Mun aber babe ich auch aus euren
dings nöthig, Daß man es jetzo halte; dann we Briefen an ihn und aus den Reden des von
man es zu Diefer Zeit e E s
fere und reinere Teil von dem gröffern über-jerfeßen und gehöret, daß ihr auch dieſe Mühe
wunden und unferdrucket werden. Es ſeyn gern übernehmen wollet, mit nächiten zu uns
auch vorzeiten die Könige in Frankreich und zu kommen, und mit einigen unferer Lehrer über
Navarra ihrer Reiche entfestiworden, und die- die Bereinigung der ehren perfünlich bey uns
fes um feiner andern Urſache willen, als weil zu handeln, und Mittel zu treffen, dadurd) die
fi et, die Concilia fellten nicht von dem vortreffliche Eintracht des Kirchenftaats wieder
hergeſtellet werde. Welche einzige Sache mie
jederzeit dergeftalt am Herzen gelegen, daß ich
nichts fo ſehr gewuͤnſchet, nad) nichts fo fehr ger
frachtef und Dafür beforgt gemefen, als für
eben dies; darum ich auch nicht unterlaffen
| n wollen, diefen Voraͤum Foſſam fogleic) wieder
Navarra daraus getrieben, als diefen der Pabſt an euch zu ſchicken mit diefem Brief, als einem
dermaſſen deſſelben entſetze. Summa, der Zeugniß meiner Treue, und zugleich zu bitten,
König fen dieſer Sache ſehr geneigt, und gefal-' daß ihr euch von dieſem guten und Beil. Vor⸗
te ihm zu dem Concilio ein fichrer Ort, alwo haben nicht durch jemandes Zureden abziehen
ie behaupt
Sömifchen Pabſt allein, fondern auch von
dem Känfer und Königen ausgefchrieben wer-
don. Wie denn audy heute zu Tage der Küy-
fer das Königreih Navarra unter Feinem an-
dern Recht in Befig habe, als weil vorzeiten
König Ferdinand In Spanien den König in
laſſet.
Zeit anftelle, fo werde der bef- euch zuruͤck gekommenen Barnabä Vocei Foſſaͤ
384: 111, Abſchn. Handlungen des Koͤnigs in Frankreich mit den proteſt Ständen. 385
laſſet Ihr werdet mir: ſehr willkommen ſeyn, te, und habe E. C. F. Gooder andere Sta u
x möget gleich für euch AN in. eurer andern de nicht hiermit beſchweren wollen. Darauf
amen als Abgefchickter kommen, und wer⸗ hat nun der König mir fein Geleite zugefehickt
bet in der That erfahren,-daß ic) immer ſowol und begehrt, daß ich kommen Fi Wiewoi
für Deutſchlandes Ehre und die gemeine Ru⸗ ich nun von den Briefen allerley diſputiren koͤnn⸗
he überhaupt vor andern ftetsgeforget und noch te; gleichwol, dieweil es das Anfehen Bat, daß
(rar, 5 Gehabt euch wohl. Aus der Stadt ich mich zum Theil erboten. Denn fo ichs aus⸗
nis den 28. „SUN. 1535. fhluͤge, wollte angeſehen werden, als für eines
— — — -1Berachtung, ‚oder als haͤtte ich der Sahen
J Scheu. Item, daß es von gedachtem dem
Philipp Melanchtbonis Bittſchrift an Biſchof zu Paris und feinem Bruder zu: Lin⸗
Churfaͤrſt Johann Friedrich zu Sachfen, dae derung practiciret ift, wollte ich diefen Kite im
inn er um Kelaubniß bittet, der Religion we: ‚Mamen GOttes thun, fo mir E. C. F. G. gnaͤ⸗
gen nach Frankreich zu reifen. An⸗ diglich erlaubte, für meine Perſon, als priuata
mon perſona. Denn ja wahr iſt, daß man diefen
ER u Me u set zn dengrofz.
se) ine fen Potentaten und fremden Nationen, foviel
— — ee (m dic, einbilden muß, daß fie doch anfahen,
Dienſte in Unterthänigkeit zuvor. Gnädigfier Mut nn — und nicht zugleich ver-
Fuͤrſt und Herr! Nachdem im vergangenen dammen Anabaptiften und uns. Wie ung)
führ-etliche, als nemlich 18, in Frankreich zu a let ie
aris von wegen der Neligion verbrannt find, mein Bedenken ——
nn eugion ve dal denfen, und ſuche Bierinn nichts an—
und viel gefangen und entwichen, und fich des |hers. Und wierool ich mei s an⸗
Biſchofs zu Paris Bruder neben etlichen an- an J—— Br Derfon geringes,
dern beflifien, den König zur Sindigkeit zu wen⸗ Ran Guc) LIRGEILDICELUEeTE tool erfennes,
denz Bat gedachter des Bifchofs Bruder an fo beweget mid) Doch, daß die Feinde, fo ich
mich gefchrieben , und fchreiben laffen dafider nicht erſcheine, ſolches deuten werden, als haͤt⸗
Koalg von biefer Nekigionsfache mit uns reich ver Sachen Scheu, und vielleicht den’
Be Anni ir — * zu Leuten, fo ſolches getrieben haben, zu Lind
reden geneigt, und wäre derhalben der Berfol- |per Verfol en, zu Linderung
gung ein Sktilftand gemacht; lauf derfelbigen er — ‚ guc) gegen dem König ver⸗
Schriften, die denn meine aünftige $ weislich feyn möchte. Wie denn bereits ein
DPD a, er Bang le en Ban er ra
achter des Biſchofs Bruder gebeten, ich wollte |fo ich nicht mit sone, DIE allesh mmen,
einen Ritt in Sranfreich fun. Dem ich atfo ge-| X; rn mit göge DIR ale bemeger mich...
antwortet Babe auf ih heftig Schreiben, daßich |@ ewol auch hierinne viel Beſchwerung und
aus vielen Urſachen beſorgete, ob ich gleich u — habe, daß ich gleichwol die Sache an
diefen Sachen gefordert würde, fo twäre d A E. C. F. ©. unterthäniglic, gelangen laffe, und
der Gegentheil fo mächi rn. och bitte, E. C. F. G. wollte dem Handel gnaͤdig⸗
Ss Be — — Ai a lic) nachdenfen, und fo.es für unſchaͤdlich ge=
endlich befeheffen, Daß ich glekhrnal Ds achtet wiirde, mir fuͤr meine Perfon gnädiglich
boten wollte haben , fo fie es dafiir Kalten v ere zwey ober. drey Monat erlauben aufs laͤngſte.
den, daß es fruchtbar fenn follte, dem —— Ich habe mit D. Cafpar Creutzigern geredt,
und ihnen zu Willen zu ſeyn do — ya der wird diemeile zu Jena deſto mehr Steig
3. ©. Erlaubniß, und fo ich des Rönias mn Arbeit haben. Darzu habe ich auch durd)
let hätte. - Sch Babe auch neufich gefehrieh Aandere die gection für die Jugend, auch die Le⸗
daß ic als ff meine Derfon folches epnnmooln CE Se ee ee
Ruten Schriften 17. Che, an. J ronaͤdigem Devenfen, GO:
ewahre
bewahre €. €. F.G:gnädiglich allezeit. Da⸗
tum Torgau, Anno 33833.
Y E. C. F. G.
— RR unterthaͤnigſter
> Phitippus Melanchthon
ie
ATMEN 198 N - ul 8
D. Mart.Luchere Schreiben an Chur⸗ taͤglich erboten, Dazu auch im fleißigen
fürft Joh. Sriedeich zu Sachfen, darinnen er Werk; derfelbigeleite und ftärfe euer Chur⸗
ihm ſehr anliege, dem Melanchthon die, fuͤrſtl. Gn. mit feinem Heiligen Geift zu feis
fe Reiſe zu erlauben. An ·
ei 001535. 2
Su und Friede, mitmeinem Pafernos]
2) fter. Durchlauchtigfter, hochgeborner
Fürft, gnaͤdigſter Here! Ich bitteeuch un⸗
ftags nad) Aflumptionis Mariz, Anno 1535.
Ay ae e i 1287. |
terthäniglich und aufs hoͤchſte, E. CF. G. Philipp Melanchthonis Entſchuldi⸗
wollten M. Philippo in GOttes Namen gungsſchreiben an ven König in Frankreich,
erlauben in Frankreich zu ziehen. Zu ſol⸗
cher Bitte bewegen mich der ehrlichen from⸗
‚men Leute klaͤgliche Schrift, ſo dem Feuer‘
kaum entgangen find, und M. Philippi Zu⸗
kunft den Koͤnig mit allem Fleiß dahin bracht,
daß des Mordens und Brennens ein Ende
worden iſt. Sollte nun den Leuten ihr
Troſt fehlen, moͤchten die Bluthunde Ur⸗ Da das ſchoͤne Frankreich fo viel an-
fach gewinnen, ihre Sache mehr zu verbit-|dre Zierrath vor allen Reichen der Welt befi-
fern, und mit brennen und würgen weiter |Set: Jo iſt es auch darum zu allerförderſt mit
zufahren ; daß ich achte, M. Philippus kann zu preifen, daß es allen andern Voͤlkern im⸗
fajt nicht wol mit gutem Geroiffen fie in fol |mer an Öeleßrfamkeit zuvor gethan, und gleich“
> chen Noöthen laffen,undfteihres herzlichen ng, [Jam immer zu Berrheidigung der Chriftlichen
thigenTroftsberauben. Ohn was Argwohns
, 8.8.27. Aug· 1535.
Dpilipp Melanchthon Heil und Gnade
es billig den ſeligen Titel des Allerchriſtlich⸗
der König felber und die, Seinen ſchoͤpffen tem führer, über welchen Fein Föftlicher und
wuͤrden vielleicht auch von ung allen, weil herrlicher Lob in der Weltfeyn Fann.
er auf M. Philipps Zufage fo gnadiglich fel-
ber fchreibet und Borfchaft ſchicket. ich Gluͤck, daß fie auch jeßiger Zeit beforge ift,
- Eure Churf. Sn. wollten es auf GOttes die — — — —
— * walt, ſondern mit der rechten und einem der
Gnade die 3 Monat M Philipps wagen beften und Ehriftlichften Könige wohlanſtaͤndi⸗
laſſen. a BR was GOtt En Bi
welches Gedanken find ja allegeit höher und |, —
J yder Parteien Hitze ſo zu maͤßigen ſuchet, da
beſſer, denn die unſern. So waͤre mir es die Cheiſtliche Sehre — a ei
auch vor meine Perfon leid, daß ſo viel Ehre gerertet und gereiniget, und das Anfee
frommer Herzen, die M. Philipps klaͤglich hen des geifklichen Standes und die Ruhe des
ruffen und gewißlich fein warten, ſollten gemeinen Weſens gefördert werde. Bu:
gen Art: und daß fie in diefen Zwiſtigkeiten
betrübt werden, auch vielleicht viel andere
boͤſe Gedanken von ung faffen. Bitte dew
halben noch einmal, euer Churf. Gn. wolfe
ten M. Philippen gnaͤdiglich erhüren und.
ſolches nicht abfchlagen. Unſer Geber iſt
.. johne das euer Churfurftl.. Sn. vor GOtt
nem gnadigen guten Willen, Amen. Diens
artinus Luther, D.
daß er die verlangte Reife einſtellen muͤſſe
Aus dem Pateinifchen überfegt von M. Aug. Titel
Dem König von Frankreich Franciſco wuͤnſe t
iR; “ ar
Spterseikihfie, großmächtigfter König!
Religion auf der Huf geſtanden. Desmegen
2. Darum wünfche euer Königl. Majeftät
ann
Vom Schmalkald, Bund und den Jandlungen gr, undEng. £ 397 u
4
3 111.240fehn, gandlungen des
den mag.
jahren laften wolle, Denn ob gleich die ge-
* — an manchen Orten den hitzi⸗
gen und böfen Lhrern Plag giebet: fo it doch)
von frommen Männern zur Gnüge geoffenba-
vet, woran der Kirche hauptſaͤchlich gelegen
fey, und was man alfo vornehmlich ſuchen müf-
fe. Db alfo num gleich der Böfen Muthwille
zu zähmen üft: fo biete doch eure Koͤnigl. Maj.
fie wolle ſich nicht durch einiger harten Leute
Urtheile oder Schriften-Dahin verleiten ialen,
daß fie auch gute und der Kirchen nügliche Sa-
chen mit vertilgen laffe. Mir hat nie Feine all-
zubeftige Meynung, oder dadurch etwa die ſchoͤ⸗
ne und heilige Drönung der Kirchen zerruͤttet
werden möchte, gefallen: denn die füllen alle
Ä / ingen des Königs in Frankreich mit den proteſt Ständen, 389
ann rüßmlicher ſeyn, als diefer Sinn und reifen.
= ei n eo Kecht Königl. genennet wer- nach meiner Wenigkeit der Kirchen einigermaf:
ag. Darum bitte eure Königl. Majeft. ſen zu helfen, und Babe ich gute Hoffnung ge-
da fie folche Sorge und Gedanken nicht |fchöpft, da ic) gefehen, daß eure Königl. Mas
Denn es ift mir nichts liebers, als
jeftät. von fo gortfeligem und glimpflichem Ge—
muͤthe wären, und gerne der Ehre Chriftl' ge⸗
rathen haben wollten. Was aber vor Schwie⸗
riokeiten mich noch ein wenig aufhalten, wird
eure Koͤnigl. Majeftät von Bocäo vernehmen;
welche, ob fie mol meine Reife.nod) ein wenig
verzögern ; fo haben fie doc) mein Gemüth
nicht von dem Vorhaben der Reife, noch don
dem Fleiß und Eifer, ſolche Streitigkeiten bey
zulegen, wenden koͤnnen. Daswird aber alles
Voraͤus (oder oben Wocäus) meitläuftiger be⸗
riheen.
. Endlich befeßle eurer Könige. Majeftät
ic) mich zu Gnaden, und verfpreche, daß ich
meine Meynung allezeit nad) gelefrter und
lieben und veft Darüber Kalten. Und fo, weiß | frommer Männer Urtheil in der Kirchen rich-
ich, find alle fromme Männer bey uns gefin= | fen und denfelben beytreten werde,
net, fo vielbey uns diejenige Gelehrſamkeit trei⸗
ben, Dieich treibe. | AR
3, Darum bezeuge ich vor GOtt, dag fo-
bald ich eurer Königl. Majeftät Schreiben er-
halten, ich) bemuͤhet gemwefen, fo viel ich immer
| Chriſtus
erhalte eure Koͤnigl. Majeſtaͤt geſund und ver-
gnuͤgt, und.regiere fie, Das gemeine Heil_der
Welt zu befördern , und infonderheit die Ehre
GOttes zu mehren und auszubreiten. Gege⸗
ben in Sachen den 27. Auguſti, im Jahr
gekonnt, gleich zu eurer Koͤnigl. Majeſtaͤt zu | Cprifti 1535.
or
Das achtzehente Capitel.
Bon der durch verfchiedene angeftelfte Unterredun⸗
gen / Zufammenkünfte und öffentliche Reichstaͤge gefuch-
nn. sen Meligionsvergleihung, Rn
Der erfte
Abfchnite.
Bon dem Convent zu Srankfurt, Schmalkalden und Hagenan.
\ . 1288,
Etlicher Rechtsgelehrten und Theolo⸗
gen zu Wittenberg, befonders Lutheri, Be;
denken von der Begenwehr, welche der Ehur:
fürft zu Sachfen vor feiner Abreiſe auf den
Convent nach Frankfurt auffesen . .
r en.
Sie ſtehen im X. Th. diefer Sammlung p. 657. ſaq.
— 1289.
D. Martin Luthers um dieſe Zeit her⸗
ausgegebenes Ermahnungsſchreiben an alle
evangeliſche Pfarrherren, fleißig zu beten daß
GVOtt die von den Türken und Papi⸗
ften bevoritehende Gefahr ab? - > _
| ‚wenden wolle.
Be 1, Gnade
>
390 Eap.ıg. Donder durch Eonvente u. Reichstäge gefüchten Religionsvergl, 391
eo. ann bbis daß Deutſchland im Grunde verderbet
@795) made und Friede ze. Es haben wäre.
AZ unsbisdaher omancherleyneue) 3. Weil aber unfere Sünde zu beyden
2x9, Zeitung und Gefchren von des) Theilen fehr veif, groß und ſtark find, dort
7 Türken Anzug endlich irre ger |mit Lügen, GOtt Täftern, Gewalt, Mor⸗
! „macht, daß wir fehier nicht weiß |den, unfchuldig "Blut verfolgen ze. Bier aber
fen, was wir hinfore glauben follen. Und | mit der Undanfbarkeit, Verachtung goͤttli⸗
möchte doch derZom GOttes ung naher feyn, | ches Worts, Geis und viel Muthwillen: it
weder wir denken, undder Tuͤrke uns als denn meine geoffe Sorge, GOtt möchte durch feir
uͤbereilen, wenn wir am ſicherſten waren, nen allzuhochverſuchten Zorn dieſer zwo Nuss
und des Gefchreyes, wie der Wolf, gewoh⸗ |then eine, oder vielleicht beyde, einmal uber
net, ohne Sorge lebten; wie jur Zeit Koͤ⸗ uns Deutfchen gehen laſſen. Iſt derhalben
nig Ludewigs gefchah : daß ich wohl fehe, an alle Pfarrherren (damit ich Das meine
die befte Wehre will nunmehr ſey, daß wir thue,) gar guͤtliche Bitte, wollten ihr Volk
uns; mit Beten wider ihn vuften, auf daß treulich vermahnen, und ihnen mit Fleiß
Gott ſelbſt wollte gnadiglich Haushalten, und |diefe zwo Ruthen GOttes fürbilden, Damit
folcher Ruthen fteuren, uns unfere Sünden, ſie fich fürchten und froͤmmer werden. Denn
die groß und viel find, verzeihen, zu Ehren es ift Fein Scherz, und mie. grauer uͤbel vor
feinem heiligen Nomen. unſern Stunden, bin auch nicht gern Prophet;
EN
| 0° [denn es pfleget zu koömmen gemeiniglich, was
2. Zudem haben die Papiſten nun laͤngſt ich weiſſage. a 1
- im Sinn gehabt, ein Unglück anzurichten! a. Zum andern, daß fie auch mit Ernſt
in Deutſchen Landen, koͤnnen aud) nicht auf⸗ GOtt bitten und anruffen wollten, weil es
hören, toben je langer je mehr, und haͤttens Doch nicht anders ſeyn kann deñ daß Deutſch⸗
jest im vergangenen Sommer gern gethan, land muß GOtt einmal eine Thorheit beyal
wo HDee nicht fonderlich dafuͤr geweſt ware ; Ten, weil des Sundigens Fein Maaß ſehn
"und find fo ſtarr ſtockblind, daß fie nicht will, fondern immer mehr und ärger roird,
bedenken, Daß der Anfang wol bey ihnen) daß feine göttliche Sinade ung. mit einer-ans
ftehen möchte, aber das Aufhoren nicht bey | dern Ruthen, es fen Peſtilenz oder fonft eine,
ihnen, fondernmüßten vielleicht auch mit un⸗ damit: doch die Fuͤrſtenthumer, Stände
-tergehen. Denn deß habe ich Feine Sorge, | und Regiment bleiben, heimſuche, und nicht
(wo GOtt nicht eine Wunderplage thun] die Tuͤrken uns fo ſicher und fchlafend uber,
wil,) daß fie ſollten ihr Vorhaben hinaus | fallen; vielweniger aber Durch der Papiſten
führen; Denn da ift zu fern hin: fondern das Wuͤten uns unter einander felbft freffen und
forgeich, wo fie anfahen und unfer Theil! aufraumen laſſe. Fuͤrwahr, eg ift Zeit und-
fich wehren müßte, (wie. fie denn zu thun ſchul⸗ Noth zu bitten. Denn der Teufel fchläft
dig, und ichs auch gar getroſt rathen will, nicht, der Turke ſaͤumet nicht, Die Papiſten
daß man fich vor falchen boͤſen Gewiſſen und | ruhen nichts es ift Feine Hoffnung, daß fie
verdammien Sachen nichts überall fürchten | ihren Blutdurſt follten wenden, es fehler ih⸗
ſoll, und unter fie fehmeiflen, wie unter die nen am Willen, Zorn, Gut und Geld
tollen Hunde); fo möchte ein foicher Krieg nicht, fondern zum Anfang haben fie alles
drang, werden, der nicht aufhören koͤnnte, gnug, ohne daß GOtt BR
SR Ä or auſte
LAbſchn. Dom Eonventzu Frankfurth, Schmalk. und Hagenau. 393
fte onug ihnen verhängt hatz fonft wä- ſeuch, daß euch der HEre den Geift des
Deuffehland laͤngſt im ‘Blut erfauft, wie Raths und Verftandes gebe, wider die Ges
er Pabſt und die Seinen uns gedrauet |Danken des Satans. Man denket immer,
habe. gß es fich mit euch verändern werde, - Und
Welil denn bierinn Fein menfchlich Rath wir dachten felber, weil ihr nichts gefchries
noch Macht ift, ſolchen Bluthunden zu weh⸗ ben, es fey etwas hartes borgefallen.
gen, fondern GOtt muß allein mehren, wie] 2. Die Öefesftürmer haben auch in Saals
er bis daher gethan hat: fo fen fromm und feld ihe Sermen angefangen. Der Nah
bitte, wer da Fann, daß GOtt die Hand hat mich gebeten, Mittler zu feyn, und wili
nicht abthue, und uns bezähmen laſſe, nach Aquilam und den Diaconum für mic) bes
Derdienft unfer beyderfeits ſchweren Suͤn⸗ ſcheiden, ihren Zank zu ſtillen. Sch habe
- den. Die Papiften betennicht, koͤnnen auch die Sache an Juſtum Menium gewieſen.
vor Blutdurſt nicht beten, fehen auch nicht Es ift aud) M. Henrich Ham bey Margs
ihren gründlichen Verderb, koͤnnens auc) graf Sohannfen voll Eifer, als ein brunftis
nicht fehen vor Blindheit, Bosheit, Hof ger Fünger unferer Eydere, Coder giftigen
fart und Reichthums ſo laßt uns doch Fromm Wurms,) der ſich geruͤhmt hat: Sch mey⸗
and wacker ſeyn und beten, Die wir von ne, Die zu Wittenberg haben einen Lector
Gottes Gnade fehen und beten; fo willen kriegt, der wird fie Die Dialecticam lehren.
wir, daß wir gewißlich erhöret find, wie wir | Man fiehet doch, wie Die heil. Evangeliſten
erfahren haben bis daher, was groß Ding ſo gerne Schaden thun wollen. Chriſtus
unſer Gebet gethan hat, ohne daß Fein gott⸗ |jertrete den Satan unter unfre Fuffe! Am.
Iofer Papiſt merken Fann, wie gefchrieben]| 3. Kolar Cfonft ein Schmeichler + + N) bat
ſtehet: Tollarur impius, ne videar gloriam |abermalüber einen &ieg frohlocket, und einen
Dans“ — reichen Muͤller geraubt und fortgefuͤhrt.
-—— [Wir haben die Sache ſpaͤt erfahren, und
| find auf das nächfte Feld, unweit von uns
fern Mauren, ausgefallen, und haben, wie
die gemahlten Chriftophel und hoͤlzernen
ee Georgen, einige Schüffe in die Luft gethan.
© Set ing Deutſche überfest von M.Aug. Tittel. N er — in sn
Ron Ber Sorge für die Kelision, die Melanchtfon aber es iſt offenbare Falfchheit (Treuloſig⸗
ee ne A * ne pi feit) 5 denn unfer Schirlenz und Schott
Gefegftürmer in Saalfeld :- Agvicolä Kühnbeit :| haben ihn zu Brandenburg gefehen zc. Die
den Kriegsumtuhen in Sachſen: von der Enkelin, ) Sen; keit ſelb bet ven Unſer -
die dem Melanchthon geboren worden : von Lu: Obrigkeit ſelbſt hat den Linfern angezeiget,
theri Auslegung über das 1,B. Mofiss von andern | Kohlhaſe ware in der Stadt. Wenn fie aber
die Wittenberg. hohe Schule betreffenden Dingen. gut *) Maͤrkiſch reden wollen, werden ſie
| rn fagen: wir haben nur ein Schreckſpiel mas
Sy und Sriede in Chriſto! Ich habe chen wollen. Unterdeſſen laſſen wir He
> heute euer und Myconi Schreiben ers | in Die Stadt hier fenleppen (nemlich Baus
halten, mein lieber Philippe, und mit Freu |me), daß Kolar uns nicht irgend eine Bruͤ⸗
den vernommen, DaB die Unſrigen bey ihrer cke über unſre Eleinen Svaben mache. Wir
Einhelligkeit veft bleiben. Bir bitten für | find —— und Achilles, und ſcheuen
ee: 1290,
D. Mart.Lurheri Schreiben an Philipp
Melanchthon nach Frankfurt / d. d. 2. Dart:
153%
b 3 nie⸗
394 Cap. 18. Donder durch Convente u. Reichsräg: 4 | N
Tr. — — 5 nvente u. Reichstä e geſuchten ——
niemanden; ob wir gleich allein und ohne we ————
Geinde finde; Aa nn graltet die
4. Sch halte es für wahr, was Degen, \ D. Coſpar ift alfo in Diefen ei
En geſchrieben. Denn — en einige, fo in der Gottesgelahrheit ea
dur) unfer Orimma, und jebft übern| und ieet, Den 2. Mail 39.
Marke bey hellem Tage mit unverdecktem| *) deambul. 7 Miavein Lucher.
= ihn re mit funf⸗ —— N fteht, ſoll aber —
Pferden NA Irefden, oder — —
Dreßden aus, gereiſet ſey: da es unſerm Bir — *) Herrn, Philippo
jemmen Öeoraen Fund nurden, lee A | en dem treuen und redlichen
| eh ee: fie hätten es wol mehren] „er Bruder „, (nem, im AGeen aellep SU
\ venn fie eg gewußt hätten: 2 A). Clari : BE \
Groffer von Drefden a mau See
get: er wundre ſich, daß unſer Fuͤrſt einen |yyr 1291, |
ſo ſiohen Trug deffelben Mogentii leiden Fön, Phil, Welanchthonis Schreiben an Je |
IE Aber man fiehet wohl, Daß uns der Brentium von dem Convent Job, i
Teufel von auffen und innen mit untreuem |% d. Frankfurt 27- en d.
Volk plage. Der Adel win Fuͤſt fei Aus dem Lateiniſchen uͤberſetzt —
| — ill Fuͤrſt ſeyn m Lateiniſchen uͤberſetzt von M. Aug. T |
a Fürften unter fich haben, da & Ei u
altes über und uber voll Aufeuhr h — co
: | eh. ch halte |
e a aber etwas — ange⸗ Euch cl ben Een ie — |
nehmes, das man euch von euerer li überjshrieben werden ne
Tochter Hanna fehreibt, daß fi ver lieben |yonmi ‚ und ihr werdet fie aud)
S a fehreibt, Daß fie das an on mir erhalten, wenn ”
x „Mu ndre ’ es ruhig abge j
Techtergen geboren, ohnerach Dre | bisher hat man von Bündni dgehet. Denn
H = ‚ rachtet fie nicht on Bündniflen (oder Verei
gewußt, daß Sie ſchwanger wäre , bi gungen) Rath gehalte ereini=
oo ah ach s fie we⸗ ſam Ber; halten. Und es gehet lang⸗
nig Zeit mehr gehabt. Bein DOScN Die Liejene nich nur i
2 len und <Shufbaifr gran Or on Oben au ned me Gren Sarg fa,
Hersen Darüber gelacht. a a
6. Daß es in eurem Haufe noch alles Käpferl. Geſandten verke heit, ingleichen des
wohl ſtehe, werdet ihr aus d ſchoͤn zu rede | ehrten Sinn, der erft
: em Schreiben In ein n mußte, aber mit b
eurer Mogdalena hören. Mit folchen und in feinen Herzen umgeher an öfen Dingen
ae anal oh ee at er
et ung tröften wider fo viele Schmac gen: Die Unfern haben eini gan
Grimm des Teufels chmach und nem Sieden entwor 108 Dune an FE
Or 85 Saft ur Sana Em g Ordens
— ⸗ ⸗ Q h IDEL=
num (Brücken) und Sturmen. auch andern Sa mis enoſſen, fondern
nichts Leides zufügen zu
7. Ich, der id) immer bald er
fund bin ; babe — Hy en ge⸗ en in Nr gottfelige Sehre angenom⸗
‚gefangen in dem . B. Moſis. Den A | Der Gefandte und at möchten,
RM auf auf ungleiche Art — * *
: denn des
> ch a * di .
ng), Die gar feine Hoffnung zum
Frieden gibt. Der Friedemacher Meynung
Äft wol nder, dürfte aber des Geſandten Trotz
wol nicht zufrieden ftellen. Es ift faſt dahin
n, daß, wie Cäfar ehemals fagte, Die
Sache nicht mehr auf Stimmen, fondern Waf⸗
fen anfommt. And ob ich wol, wenn id) an
die wichtige und groffe Sache gedenfe, davor
erfchrecke: fo wundere ich mic) doch bisweilen,
daß Die Unfern, welche man fo veizet und er=
bittere, nicht Beftiger züme. :
2. Weil ich hier nichts zu thun habe, fo habe
ich vor langer Weile drey Reden verfertiger :
die erfte, daß es recht und billig fey, eine Noth⸗
wehr zu hun und Gewalt abzutreiben. ‘Die
andere, Daß nicht rechtfchaffene Leute, die un:
ter unferer Feinde Herrfchaft ftehen, wider uns
Krieg führen Fönnen : die dritte, daß allen
frommen und rechtſchafnen Leuten zuftehe, uns
benzuftehen. Diefe Materien habe ich fo zufam-
men getragen, daß, wenn es nöthig wäre, wir
fie gleich bey der Hand hätten. —
3. Es haben bier viel geſtritten über der
Nothwehr, oder Selbftvertheidigung: ob man
je gegen den Kaͤyſer brauchen koͤnne? Wir ha-
n mit Luthero vor zwey Jahren, nach reifer
Ueberlegung und gepflogenem Kath, gefchloffen,
daß es recht und billig fey. Ich habe auch Ur—
bani Regii Meynung auf eben den Schlag ge-
Ka ‚ ber aber die Sache an unfre Hohe Schule
weiſet.
4. Ich bitte euch, daß ihr auch etwas aufſe⸗
Bet und ung ſchicket. Wir haben den Saß ge:
ttieben: das Evangelium hebt nicht das natür-
liche oder gemeine Gefeg auf, darum fo läßt es
rechtmäßige Nothwehr rider gleiche Derfonen,
und auch wider Tyrannen ꝛc. zu. Gehabt euch
wohl. Frankfurt den 13. Mart. 1339.
15.
Vest
Vergleichung zwiſchen den Kaͤyſer Carl
dem V. und dem Koͤnig Ferdinando I, eines,
und den Augſpurgiſchen Confeßionsverwand:
ten andern Theils, wegen eines friedlichen An-
fiandes des Glaubens und der Religion. Ab⸗
geredet zu Frankfurt am Mayn den -
ma: 39. April, 1539, 2°
396: 1, Abfehn ibn, Dom Convent zu Frankfurth/ Schmalt. und Zagenau. |
397
San GoOttes Gnaden Wir Ludwig, Pfalzgraf
bey Rhein, Herzog in Baͤhern; und wie
von derfelbigen Gnaden GOttes, Joachim,
Marggraf zu Brandenburg, zu Stettin, Pom⸗
f- imern, der Eaffuben und Wenden, und in Schlea
fien zu Eroffen Herzog, Burggraf zu Nürns
berg und Fuͤrſt zu Rügen, des heil. Roͤmiſchen
Reichs Erzeruchfeß und Erzkaͤmmerer, beyde
Ehurfürften: Bekennen und thun Fund öffent«
lich mitdiefem Brief: Als aus dem Mürnbers
gifchen Sriedftand, der hiebevor der mindern
Zahlim 32. Jahr aufgerichtet worden, ein Miß⸗
verftand vorgefallen, und der allerdurchlauch⸗
tigfte großmaͤchtigſte Fürft und Herr, Herr
Sarl, Römifcher Känfer, zu allen Zeiten Meh⸗
ver des Reichs, in Germanien, zu Hifpanien,
beyder Sieilien, Jeruſalem, Hungarn, Dals
matien, Croatien, König, Erzherzog zu Dea
fterreich, Burgund, Braband, Graf zu Habs«
burg, Flandern und Tyrolsc. unfer allergnäs
digfter Herr, aus befondern Känferlicyen,, vaͤ⸗
terlichen milden Gnaden und Güte, auf freund⸗
liche unterthänige Fürbitte ver Römifchen Rös
nigl. Maj. unfers gnädigften Herrn, und uns
fer jeßt gemeldeten Churfuͤrſten, als der Unter»
händler, in gnädigfter Erwegung diefer beſchwer⸗
lichen, forgfältigen und kuͤmmerlichen aͤufte
und höchfter zuftehender Noth des heil, Reichs
Deutfcher Nation undder ganzen Chriftenkeit,
damit einmal der ganz nachtheilige Zwieſpalt
unferer heiligen Religion in Chriſtliche Einig-
feit und Bergleichung gebracht, das forgfältige:
Mißtrauen zroifchen denStänden des H. Reichs
abgerhan, Liebe, Friede, Ruhe und Einigkeit
indemfelben gepflanzet, demgraufamen Feinde
der Chriſtenheit, dem Türken, beharrlicher ‚tapfe
ferer und ernftlicher Widerftand geleifter, und
alfo einmal, beyde die Gewiſſen und auc) das
elende Chriſtliche Blut, in welches der tyran⸗
nifche Feind, lange Zeit her, ohne einigen er.
fprieslichen Widerftand, graufamlich gewuͤtet,
errettet; und fonderlidy, damit man zu einem.
Epriftlichen freundlichen Geſpraͤch der Rellgion
halben defto füglidyer fommen möge: bemilkiget
und zugelaffen, daß Diefer Tag alhier ange-
fest, und durch uns auf ziemliche Mittel und
an⸗
398 Eap. i8. Don der durch Convente u. Reichstäge gefuchten Religionsvergl,
Wege gehandelt würde, auch derhalben den] ner Neichsverfammlung, nad) lauf feines Buch=
hochwuͤrdigen Fürften, Herrn Sohannfen, ers) ftabens, währen. Im Fall aber, daß in mit⸗
wählten Erzbilchoffen zu Lunden, Poſtulirten lerzeit, ehe der Anftand ſich endiget, ein
zu Coftanz und Biſchof zu Ropfhilten, St. Reichstag vorgenommen würde: fo foll doch
zn
—
9
Kaͤyſerl. Maj. Oratorem generalem in Deut ⸗ der Nuͤrnbergiſche Friedſtand und Regenſpur⸗
ſchen fanden, mit vollkommner Gewalt, und giſches Mandat, obgenannt, dadurch nicht auf⸗
die Roͤm. Koͤn. Majeſt. die nachbeſchriebne St. gehoben; ſondern bis auf den naͤchſtfolgenden
Koͤn. Majeſt. verordnete Raͤthe und Commiſ⸗ Reichstag oder. Neichsverfammlung, fo nach
ſarien geſchicket. Ausgang dieſes Anſtandes gehalten wird, in
2, Daß wir demnach durch unfere fleißige laut defjelbigen Friedftandes, wie vorberührer,
RR beftehen und bleiben: und mit famt dieſem An⸗
und ernflliche Unterhandlung abgeredet, befchlof 2 £
fen und verabfeheidet Haben, immaffen wie her» and publicirt werden,
nad) folger: ne Procefle in den alhier über Ä
a Ba ae: 3 gebenen Sadıen
3. Zum erften, fo will die Rom. Kaͤyſerl. durch die Känferl. Maj. aus fondern Önaden,
Maj. zu Aufpebung foldyes Mißtrauens, und und um Friedens willen, im KRäyfer!. Cammers.
damit man zu obgemeldetem Chriſtlichem Ge) und andern Gerichten, dergleichen deren von:
ſpraͤch defto füglicher Fommen möge, auch aus) Minden Acht, in mitelerzeit gedachten Anſtan⸗
Kaͤyſerl. Mildigkeit, denen, Die der Augſpureie des und des währenden NMürndergifchen Friede
verwandt feyn, einen Fried und Anſtand aufl it ‚ wirklich fufpendiret und in dergleichen Sa⸗
funfzehn Monat lang, nad) Dato diefes Briefs nen wider fie niche prosedicet werden,
"prima Maii, naͤchſtkuͤnftig, anzufangen, geben
und brieflich verfichern; alſo daß Die jest gemel-| ſchriebenen Theil, die der Augfpurgifihen Con«
5. Es follen auch alle wider fie vorgenommes
6. Und ob darüber jemand von dem obge⸗
deten, fo der Augſpurgiſchen Eonfeßion und der-| fepion und derſeiben Religion jetze verwandt
felbigen Religion jegt verwandt ſeynd, in mikt-| ey, in Zeit obgemeldeten Anftandes und Ruͤrn.
ierzeit jegt beitimmten Anftandes, von niemand! pergifchen Sriedftandes, bemelveter Sachen.
Der Religion halber überzogen, vergewaltiget, halben weiter mit gerichtlichen Proceffen vorge⸗
bekrieget, oder einige andere beſchwerliche Pra-| nommen und befchweree würde: fo follen diefel«
len. wider diefelben vorgenommen werden hen Proceffe, laut der Claufeln decreti irritan-
ollen. — —
4. Zum andern, ſo ſoll nichts deſtoweniger ſicherung verleibt, jetzt alddann und dann als
der obgemeldte Friedſtand, zu Nuͤrnberg ge⸗ jetzt caßiret und vernichtet ſeyn; auch durch die
macht, desgleichen das Känferliche Mandat, Kaͤyſerl. Majeſt. auf Anfuhungund Begehren
zu Regenfpurg ausgangen, Die Zeit des vorge-| der beſchwerten Partey, fonderlich caßiret und:
fehriebenen jeßt gemachten Anftandes in feiner) vernichter werden.
tis, in der Mürnbergifchen Königl. Sriedesvere
Subſtanz bey Kräften und Würden ohnverletzt 7. Es foll auch wider die, fo der Augfpurs |
bieiben. Und wo in Derfelben Zeit des Anſtan⸗ gifchen Confeßion und derfelben Religion. jest.
des die Vergleichung der Religionsfachen (da verwandt feyn, gemeinlid), und -fonderlid) in
Gott für fey!) nicht erfolgte, noch endlich bes) mittlerzeit gedachten Anftandes und des wäh.
ſchloſſen würde: ſo foll Doc) nichts deſtominder renden Nürnbergifchen Sriedftandes (wie oben
derfelbige Nürnbergifche Friedſtand und obge-| davon Meldung gefchehen ift,) die Erception
nanntes Regenfpurgifches Mandat, nad) Aus⸗ ihrer Religion und Glaubens halber, daß fie
gang der Zeit des Anftandes, gegen denen, die | darum In Rechten nicht gebraucht noch zugelaſ⸗
der Augſpurgiſchen Eonfeßion und derfelben Re-| fen; fondern ihnen, unangefehen verfelben Era,
ligion verwandt feyn, nicht aufgehoben; fons|ception, das Recht geftattet werden. -
dern bis zum nächften Reichstag, oder gemels]| 8. Hergegen follen auch die ocean it
| - ſo
—
d F Vom Convent zu Frankfurt, Schmalk. und, Hagenau. 4öt -
fo der Augfpurgifchen Confeßion und derfelben |Diefelbigen Stände ober ihre Borfchaften, fols
Religion zugethan feyn, mittlerzeit dieſes Ans len fich der Anzahl der Perfonen, gelehrter Tfeo-
ftandes der Religion halben niemand überzies logen und verftändiger Läyen, jeßt gemeldter
‚ben, überwältigen, befriegen, oder einige ande }Condition und Eigenfchaft, eines groffen und
zebefchmerliche Practifen, widerjemand, weß Eleinen Ausfchuffes vergleichen und vereinigen,
Stande oder Wefenser wäre, vornehmen, noch und den Zwiefpalt des Glaubens durch dieſel⸗
auch in der Zeit diß Anftandes der funfzeben bigen erftlichen im groffen, und nadymais auch
Monate von neuem jemand in ihre Bündniß im Eleinen Ausfchufle vortragen, davon Chriſt-
beruffen noch annehmen. - N lid), friedlich und gütlic) geredet, und aufeine
9. Doc) alſo, daß auch mittlerzeit deſſelben Chriſtliche loͤbliche Vereinigung gehandelt, und
Anftandes der Augfpurgifchen Eonfeßion und nachmals die Handlung allen erfcyeinenden
derfelbigen Religion halber niemand beſchweret | Ständen und Botſchaften angezeiget werden.
‚werde; fo will aud) die Käyferl. Maj. aus be: | „12. Und wiewol wir, die obgemeldete Chur⸗
fondern Gnaden, und um Friedens willen, bey |fürften, als Unterhaͤndler, der Sachen zu gut,
dem andern Theil verfchaffen laffen, daß aud) für ung felber Die Dinge dahin gezogen, daß zu
in Zeit diß Anftandes niemand in ihr Bündniß der Roͤm. Käyferl, Maj. Willen und Gefallen
genommen werde, ſtehen foll, der. Päbftlichen Heiligkeit zu ver-
10. Es follen auch die oft gemeldte, der kuͤndigen, ob fie wolle denfelben Tag befuchen
Augſpurgiſchen Confeßion und derfelbigen Res jlaffen: fohaben doch die vonder Augſpurgiſchen
ligion jeße verwandte Stände, in Zeit dieſes Confeßion und derfelben Religion Verwandte,
Anftandes der funfzehen Monate, die Geift- jaus Urfachen , daß fie den Pabſt nichefür das -
‚lichen, wo die wohnen, in und aufferhalb Lan. | Haupt der Chriſtlichen Religion Kalten noch er»
des, der Zins, Gülten, Renthen und liegen- |Eennen, und deshalb ihrer vorgethanen Prore-
den Güter, fo fie noch) unter Handen und bis: ſtation zumider nicht gehellen noch bewilligen
bero eingenommen haben, nicht entfegen noch wollen, ihn in diefem Bertrag zu beftimmen,
enfwehren. | achten auch für unnörhig, feine Dratores bey
11, Zum dritten, dieweil wol nicht verhof- der obgefchriebenen Berfammlung und Untere _
fentlich iſt, daß ein beftändiger und endficher |redung, als obftehet, zu Haben.
Friede, Ruhe der Gewiſſen, Liebe, Freund, 13. So mögen aud) beyde Känferl. und Kos
Schaft und rechtſchaffenes Vertrauen im heil. |nigl. Maj. Verordnete von hohen, ehrlichen,
Reich erlangt werden möge, es fey dann, Daß anfehnlichen Perfonen bey allen vorangezeigten
in. der Religion, als der rechten Hauptfachen,, Handlungen Haben; und ob fich’die Theile in ei⸗
eine gute Chriſtliche und endliche Vergleihung nem oder mehr nicht vergleichen Fönnten, daß
gemacht werde: fohat der vorgemeldte Käyferl, darinnen durch dieſelben Verordneten, zu guter
Srator bewilliget, daß die Kaͤyſerliche Majeſt. Chriſtlicher Vergleichung, mit beyder Theile
einen Tag, ohngefehrlich prima Auguſti, naͤchſt⸗ Willen und Willen möge gehandelt werden.
Fünftig, gen Nürnberg ausfchreibe; daſelbſt 14. Und was alfo einträchtiglich mit gutem
follen die Stände der Roͤm. Kirdyen anhän- Willen von denen Ständen beyder Theile, oder
28 und die Stände der Augfpurgifchen Confef ihren Botfchaften, oder durch Mittel der Vera
ſion und derfelbigen Religion verwandt , beyder ordneten, von Roͤm. Käyferl. und Königlicher
Theils durch ſich felbft, oder, ob fie wollen, durch) Maj. mit ihrer aller guten Willen, beyder Theil
ihre Borfchaften erfcheinen; doc) daß die Ges | Stände und Botſchaften bewilliget und beſchloſ⸗
fandten von beyden Teilen fromme, richtige, ſen wird: das foll an die abwefende Stände ge-
verftändige, gottesfürchtige, fried- und ehrlie- bracht, und deren Meynung darinn gehörek;
bende, nicht eigenfinnige, Hartnäckige, zanki- und fo daflelbe auch alfo bemilliget, durch der
fe Leute feynd, und aud) Urkund bringen von Känferl. Maj. Dratorn, tie er ſich erboten, in
denen Ständen, von denen fie geſchickt werden. Kraft feiner habenden Gewalt, im Namen Rom,
Rutheri Schriften 17. Theil, Ce aͤh
402 Ca.pı8, Don der duch Conventen. Reichstäge gefüchten Religionsvergl. 403:
- Köyferl. Maj. vatifichree werden, Oder aber |gut angefehen und befchloffen wird, dem foll
Die Stände von beyden Theilen mögen (mo |durd) die der Augfpurgifchen Confeßlon, und |
fie wollen, ) Vie Roͤm. Känferl, Maj. unterthaͤ⸗
derfelben Religion verwandt, neben und mit
niglich erfuchen,. folche Bergleichung durch Mit.
tel eines Reichstags, oder in andre gebührliche
Wege, hierzu dienſtlich und nothdürftig, zura-
tificiren, zu publiciren und darob zu halten,
15. Auch foll jeder Theil feine Kriegeswer—
bung obftellen; und wo jemand argmöhnifch
gemacht, foll darum befchickt, beſchrieben, und
nothöürftiglich gehöret werden. Und ſich daruͤ⸗
ber jeder ohne ſolche gründliche wahrhafte Ver:
Fündigung ſolcher Bewerbung enthalten ; doch
— billiger Gegenwehr unvorgrei⸗
entlich.
16. Auſſer dieſer, und ſonſt in andern Sa:
hen, follen ſich Känfer, Könige, Churfürften,
Sürften und andere Stände des Reichs, und
ein jeder, in Profanhändeln an dem Känferl.
tandfrieden, Gleich) und Recht fättigen laſſen.
17. Aus diefem Anſtand follen auch ausgeſchloſ⸗
ſen ſeyn alle Wiedertaͤufer und unchriſtliche Se-
eten und Rotten, fo der Augſpurgiſchen Con⸗
feßion und derſelben Religion Verwandten nicht
gemaͤs lehren, oder unter der Roͤmiſchen Kir:
chen nicht wären: diefelben follen auch von fei-
. aem: Theil geduldet werden.
18. So follen und wollen auch die Stände
der Ausfpurgifchen Confeßion, und derfelben
Religion verwandt, zu der Türfenhülfe ge-
hoͤrig, fich mit derfelbigen, neben den andern
Ständen gefaßt machen, und die Sechs Chur:
fürften, auch die fürnehmften Fürften und
Stände des Neihs, im Namen Römifcher
Kaͤyſerlicher Majeftät befchrieben und vermö-
ge: werden, ihre vollmächtige Botſchaften und
Käthe auf nächfkkünftigen Sonntag Eraudi zu)
Worms einzufommen verordnen , darzu Die
der Augfpurgifchen Eonfeßion, und derfelben
Religion verwande, ihre Borfchaften auch
yerordnen und fihlefen follen, der eifenden |
Türkenhülfe wegen, role die Bievor auf dem
Reichstag: zu Negenfpurg angefchlagen und ge:
andern Ständen des Reichs, nachgelebet were ı
den; und foll hiemit allen Ständen, fo der
Augfpurgifchen Confeßion und derfelben Ne
ligion verwandte , und 2 perſoͤnlich in diefer
gemeldter maſſen, ſol⸗
Handlung geweſen, o
chen Tag zu beſuchen oder zu beſchicken ans
gefündiget feyn. Rs
19. Und wo dann zur Zeit dieſes Anſtands
der fyrannifche Feind, der Türfe, anziehen
würde, oder wollte, daß dann die der Aug
fpurgifchen Eonfeßion und derfelben Religion
verwandt, die obgemeldte befchloffene Hülfe ih⸗
res Theils, neben und mitdem mehrern Theil der
andern Stände des Neichs, zu ihrer aller Ge⸗
buͤhr helfen und leiften follen.
20, Und wiewol viefer Abfchied durch ung
‚vielgemeldte Churfürften, als die Unterhänds«
fer, zwiſchen Kaͤyſerl. Majeftät Dratorn und.
der Koͤnigl. Majeftät Eommiffarien, auch dee
'nen, fo der Augfpurgifchen Confeßion und der-
ſelben Religion jeßt verwandt feyn, bis an die
imeen Puncte, als nemlich für den einen, da
der Yugfpurger Confeßion und derfelben Nelke
gion Berwandte den Artifel oder Dre, im ans
dern Artikel der Notel einverleibt, daß der
Nürnbergifche Sriedftand und Negenfpurgi- '
fches Mandat, nad) Ausgang diefes Anſtan-
des, gegen denen, ſo der Augfpurgifchen Con⸗
feßion und derfelben Religion (jest ) verwande
feyn, bis aufden nächften Keid)stag, oder gemei:
ner Reichsverſammlung, nad) laut feines Buchs
ftabens, währen : als folltederfelbigeden Nürne
bergifchen Friedſtand und obgemeldtes Kaͤyſer⸗
liche Mandat einziehen und verengern, nicht
eingehen; ſondern den unverruckt in ſeinem
Buchſtaben haben, und doch der Kaͤyſerl Ora⸗
tor und die Königlichen Commiſſarien aus be»
weglichen Lirfachen denfelben nicht auslaffen
wollen: Und fürden andern, die Bündniß und
Gegenbuͤndniß berührend, endlich abgereder,
Seiftet worden iſt, zu leiften, berathſchlaget und | befchloffen, angenommen und zu halten bemwile
befchloflen werden. Und was allo durch: die
liget; fo Bat doch der Känferl, Drator aus ſon⸗
Ehurfürften, Fürften und gemeinen Stände |derlichen beweglichen Urfachen, die Roͤmiſch
durch Den mehrern Theil in dem: für noth und Känferl. Majeſtaͤt dahin, daß ihre m
[a (1 SR RR IR DR f IR
von Kanferl. Majeftäc, füllen fechs Monate,
. En,
Dom Convent su
409 —3 * Ubi >
mit Erweiterung der Gegenbuͤndniſſe anders,
denn wie hernach folget, ftille ftehen , oder die
Ermeiterung derfelben -abfehaffen follee ‚‚niche|
‚verbinden; aud) die, fo der Augfpurgifchen
Conſeßlon und derſelben Religion jegt verwandt
feyn, in die obgefchriebenen Puncte nicht Haben
beroilligen wollen, es würde dann zu beyden
Seiten mit Erweiterung beyder Buͤndniſſe in-
gleichen ftill geftanden. Go haben wir, Die
Unterhändler, dem Kaͤyſerl. Oratori gerarhen,
auch ihn vermocht, daß er um Friedens willen,
und daß die keiftung der Hülfe wider den Tür:
Een hiedurch niche verhindert würde, bemilliget
bat, daß diefer Abfchied der Känferl. Majeftät
zugefchicke werden foll, fich Darüber ihres gnaͤ⸗
digen Willens und Gemuͤths zu entfchlieffen ;
und fo ihre Kaͤyſerl. Majeftät ſich bewilliget,
gröbigft zu verfchaffen, daß die angezogenen
eſchwerlichen Worte desobgemeldeten Artikels,
Verengerung des Nürnbergifchen Friedftandes,
ausgelaflen, und in Zeit diefes Anftandes der
funfzehen Monate niemand in das Mürnbergi.
ſche Buͤndniß genommen werden : fo follesdann
inallen Artikeln ftrafs bey dem obgefchriebenen
Abfchied bleiben, und derfelbe von allen Thei—
len gehalten und veſtiglich gehalten und vollzogen
werden.
2. Und zu Erlangung ſolcher Refolution
die nächften von Dem erften Tag des naͤchſt⸗
kommenden Monats May, genommen, diefe
Sadje durd) uns , die Unterhändler, der Käy-
ſerl. Majeftät mit beftem Fleiß zugefchrieben ,
Darinnen der Kaͤyſerl. Drator ſich feiner För-
derung auch erboten hat, und in mitler Zeit der
6. Monate, nächflfünftig, der obgefchriebene
Abſchied des Sriedftands in allen Puncten und
Artikeln, und infonderheic daß in den 6, Mo:
naten Feines Theils Bündniß erweitert, von
allen heilen ſtraks und ehrbarlich gehalten
werden.
22. Und wo aber in mittlerzeit der 6. Mo⸗
nate, den naͤchſten, angezeigte Reſolution bey⸗
‚Der Puncte wegen, wie oben ſtehet, nicht er⸗
ſoll es nach Verſcheinung der⸗
langet wuͤrde: ſo
ſelben 6. naͤchſtkuͤnftigen Monaten, in allem
bey dem Nuͤrnbergiſchen Frieden, laut des
Frantfurt Schmalkalden und Sagenam
405
Buchſtabens (wie vor dieſer Tagleiſtung), be⸗
23. Und wir, der Roͤmiſchen Kaͤyſerlichen
und Koͤniglichen Majeſtaͤt, unſerer allergnaͤ⸗
digſten Herrn, Orator General in Deutſchen
Landen, und Commiſſarien, nemlich: Johann,
erwaͤhlter Erzbiſchof zu Lunden, Poſtuͤlirter zu
Coſtnitz und Biſchof zu Roßſchilten, und Mel⸗
chior von Lamberg und Jacob Frankfurter,
der Rechte Doctor.
24.Und von GOttes Gnaden wir Johann Frie⸗
derich, Herzog zu Sachſen, des heiligen Roͤ⸗
miſchen Reichs Erzmarſchall und Churfuͤrſt,
ſtehen und verbleiben.
Landgraf in Thüringen, Marggraf zu Meiſſen.
und Burggraf zu Magdeburg ꝛc. Und wir Phi⸗
lipp, Landgraf zu Heſſen, Graf zu Catzeneln⸗
bogen, zu Dietz, Ziegenhayn und Nidda: Und
wir Burgemeiſter und Rath der Stadt Frank⸗
furt: im Namen unfer felbft und aller unferer
Fuͤrſten, Grafen, Herrn, Städte und Stän«
de, unferer Augſpurgiſchen Eonfeßion und ders
felben Einnungsverwandten, befennen, daß die⸗
fe hiebevor gefchriebene gütliche Abrede und
Vergleichung mit unferer aller guten Wiffen
und Willen geſchehen und befchloflen ift. Ges
reden und verfprechen Darauf wir der Nömie
fehlen Kaͤyſerl. und König. Majeftär, unferer
allergnädigften Herren, Drator und Commife
farien, Eraft unferer habenden Gewalt, im |
Namen ihro Käyferl. und Königlichen Maje-
ftät , unferer allergnädiaften Herrn; und wie
Die. jegt gemeldeten Churfuͤrſten und Fürs
fien, Grafen, Herren, Städte und Stände
der Augfpurgifchen. Eonfeßion. und der⸗
felben Einnungsverwandten, fo eigner Pers
fon. alhier erſchienen find, für uns felbfk,
und ſtatt der abweſenden Fuͤrſten, Grafen, Her⸗
ren und Staͤdte, derſelben Botſchaftern und
Geſandten, im Namen ihrer Herren und
Obern, bey unfern Fuͤrſtl. und guten Treuen,
| das alles, wie oben ſtehet, zu halten, darwi⸗
der. nicht zu hun, noch ſchaffen gethan zu werden.
Alles ungefährlich. ol A N
25. Und deß zu Urfund haben wir Kaͤhſerl.
und Königl. Majeftät Orator und Commiſſa⸗
rien, auch wir, die beyden Churfuͤrſten, Pfalz
und Brandenburg, die Unterhaͤndler; und wir
Cc3 Jo⸗
Johann Friederich, Herzog zu Sachſen und vornehmlſch von wegen derfelben eifenden Auf⸗
Ehurfürft, doc) daß wir Hiermit der Königl. bruch in Hifpanien, nicht endlich refoloiren mö=
Majeftät den Titel eines Roͤmiſchen Königes |gen. Aber die Kaͤyſerl. Majeftät wäre nun«
nicht bemilliget noch eingeräumet haben, fon: mehr im Anzuge und aufdem Wege, in dere
dern ben den Cadauifhen und Wienerifchen ſelben Miederland zu ziehen, des redlichen Bors
Vertraͤgen bleiben: wollen; und wir, Philipp habens, auf den halben Monat Januarii das
Sandgraf zu Heſſen, Graf zu Eazenelnbogen; |felbft gerwißlich anzufommen, und fürder in
und dann wir Burgemeifter und Rath der dem und andern Obliegen gnaͤdigſte Einſe⸗
Stadt Frankfurt, unfere Inſiegel daran thun hung und Handlung vorzunehmen; und daß
hängen. | | darauf ihrer Kaͤyſerl. Majeftät freundliches und.
Geben und gefchehen zu Frankfurt am Mayn, gnaͤdiges Anfinnen und Begehr, die proteſti⸗
auf Samftag den 19. des Monats April nach rende Stände wollten folches Verzugs Feine
Eprifti unfers lieben HErrn Geburt im tau- | Befchwerde, fondern bis auf folche der Käyfe
fend fünf Hundert neun und dreyßigſten Jahr. Majeſtaͤt Ankunft gehorfamlidy Geduld tragen,
—i — —e —— — — um ſich mittlerzeit mitalle deme, das zu Bers
gleichung und Hinlegung angezeigter ſtreitiger
| 1293. |
Herzog Heinrichs zu Sachfen Befeblan Religionsſachen dienftlih, gefaßt und bereit
die Theologifche Sacultätzu Keipsig, nachfter machen, auf daß fie zuder Zeit, wenn ſie nach
hende zwey Sragen zu beantworten s der Kaͤyſerl. Majeſtaͤt Ankunft erfodere und fer⸗
r Ob man auf der naͤchſten Zufammen. NE Handlung vorgenommen würden, folder
line Be . Erforderung und Handlung gefickt. Alles
Zunft die Augſpurgiſche Tonfeßion, und nad) weiterm Iunhalt deffelben Schreibens.
Apologie verrbeidigen koͤnne?
2. Ob man in etlichen Birchengebraͤuchen
den Roͤmiſchgeſinnten etwas nachgeben
koͤnne? net
‚Bon GHres Gnaden Heinrich, Herzog. zu die Hand nehmen, und Diefelbe mit Fleiß erwe⸗
Sachſen. | J gen, euch auch alfo gefaßt und geſchickt machen,
STR und hochgelahrte, lieben Andäcy- |wie genannte Apologia und Confeßion mit goͤttli⸗
digen! Wir wollen euch nicht bergen ‚ cher H. Schrift zu vertheidigen und zudefendiren
daß ung der hochgeborne Fürft, Herr Johann feyn möge. Dergleicyen, ob aud) und wie fer.
Iſt demnach unfer gnädiges Begehren, Ihe
mollet alsbald und unfäumlich, neben den an-
l
|
dern Theologen unferer Univerfität zu leipzig,
die Augfpurgifche Confeßion und Apologie vor
Friederich Herzog zu Sachſen und Churfuͤrſt, ne und wie weit in etlichen Artikeln und Pun-
unfer freundlicher lieber Herr Better, Schmwa- cten zeitlicher und äufferlicher Sachen und Din.
ger und Gevatter, Anzeigung gethan, daß S. ge halben, mit GOtt und gutem Gemiffen
E. der Erzbifchof von tunden, Käyferl. Maj. follte zu weichen feyn, und ſolches alles in ein
unfers allergnädigften Heren, Drator, mit Zu- fchriftlich Werzeichniß bringen; und euch als⸗
ſchickung Känferl. Majeftät Eredenzbrief, ge: denn auf Mittwoch nad) Invocavit gen Oſchatz
ſchieben und vermeldet, daß ihre Känferl.Ma- verfügen, euer Bedenfen, fo ir dißfals ges
jeſtaͤt auf die. Frankfurtiſche Handlung und Ab⸗ ſtelit, mie euch bringen, und neben andern
ſchied gnädiglich.und gerne ihres Gemuͤths und | Theologen, fo wie wir derohalben gleichen Befehl
Willens entfchloffen haͤtten, angefehen, daß ih- geben, und auf ernannte Mittwoch zu Oſchatz
re K. Majeftät nichts liebers denn gute Einig- | erfcheinen werden, davon weitere Unterredung
Feit und Bergleichung in der flreitigen Religi- zu haben, und worauf zu verharren fenn folle,
onsfachen fehen "wollte: fo wären Doch ihre] zu enefchlieffen. Das gereicht uns zu gnädigen
Käpferl: Majeftät mir ſolchen hohen und wich-| Gefallen. Datum Dresden, Donnerftag nad}
- tigen Geſchaͤften beladen geweſen, daß ſich hier | Felicitas Anno 1540. | ——
über ihre Kaͤyſerl. Majeſtaͤt noch zur Zeit, und] : Dein würdigen und hochgelehrten, unfern ie
ur — ben
DE N 1:0 RR ERDE — *
% * Bi Ps . 2
ENTE N ’ R 8% ‘ je
Abſchn Dom Eonvent zu Scankfurt, Schmalkalden und Hagenan 409
— tigen, Herrn Caſpar Ereuzi: | ausgemacht, daß nichts beſchloſſen werde, twel«
ger Doctorl und Herrn Nicolao Scheutel, | ches der Lehre der Linferigen entgegen wäre,
der Beiligen Schrift &icentiato, [amtlich und | weil ich) felbjt ihre Schrift eigenhändig untere
ſonderlich. J ſſchrieben habe. Ihr werdet nach eurer Klug⸗
br
heit ureheilen, was bey diefen Berathſchlagun⸗
‚gen die Academie gemeinfchaftlich zu thun ha⸗
be, Denn ich wollte wenigftens etliche von der
Academie vabeyhaben. Gehabt eud) wohlund
grüffee in meinem Namen den Herrn lic. Mia
colaum, wie aud) den Heren Johann Preffine
Aus dem Lateinifchen uͤberſetzt von J. Frick. a el = ei —
ar ne en habe. Herr D, Luthers Ehefrau iſt nad)
en empfing ich des hochgebornen | einer ungeitigen Geburt fo gefährlich krank,
SD) Herzogs und eure Briefe richtig, undda | daß fehlechte Hoffnung ihrer Geneſung vorhan⸗
das Schreiben des Herzogs faſt gleichen Inn ⸗ | den ift, die wir aber doc) im Vertrauen aufdie
halts mit demjenigen gewefen, welches Seine | Hülfe des Höchiten nicht ganz wegwerfen.
Durchlaucht der Ehurfürft in Sachfen an die} Nochmal Gott befohlen. Wittemberg am Tas
Unfeen hieher gefchicket, und ein Bedenken ab-| ge Vincentii des Märtyrers (den 22, Jan.)
zufaſſen den Befehl in ſich hielte; fo mußte | Ynno 1540. £ Sn
ſichs eben fo fügen, daß ic) hier ware und die) Euer Magnif.
Meynung der Unfrigen gleich felbft erfahren
Eonnte, da ich doc) oßnehin dieſer Sache hal:
ber mic) von dort aus hieher hätte begeben müf: |.
fen. Die Eopey des Fürftlihen Schreibens
ſchicke ich euch hiermit zurück, Damit ihr folches
dem Herrn Kcentiaten Nicolao zuftellen möget,
der vielleicht deffen benöthiger feyn dürfte. Mei-
ne Zuruͤckkunft werde id), fo viel möglic), be-
ſchleunigen, jedody um gewifler Urſachen wil-
len wenigftens noch drey Tage mic) bier auf:
halten, vornehmlic) deswegen, damit ich weiß,
mas der Churfürft auf das ſchriftliche Beden⸗
fen antworten werde. Denn daran wird uns
bey unferer ‘Berathfchlagung viel gelegen ſeyn.
Es wird aud) in.der That nicht viel Zeit er:
fodert werden, daß Herr Scheubel mit uns
über jeden Artikel fid) vergleiche; was aber von
euren Theologen zu erwarten feye, und ob die:
fe der Eonfeßion der Lnfrigen beyftimmen wer»
den, weiß ich nicht. Ich will zwar nicht hof:
fen, daß fie durch langes Difputiren uns viel
zu fchaffen machen werden. Indeſſen wird wohl
J— J 1294. ———
D Caſpar Creuzigers Schreiben an Ca⸗
ſpar Boͤrnern zu Leipzig, als ihm dieſer vor⸗
ſtehendes Fuͤrſtliches Schreiben nach Wit⸗
tenberg überfchidete
Er ergebenfter
Caſpar Ereusiger,
An E. Maanif. bat mir Here S
P. Melanchthon feinen Gruß
anbefohlen.
An S. Magnificenz, den Herrn Rectorem
der Hcademie zu Leipzig, M. Caſpar Bör:
nern , den hochgelehrten und rechrfchaffenen
Mann, feinen hochgeehrten Gönner und
Freund
*
— 1205. 6
Bedenken der am Ende verzeichneten
Theologen auf den Tag zu Schmalfelden,
dena. Mart. Annas.
Tu r.d
SS ift nicht oßne, Trennung , Imiefpaft
$ und Schifmata haben ein ſcheuslich Anſe⸗
hen, darum auch die Propheten und Apoftel
fuͤr die allerverfluchteften Leute gehalten, alsdie
Urſach gaben zu den hoͤheſten Trennung und
gethan ſeyn, wenn ihnen durdy den Herrn Li-| Spaltungen , dadurch die alierfchönften Regi⸗
centtat Micolaum, unter eurer Anführung, die | ment und Königreiche zerriffen.
ganze Sache erzehler wird, damit fie Zeiti 2. Und Salzburg fagt zu Augſpurg: die Lehre
genug ſich zu Bedenken haben. Wird Herr Ni: waͤre recht, oder unrecht, da fireife er nicht
eolaus mir beypflichten wollen: fo iſts ſchon von; aber es wäre "Turbatio Pacis; denn dieſe
7 ! Er3 Worte
Are
Worte brauche er, darum follten alle Potenta⸗ Regenten in der Kirchen Abgötterey aufrichten j'
gen ihren hoͤchſten Ernſt dawider erzeigen. welches gefchrieben uns zum Trofte, Daß wir
3. Dieweil nun Die Trennung ein ſolch ſcheus- wiſſen, auf welcher Seiten wir ung follen fin-
lich Anfehen Kat, iſt recht, daß man fleißig be-|den laffen, und daß ſolche Spaltung GOTT
denke, ob die Sachen, fo mir flreiten, fo hoch: |mohlgefalle, fo viel ung belanget, und uns Bel=
wuͤrdig und groß feyn, daß mir wiflen, Daß |fen werde, obgleich etliche Darob leiden müffen,
Gott Gefallen habe an diefer Trennung, und wie das im Daniele zu fehen Cap. ı. Und
dag wir Urſach genug darzu haben; wo dem bitten, es tolle ein jeder für fich felbft beden-
alfo, follen voir getroft feyn, und GOtt befeh: Een, was er GOtt in diefem Hall ſchuldig ſey.
fen Die Schmad) und Gefährlichkeit, Es feynd Dart, und ift die Spaltung alfo bez
4. Es kann aber nicht jedermann die Schmad) tig, daß man nicht Mittelwege Bat, man muß
fragen, daß man fagt: er ſey abfrünnig, auf- entweder Abgötterey, Gottesläfterung, Irr⸗
ruͤhriſch, hab Notten und Secten angerichtet; thum, Unzucht und andere Sünden helfen ftäre
vielnveniger koͤnnen Die Leute die Gefaͤhrlichkeit fen und handhaben; oder muß fich öffentlich zu"
fragen, fo man darob Leib, Leben, Güter! diefer Befenntniß halten, und Chriſtus fpricht:
und Hoheit wagen foll. Wwer nicht mit mir iſt, der ift wider mich,
3. Derhalben iſt wol zu achten, daß viel 10. Dieweil man aber von Vergleichung re=
Leut jegund, fo der Saft müde worden, wie das det, wollen wir unfer Bedenken in drey Stüd
Volk Iſrael in der Wüften, gerne wollten, Daß |cheilen. Das erfte ft, von der Lehr; das
man diefe Händel flidte, rote man koͤnnt, daß andere, von äufferlichen nöthigen Ceremonien;
wieder gute Ruhe und fanftes geben würde. das dritte, von äufferlichen Mitteldingen,
6. Es ift aud) Die Weiſe etlicher fürnehmer| die man nennet Adiaphora.
Leut, fü bald Das Wetter truͤbe wird ſchreyen Von der Lehr.
fie über bie Praͤdicanten, fie ſeyn Urſach, zan⸗ ir. Erſtlich, von der Sehe iſt dieſes unſer
fen unndthig Ding, hetzen die Fuͤrſten an ein · Bedenken. Nachdem Die Lehr in allen Artikeln
ander, damit fie ihre unnöthige Halsſtarrigkeit der Confeßion, wie fie in unfern Kirchen ver:
erhalten, fe man doch viel Ding lindern koͤnnte; fanden und gelehrt wird, wahrhaftiglich und
wie ung ſolches vielfältig vorgeworfen von den eigentlich die gemiffe Chriſtliche Sehr des Evan
Weiſen und Gemaltigen. gelii it: fo wollen und koͤnnen wie Darinnen
7. Diefes erzehlen wir derhalben, Daß wir Feine Aenderung machen, oder bewilligen, oder
hie wollen proteftirt haben, gegen Denen, Die ſich davon abftehen.
mit Gefahr nicht williglich beladen wollen, daß 12. Darum, fo man zufammen fommen folk,
wie nicht begehren, Daß fie ſich unfer anneh⸗ wird erftlich von der Sehr gerede werden; denn
> men; fondern man laß uns auf unfere Gefahr | fo fie diefelbige verfchtveigen wollen, und gleich-
unfern Glauben befennen, ‚ .. „wol das. ihre halten, und fo auf eine aufferli«
8. Denn obwol die Potentaten ſchuldig find | he gleiffende Vergleichung handlen, daraus
"pen Ehriſten Schu& zu halten, guch felbit zu wiirde Feine beftändige Einigkeit folgen; fon-
befennen: fo ift Doch ein jeder Chrift vielmehr dern fie müffen fich erftlich vernehmen laffen,
vor ſich felbft ſchuldig zu klarer Bekenntniß, ob ſie dieſe Lehre fuͤr recht halten, und bey den
und darob nach GOttes Willen zu leiden. Ihxren zulaffen wollen.
9. Diefes Haben wir erfklich alfo wollen an 13. Da werden fie vielleicht etliche Artifel
zeigen; Denn wir haben nicht geoffe Hoffnung vornehmen, und mit einer Maas wollen ana
Dazu, daß ber Känfer und Die Biſchofſe ihre nehmen; werden fagen; Lnfere Schriften feynd
Abgoͤtterey und Irrthum abthun werden, und vielfältig und ungleich, darum muß man gewiſſe
veine sehr und rechte Gottesdienſt annehmen ;| Artifel machen; werden auch vielleicht etliche,
denn im Daniet ſtehet: es werden vordem En⸗ ftrafen und anhalten, daß man fie flifen und.
* en ee
de ſolche Streit ſeyn, und werden etliche der aͤndern ſoll.
14. Dar⸗
IK KL m V
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Ne a — 7
4. Darauf iſt u
om Eonvent Fram furc Schmalt. Und Zagenau.
A ——— 48
nfer Bedenken, daß wir uns aber etwas daran flicken, wir find gerecht durch
nicht einlaffen, neue, dunkele und ungeröiffe Ar- den Glauben und Werke; oder, wir find ge«
eikel und Flickwerk zu machen; fondern ihnen | recht Durch Die Gnade;
und verftehen Gnade
(ofe
vorhalten, die Summa unferer Sehr fey gefaßt | Die Liebe Durch Die Gnade, und ſeynd der G
in der Confeßion und Apologia, von derſelbi⸗ | fen mancherleh.
gen Meynung gedenken mir nicht zu weichen.
21. U. tem, vom Merito werden fie zanken
15. Und fo jemand etwas darinn Mangel werdens auch gloßiren, es ſey nicht Verdien
haͤtte, als folle es nicht genug erfläref, oder un⸗ aus eigner Würdigfeit; fondern dieweil es das
vecht feyn: fo wären wir da, erbiefen ung, mit | zugenommen und verordnet; es ſey aber gleich
allem Fleiß anzuzeigen, fehriftlich oder münd- | wol Verdienft, denn ewiges Leben koͤnne nicht
lich, was der Verſtand in unſern Kirchen ſey; ohne Berdienft erlangt werden, denn der Text
auch alfo zu verantworten, daß oßne Zweifel ſpricht: euer Lohn wird groß ſeyn im Hin
alle Berjtändige und ottesfürchtige daran ſoll⸗ mel,
So wären auch alle dieſe
ten zufrieden feyn.
22, III. Item, es ſey nicht wahr, daß in den
Artikel nach der Laͤnge in andern unfern Schrif: | Heiligen Sünde bleibe,
ten genugfam gefaffet, als ad Galatas etc. und
23. III. $tem, von der Rirchen werden fie
hatten nicht Scheue, uns mit ihnen zu unferre- ftreiten, Rirche ‚beißt aud) den goftlofen Hau-
den fo lang fie wollten, daß mir einander nach | fen, der im Amt iſt; welches fie darum ftreis
Mochödurft verftehen möchten,
fen, daß fie.die Verheiffung auf fich Deufenmös
2.76. Aber Artikel mit iänen zu ſtellen, alfo,igen. Die Kirche werde nicht verlaffen „ Eönne
daß man fie hin und wieder deuten möchte, und
mit Worten zu fpielen, (mie ihre Weiſe ift,) in
folchen groffen wichtigen Sachen: das wollen
wir nicht du. ,
- 17. Zu YAugfpurg profeftirten fie mit ausge:
druckten Worten, es follte nicht ver Meynung
fen, daß fie wollten unfere !ehr annehmen ;
fondern es follte vie Handlung dahin gerichtet
feyn, uns auf ihre Meynung zu bringen, fo
fern fie möchten. Haben auch darnach elende |
jämmerliche Sophifterey gefucht, fich zu fli-
en.
18. Dieweil wir nun geſehen, wie untreulich
ſie handeln, gedenken wir nicht, zu Nachtheil
und Verblendung der rechten Lehre, neue ge:
fliefte Artikel von der $ehre mit ihnen zu ma»
chen; ſondern ift genug, fo fie etwas ftrafen,
daß wir uns deutlich und nach der Nothdurft
erklären: wollen fiees annehmen, tft gut; wol:
len fie nicht, fo müffen wir es GOtt befehlen;
diß iſt ja nicht unbillig. - :
19. Und fo viel wir achten Fünnen, werben
fie vornehmlich in den folgenden Artikeln der
sehr grübeln wollen. _
20. I. Sie laffen die Hohe und Beilfame Lehre
vom Glauben nicht unverbiender, werden das
fola fide nicht leiden wollen; Darum werden fie
nicht irren; werden auch vielleicht den Pabſt
mit einmengen, Rirche heißt das Wolf, das
den Römifchen Bifchof für den hoͤchſten Bi-
fchof erfennet, und von ihm Miniftros begehrt
und annimmt. -
24. V. Bon der Pœnitentia erden fie ftrei=
‘ten, man foll Erzehlung der Sünde gebieten.
25. VI. Dieweil aud) in der alten Kirchen
‚ein Narvenfpiel geweſen mit der Satisfaction
wollten fie gern eine Gatisfaction erhalten ;
daraus folgen viel andere Irrthuͤmer. \
26. VII, Vom Unterſcheid der Speis, und
dergleichen Menfchengeboten, ift Hoch vonnoͤ—⸗
then Die Lehre zu erhalten, daß man ſolch Ding
nicht für Cultus, nicht für nötig halte, daß die
hohe heilfame Lehre in der Kirchen nicht verlö-
fche, daß man mit GOtt durd) fein Wort hands
len muß, und nicht Gottesdienft machen one
feine Befehl. Aber da werden fie es fäubers
lich fürgeben, es fey nicht ohne, man habe et⸗
wa Zweifel davon gehalten, die Gewiſſen zu
Bart beladen, Berdienft und nöthige Werk ges
macht: das foll nun forthin nicht ſeyn; es foll
aber gleichwol der Artikel bleiben, daß Biſchoͤf⸗
fe, oder Kirche Macht haben, Gebote zu ma-
chen, und daß man denfelbigen Gehorfam
ſchuldig ſey. Darum foll man folche ihre ai
ote
414 Cap. 18. Don der durch Convente und Reichstäge gefüchten Religi onsvergl.
nicht als DBerdienft, fondern als 32. Und folches ift wahr von falfcher Nelie
folches die Meisniſche Dfaffen gion, die bleibe im Grunde eine gleiche Abgoͤt⸗
bote lan
eine Zucht; wie
in De fhönen Buch auch abmaßlten, daß
- alfo im Grunde Die vorigen Irrthuͤmer bleiben
und geftärft werden. ®
37. VIN. Bon dee Heiligen Anruffung,
- werden fie Fläglich beyde Theil bemeinen: die
alten, Daß man den Heiligen GOttes Ehre
geben, fie als Helfer angeruffen, zun ‘Bildern
gelaufen; wir aber halten fie zu gering, und.
werden den ſchoͤnen Mittelweg weifen, man
ſoll fie anruffen als Sürbitter, foll fprechen :
Ora pro nobis S. Petre. Golf alfo auch alle
ſolche Gefänge und Gewohnheit behalten. Das
ült eitel £reffliche hohe Weisheit, die fie nun erſt
zu Rom und Paris vom Wigel lernen. _
28. IX. Dergleichen werden fie auch Alöfter-
* gelübde färben, man follt fie Halten als Uebun—
gen und Zucht, nicht als Verdienſt der Se:
ligfeit; man folls aber gleichwol halten: denn
Eyd fey nicht aufzuföfen, und fey der Kirchen
nüslich, daß man Stift und Klöfter habe, und
erhalte, daß man Perfonen habe zu predigen,
und zu der Regierung. we
29. X, Das Purgatorium werden fie nicht
gern verlieren mollen , und werden die Patres
. anziehen; dargegen wir aber auf unfrer Bahn
bleiben müflen, daß es Fein Zeugniß in göftli-
cher Schrift hat, und ob es gleich wäre, fo
Hilfe die Meſſe nicht für andere.
30. Und was auf jeden Artikel zu antworten, Igentien, Abthuung etlicher zauberifchen Segen,
und warum die Lehre nicht mit ihren Glößlein
zu derdunklen / ſiehet ein jeder Verſtaͤndiger ſelbſt hen, Glocken kaufen.
wol; denn es ſeynd Deutungen, die im Grunde
die Lehr umkehren; wie wir alsdenn anzeigen
wollen nad) der Länge.
31. Daß aber etliche
Wohlweiſen hie ſagen,
—
AS
terey.
33. Es iſt eben Abgoͤtterey bey den Papiſten N
mit Meffen, Todtmeſſen, Anruffung der Heili⸗
gen, Wallfaßrten, wie es allezeit-bey den Heiz ı
Den gervefen. u
34. Darum ift deſtomehr vonnoͤthen, darauf
zu merfen, daß die rechte Religion rein erhal:
|
|
|
|
ten werde, und nicht eine Sophilterey darein
vermengt, Dadurch fie auf Abgörteren zu
lenken.
Don Aufferlichen noͤthigen Stuͤcken.
|
|
35. Aeufferliche noͤthige Stücke heiffen wie
rechten Gebraud) der Sacramenten, und Ab⸗
thuung etlicher abgöttifchen Ceremonien und
unrechter Geſetze. |
36. Abthuung aller Privatmeß, des Canon,
der Oblation und Application, der Einfperrung
und Umtragung des Sacraments, und aller
Seelmeffen.
37. Abthuung aller Anruffung der Heiligen
und was Daran haͤnget, als Heiligen feyren,
Heiligehum, Delung, unrechte Gebote, Gefän«
ge, Wallfahrten, Bilder, da man zugeloffen,
38. Stem, Zulaffung des priefterlichen Ehe⸗
ſtands, Abrhuung der Kloftergelübden.
39. stem, das Sacrament ganz und nach
Chriſti Einfegung reichen. a
40. Abthuung der Satisfaction und Indul⸗
Aquæ confecratz, falis confecrati, Altar weis
41. In Diefen Stücken ift nicht nachzugeben.
Nun ift wohl zu achten, follte es zur Handlung
kommen, die nicht ganz ein Spiegelfechten ſeyn
follte : fo würden fich Die Könige und Pfaffen
wir haben viel Wortgezänf, als wir befennen, um die Privatmeffen ernftlich annehmen, fie zw
es muͤſſen gufe
guftinus und andere alfo genennefxc, Darauf
Werke da fern ; tollen aber 'erhalten, zu färben und zu gloßieren, fo viel
nicht, daß fie Verdienſt heiſſen, fo fie doch Aus immer möglich. |
42. Darum iff not, daß man auf dieſem
eine Eurze Antwort : die Weltweiſen halten allen | Theil endlic) bedacht feye, worauf man aufs
Streit von der Religion für Wortgezaͤnke; alfo aͤuſſerſte beharren wolle, daß man fo nörkig -
feynd in Franfreich, die concordiren alle Reli: | achte, Daß e8 nicht nachzugeben, ob gleich Krieg
sion; fagen, es fey aller Bölfer zu allen Zeiten | und ewige Zerftörung.
eine Religion gewefen, allein die Namen feyn
geändert.
Mu beforgen.
43.
Man Fan Abgötteren nicht zulaffen, oder ver:
Darauf ift eine kurze richtige Antwore «
ſchwei⸗ |
; fondern dayı ort
efchaffen , und-wieder erlöfet, daß mir ‘
22 mit Exnft ftrafen und anfechten follen, und
rechte GOttes Erkenntniß und Dienft helfen
erhalten, das ift, das erite Gebot hoch und fern
Bee über Seieven, Regiment, gelb, fe:
en, ja über Himmel und Erden, und: bleibe
alfo diefes Gebot unmandelbar : fugite idolola-
triam. . j ? —
44. Dieweil dem alſo iſt, folget, daß wir die |
Meſſe mit ihrem Canon, das iſt, mit ihrer Ob:
lation und Application, nicht Eonnen willigen,
oder zulaffen, eine oder mehr Meflen, viel over
wenig. BET Br
45. Denn es ift öffentliche Idololatrie und’ Ab⸗
götteren, wie in Sfrael Baal, oder andere ge
weſen; und feynd diß die Urfachen, -
46. Sacramenta auffer ihrem eingefeßten
Brauch feynd nicht Sacramenten; denn GOtt
wirfee mit feinem Werk, dabey er nicht zuge:
faget, damit zu wirken, wie er nicht will an
‚Bilder gebunden feyn. €
47. Alſo ift jest Die Türfifhe und Juͤdiſche
Beſchneidung Fein Sacrament, denn Fein Got:
tes Wort dabey. —
48. Alſo iſt es auch in der Paͤbſtlichen Me
dieweil kein Befehl iſt, zu ken und zu en
pliciven: fo ifts gewiß nicht mehr Sacrament,
a rote bie Türfifche oder Juͤdiſche Befchnei-
ung. 3 :
49. Daraus Flar ift, daß öffentliche und viel-
fältige Abgoͤtterey A ir * —
50. Und wol wahr, ſo einer dieſes bedenkt,
iſts ſo greulich, daß er davor erſchrecken muß;
oder denken, es ſey nicht moͤglich, daß Die Kir-
che alfo hoch koͤnne verlaffen werden, fo weit
geirret und gefehlet Habe. Aber der Schad iſt
viel gröfler, denn ein menſchlich Herz achten
Fann. Derhalben auch ung Die verblendeten
Heiligen fo grimmig feind feynd,
F Pet 1.Abfehn, Dom Convent zu Frankfurt
*
Schmalk. u
—
nd Hagenau.
47
1; fonbern Dazu ſeynd wir vormepmlich Werklehr für und für mehr Ceremonien erdich⸗
oͤt⸗ſtet; wie in allen Hiftorien zu fehe
J
52. Ulfo ifts auch in der Kirchen nicht lange
nach den Apofteln gangen: die-Ceremonie ds
Saeraments ift erhalten, aber zu anderm
Brauch ohne GOttes Wort gezogen, wie Die
Türfifche Beſchneidung; ob nun zu folchene
grauſamen Irrthum fill zu fchroeigen, wolle
ein jeder felbft bedenfen, und obgleich wir
ſchwiegen, fo würden doch Die Steine fehreyen,
53. I. Zum andern, ift öffentlich, daß die -
Application ſtracks wider die $ehre ift vom Glau⸗
ben. Sie fagen: Diefes Werf des Prieſters
verdiene Vergebung der Sünden Todfen und
sebendigen : das iſt zumider Diefem Artikel <
durch eigenen Glauben haben wir Vergebung
um Chrifti willen, oßne unfere Werf, oder
Berdienft. \ ;
54. IH. Zum dritten, fo iftdas Opffer für die
Suͤnde eine Öottesläfterung, denn allein Chri-
ftus felbft hat diefes Opffer ausgerichtet, durch
feinen Tod: fo man num in ihren Canon willi=
get, fo helfen wir folche Abgötterey und Gottes⸗
laͤſterung alle ſtaͤrken; dagegen wird bey den
Nasweiſen das Gloßieren angehen, und wer:
den fagen: eg foll nicht die Meynung haben for
Bin mit der Meß, man foll die Application fal⸗
fen laſſen, und foll diefen Berftand von der
Meß lehren, nemlich, daß dieſes Werk gefche-
he nicht für andere; ſondern ſey eine Dankſa⸗
gung, als fo man Pſalmen leſen wollte: wie
nun gut iſt, etliche Pſalmen zur Dankſagung
prechen; alſo ſey dieſes Werk der Meß gut,
als ein Gedaͤchtniß Chriſti und Dankſagung
an gemeiner Kirchen. SEN
55. Eremplum: m alten Teftament ift ein
täglich Dpffer gerwefen, das hat GOtt georöner,
nicht zu Vergebung der Sünden; fondern als
eine Dankfagung, und hat gedienet dazu, daß
das Volk eine tägliche Erinnerung hätte: iſt al=
koͤnnen nicht fo gemwefen Gratiarum adtio und Pxdagogia,
glauben, daß der, Sertgum in der Kirchen fo dazu denn Geremonien dienen follen, ve fine
groß geweſen.
figna docentia et inuitantia affectum, Yür ein
51. Es iſt aber vom Anfang der Welt alfo \folc) gut Werk und Dankfagung follte auch die
gegangen: da GDites Wort:
Rutberi Schriften 17. Theil.
verlofchen bey |tägliche Meſſe gehalten werden, tie
den Heyden, ſeynd gleichwol die rechten Cere=| verftanden geweſen von Irenaͤo, Yugu
‚monien blieben, und neben denen aus. der vielen — —
d
ie denn
ino und
int.
3 a f m R v #3 u r & — F x en I
418 Cap.ıg. Von der durch Lonventeu, Reichstägegefuchten Religionsvergl. 419
nat) DRÜBOERT u ie | aud) unvermeidlich : fo man haͤlt, daß die“
56, Diefes ift die fuͤrnehmſte Subtilieät, die ſes Werk eine gemeine Dankfagung fey, folr
Meffe zu ſchmuͤcken; und ift nicht ohne, es ift get alsbald, damit fie nicht vergeblich fey,muß
eine menfchliche Weisheit, die fich alfo verir- fie gelten ex opere operate.. 0.
vet, fo fie die Ceremonie des Alten Teftaments | 63. Und halten die Pfaffen Meffe als ein
‚gegen den Sacramenten Hält, und werden viel Spectafel,: als wie man eine Tragödie von
in allen Nationen durch dieſen Schein verfüh- ‚Sulii Tode gefpielet Hat, und denfen, es ſey
ret; wie wir vielfaͤltig erfahren. jein gut Werk und Gottesdienſt ex opere ope-
57. Und ift Dagegen Diefes zu fagen: Wenn rato. Nun ift im Evangelio feine Ceremonia
gleich) das Sacrament eine folche Danffagung ex opere operato ein Gottesdienſt; ja, es ver⸗
wäre, fo follen doch die Menſchen die Ordnung wirft alle folche heydniſche Wahn. Darum fol
und Form nicht andern, die Chriftus Hat ein- man nicht folche Werke anrichten, noch vonder
gefegt, alfo nemlich, daß fein Opfer gehalten | Drdnung Chriſti weichen, und einen befondern
werde, und allein ein Dienft, andern zu reichen. | Dienft erdichten; alfo iſt allezeit idololatria Im
158: Dis iſt die Form in der Apoftel Schrift \ver Welt angangen. ie
geordnet, von, der foll man nicht weichen.| 64. IV. Zum vierten, fo werden fie in die—
ıCor. in, su fer Spectafelmeffe oßne Zweifel die Obletion
59. Zum andern, dieſe ifre Gloſſe ift rider | nicht abtfun. Nun gebührt niemand Chriſtum
. den Canon, darum muß die Gloffe vergeblich | zu opffern, denn ihm ſelbſt; diewell denn das
feyn, oder der Canon: muß weggethan werden. |Sacrament abermal verkeßret mie dem Opffer,
Wollen fie aber den Canon erhalten, fo ift öf- | mie der Spectafelmeynung, ex opere.ope-
öffentlich, daß diefe Gloſſe ein erlogener Schein rato, fo iſts eitel öffentliche Abgoͤtterey, Darein
und Betrug ft, und bleibe alfo ifre Meß Ab: |niemand willigen kann; fendern jedermann ift
göfterey und Gottesläfterung; wie man auch ſie zu ftrafen ſchuldig. Es feynd aud) die Po-
ben denfelbigen Gloflätoribus ſiehet, daß nicht |tentaten fehuldig, folche -Abgötterey zu perbie-
ihr Ernſt it; behalten den Canon widerißr Ge; ten und abzutfun. BR I 1 —
wiſſen und ſpotten GOttes. 65. V. Zum fuͤnften, alle Ceremonien des
60. IH. Zum dritten, iſt zu merken die Re- Alten und Neuen Teſtaments ſeyndtodte Wer-⸗
gel: Menſchen ſollen nicht Gottesdienſt ohne ke ohne Glauben, Johannis 4: Die rechten
GoOttes Wort und Befehl anrichten. So man Anbeter werden den Vater im Geiſt und
nun dieſes Werk anrichtet, daß alſo ein befon- | Wahrheit anruffen; und od es gleich todte
derer Stand ſey Meß zu halten, fo wird dieſes Werke waren, mußte manfie im Alten Teſta—
Merk dafür gehalten, als fey es anders, denn |ment gleihwol halten, da fie geboten als eine
der 2äyen Communion, und muß ein fonderli- |äufferliche Zucht. Aber im Neuen Teftament
her Gottesdienſt feyn inder Kirchen. Dasift |follen fie meht ohne Glauben gehalten werden;
nun einen fonderlichen Gottesdienst anrichten, |darum foll mans vornehmlid) halten für Zeile
welches ernftlich verboten. chen, damit GOtt gegen ung handele, und bes .
61. Und aus Diefen vermeynten Urfachen und |zeuge, Daß er ung annehme. Se J
Unterſcheid folgen andre groſſe Gotteslaͤſterungen, 66. Bon ſolcher Gedaͤchtniß ſeiner Gnaden
wie zuvor geſchehen, da man dafuͤr gehalten, die gegen uns redet Chriſtus, da er ſpricht: Die⸗
Meß ſey ein beſonderer Gottesdienſt, den die ſes thut zu meinem Gedaͤchtniß, das iſt, zu
Laͤyen nicht koͤnnen thun. Iſt gefolget die Ap- gedenken, daß ic) für euch geſtorben, euch er⸗
plicatio, daß es ein Werk ſey, Das die Priefter loͤſet, euch annehmen, erhören, Helfen will.
müffen für gemeine Kirchen thun. — 67. Dieſe Uebung des Glaubens gilt nicht
62. Zum andern, damit es nicht ungewiß fuͤr andere, kann auch nicht fuͤr andere gehalten
ird, haben fie weiter Dazu geſetzt, es verdie-|merden, oder an eine tägliche Gewohnheit ge⸗
e exopereoperato. Diefe Irrthuͤmer folgen | bunden feyn; darum muß die Ceremonia frey
£ | ge⸗
420 1,Abfehn. Dom Convent zu Svankfurt, Schmalk. und Hagenau. gar
erden, und kann nicht ein fäglich Werf| für Die Lebendigen bey den Todten Hülfe Juchen;
emacht werden; iſt auch Fein Unterfcheid | Und c. 64: Biſt du doch unfer Darer, denn
unter der Säyen und Priefter Communion , fon-| Abraham weiß von une nicht, und Iſtael
bern ein jeder foll fidy nad) feiner Gelegenheit kennet uns niht. ——
teöften, wie St. Paulus ſpricht: Ein jederfoll| 75. Nun werben ſich ohne Zweifel die Papf«
fich felbft prüfen. Darum foll man nicht Unter-| ffen Hoch bemüßen von den Hi
heid machen zwiſchen der Läyen und Priefter| wiſſen, daß man fie damit drücke, fo ihnen fol«
Communion ; man foll aud) nicht jemand eine| he ‚öffentliche Abgöfterey vorgeworfen wird,
gewiſſe Zeit, fülche Werke zu falten, auflegen. | und ein jeglicyer König und Königreich Kat eis
68. Wider diefen rechten Brauch ſtreiten gene Heiligen und Idola. | I,
wen heydniſche Opinionen: Die eine, daß die 76. Ben Kloftergelübden und Caͤlibat koͤn⸗
et ‚ein Werk ſey, andern verdienftlich, wie nen fie Feine Gloſſen bringen; mollen fie diefel«
die Heyden und Juͤden ihre Opffer geachtet. bigen Bande nicht abthun, fomüffen wir dage⸗
Die andere ift diefe neue gefärbte Spectafel»| gen predigen und fihreiben. +
meffe, die eine Danffagung feyn foll, da wir| 77. Von beyder Geftalt des Sacraments
Gott hoch mit ehren ex-opere operato. Die wird man oßne Zweifel ſuchen, wir follen gan«
-fes ift gleich ſowol heydniſch als andere, und| zen und halben Brauch für recht Halten und zu⸗
bleibe in Summa der Wahn, diefes Werk ſey laffen: das koͤnnen wir niche efun. Denn wie
ein Hoc gemein Werk für die Kirchen, nicht) Eönnen wir die Ordnung Chriſti auffeben oder
wie der Säyen Communion. aͤndern? So man aber Die tere predigr, daß
69. Diemweildannin folhem Mißbraud) Fein] diefes allein recht fey, das ganze Sacrament
Sacrament ift, fo ifts Abgörterey. Daraus brauchen, follte man mit den Leuten an denfel«
ſchlieſſen wir, daß wir Feine Privarmeffe, fie fey | bigen Dertern, fo fie anfahen das Evangelium
gefärbt wie fie wolle, willigen Fönnen; und fo|zu hören, Geduld. Baben, bis fie uneerrichter
diefe Subtilicät weiter Berflärung oder Unfer-| würden. Dieſes kann man tun...
icht bedarf, fo wollen wir uns dazu erbot RER BR
richt bedarf‘, 5 9* Shan Nee bad Der dritte Artikel, von Auffeclichen.
aben. ; e ; au x ER
70. Bleibt aber der Gegentheil bey ihrem Ca⸗ 2... Mürelöingen. =. 3...
non, fo bedarfs feiner groffen Subtilität, denn! 78. Was mir: äufferliche Mitteldinge helj.
daſſelbige Werk ift öffentliche Abgötteren. fen, iſt zu verſtehen hernach aus der Erzehlung;
71. Das ſey von der Meſſe gnug; in andern davon Fann aber nichts gehandelt werden ‚wo
Artikeln find die Gloſſen leicht vorzulegen. |die Bifchöffe oderandre Verfolger bleiben, wies _
Don der Heiligen Unruffung. - |mol zu beforgen; denn GOttes Wort weiſſaget
= 72. Die hochweiſen Prälaten zu Meiffen färb: | vornehmlich von Prälaten der Kirchen und Ge⸗
ten der Heiligen Anruffung, man möchte wol maltigen, daß ſie in der Kirchen Abgörterey und
fagen: Ora pro me, 8. Petre. Tyranney freiben werden, bis ans Ende. So
73. Darauf ift eine kurze Antwort, daß die | ſiehet man, mie verftockt fie ſeynd, daß der Bi.
Gloſſa nichtig iſt. Ale Anruffung deren, fo nicht | ſchof von Augfpurg felber gefchrieben: Er Ba-
gegenwärtig, gibet denſelben Allmächtigkeie, de nicht Hoffnung zu Mittelwegen, denn er mer:
daß fie aller Menfchen Herzen und Seufzen ers \Ee, daß die groflen gewaltigen Bifchöffe fo hals⸗
kennen; das thut allein Gtt; daraus iſi klar, | ftarrig ſeynd; ehe fie etwas nachgeben, wollen
Daß man auch nicht dieſes fagen kann: Ora pro | fie lieber den sonen Ehriftlichen Namen ver-
ame 8. Petre.. 0 0. ; löfchen laffen, Alſo ruͤhmet der Bifchof feine
“ 74. Item, wir Haben Befehl, den Sohn | Sefellen. nl a Al
Oottes zu einem Mittler zu Halten, darumfoll| 79: So lange nun die Bifchöffe alfo in Kir.
man nicht ohne GOttes Befehl die Todten an | tkum bleiben, muͤſſen wie fie für verbanne hal» -
feine Statt fegen. tem Efaia g. man follnicht| ten , an. Regel Pauli: So jemand ein.
are 2 et = 2 ans:
422 Cap,ıg.Donder durch Convente u. Reichstäge gefuchten Beligionsvergl. 423,
ander Evangelium prediget, denn ich, det Verwuͤſtung zu ıbeforgen, ehe die Negimente. ı
fol verbannt fey. PUT, wiederum gefaßt, wuͤrden. ee
36. Dazu ifts an ihm felbft eitel unmöglich | 86. Darum mögen die Fürften und Stans
Ding, Berfolger für Biſchoͤffe zu Halten; man de diefes Teils im Namen GOttes einen welt⸗
fann bey ihnen Feine Ordination fuchen, fo fie lichen und leidlichen Frieden mit den Gegen
die Drdinanten mit unchriftlichen Enden ver- theilen fuchen und annehmen ‚. doc) daß fie ſich
binden ne | 4 ER hei „ Inicht verpflichten, bie Lehre nicht -auszubreiten,
gi. So haͤtten auch unfere Kirchen ud Pra | hate nr Da naar 2
dic anten Fein Guts, Feine Forderung , keinen Dondes Pabfte Sewalht.
Schuß von ihnen zugetvarten; und in Summa, | 87. Zum andern, fo wir gleich eine Kirchen
Diefes bedarf Feiner langen — es 104, einigkeit machen wollten: fo würde es ſich doch
‚re eben als foman dem Wolf eine Heerde Scya. daran ftoflen; man wird bey uns fucyen, daß a
fe befehlen wolle, . wir den Pabft für den oberften Biſchof erken⸗
"32. Wo nun die Biſchoffe und andere Stän, en und halten / wird auch vielleicht die Kane
de in Irrthum bleiben: fo mögen die Fürften en — alſo vorgenommen, auf Paͤbſt⸗
und Stände dieſes Theils um einen weltlichen liche — und Seilligung.
leldlichen Frieden anfuchen, als mit Nachbarn | 88. Darauf find wir endlic) bedacht, obgleich
eines fremden Glaubens. . | ME — B
83. Wie J inen friedliche— r — en undahm zu gut yer⸗
fahre en — A —— re und Ceremonien ung zuzulaflen: fo müffen
Rehenten alfo ftill figen follen, und zufeßen, RR ne a ee ei |
dag man ihnen die Ehriften an der Selten er: |.) ander Evan is — na : So einer
mordet, Abgoͤtterey und Unzucht treiber und ,;., — gelium predigt ec. Denn er
diefelbige ſtaͤrket; ift auch fihwer, daß die BI. m ae — aliBceh Königreichen |
Fhöffe, Dompfaffen und Mebre in Gütern Ti oa hun, larbeen bieleben mi Die gröffes
Sen bleiben, und hungern das Evangelium aus, ie! un gen —5
und hindern, daß man Leute aufziehen Fünn 2] nor an feche p “r iv ſchuldig, folche Ferehin
denn der Obrigkeit gebührt, ſolche Güter in ergunechten; ie wir auch von etlichen from ·
ihren Gebieten zurechtem Gebrauch zu bringen. en eh —
84. Über weil die Gewaltigen in Staͤdten, dere Ratlonen ausgefchloffen werden.
auch an ven Höfendem Evangelio geimmig feind| go. An: Mr
find, aud) allerley Untreu bey den Untertdanen Bern Fe Ya a
zu beforgen; ſoll es vielleicht alfo fenn, wie | Kirchen des Anticheifti Regiment ift: fo —
— geſaget, daß wir kleine Huͤlfe haben man in feine Hofeit nicht willigen, die.er ihm
wer * en — De en — ———— Und will dieſelben
Stifte — — Hunden: Die KR ee ge e
Gewaltigen in Städten Haben viel zu hun mit ſes ſtreitet wider Die Artikel der Lehre des Eos
Ka Et Una ll ham Baar
de; und ift das menſchliche Herz ohne das leicht: ‚man aud) nicht willigen, dafjer —— 9
fertig,, faͤllet leichtlich in Verachtung GOttes, ſey Herr über alle Könige, möge Könige feßen
al kam nis cz 1E apa
ich feyn zu Erliegen. Darüber bedenken 9— —— A nen und
auch / ſo es einmal angefangen wuͤrde, welche | 91. Darüber iſt fein Regiment nit finen
ar ——— ar⸗
J
8 ſehr nüg daß man die Private
el abfolution erhalte, — Verſtand bleibt
u: ſich unter dem Namen der Jin der Kirchen, daß das Evangelium Verge⸗
It;. ermordet die Chriſten; treibt |bung der Sünden bringe. —
t Abgötterey, Unzucht, Mauberey,| 98. tem, die teure Fonnen bequem unterriche
röſſer denn nie kein heydniſch Reich getrieben tet werden‘, fo fie die Privatabjolution begeh⸗
Mi nme nut Jean, alſo blieb eine Form der Beicht, doch mit
92» Wo num drauf: gehandelt würde, daß |dem Unterricht, daß Sünde erjehlen nicht ges
* m Friedens willen; den: Pabſt für den boten. ne
fin Sifhof Halten wollten: ‚fo wollte er] 99. Diefe zwey Stücke, Communion und
auch gegen uns feine Geſetze relariven ıc. Dar. | Privatabfolution, find zwo ernſtliche, nicht leicht=
auf wird noch feyn anzuzeigen, daß wir gleich: |fertige Ceremonien, darzu bie Verftändigen ei⸗
lag Paͤbſtliche Regiment nicht willigen |nen guten Willen haben follten, fie helfen ftatt=
önnten, Denn der Pabſt bleibt ein Verfolger |lich aufzurichten. be —
100, Zum dritten, es iſt auch zu loben, daß
man an den andern Tagen, ſo man nicht die
und erhaͤlt noch ſeine Irrthuͤmer bey andern,
‚und ſollen feine Irrthuͤmer und. Tyranney nad) ma
dev Sänge erzehle werden. n Communion hält, gleichwol die Kirchen, be=
Bf 93. Das fey von diefem Artikel, ‚belangend |fonders in Städten, nicht ledig ſtehen laſſe, und
‚Die Poͤbſtliche Gewalt. Ob nun die Bifchöf. daß es fruchtbar fe, ſoll eine Predigt geſche—
- je. oßne, den Pabft etwas ‚annehmen werden, hen, Dadurch die Leute zum Gebet ermahnet;
ber ob fie ſich mic ihme einzulaffen, als mit |und woman Nerfonen hat, willman Dfalmen,
Gliedmaſſen des Pabfts, daswird auch geftrit: |oder horas canonicas fingen, ift wol zuzuge⸗
Lu ben. Und dieweil ein ſolch “= Er⸗
eh —— Ji icht zu lang ſeyn;
Von der. Derateibung der Lehre und —— —
— REDEN, >. aß lang Singen, als ein Werk, ein Gottes⸗
94. Zu feßen aber daß Deutfchland wollte |dienft fey, bat mans allzu lang gemacht, daß
eine Einigkeit Haben in der ehre und Ceremo: |die Erinnerung verlofchen it. Darum follten
nien, und wollten die Biſchoͤffe neben andern |die Prälaten und Pfarrherren eine Maaffe hier⸗
Hürften ‚als Pfalß, Bänern, Oeſterreich, inn ordnen. se —
ich einlaſſen, und nicht ſuchen, daß wir den| roꝛr. Diefes iſt ja zu taͤglichen Uebungen ge=
abft annehmen ſollten; fondern wollten Deut. Inug, und ftehet ehrlich in der Kirchen; und fo
ſcher Nation zu gut eine Bergleihung vorneh⸗ |der Prediger füchtig, gewohnet das Volk, daß
men; bedenfen wir, daß ſolches anzunehmen, |es gern zur Kirchen fommer; |
und Dazu zu Belfen, fo viel moglich. . 102. Zum vierten, von Seften ſtehet auch
„95 Mnd erftlich von Rirchenceremonien zu|wohl, daß man die Sefte Chrifti Herrlich Hält,
reden, fo fie die Lehre und nörhige Stücfe an: |mik gewöhnlichen Gefängen, rechter Predigt
nedmen, find ihnen dagegen in äufferlichen Mit: |und Communion. |
teldingen nachzulaflen. 2.1203. Zum fünften, wer Heiligen Sefte hal
ai u. oft man die Kommunion |ten will, doch daß Feine Anruffung diredte et
Bälc, mögen fie babey Die geroößnlichen Gefänge |indirecte darinn {ey ; fonbern zur Sehr und Hi—
© tempore fingen und behalten, Diefes ift ſtorien, ift auch zuleiden.
eine ebtliche Ceremsnia, und alfo bleibet das) 104. Zum fehften, vom Faſten und Unfers
äufferliche Scheinen noch bey alter Gewohnheit, ſcheid der Speis muß die Lehre bleiben: aber
und ſtehet in Kirchen nicht ſo gatız fremd, wielder Brauch ftehe bey den Herren jedes Orts,
es ſcheinet bey etlichen. en or Jdavon iſt niche zu flreiten, wiewol es den Ger
97. Zum andern, bey diefen Ceremonlen ift]woiffen am — iſt, mo ſolche Menfchen-
Br 3 ſatzun⸗
2
— ENGER Dr # > ® Bi S — a
135_ Cap. 8, Don derdurd) Comventen Reich erägegech
fagungen ganz aus den‘ Augen gethan fennd,
; den’ Augen gethan feynd, gethan werden, darinn fie zufagen, den Canoı
wie bie Schrift gebeut, Die Cögen und Altar Inibus gehorfam zu‘ feptz Denn ie tollen am
zu zerfihlagen und auszurotfen ; wollten fie die Canones von der Digamia, undandereun:
fich mit Diefen Ceremonien fättigen laffen , das \rechte Canones, nicht gebunden fen,
bar gut..Iltxem, diefe Worte müffen abgethan
105. Wenn aber die Bifchöffe nicht allein | werden: Ich gib dir Gewalt, zu opffern fürdie
als weltliche Fürften mit uns handlen wollen; | Todten und Lebendigen. ie
fondern auch wollen ihr Kirchen amt gern wie | 'rr4. In Ehefachenmußman fich vereinigen,
_ derum haben, davon wird auch fonderlic) zu re= | vom Diuortio, von den heimlichen Berlöbnife
den ſeyn. RES en, von den Graben der Sipfehäften sc. Int
106, Wenn gleich die Bifchöffe die rechten |diefem Stück Fönnten fie wol Maaß finden.
seßren annehmen, diefelben zu fördern und tuͤch⸗ 115. Doch muß man ſich in den Stüden
tige. Derfonen Dazu zu halten fich erbieten: ſo |von der Irdination, Yurisdietion, Ercommue
werden Doch vielleicht die groſſen Staͤdte und nication und Viſitation alsdenn mit ſtattlichem
welclichen Foͤrſten nicht gern leiden, daß ihnen Rath vergleichen, wie ferne ſolche Gewalt ſich
wiederum eine Jurisdiction eingeraͤumt follte erſtrecken ſollte; daß auch etliche verftändige
werden, und daß fie umberziehen und nn Perfonen von der weltlichen Obrigkeit dazuver:
107. Dagegen ift aber auch zu gedenken, Daß | ordnet würden. —
den Kirchen mit der Zeit vonnoͤthen ſeyn wird, 116. Item, daß die Kirche ihre Gerechtig⸗
daß fie durch ſtattliche Perſonen viſitirt wer= |feit an der Bocation, Election, und Entfeßung
den; denn Die weltlichen Herren werden die der Kirchendiener behalten möge, doch mit
$änge der Kirchen nicht groß achten, und wer⸗ ordentlichem Proceß ꝛ c. u
den die Priefter auf den Doͤrfern übel gebal:| xı7. tem, daß Die Memter ordentlich be:
ten, auch viel Pfarren wüfte werden... ſtellt; daß die Derfonen, fo da weltliche Güter
108. Nun wäre es nüßlich, fo fich etliche |verwalten und regieren, unterfchieden werden
Prälaten der Kirchen treulich annehmen woll= von denjenigen, fo da Irdination, Jurisdiction
ten, dieweil fie doc) die Güter haben, und und Bilitation halten follten; da iſt von dieſen
Eönnten die Bifitation erhalten, daß fie folches und andern Artikeln alsdenn weiter zu reden.
ehäten, — 118. Die Domſtifter hielten Ceremonien, wie
— Dazu find dennoch Stifte alda, und | gefage iſt eine tägliche Dredige und Pfalmen,
wär 7 daß der Adel derfelben genieſſen koͤnn⸗ der horas canonicas; wenn ee
te,
0 fern fie auch ſtudieren, und auc) Der | njcanten hätten, hielte man die Communion
in By Kirn, wollten nicht Kir⸗ mie ALINA Gefängen; und muß ihnen
henfachen ganz verachten. der Eheſtand zugelaffen feyn, möchten auch ei-
"110, Wo nun etliche Bifhöffe und Stifte | ng eprliche Ska I IE: EEE NG
vechte Lehre und die nöthigen Stücke annehmen, daß fie nicht allein faule müßige Verſonen na:
und der Kirchen dienen wollten, ware nachzu⸗ | yon, und müßfe das fchändliche argerliche $e-
geben, daß fie in ihren Dignitaten blieben, und | pen, das fie bis anfer geführt. mit. öffentlicher
behielten die Ordination, Viſitation und „SU: | Umzucht, das ganzer Chriſtenheit eine Shmad)
visdietion, in Eheſachen. ift, ernſtlich gewehret und geſtraft werden.
1, Es müßte aber die Drdination — 119. Hiemit, halten wir, ſey den Biſchoͤffen
erben ofme uncheiftliche Öefese, un — und Capitel nicht wenig nachgeben, und waͤre
andere tree Wort ihnen zu rathen, daß ſie es annefmen |
werden, denn Daß ſi Re! | Si a 5
Ei elften: die Berpflichtung vom Eölibat| Don den Bloͤſtern. —*
müßte ganz abgethan werden. Br I 120. Die Geluͤbde ſollen fuͤr nichtig gehal⸗
112, &8 müßte auch dieſe Verpflichtung ab: | ten ſeyn, und foll einem jeden erlaubt -feyn, her⸗
aus
J
⸗
Dur
beretl
Dt 2
* — vr n N Sea — ma
u gehen, ehelic) zu werden ſo aber etliche
Ja noch in Kuͤſtern bleiben.wollen, die, moͤ⸗
,
gen bie Sorm halten, wie andere unfere Kit.
und Bettelorden.
DIRT
WIR — TORE —J
121. Denn, daß etliche fuͤrgeben, man ſoll
aus den Abteyen Schulen machen, laſſen wir)
hingehen, jegund, dieweil noch etliche alte Der: |
fonen vorhanden feyn; ‚aber Die Jugend Fann |
nichts lernen, wo nicht eine ziemliche groſſe Ver⸗
ſammlung ift.
F 2
Uebung Haben.
122, Aus Klöftern werden nimmermehr gufel »: =. :
Schulen; fo würdedoch mit der Zeit, ausden=| ..... <...
felbigen Rlöfterfcehulen neue Möncherey, und |
it am beſten, dafs folche Kloͤſter abgethan wer⸗
den, und die Güter zu Beſſerung der Schulen
und Dfarren gewandt, alfo, daß man Arme vom
Adelund anderein Schulendavon unterhalte,
‚123. Denn man muß, gedenken, wie man
Leute aufziehe. Dergleichen bedenfen wir auch
von Sungfrauenklöftern, daß fie mit der Zeit
ganz abgethan werden; obgleich jeßunder. mit
alten Perfonen, ſo da bleiben wollen, Geduld
zu haben ıc. Und ob man Sungfraufchulen dar:
aus machen wollte, beforgen wir auch, es wuͤr⸗
de in die Blindheit, oder andere Untugend ge-
tathen, wie wir wiflen von etlichen offenen Kloͤ⸗
ftern, die auch als Schulen erfllich ‚angefan-
gen. „Und fo man die Güter dem Adel zu gut
anlegen will, feynd wol Wege dazu. Doc)
ſtreiten wir diefen Artikel nicht, ob le Sung:
feaufhulen anzurichten ; dieſes aber ftreiten
wir, Daß die Gelübde für nichtig follen gehal-
ten werben, und ihr unvechter Gottesdienſt ab-
fen, Daraus wohl zu verſtehen, worauf wir end:
Hi ‚berufen: denn in K kikee —
Stücden, wie angezeigt, wollen wir durch GOt-
tes Gnade nicht weichen, und GOtt bitten, Daß
er feine Kirche erhalten, und den Fürften und
Ständen feinen Heiligen Geiſt verleihen wolle, | ſeyn,
daß fie (ehfieffen und
fo.lang diefe Perfonen Ieben, und follen|)
‚weiter angenommen werden; und ift.das|
Daß die Möncherey ganz aufböre, reihe)
Man fehe, daß die Schulenin| _
ı Stäbten und, Univerfitäten recht beſtellet
merden; da Fönnen gute. Ingenia noehdürftige |
daß pie thun, das recht iſt, wol«
Kae ‚alle in der. Gefägrlichfeit und Leiden.
N ar en. ME a Y ; r 4 :
'SVBSCRIPSERVNT.
5, Wartinus Luther D.
- Yuftus Jonas D.
©" Joannes Bugenhagen D.
Taſpar Ereugiger D.
Philippus Melanchtbon.
Stiedericus Myconius.
Nicolaus Amodorf.
Eraſmus Sarcerius.
Joannes Amſterdamus.
Nicolaus Scheubel.
Balthaſar Tardus.
Martinus Bucerus.
Antonius Corvinus.
Joannes Rymeus.
J 1090. a N ae
D. Mart. Luthers Schreiben an Chur⸗
| fürft Johann Sriedrichen zu Sachien, mit
welchem er vorftehendes Bedenken demſel⸗
ben hberfender (den 18. Jan.) 1540:
Se und Friede in Ehrifto, und mein
armes Pater nofter. Wir ſchicken
hiermit E. €. F. ©. unſer Bedenken unters
thaͤniglich, darauf wir gedenken zu bleiben.
Dean es iſt Doch ohne das mit den Papi⸗
ften verzweifelt Ding, gleich als mit ihrem
Gotte, dem Teufel, auch. Sie find vers
ſtockt, und find wiffendlich wider Die erkannte _
Wohrheit das ift, inden HeiligenGeift (füns
digen); daß da weder zu beten noch zu hoffen
it: Sie koͤnnen fich nicht befehren, noch GOtt
die Ehre geben, Daß fie ihre Sünde befen»
gern mit nach Eifenach auf den Schmal-
kaldiſchen Tag; aber ich fehe nicht „ daß ich
da ntige fey. - Es wird vergebliche Koſt und
Miüheabermal werden; doch was E. €. F.
Gin. gefällt, will ich uͤnterthaͤniglich bereit
liegt auch nicht viel daran, ob ich eins
mal
neten, fondern wollen Recht haben; darum _ _
gehn in. 0 2 or] Eannihnen GOtt nicht helfen. toill wol
„ 124: Diefes ſeynd unfere unterthaͤnige Beden⸗ — ——
mer fühe in ihrem verfluchten gotteslaͤſte
chen Wuͤten. So ſind nun, GOtt Lob
Phil. D Jonas ec gewiß genug und geſchickt
indiefer Sache. Eben ſo wäre mein Beden⸗
Een, daf nicht noch wäre, die Foderanten
abermal zu fammlen, man kann fie wol mit
Echriften erfuchen; und zweifle nicht, wo
fie hören, daß wirs gedenken zulaffen, wer; |
den fie auch bleiben, Welches mein Beden⸗
Een wolle €. C. F. G. zu gnadigem Gefallen
vermerken, und hiemit.dem lieben GOtt ber |
fohlen, Amen. Sonntags nac) St. Anto⸗
nii, (den 18. Januar.) 1740.
| Maartin Lutber,
D. Mart. Luthers Schreiben an Chur⸗
fürft Jobann Sriedrich, fein Erfcheinen auf
dem Tage su Schmalkalden betreffend,
8.9. 25. $ebr. 1540. —
Snade und Friede, und mein arm Pater
nofter. Durchlauchtigfter, ‚Hochges
borner Fuͤrſt, gnaͤdigſter Herr. Ich ber
danke mich unterthaͤniglich E. C. F. G.gnaͤ⸗
digliches Schreiben, daß fie mein wollen ſo
gnaͤdiglich verfchenen. Und wo mic) E. €.
$. ©. werden fordern, will ich_gar gerne
Eommen, wo mirs immer moglich) iſt.
Denn ich auch ohne das gerne dabey ware,
Derohalben auch meine lieben Herren und
Freunde, Doct. und M. gebeten, fie folen mir
ja alles fleißig fehreiben, und anzeigen, wenn
ich kommen folle, denn ich ganz willens ges
weſt und noch) bin, hinnach zu folgen, wo
ſichs fo Iangeverzögen. Unſer lieber HErr
Gott ſegne E. C. F. ©. und die ganze Sa⸗
che, die doch ſein eigen, und ja nicht unſer
iſt, zu ſeinem Lob und Ehre, Amen. Mitt⸗
wochs nach Reminiſeere (den 25. Februar.)
1549 |
430 Cap.1g. Don den durch Eonventen. Reichsräge gefuchten Keligionevergt,
mal die Augen zuthäte, und die Welt nim⸗
>
% 7) Ta Re — ——— s—— ENT I TE
ass 44 47 ——— = * —717175 * NAT —
VRR
0
BE
‚mals zu Schmalkalden fich auf halten de Theor
logen, Sonam, Pomeranum, Creugiger und
Melanchthonem, darinnen er unter andern
‚über den Kaͤyſer gar ſehr Elsaet, weil er ſich
vom pabſt und feiner Cleriſey regieren
lieſſe. Anno 740.—
Den Hochgelahrten D. Iuſto Ionæ, —
merano, Caſparo Crucigero, Philippo Me-
‘lanchthoni, Dienern und Bekennern Chri⸗
ſti, feinen lieben: Freunden,
tinus Luther viel Öufes,
roünfcher Mare
| See Sreunde! Sch glaube wolalles das
SD ihr ſchreibet vondem K. und Dapiften.
Denn der R. iſt gervefen, und wird bleiben
ein Rnechtaller Kuechtedes Teufels, Woll⸗
te GOtt, er Dienetealfo, wie andere Ereas
turen, daß er der Eitelkeit nicht wiſſentlich
unterworfen ware, fondern untoiffentlich.
Wir bitten für ihn und wider ihn, wiſſen
auch gewiß, daß wir erhüret werden, mehr
denn. wir verſtehen oder begehren.
werden auch unferer “Bitte gewaͤhret wer
den, wie wir ihr bisher ſind gewaͤhret wor⸗
den. GOtt iſts. Wie nun derſelbige mit⸗
ten im Tode lebendig macht, mitten im Zor⸗
ne barmherzig iſt, und mitten in ſeinem
Wir
Grimm lachets alfo, wenn wir meynen, er
molle gar nicht erhüren, fo wirder ung erft
geben, das wir gebeten haben. PBiedenn
alle göttliche Werke wunderbar find und
unbegreiflich, bey welchem, was nichts: iff,
etwas feyn muß; was verdirbt, das waͤchſt;
mas fällt, das ſtehet, und alles ift nichtsbey
ihm. Welchem allein die Ehre gebührer,
welcher allein GOtt if, allein. Schöpffer,
allein Regierer aller Dinge: Bringt ihr
nun Friede, mitten im Kriege gegeben, fo
rollen wir den Frieden annehmen; bringe
ihr. aber Krieg, fü wollen wir gleicher Maaß
Friede aus dem Kriege gewaͤrtig feyn. Es
»
Mart. Luther, |fey durch den Tod, oder durchs Leben, fü
geſche⸗
gefchehen ift, fo wird auch unfer Friede wer⸗
den, zum eroigen Leben, Almen. ei
Verachtet den Teufel getroſt; es hat ihn
— der vor ihm gecreuziget worden,
der Ueberwinder in Iſrael. Derſelbige hat
ihn uns geweiſet, und hat ihn im Triumph
geführet, und ung zu Spotte und Trotz 9er
geben, fo wir anders glauben an den Crew
ziger Ehriftum, den HErrn und Ueberwin⸗
der feines Ereuzigers, des Teufels. Wer⸗
den fie ung creuzigen; fo folen wir ihn eben
in demfelben creuzigen, und an jenem or
Ge, oder noch eher, wollen wir öffentlich, mit
Fingern auf ihn weifen,
Anno 1540.
EEE
12909.
Der Evangeliſchen den Grafen von
Ylanderfcheid und Neuenar auf dem Eonvent
zu Schmalkalden den ıı. April 1540. über
gebene Antwort
Die fehriftliche Untwort, welche von GOt⸗
tes Gngden Johann Friedrich, Herzog zu
Sachfen, Churfuͤrſt, und Philipp, Landgrafe
zu Heſſen auf gehabten Bedacht mit den an⸗
dern ihren Verwandten in der Religionsſa—
che, auf die Inftruction, fo von wegen der
“ wohlgebornen Grafen, Seren Dietrichs, Gra⸗
fen zu Wianderfcheid, und Herrn Wilbelms,
Grafen zu Neuenar, gen Schmalkalden
* ankommen, gegeben haben ·
*
borne Here von Öranvall,und die bemeld⸗
te wohlgeborne Grafen, die Anfchläage eines
Friedens, fo anher gen Schmalfalden Doctor
Spbert von Louenburg, von wegen derſelben
Grafen, gebracht, und folgend der Grafe von
Neuenar uns in: eigener Perſon mündlich an-
gezeigt, guter Meynung vorgenommen haben.
Derhalben wir uns gegen ihnen nicht allein
für unfere Perſonen; fondern auch von wegen
aller unfer Mitbenannten freundlich und gnädig-
lich bedanken. Denn wie können mit Wahr⸗
eit und Beſtand fagen, daß wir unfer allen
Lurheri Schriften 17. Theil, |
f { 2 «
432 1.%bfchn. Dom Convent zu Frantfurt, Schmalt, und Hagenau. 43
gefchehe der Wille des HErrn. Denn der
Gehabt euch wohl.
| GEF: achrens daft, daß beyde der hochge⸗
433
menſchlichen Dingen auf Erden nichts mehr
und höher wuͤnſchen, denn des allerfieghaftig-
ften Roͤm. Kaͤyſers, allezeit Mehrer des Reichs,
Gnade, und gemeinen Landfrieden Deutſcher
Nation. Vornehmlich aber thun wir uns be—
danken gegen dem hochgebornen Herrn von
Granvall, daß er uns fo viel angezeigt hat
daß er. bisher allweg darzu * fs fg
then, daß dieſer Sachen halben fein Kriegge-
führe würde, und daß er nur gerne rathe/hel⸗
fe und diene, gemeinen $andfrieden zu erhal
ten. Stellen auch gar in Feinen Zweifel, daß
folches eßrliches Chriſtliches Vorhaben, welches
auch einem folhen Mann, derin höchften Re⸗
gimentfachen der ganzen Welt fteckt, nur ehr⸗
lich und ruͤhmlich iſt, GOtt herzlich wohlge⸗
falle. Welchen wir auch bitten, fold Herz,
Willen und Gemürh, die Ehre Chrifti weiter
an Tag zu bringen, und zu Sörderung des ge-
meinen Landfriedens des heiligen Roͤmiſchen
Reichs, zu. leiten und vegieren. Wir bitten
auch zum höchften, fo unsimmer möglich, den-
felben Herrn von Granvall, fich deß zum hoͤch⸗
ften zu befleiflen, daß man in der Kirchen durch
gewaltfame Vornehmen und Anfchläge nicht
mehr zerreifle, Denn fordere. Welchen Ruhm
ein ehrlicher Mann viel mehr wünfchen foll,
denn innerliche Sandirrung ohne der Landfaflen
Blutvergieffen zu verfragen und hinzulegen.
Das aber bitten wir erftlich, Daß ersje gicht da-
fürhalten wolle, daß wir Luſt an folchen Kirchen⸗
ierungen haben, oder daß wir aus unrechter, un⸗
billiger Neigung, Fuͤrwitz und Muthwillen, uns
mit andern Volkern nicht vereinigen, und es nicht
halten mic dem Brauch und Gewohnheit, etliche
jo viel hundert Jahre her gewachſen. Wir la⸗
den num fo viel Jahre Her, nicht allein aus eis
nem Irrthum oder Fuͤrwitz, auf uns Gram⸗
fchaft, Mühe, Arbeit, Unkoſten und Gefahr;
fondern weil in der Kirchen Ziwiefpaftin der Lehre
vorgefallen ift, wie denn zuvor vielmalen ge⸗
ſchehen: fo muß man wahrlich von dem Befennt«
niß der Wahrheit nicht fallen. So gebüßret ſich
auch nicht, denen Beyhuͤlf und Hülf zu thun und
geben, die unbillig und mit Unrecht Hin und wieder
Wuͤterey und tyrannifche Graufamfeit wider
gotfelige u unfhuldige Menfchen üben, Dies -
fe-
434 Cap. ıg. Don der durch Convente u. Reihstäge gefuchten Aeligionsvergl, 435
fe gerechte, tapffere, wahrhaftige und groffe ten um Reichthum und zeitliche Güter, und ı
Urfachen haben wir, daß mir es mit den an daß wir nicht nad) den zeitlichen Gütern trach⸗
dern nicht halten; wie der hochgeborne Herr ten; fondern unfere Widerfacher wenden diefen |
von Granual, als der hochverftändig, ſelbſt Schein darum vor, daß fie dardurch der Kö= ı
wol erachten fann. Denn das ift je am Tage, daß nige, Sürften und Herin Gemuͤth gerne be; J
etliche vie! groſſer Mißbraͤuche, die keineswegs ten verbittern, dieſe reine, heilwaͤrtige troͤſtli.
zu verheſen ſtehen, von unſern Widerwaͤrtigen che Lehre zu vertilgen, und ihre tyranmſche Bi»
mie neuer Unguͤtigkeit vertheidiget werden, die terey zu erfuͤlen. So weiß man dennoch je, und
der Chriſtlichen Kirchen und Gemeinde nicht! iftöffeneih am Tag, daß unſer keiner jemand
wohl anſtehet; wiedenn ver 41. Pf. ſagt: Wohl etwas feines Landes abgedrungen, oderaberfih
dem, der fich des Dürftigen annimmt, den) abzudringen unterftanden Hat, Niemand aud)
wird der HErrerretten zur böfen Zeit. Und) von uns hateinem einigen Bifchofin Deutſchland
nachdem wir vermerken, daß man Nom. Käy- an feiner Obrigkeit entzogen und genommen.
ferl. Majeftär den Argwopn und Verdacht wi-| Ku da der Biſchoͤffe geiſtlicher Gerichtszwang
«der uns einbilde, als follten wir nicht ſtreiten nicht mehr hat wollen in die Küchen und Kel—
von wegen GOttes Ehre, der Beſſerung der ler geben und fragen, haben fie denfeiben von
Kirchen, und der Seelen Heil und Seligkeit; |fich geworfen. Ja, fie Eönnen auch den geift«
fondern daß wir entweder der Kirchen Güter ‚lichen Gerichtszwang nicht recht führen. Die
oder aber anders meynten und fuchten: dero⸗ Bifchöfliche Stifte haben-ihre Renthe, Zins
halben wir hoͤchlich bitten, Daß der hochgebor- ſe und Einfommen noch. Dagegen aber une
ne Here von Öranual ung wolle gegen Roͤm. ſere Widermwärtige viele Güter unferer Kirchen”
Kaͤyſerl. Majeftät vertreten , undentfchuldigen. einnehmen, und verbieten, die Renthe und
Dann wir willen faft wohl, daß foiche|Zinfe, unferen Kirchen zuftändig, zu geben
Rede unfere Mißguͤnſtigen in den gemeinen und zu bezahlen. Es haben wol hievor die
Mann bieuen und bilden, unfere Sachen da» Bifhöfliche Stifte etwas: von ihrem Einfony
‚mit zu verunglimpffen. Aber wie dem, fofoll men, Pfarrer und Schulmeifter in Staͤdten zu
im: Rath des hoͤchſten Fürften die Wahrheit | unterhalten, laffen abgehen. Jetzt aber geben
die Ueberhand haben, ‚und falfdyeerdichtete Kla- |viele Städte den Pfarrern, Dredigern, Eas
‚ge, Gewalt und Unrecht bey ihm nicht Statt; planen, Schulmeiftern und Dienen Befol-
noch Kaum haben. Denn nachdem unfere Wi⸗ dung von demgemelnen Gut. Und die Staͤd⸗
derwaͤrtige bofe Sachen haben, und die Lehre, te, Diefer Verwandniß zugetfan, haben davon
fo in unfern Kirchen gefuͤhret wird, mit wahr-
Baftigen Argumenten und: guten Gründen nicht
koͤnnen umftoffen : fo fallen fie aufdiefe Klage, | me |
fahr, Gefährlichkeit und Unkoſten, fo aus der
Deros
man unferziehe fich ver Kloͤſter und anderer
Kirchen Güter. Wie ein haͤßlich Ding iſt es aber,
daß fie bitten um Rettung der zeitlichen Güter,
une: niche bitten, die gröften Laſter in der Kir.
chen, fo fie ſelbſt kennen und wiffen, zu beſſern
und abzuleiten. "Denn die erfte und fürnehm-
fte Sorge hat je ſollen ſeyn, die Lehre zu erhal»
ten, ſo uns GOtt ſelber gegeben bat. Aber
unſerer Widerwaͤrtigen erſte und fuͤrnehmſte
jo gar feinen Zugang, Gewinn und Vortheil,
daß fie and) um Die alte vorige Wortheile koͤm—
men find. Indeß, lieber Gtt! ſo iſt ver Ge;
Sachen auf fie waͤchſt, nur fehr viel,
halben kann man fie je nicht für die anfehen,
halten und achten , die entiveder aus Geiz, oder
aus Begierde, feniper frey und in niemands Ge,
horſam zu flehen , diefe Lehre angenommen hät:
ten. Aber unfere Mißguͤnſtige tragen die Fürften
der evangelifchen Confeßion und Bekenntniß
haͤßig aus, um der Klöffer willen. Und wir
Sorge ift, Fuͤrſtenhum, Regiment, Reid) wollten het zlich gerne, daß Nöm. Käyferl, Ma.
thum und Wohlluſt zu erlangen und zu erhal: jeſtaͤt und der hochgeborne Herr von Gravnall
ten. Nunm iſt je ohne Zweifel, daß: unfere Bi: zum beften müßten, wie diefe Sache ftehen ,.
Berfacher faſt wohl wiſſen, daß wir nicht firel- aus was Urſache die Verwaltung in Klöffern
“ — — ver⸗
—*
und gebraucht werden. Wie auch unſer Gemuͤth,
ſie doch je nicht ſo groß, wichtig und zutraͤglich,
daß ſie derowegen fo viel Grams, Widerwil⸗ nrechtenb
lens, Muͤhe, Arbeit, Sorge, Unkoſten und ihrer viele die moͤnchiſche und kloͤſterliche Heu.
Abſchnitt. Dom Convent zu Frankfurt, Schmalk und Jagenau.
erändert „und belchergeſtalt die geiſtliche Guͤ · cher, die um unſere Fuͤrſtenthuͤmer, Lande und.
ter zum cheil zur Nothdurft und Nutz der Kir⸗ Herrſchaften, und unfer ganz Regiment wif—
chen, und einestheils noch von uns gehalten ſen, uns ſelbſt, Geiz halben, wol entfehufoi.
get haben. Derohalben wir gemißlich. aus kei—
Wille und Meynung mie folhen Gütern fte- |ner andern Urſache eine ſolche ſchwere Laſt des
het; folgends mit was Schatzung unfere Wir Bekenntniſſes und Confeßion dieſer Lehre tra⸗
derwaͤrtige nicht allein die Rlöfter, ſondern auch gen, denn daß GOtt ſelbſt gebeut, dag man
andere Kirchen und Pfarren erfehöpffen ,. ſcha⸗ ſich zum Evangelio bekennen foll. Wie denn
ben und finden; daraus auch gewißlich das | Chriftus fage, Matth. 19: Wer mich beken:
erfolgen wird, daß in ihren Herrſchaften nichts |net vor den Wenfeben, den will ich bes
anders, denn ein eitel Tuͤrkiſch, Beydnifch und |Fennen vor meinem bimmlifeben Vater,
uncheiftlich Sehren und Wefen, Volk und te Zu dem gebeut auch GOtt, daß wir mitdenen
ben ſeyn wird. Wir bitten audy den Kochge- |nicht follen Gemeinschaft haben, die. unrechte
bornen Herrn von Granvall,; ſolches alles, als) Wüterey wider die Gottſelige üben, Nun kom⸗
der hochverftändige, u bedenken. Da auch die men wir wiederum auf die Klage. von den Klo⸗
Fürften deß etliche Zugänge hätten, die doch ſterguͤtern. Von welchen wir erftlich wollen
eigentlich entweder gar gering find, oder & viel anzeigen die Urfache, warum derfelben Ver—
geringer, denn man davon will reden; fo ſind waltung verändert ift worden. Da in dieſen
Landen das Licht des heiligen, Evangeliums er.
fehlenenift von den rechten Gottesdienſten, Haben
LITER IV PM Hy
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li
en auf ſich laden follten ; wie denn | cheley und Gleißnerey von ißnen felbft verlaffen,
diefe Sache mitbringer. Denn, zu geſchweigen Ihrer viele audy ‚damit fie wiederum zum Stu—
des Widerwillens, Muͤhe und Arbeit, man | dien fommen oder fich in einen andern Stand
überfchlage doch nur jährtiche Unkoften mit | begeben, und ihre Haushaltung möchten an—
der Klöfter Güter, Renthe und Zinfe, ſo ſtellen, Haben fie uns um eine Summa Gel—
wird ſichs Elärlich finden, Daß unfere Unfoften| des gebeten. Weil nun die Zeit diefe Veraͤn⸗
weit höher laufen, Die wir nun fechzehen gan derung erforderte, fo haben wir an allen den .
ze Sabre von diefee Sachen wegen tragen. | Enden, da Moͤnche überblieben, Chriſtliche
Und dieſelbige Unkoſten wachſen mit ihren ‘Be | Prediger verordnet, und beſohlen, Die un«
ſchwerungen immerdar auf, und mehren ſich. chriſtliche Gottesdienſte niederzulegen, und die, ſo
Ueber das, fo halte man auch die Gefaͤhrlichkeit in folchen Verſammlungen bleiben wollten, ehr.
‚gegen einander, welcher Fürft um des Beillofen Ich zu unterhalten, ob fie gleich ganz muͤßig
Zugangs, Genuß und Nutzes willen alle ſeine gingen, und dafür nichts thaͤten. Und ſom
"Sande und Leute, Gut, Leib und Ehre in ſol⸗ derlich haben wir wollen den alten armen Seue
che Gefahr fegen wollte. Das alles find jeniche ten helfen, und diefelben verforgen. Es wer
anders, denn klare und augenfcheinliche Anzei- den auch folche Berfammlungen in etlichen Kloͤ⸗
gung, wie unfer Herz, Gemuͤth und Mey: |ftern unterhalten. Nun iſt das beydes unfer
‚nung ſtehen ꝛc. Derohalben wir Kaͤyſerl. Ma» | Amt gemwefen. Erſtlich darob zu feyn, daß in
jeftät aufs unterthaͤnigſte bitten, ſie uns |unfern Kirchen die rechte Chriftliche Lehre ges
wolle niche in Verdacht haben, als follten wir führee werde, und an denfelben Enden die un«
aus einiger eigennüßigen Suchung bewegt wer: | hriftlihhe Mifglauben abgerdan würden; und
den, ob diefer Sachen zu halten. Denn Kaͤh⸗ folgends, daß ſolche gemeine Guter nicht gar uma
ferl. Majeftät Gnade, und: unfers Baterlan-|fommen, welche bereits die Mönche entwe—
des Fried und Gemach iſt uns lieber, denn alle der verlieffen oder verachteten, oder übel um»
menfchliche Genieſſe, Nutzung und Bortheil. |brachten, Denn das iſt jeam Tag, daß die
Wir zweifeln auch nicht, Daß unfere Widerſa⸗ | Fürften m Bewahrer gemeiner Güter, die
| e2 zu
433. Cap.ıg. Don derducch Conventeu. Reichtäge gefüchtenRelig ions vergl.
zu Unterhaltung Pfarrer, Prediger, Kirchen] Predigt: und Pfarramts, ver Schulen und Ries
und Schuldiener und armerfeute, geftiftee find. | hen und gemeinen Nutzens Nothdurft. Wie
So Härte man auch nicht mehr Leute in Klöftern, | denn folches anzeigen die Sprüche des gotthie
die die Haushaltung hätten willen zu ger eC Rechtens, auch die alten Concilia undale
Derohalben haben wir Berwalter und Vorſteher te Canones. Weil nun dem alſo: fo bitten wie
Indie Klöfter verorönef, die die Haushaltung auch wiederum, daß unſere Widerfacher alsı
hielten, den Ackerbau und andere Aemter vers; dann wollten laffen folgen Die geiftlichen Güter,
forgeen. Alſo ift die Verwaltung der Kloͤſter ſo ſy innen haben;, auch zur Kirchen Norhourft,
in Veränderung kommen, Wer fiehet aber daFift, Pfarren, Schulen und Armen zu bela
nicht, daß die Urſachen folcher Veraͤnderung fen, da man Zulage: bedarf: ‚Denn es: find
ehrlich und gut find? Denn wir haben nicht! viel Städte, da ſie entweder gar Feine oder gar.
fremde Mönche mollen zu uns erfordern, die geringe Einfommen ihrer Pfarren haben. In⸗
unfere Kirchen betrübet hätten. ‘Denn viel; deflen thun weder die Bilchöffe, noch. Doms
Pfarren ftehen ven Klöftern zu. Derohal⸗ herrn, was fie thun ſollen. Darunter läßt
ben hat man, bald.im Anfang, das Einkom, man au) Das Studieren liegen. Darum muß |
| der nächften Pfarren von Kloftergütern man, von Noth wegen, u die. Mittel und
‘ beftellen muͤſſen. Folgend haben wir auch den Wege frachten, damit der Chriftliche Glaube,
anbern Kirchen , die Zulage und Beſſerung be: | Lehre und gute Schrift und Künfte erhalten |
durft, viel zugeleget. Wir haben auch etliche) werden. Weil nun GOtt vornehmlich umder
Hofpital verordnet , auch) etwas den Schulen | Religion, und Glaubens und Lehre und Schrife
zugelegt. Durch folche nothwendiger Aemter willen zuerbalten, die Polizey und Weltregimene
und Dienft Beftellung „deroman nicht entbeh | eingefrget und verordnet: fo will wahrlich den -
ren kann, find der Klöfter Renthe, Zins und, Fürften und Herren gebüßren ‚allen ihren mög«
Einkommen vermindert worden, welche doch | lichen Fleiß darauf zu legen, den Glauben,
groͤſſer an einem Dre, denn an dem andern|$ehre und Schrift zu erhalten. Wir erbieren
gewefen. Das übrige ftehet in der Fürften| uns ‚auch, alsdarn einen Borftand zumas
Hand, welches doch in vielen Landen Flein und) chen, daß die geiftliche Güter zu folhem Chriſt⸗
gering it. Dennoch muß man'nod) immer: r
dar armen und geringen Pfarren davon Zula⸗
ge.thun.
von folhen Gütern armen Prieftern. So gibt
man etliche Stipendia und Beſoldung armen
Studenten, an einem Dre mehr ‚dennandem
andern. So werdens auch die Zeiten erfordern,
auf die Wege und Mittel zu trachten, die Stu-
dia und Lehre zu erhalten, daß nur viele Schü:
ler und Studenten von den geiftlichen Gütern
erhalten mögen werden, Demnad) wir ung er:
bieten, von den übrigen Gütern, wenn man
fich in einem Chriſtlichen Concilio, Tag oder
So hilft man aud) noch dick und oft,
lichen Gebraud) und milden Sachen gebrauche
follen‘ werden, wie oben bemeldet, wo unfes
re Widerfacher aud) wiederum einen Borftand
machen. Denn wir fehen, daß in fo groffer
Menge und Anzahl der Stifte ein unzählis ;
ger Hauf der Geiftlichen gehen un» Pfründen
ungelehrte Schlemmer. und Hurer zu fichrafe
fen, die nicht allein weder Kitchen noch gemei⸗
nem Nußen nicht dienen und frommen Fünnen;
fondern aud) demfelben nur beſchwerlich und
ſchaͤdlich ſind. Was gefchiehet diefer Zeie in
denen Fürftenehümern , da die F
Epeiftlichen gottfeligen tehre entgegen find ? Da
Berfammiung, einer Einigkeit der Kirchen ver-| thun fieein Ding, unterziehen fich weit und breie
fragen würde, ſolche Güter zur Kirchen,| deß, ſo man in unfern Fuͤrſtenthuͤmern ſchuldig
Schulen undandermgemeinen Nutzen in un⸗ iſt, felber, und verbieten, uns zu entrichten und:
den ;immaffen,‚ wie esbazumal ein Concilium nen, und unserbieten, ihren Kirchen zu bezah⸗
oder Berfammlung verordnen würde. Denn len, das man ihnen aus unſern Herefchaften.
fern Landen, ohne alle Beſchwerung, zumen-| zu bezahlen. Wenn wir denn Die Bag
der Kirchen Güter gehören. zu Unterhaltung des und Gebieten pflege zu reichen : fo thun fie Der«
glei⸗
uͤrſten der
' Krieg aus. Derohalben fo das Cammerge-
. man der verledigten Pfarren Nenthe, Zins und
man an etlichen Enden fogar ‚daß an vielen En⸗
it. Dom Convent zu Frankfurt, Schmalk.undAngenau, 441
‘, und laffenung nichts folgen. |zeigt au) gnugfam an ‚daß mir nicht um Gei
Ind. amimergericht hält ob ihnen, und willen diefer Lehre günftig und geneigt finde
winge ung, ihnen zu bezahlen. Indeß ned» welche unsdie Unfoften und Gefaͤhrlichkeit meh⸗
men fie unfern Kirchen, ohne alle Strafe, was ret: fo dod) unfere Widerfa ndeffen ficher,
fie nur felbit wollen haben. Es iftein gemein und ofne alle Beſchwerung von geiftlichen Guͤ⸗
Sprichwort: Aequalitas non parit. bellum; tern rauben, fo viel fie nur wollen, und Haben
das iſt, wo es gleich zugehet, da wird Fein groſſe Befoldung, damit fie von den Biſchoͤf⸗
fen beftelle find, die Chriſtliche Lehre zu vertil⸗
gen. Ferner, foverhoffen wir, daß. Känferl.
Majeftät ung gnugſam entfchuldigee werde has
ben, diemweil wir uns erbieten, von den uͤbri⸗
gen Klöftergütern, diefelbigen darzu zu wen⸗
den, darzu es ein Chriſtlich Concilium oder
Verſammlung, darinnen ein Fried und Eis
nigfeit gemacht, verordnen wird. Die andere
Befchuldigung hat uns viel weher aethan, daß
uns Kaͤyſerl. Majeftät in Berdacht halt, wenn
wir uns zu einem Chriftlichen und rechtſchaffe⸗
nen Gefpräd) erbieten, mit andern zu halten,
als daß wir uns nur alfo ftellen, Fried und Ei -
nigkeit zu geben und zu nehmen, daß wir Die
Sache dadurch verziehen und aufhalten, und daß
wir ung vor rechtfchaffenem Erkenntniß und
Urcheil feheuen; und werden angezogen die
Handlungen der vorigen Neichstäge, auf wel⸗
chen, weil wir nicht von der Lehre abgefallen ‚fo
fagt man uns nad), daß wir das Licht fliehen.
und ſcheuen. Denn Heucheley ift haͤßlich und
fehändlicy; aber vornehmlich in Sachen, die
Religion und GOttes Wort und Dienft be=
langen. Derohalben wir aufs unterthänigfte -
bieten, Kaͤyſerl. Majeftät wollen unfere recht⸗
wollten Ra⸗ ſchaffene und ehrbare Entfehuldigung gnaͤdi⸗
jeſtaͤt ſich recht erfundigten, an welchen En⸗ glich anhören. Als unfere Widerfacher hatten
den man Ehriftliche Pfarrer am beiten hielte, viel falfcher, erdichteter Klage wider unfere
die Kicchen am fleißigſten ehrete, und mitmeh-| Kirchen auf dem Käyferlidien Reichstag zu
verm Fleiß alles, das zur Kirchen vonnoͤthen, Yugfpurg ausgebreitet, und man uns befohlen
geehret würde, bey unfern Widrrfachern oder harte, Rechenfchaft von unfrer Lehre und Ceri⸗
bey ung: fo würde die Sache an ihr felbft uns monien zu thun, Haben wir nichts unter Die
Känferl. Majeſtaͤt gnädig machen, und fiebe- Bank gefteckt, fondern frey und einfaͤltiglich
wegen, eine Reformation zu machen, und den. unfre ganze Lehre alfo gefaffer, Daß man data’
Pfarren zu helfen. Denn fo lang man fo ty-| aus nur wohl verftehen fonnte, daß wir der rech⸗
ranniſch mit den Chriſtlichen Pfarrern und| ten Apoftoliihen und Catholiſchen Kirchen rechte
Predigern umgehet, fo werden wir auf beyden! fchaffen folgen, und Die Symbola und Artikel
Seiten nicht Pfarrer haben. Diefe ganze Ber- des Glaubens halten; und daß unfere- Lehre
meldung würde Röm. Kaͤhſerl. Majeftär erfah-| und Eeremonien ſich mit der alten,reinen, Chriſt⸗
ven, daß fie im Grund alfo ſtehet. Und ſie lichen — ſehr will vergleichen. —
* | e 3 en
richt gerne wollte, daß Deutſchland Ruhe, Fried
und gut Gemach haͤtte, wahrlich, ſo wuͤrden
fie niche fo ungleich mit unſern Kirchen umge-
ben, damit fie auch) die Pfarren und Arme be⸗
ſchweren. : Sie achten aber diefer. gotfeligen
Aemter fogar nichts, daß fie auch ihrer eignen
Kirchen nicht verfchonen, denn fie legen uner⸗
traͤgliche Schatzung auf die Pfarren und andere
Klechen. Weil fie auch wider dieChriſtliche Pfar⸗
rer wüten,fo liegen viele Pfarren ledig. So ziehet
Einfommen in die Aemter. Die Kiöfter erfchöpft
den Die Möndhefagen, daß fiegar nichts mehr
Baben ‚denn den Glockenton und ihre Gefänge.
An viel Enden ftehen nicht allein die Dörfer,
fondern auch Städte ohne Pfarrer Welches
frommer,, ehrbarer teute Herzen nur fehr weße
hut. Macht auch unter dem gemeinen Mann
ein heydniſch, wild, vohes !eben, und wird
auch madyen bey unfern Nachkommen eine
Barbaren, wildes, rohes Leben, und die Re—
ligion , Sottesfurcht und Dienft ganz und gar
in Dergeffenbeit bringen. Und wahrlich! wir
wollten ganz gerne, daß Röm. Kaͤyſerl. Mar
442 Eap.ıg. Donder durch Conventeu.Keichstägegefuchteeligionsvergl. 443
ben auch viel und wichtige Urſachen unfers Bor- me, fo wollten wir der mittelmäßigen Dinge
hobens und Bornehmens; find auch ber Zu- und Indifferenzen halben, nicht ftreiten;, wir -
verſicht, daß nur ſehr viel Biederleute auch da⸗ haben auch ehrliche Mittel und Wege vorgeſchla ⸗
- zumal mit uns wohl zufrieden geſtellt find wor· gen und geboten. Wie gleich man aber mit
den, da fiegefehen haben, daß wir ob Der Apo⸗ uns umgangen ift, wünfchten wir, daß Käy:
ftolifchen und Catholiſchen Chriſtlichen Kirchen ſerl. Moj. , unfer alleegnadigfter Herr, woiffen
. einhelliger Meynung halten; und aber die Miß- ſollten. Denn die von den Widerſachern zu
bräuche und Irrthuͤmer, die in vorigen Zeiten |der Unterhandlung verordnet waren, haben ſich
in die Epriftliche Kirchen eingefchlichen , fra-Imit ausgedruckten Worten bedungen, daß fie
fen. Denn das fann man je nicht leugnen ‚Ian ihrer Meynung garnichts wollten verändern
daß viel unleidlicher und unträglicher Laſten nod) in etwas weichen, fondern allein mit uns
und Irrthuͤmer heimlich eingeriffen find. Von diſputiren und unferreden, uns auf ihre Opie
der Buſſe und Vergebung der Sünden iſt die nion, Weg und Meynung zubringen. Da hu⸗
Sehre zum höchften durch einander verwirrt ge⸗ ben fie an, zu vertheidigen die Anruffung dee
weſt. In mas fchreckliche Mißbraͤuche iſt doch Heiligen, die Mißbraͤuche der Meffe, und
Das hochwuͤrdige Sacrament des wahren Leibs Gnugthuung fuͤr die Suͤnde. Das war je nicht
und Bluts Chriſti in der Winkelmeſſe gerathen? eine rechte Erkenntniß, daß man nach den rech⸗
ſo doch das gewiß iſt, daß man in der alten ten Quellbrunnen und Grund geſucht haͤtte;
Chriſtlichen Kirchen von den Winkelmeſſen gar ſondern war nur eine Beſtaͤtigung der alten
nichts gewußt hat. Im Caͤlibat und eheloſen Irrthuͤmer. Dieweil wir nun darein nicht ge⸗
Stand auſſerhalb der Che, wie viel Sünden williget, die Wahrhelt auch nicht haben laſſen
und Schanden ſind doch vorgangen? So iſt fahren, ſo beſchuldigen uns bey Kaͤhſerl. Maj.
auch die Lehre von der Gewalt der Schluͤſſel unſere Widerſacher, und erdichten auf uns, daß
voller Eitelkeit, Lügen und Ehrgeiz geweſt, und wir uns nur alſo geſtellt haben, als haͤtten wir
allein dahin gezogen und gedeutet worden, des Luſt und Willen zu Friede und Einigkeit, allein
Pabſts Tyranney zu mehren. Wie groß iſt die Sachen zu verziehen und zu verlängern; es
auch gemeft die Bürde der mißgläubigen Sa: habe aber die Meynung nicht gehabt. Sie
gung? und wie geſchwind und Bart hat man Inennten aud) die Einigkeit und Bergleihung
Doch die Leute mit menſchlichen Saßungen durd)- nicht anders, denn Daß man von der Wahrheit,
plagt und gemartert? Wie gar hat man auch abfalle. Darnach hat mannie Feine Difpufa«
keinen Unterſcheid der Dienerdes Evangelü ge: tion und Nede von der Sehre auf einigem Tag
‚habt? Unfere Eonfeßion und Bekenntniß iſt auf gehalten; wiewol wir nie Feine Unterhandlung
Die Materien und Attikel gericht und geftellt ges |geflohen und geſcheuet Haben, in welchen man.
weft, was vor Jertümer bey ung geftraft ſind Thriſtlich und vechtfchaffen handelte und rath-⸗
‚worden. So find der Unſern Schriften noch ſchlagte. Derkalben wir wuͤnſchen und bitten,
vorhanden. Lieber das fo befennen viele got- daß Kaͤyſerl. Maj. es gewißlich dafür Balken,
sesfürchtige, Chriſtliche Leute, Daß fie ausden, ſollen, daß wir weder Ausfluche noch Umſchweif
felben Schriften und Büchern Epriftlih und fuchen. Denn wenn mie uns unfrer Sachen
nuͤtzlich erinnere find worden, an der Lehre von ſchaͤmeten, fo koͤnnten wir mit groffem Glimpf
Eprifto und dem rechten Gottesdienſt baß ‚denn und Beyfall von der Sachen abftehen und fal⸗
vormals gefchehen,zufeyn. Darum fliehen wir Ten. Weil wir aber wiffen, daß die Sache guf,
ja nicht vor dem dicht, Da man auch zu Aug · Chriſtlich und gottſelig, auch der Chriftlichen
ſpurg eine Vergleichung wollte machen, haben Kirchen nothwendig ift, und derfelben die Chris
wir nichts betruͤglich gethan, fondern ung alſo ſtenheit nicht entbehren kann: fo. tragen wir die
erzeigt, als die nur gerne Frieden und Einig groſſe Laſt der Eonfeßion und Des Bekenntniß um
feit haben wollten. Wir haben auch uns hören | GOttes Gebots willen, wie wir oben gefagt ha⸗
laffen ; foman die nothwendige Stuͤcke anneh- ben. Wir handeln auch nicht tuͤckiſch; fondern,
38 oa
444 1 &bfehn. Vom Convent zu Frankfurt, Schmalk. und Sagenau, 445
wir begehren auszubreiten und zu erhalten bie hen ninimermehr angenommen foll werdet.
| —— um GOttes Ehre willen. So Denn GOttes Willen kann nimmermehr aus
wünfchen aud) alle Sromme nichts mehr, denn | menfchlicher Opinion und Meynung erkannt
eine Ehriftliche, gottfelige Einigkeit der Kir-| werden; fondern wie St. Johannes am 1. fagk:
chen. Derhalben wir aud), wie wir auf dem | Der Sobn GOTTes, der in des. Daters
Tag zu Frankfurt am Mäyn und fonft zu mehr⸗ Schoos ift, der hats uns angezeigt: Kaͤh⸗
malen gethan haben; alfo erbieten wir uns aud) ſerl. Maj. wollen doch befehlen, diefen Doctor,
jesund zu einem Chriftlichen und rechtfchaffenen |unfern Heben HErrn JEſum Chriftum, einen -
Geſpraͤch mit andern Fürften und Ständen des | Richter feyn in dieſen ftreitigen Religionsfachen.
Relchs, in welchem die rechte Brunnen und| Känferl. Majeft. befehlen, die Wahrheit zu für
Gründe der Chriſtlichen Lehre geoͤfnet, eine goft-| chen, damit die Ehre Chriſti an Tag fomme,
felige Bergleihung, Sriede und Einigkeit be⸗ und gefördert, und der Leutſeligkelt gerathen und
fchloffen, gemacht und aufgericht twerde. Und geholfen werde. Das wird Kayferl. Maj. fehr
damit je dieambiguitas oder zweifelaftig Wort wohl und ehrlich anftehen. Diemeil man denn.
Fein Argwohn oder Verdacht mache: ſo nennen Umſchweif meiden foll, von Käyferl. Maj. bes
wir das piam conciliationem, das ift, eine) gehrt, daß wir ung deutlich, eigentlich und mit
gottſellge und Chriftliche Vergleichung, in mel-| ausgedruckten Worten vernehmen und hören fol-
cher die Wahrheit an Tag gebracht, der Ehrift- | len laffen, wie unfer Herz, Willeund Meynung
lichen Kirchen geholfen, die alte Irrthuͤmer ab-| ſtehe, welche Artikel wir meynen und ſchlieſſen,
‚geleget, und die rechtſchaffene Gottesdienſte wie- | man nicht verwerfen koͤnne. Es iſt vorhanden
Derum aufgerichtet werden. Denn diemeilman | unfere Confeßion ſamt der Apologia, in wel⸗
bisher fo oft gefagt Hat, daß Roͤm. Käyfer!.| cher gnugfam am Tag ift, ob weldyen Artikeln,
Mai. Wille, Gemuͤth und Meynung fey, daß | als nothwendigen und die man nicht fahren und
die Zwiefpalt in ber Religion beftändiglich hin | fallen kann lafjen, wir Halten. Wir zweifeln
gelegt und vertragen, und die rechte Brunnen auch gar nicht, daß Die Lehre, fo in unfern Kir-
und Gründe geöffnet werden: fo nennen, mir) chen geführe wird, fey eben die Lehre und ein—
nicht conciliationem oder eine Bergleihung ‚! trächtige Bewilligung der rechten Apoſtoliſchen
Richtung oder. Vertrag, wenn: man bie alte, und Catholifchen Kirchen Chriſti. Denn gleidy
Jerthuͤmer beftätigen roill, oder wenn man von | eben Diefelbige Lehre wird geführet in der. Pro—
der Wahrheit abfällt. Wir haltens auch nicht pheten und Apofteln Schriften. So treffendie
dafür, daß jemais Roͤm. Kaͤhſerl. Majeft. die, Zeugniffe der alten Chriſtlichen Kirdyen von den
Hrdnung der Difputation und Unferrede zu noͤthigen Dingen mit dieſer Sehre überein, als
Augfpurg.vecht angezeigt fen worden, in wel-| nemlidy): Bon der Lehre, von dem rechtſchaffe⸗
cher unfere Widerfacher ſich öffentlich bedingt nen Brauch der Serramenten, von der Ger
haben, daß fie von ihrer Meynung gar nicht walt der Schlüffel, vonder Kirchendiener Amt;
wollten weichen; fondern allein darauf handeln welche doch ganz unrulich und ungleich ift der
und arbeiten, daß fie uns zu ihrem Tand bräd)| tyrannifchen Regierung des Pabits, und wie
ten, die ftrafs dem Evangelio entzogen, find.| der Brauch menfchlicher Satzung frey ſtehen
Da man numabermalsalfo mit uns wollte han⸗ und ungezwungen feyn foll. Derhalben fo wir
deln, das hieß nicht dieſe Sachen nad) dem| unfere Confeßlon wegwürfen, fo hielten wirs
Brunnen, Duell und Grund gehandelt, oder. die | nicht mie der apoſtoliſchen und Ehriftlichen Kir—
Wahrheit geſucht; fondern DIE Pythagoriſch chen, und fünderten und frenneten ung felber
Spruͤchwort uns vorhalten: Ipfedixit; das iſt, von der rechtſchaffenen Chriſtlichen Kirchen, ſo
er hats geſagt. Weil mans gebeut, weil mans allezeit geweſt iſt; im welcher die erſten Vaͤter,
alfo und nicht anders will haben, ſo muß esals| Propheten, Apoſtel und andere Heiligen, haben
fo bleiben und ſeyn. Welches Spruͤchwort von! gleich in dem Glauben, den wir predigen, leh⸗
menfhlüher Gewalt in der Chriſtlichen Kire' ren.und führen, GOtt und GOttes ————
u, Dei
146 Cap:
den einigen rechten Heiland, angeruffen. Wie
denn St. Peter fagt Apg. ro: Diefem geben
alle 1
Kirchen foll mans nicht halten.
Gonfeßion abftünden,
ig. Donder durch Conventen. Reichsrägegefüchten Religionsvergl.
rechtſchaffene Urtheil und. Erfenneniffe nicht fer
elf ji er — auch, daß Ve ua
obeten das Zeugniß. Wider diefe lehrte Leute daran ärgern, daß in unfern Kite v
a * Von derſelben chen die Ceremonien nicht überall gleich feynz |
aber fonderten wir ung, wenn wir von unſrer wiewol die Gleichheit in ſolchen Dingen nicht
und die alte Irrthuͤmer vonnoͤthen, wo man nur in der Lehre einig ift;
i
und den greulichen erfchrecklichen Mißbraud) aber dennoch möchte man, um gemeines Frie⸗
der Sacramente wiederum aufrichfeten. ‚Ueber dens willen, auch davon aufeinem Tag handeln.
ie nöthige Artikel find auch etliche indifferentes Denn, GOtt ob! aus GOttes Gnade, alle
a: — nicht noͤthig ſind, als unſere Kirchen fuͤhren nicht mehr, denn diefe
menſchliche Weile,
in ven — fen ; s
eiftlichen Gerichtszwang
— der Kirchendiener,
ſitatorn und —
den ſtreitigen Ehe
‚welche, damit eine Ordnung einige Lehre, fo in unſrer Confeßion und Apo⸗
eingeſetzt ſind: Von dem logia verfaßt iſt. Das iſt auch die Urſach,
vonder Verordnung warum wirs dafür halten, daß auf einem Tag
von etlichen Bi- moͤchte auf einen Vertrag und Vergleichung ges
den geiſtlichen Guͤtern, von handelt werden. Denn vom Brauch der IJndif⸗
fachen ‚ konnte man ſich verei⸗ ferenz und Mitteldingen kann man nicht han⸗
nigen, wenn man ſich nur um die Hauptlehre deln, man habe ſich denn zuvor um die noͤthige
‚Hereinige und vertragen Hätte. Denn was hilfts, /ehre vertragen und vereiniget; Darzu eines Ges
wenn man ſich um die Ceremonien oder den Ge⸗ n
richts zwang mit denen vergleichte, wenn ſie Sachen gelaͤutert moͤgen werden. Darnach,
noch in den Hauptartikeln der Lehre mit uns mer neräd
nichteinig wären? Kurzum, bie Zwiefpalt Fann glichen hat, fo muß man viel Dingsberarhfchlas,
i wenn die andern werden Igen, von dem geiftlichen Gerichtszwang und vom
vertheidigen und die Kirchenregiment; welche Sachen wir nicht vers
Daß aber nehmen, wiefiemögen fonderlich gehandelt wers
nicht hingelegt werden,
fortfahren, Irrthum zu dert
Fromme, Gottfelige zu erwuͤrgen.
-
nn man fid) um eine einträchtige Lehre ver»
ſpraͤchs vonnoͤthen will feyn, Damit fo grofle
ung etliche vormwerfen, als follten etliche Irr⸗ den. Dieweil wir denn uns unſerer Meynung,
. thiimer vermengf feyn in der Lehre unferer Kir⸗ Gemuͤths und Willens Haben Elärlich vernehmen -
9 wiewol nicht zweifeln, daß Die Leh. laſſen: fo bitten wir. abermals den hochgebornen
chen;
re und Predigt unferer Kirchen, zu der wir uns Herrn Granvall, Känferlihe Majeftät unter⸗
Öffentlich bekannt haben,
An iſt A
willigung der i
Kirchen Chrifti Wie aber dem, fo mögens
Die Wiverfacher alsdann aufden Tag, fo ihnen
ettwag nicht gefällt, hervorbringen; alsdann
wollen wir auf einen jeden Artifel in Die Länge
und reichlich” Antwort geben, und verhoffen
alfo Antwort zu geben, daß alle Gottſelige und
Siebhaber der Wahrheit gute gnug dran haben
merden. So au) in unſrer Confeßion oder
Apologia etwas dunkel oder Fürzer, denn die
Nothdurft erfordert, gele
wirs erklären und erlaufern.
von unfern Bücherfihreibern etliche Dpinion
ausgebreitet hätten , (denn wir find je Men:
chen, ) die man ändern müßte; diefelbige wer⸗
den gewißlich, fo fie deß erinnert, ſich wider
wahrhaftiglich nichts |thäniglic zu vermaßnen, Frieden und Re⸗
dann die einträchtige reine Be- |formation in der Ehriftlihen Kirchen zu mas
opoftolifchen und Catholiſchen chen, damit man einen beftändigen und wahre
haftigen Frieden möge aufrichten. Denn
wenn man öffentliche Irrthuͤmer wird befta«
tigen, ſo werden allezeit Leute feyn, Die ſich da⸗
wider feßen und reden werden. Zudem fo ifts
unrecht, daß man: mit dem Schwerdt wollte.
wehren, daß man $after und Irrthuͤmer ſtraft.
Und folche Regiment füllen in der Ehriftlihen
Kirchen nicht ſeyn. Kaͤyſer Conftantinus haf
den Donatiften, wiewol fie öffentlich ivreten,
gefegt wäre, fo wollen |zmeymal Richter gegeben. Zumdrittenmalhater
Wo auch etliche ſie felbft gehört, damit er je nicht geſchwindere
Sache zuvor
genug diſputirt, verhört und erfannt wäre; da=
Gebot eher ließ ausgehen, denn Die
mit er nichteine zugefchwinde Einführung in der
Epriftenheit machte. . Wir Hoffen auch, Sn M
a
Tag zu
—
Majeft. ſey der Gerechtigkeit und Güte, nach⸗
‚dem fo viel Streit von den allergroßwichtigſten
Sachen entſtanden ſind, daß er vor rechtſchaf⸗
fener und billiger Verhoͤr und Erkenntniß nichts
mit Gewalt werde vornehmen. Demnach wir
bitten, daß eben wie Kaͤyſ. Majeſtaͤt auf dem
Frankfurt am Mäyn uns eines oͤf⸗
fentlichen Geſpraͤchs vertröfter haben, feine
Kaͤhſ. Majeſt. werden gnadiglich ein ſolch Ge-
fpräd) verordnen und verfchaffen, und wie bis:
ber fo oft und dick gefagt ift, daß Se. Küyf.
Majeftat wollen darob feyn, daß die rechte
Wahrheit möge an Tag gebracht werden, aus
den rechten runden, die man vornehmlich in
der Kirchen anfehen foll, als nemlich aus GOt⸗
tes Wort, das in der Propheten und der Apo-
ftel Schriften verfaße ift, mit welchem auch
die alte und reine Chriſtliche Kirche überein:
ſtimmet. Es gerathe nun wie es immermehr
mag, fo werden dennoch) alle Nachkommen
nicht anders fprechen, fagen underfennen, denn
daß unfere Bitte und Suchung gleich und bil-
fig, Chriſtlich und gottfelig geroeft fey, und daß
fie nicht allein uns, fondern auch Der ganzen
Chriſtlichen Kirchen zu guf gereichen werde ; wel⸗
ches auh Kom. Kaͤhſ. Majeftät zu fordern
ſchuldig, bevor: weil die Biſchoͤffe vor Ehre,
Geiz und Graufamfeit ganz brainen, toben
und wuͤten, nichts anders thun, denn verhegen,
dringen und treiben, die unſchuldige und Chrift-
liche Driefter zu erwuͤrgen, und die Kirchen ganz
und gar zu verwüften. Und ift gewißlich ein
rechrfchaffenes Lob und Ruhm Roͤm. Kaͤyſ.
Majeftät, daß er bisher den blutgierigen Narh-
und Anfchlägen nicht gefolget hat. Denn GOtt
will fonderlich, Daß man Sic) guͤtiglich und fanft:
449
Buͤchſenmeiſter und'eine ziemliche Anzahl Pul⸗
‚vers geſchickt. Darzu auch unfern Untertha-
nen nur gerne erlaubt haben, Rom, Kaͤhſ. Ma⸗
jeſt. zu Krieg und Feld zu dienen. So iſt auch
das am Tag, daß wir dazumal nicht geringe
Vortheil, uns angeboten und zu Haus und Hof
getragen, verſchlagen und nicht angenommen ha⸗
ben; allein aus dieſer einigen Urſache, daß wir
unſere unterthaͤnigſte treue Dienſte und Glauben
gegen Rom. Käyf. Majeft. mit mehrer Unter⸗
thanigteit und Treuen erzeigen und bemeifen
möchten. Derhalben wir je gerne wollten bey
Kaͤyſ. Majeft: entſchuldigt ſeyn. Und da je:
mand von uns mit Namen angegeben waͤre, an
deſſelben Antwort verhoffen wir, Roͤm. Kaͤhſe
Majeſt. werde an feiner unterthaͤnigen Antwort
gnaͤdige Gnuͤge haben. Dieſe unſere Antwort,
in allen und jeden Artikeln rechtſchaffen, wahr⸗
haftig, einfältig und beftändig, bitten wir, daß
der hochgeborne Herr von Granvall wolle un-
befchwert feyn, zu lefen, und Rom. Käyf. Ma-
jeftät unterthäniglich anzeigen, uns ihrer Käyf
Majeft. befehlen, und bitten einerechtfchaffene
Bergleichung und Vereinigung der Kirchen vor⸗
zunehmen; welche fo hoch vonnöthen ift, Daß,
wo die unguͤtige Wuͤterey, Tyranney und Ver⸗
folgung nicht aufhoͤret, Daß ſehr zu beforgen,
daß eine greuliche Verwuͤſtung der Kirchen
Daraus erfolgen werde. ° Denn die Bifchöffe
find fo gefchickt und gefinnet, daß fie viel eher
und lieber wollten, daß dieganze Religion und
ganze Chriſtliche Glaube vertilgee würde, denn
daß fie wollten in einige Reformation der Kir:
hen willigen. Zum hoͤchſten aber bitten wir,
daß der Hochgeborne Herr von Granvall wolle
auch 'unfere allergerechtefte Klage gegen dem
müthiglic) gegen den armen Dienern des Ep: |Cammergericht Roͤm. Kaͤyſ. Majeſt. unterthä-
angelii erzeigen foll. Letztlich bitten wir auch |niglich anzeigen, an welchem unfere Verwand⸗
mit allem Fleiß darum, daß Nom. Kaͤyſ. Ma: |te aufs unbilligite, auch wider Recht und KRäyz
jeft. wolle der geſchwinden, falfchen Klage nicht |ferlich Verbot, befchiverer werden. Und iſt je
glauben und flatt geben, Daß man etlichen von Iwahr, Daß Das Ganımergericht, wol in gerinz -
is will ſchuld geben, als follten fie ihrer Käyf. |gen Sachen‘, nicht allein unrechte, ſondern
Majeſtaͤt Feinde Huͤlf gethan haben; welchen |auch graufame und gefchwinde Urteil fprechen;
ihre Kaͤhſ. Majeſtaͤt oͤffentlich bekriegt hat. wie denn in der Mindiſchen Sachen am Tag,
Denn das iſt je einmal offenbar und am Tag, |in welcher der Streit nicht mehr denn um fee
daß wir dazumal etliche Roͤm. Kaͤyſ. Majeft: zig Gulden oder dabey, zu thun, welche die ars
Hauptleute mit etlichen Dienften gefördert;.Ime Stadt Minden einer Pfarrkirchen zugelegt
Lutheri Schriften 17. Theil. Sf hat,
\
: Be N
er durch Convente u. Reichstägegefüchten Relinionsvergl. zur
450: Cap.ıg.VDond
]
Bat , wie fie denn auch zuvor zun Kirche gehet nn oo
baben. Aber unfere: Widerfacher wollen viel Phil. Melanchthons Schreiben an Eu -
lieber ‚; daß diefelben fechzig Gulden von müßi=| iherum von den Sandlungen der Sufams
gen AUnflätern verzehrt und umbracht follenwer= | menkunft in Schmalkalden
den ; unangefehen, daß indes die müßigen Dom:
herrn deffelben Dres groſſe Güter verpraſſen,
und Doch der Kirchen gar nichte dienen, Da: |
gegen fie, ihnen zu Muß, der Pfarrkirchen nicht
fo wenig Gulden haben wollen: laffen abgehen. |<
Um diefer geringen Urfach willen it vom Cam⸗ | würde in Deutſchland kommen, nicht daß. er
mergericht die Acht wider die Stadt Minden \einen innerlichen Krieg anfinge, fondern daß er
gefaͤllt. Darum bitten wir mit groflem Fleiß, |Nath hielte, wie die Eintracht der Kirchen
folchen Srevel des Cammergerichts und alle fol- |durd) billige Wege wieder gemittelt werden.
che Proceſſe zu verbieten, und zu mehren, lauf |möchte. Darum hat man ven. Schmalfaldi-
anfer Bitt und Urtheil, davon auf dem Tag ſchen Convent angefegt. Man hat fich beras.
zu. Branffure am Maͤyn mit den zweyen then und einmüthig beſchloſſen: man koͤnne die
Churfuͤrſten, Pfaälz und dem Marggrafen zu Artikel nicht fahren laſſen, die wir in der Aug⸗
Brandenburg, gehandelt ift worden. Da nun fpurgifchen Bekenntniß und deren Vertheidi—
Nom. Kaͤyſ. Majeftät gerne wollte, daß Fried, gung (oder Apologie) behaupten: wenn man
Ruhe und Gemach in Deurfchen Landen feyn in der Lehre eins wäre, wirde man über Mit⸗
follte: fo muß man wahrlich die Proceſſe des teldinge niche fogar heftig zu ffveiten haben.
Sammergerichts abfehaffen. Denn was find | 2. Unfer Bedenken, welches die andern-
doch folche Urtheil anders, denn Heertromme- \unferfchrieben, ſcheinet ganz wohl überlege und.
£en zu groffen Empörungen, wider melche auch, gelehrt gefchrieben zu feyn; wie Paulus wird
vermöge der natürlichen Rechte, die Rettung erzehlen koͤnnen. Indem diß auf dem Con:
und Gegenwehr zugelaffen:ift. Wo auch die⸗ vent vorgehet, iſt Des Käyfers Antwort aus.
- felben Proceſſe nicht abgefchaft wuͤrden, und | Spanien angelangef, darinnen der Kaͤhſer mel
Sielleicht andere Kriegsvolf machten und. auf: det: ‚Er fey in Deurfchland gekommen, nicht mit
naͤhmen, fo Fünnten wir doch nicht anders ge⸗ |feindfeligem Gemuͤth, ſondern Der Meynung,
denfen, denn daß fie, wider uys aufgenommen daß er von Eintradjt der Kicchen wolle han—
Ins Deutſche Überfegt von M. Aug. Tittel, =
ra —— SL Ä J a
C\>5 Bat mir der von Lunden, fo aus Spanien.
I wieder Fam, geſchrieben: Käyfer Carl
worden. '. Daraus Denn unverfehene Empö-
zungen möchten entſtehen, welche wir je nicht ger-
ne wollten: denn unfere hoͤchſte Begierd iſt,
daß Deutfchland in gutem Sandfrieden ftehen
Herrn: von Granvall Kom. Kaͤyſ. Majeftat,
unſern allergnaͤdigſten Deren, zu ermahnen, ung
dienen und zu erfennen erbieten.
Fried zu geben, und die Droceffe in der Reli—
gionsfachen wider. ums abzufchaffen. Wir bit—
ten auch‘ Die wohlgeborne ‚Grafen, diß dem
deln laſſen; und zeiget einige Hoffnung, daß
er Friede geben wolle, und hat gefager, Daßer.
darüber bald hernach antworten und ſich erfläs
ren wolle.
möge. Bitten auch mit groſſem Fleiß den
3. Das iſt nun wol gar eine zweifelhafte Re⸗
de, wir ſehen fie aber doch für friedlich an.
Hernach ift der Graf von Neuenar bald drauf
fommen, der bringt den Rath, oder das Be—
denfen von der Eintracht; dabey einige Kla-
gen: oder Befchmwerungen waren, Bie Ge-
bochgebornen Hexen von Öranvallfreundfich zu ſandtſchaft war mit Hofelift abgerichter, Die,
befehlen. Dagegen wir uns: auch wiederum, Grafen von Manderfcheid und Neuenar gas,
beyde gegen den Heren von Granvall, undden ben vor: der Känfer habe fie eigentlic) nicht ab-
Grafen, ſolches freundlich) und in Gnaden zu ver⸗ |gefchickee, Doch aber gefalle ihr Nach und Mieya
nung dem Kaͤhſer. Beil der Kaͤyſer die ges
u [meinen Streitigkeiten one groß- Lermen gerne;
2 10m möbengelege. haben wolle; ſo duͤnke Granvellen
ı% ID .sı nah ei?
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|
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in
ſehy ihm ſehr mißfällig, daß wir bishero immer
. doc) die Sache nur immer in die Ferne gefpie-
‚tig geanfivortet: daß wir das gemeine Beſte
gertfelige Lehre fahren laffen ſollte. Wir ha:
1. %Abfehn. Dom Eonvent su Frankfurt, Schmalk. ınd 4
einen zwey Mitgefandten (oder Gefaͤhr⸗ ben die Antwort abſchriftlich. Es wird: viel:
man folle bitten, daß das vom Känfer leicht verſchiedentlich über unfre Antwort geur⸗
der Stille gefucht werde, und daß mir: ihn |theilee werden. Es iſt eben nicht vieles drin⸗
in diefen Streitigkeiten in der Stille zum Schie- nen, Das etwas Härter klinget. Das andre
derichter wählen. Wenn wir das thaͤten, wuͤr⸗ |alles ift befcheiden , vedlich, ernſtlich und ohne
de der Känfer Granvellen und einige wenige Heucheley oder Spisfindigfeit gefehrieben. Und
‘andre brauchen, und von beyden Seiten gelehr- | wenn der Käyfer den Kirchen auf Chriſtliche
te Leute erwählen, die uͤber die Lehrpuncte rich: | Are gerathen wiſſen will: fo meyne ich, daß wir
teten und fie zum Vergleich brachten. Den ihm fchon Anlap Dazu gegeben haben, GOtt
Streit aber über Kirchenguͤter müffe man des gebe doch, daß des Rünfers Gemuͤth erwecket
Kaͤyſers Urtheil uͤberlaſſen. Man hat auch werde, die rechten Quellen und Gruͤnde der
das wiſſen wollen, nemlich daß wir klar und Sache in ſolchen Lehrpuncten unterſuchen und
rein heraus fagen moͤchten, was wir wolnach- daruͤber handeln zu laſſen, wie fo oft in dieſer
geben, oder durchaus behaupten wollen. Erzehlung geſchrieben worden. ft
4. Es waren gar harte Befchiwerungen mit) 8. Da habt ihr Die fuͤrnehmſte und wichtig⸗
angehänger, darinnen der Känfer Elaget: es ſte Gefchichte diefes Convents. Denn das ans
dere find an Dinge, und darunter auch
gethan, als wenn wir Eintracht fuchten , und viele, die Demofthenes gemeine Gebrechen und
) Sehler der Regimente nennet ; Davon wir ein=
let hätten, damit dadurch unfere Partey ftär- mal mündlich im Vertrauen reden werden,
fer würde; dergeſtalt wären wir nie recht wil:| Gehabt eudy wohl ! Et |
lens gewefen , Die Zwietrachten zu ſtillen oder| —— — —
1301»
Röyfers Carl des V, Ausfehreiben zu eis
ner- Sufammenkunft nach Speyer, oder von
dannen nach Hagenau, an Ehurfürft Johann
Friedrichen zu Sachfen und Aandgraf Phi:
lipp zu sseffen. Gegeben zu Gent
den 18. April, 1540.
Carl, von GOttes Gnaden Römifcher Kaͤh⸗
fer, zu allen Zeiten Mehrer des Reichs ꝛc.
ochgeborner lieber Dheim, Churfürft und
aufzuheben, weil wir den Widerfachern gar
nichts nachgegeben.
5. Ererzehlet'ferner, wie fleißig er zu Aug⸗
fpurg von der Eintracht gehandelt. Und die
ganze Klage lauft dahinaus: es feheine nicht, |
daß wir Einigkeit füchten, es wäre denn,
daß wir die ganze Lehre, dazu wir uns bekennen,
fahren liefen.
6. Wir haben befcheidentlich und wahrhaf⸗
und den Seieden Herzlich winfchefen; haben auf ‚ Ehurfürf
die uns zugemuthete Befchufdigungen unfere Fuͤrſt! Wir Haben uns alhier mit une
Nothdurft vorgebracht und freuherzig bekannt, |ferm freundlichen lieben Bruder, dem Römi-
daß wir das für Feine Einigkeit Bielten, wenn fehen König, unter andern ganz brüderlich und
man etwa .alte Irrthuͤmer bejtäfigen und die freundlid), von wegen Der groffen Obliegen, ſo
jetzund im heiligen Reich Deutfiher ration be-
funden werden, und vornehmlic) der ſtreitigen
Keligionsfach halben, nach Nothdurft unferres
det; und ung mitfeiner Sieb entichlofien, was
wir darinn, mit Hülfe des Allmachfigen, der
en aud) klar angezeiget, welche Artifel wir
meynen, Die bleiben müßten; und haben gebe:
fen, daß die Sache nicht in der Stille, fon-
dern in öffentlicher Zufammenfunft gehandelt
würde, tie ehemals des Kaͤhſers Gefandte zu) Deutfchen Nation zu Ruhe und Wohlfahrt,
Frankfurt zugelaſſen. Wir Haben auch her⸗ gnädiglich ‚gerne gefördert fehen und unfers
nach bezeuget, daß wir nicht ibn die Kirchen-| Theils nichts unterlaffen, zu bevenfen, das zu
guͤter ſtritten. TER ſchleuniger friedlichen Hinlegung und Berglei-
7, Der Fuͤrſten und Städte Geſandten har| hung — Religionsſachen Re)
5 2 fe
J
5 Cap is. Von der durch Convente u. Reichstaͤge geſuchten Religionsvergl. ass
ſeyn moͤcht; wie euer Liebden und maͤnniglich und ihre Zugewandten ſollen ſolche unſere gnä-
bisher unfere gnaͤdige Neigung im Werk nie dige Wohlmeynung etwas wirklicher, denn
anders befunden, denn daß wir, unſers hoͤch⸗ bisher geſchehen iſt, zu Gemuͤth ziehen, und
ſten Vermögens, Krieg, Empörung und Blut⸗ ſich ſelbſt ſolcher Sachen mit allen Umſtaͤnden
pergieffen im heiligen Reich Deutſcher Natior-erinnern, und alſo darein ſchicken, beweiſen und
gerne wollten verhuͤten helfen. Daran ir erzeigen, daß wir und beruͤhrter unſer lieber
denn unfers: Berhoffens „ foviel uns ‚möglicd) “Bruder, der Nom, König, und andere gehor⸗
und thunlich geweſen, feinen Fleiß gefpart ha- fame Stände, die wir zum theil auch an bes
ben. Solches väterlichen gnädigen Gemuͤths ruͤrte Malſtatt jegund befehreiben, und jeder
feyn wir auch noch, fo fern es bey euren Lieb: |männiglic) fpüren und abnehmen mächte, daß
den und ihren in der Religion Mitvermand- ihr mehr zu gufem Fried. und Ruhe, denn zu
ten alfo bedacht, und nicht anders angenom= | Empörung und Krieg geneigt. Demnach be:
men und gemißbrauche würde, und fie ihrem nennen und verfündigen wir euer !iebden und
vielfältigen unterthänigen Erbieten, Daß fie zu |derfelben Zugewandten hiemit vorberührten Tag.
beftändigem Fried und Ruhe geneigt, und fi) und Malftatt, gnädigen Fleiß begehrend, u
zu Bergleichung der Religionsfachen dermaſſen ernſtlich befehlend, daß euer Lieb denfelben Tag
fehiedlich erzeigen und bemeifen wollten, daß |auf angeregte Zeit eigener Perſon gewißlich be-
bey ißnen fein Mangel befunden werden ſollt, ſuchen, und ſich daran gar nichts, denn allein
‚nachfegen und Statt thun. ‚Und wiewol unfere| GOttes Gewalt und. ehehafte Leibskrankheit
freffliche und. gnädige Handlung. etliche viele |verhindern wollen laſſen, und in ſolchem Fall
Sabre her, von wegen der Ziwiefpaltung in un: nichts deſtoweniger etliche ihre vertraute fchied=-
ferer- Chriftlichen Religion, hievor vielfältiglich [liche Käthe, Die zu Fried, Ruhe und Einigkeit
gepflegt, wenig verfangen, und folche Sachen |geneigt, und zu VBergleichung angeregter Sa:
je langer je mehr forglich eingeriffen, und dar- |chen dienftlich feyn, mit vollfommen gnuafa=
neben ein Unrath aus dem andern dergeftalt er- |men Gewalt, ohne hinter fich bringen, endlich
folgt ift, daß, wo mir nicht forderlich und ſtatt— le und infonderheit mit gnugfamen
lich einfehen thäten, zu beforgen, daß nichts | Bericht, was eurer eb endlicy Gemüthe und
gewiffers denn Zerruͤttlichkeit zwiſchen allen | Meynung Bierinne fey, abfertigen, darinn al: _
Keichsftänden, mit famt Krieg und Empörung | lermaffen zu thun, als ob euer Siebden felbftge-
Daraus entftehen würde; fo haben wir aus an: |genmwärtig wären. Und mollen euer Liebden fol=
‚geberner Guͤtigkeit dennoch nicht unterlaffen |ches alles den andern ihren Mitverwandten
wollen, euer Kebden und derfelben Mitver- unverzüglic auch verfündigen und zu wiſſen
wandten noch einmal an gelegene Malſtatt, als thun, Damit fie fich gleichergeftalt zu vorbenann-
nemlich in unfere und des Keichs State Spike tem Tage, mit Beſuchung deffelben, geſchickt
oder aber, fo diefelbige Malſtatt fterbender machen; fo wird berüßrter unfer lieber Bruder,
Laͤuft halben nicht ficher feyn würde, an eine der Kom. König, von unfertwegen, auch für
andere naͤchſt gelegene Malftatt, durch obge⸗ |fich felbft folchen Tag, mit Verleihung goͤttli⸗
meldfen unfern freundlichen lieben Bruder, den cher Hülf, gewißlich befuchen, und auf beftimm:
Roͤm. König, zu benennen, auf den fechften te Zeit perfönlich erfcheinen, und von unfer
Tag des Monats Junii, nachitfünftig zu be= |beyder wegen euer Siebten und ihren Zugemand=-
fehreiben,, und mit allem gnädigen Fleiß und |ten unfer Gemüth und Meynung in vorbemeld-
Ernſt dafelbft mit ihnen Handeln zu laſſen, da⸗ ten Sachen, desgleichen auf die Werbung, fo _
mit die ſchwere Saft, fo von folcher Zwieſpalt juͤngſt alhie durch eure Gefandten an uns ge
der Deutfchen Nation gefäßrlich vorfteber, durch |fchehen, nach der Sänge anzeigen und vermel-
Berleißung göttlicher Gnaden, und alle billige |den. Darauf wolle ſich euer Liebden famt if:
Wege und Mittel, möge ohne längern Verzug ren Zugewandten, unfer gnädigen Zuverfiche,
Bingelegt werden, In Zuverſicht, euer iebden, nad), ihnen felbit und ihrem Vaterland
u | alfo
1,Abfehn. Dom Convent zu Scankfurt, Schmalt, und Hagenau. 457
| alfo friedlich und toillfäßrig unterthaͤniglich er- diglichſt anzeigen, wie fie ſich mit ihrem Bru⸗
zeigen, daß die Zioiefpalt, und was deshalb der, dem König Serdinando, ganz brüderlic)
vor Unratb entftehen möcht, jetzund endlich ab- und freundlidy von allerley Deutfchen Nation
— werde, und man nad): Obliegen, und ſonderlich der ſtreitigen Religions⸗
—
folgends zu den andern des heiligen Reichs ſachen unterredet Hätten, und was darinn fuͤr
‚nothivendigen Dbliegen defto ftattlicher grei-|guf angefehen und bedacht: und darauf uns
fen möge. Und damit euer Liebden und ihre ſamt unfern in der Religion Zugewandten eine
Mitverwandten diefen Tag defto ‚ficherer und Malftatt gen Speyer, und einen-Tag, den
ohne alle — wollen wir dieſel-⸗ ſechſten Junii naͤchſtkuͤnftig, einer Zufammen-
ben hiemit gnaͤdiglich vertroͤſt und verſichert ha⸗ kunft gnaͤdiglichſt ernennet, alfo, daß wir daſelbſt
ben, daß fie fich keiner Gewalt oder Unguten im in eigener Perſon erſcheinen ſollten ꝛc. haben
Zu-und Abreifen, bis wiederum in ir Gewahr⸗ wir umterthänigft, und in hoben Ehren, wie fich
-fam, verfeßen dürfen, und darüber des Nürn: gebuͤhret, empfangen und verlefen. Befinden
‚bergifchen Sriedftands in aller Maaffen wieder daraus euer. Kaͤyſerl. Majeftät Kaͤyſerl. Ge:
aufgericht, ganzlich vertröften follen, und daß müch, daß diefelbige nochmals , wie allewege,
wir Dawider nichts handeln, noch gehandelt zu gnädiglichft geneigt, den Mißverftand in ver
werden in einerley Weiſe jemand geftatten/Xeligion, und daraus gefolgten Mißtrauen,
‚wollen. Doc) daß fich euer Liebden Dagegen mit gnädigfter gütlicher Handlung väterlich
auch friedlich Kalten, und zu thätlichen Hand: und gütlic) abzumenden. Derhalben fagen eue-
“Jungen niemand billig Urſach geben: wie wir |rer Kaͤyſerl. Majeſtaͤt wir nicht allein von unfer,
"ung deß zu euer Liebden und euern Zugewand: |fondern auch aller andern unferer Religionsver-
ten gnadiglich verfehen, und wollen es in allen wandten wegen, unterthänigften Danf, und
Grnaden erfennen. Gegeben in unfer Stadt bitten GOtt mit hohem und allem Fleiß, daß
Genth, am achtzehenten Tag des Monats A⸗ er euer Känferlichen Majeſtaͤt Herz und Nei—
prilis, Anno 2c. 40. unfers Käyferthums im 20. |gung darinn gnädiglich beveftigen und flärfen
und unferer Reich in 25... wolle, zu Preiß der göttlichen Glorie, zu Foͤr⸗
Carolus, Pe derung und Ausbreitung feines Worts, zu Beſ⸗
vr Sn." : = | ferung und Bergleichung feiner heiligen Kirchen,
Ad mandatum Cxfarex et catholicz zu Fried und Rufe gemeiner Chriſtenheit, und
Maieftatis proprium. fonderlich Deutfcher Nation. Und als euere
Obernburg. — re I — — Kaͤyſerl.
— und vaͤterlichen Erbieten gnaͤdiglichſt uns er⸗
J An —— Sachſen ec. und Sand- jungen, fo fern es bey uns und unfeen in der
h a NE NANL SOEMEN ur a anne Religion Mitverwandten alfo bedacht, und
Be 1302. [nicht anders angenommen und gemißbrauchet
Churfuͤrſt Johann Friedrichs zu Sach wuͤrde; fo follen euer Känferl, Majeſt. ganze
' fen, und Landgraf Philipps zu eflen Ant, lich und gewißlich Dafür halten, daß wir für
- wort auf vorftehendes Ausfchreiben, unfer Berfon, und die Kirchen, unferm Ge-
| | d.d. 9. May 1540: biet unterworfen, wiffen auch nicht anders,
——6 großmaͤchtigſter Kaͤy⸗ (das wir mit GOtt bezeugen,) denn Daß alle
#% fer! Euer Kayferlichen Majeftät feynd |unfere Religionsverwandten,in unfrerBerftänd-
unfere untertfänigfte , allezeit gehorfame, ganz niß begriffen, noch wie vor, als euer Kanferl,
willige Dienft mit Fleiß zuvoran bereit. Al Majeftät mehrmals angezeigt worden, ernftlich
Tergnädigjter Here ! Euer Kaͤyſerlichen Maj. und von Herzen deffen begierig feyn, die Sa—
Schreiben am achtzehenten Tag des Monats chen in Fried, Ruhe und Cpriftlicher Einigkeit
Aprilis in der Stadt Genth gegeben, darinn vergleichen zu helfen ; allein, daß ſolche Ber-
euer Käyferl, Majeft, uns unfer andern — heiliger Schrift, und ———
hriſt⸗
zu “
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458 Cap.18. Don der durch Eonvehteu, Reichsräge geſuchten Beligionsven
re, als wir auchſbeſchwert wilfen wollten: fo p
Chriſtlicher, Apoftolifcher Seh
zu GOtt hoffen, daß es euer Känferlichen Ma-
jeſtaͤt und aller Gutherzigen Gemuͤth und Mey»
nung anders nicht fey, gefchehen möchte. Sol⸗
ches rollen auch) wir, mit goͤttlicher Huͤlf, an-
ders nicht bedenfen, annehmen, noch) fo viel:
"mit GOtt und Gewiſſen gefchehen Fann, in ei-
nigen Weg mißbrauchen; fondern in denen
Dingen, fo zu Fried, Ruhe, auch) angezeig-
ter Bergleichung der ‚Religion Mißverſtands
Dienen möchten, nach allem unfern hoͤchſten
Vermoͤgen, ſchiedlich erzeigen und bemeifen,
derwegen feine Koften, Arbeit noc) u ſpa⸗
ren; unterthaͤniglichſt bittend, eure Kaͤyſerliche
Maͤjeſt. wollen aus Chriſtlichem Kayſerl. Be:
— —
aben wir
"wir
rollen nod) mögen: unterlaffen, euer Kaͤh
Majeft. unfer allerunterthänigft Bedenken
vermelden. Nemlich diefer Geftale: Eure ı
Kaͤyſerl. Majeſt. willen fie) ohne Zweifel zu era
innern, daß von Anbegin des Mißverftands I
in der Religion auf viel Neichstägen, mit ges ı
meinem £refflichen verfammleren Rache beyder⸗
(ey Stände, allwege für gut und noth angeſe⸗
hen worden iſt, auch Fein anderer bequemer, |
richtiger, fehleuniger Weg Bat bedacht werden ı
mögen, denn daß der Mißverftand in einem |
freyen, gemeinen, Cheiftlichen Concilio ober
Berfammlung, in Deutfcher Nation zu halten, -
durch vielund mancherley Difputation und Erz
denken, daß die Zwiefpaltung in der Religion] forfchung der Schrift und bewährten Apoftoli
bishero durch vielfältig geübte Handlung nicht
verglichen worden it, nicht uns, fondern den
Sachen an ihnen felbit, welche groß und wichtig
feyn, und darinn Die goͤttl. Ehre und aller Men-
ſchen Seelen Heil hat bedacht werden follen und
noch werden muß,und Daneben dem andern Theil,
welcher, als eure Kaͤyſ. Maj. wiſſen, fich ihn nicht
‚unterrichten babe laffen wollen, zuzurechnen
fey. Denn je fo ift unſer Gemüth und Be
gierd zu Ehriftl. Bergleichung alles in der Reli⸗
»gion Mißverftands, auch zu ehrlichen, billi-
gem und beftändigem Fried Deuffcher Nation
gerichtet, Als nun eure Kaͤyſerl. Majeſt. aus
‘angeborner Gütigfeit noch einmal nicht ha-
‚ben unterlaffen wollen, durch ihren Bruder,
den König Serdinandum, Die uns angezeigte
Tagfahrt und Handlung zu Speyer, oderaber,
ſo diefelbige Malſtatt, fterbender Läuft halben,
nicht ficher feyn würde, an einer andeen nächft=
gelegenen Malſtaͤtt, Durch hochgemeldte Kon.
Maj. zubenennen, vorzunehmen ; wären wir der:
felbigen,, wie. obgemeldt, in eigener Perſon un-
terehäntglich zu verfolgen, von ganzem Herzen
wohl geneigt und begierig, fo wir bey uns er-
meſſen möchten, daß folche feiner Koͤnigl. Maj.
Handlung, vorgenommener Geſtalt, zu endli-
cher Bergleichung der Religion Frucht brin-
gen möcht. Nachdem aber wir, und ohne
Zweifel auch unfere Mitverordneten, die Königl.
Majeftät unter fo vielen Gefchäften mit ver-
fchen Lehre hingelegt werden muß. Dieweil
aber folche gemeine oder Mationalverfamm:
fung in der Eil zu machen: vielleicht bey etli-
chen, doch nicht unfer Religion Seiten, Be⸗
ſchwerung gehabt; fo ift zu Frankfurt von eiz
ner zu richtenden Maag und Form eines freunde
lichen, Chriſtlichen Gefprächs gehandelt, auch
darauf ein Abſchied gemacht worden; wie euer
Kaͤyſerl. Majeſt. davon ohne Zweifel zu guter
Nothdurft bericht ſeyn, ſonderlich deß, daß
die Sachen der Religion, dieweil, wie gemeldt,
dieſelbige mannigfaltig, groß und wichtig iſt,
daran auch GOttes Ehre und aller Chriſten⸗
menſchen Seelenheil gelegen iſt, und nicht nach
menſchlichem Anſehen und Haͤndeln, ſondern
nach goͤttlichem Wort und apoſtoliſcher Lehre
gericht werden muß, viel Zeit, Bedenkens und
Handlung von Noch wegen erfordert, und alfo
in Furzer Zeit, fo ferne man anders gründlid),
endlich und fehließlich Handeln foll und will, -
nicht geendet werden mag : So wollte wahr
ih Koͤn. Majeftät aucd) den Ehur- und Für:
ften, Grafen und Ständen beyder Theil Re⸗
ligion, nad) Geſtalt der Sachen ganz ſchwer
fauen, ohne vorgehende Gefpräche und Zube=
reitung in eigener Perſon den Sachen ob zu
feyn und auszumarten, welche alfo viel Zeif
und Weil erfordern und von Noth wegen ha—
ben muß. Darum wir je nicht gerne wollten,
daß die Koͤn. Majeft. dergleichen auch beyder⸗
geblicher Handlung nicht gerne beladen oder len Neligionsftände, folchen unnötbigen ——
Ay { Bi
——
460 1.A ſchn Vom Convent zu Frankfurt, Schmalk. und Hagenau. 461
fwenden und ſoviel Zeit: zubringen ſollen. weniger Doch vorberuͤhrten Abſchieden und Be:
rum wuͤ * nach unſerm en, im Fall, daß die Handlungen,
nochmals £einen beſſern Weg der vorberei-|davon eure Känferl. Majeft. gnädigft ſchreibt,
ten und fehließlichen Handlung , fo je die Na⸗ |nicht entledigt würden, unvergreiflih. Daraus
| tionalverfammlung nicht gefchehen mag, denn wir, auch bevoran Binter unferer Mitverwand⸗
wie derfelbige Weg zu Frankfurt bedacht und|ten, wie eure Kayſerl. Majeft. felbit gnaͤdig
| gemeinen Ständen unferer Religion davon, inn- hat zu bemegen, nicht fchreiten Fönnten. Dies
1 halt des Abfchiedes, dafelbft Wertröftung ge⸗ weil eure Känferliche Majeſtaͤt fich in dieſem
ſcehen ift, zu erdenfen ; glauben auch, der md- | Schreiben allergnädiglichit vernehmen laſſen,
' ge mit GOtt, Gnaden und Güte nicht beffer | Daß bochgemeldter ihr Bruder, der König, von
) erfunden werden. Daneben fo haben auch ihrer, auch fein felbit wegen, folchen benennten
eure Känferl, Majeft, aus der legten Antwort, Tag, mit Verleihung goͤttlicher Hülf, gewiß—
| fo zu Schmalfalden Graf Wilhelm von Neue: lich befuchen, und auf beftinmte Zeit perfün=
nar gegeben worden ift, gnaͤdiglich abzuneh- lich erfcheinen, und eurer Kaͤyſerl. Majeſt. Ges
| men, daß folches, wie obgemeldf, noch wie muͤth und Meinung in obgemeldten Sachen,
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vor, gemeiner verwandter Staͤnde unſer Re—
ligion Gemuͤth und Meynung iſt. Welche
Antwort ohne Zweifel durch den Herrn Gran⸗
voll euer Kaͤyſerl. Majeſtaͤt nunmehr wird
vorgetragen worden ſeyn. Und ſo es nicht ge—
ſchehen waͤre, fo uͤberſenden euer Kaͤyſerl. Ma-
jeſtaͤt wir hiemit unterthaͤniglich, und zu mehrer
Sicherheit, eine Copey; daraus werden eure
Kaͤyſerl. Majeſt. gnaͤdigſt vermerken etliche un-
ſere Entſchuldigung und wahrhaftigen Bericht,
auch unfere unterthaͤnigſte Bitt und Erbieten,
daß wir zu wahrbaftiger Chriftlichen Verglei⸗
chung, wie wir uns Dann derfelben Anrwort
eindelliglich und einmüthiglich mit einander zu
desgleichen auf die Werbung, fo jüngft an eure
Känferl, Majeft. durch unfer und unfer Ver—
wandten Stände Gefandten geſchehen, uns
nach längs anzeigen und vermelden follte ; fo
mwollen wir GOtt zu Ehren, ven Sachen zu
Gutem, euer Kaͤyſerl. Majeft. zu unferthänig-
ftem Gehorfam und Gefallen, und zu Foͤrde—
rung Frieds und Cinigfeit, auf obgemeldten
Tag, den fechften Junii, und gen Speyer, oder
an den Platz, welchen in der Nähe, der auch
etwas beyden Teilen gleichmäßig fen, die Koͤ—
nigl. Majeft. uns benennen wird, vie Unſern
mit gnugfamen Gewalt fenden, auch unfern
Religionsverwandfen ſolchen Tag und Platz fo
Schmalkalden vereiniget Haben, hochgeneigt förderlich als es möglid) ift vermelden, per—
und begierig feyn. Euer Käyferl. Majeft, haben fünlich zu erfcheinen, oder die Ihren mit gleis
aud) das gnadiglich zu bedenfen, daß wir bey: | chem Gewalt abzufertigen, euer Kaͤyſerl. Mai.
de, als befondere Perfonen der obgemeldten | Gemüth und Meynung in denen Sadjen, deg-
unfer Religion Berwandtniß, die perfönliche | gleichen die Antwort auf der obgemeldten unfer
begehrte Zufammenfunft und Yorgenömmene | Bermwandten und unferer Geſandten geſchehene
Handlung dergeftale, ohne Vorwiſſen der an-| Werbung, unferthänigft zu vernehmen; mit
dern Stände, nicht verwwilligen mögen. So dem meitern Befehl, alles dasjenige, das zu
iſt Die Zeit des angefesten Tages fo furz, daß | Hinlegung obangezeigten Mißverſtandes in der
die Stände fich-beyeinander zu fügen, und euer | Religion, fo viel nach Geftalt der Sachen auf
Käyferl, Majeit. in dem Fall zu beantworten, !dasmal bequemlid) und fruchtbarlic), und mit
ſchier unmöglich it. Und nicht allein das, | GOtt und Gewiſſen gehandelt werden mag, der
jondern Daß die Weitgefeffene in eigenen Perfo- zu beftändigem Frieden und Einigkeit Deurfiher
zen die Zeit und Statt ſchwerlich erlangen |Nation dienet, unterthänigft zu handeln, und
möchten. Solches zeigen euer Kaͤhſerl. Maj. |unfers Theils nach höchftem Berftand und Ge⸗
wir in allerbeſter Meynung und Unterthänig- wiſſen auf Die Zubereitung und Wege trachten
keit an, Daraus unfer unterthänig Bedenken | zu helfen, damit man nachfolgends in der Re—
gnaͤdiglichſt zu vermerken. Aber michts deſto⸗ ligien zu einem verdten, wahren, gleihmäßt:
gen,
162 Cap. ıg. Von der durch Tonventeu, Reichstäge gefüchten Aelı
Chriſtlichen, endlichen Verftand Fommen, |derfelben Theologen und Sehrer,
uud Friede und Einigkeit in Deutfcher Nation | alle ER aften ci R
erhalten werden möge. Alles in der Hoffnung chem Tage durd) die
gen,
Ef EAFTMBTE
Be >, ——n—
ga ze ar
gionsvergl. 463
desgleichen a
Rraͤthe, ‚fo zu ol⸗
Stände unſrer Religion
zu GOtt und euer Kaͤyſerl. Majeſt. daß gleich: geſandt und gebraucht werden, zu, auf und.
wol eure Kaͤyſerl. Majeft. in folcher vorgenom-
menen Handlung, aus Känferl. Chriſtl. Ge—
müthe und angeborner Tugend, nicht minder
denn wir, aud) nicht anders denn mas der göft:
lichen Schrift und apoftolifchen Lehre gemäs
it, nicht allein begehren, fondern nad) höchftem
ihrem Bermögen fordern werde. Euer Ray:
ſerl. Majeft. werden auch den Gegentheil, fo
der auf Meynungen, die dem Wort GOttes,
heiliger Schrift und apoftolifcher. gehre nicht
gleichmäßig feyn, befunden wird, dahin mei-
fen, daß er GOtt die Ehre gebe, und von fol:
cher Meynung abftehe, Damit dasjenige, fo
GDrE gefällig, göftlicher Heiliger Schrift und
apoftolifcher Lehre gemäs, und anders nicht,
gehandelt werden möge. So wollen aud) wir
darinnen bedenken, wie obgemeldt, ung dar-
zu richten, ob ſich durch Verſehung des All:
. mächtigen die Handlung dahin fehicken wolle,
daß mir erkennen koͤnnten, daß unfer etlicher
perfönliche Gegenwärtigfeie nu
würde, damit alsdenn etliche aus unferm Theil
perfönliche und aufs fürderlichfte, als es mög-
lih, aud) dazu fommen. Denn wir haben
keinen Zweifel, unfere Mitverwandten werden
fi neben uns in folchen Handlungen vermaf:|
fen erzeigen, Daß eure Käyferl. Majeſt. derfel-
ben Stände und unfern ernften Chriftlichen
Eifer zu GOtt, unferm HErrn, und feinem
örtlichen Wort, auch eine rechtfchaffene Unter-
thänigfeit gegen eure Kaͤyſerl. Majeftät, und
wahrhaftige DBegierlichfeit und Neigung zu
Chriſtl. Frieden und Einigkeit, gnadiglichit ſpuͤ⸗
ren werde, |
Diemweil denn, allergnädigfter Herr! zu die:
fer Handlung göftlicher Schrift. verftändige
fchiedliche Sehrer und Theologen vonnöthen,
und ohne diefelben von der Keligionsvergleir
chung fruchtbares nichts gehandelt werden mag ;
fo bitten wir aufs unterthänigfte eure Känferl,
Majeſt. die wolle ihre gnädigfte gegebene Ver:
tröftung und Sicherheit auf unfer und unfer
Neligionsverwandten, auch auf alle und jedg|
von folchem Tag und Pas, von unfer und ihrer:
aller, und eines jeglichen Gewahrfam aus, bis
wiederum darein, gnädigft geben, erftrecfen und
erweitern. Cure Kaͤyſerl. Majeft. wollen auch
Daneben gen Speyer, ober an den Ort, da fol-
che Zufammenfunft feyn wird, gnäbdiglich ſchrei⸗
ben und ernftlichen Befehl thun, folche gege-
bene Sicherheit allen und jeden obgemeldten
Ständen, ihren Theologen, $ehrern, Gefand=
ten, Raͤthen, Botfchaften und derfelbigen Die
nern, underbrüchlich und unverleglich zu halten,
und uns auf diß alles euer Känferl, Majeſtaͤt
gnädigft Gemüth und Meynung herwieder zu
erkennen geben, uns famt unfern Mitverwand⸗
ten defto richtiger darnach unterthaͤniglich wife
fen zu halten. Solches alles um euer Kaͤyſerl.
Majeft. unterthänigft zu verdienen, find wir
allezeit geneigt. Befehlen uns darmit euer
Kaͤyſerl. Majeft. als unferm gnaͤdigſten Herrn,
in aller Unterthaͤnigkeit. Dafum den neunten
5 und noch feyn Tag des Monats Maji, Anno Domini 1540,
. Euer Känferl. Maj.
| unterthänigfte Chur: und Fürften:
Johann Stiedrih, Herzog zu
Sachſen, Ehurfürft ze. und
Burggraf zu Magdeburg ıc.
und Philipp, Sandgrafzu ef:
ſen, Graf zu Catzenelnbogen ꝛc.
An die Roͤmiſche Kaͤhſerl. Maj.
1303. J
D. Mart. Luthers Schrift an Herzog
Johann Friedrich, Churfuͤrſten zu Sachſen,
mit was Befehl feine Churfuͤrſtl. En. ihre Bes
fandten zum Lolloquio gen Hagenau abfertis
gen wollen, betreffend. Donnerftsg
nach Reminifcere 1540.
Gore und Friede in Ehrifto, und mein
> zum Pater nofter. DD
e och⸗
—
Ede *
264 _ 1. Abfibn Dom congcu zu gcaccucc Schmalk. und Jagenau. 465
— eg de EI
Ragifter Philippus jegt mit gen Hagenau Der Päbftlichen Befandten vor Kaͤ
—** hoͤren der falſchen Larven Fuͤrge⸗ | und Roͤnigi. Majeſtaͤt gehaltene Rede, —*— |
ben, die ung mit Farben mahlen wollen tvie) Ne beftig auf die Proreftanten losger ⸗
=,
fie finds fo fie doch unfere Feinde, gerniklich lese
| R Mn Verderben fuchen, wie eier Chur⸗ Aus dem Lateinlſchen überfegt von MT. Aug. Cittel
— am: N | * —
itte ich unterthaͤniglich wie euer Churfürftl.! Faeſtern, da der hochwuͤrdig
Gin. ohne das freylich ſelbſt vielmehr geden⸗ & des re a ae Orc
Pen zu thun, daß die Gefandten alle ſaͤmt⸗ feinen Vortrag, Namens Känferlicher Ma-
fich, und ein jeder infonderheit, ſtarken Be⸗ jeſtaͤt und des Durchlauchtigften Roͤm. Königs
fehl haben, und vorzufragen wiſſen, wie fie et Dr a -
nicht Fönnen noch follen toeichen von dem, dud "örbia fhikne, Die Greetigfeiten der er
Bas lt Scpmolkalben eihträthtige| @heitiche Goufllgeit bereits pr arlhrne
lich beichloffen. 0200 [und immer mehr geftürget würde, beyzulenen:
em. BREI di ingleichen Anftalten le den ee
Es iſt dem Teufel nun lange genug ge |fen, (meil man-wifle, daß der Tuͤrke dieſes
hofiret und den Papiften fo ofte gepfiffen, Jahr mit groſſer Rüftung in Ungarn fallen
fo fie doch nicht tanzen 5 ſo oft geflaget, fo|wolle,) eine Berfammlung der Carpolifchen
fie dody nicht trauren, fondeen die Wein Fuͤrſten zu Speyer zufünftige Trinitatis Halten
heit GOttes meiftern wollen, GOtt, der es] lallen: darinnen man erjt handeln folle, den
enema, 3 au De Che, un pie See ac 08 ie
unfer ift, wird es mul wiſſen zu. volfführen, flautlichen —A— anne erden in
ohne unfere Klugheit und Macht, wie bis⸗ ten, ſo etwa nicht das — —
her gefchehen. Schreibe aber folches dar⸗ Earfolifchen Glauben :beträfen ; und wenn
9 un in — ige — mit Br Ba — Fuͤrſten zur
ten Worten ſchmuͤcken wollen, und die] Richtigkeit gebracht worden, daß alsdenn ei
ufern Serfücher, darum nun Magifter) andere nee mit chen —
Bblipp leben. Marken “Befehl vegeher oe dueeec zer Einache See
Euer Churfuͤrſtl. On. ‚ale ‚Der, ‚am meiſten pgs int Ölauben und von der Huͤlfe Be
‚daran gelegen ift, werden fich hierinn, ohne, Tuͤrken handein, und e
gelegen ift, ¶wer | IE andeln, auc) dazu die Geſandten
allen Zweifel, mol wiſſen zu halten. Wir des allerchriſtlichſten Königs laflen möchte ze
vollen dieweil das liebe Vater Unfer in dies Und darauf aud) der hochgeborne (oder für.
fer Sache mengen,, welches bisher ſich veds| treffliche ) Herr von Öranvella darüber des
ih) bereifer hat, GHOtt Lob und Dank, hochwuͤrdigſten Herrn Legaten Meynung bes
Hiemit demlieben SO befohlen, Amen.) gehret; und dazumal zwar etwas drauf gefagt
Donnerftaos nach Neminifcere ao. . |morden , endlid) aber befchloffen worden, da
onnerftags nach ? ‚eminifcere 1549 der hochwuͤrdigſte Legat weiter bedenken =
Euer Churf. Gn. | vorſchlagen möchte vor ihro Majeſtaͤten was hm
| unterthaͤniger duͤnke, wie, ohne Nachtheil der Religion, der
— eceken Gefahr abzuwenden: ſo gibt er hierauf
— — Martin Zuther.| feine Meynung folgendergeftait beſcheident⸗
— —————
—* — al: REED REIS Rug lich von ſich.
Autheri Schriften 17. Theil. u G
ea 2. Bor
DER - \ $ EN e vr % * F — — —— Se ”
De} r
— m
466 Eap. 18. Don der durch Convente u. Reichstaͤge geſuchten Religionsvergl. 467
2. Bor allen Dingen werben vorgedachte | zur Einigkeit tuft hätten, und lieber ‚nachdem
Majeftäten fich veft verfichere halten, daß un- | fie einmal das Jod) des Gehorfanis abgewor⸗
fer. allerheiligfter Herr einen wahren Srieden | fen, gar feinen, ‚als ‚einen gebefferten Pabft,
und Einigfeit von Deutſchland wuͤnſche, da-| und nicht ſowol einige Mißbräuche von. dem
durd) es aber gleichmwol nicht vonder Kirche ge. | apoftolifchen Stuhl hinweggefhaft, als den
trennet und id fteten Krieg mit GOtt gefeger | Stußl felbft gänzlich eingeriffen und geftürzt für
werde - Es wünfcht auch ihro Heiligkeit nicht hen. Und was fann man aus ſoſchem Grunde fuͤr
mehr, als daß des wuͤtenden Tuͤrken, als des | Eintracht Hoffen, da fie das gaͤnzliche Verder⸗
allergroͤſten und mädhtiaften Feindes Vorha⸗ |ben, ſonderlich des Apoſtoliſchen Stuhls, und
ben, mit einmuͤthigen Stimmen: und Zuthun derer die feines Theils find, folglich, wenn die”
der ganzen Chriftenheit ‚gedämpffee und zurück hingerichtet wären, die Verwirrung und Zer⸗
‚geitieben werde. ſttoͤhrung des ganzen ‚geiftiichen Standes für
3. Was aber dennoch gegenwärtige Sache chen? Sp fie aber das vorigen, ———
von der Zuſammenkunft der Proteſtanten und haben mit dem grünen-Holz, Coder begm An:
Catholiſchen betrift, und von der Religion und fange ) „ wie vielmehr warden fie es thun mi
Frieden Deurfchlandes zu handeln ift: fo hält dem dürren, (oder da ihre Bosheit reifer wird)?
er dafür, daß folgendes dabey zu merfen: Ih- zumal da fie fehen, daß der Friede mit dem
ro Käyferliche und Königliche Majeftäten wer- König von Frankreich noch nicht gefchloffen und
den ſich, nach ihrer Klugheit, erinnern „daß der Türke auf Ungarn losgehe. Denn duch
‚mit den -Proteftanten öfters wegen der Religi- dieſe Umftände der Zeit werdenfievollend recht
on gehandelt worden, fonderlich zu Augſpurg, |froßig werden‘, und werben von ihrem Kopffe,
da man in Öegenwart aller Stände des Reichs | darauf fie ſtehen, durchaus nicht weichen ; zu«
ab Seiten vieler gelehrten Männer geftritten, mal da zwifcyen den Parteyen groffe Mißhel⸗ N
‚aber doch wegen der Fiftigen Ausfluͤchte ver Wi. ligkeit iſt, nicht etwa nur in einem oder anderm
-berfacher nichts ausrichten koͤnnen. Endlich Artikel, (wie man fälfhlic) vorgibe,) ſondern
«haben fie Ihro Känferl: Majeftär das "Aug-|in vielen und mehr als 50 Artikeln. Won
ſpurgiſche Bekenntniß überreichen, welches zwar man noch fügen -Faniv, daß man nicht weiß,
in vielen Stuͤcken zu tadeln ift, aber dach von |mit wen man über. Eintracht handeln folle ‚da.
ihnen niemals-techt gehalten worden, daß fie |fie nicht alle einerley glauben. » Die Lutherg⸗
nicht in vielen Artikeln dawider gethan, und noch ‚ner wollen diß, die Zwinglianer ein anders.
thun. Gie haben auch viele andre Artifel ‚die| Bon andern Secten nichts, zu gedenken.
fie In folchem Bekenntniß niche berührer , wel« \:. 5. Geſetzt aber, es Fönne noch eine Eintracht
che gänzlih vom Catholiſchen Glauben’ ab- geſtiftet und die Drotefianten zum Sehorfam
‘gehen, die man auch, wenn es noth thut, wird des apoftofifchen. Stuhls gebracht werden: P
„zeigen koͤnnen. Darum, wenn man mit ihnen wird doch dergleichen nicht geſchehen koͤnnen,
von der Religion wird handeln, ſo wird man, ohne den Proteſtanten viel "einzuräumen, fo
weil fie wie ſchluͤpfferige Yale feynd ‚Inden Han auch das gefchriebene. Geſetz verbeut: z. &.die
den der Catholiſchen nichts gewiſſes haben. Kommunion unter beyderley Geſtalt, Driefter
4. Man hat aber auch im vorigen Jahre, da ehe und dergleichen; dergleichen aber ‚ohne ge⸗
die Roͤmiſche Koͤnigliche Majeſtaͤt, auf des meinen “Befehl und Einftimmung in der Kir⸗
Ehurfürften, Marggrafens von Brandenburg, chen nicht neuerlich. geſtattet werden. kann.
Elnrathen ımd Angeben, nach ihrer Sottfelig:| Wollte man einwenden: man koͤnne doch die
keit gervünfcher, einen andern Weg der Einig- Dinge, dieman ihnen etwa Friedes und Ein«
keit zu treffen ‚ wieder zu Frankfurt angefangen tracht Kalber einräumte, hernach, entweder
zwifchen den Parteyen zu Handeln. Aber es vom Paͤbſtlichen Stuhl oder einem Concilio,
> Baben die Wiverfacher gleich zu Anfange einen ‚beftätigen laſſen: fo ift doc) gewiß, dag man
Anſtoß gegeben, da fie gejelger , wie wenig ſie auf ſolche Einwilligung nicht warten,
* *
ich
|
gleich ‚zugreifen und das brauchen. würden, Relchsacht, ergangen: Fönnen ihro Maojeftäs
vos fie f6 win en et f ak, doc) fehen‘, daß, mo fo Diele Fürfen ſich
Bas hu unter jid) einig worden und ihre geift- |unterfehrieben und geſchworen, wo fo viel Bez
lichen Gebräuc)e angeftellet, wenig nad) dem fehle ihrer Majeftären bey den haͤrteſten Strafen
Tonellis fragen würde; daraus denn nichts als | ausgangen,. dennoch nichts gehalten, fondern
6 fung Dep ganzen, oͤrpers und ne vielmehr alles hintangeſetzt, Plbiger tillſtand
Felt der Klrchen er “ aut 55 (eichen | oft gebrochen und der Proteſtanten Parteh mit
Brüche urd Kenerligen weft im pie, neue Sulemmenverknbungen, wide” Die
10,5 ankreich, goch en, noch ande⸗ rrgkihe durch vieler Beytrit z. E. des
ren Ländern der Chriſtenhe Konigs ven Daͤhnemark, des Herzogen zu
Und uch Würtenberg und-einiger andern Städte, ge=
ftärfet worden, daß man die Religion alfo in
verfhledenen Dertern und Sanden, wieder den
Frieden und End, geändert, bat,
8. Daraus denn, um nicht zu viel und. zu
weitlaͤuftig zu handeln „leicht zu .eradjten ‚was -
man für Hoffnung zum Eünftigen Frieden: ha⸗
ben koͤnne. Denn waͤhrendes Sriedens verfüß«
ven fie allerhand. Leute, theils durch Schriften, _
theils durch Drohungen, theils durch aller⸗
hand liſtige Streiche; wie man denn, wenn
die Religion erkaltet, die Leute bald von einem
goͤttlichen zu einem liederlichen Leben, von der
Keuſchheit zur Wohlluſt, vom Gehorſam zur
Freyheit verlocken kann. Und verſuͤhren ſie
nicht allein die Menſchen, ſondern berauben
auch die: Kirchen, verſtoſſen die Biſchoͤffe,
ſchaͤnden die Religion, und das alles ungeſtraft:
ja ſie find ſo weit verfallen daß fie auch das red⸗
4 el in
it angenommen fiRD.
; Und wenn auch hernach ein alſgemeln Conci-
lium foldye Zenoerutigen TIEIE BUG Dief, ſon⸗
dern Das Gegentheil ordnete —
| ae 1,00r Hoffnung Haben, EA
ı Das, Ya tennuhgen-gleihifam_ bet:
moildert wäre, wieder zu gewmihtten Und zurech /
I
| |
| £ J
vildert waͤre, w
en Bringen ?. j F A Ki] DER SORT!
Ran Daran free zubaftgen, Dane
Proteftäneen wenig bon rer Mepnung, nad
=: Men ein wenn ſie nur das von Den Car
olſen einmal, erhalten, daß fie,alle zugleich
dom Päbftlihen Stuhl abfallen mögen; Denn
das iſt, wornad) fie ringen und fen. Und
Abenin Das gefchäße, nie (ehe su fürchten if:
Jo. wmürden alsdenn ihre Mojeftaten weiter-gar
Alcht wehren koͤnnen. Eben wie es. gegangen
it Ausfchrelbung eines Concili ‚auf en
Reichstag zu Negenfpurg, darüber die Keiche-
ande, ohne, Willen und Macht von: gurer
Kaͤyſerl. Majeftät , einen Schluß gemacht,
infe ihro Majeftar unferem allerheiligften Herrn
fonft geineldet haben. Darum koͤnnen ihro
änferl, und Koͤnigl. Majeſtaͤten daraus allein
fattfam erfennen, was von foldyen, friehlichen
Handlungen und Unterredungen mit, ihnen für
Re 17 FE
7. Den Frieden Deutfcylandes aber, belan-
gend: fo Fann man ohne Schaam und Betrüb:
niß nicht anführen, was man davon gedenfen
‚muß. Es iſt erſt wegen des Friedes zu Worms
gehandelt und befchloffen :. es. iſt nachgehends
‚zu Nürnberg zwiſchen beyden Ständen , nem-
lid) den Catholiſchen und. Proteftanten, ein
Stillftand getroffen, aud) endlich) dev Käyfer-
liche "Befehl zuRegenfpurg dazu gefüget, vor.
den. Wo nun fo, viel ige Übrer Mojeftü-
ten, bey ‚Strafe, des Sandfviedens a der
1
J
liche und hoͤchſtanſehnliche (reuerendiſſimũm)
Kaͤyſerliche Cammergericht zerreiſſen wol⸗
len; damit, wenn ſolches geſchehen, die Ge⸗
walt der Kaͤhſerlichen Meieftät im Reich vol⸗
und zu grunde gehe, und ſie kuͤhnlich uͤber aller
geben und Güter herfahren koͤnnen. Es iſt al⸗
ſo keine Hoffnung zu ſchoͤpffen, daß durch guͤt⸗
liche Handlung ein veſter und beſtaͤndiger Frie⸗
de erlangt werden koͤnne: es muͤßte denn ſo ein
riede ſeyn, daruͤber alle Hoheit und Ehre des
apoſtoliſchen Stuhls vernichtet, die Catholi⸗
ſche Religion vertilget, und der ganze geiſt—
liche Stand zu grunde gerichtet und über Den
Haufen geworfen werden folle,
9. Das alles glaubt der hochwuͤrdigſte Herr
Senat, fey ihro Käyferl. und Königl. Majefta>
ten unverholen, nebft vielem andern, was Bier
I — bey⸗
470 Cap.ıg. Von der durch Eonventei
_beypubringen und anzufüßten” Ju toeitäuftig
Malen munde, . an
10, Es ift aber nun ferner zu bedenfen, tie
man der Türfengefahr , ohne Machtheil der
Religion, abmwehren möge. Der Tuͤrkenge⸗
fahr nun Fönnte gefleuret werden, wenn fo:
mol Catholiſche als Proteftantifcye ihro Maje-
ftäten Huͤlfe verroilligen.: Man zweifelsaber,
‚daß folches gefchehen Eönne, wenn man fi
nicht erſt wegen der Religion verglichen. Dar-
um nun, weil die gemeine Sache der Religion
in einem allgemeinen Concilio, nicht aber, in
befondern Neichstägen zu handeln ift, und die
Catholiſchen allezeit ein Concilium gewuͤnſcht
haben, wie aus dem Regenſpurger Reichsab⸗
ſchied und den Capiteln (oder. Puncten) des
Cat holiſchen Bundes (liga) zu erſehen:ſo
ſchlaͤgt der hochwuͤrdigſte Herr Legat vor, daß
ihro Majeſtaͤten geruhen möchten, ſolch allge:
mein Concilium ferner zu treiben und halten
zu laſſen. Denn ſolchergeſtalt, wenn den Ca⸗
tholiſchen Gnuͤge geſchehen, werden fie ſich der
Huͤlfe nicht weigern koͤnnen, und die Religions⸗
ſachen werden dem Concilio uͤberlaſſen werden,
wie billig iſt. Belangend aber die Proteſtan⸗
ten: ſo wird ihnen durch ſolch Concilium ein
groß Schrecken eingejaget werden; und wenn
ſie ſehen, daß die Sache ernſtlich vorgenom⸗
men wird, werden fie ſich nicht viel zutrauen,
» fondern geſchmeidiger und gehorfamer vor ih:
ro Majeftäten werden, als die da fehen, daß |
fie nun in fich fchlagen und fidy aͤndern muͤſſen.
Oder vielleicht kommen fie feibjt aufs Concili⸗
um, oder ſchicken dahin, fonderlich wenn’ fie
hören, daß ihro Majeftäten weiter Feine Ke
Berenen im Reich dulden ‚ fondern alles im Con»
cilio, d.i. mit Macht (1.e.regia via) verglei-
chen laffen wollen. a
11m. Es ift auch der Bernunfe und Billigfele
gemaͤß, daß, ta Ölaubens-und Religionsfa-
hen für alle Chriftlihe Laͤnder gehören, daß
fie mie einhelligen Stimmen verglichen, und
nach ihrem Rath und Willen, was in der Ne
ligton zu ändern und zu beffern , geändert und
abgefchaft werde (denn man muß nicht allein
auf Deutſchland, fondern aud) auf Spanien,
Frankreich, Italien und andre Chriſtenlaͤnder
u. Reichstäge geſuch
—
feßen). Und.mah Batf nicht dent⸗
Ve une Deurfählandes | a
in der Religion, ohne Vorroiffen und Eins
tigung andrer Sünder, gefchlehet, es ohne Aer⸗
gerniß übler Nachrede und Höchftfhädlide
Cpempel abgehen Fönng. Und wenn Bicrnächfk
etwas in Deutſchland auf einzelne Art geord:
net würde, Damit andere Laͤnder nicht zufriee
ven wären ;' fo würde das eingroß Ebentheuer
im Körper Ebriftl ſeyn, weilder Kirchen Glie⸗
der nicht an einander hiengen und die Einige
feit der Kirchen drauf. gienge.
12. Denn es ift ein alter und Yon den Apo⸗
ſteln hergebrachter Brauch geweſen, den man
bis auf unfre Zeiten behalten, daß in Religi⸗
onsftreitigfeiten es allezeit auf ein Concilium
oA
d
ankommen müffen, daß durch deffen Entſchei⸗
dung und Ausfprudy alle Mißhelligkeiten geen⸗
det, und der Friede wieder hergeftellet würde.
Und es wird nicht ſchwer ſeyn, diß Concihum
zu halten, welches alle Fromme mit, beftandi-
gem Seufzen und Flehen von GOtt und dem
Röm. Pabft erbikten ; wie unter. andern auch
der König von Pohlen durd) einen eignen Ges
fandten vor kurzem, und inſonderheit aud) die
Bundesvermandtender Catholiſchen gerhan ha.
ben: darunter, wie geſagt, in einem Artikel bes
ſchloſſen und beſchworen worden, fie wollten
aus aller Macht ein Toncilium befördern; wel
ches auf den Reichstag, zu Negenfpurg, ob⸗
emeldter Maaflen, auch ohne Macht von Kaͤh⸗
fer Majeftär, befhloffen worden,
13. Die Zeit, iſt aud) ganz bequem dazu:
denn Inden ihro Räyfesl. Majeftät und der al»
lerchriſtlichſte König in Frankreich in den Frie⸗
denshandlungen begriffen find, die mit GOtt!
einen guten Ausgang haben koͤnnen: und da
zwifchen ifro Majeftäten fo gutes Vernehmen
verfpüret, und fo viel Zeichen der Sreundfchaft
vor allen gezeiget worden: fo werden die Praͤ⸗
laten (oder hohen Geiftlichen,) aus allen ihren
Laͤndern ficher und ungehindert zuſammen kom⸗
men fonnen. Dazu auchfümmt, daß die Ge.
wiſſen ifro Känf. und Königlichen Majeftäten,
hernach auch der andern Catholiſchen Sürften,
getröft Dabey-feyn Fonnen, die fonft in ſoichen
befondern Handlungen etwas zugeben Se
x 1 a
t zu Frankfurt, Schmalk. und Aagenau, 473
da⸗ Ideffen an das Concilium verweifen, mit den
t Catholiſchen Fürften wegen der Hülfe wider
t un! 1; den Türfen einen Bund ungefäumt machen.
ereits geſaget worden. Wenn es aberan Alsdenn, wenn der Catholifche — — ift,
ein Eoncilium geroiefen wird: fo werden, ihro und ihro Majeftäten wegen eines Concilii ſichs
Majeſtaͤten und alle andere aufler aller Schuld gefallen ' laſſen, mithin den Proteftanten die
ſeyn Es iſt aud) nicht zu verfchmeigen, daß | Hoffnung benommen ift, die Religion zu ver⸗
das Eoncilium ifro "Majeftäten ſehr nuͤtzlich Fehren , und die Kirchengüter zu rauben : koͤnnen
ſeyn werde, weil indeflen , wenn man die Res ihro Majeftären und die andern Fürften des
Nigionshandlungen bey Seite fegt und. aufs Reichs den Proteitanten rathen, daß fie zum
Eoneilium: weifet, diefelbe das, was ihnen | Eoncilio kommen, ofne einige billige Wege
nüßlidy und noͤthig ift, vernehmen koͤnnen. und Mittel zu unterlaffen, dadurch fie dazu bes
14. Wenn man denn, wie. gefage, ein Eon: | wogen werden Fünnen: und dadurch es auch
eillum ausgefchrieben, undindesalle beſondre Hoffentlich, obbefagter Maffen, gar leicht und:
Keligionsabhandlungen auf-dle Seite geſetzet: | glaublicdy dahin zu bringen, daß. auch diefelbi»
fo werden ihro Majeftäten diejenigen, fo ihnen| gen ihre Hülfe gegen den Türfen verwilligen
bellebig, mit ven Eatholifchen verfammlen,und werden. RE Bi
mit ihnen von Vermehrung: des Carholifchen| 17. Wenn aber ihro Majeftäten Leine Huͤl⸗
Bundes handeln Fönnen; welcher Bund, jei fe wider ven Türken erlangen möchten, wofer⸗
ſtaͤrker und mächtiger er iſt, deftonüglicher er | ne fie nicht eine ſchlimme Eintracht verwillige
- feyn wird. Denn wenn der recht: groß und |ten: fo muß man fehen welches gröffern Scha«
ſtark worden, werden die Proteftanten fich ent. den bringe, und wodurch GOtt am .meiften bes
wæeder bemegen laſſen zu einem Concilio, daß |leidiget werde; nemlidy, ob man den wahren
fie fich deffen Schluß (wie fichs gebühret,, Jun: | Gottesdienſt und Religion folle laffen zu gruns
terwerfen; oder, wenn fie harfnäckig bleiben, wer |de gehen (melchesgefchäße, wenn Deutſchland
den ihro Majeftäten ſolchen Bund brauchen | auf boͤſe Art Eintracht ftiftete) , oder lieber oh⸗
können, fie wieder zurechte zu bringen, wenn
das Concilium den Ausfpruch gethan hat.
15. Belangend aber die obſchwebende Ge.
ne Deutfchlands Hülfe wider ven Türken blele
ben? Denn wir fönnen faum fehen, daß id)
ı Ehriftlid) rede, wer ärgere Feinde Eprifti find,
fahr vom Türken: fo hoͤret der hochwuͤrdigſte ob die Proteftanten oder Türfen? Denn diefe
Herr Legat nicht auf, wie er immer auf “Be. nehmen zwar den Leib gefangen und tödfen ifn,
febt ihro Heiligkeit gethan hat, ihre Kaͤyſerl.
Majeſtaͤt wohlmeynend vorzuhalten, daß fie
ja den: Frieden mit dem allerchriſtlichſten Rö-
nig in. Sranfreid) bald fehlieffen. Denn auf
folhem Frieden berufet das Heil der Ehriften-
heit. Denn wenn der nicht gefchloffen wird,
(dafür GOtt fey !) welches man aber nicht Hoft:
fo ift zu zweifeln, ob die einmüthige Macht der
ganzen Chriſtenheit demſelben ftarfen Feinde
gewachfen ſeyn werde, wenn man zu Haufe
nicht recht ficher üft. Aber diefes Friedens Nu-
Sen weitläuftig vorzuftellen, ift darum unnoͤ—
chig, weil man fihon öfters davon gehandelt
IR k >
„16. Es konnen auch ihro Majeſtaͤten, wenn
fie (wie geſagt,) die Religionshandlungen in⸗
jene aber fangen und ſtuͤrzen die Seelen. Die⸗
ſe zwingen die Religion nicht zu verleugnen,
jene aber verfälfchen und verſtoͤren die Kelle
‚sion, ob fie wol dem Scheine nach allerhand
Gutes vorgeben. i
| 18. Wenn nun diefes alles reiflidy erwogen
wird; fo werden ifro Majeftäten defto beſſer
bevenfen und fchlieffen können, was und auf
welche Weife alles zu handeln. Der hochwüre
digfte Herr Legat ift aud) der Mennung, man
‚follevor allem ein Eoncillum beruffen , es diß
Jahr halten, und in den Reichsverſammlun⸗
‚gen oder Tägen in Deutfchland nichts von der
‚Religion vornehnen, fondegn der Earholifchen
‚Bund flärfen und vermehren, daß, wenn fül
cher er immer flärfer worden, die Prote⸗
83 Ne
genommen werden koͤnnen.
=” rd & —
—
474 Cap. 18. Don der durch Tonventeu, Reichstäge gefüchten Religion — —
ſtanten auf alle Weiſe zum Concilio beredet und [Friede und Gintracht im Glauben und der wa
bewogen werden: und Daß man indeſſen den ren Religion gebracht werde: ſo will auf dieſen
Frieden mit dem Koͤnig von Frankreich ſchließ eurer Koͤn. Mgjeſt. Chriſtlichen Befehl meine
fe, und allenthalben Huͤlfe wider die Tuͤrken Meynung hieruͤber aufs Fürzefte, fo viel. möge ⸗
zufammen treibe 000 lich, allergehorfamft anzeigen, mit unterthaͤ⸗
19. Es iſt auch, zum Befchluß, diefes nicht Inigfter Bitte, daß ihre Maj. gaͤnzlich dafür
aus der Acht zu laffen, daß, ehe man mit fried» halten wolle, Daß folchesalles von Herzensgrun⸗
lichen Handlungen zum Schluß kommet, ‚und de, ohne einige Gunſt oder Ungunſt, und mie
Reichshuͤlfe erlanget, Die Zeit, dem Türfen in hoͤchſtem Wunſch des Friedes und der Einige
diefern Fahre zu wehren, verlaufen feyn wird: keit, mie ich es einmal: vor: dem allmächtigen
und aufs Fünftige Jahr wird Die Sache mis GOtt in der legten Stunde des Todes undam
der Huͤlfe wider den Erbfeind beifer an dem | Süngften Gericht zu befennen.gedenfe, von
gemeinen Dre des Concilii, nad) Wunſch, vor» |mir.gefehehen fey- . = ee
¶Accikz.
20. Jedoch ſtellet vorgemeldter Herr Leggtee ..
— Dingen alles dem hocherleuchten Er · Von iR heil, Drepfalt igkeit —
meffen und Klugheit ihrer aflerdurchlauchtigften | In dieſem Artikel bin ic) in ihrem Bekennt ·
Majeftäten anheim, und wuͤnſchet ihnen uͤbri⸗niß mit allem zufrieden. a
gens alles Heil und Wohlergehen! = 1. 1]. ©: Der IE Artikſ.
— * EEE ae (B3: "Won der Erbſuͤnde.
ren Re ernst. Hier find wir mit chnen zu Augfpurg int Nuss
Cochlaͤi dem König Serdinand uͤberge⸗ en nelde —— —
benes Bedenken, wie weit men ſich zu Aug: bin und drauf behatre. EEE ——
ſpurg mit den. Proteſtanten verglichen und. | 329% — rn
was man ihnen nachgeben Eönne. - nseinigg ‚Der. II. Artikel. * RN
Ins Deutſche überfekt von M. Aug, Tirtel. |; Won den zweyen Naturen in Chrifto,
ee WETTE, 1° Sn Diefem Artikel find wir auch mie iönenin
Des Herrn Johann Cochlai (oder Söflers) allen eig geweſen. ————
Bedenken uͤber den 28. Augſpurgiſchen Artikeln Ren RT SSR
= gn den Rom. König überreicht: den 17. —— Der IV, Artikel. ran Gral
en Junii 1540. Hagenaun. Don der Gerechtigkeit des Glaubens,
N llerdurchlauchtigſter und großmädhtigfter | Zu Augfpurg find wir im Ausſchuß auch in
» König, Fuͤrſt und allergnädigfter Herr ! dieſem Artikel einig. geweſen, daß nemlichniche
Nachdem eure Kön, Maj. in Önaden, aus fon» |gelehret werde, Daß der Glaube allein gerecht
derbarem Vertrauen aufgetragen und befohlen,, mache, 'fondern das Wörtlein allein wegge-
bey meinem Gewiſſen, wie ich esbey GOtt und |laffen werbe; gleichwie auch ihro Känferl,
eurer Maj. zu verantworten und zu verfheldigen Majeſt. mit andern Fürften und Ständen im
mir gefraue, anzuzeigen, was Denn in Den 28. Reichsabſchied angezeiger und befoßlen Baben :
Artikeln der Proteftantifhen Fuͤrſten und Staͤn⸗ denn es richtet Aergerniß im Volk an, und macht
de Bekenntniſſes ſo ſie zu Augſpurg auf dem die Leute faul zu guten Werken. Weil nun in
Keichstage ihro Kaͤyſerl. Maj. meinem aller⸗ |der Schrift nirgend geſagt wird, der Glaube
gnädigften Herrn, vor zehen Jahren überrei | allein macht gerecht ; fondern Syacobus in fele
cher Haben , befindfich fey, welches die Catholi. nem Brief offenbarlich widerfpriche, und dag
ſche Kirche nicht dulden oder annehmen Fönne; Volk dadurd) zu guten Werfen unfleißig und
ob man etwa in folchen Artikeln durch friedliche | träge gemacht worden (wie offenbar am Tage
Wege mit ihnen eine Einigkeit treffen koͤnne, liege): ſo waͤre es allerdings beffer zum Frieden,
daß dadurch die Deutſche Nation wieder zum! und erbanlicher zur Erhaltung eines gortfeligen
)
⏑—
76 "1, Abfehn. Dom Tonvent au Srankfurt, Schmalkalden und agenau. 477
‚daß man diefen aͤrgerlichen Streit von theri ift nod) Feine zo. Jahr alt, Die Kirche
dem Glauben allein unterlieffe ; gleichwie auch aber Bat ſchon über 1500. Fahr: geftanden,
der Beil. Jacobus, Auguſtinus, Cyprianusund [und wird bis ans Ende der Welt bleiben,
andere Heiligen gethan und geraten haben. | Match, 28. und Joh. 14. Es ift alfo billiger,
Auguffinus de fide ex oper. Cyhprianus in fer- |daß fid) Luthers Partey zur allgemeinen Kirche
mon. de lapf. ‚und das Volk lehrete, daß es |begebeund damit vereinige, als daß die ganze
nicye durch den:&lauben allein ,: fondern aud) und allgemeine ‚Kirche fid) zu Suthers Partey
durch Neue und Leid des Herzens, Beichte des ſchlagen ſolle..
he und a der Bee ats a: Der VIIL reitet, nd 0
den los zu werden, OStt zu verföhnen, un e ; 5} 90 nah an
die ah elätinkeit yr elangen füche, und nicye Von böfen Rivchendienern ( oder Lehrern),
auf den Glauben allein trotze und fi) Darauf] Darüber iſt man auch einig gewefen. Ha⸗
| el sinn nn = Jbemalfo die Donatiften, Wiclefiten und andes
verlaſſe. ein DR
| a ee Melt: N — geirret, — bahn, Daheim Drieiken
An ar naher le ing jo in einer Todfünde ſtecke, Feine Amtsverrich⸗
Vom Amte RR Sa⸗ liung — — — vermalen, R ste ein Sa⸗
NT ——— — crament reichen koͤnne. Welche Meynung jetzt
Auch uͤber dieſen Artikel hat man ſich im Aus⸗ auch die Lutheraner hegen und ſagen: Die Paͤbſt⸗
ſchuß verglichen welches auch ſo bleiben kann. ler trieben keinen rechten Gottesdienſt, ſondern
ER 5 uhr — wider die Wahrheiit. ir
Auch uͤber diefem iſt man einig worden ‚lau —
der Eintracht uͤber den IV. Artikel. Eiſt frey Der LR. Artikel.
lich erbaulicher, vor dem Volk zu ehren, daß], 2°... Von der Kirche.
Gott den guten Werfen einen Lohn gebe, und |.; Auch Bier ift man mit ihnen einig geweſen
einem jeden vergelte nad) feinen Werken, wie ſwider die Wiedertäufer. “Undesmwärebiliigund
die Schrift gar oſt bezeuget; als immer zu ſchrey |gue, © daß die Surheraner ſich hier wieder mit
en, daß alleinder Slaube vor GOtt gelte, und |uns vereinigten in der von Alzersher gebrauch⸗
Odtt nad) den Werken nichts frage; denn Icon Form der Taufe, mie Del und Chtyfam,
folch) Gefähren iſt ärgerlich, falſch, und offenbar. Satz, Teufelbeſchwoͤrung (exorciiino) und an⸗
lich wider die Schrift. on lnn 3, [dern Geremorien und. Bräuchen, die ftets von
Eh Der VL Artikel. den Zeiten Der Apoftel an (wie der heil. Diony⸗
Hans 1 Don der Kirche a ſius bezeuget) gehalfen’mworden. Das wäre
FR beflen, als daß ſie ohne alle Schrift veraͤchtlich
Man iſt auch hieruͤber im Ausſchuß einigge- | und zur Schmach der Earfolifchen Kirche ala
weſen. Und es iſt ungezweifelt zutraͤglicher um |te und loͤbliche Bräuche verwerfen und abſchaf⸗
Frieden und einſtimmiger mit der Wahrheit, fen, und dadurch auf eine unnoͤthige Spaltung
zalehren und zu halten, daß eiue einige, wahre, verfallen und die Gnadengaben des Heil, Gel
Latholiſche durch Die ganze Welt ausgebrei: ſtes in der Taufe Bindern. J
in nun ; en Da — Der Xi Artikel. is
inus und andre Heiligen ſagen: Ihr Schall... — Een rer —
iſt in alle Welt eg als was jegr ei, | VOM Säcrament des beil. Nachtmahls.
nige fürgeben,daß allein SuthersParten dle rechte Huch über dieſem Artikel ift man mit ihnen
allgemeine und Catholiſche Kirche ſey Denn es | eins worden wider die Zwinglianer und Wieder,
iſt nie zu Surhero, ſondern zu Petro gefages |täufer, nemlich, daß Der wahre, Leib Da zuges
Weide meine Schafe; und die Partey du⸗e gen, ſamt dem wahren Blut, nicht Das | ur
478 Cap. is. Don der durch Convente u Reichstäge gefüchten Religionsvergl
Zeichen oder Figur (Abbildung). - Hier: aber jne Beichte nicht völlig thut, fo viel er weiß,
wäre Kent fowol zum Srieden als Sees der handele mit der Beichte betrüglich, —
len Heil, daß die Proteſtanten ſich mit uns ver- — die Schrift Jer 48, 10: Ver⸗
einigten in der Brod» und Weinwandelung, flucht iſt, wer des HEren Werk betruͤglich
auch uͤber der Verehrung und Dienſt tiefes Sa- |(nadyläßig) thut! Wer aber rechte Buſſe thut
craments, als deſſen, darinnen der wahre GOtt, und über feine Sünden Leid hat, der ſagt mie
unſer Schoͤpffer und Erlöfer, wefentlic) vorban- David Pf. 37. (fonft 38.) v. 19: Ich zeige
den, nad) ver alten und löblidyen Gewohnheit ‚meine Miſſethat an und forge für meine
der Earholifchen Kirche. - Hiernächft, daß fie Suͤnde. — —
fol Sacrament der Hebe und Einigkeit nicht | IL Artikel, ———
mißbrauchten zur Zwietracht und uͤberfluͤßigem 2 a: Artitel. ——
Zank, da ſie anfangen zu ſtreiten: Wie lange Von der Buſſe.
der Leib Chriſti in den geweyheten Oſtien, wie | Ueber dieſem Artikel iſt man einig worden in
fie fie nennen, bliebe? Daher fie in den ſchwe-⸗ Ausſchuß wegen der 3. Stuͤcke der Buſſe: als
ren Irrthum fallen, daß ſie die geweyhete Oſtie, daß fie andre Worte brauchen. Wir aber nen⸗
die entweder in der Monſtranz umgetragen, oder nen die 3. Stuͤcke der Buſſe, Reue, Beichte
im ciborio (Speiſekaͤſtlein) für die Kranken und Gnugthuung, nad) altem Brauch der heil.
aufgehaben wird, einen Goͤtzen nennen, und Vaͤter, Chariani, Ambroſii, Auguſtini ꝛc.
den geweyheten Wein, fo nad) der Commu- Sie aber wollen dieſes Wort ( Gnugthuung)
nion ‚überbleibt, auf die Erde, wie Waſſer, nicht haben, ob eg wol die Beil. Vaͤter nicht ale
ſchuͤtten. lein gebraucht haben, ſondern auch die heil. Con⸗
Der XI. Artikel, 0 Jeilla, und zwar die allerälteften. Wenn ſie aber
Bon der Beichte niche trotzig Coder frech) hier Handeln wollen:
© ; ur fo wird man auch hierinnen eine Eintracht |
Ueber diefem Artikel ift man damals nicht eir treffen Eönnen. Denn Chriftus Kat nicht dar⸗
nig gewefen, hernach aber haben die Proteſtan · um für unfre Sünden gnug getan, daß wie
. sen im. Ausfchuß ihre Meynung: fehriftlich in gar nichts dafür thun follten, fondern hat uns |
drey Puncten von fid) gegeben: 1) Daß man ein Erempel gegeben , ihm zu folgen und unfer
die Beichte nicht nachlaffen folle,, wegen der Creuß auf uns zunehmen, Math. 16. und Bufe
troͤſtlichen Loszaͤhlung: 2) Weil wir daraus die |fe zu thun, Matth. ız. $uc. 13. Sonſt haͤtte der
hohe und heilfame Gewalt der Schlüffel erfen-| Sünder zu Corinth zu Paulo fagen koͤnnen: Le⸗
nen: 3) 2Beil esgut fey, das Volk zu Beichte ge mie Feine Buffe auf ,; weil Chriſtus fuͤr mich
zu halten, darinnen.es feine Sünden, fo viel|gebüffet oder gnug gethan hat. Und hiermider
‚möglich, angebe und fchuldige, und dadurch das iſt Paulus 2 Cor.:7. Rom. 6. da er ſpricht:
Gewiſſen in der Loszählung gerröftee werde. Wie ihr eure Glieder gebraucht habt zuc
> Wenn fie nun diefe drey Puncte imErnftange- · Unreinigkeit, und von einer Ungerechtig⸗
nommen haben und befennen : fo wird man fich keit zur andern: ſo brauchet ſie auch zut Ge⸗
tool leicht darinnen mit ihnen vereinigen Fönnen, |rechtigkeit in der Yeiligung. Summa: Es
Denn ihre gröfte Klage iſt, daß fie alle ifre Suͤn⸗ iſt nicht wider das Evangelium, Buſſe zu thun
den dem Priefter beichten müßten, welches ſie vor fuͤr die Sünden, obgleich Chriſtus fuͤr ſie gnug
unmoͤglich halten. Wir zwingen aber niemand zu gethan hat. Denn er hat ernttich befoßlen, Buß
unmöglichen Dingen , wie fie uns Schuld geben, |fe zu thun, im Anfange, Mittel und Endedes
bitten aber nur, daß ein jeder feine Sünde, fo viel | Evangelii Marth.ır. Luc. 13: und 24. Eswüre
er ſich deren bewußt, beichte, daß niemand aus de alfo beffer und zur Eintracht dienlicherfegn,
Menfchenfcyaam diefelben wiffendlic) verſchwei· daß man der heil. Väter und der ‘alten Conce
ge, damit der Beichtiger dem Sünder defto lien Brauch unverbrüdhlic, hielte, als aͤrgerlich
beſſer rathen und helfen koͤnne. Denn wer ſei⸗ davon ſchrye: Chriſtus hat gnug gerhan ‚it
| ' det
aa ang
480 1 Abſchn. Dom Convent zu Stankfurt, Schmalk und Hagenau. 481
| anfrer Onugehunng ft es nichts; denn das Volk | Städte fich den Ruf, ohne Borwiffen und Ein,
9 a A und faul zu guten Werfen. willlgung ihrer Biſchoͤffe, die nicht umſonſt oder
de EB la — —— we
Be. ah, x eher) jedes Orts genenne werden, anmaſſen
Dom Gebrauch der Sacramenten. und ſich kecklich unterftepen, Hirten und Dres
Es ift auch darüber Fein groffer Streit ge-jdiger nad) Belieben ein» und abzufegen, und
| wefen im Ausfehuß. Und es wäre freylich bef- einigen Mammelucken eine eiteleund nichtige@es
| fer, hierinnen bey der alten Lehre zu bleiben ‚nem- walt geben, da ſie nie rechtmäßig zu Biſchoͤffen
fi), daß die Sacramente des Neuen Geſetzes geſetzt worden, Priefter und Diaconos zu weys
‚ viel Eräftiger feyn, als die Satramente Alten hen: welches vorber in Der Catholiſchen Kirchen
Teſtaments, und daß fie nichebloß Zeichen des nie erhöree worden. Da fie nun pralen: fie.
| göttlichen Wohlwollens gegen ung ſeyn, tie jetzt lehreten oder fingen nichts neues an; fo follen
etliche fagen; fondern auch wirkende Gefälle Ifie billig von folcher Neuerung ablaffen und ans
und Werkzeuge, durch welche wir die Gna- derer Amt fich nicht Berausnefmen. 3
de era ah N en a a Der XV, Artikel,
recht gelehret, Daß fie denen nicht Gnade geben TR : ea RR
= a die fie recht brauchen und vor fich von en = Srauchen der.
fein Hinderniß legen, als wenn der Slaubeal-| * _, an RN NEN
fein alles ehäte- Cs waͤre auch zuträglicherzum| In dieſem Artikel wollten wir bald mit ih—
Frieden, wenn die Zahl der Sacramenten bey nen eins werden, wenn fie aus dem Örundeder
| 7. gelaffen würde, alsärgerlich zu fagen, dag Schrift eriviefen, daß unfte Ceremonien und
.\ es deren nur 2. oder 3. gäbe: denn dergleichen alte Kirchenbraͤuche wider das Evangelium
| unnörhige Neuerung bringet wenig Erbauung waͤren; tie fie fagen. Aber bis diefe Stunde
" unter den Seuten, wie wir taͤglich erfaßren. erweiſet man nicht, daß der iöbliche und alte
i ; Der XIV; Artikel, Brauch, Salz, Walter, Wein, Kräuter, Rus
a en chen, einzufegnen und zu weyhen, welches fie
|. .bon der Ordinivung (oder Weyhe) vor Tauter Poſſen Halten, wider das Evange-
\ | der Prieſter. lium fey, inmaffen er. darinnen nirgend verbo—
Dieſer Artikel iſt zwar den Worten nach nichts ten iſt und guten Grund hat in Paulo ı Tim. 4.
zu tadeln, dem Verſtande nad) aber iſt er wi- daß es geheiligt werde durchs Wort und.
der uns. Und muß inder Kirche niemand öffent |Beber. Alfo iſt es auch nicht wider das Ev-
|
I
|
|
|
ne —
\ und recht, aber der Proteftanten Berftand und |che und andre Gefäfle und Schmuck bey ver
' Brauch iſt nicht recht. Denn fie benehmen ven Meſſe und göttlichen Amtsverrichfungen zu ges
Blſchoͤffen den ordentlichen Ruf, undgeben ihn brauchen, Kerzen anzuzünden, und mit Weyh⸗
den Laͤhen. Sie fuchen auch einige aberünnige rauch zu raͤuchern. Darum wäre es zum
WMoͤnche, Denen fie die vermeynte Macht, Prie- Frieden und Einigfeie viel dienlicher, Gebräus
ı fter und Diaconos zu weyhen, geben. Das che und Ceremonien, deren viele ſchon auch
lid) lehren oder Sacramente verwalten, der nicht |angelium, Proceßionen (oder Umgaͤnge) zu
recht beruffen ift, Dieſe Worte find zwar gut halten, in der Kirche geheiligte Kleider, Kel—
f
&
iſt aber alles eine freche und kahle Neuerung , zur Apoftel Zeiten üblich gerefen, tie der hei⸗
wider Cheifti und feiner Apoftel Brauch, Die lige Dionyſius bezeugt, in ihren Würden zu lafr
| folche Werke und Ruf nicht ven Läyen, ſondern fen, und felbige, wo fie auch abgefihaft wären,
| den Biſchoͤffen befohlen Haben. Darum wäre] wieder einzuführen, als fie zu verfpoften und
es viel beſſer zum Frieden, ven Bifchöffen dielin den Tag hinein abzufchaffen: denn fie ge⸗
von Alters her eingefegte und gebrauchte Ge-| ben dem Volk Anlaß zu gufer Andacht des
‚ walt, die aud) In der Schrift guten Grund hat, Herzens, zur Furcht und Ehre GOttes; wie
zu laſſen, als daß Fuͤrſten und Oberkeiten der] die Erfahrung lehret. Hiermit aber will ich un:
Qutheri Schriften 17. Theil. Hh nuͤtze
—
432 Cap. ıg. Von der durch Conventen, Beichstäge gefirchten Religionsvergl, 483
nüße und abergläubifche Ceremonien gar nich _ Der XVII Artikel,
vertheidigen; fondern will-vielmehr, daß, wo Dom freyen Willen.
ih deren finden, fie alebald weggethan werden. Man ift auch hierinnen einig geweſen im Aus⸗
J
ir
Der XI. Artikel. ſchuß. Aber doch wäre auch hier nörhig, daß
Don. der weltlichen Öberkeit. 3 En en a me |
ier find wir auch mit ihnen einig, wider | Ei. TONER U SELDELK UN —
ee der Wiedertäufer und anderer, In die fie eh freyen Willen
die da meynen, es dürfe unfer uns Chriſten ausgegeben, bon ihnen tiderruffen und weg
Feine weltliche Oberkeit fepn; wie auch Surge- gethan würden, barinnen fie mit groſſer Hef-
en a en freyen Willen, ſondern GOtt wirke in uns beydes,
weltlicher Oberkeit: ber ein jeder ift dem Hutes und Hofes, und er ſey die wirkende Ur⸗
andern glei untertban; wie Paulus fagt fache der Sünden im Menſchen und alles ger
Röm. 12. ein jeder halte den andern für fei- ſchaͤhe un bloſſem Nothzwang daß es anders
nen bern (höher als fich). ngleichen, un« nicht geben Fönne, weil der Menſch Feine Frey:
ter. Ehriften kann das Schwerdt nicht feyn / N
Darum kann man es mehr unter Ind jteße, ettvas zu thun oder nicht, fondern bey
Tpriften brauchen. Aus diefen und andern { ;
Sprüchen dutheri ift wahrfeheinfich,, daß ſowol ;QUE Oder böfe. ‚Daher — viele Menſchen in
der Bauren Aufrubeund Auflauf ‚als der Wie- Irrthum ſagen: Gtt will mich foßaben, und
dertäufer Irrthum daher feinen Urſprung habe, ſo muß ich thun, es kann anders nicht feyn.
Wenn alfo ein beſtaͤndiger Friede und Einig- Der XIX. Artikel.
5 werden I , & ift böchftnöthig,| Von der Urſache der Sünden,
ern. ithe Scheiſten duther ab | ger find mir auch in allem einig. Aber im
Der en Artikel, zu ärgern, Phil. Melanchthonis Anmerkungen
Vom Juͤngſten Bericht, über die Epiſtel Pauli an die Roͤmer, darin⸗
Man iſt auch über dieſem Artikel einig gewe⸗ ‚nen viel Säge wider dieſen Artikel find; zum
fen im Ausfhuß. Unterdeſſen find — | Erempel da er ſpricht: Es ſey gewiß, daß al⸗
tigkeit geleßret Haben: der Menfch habe feinen
heit feines Willens habe, und es bey ihn nicht
GOtt, der alles im Menfchen wirfe, es fey
1Gegentheil liegen ung im Wege, die Jugend
Nennungen der falfhen Propheten in Sadj; es von EOtt geſchehe, es fey Gutes oder Bö-
fen, ſonderlich um Wittenberg, vom Süngften ſes. Ingleichen, daß GDtt den Creaturen
Tage, ans Sicht Fommen, welche —— nicht allein zulaſſe, daß ſie wirken, ſondern daß
*
>
— er ſelbſt eigentlich alles in ihnen thue; und wie
geſchreckt, und zweifelhaft, oder doch verdottet ‚er ſelhſt eigen ——— |
gemacht, daß — meiften Mensen weder | Pauli Beruf GOttes eigen Werk fen, alfo auch,
die Selder mehr beftellen noch ſaͤen wollen, in = ea is
der Mennung, der Juͤngſte en fehen vor des Judas Iſcariot fein eigen Werk geweſen
der Thuͤre, und würde gewiß denſelben Tag 19. Wie fell aber ein beſtaͤndiger Fried und
oder diefelbe Stunde fommen. Zu dieſer Toll: Einigkeit geftiftet werden, wenn dergleichen
Beit haben die neuen Secten und thorichten Ein- | Schriften und Lehren im Volk, fonderlich bey
fälle der Schmwärmer Anlaß gegeben, da einem | der Jugend, getrieben werden, die Philippo anz
jeden frey gelaffen wird, mider Die alte Kirche FE 2 und man fie nicht widerruffet oder ab⸗
En neues vorzubringen, ob wol Chriſtus DI, SE unmsglich Aut eine A
der Vater feiner Ma ch vorbehalten / lich bewirket, das andre aber bloß nicht ge⸗
| en, hindert,
der Ehebruch Davids *) und die Verrätberey
Da
— —“ * 5
46 "1. Abfehn. Dom Eonvent su Srankfurt, Schmalk. und Aagenau. 485
DE 333 7 URBARSHTE | der XX, Artikel, Roͤm. 2. Und man koͤnnte ſolchen Streit von
— guten Werken leicht heben, wenn uns die Wi⸗
Vom Glauben und guten Werken, Derfacher. recht verftehen wollten ;. und würde
Weber diefem Artikel ift ein Argerlicher, ver=| wol viel beffer feyn, daß wir ung von beyden
geblicher und langer Streit im Volk von Lu⸗ Theilen in der Liebe Chriſti und Einigkeit des
thero erregt worden, welcher fo leicht gehoben) Glaubens befliffen, viel gute Werke Hier auf
werden Fonnte, wenn nur unfre alte Meynung | Erden zu thun, und Bier einen Schag hin zu
niche verläftere und unrecht verftanden und ges | legen, den wir Bernach gewißlich im Himmel
deutet würde. | fanden; ;wie Chriſtus ung fehret Matth. 6.
Denn wir fagen nicht, daß Werke ohne Apoſt. 14. den Lohn aber des Guten der un=
Glauben Gtt gefallen, oder an fich felbft.oß- ſtreitigen Berheiffung und Barmherzigkeit un«
te tiebe und Gnade Vergebung der Sünden, ſers HErrn GOttes überlieffen; als daß wir,
Himmel oder ewig Leben verdienen ; ſondern |Darüber viel mit Worten fteitten, und alfo gute
ir fagen, daß weder der Glaube allein, noch Werke unterlieſſen und hintanſetzten und alfo als
die Werke allein *) Gtt zugleich gefallen und unfruchtbare Bäume vor ihm erfunden würden.
uns zum geben verdienftlich feyn, wenn ſie durch/ *) Es fheinet, ſagt Seckendorf, hinzuzuthun zu
die Siebe gefchehen; wie Paulus fagt Gal. 5. ſeyn: fondern Slaubeund Werke ·
GOtt Hat verheiſſen, ſolchen Werken Sohn zu Der XXI. Artickel.
geben. Math. 10, 19, 24. 25. $uc.19, welches Don der Sürbitte und Anruffung der.
auch Paulus bezeuget 2 Cor. 9. und ı Tim. 6. Heiligen.
Niemand kann doch leugnen, daß GOtt ge) Man hat auch von — Artikel in dem
recht ſey, Pſ. 10. Wenn er nun die boͤſen Wer⸗ Ausſchuß gehandelt und iſt einig geweſen. Sie
fe ewig ſtraft: fo erfordert Doch auch ſeine Ge-⸗ haben uns zwar zugegeben, daß alle Engel und
rechtigkeit, Daß er Die guten Werfe mit ewiger | Heiligen im Himmiel für uns bey GOtt bitten,
Freude belohne; wie die Worte Chriſti klar und und daß wir das Gedächtnig und die Feſte der
deutlich anzeigen Matth. 25. und Joh. 5, Wo: | Heiligen, daran wir bitten, Daß uns der Hei⸗
zu nod) diß kommt, daß die unendliche Güte ligen Fuͤrbitte zu ftatten Eomme, begehen mös
und Barmberzigkeit auc) an fich mehr geneigt | gen: fie wollen aber Doch nicht, daß man Die
ſey, das Gute zu belohnen als das Boͤſe zu be⸗ | Heiligenanruffen folle, weil esdie Schrift nicht
ftrafen : denn es ſtehet geſchrieben ac. 2: geboͤte. Doc) haben fie gefagt: fie wehreten
Die Barmherzigkeit erhebet fi) wider das |es niemanden, fie anzuruffen, denn die Schrift
Gericht. Darum Eönnten ihre ärgerliche, hat uns dergleichen nicht verboten. Aber in’
Schriften, Lehren und Predigten der Prediger | der That felber halten fie es gar anders: denn
wider das Berdienftder guten Werke, wol abge: | fie Baben nicht allein die Anruffung, fondern
ſchaft und unterlaflen werden; denn dergleichen | auch die Bilder und Gedächtniffe und Feſte der
Säfterungen find mehr mwider die Gnade GDr-| Heiligen abgefchaft, und uns deswegen fir Goͤ⸗
tes, Die die fuͤrnehmſte Urfache guter. Werke tzendiener erklaͤret.
und Be Verdienſtes eher ift, als fie, Die gu) Weil aber dergleichen Rühnheit und Neues
ten Werke an fich ſelbſt. Ja, Gott felbft| rung unterdem Volk viel Aergerniß und Spott
wird dadurch geläftert, Denn der wirket in uns bey den halbgelehrten Affen erwecker: fo wäre |
nicht allein die guten Werke, fondern auch den! es befler, man liefje dieſen Streit, als etwas
uten Willen, wie der Apoftel fagt 2 Cor. 3. vergebliches, ärgerliches und fehädliches, faha
Phil. 2. und Hof. 14. Darum brauchen wir ren, und daß ein jeder von ung der Beilfamen .
uns nicht unfrer guten Werke groß zu rühmen, | Sehre der Heiligen und ihrem gottſeligen heiligen
oder uns hoffaͤrtig darauf zu verlaffen: denn | Wandel folgte, daß wir auch einmal, wenn wir
wir haben fie nicht von uns felber, fondern von ihren Sußftapffen folgten, das ewige geben, oder
Sn So Iehret Paulus ı Cor, 4, und die Krone e Ehren erlangten, =
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486 Cap · i8.· Von der durch Eonvente u. Reichsrägegefuchten Religionsvergl. 487
Denn e6 it Darum noch feiner, ein ©bgendie- fetoft im Ausfcyuß bofannt Baben, es ep feine:
ner, wenn er einen Heiligen im Himmel ehret | Sünde, unter einer Geftalt zu communiciren.
und anruft. Denn die Schrift nennt die Hel:| Es mag alfo ein jeder nach feinem Gewiffen
ligen Feine Goͤtzen, fondern Kinder GOttes, urtheilen, ob es nicht viel befler und heilſamer
Brüder und Miterben Ehrifti, ja Göfter ;nicht |fey, auffer der Mefle unter. einer Geftalt in der,
von Natur, fondern durch Gnade und Ge: | Einigkeit der Kirchen, nad) langem und durch⸗
a ewigen Seligfeit, Df.3r. wel⸗
che aber GOtt felbft vom Himmel ehret, Koh.
12, und ihre Heiligkeit durch viele Mirakel be-
worfen und verdammt worden: fo follten die brauch des allerheiligften Sacraments, wel:
Proteſtanten billig von einem folchen alten Irr⸗ | yes ein theuer Zeichen der Hebe und Einigeeit
thum abftegen, und vielmehr mit der allgemei- ſeyn foll; wie Paulus ſagt ı Cor. 10. und ın
nen — die Heiligen einmuͤthig verehren und von ihnen aber ſchaͤndlich gemißbraucht wird,
anrufen | q
Der XXII. Artikel. | daher es auch nicht anders als zum Gerichtund
Vom Bebrauch beyder Beftalt deg hei, | "igen Berdammniß genommen werden Fann, |
: I auffer Der Kirchen Gemeinſchaft und Catholiſchen
ligen Abendmabls. Eisigkeit.
Ueber dieſem Artikel ift mannicht völlig eins| “Sedennoch, wenn der einige Artikel Friede
worden im Ausfhuß: aus der Urfachen, weil, und Einigkeit hindern follte: fo wollte ich lie-
da wir ifnen aus Lebe zum Srieden beyderley her rachen, fiemit den Shrigen in diefem Streit. |
Geſtalt frey laffen wollen, von ihnen verlangt iprem Willen zu überlaffen, jedoch mit diefer
. worben, daß e8 gefehehen möchte mit vorgän| Beningung, daß fieden Brauch einer Geftalt,
giger Beichte, welches fie angenommen ha den die Carolifche Kirche Bat, nicht verdam⸗
ben; und daß die Prediger zum Volk fprächen: men, noch den ihrigen zulaffen dawider zu pre⸗
es wäre nicht unrecht oder Sünde, unter einer digen oder zu ſchreiben, bis Darinnen ein allges
Geſtalt zu communieiren; und daß unter einer; mein Concilium fpreche und ein Urtheil fälle, |
jeden Geſtalt der ganze Chriſtus, GOtt und 8
Menfch , weſentlich ſey; und daß, menn einer ee Kl
unter ihnen unter einer Geſtalt en Don der Priefterebe. — |
wollte, man es ihm nicht abjchlüge; und daß! Ueberdiefem Artifel ift man nicht einig wor⸗
aehends in den meiften Eoncilien gut geheiffer
nem Gebrauch zu. communiciven, als unter.
un l beyden in Spaltung und Abfonderung von der |
weiſet. Weil venn Vigilantü Ketzerey ſchon allgemeinen Kirche, wider den von Alters Ber |
vor langer als 1100. Jahren fowol von St. | gehaltenen Brauch der Kirche, in ———
Hieronymo mit vielen Zeugniſſen der Schrift und Widerſpenſtigkeit wider. beyde Dberfeit,
widerlegt, als von der Catholiſchen Kirche ver-|mit groͤſter Schmach und ſchrecklichem Miß- |
zum Zeichen der Lineinigfeit und Spaltung:
endlich die Geftalt des Weins niemals gereicht den im Ausſchuß. Sie haben zwar einenftar-
würde als in der Meffe; und daß fie fie nicht: fen Einwurf wider uns: daß fo viel Priefter
überdie Gaffen zun Kranken trügen. Darauf ſich mit unkeuſchen Weibsbildern leider! be
Baben fie geantwortet, nach langem Streiten fudeln und die Keuſchheit nicht halten. Gleich⸗
und Erklärungen: fie verdammten die nicht, wol muß darum der ledige Stand und Orden
die etwa vorzeiten odernoch unter einer Geſtalt der Keuſchheit nicht verworfen oder abgefchafe
communieiret haften, und rechneten es ihnen werden. Denn niemand wird foldyen Stand
nicht zur Sünde, fie wollten aber nicht, daß anzunehmen gezwungen oder genöthigef, ſon⸗
ihre Prediger es dem Volk fagen follten. dern ein jeder gib: fich frerwillig darein, wie
Daraus erhellet nun, DaB es mehr ein Troß | ein anderer freymwillig zur Ehe ſchreitet. Nun
als eine Noth fey, fich- wegen diefes Artikels wiſſen alle, daß Feiner, der verhenrafher iſt,
von der Catholiſchen Kirche zu fondern , da fie die Ehe verlaffen und In einen andern Stand
RD, ' ; tre⸗
%
\
|
treten dürfe: fo muß . es alfo aud) einem Prie, |Fommen ‚ wenn fie ung hören und recht verfte«
—J— at A Be ——— hen wollten, und der Abtrünnigen Trotz und
chheit zu — zu REERSEDE. Srechheit nicht fo groß wäre. Denn ihre Gruͤn⸗
ın wie der Ehemann dem Weibe eine Ge. |de wider das Meßopffer g zu ſchwach; Date
bde thut: fo. aud) der Geiftlicheunferm HErrn unter die fürnemften dieſe find.
- GH. Wein alfo der Eheftand darum nich | Der erſte, daß Paulus Hebr. 10. faget:
abgefchaft wird , welldarinnen viele Suͤnden und Chriſtus fen einmal geopffert. 2) Daß viele
Bosheiten undEhebruch von böfenseuten began · Prieſter die, Meffen um Geldes willen halten,
gen wird; da doch immer nod) auch viel rom: | Aufdas erfte hat mıan im Ausſchuß geant⸗
me gefunden werden, die.die Ehe nach Gebuͤhr wortet: Chriſtus fen auf dreyerley Art geopf⸗
Balten: fo kann auch der Prieſterſtand, Keuſch⸗ fert: 1) Sürbilds » oder abbildungsweile im
heit und ledig Leben nicht. abgeſchaft werden, Oſterlamm; hernach 2) leiblich durch die Mars
wegen der Boͤſen, Die ihren Stand durch Un⸗ ter am Creuz, als ein blutig Opffer: 3) Geiſt⸗
keuſchheit brechen und ſchaͤnden, indem es ja lich, im Geheimniß, Coder Sacrament), mit
auch, OOtt ſey Dank! noch fromme Prieſter Ehren und ohne alle Marter und Blutvergieſ⸗
und Mönche und Nonnen gibt, die ſolchen fen, zu Ehren und zum Gedaͤchtniß des leiblis
Stand mit ſchaͤndlicher Hurerey nicht beflecten. chen und blutigen Opffers,, das am Ereuz für
Weil aber.leider! bey: uns in: Deurfchland uns geopffert worden, wie Chriftug felbft, und
der weltlichen Priefter. Benfchlaf :gar gemein nach ihm der Apoftel Paulus mit klaren Wor⸗
und aͤrgerlich if, fonderlich bey den Dorfpfar- ten geboten haben: daß wir es. thun zu ſeinem
. tern, Die insgemein mit Maͤgden haushalten Bedächtniß, und feinen Tod verfündigen,
muͤſſen/ wo Stroh und Feuer, wie man fagt, Ibis daß er Fomme. SR:
bald zufammen auflodern :- fo willich gernevon MM Und diß Meßopffer nennen wir das geiftliche
ihnen hören, auch zugleich mit, nach meinem |( heimliche ) Dpffer , fo eine Borftellung ift, und
wenigen Bermögen, rathen helfen, ‘wie man das unblutige Opfer. Dawider die Proteftans
etwa ſolchem Uebel und Aergerniß abhelfen fön- |ten.gar Eeine billige oder. vernünftige Lirfache
ne. Die Sache ift wenigſtens hochwichtig, vorwenden und angeben fönnen. Und da
‚ unb-brauchet veifes Bedenken Denn der: ſie im Ausſchuß gefragt wurden: warum fiein
gleichen liederlicyes und fehändliches Leben und der Meffe den heiligen Canon (oder Meßges
fleiichliche Frechheit, Da jegt viele abtrünnige bete) weglieſſen? fo gaben fie zwar 3. Urfa«
Moͤnche, Priefter und Nonnen davon laufen, | hen davon an, aber alles recht Findifche, ge-
und fid) in den Tag hinein werheyrathen , hat ringe und läppifche Urfadyen: 1) weil wir für
man nicht leicht gefegen:und erhoͤret· Darum |eineTodfünde hielten, den Meßcanon wegzulafe
braucht dieſer Artifeh.groffe und bedaͤchtige ſen; 2) weil der Canon mehrentheilsdes Opfferg
Ueberlegung. Ich aber, als der geringjte und der Darftellung deſſelben Meldung thut;
Menſch, achte mid) viel zu fehwach, ‘davon 3) weil man indem Canon die Heiligen anruffe,
gehörig zu urtheilen. | - Auf diefe ihre Urfachen hat man kurz geante
Man hat zwar im Ausfhuß einige Mittel wortet: ob es wol in. der That eine Todſuͤnde
vorgeſchlagen; aber die abtrünnigenMammelu- | 19 , den Mefcanon weg zu laffen: fofagt doch
ken, die fich verheyrathet, Haben fie: nicht fuͤr der Canon feldftnichts davon. Daß aberdar
erträglich) geachtet. Darum: brauchte diefer innen vom Opfferfteber: fo iſt es auf diegeift«
Artikel eine befondere Schrift (oder. Abhand- liche (heimliche) Opfferung und Darbringung
lung), ſo bier zu lang werden würde. gemepnet, die wir ein geheimmißreid), Abbile
Der XXIV. Artikels: jDungs- ober Gedädhtnißopffer, ingleichen das
Don der Miehe.. uundblutige Opffer nennen, Auf die 3te hat man
TR geantwortet: ob es gleich nicht unrecht die Hei⸗
In dieſem Artikel koͤnnten fie leicht überein«; ligen — ſo werden ſie doch nicht im
3 Ca⸗
— ———
Ze ee Vie
490 Cap. 18. Von der durch Eonvente u, Reichstäge gefuchten Religionsvergl,
Canon angeruffen. So haben fie demnach Fei-jalfo verwundet iſt: fo Fan ihm der Meifter,
ne rechte Urfache wider den Canon: fondernes | der fonft eine Zunge zum heilen hat, es aber
iſt ein lauterer Troß und a daß fie nicht weiß, ihm nicht helfen. Denn wennder
den Canon verlaffen und vermerfen. Kranke dem Arzt von dee Wunde nicht fagen
_ Daß aber der Geig bey einigen Geiftlichen will: fo kann die Arzney das niche heilen, Das
ſich in ſolch Opffer menget: ſo iftdas ein MIB-| yon fie nichts He 7 — BER
braud), und muß um deswillen die Meſſe nicht, Der XXVL Artikel. s
Dom Lnterfcheid der Speifen
als ein gut und heilig Werk, abgefchaft werden; |
gleichwie darum die Ehe nicht abgefchaft wird, i $; | Wa
weil es Leute gibt, Die um Geldes willen hey⸗ Da die Unfrigen im Ausſchuß begehrten, - |
‚rarhen. Weil denn einige Läyen ſpoͤttlich und ‚daß die Proteftanten fi mit der allgemeinen.
hun ACıen COOL un ek Ötofhen ort pellen und Stan, In Saflan und Soekan
13 ‚en seit, ei a
Basen, und wären ärger als Judas Ger iön'gen, in Proceßlonen (Umgängen) und andern
nicht um Einen, fondern dreyßig Groſchen, Kirchenceremonien und Bräuchen, haben fie‘
(ja Silberlinge, a 12. Örofchen ) verkauft: fo ſchriftlich alfo geantwortet: 1) Daß ſie der alle
f das wel eine groffe Schmach wider die ar gemeinen Kirche Bräuche und Ceremonien,
men nn j Se a mit klaren Wor⸗ — yo Eintracht — Br
ten erlaubee, daß die vom Altar leben, die halten wollten, wenn nur daraus feine Genie
dem Ultar dienen , ı@or.g. und Eheiftug fensbefehrverung ober nothwendiger Gottesdienſt
ſelber ſpricht: ein Arbeiter ſey ſeiner Speiſe wuͤrde 2) Daß ſie nicht oͤffentlich das Fleiſch-⸗
und Lohnes werth. Darum muß man nicht eſſen, Freytags (ſextis feriis) und Sonnabends,
die Beichten und Stillmeſſen bey den Altaͤren ingleichen in den Faſten der Bier Zeiten,
rl Wie sch Snar hinten.” Yan 29! Dannflergefluien walten obne tie A ren
geſchehen auch bin und wieder in den Klöftern — (vor Oſtern) ſey zu lange und muͤßte ge⸗
und Stiftern viele Stillmeſſen aus lauter An⸗ theilt werden; 3ztens, daß ſie auch die gemei-⸗
en
e l en, u l
Meffen ſelbſt, fondern die Mißbraͤuche ab-| GOttes zu hören; 4tens, daß fie bie gewoͤhn⸗
ſchaffen. lichen Geſaͤnge, Vorleſungen und andre gofa
Der XXV, Artikel. tesdienftliche Werke an Feyerfagen Halten wolle
* Von der Beichte. ten; Ztens, daß fie auch die gewoͤhnlichen
RER — Proceßionen und Litaneyen an den Tagen der
Bon dieſem Artikel iſt vorhin geſagt, und |rogationum (oder Bitten, wie fie heiſſen) hal—
darauf beruhet der meiſte Streit: Ob ein
Menſch alle Suͤnden beichten ſolle, deren er
ten wollten, daß das Volk dadurch zum Gofs
\ I eesdienft ermahnet würde. - |
ſich beroußt iſt, und Feine mit Willen in der Weun fie es nun mie den fünf Puncten
Beichte verſchweigen?
Darauf iſt zu Augſpurg in der oͤffentlichen
on meynten: u a eier gute Vor⸗
ereitung zur: Einigkeit ttel zu erfinden
Widerlegung folches Bekenntniſſes aus Hie- — —
ronymo ſolgendergeſtalt geantwortet worden:
dadurch ſie ſich mit uns und der allgemeinen
Wenn jemanden die Schlange der Teufel,
Kirche vereinigen moͤchten.
heimlid) geftochen und mit dem Gift der Bos
Der XXVIL Artikel.
heit angeftesft hat, daß niemand darum weiß, Von Rloſtergeluͤbden.
und er ſchweiget, und nicht Buſſe thut, noch / Von dieſem Artikel iſt ein langes und breis
‚es einem Bruder oder Meiſter offenbaret, der tes aus der Schrift und den Exempeln ber
| igen
PO
“u 9 2 1, Abfehn. DomConventzu Stankfurt ‚Schmalkalden nd Sagenau.
Yigen Väter in der öffentlichen Widerlegung ge-
antwortet worden. Es find aber auch im Aus⸗
ſchuß einige Puncte hiervon fhriftlich garfchön
vorgefehlagen worden, mit der Bitte, daß fie
fie annehmen möchten, —
Darauf ſie geantwortet haben, 1) daß Moͤn⸗
chen und Nonnen, fo viel ihrer noch bey ihnen
wären, frey ftehen folle, in ihren Kloͤſtern ent⸗
weder bis zum Fünftigen Concilio zu bleiben,
. oder heraus zu gehen. 2) Daß dergleichen Klo⸗
fterperfonen in ihrem Wandel, Kleidung oder
Eeremonien nicht gehindert oder beunrußiget
werben follten. 3) Daßfiefie für aller Gewalt
und Unrecht, fo viel möglich, ſchuͤtzen und bes
ſchirmen wollten. —— N
Wie fie aber das alles indeffen gehalten ‚Tieget
jevermann vor Augen. Dahero ichbeforge, daß:
fie mehr nad) den zeitlichen Gütern trachten ‚als
nach dem Glauben oder Andacht derfelben Per-
fonen fragen... Wir aber fünnen nicht fo über-
Bin fahren und leichtfinnigen Gemuͤths feyn,
fondern müffen die Gelübde behaupten und
Balten. Allermaſſen das Wort GOttes an fo
vielen Drten (ie die Ränferliche Widerlegung
anzeiget,) fo ernftlich gebeut, daß die Gelüb»
de, die GOtt verfprochen und gelobet mwors
den, gehalten werden... Denn die Proteftans
ten fagen.-felber in ihrer Apofogie (oder
Bertheidigung): Man müfle Die rechtmaͤßi⸗
ge Gelübde Kalten; ingleichen daß niemand
dem andern feine Güter zu rauben und
mwegzureiffen habe. Denn fie wiffen, daß die
Sünde nicht vergeben wird, wenn das
Geraubte nicht wieder erſtattet wird. Sie wif- ich nach meinem ſchlechten und einfältigen Er=
Eenneniß über Die 28. Artikel des Bekenntniſ—
ſes der, Proteftanten zu erinnern noͤthig gefuns
fen aud) das Wort GITTES, fo 3Mof.
7. gefchrieben ſtehet: Was GOTT dem
493
in der Widerlegung aus heil, Schrift ſattſam
erwieſen: und. ihr eigen Bekenntniß lehret,
daß beyderley Gewalt, ſowol die geiſtliche als
weltliche, wegen des Befehls und Ordnung
GHDrtes in Ehren gehalten und als einefehr ho⸗
he Gabe GOttes auf Erden angefehen werden
muͤſſe So haben aud) im Ausfchuffe die Pro-
teftanten Hiervon etwas fihriftliches eingegeben
und ſich darinnen erklaͤret:
1) Man ſolle der Biſchoͤffe Gewalt und Re⸗
giment beybehalten, wiewol fie damit der Bi⸗
ſchoͤffe Mißbraͤuche und Nachlaͤßigkeiten nicht
rechtfertigen wollten. 2) Sie wollten verſchaf⸗
fen, Daß den Bifchöffen gebührende —
Gehorſam erzeiget, und ihre Hirten (Pfarrer)
vor die ordentlichen Biſchoͤffe geſtellet wuͤrden,
daß die Biſchoͤffe ihre Verbrechen und Fehler
beſtrafen koͤnnten. 3) Daß die geiſtliche Ges
richtbarkeit in geiſtlichen Sachen nicht gehem⸗
met oder gehindert würde, 4) Daß der Bi⸗
fhöffe Bann in Sachen der geiftlichen Gericht⸗
barkeit nicht verhindert würde, wenn man ihn
nach Meaßgebung der Beil. Schrift brauchte.
Wie aber das alles während ſolcher Zeit ge=
halten worden, ‚liege.vor jedermann am Tage.
Wenn fie es aber ernftlich meynten, wie obbe⸗
fagte Worte lauten: fo wäre allerdings zu hof⸗
fen, Daß aud) in diefem Xrtikel der Friede und
Einigfeie dur) dienliche Mittel und Wege ge«
troffen und aufgerichtet werden fönnte,
AR Seſchluß.
Das iſt es, allerdurchlauchtigſter und groß⸗
maͤchtigſter König, allergnaͤdigſter Herr! was
Exrn einmal gewidmet ift,mußsunichts den, und hier Eürzich verfaffer habe: fo.ab
: : er
andern verwendet werden, fondern GOtt i 0 : raffet $ f
beftändig geheiligt ſeyn und bleiben.
Wenn fie nun der Geiz und gottloſe Mam⸗
mon nicht ganz verblender und befeffen Hat: fo
koͤnnte man auch in Diefem Stück wegen leidli⸗
cher Mittel und Wege Handeln und ſich ver,
gleichen. Ä
Der XXVIM. Artikel. |
Don der Bifchöflicben Gewalt.
Der Biſchoͤffe Gewalt und Gerichebarkeicift
zu eurer Koͤn. Mai. hoͤchſt |
gem Urtheilin allem lediglich überlaffe und an«
beim ftelle,
em Ermeflen und klu⸗
Hiernachſt will eurer Maj. ich niche verhal⸗
ten, daß es noch viele andere Artikel gibt, die
wider der Satholifhen Kirche Lehre und Did:
nung, von den $utheranern und andern Predi⸗
gern, die ihnen anhängig find, in öffentlichen
Schriften unter das Volk ausgebreitet, und.al-
lenthalben im Heil, Roͤm. Reich gedrucket und ans
sicht
494 Cap. 18. Von der durch ‚Tonventen. Reichstäge geſuchten Ae Porn .
Acht geitellet worden‘, weiche doc) in ihrem Bes fer dem werden wir. }
1 feiner rechten und volle
Eenntniß nicht enthalten, noch derfelben gedacht kommenen Einigkeit gelangen fönnen.:
"worden, und ohne welcher richtigen Entſcheid und |
Vergleichung Fein beftändiger Friede und Chriſt⸗
liche Einigkeit gefhloffen und aufgerichtet wer⸗
den kann.
Wo es nun eurer Koͤn. Mai. beliebig, fo!
kann fie diefelben ſehen und erfahren. Ich wer⸗
de mich nie entbrechen, einige derſelben, und
zwar in guter Anzahl, anzuzeigen. Denn auſ⸗
E. allerfürtrefflichften Kon. Maj.
/ \ En: alferunterthänigfter
as Sareflan
Johann Lochläus,
Domherr in Breßlau,
9* Diener, Allmoſenierer ꝛc. oder derglei⸗
en. DE Me Bay,
a —
Des achtzehenten Capitels zweyter Abſchnitt.
Bon dem Colloquio zu Worms,
ſo 1540. angefangen, aber nicht
vollendet worden, |
2.7.3300;
Bedenken auf den Tag zu Worms ge-
‚geftellt Anno 1540. wie aufder Proteftirenden
. Stände Seiten zu’ handeln in vorſtehendem
Eolloguio, und ob die geiftliche Befandte zu
einem Richter anzunehmen in ſtreiti⸗
.gen Sachen. L
. I» ;
iſt wol zu achten, daß der Gegen:
theil viel gefährliche Tücfe verfuchen
Da werde, nicht allein micdes Pabſts
Geſandten, fondern mit vielen forg-
7 lichen Stuͤcken, als mit Stellung
der Artikel und mancherley Salumnien und So:
phifterey; darum iſt vonnörhen, daß wir wi-
der Diefe = » - bitten.
2. Aber diefer Sorge bedarf man nicht, daß
es fo fern komme, daß fie in den fürnegmften
Artikeln weichen; als, fo wir fagen werden, alle
Privarmelfen find Abgötterey ; item, fo wir das
Tola fide ftreiten werden. Darum hoffen wir
nice, daß jemand aus dieſem Theil Schein
haben werde, ihre Mittel anzunehmen; er geden«
fe venn ganz vom Evangelio abzufallen, Wer
nun niche bleiben will, ven müffen wir fahren
laſſen. Esthat Samuel des Sauls Abfall aud)
wehe, und find der Exempel viel: auch ſoricht
Daniel befonders von diefer Zeit: Viel werden
fich zu ihnen thun faͤlſchlich und untreulich.
Darum mögen wir Diefe Gefährlichkeit GOtt
befehlen, und ift das allerficherfte wider alle Ge:
J ſchwindigkeit, daß ein jeder gebenke feinen Glou⸗
ben zu bekennen, und ſo viel Bericht davon zu
thun, als ihm GOtt Gnade verliehen.
3. Darum achten wir für das beſte, daß wir
auf dieſer Straffen bleiben, wanns zur Untere
redung kommt, daß wir unfere Artikel nach
Nothdurft und gründlich declariren und bewei⸗
fen, und dem Gegentheil norhtürftiglich ante
morten. Denn alle Calumnien auszufechten,
das würde viel zulang. Wer die Wahrheit
annehmen, oder dabey bleiben will, wird man
Det lede Diefes iſt unſer fürneßmftes’Bedene
en; und fo man dabey bleibe, wird man in⸗
nen, Daß dadurd) viel Gezaͤnk des Gegentheils
und Der Unſern verhindert werden.
4. Und ift nicht ungerathen, daß wir unfee
re Antworten mündlid) und fchriftlich thun:
fonft wird uns afle unfere Rede verkehren; wie
zu Angfpurg geſchehen. es
5. Aud) ift Diefes dazu guf, daß wir alsdann
nicht mit ihnen Artikel ftellen müffen; fondern
af bey unfern uͤberantworteten Stellungen _
leiben.
6. Item, dieweil unfere Herren nicht zuge⸗
gen, ift vonnöthen, die Handlungen in Schrifs
ten zu verfäflen, daß nichteiner eine Ausflucht
fuche durch eine Kalumnia. AIR
7. Item, der Gegentheil fürche ſich vor dem
Schreiben und ſcheuet das Licht; find auch) nicht
gefchickt zu fchreiben. a
8. tem, es kann unter ung leichtlicher an
; ads
AB; 015, Abſchnitt.
erächtigkei
er will. 22 * 4
Item, es wird der Anfang den Papiſten
verdrieslich werden, ſo wir die Proteſtation wi⸗
der den Geſandten in Schrift faſſen, da man
fie ſchaͤrfen wird und bald ausbreiten.
Von Paͤbſtlichen Befandten,
10. So wir das Eoncilium vecufiret Haben,
derwegen, damit nicht der Pabſt Richter ſeyn
ſollte: muͤſſen wir vielmehr in dieſer Handlung
klar proteſtiren, daß wir den Paͤbſtlichen Ge⸗
ſandten, oder den Pabſt, nicht erkennen als ei⸗
nen obern Richter oder Haͤndler; ſondern fuͤr
ben Principalgegentheil und fechten ihn an » »
Diele Proteftation muß oßne allen. Zweifel ge=
ſchehen. Nun wird folgen von dem Anfang.
Don dem YUnfang dee Handlung der
J Proteſtation.
u Zu Augſpurg ward anfaͤnglich proteftict,
daß Ihre Meynung nicht wäre, etwas zu än- |
dern in ihrer Lehre, fondern uns auf ihre Sei-
te zu bringen. Nun werden jegund aud) felt-
fame Proteftationes gefchehen: wo fienun fa-
en-werden, fie gedachten nichts zu weichen,
a ung allein abzumenden ; bedenfen wir,
daß man alsdann ftrafs den Handel ganz ab»
ſchlage. Dergleichen ift zu thun, fo etwas vor:
gehalten würde, uns zu verbinden über und
u "Don dem Colloquio zu Worms,
gkeit bleiben : fonft ſchreyet ein jeder was *— Kleider in die Hoͤlle geworfen, wiederum
497
ervor nimmt, ohne Unterfcheid; ſondern wir
müflen anzeigen klar, daß wir in der gehre und
noͤthigen Stücken nichts weichen Fönnen, und
wollen Urſach anzeigen, warum auch diefe Uns
ferredung vorgenommen, die Wahrheit vor⸗
nehmlic) zu fuchen ; fo fey nicht Friede mit Un.
terdruͤckung der Wahrheit zu madıen.
13. Wenn man nun der Lehre und noͤthigen
Stücke verglichen: fo fey denn weiter zureden
von der Bilchöffe Obrigkeit, — 5 und
etlichen Mittelceremonien; Davon vergeblich zu
reden , dieweil die Lehre ſtreitig iſt und wir im
Grund. feind find. Dazu laut der KRänferl.
Maj. Ausfreiben alfo, daß man foll Confefe
fion und Apologiam vornehmen. In Sum«
ma, der Eingang wird viel feltfamer Reden
dringen, daß der Geſandte entweder die Un—
terredung derhalben verbieten mwird, oder wird
gleichwol figen, ungeachtet unfer Proteftation,
‚14. Verbeut er die Unterredung, das ll:
wir gefchehen, und ift ung nüglicy: fo er dag
nicht thut, fondern feget fi), ungeachtet uns
ferer Proteftation; iftdie Frage: ob wir aufftes
ben follen, oder ob mir durch bemeldte Prores
ftation gnugfam verwahret find.
15. Nun ift hie zu bedenken, 05 es beſſer fey,
daß fich die Handlung ftoffe in Principalaret«
Feln, als, fola fide , Privarmeffe, Kirchengewalt,
- auffer dem Efurtifchen 9 Und ift ſatisfactio, purgatio, Heiligendienft, vota &c.
auch in alleroeße erſtlich anzuze
gen, wie wir in oder an dieſem Miederfigen ver Gefandten, fo
diefe Unterredung treten, daß wir Die Verglei- |wir doch gnugfam verwahrer find durch die Pros
chung nicht verftehen für einen Abfall, oder |teftation, und vielleicht gut iſt, daß der Ge-
Defection; fondern haben uns derhalben ein- ſandte felbft anhoͤret, mie viel groffer erefflicher
gelaffen, daß mir hoffen, fo wir mit Leuten, Artikel wir wider das Pabſtthům haben, Dar-
die eines guten Gewiſſens, he wuͤrden, um wolle man befehfen, was auf diefem Fall
daß man befinden würde, daß die Lehre in un. zu thun, fo ſich der Legat ungeachtet unferer
fern Kirchen recht ſey; dadurch denn Känferl, Proteſtation feger, ob wir alsdenn die Hand«
- Maj. beffer zu berichten, denn bishero gefche- lung abfthlagen ſollen. |
ben ‚und alsdann möchten Wege geſucht werden | 16. Zu diefer Frage iſt auch noch zu miffen ,
zue Einigkeit. — role weit ſich die Reden erſtrecken, fo zuvor ders
12. Auf diefe unfere Rede wird man voniß- halben zu Frankfurt und Hagenau geſchehen.
nen vernehmen, was ihr Gemüth ift. Auch
werden fie vielleicht fürgeben, man foll nicht
1307:
pifputiren, fondern allein kurz anzeigen, was Copey der Proteftation, vor inſtehendem
wir nachgeben wollen. Diefesift auch nicht zu
Colloquio zu Worms eindelegt,
chun, daß man alfo blind handele, als fo man Aus dem St überfet von IF. Auguff Tittel.
Lutheri Schriften 17, Theil.
‚er Es
JR Capııa, Von berbnrcb Conpenten,
fen geiftlichen Streitigkeiten wohl befannt,
und wie find nicht fo Dumm, Daß wir allein un:
fere Gefahr nicht bedenken und voraus fehen
ſollten. Wir find and) nicht fo foll und wun:
derlich, Daß wir allein, ohne hoͤchſtnothwen⸗
digen Urſachen andrer Meynung ſeyn mollten,als
ſo viel Voͤlker. Wir haben aber hohe gerechte und]
gottſelige Urſachen unſers Vornehmens: denn
das durch GOttes Gnade in unſern Kirchen wie⸗
der aufgegangene Licht des Evangelii haben wir
billig nicht daͤmpffen ſollen. Es wäre auch nicht
Chriſtlich, groſſe Mißbraͤuche und Irrthuͤmer
zu ſtaͤtken. Es wäre auch wider die Chriſtli⸗
che Lindigkeit (lenitate) ‚auf die ungerechte Sei⸗
te zu treten (und ſolchen ſchreyen zu helfen).
Darum haben wir, ſeit dem die Paͤbſte nach
dem Anfange der erneuerten Lehre wider uns
grauſame und mit Blut geſchriebene Schluͤſſe
gemacht und ausgehen laſſen, auch Koͤnige und
Fuͤrſten hin und wieder gegen uns aufgehetzet,
allezeit ein recht und freyes Urtheil (oder Öe-
richt) Der Kirchen begehret und ung zur Ver:
anfwortung erbofen. Aber dieſes gerechte Sle-
den Bat man verworfen und nur wider uns mit:
Barten Befehlen, die uns mit groffer Gefahr
bedrohet, losgedonnert. Ob aber wol folche!
Sranfamfeit und Schärfe der Befehle durch
den Gfimpf des unuͤberwindlichſten Kaͤyſer Ca⸗
rols, Mehrers des Reichs und unfers allergnä-
digften Herren, gemildert worden: fo iſt Doch.
Durch Ungerechtigkeit des Cammergerichts eine
Schärfe, die zur Ruhe der Deurfchen wenig
nuͤtzet, wieder erneuref. worden.
Die Uneinigkeit zu denfen, im Reiche Schläffe
gemacht, darinnen man Hoffnung zu einem Eon.
eilio gegeben; wiewol doch Fein frey Conci⸗
lium feit dem ausgefchrieben, noch einige Un-
. terredung (oder Kampf), die Wahrheit zuun-
terſuchen, angeftellet worden. Denn da zu
Augfpurg ein. Ausſchuß von einigen Färften
und Lehrern gemacht worden, die über Verei⸗
- nigung der Glaubenslehren mit uns handeln
mochten, haben die gleich öffenelic) voraus ge⸗
ſagt: Daß fie in der Lehre und Keil. Bräuchen
ihrer Kirchen. nichts ändern wuͤrden. Nun iſt
Reichstäge geſuchten Religionsvergl. 499
Ss find ung der Weltleute Urrheile von die ¶ man damit umgegangen , daß fie uns zu ihren,
Bu @ Meynungen mwiederbrachten und in die vorige,
Irrihuͤmer einfloͤchten. Darum Bat dieſelbe
Augſpurgiſche Unterredung weder die Kirchen
Unterdeſſen
hat man gleichwol, um auf wahre Mittel wider
heilen, noch etwas zum Frieden fruchten koͤnnen.
Alſo ſchweben wir bisher in fteter Gefahr, in⸗
dem mir weder zu rechter Erkenntniß (oder Ur⸗
theil), noch zu einem gewiſſen Frieden gelan-⸗
gen Eönnen. Etlichemal hat das Cammerge⸗
richt auf ung losgedonnert. Anderwärts uͤbt
man an unfchulvigen $eufen, welche unfers
Endlich aber
Glaubens find, Grauſamkeit.
iſt doch, um der Kirchen Eintracht und Fries
den zu rafhen , zu Frankfurt ein Gefpräch ver⸗
fprochen worden, von der: Kirchen Lehre und
Vereinigung; undift eine gewiſſe Weiſe benie-
met, daß von beyden Seiten mäßige (glimpfli=
che), gelehrte, fromme, und zu Hinlegung der
Streitigfeiten tüchtige, nicht zanffüchtige Maͤn⸗
ner. über die Lehren zufammen handeln möchten,
Da baben wir nieder auf Ruhe und Sriede ge=
hofft. Aber diefe Weiſe hat man, obwir gleich
widerfprochen, auf der Zufammenfunft zu Ha⸗
û—
genau verlaſſen. Denn obwol beſchloſſen wor⸗
den, daß Das Geſpraͤch vorher gehen follte: ſo
hat man Doch eine andre gefährlichere WWeife
geſucht, Daß zu beforgen ſtehet, es geben eini-
ge nur damit um, daß, da fie uns nicht mit
dem Schein eines Concilii berücken Fönnen, fie
uns doc) mit den Borurtheifen einer folchen Zu⸗
fammenfunft überliften und werfen.
Zu folchen Schwierigkeiten kommen aud)
die Befchtwerungen wegen des Vorſitzes. Da wir
nun. alfo fchon zum voraus fo gedrückt werden z
fo hätten wir Urfachen genug, dieſe Unterredung
abzuſchlagen. Jedoch, weil man ausdruͤcklich
ſagt: es ſolle dieſer Handel nicht als ein Vor⸗
urtheil (oder vorgaͤngig Gericht) gelten *), und
der allergnädiafte Känfer auf beyden Tpeilen
nur begehret, Daß die Wahrheit offenbar were.
de: fo wollen wir uns der Unterredung nicht
roeigern „ fondern. erdieten uns, daß wir von
der Lehre und Genefung der Kirchen uns lieb⸗
reich befprechen wollen. Wir proteftiren (bes
zeugen). aber zum voraus, daß wir um Diefer
Zufammenfunft willen von unfrer Appellation
(oder Beruffung) an ein allgemein, frey unB,
Ist er Beil ee
Ba A
- Yz
11, Abfehnitt, Von dem Colloquio zu Worms, 'sot
ttfelig Concllium, fo in andern Zufammen- [rechte Weife eines Opffers erklären: man muß
fünften geſchehen, nicht weichen ; noch von dei |von dem ganzen Recht der Kirchengewalt re⸗
Schluͤſſen des Reichs, die wegen eines gemei⸗ den. Auf welchem Concilio (oder Synodo)
nen und Nationalconcilii gemacht worden, ab: |find mol fo viel ſchwere Streitfachen vorge-
‚geben; noch das Srankfurtifche Verſprechen, kommen? Und gleichwol muß das ‚alles recht
welches zut Erklärung Der Wahrheit und zur in der Kiechen ausgemacht ſeyn.
Eintracht viel dienlicher ſcheint, verlaſſen; noch Hernach braucht man die Eintracht, wieum
das in Vergeſſenheit ſtellen, was wir in der andrer Urſachen willen alſo ſonderlich auch
Zuſammenkunft zu Hagenau gebeten haben. um dieſer, weil es hier und da wegen der au
Wir bezeugen auch, daß wir die Catholiſche gottſeligen Prieſtern veruͤbten Grauſamkeit, an
Chriſtliche Kirche, darinnen der Sohn GOttes, Seelſorgern fehlet. Daraus der Untergang
die Baͤter, Propheten, Apoſtel, und Heilige der Religion und eine jaͤmmerliche Barbaren
zu allen Zeiten regieret, von Herzen und mit erfolgen muß, wo man nicht auf Mittel dawi⸗
‚allem Ernſt ehren. Mir diefem Haufen, der der denket. Diefe sroffe Gefahr des gemeinen
"Die rechte Kicche, in GOttes wwahrem Wort ver⸗ Weſens follen billig nicht allein Fürften, fon-
faſſet iſt, begehren wir nicht mißhellig zu ſeyn: dern auch andre zu Herzen nehmen.
und nehmen GOtt zum Zeugen, daß wir nichts) Wir wollen demmad), wie es der Kaͤyſer be⸗
‚mehr wünfchen, als daß die reine und einfaͤl⸗ gehret, von allen Artifeln unfers Befenntnif
- tige Lehre Der Chriftlichen Catholiſchen Kirche, ſes vedlich und ohne Falſchheit in aller. mögli-
Die den Frommen nord thut, recht ſcheine und | chen Deutlichkeit und Klarheit Antwort geben,
erhalten werde, damit GOtt, der Vater un=| und die Richtſchnur brauchen, die uns GOtt
fers Erlöfers IEſu EHrifti, recht geehret und | vorgefchrieben, nemlich gewiffe und Flare Zeug-
vieler Heil und Seligfeit befordert werde. Und niſſe prophetifcher und apoftolifcher Schriften,
iſt Feine andre Lefache, warum wir nicht mit Wie geboten jtehet: Wer ein ander Evange-
dem Roͤmiſchen Bilchof einig find, als weil| um lehren wird, der fey verflucht! Wir wol:
er Irrthuͤmer und falfche Gottesdienfte, die len auch rechefchaffen und redlich Handeln, daß
mit dem Evangelio ſtreiten, vertheidiget und | man fehen foll, wie wir gerne Wahrheit und Frie⸗
ſich als einen Feind unfrer Kirchen erzeiger. de, nicht aber Streit, fuchen. Wir wollen nicht
‚Darum bezeugen wir, daß wir ihm die Macht | über Worte friegen, fondern über wichtigen Din-
nicht zugeftehen, die er ſich in diefer Unterre-|gen, die wir von GOtt Haben, halten, Denn
‚dung, oder fonft wider das Evangelium an⸗ von diefer. Lehre, die wir befennen, ſind wir ver⸗
maſſen mochte, ME ſſichert, Daß es wahrhaftig die einſtimmige Lehre
PT LREEN *) ans unnachtheilig, feyn. | der Chriſtlichen Catholiſchen Kicche fen, fo gewiß:
Da aber unfer HErr und Heifand Chriftus, |Tich in den apoftolifchen Schriften ftehet, und hal⸗
der Sohn GOttes, verfprochen, daß, wo nur | ten, daß der Brauch der en Kircheund
die Frommen in feinem Itamen zufammen Fom=|die bewäßrteften Väter auf unfrer Seite ſeyn,
men et fic) dabey einfinden wolle: fo, bitten | wenn fie recht verſtanden werden. Wenn aber
wir ihn, Daß er felbft bey diefem Haufen oben⸗ einer etwas anders verlanget ; fo bringe er. göfte
an fisen und Diefe Difputation fo.regieren wol- | liche Schrift wider ung vor! Wenn diefe ohne
Te, daß die Wahrheit dadurd) erleutert und Schalfheit *). (oder falfche Verdrehung) gefüß-
GI der Vater unfers Herten JEſu Chriſti ret wird: fo wollen wie in groͤſter Beſcheiden⸗
recht verehret werde. Denn wir haben freylich heit benfallen. Und bitten hinwiederum, daß
von groſſen und vielen Dingen zu handeln. die Widerfacher eben diefelbe Nichtfehnur ges
Man mußjest die ganze Meynung (oder seh-| brauchen , nemlich die propbetifche und apoſto⸗
re) Pauli ausmachen, Die lange verdüftere ge-| liſche Schrift; nicht aber ſtatt der Schrift kah⸗
legen; man muß. die vechte Gottesdienſte und | le und unlaufere Verdrehungen und Nuslegun:
Menſchenlehren unterfiheiden: man muß die gen vorbringen, auch truͤgeriſche Schlüffe,
Str ort⸗
en.
*
——
| 502 Cap. 18. Von der durch Convente u. Reichstäge geſuchten Religi nsvergl.
Wortſtreit und Zanffucht weglaſſen, gewiſſen und Uneinigkeifen, oßne einige Unruh
Zeugniflender apoftolifchen Schriften beyeflich⸗ | Gemaltfamfeit, beygelegt, und endli im:
fen, und gedenfen, daß man ohne Wahrheit Friede geftiftee werden mochte: Wir zwar des-
feine beftändige Eintracht oder Srieden ftiften halber an unferm Fleiß und Bemüßung nichts
Fönne; ingleichen, Daß das der fürnehmfte Got: | ermangeln faffen, wie unfre Handlungen vor
tesdienft ſey, die Kirche von der Abgöfterey iger Zeit fattfam beweiſen Fonnen; nun. aber
und falfchen Meynungen zu — wie der auch mit GOttes Huͤlfe ferner alles thun und
Heilige Geiſt ſpricht: fliehet die Abgoͤtterey. anwenden wollen, daß es nicht feine, als
Was fonnen wir GOtt vor ein gröffer Opffer haͤtte es an ung gelegen, daß der Streit nicht
thun, als wenn die geoffenbarte wahre Lehre gefet und die Sache endlich zu Stande ge⸗
an Tag fommt, und wir dadurch Die Ehre kommen ſey. Daher haben mir neulich, obung _
Chriſti verherrlichen und der Kirchen Eintracht gleich unſere wichtige Reichsgeſchaͤfte abgehal-
befördern? Diefe Gaben erfordert GAtt am ten, dennoch alles liegen laffen, find aus unften
meiften von uns, wie Chriftus ſpricht: Darin- Spaniſchen Reichen, von unfern Kindern, hin⸗
nen wird mein himmliſcher Dater geehtet, weg gereifer, und haben unsmif unfrer groffen _
wenn ihr reichlich Srucht bringe und meine Beſchwerung in diefe unfre Sande begeben.
Jünger werdet. Darum wünfchen und beten |lInd haben nach Berathung mit unfers aller-
- wir ven Herzen, daß wir diefem Bimmlifchen Ges durchlauchtigſten Bruders, des Kömifchen Kö
bot Gehorſam leiften mögen, Damit aller Her⸗ Inigsıc. (Liebden) eine Berfammlung der Chur-
zen und Sinne von GOtt geneigek und erwe⸗ |fürften und etlicher Fuͤrſten des Reichs, dar⸗
et werden, die Wahrheit zu lieben und zu innen ermeldter unfer allerdurchlauchtiafter |
aka Bruder, Römifcher König ꝛc. in unferm Na⸗
|
|
verſtehen.
*) fophiftica, men perſoͤnlich den Vorſitz gehabt (oder Haupt
— geweſen), anſtellen und halten laſſen: aus fei-
08; . ner andern Urfache, als daß wir die Religion
Röpyferlicher Befehl wegen des Seren vergleichen und den Frieden im Reich, bevefti-
nvellg, d. d. 10. October. en IDOHBEN. —, di —
Te ae 39 erobern eng Tre Ei
Ins Deutſche uͤberſett von M. Aug. Tittel. che zu feinem gemünfchten Ende gebracht wer- -
BE ne, den fonnen, fondern auf eine andre Zufam-
Se V. von GOttes Gnaden, Kömifher menkunft vermiefen, und ein Tag zu gütlichem
Raͤyſer, allzeit Mehrer des ‚Reichs, in Handel und Unterredung anberaumet und von-
Deutſchland, Spanien, beyden Sicilien, Je- uns ausgefhrieben worden, darinnen erlihe
rufalem, Hungarn, Dalmatien, Croatien 2c. gelehrte, Fluge und friedliebende Männer, fo
König, Erzherzog in Defterreih, Herzog von ‚von den Churfürften und Sürften, die in dem
Burgund, “Brabant ꝛc. Graf von Habfpurg, Hagenauifchen Abſchiede (oder Schluffe) genen-
Flandern, "Tyrol ꝛc. Urfunden Biermit und be- Inee morden, ingleichen. von den Proteſtanten
Fennen Fraft dieſes vor allen und jeden; Daß, in gleicher Anzahl erwaͤhlt werden follen er⸗
da wir den Frieden und Einigkeit im heiligen ſcheinen, und in Gegenwart einiger dazu beſon⸗
Roͤmiſchen Reich, ſo viel uns moͤglich gewe⸗ ders abgeordneter Churfuͤrſten und Fuͤrſten des
ſen, immer geſuchet, und um fo vielmehr be⸗ Reichs und ihrer Närhe, über alle und jede Ar⸗
forget geroefen, daß der Streit wegen unfrer \tifel Des Augfpurgifchen Befenntniffes und der
Religion (der nun einige Jahre daher im Reich Apologie der Proteſtanten guͤtlich und Chriſt⸗
nicht ohne groſſen Schaden waltet und umge- lich, ohne doch hernach daran (an das Geſpraͤch)
het,) durch guͤtliche Wege und Mittel geſchlich⸗ gebunden zu feyn, ſich befprechen und allen Fleiß
tet und gehoben, mithin alle unter den Stan- !anlegen mögen, daß alle ſtreitige Artikel zu gu⸗
den des Reichs Daraus entſtandene Irrungen ker Einigkeit und einem rechten Verſtande x
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‚£, und von ſolchem Handel und Unter: thunlich feyn mag, nicht anders als mas wir
‚ebungen in näd tEünftigem Reichstag uns und ſelbſt, wenn wir in Perfon zugegen wären, hans
sro Heiligkeit des Wabits Legaten und Staͤn⸗ deln, thun und verrichten möchten, obes gleich
den des Reichs Bericht erftattet werden Fönnen + \fonft Dinge wären, dazu eine weitere befondre
aß endlich die Sache entweder wmittelft eines | Vollmacht und Befehl erforderte, über das,
rechtmäßigen Concilii, oder fonft, wie man fid) was Hier ausgedrücker wird. Wir fegen dem⸗
deflen vereinigen wird, zu gehöriger Entfchei- nach wohlermeldten unfern Commiffarium und _
dung gebracht und daneben von andern Neichs- Geſandten an ſtatt und von wegen unfrer Per⸗
handeln weiter etwas vorgenommen und bera= \fonein, und verfprechen, daß mir dag alles für
then werde: ur ER Igenehm, gültig, recht und gut, veſt und ges
- Haben wir demnach, auch hierinnen unſre wiß in allen Stückerrhalten wollen, was die-
Sorgfalt und herzliche Zuneigung zum gemei⸗ ſer Commiffarius und Gefandter in vorgemeld-
nen Sieden Des Reichs zu beweiſen und an ten Dingen ganz oder zum fheil Handeln, tun,
Tag zulegen, für gut angefehen, eine edle und |fchlieffen, verrichten, fich erflären oder vor«
Bochbetraute Perſon abzufchiefen, Die ermeldtem |bringen wird, und wir dawider überhaupt oder
Handel und Unterredung in unferm Damen [einzeln niemals etwas unter einigem Schein oder
beymohnen möchte, Weil wir denn wegen der Fuͤrgeben thun, vornehmen, reden oder fagen
Treue, Redlichkeit, Klugheit, Fleiſſes, und Ei- wollen, Alles treulich, fonder Gefährde. Zeuge
fers für die Religion und den gemeinen rie= \niß deffen unfer eigenhandig unterfehriebener
den, auf den Hochachtbaren *) und Edlen, un: und mit Anhangung unfers Känferlichen Sie⸗
fern Hieben Getreuen, Nicolaum Perenottum , |gels verfehener Brief! Gegeben inunfrer Stadt
Heren von Öranvella, beyder Rechten Doctor Bruͤſſel den roten Tag des Monats Dctobris,
und Ritter , unferm oberſten Staatsrath und im Jahr 1540. unfers Kaͤyſerthums 20. und
Bittſchriftenmeiſter, ein völliges Vertrauen unſrer Reiche 25.
fegen : fo haben wir nur gedachten Herrn von Carl.
Granvella zu unſerm Commiſſarien und Ge— Auf beſondern Befehl ihro Känferl,
ſandten erwaͤhlet und verordnet. Setzen und ver⸗ und Catholiſchen Rajeſtaͤt
ordnen ihn auch kraft dieſes dazu, und geben — Gbernburg.
demſelben Commiſſario und Geſandten hiermit
volle Macht und Gewalt, daß er in unſerm
Namen bey beſagter Handlung und Unterre⸗
dung ſey, derſelben beywohne und mit andern
Churfuͤrſten, Fuͤrſten und der abweſenden Ge⸗
ſandten und Abgeordneten und andern, die ſich
bey ſolcher Handlung und Geſpraͤch einfinden
werden, ſowol uͤber beſagten als andern im Ha⸗
genauiſchen Abſchiede begriffen, und zu unferm | Wochwuͤrdige, Ehrwuͤrdige, und Hochgebor⸗
Ausſpruch (oder Erläuterung) vorbehaltenen ne, liebe Sreunde, Neven, Dheim, Chur-
Puncten, und allem, was darzu gehöret, da⸗ | fürften und Fürften; auch Wohlgeborne, Ed⸗
bey vorfäller, ſich Aufferf, Damit verwandt iſt le, Ehrfame, Gelehrte, Siebe, Andächtige und
oder hinzu kommt, zufammen und auch insbe- Getreue. Als wir den Edlen, unfern geheimen
fondre handle, Rath pflege, fhlieffe, gebiete,| Rath und des Reichs lieben Getreuen, Nicla-
den Ausfpruch oder Erläuterung gebe, und ſen Perenot, Herrn zu®ranvellen, zu unferm
durch unfre Statt und Gewalt, nach dem es! Commiffarien und Botſchafter auf den Ber-
noͤthig ift, mittele und alles andere thue, fage,|fammlungstag, fo fhierft zu Worms gehalten
übe und vertvalte, was in vorbefageen Dingen | werden foll, zu verordnen vorgenommen. Und
und Dabey noͤthig, ober irgend auf einige Art dieweil aber, Ten unfer Commilfarius
BR, „St 3 | | vas
5 u
ILL
SER E f,
“
—
5 1309.
Röpferliber Majeſtaͤt Schreiben zur
Kntfchuldigung des langen Ausbleibens
des Herrn von Öranvell.
Carl von GOttes Gnaden, Roͤmiſcher Räy:
fer, zu allen Zeiten Mehrer des Reichs ic.
er
506 Eapıg. Donderdurc, Conventeu.ReichsrögegefuchtenKeiigionsvergl. 507
‚Drator mit andern unfern vielfältigen Geſchaf⸗ wiſſen Tag, wie es eure edle Stände (od
ten, fo ung feither vorgefallen, merklich bela- | Würden) angeftellet und gewünfcher, —
en iſt, derhalben ſich feine Ankunft zu obbe⸗ nach meiner Ehrerbietigkeit gegen die Chriſten⸗
ſummtem Verſammlungstag etwas verweilen heit (oder Deutſchen Chriſtenſtaat) ſchuldig war,
moͤchte. Demnach begehren wir an E.L. und mich einfinden koͤnnen. Da es aber nun mit
euch die andern freundlichen gnaͤdigen Fleiſſes, geſchwindem Reiſen und nad) meinem Herzens⸗
ob derſelbe unſer Commiſſarius auf obbeftimme wunſch nicht möglich geweſen: fo Babe gleich⸗
ten Tag nicht eben anfommen, damit &, Lund wol meine Entfchuldigung fchriftlich bey euren
ihr, die andern, mit vergebnen Unkoſten und Ber- durchl. Würden (Ständen) ablaffen, und in⸗
zehrung der Zeit nicht beſchwert werden, Daß des den anfehnlichen Herrn Johann von Na—
he nichts deſtoweniger miftlerzcit der Hand⸗ via, Probſt von Merphile (oder Merville) als _
Jung des Gefprächs einen Anfang geben, und Botſchafter voraus ſchicken wollen, welcher
procediren, und hierin auf feine Ankunft nicht melden moͤge, daß ic) gewiß mit. nächftem mid)
verziehen wollet. Das fommt uns von E. 8 einſtellen werde, Er iſt ein Kath dergeheilig-
und euch zu fonderm gutem Gefallen und be ten Känferlichen Majeftät, deſſen Mühe und
ſchieht daran unfer Will und Meynung. Ge⸗ Redlichkeit wir ſchon vormals in folchen Hande
ben in unfree Stadt Bruͤſſel im Brabant am 12. lungen erfahren haben; ihr aber, die ihr da:
Zag des Monats Octobr. Anno 1540, unfers mals dabey geweſen, folche auch befunden ha⸗
Kaͤhſerthums im 20, und unſers Reichs Im2sten. |ben werdet. Darum habe ihihn für denwürs
Eu
2
— — — — —
Carolus digſten gehalten, dem ich ſowol dieſen Brief,
Ad mandatum Cæſ.et Cath. Maj. als was ich mündlich an eure durchl. Würden
proprium, (oder Stände) aufzufragen habe, zu uͤberbrin⸗
ö% Übernburger,. gen geben möchte: Damit ihr von dem Sort
Den Hoch und Ehrwuͤrden, Hochgebor⸗ gang meiner Reiſe alles richtig vernefmen moͤch⸗
nen, unfern lieben Freunden, Neven, Dheim, tet. Welches er hoffentlic) treulich chun wird,
Shurfürten und Fürften, auch) Wohlgeborne:., daß alsdenn nicht den hochwichfigen Sachen
Eden, Ehrfamen, Gelehrten, unfern $ieben, die geringfte Hinderniſſe oder Lirfachen weiter im
Andaͤchtigen und des Reichs Getreuen N, allen Wege feyn, =
Keichsftanden, Raͤthen, und Borfihaftern, fo] Durch denfelben nun befeßle mic) euren ,
auf näcftfünftigen 28. Tag Detober zu Worms] Durchl. Würden (Ständen), und bitte und
verſammlet feyn werden. flehe Herzlich, daß ide indefjen, da ich meine
RNSERIT EA Reiſe zu euern Durchl. (und hohen) Ständen,
= 1310, thue, ihr gänzlid) auf alles, was dem gemeis
Des Herrn von Branvells Schreiben an) nen Weſen heitfam feyn mag, denfen mögen
"die Stände, darinnen er feine fpäte An- | ch hoffe mit nächftem, ob GOtt will! meine
Zunft entfchuldiget. gehorfamfte Schuldigfeit gegen eure Andacht
Ins Deutſche uͤberſetzt von M. Aug. Tittel. und — en gegenwärtig abzulegen;
Hochrärdigfte, würdige Väter in CHrifto ,|dr Indefien mich gänzlich zu eueren Hochwuͤr⸗
— af Ehurfüriten und il digften und Würdigen Vaterheiten und Durch⸗
Des Keichs, und Bochgeborne, edle, geſtren lauchtigen Herrlichkeiten Generoſitatibus oder
"ge, gelefrte und hohweiſe Männer (oder Geftrengen) fehuldigft empfehle, Gegeben |
|
|
| Sperren). Befancon den 2. Nov. 1540, - Be
| — iſt mir der Haufe ſo vieler Geſchaͤfte, ſo Ihrer Hochwuͤrdigſten Vaterheiten un
SLS mir angewachſen, hoͤchſt zuwider gewe⸗ Durchi. Geſtrengen und Fuͤrſichtig⸗
der meine zeitigere Ankunft bey euren durch⸗ feiten (oder Weisheiten)
aushtigen Ständen verhindert hat, Sch be— ergebenſter
daure von Herzen, daß ich nicht anf einen ge⸗ Naieolaus Perenottus
| N Denen
N SL
u
0 IL Abfehnite, Don dem Colloquio zu Worms, >. OS,
Hohmürdiaften, Hochwuͤrdigen, dere freundlich , ihr wollet dieſem unferm Com⸗
© — el) Fuͤrſten |miffarlo und Oratori in dem, was er in unſerm
und Herrn, Herrn Albrecht, Cardinalprie- Namen vortragen und handeln wird, völligert
fter, Erzbifchof in Maͤhnz und Magdeburg, Glauben geben, nicht anders als wenn wie
Preimas: Heren Herrmann, Erzbiſchof in ſelbſt vor euch reden würden. Darin wird
Colln: Herrn Johann Ludewig, erwäßlten |fich eure Leebden und andere uns befonders ge-
—— Teler ꝛc. Ludwig, Pfalzgrafen faͤllig erzeigen. Gegeben in unferer Stadt
zum Rhein: Joachim, Marggrafen zu Brans Bruͤſſel den 13. Octobr. Anno 1540. unſers
denburg, des heiligen Roͤmiſchen Reichs durch | Kaͤyſerthums im zwanzigſten und unſerer Reis
Deutſchland, Italien und Frankreich Erzcang- |che im fünf und zwanzigſten,
lern, Erztruchfeffen und Erzfämmerern, und Earl 05, BER ug Fa: -
SFürften : Hrn. Erneſt, Erzbiſchof in Salzburg ıc.} Auf beſondern Befehl Ihro Kaͤnſerl
und Herrn Wilhelm, Biſchof in Straßburg.; und Catholiſchen Diajeftät
Wilhelm und Ludwig/ Gebrüdern, Herzogenin| / VOVObernburg.
Ober⸗ und Niederbaͤhern 2c. Wilhelm, Be Dem Hochwuͤrdigſten inCprifto Vater, den ehr⸗
gen in Juͤlich und Efeve ıc. abgeoröneten under, | wuͤrdigen und hochgebornen Chur-und Fürs
nennten Fürften zu dem angeftellten Gefpräch zu | fen, unfern geliebten Freunden und Ohei⸗
Worms ꝛ?c. S. quaͤdigen Fürftenund Herren, | men; tie aud) den Hochachtbaren, Edlen, Ge⸗
nn} edrten, Andädtigen, unfen und des heile
gen Kom. Reichs lieben Getreuen PR. Staͤn⸗
den, Raͤthen, Dratorn und Deputirten,
welche ſich auf dem nächften Convent zu
Worms verfammlen werden. “
jenen .
SHochgeladrten und
— Be
Röäpfer Carlsdes V. Eredenzfchreiben an
die Deutfchen Fuͤrſten, wegen Herrn von Gran:
Sell, zum Colloquio zu Worms verordneten
Commiſſario und Öratorn, I}
1312.
Ins Deutfche überfeßt. _ N v (ni d „1912 s —
nm (N rtoe 3 Verzeichniß der Geſandten un erſo⸗
— — — naden Roͤmiſcher Kaͤyſer, nen, ſo zu Worms bis auf den 4. Nov. an⸗
— —
Bi er Eommen.
ochwuͤrdigſter in Chrifto Vater, ehrwuͤr⸗ in,
dige ee — und Verordnete Botſchafter auf den Tag gen
Fürften, unſere liebe Freunde und Dbeime;| Worms. 4
Hochachtbare, Edie, Anfehnliche, Selehrre, An- Raͤpſerliche.
daͤchtige und liebe Getreue! Wir ſchicken gegen⸗ Y=err yon Granvella Ä
‚wärtig an euch den Hochadırbaren und Edlen, Epriftoph von Schomperg, Ritter;
unfern lieben Getreuen, Nicolaum Perenottum, |Gerhardus de Weldrif (Veldbick), Hiſpa⸗
Herrn von Granvella, beyder Rechte Doctor| nus Theologus.
und Ritter, unfern oberſten Staatsrath und Sind noch nicht kommen.
Bittſchriftenmeiſter, unſern zu vorftehender | on Pabfts wegen;
andlung und Religionsgefprach verordneten Cardinalis Campeji Bruder.
Sommiffarium und Oratorem, damit er die: |(Tfomas Campejus, epifcopus Veltrenſis, Ma-
ſer Handlung, nach der ihm von uns ertheilten, gifter palatii. NE
Vollmacht und in unſerm Namen, mit &. Petrus Damaflus. . Bas
tiebden und andern beyiwohnen, und in Sa- | Auch nod) nicht kommen.
hen , worüber jdergleichen Unterredung ange: | Ferdinandiſche⸗
Open moge, wie eure Aebden und andere von |D. Martin Kloͤgel yon Frieperg (Kugel⸗n
ihm werden zu vernehmen haben. Wir — Eee a IR N
nen und bitten demnach eure Liebden und ‚an. allus Miller. |
Wayn⸗
Philippus Melanchthon.
— — ber Be Merander von der Dia IR mi N
— era von Ernperg, — zu Adam von Fulda. J
Mäyn; und Domprobft zu Speyer. — ige: —
Herr Julius Pflug, Domherr zu Riaem. N. Piſtorius.
Herr Jodocus Hurfeldet , Doctor, Probft. a
D. Conrad Praun. | ISacob Sturm.
Maͤynʒiſche aa,
Suffraganeus von Mäynz, D. Ambrofi us D. Eapi
Pelargus, Domprediger zu Trier, Martin Buzer.
Magdeburgifebe Theologen, Johann Caloinus.
Guffraganeus von KHalberftadt, Prediger im | Johann Sturmius.
redigerklofter zu Maͤynz. Baſeliſe
— Trier und Coͤln wegen niemand hie. Simon Gryneus. =
Salsburgifche. Sodann Amerbach.
D. Martin Marftaller.
Nicolaus MN. Domprediger.
) Straoburgiſch Biſchoͤflich.
Eiſenber berg
Jobſt Be Seebad),
Augſpurgiſch.
Matthias ee.
Jocob ‚ned rot.
D. Heel.
Meuslin Praͤdicant.
D. Chriſtoph Wolſinger. Naͤrnbergiſch
tic, Johann — Erasmus Ebner,
Bayeriſch. D. Wenzel Link.
MM. Senboldsärffer, Probft zu München. Andreas Dfiander.
D. Johann EE. Magdeburgifch
N. Krez, Dechant zu Münden.
D. Johann Apel, ein J———
5 Juͤl h.
N. Probſt von Flatten.
Conradus —
Nicolaus nn Drediger,
Imifch.
Georg Beſſerer.
Martin Weickmann.
Martin recht, Prädicant,
Sadfen Churfuͤrſilich. Iſt noch allein hie.
Herr Hans von Delzke( Dolzk), Ritter. Hau iſch.
D. Franz Burkart, Canzler. Joh. Brenz.
D. Kilian Goloftein. Eburfücfttich Brandenburg.
N. Scheiding, geweſener Marfihall.
D. Eafpar Ereuziger. Alerander Halefius Scotus.
uftus Menius. Magifter Johann Luͤdecken (Ludenis).
= & Serzog Zeinrichiſch. J
Done l Scheubel. Mel — 8 — b
icolau 7: .
Würtembergifch. Philipp Wielanchthonis Schreiben an
Veit — d. d. 4 Nov. 1540.
Jus Deutſche uͤberſetzt.
a bitte den Vater unfers Hexen und Hele
Balthaſar von —
N Geller,
D. Philipp Lang.
Johan Schnepf. landes JEſu Chriſti, den Schöpffer ale
D. Balthaſar N. Da ler Dinge, daß er euer liebes Weib und Kin⸗
Seßiſch. der bald wieder geſund mache. Hier wartet
Herrmann Schleier. man noch auf Granvell und den en
ia In Abfehnie, Von dem Colloquio zu WOorme. er
tegaten. Darum ift die Unterredung noch che, welches eigenelich die Wohlehat oder Nug
nicht — Ob aber wol viel Gelehrte des Evangelii fey? Was Glaube? Was recht
beyfammen find, und es ſcheinet, daß esimehr Gebet ſey? Wohin das menſchliche Herz in
zu thum feßen wird, als ich vermurhend geme: rechten Aengften feine Zuflucht nehmen müffe?
fen: fo Eönnet ihr euch. doch freuen, mein-Bi- Wie iſt von fo hohen wichtigen Sachen alles fo
‚te (Veit) ‚daß ihr nicht bey diefem germen feyd, |finfter inden Auslegebuͤchern der Alten und In
fondern euch zu Haufe mit eurer K
Ruhe ergögen koͤͤnet, da ihr indeſſen betet,
daß uns GOtt regieren wolle. Es iſt mit die⸗
ſem groſſen Geſperr und Schein der Vereini—
gung nichts anders geſuchet worden, als daß
wir duch ein vorgangig Urtheil Diefer Ge:
fprächverfammlung verdammte werden mödıten,
irchen in ‚der ganzen Lehre der Widerſacher? Dazu
fomme offenbarer Gögendienft in ven Kirchen=
'gebetern (Liturgie ), ganzen Gotressienft ‚und
‚andern abergläubigen Dienſten. Was Fonn«
te gewuͤnſchteres feyn, als vaß Diefe Streitigs
feiten wahrhaftig, ohne Falſchheit, in gottfel-
gem Eifer und auf eine gründliche Art, aus
weil es mit dem Paͤbſtlichen Concilio nicht hat | den rechten Quellen erleutert und ausgemacht
geben wollen: .oder daB mir doch wenigftens würden ? Denn wir haben weder vom Kirchen⸗
öfrennef und unter uns felber uneinig würden. |regimene noch von der Biſchoͤflichen Hoheit ges
Aber laftuns Gott bitten, daß er ung mit ſei⸗ ſtritten, obwol freylich dem gemeinen Wefen
ner Gnade und Beyftand nicht verlaffen wolle! \dran gelegen, auf Mittel zu denfen, wie von
Gehabt euch wohl. Den 4. Nov.
5% I rk,
Philipp Melanchthons Schreiben
Toschim Eamerarium, ehe noch die Hand⸗
lung der Unterredung ihren Anfang genom-
men,d. d. 11. Nov. 1540,
Ins Deutfche überfeßt von M. Aug. Tittel.
% I,
GES merke, daß ſowol die gröffere Menge der
folchen Gütern Gelehrten Vorſchub geleifterund
= |fie ernaͤhret werden; aber da habe ich alleit ge⸗
an
meynet, werde man ſchon mit der Zeit einen
Weg finden fönnen. : Und wir möchten wuͤn⸗
fen, daß die Biſchoͤffe ihre Biſchoͤfliche Ho—
heit ohne Tyranney führeten. Wenn ich aber
an die Wuth gedenfe, die nun ſo viel Jahre
Daher ausgeübet wird: fo Halte ich allerdings,
daß wir in unferer Sache noch linder fahren,
als ung gebüfree. Und was fann aud) von
)% 3 ufammenkunft, als der Anfang des |diefer Geſpraͤchverſammlung fonderfiches zu hof⸗
Geſpraͤches (oder Handlung) einen gröffern fen feyn N Es ift diefer Tagen die Acht (oder
Streit der Gemüther voraus verfündige, als
ich gedacht hätte. Ich Böre, Granvell werde
Borfteher (oder Oberaufſeher) des Kampfs
feyn ‚der jetzt bey dem Kaͤyſer Carl der fuͤrnehm⸗
ſte Rath iſt, welcher wol dieſe Geſandtſchaft
nicht wuͤrde angenommen haben, wann er nicht
Hoffnung haͤtte, entweder die Unſrigen uneinig
zu machen, oder die Streitigkeiten beyzulegen.
Darum laſſet uns GOtt bitten, daß er unſere
Gemuͤther in diefem Lehrkampf regiere und ei»
nen fanften und ftillen Yusgang verleiße!
2. Ihr ſehet, über was Hohe Dinge wir ftrei-
ten; über die ganze Meynung (oder Lehre)
Pauli, darüber die Alten fo verſchiedentlich ur:
theilen, da das Hauptwerk der Religion in den
Stellen enthalten, die Paulus abhandele: was
z. E. die Sünde fey ? wie man das Gefeg brau-
CLucheri Schriften 17. Theil.
Bann) wider Goslar im Druck ausgangen ;
damit Fündigee man uns gleichfam öffentlich)
wieder Krieg an. Und man Bat hieher zu Rich.
tern der Lehre die allerfrechiten Waͤſcher gen
bracht ‚als Een, Cochlaͤum, Nauſeam, Men«
fingern und einfge dergleichen. Die werden über
unfern Kopf fprechen, weil fie die Sache nicht
verftehen, und die Frommen haflen, und ihr Herz
und Hände mit ihrem Blute beflecft Haben,
3. Wenn es aber Gelegenheit geben wird,
unfere Sachen vorzubringen, werde id) bemuͤ⸗
het ſeyn, die nuͤtzlichen Meynungen (oder Sprüs
che), darüber wir ftreiten, Flar und wahrhaftig,
ohne Verdrehung, mit Nachdruck zu erklären,
Und zwar um fo leichter, weil ich nicht mehr
an die Fürften denke, und alfo ein ruhiger Ges
muͤth — > als vorhin. Ihr wollee uns mit
; eu⸗
sa Cap. ıg. Von der durch Convente u. Reichstäge geſuchten Religionsvergl, 515
eurem und der@urigen Geber beyſtehen un d GOtt thers vom 21: Nov. 1540. an Philipp Me⸗
befehlen. Gechabt-euch wohl, Es gruͤſſet euch lanchthonem gefeheieben., Ds er in der Ders
Eafpar Creuziger, Grynaͤus Chilianus, Fran | © fammlung su Worms fich befande.
ciſcus, Menius. Denn die find bey ns. SEHEN . ET UNS
Brentius iſt noch nicht hier. Den in Nov. S' fichs begeben wiirde; Daß die Papio
N MAR mensn 203 Ir TR ErDOLeN, ‚EUCNFORp A FOIEDENEE
Philipp Melanchthonis Schreiben. an daß ihr ihnen auch wiederum wiechet fü |
BVen Dieterich, 80,17, XLov. Annoısgo.' |habt. ihr: meine Meynung, daß ihr ihnen
| Arus dem Lateiniſchen uͤberſetzt aufs allerdemuͤthigſte und freundlichſte ant⸗
a — —— ——vortet daß wir willig und bereit ſeyn, in
Ra Bat man dieöffentlichen Gefpräche oder |dem, was unfer und in unferer Gewalt iſt,
BD Panne ne —
a | elcher ober: | „v; : OR *
ſter Vorſteher oder Auffeßer werden ſoll. Der den in % an A BR \
Anfang ift gar unfuftigs denn die Parteyen en zu weichen. Welche Penn
bereden fich nicht. Ich Habe noch Eeinen von tes, und nicht in ‚einiger irchengewalt
denen, die für Feinde andeſehen feyn wollen, (welche doch. nach GOtt die groͤſte Gewalt
befuchet. Doc) bin ic) zu einem oder deman.| und Urtheil hat, auch über die Engel,)
dern: von denen, die glimpflicher feyn wollen, |find, kanns geſchehen, daß fir e8 von uns
gegangen. Die wollen mich. bereden, es wä- | unchriftlich begehren, Daß.man ihnen wei⸗
e alles ein bloſſer Wortſtreit. Ich habe ge-| he; aber von. uns, ja von den Engeln im
antwortet, wie Ariftides zum Themiftocle fag-| Himmel kanns in der - Wahrheit. nicht ge
te: Es würde eher Fein Friede werden, big fie bey-| «. e s
de felber im Meer erfäuft würden , alfo waͤren ſchehen Und ſo wirs nachgaͤben waͤre es
wir auch auf beyden Seiten der hoͤchſten Strafe doch umſonſt, und wuͤrde Gott greulich
en Mir die Kirche ——— dadurch erzuͤrnet. Wiederum, fo fie uns
Worfiſtreit verſtoͤrten. vorſchreiben wuͤrden, was wir nachgeben
Es find die Regierer (oder. Vorſteher) der ſollten, das doch nicht ihr iſt, noch fie Macht
Kirchen unſers Theils etlichemal beyſammen haben; ſondern allein GOtt als Die wir
geweſen, und haben wir von den meiſten Arti- | vormals aus guttlichem Rath befehloffen ,
keln der Lehre ung freundlich befprochen. Ich empfangen und von den Näubern wieder
Bote Dabise heben geroefen waͤret. Uebrigens SherFommen haben: wäre es eine Gottes⸗
— u de ellia Tng (rerung, wenn wir bekennen, daß wir ſol⸗
fo liebet, gerne Bier ſeyn wolle. Ich ſchi— ches, nun ſie es uns nachgelaſſen, als recht
e euch ein Epigramma (oder kurze Verſe auf empfangen, als das wir vormals nicht ge⸗
‚efroas) , dadurch ich geftern eure Amtsgefellen' habt haben, noch hätten Fünnen uberfoms
u unferm gelehtten Kampf eingeladen habe. men, wo wirs nicht durch einen GOttes
Denn Dfiander und Erasmus pflegen in Ber- Raub gekriegt hätten. —
fen zu antworten. Gehabt euch wohl. Den 17. 2. Wenn wirs num alſo von ihnen em⸗
a Eee pfiengen, fo bekennen wir, daß fie Desveche
an den ic diefer Sen mweitläuftig ehreiben ten Glaubens Bekenner waren, Die folche
will. Nr Dinge treulich und wohl gelehret hätten,
- und wir es ihnen unrecht geraubt harten,
aber nun durch ihr Nachgeben erftlich recht
Sing, 3 | — 1316, LT ar a ; €
Auszug aus einem Briefe D. Mars, Lu⸗ gebrauchen wuͤrden. Wo wir folches thaͤ⸗
- sen
Bes. EN a Din
jis DR Abfehniee, Von dem Colloquio zu Worms, — gm
ten: fo thären wir auf mancherley Weiſe | Geber entweder verhindert, oder bisweilen
der Kirche 1, ja GoOttes Wort ſelbſt groſſe |gelindert wird; aber zum Friede kommt ee
Gewalt und Unvecht, und legten ung nicht ei \nimmermehr, fo lange ihr Herz, welches
„ne geringe Schandean, damit, daß wir be Schaden zu thun geneigt iſt, nicht-verändere
nnten , daß toir von. Anfang diejer Sa; wird. GOttes Wille der geſchehe Amen,
chen unzecht gehandelt haften. Diefen Biß —
des Satans heile in uns der gebenedeyete | cu, m gg u u
Saame des Weibes. 0, |[Pilipp Welanchtbonis Schreiben an
N iß, niemand Joachim Camerarium dd 24. Nov. 140.
3. Derohalben iſt das gewi
gibt ‚das er nicht hat. Derohalben wollen Ins Deutſche überfegt.
Na ra De Sehen, a ie I@
moglich iſt und auch nicht in ihrer Gewalt Eys iſt mir des Matepäi Liebesbezeugung und
haben. Und Tat uns. wohl vorſehen, Daß S Höflichkeit überansiie, rohe er
wir nicht nachgeben, noc) annehmen , das daß er mit eurem Höchftangenehmen Schreiben,
nieht unfer ift, auch nicht von denen Dingen deren Lieblichfeit mir bey unfern jegigen Sors
und erkannten GOttes Gaben, Die wir gen eine ungemeine Ergeßung Ift, hieher kom ⸗
nicht verftehen. ©. \ men. nee i ?
— er — je 2. Ich kann die Gefchichte dieſer Gefpräch«
md | verſammlung noch nicht beſchreiben, denn eg
Martin Sutbersanderweites ‚reis fehle nocd) am Anfange, und follen die Vorſte⸗
en an Bi: Wencibenem: 02 Rampe be nat ice win, was
ae a an ee. |fie für eine Drdnung bey ſolchem Lehrkampf
Rh weiß euch groffen Dank, Beh, hy jo vorfchreiben follen. Aber das iſt en A
I fleißig und getveulich alles geſchrieben mir werden Feine Richter Haben. ° Denn die
habt; iſt mir aud) eine ‚groffe Freude, DAB Vorſteher ſind wol ehrliche gute Seute, aber
ihe unter.euch ſo ein trachtigfeyd, d.i. Daß der |verftehen die Sachen und den Streit night, und
Heilige Geift in euchift. Desandere wer- |baben, ıwie es se der Schaubühne geher, zu
fe ich unter und uber fich, fie mögen falten ,|Bortänzern Waͤſcher (oder Zungendreſcher ),
wo fie hin wollen; es ift genug, daß wir in Kr 2. Conrad, 1 alten Geſellen, und Ders
feiner Gnaden und Barmherzigkeit leben und gteichen; wiewol ic) höre, daß Conrad mit
ftevben, thun und leiden. Das ift endlich feyn folle, erſten Kaͤmpffern (ober Rittern)
das Ende davon, das wir in dieſem Leben) ,, Es fcheinet allerdings, daß es ein Kat
füchen. Gelobet ſey GOtt, der Vater uns |fen Händel fegen werde, wenn die Diſputation
fers HErrn JEſu Ehrifti, der fein Werk, vor ſich gehet. Wir bitten GOtt, daß er den
das er in uns angefangen hat, vollendet. ganzen Streit wohl regieren und lenfen wolle!
Ih verfehe mich nichts gutes, weder zum Ich ſehe, DaB Die Kirche mit ungemößnlicher
Känfer, noch König Ferdinando. "Denn und felfamer Gefahr geprüfee werden müffe:
das unfhuldige Blut, damit fie ihre Han derum Falle ich mic) (0 ziemlich und Khide,
de befudelt haben ‚fchreyet gen Himmel, Sie 10 — — en ——
geben vielleicht etwas anders vor, denn das — nn —
— Hd | gründlich ‚Deutlich und beſcheiden handeln, wel⸗
Werk an ihm ſelbſt iſt, welches fie auch ſich He wir weder wegen Furcht vor der Tyrannen
öffentlich auszurichten unterſtunden ohne daß Drohungen, nod) wegen der Unfern Seichtfinnig-
bisweilen ihr Vornehmen durch der Kirchen keit ledennd hinwerfen Dürfen. Und bin ic)
Mi a2 ietzo
518 Cap. 13. Don der durch Convente u. Reichsräge gefuchten Religionsvergl. 19:
jego viel freyern Gemürhs, weil ich nur an die nicien aufgenommen, wol aber eine arme Wit
ehren gedenfe, und gar nicht mehr von Fuͤr⸗
| me: in deren Haufe auch die Liebe zur wahren
ften mir etwas In Sinn fommen laffe. I
Religion geblieben Denn man meynet, Jonas
4. Ihr werdet fo gut feyn und die goftfelige fey Diefer Wittwen Sohn gewefen. Abraham,
Sache Oott mit herzlichen Gebet vortragen, Iſaac und Jacob waren nicht allein bürgerliche
welches ſowol ihr alsdie Eurigen und eure Kir- |Perfonen, fondern gar Pilgrim und Fremb⸗
che zu Haufe zu ihm abſchicken werder, und da: |linge. So hoffe ich, werde GOtt aud) ein
von id) weiß, daß es GOtt angenehm und er⸗ Ueberbleibſel der Kirchen in ſolchen Empoͤrun⸗
hoͤrlich iſt. Ne vr ea = [gen,der Welt erhalten. Darum ermaßne ih
5. Eurer rechefchaffenen Liebfte und aanzen euch, Daß ihr mit gelaffenerm Gemuͤth und einie
Samilie vermelde id) meinen Gruß. Wenn iger Hoffnung die Mühe und Sorgetraget, die
mir diefe Zufammenfunft erlauber, ein wenig ihr für aute Sache habt. J
Muſſe und übrige Zeit zu gewinnen, will id) | Die Geſchichte der Zuſammenkunft iſt noch
einmal:eine Spazietreife zu euch thun. Denn Igar kurz. Man beräch fich über die Ordnung
‚euch will id) in folhen Herumfchmärmen der Difputarion. Ihr wiſſet Ariftorefis Spruch:
der Straffenräuber und Reuter ( Soldaten) Daß die gemeinen Wefen wohl ftehen würden,
nicht zumuthen, daß ihr zu ung kommen ſollet. wenn von den Künften die urtheilten, die Mein.
6. Alhier ift, GOtt Lob! unter den Unfrigen ſter find und es verſtehen. Wir haben zu Rich⸗
nicht allein gute Einftimmung in der Lehre, fon- tern (Mittleren) Junker und einige Domher⸗
‚dern wir begegnen aud) einander alle mit ſon⸗ ren, die eben nicht viel von unſern Studieren
derbarer Liebe und Freundſchaft. Gehabt euch willen oder fragen, befommen, und die haben °
wohl. Den 24, Nov: wieder, wie in den Schaufpislen, ihre Bortän.
—— zer, einige Zungendreſcher oder Juriſten. GOtt
ſtehe ung bey! Lebet wohl. Worms den 28.
Nov. 1540, * BIN,
Philippus,
ı a
1310.
D. Phil. Melanchthons Schreiben an
ieron · Baumgärtner, d. d. Worms
den 28. Nov. 1540.
> Berdentfcht,
| Dre, der Vater unfers Heilandes JEſu
By) Eprifti wre Schöpffer der ganzen Welt,
erhalfe cuch geſund, feiner Kirchen zu aut ! Und
3 hoffe auh, GOtt werde in wohlgefitteten
Städten noch immer feinen Saamen erhalten,
daß der Funke der Bimmlifchen Lehre nicht aus⸗
gelöfcht werde, fo noch), wie Johannes fagt,
doch einigermaffen im Finftern leuchtet. Sn]
Diefer Hoffnung vereinige ich mein Gebet mit J. Ki
der Kirchen ihrem, daß GOtt euch und eures | ch halte, daß ihr, hochwuͤrdigſte, durch»
gleichen fromme Leute frifte! Die Kirche bat — lauchtigſte, hochanſehnliche, hochachtba⸗
nie rechte Könige, Paͤbſte und Fuͤrſten auf ih, re (magnifici) ꝛc. Herren, alle wohl wiſſet,
rer Seife gehabt. Sie haben den Kopf ſonſt daß ihro Käyferl, Maj. diefe beruͤhmte Zuſam⸗
voll von Ehrgeiz und andern Gelüften. Ge: menkunft ausgefchrieben, und des Känfers un«
meine Häufer haben immer mehr aufs Evan: zweifelhafter Wille niche nur diefer fey, daß in
gelium gehalten und der Kirche fortgeholfen ; dieſer hochanſehnlichen Verſammlung fo vieler
daß den Eliam Fein Königin Syrien oder Phoͤ⸗ gelehrten und geehrten Maͤnner aus I &
eng
— "And
Innhalt der Rede, die der Räyferliche
Gefandte, Herr von Granvella, in der Zu⸗
fammen£unft zu Worms an die Stände
gehalten.
Ins Deutfche überfegt von M. Yug. Tittel. 4
Am Eatharinentageiftman wieder auf Erfor-
derung der Herren Vorſitzer ( Präfidenten) -
zufammen fommen. Da hat der Herr von
Granvella, nachdem er die Känferl. Briefe
und Befehle verlefen, alfo gereder: "u
30 TEL Abfehniet, Von dem Eolloguio zu Worm. 6
den und Oden von det Religionsfache, au |e$ 169, daß die Kircyen einmial auf einen veften
» gute Eintrack gemei- Sub gebeffert und wieder zurechte gebracht wer⸗
4 Weil es denn alfo ift: fo werdet ihr leicht
erachten, daß euch vor allem obtiege, dieſen ge⸗
8 ausgeftt r Reichstag genmwärtigen Uebeln, durch gortfeligen und
und berichtet werde, was zwifchen Chriſtlichen Nach, zu fteuven, und den Paß _
zu verlegen, daß das Gift nicht weiter greife
worden: ee Da und alltäglich mehr Ungemach nach fidy ziehe.
2. Es Haben zwar derallergnädigfte Käufer, | Wie bey einer entftandenen Feuersbrunft ein -
aufdeffen Befehl und in deffen Namen ic) gleich) jeder von den Bürgern zulaufen und löfchen
‚anfangs ihro Kaͤhſerl. Maj. Abweſen heit Hier helfen muß: fo werdet ihr auch jeßo billig aus
—— yn fol, Herzlich gemwünfcht, dieſer aͤllen Kraͤften bemuͤhet ſeyn, dieſe gemeine Feu⸗
—— Berfammlung in eigner Perſon ersbrunſt zu loͤſchen/ und die öffentliche Ruhe,
ehzuwohnen; es find aber ihro Kaͤhſerl. Maj. Friede und Einigkeit wieder herzuſtellen. Das
ſowol durch Regimentsforgen, als andre haus» zu euch nicht allein reizen muß der hochverwirr⸗
liche Widermärtigkeiten und haufig auf fie ftür- |te Zuftand und Zerrüftung des gemeinen We⸗
mende Angelegenheiren verhindert worden. Und |fens bier und da; fondern es muͤſſen auc) eure
der allerdurchlauchtiafte König Ferdinand , des | und eines jeden Gemüter entzündet und ange
Kaͤhſers Bruder, der auch vormals Inder Ha |lammit werden, theils durch die Gottſeligkeit
— Zuſammenkunft und Handlungen ſelbſt, theils durch Eifer für den allerheiligſten
ten guten Theil dieſer Geſchaͤfte, nach Wil: Glauben, theils durch iebe zu dem gemeinen-
fen und Befehl ihrer Kaͤyſerl. Maj. auf ſich ge | Weſen.
nommen und getragen, wuͤrde auch gerne jeßo | 5. Sieber, ſtellet euch hier recht vor Augen
zu Abhandlung dieſer Sache erſchienen ſeyn, und bedenket, was vor Unheil und gemeines
wenn ihro Kon, Maj. nicht zu anderweiten nd» Elend aus dieſen Uneinigkeiten und Zwietrach⸗
thigen Gefchäften gezogen und gleichſam ange. |ten ganz Deutfchland uͤberſchwemmet und bis«
3 ee her gedruckt Babe. Denndaherfomme fovieler
3. Da aber ifro Kaͤhſerl. Maj. mir aufge | Mord und Blutvergieflen, und, weldyes das
tragen, ihre Stelle mit der allervölligften und |allerjämmerlichfte, fo ift darüber die Religion
eßrlichften Gewalt und Befehl, wie foldye be» zu grunde gerichtet, Die Liebe ausgerottet und
reits überreicht und abgelefen worden‘, zu ver der Schmuck der alten Catholiſchen Kirche zer⸗
treten; fo Fann ich mich, mit Feiner ‚rechtmäßi. \riffen worden. Und iſt niemand fo finnreid)
gen Urſache oder Entfchuldigung, ob ich wol und beredt, der alle folche Uebel ausfprechen
mein Unvermögen bierbey erfenne, foldyes Räy- und erzehlen kann. Deurfchland, das vorhin
ferl. Befehls weigern und entfchlagen. Esift wegen feiner Religion, Glauben, Andacht und
aber nicht auszufprechen, wie herzlich wohl if» aller Tugenden hochbeliebt gervefen, und in wel⸗
ro Känferl. Maj. ganz Deutfchland wollen, chem nun fo viel Sammer und Noth feie etli⸗
und nichts mehr wuͤnſchen, als daß es von fo Ichen Jahren entftanden, iſt hoͤchſt betruͤbt, daß
langwierigen und nun faft eingernurzelten Miß- es nicht mehr das vorige ift, und daß man als
helligfeiten und Streitigfeiten,diein Kirchen und |lenehalben fage, der Urfprung alles dieſes Ue-
Staaten ſo ftarf überhand genommen, einmal |bels liege in Ihrem Schooe. Und gewißlic),
befrenet werde, Und ich zweifele von euch an- | wenn folchem Unheil nicht bald Eräftig geſteu⸗
her Geſchickten und Berfammleten gar nicht, ret wird, fo mird immer ein Uebel das andere:
ihr werdet anugjam wiffen und ein jeder ermef- | nach fich gießen und zu haufe wachſen
fen, wie gefährlic) und fehlimm es umdieSa | 6, Weil denn ihro Käyf. Maj.diefe friedliche
che unferer Religion ftehe, und wie fo noͤthig |und —— Unterredung, die Wahrheit —
3 Or»
— Kid Dre br * — * —
beyden Theilen und Zuſammenkunft gefchfoffen
a2 Cap.ıg. Von der durch Conventeu. Reichstaͤge geſucht
Sefchen über denStreit unſerer Religion un - — nu 0% Am ———
—— Ehre GOttes angeſtellet: ſo iſt Se hochwuͤrdigſten und dur chlaucht gſten,
allerdings zu wänfchen, Daß man ein Gemuͤth 5 würdigen und hochgebornen Churfüre
Giefer ringe, Das nicht nach eitler Efre oder |fien, Sürften und Stände Borfchafter, Nün
Zane ftehe, fondern Chriſtlich und glimpflich the und Öefandten,. Die Keen Bel ge
Ey, und IEſum Epriftum den Gecreupigten ſtern aufeurer Sochanfeßnlichen Herrlichkeit Der
Tun nn
> x =
{
un
gien | er EN, ——
por Augen habe, Und zweifelt nicht, daß Chri- fehl zuſammen beruffen worden, ‚Haben voneu
ſtus, Heiland, mit ausgereckten Armen rer. hochanſehnlichen Herrlichkeit den ————
dig von euch allen bitte. Cs bittet derglei. | digſten Gruß Kaͤhſerlicher Mai. vernommien.
chen aud) der Röm, Pabſt -unfer. aflerdurch- Hernach Haben fie auch das Credenz (oder Be
lauchtigfter Känfer und König Zerdinandus. glaubigungs: ) Schreiben, ſamt dem Befehl N
Und darum bitte auch ich beyden Eingeweiden | und Vollmacht ihrer Kaͤrſerl. Maj. an eurer
der Barmherzigkeit und Leiden Ehriftl, und | bochanfehnlichen Herrlichkeit Perfon, ablefenhön
——— bey der Gewalt der Kaͤ· ren. ‚Sie haben. auch aus. eurer Harrlichteit }
fer *) , daß Ihe doc) Den ganz zerriffenen und | nachbrücklichen und zierlichen Rede ihrer Kaͤ ·
herftickten Roc Chriſti nieder zufammen Hef- |ferl, Maj. allergnädigfte und. ganz. väterlihe
et, und an euren Chriftennamen gedenket, den Zuneigung, Liebe, Sorgeund Mühe, dadurch
if in der Beil. Taufe empfangen, und an die« | fie bisanhero hoͤchſtens befliffengemefen;, diefen.
fe eure hochberuͤhmte Deutfche Nation. ‚Denn Zwietracht unſrer allerheiligiten Religion, fo
was nun binfort und ins Fünftige,vor Uebel, n dem hochberuͤhmten und ‚löblichen Deutſch ·
wegen Verjtocung in den vorgefaßten Mey land entftanden,, benzulegen und zu ſchlicht
nungen und *) Jerthuͤmern, bey nicht. erfol vernommen. Durch welche Urfachen auch if»
gender Eintracht, weiter entftehen wird, das ro Känferl, Maj. bewogen worden, daß ſie eue |
wird euch allen, als Urhebern, beygemeſſen re hochanſehnliche Herrlichkeit, als ihren ober ⸗
werden, es fen auch, wie es damit ſey. ſten, geheimen und Staatsrath, ‚und. einen
. %) Hier bat Granvella gar zu weinen angefangen. | Maun per ſowol in fürtrefflicher Gottſelig⸗
5) ſo leſe ic) errorum, fuͤr rumeraan keit bruͤnſtig N als bey ihro Kaͤyſerl. Majeft. in.
7. Hingegen, wenn ihr euch heilig, befhei- hohem Anfehen fey, und den gemeinen Muß,.
den, mäßig, in diefem gegenmärtigen hochwich⸗ Heil und Friede-zu befördern ein herzlich Ver⸗
‚tigen: Handel verhalten werdet: fo werdet ihr langen habe, zu Diefer Zufammenfunff einer.
Golit und der Kirchen einen hörhftangenehmen Chriſtlichen Unterredung, von der Religion abs,
- Dienft hun; bernad) aud) Die Känferl, Maj. ſchicken und mit eines Gefandten Würde ver«
euch zu hohen Önaden und Hulden hoͤchlich ver \fehen wollen :. mie ingleichen, aus was Urſachen
binden, und ihro Kaͤyſerl. Maj. wird fid) ange: eute Herrlichkeit folch Ame und aufgerragene,
legen feyn laflen, daß bey dem naͤchſt ausge» Würde anzunehmen gefrieben worden:- Das
fehriebenen Reichstag alle Diefe Sachen vollend Haben fie alles ſattſam verſtanden.
zu Stande kommen und in Nichtigkeit gebracht | 2. Weil ſie denn über dergleichen Vorbrin-
Tuben: ee gen, welches ſowol alle Gnade und Wohlwol: |
28: Was fonft weiter diefen Streit auszuma« ſen ifro Künf, Majeſt. anzeiget, als eurer hoch
chen gehören möchte, wird nad und nad) bey anfehnlichen Herrlichkeit geneigten Willen und
Handlung der Sadıe vorgebracht werden, gute Bemüßung zu Tage leget, fich Eürzlich bes
1 — — ſo iſt u u Pe ‚ biefe Ant
13221... wort an eure bochanfehnliche (oder geftrenge
Antwort der Stände-auf die Rede des Herrlichkeit in aller Namen ne |
Seren von Granvella, su Worms gehalten, | 3. Zuförderft haben vorgemeldfer Churfürs
welche ihm zugeftellet worden. ften und. anderer Sürften und Stände Käthe.
Ins Deutſche ůͤberſetzt von M. Aug. Tittel, und Geſandten, Namens ihrer Herren, ſodann
auch
|
—————
eG Fetten:
und erſinnlichſten Danf abftatten möchten,
3 TI Aofehnie. Von de
— mann em
m Colloquio zu Worma 5
WR —— —
ıch in ihrem eig ER auf alle nur erdenkliche Mittel und Wege dar:
fi allergnad joften , fo ſchrift⸗ als muͤnblich nach trachten, daß der Streit, welcher feit ei«
efchehenen Gruß mit allerunrerthänigftem Ge | nigen Jahren in Deuefchland 'entftanden und
th angenommen ; indem fie wiſſen, Daß, | obgewaltet, durd) Chriſtliche und ——
wenn ihre Fuͤrſten und Herren davon hoͤren Mittel beygeleget werde, und die Wahrheit
merden, folcher ihnen höchftangenehm und er⸗ berporleuchte und ausbreche; und daß, nad)
pen ) feyn werde. Darum fie auch hinwie⸗ Hebung der Urfache und des Urfprungs aller
der ihro Kaͤhſerl. Majeſtaͤt mit aller erfinnli-| Uneinigfeiten, ein gottfeliger Friede und Ein-
—— Ehrerbietigkeit alles Heil, | tracht getroffen werde. "Sie geſtehen zwar,
ohlfarth, und des Regiments und aller Din⸗ | daß ſolch Lermen in Deutſchland rege worden,
ge Gluͤck und Gedeyen von dem hoͤchſten GOtt Und Haben einige Voͤlker dieſer loͤblichen Nas
von Herzen anerwuͤnſchen.. tion vorruͤcken wollen, daß fie ſolchem Unheil
4Hernach Bat es fie herzlicherfreuet, forvol| Anlaß gegeben. Indeſſen aber wird eure ges
" aus, der ‚Beglaubigungsfchrift als dem Boll-! ftrenge Gnaden fid) berichten zu laſſen gefieben,
machtsbrief zuvernegmen, daß ihro Kaͤhſ. Ma⸗ daß unfre Fürften und’ Herren ihre Raͤthe und
A fo fehr auf das gemeine Heil, und infon=| Gottesgelahrte anhero verfüget, daß hier die
erheit auf die Beveſtigung der Gottſeligkeit Urfache und Urſprung folcher Seuche, durch)
bedacht feyn, daß fie eurer Hochanfehnlichen | gemeinfchaftliche Berathung und Ueberlegung
‚Herrlichkeit alles, was zu gütlicher Beylegung | gortfelig und Chriftlich erforfcher, und aufs fleife _
diefes hochwichtigen Handels etwas beytragen | figfte zugefehen wuͤrde, wenn man fie gefun«
inne, zu thun und zu verwalten aufgetragen. | den, mie alsdenn durch ihrer Kaͤyſ. Maqjeſtaͤt
Jahero fie es auc) für billig "geachtet. Haben, | Mittelung und allergnädigft Zuchun oder Bes
daß wir auch im Namen ihrer Fuͤrſten der Kaͤh⸗ fehl darinnen zu helfen ftehe. —
ſerl. Majeſtaͤt, nicht allen Dank, den fie ſchul⸗6. Und da alle ſolche Abſicht haben: fo
dig ſind, ſondern wenigſtens ſo viel wir deß hoffen ſie auch, ſich in dieſem Chriſtlichen
koͤnnen und moͤgen, nemlich den allergroͤſten Handel alſo zu bezeugen und zu erklaͤren, daß
| iR diefen Verdacht andrer Bölfer leicht von fich
Sie Ber auch befohlen, eurer hochanſehnli⸗ ableftien, und es nicht dahin kommen laffen
then Herrlichkeit Danf zu fagen, Daß fie der | werden, daß auf fie oder ihre Fürften und Her—
Gottſeligkeit zu gute und unfern Fürften und | ren die ganze Schuld gewelzet werde, |
Herren zu gefallen, und alfo um des gemei-| 7. Und weil fie auf beyde Art zu der fo ſchrift⸗
nen Beſtens willen diß fo hohe als goftielige als muͤndlich verheiſſenen Gnade der Kayf. Ma«
und ehrliche Amt auf fich zu nehmen ſich ge | jeftät ſich des Beſten verfehen, und fid) auch
fallen laffen. Dadurch fie fowol unfre Fuͤrſten von eurer hochanſehnlichen Herrlichkeit, welche
und Herren als ganz Deutfchland fich mit einer | ein groß Anfehen und fonderbare Gefchicktiche
immermährenden fuͤrtrefflichen Wohlthat ver⸗ keit und Erfahrung in allen Dingen bar, fehr
bunden hat. u =" viel Gutes verfprechen : fo bitten fie innftandig,
Daß fie übrigens angezeiget, wie Kaͤyſ. daß ihro Käyf. Majeſtaͤt auf die Art, mie fie
Majeftar mit Hintanfesung aller andern, ob- angefangen hat, fortfahren, und eure hochan«
mol wichtigen Angslegenheiten, diefer Hauptfa- , fehnliche Herrlichkeit eben nach der Weife, wie
che, fo unfre Ehriftliche Religion und Glau- fie verfprochen, fich des Handels unterziehen
ben angehet, von Herzen geholfen wiſſen wolle: wolle. Auf welche Art fie hoffen, daß die nach
das hat ihnen nicht allein hochftangenehm ſeyn fo viel angewandter Mühe noch übrige*) Zwi⸗
Fönnen, fondern fie thun auch eurer Hochanfehn: |ftigfeiten endlich zu GOttes Lob, unfrer heili⸗
lichen Herrlichkeit Hinwiederum zu wiſſen, daß gen Religion und Chriftlichem Glauben zur
te von ihren Ehurfürften, andern Fürften-und Zierde und Herftellung, und der Kirchen längfte
Herren, dazu hieher abgeordnet feyn, dag ſie gewuͤnſchten Beſſerung, vereiniger und ar
hen
526 Cap. 18.
chen werden.
fifchen und recht Deutſchen Kaͤhſer und Meh⸗
rer des Reichs ftehet: umd eure: hochanſehnli⸗
che Herrlichkeit aud) ein Ding, das ihrem ob:
habenden Amt ganz gemäß iſt: welchen wir
unshiemit bejtens befehlen. -
a a aa *), dilita für diidia,
NEN
Der Herren Präfidenten vorgefchlagene
- Artikel, belangend die Form, wie das Ge:
fpräch vorzunehmen.
Artikel durch die Rätbe zu der Präfidenz
A
J
—
ſpraͤche zuzulaſſen, Doc) daß Gleichheit in St
—
men: schalten, und ihnen auch anderer Fuͤrſten
und Potentaten Raͤthe, fo alhie wären, oder
Donder ducch Tonventeu. Reichstägegefuchten Religionsvergl. say
"Daran werden ihro Nom. Känf, che Darauf geanttvortet, Daß ihnen nich Gange i
Majeftät ein Wer thun, Das für, einen. Catho⸗ |gen wäre, Die Königlichen Raͤthe zu dem Ges
nachher. kommen möchten, zu ſich zu ziehenund
als Zuhörer auch dabey ſeyn zu laflen, ꝛc. Das
ben die Hercen Präfidenten bedacht, diewel
der Hagenauiſche Abſchied wie es mit, Ord⸗
nung und Anzahl, der. Perfonen, zu dem Ges
foräd) verordnet, ‚gehalten werden foll, gewif-
fe Maaß gibt, daß es billig bey demfelben Ab-
fchied bleiben fol. Und Diemeil denn auch Der
Hagenauifche Abfchied vermag, daß diß Ger
verordnet, der Churfürften, Fuͤr ſten und Stanz ſpraͤch unnerbindlich ſcyn foll, und alfo die An-
de zu dem Chriftlichen unverbindlichen Ge⸗
ſpraͤch verordneten Räthen mündlich
vorgetragen.
ef,
Wun erften, Nachdem in dem Hagenaui-
3) fehen Abfchied ein Artikel gefest, daß die cher Stimmen halben, bey dem Hagenauilchen
Thurfuͤrſten und Sürften,in gemeldsem Abfchieb |Abfchied bleiben. So viel dann der Koͤnigl.
/
zu dem Ehriftlichen Geſpraͤch ernennt, jeder ein,
zween oder. drey Käthe zu ſolchem Geſpraͤch ord⸗
nen und ſchicken folle, Doc) alſo, Daß eines jeden
Ehurfürften und Sürften gefchickte Raͤthe nicht
zahl der Perſonen und Stimmen allein darum
geſetzt, daß man der Anzahl der Reden gewiß
fey, und nicht, daß man aus folchen Stimmen
und Nedenein rnehrers machen und in der Sa ı
che fchlieffen ſoll: ſo laſſen es die Raͤthe auch fol-
Majeſtaͤt Borfchafter und Raͤthe belangt, find
die Käthe, zu der Praͤſidenz verordnet, bes
wicht, daß Die Königlichen Botſchafter und Raͤ⸗
the fid) zu dem Käyf. Commiſſario und Drator
- mehr ‚denn eine: Stimme haben, und daß in thun, und eine Perſon mit ihm repräfentiven fol-
"gleicher Maaß die Proteſtirende auch) zu fol: len: Daben laſſen es die Raͤthe auch bleiben...
chem Gefpräd) verordnen follen; und aberbis= | -- 3. Zum andern, ift auch im Hagenauiſchen
hero noch von Feinem Theil Die Anzahlund Na- Abſchied der NMotarien halben geordnet, daB
men der Derfonen, fo zu gemeldtem Gefpräch
verordnet feyn follen, ernennet, und, wie ſichs ge-
buͤhrt, angezeigt und übergeben : fo haben die ver-
ordneten Raͤthe zuder Präfidenz für guf angefe-
ben, daß folche Anzeigung der. Anzahl und Na-
men der Perſonen von beyden Theilen gefchehe,
and, wie ſichs gebührt, in die Maͤynziſche
Canzley überantivortet werde. |
2, Als aber die Nähe, zu der Präfidenz ver-
ordnet, in jüngftem ihrem Vortrag, fofie bey
Notarien und Schreiber von beyden Theilen in
gleicher Anzahl zugelaſſen ſeyn; dieweil aber
die Anzahl der Notarien in gemeldtem Abſchied
auch die Uebermaͤßigkeit verhuͤtet werde, iſt
durch die Raͤthe bedacht, daß von jedem Theil
zween, und alſo in Summa von beyden Thei⸗
len vier Notarien und Schreiber geordnet und
niedergeſetzt werden ſollen. Daß auch dieſel⸗
ben vier Notarien mit einer beſondern Pflicht
den Theilen thun laflen, auch angezeigt: nachdem von den verordneten Präfidenten ‚beladen wer⸗
den follen, alle Handlungen, fo vor fie kom⸗
jmen würden, gefreulich und fleißig aufzufchrei= _
| na af ‚ben, damit diefelben ordentlich regiftrirt und
wollte, ihrer Königl. Majeſtaͤt Borfchafter und ad adta gebracht werden mögen. —9
die Roͤm. Koͤnigl. Majeſtaͤt anfaͤnglich bey dieſer
Handlung geweſen und den Abſchied zu Hage⸗
nau hat helfen machen, daß ſich nicht gebuͤhren
Raͤthe von dieſer Handlung auszuſchlieſſen; und
4. Ferner iſt bedacht, daß dieſelben Nota⸗
aber der proteſtirenden Stände, verordnete Raͤ⸗ tarien und Schreiber niemand (der nicht zu Ir
ii em
nicht ausgedruͤckt, und damit in ſolchem Fall
| i 1, Abſchnitt. Von dem Lolloquio zu Worms. 529
sm Gefpräch verordnet,) einiger Handlung |Gn. und Gunften auf die übergebene fehriftli« -
en Ofoferift , oder andere Scheine mit⸗ che Antwort folgende Meynung zu vermelden
heilen und hinaus geben follen. Doch fo der lim beften bedacht. Erſtlich, belangend die
Eenrfirften , Bürften und Stände Raten in | Anzahl der Perfonen zu folhem Gefpräd) ıc.
dieſer Handlung je zuzeiten Copey nothduͤrf⸗ wiſſen ſich gemeldte Näthe, Gefandten und
tig feyn würden, daß dieſelben niemand von den Botſchafter zu erinnern, was der Hagenaui⸗
Rotariis mitgetheilt werden. Doc daß die fche Abſchied und Kaͤyſ. Majeſtaͤt Schreiben
Käthe diefelben niemand, fo zudiefem Gefprad) derhalben vermögen und mit fich bringen. Dem-
nicht verordnet, mittheilen, ober geben; ſon⸗ felben nad) find fie albier erfchienen, ſich auch
dern in geheim, bis zu der Relation, fo der auf die erfte Verhaltung ihres Befehls verneh⸗
Kaͤhſ. Majeftät gefchehen fol, halten. Doch men laffen, und folle ihrenthalben alsbald an
daß fie auch im Fall, fo fie ſolche Handlungip- | Benennung und Verordnung der Perfonen,
ven Herrfchaften zufchicken würden, diefelben | mo das gefordert, nicht feyn Mangel gemeft, wie
ihre Herrfchaften Daneben vermahnen und da⸗ ſie auch nochinals ein Werzeichnig der Perfos
bin bewegen wollen, daß fie folhe Handlung |nen, von wegen ihrer. erren Obern und Mit⸗
gleichergeſtalt bis zu der Relation, wie vorge. verwandten, zu dieſem Chriſtlichen Geſpraͤch ab⸗
meldt, in geheim halten wollen. Es iſt aud)| gefertigt, hiemit übergeben; doch daß die uͤbri—
ferner durch) Die Herren Präfidenten als zudie« | gen, fo von Diefes Theils Ständen gefchickt,
fer Sache norhdürftig bedacht, daß bis zu ges | zuzuhören nicht ausgefchloffen, dieweil fie glei=
meldter Relation von der Handlung diefes Ge⸗ chen Befehl Haben; welches jenem Theil gleich-
ſpraͤches nichts gefchrieben, oder durch den fals auch unbenommen feyn foll. Als auch
Druck publicire werde, Dann fo viel die die Näthe, Geſandten und Borfchafter dieſes
Hauptfahe und die Artikel, Davon das Ge-| Theils in nächfter ihrer Antwort gebeten, da
ſpraͤch Ken werden foll, belangt, ift der anderer Fuͤrſten und Neichsftände Rärhe und
Botfchafter anfero fommen wären, oder kom⸗
men möchten, diefelben als Zuhörer-bey dem
Ehriftlichen Geſpraͤch auch feyn zu laffen; und
aber durch E. En. und Gunften übergebene
Artifel vermeldt, daß der Hagenauiſche Ab-
fchied, mie es mit Ordnung der Anzahl der
Derfonen gehalten werden foll, gewiſſe Maaß
gebe, und billig bey demfelbigen bleiben folle zc.
fo mögen die Raͤthe und Gefandten Diefes
Theils nicht bedenken, daß folches dem Hager
nauifchen Abfchied entgegen, oder ungemäß.
Dann weil diefer Handel vornehmlich die Deut⸗
fche Nation belangf, und dann den Ständen
auf den Fünftigen Reichstag Relation gefehe-
hen foll: fo hielt man es dafür, es follte noch⸗
mals fein Bedenfenhaben, daß andern Stän=
den, als der Fürften, Grafen und Reichsftäde
Herren Präfidenten Gutbeduͤnken, daß die
Leberflüßigkeit in alle Wege abgefchnitten, und
daß derhalben der Proteftierenden Stände Raͤ—
the die Artikel, Darauf fie zu verharren ver-
meynen, in Schrift ftellen undden Herren Pra-
fiventen übergeben, und diefelben dermafien
ftellen, daß fie Ehriftlich, erheblid), und Der-
maſſen befchaffen fenn, daß zu Chriftlicher Ber-
gleihung Darauf gehalten werden möge.
Mn, | u
Antwort der Proteftirenden auf der
Präfidenten vorgefchlagene Artikel des Ge⸗
fpräches halben. ;
—— wohlgeborne, — wuͤr⸗
LI Dige und hochgelehrte, gnaͤdige und guͤn⸗
ftige Herren. Der Chur: und Fürften, auch
Sand und Städte der Augfpurgifchen Con⸗ te Botſchaftern, ob die ander ſchicken würden,
feßion und derfelben Religionsverwandten Rä-| bey folhem Gefpräch zu feyn vergoͤnnet; niche
the, Gefandten und Botfchafter, fo von ihren) daß fie von einigem Theil an fich gezogen wer:
Herren und Dbern für ſich und der andern ihrer den follten, fondern daß ſie als Zuhörer, und.
Keligionsverwandten wegen. zu diefem Chrift-) Damit fie ihren Herren und Obern dieſes groß-
lichen Gefprächstag anber gefertigt, Haben E.| wichtigften Ra auch deſto bag zu Ra
: | bey
urheri Schriften 17. Theil,
TR
.
530 _Eap.1g. Don der durch Convente u, Reichstäge gefuchten Religionsvergl, sl
bey folchem Gefpräch feyn möchten. Daß! achten fie folche Artikelftellung ohne Noch,weil
auch durch die Stimmen im Hagenauifchen | der Hagenauifche Abfchied-und der Kayf. Ma—
Abſchied nicht das mehrere zu fehlieffen, Die jeſtaͤt gnädigftes Zufchreiben dieſem Punct
weil diefer gonbe unverpünctlich.2c. laflen die | Maaß gibt, als nemlich, die Augfpurgifche
Raͤthe und Geſandten bey dem Buchftaben def | Confeßion und Apologia vor die Hand zuneh=
felben Artikels, im Abfchied verleibt, es beiven-|men, auf alle Punct und jeden infonderheit
den, und find deß audy mit E. Gn. und Gun: | freundlich, Chriftlich, Doch unverbindlich fich zu
ften einig. Doch daß gleichwol Die zwey und |unterreden, und allen möglichen lei vorzur
zwanzig Stimmen auf jeden Artifel einig, oder wenden, alle irrige Puncten zu Chriſtlicher Ei⸗
nicht, und folgende allenthalben der Kayſ, Mia: |nigfeit, Vergleichung und rechtem Berftand
jeftat und Den Keichsftänden auf dem Fünfti- | zu bringenze. Demnach tun ſich die Raͤthe,
gen Neichstag Relation befchehen möge. Der | Gefandten und Borfchafter auf gemeldte Con«
Königlichen Majeftät halben laffen fie es bey |feßion und Apologie ziehen und veferiren, die
dem Artikel bleiben; doch vorbehaltlich naͤchſt fie auch hiemit überreichen, mit Erbieten, was
geſchehener Anzeige und Fuͤrwendung. die Herren Käthe und Borfchafter des andern -
Zum andern, die Motarien, oder Schreiber | Theils in einem oder mehr Artikeln daran
belangend, feynd fie mit der vorgefchlagenen | Mängel haben, folches von ihnen freundlic)
Anzahl ach zufrieden, und Daß Diefelbigen in | anzuhören, und fid; mit Cpriftlicher und gebuͤhr⸗
fondere Nflicht genommen; wie man ſich dero | licher Antwort vernehmen zu laffen, und alleg
beyderfeits vergleichen würde; doch daß ihnen das, das zur Chriftlichen Einigei und Ver⸗
Subftisuten zugelaffen würden, daß es auch | gleichung, vermöge Der heiligen Schrift und zur
mit Hinausgebung und Abfchriften. der Co- | Epriftlichen Reformation der Kirchen, auch zu
peyen, alfo wie angezeiget, gehalten; aber ihrer | Erhaltung Fried und Ruh dienftlich, Höchiten
Herrfchaften und Si halber feynd fie erbie- | Fleiſſes fordern zu helfen, Und haben folhes
fig, denfelben unterthäniglich und dienſtlich zu E. Gn. und Gunften auf die zugeftellte Arti-
fehreiben, ſolche Handlung bis zur Zeit der Re- kel dienftlicher und freundlicher Meynung nicht
lation in geheim zu halten. Doch ſteht es bey | verhalten wollen.
ihnen nicht, fie zuverbinden, oder ihnen Maaß
zu geben. Zweifeln aber nicht, ihre Ehur- und 1324. Bir
dürften, G. Gn, und Gunſten werden ſich in Her Droteftirenden andere den Praͤſi⸗
dem felbt der Gebuͤhr und unverweislich zu denten gegebene Antwort des Gefprächs
— — a bey En le Form halben.
then, Geſandten und Botfchaftern diß Theils AR a ne" ee
Fein Bedenken, daß diefe Sachen, die zu GOt— Gnaͤdige und guͤnſtige Herren! '
tes Ehre und Erweiterung feines göttlichen SI Näthe, Gefandten und Borfchafter
Worts und einer Chriftlichen Reformation der der Augſpurgiſchen Confeßionsverwand«
Kirchen, auch Frieden und Ruhe gemeynt und |ten haben E. ©. und Öunften fernere Anzeige
vorgenommen würden, am Licht gehandelt; |und Bedenken etlicher Artikel halben, wie fol
fragen auch das, GOtt ob, feine Scheu: fo ches geftern zu Abend borgefragen worden, Als
mollen fie fich doch ihrer Perſon und der Pu- lenthalben vernommen. Erſtlich, belangend
blication halben alfo zu halten wiffen, daß ſich die übrige Perfonen, fo von wegen unferer gnaͤ⸗
deß mit Billigkeit niemand zu beſchweren ha- digſten, gnaͤdigen Herren und Obern zu die⸗
ben ſoll. Letztlich, die Hauptſache betreffend, ſem Geſpraͤchetag anher geſertiget, und glei—
daß die Näthe, Geſandten und Botſchafter chen Befehl haben mit denen, die in dero über«
diefes Theils Die Artikel, darauf fie zu verharren gebenem Berzeichniß ausgedruckt worden, daß
vermeynen, übergeben, und diefelbigen dermaf- |diefelben auch bey ſolchem Geſpraͤch als Zuho⸗
fen ſtellen ſollten, daß fie Chriſtlich, erheblich ꝛc. rer ſeyn moͤchten ꝛc. haͤtten gemeldte
un
oe A RN j *
22 00, TI Abfchniee. Von dem Tolloquio zu Worms. 523
und Gefandren fid) verfehen, und verfofft, es ‚Een Haben, fo wollen fie es auch i
follte folches bey €. Gn. und Gunften Fein Be⸗ und Gunſten Borfcylag ee NT
denen gehabt haben ; noch dem Hagenauifchen |die Form des Eyds betreffend, daß dieſelbige
Abſchied ohngemaͤß angeſehen worden ſeyn, den Raͤthen, Geſandten und Botſchaftern zus
dieweil daſſelbe in ſolchem Abſchied nicht be: vor untergeben und zugeſtellt, das nehmen ſie
nommen, noch) abgeſchnitten Denn obwol zu dienſtlichem und freundlichem Dank an doch
2
pon ı1. Stimmen eines Theils, und daß zu je mit Vorbehalt, daß ſie ſich alsdenn igrer Noth«
der einer, ober drey Raͤthe mögen verordnet durft darauf mögen vernehmen offen. Zum
werden, Meldung gefchiehet: fo ift barinnen vierten, fo viel die Namen etlicher übrigen
nicht ausgedruckt, daß niche mehr Perfonen ,|Stände belanger, ift foldye Verzeichniß derfels
fo die mit ſaͤmtlichem Befehl geſchickt, und al. bigen Begehren nad) anderweir umgefchrieben
fo in eine Stimme gehörig, nicht aud) als Zu und thun es E. Gn. und Gunften hiemit zu:
hoͤrer follten zugelaffen werden; in Erwegung, ſtellen. Zestlich, der Schriften halben, daß
Daß folches den Sachen auch mehr dienſtlich, |diefelben gedrippele, auch Deurfch und Latel.
denn nachtheilig, auch daß diß ein Chriſtlich niſch möchten verfertiget werden, wiſſen fi)
unverpünetliches Gefpräch und Handel ſeyn E. Gn. und Gunften zu erinnern, daß man in
foll xc. Diemeil aber bey E. Gn. und Gunſten einem Chriſtlichen Gefpräch auf die Confeßion
ſolches anders bedacht, und dann hiezu vor zu und Apologia, vermöge der Kaͤhſerl. Majeſtaͤt
Hagenau und ſonſt unſere gnaͤdigſte und gnaͤdi · Ausſchreibens anher erfordert, darzu die Raͤ—
ge Herren und Dbern allerley Ungleichheit hin: che und Geſandten abgefertiget und erfchlenen,
gehen laflen, damit ihrer Churfuͤrſtl. und Fuͤrſtl. ſich aud) hiezuvor deſſen erboten, und darauf
Önaden und Gunften je niche möchte zugemeſ⸗ ‚gegogen haben wollen. So ſich aber jufragen
fen werden, daß ihrenthalben in Chriſtlicher follee, daß ſich beyde Theil in Schriften etwas
Handlung, Bergleichung und Reformation der zu übergeben vergleichen würden, ‚auf folchen
Kirchen ein unbilliger Mangel vermerket wür- Fall wollen fie fih mit Ueberreichung der Co.
de; fo müflen die Raͤthe, Gefandten und Bor. |peyen gedrippelt, daß auch folches in $areini«
fchafter folches aud) gefchehen laffen, und das ſcher und Deutſcher Spread) geſchehe, under.
ihren gnadigften, gnädigen Herren und Obern Imeislic) zu halten wiſſen, und laſſen es fonft
berichten, Und foll diß Puncts halben Das Ge. |bey den vorigen geſcheheuen Anzeigen und Ere
ſpraͤch nicht dürfen aufgezogen, oder gehindert Ibieten bleiben ıc. Re
werden. Zum.andern ‚der Stimmen halben] — Ä
verftehen die Raͤthe und Gefandten diß Theils Mur, 1325. |
den Hagenauifchen Abfchled und E. Gn. und | Verzeichniß der Perfonen, die auf Pros
Gunſten Meynung auch dahin, daß eines je teſtantiſcher Seite zum Gefpräch verordnet,
den der 22. redenden Perfonen Stimme im Ge⸗ |mit Bitte und Vorbehaltung, wie in. der ge
fpräch infonderheit gehöret, und, wieviel der⸗ genwöärtigen Schrift gebeten und enthal»
jelbigen fich auf einen jeden Artifel vergleichen ken ie '
würden, oder nicht ‚daß folches mit Fleiß und Sadfen Ehurfürfttich,
unterſchiedlich Durch Die niedergefegfen Mota: (ET anzler.
rien verzeichnet, darum fie es auch alſo Darbey | | Melanchthon.
bewenden laſſen. Zum dritten, fo viel die zu. Juſtus Menius.
geordneten Subſtituten den Notatiis belangend, ZSeßiſch.
hielten es die Raͤthe, Geſandten und Botſchaf⸗ Canzler.
ter Dafür, Daß dieſelbige ohne jemands Be Martinus Bucerus.
ſchwerung bey der Hand feyn möchten , damit M. Adam von Fulda. 3
fe im Fall der Noch aud) im Geſpraͤch zu ge⸗ Sadfen Herzog Zenrichifch,
rauchen, Sollte es aber je fo groß Beden-|D, Andreas Camicianus.
$1 2 Jo⸗
Johann Brentius. —
Nicolaus Scheubelein, die.
Srandenburaife.
| Fricderich von Knoblochsdorf.
M. Simon Schneeweis.
Kilianus Goldſtein, Doctor.
anebugich.
D. Nicolaus Holſtein.
Jehannes Sturmius.
Johannes Calbinus.
Würtembergifeh.
Sal von Guͤltlingen.
M. Erhardus Schnepf.
D. Balthafar Reuffelein.
Pommeriſch.
Nicolaus Glaſſerus.
D. Jacob Philippi.
Wolfran Weddeln.
Strasburgifh.
H Jacob Sturm.
D. Wolfgang Capito.
Simon Örineus.
Augfpurgifih.
D. Conrad Heel.
Georg Beſſerer.
Martinus Frecht.
Nuͤrnbergiſch.
Erasmus Ebner.
D. Wenzeslaus Line.
Andreas en
Bremiſch.
Nicolaus Amsdorf.
Daniel von Büren.
Johann von Amfterdam.
Schreiber.
Doctor Caſpar Kreuzinger.
Wolfgangus Mufeulus.
s34 Cap. 18 Don der — Tonpente u u
RT
>
2er 13 — OR. —
|Derseichniß der en und 30
fchafter auf dem Tag zu Worms an. “
Don Pabfts wegen,
homas Campegius, Hechiepifopus. Pr |
trenfis. |
N. Magiſter Palatii. —J |
R. epiſcopus Aquilæ. J
Rönigs von Frankreich wegen.
Petrus Paulus Vergerius, Extraordinarü.
Räpferlich. |
Nicolaus Perenottus Herr von Granvella.
Johannes de Manes, Probftzu Merwill.
Gerhardus von Veldri Heberus.
N. Theologus Hifpanicus.
Kobertus Scotus Theologus Sorbonieus, ein
geborner Blinder.
Serdinandifch.
Bifchof von Sedau,
Sridericus Nauſea. ©
Martinus Rügelin, Doctor Sriburgenfis,
Ssohannes Cochleus. N
Maͤpynziſch.
Herr Johann von ———— en
Herr Julius Pflug. It
D. Conrad Braun.
D. Jobſt Hurfelder.
Herr Michael Helding, Weheiſthe zu Maynz.
N Monnfinger, Weyhbiſchof zu Magde⸗
Ymbest us Pelargus, Predigermind,
D. Jacob Reuter.
es rieriſch. ar
eorg Herr zu Elz, Amemann zur Pfalz.
Johann Enfchringen, Canzler. p
Nicolaus Meinreih, D. Sr =
Cötinifeb.
Graf Dietrich von Manderfchid.
Curn. proteſtatione: ob bequemere Perſonen Bernhard von Hagen, Canzler,
von andern mehr Fürften und Ständen Diefes ER Johann Gröpper.
Theile werden anfommen , alsdann andereda |D. Eberfardus Die, Sentielkionarbriee |
zu geben an etlicher ſtatt. Item: ob einer Frank Prior.
oder mit Geſchaͤften beladen wird, daß man Pfaͤlʒiſch.
einen andern an ſeine ſtatt veraͤndern mag. It. Friederich von Steckenftein, Hofmeifter.
daß; die übrigen: Perfonen, fo audy hie find, | Heinrich Haß, ‚, Sanzler.
und mit den andern Befehl und Gewalt w en, M. Heinrich Stall, Kwediger und Ordinarius
Zuhoͤrer ſeyn mögen, U 3u Heidelberg. —
zuge bei erg.
—
Peter Harer.
Brandenburgiſch.
—
zu Havelberg .
M Schieding, geweſener Marſchalk.
Alexander Halefius Scotus, Doctor.
Johann $udenius, Eccleſiaſtes zu Frankfurt an
der Oder
Salzburgiſch.
D, Leonhardus Marftaller, Ordinairus zu In⸗
golſtadt.
Nicolaus Apel, Praͤpoſitus Maſpurgenſis.
Johannes Menzler, D. Miniſter, aa
is Ord. Minorum.
5 So ———
Herr Johann Graf zu Eiſenberg.
Jobſt von S ——
D. Chriſtoph Wollfinger.
Johann Armbruſter, Lic. Theologiã
Baͤyeriſch.
Seubelsborfer, Prob zu München,
Johann Ef, Theologus.
—5 Kretz, —— Muͤnchen.
194 Ei, RR don Guͤltlingen.
ID. Philipp Janng.
| ——
Echart Schnepf.
N En 19, Balthaſar N.
Herr Lonhard Kellner, Licent. und Domprobft
Wolf von Weddeln
ID. Jacobus Philippi
Pommeriſch.
Nicolaus Glaſſerus, Theologus.
Seßiſch.
Johann Feucht, Canzler.
Hermann Schleier.
Alexander von der Dhann.
Adam von Fuld.
Gerardus Noriomagus.
Johannes Piſtorius.
Strasburg Stadt.
Jacob Sturm.
N Pfarrer.
D. Wolfgang at
Martin Buzer.
Johannes Calvinus.
Johannes Sturmius.
Simon Grineus.
iugſpurgiſch.
Matthias Langemantel.
Jacob Herprot.
Juͤl
Johann von Flatten, Drobfe Scholafter zul D. Eonrad Heel.
Conradus Herzbach.
Albertus Kinig, Doctor Tfeologlä.
Saͤchſiſch Ehurfürftlich,
Herr Hanne von Doͤlzk, Ritter.
Stancifeus Burkart, Ganzler.
D. Kilian Golöftein.
Piilippus Melanchthon.
Caſpar Kreujinger.
Be ae Zeintichiſ
achſiſch Herzog einri i
D. Andreas Camicianus. *
Micolaus Scheubel, Licent.
Marggraf Georg und Alberti Geſandeen.
Sriedric) von Knoblochsdorf
aba Kierer,
Simen u 4 Praͤdicanten·
burgif
D. Nicolaus Seifen. ®
Wolfgang Meuslein.
emperalieher Praͤpoſ.
B ni en
ppier von Muͤhlheim
Loftnig.
Joachim N. as
Ulmiſch.
Martin Frecht, Er
Johann Brenz, zn
Bremen.
Daniel von Büren.
Sodann von Amfterdam , Prediger.
‚amburg-
Nortinus Wiebe, Syndicus.
Magdeburg,
Nicolaus — Prediger.
13
4 Juriſten. ji
1327*
— En, ve 2
Austheilung der Päbftlichen Staͤnde zur
a Befprächsfeßion verordnen.
Verzeichniß der Perſonen, ſo von wegen der
Catholiſchen Seiten zum Geſpraͤch verord⸗
BCE net find.
Maͤynziſche Churfuͤrſtliche
err Michael Helding, Weyhbiſchof zu
Mynnn |
Ambrofius Pelargus, D. Iheologiä, Predi-
gerordens.
Trieriſche Churfuͤrſtliche.
Johann von Enſchringen, D. Canzler.
eorg Herr zu Elz, Amtmann zur Pfalz.
Nicoſaus Meinreich, D. Theologiaͤ.
Coͤllniſche Churfuͤrſtliche.
Bernhard von Hagen, Canzler.
Eberhard Billigk, D.
literordens.- led
Pfaͤlziſche Churfuͤrſtliche.
Magiſter Heinrich Stoll, Prediger zum Hei⸗
ligen Geiſt.
Magiſter Matthias Kailer, beyde Ordinarien
zu Heidelberg. —
Brandenburgiſche Churfuͤrſtliche.
Leonhardus Keller, Lic. Domprobſt zu Havel-
berg.
Alexander Aleſius Scotus, Doctor.
furt an der Oder. |
Erzbiſchofs von Magdeburg.
Johann Menſinger, D. Suffraganeus zu
Halberſtadt. Eee J
Conradus Micofus, Lehrmeiſter im Predigerklo⸗
ſter zu Maynz. |
Ersbifhöfliche zu Salzburg.
— Marſtaller, D. Ordinarius zu In⸗
olſtadt.
Nienlaus Appel, D. Prädieator Maſpur⸗
enſis.
— Wenzler, D. Miniſter, Provincia⸗
lis Ordinis Minorum. Kann
Bifcböfliche zu Straßburg.
Johann Armbrufter, Theologia Lie. .
Zerzʒoglich Wilhelmiſche zu Bayern,
Johann Eccius, D. Protonotarius ꝛc.
38 Top. 18. Don der durch Convente u. Reichstäge gefüchten Religionsvergl, : s
und Prior Carme
we ———
Dechant zu Muͤnchen.
TR
Matthias Krezius,
Juͤlichiſche.
Conredus Herzpachius, Doctor.
Albertus Kuͤnig, D
—
gehaltene Rede, \
Jetzo ins Deutſche überfeßt von M. Aug. Tittel,
fiei und Edle Herren, Hochzuehrende Brüder
Vater in ihm: und hat dag ein neu Gebot ge⸗
nennet, welches er feinen Juͤngern gegeben,
daß fie fich unter einander lieben follten, dar⸗
| aus würde jedermann erfennen, daß fie feine
Herr Johann tudenius Eccleſiaſtes zu Frank. Jünger wären, und Bat ihnen nichts fo fcharf
und oft eingebunden, als Siebe und Wohlmol:
len unter einander. Denn Paulus, das aus.
erroählte Gefäß, hat uns gelehret, vor. allem
tiebe zu haben, als das ‘Band der Vollkom⸗
menheit, und den Nächften zu lieben, als fih
felbft, weil daburd) Das ganze Gefes erfüller
werde; und Daß Die, In welchen die Liebe niche
malte, in eitel Sefchymäß verftelen, und als eine
klingende Schälle zu allen guten Werfen uns
tuͤchtig wären.
2. Wenn noir, Hochwerthe Herren und Bruͤ⸗
der, an diß Gebot gedacht haͤtten: ſo wuͤrde
gewiß nicht ſo viel Zank und Streit unter uns
entſtanden ſeyn. Won welchem man wol et
wa fagen kann, Daß er etwa ahfangs aus eini-
gem Trieb der Siebe entfprungen, nun aber ift
at es fo weit damit kommen, daß wir Die
md
39°
Serʒog Audwwigifche zu Bäyern])
Iofan von Zlasten, Probft, Scholafter N
Theologiaͤ. n
u ep De ——
328. —
Des Paͤbſtlichen Nuntii Campegii, den
8. Decembris in Verfammlung dee Stände
*
a —
DS" HErr und Heiland JEſus Chriſtus,
Hochgeborner Herr, Wuͤrdige, Magni⸗
und Obern! Der HERR, ſage ih, und
1 Heiland JEſus Chriftus, der aus unendlicher
Siebe gegen uns Menſch worden, Bat, als er
zudem allmächtigen Vater betete, nicht allein:
für die, fo gläubig worden, fondern auch für
die, ſo glauben würden, gebetet, daß fie
alle eins würden, wie er im DBater und der
x
J
|
|
|
“ bare Feindſchaft
———— . Abſchnitt.
und Eintracht unter einander verlaſſen; in offen⸗
Don dem Eolloquio zu Worms. I EURT
| | geben erlangen werden, daß ihr, was zur Vers -
und bittern Zank ausgebro- einigung und Friede diener, fo beforger, wie
chen. Bald darauf haben greuliche Kriege, es foldyen klugen Männern, die sian mit Fleiß
die entftanden, und entfeglicye Niederlagen, wie ausgeſuchet, gebühret, Ich verfpreche Binmien
auch die Trennungen der Ehriftlichen Gemuͤther, derum allen Fleiß, Bemuͤhung, Eifer und
diefes edle Land fo zugerichter, daß ich kaum |Sorgfalt, ab Seitendes Pabftes, die man von
erkennen kann, daß es noch das iſt, wie iches ihm zur Kirchen Eintracht, ohne Nachtheil der
vor 20. Jahren geſehen. Welchem Uebel zu Gottſeligkeit (oder Religion) erwarten kann.
fteuren einige Paͤbſte zwar alles gethanz aber | Darum befleißiget eud) zum hoͤchſten, daß ihr
Doch es bey Feiner Öelegenheit, mit feinem le: das aufgefragene Amt und Werk fo verwaltet,
hen, mit feiner a
n die Neichstäge in Deutfch» lindem ihr GOtt vor Augen habt, daß jeder
land abgeſchickten Sefandefihaft es dahin haben mann erkenne, daß ihr der Gemeinſchaft der
bringen Eönnen,
daß diefe Religlons wiſtigkei⸗ heil. Kirche und des allgemeinen Friedens und
ten bengeleget würden. Auch Pabft Paulus Rufe wahrgenommen. Der GDttder Weiss
der Dritte, fo e
in frey Chriſtlich Concilium heit und Güte regiere eure Schritte, daß ihr
nachVincenʒ ausgeſchrieben und ſeine Geſandten einmuͤthig mit einem Munde lobet den gemei⸗
dahin geſchicket hat, iſt nicht beſſer gefahren. nen Vater unſers HErrn JEſu Chriſti, und
Denn da fie 2. Monate da gelegen und wenig der Friede Chriſti, der hoͤher iſt denn alle Wera
=
angekommen , bat er das Concilium auf eine nunft, bewahre eure Herzen und Sinne, Amen.
andere -Zeit-und Dre verlegen müffen, doch wa nahe BJ 7
mie dem Vorhaben, daß er es in Gegenwart OR ge he
ihrer Kaͤyſerl Majeftär Halten möchte. Ganz Des Möpnsifchen Canslers D, Jacob
neulich) aber bat dee unuͤberwindlichſte Känfer
x Earl der Fünfte, diß Ehriftiiche Geſpraͤch (oder
Zuſammenkunft) als einen Borläufer angeord- ——
Reuters, Antwort auf Eampegii Rede,
Verdeutiht.
€. bernach auch den Regenſpurgiſchen Reihe u... 2... 2. ao, — it sig
Ka9 Ausgefiheieben, Daß gegen diefe alte Seu— 5 Herr! Der hochanſehnliche
ehe ein recht bewaͤhrtes Mittel erfunden und |
folche weggenommen würde. Diefer, als der
‚heiligen Nom, Kicche Erfigeborner und gehor-
I und hoͤchſtgeehrte, ihro geheiligten Räys
ſerl. Maj Öefandte und Commiſſarius; ingleis
chen die wuͤrdigen, geftrengen, edlen, anſehn⸗
famer Soft , und alfo ihr Befchirmer und lichen und fürtrefflichen der Churfürften und
Voigt, wuͤnſcht
von Herzen ‚daß diß edle sand. andrer Fuͤrſten hier gegenwärtige Raͤthe, Bas
in Kube feine liebe Mutter (die Kirche,); er: ben eurer hochwuͤrdigſten Gerrlichkeit gefchickte
kenne; und haf verlanget, wie auch der ober:
fie Pabft mir befohlen, daß id) hier bey euch
wäre, und zu dem, was Friede und Ruhe ſtif⸗
ten Fonnte , mit ermahnte, als der ich euch allen,
und nachdruͤckliche, auch gottfelige und Chriſt⸗
licye Rede wohl gehöret, und zwar mit vielem
Bergnügen, aus. der Urſachen, weil ſie ermah⸗
net: worden, ihre Pflicht wohl zu beobachten.
auch jederzeit befonders mit Siebe und Wohlmoll- Sie verfprechen denn hinwieder, und werden
len beygetban gewejen und ferner bleiben werde. |
3. Darum, werthefte Herren und Brüder!
ſich fo erzeigen, daß man ſehe, wie ſie vornehm⸗
ih GOttes Ehre, und denn alles was zu Chriſt⸗
ite ich ‚daß euch fchen fattfam befanne, was lichem Sriedeund Ruhe dienen kann, gefucher,
Er A On Er —— an und werden nichts unterlaffen, daraus zu er⸗
wie die allerwichtigiten Dinge auf eure Bera. kennen, daß fie alles gethan, was fie zu thun
thung anfommen. Darum ermahne und bie: ſchuldig geweſen ır. Blu
teich eud) brüberlich, bey der ewigen Seligfeie, |
die wir durch unfers HErrn JEſu Eprifti Ber: |
föhnung nad) d
1330| 1%
iefem fterblichen und elenden Die Antwort an den. Päbflichen De
3 and⸗
542 Tap.ıg.
Don der durch Eonventeu. Reichstäge gefuchten Religionsvergl. a |
fandten in der Sufammenkunft su Worms, 1540, fen zu feheinen,. uns darüber enefchuldigen.,
die Phil. Melancht· wol aufgefesst , aber, nicht i Welches wir mit Befcheidenheit und kuͤrzlich
bergefagt bet, weil die Präfidenten des Col⸗
loquii durchsaus nicht zugeben wollen, dieſel⸗
‚be öffentlich, herzufagen oder abzuleſen.
Aus dem Lateiniſchen uͤberſetzt von M. Aug Tittel
J. Rs
Der Tag naher herbey, daran die Geſchich⸗
— ar Geburt des Sohnes Gttes,
unfers Heilandes, gefeyert wird; bey welchem,
indem er andas Licht Diefer Welt trit, die En:
gel einen Lobgeſang anftimmen, dadurch fie die
/ MWohlehaten der Geburt. Eprijti, fo die Ehre
SHftes offenbaren, Friede auf Erden machen,
und die Leute mic ewiger Freude überfchütten
wird, preifen. Die Engel fingen ihm aber
darum vor, Daß fie uns, und fonderfich Nee
genten, anihre Pflicht erinnern. Die treten zu
ſolchem Chor und gefellen ſich demfelbigen bey,
wenn fie GOttes Ehre abfingen „ d.1. Die wahr
ve Lehre befördern, der Kirchen ‚Frieden verleis
ben, und. unfer den Menſchen über gute Zucht
und Ordnung halten; nicht. aber, wenn fie Die
Mahrheit-unterdrüden, Grauſamkeit gegen
die Kirchen verüben und alles wuͤſte machen.
‚2, Ein ſolcher Geſelle Der himmliſchen Heer:
ſchaaren war Theodofius, Conſtantinus und
“andre fromme Fuͤrſten: da fie die himmliſche
Lehre vom wahren Gottesdienſt ausbreiteten
und goftlofer Fürften graufame Befehle abfchaf:
fen, und die Kirchen anrichteren. Alſo iſt auch
des unüberwindlichften Känfer Carls Borpa-
ben zu loben, daßer diefe Zufammenfunft an»
geſehet, Damit Die Wahrkeicoffenbarund Srie-
‚de geftiftet werde. C
ihm als feinem Geſandten, und bitten demuͤ⸗
thiglich, daß er die Sachen ſo veranſtalte, daß
die Wohrheit ans Licht komme und GAttes Eh⸗
ye gepreifet werde. So wird auch die Eintracht
gluͤcklich zu Stande kommen.
3. Wir haben aber jetzo des Paͤbſtlichen Le⸗
gaten Rede gehoͤret, darinnen zwar eine gemei.
tie Ermahnung war, jedennoch aber einige Sti-
che auf ung gingen. Und ob wir wol willen,
daß diefe Arc der Antworten verdrießlic) ſey:
fo.dringet ung doch die Not, daß wir, um ſol⸗
che Beſchuidigungen nicht auf uns ſitzen laſ⸗
hun wollen. =
4. Es ift ein geoß Verbrechen, vonder Kite |
Iche zu laufen (oder abzufallen): noch aͤrger,
einen Aufruhr in der Kicchen anzuricheen und
falſche Lehren unter die Leute zu bringen, Ich
will alfo von. beyben etwas fagen. Ä
5. Wir mn unmwiffend nik, daß ung
nicht der Gewaltigen Urtheil von diefen Zwi—
ftigfeiten befannt wäre, und find aud) niche
fogar ohne gemeinen Menfdyenverftand, daß
wir allein unfre Gefahr nicht fähen, oder fo eis
fern, daß wir unfre Noch, Die wir in vielem
groffen Stüden leiden, nicht zu Herzen nähe
men, Was follte ung gewuͤnſchter feyn, als,
daß wir von aller Gefahr und Noth befreyer,
fonderlicy da wir nun fo viel Yahre mancherley
Wir danken dahero ſowol
verzagt machen laſſen.
Elend ausgeſtanden, endlich der Ruhe geniefs -
fen möchten? Aber dieſe Sache, in der wir.
ſtecken, fönnen wir nicht oßne die greulichfte
Sünde aufgeben. Darum haben wir allezeit
um ein recht Gericht oder Verhör gebeten, daß
fowol der Kirchen geholfen, als wir einmalvon
der Gefahr befreyet würden. |
6. Wir wiffen auch, daß ſich die Rede wohl
hören laffe (oder man gerne höre), wenn man
von der bürgerlichen Ruhe, von Friede redet,
Aufruhr verabſcheuet, und auf Hartnäcktgkeie
ſchilt. Wir wiſſen, Daß man ausdiefen Grün:
den vielwider uns vorbringt, Das einen Schein
hat. Und fchlechte Gemuͤther laffen ſich durch ſol⸗
chen Vorwurf gleich ſchrecken. Manmußaber
doch ſehen, an mem die Schuld hafte. =
7. Wir find feine Berläufer oder Abtruͤn-
nige von der Kirdyen. Wir haben uns nie
von der Gemeinde ver Kirdyen abgeriffen, '
Denn die die wahre Sehre des Evangelü behal«
ten und ihr gehorchen, bleiben. Glieder Chri«
fti, wenn ſie gleic) die Päbfte aus ihrem Hau»
fen floffen. Jeremias ift darum nicht vonder
Kirchen abgefallen,, ob ihn gleich Die Priefter
aus ihrer Geſellſchaft ftieffen. Chriftus vers
Fündiget,, die Srommen würden aus den Sy
nagogen (Lehrhäufern ) geftoffen werden, und
ſpricht: Man folle ſich ſolche Gewalt nide
Es ift dieſe Zwie⸗
tracht
r 01 Abſchnitt. Don dem Colloquio zu Worms. "545
tracht entſtanden aus Beftrafung des ſchaͤndli· mahls des HErrn, fo ganz zum Gewinn ges
| ana. Darum haben ſich der Pabft braucht worden ? Ä R
and fein Anhang (oder Roten) zuſammen ge-| 9. Ich will aber nicht alles an Es
Phlagen. - Man bat den Bannſtrahl bligen |find befanne die Weiffagungen, die auf diefes.
aſſen Sollen wir aber wegen folcher unrech= Alter der Kirchen lauten, darinnen gefcheben
‚ ten Befehle von der Kirchen abgeriffen Heiffen ? |folle, daß durch Aberglauben und Geiz ein
ı 8 Sc komme auf die andre Beſchuldigung. Haufen falfche Gortesdienfte auffämen, und
ı Mlsdenn werden wir mit Recht ausgeftof. |Tyranney und Ehrgeiz überhand näßmen.
‚ fen, wenn unfere $ehre vom Evangelio ab.| 10. Da nun nicht geleugnee werden kann,
gehet, oder demfelben zumider if. Da fagen daß viele groffe Seuchen und Gebrechen in ver.
‚ sie nun beftändig, daß eben die Lehre, die Kirche haften: warum zuͤrnen denn die Ge«
wir befennen, völlig mit der Carholifchen Kir. waltigen auf die, die aus gutem Eifer beffere
chen Chriſti ihrer ftimme, laut der prophetis |Dinge begehen und viele anzeigen? GOtt har
ſchen und apoftolifchen Schriften, und der |den Gemaltigen Herrfchaft gegeben; er will
| ganzen erften und alten Kirche, auch alten Con. jaber auch, daß fein Sohn Plas haben folle: er
cilien und reinen ( oder Flugen) Sceibenten. will, daß auch diefer herrſche. And es koͤnnen
\ Aber das koͤnnen wir nicht bergen, daß mir eis gottſelige Lehrer nicht allezeit der Gewaltigen
nige Aberglauben und Meynungen, die mit dem Haß vermeiden *). Jedoch muͤſſen fie zufehen,
Evangelio ftreiten, vermerfen, welche ein we. daß fie.lefren, was wahrhaftig, recht und der
nig vor diefen Zeiten in die Kirche eingefchli- Kirchen nörhig ift. Daß einige der Unfrigen
ı den. Und wir laffen uns jener Weifen Urthei- ſich DIB angelegen feyn laffen, davon wird GOtt
le nicht abſchrecken, die da vorgeben: Wieman |Zeuge feyn; und wir haben allezeit gerviefen,
‚ in der Sreundfchaft einige Fehler der Freunde daß wir unsvor feinem rechten Gerichtder Kira
‚ überfehen müffe, fo müffeman aud) in der Kir⸗ Ichen feheuen noch ſcheuen werden. Es iftaber
‚ che nicht alles fo genau nehmen. Solche eh. |unrecht, nur das aufjuraffen, was wider ung
ren und Sprüche find an feinem Dre gut, aber geſagt werden Fann, und desandern Teils La⸗
gehen nicht überall an. Man muß bey Pau ſter zu vertuſchen. Und wie faſt in der Fabel der
li Regel bleiben: Wenn jemand ein ander | Wolf klagt, dag ifm von dem unten trinfen«
Evangelium prediger, der ſey verflucht. den Schaf das Waffer getrübee werde: fo zie⸗
' Man muß Die Fehler in der Lehre und Gottes. |hen Die Widerfacher nur immer auf uns los
dlenſt nicht billigen. Wer ift aber, der nur und vergeffen Ihre Laſter. Da fie doch wiflen,
| noch) ein wenig Religion liebet, den niche die daß wir ſtets um Frlede und Ruhe gebeten ſo—
‚Sache felbft zu bekennen zwinge, daß viel Aber. |wol wegen des gemeinen Beten als unfrereige -
glauben in die Kirche eingeriffen? Was find |nen Noth. Da aber bishero Fein recht Verhoͤr
die Traditionen oder mündlich Hergebrachte (un. Jangeftellee werden: fo wird manche gufe und
gefchriebene) Sehren, wie fie fie heiffen, fo lan: |der Kirchen nöthige Lehre unterdruckt, ircige
ge vor eine Marter feommer Seelen geweſen? Gebräuche beftätiger, Driefter getödter und Kir⸗
Was vor Sermen ift oft darüber entſtanden? chen verheeret. Das mögen fie auch erkennen,
Was vor Eitelkeit und Finſterniß iſt in der zän« |als etwas, das zu beffern ift, und nicht immer.
kiſchen Schultheologie? Haben nicht geſcheide über uns herfahren. |
Lehrer längft vor folcher Zeit nach einer andern! *) otio parcere, ichlefe odie.
Art der Lehre Berlangen gerragen? Was vor] ır. Wir wollen aud) unfre Fehler und Ges
Sünde ſteckt unter der Anruffung der Toten ? brechen nicht vertheidigen , ſondern fie gerne ſelbſt
Daß die Klöfter einer Befferung noͤthig haben, lin diefer Unterrebung beffern, wenn wir daran
wird wol niemand leugnen. Meynet ihr nicht, | erinnert worden, und man uns recht davon leh⸗
daß Gott beleidiget werde durch den fihreefli: |ren und überzeugen Eann, daß mir irgendivg
chen Mißbrauch und Schändung des Nacht⸗ lals Menfchen gefehle, Wir haben zum we⸗
Lutheri Schriften 17. Theil, Mm nig⸗
+
|
rn —— ——
— — — —
Feind unferer Kirchen erzeiget: fo Fünnen wir
\
ſollten Dberkeiten fonfttfun? Etwa Prieſter er:
wiß, da alle Strenge und Wuth zu verab-
—
546 Cap. ıg. Von der durch Convente u, Reichstäge gefüchten Religionsverg,,
nigften nie gerne von der Kirche Ehriftiabwei| 1. =...0..133u 000 00m
chen wollen, n — Ha — Kan Der Notarien und Subftituten Zyd,
ge ungerechte Päbftliche Schlüfte (Gefege)niht| — Der Ylorarinzys
Bllfigen, „„Uinp Da Jap Der BabitielbR.alS einen &' Potavien follen fhwören, daß fie alle +
z und jede Handlung, fo in ofner Prafie ı
denz in Sachen diefes Chriſtlichen Geſpraͤchs
mündlich oder fchriftlich vorgebrache, getreu:
lich auffhreiben, protocolliven und. elf J
ren, und was alſo durch ſie aufgeſchrieben,
ihn nicht zum Richter machen, noch feinen Le⸗
gaten Gewalt geben, dieſe Unterredung zu re—
gieren,oder in andern dergleichen Concilien (ober
geiftlichen Zufammenfünften ) vorzuſtehen: ob
wir. fonft wol gerne gefchehen laflen, daß alle
dabey feyn. Und wollte GOtt, daß alle recht:
fchaffene Leute allenthalben unfse Erklärung ver-
nehmen mödhten.
12. Ich habe bisher. die Lehrer und Kirchen
und. unfre- Art Der Lehre, die unfre Befenntniß
enthält, ensfchuldiger. Von den Fuͤrſten und
Städten iſt leicht zu antworten. Wenn man
ihnen Schuld gibt, daß fie Priefter und die
gottfelige Lehre Begen, was heißt das anders,
als eine Pflicht der Gottſeligkeit tadeln,, Davon
Ehriftus einmal) an. jenem Tage fagen wird:
ch bin hungrig gemefen, und-ibr. Was
protocollirt und regiſtrirt wird, nicht davon oder
dazu thun, dergleichen folche Handlung nie
mand offenbaren oder einige Copey oder andern
Schein hinausgeben, ausgefchieden die zu Dies, |
fem Geſpraͤch gehörig, auch ihre Bücher und
Protocollen, damit niemand fremdes, der zu
diefem Geſpraͤch nicht verordnet, Darüber. foms
men möge, mit Sleiß bewahren; fondern fobald
die Subftituten die Eopeyen gemacht , diefelben
famt den Acten wieder zu Handen nehmen, und
die Copeyen, an bie Orte fie gehören, überges
ben und die Driginaliabewahren. Und ſo ſoſch
Geſpraͤch vollendet,gemeldteXcta,und was fihin
diefen Sachen verlaufen, eigentlich mit einander.
colfationiren , und jeder dem andern feine. Acta
fubferibiren follen und wollen ; damit ſolche Acta
und Handlung durd) fie,fo es die Nothdurft erhei⸗
ſchen und folches die Känferl, Maj. von ihnen |
erfordern würde, und wie ihnen zu thun gebübe
ven wuͤrde, erleget werden mögen; doc) daß ei⸗
morden und toͤdten: Ihre Feufche und: züchtige
Weiber und Eleinen Kinder verjagen? Ad)! ge
feheuen ift, fo ift vielmehr die zu ſchelten, die
wider Priefter, ehrliche Frauen und Kinder:
verübt wird. And wir find ja noch nie recht
verhoͤrt. Darumiftes unfern Oberfeiten nicht wes jeden Theil Notarien ein Original, denfel
zu verargen, daß fie nicht gegen Die Priefter den Theilen und Sachen zu gut, behalten,
graufam feyn wollen. Die. Regimente find Der Subftituren Eyd.
darinnen fonderlich zu loben, wenn fiedie gott: ie Subftituten follen fchwören, daß fie alle
felige Lehre herbergen und aufnefmen. —/ Handlung diefes Geſpraͤchs, foihnenvon
den Motarien; uͤberantwortet, die Acten und
Copeyen, fo lang fie dieſelben unter ihren Haͤn-⸗
13. Das haben wir kuͤrzlich ſagen wollen,
dasjenige abzulehnen, was uns Schuld gege⸗den haben, getreulich bewahren und in Feine
benmwird, Wir bitten demuͤthig aflerechefchaf: | fremde Hand Fommen noch jemand fehen laſſen;
fene Leute, daß fie mit diefer Entſchuldigung fondern, fobald fie foldye Acta der Notari Bes
vorlieb nehmen, die wir lieber Härten unterlafe | fehl nach gebraucht, diefelbigen famt den Eo«
fen wollen, wenn wir fie für unnöchig gehalten | peyen den Notarien unverzüglid) wiederum zus
hätten, und bitten nochmals, auf rechte Mic: | ftellen und fonft niemand übergeben ;zauch, was
tel wider gemeine Zwietracht bedacht zu fenn.! fie in dieſen Sachen erfahren, bey ihnen in ges
Wir verfprechen auch, daß eg uns am Willen heim behalten und gar niemand weder fhriftlih
und guten Anfchlägen zu Forderung der Ein» noch mündlid), ausgefcheiden ihren Oberen, era
kracht beyzutreten, nicht fehlen folle, oͤffnen wollen; alles gerreulich und ee.
* h ; . 3332. 6E
8 4 -
a Abfehnier, Von den Colloquio zu Worms. 549
V ge... 0, [peyen Der Handlung zuzuftellen, aufferhalb der-
Der Augſpurgiſche n Confeßion und ih⸗ jenigen, fo zum Geſprach gehörig, verſtanden
ver Religionsverwandten Theils verordnete würde, Darum auch diefelbigen Limitations⸗
; Notarien zu dem Chriſtlichen Geſpraͤch. worte hernach zu regen fiir deutlicher und klaͤrer
—— geachtet worden. Damit es aber E. Gn. und
—— Gunſten nicht dafür halten möchten, als wollte
— RNIe 2% man in unnoͤthigen Sachen Verzug ſuchen;
Suenituten is, wwie Dann folches diefes Theils Bil und Mey:
Joachim Goler, Secretarius zu Coffnig. nung nicht ift, ſondern daß fie vielmehr um
Martinus Webel, Hamburgifcher Seeretarius. Fyrderung der Hauptfachen des Chriftlichen
Mit Vorbehalt und Bedingung, fo jemand vorſtehenden Gefpräches zum hoͤchſten geneigt:
gemeldter Motarien und Subftituten von ih. ſo ift man auch. zufrieden, daß folche. Worte
ven Herren und Obern abgeforderf, oder mit dergeſtalt verbleiben, wie fie von E. Gn. und
Schwachheit und andern Ehehaften alfo bela⸗ Gunſten erftlich gefeger. Doch daß gleichwol
ven, daß es diefes Handels nicht abwarten denſelben Fein anderer Verftand gegeben, denn
koͤnnte, daß an deffelben Stadt ein anderer Imie oben gemeldet, und alſo, daß denjenigen,
dazu tauglicher gefest und verordnet werden ſo zum Gefpräch verordnet, der vorftehenden
möchte, Auch daß die Subftituten, dieweil fie, Handlung von den Notarien norhdürftiger Be⸗
‚gleich andern Sefandten, mit Befehl ander ab- richt befchehen und Copeyen derfelbigen auf ige
gefertiget, in dem, da fie biemeilen ihren Her: | Begehren zugeftellet werden mögen. Zum an⸗
ven und Obern, fo viel noth, Bericht hun müf: Idern, belangend den Anhang, fo im Befchluß
fen, nicht beſtrickt noch gefaͤhret wuͤrden. gemeldeten Eydes von Diefem Theil bedacht, daß
— — eines jeden Theils Notarien ein Original, Dem=
BERN 1983, felben Theil und Sachen zu gut, behalten möd)-
Antwort der Drotefianten, den Eyd der fen ıc. haben bie Käthe, Borfchafter und Ge-
Ylotarien und Subftituten betreffend, fandten, obgemelöf, vernoinmen, daß von E. G.
— und Guͤnſten, auch dem Kaͤyſ. Oratoren die
Ehrwuͤrdige, Edle, Wohlgeborne, Ehrenveſte, Dinge nn —— daß der ar Majeftät
Wuͤrdige, Hochgelehrte, Gnaͤdige und Guͤn⸗ INle foiche Acta und Handlung zuzuftellen und
flige Herren!
ER ihrer Majeftät Relation dareus vorzumenden
Sr Önaden und Gunften voriges Tages ſich gebüßren wolle. Darum ſolch Anhang,
LI befchehene Anzeige, belangend erlic) wenig wie von Diefem Theil für gut angeſehen, nicht
und doc) nothduͤrftige Veränderung und Zus ftatt haben koͤnnte. Denn ein jeder Theil,
fa in den übergebenen Notel und Gorm der wenn ihme die Driginalia vonnörhen, folches bey
otarien und Subftituten Eyds, find Raͤthe, der Kaͤhſ. Majeft. zu ſuchen, und daſelbſt zu er⸗
Geſandte und Borfchafter der Augſpurgiſchen langen feyn würde. Daraufgeben die Raͤthe und
Confeßion und derfelbigen Religionsverwand⸗ Gefandten folgenden Berichtund Antwort: daß
fen Durch) Die Berordneten des Ausſchuſſes be- die beyen Mofarien dieſem Theil zuftehen und
eichtet worden, und wiſſen darauf E. En. und ihre Rotarien oder Erceptores feyn follen, wie
Gunſten dienftlich und guter Meynung hinwie⸗ ſolches ihnen zu Haaenau und durch der_Känf.
der nicht zu verhalten, Erſtlich, fo viel belan- |Majeftät gnaͤdigſt Zufchreiben nachgefaffen und
gend die Beranderung folgender Worte : (aus- bewilliget. Daß nun zu Bericht des Sm
gefchloffen derjenigen, fo zu diefem Gefpräch ge- ſo auf Fünftigem Reichstag der Kaͤyſ. Majeftät
hörig) ; daß folches allein von wegen klaͤrers und |und allen Ständen des Reichs folchen Ehriftli-
lauteres Verſtandes deſſelben Puncts bedacht chen Geſpraͤchs und Handlung halben beſche⸗
worden, nemlich daß niemand durch die No- hen ſollt, der Kaͤyſ. Majeſtaͤt ein oder zwey
tarien dieſen Handel zu offenbaren, auch Co- |Driginalia en zugeſtellt: ss
Bi Mm 2 en⸗
x a Ban —
j » 5 — En
550
denken die Nähe und Borfchafter, obgemeldt, |licher Vergleichung fommen , ‚bätte e
gut und billig feyn. Denn fie je nichts liebers Maaß. Wo aber nicht, und die Dinge in
Cap.ı3. Von der durch Conventen, Reichorägegefuchren Aeligionsvergl. y51
wollten, denn daß die Käyf. Majeftät diefes |nem oder mehr Artikel anhängig bleiben, wor -
großwichtigen Handels der Religion gründli- lem jedem Theil die Driginalia zu bebalten vone
one J
chen und eigentlichen Bericht haben möchte, der noͤthen ſeyn, auf daß man ſich daraus zu jeder
unterthaͤnigſten und ungeziveifelten Hoffnumg, Zeit der Nothdurft zu erſehen und zu erholen,
ihre Kaͤyſ. Majeftät werden die Dinge vielanz auch daß fie zu ewigem Gedaͤchtniß verwahrlich
ders befinden, dann fie vielleicht von etlichen |beyeinem jeden Theil möchten behalten wer en
Widermärtigen diefer Chriftlichen Sachen an- |So iſt aud) E. Gn. und Gunſten ſonder Iwein
gereget und gebeten; und noch nichts liebers fe- |fel unverborgen, daß von diefem Theil zu Ha⸗
ben, denndaß diefes Chriftliche Gefpräch, inn- |genau um Niederfegung und Verordnung der
halts der Kaͤhſ. Majeftät gnaͤdigſten Bemilli- Notarien angefucht gebeten, welches von wer
gung und Zufchreiben, zum allerforderlichften \gen oberzehlter und anderer Urfachen dazumal
vorgenommen werde, Aber daß derhalben al bedacht, und durch denfelbigen Abfchied, auh
le Driginalia diefer Handlung Binzugeben, und |folgends der Kaͤyſ. Majeftät gnädigfte Bewil-
nicht einem jeden Theil zum menigften eins zu |ligung und Ausfcpreiben, ihnen verftatter und
‚feiner Nochdurft bey ihren verordneten Notarien |zugelaffen worden iſt. Und dieweil die zween
——— ſolches wollte ihres Bedenkens Notarien, dieſem Theil zugehoͤrig, von ihrentwe⸗
faſt beſchwerlich angefehen werden. Denn die: gen niedergeſetzt und verordnet; und dann unſern
weil der Notarien vier geſetzet werden ſollen: gnaͤdigſten, gnaͤdigen Herren und Obern an
fo Fönnte die Kaͤhſ. Majeftat aus zweyen Dri- dieſem Handel erefflich und viel gelegen; auch)
"4
ginalien des ganzen Handels genugfamen Be: |diefe Sachen der ſtreitigen Religion ihre Ehre
richt erlangen ; neben dem, daß man fo viele und Glimpf, Leib, Gut, der Seelen Heilund
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in
glaubwuͤrdige Abfchriften, als man haben wollt, \Seligfeit belangen thut: fo bitten die Rärke
auch machen laffen, und, da es nötig, mehr und Gefandfen nochmals, E. Gn.und Gunften
Notarien niederfegen koͤnnte, auf daß jedem |mollen es bey folchem ifrem nothwendigen Zu
Theil aufs mwenigfte ein Driginal bliebe, daflel= |fa& bleiben laſſen, und fie mit diefer Beſchwe—
be in vorfallender Noch zu gebrauchen. Und |rung, daß ihnen Die Driginalia benommen wer:
dieweil folches auch in geringen Sachen üblich den feilen, günftiglich verfchonen. Zum drit-
und gebräuchlich ift: fo werden E. Gn. und |ten, der Subſtituten Eid betreffend, vermerken
Gunſten die Raͤthe, Gefandten und Borfchaf: die Raͤthe und Geſandten, obgemelöt, daß €.
fer, obgemeldt, nicht verdenfen, daß fie ihrer |Ön. und Gunſten des Anhanges halben, daß
gnadigft und gnädigen Herren und Dbern Moth⸗ Die beyden Gecretarien zu Eoftnig und Ham
durft halben diefen Anhang gemacht; wie fie burg, als verordnete Subftiruten, ihre Herren
denn auch nochmals für nöthigachten. Denn und Obern der Dinge berichten möchten, Bes
es möchten die Sachen alfo vorfallen, daß es denken haben, mit Anzeige, daß ihnen folches
diefes Theils hoͤchſte Nothdurft waͤre, ſolche Ori⸗ als Subftituten, auc) angefehen daß diefelbi-
ginalia bey der Hand zu haben und zu gebrau- gen nicht unter den Ständen, die zum Geſpraͤe
chen. Go Bat man ſich zu erinnern, was ſich che verordnet wären, nicht gebüßren wollte,
auch hie zuvor der Handlung halben zu Aug: Dieweil nun die Kayf, Majeftät unfere gnäs
fpurg zugefragen: da etliche Privarverzeichniß digſte und gnadige Herren, den Churfürften zu
pro autenticis haben wollen gehalten werden, \Sachfenzc. und Landgrafen zu Heffen sc. ſamt
welches Doc) viel anders im Grund geweſen. ihren Religionsverwandten in diefen Chrifklis
Darum weiß man fich DIE Theils derOrigina- chen gütlichen Gefprächstag befchrieben, und
lien folcher vorftehenden Handlung und Gefprä- dann Eoftnig und Hamburg von ihnen Chur⸗
ches nicht zu verzeißen. Dann da durd) GOt⸗ und Fuͤrſten G. neben etlichen andern als ein
fes Gnaden alhie die Sachen zu guͤtlicher Cheift: Ausſchuß anher erfordert und verordner, er: |
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Ra a Re AP J —
J— 0 IL Abſchnitt. Von dem Colloquio zu Worms. 553
dei ve © Gretarien darauf abgefer iget , die als ineiner Sachen, die fiefamtlich mit berrift,
vor Subftituten don den Raͤthen und. efand» thun koͤnnten. Denn obwol etliche Ehurfür-
ten angegeben : fo wolltees vergeblich feyn, nicht
en angegel * Fuͤrſten und Staͤnde ihre Raͤthe und Ge—
allein ihnen den Secretarien, ſondern auch den ſandten alhie zur Stätte haben: fo find doch
Raͤthen und Gefandten, da diß der Verſtand |diefelben gleich mie ein Ausfchuß von ifrentund
I ne ſich dahin zubegeben, und zu betvil- | aller andern Mitverwandten wegen , zum theil
ven, daß denfelbigen Bericht diefes Handels, | in der Proteftation begriffen, zum theil nicht be=
fo viel nöthig, zu bergen und zu verhalten feyn | griffen, und doch der Chriftlichen Confeßion und
folle. Diemweil auch diefe Stande alle als für | Neligion verwandt find, verordnet; denen fie
einen Mann in der Religion. Sachen ſtehen; auch zum Nachtheil nichts zu begeben oder zu
auch von der Kaͤyſ. Majeftät, wie berüßref, anz | verhalten wiffen. So möchte es fid) auch wol
her befchrieben und erfordert ; fo find aud) ob: |zufragen,. daß Diejenigen, fo zum Gefpräd)
gemeldte beyde Secretarien foldyen Ständen | verordnet, mit Kath und Bedenken der an—
mit fonderlichen Pflichten vermande : darum dern Mitgefandten handeln müßten. Bitten
fie auch im beiten als Subftituten zum Ge: [derohalben nochmals, E. Gn. und Gunſten
ſpraͤch von den Raͤthen und Gefandten verord-|mollen fich in beyden Puncten, nemlich der
net, Derhalben wird nochmals gebeten, E.| Driginalien halben, und daß den andern Reli—
‚ On. und Gunjten wollten es bey ſolchem An- | gionsverwandten der Sachen Bericht nicht vers
‚bang, fo deshalben in dem Eid geſetzet, bleiben | fperrt noch begeben, günftiglich und freundlich
lafien. Da es aber gemeldter beyden Secre-|bedenfen, undderwegen die Ding aus en
tarien halben je follte Bedenken haben, als) andern Urfachen, ihrer Bitte nach, zur Billig—
man doch niche erachten Fann: fo müflen Die] Eeic richten und fordern, in Betrachtung, daß ge=
Raͤthe und Gefandten diefes Theils es dahin meldeteRaͤthe und Gefandten DiefesTheits (ohne -
ſetzen und andere Subftituten verordnen, auf Ruhm zu reden,) mit dem erften alhie anfoms
daß fid) die gemeldten beyden GSecretarien ‚| men, nunmehr bis in ſechs Wochen albie gewefen,
wenn fie als Subjtituten gebraucht, nicht des=| und uber ihr vielfältig Bitten, Erinnern und An⸗
jenigen verzeihen und verjtricken thäten, das regen, zum Anfang des vorftehenden Chriftlichen
ihnen fonften frey ftünde und unbenommen wä-) Gefprächs noch nicht fommen mögen, ungeach⸗
re. Dann Diemeil fie von ihren Herren und] tet daß fie hie zuvor viel Ungleichheit, der fie
Obern anher abgefertiget, ob fie wol nicht un⸗ fich billig zu beſchweren, eingeräumt und ges
er den Ständen und ‘Perfonen, fo zum Ge⸗ duidet, damit je zu vermerfen, daß an ifren
fpräch benenner, begriffen: fo mollen doch Die) gnädigften, gnaͤdigen Herren und Obern, much
Raͤthe und Gefandten, fo zum Geſpraͤch ver⸗ ihnen den Raͤthen, Botfchaftern und Gefand-
— nachdem dieſe Sache die Chriſtliche ten dieſes Theile, Fein Mangel, auch nochmals
Religion und alle derfelbigen verwandte Staͤn⸗ an allem dem, das ihnen zu thun geziemet, nicht
de anlangt, die auch) alle Stände, wie oft ge=| gern etwas wollten erwinden laffen. Und häfe
meldt, vonder Kaͤyſ. Majeft, ander gefchrieben, | ten folches E. En. und Gunften hinwieder
ihnen vorbehalten haben, denfelbigen auch anz| dienftlicher und guter Meynung auf die geſche⸗
dern Mitgefandten der Sachen Bericht zu) bene Anzeige nicht verhalten wollen,
hun, mit gebüßrlicher Erinnerung, dieſelbigen —
fonften nicht zu publiciren, wie man fich deß 3334.
hievor gegen E. ©, und Gunſten auch verneh-| Antwort der Praͤſidenten, den Eid der
men laſſen. "Dann ihre Meynung auch nicht Notarien und Subftiruten betreffend.
ft, diefen Handel noch zur Zeit öffentlich aus-| Antwort von wegen des Räpf. Commiſſa⸗
zubreifen, fondern allein ‚denen, jo die Sachen rien und Grators, der Proteftirenden Aus
‚mit belangen, nothduͤrftigen Bericht nicht zu) fehuffe auf derfelben mündlich und fehrift:
benehmen ; welches fie auch mis feinem Zug, liche Anzeige gegeben, |
3 |
Zum
4 Eap. 18. VonderönechConventen, | ee
So viel die Eydsform der Inete dem Ausſchuſſe der Raͤthe Gefandtenund
$ | ließ es der Kaͤyſ. Botſchafter der Augſpurgiſchen Confeßlon
Bommiffarius und Orator, auch die Herren Drä= | Verwandten, ihre tes Känfer!. Commiſſarien
um erfien. i
I Notarien belangend,
fiventen nochmals bey derfelben, wie diefelbe
anfänglich begriffen und derfelben Copey bey-
den Theifen zugeftellet wäre, undbey dem Ber:
_
- und Die
ftand
ten, bleiben.
treffend, wäre
Reicheräge gefuchten Arligionsvergl.
an
—
ſchließliche Meynung auf Die Puncten,
—
ſo in
der Rotarien und Subſtituten Eyd dieſer Tas
EA
—
ge her erreget und angezogen, vermelden laſſen?
den die Worte derſelben Form mitbraͤch⸗ ſolches ſeynd die Raͤthe und Geſandten ſamt
Zum andern, bie Originalia bes | Inhalt der fchriftlichen Verzeichniß, fo ihnen
des Kaͤyſ. Commiſſarii und der | E. Gnaden und Gunſten auch
zuſtellen laffen,
Herren Praͤſidenten Bedenken nochmals, daß berichtet worden. So viel die Driginalia be⸗ h
die Motarien von beyden Theilen darum alle langen, hätten die Rärfe und Geſandten ver⸗
Handlung
und ſubſcribiren follen.zc.
auf kuͤnftigem Reichstag
beftändige Nelation geſchehe,
Majeſtaͤt
geben.
eigentlich aufſchreiben, protocolliren hofft, daß zum wenigſten derſelben eines bey ih⸗
daß der Kaͤyſ. Maj. ren Herren und Obern, oder ihren Notarien, J \
gewiſſe, richtige und ne einig Bedenken hätte bleiben mögen, unddeß
auch ihrer Kaͤyſ. gegen E. Gn. und: Gunften feines Abfchlang
Fein Maaß vorzufihreiben noch zu verſehen. Denn obwol diefer Handelund Ge
Aber nichts deftoweniger werden den | fprad) unverbindlich, und derohalben gefage will
Ständen, zu Diefem Gefpräch verordnet, mitt werden, daß unfern gnaͤdigſten, gnädigen Her ⸗
ſerzeit aller und jeder Handlung Copey mitge: ren und Dbern die Origin alia nicht vonnörhen:
Geiler, und denn die Originalia bis auf der Kaͤyſ. ſo folgt doch ſolches, der Räte und Gefandten
Majeftät Erforderung bey den Notarien ver⸗ Ermeffens, daraus nicht: dieweil dfefer Tractae
Es wäre auc) ihnen und dem | und Gefpräd) eine Vorbereitung des Fünftigen
bey der Käyf. Ma: | Reichstags feyn, darauf Käyfer!. Majeftät,
Churfürften und Stände des Reichs Relation
erren e zu beſchehen, und für die Sachen der ſtreitigen
Prafidenz verordnet, gar nicht, ihro Kaͤyſ. Ma⸗ Religion durchden Weg eines Epriftiichen Con⸗
'citii, oder fonften Chriſtlicher Wergleichung, zu
gebuͤhrlicher Eroͤrterung zubringen. Derofals
‚ben unferer gnädigften, grädigen Herren und
Obern Norhöurft erfordern will, deß, wasal-
bier gehandelt, eigentlichen Beriche zu Babenz
welcher aber nicht gewifler und richtiger, denn
durd) die Driginalien geſchehen mag, der ihnen
d es billig in diefen großmichtigften Sachen, alsob
mit der Ernennung der Anzahl der Stände fie ihnen unnoͤthig, nicht zu wegern noch vorzu⸗
wahre bleiben.
andern Theil unbenommen,
jeftät ſolcher Driginalien halber Anſuchung zu
ehun, und zweifelten die Herren Raͤthe, zu der
jeftät werde ſich auf ſolch Anſuchen gnaͤdigſt
und aller Gebühr erzeigen. Zum dritten, iſt
der Subſtituten halben des Känf. Commiſſarii
und der Herren Wräfidenten Bedenken noch-
mals: dieweil der Hagenauifche Abfchied in
Verordnung der-Standperfonen und Anzahl!
derfelben einegeroiffe Maaß gibt, und denn au
den andern Theil eilf Stände ernennet, und es
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und Perſonen denn gleichermaſſen gehalten wer⸗ halten. Dergleichen, obwol es die Kaͤhſerl. Mej.
den ſoll;
ihrem vorigen Bedenken der Eydsform der Sub⸗
ftituten auch bleiben.
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nachſtgegebener der Präfldenten Antwort.
Gnaͤdige und Günftige Herren!
1335 angezeigt, erefflich und viel gelegen.
Der Droteftanten begehrte Läurerung
fo faffen es der Käyf. Commiflarius | mit betreffen thut: ſo belangt es dod) audy riche
Praͤſidenten bey ſolchem Abfchied und weniger unfere gnädigfte gnädige Herrenund
Hbern : denen an diefem Handel,wieeure ®. und
Gunſten leichtlich zuermeflen und vormals auch
So if
aud) der Räte und Geſandten Erachtens ver
Berftand des Hagenauifchen Abfchieds gemes
fen, daß die Motarien nicht allein darum, da⸗
mit der Kaͤyſerl. Majeftät und den Neichsftäne
Mäönnifche und Steaßburgifche Verord⸗ gleicher Anzahl verordnet; fondern auch, auf daß
N E. G. und Gunften vorigen Tags durch! den deſto gewiſſer Bericht gefchehen möge, in
® FE
man.
dem Tag zu Hagenaugeweſen, haben um I
ke ng
clta redigiret werden follten, damit ſich derohal⸗
tarlen zugelaſſen. Nemlich, und auf der Dro-
\ teftigenden Begehren, Das Wort Apologia zu
| den Worten der Augfpurgifchen Confeßion zu
\ feßen ‚dergleichen die Schreiber und Motarien,
in gleicher Anzahl hiemit zugelaffen ſeyn. Dar-
| aus, Flärlidy, erfcheinet, daß keine Meynung,
\ Denn. wie gemeldt ‚die. Schreiber und Notarien
beten und zugelaſſen. Derowegen man
Von dem Colloquio zu Worms.
t Nothdurft aus, den |peyen auf ihr Begehren zuzuftellen,) in dee
en zu erholen, v ‚die Originalia bey | Notarien Eyd aud) fegen laffen, damit Fünfs
Danden bleiben möchten. Dann die Rärde, |tig deshalben kein Mißverſtand entftehen.und
sen und Botſchafter diß Theils, o.auf die Notarien ſaͤmtlich oder fonderlidy , ‘welche
jeder» | unter ihnen erfodert, verpflichtet feynd, den
ebung.der Motarien folgendergeftalt angeſucht Berordneten zum Gefpräd) die Copeyen, mie
ober. gebeten; nemlich daß von beydem Theil zu gemeldet, zukommen zu laſſen.
ſoſchem Ehriftlichen Geſpraͤche Schreiber und beyden Secretarien zu Eofinig und Hamburg,
Notarien imgleicher Anzahl verordnet und. die
' Handlung zum fleißigfienvegiftrivet und in A⸗
ben zu jeder Zeit zu erfehen und erholen, Auf
welche Meynung und Bitten diß Theilsin dem
\ erfolgten Abfchied mit Diefen, Worten die No⸗
Was die
als angegebene Subftituten, belangend, damit
dieſelben nicht ferner, denn eg ſich ihrer Pflicht
halben gegen ihre Herren und Obern gebühren
will, verſtrickt; thun die Näthe und Gefand«
ten zwey andere, nemlich Eraften Rauh und
Johann Spißenberger, benennen und angeben,
mit Vorbehalt, wie in nächfigegebener. Ant⸗
wort vernommen ‚daß ſich Die Berordneten zum
Gefpräh, Näthe, Geſandten und Botſchaf⸗
ter, ihren Herren, Dbern, Mitgefändten und
dieweil folches der Sachen Norhdurft erfodert, ‚Botfchaftern, aud) verwandten Ständen noth⸗
dürftigen Bericht vorgumenden mit nichten zu
begeben wiſſen, und ſeynd erbietig, Die benanne,
u | Su ten beyde Notarien ſamt den Subftituten un⸗
zu dem vorftehenden Chriſtlichen Geſpraͤch ger.
verzögentlich vorzuftellen, damit der Eyd von ih⸗
nen vorgenommen, und dieHandlung des Chriſt⸗
| ich,
un zweifentlich verfeßen, es follte diefes Arie lichen Gefprächs ohne längern Verzug indem
halben ganz Fein Bedenken oder Weigerung | Namen des Allmächtigen fortgaͤngig feyn möge.
| vorgefallen ; wie wir dann nod) diß Verhoffens Lind bitten E. Gn. und Gunften fie in demal⸗
ſeyn, es foll, von E. ©. und Gunften ſolches len als die Diener und Befehlshaber nicht zu ver«
nicht abgefchlagen werden. Auch hiemit diefel- |denfen, und fie wider ihren habenden Befehl
bigen deshalben nochmals dienſtlich und freund: | nicht beſchweren. en —
lich gebeten und erſucht haben wollen, angeſe— |
hen aber ur und en 3 |
gemaͤs. Im Fall aber daß foldyes je nicht bey| _ _ , 1336. | |
. €. Gn. und Öunften und männiglic) fpühren | Befpräch, welches mit dem Seren Bram
| und vermerfen möge, daß der Käthe und Ge vell wegen dem Eyd der Notarien und Subs
| fandtenhalben an allemdem, daß ihnen aller und. . ftituten gehalten worden.
, jeder Handlung Copeyen vonden Notarien mit: |Aus dem Lateinifchen überfekt von 43. Aug. Tittel-
dgetheilet werden follen : fo müflen fie es auch gßee ñ —ñ MM
ſchehen laſſen; dergeftale, daß Kaͤhſerl. Maje- Is
ſtaͤt die Originalia zu fordern, zu Bericht der 35 Montags, den 13. December has
| Sachen, ihrer Majeftär und den. Churfürften, E ben wir dem Herrn Granvell eine La⸗
| Fürften und Ständen auf Eünftigem Reichstag ‚|teinifche Schrift überreicht , um zu bitten, daß
| desgleichen unfern gnädigften Herren und |von zwey Hauptſchriſten (Originalien), Die 4.
Obern nöthig,in dem auch unbenommen, und | Notarien auffchrieben, eine bey einem jeden-
daß E. ©. und Gunften ſolche Puncten (den Theil bliebe, zwo aber dem Käyfer behandi-
Verordneten zum Geſpraͤch aller und jeder Hand⸗ get wuͤrden. Hernach, daß dem Coſtnizer und _
lung ſaͤmtlich und ſonderlich glaubwuͤrdige Co⸗ | Hamburgifchen Secretarien frey ſtuͤnde, *
a
theilet werben follten, oder nicht, Er hat oft, Die Notarien follten aud) denen, die im ©
F
ssg Cap. ıg. Donder durch Convente u,
was hier vorglenge, ihren Herren zu überfäjrei- |
ben, von weichen fie hieher gefchieft worden, fer fey ihrer Meynung. Er bat oft: wir foll«
wenn fie nemlid) etwas: für noͤthig hielten. ; |ten den Handel nicht verwirren, nod) dem an⸗
2. Er hat auf dag erſte geantwortet: weil die dern Theil Anlaß geben, auch etwas zubiteen,
Parteyen an dieſe Unferredung nicht gebalten und da möchten wir denn hören, mas wir niche
(oder gebunden ) wären: fo jey auch nicht nö. |gerne wollten und uns mißfallen möchte. Er
ehig, daß die Parteyen Die Acta (oder Ge- habe Faum bey Ihnen erhalten, daß fie ven eis
ſchichte) in Händen hatten, Hernach möchten Inigen Forderungen abgeftanden, nemlic), daß
fie auch von uns ans Lichf gegeben und gedruckt die von dieſem Geſpraͤch ausgefchloffen feyn folle
werden, daraus viele Aergerniffe entjtinden. ten, die nice bey der Proteftation auf dent
Denn Die vorigen Erempel fchrecften (oder wi-
tzigten) den andern Theliz da vieles gedruckt hernach der Nürnbergifche Friede errichtet wor⸗
worden, das beffer begraben blieben ware, Es ven.
wären auch viele Bücher ausgegeben ; welche, er gethan, als hörte und verflünde ers nicht.
wenn fie nicht ausgegangen wären, es alles Indeſſen fchryen und lermten fie, er thaͤte ide
beffer ſtehen würde, daß wir nicht brauchten Inen Schaden. Ingleichen, wegen Wiederher«
bier zu feyn. ‚Darum wäre es beffer, daß fols gebung der Rirchengüter würde er ſtets anges
che Eremplarien oder Schriften bloß bey ihro laufen, daß er das erſt ausmachen follte; er
Kaͤyſerl. Majeſtaͤt wären. Wenn hier etwas lieſſe es aber vorbey raufchen.
Gutes gefhloffen würde, fo fönne der Kanfer | 4.Wegen des Coftniger und Hamburgifchen
es wol Eund machen; 109 nicht, jo Eönnees vers | Secretarien gab er zu verfteßen, daß niemand,
borgen bleiben. der nicht gegenwärtig, Davon berichtet werben.
3 Endlich hat er diß Mittel vorgefchlagen, ſollte. Denn alle zu diefem Gefprädy Abges
daß unfere Fürften es zu Käyferlicher Maje:
ſtaͤt Ausſpruch ftellen möchten, ob fie mitge- ren; fondern alsöffentliche Perfonen anzufehen,
e⸗
da wir darauf beftunden, Daß wir ſolches ohne ſoraͤch wären, Feine Abſchrift geben, ohne der
Vorwiſſen der Fuͤrſten nicht zugeben koͤnnten, da · Präfidenten und feine Erlaubniß an die No—
Denn da fie das ſtark geforder, habe
Reichstäge geſuchten Religionsvergl, 559°
fagen würden, davon Fonne er nicht abgehen,
—
⸗
Reichstage in Augfpurg geweſen waͤren, als
el
4
ordnete wären nicht mehrals Diener ifrer Here
wider eingewendet: So wollt ihr alfodie Hand- tarien. Es follten au, die das Geſpraͤch Balz A
fung unterbrechen? undgarumunnöthigerlir- gen, feinem andern Glaubensgenoſſen noch
ſachen willen bisweilendiefe Worte wiederholt: Amtsgeſellen etwas davon melden, ohne nur
Wo nur diß Evangelium geprediget werden ihren Herren. Denn fonft wäre es eben, als
wird, da wird man aud) fagen von euch) in der
ganzen Weit, daß ihr Urſache geweſen, daß die
Unterredung nicht vor fich gangen. - Als wir
wieder Darauf antwortefen, fagte er: &s kann
nichts anders Daßinter feyn, als daß ihr es
wolle drucken laſſen. Da wir das leugneten
wenn fie felbft mit im Geſpraͤch wären, da fie.
doc) ausgefchloffen wären. Als wir fagten:
darum haͤtten unfere Fürften um eine Haupt⸗
fehrift der Acten zu haben gebeten, daß man
von einem jeden Theil Notarien dazu naͤhme;
hat er geantwortet: Der König zu Hagenau,
und fagfen: es gefhähe nur darum, daß mir uͤnd ver Käyfer, da er Die Hagenaulfchen A⸗
denen antworten Fönnten, die uns etwa, wie cten für genehm gehalten, Habe es nur dahin
es gehet, nachreden möchten, es waͤre diß oder | verftanden, mit Benfügen ver Notarien von’
jenes nicht fo ergangen; antwortete er: Man! jedem Theil, daß der Bericht defto redlicher an
überlaffe das dem Känfer, daß es bey ihm ſte⸗ | Känfer ı eſchaͤhe. So verftünde es der Kaͤyſer
he, die Acta zu haben, oder nicht. Als er ge⸗ und König.
ſagt: Er wolle es den Prafidenten vorfragen,
hat er ned) hinzugethan: Was fie noch gethan | .. 1337 |
hätten, das hätten fie wohl gethan, und was fie] Der proteftivenden Theologen Ditte
am.
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Kon ss
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> 001, Abfahnitt, „DemBern Collaqnio su WOoeme,
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der ee ‚Die Präfidenten, in der — — uud der Käpferlichen
"Andern Räthe und Ce
pen Degebe. e .
Cole, Wohlgeborne, Ehrenvefte,, Geftren
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und Gefandten. beyg
Be 4
$ #8 40h
Augfpurgifchen Eonfeßion, und
derſelben Religionsverwandten Raͤthe,
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Br
' e ent € EEE, ge,
Ho gelehrte, Gnaͤdige und Günftige Herren,
| DI Chur⸗ und Fürften, Ständeund Staͤd⸗
fe der
Majeftät Yusfchreiben etwas , fo dem entges
gen, vorgenommen werden folle, nicht wenig
befehwerlich, fie aud) daffelbe mit ihren Haben»
den Fa und Mandaten nicht einzunehmen
willen. So ift derfelben dienftliche und freund«
liche Bitte und Anſuchung, E. Gn. und Guns
Ge fen wollten nochmals die Sachen dahin rich⸗
andten und Borfchafter zweiflen nicht, eure ten, damit das Chriftliche Geſpraͤch, innhalts
— und Gunſten (eich günftlich eingedene und vermöge der Känferl. Majeſtaͤt gnädigfter
der vielfältigen, dienftlichen und freundlichen Er-
innerung und Anfuchung um Förderung des
vorftehenden Chriftlichen Geſpraͤchs, daſſelbe,
vermög und innhalts ver Röm. Kaͤyſerl. Ma-
jeftät, unfers allergnädigften Heren, gnaͤdigſter
Bewilligung und Ausfehreibens auf dem Hage-
nauifchen Abſchled, vorzunehmen, darauf man N
nunmehr faft zu zwey Monat gewartet, und
doch über folche gefchehene Anredung zu einem
- Anfang deflelbigen fommen mögen. Obwol
jeßt in Die drey Wochen verlaufen, da ſich die
Raͤthe und Geſandten, obgemeldt, ihres Befehls
und Gemuͤths des Chriftlichen Geſpraͤchs hal-
ben endlich vernehmen laffen, und ihnen noch
richt angezeigt, ob der andere Theil ſolch Ge—
ſpraͤch leiden wollte, oder nicht; fordern wür-
de gleichwol fo viel vermerft, daß fie tägliche
Unterredung und Berathſchlagung haben len,
Bewilligung und Ausfchreiben,nad) fo langwie⸗
rigem Verzug ins Werk gebradyt Re
e; wie fie denn verhoffen, E. Ga. und Gun.
en werden auf folchen, und nicht einen an=
dern Weg oder Maas, diefe vorftehende Hands
ung vorzunehmen und zu dirigiren Befehl
Dazu ſich die Räthe, Sefandten und Botſchaf⸗
ter, obgemelöf, je und allewege erbofen und. noch
erbieten thun; alfo, daß mit GOttes Hülfe if
Inen mit Billigkeit Feine Schuldeinige Berlän.
derung foll mögen aufgelegt werden. Und ha⸗
ben foldyes E. Gn. und Gunften dienten
und freundlicher Wohlmeynung zu vermelden
nicht unterlaflen wollen, deflelbigen günftigen
und freundlichen Antwort hiemit bittend.-
Edle, Ehrwürdige, Wohlgelahrte, Eh—
renveſte, gnädige und gunftige Herren.
hum Nachteil und entgegen gemeldtem Ab» ir Fonnen wohl achten, welche Au |
fhied und der Känferl. Majeftät Bewilligung, W von wegen dieſer ———
welches den obgemeldten Raͤthen, Gefandten |ligion dulden und fragen muͤſſen. Aber GOtt
und Borfchaftern zu alleriey Nachdenken Ur- iſt unfer Zeug, daß wir von Herzen nichts hoͤ—
fac) gibt, und Haben deroßalben die Prädican- hers wuͤnſchen, noch fuchen, denn daß eine
fen und Gelehrten der Heiligen Schrift, fo mit Chriſtliche Einigkeit in der Kirchen gemacht
anfer zu dem vorftehenden Chriftlicyen Ge- würde, daß wir aud mit gutem Geroiffen fa«
fpräch von unfern gnädigften Fuͤrſten Herren gen mögen, Daß die Lehre unferer Bekenntniß
und Obern abgefertige, eine dienſtliche und und Eonfeßion eigentlich die wahrhaftig ein⸗
freundliche Erinnerung ‚mit ihrem der Raͤthe trächtige Lehre fey der Heiligen Eatholiſchen
und Gefandeen Vorwiſſen und Willen, an eure Chriſtlichen Kirchen, die man zu erhalten ſchul-
Gnaden und Gunften, aud) an der Käyferli- dig iſt So weiß männiglid, dog mie nicht
hen Majeftät Commiffarien und Dratorn zu geringe Verfolgung, Haß und Elend diefer
ehun im Beſten bedacht, wie eure Gn. und Lehre halben tragen müffen, und iſt nicht zu
Gunften hieneben zu vernehmen befinden wer- | achten, daß wir uns folche Beſchwerung allein
den. Und dieweil denn E. On. und Gunften| aus Fuͤrwitz fo lange zugießen wollten. Dies
guͤnſtlich und freundlich zu bedenken, daß die: weil wir denn mit gutem Gemiffen die befann«
“ ne den — un li n wes| fe En Em HAN = gefande feyn, nach
jen ihrer Herren und Obern ‚fonderlich ſo dem unferm Berftand und Vermögen die Lehre
Rutheri Schriften 17. Theil. a : — —
562 Cap.ıg. Donder durch Convente u. Reichstäge gefuchten Keligion
erklären und ‚Einigkeit zu fördern, bitten mir ſchen toͤdtet nur darum, daß er andre Spra«
er ganz dienftlih, &. G. und Gunften wol: Iche redet. Weiter, haͤtten wir ganz unved "
en ob diefer unfrer Suchung fein ungnädig und wir um bloffer Worte willen, und nicht vonwer
ungütlic Mißfallen Haben. _ Dann wir vor et \gen nöthiger Sachen fo groffe Spaltung erreg ⸗
lichen Tagen vernommen, daß diefes angefeß: ten. Woliftswaßr, in allen Sachen, oParı
te Chriſtliche Gefpräche derhalben verzogen wer⸗ teyen auf einander erhißt find, Daß auch Wort⸗
de, daß der Gegentheil Artifel ftellen, aa gezaͤnke mit unterlaufen. : Aber fo fern fan
bigen aud) hernach vorzußalten, vielleicht der man ſich leichtlich vergleichen, und wollen ung.
Meynung, als follte diefes eine Zurichtung zur \diefes erboten haben, daß in allen Artikein,
Vergleichung feyn, fo man uns dahin bemegen imo die Meynung im Grund niche ſtreitig, wir
und treiben möchte, in bemeldte Artikel zu bes fein Wortgezänf anrichten wollen. Iſt uns
willigen. Solches aber achten wir mehr für Jauch) nicht entgegen, andre Worte zu gebrau:
eine gefährliche Geſchwindigkeit, denn für ei- chen: wiewol es gut iſt, in der Kirchen eigent-
ne Zurichtung zur Einigkeit. Und iſt dem Ha: lich und. gewiſſe Nedezu erhalten. Abereshae
genauifchen Abſchied, auch allen Droceflen in die Meynung gar nicht, Daß es aliein Worte
Kirchenſachen ungemäs. Denn wir nicht an= gezaͤnke ſeyn; fondern es find groffe wichtige Sa -·
berv gefandf, zweifelhaftige und gefährliche Ars chen, vonrechten Öottesdienften, daran GOt—⸗
tikel, vom Gegentheil geftelfe, anzunehmen, |tes Ehre und aller Ehriften Seligkeit gelegen.
Dadurch) groffer Zank zu beforgen. Dazu it | Diefe Sachen laffen fich nicht fo vermummlen,
auch beſchwerlich, Daß jemand zuvor flimmen
fol, ehe beyde Theile gegen einander gehört
find: denn vielleicht auf beyden Theilen etliche
. nad) gehörtem Bericht anderer Meynung feyn
möchten, |
Des Pabfts ausgefchrieben Concilium Haben
wir abgefchlagen und recufirt, vornehmlich der>
halben, daß es uns beſchwerlich, ja auch um
billig geweſen, daß unſre Widerſacher felbft
wollten Kichier ſeyn. Aber mie beſchwerlich
und nachtheilig uns daſſelbe immer geweſen, fo
hätte es dennoch fo groſſe Gefahr nicht gehabt,
als es hie haben würde, auf nen Sall, da der
" Gegentheil uns mit fo gefährlichen Arzikeli ben
laden wollte, Dann im Concilio waͤren jegar
mehr gelehrter und unpartepifcher Seute aus
fremder Nation geweſen, dann hie ſeyn, bie
ung vielleicht auch gehört, und wären diefe groß.
wichtigſte Sachen fleißiger difputirt worden.
Aber wir vernehmen, daß etliche reden, biefe
unfere Händel bedürfen Feiner Difputation,
derhalben, daß es allein Wortgezaͤnke feyn fol:
‚en, fonft fey es eine Meynung; Dadurch aber
beyde Theile nicht wenig befchwere. Denn,
fo es nur allein Wortgezaͤnke iſt: warum braucht
man Graufamfeie wider unſchuldige Leute, allein
der Lehre halben? So es aliein um Wort zu
thun: iſt es gleich, als fo jemand einen Men« für, daß der Kaͤhſerl. Mai. unſers allergnä«
ob wir gleich gerne ſchweigen wollten. Deros
wegen bitten wir ganz fleißig, €. ©; und Gun.
ten wollen die Sachen nicht dahin richten, daß
wir mie Artikeln vom Gegentheil beladen wer—
den, wollen auch nicht zuvor ſtimmen laffen,
ehe die Sachen gegen einander gehört; fondern
anädiglidy und guͤnſtlich darob ſeyn und fordern: -
helfen, damit das angefeßte Geſpraͤch, vermö«
ge des Hagenauifchen Abfchleds, feinen, Forte
gang erreichen möge... So wollen wir, fo viel
an ung, allen möglichen Fleiß auch vorwenden,
daß von uns fein Mangel vermerft werben
fsll. Dann tie mie Wahrheit das wohl fagen
mögen, Daß wir der Beiligen Kirchen Wohle
fahre, Friede und Einigkeit, auch mit Darftre«
ckung unſers Lebens, gerne fordern wollten. Ib
aber dagegen unfer Gegentheil Chriſtliche Ei«
nigfeit auch ſuche, oder aber die ärgerliche, of⸗
fenbarliche, unchriſtliche Mißbraͤuche lieber er⸗
halten und vertheidigen wolle: das koͤnnen ver⸗
nuͤnftige, fromme Chriſtenleute auch leichtlich
erkennen. Und ob man ſchon gefährliche Bere
gleichung aufrichten wollte: fo würde eg doch
keinen Beſtand haben. Und foder Gegentheil
nad) Nothdurft von dieſen Sachen will difpus
tiren: wäre billiger, folches mit uns, Denn mit
andern vorzunehmen, Wir Halten es auch da⸗
dig⸗
bigften Harn, gnädigfte und ganz ernfteMey- jlein Darauf gefeßt, daß man ber Anzahl der Re⸗
en fen, daß die heilfame Wahr⸗ Idenden gewiß feye, und nicht, daß man aus
heit zum allerbeiten erfläret, und Wohlfahrt ſolchen Stimmen ein mehrers madyen, und zu
umd Friede der Heiligen Kicche zum freulichften der Sache ſchlieſſen folle zc, Zudem verneh⸗
gefucht und gefördert werden folfe. Und bitten |men wir, daß.diefer Verſtand auch bey vielen
demnach E. ©. und Gunſten ganz dienſtlich, des andern Theils zu Hagenau geweſen und al«
fie wollen diefe unſre Suchung in Gnaden und hie noch iſt. So achten wir auch, daß Ddiefer
Bunftenaufnehmen, und ſie micht anders, denn |2Beg, daß aller der 22. Stimmen Meynung
| Bons Epriftlicher und herzlichen Wohlmeynung ‚geböret werde, zu dem Ende ‚ darum folches
‚befchehen, wermerfen. Denn wo unſer Gegen. Geſpraͤch angefehener , nüglicher und fürtreffli«
theil alfo, wie fie vorgenommen, verfaßren, und cher feye, denn der Weg, fo ung jetzt vorge⸗
die Stimmen, ehe dann man uns aud) ‚gehört, (lagen wird, aus Urſachen, daß diß Gefprach
‚elnzuneßmen nicht .ablaffen werden , haben E. nicht allein darum, damit Kaͤhſerl. Maj. bes
‚Sn, und Bunften, als die Berftänbigen, leicht |eicheee werde; fondern auch darum angefehen,
lich zu ermeffen, was wir diefelbe zu zählen, ‚daß man die Augfpurgifche Eonfeßion und Apo⸗
‚und alfo ein mehrers mit zu machen, ‚begehire: |logiam vor Hand nehme, ſich auf alle Pun«
‚ten; fondern allein ‚Daß einem jeden unter den cten und jeden inſonderheit freundlich, Chriſt⸗
zwey und zwanzig Perfonen, zu diefem Geſpraͤch lich und unverpünctlich unterrede, und allen möge
‚verordnet, feine Meynung anzuzeigen frey lichen Fleiß vorwende, alle irrige Puncten zu
gelaſſen würde, aus Urfachen, daß die Natur |Ehriftlicher Einigkeit, Bergleichung und rech⸗
‚und Eigenfchaft eines Chriftlichen und freund. tem Berftand zu bringen; wie denn die Wor-
‚lichen Gefprächs folches erfordert. Denn GOtt te des Hagenauiſchen Abfchieds lauten. Nun
etwa dem leßtern und geringern in diefen Chriſt· kann je die Vergleichung viel beffer folgen, fo
lichen und Glaubensfachen pflege zu eröffnen ‚\eines jeden Meynung, der mit Chriſtlichem Ela
das er den mehreren und gröffern verhält; wie |fer und Furcht GOttes zur Sache redet, gehö-
man deß viel Erempel in den ecciefiafticis hi-|ref,, denn fo man zuvor ein mehrers macht,
ſtoriis befindet: Zudem, fo ift es je und all: |und die andern, fo nicht mitſtimmen, vondem
weg inder Kirchen herkommen und uͤblich ge |Öefpräd) ausfchleußt, und ihre Meynung in
weſen, daß, wo eine Berfammlung in Ga: Schriften zu übergeben dringet. Derohalben fo
chen der Religion und Glaubens gemwefen, al. |wollen wir ung zu E. ©. und Gunften, die je
‚fe, die zu diefer Handlung erfordert, frey vor darum zur Präfidenz verorönet, daß fie, vermöge
‚allen andern gehört werden und ungefcheuet ih⸗ des Hagenauifchen Abfchieds, die zum Gefpräch
Meynung haben anzeigen mögen; wie dann [ernennet find hören follen, uns gänzlich getroͤ⸗
ſolches Die Acta und Handlung der Eoncilien zu ſten, fie werden dieſen Weg der frenen Stim-
Epheſo, Ehalcedon, und anderen Dertern ges |men zuörberungChriftlicherBergleichung nicht
‚halten, klaͤrlich ausweiſen. So ift diß auch | allein nicht Kindern, fondern möglichtten Fleiſ⸗
unfers Berftandes die Meynung des Hagenaui-|fes fürdern, und ob jentand ‘dem zumider han⸗
schen Abichieds, auf welchen unfregnädigften, deln wollte, demfelben ſolches nicht einräumen
‚gnadige Herren und Obern von der Känferl. noch geftatten; wie wir nun folches zum öftern«
Maj. Bieherberuffen und befchrieben find: wie |mal hievor gebeten, und. dasmal wieder zum.
denn E. Gn. und Gunften denfelben Abſchied fleißigſten gebeten haben wollen. Wo aber fol«
‚auch im Anfang diefer Handlung feibft verftan- ches, deß wir uns zu E. G. und Gunſten nicht ver«
der, und inden Worten des Bortraas, den 26. ſehen wollen, jezuerhalten nicht möglich) ſo wer«
Nov. uns gefcheßen, ausdruͤcklich angezeigt ha: den wir gedrungen, ſolches unfern gnädigften,
ben, nemlich, daß der Abfchied vermöge, daß |gnädigen Herren und Obern anzuzeigen, auch
diß Geſpraͤch unverpünctlic) feyn ſoll, und al |ihten Chur- und Fürftl. Gn. Gn. und Gunften
‚16 die Anzahl der Perfonen und Stimmen al —J— Biemit vorzubehalten, ſich Def
| . —— Pr
2
0018. Abfehniet, Dom dem Colloquio zu Worms. = 6
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‘566 Cap.ı3. Don der durch Convente u. Reichstaͤge geſuchten Religionsvergl. 567
- »ben bey der Känferl, Maj. und den Ständen wir aud) nicht gern die Handlung ohne die Roth
des Reichs auf Fünftigem Reichstag, und wann |verlängern ; gleichwol erfordert aber die Noth-⸗
und wo es fonft ihre Nothdurft und Gelegenheit durft beyder Parfeyen Declaration und Arga-
erfordert, zu befchmweren und erholen, auch als |menta, und alfodie ganze Handlung mit Fleiß |
le andere ihrer Chur » und Fürftl. Gn. Gn. und zu vernehmen und aufjufchreiben, damit nad) ı
Gunften Nothourft vorzumenden, deß wir ung dieſer Unterredung, darinnen die Wahrheit zu
hiermit öffentlich bezeugen und proteftiren. Und Chriſtlicher Vergleichung gefücht worden, Kaͤh⸗
alſo vorbehältlich diefer Proteftation, wollen ſerl. Majeft. Churfürften, Fürften und Staͤn⸗
wir uns in diß Gefpräd) einlaflen, Chriſtlichen den des Reichs berichtet werden mögen, und
und freundlichen Bericht unferer Lehre und nachmals weiter bedacht, wie durch Chriſtli-
Glaubens zu geben, damit niemand mit Wehr: | che Wege die Sachen zurgebüßrlichen Erinne-
heit fagen möchte, mir hätten das Licht aeflo« rung gebracht. Nun kann foldyer Bericht of
ben, und unfers Lehrens und Glaubens Urfa- ne Werzeichniß der Declaration und Argumen:
en und Erflärung zu thun, Scheu getragen, |ten niche geſchehen. - Und würden die biöffe
und alfo an allem dem, fo zu Ehriftlicher Ver- Schlußreden auf beyden Theilen, beſonders
gleichung vermöge göttlicyer Schrift dienet, an |bey denen, fodiefe ftreitige Sachen nicht gruͤnd⸗
uns feinen Mangel erfcheinenlaffen. Und die⸗ |lich verftehen, vielmehr Unmillensund gröffee
fe Ungleichheit, ſamt andern hievor auferlegten | Gezänf erregen. Denn viel find Keftig erbite
Beſchwerden und Ungleichheiten, die wir wol | tert auffolche bloſſe Reden. Darum fie jegund
wiffen darzutfun, aber im beften unterlaffen‘, | auch oßne gnugfamen Bericht und Declaration
Gott dem Herrn dißmal heimſtellen; doch mit | Scyeue davor haben würden. So fünnten wir
folgendem Vorbehalt, daß den Linfern ifre Suf: auch unfere Herren und Oberen der Handlung
fragia frey gelaffen und von den Prafidenten nicht gründlicy berichten, fo wir nicht Copias
ihnen nicht abgefchlagen ; fondern ihre Meynung | der ganzen Handlung haben follten. Dazu fin
vorzutragen zugelaffen werde: wie rolres dann det fich aus den Worten des Endes der Nota⸗
denen vom andern Theil, fo viel an uns ift,|rien, daß zuvor E. G. und Gunften Meynung
auch nicht abſchlagen wollen, fondern zuzulaſ⸗ geweſen, daß nicht die bloſſen Schlußreden,
fen) nun zum öfternmal begehret haben und noch fondern die ganze Erklärung zu fihreiben: Denn
beaehren. Daß dann ferner in E. Gn. und | alfo lauten die Worte im Eyd: Die Notarien
Gunſten Vorbehalten gemeldet wird, daß der |follen ſchwoͤren, daß fie alleundjede Handlung,
wenigere Theil nicht verbunden feyn foll, des ſo in offner Präfidenz in Sachen diefes Chriſt⸗
mebrern Theis Meynung nachzufolgen, es lichen Gefprächs mündlich oder fehriftlich vor-
toürde denn anders durd) Die Känferl. Majeft. gebracht, getreulich auffchreiben sc. So haben
und gemeine Stände des Reichs (mie fichs ge- | fich eure Gn. und Gunſten zuvor vernehmen
buͤhrt,) erfläre. Diefen Anhang achten wir in |laffen und zugeſagt, fie wollen uns aller Hand«
Religionsfachen für befcehmerlich und unbillig, lung auf Erfordern Eopeyen zukommen laffen,
in weldyem ſich gebühret, nach dem klaren Wort }dero wiraud) alfo gewärtig, und Fönnen diefen
GOttes, der Wahrheit, und nicht dem mehrern | Artifel nidye andrer Geftalt, denn wie jeßund
zu folgen, und foll niemand wider fein Gemwif: | angezeigt, willigen. Auf den dritten Artikel,
fen, das aus GOttes Wort recht unterrichter , daß diefer Proceß dem Augfpurgifchen, Hage⸗
aufeine unrechte Meynung gedrungen werden. Inauifchen und andern Abfchieden unabbruhli
Derhalben unfere Motbdurft erfordert, dieſen ſeyn ſoll sc. dieſes verſtehen und willigen wir
Anhang anzufechten und keinesweges einzuräu- |unfers Theils nicht anders, Denn von den Ab»
men, Und als im andern Artifelmwird gemelor, |fchieden, fo von beyden Theilen angenommen
dag die Motarien allein die endlichen Meynum: ſund gewilligt, und referiren uns auf unfere vo-
gen und Sententias, in denen man’ eins oder Irige Proteftationesıc. Und belangendder Kaͤh⸗
ſtreitig bleiben würde, verzeichnen follen : wollten ſerl. Commiſſarien Erklärung, wollen wir uns
un⸗
| =
| * De —— ee ee « *
———
dem Colloquio zu Worms
\ AmfereMorhourfrauchvorbehaltenhaben, Und nichts einzuräumen. Wenn es nun bloß dar⸗
bitten hierauf die Sachen zu fördern, und die auf- gemüngt feyn foll, daß alle das Unſrige
felben länger nicht aufzuhalten. ° |verdammt und vertilget werde: fo Fonnen mir
Der Ehurfürften, Sürften, Stände ir pe beypflichten, wenn fie die wahren
0 und Städte der Augfpurgifchen und der irchen fo nöthigen Meynungen ver»
0 Confeßion und derfelben Reli- |dammen, wenn ung fchon die Aufferfte Stra
N gionsverwandten Raͤthe Gefand- fen gedrohet würden. Die gemeine Gefahr ges
en und Botſchafter Nefuns auch zu Herzen; mir wünfchten, daß
RT 0 0 00 1das Vaterland Ruhe hätte, Ich fee nicht,
x Bj 7 |ndas = en al wir ak Ei ei⸗
D. Philipp Melanchthons Schreiben Lige Roth hingegen faͤllet mir in vie Augen,
een un Gran ee oa ln N a Ban
en Demo.) 0 00 0 ee ln a rer id
lan Murfcho Shertoht ann MT IHaa 7biienſte billigen, und die gemeine, nothwendige
— DEIHOSMPEHEER YOR m aug SUR 1 und gottſelige Sache verlaſſen. Hernach, wo⸗
. 3333zu dient es, dieſe Zuſammenkunft anzuſtellen,
home und hochachtbarer Herr! daß die Gelehrten fich wegen der Streitigfei-
2) Wollte Gtt, daß ich fo viel Wis und fen befprechen, wenn fie nur die Verdammumg
Vermoͤgen oder Anfehen hätte, etwas zur wah⸗ |haben beftärfen wollen? Weil aber in diefem
‚ren Eintracht der. Kirchen beyzutragen! Meine | Streit etliche zu harte Befehle auf fich haben,
‚Schriften zeugen wenigitens, daß ich einige haͤr⸗ die an ſich gar verträglich und glimpflicd) war -
tere Sragen weggelaſſen und einige Materien ven: fo iſt zu wuͤnſchen, daß man ſich wieder
zu mildern geſuchet. Ich werde auch nie von nach der Srankfurtifchen Weife richte, davon
der Einflimmung der Catholiſchen Kirche Chri⸗ ich oben geſagt habe. Ich halte aber doch, daß
ſti abgehen. Es ſcheinet auch diß zur Eins auch Bier einige Streitigkeiten durch fanfte
kracht dienlich, daß wir uns oft erboten, Handlung Bingelege werden Fönnen, denn wenn
wir ‚mollten den Biſchoͤffen ifre Gewalt laf- wir die falfchen Schlüffe bey Seit thun und
fen. Ueber Mache und Hoheit und Reich: redlich Handeln, fo find die meiften Raterien
thum iſt unfer Zanfnicht. Solche Regiments= leicht und deutlih. &
fachen Fönnen wir wol geftatten. r 4. Es erwartet aber eure Fürtrefflichkeie
2. Wir ftrafen nur einige Irrthuͤmer der Leh⸗ ¶ Excellentz) etwa von. mir einige Milderungen
ve und Gebraͤuche. Man Bat aber zu Frank der Artikel. Davon ift DIE meine Meynung.
furt von einem Wege (oder Mittel) der Ein-| 5. 1) Wenn man neue zmeydeutige Artikel
tracht Rath gepfleget, daß von beyden Thei⸗ machen wird, dadurch die Streitigkeiten nicht
„len gelebte, fromme und befcheidene Leute er- |ganz getilget, fondern nur verftecket und ver-
waͤhlet würden. “ wickelt werden: fo wird das nur mehr Spal-
3Ich batte felbft einige vom andern Theil tung geben, denn ein jeder Theil wird fie
dem hochwuͤrdigſten Heren von Lunden vorge: nach feinem Sinn drehen, und andre fie anders
fehlagen , Die ich meynte, daß fiezu dieſer Be- deuten. LE
„rathung fein gezogen werden Fönnten: Dashal-| 6, 2) Hernach fo ift es auch ganz kindiſch
te ich vor das einzige Mittel, dieſe Skreitigkei- und weifen Leuten unanftändigin der Kirche, fo
‚ten abzuthun fie würden. denn Durch ein be- mit Ztosydeutigfeiten zu fpielen. Es ift alfo
fonder Schiefal und Veränderung gehoben, ‚ficherer, bier, wenn die Sachen durch Difpu-
„Hier aber geher es anders. Es find Mönche tation gehandelt worden, zuzufehen, in welchen
da, unter welchen wenn einige gelehrt find, ſo Artikeln die Wahrheit fo Elar fey, daß alle Wer:
„follten fie nicht fo hart feyn. Aber. es rüßmen Inunftige merken Eonnen, daß der Streit wirk-
ſich einige gar: fie waͤren dazu befteller, uns lich gehoben er, ob gleich etwa einige —
1 ! =
2
.
5 Cap. 18, Don der durch Conventen, Reichstägegefuchten.Religionsvergl, s7t
che vonverkehrten Sinnen dawider [hreyenund | 8. Es iſt der Weg jum Srieben gar ge nad ı
toben. Der gerade Weg ift in folchen Din- lich und leicht, weil Die Unfern vonder 3
maͤch⸗
gen der ſicherſte, und die meiſten Streitigfei- fe Hoheit und Kirchenregiment gar beſcheident⸗
- gen koͤnnen leicht erörtert werden. Es gibt ih⸗ lich lehren: hinwieder follen uns auch die Bir
ver etwa zwey, Die etwas ſchwer zu erklären. ſchoͤffe eine gottſelige Lehre und Befjerung inei«
find, nemlich der. Artikel von der Rechtferti⸗ Inigen Dingen geftaften. Aber daß mannihis
gung und der Artikel von der Meſſe. Die an⸗ billiges von ihnen herausbringen kann, iſt leicht
dern find alle Elar. Und ich habe in einigen zu finden. Die Mönche rotten ſich zun De
meinen Schriften viel harte Materien wegge: ſchoͤffen, und verfheidigen Aberglauben um
laſſen, und Fonnenalle Kluge leicht fehen, DaB Gewinns willen, auch. aus Dummheit und Ver⸗
ic) fo zu reden mit der Hand auf diefen Zweck ſtockung. Ich leſe alle Tage Bücher, dienen
gezielet, einige Streitigkeiten zu. mildern, und |heraus kommen, Die uns nichts einräumen, und
nur Dinge heraus zu fuchen, die der Kirchen Joffenbare Mißbräuche, die vor viel roo. Jah
nüslich wären. In dem Artikel der Rechtfer⸗ ren von allen geſtraft worden, billigen, zum
tigung ſelbſt wird nur uͤberhaupt von uns geſa⸗ |Erempel, die Aberglauben der Mönche. as
get: daß einer, der Buſſe thut, glauben ſolle, ſoil man mit ſolchen von Eintracht handeln,
daß ihm die Suͤnden wegen des Sohnes GOt⸗ da fie, nach dem Pſalm, wie taube Ottern find?
tes, nicht wegen eigener Wuͤrdigkeit, vergeben Aber die Weiſſagungen verkuͤndigen der Kirche
werden. "Was ift hier ungereimtes? Und doch der letzten Zeit einen harten Kampf, den die
ziehen Die Mönche, die ganz in ihren Meynun- Regenten nicht mit Unterdrücung der Wahre
gen und Grillen erfoffen find, von deren Ur⸗ heit, fondern mit Ölimpf und Berftand lindern
fprung bier zu weitläuftig zu handeln feyn wuͤr⸗ Imüffen. Man helfe der Kirche fo, daß eine
De, serie, los. ee SHE ge en gottfelige und nuͤtzliche Lehre bfeibe, — 3
ſtaͤndiger ſey in dieſem Artikel leicht auf den 9. Ich erkenne meine Schwachheit; aber
rechten Weg zu bringen und zu berußigen, der doch or ichs meines
am der Mönche tollen Poſſen willen weder hin⸗ men, gelehrten und rechtſchafnen Leute Urtheil
zuwerfen, noch —— iſt. iſt be anfommen. Ich bin auch mit glimpflichen
17. Bon den Migbraud)en der Weſſe iſt be⸗ Wegen wohl zufrieden. ch liebe keine Ver⸗
Eannt, daß viel Fromme einige Jahrhundert ſlellaͤng, Heucheley, Fein hinterm Berge Hal-
Hinter einander daruͤber geklaget. Und viel- ten, Dadurd) die Sachen oft mehr verworren,
deicht find die Sandplagen Strafen des geſchaͤn⸗ jals ausgemacht worden. Darum wenn ichim
beten Sacramente. Und ich zweifle nicht, DIE |affenelichen Gefpräch, ober andern Rarh ge
Meſſen brauchen der Verbeſſerung. s NE Brauche werde, will ich offenherzig, befcheiden
«aber der rechte Brauch der alten Kirche mit der und redlich fagen, wie ichs meyne. Und was
Meſſe befannt. Und unfer ee I auch ich nachgebe, will ich ehrlich ohne Zweydeutig⸗
‚ganz glimpflich gegeben. Cr firaft Die Zueig er. einräumen. Es mögen auch) die feyn, ie
mung (oder Zuwendung) Der Meſſe (für Leben: fie feyn, mit welchen zu zanken: ſo hoffe doch,
dige und Todte), weil fie Davor Balken, Dan es werden wenigſtens einige Streitigkeiten in
die Mefle andern Vergebung ber Se ) dieſer Handlung beygelegtiwerden Fonnen. Die
‚andre Dinge verdiene, Daraus find MUB: | ndern muß ‚man andermweite Berathung
braͤuche erwachfen. a A ch eher verſchieben. Diß Bade an eure Ercellengred-
Beſſerung recht zu gedenken. Denn aberiidet ſich und guter Meynung gefchrieben, und bitte
‚alle Materie Artikel gemacht werden follten, |og wohl zu vermerken, den 22. Dec.1540,
fo würde gut feyn, daß es Männer von bey: Y nee
den Seiten thäten, die gelehrt und in ſolchen | =
Sechen bewanbert, auch glimpflich und befchei- 2 1339. 1 al
den wäre. | Der Pröfidenten. Baͤthe Antwort ui
| jungen
N
ur - c
9 RENT
das
gehangter Erklärung der
Stimmen halben. PER
- KRäyf: Commiffarii und Drators, aud) der
Naͤthe zuder Brafidenz verordnet, der Chur ⸗
fürften, Gürften und Stände der Protefti«
renden Narhen und Botfchaftern Ausſchuß
am Tag Stepfani den 26. Decembr. münd-
lich vorgehalten, und am Tag Sohannis den
" 27. Decembr, fchriftlich übergeben,
achdem ſie etlicheinal fchriftlich und münd-
N‘ lich), und fonderlich in ihrer feßten den ar.
diefes Monats übergebenen Schrift, bey den
Herren Raͤthen, zu der Praͤſidenz verordnet,
_ angehalten, daß fie die Sachen Bein richten
wollten, damit das Ehriftliche Geſpraͤch, inn⸗
halt und vermöge der Käyferlihen Majeſtaͤt
gnäi Bewilligung und Ausfihreibens, in
Berk gebracht werden möchte ic. zweifel-
ten die Herren Räthe, zu der Präfidenz verord:
net, nicht, denn daß ſie, der Droteflirenden Raͤ⸗
the, fid) aus aller mit ihnen bisher durch den
Kaͤhſerlichen Commiſſarium und Drator, und
die Herren Raͤthe zu der Bräfidenz verordnet,
m Colloquio zu Worms,
Nachfolgende Meynung ift von wegen bes
573
im Anfang Biefer Sachen der Räyferliche Com⸗
ji miffarius und Drator und die Herren Praͤſi⸗
denten der Stinnmen halben, davon in dem °
— — Abſchied und dem Kaͤyſerlichen
usſchreiben Meldung geſchehen, ihr Beden⸗
fen gehabt, und daß auch der Kaͤyſ. Commif
farius und Drator ihnen, den Herren Raͤthen
zu der Praͤſidenz verordnet, etlichmal zu erken⸗
nen geben, daß der Känf. und König. Mas:
jeftäten Meynung wäre, daß es in diefem Ges
fpeäch mit den Stimmen alfo gehalten werden
follte, nemlich: nachdem vermöge des Hager
nauiſchen Abfchieds auf.jedem Theil eilf Stan:
de wären, und eines-jeden Standes Derfon
allein eine Stimme, und alfo ein jeder Theil
nicht mehe denn eilſ Stiminen haben follte,daß
die Stimmen nicht von beyden Theilen zuſam⸗
men gerechnet, und alfo zwey und zwanzig
Stimmengezähft, und von beyden Theilen ein
mehrers gemachtwerden follte; fondern daß ein
jeder Theil mit feinen Stimmen und Reden un:
ter ihnen ſich, ſo viel möglich, jederzeit auf die
vorgebrachte Handlung einer einhelligen Mey-
nung entfchlieffen, und: diefelbe durch einen
Mund oder Schrift dem Käyferlichen. Com⸗
geflogenen Handlung wohl zu berichten hätten, |miffario und Drafor, auch den Herren Raͤthen
Daß bisher an ihnen, ven Praͤſidenten, in die- zur Dräfidenz verorönet, vorbringen follte.. Da⸗
fen Sachen Fein Mangel erſchienen; fondern, |mit nun folcher der. Kaͤhſ, und Königl. Majeft.
daß fie dieſelben ihres beften Steifles gefördert, | Mepnung genug gefchehe, damit auch) Zanf
wie fie Denn auch noch an allem, das zur Foͤr⸗ und alleriey Wort, Daraus Weiterung ertwach-
derung Diefer Sachen immer dienſtlich feyn mag, 'fen mag, vermieden blieben, hätten Die Herren
feinen Fleiß, Mühe noc) Arbeit ſparen woll: Raͤthe, zur Präfidenz verordnet, ſamt dem Kayf.
ten. So koͤnnten fie ſich auch wohlerinnern, wel⸗ Commilfartound Drator für gut angefehen, daß
chermaſſen die Herren Käthe, zur Dräfidenz ver: "eg mit den Stimmen nad) der Kaͤhſ. und Koͤ—
ordnet, mit Rach des Kaͤyſerlichen Commiſſarii nigl. Majeftäten Meynung, wie oben gemelit,
und Orators, auf Anhalten bender Theilen, von in di-fem vorftehenden Gefpräch gehalten wer-
der Form und Proceß des Gefprächs gehan- den ſollte. Doch würde fich begeben, daß die
delt, und zu dem alle Mittel und Wege, fozu Stände unfer einem oder dem andern Theil
Freundſchaft und Einigkeit dienſtlich feyn moͤ⸗ ſich nicht allweg einer gleichen Meynung ent⸗
gen, geſucht hätten; wie denn folches alles bis⸗ ſchlieſſen wuͤrden: fo fellte dann einem jeden
her geübte Handlung mit fi) brachte, Und zugelaſſen feyn, feine Meynung inſonderheit
Damit jegund aber weiter in der Sachen fort- dem Känferlichen Commiffario und Oxatort,
gefahren werden und fie lauter verftehen möch- | auch den Herren Näthen, zu der Präfiden;verr
ten, wie Der Proceß Diefes Gofprächs zu hal- ordnet, zu übergeben, und dann die Mennung _
ten waͤre, wollten Die Herren Raͤche, zuder Prä-|des mehrern Theils dem andern, Darauf wer
fidenz verordnet, ihnen, den Raͤthen der Brote: |ter Handlung vorzunehmen, zugeftellt; aber der
ſtiren den Stände, nicht vergalten, daß gleich |andern- Meynung des wenigern Theils Spa
ÄrT
denten erhalten und auf kuͤnftigen Reichsta
der Kaͤhſ. Majeft. referirt und vorbracht mer-
den. Dem allen nach), und damit man einmal
zum Handel fäme, ſo iſt der Herren Raͤthe, zu
der Praͤſidenz verordnet, im Namen des Käyf.
Commiſſarii und-Drators, aud) von ihrer felbft
wegen, anfie, Die Raͤthe der Proteſtirenden, guͤt⸗
liches und freundliches Geſinnen, ſie wollen
auf jetzt angezeigten Weg zu handeln ſich
nicht beſchweren. Und, fo es dann ihnen der⸗
maffen gefallen wollte, wie-fid) dann die Her-
ren Käthe zu der Präfidenz verordnet, famt
dem Käyf. Commiflario und Dratore, zu ihnen
nicht anders verfehen wollten: fo wären. die
Herren Raͤthe, zuder Präfidenz verordnek, er-
bietig, ihnen eine Schrift, fo pars catholico-
rum auf etliche Artikel der übergebenen Con-
feßion und Apologia geftellt, Darauf meifer,
ſich gebuͤhren würde, zu handeln, zu über:
geben.
1340.
Der proteftirenden Stände Bericht und
" Antwort auf der Präfidenten Erklärung,
— der 22. Stimmen halben.
Ehrwuͤrdige, Wohlgeborne, Ehrenveſte, und
Hochgelehrte, Gnaͤdige und Guͤnſtige Herren.
Se den Berzug belangend, laffen wir es
SI bey E. Gin. und Öunften Entfchuldigung
bewenden; hoffen, E. Gn. und Gunften haben
aud) vermerkt, daß mir nicht Urſach zum Ver—
zug gegeben. Und auf den Artikel, darinnen
eine Erklärung fuͤrgewandt, Daß im Hagenaui
ſchen Abfchied und Könferlichen Ausfchreiben
nicht die Meynung feyn foll, durch Die verord-
nete Stimmen ein mehrers zu machen; fondern
daß auf jedem Theil nur eine Stimme vorzu-
fragen, und fo etliche Der wenigere Theil nicht
‚gleicher Meynung mit ihrem Theil feyn würden,
daß diefelbigen ihr befonder Bedenken €. Gn.
und Gunſten uͤberantworten follen, Die würden
Kaͤyſ. Majeft. Davon berichten ꝛc. Auf diefen
Artikel ift diR unfere Anzeige: Uns iſt unver-
borgen, daß man alhie nicht zu fchlieflen hat,
174 Cap. 18. Don der durch Convente u. Reichstäge geſuchten Religionsvergi, os
der Kaͤhſ. Majeft. Relation hinter dem Praͤſi⸗ |
meßrers.zu machen. Wiewoſ wir aber. nid
— ‚was Kaͤyſ. Majeſt. un ale
lergnädigften Herrn Meynung gervefen, wie,
bemeldt Ausfchreiben und Abfihied zu verftehen:
jo laufen Doch. die Worte alfo, daß ein Eu)
lich Geſpraͤch foll gehalten werden von allen Ar-
tifelnzc. welches wir. nicht ‚anders Haben ver⸗
ftehen Fonnen, denn daß: beyde Parteyen frey
mit einander ſich unferreden follen, und daß
die Stände oder Perfonen, dazu verordner, fo
beyde Parteyen gegen einander gehört find, mie!
gebüßrlicher Zucht und Chriſtlich ein jeder feiz »
ne Meynung fagen, und daß der verordneten ı
Stände Feiner ausgefehloffen werden foll, alfo, ,
daß feine Meynung nicht gehört, oder nicht
vor andere Stände gebracht würde; wo nun |
diefe Form, jegund vorgeſchlagen, vorgenom: -
men würde, daß der mehrere Theil unter den |
eilfen den ihren eine befondregeftellte Mennung \
vorhalten follen, und. arbeiten, daß die alle zus ı
gieich darinn bewilligten; ſo müffen etliche zu⸗
por ihre Stimmen geben, ehe dann der Gegen:
fheil gekört ift. Diemeil nun folches eine Un⸗
ordnung: Haben wir das Käyf. Ausfchreiben
und den Abſchied dermaſſen nicht verffanden,
Zum andern, iſt viel befchwerlicher, fo deren ı
Stimmen im Gefprächnicht follen gehört wer- '
den, welche nicht gleicher Meynung find mit dem
mehreren Theil auf ihrer Seiten. Dann was
ift das anders, denn verordnete Fürften und
Stände aus dem Gefpräch auszufchlieffen 2
welches, unfers Achtens, die Meynung nicht iſt
im Abſchied und Känferlichen Yusfchreiben, und
Fann Dadurch wohl gefchehen, daß die wenige
Perſonen ausgefchloffen werden, fo zum Frie-
den und Bergieichung auf beyden Seiten mehr
denn andere rathen. Zum dritten: Es Baben
E. On. und Öunften neulich reden laſſen daß
dieſe Zahl der Perfonen zum Gefpräch nicht
derhalben verordnef, ein mehrers zu machen;
fonderndaß eine gewiſſe Zahl fey der Derfonen,
ſo reden füllen. _ Wo es nun noch diefe Deus
fung, Die uns jetzund erft vorgehalten, nad):
dem wir zwey Monat alhie gewefen, haben
follte, fo würden nur zwo Stimmen feyn. Zum
vierten: Nachdem ſich auch vornehmlich in
füchen auch nicht, daß mit den Stimmen ein! Religionsfachen zutragen Fann, daß der meni-
gere
—
76
Hiftorien und Rechten angezeigt wird:
1 Abfehnitr. Von dem Colloquio 3
r
RER
eve Theilieine beffere Mennung hat, mie in Schrift gearbeitet, wie langſam wird dieſes
gere Tpeil ein d: follte|Ber£ füropin gefördert, Weiter, fe
ter, fo allein die⸗
billig auch des wenigern Theils Meynung im|fes die Meynung ift, daß ung furze Artikel vor-
Gefpräch gehöret werden.
Fre wir eg dafür, daß E. Gn.
Zum fuͤnften, ſo gehalten werden, dadurch die Lehre in unſern
und Gunſten Kirchen verdammt; oder follen als Linderung
elbft das Ausfchreiben und den Abfchied vor) feyn, Die nichtin der Wahrheit gegründet, fon-
Diefer Zeit nicht anders verftanden, da von. den
Motariis geredet worden und mic Elaren Wor⸗
ten gefagt, daß. die Meynung eines jeden zum
Gefpräch verordnet, fleißig fol von den Nota⸗
riis verzeichnet werden, Wiewol wir nun nicht
fuchen, daß man ein mehrers machen foll, twoll-
fen auch nicht, daß in dieſen Sachen: nad) den
mehreren Stimmen , fondern nah) GOttes
Wort gefprochen würde; fo halten wir doch,
daß dieſes des Ausfchreibens und Abfchieds
Meynung fey, Daß in Der verordnefen Zahl Fein
Fürft oder Stand ausgefchloffen werde. Und
dern allein zum Schein gericht, Fonnen wir fol-
che, Artikel deftoweniger annehmen, Diefe
Form iftdem Hagenauifchen Abfchied viel mehr
entgegen, welcher vermag, Daß diefeg ein Chriſt⸗
lich Geſpraͤch feyn folle, das ift, darinnen Die
Wahrheit gefucht werde Durch. freundliche. Uns
ferredung, Darinnen alle Berorönere ihre Mey—
nung mit ebebarlicher Zucht fagen mögen. Wo
nun die Lehre, fo unfere Kirchen befennen, unrecht
befunden, ift beffer, daffelbige öffentlich zu ver⸗
werfen, denn mit angeſtrichner Farbe die Leu⸗
te in Irrthum laſſen. Es find groſſe Sachen
fo jemands Meynung nic)t follee gehört werden, | und Ehriftlicher Kirchen nöthig, Davon wir res
Fönnen wir nicht anders verftehen, denn daß | den, die ſich mit bloffen Artikeln nicht laſſen zu⸗
Bee als ausgefchloffen gehalten feyn foll-| ſcharren; fondern'ift norh, daß die Wahrheit ge-
ten. Dieweil nun diefe neue Erklärung den |fucht werde. Darum zu wünfchen, daß dig
Morten des Ausfihreibens und Abfchied un-| Geſpraͤch, lauf der Hagenauiſchen Form, ange-
Hleich, und dieſe Abſurditaͤt mit bringt, Daß ver⸗ nommen, Und fodarinn um Kürze willen, big-
ordnete Fuͤrſten und Stände follten ausgefchlof | weilen aus beyder Partey Bewilligung, ſchrift⸗
5 feyn, Haben wir Bedenken, diefer Form liche Declaration zu übergeben, zu Forderung
halben, von wegen unſrer Mandaten. Sman:|der Sachen, ift folches nicht zu vermehren,
dern Artikel ift diefe Condition und Maaß an Daß aber E. ©. und Gunften den Gegentheil
gehängt, daß, wo ung gemelöfe Anzeigung ges |catholicos nennen, haben wir vielmals bezeu-
** fo vom Gegentheil allein des mehrern get, daß dieſe Lehre, ſo unſre Kirchen bekennen,
Theils Meynung uns vorgehalten wuͤrde, fo | gewißlich die wahrhaftige einhellige Meynung
folle in diefen Handlungen fortgefhritten wer⸗ ſeye der rechten Catholifchen Kirchen Chrifti,
ben. Aufdiefe Condition und Maag ift unfe=| Haben ung auch allezeit zu Chrifklicher Verhoͤr
‘re Antivort jetzund gehört. Darüber bringt erboten. So wird fich auch in Diefem Gefpräs
dieſer Artikel auch eine neue Sorm mit ſich, che finden‘, welche billig für Catholicos zu hal⸗
nemlich,daß Der Gegenteil eine Schrift geftellet| ten. ' Darum ift unfre Nothdurft die Be-
bat, die wolle man ung zuftellen. Darauf iſt diß ſchwerung nicht zu verſchweigen. Bitten der⸗
unfte Antwort, Wiewol den Unfern vielleicht halben abermals, daß das Geſpraͤch, laut des
‚mie Schriften zu difputiren leichter feyn wuͤr⸗ Hagenavifchen Abfchiedes, vorgenommen wer⸗
de, gleichrool, fo dieſe Sorm dem Hagenaui- de; welches, nachdem es unfre Herren und
fehen Abſchied wohl ungemäs, wiſſen wir nicht; Obern nicht anders Haben, denn laut der Fla-
Ka willigen; dann ſolch Schreiben würde| ven Worte, verſtehen koͤnnen, Haben fie uns
ohne Ende ſeyn. So waͤre auch nicht noth ge- nicht andere Mandata und Befehl gegeben, denn
weſen, Daß fo viele Perfonen anher zufarnmen | bemeldtem Abfchied gemäß. Wo eine andere
fommen, fo man ſchriftlich handlen, und die) Form uns zum Nachtheil geſucht wuͤrde: pros
Sach in ſo langen Verzug bringen tolle, —— wir, daß an Chur⸗ und Fuͤrſten, auch)
‚fo der Gegentheil in fo viel Wochen an einiger) Ständen und Städten der Augfpurgifchen Eon-
Lutheri Schriften 17. Theis "20 REHRIBERT IRfeglen
_ Feblon vermmande, unfeengnäbigften, gnädigen Majeftäe gnäbig
‚siefem Gefpräch verordner,' daffelbige vorzu-Jauch geſchehen laſen. Und diemeilfie mic Bes
nehmen, zu fördern und zu halten, Fein Man- Ifeht auf ſolch Geſſraͤch, und Fein anders, davon
gelgerocfen. a Ren ifre Herren und Obern nicht wilfens "Haben,
"Der Ehurfürften, Fuͤrſten/ Ständ auch nicht bedenken mögen, daß ſolche Bers |
und Städte. der Augfpurgifcjen änderung alhie vorfallen follte, abgefertigees
Eonfeßion verwandt, Käthe und fo wiffen fie ſich aus ihrem Befehl nicht zu bes
a Geſandte 0 [geben , und laſſen es bey der Anzeige, welche
—— ar, ’ fie geftrigen Tags den Herren Präfidenten
RIIZäL ne | Deutſch und Lateinifch zugeftellee, bewenden,
Der Proteftirenden Antwort, wie ſol⸗ mit Bitte, daß ihnen darauf Antwore, ſich
den / die Aingerung der Stimmen
che dem Käyferlichen Orator gegeben wor: darnach zu richten, wiederfahren möge ·
Antwort der Protejtanten, dem Grafen
gefchehene Anzeige und ‘Begehr, vaßdie] - des Pfalsgrafen ertheilet. re
Handlung in den Neligionsfachen durch etliche): . ns Deutfche überfegt von IF. Aug. Tittel.
\
wenige Derfonen möchte in E. G. und anderer) Hochwohlgeborner Graf, Edle und, Veſie
Gegenwaͤrtigkeit und Beyſeyn vorgenommen) Herren.
werden, Damit dieſer Tag nicht ohne End und/
Frucht abginge, dieweil der Weg des Hage— ir haben vernommen, was ihr abermals
nauiſchen Abſchieds nicht moͤchte vorgaͤngig ſeyn: JAI vorgebracht, daß die Unterredung auf
find die Raͤthe und Geſandten der Chur⸗ und|einen andern Fuß anzuſtellen, alſo nemlich,
nadigſten gnädigen | Majeftär Messina J
Herren und Obern, und ung, als Geſandten zu nen Fortgang erreichen, fo muͤſſen ſie ſolches
Si Herr. €. G geſtriges Tags| von Manderſcheid von Coͤln und den Käthen
#7
0
Fuͤrſten, Stande und. Städte der Augfpurgi-|daß man weniger, aber doc) *) füchtige Leute
ſchen Confeßion berichtet worden. Und daß/nefmen folle, die Streitigkeiten auszumachen,
ſich & ©. in diefen Sachen ‚wie vermerkt, fo] aber. ohne Nachtheil der Abfchiede (oder Shlüf
viel. bemühen, die Dinge zu einem fruchtbaren| fe) voriger Zufammenfünfte,. fonderlich des
und guten Ende zu richten, das thun fie II iu Hagenau; und hat man die Urfachen anges
gegen E. ©. ganz dienftlich bedanken, mit Er-| führet ‚warum: man zu folcher Aenderung ſchrei⸗
bieten, folches gegen ifre gnädigfte, gnädige|te, weil wegen der Stimmen Bedenfen vors
—
‚Herren und Obern zu ruͤhmen. „Und wiewol gefallen, und weil man zu beſorgen habe, daß
fie geneigt, E. G. dienſtliche und freundliche) in fo groffem Haufen, nemlich von 22. Perfonen,
MWillfahrung zwerzeigen: fo. wiffen fie doch E.| die Befprechung nicht befcheiden und glimpflich
G. nicht zu verhalten ‚- daß fie von ihren Her⸗ ſeyn, und ſolcher öffentliche Streit die Gemie
‚ren und Obern. ander das Cpriftliche Gelpräd), cher nur mehr erhißen werde, zumal da auch
innhalts der Kaͤyſ. Majeft. gnädigften Be-|die meiſten, was in fo öffentlicher und groffen
willigung auf dem Hagenauifchen Abſchied, vor⸗ Berfammlung gefprochen worden , viel harte
zunehmen, mit Befehl und. Mandeten: abge: |näciger verfechten würden. Damit nun ef
emiaeı darauf fie ſich auch vielmals vernehmen | was mit Nutzen gehandelt werden, und man
laſſen und gebeten, foldy Sefpräcd ins Werf|gröffern Anftoß vermeiden und ihro Känferl. R:
‚zu dringen, und bitten nochmals darum, Daß ſol⸗ Majeftät reche berichtet werden möchte, was
«ches gefchehen möge: denn ihrenthalben foll, ob ned) für Streitigfeiten übrig wären, daß da-
Gott will, ganz und gar Feine Urſache nicht von auf naͤchſtem Reichstag gehandelt werben
befunden noch vermerfet werden warum ſol⸗ koͤnnte, hat man von neuem verlangt, daß man
«ches nicht geſchehen. Da aber diß Geſpraͤch, ſich dieſen engern Ausſchuß der Unterredung
wie zu Hagenau verabſchiedet und die Kaͤyſ. gefallen laſſen möchte. Dabey man ferner an
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dem Colloquio su Dorms..
e Abſicht die Hodywürbigiten haben unfere Fuͤrſten und andre Stände ge⸗
uch igſten Fuͤrſten, der Erzbiſchof wuͤnſcht, daß ſolch Geſpraͤch auf ſolche Weiſe
von Eölln und Pralzgraf, führten, indem fie angeſtellet würde, und haben in ſolcher Hoff:
euch Befehl erthellet, alles aufs fleißigite zu nung ihre Raͤthe und Gottesgelahrte auf den
handeln und zu beſordern, was zu gottjeliger
Eintracht dienfam fern fönnte, dazu ihr aud)
bezeuget habt, daß ide eures Ots gerne ‚alle
Mühe und Sleiß anwenden wollet. Ihr habt
auch zu erfennen gegeben, daßes ihro Kaͤhſerl.
Majeftät, unfer allergnädigfter Herr, und Der
hochanſehnliche Kaͤyſ. Commiſſar ius, von Herzen
gut meynten. Durch dieſer Urſachen Anführung
habt ihr uns zu dieſem engern Geſyraͤch ( oder Aus·
ſchuß) ermahnet, und ſolche in eurer Lehre gar
wohl ausgefuͤhret. *) ich leſe at, für id.“
Hagenauifchen Eorivent oder Verſammlung
abgeſchicket. Und liegt es an uns nicht, daß
ſolch Sefpräch. nicht vor ſich gangen. Uebris
gens haben die Koͤnigl. Maj. und Churfuͤrſten
‚und Fürften, die. damals dabey gervefen, ei—
nen Abfchied (oder A von einer
‚andern Weiſe, welche Die Gefandten und Ab⸗
| geſchickte unferer Fuͤrſten und Ständein fo weit
Angenommen, daß: fie gefagt, fie wollten eg
an ihre Herren berichten und zu dero Ermeſſen
ftelleni Da aber Kaͤyſerl. Majeſtaͤt in Gna⸗
Nachdem man nun den Geſandten und den hier eine Unterredung ausgeſchrieben: fo
Abgeſchickten der Fuͤrſten und Stände, fo an ſind wiederum Die Geſandte und Abgeordne—⸗
dem Augfpurgifchen Bekenntniß bangen, eure fe unferer Fürften und vereinigten Stände mit
‚Bitte vorgetragen ‚ haben fie folgende Antwort gemeſſenem Befehl anher geſchicket worden, daß
gegeben: 1) Zuförderft zweifeln fie nicht, es |das Geſpraͤch nad) der in Känferlicher: Majes
BB erben Die Dürchlaucheipiteh Cpäfäfken der ſtaͤt Ausfchreiben und dem Abfchied zu Hage
Erzbifchof von Coͤlln und Pfalzgraf, alfo gegen nau vorgefchriebenen *) Weife angefangen wuͤr⸗
die Chriſtenheit gefinnet feyn ‚und den Fürften de; mie wir ſchon oft gebeten Haben. Und wir
und Ständen Yugfpurgifchen Befenntniffes fo ſind nicht hinderlich daran geweſen.
wohl wollen, daß fie fuchen und wuͤnſchen daß *) formam perſeriptum ſoll præſcriptam beiffen-
der Kirchen Eintracht und gemeiner Sriede| 4. Ob wir aber wol: von’ Herzen wünfchten,
durch gottſeligen und heilſamen Rath geſtiftet eurem N des Bochanfeßnlichen
werde. Dielen Sinn haben fie oft an Tag ge- | Herrn von. Granvella Räpferl. Gefandten,
legt, da durch ihr Zurfun und Bermittelung | Willen zu Gefallen zufehn : ſo koͤnnet ihr doch
es mehrmalen zum Frieden gediehen. Da: leicht erachten, daß wir nicht von unferem Be⸗
gegen unfre Fürften und mie ihnen vereinigte |fehl abgehen, die Hagenauiſche Weife verlafs
"Stände dieſes loͤbliche Wohlwollen und Gue: |fen und eine andre annehmen Fönnen; wie wir
taten mit befonderm Danf gerühmet und fid) |uns aud) vorhin ſchon bey dem hochanſehnli⸗
nochmals gegen fie bedanfen. Wir hoffen auch, Ichen Kaͤyſerl. Herrn Commiſſarlo deshalber
es werde aus vielen Handlungen erhellen, daß entſchuldiget Haben. Ihr feher, wie wichtig
unfre Fürften und vereinigte Stände den |die Sache, und was für Gefahr ey. Es
Frieden von Herzen verlangen, und allezeit ge· koͤmmt auf die Ehre GOttes, auf die wah⸗
wuͤnſchet Haben, daß der Kirchen Eintracht auf |ren Gottesdienfte und der Seelen Heil an. In
seefelige Art aufgerichtet würde, deshalben ſie einer ſolchen Sache von ver vorgefchriebenen
ch der öffentlichen Berathungen, den Kirdjen | Weiſe ohne, Befehl abzugehen, ift fehr ger
zu Nutz nicht aͤuſſerten. faͤhrlich. "Denn anfre —— Herren ha⸗
3. Darum als man ſich zu Franckfurt mie ben nicht gedacht, daß man ſolche Weiſe aͤn⸗
dem Geſandten Kaͤhſerlicher Majeſtaͤt, dem dern werde, ſonſt hätten fie andern Befehl er⸗
Erzbifhofvontunden, befprochen, und man eins theilet · Es koͤmmt noch vieles mehr dam.
worden, eine Unterredung (oder Religions Denn die Aenderung Eönnee nicht geſchehen, oh⸗
geſpraͤch) zu halten, darinnen man von der-Rit- ne dadurch dem Hagenauiſchen und andern vos
en gottſeligen Bereinigung Handeln moͤchte: rigen BETEN 3
—— o 2 te
—
582 Cap. 18. Von der durch Convente u. Reichstaͤge geſuchten Religionsvergl. 583
te es auch anſtellen, wie man wollte. Es wer · nehm feyn. Wir bedanken uns auch gegen euch,
den auch kaum 2. oder 3. mit Ausſchlieſſung befehlen uns beſtens, und erbieten uns zu allen
der andern, die hier vorhanden ſind, die ganze Dienſten. Gegeben den 31, Decembr. 1590,
Laſt diefer abzußandelnden Dinge von der ge _____ | BR.
meinen Sache über fid) nehmen: wollen, fon» STE 1343, ee.
derlich one Befehl und da eine andre Weiſe Der Dräfidenten Anrwort auf der Pro⸗
vorgefchrieben ift, und wo nicht alle Worte ikeuden iönaft iÜnenübergehenröschkime
aufgezeichnet würden, Und diefe Steeitigkei., Ttirenden juͤngſt ihnen uͤbergebeneSchriften.
ten haben-einiger- Prüfung noͤthig. Wenn — der Käyferl, Orator und die Praͤ⸗
nun in folcher engern Linterredung oder Weiſe F fidenten bisher etlichen wegen, wie dag
nur DIE geſucht wird, daß man nur obenhin vorhabende Eprifhiche Gefpräch gehalten were
Artikel fdymieden, und gleichfam unter einem den foll, nachgedacht; und aber die Wege,
Huͤtgen fpielen und damit die Streitigkeiten bisher vorgeſchlagen, bey beyden Theilen nicht
daͤmpffen wolle, fo würde man ſonderlich zu be⸗ einhelliglich angenommen haben werden wollens
denken haben, was vor Gefahr Darunter liege. Damit denn an allem ifrem Sleiffe nichts. er«
Es dürften auc) wol bey dergleichen Ausſchuß winde, haben fie den Sachen weiters nachge⸗
bey dem andern Theil Die glimpflichern nicht dacht, und nad) vielerlen Handlung, fo dazınia
genommen; fondern vielleicht die haͤrtern und |fehen gelaufen, feinen andern Weg, der zugehen
ſchlimmern ausgefucht werden. Wenn man |verhoffentlichiten, finden mögen , denn nach⸗
auch diefes ſucht, daß ihro Känferl, Majeftät, folgender Geſtalt. Zum erften ‚daß zwey Collo⸗
unferm allergnaͤdigſten Herrn, die Streitigkeiten cutores, einer von den eilf Chur-und Fürften
Elar und deutlich vorgeleger werden: foift dazu! Raͤthen, der andere von den Proteftirenden
viel rathſamer und Dienlicher,, daß man nach Ehurfürften, Fürften und Stände Nätkenund
der Hagenauifchen Weiſe alles glimpflich prüfe, Borfchaftern ‚gegeben, und daß ein jeder. ders
and die Gründe und Meynungen, fo man vor« felben die Meynung des mehrern Theils feines
Bringe,, recht auffchreibe: 2... | Theilg mündlich vortragen, ‚und ſich dann dies
5. Wir. bitten alfe, nicht übel. zu nehmen, ſelben zwey Collocutores im Beyſeyn aller
daß in ſo groſſer Sache, in ſo hoher Gefahr, Stände und Perfonen, zum Colloquio deputiret
wir: ohne Befehl Feine andere Weiſe des Ge-| und ernennet, miteinander Darüber freundlich
fprächs als die Hagenauiſche annehmen, und und guͤtlich unterreden und Gefpräd) halten fol«
uns bey dem hochanſehnlichen Seren von len. Es foll auch nad) vollenderer Rede der
Granvell, Känferl, Majeftät Commiſſarien, Collocutorum den andern, ob fie etwas zu der
fleißig aus jeßt ‚angezogenen: Lirfachen. zu ent Meynung ihres Theils zutbun wollten, doch
ſchuldigen. Deſſen Wohlwollen: gegen die nicht anders denn, mit Erlaubniß des KRäyferl.
Deutſchen ift bekannt, und alfo werden wir Drators und Der Herren Raͤthe zu. der. Praͤſi⸗
ähm inandern Dingen, ſo wir ohne Berwahr.| denz verordnet „ zugelaffen feyn. Es folt ferner
lofung unferer Pfliche thun Fonnen, unfere des wenigern Theils Meynung dem Käpferii
Schuldigkeit und Gehorſam zu erzeigen nicht hen Dratori und Präfidenten zugeſtellet, und
‚ermangeln. ‚Bitten aud), Daß uns auf die) nad) des Draters Bedenken entweder hinter
legt überreichte Schrift an die ehrwuͤrdigen, den Orator und Präfidenten bis zu der. Kaͤh⸗
‚edlen, geftrengen: und. veften Männer,fo dem! ferlihen Majeftät und der Stände Relation
Geſpraͤch vorftehen ſollen, geantwortet werde, behalten, oder dem Gegentheil uͤberantwortet
‚daß wir einmal einige Gewißheit haben. Eu⸗ werden. Doch ſoll dadurch der wenige, Theif
‚ve-Öefälligkeit und iebe aber werden wir vor | nicht verbunden feyn ‚des mehrern Theils Mey
‚unfern Fürften und Herren rüßmen, undzivei-| nung nachzufolgen: es werde denn anders durch
feln nicht, euer Eifer. und Wohlwollen gegen die Kaͤyſerl. Majeftätund die — Staͤn⸗
ſie und Das. gemeine Beſte werde ihnen ange-Ide.des. Reichs, wie ſich gebuͤhret, Ei
* um
ut — |
Base VA
"11. Abfehnier. Wondem,Colloguio zu Worme, 585
‚andern, follen in foldyem Gefpräch nichtal- | fere Antivort. Damit zu vermerken, daß wir ein
Heben ; fondern allein die endlid)e Mey Chriſtlich Gefpräch gerne fördern wollten, laſ⸗
nung und Sententlä ‚in denen maneins, oder | fen wir auch geſchehen, daß zwo Perfonen als
ftreitig bleiben würde, durch die Notarien auf | Collocutores verordnet werden, Damit deftome«
gefehrieben werden. Zum dritten ‚ doch ſoll niger Unordnung vorfallen. Aber der Stim-
diefer Proceß den Augfpurgifchen, Hagenaui⸗ | men Balben Hätten wir verhofft, wie wir denn
ſchen und andern angenommenen Abfchieden in |nod) hoffen, E. Gn. und Gunften werden es
‚alle Wege unobbrechlich ſeyn, und diefelben | bey unferm vorigen Bericht und Bitten, daB
bey ihren Würden und Kräften bleiben. Doc) | eines jeden Stimme oͤffentlich gehöret werde,
will ihme der Drator vorbehalten Haben, ver-|baben berufen laffen, nicht daß Verdacht und
möge feines Gemalts, ihme von Kaͤyſerl. Maje» | Nachrede folches diefem angefegten Tag beyallen
ſtaͤt übergeben, der Kaͤhſerlichen Majeftät Ge frommen und. vernünftigen Leuten ermecfen und
muͤth und Meynung nad) Gelegenheit der Sa- | gebären würde. Denn weil jedermann auf dies
chenim Fortgang derfelben weiter zu erklären, |fen Tag und auf die Perfonen, fo diß Ge⸗
PREISE ! — ſpraͤch guberniren ſollen, ein ſonderlich Aufſe⸗
* 1344: * ben hat: hoffen alle Menſchen, die heilige Kir⸗
Der Proteſtirenden Antwort ‚die Stim⸗ che werde dermaleins ſelig reformirt, und zu
RR men belangend. - — na hit — —
Ghrmürbiae. Wohlaeborne. € aber dißfalls fein Einſehen vorgewandt, und bey
N Stige un Binftige Senken!” Dem Gegencei ie gehe; Geehoinigtie
N am cn: En . nicht abgefchaffet werden ſollte: fönnen €. ©.
5% Gnaden und Gunften wiſſen, daß wir und Gunften leichtlich ermeflen, daß wir ung
uns nun vielmalen haben vernefmen laſ⸗ deſſelbigen zu beflagen nicht unterlaffen fönnen.
fen, daß wir zum hoͤchſten begehren, daß das Wir Hoffen aber, €. ©. und Gunften.die wers
Geſpraͤch lauf des Hagenauifchen Abſchieds und | den ſich Bierinnen alfo erzeigen, und den Fleiß
Känferlichen Ausſchreibens vorgenommen wuͤr⸗ vorwenden, daß die Wahrheit. an das tichrge
de. Und haben uns; dazu: oftmals erboten, bracht, und GOtt der Water unfers Herren
‚der Hoffnung, daß es zur Erflärungder Wahr) KEfu Chrifti in feiner Heiligen Kirche einmüne
beit und alfo zu Chriſtlicher Einigfeit, deren) dig und einmüchig von allen Gläubigen geeh—⸗
wir zum hoͤchſten begierig find, dienen werde. vet und gepreifeet werde, _ Deromegen wir zu
Uns iſt aber am naͤchſten Sonntag eine Vor⸗ Gott fleißig bitten, er wolle E. Sn. und Gun«
haltung gefchehen, darinnen bemeldter Hage⸗ ften, famt aller andern Chriſtlichen Herzen, Raͤ⸗
nauiſcher Abſchied abermalen mit neuen Zufä-| ehe und Handlung gnädiglich regieren und fuͤh⸗
‚gen Eon: welche etwas gefährlicher und| ren. Amen. . Und bitten E. Gn.und Gunften
zue Erforfäjyung der Wahrheit, unbequemer,| gnädige und gütliche Antwort. |
dann die erfte Borhaltung zu achten. Bitten)
derowegen, E. Gn.und Gunſten wollen unfre
Antwort darauf günftiglich vernehmen. Zum
eriten Artikel wurde angezeiget, Daß zwey Per⸗
-fonen follen verordnet werden, als Eollocuto:
res, Deren jeder feines Theils Meynung, was
das mehrere feyn wird, vortragen und reden
folle; und fo einer von felbigen mehrern Theil
etwas bedaͤchte darzuthun, foll es alfo gefche-
ben, fo es durch den Känferlichen Commiſſa
rium und eure Önaden und Gunſten zugelaf-
fen und erlaube würde, Darauf iſt dieſes un⸗
Der Churfürften,, Fürften Ständ und
Städte der Augfpurgifchen Eonfeßion
verwandten Theologen und Prädicane
ten, fo auf diefen Geſpraͤchstag ge⸗
ſchickt und verordnet find.
1345+
Der Präfidenten: fernere Antwort und
Erklaͤrung auf der Pröteftirenden juͤngſt uͤber⸗
gebene Schrift, die zween Collocutores und
andere Stücke mehr belangend.
Dr 3 De
586 Cap. 8. Von deröntcd) Conpenten. Reichstäge gefuebten Religionsvergt. 197°
3er Römifchen Käferlichen Mojeftät, un |gegründeren guten Urfachen, in ihr, der Rärge
= frrs allergnädigften Heren, Commiffarius und Gefandten, obgemeldten naͤchſt bergebnen |
und Drator, auch die Herren Näthe zu der| Schriften, aud) zuvor zu mehrmaln vermelder,
Praͤſidenz verordnet, haben bie Antwort der nicht gemweigert haben, daß in diefem vorhaben
proteftirenden Stande Käthe und Botſchaf⸗ den Chriſtlichen Geſpraͤch eine jede Berfon, fo
fer auf das jüngfte Vorhalten, beyden Theilen zu den 22. Stimmen, permöge des Hagenau
geſchehen, gehört ‚und sich darauf entfchloffen, ‚schen Abſchieds, Kanferlichen Majeftat Aus-·
denfelben Roͤchen und Borfchaftern vorzubal- fehreibens, und ‚euer Önaden und’ Öunften
een, wie folget. Zumerften, foll ven Prorefti- Selbſterklaͤrung, verordnet worden, ihre Mey:
renden erklärt werden, Daß ihnen ifre Mey: nung frey und unverftrickt hätte fagen und vor:
nung, fofie ſolches begehren werden, ſo ihr ei- |bringen dürfen, damit man defto berkr nr Chrifte |
ner etwas der Sachen feines Theils gleichfor⸗ licher Vergleichung vermittelft goͤttlicher Gna⸗
mig und’fürftändig fagen wollt, niche abgeſchla⸗ den kommen mögen; dieweil ihnen aberinjeße
gen werden ſoll. Zum andern, daß nicht allein ger eurer Gnaden und Gunſten Antwort guf
die Schlußreden; ſondern auch die Argumenta obgemeldt und zuvor zum oͤfternmal fleißig An⸗
und Lirfachen, von beyden Theilen vorgebracht, halten und Bitten Feine Antwort oder Berl
Durch die Motarien aufgefchrieben werden follen. ſcheid geſtellet, muͤſſen ſie es dahin ſtellen, |
Zum beiten: So viel aber die Borbebaltung Feine Antwort (wie man zu fagen pflegt,) au
Der Broteftationen, fo Hin und wieder geicheken, eine Antwort, und das alfo verftehen, Daß er |
auch die Abfchied belangt; item, ob die Mey: ches abgefchlagen fey. Nachdem abergemeldte
nung.des mehrern Theils der Meynung des Raͤthe und Borfchafter ſich in ihrer nächiten
mindern Theils nacheheilig feyn foll, oder nicht, | Antwort vernehmen laffen, wo der obgenannte
und denn ob folches zu Der Känferlichen Maje⸗ Weg der freyen Stimmen je zu erhalten un⸗
ftäc und der Stände dieſes Reichs EEE ‚ daß fie nichts deftomeniger Bericht
und Erörterung zu ftellen feyy, ift fuͤr gut an⸗ ihres Glaubens: und Lehre zu geben, ‚und fich zu
geſehen, daß es feiner langern Diſputation be⸗ ochem Cpriftichen Gefpräch,: vermoͤge derſel⸗
„dürfe; fondern daß ein jeder Theil, was fie ben ihrer gegebenen Antwort, einzulaffen, ohne
deshalben vorbringen wollen, auf Fünftigem Scheu geneigt; und euer Gnaden und Gun—
Keichstag der Kaͤyſerlichen Majeftät und den ſten ihnen in dem erften Artikel Heuriger Vor—
Ständen ves Reiche, fo derhalben Refolution haltung, ihrer Bitte nach, zulaffen, daß ihnen
und Befcheid geben werden, anbringen moͤgen. ihre Meynung,, fo fie folches begehren würden,
Bu porzubringen nicht abgefchlagen werden ſolle:
non a 2 VE sie sel MO nl fie —— Deereglei⸗
CHUR URTN RE SS * ae „> Ichen , DI En Sn
2x Drouficeen fee nun u By 1 am a nk G
. Degebr, den Peäfipenten den In, Jan-ısar. ten erklären, daß nich allein Bie Schlußteden,
red n — en „. ‚fondern auch die Argumenta undllefachen, von
netten onfeten und ber beyden Teilen vorbracht, und alfo die ganze
SI te der Augfpurgifchen Confeßion und der-|Handlung Durch die Notarten aufgefchrieben
felbigen Neligionsvermandten Raͤthe, Gefand- werden follen: ſo laſſen ſie es auch dabey bewen⸗
ten und Botichafter, haben die Yetitel, welcher den „doch, daß ſolchen Actus ind Handlung
ſich der Kaͤyſerlichen Mgjeſtaͤt, unſers allergnä= ihnen vollkommene Abſchrift und glaubwuͤrdige
digſten Herrn, Commiſſarius und Orator, ſamt Copia zugeſtellt, und nicht abgeſchlagen wer=
euer Gnaden und Gunſten entſchloſſen, heut de, tie ihnen denn ſolches hievor durch eure
vor Eſſens angehort und · vernommen. "Und | Önaden und Gunſten zugefagt, und unfrer gnä-
hätten © fid) „gänzlich ‚verfeßen, euer Gnaden |bigften, gnädigen Heren und Obern Morhoutft
DEIN RENATE ZEN TOLLE OBONRE SUEÄHDTNRL DENE BERN Öritte Artikel, in
M — euer
—
an — per cr —— 5 —* —
ts zu. dieſem Geſpraͤch thut; ſondern viel verkehret, und nun durch Uneinigkeit gleichſam
— 6— erregen moͤcht: fo wif ganz im Feuer ſtehe? Ihr Habt aber doch GOtt
fen die Raͤthe und Geſandten, obgemeldt, den⸗ hoͤchlich zu danken, daß er den einigen Bergen
felben nicht zu beroilligen; fondern laflen es deß rium, Biſchof in Juſtinopel, erwaͤhlet, welcher
Orts bey ihrer juͤngſten Antwort, den 5. Jan. da⸗ fo viel Jahre in Geſandtſchaft da ftehet, daß er
von obgemeldt, übergeben, auch.allen andern bie: nach) genau erfundigter und. erfahrner Sache
vor gefchehenen Proteftationen berufen. Und den ganzen Handel unparseyifch in einer Furzen
bitten demnach, das Gefpräch alsbald anzufa: Rede ander Deutſchen Fürften Gefandfen, und
ben, dazu fie ſich nun zum öfternmal erboten, in zwey Büchern (oder Schriften,) an den al⸗
und biemit, unangefehen,- daß es nun fo lang lerchriſtlichſten König ganz deutlich und eine
hne ihre Schuld verzogerr, nochmals erboten fältig,, ohne groffe NBortpralerey, befchrieben ;
Baßenapollen, 21.5 2. air 2 2 der Titel ift: von Friede und Einigkeit, Und
— — von den zwey letzten: von der Gefahr und. Ge⸗
De sn un .. En weiß, ei
Beinen in © } $ werdet Damit zufrieden: feyn. Denn er hat
Detri Pauli Dergerii, Bifchofe in Capo nicht gefchrieben aus Ruhmſucht oder eitlerEhre,
© Iſtria, Schreiben an die Gefandten der dern für GOit und feine S N
Sürften von Deutfehland, ſo zu Worms zu u —— Sen ik Hi —
act a De. ‚au. ‚d
min. Der Die SumEeie und urtheilen Fönnet, woher folch Uebel und Zwie⸗
Srieden der Kirche, 8.9.1. Jan. . Th
at a 2 |tracht ruͤhre, fondern auch fehen, was man mei⸗
Aus dem Sateinifchen über Aa Tirgeg den und annehmen müßte,
Aus dem Lateinifchen uͤberſetzt von M. Aug. Tittel. * en on o — eNede fü uf she a beret
aulus an Timotheum : Heide di in ‚und prächtig duͤnken wird: fo müffet ihr bedenken,
? guter Srreiter eh Chriſti. — daß bey Abhandlung goͤttlicher Dinge nie groſſe
AR Beredſamkeit erfordert worden; weil göttliche
u ut Egnatius. er Dinge ſchon an fich ein fchöner und: zierlicher
Sr werdet euch freylich wundern und ſehr Zeug find, wenn man fie nur deutlich ſchreibt
Pa beflagen, daß feit zwanzig Jahren fo viel und mit Ernſt davon handelt. Und meinem
Unheil in der Chriſtenheit entftanden, durch Beduͤnken nad) hat dieſer unfer (Vergerius) in fo
einige inmerliche Tuͤcke, daß ihr oft niche wiſſet, ſchwerer Sache nicht geſchickter und Elügerdavon
was ihr glauben oder verwerfen ſollet. Wel⸗ reden koͤnnen, und füget fich zu der Zeit und
ches ich euch wol zu gufe halten kann; denn ihr Gelegenheit, da faft in allen einzeln Häufern
gedachtet an die alte beftändig von unfern Bayı| bon einem‘ Sandfynodo (oder Concilio), fo der.
fahren Hergebrachte Lehre, an fo viel fürtreff-, Kirchen groffen Schaden gethan häfte, diefelbe
liche, und fowol durch ihre Schriften als Leben einfaͤltige und gemeine Art zu reden ſehr wohl.
hochberuͤhmte Leute, und an der Kirchen Zu-| Nun ermahne ic) euch, geneigter Leſer, daß
ſtand, Der nun fo oft zwar von vielen Nach⸗ ihr alles dig, was Bergerius gefchrieben, mit
ftellungen angetaſtet, aber noch bis auf dieſen Luſt leſet, weil man daran ein recht Mufter
Tag nicht zu boden geftoffen worden. Wer und Beyſpiel nehmen kann, auf was Art und
follte ſich aber dagegen nicht wundern, daß mit was vor goteſeligem Eifer dieſe ſo herrliche,
Deutföhland, das num länger als taufend Jahr wichtige, aber auch gefährliche Sache Chriſti
an Macht, Mannfihaft und Seuten fo blühet, und der Kirchen recht zu verfaffen, zu Handeln
und ſich durch ZTapfferfeit, Gottſeligkeit und|und zu fchreiben fey. Wollte GH, daß die,
Eintracht allzeit: fo hervorgethan, denn auch |melche dergleichen die Sahre daher befchrieben,
die Majeftät des Kayſerthums an fich gebracht, entweder nicht eigne Ehre geſucht, oder es bef-
und durch Gelehrſamkeit fo Hoch kommen, jegiz|fer verftanden, oder fich der giftigen Schmäß- -
— worte
euer Gnaden und Gunften Yntmort verleibt,
90 Eap.ıg. Von der durch Conventen.Reichstäge gefuchten Religionsvergl, sgL
worte enthalten, oder mehr auf Chriſti Ehre folcher euerer Arbeit und Mühe irgend ein
als alles andere gefehen hätten!: Aber auch mei⸗ Stündlein zur Zeitfürzung übrig habt. Denn
netieben Deutfchen felbft möchte ich wol in die⸗ ich gedenfe etwas weniges, aber dod) Ehriftli=
ſem Eurzen Spruch felbit anreden, ‚daß fie Doch |ches zu fehreiben, und zwar ganz gemein und
der alten befannten gottfeligen Lehre, vie fie fo freunpfchaftlich Hin, wie ich in meinem Um⸗
heilig und gut überfommen, ingedenk, inglei- |gang mit euch pflege. Und till hierinnen eben
chen ihres gemeinen und fonderlichen Lobes, fo ſo redlich und fhlecht, oder gerade heraus mit
fiein Krieg und Sieden erworben; endlich inge- euch handeln, mie ich fonft gegen euch zu hun
denk fo vieler Türften und Kayſer, die die fal- pflege. Denn ich fuche damit Fein eigen Lob,
ſche Lehre oder *) Dienft:allezeit mie ihrem Blut oder mo ich ja Sob fuchen foll, fo geſtehe ich,
von den Gränzen Deuffchlands beftändig ab: daß ich nur das: Lob der Gottſeligkeit fuche,
gehalten, nun auch) wegen der'höchften Gefahr, Und wenn jemand, der meine Dinge liefert,
Die uns überm Kopffe ſchwebt, die wahre Ein: !mich einen Liebhaber des Friedes und der Ei:
tracht von Herzen mit uns annehmen, und die nigkeit der Kirchen nennen will: ſo will id) fol
zerriſſene und zerlappfe Kirche Chriſti nicht lan: |chen Namen gerne annehmen und führen zur
ger in folcher Gefahr ſchweben laſſen. Bene: | Ehre GOttes, welcher allein. mir dieſes gege«
dig den 1. Oct. 1542, ben, daß ich das für das rechte fob erfenne und
%) pietatem, halte. Verſichere auch, daß ich Tag und Nacht
Don Einigkeit und Srieden der Birche I Re N
(an Die Gefandten). - 2, Denn ihr wiffet alle, daß ich nun fünf
| — Jahr in oͤffentlicher Geſandtſchaft ſtehe, und
Ferne koͤnnet wahrhaftig nichts wichtigers, noch dergleichen erſt in Pabſts Clemens VII, her⸗
as zur wahren Goftfeligkeit dienlichers, nod) |nach, auch Pabſts Pauli Ill. Namen verwaltet,
etwas zu diefer Kochbedrängten Zeit der Ehri-| Darum habe ich als ein Menfch, dem diefe
ſtenheit nothwendigers auf euch nehmen, als Sache fehr zu Herzen gehet, der ich ein Bir
was ihr bereits für Die Kirche, d. 1. für SE: ſchof bin, fo nothwendig wiſſen muß, was in
fü Chriſti Braut, Die in groſſem Sturm und der Kirchen GOttes vorfällt, und der nicht weit
Gefahr ſchwebt, auf euch genommen, Wenn von hinnen war, allerdings mit GOtt zu der
ihr ige num mit ganzer Macht und Ernſt hel- Zeit, da ihr dieſe Zuſammenkunft anſtelletet,
fen wollet, ſo thut ihr gewiß etwas anſtaͤndiges. mich hieher begeben muͤſſen, da ihr als gelehrte
Denn wo dieſe Sache es nicht iſt, fo iſt es ger und fromme Leute aus ganz Deutſchland in
wiß ſonſt keine, da man allen Eifer, Fleiß ſolcher Menge euch über Chriſti Sache beſpre⸗
und Sorgfalt. anzuwenden hat. Darum fahret | chen wolltet, und da ich wußte, es würden auch
fort, und laſſet euch felbige ja wohl zu Herzen |einige gelehrte und goftfelige Männer aus Star
geben. Ich will indeflen, da ic) eud) in hohen lien und Spanien herbey Fommen : fönntejich
und wichtigen Gefchäften bemuͤhet ſehe, eud) da inmeinem ganzen Leben eine befjere Gelegen—
zu Gemüthe führen, was ihr garbefonders ftets |heit fügen, da ic) zu meinem Nutz mehr hätte
vor Augen haben müßt, und welches Der Zweck von ſolchen Dingen lernen und hören können, die
affer diefer eure Bemühung feyn muß, nemlid) |zu Vertheidigung des Kirchenfriedens und zu
der Kirchen Fried und Einigkeit. Denn in fo | Erlangung des eivigen Sebens und Seligfeit ges
groffem Sturm, den GOtt verhenget, da euer hoͤren? Aber zur Sache felbft- Denn ich hoffe,
und alfer Leute unfrer Zeit Wis und Nachden⸗ ihr werdet die Urfache meiner Neife zu euch
£en Eaum zureicher, babe ich mic) auch ges |fchon billigen.
ſchaͤmet zu fchlafen und müßig zu feyn. Die) 3. Was vorigen Jahres zu Frankfurt, und
aber, was ich nun fehreiben will, nehmet zur vor wenig Monaten zu Hagenau unter den Fürs
Hand und lefer es irgend einmal, wenn ihr bey fen und Ständen des Reichs, und felbft mit
— Kay⸗
1
592 + 1% Abſchnitt.
KRänfer Carls V. Zuftimmung, gefchloffen und
geordnet worden, willen wir, daß ihr eben jegt
albier handeln, d. i. euch über das Geſchaͤfte
ber Religion befprechen werdet, darinnen viel
und groffe Streitigkeiten entftanden find; und
daß ihr infonderheit alle Artikel, fo das zu Aug-
fpurg ausgegangene Bekenntniß und Apologie
(oder Rechtfertigung deffelben) enthält,genau ers |
wegen und fleißig auf Mittel und Wege finnen
werdet, wie die Eintracht der Kirchen hergefteller
werden fönne. Denn dag hat euch beyde Tag⸗
faßung (oder Zufammenkunft), deren ic) nur
gedacht, fowol als des Käyfers Ausfchreiben
diefer Zufammenfunft, befohlen. |
4. Es iſt aber diß freylich eine groffe Sache,
"über Diein jeßigerZeit (obbefagter maflen,) nichts
Don dem Colloquio zu Lose.
553
nichts rechtes denfen und urtheilen Fönne von
dem, was den Schöpffer felbft und JEſum
Ehriftum, feinen Sohn und Erben, angehet;
und daß der Ölaube, durch den wir gerecht und
felig werden, eine Gabe GOttes des Schoͤpf⸗
fers felber, das ewige Leben, das Erbe, welches
er denen, die ihn lieben, verheiffen, die Kir.
che eine Braut Ehrifti fey, und daß ihr alfo
mit aller eurer menfchlidyen Weisheit und Ges
lehrſamkeit, ob fie nod) fo groß fey, von un«
ferm Glauben, Erbtheil und der Braut Chris
fti recht Handeln und etwas gutes ſchlieſſen koͤn-⸗
net, wo nicht der Lirheber des Glaubens, der
HErr des Erbtheils und der Bräutigam felbfk,
bey euch fey. Darum laffer alleeure Hoffnung
und Gedanfen auf den gerichter ſeyn, welcher
groͤſſers, wichtiger, nothwendigers, und vor der GOtt der Hoffnung ift, und allein aus bey:
- eure Klugheit anftändigers feyn Fann. Und
hoffen alle Fromme, ihr werdet hierinne recht
nad) eurer Tugend handeln, und infonderheit
redlich darauf bedacht feyn, Daß ihr die Einig-
den Parteyen eine machen Fann. Denn we
euer Sinn und Murh irgend auf efiwas anders
ſtehet, und in Chriſti Sache etwa foldye Din-
ge im Kopffe habt, die Fleiſch und Blut raͤth:
keit und Frieden der Kirche und Ehre GOttes ſo wird alles vergebens ſeyn, und ihr werdet
befördert, und in den Schranken eures Befehls weder der Seelen Heil noch eurem Bes
mit hoͤchſter Treue und Beſcheidenheit bleibet, ſten etwas dadurch helfen. Ihr wiſſet, wer
und in Summa nichts anders gedenket und thut, geſagt hat: Ohne mich koͤnnet ihr nichts
als daß ein Mittel zu Friede und Eintracht aus thun; und: Alle Pflanzung, fo mein Das
gefunden werde, welches ihr auf dem bald zu ter nicht gepflanzer hat, wird ausgerotter
Regenſpurg haltenden Reichstag angeben und werden. Ich fagenocheinmal, was ihr nim⸗
ſamt eurer ganzen Handlung darlegen möget. mer aus den Gedanken laffen werdet, alle eu«
5. Hier habe id) nun etwas weniges zu ge- re Hoffnung, Rath und Gedanken muß auf
denken. Ihr Babt, lieben Brüder, Chtiſti GOtt gerichtet feyn, daß ihr nicht menſchliche,
und der Kirchen Sache vor die Hand genom= | fondern himmlifche Dinge ſuchet. Wenn nun
men: alfo werdet ihr zudörderft etwegen, daß der Grund alfo auf dem Eckſtein, welcher Chri⸗
ihr Chriſti Leib und das Haupt felbft, Chri- ſtus ift, gelege und beveftiger worden: fo will
um, in der Hand habt: alfo gebeut Die Sa- ich nun weiter gehen. er
che ſelbſt ohne mein Reden, was vor Befchei-| 6, Es find einige unter euch, die oft zu Fla-
denheit, Reinigkeit, Keufchheit, Ehrfurcht gen pflegen, es wäre viel Böfes in die Kirche
und Andacht dabey nötig fey, ihn alfo zu be eingeſchlichen, darum ihr begehret, daß fols
ruͤhren (oder zu betaften). Ich fage mweiter|ches abgefchaft und die Kirche wieder zu ihrer.
nichts: gedenfer und überleger fleißig, daß ihr | vorigen Reinigkeit und Regel gebracht werde.
jest alle Glieder und das Haupt JEſu Chriſti, Ich fehe alfo, daß ihr nad) dem Kiange der
des lebendigen Sohnes GDftes, Schöpffers | Worte fehon mit uns einig feyd, denn ihr wollt,
aller Dinge, der einmal wieder das gerechte und daß man das Böfe oder Fafter abfchaffen und
ſchreckliche Gericht über euer ganzes Leben und Idie Kirche reinigen folle: im Berftande aber
alle euer Thun Kalten wird, betaſtet. Inglei des Worts (Safter, Fehler,) nicht einig feyd.
chen bedenket, daß der Menſch eine Ereatur |Denn wir nennen Gelz, Hoffart, Grauſam⸗
GOttes ſey, und alfo an und von ſich felbft Feit, Unmäßigfeit und andredergleichen Schan-
Rusberi Schriften ı7. Theil, Pp de
- a
54 Cap. ıg. Von der durch Convente u. Reichstäge gefuchten Religionsvergl, sag
de und Uebelthaten im Leben Schlex ( after) Jahr Bürgemeifter gewefen wäre, haͤtte es nich
ingleichen auch alle Uebertretungen, Unrecht, fo gemacht, wie unſer Buͤrgemeiſter, Id) haͤt⸗
und Verderbniß in der Lehre und guten Ord⸗ te es anders angefangen, und anders mit euch
nung; welches letztere wir auch mit einem naͤ⸗ gehandelt und gepaaret. Inſonderheit haͤtte ich
bern Wort Mißbraͤuche nennen. Ich ſehe vieler Bürger fo verkehrtes Leben nicht verfras _
aber, daß ihr auch nicht allein dieſes Fehler |gen, noch fo langſam und träge, mie er, daı
(oder etwas Boͤſes) nennet, fondern auch ver⸗ thun koͤnnen, fie zu züchtigen, wenn ich audy
fchiedene Lehren und Drdnungen , die wir nun alle Bürger auf einmal hätte zur Stade bins -
feit viel Hundert Jahren in der Kirche gebrau- aus jagen follen. Viele nun von denen, auf
chen. Ich wifl aber erft von jenen, hernach welche jener fo loszog, da fie den Handel gar
aber auch von dieſen; von beyden aber Fürzlic) |fehr wohl verftunden und alles Elüglicy bedach⸗
handeln. | fen, erleben ihn an, er follte einmal die Regie⸗
7. Bon den erfteren geftehen alle rechtſchaf Irung antreten. Er that es. Siehe! da er es
fene teute, Daß deren viel in einiger Leben und nun gethan, fo macht er es eben fo, mie die
Sitten eingeriffen. Denn fo pflegt es zu ge: andern, welche er vorher getadelt harte: inſon⸗
ben, daß der menſchlichen Schwachheit viel der heit bedachte er ſich in allem wohl, und fuhr
Gebrechen anhangen, und immer einmal mehr nicht zu hitzig, wenn etwa der Buͤrger Sitten
als das andre. Und iſt ſeit dem erſten Anfang zu beſſern waren, Da man ihm nun derglei⸗
und Grund der Kirchen, da fie von den aller» chen vorhielt, fprach ers Ich faß vorhin zu
Beiligften Küngern Chriſti felbft regieret wor. | Haufe an einem niedrigen dunfeln Dree, da
Den, faft Feine Zeit gemefen, da fihnicht MiB- lich nicht alles überfefen Fonnte, was ifr aus
brauche geäuffere. Man muß aber bemuͤhet dieſer oberkeitlichen Stelle überfaher, und was
ſeyn, fie auszurotten, wenn fie wieder anwach⸗ Jich jeßo fehe, da id) an diefen hohen Dre und
fen. Kein Srommer leugnet fie, niemand ver: | Stelle fommen. !
£heidigt fie. Und ich weiß, Daß ganz neulih] 8. Wenn nun jemand geſtehet, daß zwar in
einige abgeftellet worden, und die andern auch bürgerlichen Gemeinden, mo das verderbte Le⸗
nach und ned) ausgefeget oder weniger gebraudhr | ben der Buͤrger zu beffern, fehr lindeundflüge
werden follen. Und billig fage ich, nach und lich zu handeln und zu warten, daß ſich mit der
nach; denn wenn wir etwa mit Feuer und | Zeit einige Schwierigkeiten heben laſſen: fomuß
Schwede Grauſamkeit üben wollten, um die er nothwendig auch geftehen, Daß in der Kira
alte Seuche gleich auf einen Tag wegzuſchaf Ihen GOttes aud) fo zu handeln fey, weile
fen: fo würden mir alles nur erbittern, und ſonderlich Glimpf, Güte, Geduld, Fieber.
vielleicht gröffere,langmweiligere und gefährtichere |brauchen muß, daß wir die Seelen Thrifti obs
Wunden ſchlagen. Ihr ſollet aber wiſſen, daß ne Aufruhr, Lermen und Gefahr gerinnen, ı
Die, welche GOtt, von dem alle Gewalt her. | Wiewol ich bekenne, wir wuͤrden viel beſſer ge⸗
fommt, im die Höhe, gleichfam als auf eine than haben, wenn wir gleich In einer Stunde,
arte, über die Menſchen geſtellet, Städte) (denn ich will nicht fagen Tage, ) alles vertilget
und tänder, Reiche und Herrfchaften, ja,die hätten, mas Chriſti Ehre hindert; und, wolle
Kirche und alles Heilige zu regieren, vieles fe te GOtt! daß wir fo ftarf wären. Ich bitte
ben, fo unſern Augen verborgen ift, die wir euch aber um feines Namens und Blutes wil⸗
nicht herrſchen, und nicht viel von Regiments: len, haltet unfrer Schwachheit etwas zu gut;
fachen wiſſen. Es Bat zu unfrer Zeit in einem laßt uns nach und nad) abfchaffen „was irgend
beruͤhmten Staat ( oder gemeinen Weſen) Ita⸗ nach und nad) eingeſchlichen, fo der Nachfolge
liens ein ‘Bürger gelebt, der vor ſich geweſen und Lehre Eprifti zuwider iſt. Kurz, was die⸗
and fein oberkeitlich Amt annehmen wollen, ja, ſe Fehler und Mißbraͤuche abzuftellen betrift,
die getadelt hat, die dergleichen er N wiſſet, daß man foldjes gar nicht verachte:
Baben, Ich, (ſagte er immer, ) wenn ic) diß denn man HE Damit befehäftiger, und ic) 4 ö
.-
BER W
36 IL Abſchnitt. Don dem Lolloquis zu Worms. 97
fe, fie follen abgefchaft werden. Sebhet ihr von der Erbfünde, fo einige wichtige Artikel
N Andre lie zu unferen Zeiten vor viele mit ſich führer, die darunter mit ſtecken und da«
und gute Röpffe und Leute erwecket, und fiezum zu gehören; ingleichen, wenn man auf andere
. Theil neulich der Roͤm. Kirche zugefchicket ; an. ‚folgende fommen wird, die Bier nicht zu benie«
dere aber andermeit ausgeftrenet, daß fie, mo men nöthig ift: fo behalter diß ja veſt und lafs
deren einige Bifchöffe find, ihre Bezirke be- ſet eud) wohl befohlen feyn, daß diefe Zeit und
fonders felbft regieren, und ſowol mit Predigt | Dre Feine Saufeleyen ( Ipedtacula ) Haben wolfe
als $eben erbauen, welches alle für Das eigene: |von Wortftreit oder andern Grillen, da man
liche und nothwendige Amt der Bifhöffe hal. feinen fcharfjinnigen Berftand, Beredſamkelt,
ten (und gehet man damit um ‚daß ein jeder fein groſſe Gelehrfamfeit , vieler Dinge Gedaͤchtniß,
bey feinem Beruf und Amt bleiben folle); wo |und dergleichen zeigen wolle: Man Kat aller
fie aber. Eeine Bifchöffe noch Seelforger,, fonft |dings etwas wichtiges und groffes zu thun.
aber redliche Seute und Liebhaber Chriſti find, | Darum laßt yon eurer Verſammlung alies
deren es jeßo viel gibt, Diefelbe Hin und wieder | Wortgezänfe und eitele Dralerey enrfernet fern.
- ab» und zureifen, und von ihrem Feuer das euer | Hernach gedenket, daß ein Theil ver Lehren und
- in anderer Herzen anzünden. Puncte, davon in Demfelben Augſpurgiſchen
9. Meynet nicht, GOtt thue das vergeblich. |Befenntniß und Apologle gehandelt wird, und
Denn er iſt freylich ein verzehrend Feuer, wie davon ihr eben unter euch Handeln mollee, vor
Paulus gefage hat; fondern glauber veftiglich, |diefen Zeiten ſchon von vielen trefflichen Leuten
08 werden aus diefen Kolen mit der Zeit grof- unterſuchet und ausgemacher worden, und fes
fe Lichter in der Kirchen angezündet werden, het zu, daß derfelben Alten Verſtand und Ur«
welche die Finfterniß und Mache der Kirchen eheil nicht geringe geachtet werde. Denn es
vertreiben. Darum werdet ihr in diefer Un⸗ hat auch damals gelehrte und fromme Leute gegen
terredung vornehmlich auf das Wichtigfte fe | ben,und die vielleicht beſſer geweſen, als wir. Und
ben, daß ihr nicht eben fo fehr für Mißbraͤu bildet euch nicht ein, daß fie foger des rechten
- che zu forgen habt. * Weges verfehlet, und ohne Gnade GOttes,
10. Ich komme nun zum andern Stuͤck, die fromme Herzen erleuchtet, geweſen, ſon⸗
nemlich zu den Lehren und Ordnungen, die euch derlich zu der Zeit, da ſie ohne Neid, Abgunſt
in der Kirchen GOttes falſch oder unrecht zu und Feindſchaft, nicht bloß **) für die Men⸗
ſeyn duͤnken. Wenn ich in dieſem meinem ver: ſchen daſiger Zeit, ſondern für Die ganze Nach⸗
trauten Geſpraͤch (denn ſo nenne ich das, und kommenſchaft die Sache der Kirchen und der
Feine Rede: denn id) begehre hier keinen Ned»! Seelen gehandelt haben. Es Hat in folgenden
ner abzugeben, ) mir heraus naͤhme, als ein| Zeiten wol allmaͤhlig und bey Gelegenheit ein
Menfd) one Beruf meine Meynung bey euch! und anderer Mißbrauch und Aberglauben mie
zu fagen und euch vorzufommen: fo koͤnnte ich unfer die guten Lehren einfchleichen Fönnen.
auf viele Art getadele werden. Darum mwer:| Dergfeichen will ich gerne von Grunde aus ver⸗
de ich dißmal meine Meynung davon verfchiei- |tilgen und den Dit reinigen lafjen ; aber ihr wer⸗
gen. Hoͤret aber, was ich fagen will. Das Be: | det doch fleißig auf Die erften Satzungen und _
kenntniß und die Apologie ( oder Rechtfertigung | alle ihre Kraft und Gortfeligkeit mit ſehen, daß
derſelben) davon ic) geredet, haͤlt in fich den | fie wenigftens einen guten Anfang gehabt, und
erfien Artikel von dem Dreyeinigen GOftt und alſo der frommen Leute, unferer Vorfahren,
dor dem ganzen Weſen und Natur deflelben. | wahrzunehmen, die dergleichen nun mol über
Darüber haben wir feinen Streit. Denn die| 1000 Jahr eingeführet Haben (mo fie fie nur
Theologen der Proteftantifchen Fürften haben | eingeführet und nicht vielmehr aus der Hand
nie etwas angetaftet *), was die Grundlehren derer, die vor ihnen geweſen, ja, faſt aus der
und das Wefen der Gortheit belanger. Wenn | Apoftel eignen Hand empfangen haben ); oder
. man aber auf den andern Artikel kommt, nemlich | die — und gehandelt haben in der r
A p 2
\
558 Cap.ıg, Donder dur) Conventeu
he und Haufe GOttes, bey welchem der Trö. jwelches Das meifte
Eee
x
fler der Heilige Geiſt nie gefehlet hat, es ſey und daß man manches zum beften be
venn daß man Chriſtum, ver die hoͤchſte Wahr- Jauf der Seite anfehen müffe, fo ſich am beften,
beit gewefen, zum Lügner machen wolle, Doc) ſchicken möchte, Haß und Streit zu mehren,
gefeßt, es fage jemand, daß fie ohne Wort
GoOttes eingeführet worden: fo Fann man das
wol fehmerlich behaupten-von den Männern,
Die nicht nur in ihrem ganzen $eben das Evan-
gelium ftudiret Haben, fondern auch fehr gott:
ſelig, unſchuldig und heilig gemefen find. Ich |die kehren und Sagungen , Die wir behalten,
einige unter euch aber abgefchaft haben, find
frage euch aber:. wenn nun JEſus Chriſtus
dieſelben Saßungen (ungefchriebene Lehren)
im Evangelio gleich gar nicht gelehret hätte, fo
eu, Reichstäge gef
ET
—* F Pla Y
n Rcligionsoni
edlen eig
nicht allein um des Friedens: willen eures
Volks, ſondern auch zum Beſten und höchften
Noth der ganzen Chriſtenheit. Hier ware &
14
wohl nötfig, Erempel davon zu geben, und Die
vorhabende Sache ein wenig zuerflären. Denn
nicht einerley Gattung. Denn einige find hei-⸗
liger oder gottfeliger,, als die andern: einige
wenig als die Apoftel, (denn ihr Herren pro:
teſtantiſche Theologen pflege faft alles zu ver-
werfen, was nicht Chriftus und feine Jünger
dienen nicht fo zum Glauben und gottfeligen
teben zeinige find neu auffommen ‚andereaber.
älter und gegründeter. Darum follte ih nun
Elar gelehret haben, ) ob ihr fie auch alsdenn in |fagen, welche !ehren und Sasungen ic) jeßt
der Kirchen abgefcyaft wiffen wolltet, ob fie |gemeynet, und welche Auslegung ih meyne,
gleich zur göftlichen Schrift ſtimmten (nemlic) daß davon zu machen ſey. Das fhicte fih,
ihren Zweck ».» ) und dienſam wären, Die Lie⸗ ſage ich, wohl daher. Ich habe aber nur vor- ⸗
be und Öottfeligkeit zu erhalten, und gute Drd- hin gefaget: ich wolle mich in folchen Handel
nung und Kirchenregiment zu beveftigen ? Ich nicht einlaffen, der euer Werk it. Ich über ⸗
halte nicht, daß einer unter euch fagen werde, gehe ſolchen demnach), und. fahre indeflen fort,
Daß fie dennoch abgefchaft werden müßten. |von andern Dingen zu reden ‚bis der gewünfd
Wenn aber jemand fpräche: fie ftimmten nicht |te Tag eines Concilii fomme ‚da fowol ih (wir ⸗
zur Schrift, koͤnnten auch unfere Gottſeligkeit wol der geringfte und aleichfam eine unzeitige
nicht erbauen oder erhalten, noch das Kirchen, |Geburf,) als ale Menſchen aus andern Voͤl—
regiment flüßen: fo will ich mid) Binwiederum kern von allen Artikeln ihre Meynung frey far
—— — Dee — an gen mögen.
eit und Heiligkeit jener heiligen $eute, die fie | *, attieiftis für atti —— |
uns dinterlaffen haben, allzufrech und ſtolz ver: — en *
achtet. Ich halte zwar viel von unſerer Zeit, | **) Solis, nicht folus,
denn es find Darinnen viel gelehrte Leute aufge: ;
treten. Doc) find wir ihnen noch lange nicht an | zı. Indem ihr aber diß alles, fo ich gefagee
Unſchuld, Redlichkeit und Eifer gegen GOtt, fo | babe, vor euch nehmer: fo fehet ja fleißig zu,
unſre Vorfahren gehabt, gleich, und find noch [daß ihr die Wunde der Kirchen nicht gröffer
lange nicht fo in feiner Liebe gewurzelt ‚wie fie; |machet, noch fie meßr in Stuͤcken zerreiſſet.
wollte aber GOtt! daß wir es wären. Was Weg mit aller Parteylichkeit, fo etwa einige
denn diefelben Lehren und Saßungen betrift , unter eud) ift, und mit allem befondern Streit
fo laßt doch das Anfehen derer, davon ic) jego [eurer Fürften und eurem eignen! Laſſet dage⸗
geſagt habe, und denn aud) fo vieler Jahre, gen verföhnliche Gemuͤther, das Verlangen
ja Jahrhunderte Brauch, von dem man nicht nach dem Frieden GOttes und der Ehre unfes -
leicht weichen muß, etwas bey euch gelten. Ires GOttes, und eine völlige Siebe unter ein»
Hernach denket aud), Daß jet vom Friede und | ander ſtatt finden, daß ein Theil ſich nad) dem
Einigkeit der Kirchen gehandelt werde, die fo |andern richte, Daß Daraus der Vergleich ent:
noͤthig ft, nicht Haab und Gut, fondern gar ſtehe, fo wir Einftimmigfeit oder Eintracht
das Leben , Freyheit und Ehre zu erhalten, und, Inennen mögen» ee
12, n 4
0, 1.Abfehnier, Don dem Colloquio zu Worms, ft
13. Gnilich fol Ähr gebenfen, daß die Kir» © 6) voll Sioietrac
ionen fonderlicy voll Zwietracht und Ge«
gl n Eprifti Braut fey, und daß alfo fahr ift; fo wird es —— Gottſeligkeit
er Leib Chriſti, und wir alle, fo Chriſti Mit⸗ der ganzen Chriftenheit ausfchlagen, und den
erben find, unter einander diefes Leibes Glie- Glauben Eprifti und die Kirche beveftigen,
\ derfeyn, nemlidy von feinem Fleiſch und von wenn ein allgemeiner Synodus oder Eoncilium
feinen ©ebeinen , wie Paulus ſaget; darum fie |gehalten wird, da einmal der Zuftand in
‚eine einige und ein Körper feyn müffe. Sonſt ge· Deutſchland berubiget werden. mag, Daß er
ſMahe Chrifto, unferem Haupte, groß: Un-|nicht ärger werde, und daß andere Nationen
| recht ‚wenn ein Theil von ihm und dem andern bezaͤhmet und abgehalten werden, nicht in glei⸗
che Trennungen und Gefahr zu verfallen. Eis
Koͤrper ſich abrifle: viel mehr aber, wenn fol-
\ her Theil wieder in Eleine Stüden zerfiele. nen ſolchen Nutzen aber würden wir nie haben
13. Nun muß ich ein wenig von der Ge |von einem bloſſen Nationalconcillo bey euch.
‚fprächverfammlung ( Synodo) fagen ;denndas | Denn was würde da vor. eine Einigfeit oder
‚gehöret wol unitreiiig mit zu unferee Sache. | Sicherheit der Kirchen, oder vor eine Ein
Fanget an von den Zeiten, da die Kirche am tracht unter Chriftenvölfern, was vor eine
‚meiften geblüßet hat, da Die Apoftel JEſu freundſchaftliche Siebe und Ehre Ehrifti heraus
Chriſti darinnen das Evangelium ganz nen ge: |fommen, wenn ıhr allein etwas unter eud) über
lehrei Haben, und gehet durch alle Zeiten hin- der Glaubensſache fehlöffet , welches weder
unter, daß ihr. euch alles vor die Augen und | Frankreich, noch Italien, noch Spanien an«
vor die Sinne ſtellet, was darinnen vorgegan- naͤhme? Denn feine von diefen Nationen wird
gen: fo werdet ihr, wenn ihr lefer, Daß | fo leicht etwas gelten laffen , das nicht in einem
über dem Ölauben und Religion ein Streit ent allgemeinen Concilio geſchloſſen und einmuͤthig
ſtanden, auch gleich leſen, daß man Zufam- vorhero gehandelt worden. Alſo wuͤrdet ihr
| menfünfte angeſtellet, auch in denfelben Zeiten | mit eurem Deutſchen Eoncilio allein von als
| der Apoftel, (das haben nicht allein weife Men-|len andern Nationen, mit ihrem groffen
ſchen, fondern auch der Heilige Geift ſelber Schimpf und Verachtung, getrennet bleiben.
, für das befte Mittel gehalten, die Uneinigkei. Ich meyne aber auch, daß das des Känfers
ten und Empörungen der Kirchen zu ftillen ‚| Mennung gemefen , daß nad) diefem eurem Ge⸗
‚den Haß zu dämpffen, die Waßrheit heraus ſpraͤch, und nad) dem Reichstag zu Regen
zu bringen,) und Daß die Wahrheit alfo öfters |fpurg, dergleichen allgemeines Concilium ges
| ‚offenbaret und erläutert, das termen geſtillet, halten würde. Denn der weife Fuͤrſt hat ges
der Haß gedämpffet, und alles wieder durch | wollt, daß ihr indeffen die Sache unter euch
‚ geiftiiche Zufammenfünfte (fynodos) in Ru |Kandeltet *), und daß eure Gemuͤther, die. we⸗
he gebracht worden. Denn da ergieſſet ſich die gen Des langen Streits etwas getrennet und er-
‚ ‚Liebe und, Weisheit GOttes reichlicher, alsan bittert gefihlenen, allmählig gelindert und ver-
derweit, in. den Herzen der Menſchen aus.|einiget würden, wenn ihr über Chriſti Sache,
Da nun dem alfo, warum bemüßen wir uns |der unfre Verſoͤhnung und Friede ift, euch un⸗
denn nicht einmürhiglid) , daß fold) heilig Conci- ter einander beſprochen haͤttet. Und hier: er»
lium mit allernädyftem verfammlet werde? Da | mahne ich euch, der ich euch alle für Brüder
iſt der rechte Dre, wo gelehrte, fromme und halte herzlich, daß ihr allen altenZanf, wo noch
kluge Leute, ‚nicht aus einer oder der andern Ge: irgend einer übrig iſt, ableget, und anziehet
gend ‚fondern aus allen Nationen und Reichen | die Waffen der Eintracht, die Waffen des
ermählet, von des Glaubens und der Religi- Friedes, die Waffen der Siebe. Das müflet
on Sache handeln: denn fie ift allen Völkern | ihr thun, wenn ihr entweder eure eigne Ruhe,
und Nationen ‚die in Chrifto durch die Taufe | Wohlfahrt, Sicherheit, Lob und Seelenheil,
und Heiligen Geiſt wiedergeboren ſind, gemein. oder der ganzen hoͤchſtloͤblichen Deutſchen Na»
Denn obwol euer Deutſchland jest vor allenition Friede, Ruhm, Seelen ur
| P 3 ig
hir
- SS 5 E EA
ker. 16. Und hüter euch, daß wir einmal nicht
. *) erudiretis, glaube es foll agitaretis, ober ein auf den Argwohn gerathen, fondern gar Deutſch
heraus fagen muͤſſen, ihr trauetet eurer Sache
ander Wort ſeyn.
602 Cap.ıg, Don der durchConvente u. Reichstägegefuchten Religionsvergl. 603
Nike eder Epeifi und der Catfelifhen Kir» j0aß alle, Die euch und der Epeiftengeit Gutes
chen Einigfeitund Friede befoͤrdert wiflen wol⸗ ‚gönnen, es gerne gehalten haben wollen.
Ar
—
Ay}
—
14. Sich komme aber wieder. aufs Concilium. nicht, und wolltet euch von einem allgemeinen
Ich Babe nurgefagt, daß ohne Zweifel Carl V. Concilio nicht richten laffen, welches wir frey⸗
Roͤm Kaͤyſer, darauf bedacht ſey, Darum er die |lich einmal werden denken und fagen müffen,
fe Gefprächsverfammlung erft, fo zu reden, Imenn wir fehen, . daß ihr entweder nur ein
als Vorlaͤufer Diefes Concilii voraus gehen laſ⸗ Deurfch Concilium haben, oder über die Pun«
fen wollen. Wenn ic) aber den Käyfer nen- |cte eines allgemeinen ftreiten wollt, ehe ihr de
ne, fo menne ich allezeit Ferdinanden, Den Ro: | zu kommet.
mifchen König, mit, denn der har allem Rath| 17. Nun ſiehet ohne Zweifel niemand beffer,
und Anſchlaͤge mit dem Bruder gemein, ais als ihr felbft, ' wie es; um eud) ftehe; darum -
ein König von fuͤrtrefflicher Froͤmmigkeit, Un⸗ iſt eg unnoͤthig, daß ich eure Gefahr erft groß
ſchuld und Gottfeligfeit. Nun füge ich noch beweiſe und zeige. Denn ihr klaget ja ſelbſt
Binzu, daß Sraneifcus, der allerchriſtlichſte Kö: | immer, daß euch manche Gefahr indeflen obs
nig in Frankreich, ein Herr, der den Frieden |fchwebe, da eure tapffre und ftreitbare Nation
der Kirchen Herzlich wuͤnſchet und zu beför: |fo in der Religionsſache zertrennet und zerriffen
dern ſuchet, mit groffem Verlangen auf den iſt. Es ift gar kluͤglich gethan, daß ihr euch
Zag warte, daeinmaleinallgemein Concilium ſo fürchtet, denn eg ftehen euch wahrlich greu= -
gehalten werde, und zwar alles zu eurer Gi: |lihe Plagen und Gefährlichkeiten, die ſehr groß
cherheit und Beſten. und nahe ſind, bevor. Denn ihr habt euch
r5. Es möchte aber eines ſagen: Das Eon- vor innerlichen und buͤrgerlichen Kriegen zu fuͤrch⸗
cilium fetbft haben wir wol allezeit gewuͤnſchet, ten; welche, wie ſchwer und gefäßrlic) fie feyn,
und wuͤnſchen es noch, aber nur ein fein Chriſtli⸗ ihr habt ermeſſen koͤnnen, da vor wenig Jah⸗
ches und freyes, d. i. mit den Puncten, die du ren ſolche unter euch vorfielen, die aus eurer
ſchon weißt, der du von der ganzen Sache ein⸗ Zwietracht in Chriſti Sache erwachſen, zu der
mal bey uns gehandelt haft. Antwort: Darauf Zeit ſonderlich, da der Teufel und alle Unhol⸗
fage ich: Kleben Brüder, wo ihr recht vom Ei» dinnen (Furien) die unzähligen Haufen Baus
fer des Haufes GOttes gefreffen werder, fo bit- |ren, fonad) eurer Bürger, Priefter, Fürften,
te und fleße ich euch bey folhem Haufe GOt. Geid und Gut ſchnappeten, aus den Dörfern
tes, daß ihr nicht diß Gefchäfte des Eoncitit und Flecken zufammen trieben. Was folltet
erft mit vielen Puncten verwirren und aufhal⸗ ihr da von folchen Leuten, die nicht viel anders
ten wollet, denn fonft verzögert und hindert ihr als wildes Vieh waren, vor Mord und Jam⸗
das allergefchtwindefte und befte Mittel wider mer haben über euch Fommen fehen, wenn.
alle eure Gefahr und Unheil; vielmehr verſchiebt GOtt niche die Gefahr gleihfam nureinen Au
alle eure. Forderung und Streit, ſowol wegen |genblic gezeiget und wieder weggenommen, daß
den Richtern im Soncilio, als wie weitdas An- ler euch mit feiner väterlichen Gnade von der
fehen (oder Ausſpruch) andrer Eonciliengelten | Zwietracht, Daraus folch Unheil entftund, zus
folle, auf die Zeit des Concilii. Denn da wird | Eintracht ziehen möchte, dadurch alfo derfelben
end) der Heil, Geift lehren, was für Chriſti Wuth und Ruchloßigkeit, dergleichen Gefahe
Ehre und der Catholiſchen Kirchen Sicherheit| man ben nahe nie erlebe, geftenert worden ?
zuthun ſey, und eure Rathſchlaͤge und Gutbefin | Denn man Bat ja leider! gefehen; man hat al-
den mit dem unfern, und die unfern mit den eu. Terdings gefehen ‚ daß allenthalben auf dem Lan⸗
ven vereinigen. : Laßt euch indeß nur diß gewiß | de gefenger und gebrennt worden, daß fein Als
ſeyn, daß euch das Concilium noth thue, und| ser, Stand oder Hoheit verſchonet, wider a
.Abſchnitt Von dem Colloquio zu Morms. 605
| Grimmes gewuͤtet, wer, Natur von der Maria angenommen. I
er geift» nody weltliche Perfonen geſchonet, Schande und Greuel unferer Zeiten ! So verfal«
nur über den. Adel her gefahren, und a s auf len wir endlich nach und nach, wenn wir die
Schwerdt und Gewalt gefeget worden. Kirche, d. i. den Pfeiler und die Grundveſte
18. Hernach hat man ſich auch vor austoär | der Wahrheit zerreiffen, und den Riß nicht
tigen Kriegen zu fuͤrchten: denn fie werben fe | gleich wieder zumachen und verſtopffen. Ich
i —3 ja ſehen vielmehr ſchon, wie euer Zank erſchrecke, wenn ich bey mir bedenke, wie viel
ind Streit zunimmt, und werden euch zu Der|taufend Seelen, die Chriſtus mit feinem Blut
zii überfallen, da fie fehen werden, daß ſol · abgewaſchen, ver Satan indeß bey ©elegen«
he Lineinigfeit am ftärfften ft; oder. werden heit dieſer zwey unfeligen Secten geraubet. Und
auf Gelegenheit warten, wenn euer Vaterland wir dürfen nicht Hoffen, daß fo eine groſſe Frey
am meiften durch innerlicye Kriege hingerich- heit oder Frechheit goteiofer Lehren Fünftig ges
get und geftirzt worden, da werden fie über |hemmer und meggenommen werden werde,
euch) Berfallen mit gröftem Grimm und ihrer ge: | Denn es werden immer wieder nene Ungeheuer.
wohnlichen Graufamfeit und Gewalt. GOtt hervorwimmeln, immer werden wir *) neue
verhuͤte es in Gnaden, und wende alles beforg- | Waffen und neues Blur, immer neuen Ver—⸗
che luſt und Schaden an vielen unzähligen Sees
19. Solche Gefahr detrift eure Güter, Va: | len fehen, wenn euer Zwietracht nicht geſtillet
terland, Freyheit, Leben, Weib und Kind.| wird, und wir nicht eine recht veſte, wohlge⸗
Indeß aber ſchwebt noch viel eine gröffere Ge | gründere und beftändige Kirche zurechte flellen, _
fahr, nemlic) der Serien, ob. Denn ihr muͤſ | die einen **) einigen Glauben lehre (denn eis
fer gedenfen, daß aus eurem Zwietracht und| nes ift allerdings noth, welches die Wahrheit
Steeitigfelten Menſchen hervorkommen, Die) feiber gefagt hat, fo daß niemand fonft anders
die wahre Speiſe und den wahren Tranf und| lehren oder denken kann oder mag). Denn
Nahrung unfrer Seelen, Über welche wir nichts] die ungeheuren feltfamen Lehren, davon ich ges
Hieblichers, theurers und göftlichers haben ‚| ſagt habe, find nirgend anders fer entſtanden,
aus der Kirchen ganz hinwegreiſſen wollen, d. als aus der geftenneten und zerriffenen Kirche,
3. welche öffentlich Teugnen, daß im Abendmahl und aus der frechen Freyheit zu lehren ,- die fich
der wahre Leib und Blut Chriſti ſey. Diefe| ein jeder Böfewicht in foicher Verwirrung und
a bat) = N — in nn “H wuͤſtem Zuftande der Zeiten herausgenommen,
offen Stadte Deutſchlands um ich gegrif-| =), Er ziefet auf die Cadmeiſche Brüder, die geri-
Fr und nicht etwa nur eine oder andre Stadt, | : ſtet — area aus der Giten, =
ondern die allermehreften und vefteften Städ-! *”) vnam ſteht. Es muß aber freylich Ades oder
fe und Sander in der Schweiß, die man Can.| oätrina verfanden werden, ——
tong (oder Kreife) nenne, engeftecket. Und| 20. Ich habe zwar ungerne und ganz mit
gebe SHE! daß es wahr fey, was ich von euch Wehmuth ſowol der Sacramentfhwärmer, als
neulich gehört habe, daB einige gelehrte Män-| der fchändfichen Tollheit der Wiedertäufer ge⸗
ner, Die eine Zeitlang diefer Irrigen Meynung dacht. ch habe e8 aber darum zu than für
geweſen, fie verlaflen, und esmun mit uns hal. gut befunden, daß ich euch die Hochwichtigen
ten, und in ſoſchen Städten und Landen nun| Urſachen por Augen legen möchte, um welger
ein anderszuiehrenangefangen. Hernach muß willen ihr Tag und Mache drauf denfen moͤch⸗
man gedenfen, daß aus eben der Zwietracht fer, die fo noshwendige Eintracht, das iſt, eu=
der. gottloſe Schwarm rafenver Menſchen ber: | ver Seelen und Leibes Heil und Wohlfarth zu
vorko mmen, ſo man Wiedertäufer nenner, ſo befördern. - Ach habe gefagt, daß feiche durch
lauter feltfante Namen und Ungeheuer find, die] ein allgemein Comilfum am beften wieder her⸗
auf eine verfluchte und greuliche Art zu leugnen! geftellet werden möchte, Das iff auch), wie
ſich unerſtanden, daB GOtt die menfhlichel mich duͤnket, die Meynung ber ganzen a
1
a RN
606 Eap. 18. Donder durch Eonventeu. Reicharäge gefüchten Religionsvergl. 607
gänien Sarnile ein veranät, vun und
eniheit , Die ein gleiches erfordert; alle Länder
nn ‚ alle Fuͤrſten und Koͤnige ſind
fo gefinnet: ja, der Heilige Geiſt ſelbſt will es
haben und fiehet es für gut an, Darum müf-
fer. ihr auf folch Concilium denken; fold)- Con-
cilium ftets im Sinne haben, und auf fold)
wärtigneues Saft !- Sch laffe mir die gute Vor⸗
bedeufung, davon ihr ſchreibet, gefallen. Denn,
geſchmackten und verdrüßlichen Handlungen,
die hier angeftellet worden, bedeutet mer:
Concilium eud) bereit und gefaßt machen. Al⸗ den. Es kann nirgend etwas Täppifchers und
‚les aber, was wir, auch Denken, reden, anfan- |Eindifchers auf Die Bahne gebracht werden, als
gen und * es fen in was vor Sachen es |diefes. Nachdem, wie ihr wiſſet, dreyer Fürs
wolle, fonderlich aber in diefer, das müffen ſten Gefanöten, des Pfaͤlzers, des Marggra⸗
wir alles zur Ehre GOttes thun.
21. Inſonderheit laffet uns Fleiß anmenden,
daß mir ihn verfühnen und auf unfrer Seiten
haben. Es find aber die Opffer befannt, da⸗
fen und des von Sülich, hier angefommen, ha⸗
ben fie Eckens Weife oder Borfchrift verwor⸗
fen, und befcheidenrlich zu verftehen gegeben,
fie lieſſen ſich unſre Meynunggefallen. $. Gel:
durch GOtt verföhnet und uns gnädig wird, lius hat gar toll werden wollen, und das vor
wenn wir nemlich den alten Menfchen auszie: | etwas fthimpfliches und unerleidliches geachtet,
daß in feiner Gegenwart Dennoc) einige des
hen und den neuen anziehen: wenn wir Das vor-
hin nicht ohne Schuld oder Unheiligkeit gefuͤhr⸗ Pabfts Seite verlieffen und ſich zu uns ſchlͤ⸗
tes Leben ablegen, und uns mit Unſchuld ſchmuͤ⸗ gen, Darum bat er den alten Gefandten des
en. Wenn wie das thun, wird der HErr| Dfälzers und den Staatsfecrefarium (oder
unfer GOtt mit uns feyn, und von ihm, als Canzler) zu fich Fommen laffen, und gebeten,
der lebendigen und ewigen Duelle alles Guten, daß fie die Ihrigen die Eckiſche Weife (der
wird die Fülle auf uns herab flieffen ; nemlich Difputation) unterfchreiben laffen follten, Aber.
ftatt des Zankes und der Seindfchaft, Verſoͤh⸗ die haben auch ftandhaft fich deffen gemeigert.
nung und Siebe; ftatt der Gefahr, Sicherheit ;| Ich höre, man habe aud) an den alten Fuͤr⸗
ſtatt der Unruhe, Sriede und Ruhe; ſtatt der ften felbft einen Verſuch gethan. Hernach hat
- Mühe, Noth und des Krieges, lauter. Stille|man einen andern Rank erdacht. Weil fiege-
und Wohlfarth; ftatt des ewigen Verderbens, ſehen, daß: der Alefius *) ftreitbar wäre, ſo
fo man hätte fürchten müffen, ewiges Heil und ordnen fie, um daß er nicht , wie ehedem, der
Seben. Worms den 1. Januar. 1541. andern allen Stelle verträte, neue und eins,
zelne Difputationes mit den andern.an. Denn
| ‚1348. A fie hoffen, wenn fie fo einzeln ftritten, würden.
D. Phil. Melanchthons Schreiben an
Zoachim Camerarium von den Handlungen Eckens Streiche nicht fo verftünden, eher über:
Y zu Worms. d. d. Kratal. Ehrifti waͤltiget werden.
Aano 1541.
Ins Deutfche überfegt.
Un den berühmten und werthen Herrn Joa—
him Camerarium von Bamberg, der hohen
Schule zu Tübingen öffentlichen Lehrern,
meinem hochgeehrteften Sreunde, Heil!
ſcher Geſchichte
Hier habe ich nun, da die Unſern nicht ſo
fertig waren, Namens unſrer Prediger an !.
Gellium und die Kampfrichter (oder oberften
ſu Chriſti, Schöpffer aller Dinge, ver-| der Sorbonne gehöret worden, und hatte das
fie verzagter feyn, und Fonnten einige, die des’
*) Siehe unten den Brief Fortſetzung Wormſ |
FDR
—
ich hoffe, es ſolle dadurch das Ende der ab⸗
|
|
Borfteher) gefihrieben, daß die Widerfacher
a beeber mit ungeins wagen follten. Es war des
Sie der Vater unfers Heilandes JE-| Pfälzers Theologus ſchon im Beyſeyn derervon |
|
leipe feiner Kirchen, den weltlichen Kegimen- | $ob der Gottfeligkeit, Standhaftigkeit und Ger |
ten oder Staaten, welche die wahre Kirche auf:
nehmen, Denen guten Künften, euch und eurer
lehrſamkeit erlanget. Nachdem aber unfer
Brief uͤberreicht worden, haben dieſe nn |
Kaͤmpffe
Colloaue ukaummbın ] > 13 cn
und mollte gerne Eä
ee
‚608 4
“
kaͤmpffen (oder difputiven), Eintracht. Herbey gebracht werden; und fol
und bie Stunde war ſchon angeſetzt. Aber (Formuſ) hat erden Seinigen ee ”.
- 2 Oellius Bat befohlen, der Streit mit den an⸗ jheißt fie ihre Stimmen oder Meynungen ge
dern von der Mark und von Juͤlich follte nach⸗ ben, welche er zu erzwingen füche. —
bleiben. Ich ſchicke Bier Die Abfchrift Des Brie-| 2. Es Hat doch GOtt anderer Herzen gelen.
fes, und hoffe, ihr werdet mit deſſen Freyheit ket und geftärker, daß fie ſolchen befrüglichen
und Nacdruc zufrieden feyn. Es find her⸗ und falſchgeſetzten Artikeln nicht. beygepflichter.
nach neue Beratungen angeftellt worden, Die Eckens Formul (oder Auffag, Entwurf —*
wir Beute hören werden, Denn dieſen erſten von dreyer Fuͤrſten Geſandten verworfen wor-
Brief Babe frühe zu Anfang des Neuen Jah- den, des Pfalzers, Marggrafens und des yon
res geſchrieben, welcher mir glückfeliger dadurch | Juͤlich. Die Haben befcheitentlich, aber do
zu werden ſchiene, wenn ich gleichſam mit dir gerade Heraus bekannt, fie hielten unfre Mey-
Sefpräch hielte. Der Bote hat den Brief nung für gut, Die in dem Augfpurgifchen) Bez
Vormittags abgeforderf, da wir Die Gefchich- kenntniß und der Apologie ſtehe. Die andern
te dieſes Tages noch nicht hatten. Sch höre, ſind ganz foll darüber, und gehen damit um,
daß der Niederlaͤndiſche Zauderer etwas grof- folche Öefandten der 3. Fuͤrſten auszufchlieffen,
fes ausftubire. Gehabt euc) wohl. Den Wey⸗ | Weil fie ſich aber doc) dergleichen nicht ge-
nachts⸗ (oder Neujahrs⸗) tag! im Sahrısar. |trauen, fo kommt man darauf, daß Ed feine
J | Phil. Melanchthon. Meynung den Präfidensen fchriftlich überrei-
— chen foll; ingleichen, daß Die andern dreye ihre
1349. | ee: ann a — ſchriftlich uͤber⸗
d Dil, Melanchthons Schreiben an | gen moͤchten. Das iſt geſtern, den 15. Dec.
are von in ee Zuſam⸗ geſchehen. Es ſind alſo der 3. Fuͤrſten Ge⸗
a De a
* RT: { x } a = ſi vo fie fi wvei-
Aus dem Lateiniſchen überfekt von M· Aug Tittel. — nen) ..
— 5 Wir muͤſſen daruͤber ſtreiten, daß man oͤffent⸗
Geil. GOtt, der Vater unſers Heilandes lich diſputire und eher nicht die Stimmen gebe,
5) JEſu Ehrifti, der für uns ein Dpffer| bis die Sachen erfläret find. Die MWiderfa-
worden, verleihe-feiner Kicchen, euch und eu |cher frachten in beyden Stuͤcken durch alle Raͤn
ver Familie ein glückliches Jahr. Alhie ſind Fe, entweder die Difpuration zu Bindern oder uns
die öffenclichen Difputationes noch nicht an⸗ in ihre Meynungen EIER Wir werden
gangen; die Widerfacher find ſchuld daran, aber von den Widerfachern feine Artifel annep-
die unter fich heimliche Zufammenfünfte ange-|men. Manmag mituns frey öffentlich ſtreiten,
ftellet Haben, daß fie entweder der Shrigen Ge- | die Meynungen gegen einander Halten, und denn
müther erfahren , oder ihre Stimmen erſt weg | den Sohn GOttes zum Richter machen I affen.
nehmen, oder Artikel ſchmieden, Die fie uns| Denn von dem ſagt der Himmlifche Vater:
bernach vorlegen, dadurch) etwa Die Streitig⸗ den hörer! Ob fie gleich bisher ihre betrügli-
Feiten gemäßiget werden. : Als fie faft über die-| che Sormuln (oder Auffäse) heimlich gehalten
fen Artikeln einen ganzen Monat hindurch Haben, fo Habe ic) fie Doch zu fehen befommen,
Rath gehalten, indem Scotus mit dem Moͤnch Es find Kindereyen; mit ungelehrten Zwey-
Pelargo und Menfingern (denn die find die deutigkeiten wollen fie den Einfältigen eine blaue
Borfechter,) gezanket, Hat endlich Eck eine Sor-| Dunft vormachen. Man Hat mir aud) ange⸗
mul (oder Vorſchrift) aufgeſetzt, von den zwey ſonnen, eine Formul — Sch Babe
Artikeln, der Rechtfertigung und der Erbfün-] aber gefagt: id) wollte meine Meynung öffene«
de, und fich geruͤhmet: es Fünne felbft aus In⸗ lich ſagen. Ich merfe, daß man auch andre
5 Aurberi Schriften 17. Theil. I SI
ehabt. Aleſius war bereit dien Feine beflre Bormul (ober Entf) nur
t
gerne
6:0 - Cap. 18. Von der durch Eonvente u, Reichstäge gefüchten Aeligionsvergl. ” “
gerne erfunbigen will, was fie meynen. Bir [und ganzen Berlauf der Gefehichte, welche ige
!
. hoffefen, es würden die von Coͤlln aud) die auch D. Brücken (Wontano), dem Canzler, zus
wahre Meynung von der Rechtfertigung billi- |zuftellen, und ihm meinetwegen einen gehor⸗
F
gen und Eckens Formul (Ölaubensauffaß) ver⸗ ſamſten Gruß zu vermelden belieben werdet. a:
werfen. Die haben uns aber nicht !allein ge⸗
aͤffet, — nm er die a. ie 1350.
rer, die nicht eingeflimmethaben. Der Rath⸗ 7 ! |
geber der Eöllnifchen Reformation oder Reli- Philipp Melanchthonis Sor
‚gionsänderung, Gropper, hat anfangsgar bilfig) wormfifchen Geſchichte an Autherum.
fcheinen wollen, und nun will er die widrigen Bon M. Aug. Tittel verdeutfcht,
Meynungen fo vereinigen, daß man denken —
ſolle, es waͤre nur ein Wortſtreit geweſen. Da
1.
tſetzung der
ich aber ſolche Poſſen ziemlich frey ee 5 ich nach Polybii Art die Gefchichte an⸗
hat er gefaget: er wundre fich über meine He einander fortführe > fo will id) das erzaͤh⸗
tigkeit und Hige, man müffe mich von der len, was auf das nächfte Schreiben, fo ic) eis
Difputation weglaffen. Ich Babe ihn gebeten, nem Wittenbergifchen Bürger als Briefträger
er follte mir das nur auswirfen, fo wollte ich |mirgegeben , nun weiter vorgegangen ift,
. ihm für folche Gutthat ein vecht fchon Gefchent | 2. Nachdem die Gefandfen des Pfalzgrafen,
geben. | des Marggrafen und des von Juͤlich, Die Ara
3. Der Pähftliche Legat Bat fo eine leidliche Itifel des Ecks verworfen, bat Granvell des
Rede gehalten, und darinnen geſaget: er ſey vom Pfaͤlzers Gefandten zu fich fommen Iaffen, ven
Kaͤhſer beruffen worden. Von feiner Gewalt Jalten Herrn von Fleckenſtein, einen ehrwuͤrdi⸗
in diefem Synodo (oder Gefprächverfammlung) |gen, anfehnlichen, tugendhaften Mann, von al-
hat er nichts gefage. Dem wollte ich ftehen= ‚tem Schrot und Korn, und den Canzler, und
de *) antworten; aber Granvell hat es gehin- hat begehrt, fie follfen ihren Theologen befeh- -
dert. Und als Franciſcus zu ihm gefager: ich len, daß fie die Eefifche Formul unterſchreiben
waͤre befheiden (mäßig); hat er geantwortet: ſollten. Die antworteten weislich und nachdrück-
Ich weiß wohl, daß er befcheiden ift, wenn er lih: Sie wollten niemand zwingen, Daß er-
guft har. andern wider Gewiſſen benfallen folle. Her-
*) Oper wie ich fund, aus dem Stegreif oder auf nad) bat man einen neuen und erfonnen, die
der Stelle, Stans. obigen dreye von einander zu reiffen, weil fie
4. Da Scotus vom Glauben und vom |nicht alle auf gleiche Art in der alten Sophi⸗
Zweifel difputirte, hat der Mönch Pelargus |ftenfunft (oder betrüglichen Schlußart,) befchla=
geſaget: Es fey recht, zu zweifeln, weil Paulus gen zu feyn fehienen. Daß alfo der Schotte
- auch (an die Corinthier) fage: Ich bin mir (Alefius,) nicht der andern Wort führen möchee,
wol nichts bewußt , aber darinnen bin bat man befchloffen, daß mit allen einzeln di-
ich nicht gerechtfertiget. Go bat er den |fputiret werden follte, im Beyſeyn der fremden
| Zweifel (oder der Lngewißheit von der Selig |Sorbonifchen Theologen, daß fie auch durch
Feit,) aufhelfen wollen. Sole Raͤthſelſchmie⸗ ſolcher ihren Anblick blöde werden folkten.
4
de haben die Widerfacher ausgefücht, daß fie| 3. Ich Babe Bier einen Brief im Namen uns
doch das Anfehen hätten, als begehrten fie Ein- |frer Prediger an Granvellen und die andern
tracht zu fliften. Kampftichter (oder Vorſteher) verfertiget, und
5. Sie fagen, der Kaͤyſer fey wieder zurück |darinnen gebeten, daß man lieber mit ung von
in Brabant gereifet , wegen der Sranzöfifehen |den Streitigfeiten felbft eins wagen follte. Da
Gefandefchaft. Aber um folche Maͤhrlein be- |folcher Brief überreichet worden, hat man ung
kuͤmmere ich mic) nicht, und mag es damit feyn |hernach der Widerfacher Vorhaben Fund ge
wie es will. Da Babe ihr alfo den wahrhaften ſthan; wiewol fie fihon des Pfalzgrafen Predi⸗
| ger
a2 AAI. Abſchnitt. Don dem Colloquio zu Worms. Be"
‚ger:gehöret hatten, der forol als ein ſtandhaf⸗ Ten feyn möchten, doch getrauen iiche
4 NAMEN, V DER ’ auen ſie ſich ni
ter (oder beherzter,) als gelehrter Mann gelo⸗ von den andern zu * oder I ER
er * ec derſprechen. ee
Kampf anbeiffen, aber gleich nach Dem erften| %. Sler habt ihr die ganze Gefchichte unfrer
Gefpräch mit des Pfalzgrafen iſt hernach alle | Handlungen bis auf sh a Ge
Difputation unterblieben. D. Cafpar hat un⸗ geben Worms am Tage der unfchuldigen Kine
fern Brief abgefchrieben und Die Copey bes der. (28. Dec.) 1541. *) |
Balten. | a *) muß wol 1540. heiffen.
4. Nun Stellen fie ſich, als wollten fie die].
— —7— Sein wi eh a
ven denn aufs Rathhaus berufen, da erzehlen ;
bie Rampfeichter, es fen des Käyferl. Befehls | D. Phil. Melanchthons Schreiben an
Meynung nicht, daß eine andere Stimmener: | Joachim Eamerarium abgelaffen, ehe noch
theilung *) gefchehen folle. Sie fügen hinzu: die Unterredung ihren Anfang genommen«
die Widerfacher Hätten Artikel aufgefegt, die| Sins Deutſche überfest von M. Aug. Tittel,
ung überreicht werden follten, wenn wie fie an- TEE
nehmen (fuͤr gut erkennen) wollten. Wir ha⸗ 8 der Proteus, wenn er mit aller Ver⸗
ben aber ſolch Verfahren gänzlich verworfen. I ftellung und Lift fertig iſt, feine erſte und
Die Abfchrife unferee Antwort habe ich diefem natürliche Gejtalt wieder annimmt: fo fom=
- Briefe beygefchloffen, daraus ihr fehen werdet, [men die Widerfacher, nachdem fie Bier aller=
was fie in VBorfchlag gebracht. Des Marg- | Hand Streiche gefpielet, endlich wieder zu ihrem
grafen und des von Juͤlich Gefandten wurden |erften Borgeben und Handel. Sie fangen wie-
mic Lift ausgefchloffen. Wir Hatten viele hohe |der an, Hofnung zu einem Gefpräch zu geben.
und wichtige Urfachen, die Artifel zu verwer⸗ Vorher hat L. Gellius fehr darauf beftanden,
fen. Denn ich hatte fie vorhin gefehen, und daß man die öffentliche Unterredung bleiben
wußte, wie kindiſch, zweydeutig und betrüglich | lieſſe, und von beyden Seiten einige wenige ge=
fie gefeger waren. - nommen und ausgefucht würden, die man Furg
. *) fuffragatio, was und wozu, iſt dunkel. von Milderung der Streitigkeiten handeln laſ⸗
5. Es folget nun wieder eine neue Berathung. | fen möchte ; und einige der Unſrigen hatten zu
Öranvell verlanget, Daß wenige bey ihm ein) foichem Vorſchlage fo ziemliche Luft, entweder
Gefpräch anftellen, Er fpricht: er wolle mes] weil fie fich fürchten, oder weil fie &. Gellie
nigere Dazu nehmen, die ſich lenken liefen, und | zu Willen zu feyn gedachten. Nun begehre ich
mit denen etwas anzufangen wäre“): das ha: | gewiß auch, fo gern als ein anderer, Sriede,
ben wir auch ausgefchlagen. und habe allezeit dafür gehalten, man müßte
*) traltabiliores, ' der gemeinen Ruhe halber manches überfehen.
6, Nun warten wir darauf, was fie auf un-| ch habe aber doch angezeigef, was unter dem
fre Bitte, Die ihr in Diefen Zeilen leſen werdet, | Borfchlag eines engern Ausfchuffes bey dem
vor Antwort geben werden. Denn auf diefe| Gefpräch zu ſtecken heine; nemlich, daß man
unfte verſchiedene Weigerung haben wir noch | gefchminkte (oder betrügliche) Milderungen zu
Feine Antwort erhalten. Es iſt unbeſchreiblich, Markte zubringen ſuchte. Dergleichen begehrte
wie Die Widerfacher immer zufammen Eriechen, ich weder felbft mit zu verfertigen, noch guf zu
und was fie vor Streiche auf die Bahne brin- heiffen, wenn auch Die Franzoͤſiſchen und Spa-
gen. Darum werdet ihr GOtt bitten, daß er| nifchen Kriegsheere ſchon vor den Thoren waͤ⸗
ung regiere. at 5 ren. Seas er a
7. Die Unfrigen find noch zur Zeit ganz ei | gehen und hinauf fleigen wollte, hat den himm⸗
nig, GOtt ae & aibe tool’ettiche ‚Bed lfchen Vater noc) gebeten: Zeitige fie, Dater,
‚merken laffen, daß fie Öranvellen gerne zu Wil: | in > Wahrheit: Dein Wortift er
: ; 2 ⸗
*
*
Sira Cap. 8. Von der durch Eonventeu
it MWaswäre es aber anders, als ſolchem den ausgeſchriebenen Reichstag su
jebet woiderfprechen, wenn man mit berinder| ausgeſetzt und ſodann alles beffer abger -
Kicchen fo nothivendigen Lehre gaufeln und handelt und beygeleger werden.
Affenfpiel treiben wollte? Manchen hat es gar N Se
gefchienen, als ob ich zu heftig geredet hätte, ‘
Nachdem man aber meine Meynung recht ver⸗ ss |
fanden, hat man weiter nicht an das Geſpraͤch HAI men, aus welchem mir über viel anders
im engern Ausfhuß gdadht. vorige, in welchen uns dig nun vorlangft
Endlich) ift man darauf verfallen , wir foll-!onugfam angezeigt iſt, verfkanden Haben alles
ten gefchehen faflen, Daß die obigen drey, und | das, fo bis auf den Tag, daran ihr uns juͤngſt
welche etroa fonft mit dem meiften Haufen nicht geſchrieben, ergangen ift, daß beyde von euch,
einig wären , ihre Meynung nicht mündlich her- und der Pröfidenten Commiſſarien und Bez
aus fagen (fondern fchriftlich eingeben = =) ſoll⸗ fehlhabern das angefangene Gefpräch aus vor
ten. Man müßteentweder Sa fagen, oder da: |fallenden Hinderniffen und Beſchwerung nicht
von gehen. Wir hatten eine Lrfache oder Ge: hat mögen weiter gefördert und gebracht wer
legenheit erlanget, den ganzen Handel hier ab- |den. Wir find auch gewiß, daß ihr in diefem
zubrechen. Datum ift drüber gefteitten wor: |Nandel guten Fleiß fürgewande habt, und daß
den, welches nüglicher wäre. Ich habe auf BOtt, deß diefe Sache iſt, folches verhenge
beyden Seiten Gründe vorgebracht, oder habe | habe um eines beffern Endes willen; und daß
vielmehr ermahnt, daß man diefen Punct fleif: GOtt nach feiner görtlichen Güte, Gnadeund
fig überlegen möchte. Denn den Ausſpruch Barmher;igkeit, euch und allen Parten und Thei-
hun, wollte ich nicht, und ihr wiffer, daß es len auf naͤchſtkuͤnftigem Reichstag, die gebühr-
meines Amts nicht iſt. Der Bierkämpfer *) liche Mirtel und Wege werde eingeben, daß
Bat heftig gerathen, das Gefpräd) abzubrechen, | Deutfchland wiederum zu der Chriftlichen Ei-
und hat auf mic; abwefend fehr Tosgezogen. |nigfeit gebracht werde, damit man GOtt hei⸗
‚ Beichstäge gefüchten Religionsvergl, j
Royfer und König. MWoplberägmterc.
— 2 = 43 f 8 —
r haben euer letztes Schreiben bekom⸗
Aber den meiften hat die bedächtigere Meynung liglich und friedlich dienen möge. Und ſonder⸗
(oder Entfehluß) gefallen. Es ift alfo zuge: |lich Haben wir gufe Hoffnung gefaffet, Daß mit
fFanden worden, daß die, fo anders gefinner GOttes Hülf ‚ tie ihr uns Flärlich fehreiber,
waͤren, als die meiften, ihre Meynung ſchrift⸗ |alle Theil zum Sieden und Einigkeit aufs ge-
lich eingäben. Mur, da das Gefpräc) ange: neigteſt und willigſt gefinne und gemeynt find;
ben foll, ſiehe, wie unbeftändig die Gemüther welches uns denn nun fehr angenehm ift, ange-
feyn E fo bereuen die es felbft, Die doch zu obi- ſehen Daß wir nichts Höher und hißiger begeh-
‚gem fehüchternen oder befcheidenern Entſchluß ren, und daß wir, wie am Tag ift, Deswegen
gerathen haben. Da ich aber glaube, daß wir aus unfern Königreichen in Hifpanien gezogen,
noch zur Zeit alles glimpflic und doch tapffer und alle andere Sachen haben liegen und fte=
gehandelt, Fann ich den übrigen Kampf deſto ben laffen, und eine foiche groffe, ſchwere Reife
ruhiger abwarten, und werde bey der Unſern auf uns genommen haben. Dieweil fich aber
Einftimmung bleiben, und GOtt bitten, daß | der Anfang des Öefprächs bisher verzogen, und,
er unfer Herz, Anfchläge und Begebenheiten | mie ihr uns in eurem Schreiben angezeigt, nody-
regiere! Den 13. Januarii 1541. etliche Beſchwerung vorhanden: ſo duͤnket uns
. Hyreleayavısys (vielleicht Aleſius Scotus). am bequemſten feyn, daß ihr, angeficht diefer
unfer Schrift, es fey das Gefpräch angefan=
gen oder nicht; Daß ihr, und des Durchl, Nö-
; a miſchen Königs, unfers Brudern Srator, und
Ropferliches Refeript an Granvell vom | die bemeldten Commiffarien und Befehlhaber;
15, San, 1541. das Colloquium folle, weil ſich daß ihr einen ehrlichen, füglichen und glimpfli-
viele Schwierigkeiten dabey äufferten, bis auf chen Abfchied machet, Damit der ee
ay⸗
ee Sehe —
— —
> Reichstag weber verhindert noch
werde, und Daß die Parten deſio eher
umd förderlicher zu Negenfpurg anfommen, da:
hin der Reichst
de dieſes Monats, und alsdenn bald das Werk
zu Handen zu nehmen, vorgenommen und be⸗
ſchloſſen Haben, u un
vermahnen und befehlen, daß fie, hintenange⸗
ſetzt alle Entſchuldigung, zu Regenſpurg er⸗
ſcheinen wollen, und bedenken und bewegen
wie groß ihnen an gedachter Einigkeit liege,
und daß ſolche Einigkeit nimmermehr ſo wohl
und fuͤglich, als dieſer Zeit, aufgericht möge
werden. Daß ſie auch wollen betrachten unſer
er Mühe und Arbeit, zu dieſem Ende ge:
richtet. J RATE U FR
Zudem wollet fie auch erinnern, daß ein jeg-
licher ug bey fich "betrachte, und aus
Epriftlicher Liebe bedenfe, die Mittel und We:
ge, fo zu einem’ rechten öffentlichen und ganzen
Srieden dienen. Denn fo viel unferm Amt
gebuͤhret und — „ſo wenden wir ſtetigs
unfern Fleiß darauf; wir wollen uns auch alſo
erzeigen und halten, daß mit ihrer Huͤlf und
Zuthun ein gutes Ende darauf erfolge; daß
Yin der Reichstag angefest ift, dahin wir benn |
mie GOttes Hud auch felbft zu reifen am Ene |
1
Larslus.
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Harte 2) f — ei BR TEEN
Das von Melanchthone berausgegebes
ne Gefpräch, welches swifchen ihm und D.
a a Ra Ecken auf dem Eonvent'su Worms 154
Wollet auch alle Parten und Teile ernſtlich /
gehalten worden.
ER ich. gedenfe an das Colloquium zu
RI: Worms, fo wird der bittre Schmerz
und der Herzliche Kummer, welchen ich über
Den rödtlichen Abſchied zweyer Männer, diemir
von Herzen lieb und. meine fehr guten Freunde
geweſen, empfunden, gleich wieder neu in mel
nem Herzen. Das war D. Capito und Sie
mon Grynaͤus; welcher beyder fruͤhzeitiger
Abgang, weil ſie als fuͤrtreffliche, gelehrte,
tugendreiche und gottſelige Maͤnner, der Kir⸗
chen Chriſti eine beſondere Zierde waren, nicht
unbillig beſeufzet und beklaͤget wird. Denn,
a, Abfcpnitt. Von dem Eolloquio zu Worms 7
he eich exalten. | Gofcheieben zu Setsburg, am fünf?
zehenten Tag Sannarii, A ni
daß ich alhier geſchweige unſerer ungefärbten
Freundſchaͤft, welche dermaleinſt zwiſchen uns
viel liebreicher und anmuthiger ſeyn wird,
wenn wir mit einander bey Chriſto, den Pro⸗
pheten und Apoſteln ſeyn werden; ſo thaͤt Gry⸗
auch ganz Deutſchland ſehe, daß unſer Gemuͤth, naͤus diß: als er ſahe, daß gelehrt ſeyn der
Wille und Meynung allezeit alſo geſtanden, und Chriſtlichen Kirchen eine ſonderliche Zierde waͤ⸗
zu ihrem gemeinen Nutz und Frieden geneigt
geweſt ift; wie ihr denn beyde färntlich und
Fonderlich bemeldten Parten und Theilen ange-
zeigt habt. Derhalben wollen wir oben beruͤhrte
Dinge eurem Fleiß hiemit befohlen und aufer-
legt haben; auch alles das, ſo ihr'für bequem
und gut achten und anfehen werdet/ alfo, daß
te, wandte er allen Fleiß an, daß er in denen
Herzen ver Menſchen eine rechte Luſt und fies
be zu den freyen Rünften erwecken möchte ‚ließ
die beften fehr alten Auctores felbft ausgehen,und
erklärete fie; denn er hatte ein fold) Ingenium,
daß er gute Kuͤnſte und Sprachen gar geſchwin⸗
de faffen fonnte. Aber diefer Ruhm iſt noch
fie fih alle rüften und auf nächftfünftigen Igröffer, daß er die Chriſtliche Lehre, welche in
Reichstag fommen, wie hievor vermelder; und
daß ihr unter Augen zum förderlichften, fo im:
mer möglich , kommet. Und dieweil wir uns
verſehen, daß folches in kurzem gefchehen ver:
de, und wir bereits auf dem Wege find‘: fo
den reinen Kirchen getrieben wird, nicht hint⸗
an feste; fondern allezeit neben dem ftudio phi⸗
lofophieo audy mic Fleiß die Schriften der
Propheten und Apoftel durchlas. Capito
aber hat die Chriſtliche Kirche beydes mit le⸗
behalten wir Die andere Sachen, in eurem |bendiger Stimme und nügfidyen Schriften ges
Schreiben angezogen, auf diefelbe Zeit, über lehrt und unterwiefen.
Das, fo wir euch bey nächft
geben werden. Hochberuͤhmter, GOtt
er Poſt zu Antwort
wolle Zuſammenkunft zu "Worms etwas: fage: Wir
2. Daß ich aber jegund allein von unferer
euch durch feinen heiligen Schutz und Schirm Imurden a geſchickt daß wir freundlich und
. 3 fried⸗
.
618 Eap.ıg. Von der durch Convente u. Reichstäge gefüchten Religionsvergl. 69
friedlich, aber gleichwol (mie es dann in der get, fondern allein diefe Condition in den Sriee
Kirchen GOttes billig iſt) offenbarlich mit ein⸗ densbund gefeßer, daß fie die, fo von Natur
andet reden ſollten, welchergeſtalt man denen nicht Goͤtter find, abſchaffen, und den einigen
ſtreitigen Handeln in Religionsartifeln abhel⸗ und wahren GOtt, ven Schöpffer aller. Dine
fen, und Binter die rechte Wahrheit kommen ge, der ſich in feinem Wort (dem Volk Iſrael
koͤnnte; und hoffeten, wir würden ſolche Bor. |anvertrauet,) geoffenbarer, ‚ehren und dienen
ſteher und Judicirer bey uns haben, Die nicht | follfen: Darnach, dieweil die Heyden, die Yu
ftumm ſeyn; fondern das unnüge Gezänfebey«| rerey nicht pflegten zu verbieten, und der Uns
legen, und denen rechten, zum lieben Frieden! zucht den Zaum alzuweit fchleffen lieffen, wur⸗
dienlichen Meynungen beyfallen follten. Aber| de das mit hinan gehefter, daß fie die Huren
indem die Widerfacher zum öffentlichen Ges) vey Hinfort ernftlic) verbieren follten. Es wur⸗
fpräch Eeine Luſt hatten und _unfer einander ef-| den aud) die andern Stuͤcke, welche im apo= _
liche ungefchiefte und auf Schrauben geftellee| folifchen Decreto nambaftig gemacht werden,
Artikel ſchmiedeten, ung hernach diefelben aufs | mic Hinzu gethan, daß fie ie ſollten enthalten
zudringen > kamen wir täglich vergebens zu⸗ von allen Denen Dingen, fo denen Gößen gea
ſammen und differirfen gar ſcharf, aber fein) opffere werden, vom Blut und vom Erſtick⸗
aufrichtig von einem jeden ftreitigen Artikel.|ten? Und zwar das Gögenopffer anlangend,
Da erinnere ic) mic), daß ein jeder viel Chriſt⸗ ift die Urſach leichtlich zu errathen, denn fie
liche Dieta auf die Bahn brachte, welche ven | wollten darum denen Gortsfürdjtigen nicht vera
vielen in Commentarios gebracht worden. Aber) ftarten, daß fie-auf die Feſttage zu denen abs
Daß ich andere. an feinen Ort feße, fo waren je⸗ görtifchen zu Gafte gehen, und ihrem Gepräns
ne fommen bis auf den Span, von der Ge⸗ ge zufehen follfen, damit fie durch ihre Gemein.
walt der Bifchöffe und von den Gefegen , wel⸗ ſchaft in ihrem gottlofen Opffer nicht verftärfee
che in der Kirdyen aus Menfchen Willen und | würden. Der Befehl vom Blut und vom
Andacht gemacht worden; als nun darbey er⸗ Erftickten iſt genommen aus der Hiſtorie No;
wehnet ward des apoffolifchen Decreti, Davon) Dann diefe alte Weife aus Mofe haben die Juͤ⸗
in Actis Cap. 15. höreten wir, daß beyde, D. difche Siegesherrn Ihren Nachbarn gelehrer,
Andreas Dfiander und D. Eopito, etliche hi⸗ damit fie daran eine Erinnerung hätten des
ftorifche Händel erzäßlten aus der guden Buͤ⸗ fcharfen Gebotes, welches GOtt dem Noa von
cher, welche weil fie dem apoftolifchen Decreto| dem Todfchlag anbefohlen hat; derohalben aud)
nicht wenig Sicht geben, Babe ich fir gut ange⸗ die alten Regenten im Juͤdiſchen Volk aud)
ſehen, Diefelben hier einzuführen; ich weiß, daß wohl verftanden haben, daß die Juͤdiſchen Ce—
ſolche Hiftorica verftändigen Leufen angenehm] remonien allein zu ihrem Regiment gehörten,
ſeyn, und häle diefe Erzehlung in fi) ein Ex⸗ und daß man Feine Gerechtigfeit darinnen zu
‚empel, fo voll fchöner Lehren iſt, welches fon«| fuchen hätte. Die Berheiffung aber der Selige
Der Zweifel von den groffen Propheten des] keit gebet auch die Heydenan, welche vor GOit
HEren feinen Urfprung genommen. angenehm und gerecht wären, wenn fie den
5. Darum achfete ich es beyde von Oſian⸗ wahren GOtt, welcher einen Saamen verheife
dro und Capitone nur für eine fonderbare Gar} fer, in dem alle Voͤlker follten gefegnet werden,
be und Gefchenf, daß fie die alte uns unwiſ erfenneten , im Glauben anruffeten und im ge⸗
fende Weife offenbarten: denn fie fagten ‚daß } meinen teben denen Gefegen Gehorfam leifteten,
die alten Sguden, da ihr Regiment noch im| welche Worte allen Menfchen in das Herz ge»
Flor geftanden, wann fie etwa eine benachbar-| pflanzet, Derohalben haben die Apoftel, nad)
te heydniſche Stadt mit Heeres Kraft einbe-| Erheifchung ihres anbefohlenen Amtes, ihren
fommen, und fünften zu Bundesgenoffen auf-| Ausfprudy von der Abfchaffung der Ceremo«
genommen ‚fie denen Ueberwundenen nicht das] nien gegeben, und beyde Sjuden und Heyden
Geſetz Mofis, oder Die Beſchneidung aufgele.! folche Laſt benehmen wollen, Ss
Abs
/
629 0... Abfehnitt. Won dem Colloquio zu Worms. 621
Darnach iſt noͤthig geweſen, daß die Gebot von | Grimm des erſchrecklichen Zorns GOttes, dar⸗
den Gögen und der Hurerey darzu gethan wür- nach mit fo grauſamer Laſt unzaͤhliges Elendes
den, wie man leicht kann verſtehen, welche, weil Jin dieſem eben, und zuletzt in dem Tod ſelber
ſie darzu kommen muͤſſen, haben fie die gewoͤhn · ſo greulich beſchweret iſt. Lieber das, nach⸗
liche Formel der alten Regenten deſſelben Volks, dem das Ebenbild GOttes in ung fo übel vor⸗
vor welchen die benachbarten weniger Abſcheu ge- ſtellig iſt, nunmehr in Finſterniß und ſtets ⸗
habt, darzu gebrauchen wollen, Wer dieſen Sa- waͤhrender Widerſpenſtigkeit gegen das Geſetz
chen recht nachſinnet, der wird verfteen, daß das GOttes lebet, ſolches ſo hohes und groſſes Uebel
Exempel der Apoſtel ſich gar nicht reime mit koͤnnen dieſe Epicurer ſo fein gering darnieder
dem Vornehmen der Biſchoͤffe, welche hernach ſchlagen. Aber das ſtelle ich dem Chriſtlichen
die von ſich ſelbſt erdachten Ceremonien, den Leſer zu bedenken anheim, wann er die Pre⸗
Eoͤlibat oder unehlichen Stand ‚und den Un- digten zu beyden Theilen wird gegen einander
terfcheid der Speife, und zwar anftatt fonder- halten: ich glaube aber nicht, daß ein from⸗
ficher Gottesdienfte der Kirchen aufgedrungen mer Menfch fo langmuͤthig und gar ohne Gal-
baben. Diefe Hiftorie weiſet aus, daß viß |le feyn werde, daß er ohne Grimm und. Ente
Stüd in dem: Decreto und Nachbarſchaft ruͤſtung des Eccii Alfanzerey und fürwisige,
nichts neues, auch nicht unangenehm muͤſſe erdichtete und: befriegliche Reden werde leſen
geweſen feyn. % önnen. Cr Bat nur feine Kurzweil, zu ſpie⸗
4. Solches zu erzehlen bin ich verurfachet fen mit den Woͤrtlein criminis, culpæ, pecca-
worden, weil mir Capitoeinfiel, deſſen ©e- ti capitalis, er verdrehet die Zeugniffe, die er
daͤchtniß billig. die Studiofi ihnen ſollten em⸗ gar woßl weiß, daß fie ganz nicht wider uns
pfohlen feyn laſſen, damit fie eines folhen Man: feyn. | & 7
nes Sitten, Gottſeligkeit und Fleiß nachzuah | 5. Endlich iſt er ein rechter Difputator So-
men Urſach Haben. Sonften ift wahrlich nichts |craticus, der immerdar mit feiner Meynung
fonderliches, das von folher Zufammenfunft ‚Hinter dem ‘Berg hält, und gehet darauf einig
zu erzehlen werth wäre: dann wie es um die und allein um, daß er dem Gegentheil nur im⸗
öffentliche Difputationes Diefer drey Tage, die |mer Oppofitum alte, Ich will rein ausbeiche
mehr Declamationes, als Difputationes geiwe ten, wie ichs meyne; er hat mich oft fo un«
fen, befchaffen, das fann günftiger Leſer aus wirſch und ungeduldig gemacht mit feinemi
diefem ausgegangenen Tractätlein erſehen. ſtigen Ausſchleiffen, betrieglichen Faͤngen, und
Vielleicht iſt es nuͤtzlich, daß man in oͤffentli⸗ ſchaͤdlichen Ausholen, welche nachtheilige Haͤn⸗
chem Druck des Eccii volle und trunkene Wei⸗ delchen einem Phormioni; oder Pfeudolo in eis
fe habe, zu dem Ende, daß aufe und fapffere ner Comoͤdie beffer anftehen, als einem Theo⸗
Jeute augenſcheinlich fehen, daß dieſe Sophi- logo, der ein Ausleger Epriftlicher Lehre feyn
ften weder Aufrichtigkeit, nod) einige Luft zur will. Diefes erzehle id) darum, damit die
Wahrheit zu ſolcher Berathſchlagung mit ſich Studiofi bedenfen, wie ein gefährliches Ding
bringen. Ich habe Hören fagen, daß Eccius es fey, mit ſolchen Trügern und Schwäßern fich
ſich fehr gerühmet habe, er koͤnnte beyde Thei- einzulaflen, damit fie fich auch zu dergleichen
le gar wohl vertheidigen: er meynet, man muͤſ⸗ Kaͤmpffen mit defto gröfferm Fleiß ausrüften
fe allein mit dem Ingenio ‚prangen und deffen und zum allerbeften Fleiß anwenden, damit fie
Ruhm fuchen, fein Sinn ift nice, Hinter Die ſolche Sachen reden, welche wahrhaftig und
Wahrheit zu fommen, es ift ihm auch nicht der Epriftlichen Kirchen erbaulih und dienſt-⸗
darum zu thun, mie der betruͤbten Kirchen zu lich; darnach foll in der ganzen Oration, als
rathen. Endlich iſt billig in dieſer Sache, mit in einem aufrichtigen Geſichte, hervorleuchten
heiſſen Zähren zu beweinen das Elend menſch⸗ eine feine züchtige Art, die ganze Form und
liches Geſchlechtes daß der Erbfünde wegen Weile der Rede foll eigentlich und einfaͤltig feyn,
diefe fürtveffliche Natur erftlich durch den | mie Die Sarbe iſt in den Tabuln des Mn
Ara
622 Lap. i8. Donderdinchlonventen, Beichstaͤge gefüchten Religionsvergl, -623
darnach ftrebe ich mic hoͤchſtem Fleiß, wie vielen Menfchen Vornehmen ins dieſem Leben auf
befannt ft. Aber daß Eccius viel anders im ſo mancherley Weife Hinaus laufen: damic er
Sinn gehabt in Diefer unferer Zufammenkunft, uns lehre, Daß wir ja niche follen hochmuͤthig
Das: geben feine Declamationes, welcher mit — wenn uns das Gluͤck anlachet, und
Fleiß etliche Sachen in einander wickelt, und kleinmuͤthig werden, wenn es ung übel gehet,
darnach andre, die oͤffentlich falſch und gott⸗ und ſollen von dem Willen GOTTES
108 ſeyn, hinan kleiſterte m u. jurfheilen, nicht aus ſolchen Ausgaͤngen, ſon⸗
dern aus andern Zeugniſſen; es iſt gar ein
6. Dann in dem letzten Beſchluß feiner Re⸗ |
de, als er viel ungeſchicktes Ding zuſammen wohlgemacht Geber, das voller Gottſeligkeit
gerafpele, das Feiner Antwort werth war, faͤn⸗ iſt, aber es begegnet Salomoni eben, wie je⸗
get er zuleßt an mit Heller Stimme die alte ner ſagte, daß er mit feiner rechten Hand Ge⸗
Meynung feiner Leute zu behaupten, die da ſetze gebe; aber erliche Zußörer nehmen es mir
Haben will, daß die: wahrhaftigen Buͤſſer in der linkfeee. 00 o a
Zweifel ſtehen follen, ob fie bey GOtt wahr-| 8. Das erzehle ich darum, auf daß die, fp
haftig ausgeſohnt werden, deßgleichen Die wahr⸗ des Eccii Scarteken leſen, ſich erinnern Iaffen,
haften Anbeter zweifeln ſollen, ob fie GOtt den Irrthum deſto leichter zu merken, und zus
gefallen , ob GOtt ihr Gebet erhoͤre, und Dre: gleich beweinen die groſſe Blindheit der Kir.
Het mit den Haarendahin den — chen, in welcher ſolche zweifelhafte Meynungen
monis (Pred. 9.): Kein Menſch erkennet we von unſern Widerſachern vertheidiget und bes
der die Siebe, noch den Haß irgend eines, den ſtaͤtiget worden ſeyn, welche ven Sohn GO
er vor ſich hat. Aber ſolche Lehrer ſind werth, tes oͤffentlich ſchmaͤhen. Es ſollen auch alle
daß man ihnen von Herzen feind ſey, welche Chriſtliche Herzen bedenken, daß ſie nicht allein
dem Spruch Salomonis einen ſolchen heydni⸗ ſolchen ungereimten Irrthum ſollen verfluchen
ſchen Wahn andichten. So reden die Epic ſondern auch nach einer beſſern Are der. Lehre
rer und Pyrrhonii, es ſey ungewiß, wen GOtt ſich umſehen. Er
tieb habe, oder feind fey. Iſt dann diß foun: | 9, Diefes Studium, ob es wol von vielen
gewiß, daß an Nerone GOtt feinen Wohlge⸗ wird angefeindet, fo find wirs doch fchuldig
fallen trage: Ein shöricht Ding ift es, alfo in GOtt und feiner Kirchen, und uns felber. Ich
der Kirchen GOttes zu reden ; in welcher der- weiß wohl, Daßes denen vergebens gefage wird,
jentge, jo ihm böfes bewußt, billig vor GOt, |die da meynen, Die Religionen feyn Mäprlein
tes Zorn erfchreden foll, und wenn’ er recht: und Fabeln, und verfluchen folches Streiten in
ſchaffene Buſſe thut, gewiß ſeyn kann, daß er der Kirchen, als ein Zuͤndpulver oͤffentlicher
wieder zu Gnaden aufgenommen und erhoͤret Uneinigkeiten. Wir ſehen auch in dieſen legten
werde, um des Sohnes GOttes willen. Wir ſchwuͤrigen Zeiten, daß dieſe Cyclopiſche Hhi.
Haben da die Stimme des Evangelii, welches loſophia weit und breit in Geſchrey gehe, und
ift eine gewiſſe Verheiſſung der gnädigen Ver viele Leute Gefallen daran haben. 7.
gebung: über Das hat GH einentheuren Eyd | 10. Aber wie zur Zeit der Maccabäer die
Darzu gethan: So wahr, als id) lebe! fpricht Kirche nicht iſt zu grund ausgefilger worden;
GEott will ich nicht den Tod des Gottloſen. alſo wiſſen wir, daß auch nun, obwol der Türs
Der Befehl ſtehet da, daß wir der Berfeif ke und einheimiſche Feinde greulich toben,
fung glauben folten, und wird der Glaube na» nichts deftoweniger GOtt ifme ein Häuflein
mentlich fo oft erfordert. Diefes alles wird der Chriftlichen Kirchen werde überbleiben laß⸗
durd) des Eccii Meynungumgeftoffen und ge- |fen und erhalten, zu welchen wir die Hoffnung
tilgee, melcher das Zweifeln will Haben. Jeragen, daß fie dieſe wohlgemeynte Bermaße
7. Was Salomon. faget und meynet, iſt nung, Das reine Evangelium zu fördern und
leicht zu verftehen ‚wann man nur den Sprud) |fortzupflangen, bey fich etwas gelten Taffen
recht einnimmet. Er redet davon, wie der werben, Dos liebe Kichhäuflein war eben -
/ flein,
|
N
*
wir
N
684 - IL Abfehnite. Von dem Lolloquio zu Worms. 625
Elein, als ver Sohn GOttes am Ereuz hieng, 72. Daß aber Uneinigkeit im Regiment blei» _
und die unverfehene Finfterniß am hellen lich, bet Fleben, das machen die Widerfacher , mwels
ten Tage Himmel und Erde dunkel machte; che ganz ſtahl ‚und eifenveft feyn: denn fie wol⸗
‚aber gleichwol war fie nicht zu grund verder-| len Feinen Frieden geftändig feyn, es ſey dann,
bet ; fondern beydes der Schaͤcher und derHaupf-| daß fie die Wahrheit unterdrucfe haben. Aber
mann erkannten und bekannten Chriftum.| daß unfer Bedenken und Meynung fein befchel-
Alſo auch) wir, nachdem die Welt ſey alt wor⸗ | den gewefen fey, Das werden die öffentlichen
den, obgleich ver ewige GOtt um der Abgöt-| Acka bey allen unfern Nachkommen uns Zeus -
ferey und anderer Sünden milfen über die niß geben. Wir haben fo oft um einen rec).
Welt feinen Zorn bat ausgefchüttet, follen| ten Vertrag und Entfcheidung angehalten ; id)
gleichwol nicht nadjlaffen mit unferm Geſchrey Babe fo oft felber in Demuth bey den Potenta«
wider die Gottesvergeffenen GOtt und feinem! ten ſuppliciret, daß fie der Kirchen Wohlfahrt
Sohne Chriſto JEſu fein Lob zu preifen. Wir rathen wollten; aber plane viſus fum ( wie dort
follen billig zürnen mit denen naſeweiſen Epi-| im Griechiſchen Vers ſtehet,) nauis quaflata
curern, welche den Namen GEOttes ſo hoͤh⸗ procellis fupplicare fcopulis. Derohalben fols
niſch auslachen; wir follen fechten und ftreiten| len wir unfre Kirche GOtt befeblen, und uns
toider die Türken, welche dem Sohne GDE-| fers Amtes mic gutem Gewiſſen warten, und
tes fluchen; mir follen eintreiben die gottloſen GOtt bitten, daß er den Fürften ihre Herzen
Meppfaffen und Mönd)e, welche denen Gd.| regieren wolle, welche für benderfeits Sorge
- Ben dienen, und dem Sohne GESttes feine ge: | tragen follen, daß nicht allein von GOtt und
buͤhrende Ehre nicht anthun, auch) nicht erken feinem Sohn JEſu Ehrifto die Leute recht gea
nen, daß er ihr Mitler fey, wollen kurzum lehrer, fondern aud) das Vaterland wider den
nicht leiden, daß man ihn im Glauben anruf.| barbarifchen Feind befchüget werde; welcher
fe. Der Streit ift groß und mancherley, wel⸗ feinen Grimm nicht allein rider den gemeinen
chen die Kirche jegund fuͤhret; aber es iſt ge Mann ausläffee, fondern noch viel graufamer
fehrieben vondiefer Zeit: Zur felbigen Zeit wird| gegen die Fürften felber; dod) wird GOTT
der groffe Fuͤrſt Michael, der yor dem Volk niche zugeben, daß durch ſolche Tyranney die
ſtehet, fi) aufmachen, dem follen wie uns| Kirche zu grundegehe, ‘oder daßdie fünfte Mo«
mic Chriſtlichem und berzlichem Geber befeßlen,| narchia angehe. Gehab dich wohl.
und von ihm allezeit Hülfe und Heil gewarten. D R
| \ a : Das Geſpraͤch bat Doctor Tobannes Ec⸗
Das ift mein Troft zum öftern gervefen, da-| "7" cius alfo angefangen s
mit ich mid) aufgerichtee habe, und noch fäg-
lich be: Was aus GOtt ift, Fann ans durd) den wohlgebornen Herrn,
nicht zunichte gemacher werden. Kaͤyſerl. Majeſt. Dratorem, beneben dem
ir. So mache id) mir auch gar keinen Zwei.) Gefandten der Koͤnigl. Majeſt. und den andern
Präfidenten, "Befehl gethan; alsmill ich, wie⸗
fel, es fen diefe Lehre, fo in unfere Kirchen
gelanget, von GOtt felber geoffenbaret: fobin| wol der geringfte unter meinen Brüdern und
ic) auch Eein folcher eifenveiter Mann, daßal-| Herren: da ic) auf eilf Catholiſcher Fürften
Seiten dazu erlefen und verordnet worden zu
fein mir nicht follee zu Herzen gehen, Die allge) < !
meine Gefahr des Deutfchen Landes, welches diefem Geſpraͤch, vor allen Dingen eins zum
jeßo wider den ausmendigen Feind nöthig be| Eingang erwehnen. —
darf, daß die Fuͤrſten unter einander eins ſeyn, Daß man bis anher fo lang verzogen bis in
oder die Einheimifchen würden unfern Kirchen, | den eilften Monat, das ift £heils gefcheßen
welche zu Sriedenszeiten viel beffer Eönnten ve: | wegen der langen einfallenden Gezänk, iſt auch
gieret werden. Denn der Unfrieden hindert auch daher nicht wenig länger worden, daß vie Her“
bey rechefinnigen und verftändigen Leuten gufe| ven Des Gegentheils uns ein foldyes Exemplar
Diſciplin. — der Augſpurgiſchen Confeßion und deren Apo⸗
Cutheri Schriften 17. Theil. Rr — le
J—
*
626 Cap. ıg. Von der durch Tonventeu. Reichstäge gefüchten Religionsvergl. 607 }
fogie vorgetragen haben, welches dem Hager | Hierauf hat der Herr Eollocutor, Philip-
nauifhen Receß nicht gleichfoͤrmig geweſen,
kraft deſſen die Confeßion ſelbſten, wie ſie der
Kaͤyſerl. Maj. und den Ständen der Fuͤrſten
iſt uͤberantwortet worden, bloß und wahrhaf⸗
tig uns auch haͤtte billig exhibiret werden follen.
Dannenhero haben wir nicht wenig Zeit und
Muͤhe zugebracht, dieſelben gegen einander zu
halten, daß wir Urſache gar genug gehabt haͤt⸗
‚ten, das Colloquium auf eine andere Zeit auf-
zuſchieben; aber weil wir alfo geartet find ‚daß
wir uns nichts mehr angelegen feyn laffen, als
daß wir mit denen eine Chrifttiche Einigkeit
treffen möchten, Dievon uns ausgegangen feyn ;
fo wollten wir aud) aröffers gerne vertragen,
wann wir. nur Einigkeit in der Kirchen machen,
und den Seelen zur Seligfeie dienen Fünnten,
Dersmwegen wollen wir, bintangefegt deſſen,
Doch mit gewiſſer Droteftation, im Dramen ver
Chur ⸗ und Fürften, vor denen Herren Präfi-
denfen zur Sache an ihr ſelbſt ſchreiten.
Zwar für meine Perſon ſage ich zu, daß ich
aufrichtig, freundlich, allein um der Wahr—
beit und Friedens willen, folches hun wolle,
Da mir aud) etwa ein Wörtlein entfallen
möchte, welches einem etwas zu rauf und fcharf
duͤnkte, fo ift wahrlich diß meine Meynung andern Lebeln.
gar nicht, Daß ich entweder meinen Collocuto-
rem, oder irgend einen andern Gegenwärtigen
wollte erbittern; birallezeic bereit, eine freund-
Hehe und gelinde Yuslegung zu geben, auf daß
- jedermann erkenne, Daß id) mehr Wahrheit und
Siebe fuche ‚als unſre Meynung mitharten Wor⸗
zen zu vertheidigen. Diß fen alfo zum Ein
gang geſagt; nun wollen wir alfobald zur Sa⸗
ehe ſchreiten.
Derohalben was die Confeßlon anlanger,
pus Melanchthon geantwortet. "
Fahret nur fort, Herr Doctor.
D. Johannes Eccius.
Derowegen im andern Ärtifel, da die alten \
und neuen Pelagianer verdammet werben, die
da die Erbfünde in den Kindern verneinen,
gleichwie auch Iwinglius die Erbſuͤnde befchreis
bet, daß es allein fey ein Defect oder Mangel
der Natur, fo thut man recht dran, daß man
die Erbfünde für Sünde gewiß achter.
Allein, da feynd zwey Dinge, Die wir bite
fen, daß man fie etwas deutlicher erfläre, Das
mit wir zu gewünfchter Einigkeit gelangen moͤ⸗
gen. |
Das erfte ift in der Erklaͤrung der Erbfüne
de, welche in der Confeßion gefchießer, nicht
-
allein durd) die Deformation und LUingefchaffens
heit derfelben Sünde, fondern auch durch Die
fchrvere wirkliche Sünden. Die Apologie aber
hat fogar nicht milder davor gehalten, daß fie
es auch unmäßig hat gröffer gemacht, damit
fie denen, fo Erbfünde haben, zufchreiber niche
allein eine abfeheulicye Blinoheit, Ungehorfam;
fondern auch eine Feindfchaft GOttes, eine
Verachtung GOttes, eine Ungläubigkeit ‚nebft
Diemeil aber bisanbero in der
Kirchen und in den heil. Bätern allezeit ein Un⸗
terſcheid gehalten ift worden, zwiſchen der wire
lichen und der Erbfünde, damit die Eleinen
Kinderlein mit folchen Laſtern nicht beſchweret
würden, läffet ſichs infehen, man babe ander
alten Auslegung der Water gar genug, und
durch diefe Ausiegung, wenn man fie füglid)
erEläret, Eönnen wir zur Einigkeit fommen und
gelangen, _
Dann diefe wird auch in der Apologie niche
tikel an etwas einen Mangel habe»
frage ich nichts nach dee Vorrede; fo_ift auch) |verworfen, nemlich, daß die Erbfünde fey ein
Der erſte Artikel, nachdem die Arianifhe Se Mangel der Erbgerechtigkeit, die in uns feyn
ete vertrieben und zerftöret worden, von der ſollte. Daher zweifelt mir nicht, .es fönne mein --
ganzen Eatholifhen Kirchen angenommen iwor- Herr Collocutor mit den Seinen, wenn ihm
den, daß mehr nicht noͤthig iſt, in Gegenwart um Einigkeit zu thun iſt, mit uns in einerley
darüber Zanf anzufahen. Deromwegen gehen | Meynung, uns annehmlich, gedeyen.
wir ſtraks zu dem andern Artikel, es fey Denn |
Sache, daß der Herr Eollocutor im exften Yr» |das etwas ſchwerer iſt, welches in der Confef-
ion unterm Huͤtlein wird vorgebracht; aber 2
ee
Das andre aber, das wir begeßren, und
en Ih Pin \ k, -
6 1, Abſchnitt. Dondem Eolloquio zu Worms. 629
der Apologie wird es offenbarlich gegeben, ift | Meeres werfen. Wenn man gleich die Mey:
diß, daß die Erbſuͤnde nicht allein — wahr · nung des Propheten mit einer Auslegung ver⸗
haſte verdammliche Sünde vor der Taufe; fon drehen wollte, fo wird doch der Heilige Geiſt
dern auch die duft und Begierde, welche nad) ſolches nicht zugeben, der durd) den Propheten
der Taufe verbleibet, fey wahrhaftig per fe et Ezechiel im 36. Gapitel fagt: Ich will rein
fimpliciter Sünde; wie auch mein Herr Eollo- Waſſer über euch fprengen, daß ihr rein
cutor folches in der Apologta mit vielen Wor- |iwerdet von aller. eurer Unreinigkeit; mel .
ten zu behaupten, alle feine Macht und Ber- Ichen Spruch) die Beil. Vaͤter von der Taufever«
mögen anfehret; und das hat er auch gefchrie- Iftanden haben. Der felige Hieronymus ad
ben in libro deanima; und Lutherus, Der die« |Oceanum ermegetdiefes mit Fleiß, daß der Pro.
fe Widerwärtigfeit in der Kirchen eingefuͤhret, phet faget: von aller eurer Unreinigkeit;
hat vorgegeben, daß folche Begierde und Luſt dann der von allen fager, will Feines übergan«
nicht allein materialiter, fondern aud) forma- gen Haben, | |
liter proprie Sünde ſey. Derowegen aud) Lu | Serner bezeugen folches die Worte Chriſti zu
therus nicht ohne Urſach iſt gepeitfäye worden, Nicodemo: Wahrlich, wahrlich ich fage
wie die Apologia das Wort gebrauchet, vonden dir: es fey denn, daß jemand geboren wer⸗
Catholiſchen, auf der Selten, da er vor gewiß |de aus Waſſer und Beift, fo kann er nicht
fagee, es bleibe fo viel Sünde nad) der Taufe iin das Reich GOttes kommen, da er eben
formaliter als materialiter. das meynet, was unfre Sache ift, es fey zur
Aber vielleicht wollten meine Kerumftehende [Erneuerung der Seelen gar genug, mann fie
und figende Herren lieber, daß ich, hintange durch das Bad der Taufe wiedergeboren wer⸗
fege diefes und jenes, fo von unterfchiedenen de; das Fönnte nicht geſchehen, wenn Die von
Perſonen geredet und gefchrieben worben, der [dem erſt gefchaffenen Adam herruͤhrende Suͤn⸗
Hauptſache nachginge. | de, Die Begierde, oder Luſt, noch überbleiben
Derowegen fo komme ich zu dem fürnebmften ſollte. :
Stuͤck, und das da iſt der Knote der ganzen] So zeigets auch St. Paulus in der erften
Sache. Dann wann Ihr nicht wollet eineleid- |Epiftel an die Corinther im 6. Capitel an; in.
ficyere Auslegung geben, fo koͤnnen wir Bier dem er die Getauften alfo anredet: Aber ihr
niche leicht der Sachen eins werden; wiewol ich ſſeyd abgewaſchen, ihr feyd aebeiliger, ihr
hiervon nicht allerdings ausgehoffet habe. Die ſeyd gerecht worden; weldye Worte fic) gar
Urfache, fo uns Catholiſche bewegt, mag dieſe fnicjt auf einen ſolchen Menfchen ſchicken wol.
fenn: Man foll nichts neues in der Kirchen für llen, der die verdammliche, oder Todfündean
‚gewiß ſagen, welches denen prophetifchen ev⸗ſich Bat, Der per fe et proprie etfimpliciter Süne
angelifhen und apoftolifchen Sprüchen entge- de an ſich bat. Hieronymum Haben wir gehö«
gen, und von denen heil. Vätern verworfen iſt; |vet; des Auguſtini Meynung ift die Kicche fo
aber fürgeben, Daß nad) der Taufeindem Kin» gewiß, daß er es nicht aneinem Orte, fondern
de Sünde verbleibe, ift dem jetzo erzehlten al» in vielen Büchern ausdruͤcklich feger. In enchi-
fen zuwider; derowegen kann es von ung bloß |ridio: in libro contra duas epiftolas Pelagia- .
nicht angenommen werden. Danndieunmeß: |norum: ad Valerium: de nuptüs und an etli-
liche Wohlthat ver Heil. Taufe im Neuen Te- chen andern Orten lehret er, daß der Getauf—
ſtament, uns von unferm Erlöfer IJEſu Chri⸗ te gar Feine Sünde habe, aber er fey nicht ala
fto mitgetheilet, der Heil. Geift, daß er wäre les Ungluͤcks uͤberhaben; und laͤßt ihm die Mey⸗
ein Rath mitten im Rathe durch die heil. Män- nung derer gar nicht gefallen, welche vorgeben,
ner GOttes, Kats hiebevor befchrieben. Dann die Taufe mache nicht andrer Geftalt rein von
er ſpricht unter andern Durd) den Propheten Sünden, alsein Barbier die Haare vom Bart,
Miham: Fr wird unfre Miſſethat dampf- die immerdar wieder wachfen, abſchere.
fen und alle unſre Suͤnde in die Tiefe des | Diefes nr ich kuͤrzlich und freundlich mic
| en dem
* 8 — Ra
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630 Cap. i18. von der durch Conventen. Reichstäge gefüchten Religionsvergl. gt
dem Heren Collocutore veden wollen, welcher,| Damit ic) aber komme zur Dration deshacd ⸗
Per
fo er etivanı eine beffere, uns Carholifchen an-|gelehrten Herrn Dodtoris Collocutoris: Erſt⸗
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nehmlichere Auslegung geben wird, fo waͤre es lich, daß er des Verzugs wegen Entſchuldigung “
unnöthig, in Beyſeyn fo groffer Herrn und für- eingemvendet ‚ und die Urfache und Schuld auf
‚trefflichen Leuten mehr Worte zu machen; aber |die ungleichen Eremplaria gefchoben hat, gebe
ſo er an etwas wird einen Fehl haben und mehr ich zur Antwort, daß Die Res einerley feynd,
Sachen auf die Bahn bringen, fo feynd mwir|obgleich etliche Dinge an etlichen Orten in der
bereit, beydes aus der göttlichen Schrift und legten Edition entroeder um etwas gelinder ges
aus denen heiligen Bätern, wann wir nur feine Ba oder deutlicher erfläret worden fyn.
Meynung recht einnehmen fönnen.
aß er aber Dabey gedacht, daß wir von ih⸗
So weit Doctor Eccius. Inen ſeyn ausgegangen, und uns Dadurd) bes
Phil, Melanchthon bat geantwortet,
ſchuldiget, alshätten wir die wahre Kirche vers
laffen: darauf müflen mir nothwendig antwor⸗
Hui empfangne Erlaubniß zu reden von dem ten, wiewol wir es am dieſem Drte Fürzlih
Wohlgebornen Herrn Kaͤhſ. Maj. Commif- thun wollen.
ſario und Oratorn, und von den auch wohlge⸗ Dieweil wir den Conſenfum der Catholiſchen
bornen, edlen und fuͤrtrefflichen Männern, de⸗ Kirchen von Herzen lieb haben, und mehr nicht
nen Herrn Präfidenten, will ich, wie ſolches als etliche Migbräuche des Gegentheils tadeln,
angeordnet iſt, kuͤrzlich und mit gebuͤhrender ie ung GOttes Gebot darzu dringet: Du
Befcheidenheit antworten, und erftlich, weiles ſollt den Namen GOttes nicht unnüglich
eine geiftliche Sache ift, vom Gebet den An-|führen, und Paulus fpricht: So jemandein
fang madıen. ander Evangelium predigt, der fey ver-
Der Sohn Gottes unſer Herr JEſus Chri⸗ Flucht ; als feynd wirvon der Catholiſchen Kirs
ſtus, da er für ung ein Opffer werden und jetzt chen Ehrifti nicht abgewichen; fondern haben
in den Tod gehen wollte, Bat den Bimmlifchen allein Die geftraften Mißbräuche fahren laffen, _
Vater: gebeten: Dater, heilige fie in der und find vielmehr aus ihrer Gemeinde ausge —
Wahrheit, dein Wort ift die Wahrheit. ftoffen worden durch gewaltſame Befehle, Bann,
-Diemweil aber diß Gebet des Sohnes GOttes und neue Verbitterung, die zuvor in der Kits
geroißlich erhört worden, und er uns zum Bi: chen nicht bräuchlich gewefen. Es iſt darum
ſchoffe, um welches willen wir erhöret werden, der Prophet Keremias nicht ganz vom Volk
vorgeftelle it: fo bitten wir auch mit feinen GOttes abgetreten, ob ergleich von denen vers
felbjt eignen Worten um feinetwillen, daß er dammt wurde, welche die öffentliche Gewalt
uns in feiner "Wahrheit heiligen und unfre Her- in Fäuften hatten; alfo gehts uns auch, und
zen und Zungen alfo regieren wolle, daß wir ſtellen wir das Urtheil GOtt und der rechfen
reden mögen, was wahrhaftig, Chrifttich und Verſammlung der Ehriftlichen Kirchen anheim.
feiner Kirchen erfprieglich ift. Er lenfe auch Darnach haben wir uns allezeit vor einem
die Herzen unfer aller zu Chriſtlicher und heili⸗ unparteyifchen geiftlichen Gericht zu erfcheinen
er Einigfeit. _ Und bierauf foll GOtt unfer angeboten, und erbieten uns nod), Darum
; Sei ſeyn, daß wir nicht irgend aus einem un- iſt es unnöthig geivefen, bevoraus in diefem
gebuͤhrlichen Durſt, oder Eigenſinnigkeit, mie freundlichen Gefpräch, alfobald im Anfangeung
denen andern nicht einerley Meynung ſeyn; zu verdammen. Das mollen mir zu diefer Zeit
‚fondern weil wir gänzlidy Dafür. halten, daß nicht weitläuftig ausführen, und beruffen uns
Diefe Lehre, dazu wir uns befennen, für und für auf das, was wir vorhin zum öftern im dieſen
einhellig bey der wahren Catholifchen Kirche | Sachen heimlich und öffentlich gereder undger
Ehrifti getrieben worden, darum lehren wir |fchrieben haben.
Kirchen, lich diſputiren, iſt uns ſehr lieb. Das koͤnnen
dieſelbe auch mie gutem Gewiſſen in unfern) Daß er ſich aber anerbeut er tolle freund-
wir
we
62 18 Abſchnitt. Von dem Eolloquio zu Worms.
‚wir beftändig ſagen: daß mir nicht einerley Mey-
nung mitißnen fen, gefchieht one einige Ver⸗
bitterung,, oßne eint: e Seindfchaft, wollen auch
von Herzen gerne hun, was zum gemeinen
Friede und Ruhe dienlich ift, follte es gleich mit
unbilligen ganz ſchweren Conditionibus gefche-
ben, wofern wir es ohne Schmad) und Nach--
theil des Sohnes GOttes thun fünnen, Was
fonften meine Perſon infonderheit anlanget,
fchreibe ich dem Herren Doctori Collocutori
das Lob zu, welches einem gelehrten Manne eig-
net und zufteher, |
— Nun zu den Artikeln ſelber.
Vom erſten Artikel iſt kein Streit, weil je-
dermann bekannt, daß unfre Kirchen freu-
lich den allgemeinen Confens wider Servetum
633
kel beydes von der Sünde, und auch von der
Gröffe der Schwachheit allein im Worte GOt⸗
tes geoffenbarer. x
Es hat aber der Herr Doctor recht geredt,
daß manin denen Definitionibus leicht der Sa-
chen eins werden koͤnne. Dann aud) wir die
beyden alten Definitiones für bekannt anneß-
men, unfer welchen in der einen die Erbfünte
genennet wird eine Manglung der Erbgerech⸗
tigkeit, Die in ung feyn foll: inder andern eine
Luſt und Begierde, und achten nicht dafür, daß
diefe Definitiones von unfrer Meynung weit
abtreten. Dann diefe Manglung bedeutet
nichts anders, als eine Beraubung der hoben
Gaben, welche unfern erjten Eltern in der
.. mifgetheilt a ai des
und etliche andere vertheidiget haben und wolr Achtes damit fie wahrhaftig GOtt erkannten,
fen on diefem Sic endlich bereuen pa, | Oder erkennen Fonnten, Der —— —
ben, daß wir in unfern Kiechen die Hauptfpm=| Wilens zu GOtt und der richtigen Vollkom—
. bola, das Apoftolifche, Nicänifche und Atha— Be Kräften... 0 de
mafianifche behalten, und daß wir von dem Nachdem nun dieſe find verloren worden,
einigen göttlichen Wefen und dreyen Perfonen] I} an deflen ftatt kommen eine Au De de
alfo lefren und glauben, wie in dieſen Haupe-| Verſtand eine Abwendung des Willens um
fombolis, in denen alten Synodis, Niczna, | greuliche Unrichtigfeit der Begierden, ae
Conflntmopotan, Boca, u Frügt:, DE
i ’ 1; 65 > - J
donenfi gelehret wird, und in denen fürnehm- | Erbfündeelne Begierde wirdgenennet. Dann
en Kirchenferibenten, Athanafio, Bafılio, Na-| Sdun— : tagen
a Epiphanio, Ambrofio, Auguftino, wir machen einen Linterfcheid zwiſchen Denen
Mir behalten auch gern die in der Kirchen) Degterden an ihnen felbft, die von GOtt ans
GOttes —— zu reden. Denn 1] gefbafen worden, und zwiſchen der Verkeh⸗
feynd gänzlich der Meynung, daß man Zwei rung, Die dazu kommen iſt y oder zwiſchen der
felßaftigfeit zu vermeiden, eigentlich und deur-| Unrichtigkeit. u dem Willen bleiben bie Af⸗
lich teden foll. Und fo viel vom erften Ar-|fecten, welche GOt in bie menfchliche Natur
tief, gepflanzet: es bleiben auch die Begierden in
‚appetitu fenfitino. Es wollten aud) die lieben
Alten nicht zugeben, daß man die Luſt follte
nennen die Begierde, fo von GOtt in die Na—
fur gepflanzet; fondern derfelben Verkehrung.
Als zum Exempel: obwol beym Catone ift eis
ne $uft und Siebe zur Tugend; fo ift Doc) der.
Wille von GOtt abgewandt. Aus dieſem er-
fennen wir, daß beydeg die alten Definitiones
und unſre Meynung mit einander eins find.
Daß wir aber folche Wörtlein gebrauchen,
die eine That, oder Wirkung bedeuten, damit
unterfcheiden mir die Erbfimde von der. wirkli⸗
chen. Und weil wirs negatiue befchrieben ha⸗
Rr3 ben,
Vom andern Artikel.
Wir gedachten nicht zur Zeit, da die Con⸗
feßion übergeben wurde, daß über dieſen Arti⸗
kel einiger Streit ſich bey denen Widerfachern|
wurde ereignen; fondern wir mußten etlicher
Leute Gefchrey ſchweigen, welche die Erbfünde
ganz wegfchaften, wie es denn folche Leute alle:
zeit gegeben hat, die von der Erbfünde unge:
ſchickte Meynungen gehabt: deswegen weil das
Urtheil der Vernunft die Groͤſſe menſchlicher
Schwachheit nicht genugſam kann erkennen,
und der Urſachen halben wird auch dieſer Arti⸗
654 Cap. 1g. Don der durch Eonvente u. Reichstäge gefuchten Religionsvergl, &;
Ben, haben wir anzeigen wollenden Verluſt fol-|der Gnaden, daß diefes Uebel, das nocyübrig
daß wir deswegen follten zu ftrafen feyn, in- |die in der Gnade bleiben, wie Paulus fage:
dem mir die Gröffe dieſes Uebeis ſo hoch aufmu- die Gnade fey mächtiger, als die Sünde,
gen, wann wir nur Innerhalb unfers gebüprli- Nun ift diß ſtreitig, ob die Hinterftellige Gebre⸗
chen Markſteins bleiben. chen in den Heiligen eine Strafe, oder Mittel:
Dann mir ftehen in denen Gedanken, daß ding fen; oder ob es ein folc) Ding fey, das
diß nicht fehlechfe Liebel ſeyn: Die Blindheit im feiner Natur nad) des ewigen Todes würdig,
Berftande, und: die Abwendung des Willens wenn es nicht vergeben werde? Ferner, diefer
von GEOtt; aus twelchen fo fehreckliches Epicu⸗ | Gebrechen iftnicht allein die Luſt in appetitu fen- -
rifches und academifches Zweifeln und unzaflig |fitino, auch nicht nur ein Zunder, oder Dua-
viel Irrthuͤmer von GOtt, Bergefloffen feynd. litaͤt des Leibes; fondern eine im Verſtand hin⸗
So befchreiben es die lieben Propheten aud) |terftellige noch nicht gar erftorbne Blindheit,
cher mitgerheilten Gaben, und achten nicht, iſt, auch zugedeckef und vergeben werde, Denen,
nicht als ein fehleche gering Lebel, wenn Sere- wie die Heiligen Infonderheit erfahren, welhe
mias ſagt: das menfcbliche Herz ift böfe und |den Zweifel von GOtt und das Mißtrauen em=
verkehrt. Rn A pfinden, Es ift auch der Wille nicht alfo zu
So it wahrlih die Erbgerechtigkeit Feine GOtt bekehret, daß er ganz vor Liebe zu GOtt
geringe Zierde geweſen, welche (tie wir es zwar brannte; fondern die Heiligen gerathen oft da=
. Dafür Balten,) das Ebenbild GOttes andeutet, hin, daß fie fich felber Heben, und hoch von
dadurch nemilich das menfihlihe Gemuͤth ein |fich felber Halten. Bleibet derohalben beydes
Tempel GOttes war, in welchem Betvorleuch-
tete eine herrliche Erkenntniß GOtkes, eine fe-
ſte Zuverſicht und einevollfonimne Liebe. De:
rohalben auch St. Paulus befihlet, daß wir
ſolches Ebenbild verneuren ſollten. Und da⸗
mit man moͤge verſtehen, was er durch das
Ebenbild meyne; ſetzet er alsbald hinzu: in
Zeiligkeit und Gerechtigkeit. So ihr nun
mit dieſem Bericht, fo viel die Definitiones an⸗
betrift, zufrieden ſeyd, fo iſt feine Mißhellig-
feit unfer ungs wo nicht, fo erbieten wir ung zu
einer weitlaͤuftigern Erklaͤrung und begehren
nicht mehr, als im Urtheilen eine rechte Yuf-
im Berftand und im Willen und im appetitu
fenfitino ein Gebrechen und Schwachheit, wel«
che die Heiligen fo oft befeufzen, wie Paulus
faget: Ich armer Menſch, wer wird mich
erlöfen von dem Leibe diefes Todss! In⸗
gleichen fagt er, daB das Beleg in feinen
Bliedern feindfeliger weile flritte und das
Gefeg des Bemürhes gefangennebme. Und
ift wahrlich Feine geringe Klage; wie auch dies
fe nicht für gering zu halten, die im Pſalm ſte⸗
het: Siehe ich bin in Sünden empfangen,
unds ich babe gefäget in meinem Zagen;
alle Menſchen find Lügner, die von GOtt
nichts rechtes verftehen.
Was den andern locum anlangef,magpiel- |] Derohalben fagen wir, daß diß Uebel, fo
feicht die Mißhelligkeit darinnen geöffer ſeyn. jüberbleibet nad) der Taufe, nicht allein eine
Denn daß der Herr Doctor viele Zeugniffe ein- | Strafe und Fein Mittelding ſey; fondern ein
uͤhret
— wveggenommen werde,
in der Meynung, daß in der Taufe vie Erb- werde.
richtigkeit.
find wir auch Todes würdig: es ſey denn, Daß es vergeben
Und bey den erwachfenen Leuten be-
Sünde vergeben werde, wie aud) die andern |darfs des Glaubens, welcher wider dis Uebel
Sünden (als in erwachfenen Leuten), und daß ſtreitet, und um Verzeihung bitte. Welcher
der Heilige Geift geſchenkt werde, Der ein neues Glaube, wenn er wieder auggetrieben wird fo
Icht und einen bekehrten Willen anrichet. Uns |verdienet diß Uebel auch den ewigen Tod. Die
zweifelt auch gar nicht, Die ganze Kirche ftehe Zeugniſſe in der Schrift find Elar: denn Pau—
in der Meynung; aber das beißt Die Taufe hoc) lus nennet Diefes Gebrechen ausdruͤcklich Suͤn⸗
gehalten und zieren, Daß ein folcher Ueberflußlde, von fich als einem jest De, |
| | alſo
welche bejahen, daß in der Taufe die ſolch Ding, das ſeiner Natur nach des ewigen
———
| > IE Abfehnitt, Don dem Colloquio zu Worms,
alfo redend: Nom. 7. die in meinem Steifbeiten Beift gelüfter, ift eine Sünde, Denn
637
wohnende Sünde. Und zwar fo befchreibet] in demfelben ift ein Ungehorfam wider die
‚er diß Uebel bieweilen mit ſolchen Worten, d
da bedeuten, etwas von einem nehmen; bis⸗
weilen, etwas einem geben; als wenn er ſagt:
fleifehlich geſinnet ſeyn iſt eine Feindſchaft
wider GOtt, und kann auch dem Geſetz
GOttes nicht unterthan werden. Item:
ich inde ein ander Geſetz in meinen Glie⸗
dern, das da widerſtreitet dem Geſetz in
meinem Gemuͤthe; redet nicht nur von Denen
Begierlichkeiten im Sinn; fondern aud) von
obern Uebel, und heißt Sünde hier nichts an⸗
ders, alsdiß, was er im Text erflärer, nemlich
ein Liebel , Das da toiderftreitet dem Geſetz GOt⸗
tes. Hieher gehören andre Zeugniffe, welche hin
und wieder Inder Schrift gefüßret werden. Den
die Propheten, damit fie lehrten, daß der Menfch
nicht gerecht fey durchs Gefes, fondern Berge:
- bung der. Sünden bedürfe: fo wiederholen fie
die Lehre von dieſem Uebel zum öftern, als im
Bud) der Schöpfung: des Menfchen Herz ift
böfe immerdar, Aus Seremia und den Dfal-
men haben wir droben Zeugnifle eingeführet,
und zweifelt uns gar nicht, daß diß, mas mir
lehren, Auguftini Meynung fen, der fo oft fa-
get: diefe Sünde werde vergeben, mas den
Reatum, oder angeklagten Stand und Weſen,
anlanget. Er feget aber aud) hinzu, daß Die
Erneurung angefangen werde ; aber gleichwol
bleibe die Sünde noch Binferftellig. Denn diß
Wort, reliquum, gebrauchet er oft, vt Tra-
dtatu 41, in Iohann. die Sünde fol nicht
herrſchen in unferm fterblichen Leibe. ‚Er
ſpricht nicht: fie fol nicht ſeyn; ſondern: fie ſoll
nicht herrſchen. So lange, als du lebeſt,
wird es nicht anders feyn, Sünde wird In dei⸗
hen Öliedern feyn; allein daß man ihr Feine
a verftafte, man foll nicht thun, was
ie gebeut. Da redet er wahrlich von denen
Wiedergebornen.- |
Und libro V, contra Iulianum eignet er die-
fm Gebrechen drey Dinge zu, auch in denen
Wiedergebornen, Daß es eine Sünde fey, daß
die| Herrfchaft des Gemuͤthes, und ift auch
eine Strafe der Sünden. Denn fie wird _
dem zum Derdienft gegeben, der ungehor-
fam ift. Iſt auch eine Urfache der Sünde
in dem Abfall deß, der darein williger, und
in Deflefung deß, der geboren wird, Anz
derswo von der Taufe der Fleinen Kindlein:
das Befeg der Sünden, welche, ob fie
gleich jezunder ift vergeben, fo bleibet fie
doch in dem alten Steifch. j
In Concione Domini in monte: obwol
die Vebertretung getilget iſt; fo iſt doch die
Bebrechlichfeit nicht ganz geändert. Du
wirft noch immerdar fagen: Dergib uns
unfte Schuld. Derowegen verfteheter felber,
daß die Heiligen zu allen Zeiten bedürfen die
Mergebung diefes Laſters. Da er an Sulid«
num fehreibet und Die Hartnäckigkeit der Men-
ſchen rügef, Die da nicht erfchrecfen, wenn fie
ihre Schwachbeit fühlen, nemlich den. Zweifel
von GOtt, und viel andre irrige impetus, da
hänget er Dis Epiphonema hinan: Glaube,
wann du nicht fireiteft: erkenne es, wenn
du ſtreiteſt. Mit diefen Worten zeiget er an,
daß viel fichre Leute dieſes Gebrechen Darnieder
ſchlagen; aber meil Auguftinus in diefer Ma-
feria wohl weiß, was er ſchreiben ſoll, und mic
ihm nich“ uneins ift, iſt nicht noch, mehr Zeug:
niß zu häufen. Daß aber der Herr Doctor
einfüßret den Locum de nuptiis, fo iſt daſelbſt
ie Stage, wie man die Begierde, Kinder zu
zeugen, unferfcheiden -foll von der verkehrten
Art? Und faget er dafelbft ausdrücklich : die
Luſt in denen Wiedergebornen fey Feine Sünde,
weil die Sünde vergeben fey; bemuͤhet fich da⸗
bin, daß er das Gefchöpf von der Verderbung
des Gefchöpfs unterfcheide. '
Schließlich, weil unfre ganze Meynung viel
berrliche Zeugniſſe hat der prophetiſchen apoftoli=
ſchen Schrift und der gelehrten Wäter, auch
nichts zu fchaffen hat mit der Delagianer
Schwarm; noch viel weniger mit der Mani:
es eine Strafe der Sünden und eine Urfache| chäer, foift nichts ungereimtesdarinnen. Denn
der Suͤnde ſey. Die Worte lauten alfo: Die | fie machet einen Unterfiheid zroifchen der Natur
Luſt des Flejſches, wider welche den -gus und derfelben Berderbung, und laſſen wir in
menſch⸗
/
638 Cap. ıg. Don der durch Conventeu, Reichstäge gefuchten Religionsvergt. 9
menfhlichen Willen das feine; wie wir an ſei ·¶ Fuͤrs andre, daß der Herr Collocutor ein
De fagen wollen.- if Me — erwiſcht, — —— ſie waͤren von
Damit bat Philippus beſchloſſen⸗ uns ausgangen, und es dahin Deuter, als hätte
S hol Ge Fürth fan Volle Bil I a —
per Herr Doctor von der Sachen weiter bifpu- a — 9 Oh ner —
tiven, erbiece ich mich zur deutlichen Erklaͤrung „ancerley Weiſe ausgelegt werden F a.
meiner Meynung, fo-viel die Noth erfordern ches lee in &e — — a Re |
wird, nun Date) n — ift, alfo auch nicht nüstich, weil ich ine ie
srren wollen auch bierinnen fagen, was fi — — ihm —
+ dunket; denn ich will derjenige nicht feyn, bers wünfchen möchte, als daß ic) meine Bruͤ⸗
" Pi der gewinnen, und einerley Ölaubens habhaf-
der allein das Urtheil fället, jo iſt es aud) in tig wiffen und haben fünnte, Sonft s bbaf* |
der Kirchen bräuchlich, Daß ein jeder feine Mey- gelt es mir an Antwort nicht, Es find da die.
nung fage, öffentlich angefchlagenen Mandata des löblichen
Eccius bat geantwortet : | Er — — EN über
Wir müffen in dem zuerft richtig werden, welche jte, wie mic) Dun et, vielmeniger zu’bes
a: ul Sand u fagen, was einem Elagen Baben follten, als über andre Chriſtliche
sonen beliebt. Was anzunefmen ift, wollen Fuͤrſten, die ihre Mlandata wider fie viel eiftk-
Sit annehmen, aber wwas.es bedarf, Das muß ger erequiret Haben. Und daß er die Urſach
‚auch erklaret werden. jolches Ausgehen unfern Mißbräuchen zufchrei-
K bet, achte ich nach, meinem fehlechten Verftan=
de allzu wenig zu feyn, da fie Doch in den vor:
hergehenden 21. Artifeln, die fie die Glaubens-
artikel nennen, meiftentheils mit uns uneinig
Di, — ind.
Gnaͤdiger Herr, Hochwuͤrdiger Vater, auch.eremias gehört hieher nicht, der ſich nach
an und Edle Herren Und dem Geheiß feiner Väter und der ——
Matres.
| eine er — een Darum Yu ich mei=
asienige zu vollftrecfen, mas sie heute nen Herrn Collocuforem, um Au richtigkeit
D — Haben, daß ic) euch mit weit- ſeines Ingenii willen, und alle andre, Tele |
Täuftigem Umſchweife nicht lange aufhalten mö-| zugegen find, gebeten Haben ; wie ich heut zu
ge, vill ich mid) alfobald wieder menden zu Anfang bezeuget, warn mir ein oder das
dem, was ‚der Herr Collocutor heute vorge- | andre Wort entfahren möchte, wollet es nicht
bracht. Und eritlich anlangend die Ungleic)- |übel, fondern freundlich aufnehmen, darmit wir
heit der Erempfarien, koͤnnte id) feine Antwort [nicht allezeit, welches einem vor übel gehalten
- feichelich gar zu nichfe machen , und augen-| wird, nac) der Larven fanzen, und mit meil-
fpeinlic) Davthun, Daß die übergebnen Erem- | läuftigen Worten, die zur Confegion ſich gar
olaria nicht allein in Worten, fondern auch in |nicht ſchicken, denen fürtrefflichen gegenwärtigen
en Sachen an ihnen ſelbſt viel anders wä-| Seren verdrießlich fallen. —
denen Sach Was aber anlanget den erſten Artikel, wel⸗
'ten, al die Confeßio Auguſtana; denn wenn er |
cher ohne einigen Streit angenommen worden,
hat mir wunderwohl gefallen, daß der Herr
fie nicht wider einander waren, Hätte man ſich
au Yugfpurg nicht fo müffen peinigen in dem
Collocutor das heilige Concilium Nicanum fo
gelobet hat, daher mir Doch größre Hoffnung
Woͤrtlein meriti, welches fie Damals verwor⸗
Fon. Damit ichs defto Fürzer mache, beruffe
ich mich auf die kuͤnſtige Artifel des Colloquii, gemacht worden, es werde Einigkeit Fönnen
da ich folche Dinge will an Tag bringen, als |gefroffen werden, da es fonften das Anfeben
lhatte, als wenn er vorzeiten, als er noch ein.
junger
Eben des Tages Nachmittag um 3. Uhr
hat Doctor Eccius im Geſpraͤch fortge⸗
* £ fahren.
in dem 10. Artikel,
640. 0 15 Abfehnite, Von dem Colloquio zu Worms. 7 0
junger Mann war, von diefem Concilio ſo gar Liebe GOttes 2c. und folche Zuneigung zum Boͤ⸗
viel nicht gehalten ;-und Sucher Kat fagen dür- fen nicht gehabt Hätten. 000
fen, daß Glaube und Evangelium in diefem| Was aber das anfanger, das von der über-
Heiligen Synode zu Nicaa fich verloren hätten. |gebliebnen Schuld nach der Taufe vorgebracht
Was Aber den andern Artikel anbetreffen worden, dadurch die Hoheit der heiligen Taufe
thut, gefaͤllet mir auch das, in welchem mir groͤſſer gemacht worden, verftehe ich nicht ;
eins find, man thue recht dran, daß man uͤber dieweil fichs anfehen läffet, als ob es ver Taufe
die Erbfünde rider die alten und neuen Pela⸗ zur Schmach gelange, ja Ehrifto felbft‘ zur.
gianer halte; das aber der Herr Bar mit Schmälerung ,‚ der die Taufe geftifter hat,
Erklärung der Definition der Erbfünde haben wenn fie nicht genug darzu wäre, daß fie alle
will, daß fie nicht allein fey eine Manglung Schuld der Sünden austilgen follte. Dages
der Erbgerechtigfeit; fondern auch andrer Ga- gen Paulus an den Titum fo deutlich ung die
. ben, wie er diefelben auch zum rheil ah Vortrefflichfeit der Taufe rühmet, indem
hat, darinnen bitte ich eine bequemere Ausle- er faget: Nach feiner Barmberzigfeit ma-
gung ; denn nach der Meinung der Beiligen cher er uns ſelig durch das Bad der Wie
Vaͤter, welche die Heilige Schrift erflären, dergeburt und Erneuerung des Heil, Gei⸗
wann ein Rind mit diefer Grbgerechtigfeit be- |ftes, welchen er ausgegoffen bat über uns
gabt wäre, ob es gleich andrer Gaben mangel- reichlih darb IEſum Chriſtum, unfern
te; fo wäre doch die Erbſchuld mit nichten bey Heiland, auf daß wir durch deffelben Gna⸗
und in ihm Immaſſen unter vielen, ſonder⸗ de gerecht und Frben würden des ewigen
lic) unfer denen Alten, ſtreitig ift gemefen: ob Aebens, 1 Be
der erſte Menfch, Adam, in ver Gnade, die et⸗ Alhier bezeuget der Apoftel, daß wir felig
was angenehmes fhäte, gefchaffen worden, da find gemacht worden dadurch, daß der Heilige
doc) von feiner Erbgerechtigkeit gar nicht ge: |©eift reichlich über uns fey ausgegoffen wor:
zieifele worden it; Doc) bin ich micdem Herrn den. Nun aber wäre Fein reicher Ueberfluß,
Magifter in dem eins, daß ein Kind aus Man: | wenn die überbliebne Schuld mächtiger wäre,
gel diefer Erbgerechtigfeit vieler Gaben, bey: Wir Chriften follen vielmehr befennen, Daß des
Des vor und nad) der Taufe, entbehren müffe. einigen Heren Chriſti Gehorfam uns mehr
Wenn das feine Mennung ift, find wir recht | Gnade verdient hat, als Adams Ungehorfam
eins. Schuld habe eingeführee. Denn das ſcheinet
Daß er auch unter dem Antworten bekannt zu menig zu feyn, wenn der Herr Magifter
Bat, daß ein Unterfcheid fey zwiſchen der Erb: ſagt, diefe Sünde werde vergeben, wenn man
‘und wirklichen Suͤnde, nehmen wir auch mit durch den Glauben die Vergebung erareife,
groſſem Frolocken an; wiewol eg fcheinet, alsob weil es nicht rathfam iſt für Diejenigen Kinder,
ee, da er ein junger Mann mar, der Meynung welche dahin fterben , ehe fie ihre Vernunft ge=
nicht wäre. Deromegen nehmen mir an die|brauchen Fönnen. Und fo es durch den Glau—⸗
Sprüche von dem verkehrten Herzen ; aber ben gefchenft wird, fo wirds abermal dem Sa⸗
alsdenn wirds verkehrt, wenn die Luft in un-|crament der Taufe entzogen; und niche allein
ſerm Leibe herrſchet, und wir ihr gehorfam feyn das, fondern es hören auch die neuen Lehren
und leiften. Gonften erfahren und erfennen \auf, mit- welchen fie uns eine ſtetswaͤhrende
toir, daß unfer Herz zum Boͤſen geneigt iſt, Suͤnde der Luft auflegen, damit, wenn fie ja
wie GOtt faget: das Dichten des menfehli- |die Taufe nicht annehmen mollen als die Ar—
chen Herzens ift höfe von Jugend auf. Bon zeney diefer Schuld, fie doch mit. ifrem ſtarken
diefem Handel befennen mir, daß diefe Gaben, Glauben erkennen, daß diefe Sünde nicht für
davon der Herr Magifter redet, vie Menfchen und fir währe. |
gehabt Hätten, wenn fie in der Erbgerechtigkeit| Deucht mich deromegen zur Einigkeit dienli⸗
wären beftanden, nemlich der Erfenntniß, der |cher zu ſeyn, wenn fle mit der allgemeinen
Kucheri Schriften 17. Theil. ©s ! Eprifte
der Taufe nichts mehr übrig ‚als eine Strafe,
oder (mie Yuguflinus pflege zu fagen, ) Un:
glück. Und damit ich diß beylaufig mit geden-
lehree........ ee
Ich halte aber dafür, der ehrwürdige Herr
Magifter, mein guter Freund, wenn er will
fe, weil des Auguftini erwehnt worden, hat dieſe Sache freundlich Helfen zur Einigkeit bein»
der Herr Magifter Auguſtinum angezogen li- |gen,-fo.Fann er es gar leichte thun, wenn er
bro V. contra Iulianum, da er der Luftdreyer-
zuvor den ganzen Terf angefehen hat. Denn auslegen, daß Die Schuld, welche eigentlich
mas Auguftinus dafelbft vorgebracht, -. hat er Jund wahrhaftig reatus genannt wird, in der
geſaget von der Luſt vor der Taufe, weldyeder | Taufe werde ausgetilget; gleichwol aber einen
unfelige Julianus, der. Pelagio gefolget, we⸗ ſteten Streit des Fleiſches wider. den Geift ver-
der Sünde, noch etwas Böfes hat feyn laſſen urſache, und daß ſolcher Streit des Fleiſches,
wollen, fondern fie fen Lobens werth. davon Paulus oft reder, fey von der Sünde
Eben das ift aud) Auguſtini Meynung ſu- herkommen, von der Sünde übergelaffen,
‚per lohann. tradtatu 41. da der heil. Vater mit | und zur Sünde geneigt, um welcher Dinge
Bellen Elaren Worten lehret: alles, was wir vor | willen fie St. Paulus nicht einmal Sünde ge
der Taufe fündliches begangen haben, das feyInennt hat Roͤm. 7. Da denn DIE das aflumtum
in der Taufe ausgetilget worden; und. wie die geweſen, Paulus rede von fich; darüber ich
Worte ferner lauten. | gar nicht ſtreite, wiewol Drigenes, Ambrofius,
Diemweil wir aber auf Auguſtinum kommen Hffarius, Hieronymus, und, iſt mie.recht,
feyn, ift es nicht uneben, wenn mir auch an. | Paulinus, der groffe Ausruffer des heil, Felis
dre feine Diefa ermegen. Denn Yuguftinus|cis, deffen. Gedächtniß: die Chriſtliche Kirche
hat nirgend geſaget, wie ich mich auf den heil. |bis auf den heutigen Tag begebet, einer.andern
Vater beruffe, daß die Sünde bleibe in einem ge- | Meynung ſeyn. Aber um Auguſtini willen,
tauften Rindenad) der Taufe. Denn was man der nun alt. war, weil er diefe Worte von Daus
ſonſt pflege anzuziehen, daß die Sünde in der [li Perfon verftanden, laffen wirs uns auch nicht
Taufe alfo ausgetilgee werde, nicht, vaß fie|mißfallen: Wir wollen aber des Auguftini
Bonder öurch Eonventeu. Neichsräge gefuchten Nrligionsvergl. 643 »
Epriftlicyen Kicchen befennten,, daß vor der |pflichtet,. fo geben fie waßrhaftig die.empfang-
Taufe beydes Schuld und Strafefey; aber nad; ne Sünde, wie der heil. Jacobus uns. ſolches
dagjenige,. was er. heute gefagt hat, von der
Jen zuſchreibet; fo pflegen die Juriſten zu fagen : | Vergebung der Sünden, und in der Apologta
Es ift unhöflich, antworten, wenn man nicht von der nicht zugerechneten Sünde, alfo wird
nicht mehr da feye, fondern daß fie nicht zuge» | Auslegung vor uns nehmen, daß der-Apoftel -
‚rechnet werde, Das ſtehet im Auguftino nicht. |die Luſt Sünde nenne, weil fie mit Sünden
Denn er gedenket der Luſt, welche vergeben geſchiehet. Ich ſetze darzu, weil fie zur Suͤn⸗
wird, nicht, daß fie nicht mehr da ſey, ſondern de antreibet und geneigt iſt. Es iſt ein ſchoͤn
daß ſie nicht gerechnet werde. Denn es iſt gar Gleichniß, das Auguſtinus vorbringet, daß
ſchoͤn, was Auguſtinus ſaget, daß diß nicht die Luſt alſo Sünde genennt wird, wie Die
Suͤnde ſey, das keinen reatum oder Anklage Schrift eines Menſchen ſelne Hand, und die
hat. Es iſt wahr: Lutherus hat dieſen locum Rede eines Menſchen feine Zunge wird ges
am allererften verfälfcht, Dannenhero dieandern | nennet. |
auf gleiche Weife geirret haben. Die andern) Was aus dem Pfalm angezogen worden,
loci aus Auguſtino bringen die Auslegung ſelbſt daß alle Menfchen Lügner feynd, nehmen wir
mit auf dem Rücken, (wie man pflegt zufagen, )| den Pſalm an; aber die neue Auslegung koͤn⸗
dieweil wir befennen, daß die überbliebene $uft| nen-wir in Gegenwart. nicht zulaflen: desglei⸗
eine Schwachheit fey , eine Krankheit oder Ge-| chen Daß der ehrwürdige Herr Magifter einen
brechen , und daß fie Rinder zeugen, die ärger| andern gleichftimmigen locum aus Paulo eins
un denn. fie felbit; daß boͤſe Bewilligungen | führer, weil er nicht geſagt, wo er ſtehet, will
eynd, welche, wenn das Herz denenfelben bey- |uns aud) jego nicht einfallen, daß Paulus a
2 000015 2bfehniee. Von dem Colloquio-zu Worms.
645
en Schlag geredethabe, Aber von dev Weis Den folgenden Sonnabend i5. Januarii,
jele des Fleiſches ſetzt Paulus in der Epiſtel an fruͤh um 8. Uhr, har der Herr Philippus das
die Römer, Daß es eine Feindſchaft wider Geſpraͤch wieder angefangen.
GoOtt, und dem Befeg nicht untertbanig Fyrmnası von dem tmohlgebornen Herrn,
ſey Daß er aber viele loca, die ich heute ci· —Herrn Commiffario Kayferl, Majeftär,
tiret Habe, aus vielen Büchern mit einer Sal⸗ und. denen ehrwuͤrdigen, wohlgebornen, edlen
be, will heil machen, das gefteheich nicht. Daß und eßrenveften Herrn Praͤſidenten mir Bere
eine Unordnung in der Natur ſey, das nehmen |günftigung gefcheßen , will ich kuͤrzlich auf das
4
wir für befannt an. Dahero Auguſtinus der uſt
viel Boͤſes zuſchreibet; aber er bekennet uͤber⸗
antworten, was geſtern vorgebracht worden.
Erſtlich, was der hochgelahrte Herr Doctor
all, daß in der Taufe alle Sünden vergeben zum Eingang angebracht, uns der Exemplarien
werden. Und über die oben angeführten loca
wollen wir noch feßen dasjenige, mas er von
feiner eignen Perfon fehreibee libro VI. contra
Iulianun c. 5: Das fepferne, daß ich fagen
wollte, dab die Bnade diefes Bades ver:
geblich ſey, in welchem ich aus dem Waf:
fer und Geiſt wiedergeboren,, dadurch ich
von der Schuld und Anklage aller meiner
Sünden bin losgemachet worden. Ka,er
ſticht auch an eden dem Drte den Julianum wer
gen der falſchen Meynung, denn er ſpricht:
er irre gar weit, wenn er in denen Gedanken
ſtehe, daß der Getaufte gar keine Luſt mehr
habe. Er iſt zwar los von allen Suͤnden, aber
nicht von allem Boͤſen.
Derowegen weil die Wuͤrdigkeit der heiligen
Taufe ſolches anders nicht erfordert, und das
Verdienſt des Blutes JEſu Chriſti, das ver-
goſſen iſt, beym himmliſchen Vater ſolches er⸗
langet hat, und die heil. Schrift ſolches hell
und unwiderſprechlich bezeuget, Daß eine Ver⸗
gebung aller Suͤnden in der Taufe mitgetheilt
werde, desgleichen Auguſtinus, Hieronymus,
Ambrofius, mit ganz unzwelfeſhaften Worten
ſolches beftaftigen, welches die ganze Kirche bis.
hero geglaubet: fo ſiehet man daraus, daß diß
Weg zur Einigkeit ſey
droben erinnert, wenn chem Gutduͤnken ohne Gebet anfaͤnget, auch
et von der empfangenen Berge ſonſt in andern böfen Affecten entbrannt iſt.
Zurechnungder Suͤn. | Diefes alles, obgleich feine vollkommene Ein⸗
or£einerlen Reden führen , und | willigung darzu fommf, erfennet dennod) ein
fo wird | jedes Ehriftliches Herz, daß es Sünde ſey, es
en feyn, | bereuet, es birtet um Vergebung. Alfo Fann
Maris ‚| Diefer $ocus leicht entfchieden werden.
der rechte und richtige
in diefem Artikel, wie
man es verfte
bung, nicht aber vonder
de, daß wir hinf
einerley gefinner feyn unter einander,
Sriede und Einigkeit In unfern Kirch
Das gebe der gebenedeyete Sohn
men.
und oͤffentlich angeſchlagenen Mandaten halben
verdrieslich zu ſeyn, wollen wir darauf anders⸗
wo antworten, man mache eine Maaſſe, mir
ſolches aufzuruͤcken.
Zum andern, daß er wuͤnſcht, ſolche Ein⸗
helligkeit im andern Artikel, wie im erſten,
wuͤnſchen wir wahrlich gleichfals von Herzen,
daß wir in GOttes Wort faſt an einander hal⸗
ten in einem Sinne, und wie im erſten Arktis
fel, alſo auch im andern einerley Meynung has
ben mögen. Ich wollte hoffen, es Fünnteeine
folche Einpelligfeit aufgerichtee werden, wenn
wir unverdächtige Nichter hätten. Wie man
fehen fann in vem andern Artikel, in welchem
jedermann ſiehet, daß leicht zur Bereinigung
zu fommen wäre. Ein Chriftlicher und. auf
richtiger Judicirer kann leicht verftehen, daß
die Definitiones in der Wahrheit nicht weit von
einander feyn ‚wenn man fienurrechtwolltewer-
ftehen. Im andern loco ift zur Entſcheidung auch
gar leicht zufommen, von denen Sünden in dem,
nen Heiligen, wenn einer nur die Sehre St. Pauli
recht erwegt, und die Affecten feines Herzens mit,
beyden Augen anfehe Wer ift unter uns, dem
es nicht im Herzen wehe thaͤte, wenn ſich in ihm
reget der Zweifel von GOtt, daß er GOTT
nicht genug fürchtet , Daß er nicht vor $iebebren-
net, daß er viele Dinge allein aus menfchli«
Und
wollte GOtt, daß groffe Fürften und Herren
Ss 2 das
er
te u Reichstäge gefüchten Religionsvergl. 647
das Seufzen und: Geber Chriſtlicher Herzen heit aller Kräfte des Gemuͤths und des Karbes
unter allen Nationen hoͤrten, die von Setzen | die Tyranney Des Teufels, ber entweder wider
münfchen, daß der Chriſtlichen Kirchen recht den 2b, oder wider etwas anders: wuͤtet und
gerathen werde. Dieſer Zeit danken wir bil-|eobers Alſo iſt auch ein Unterſcheid zwiſchen
lig unferm allergnaͤdigſten KRänfer, der diß Ge- der Erbgerechtigfeit, und den zugeordneten
fpräch hat anftellen ‘wollen, damit: man doch ‚Gaben ‚'nemlid) ver Unfterblichfeit, und man:
einmal berathfchlage ‚wiernan zur einigen rech⸗ cherley des Gemuͤthes und andrer Kräfte Fuͤr⸗
ten Entſcheidung und Ende kommen ſolle, und trefflichkeiten; aber nichts deſto weniger bleibe
bitten GEOtt ‚er wolle ſelber bey Chriſtlichen und Erbgerechtigkeit, es ſey dann, daß er wollte
heilſamen Anſchlaͤgen feiner reinen Kirchen ſeyn verſtehen durch die Annehmung zu Gnaden eis
und derſelben Vornehmen foͤrdern helfen. ne vollkommene Richtigkeit aller Kräfte gegen
Diß habe ich kuͤrzlich mit anheften wollen, GOtt; darum begreift fie nothwendig dieſe drey
damit auf dieſen Punet des Eingangs von mir Stuͤcke, davon ich geſagt babe. So ſcheint es
Antwort gefchähe, in welchem der Here Dock, auch, daß die Patres eben Das gemeldet haben,
der Schärfe, die man wider ung gebrauchetz | wenn fie die Sünde befchreiben, daß fte ſey
erwehner hat, und thäte mir wehe, wenn der entweder eine Manglung der Öerechtigfeit, die
Herr D. Gefallen daran rüge und ihm diefelz in uns ſeyn ſoll, oder eine &uft, oder ein Uns
be belieben lieffe. Denn es ftehee gefchrieben : | verftänd im Gemuͤth und ein Lingehorfam im
Wohl dem der fich des Dürftigen annimmt, | Willen; deßgleichen wenn fie fagen, es feydie
der SErr wird ihn erretten zur böfen Zeit. | Erbgerechtigfeit eine Richtigkeit allee Kräfte,
Zum 3. fpricht er, daß ich denen Definitio- |nemlicdy gegen GOtt, oder wie Nazianzenus
nibus der Erbgerechtigkeie meßr Gaben zulege, geſaget hat: es fey geweſen das Ebenbild GOt⸗
als fichs gebührer, und feet ein Erempel hin: |tes. DIE alles, daß es ſich zufammen reime,
zu, wann einem Kind die Erbgerechtigfeie mit. | {fE offenbar, und hoffe ich, es werde dem Herrn
gerheilet würde, ſo wuͤrde es Feine Schuld ha- | Doctorf genugthun; halte auch gewißlich dafür,
- ben, ob es gleich die andern Gaben nicht hätte. |daß er ihm mird gefallen laflen, was Dccam
Hierauf antworte ih, Kalte ich nicht, daß der geſaget: er (wenn nicht die Auctorität der Vaͤ⸗
Herr Doctor das will, daß die. Erbfünde fey |ter ihm in Lichten ſtuͤnde,) wollte fagen, daß
allein ein Reatus, und nicht aud) eine Abmwen- |die Erbfünde nichts mehr wäre, als ein Rea⸗
Dung von GOtt. Alfo muß man auch befen: tus. a | | :
nen, daß die Serechtigfeie fey nicht nur eine] Zum 4. twiewol Hier von meinen Schriften
Annehmung zu Gnaden; fondern aud) eine Be« | nicht vornehmlich wird gehandelt, fondern von
fehrung zu GOtt, und zwar aller Kräfte, (von !der gemeinen Lehre unfrer Kirchen ; doch wenn:
der Erbgerechtigkeit reden mwir,) darum find |etwas wird vorgebracht werden Fönnen, daß
nothwendig dieſe Gaben darinn begriffen: im ich darinnen geirret Babe, will ich aufrichtig
Gemuͤth ein Licht, im Willen eine Bekehrung antworten und Denen gerne weichen, die midy
zu GOtt, und in denen andern Kräften eine \eines beffern erinnern,
rechtmaͤßige Drdnung und Sefchicklichkeit. Das| Daß er ferner fagte, daß er den Unterſcheid
alles würde ein Kind haben, wenn es die Erb: zwiſchen ver Erbfünde und den wirklichen Suͤn⸗
gerechtigfeit an fich hätte. Es waͤre denn Sa⸗ den mit Freuden annehme‘, Fann ich das für -
che, daß der Herr Eollocutor die Gerechtigfeit eine ganze Wahrheit tagen, Daß diefer Unter⸗
allein von der Annehmung zu Gnaden wollte ſcheid in unfern Kirchen mit Fleiß gelehret wer-
verftanden haben, welches ich doch nicht hoffen de, und allezeit gelehree fey worden, es mag zwar
will. Ferner, gleichwie nunmehr ein Later: einer magis proprie und eigentlicher reden, als
ſcheid ift zwifchen der Sünde und der Sünden |der andre, wie es pflege zu geben, Ja, «8
Gold, nemlid) den Tod ‚und alles, mas durd) | find Schriften der Unfern vorhanden, in wel⸗
denfelben begriffen wird : das iſt die Unvermoͤgen | chen Auguftinus geruͤhmt wird, daß er den Un;
ter⸗
— ——
» ' - f 5 «
0.00% 2. Abſchnitt. Von dem Colloquio zu Worms. 649
cheid diefer Wörter viel fleißiger gelehret ha» Jan ihr felbft: Aber in diefem Leben wird die
als die andern, welche vor ihm gelebt ha- neue und ewige Gerechtigkeit angefangen, wenn
a na) eein Menfch anfänget die Sünde auszutilgen
Weiter mußman in ber heiligen Schrift aud) |und zu tödten ; darnach bekommt man Die völs
mit Fleiß draufachtung geben, wenn das Wort, lige Gerechtigkeir, wenn der Leib allerdings
Suͤnde/ von der Erbfünde, wenn eg von ber vermefet, welcher, wie Paulus ſagt, dem Tod
wirklichen Sünde, : wenn es von beyden zu lift übergeben um der Sünde willen, nem«
rechnung anlanget, ſondern auch in Der That
verftehen ſey; wie es Denn zum öftern alles lich der anklebenden Sünden. Wird demnad)
Beydoe in fich begreift, mie die Ordnung der das Merdienft Chriffi Br beraus geftrichen,
Argumenten und Beweife ausweifen wird. wenn wir lehren mit der Schrift, daß auch die
- Zum 5. über den Sprudy Seremiäz des Heiligen Vergebung der Sünden haben, von
Menſchen Herz ift verkehrt ec. will id) nicht Imegen des Todes Eprifti; nicht von wegen des
groß zanken, denn wir fönnen andre Zeugniffe Geſetzes, oder eignen Würdigkeit: und haben
gebrauchen; gleichwol ftelle ic) andern zu ur⸗ die Gläubigen einen groffen Troſt, wenn fie.
shellen anheim, ob: die Auslegung von denen das DOpffer des Sohnes GOttes im Glauben
wirklichen Sünden, zu melchen die Bewilli⸗ anſehen. -
gung koͤmmt, die ganze Meynung des Textes Der andere Schluß iſt: Der Hellige Get
an Tage gebe, dieweil der Prophet fpricht: wird reichlich über uns ausgegoffen : ergo ifter fo
das Herz ift böfe und verfehrt bey allen. reichlich, daß er alle Sünden wegnimmt. Ich
So ftehet aud) im erften B. Mofis nicht: gebe eszu, denn er übermältiget die Sünde und
altes Dichten und Trachten iſt geneigt zum: fänget Die neue Gerechtigkeit an. Unterdeſſen
Boͤſen; fondern, ift böfe zu allen Zeiten im: ſtreltet er nicht allein mie der Sünde, mie
merdar. Diefe Univerfales befchreiben wahr |’Paufus ſaget, Nom. 8. fondern aub wir,
lid) die aͤuſſerſte Verderbung der Natur. dje wir die Erſtlinge des Beiftes haben,
Zum 6, hat er uns härter angegriffen in fol: feufzen in uns felbft, und warten auf die
chem Eolloquio, als ſichs gebührt, indem er | Bindſchaft GOttes. tem: Der Beiftver«
fagte, daß wir der Taufe, ja. Ehrifto felbften Iteit uns mit unausfpreblidem Seufzen.
Schmach anlegten. Da ift noth, daß diefer | Darum wird der Heil. Geiftin die Herzen reich«
$ocus riderleget werde, in welcher Wiverle- lich ausgegoffen, der die Sünde überwindet
gung man reden muß, beydes von der Hoheit |und in der Ordnung wegnimmt, wie wir ge«
der heiligen Taufe, und dann aud) von der ſaget haben. Wie auch Zacharias fagt Cap.
überflüßigen Gnade des Soßnes GOttes, den 12. Daß der Beift der Bnaden und des Be:
wir anruffen und von ganzem Herzen zu ruͤh bets ausgegoffen werde, Nemlich weil der
men ung befleißigen. Wir fagen aud) für wahr | Heilige Geiſt die Herzen aufmuntert, daß fie
aus, daß die Gnade viel mächtiger fey, als die Gnade erfennen, Vergebung der Sünden,
die Sünde. . Denn fonjt koͤnnte ſie uns nichelgläuben, auf die Erlöfung warfen und wahr⸗
erviges Heil bringen, den Tod überwinden ꝛc. |haftig anruffen, begreift nemlich die fürnefmiten
wir predigen auch diefes , daß der Heilige Geiſt Gortesdienite, welche Diefem neuen Gehorfam
reichlich ausgegoffen werde, eigentlich zuftehen,
- Wenn wir aber alfo ſchlieſſen: Wenn Sün-! Das 3. Argument, in. welchem gefegt wird,
de überbleibet, fo wird das Verdienſt Chriſti es werde dem Sacrament der Taufe etwas ent⸗
geſchmaͤlert; wir fagen, daß Suͤnde überblei- zogen, wenn man des Glaubens bedarf, Bere
be: ergo fo fhmälern wir das Verdienſt Chrie gebung der Sünden zu bitten, fo wird die Were
fti. Antworten wir auf den andern Saß:|gebung umfonft gegeben in der Taufe. Ant:
wir fagen, es bleibe die Sünde nicht; fondern | wort : Das ift ein wunderbarlicher Verſtand der
wird weggenommen, nicht allein was die Zu⸗ Taufe, wenn fie mennen, daß die Kinder oh—
Ine den Heiligen Geiſt geheiligeriwerden. Denn .
83 wann
60 Cap 18. Von der durch Eonvente u. Reichstaͤge gefüchten Religionsvergl, &sı
wann dieſe Sünde wird vergeben, fo wird zu- denen Gliedern eines folchen groſfen
gleich der Heilige Geiſt geſchenket, welcher al | ftele ‚das wirdin der Taufe vergeben aber
. fobald anfanget, wider die Sünden zu ftreiten, | es höret nicht auf. AdMacedonium fprihe
und auch hernach in Denen Ermachfenen mwiders|er ; Die Bläubigen find gerecht deswegen,
fiht, in welchen der Glaube hervorleuchten foll,\da fie dee Bnaden theilhaftig werden;
welcher beydes die Schwachheic erkennet, mit| Sünder aber find fie wegen Maͤngel der Ben
diefer Sünde ftreitet und Vergebung bittet: brechen. Derohalben f fern wir aus dem
darum ſchicken fid) diefe Dinge fein zufammen, | Blauben gerecpr worocı find, fern find.
daß die Sünde durd) die Zaufe vergeben wer«| wir gerecht ; 10 fern wir aber das von Udanı.
de, und in denen Erwad;fenender Slau e von⸗ übrige an uns Ziehen, find) wir nicht ohne.
nörhen fen, der um DBergebung der Sünden Sünde, a
bietet, wie gefage iſt. Denn wenn in der] Aber ich will Hiervon weiter nichts erzehlen,,
Taufe der Heilige Geiſt wird gegeben, fo iſt ich bitte nur, man molle die ftandhafte Mey⸗
derfelbe in denen Erwachfenen, Die nicht ab⸗ Inung des Auctotis mit Fleißerwegen. Dann‘
fallen, wahrlich thätig und Fraftig. die Hauptfache gründet ſich vornehmlich auf die
Zum 7. komme ich nun zu denen Zeugniſſen Zeugniſſe der Propheten und Apoſtel. Dar⸗
aus Auguſtino. Obwol (mie es pflege zu ge- um menden wir ung zu dem Spruch an die \
en ,) in fteeitigen Sachen vielmals ungleiche Römer am 7. J
Beni aus denen Scribenten angefuͤhret Der Here Doctor weiß gar wohl, daß eine
werden ; fo will doch einem aufrichtigen Judi⸗ groſſe Ungleichheit ift zwifcyen der Auslegung
cirer, der die Wahrheit lieb hat, wohl anfte- Origenis und derer, Die ihm gefolget find, und
ben, daß er um die ftandhafte Meynung zwiſchen der andern, die wir des Auguſtini ſei⸗
des Auctoris fich befümmere; und zweifeleuns ne heiffen: halte auch nicht, Daß der Herr D.
gar nicht, diß fey Die ftere Meynung Augufti-\des Driginis Meynung alfo annehmen werde,
ni, die wir jeßo erzehlet haben, wiewol er ein-|daß er fie des Auguſtini vorziehen werde: und
mal deutlicher redet, als das anderemal , und weil die Meynung der Schrift diegemiffereift,,
wollen es dein Lefer, hiervon zu urtheilen, an⸗ ſo achten wir Dafür, daß Diefelbe einzig und ale
beim geftellee haben. Der Herr Doctor haͤlt lein fürdie wahrhaftige anzunehmen fey. Dar⸗
zwar die angezognen Teftimonia hoͤhniſch; um des Drigenis hintenangeſetzt, wollen wir.
. aber man fann leicht Hiervon judichren, was den Tere felber anſehen, in welchem Paulus
die Meymung fey. Denn das kann man mir dieſe fonderbare Lehre des Evangelii von dem
nicht leugnen, daß der locus in Iohann. tra- | Mugen des Gefeßes: von der Erlöfung, wel⸗
dtatu Ar. den wir citiree haben, beydes von des |che gefchleher durd) die Gnade, und von denen.
nen Wiedergebornen, als von ber Erbfünde!überbliebenen Gebrechen, über welche doch die.
rede. Dann er fpricht: So lang als du lebeſt Gnade viel mächtiger ift ꝛc. weitläuftig ausgee
wird die Günde nothwendig in ‚deinen |leget und erkläre.
Bliedern gefunden werden; welches nie] Denn erftlic) fagt er, daß die Sunde ah:
Fann verflanden werden, zu welchen eine volls ne Geſetz todt ſey, in welchem Sprud), wie
ſtaͤndige Bewilligung kommt. So redet aud) auch in andern Drigenes mancherley Meynuns
der Locus contra Iulianum von denen Wieder: gen zufammen liefet und nichts gewiſſes lehret;
gebornen , denn er fagt Elärlih: Die Luft da doch diß der wahrhaftige Verftand ift, daß:
des Sleifches, wider welche der Beift ge⸗ ohne das Gefeg die Sünde nicht erfannt wer«
luͤſtet, ift Sünde zc. So fünnen viele Zeug- de ‚in folcher Erfenneniß ‚ welche fehrecfet „und
niffe zufammen gelefen werden, welche unfre | Schrecken in den Gewiſſen anrichtet, von wel⸗
Mennung behaupten, als contra Iulianum libro hen er anderswo faget: die Sünde richtet
3: Der Sünden Befeg, das dem Geſetz im nur Zorn an. It. Der Stachel des Todes
Gemůͤthe widerſtreitet welches auch war in! ift die Suͤnde, die Rrafs der sand iſt
Sn as
J.Abſchnitt. Von dem Eolloquio su Worms. 63
das Geſetz. Folger welter im Text: Ich aber mit einem deutlichen Worte Yen ausgeſpro⸗
ebete etwa ohne Geſetz, d. 1, Ich war ficher, chen, als welches insgemein durch das Wort
und fühlte nicht den Schrecken des Gefeßes; |fapientiz gegeben wird; wiewol id) über denen
Sa aber das Bebor Fam, war die Sünde | Wörtern nicht zanfen will, der Streit ift von
"wieder Iebendig; ich aber ftarb, nemlich, den Rebus, dann auf diefem loco viel Dinges
als ich die Sünde erkannte, überfiel ich mit beruhet.
Schrecken des Todes und mit dem Urtheil des Die Wohlthat Chriſti kann nicht genugſam
Gefſetzes. Das iſt der erſte Theif, darinnen er erkennet werden, man erkenne denn zuvor den
"von dem Nutzen des Gefeßes prediger. Dar: |Gebrechen: und wenn dieſe der Vernunft
nad) feget er hinzu den Kampf des erneuerten Meynung angenommen wird, daß diefe Luft,
Menſchen nach folhem Schrecken. Dann es oder Gebrechen in dem Berftande, im Willen
bänget an einander, und mie er im Anfang | und im appetitu fenfitino, und die lafterhaftie
‚von fid) felber redet; alfo redet er'aud) hernad) |gen "Bewegungen, die man nennet motus pri-
von feiner eignen Perfon, und kann gar nicht |imos, Feine Sünde feyn follten, fo ſchleichen
von einem andern verftanden werden, weil er |alfobald diefe falfche Meyiungen vom Gefege
setfichemal ſaget: Ich babe Auft an GOttes mit ein, daß Die Leute durch das Gefrg gerecht
‚Beleg nab dem innıwendigen Menſchen; ſind, das Geſetz erfüllen 2c.
welches von einem, der nicht wiedergeborenift,| Dieweil aber in gar feinen Zweifel Fann ge
nicht kann geſaget werden; in dem, fpricht er, | feßt werden, daß dig nicht in feiner Natur
„wohne die Sünde; und was er durcy die Sün | Sünde fey, was eine Beindfchaft wider GOtt
de verftanden haben wolle, weiſet er deutlich genennet wird, (denn was kann fehrecflichers
‚genug, weil er Elärlic) fager : diefe Sünde in | gefagt werden?) fo haben noir unfrer Meynung
feinem Gemuͤthe widerftreite dem Geſetze GDt: | Elare Zeugniffe gar genug. Hieher gehoͤret auch,
‚tes. Darum foll man feine andre Bedeufung | was ı Joh. 2. ſiehet: des Steifebes Luſt if
dem Wörtlein Sünde zulegen, wieder Herr |nicht vom Dater.
Doctor. eine Metalepfin madjet, es; werde) Daß aber Jacobus füge: die Luft, wenn
Suͤnde genennet, dieweil es von der Sünde |fie enıpfangen hat, gebierer fie die Sünde.
verurfachet worden. Wiewol auch diß feinen | Das iſt recht geredet: nur folge nicht, daß die
gewiſſen Weg hat, mie wir oben aus Dem Au: Luſt an Ihr felbft Deswegen nicht fey ein ſolches
guftino angezogen, daß diefer Gebrechen bey: Laſter, das feiner Natur nad) des ewigen To=
des Sünde und eine Urſache der Sünden ‚und des würdig; fondern wie der Baum böfe it,
auch eine Strafe der Sünden genennet werde, alſo bringet er auch böfe Früchte, wie anders»
Aber Paulus ‚redet hier namentlih von der wo Paulus, Srüchte der Sünden, ſaget.
Schwachheit, welche dem Geſetz GOttes wi. Und Bindert mid) das nicht, daß fie difpus
derſtreitet. Daß aber diß von Matur eineltiren, als fonnten Gnade und Sünde nicht
Sünde genennet werde, iſt niemand verborgen. | beyfammen ftehen. Es ift wahr, daß der Hei-
Hierzu kommet auch der andre Sprud), in lige Geift und die Gnade ausgetrieben und der
welchem der Herr Doctor dag tadelt, was ich Glaube verloren werde, daduͤrch wir gerecht
angezogen Babe: fleifchlich gefinnet ſeyn, ift| werden, wenn man Sünde wider das Gewif-
eine Feindſchaft wider GOtt. Esift einerley, fen begehet, wie Paulus ſaget: fo ihr nad
(menn er ja lieber will, Daß fo geredet werde,) "dem Fleiſche Iebet, werdet ihr fterben muͤſ⸗
die Weisheit des Flelſches. Denn Paulusre| fen; aber eben er befenner auch, Daß der Hei⸗
det gewiß von des Fleiſches, oder der Ver⸗ lige Geift und diefer Gebrechen zugleich bey⸗
nunft Meynung und Uccthell, melde ein fammen feyn, welchen Gebrechen er nennet eis
Menſch Bat nad) der verderbren Natur von ne Sünde, die nicht müßig ift. Darum fpricht
den Bewegungen des Willens, der folchen\er: So ihr die Befbäfte des Fleiſches durch
Irrthum erfüllee. Das alles wird im Teyt den Beift toͤdten werder, fo werdet — le⸗
en;
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*
64 Cap. 18. DVonderdurch Convente u. Reichsräge gefuchrenReligionsvergt, —
— Zr. ® Be — Be
ben und dergeſtalt feßet er aucd) anderswo dern auch vor ſich ſelbſt Sünde fen; welche aber
zum Öftern den alten und neuen Menſchen ‚denen Glaͤubigen, dieim Glauben Vergebung
Das Sleiſch gelüfter wi: | bitten, verziehen werden.
Nun iſt von angezognem Argument noch zu
gegen einander,
der den Geiſt und den Geiſt wider das
Fleiſch. Unſer alter Menſch iſt gecreuziget. | erörtern übrig diefes: Die Günde wird verge⸗
Zu gleicher Weife, wie in der Cur die, Ge— ben, nicht dergeſtalt, daß feine Sünde mehr da
ſundheit angefangen iſt; alſo iſt hier die Erneue⸗
rung angefangen, und iſt doch die Gnade maͤch⸗
tiger, dieweil diß uͤberbliebene der Sünden
und Die Krankheit allmählig ausgetilget und die
ganze Erneuerung, nemlich ewige Gerechtig
keit und Leben, geichenker wird. ®
Dieſe Dinge alle mit einander haben nichts
dunkles, nichts verwirrtes infich, und find oh⸗
ne alle Zweifelung in den heiligen Schriften
der Propheten und Apoftel alfo gelehret wor—
den. Deromwegen follen wir uns an foichen
Zeugniffen laffen genügen, und gleichwol Das
Zeugniß der Chriftlichen Kirchen nicht verwer⸗
fen. Deromegen wir auch die Sprücye Yugu-
ſtini angezogen haben, welcher auch felber Die
oben angezognen Scribenten einführet.
Daß aber der Herr Doctor zulest vorge
bracht Bat, daß wir fagen, die Schuld wäre
weggenommen; geben wir zur Antwort, Daß
wir deutlich genug bezeugt haben, daß Der Rea-
- tus meggenommen werde. Aber daß er damit
umgehet, Daß er uns Dazu bewegen ill, daß
wir befennen follen, daß diefer überbliebne Ge—
brechen allein eine Strafe fen, koͤnnen wir ihm
mit nichten befallen. .
Und bitte ic), er wolle mir es zu gute halten,
wann ich nicht andergeftalt mie ihm Gefpräd)
balte, als wie ich täglich in. meinem Gebete
vor GOtt zu reden pflege. Wahrlich, wenn
- ich bedenke die Zweifel; wenn ich empfinde und
erkenne, wie viel mivs mangelt an der Furcht
und Siebe GOttes, die von mir erfordert wird,
kann ich nicht alfo urteilen, daß es allein eine
Strafe ſey. Ich erkenne und befenne, daß es
- Sünde ſey, und alfo betet die ganze Kirche:
Dergiv uns unfre Schuld. Derowegen kann
ich die vorgeſchlagne Milderung nicht_gelten
laſſen, und begehre vielmehr, daß fieder Schrift
und ihren Gewiſſen Beyfall geben mwollen, Die
felbften.in der täglichen Erfahrung willen, daß
diß boͤſe Uebel nicht allein eine Strafe, fon-
ſey; fondern daß dieſelbe nicht zugerechnet wer⸗
de. So viel mich das angehet, befinde ich,
daß es unrecht ſey angezogen. Doch iſt der
Spruch im Auguſtino zum oͤftern zu finden,
An einem andern Dre fpriht er: Nicht, daß
Eeine Suͤnde da ſey; fondern daß fie nicht
berrfche; und wenn ich dabey geweſen ware,
als diefe Bücher ausgegangen, wollte ich fol:
ches felbft zeitlich genug geändert Haben.
Das andre aber alles will ich jego an feinen
Ort gefegt feyn laffen, und wenn es die Noth
erfordert, will ich meine Meynung meitläuftig
Darfdun,
Daß auf die Sprüche aus Micha und Eye
chiel, ſowol auch aus andern, nichts ift beruͤh—
ret worden, habe ich in einer Summa ſo viel
Darauf zur Antwort gegeben: die Suͤnde wer⸗
de in der Taufe weggenommen, fo viel den
reatum, oder die Schuld betrift, und der Heiz
lige Geift werde mitgetheilee, welcher einen
neuen Gehorfam oder Gerechtigkeit anfänger;
diefelbe wird hernach erft vollfommen.
Eben alfo reden Die Propheten, nicht nur von
einem Werk der Taufe, fondern von. der ganz
zen Bedeutung und Wirkung, mie fie dann
fonften auch die angefangene und vollfommene
Erneurung zuſammen fallen. Und Serem,zız
Ich wilkeinen neuen Bund machen ze. des⸗
gleichen Joel. 2. Und hiemit habe ich meine
Meynung gefagt, fo viel ich gekonnt, bitte,
man wolle auch die andern
ven befier reden koͤnnen.
hören, welche hie⸗
Nach gehaltner diefer Dration hat der, Käyf. |
Maj. wohlgeborne Herr Commiſſarius und
die andern Herren Prafidenten befehlen laß
fen, daß D. Eck, fo vielmöglich, ih der Kür:
ze im Reden befleißigen, und das andere alles
hintan gefegt, nur von dem, was zu diefer
Sache nothwendig, handeln ſollte; und hier⸗
nach ſollte man ſich auch in andern uüche
as
0 mittag um 2. Uhr vorgebracht hat.
Hochwuͤrdige, wohlgeborne auch hochachtbare,
LEER
I
vornehme Herren.
Wiere auf des Herrn Magiſtri heutiges
Vorbringen, weil die Sache ſehr wich⸗
tig, viel ſollte geantwortet werden: ſo will ic)
mich doch der Zeit nach bequemen. Denn ſo
viel das Aendern der Augſpurgiſchen Confeßion
anlanget, laß ich ſolches jetzo mit Fleiß auſſen;
betreffend aber die Fuͤrſtl. Befehle, da mein
‚Here dafür hält, als lieſſe ic) mir die Strafe
darinnen nicht gefallen: fo müßte wahrlich Eck
ein verwegner Gefelle feyn, wenn er von Koͤ—
niglichen und Fürftt. Thaten freventlich urthei⸗—
len wollte,
Dasjenige, was er im Eingange mit unfer-
mienget, von Des Herzens Bewegungen und
von der Sünde in denen Heiligen, wenn fie
| zweifeln, ob fie auch rechtſchafne Sucht GOt⸗
tes und inbrünftige tiebe haben, ob es mol zu
einem andern Artikel, von welchem id) vor 20.
fahren zu Seipzig habe difpusiret wider Zu:
therum und Carlſtad, gehöret; fo foll es doch
dem Eckio, wenn er (goͤnnt es GOtt!) gufe
- Gelegenheit hiervon zu handeln Haben wird, an
Schrift, an der Vaͤter Auctoritaͤt und an un:
Bintertreiblichen Argumenten nicht mangeln.
Weil aber der Herr Magifter nach gehaltner
langen Rede eben auf die Materie fommt,daß
folche Bewegungen, welche die Theologi nen-
nen ımotus primos, den Menfchen zum Fein-
de GOttes machen, welches er aus angezog-
nem Sprud) des Apoftels, von dem fleifchlichen
Sinn, beftätigen wollen, da Doch vielein anders
iſt, inmaſſen er folches felbit ausleget, fleifch-
Lich geſinnet feyn, Gecwga, als die Luftfeuche,
der Zunder und die Seuche felber. Aber ich
ftelle folches auf euer aller vernünftiges Beden-
Een. Wer mill das glauben, daß aus foldyen
eriten Bewegungen ein ſolch greulich Laſter foll
begangen werden? Dann weil niemand ohne
folche leben Fann , zudem auch diefelben wider
unfern Willen aufiteigen, fo laſſe man einen
frommen Mann feyn, der durd) folche Bewe⸗
gungen zum Geiz, Chebruch, Rachgierde, zwar
Cutheri Schriften 17. Theil,
te Abſchnitt. Don dem Colloquio zu Worms.
Was D. Ed eben am ſelben Tag Nach⸗
657
angereizet wird; aber doch Durch) Antrieb feiner
Vernunft folher Verſuchung und Anfechtung
mit GOttes Huͤlfe tapffer widerſtrebet, Damit
fie nicht herrſche und den Lüften folcher Bewe—
gungen Gehorſam leifte.
Viel beſſer hätte er, nach der heiligen Väter
Meynung, gefagt, daß folche erfte Bewegun-
gen, wofern man denenfelben nicht nachhinge,
fiir Feine Sünde koͤnnen gefcholten werden ; wie⸗
wol ich nicht hoffe, daß gemeldter Difputater,
als eine glimpfliche Derfon, alle Menfchen mit
fo fehweren Lajtern wolle beſchweren. Gleich—⸗
wol werden ungelehrte Prediger gefunden, wel⸗
che fülche Lüfte in. groben Verftand ziehen, und
vorgeben dürften, es fen eine ſchreckliche Tod⸗
fünde, wenn entweder ein Mann, Weib, oder
ehrliche Sunafrau, von ſolchen angebornen Be⸗
wegungen wird angefochten. Denn er drein
williget, der vollbringer eine wirkliche Sünde;
wer nicht drein williget, fprechen fie gleichrool,
der ſuͤndiget doch, wegen der hinterſtelligen Luſt,
davor fich die Patres allezeit vorgefegen Haben,
damit nicht ein Menfch in dem vollkommnen
Geſetz Eprifti von Stund an in einem jegli-
chen Fall verftrickt werde, Immaſſen dann
auch Gerfon, fonften ein berühmter Theologus
auf ihrer Seiten, in Moralibus und in andern
Büchern lehret. Sa, das noch mehr üt, fo ge⸗
rathen fie aus Diefem rund darauf, Daß fie auch
die kindliche Unſchuld, wenn fie gleid) wieder⸗
geboren find, mit Todfünden beſchweren, in-
dem fie aus Hunger Speife und Muttermilch
begehren, oderinder Kälfenach einem warmen
Neſtlein fich fehnen. |
Und fo viel von meines Heren Difpufatoris
Eingang
‚Ehe wir aber zum Handel felbit fchreiten,
laß ic) mich bedünfen, ich habe richtige Drd-
nung gehalten, daß ich geftern, bald zu Ende
meiner Ilnterredung, ihn gebeten, er tolle mit
uns, feinen Brüdern, Epriftliche Einigkeit hal-
ten, babe auc) Wege gemiefen, roie wir leichte
darzu kommen Fünnten in dem Yugfpurgifchen
Ausſchuß; aber er har faft zu Ende mein Bit⸗
ten verworfen, deswegen, weil er täglich. zu
GSoOtt ruffet: vergib ung unſre Schuld.
Aber wenn er lieber Auguſtino haͤtte nachah⸗
| men
—
—
658 Cap. is. Von der durch Convente u. Reichstäge geſuchten Religionsvergl.- 659
men wollen, welcher, feines Beruͤhrens nad), keit, von welcher auch die Allerheiligſten gern
es mit ihm Balten foll: fo würde er mein der | haben wollen entlediget werden, ——
muͤthig Flehen, fo aus Liebe und Luft zur Einig- | Nachdem nun ſolches zum Eingange geſagt,
keit herquillet, nicht verachtefhaben. Dann der | wollen wir ferner kuͤrzlich uͤberlaufen mas heus
heilige Bater fchreibet libr. ĩ. contra duas Pe-|te vorgebracht worden. In dem Puncte der
lagianorum epiftolas, daß wir nicht um der bo- | Definitionen oder Befchreibungen, hat er vor⸗
fen Begierde willen fagen: Dergib uns unfre | gegeben, die Erleuchtung und Bekehrung zu
Schuld; fondern um der Worte willen , ſo GOtt habe zur natürlichen Gerechtigkeit gehoͤ—
hernach folgen: And führe uns nicht in Der: |ret. Das finde ich mahrlid) weder in der Beil,
ſuchung.
Dieweil ich mich aber wohl weiß zu beſchei⸗
den, daß eure Excellenzen und Herrlichkeiten
haben wollen, ich ſolle mid) der Kürze befleißi-
gen, mill ich mid) auch darnad) bequemen ;
doch alfo, Daß der evangelifchen Wahrheit nichts
entzogen werde.
Damit nun foldyes defto füglicher von mir
geſchehe, fo will ich hiemit alle unterthaͤnig ger
beten haben, fie wollen das, was ich jego ſum⸗
marifcher Weiſe faffe, ja in frifchem Gedaͤcht⸗
niß behalten.
Dann alles, was aus dem Apoftel, aus
‚Schrift nody Vätern. Aber die natürliche Ge⸗
rechtigkeit die hilfe fehr viel zu folchen Werken.
Immaſſen venn mein Herr Collocutor alfobald
darauf gefagt von dem Tod, und wasfür Un.
fall mehr demfelben anhanget, deromegen fo
habe aud) die natürliche Gerechtigkeit nod) mehr
Gaben gehabt. Daß man aber hieraus fohliee
fen will, als wären es einerley Gaben, das ift
rationi metaphyficz nicht gemäs; wie Denn
auch diß, da er vorgegeben, die Erb» und na=
türliche Gerechtigkeit fey nichts anders‘, als al⸗
fer Kräften gänzliche Vollkommenheit. Wenn
er von der Öerechtigfeit allein redet, koͤnnen
wir ſolches, als dem Auguftino zuwider, nicht
Auguftino und andern ift eingeführee worden ‚zugeben. Wenn er aber von diefer Gerechtig⸗
verftehen gewißlich die heiligen Väter einhellig keit redet, darunter er verftehet alles, was der⸗
von der Liſt, entweder derfelben Zunder ‚oder ſelben mitfolger, wollen wir Fein Bedenfentrae
‚denen böfen Affecten an ihnen felbften, welche gen, derfelben noch etwas mehr zuzufchreiben.
im ganzen geben uns üben, daß Hiob nicht uns |Derowegen befennen wir gern, daß aufden
eben faget: Der Menſch muß immer im Verluſt der natürlichen angefc)affenen Gerech⸗
Streit liegen auf Erden, mie es Auguftinus
auf den Schlag citiret. Denn das find die
Reftlein vom alten Menfchen und von dem er:
ſten irdifchen Adam, den man ausziehen und
von Tag zu Tag erneuern muß. Man muß
folche Hinterftellige Lüfte födten, und das Ge-
feg in unfern Gliedmaſſen daͤmpffen. Darzu
find in der Kirchen die Faſten, Vigilien und
andre Züchtigungen des Leibes angeordnek, und:
ſolche Dinge erwählen etliche Leute aus: freyen
Stücden, ohne allen Zwang. Demnad) aber
unfer wenig ſeyn, welche folches tun , ift fein:
Wunder, daß die Luſt, der Zunder derfelben,
das Gefeß der lieder, als ein Tyrann in un:
welche der Herr Eollocutor eine Dunfelheit und
die Erbfünde erlaffen iſt.
ich denfelben wol innerhalb 26. Jahren nicht
angeſehen, aber: gleichwol ſeithero nicht vergefr
fen, wie ungleicher Meynung die Lehrer gewe⸗
fen über ver Erbfünde, daß etliche, fonderlich
die alten, welche auf die böfen Seuchqualitaͤ—
fünde fey nichts anders, als eine folche Seuche;
ferm fterblichen Leibe alfo fehr herrſchet. Weil
ung nun folches: oft dahin mit Gewalt zeucht,
forınale derjelben in fleißige Achtung genom⸗
daß wir in die Sünde willigen, fo beten wir men, haben der Luſt die Schuld und den Zorn
alle billig um Abwendung folcher Gebrechlic 1 GOttes, weil wir von Natur des
orns,
Ungehorſam im Willen nannte, weil St. Bern⸗
hardi Meynung muß behalten werden, daß
Schade und Strafen uͤbrig bleiben, wenn gleich
Anlaugende den eingeführten Occam habe
ten der Luſt ein Auge gehabt, gelehret, die Erbe
hinwiederum aber die neuen Lehrer, welche das
tigkeit ſey erfolget Unwiſſenheit im Gemuͤth,
Pe RE BE
a ae Don dem Tolloquio zu Worms. 661
org, und alfo den Vorzug der Schuld zuge | Wenn er aber beftändig ausfager: daß fei«
9 | nne Leute weder der Hoheit der Heiligen Taufe,
Dieſer Meynung ift Decam und andre aus noch dem Verdienſt Ehrifti etwas entziehen,
ben neuen Lehrern geweſt, Doc) Haben fie die |( denn er Hältshierinn mit uns, daß Inder Beil,
alten, weil fie die Auckorität derer Väter auf |Taufe beydes Die Gnade reichlich gegeben ‚und
der Seiten gehabt, nicht dürfen verwerfen. auch der Heil. Gelft reichlich ausgegoflen wer«
Derowegen aud) Gabriel, ein Deutſcher de,) ifts zwar an ihm felbft recht geredt, denn
Theologus, welcher fonften etiicher unterfchied- lalforedet Paulus amangezogenen Orte. Dber
licher Meynungen hat vergleichen und zu ein» aber auch denen anmwefenden Heren hiemit gnug
helligem Berftande bringen wollen, auch in gethan habe, weiß ich nicht. Sch für meine
Diefem Handel die Lehrer einhellig verglichen. Perſon kann wahrlid) damit nicht zufrieden
Weiter, wie id) mirs geftern Habe gefallen Ifeyn. Dann mie follte entweder die Gnade,
laſſen, fo foll mirs auch Heute nicht mißfallen , oder der Heil. Geift reichlich gegeben werben,
daß man den Unterfcheidder Erbfünde und der — ſie nicht ſo maͤchtig waͤren, daß ſie alle
wirklichen Suͤnden mit Fleiß in der Kirchen Schuld vergeben und austilgen koͤnnten? Dann
treibe. Denn mir zweifelt nicht, der ehrwuͤr⸗ mit der Weife möchteman vielmehr fagen ‚die
dige Herr Magifter und die andern feines glei: | Schuld fey fo groß und überKäuft, daß ſie durch
chen Gelehrten werden hierinnen, wie aud) in ‚Die gnadenreiche Taufe nicht fönne abgelegt wer⸗
andern, fich wohl wiſſen zu beſcheiden. Aber den; denn daraus wollte folgen, daß das Sa⸗
ich beforge, wenn ungelehrte Prediger , derer am crament der Taufe viel unkräftiger ſey, als die
meiften find (wie denn auch auf unferm Theil), Buſſe, darinnen nicht nur die Schuld, ſon⸗
über folhe Schriften, ehe fie verbeffere, Eom« dern auch Die Pein, nadyder Widerfacher Mey⸗
‚men; fie möchten, weil es ihnen an der Di. Inung, aufgehaben wird; die Taufe aber, als
feretion mangelt, ſich verftoflen, wo nicht an⸗ etwas ſchwaͤcher, Fönnte nicht die ganze Schuld
ders, gar etwas anders daraus entfteher. wegnehmen. Was aber mein Herr von der
Und ift unvonnötfen, Daß mir von Jeremiaͤ |anfangenden Gerechtigkeit, Toͤdtung, Erneue⸗
Sprud) länger difputiren, dieweil wir es ge» |rung und dergleichen immer wiederholet, die
ftehen, daß des Menfchen Herz boͤs und ver, haben den Verftand, den wir aus unfern beys
kehrt fey von Jugend auf, entweder wegen der derſeits gehaltenen Einigung gegeben haben.
zuſt, Die als der Lockvogel zum Boͤſen antrei-] Alfo’ haben wir uns auch allbereit geftern von
bet, oder wegen der wirklichen Sünden; daß dem Gelüften des Fleifches beym Paulo: von
aber die Schrift von allen follte fagen, davon der Ausgieffung des Geiftes beym Zacharia,
‚weiß ic) nicht: und laſſe es gleichwol fo feyn, von uns felbft erfläret; wie denn niemand ift,
fo ift es doch andrergeftale nicht zu verftehen, der nicht den Streit des Fleifches und Geiftes
als wie fonften andre Arten in der Schrift zu erfaͤhret, und thuf in demmirder Sachen noch
reden, wenn von allen gefagt wird. Als: es Iniche genug, wann er die Taufe an denen Kin—
ging zu Johanne hinaus das ganze Judaͤa. Und dern hoch lobet, die doch Fämpffer und um Ver⸗
das iſt in dee Schrift ſehr gebräuchlich. --— Igebung bitte. Die Rinder, ſagt Mofes,
Aber das koͤmmt mir wunderlich vor, daß wiſſen noch heut zu Tage weder Butesnoch
der mürdige Here Magifter mid) heimlich hat Boͤſes. Ich bitte, mein Herr, den ich nun
anftechen wollen in dem eingeführten. Spruch |faft von 25. Jahren Eenne, der wolle dod) die
aus dem erften Bud) Mofis, weil es Die Kir. |Rraft und wiedergebärende Tugend der Taufe,
che allezeit auf Diefe Weife gelefen, wie ichs damit fie den Leib berüßret und die Seele ba«
Babe angezogen: Das Dichten und Trach- det, wie Auguftinus redet, ein wenig beffer
ten des menſchlichen Herzens fepnd zum |lernen in acht nefmen. Er macht ihm den
Döfen geneigt (in malum prona funt) von | Handel felber ſchwer. Wie foll doch die Taus
Jugend auf, \ fe N Kinde Gnade und — ge⸗
f2 en,
9
re,
q
ben, wenn in ihm die Schuld überblelbet ? Und |( Diefen Spruch unaufgefucht iſt
daß Luther ſagt, es bleibe Die Erbſuͤnde nad) nung hieruͤber aus feinen eignen Wort
der Taufe ja ſowol als zuvor, befenne ich meine |den Pfalmz Alle Menfchen find Lügner,’
damit ich meine Meynung noch leichter eröfne:
he in einem Menfchen für und für bleibe, bis
die Erneuerung vollfommen werde, fo ift fein
Menſch auf Erden, der nicht eaufend und über
taufend Sünden auf fich babe, und zwar Tod»
fünden, wie etliche eures Theils reden, wegen
der böfen Luſtſeuche. |
‚Wer will nun auf der weiten breiten Welt
felig werden, wenn er mit fo vielen Todfün-
den beftricke ift, weil er von Kindesbeinen an
bis auf die äufferften Hefen feines Lebens nie
mals wegen böfer Begierde Friede haben kann;
ja, es müßten vielmehr alle Menfchen ohne
Alnterfcheld wegen dieſer Zodfünde mit ewi⸗
vn
‚)Fuguint
De
: 2
Weiter, daß der Herr Doctor
die Bahn gebracht.
Ich will auch die hochgelehrten Herren Zu
bhörer mit der Auslegung des 7. Cap. andie
Roͤmer nicht beſchweren, weil ich nicht ach⸗
te, daß wir Leſens halber hier ſeyn, welches
wir daheim in Schulen verrichten muͤſſen.
Derohalben, damit id) mit einem Wort mei⸗
ne Meynung entdecfe, Bat mir bey fo wider⸗
waͤrtiger Meynung der Lehrer geftern nicht übel
gefallen des beſagten Auguftini Meynung.
Wenn ſich der Herr Magiſter nach) derfelben auch >
Einfalt, daß ich es nicht verſtehen koͤnne, wie Kinder, ſpricht er, ſind Uebertreter ‚wie
ein Kind GOttes Freund ſey durdy die Gnade, Denn auch Sünder; aber improprie. Mers-
und GSttes Feind wegen der Schuld. Und fer das Wörtlein, improprie. — a N
agt, Eckha-
wenn ihr wollet, daß die Schuld der Luſtſeu⸗ be eine Metalepfin gemacht im Wortlein Se k
de: foll er wiffen, daß es nicht von Eck feyera
dacht, fondern von Auguſtino meßrmals auf
“a
gem höllifchen Feuer gepeiniget werden. wird bequemen, feynd wir ſchon eins. Aber.
Auf den Spruch Auguſtini Tradt. 11. ſup. was er aus feinem eignen Kopffe aufdie Bahn
Iohan. fo heute angezogen worden, ift ſchon über- |gebracht, Damit bin ich nicht zufrieden. f
flüßig geantwortet, und wenn der Herr Difputa- | Was aber anlanget ven Spruch Sjohannis
tor des Auguftini Meynung ganz angezogen hät: |in feiner ı Epiftel am ı. Fann er feine Mey⸗
se, Bätten wir fchon Die Antwort. Dann Augu⸗ nung damit nicht befchönen;: denn es ift u-
flinus fest darauf: Wan nehme nur der Luft |Ätoritas Sabbataria: Alles was in der Wele
Die Herrfebaft, man thue nicht, was fie iſt, Augenluſt, Fleiſchesluſt und hoffärtie
haben will. Siehe da, er redet vonder Luſt, ges Zeben, iſt nicht von dem Dater, fon
. welche zue Sünden reizet, von welcher er recht dern von der Welt. ' Da bat er artigdielra
lehret Ibro 2. contra Iulianum, daß fie unter ſachen der groffen Laſter, fo Inder Weit began⸗ |
dem Namen des Gefeges ver Sünden verge- gen werden, befchrieben. j
ben, aber nicht gar geendigee werde Und An dem Apoftel Jacobo ift fein Zweifel, dag
daß dem alfo, ſchlage der würdige Herr Ma- er es mit der gemeinen Yuslegung halte, wenn
giſter Auguflinum auf, der in demfelben Buch |er fpricht, daß die Luft, wenn fie empfan:
alfo faget: Rannſt du esnun unterfeheiden ? gen bat, die Sünde gebäre, welches alsdann
Rannft du es nun verſtehen, daB auch in geſchiehet, wenn der Wille in die böfen Luͤſte
der Taufe alle Sünden vergeben werden ? einwilliget. | 2
Bon dem Kampf aber ſagt er weiter, daß | Lektztlich, Damit es ja das Anfehen habe, als
auch in den Getauften eininnerlicher Krieg we: |menn er der Kraft der Taufe etwas zufchreibe,
gen der innmwendigen Laſter fic) erhebe. Und ſo befennet er, die Schuldigfeit oder reatus
bald darauf: Obwol die Sünde nicht einer: |merde darinnen aufgehoben. Ich will ifmaber
ley Namen bat, welche den Menſchen febnl- Ifragen, ob aud) die Schuld (culpa) wegge⸗
Big machet ꝛc. mit den nachfolgenden. nommen werde oder da bleibe? Dennihwil
Alſo, wenn Auguſtinus ad Macedonium [über denen Wörtern fein Gezänf anrichten,
die Gläubigen Sünder nenner, vernehme ich welches Luther vor fo vielen Jahren ——
phi
4 ! a ——
oxR.. . Abſchnitt. Von den Colloquio zu Worms. 665
cum genennf hat; fondern dag begehreich 'er von euch weichen. "Wenn die Sünde ber
u willen, wenn der reatus weggenommen ift, Luſt nach dieſem Leben in ung’ übrig bliebe, wenn
b auch noch eine Schuld, eine hinterſtellige moͤchte denn der Teufel von ums fliehen Wei⸗
Sunde bleibe, oder nicht? Denn, wenn die fer ſpricht Paulus an die Coloſſer: Toͤdtet eure
Schuld oder Sünde nicht hinterſtellig bleibet, Glieder, die auf Erden find, Yurerey, Uns
fondern zugleich mit dem reatu aufgehaben wird, reinigkeit, Beisee. Wenn nun die Sünde
Fönnen tie defto Teichter zu dem erwünfchten allezeit überbliebe bis auf Die vollfommne Er=
Zweck der Einträchtigkeit gelangen. ‚ [neuerung,, ſo wuͤrde Fein Menfch feine Glieder‘
Daß es aber In den verdeckten Worten, wie |tödten. Faſt mit dergleichen Spruch ſpricht ee
etliche Haben zu thun pflegen, diefe Meynung Jauch an Die Nömer, fagend: Wenn ihr durch
"haben follte, daß nemlich die Taufe Vergebung den Beift die Befchäfte des Fleiſches toͤdtet,
der Sünden mit ſich bringe, aber die Suͤnde ſo werdet ihr leben. Wenn nun die Schuld
nicht wegneßme: fo ftünden mir eben in dieſem der Luft überbliebe, fo würde niemand leben,
Zweifel. Denn was der Herr gefagt hat von und würde das wenig ins Werk gerichtet wer⸗
mandyerley böfen Gedanken, welche täglid) |den, was er befohlen haf, daß wir den Leib der‘
aufiteigen; darnad) fragen wir wenig, welche Sünden follen niederreiflen, Damit wir ferner:
böfe Gedanken die Eatholifchen Doctores aud) | den Sünden nicht dienen. Welches wir ach⸗
denen Egnptifchen Fliegen verglichen haben. ten, daß es die gethan haben, von welchen er
Iſt auch darumdem Propheten Michaͤ noch |eben das fager, wie heute gedacht ift worden,
“ fange nicht genug gefchehen, ver da ſaget, die da haben die Erſtlinge des Beiftes und
daß alle Sünde gedämpffer und in die Tie⸗ warten auf die Rindfcbaft ac. und was er im
fe des Meeres gewörfen werde. Auch nicht Anfang des Capitels gefage Bat: es fey nichts
dem Propheten Ezechiel, Der da bezeuget, daß verdammliches an denen, die in Chriſto
wie von allem Unflath gereiniger werden zc.| IEſu ſind ec. wobey er alfohatd die Urſach hin⸗
da die allerunſauberſte Suͤnde der boͤſen Luſt zu ſetzet; denn ſie leben nicht nach dem Flei⸗
bleiben ſollte. ſche. Es wuͤrde auch eben dieſer Apoſtel die
Es waͤre auch dem Apoſtel an die Corin- Catholiſchen vergebens ermuntert haben, wenn
eher ziemlich ſchlecht geantwortet, wenn er ſpricht: er ſagt: Das Geſetz des Geiſtes des Lebens
Und diß waret ihr weyland; aber ihr ſeyd in Chriſto TEfu, bat mich erloͤſet von dem
abgewaſchen, ihr ſeyd geheiliget, iht ſeyd Geſetz der Sünden und des Todes; wel⸗
gerechtfertiget; welches ſich denn gar nicht rei. ches ſich denn gar nicht reimet zu dem, der eine
met auf einen getauften Menfchen, der noch | Todfünde auf dem Hals hat. Dieſe Sprüche
durch Die übergebliebenen Sünden verftricke iſt. St. Pauli, nebft andern diefes gleichen, von dem
Und damit wir die Meynung der Epriftlichen | Bade und Reinigung der Taufe ſetze ich ſtraks
Kirchen vollftändig ermeifen und ausführen, | entgegen denen , die da lehren, daß wir durch:
wollen wir die Mennung St. Pauli etwas tie⸗ die Sünde der Luſt im ganzen Leben beſtrickt
fer wiederholen. Denn als er zu den Römern ſeyn. | Br
efagt hatte: Laſſet die Sünde nicht berr-} And ob wie wol jegund Auguſtinum oft
chen in euremfterblichen Leibe, daß ihr ih⸗ gehört haben, fo find doch unzahlig viel ans
ren Lüften Gehorſam leiſtet, feget er darauf) dere feiner Zeugniffe, welche zur Behauptung
Was denn? follen wir fündigen! denn wir) diefer. Meynung denen Chriften dienlich feyn.
find nicht unter dem Befeg, fondern unter | Mir geliebt jego nur diß einige hervorzubrinte
der Gnade. Das fey ferne. Warum fa-| gen ex librol. de ciuitate Dei. cap. 25: Go der
get ihr denn im Gegentheil, es fey Sünde, da begieriiche Ungehorfam, welcher noch in
es Paulus doch verbeuf? es fey ferne, daß denen fterbenden Bliedern wohnet, und zus
ihr fündiget, fpricht er. So ſpricht au) Ja-| wider dem Beleg unfers Willens, gleich
cobus: Widerſtehet dem Ceufel, fo wird] nach er eigenen Geſetz fih reger, wie
| #3 Disks
AN
=
666 Lap.ıg. Don der durch Eonventeu-Reichstäge gefüchtenAeligionsvergl, 67
vielmehr ift ee ohne Schuld im Leibe def: ‚ben worden. Die: Kraft diefes Grundes wird,
fen, der nicht einwilliger, ‚wenn ex, obne don Auguſtino lib. J. de dodtrina chriſtiana ge⸗
Schuld iſt im Leibe deſſen, der da ſchlaͤfet.
wieſen, und wie er ſelber bezeuget de gratia ct
"Und abermal etwas deutlicher redet er: Der libero arbitrio, die Gebote —— wären den
Zunder, ſoricht er, ft vor der Taufe beydes Menſchen nichts nuͤtze, wenn er nicht in denſel⸗
Strafe und Schuld, De peccatorum: meri- |ben einen freyen Willen hätte. | vi
tis et remiflione. libro 1,..c.34. beweiſet ev, Daß| Fürs 3te, fo weiß auch ein jeder Chriſt von
in.einem gefauften Rinde weder Erbfünde noch ſich felbit, Daß er denen göttlichen Geboten ges
wirkliche Suͤnde eyhy. maͤs nachleben ſoll, ſonſten wird er das ewige
Wir wollen auch zur Beſtaͤrkung der Wahr⸗ Leben nicht erlangen; mie ſolches Auguſtinus
heit den heiligen Märtyrer Cyprianum auf den für befannt annimmt de fpiritu et litera, und
Plan führen de ablutione pedum, da er alſo Chriſtus felber bezeuget: Wenn du willſt zum
fagt: Don der geheimen und verborgnen Leben eingeben, fo halte die Gebote; denn
Babe des Heiligen Geiſtes kommt und fleußt ſo jemand Die Gebote GOttes nicht wird. falten,
dieſe Gnade, welche diejenigen, fo der von uͤber denſelben werden die Slüche fommmen, da⸗
unfern Eltern angeerbte Schandfleck an-|von im sten Buch Moſis geſchrieben ſtehet.
geſtecket hat, alſo abfleuet, daß weder wirk· Sind derowegen zu vermeiden dieſe ungereimte
liche, noch Erbſuͤnde an irgend einem Glie⸗ Dinge; viel beſſer, die Kraft und Wirfung der
de nach der Abwaſchung ein Zeichen übrig | Taufe zu erkennen: das Berdienft Chrifti, wel⸗
Läffer. Da der heilige Märtyrer mit deutlichen |ches in der Taufe wirket, höchlich zu loben und
Worten auffaget, Daß aud) Fein Zeichen des|herauszuftreichen : die: Unſchuld der Kinder:
Erbſchandflecks übrig gelaffen werde. Und nach der Taufe nicht mit foldyer mehr als Her
eben der Meynung ift auch Ambrofius über die rodianiſchen Tyranney zu verfolgen ; ſondern
Epiftel an die Corinther. 1891 dem HEren zu danken, der den Kin-
.. Hat demnach Auguftinus libro 2. de Ciuitate |dern die Unfchuld wieder gefchenfet, und wir
Dei heilig geredet, da er von den getauften Kin⸗ Alten, die wir zum öftern in die Lüfte, fo uns
„dern: redet, über welche (ſaget er), fey nichts |anfechten, einwilligen, follen, vermittelit göttli-
unſchuldigess. cher Huͤlfe und fleißigen Gebets, denen Anfech⸗
Kachdem wir nun die Propheten, Das Evan: tungen getroſt widerſtehen, damit wir in der
gelium und die Apoſtel, wie denn auch die hei⸗ ewigen Seligkeit von GOtt dem Allmaͤchtigen
ligen Vaͤter gehöret haben, wollen wir auch |gefrönet werden mögen. SSR
unfre Meynung mit gewiſſen Gründen behau-| Das Habe ich alfo vorbringen tollen, damit
pfen. : Denn, fagen, daß eine Sünde überbleibe, ich dem ehrwuͤrdigen Herrn Collocutori genug«
welche wider unfern Willen, uns. beftreitet „ja thun, und das, was zu dieſer Materie nörhig
ganz und gar einnimme, iſt ein ungereimt|ift, darzu bringen möchte, fleißig bittende, daß
Ding; wo wollte-der freye Wille erhalten wer- er die Formul der Einigfeit, die uns leidlich,
den? Diemweil Auguftini Meynung ſtet und Inachmals mit feinen Brüdern annehmen wolle,
veſt beftehet von andern, als von der Erbſuͤn⸗ | damit der Friede in den Kirchen Deutfchen tanz
de DieSuͤnde ift dermaſſen freywillig, daß, des, zu Erbauung der Unterthanen,, glücklich
vo ſie nicht freywillig wäre, ſo wäre es wieder angerichtet werden möge. Das wuͤn⸗
keine Suͤnde — ſche ich von Herzen. ——
Ueber das und zum andern, welches dann wi 7
eben aus diefer Wurzel entſpringet: es foll fein Was den folgenden Sonntag, nemlich den
Gebot gegeben werden, es fey denn von etwas 16. Januarii Nachmittag um 3. Uhr geban-
gutem oder boͤſem, das ſich Fann zutragen. delt worden. ;
Wenn aber diefe Sünde der Luſt nothwendig (Gerſtlich hat D. Conradus Braun im Namen
im uns wäre, ſo waͤre fein Gebot Darüber gege⸗ = ber Präfidenten denen Ständen Augſpur⸗
giſcher
ER EL
6 1 IL, Abfehniet, Von dem Colloquio zu Vooems, - . - 7 669
gſcher Confeßion angezeiget, "daß der Herr eben die Materie darüber man zu handeln haͤtte;
—— und die Herren Praͤſidenten fuͤr derowegen hat er etinnert, daß ihnen und nicht
auf anfehen: man habe die abgerichnen zween dem Gegentheil zulegt zu veden Verguͤnſtigung
Ange über. von dem andern Artikel der Con: geſchaͤhe. Hierauf hat der Orator der Praͤſi—
feßlon genugſam zu beyden Theilen diſputi⸗ denten geantwortet: es ſehe es der Herr Com⸗
ret, derowegen baͤten fie, ſie wollten uͤber die miſſarius und die Herren Praͤſidenten alſo für
ſen Artikel weiters zu ſprechen, einſtellen. gut an, daß man zu Lontinuiren und zu be⸗
Es hat aber im Namen der Stande der Aug⸗ ſchlieſſen diß Geſpraͤch über dieſen Punet zu bey⸗
ſpurgiſchen Confeßion der Herr Philippus alſo den Theilen den Schluß machen ſollte. Was
geantwortet: Ob fie wol dem Herrn Commif- aber die andern Artikel anlangte, wollten ihre
ſario und denen Herren Präfidenten gern woll- | Herrlichfeiten neben Denen Herren Präfidenten
“ten en R — — morgendes Tages ihre Meynung erklaͤren.
ehr ſchwerer Handel zu feyn, DaB ſie uf OS, m. Tan
He, en fie geftern wären beſchuldiget worden, ‚Die dritte Antwort des. Herrn Philippi.
nicht antworten ſollten; baͤte derowegen, daß E⸗ iſt weder auf die geſtrige lange Oration,
man ihnen das auch wollte verguͤnſtigen, was = noch auf die Sache an ihr ſelber, darinnen
‘in folhen Sachen fonft braͤuchlich, nemlich, |nichts verwirrtes iſt, ſchwer zu antworten 5
daß ſo oft der Klaͤger etwas vorbringet, ſo oft ſondern es ſind zwey andre Sachen, die mir
hoͤret man auch den Beklagten. Muͤhe machen, und der Wahrheit gefaͤhr ſeyn.
- Hierauf ift dem Oratori der Praͤſidenten zu Nemlich, Daß der Herr Dockor,’Kintangefeger-
antworten befoßlen worden >. Obwol von bey- |die Ordnung, viel Sachen I und wieder ein⸗
den Theilen über dieſen andern Artikel Unterre- gemiſchet, und etliche zweifelhafte Worte ge=
dung waͤre gepflogen worden; ſo wolle doch der brauchet, damit er unſrer Sachen ſchadet, als,
Herr Commiſſarius und die Herren Praͤſiden- daß er an ſtatt der Sünde, oder des Gebre—
‘ten ihnen ihre Bitte nicht abfchlagen; doch alſo, chens, welche wir ſagen, Daß fie Denen Heili-
daß dem andern Theil zulege zu reden vorbe- gen vergeben und geſchenket ſey, gebrauchecbald
‘Halten würde, darum, weil die Confeßion und das Binterliffige Woͤrtlein criminis, bald capi-
Apologia, die fie übergeben haͤtten, ſtatt der talis peccati, bald culpz, da doch zwiſchen die⸗
‚erften Bropofition wären; dabey auch erinnert, |fen Wörtern ein groffer Unterfcheid ift. Bis—
es bäte der Herr Commiffarius und die Herren weilen verfehret er mir ganz und gar meine
Präfidenten, man wolle das Gefpräch.alfo ein- | Worte; als wenn er ſagt, als ſollte ich mich
‘giehen, daß: es über eine Stunde niche währete, |verwundern Uber der Taufe in denen Kindern,
Hierauf hat der Herr Philippus im Namen die Vergebung bitte. Dieſe wunderbarliche
der Stände dem Herrn Commiffario und. de | Wörter find nicht unſer. Da er auf diefe Weis
nen Herren Präfidenten gedanket, und hat ge- ſe einen blauen Dunft gemacht, geußt er grau-
wieſen, daß den vorigen Tag etliche Sachen |fame Schmähfarten aus, miffet uns eine He
vom Gegentheil ziemlich hart wären geredet \rodianifche Tyranney zu. Ich trage vor bey⸗
worden, und Bat hernach etliche Argumenta an: |den einen Abfcheu, vor der Soppifterey und
gezogen, auf Die man antivorten müfle : ‘bat |vor dem Schmaͤhen. And ich bir der Mey:
auch gebefen, daß einem jeglichen ihres Theils, ‚nung, unfers allergnaͤdigſten Kayſers, des wohl⸗
der zu diefem Gefpräch ermwählet worden, der gebornen Herrn Commiffarii und der Herren
etwas vor feine Derfon fagen wollte, (mie zu- |Bräfidenten Will und Meynung fey, daß man
vor ware zugelaffen morden,) folches nicht ab- |fein friedfam die Wahrheit erforfchen fol. Und
gefchlagen werden möchte. Ingleichen deuchte |das weiß ich, daß ich bisanhero aufrichtig und
fie, weil das. Gegentheil am erften zu reden ſonder Gefährde unfre Meynung entdeckt Habe,
angefangen hatte, fie wären Kläger. Denn Wenn ich von der: Weife Taflen ſollte, wollte
die übergebne Confeßio und Apologia wäre lich lieber wünfchen ‚ man gebe dem Herrn
Doctori
670 Cap.ıg. Von der durch Eonventen.
von diefen Aleinen umfonme, Wir Baltens Froſt ſich zu decken,
‚and geſchenkte Sünde, Deromwegen.mag.er| Das Wort Schuld, Culpa, bewege uns mit
- ‚wollen geziemen, Daß wir zu diefen Schmäß: | Sünde, und unterfcheiden es von der Strafe; |
‚wollte ich gern von meinen Gedanken mit ihm ret er, wir follen fagen, daß alle Schuld auf-
daß Die lafterhaften Bewegungen in denen Hei⸗ Sünde fey, fo läuft es ſtracks wider den
*
Reichstaͤge geſuchten Religionsvergl. 671
Doctori einen andern Collocutorem zu: Denn Rechtfertigung; wir ‚Haben gewieſen, wie: der
von Religionsſachen muß man alle Sophiſte⸗ Gehorſam gefalle, da er * —
rey abſchaffen, und: ziemet ſich nicht, daß man iſt. Hinwieder ſagen wir auch, daß die Ge
da mit Schmaͤhworten einer den andern aus= rechtigkeit und die Gnade verloren werde, wenn
holet. Die Kindertaufe iſt bey uns durch vie- das Geſetz GOttes wider das Gewiſfen wird
der Leute Schriften vertheidiget und herrlich ge⸗ uͤberſchritten, wie Paulus ſagt: die ſolches
ſchmuͤcket, und wir find meiſtentheils Hausvaͤ⸗ thun, werden das Reich GOttes nicht bee
ter. Fuͤrwahr, wir bekuͤmmern uns auch um ſitzen. Wir machen auch einen Unterſcheid
unſerer Rinder Heil und Wohlfahrt. Wie oft zwiſchen denen Begierden und der Verderbung.
habe ich felbften gehöret, Daß man diefe Worte | Darum thut er uns unrecht, wenn er fagt, dag
‚gefrieben und mit Fleiß eingebildet: Es it wir die Kinder beſchweren mit Todfünden, wer.
ichs der Wille meines Daters, Daß eines |fie im Hunger Speife begehren, oder wider
dafür, daß ſie in der Taufe GOttes Kinder | Er wiederholer auch zum öftern das Wort
‚werden, daß fie den Heiligen Geift empfan⸗ Todſuͤnde, Dadurch wir verftehen eine herr⸗
‘gen, und daß fie in der Gnade bleiben, fo fern |fchende Sünde, wie Paulus redet, es ſey Erb=
‚fie nicht diefelbe mit. wirklichen Sünden ver= | oder wirkliche Sünde. Wir Haben es aber fo ı
fchürten, in dem Alter, das jego die Vernunft \oft bezeuget, daß Denen Wiedergebornen nicht
kann gebrauchen. Die Krankheit aber, Die da die Berrfchende, fondern Die vergebene Sünde ı
ft, iſt nicht todtlich; fondern iſt eine vergebne zugeſchrieben werde... |
aufhören, uns eine Herodianiſche Tyranney zu⸗ |feiner zweifelhaften Deutung. Denn die Alten
zumeſſen; oder er wird wieder hoͤren, was er haben gemeiniglicy das Wort Schuld ge
nicht gern will. Ich hoffe, verſtaͤndige Leute brauchet pro reatu, das ift, für eine Zurech⸗
werden: mich entſchuldiget halten, daß ich DIR |nung, dadurd) einer an etwas Schuld hat. Die |
‘zum Eingahg erinnere. Denn eshatfichnicht | jüngern Lehrer aber nehmen es ſchlecht für
soorten ſtille ſchweigen. Sch halte den Herrn derowegen, damit er wider ung erhalte, daß diefe
Doctorem für einen gelehrten Mann; ich halte | Seuche allein eine Strafe fen, nicht ein Laſter,
ihn für einen aufrichtigen Mann ; deromegen das dem Gefeße GOttes zumider it: fo begeh=
reden, wie ich mit vielen zu thun pflege, wenn |gehaben werde. Wenn ernundurchdie Schuld
‚er mit mir ohne Berbitterung des Herzens und [allein verflünde den reatum, fo ware zwar nicht
‚ohne Sophiſterey diſputirte; aber. an folchem viel daran gelegen; aber wenn er das will, daß |
Gezaͤnke habe ich Feine Luſt, noch Öefallen, fie |dasjenige, was von der Seuche übrig bleibt,
dienen auch nicht zum Friede und Rufe. - allein eine Strafe, und nicht in feiner Natur
NMaun komme ic) auf feine Antwort, und mill |ein Laſter fey, das wider das Gefes GOttes
zuerft von den Wörtern fagen: Das Wort La⸗ ſtreitet, Fann ich ihm keinesweges Beyfall ges
ſter, crimen, heißt eine roirfliche Sünde, und |ben, und fage, daß diß Uebel gar zu fehr dar⸗
zwar eine That, dadurch Das Gefes GOttes |nieder geſchlagen werde, und daß viel andre Un⸗
wider Gewiſſen Sa wird. Bey Diefem ift |gelegenheifen Daraus entfteßen. Denn ment
wie Gnade nicht. So fagen wie aud) nicht, | wir zugeben, daß in denen Heiligen gar Feine)
ligen, denen fie Widerſtand leiſten, Laſter Spruch Johannis: Wenn wir fagen, wie id
fenm 100 ana haben Feine Günde, fo betriegen wir uns
Und die Zweifelhaftigkeit, davon er geredet |felbft und die Wahrheit ift nicht in uns, i
bat, erklärer vornehmlich, unfre Lehre von Der und folget alfobald: Darauf der Wahn, ee
| inbile
4
IT, Abfchnier, "Von dem Eolloquio zu Worms. 673
daß die Leute Das Geſetz GOttes /jetzo gemeldet worden. Man hat einen klaren
erfüllen Fönnten, | 5 Spruch des Yuguftini von der Taufe der Flei- -
Sch Babe gefagt von denen Wörtern, und|nen Kinder: Es bleibt die Derderbung nicht
zugleich geantroortet auf das geftrige Begehren | allein im Zeib übrig, fondern gu im Bes.
In culpa), das Wörtlein Schuld antreffend. muͤthe, welches ift der innerlihe Menſch.
un fehreite ich weiter zu denen Definitionibus, Derowegen reimen ſich hieher gar fein Die
oder Befchreibungen der Sachen an ißnen felbft. Sprüche St. Pauli: Steifeblih geſinnet
Der Here Doctor fiehet, warum eigentlich der feyn ift eine Seindfchaft wider GOTT,
Streit iſt, nemlich ob wir vecht dran thun, daß Item: Der natürlide Menſch verſtehet
wir die Sünde alfo aufmußen, und- ob die nichts von dem, das des Beiftes GOttes
Einbildung,
neuen Lehrer diefelbe zu fehr niederfchlagen und
geringe achten? Deromegen fuchet er hervor
den Gegenfag der Erbgerechtigfeit und der
Sünde Wenn er'nun durch die Erbgerech⸗
tigkeit allein verfteher eine Annehmung zu Gna⸗
den, und durch die Bünde alleinden reatum, |
das ift, eine Zurechnung, oder Bermerfung ohne
alle Sajter in der Natur des Menſchen, fo phi⸗
loſophirt er gar zu fehr. ‘Die Schrift und die,
Väter ftehen in der Meynung, daß diefe
rechtigfeic nicht allein geweſen fey eine Anneh-
mung zu Gnaden, fondern auc) eine, vollftän-
dige Nichtigkeit gegen GOtt. Diefe Fann im
geringften nicht feyn ohne ein Licht, das GOtt
erkennet, und ohne die Bewährung des Bil:
lens zu GOtt, und ohne gebührliche Ordnung
der andern Kräfte; wie in 2. dift. 29. davon
difputiree wird. Und Ambrofius fage: Da
Adam allein war, bat er nicht übertreten,
denn fein Bemütb bieng an GOtt. Da
faſſet er wahrlich eben das, was ic) zuſammen
begriffen Babe ; und ich mache Daraus Feine
ift, esift ihm eine Thorheit und Fann es
nicht erkennen; da er denn wahrlich von dee
Beſchreibung des Gemüches und des Willens
redet. Dannenfero Fann man genugfam vere
ſtehen, daß mir recht dran fhun, wenn mir Die
Sünde nicht geringlich darnieder fehlagen, -
und Daß ich Paulo Feine neue Auslegung
aufdichte, fondern daß dieſe, die ich erzehlet,
wahrhaftig die Meynung fey der prophetifchen
und apoſtoliſchen Schrift, wie auch der gelehr-
ten Vater,
Hierauf komme ich zudem, was von ber
Taufe ift gemeldet worden, Er fpricht: daß
vielmehr die Sünde mächtig worden, wenn
diefelbe die Gnade und der Geift nicht gar ver⸗
geben und austilgen koͤnnten. Hierauf ift diß
Die kurze Antwort: Wir fagen, daß die Suͤn⸗
de ganz und gar erlaffen werde, wenn der
Menfd) durch die Taufe von Goti zu Gnaden
wird angenommen, derowegen iſt die Gnade
viel maͤchtiger, welche dieſe Suͤnde ganz durch
die Vergebung begraben thut, wie zun No-
identitatem metaphyficam der Gaben, fo weiß mern am 6. gefehrieben ſtehet. Alsdenn wird
man auch aus denen gemeinen Beſchreibungen, auch in denen Wiedergebornen die geiftliche Er-
Daß die Gerechtigkeit, welche vniuerfalis ge neurung angefangen, obgleich immittelſt der
nennet wird, mehr Tugenden, oder Den Ge⸗ fündliche Leib (nie Paulus redet, übrig bleiber
horſam in allen Kräften in fich fafle. mit welchem die Erneurung ftreiter, welche
Im Gegentheil verftehen mir durch die Eirrb-|doch endlich, wenn der fündliche Jeib ganz wird
finde nicht allein eine Verwerfung des menfch- | ausgetilget feyn, vollfommen werden wird,
lichen Öefchlechts, oder eine Zurechnung, fon:
Eben diefe Meynung Bat es auch um das‘
dern auch Die Verderbung der Natur an ihr) Sacrament der Buffe und der Taufe in denen
feldft, in dem Gemuͤthe, in dem Willen, und Erwachfenen, daß Die wirklichen en a
in denen Begierden aller fünf Sinnen. Dero-
wegen müflet ihr die tuftfeuche nicht nur zu dem
- Appetit der finf Sinnen referiren, wiewol von!
dem die Exempel gemeiner ſeyn; fondern auch
bößern Kräften im Gemuͤth und Willen, wie
Lutheri Schriften 17. Theil,
wenn fie mit denen Werfen vergangen feyn,
(wie man pflegt zu fagen,) bleiben fie niche
übrig, fordern werden vergeben. - Aber Die
Erbfünde bleibe, was das Werf anlanget, ob
fihs wol mit ihr anfänger, daß fie getoͤdtet
z Nu re wird,
—
vergeben Deromegen fihreiben wir der Tau- und aber taufend Sünden beſchweret, und
fe nichts weniger zu, als dem Sacrament der mit Todfünden. —
Buſſe. Was darauf folgt, habe ich nicht ge⸗ Erſtlich, weiß er gar wohl, daß wir nicht
redt, daß die Taufe in denen Kindern Verge⸗
ii
674 Csp. 18. Vonder durch Eonvente u. Reichstäge gefüchten Aeligionsvergl. —
"wird, und wird doch das, was übrig bleibet, Menſch auf Erden, den ihr nicht mit taufend
zwar
F
Br!)
4
alfo reden, daß die Sünde der Luſt immerwaͤh⸗
bung bittet. Und fo in Wiederholung meiner rend fey; darnach hat er auch das von dem
Worte er fich etwa dergeftalt geirret, fo Kalte | Seinen hinzugefeger, daß wir Die Leute mit Tod-
ichs ihm zu gufe; fo er mir aber vorfeglich die: |fünden befchweren; denn wir fagen, daß denen
felben will verdrehen, thut mirs Keftig weh; ! Wiedergebornen folche Sünden aus Gnaden
wiewol es nicht noth thut, daß wir viel Darnach |erlaffen werden. Immittelſt bleibt es wahr,
fragen, was das vor Bewegungen feynd in des daß diefe Seuche nicht mäßig ift, fondern viel
nen. Kindern, die der Heilige Geift heiliget. Bewegungen, die dem Gefes GOttes zumider
Doc) weilda ſtehet, das Simmelreich ift ſol⸗ find, verurfadye, denen man widerſtehen müffe,
‚ber, müffen wir befennen, daß die Erneu: |und den Troft mit wahren Glauben bewahren;
rung in ihnen angefangen werde. daß diefe Sünden vergeben werden, und daß
Darnach aber habe ich von denen Bemegun: der Gehorſam,
be mit diefer Sünde jtreite und die Vergebung willen, der ung verbitter. Das alles ift wahr:
in der Taufe ergreife und mit Dane annehme, |haftig denen Gottſeligen heilſam und fonnen-
und weil diefes Uebel nicht müßig gehet, daß klar. Deromwegen wir ung auch vorden andern
der Ölaube um Bergebung bitte. Sch Habe | gemeinen Sachen, die er in feiner langen De—
er gleich nicht vollfommen -
gen der Ermwachfenen berichtet, daß der Glau⸗ | ift, gleichwol GOtt gefalle um des Mittlere:
auch nicht gefaget, daß inder Taufe die Schuld | claration erzehle hat, nicht groß fürchten. So
(eulpa) übrig bleibe, denn ich huͤte mich vor | find auch Die Sünden der Heiligen, die fie an
diefem Wort mit Fleiß, weil es leicht in ei⸗ ſich ragen, nicht wenigund gering. Wie Mo-
nen Mißverftand und Zweifel kann gezogen
werden. |
So fpricht auch der Herr Doctor: er Fünne
nicht verſtehen, wie ein Kind zugleich durch die
Gnade fey ein Freund GOttes, und Durch die
Sünde ein Feind GOttes. Wer Bat das ge-
fage? Ein Wiedergeborner ift GOttes Freund
von wegen des Mittlevs Chriſti aus Önaden,
und weiler ven Heiligen Geijtempfangen; und
das Böfe, fo überbieibe, wird ihm gefchenft
und erlaffen, ob es gleich eine Sündeitt, die dem
Gefege GOttes zugeaen ift. Aber es herrfcher
nicht, jaesift begraben durch die Vergebung ;
fidei & 49. gefchrieben ftehet: Rein Heiliger
und Berechter ift ohne Sünde, aber gleich-
wol hörst er deswegen nicht auf beilig und
gerecht zu ſeyn, weil er der Heiligungnach-
jaget.
Hierauf folgen feine Donnerworte, wenn er | gebung erlange.
fpricht: Dieweil ihr die böfen Luͤſte in denen
ſes betet : Auch der Unfchuldige ift vor dir
nicht unſchuldig; und David: Um deines
Namens willen, HErr, fey gnädig meiner
Miffetbat, die da groß iſt; wiewol folche
Sünden denen Sichern und Unbußfertigen ein
fchlecht Ding feheinen. Aber diejenige, fo in
Uebung der wahren Buſſe erfahren find, die
beweinen folche, wie Ezechias: Wie ein Loͤ⸗
we bat er mie alle meine Bebeine zermals
met. Go lefen wir auc) in vita Auguftini,
daß er etliche Tage vor feinem tödklichen Abe
gang nach einander mit groffer Traurigkeit ge⸗
rungen-und mit Thränen und Gebet darüber
wie andersivo de Definitionibus orthodoxz |geflagt habe, daß er in fo langem $eben feine
Sünde nicht Beftiger beiveinet habe. Und find
rechte andächtige Worte, Die er redet de ciuita-
te Dei libro 133 Derjenige, fo da meynet, daß
er ohne Sünde lebe, der gehet nicht damit um,
daß er Feine Sünde, fonderndaß er Feine Ber-
Biel andre Dinge will ich mie Fleiß ſtill
Menſchen zur immerwaͤhrenden Suͤnde machet, ſchweigend uͤbergehen. Was den Spruͤch an
Dis zu vollkommner Erneurung, fo iſt kein Die Corinther anlanget: Ihr ſeyd abgewa⸗
f
DEN;
DEAN. N ®
676 M&bfehniee, Don dem Eolloquio zu Worms. 677
ſchen, ihr feyd geheiliget ꝛc. gebe ich eben Theil derfelben find nicht wider uns. Wirfas
das, was droben, zur Antwort. Beydes die Igen auch, daß in der Taufe alle Sünden ver-
Erbfünde und wirkliche Sündein den Erwad): Igeben werden, und ich bitte, man wolle die fte-
fenen, von welchen Daulus redet, fen durch die ce Meynung Augufkini wohl erwegen.
Taufe vergeben, und herrſchet die Sündenicht, | Endlich übergehet er die Zeugniffe und brin⸗
obgleich die Verderbung übrig bleibe. Das get Argumenta herbey, genommen aus der
waret ihr weyland, Porlche er, befudelt mit Vernunft und aus denen bürgerlichen Sitten,
soirklichen Sinden, und mit der Erbſuͤnde; damit er beweiſet, die Seuche fey Feine Sünde.
aber nun feyd ihr abgewafchen und gehei- Das erfte ift: Alle Sünde auffer der Erbfün«
liget durch die Deracbung dee Sünden und de ift wirklich. Deromegen fo ift diefe uͤber⸗
die angefangene Erneurung. bliebne Seuche in Denen Heiligen nicht Sünde,
Mas das 7. Cap. an die Roͤmer anlanget, oder ein Laſter, das wider das Geſetz GOttes
machet es der Here Doctor eben, mie es jes ſtreitet.
ner Mahler machete, da er die Aufopfferung | Antwort; In dem erften Satz ift die Erb-
- ber Iiphigenia mahlte. Denn in folchem Ge: ſuͤnde ausgenommen, und diefer Spruch redet
mählde, da er fertig war, Die mancherley Ge: |von bürgerlichen Sitten: das ift aber die fuͤr—
berden an jeder Fuͤrſtlichen Perfon, fo dabey nehmſte Urfache, warum wir uns über diefen
ftund, abzumahlen, und nicht wußte, wie er Spruch zweyen, daß der Unterfchied mic Flei
das traurige Vaterherz, das Die andern bey in acht gehalten werde, zmwifchen den bürgerli=
weiten übertraf, abbilden follte, fo mahlet er chen Gebrechen, und der Unreinigkeit vor GOtt,
ißn, role er fein Angefiche mie dem Mantel zu- |desgleichen unter der. bürgerlichen Gerechtigkeit
decket. Alfo machts ver Here Doctor: da er und der Öerechtigfeitdes Glaubens. Das ane
mit denen Gloſſen fertig ift, mit welchen er die dere ift: Fein Gebot ſoll unnuͤtzlich feyn, derhal⸗
andern Zeugniſſe abmahlet, fo übergeher er den ben fo ift die Luft entweder Feine Sünde, oder
fuͤrnehmſten Spruch und wickelt ifnein. Von das Gefeg ift unmöglich.
welchem Auguftinus redet: es haben ihn dieſe Auf den erften Gas antworte ich: ich falle
Worte St. Pauli gefangen genommen, daß |demfelben bey, was die äufferlichen Sitten an⸗
er befennen müffe, als rede er von feiner Per- langet, und alfo ift das göttliche Geſetz, mas die
fon, oder von denen Wiedergebornen. Das Jäufferliche Difeiplin anbeteift, zu Halten möglich,
felbjt nennet St. Paulus diefe Seuche aus: nemlich, fo viel die Aufferlichen ehrbaren Dien-
druͤcklich und zum öftern eine Sünde, und da⸗ |fte anlanget. Aber das Geſetz GOttes predi-
mit ınan das Wort Sünde nicht etwa in einen get nicht allein von den Aufferlichen Dienften,
ungewiſſen Berjtand ziehe, fo ſagt er, es fey ſondern auch von dem innerlichen Sehorfam des
- ein ſolch Ding, das dem Geſetz GOttes zumiz | Herzens: daß duden Herrn, deinen GOtt,
derfey ; darnach heftet er den Troſt hinan: Es |Liebeft von ganzem Herzen ıc. Die äufferliche
iſt nichts perdammliches an denen, die in | Difeipfin und die Bekenntniß des wahren Got
Chriſto JEſu find, denn das Geſetz des |tesdienftes ift moͤglich und kann und foll geleis
Lebens bat mich erlöfet von denn Geſetze |ftet werden; aber niemand ift, der diefem Ge—
der Sünden und des Todes, nemlich durch ſetz koͤnne Genüge thun, was die Keinigfeit
die Vergebung und Dieangefangene Erneurung. |des Herzens anlanget und den vollfommnen
Denn er fpricht nicht, daß er Die Seuche abge- | Gehorfam. Darum fagt Paulus: das Bes
leget habe, nemlid) das Gefeg in feinen Glie|feg GOttes ift geiftlich, das ift, es erforder
dern. Ja, bald darauf fagt er, daß der Leib nicht allein die politifche Difeiplin, fondern auch
der Sünden halben zum Tode ſey uͤbergeben. die geiftlichen Bewegungen der Böchften Siebe
Die Sprüche, aus dem Auguſtino angezo⸗GOttes; und it doc) diß Geſetz auch möglich
gen und aus andern Vätern, ftelle ich verftän- |gewefen vor dem Fall Adams, Nach dem:
digen Seuten zu urtheilen anheim. Der meifte ſelben widerſtreitet die verderbte Natur dem
lu 2 Ge⸗
678 Cap, 18. Donder durch Eonventen,
Beichorägegefuchten Neligionsvergt. 69
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er.
42
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Geſetz, und if doch gegeben worden, daß es|müffe halten, damit niche diefe Sende in den
von auſſen zaͤume, und von innen die Suͤnde Heiligen dafuͤr gehalten werde
anklage und verdamme. Wie denn Paulus das dem Geſetze GH
heftig erhaͤrtet, daß die Menſchen durchs Ges
jes nicht gerecht wuͤrden, und prediget, Daß der
Mittler, der Sohn GOttes, gegeben worden
fey, Durch welchen wir GOtt verfühnet und
Erben gemachet werden der neuen und ewigen
Gerechtigkeit und des Lebens. Wie auch Is—
hannes ſaget: Das Befeg iſt durch Moſen
gegeben, aber Gnade und Wahrheit iſt
Such IEſum Chriftum worden, das ift,
beydes Vergebung der Suͤnden und die ewige
wahre Gerechtigkeit und das Leben geſchenket
worden. Alſo wird das Gefeg wiederum mög-
lich, wenn der neue Gehorſam wird angefan-
gen; nach dem Spruch: Ich will mein Herz
in ihre Herzen geben ıc. und Die Suͤnden wer:
den erlaflen, von regen des Sohnes GOttes,
denen, die Buſſe thun, undglauben, daß ſie von
wegen des Sohnes OOttes ihnen vergeben wer:
Den, und wird hierdurch dem freyen Willen gar
nichts entzogen, derſelbe Fann die Aufferliche
Difeiplin etlichermaflen regieren, und wenn
er von dem Heiligen Geift Hülfe erlanget, fo
bat er neue Bewegungen, welche mit dem Se:
ſetze GOttes übereinftimmen.
Das dritte iſt: Willt du zum Leben ein:
geben, fo halte die Bebote. Niemand fann
diß Gebot halten: Sich ſoll nicht geläften x,
wenn man es verftehet von ver natürlichen
Krankheit. Dermegen fan niemand felig werden,
Es ift wahrlich zu beklagen, daß man Ge
fe und Evangelium fo in einander menget.
Denn Moſt heiſſen die zerbrochnen Tafeln fo-
viel, als dag niemand vor OOtt durchs Ge
feß gerecht werden Fann. Derowegen muß
man dieſen Spruch: wenn du willſt sum Le⸗
ben eingehen, ſo halte die Gebote; halten
gegen Die Verheiſſung, weiche von Chriſto ge
than worden, um welches willen die Sünde
vergeben und Dargegen geſchenket wird neue Ge-
rechtigfeit ‚und gefällt GOtt der Anfang im Ge-
feß; wie an feinem Drrfollgefagt werden. Daß
er darnach faget: damit er der ungereimten
Dinge, welche er in den Argumenten erzehlet,
‚es fey ein Safter,
ſetze GITTES entgegen fen: |
fo nehmen wir die ungereimten Dinge Hinweg,
und feßen Dargegen weit wichtigere Urſachen,
marum mir bey unfrer Meynung bleiben, da«
mit wir nicht die menſchlichen Opiniones befta-
tigen, Die da ihnen träumen laffen, als ob die
Menſchen dem Gefege GOttes volle Gnüge
thun koͤnnten; mie denn aud) andere Irrthuͤ⸗
mer, dadurch die Wohlthaten Ehrifti niche we⸗
nig verdunfele werden.
Daß aber der Herr begehret Hat, daß ich
mit meinen Collegen daraus reden wollte: das
habe ich gethan, und gebeten, daß ein jeder una
geſcheut ſeine Meynung fagen wollte; aber fie
[ind in dem alle eindellig, daß alle Menſchen,
die nad) gemeiner Weile der Natur gezeuget
werden, aus Beywohnung Mannes und Weis
bes, wenn fie gebogen werden, mit fich brin«
gen die Erbfünde, mie die Kirche bekennet;
und achten Dafür, Daß Die Erklärung der Ben.
ſchreibungen, welche ich erzehle Habe, überein.
ſtimme mit denen Schriften der Propheten und
Apoftel, und mit denen reinen Kicchenferiden»
ten. Meynen aud) nit, daß In dieſem Fall |
ein einiger darwider fey. Sie find auch indem
eins, daß in der Taufe Die Erbfünde vergeben _
werde; d. i. es werde da der Heilige Geiſt mitge⸗
theilet und geſchenkt, der die geiftliche Erneue⸗
rung anfange. ; —
Was aber die andern Seuchen anlanget, die
in denen Heiligen uͤhrig bleiben, mehnen fie,
daß diefelben nicht ein Mittelding feynd, oder
allein eine Strafe; fondern ein Safter das dem
Geſetze GOttes zuwider iſt, welches in feiner
Natur Suͤnde iſt; mie denn auch St. Pau⸗
lus es ausdruͤcklich etlichemal Sünde nennet;
aber ſie wird denen Wiedergebornen erlaſſen.
Das find deutliche und verſtaͤndige Worte ,
welche nichts zweifelfaftes, oder verfänalicheg
in fi) begreifen. Wenn nun diefe En
dem Herrn Doctori und feinen Coll
thun wärde, gefchäheuns eine Freu
Wir zwar zweifeln gar nicht daran,
hlet, wahrhaftig der einhellige
fich enthalte, dag man darum fo hart Darüber Chriſtlichen Kirchen fey,
Meynung
esis genug
de bieran,
daß dig
Conſens der ganzen
Das iſt, der Beiligen
Pos
Von dem Colloquio zu Worms, * 588
die Fuͤſſe waſchen. Wie wir nun hiermit em«
pfangen werden, das gibt das Werk an ihm
an. ſelbſt. Ihr habt nun gehört, Herr Doctor, un»
Und halten dafuͤr, daß diefe Meynung ge: Ifere Meynung, davon wir Unterredung ges
wiß und wahrhaftig in denen proppetifchen und |pflogen, will jemand etwas weiters erinnern,
apoſtoliſchen Schriften gelehret werde; tragen das thue er. Ich Habe nicht meitläuftig feyn
auch Fein Bedenken, an die rechten Epriftli- \wollen, damit ic) midy dem "Befehl des Her⸗
chen Kirchengerichte zu provociren, d. I. an ren Commiſſarii gemäß verhielte.
gottesfürchtige und gelehrte Seufe in der gan | D. Eckio ift auf fein Begehren erlauber wor⸗
zen Welt, und vermindern uns, Daß das Ge— den,daß er den folgenden Tag um 7. Uhr
gentheil fo Heftig ausgidt, Daß Die Leute ohne feine Meynung fagte, und ſolches kuͤrzlich.
Sünde feyn Fönnten; da doch Auguſtinus fol. Iſt auch befohlen worden, daß er diß Ges
chen 3 He ; fpräc) vom andern Yreifel hiemit endete,
wenn er fpricher Ich will wahrlich nicht fa-
gen, daß ein einziger Menſch in diefem Le⸗ Den folgenden Tag, den 17 Januar. um 8.
ben ohne Sünde ſeyn, ſollten auch glei die Ube hat D. Eckius alfo angefangen.
- Pelagianer vor geoffer Unſinnigkeit berften. | S®n deinem Namen, du ſuͤſſer JEſu, Amen.
Ylicbt deswegen ‚daB etwas von der Suͤn⸗ Wohlgeborne, Ehrmürdige, Ehrenvefte
- de überbfeibe, das in der Taufe nicht ver | Mannhafte, Edle, und Wohlweiſe Herren
. geben werde ; fondern weilfte in uns, folan |und Bäter. Meinem Eollocutori muß ich ant«
ge wir in der Schwachheit diefes Fleiſches worten. Denn, daß er erftlich fagt, daß ich die
bleiben, nicht aufbören, täglich zu ereig: |Drdnung nicht gehalten, befenne ich, daß ich
nen; welche aber denen, die fleißig beten, es gethan Babe, meil es die Materie nicht Kat
immerdar erlaffen werden, anders leiden wollen. Was id) den vorigen
Es find aber in der Kirchen gemeiniglic) | Tag von denen Haupffünden,, und von der
zwey Haufen: der eine, der das Gefeg allein | gleichen geſagt Babe, das Habe ich weder dem
fleifchlich verftehee und vor eigener Gerechtig: | Herrn Magiftro , noch insgemein ihren Kir
keit gleich paufet und trotzet; der andere, ver chen angedichtet; fondern weil die Prediger
feine Schwachheit und Gebrechen erfonnet, fei | ziemlich unvorfichfig, bisweilen aus Unerfah—
ne Zuflucht nimint zudem Miteler, dem Sobn |venheit über alle Maaffe Hoch aufmutzen, was
Gôttes, bittet im Slauben um Vergebung, nicht aufzumugen ift, und den Mangel der Luſt
und empfähet fie aud). Bender diefer Bild in unferer Deutfchen Sprache nennen Haupt:
und Mufter haben mir in der Gaſterey bey Si- |fünde, Babe iq) es eigentliche in Satein nicht
mone. Derfelbe, da er das arme Weiblein |geben Fönnen als durchs WortCapitale.. Ich
verachtete, aufgeblafen von eigner Heiligkeit, |diete den Herrn M. und andre feines gleichen
fängee der HErr Ehriftus an, dem armen Gelehrte, daß fie die andern Geringern eines
Weiblein das Wort zu reden, ftrafet die Ver⸗ |beffern berichten, wenn fie fo weit über vie
meflenheit des Pharifaers, und im Gegentheil Schnur hauen. Der ehrwuͤrdige Magifter bes
fpriche er dem Weibe Die Vergebung der Sun: ſchweret fid), Daß ich fophiftice und mit
den, und fehreibet ihr zu das Lob der Erfül: | Schmadjreden mit ihm gehandelt habe. Ich
Iung des Gefeßes, nemlich ver Siebe. Wiel: will es Koch betheuren, daß mir es nie in den
leicht begegnet uns jeßunder eben das. Denn Sinn gefommen iſt, mit einigen Schmaͤh—⸗
- Die Perfonen fönnen zu beyden Theilen gar eich. |worten ihn, oder feine Collegen zu beſchweren,
te ſich hieher ſchicken; wir handeln von der Dre | wie ich auch im Anfang des Colloquii bezeuget
digt der Buſſe, vom Ölauben, von Vergebung, habe. Das Bält er für eine Sophiſterey, daß
von der Erfenntniß unferereignen SchwachBeit, | ich bisweilen die Drdnung feiner Worte nicht
don dem wahren Gottes dienſt, damit wir Chriſto Habe * einnehmen koͤnnen; aber das iſt a
; u 3 ; e⸗
0 m Abfehnier,
Matriarchen, Propheten und Apofteln, und al:
— Anbeginn her bis auf Diefen
-
682 Cap.ıg. Don derdurchConvente u. Reichstägegefuchten Keligionsvergl, 683.
Betrugs halber gefcheßen, wie Die Sophiſten erfahren; aber die Urſache deffen Bat er nicht
pflegen; fondern weil der Hear Magiſter weiß, gewußt, da er befenner, daß nichts im Were
——
doß ich niemals der Notarien Schriften gehabt. | ftand wäre, das nicht zuvor im Siun gemwefen.
Denn ich meynte, fie dörftens nicht fehen laf-
das andre Wort opneallen Nachtheil gabe aus» alles geftehen, wollte ich lieber feßen, daß der
gewechfelt, weil alle gegenmärtige Herren feden | würdige Herr Magiſter, nach feiner Beſchei⸗-
und erfahren, daß ich nicht aufgezogen fomme, denheit, die fchotafticos Dodtores nicht be
| Denn hier hater gar deutlich gefehen, daß der
fen ; daß aber er folche hat zu lefen befommen, | Berftand, als Herr, achtung gebe auf den
befchweret mich nicht; bitte aber Hinniederum,er | Sinn, alsdie Magd. Und will ic) Hier zwey
wolle mirs wicht vor übel Halten, wen ich ein,oder | Dinge erinnert Baben: Eines, weil wir diefes
ausgeruͤſtet mit einer ordentlichen Oration, die ſchweret Hätte, als ob fie lehrten, daß die Rraf
ich daheim zuvor gemacht hätte. Wiewol auch te unferer Natur vollkommen wären; denn wir
diß dem Herrn Magifter gern zu gut halten |befennen es feiner Ehrwuͤrden, und find. hier-
will, damit er in der That erfahre, daß mir innen eins, daß Die Kraft der Seelen gefhwä-
es mehr um die liebe Wahrheit und Einigkeit , |chet und verderdet worden, nad) dem befann.
er —
als um liederlichen Ruhm des Gedaͤchtniſſes zu ten G.eichniß von dem Menſchen, der von Je⸗ #
thun foy. Denn eg weiß eure Ehrwuͤrden, Daß richo hinab gieng und unter die Mörder fiel, E
id) in der keipziger Zuſammenkunft ſolches dem die ihn deffen beraubee Haben, was ihm aus
Earlſtad nicht habe zulaffen wollen. Gnaden mitgethellee, und verwunderhaben an
Mas aber die Materia an ihr felbft anlan- dem, was ihm von Natur angeboren.
get, dieweil er einen Unterfheid de Crimine,| Das andre, das id) erinnere, iſt, weiler
de Culpa , auf die Bahn gebracht: lege id) aufs neue gedacht, daB die Sünde der Luft
mich niche hart darwider, damit wir nicht in die auch im Gemuͤthe fey, neben dem Zweifel.
Stoifche Subrilitäten de reatu, obligatione | Denn einmal hätte ich es ihm zu gufegehalten,
et DEI offenfa, geraffen mögen. Was er
n . und es in feinen Zweifel gezogen, ob er es gleid)
auch fonften gefagt hat, daß das übrige ander
an mir verdammt hätte; weil er aber zum ans
Erbfünde und die Luͤſt ſelbſt, eine Sünde fen :|dernmal wieder kommt, fo erfordert die Noth,
- dag Fönnen wir mie Auguftino und Damafceno daß ic) Die Wahrheit vertheidige. Und ift diß
auch nicht verwerfen; daß er aber wieder auf die meine Meynung, daß diefe Unordnung des
Erbgerechtigkeit kommt, achte ic), es fey dro« | Menſchen Natur ſchwaͤche; aber daß der Marne
ben der Sachen ein Genügen gefchehen; daß gel der Luft in dem obern Theil der Seelen iM
er aber weiter vorgibt: die Erbfünde fey eine | Gemuͤthe feyn follte, fehe ich nicht mit meinem
Verdecbung der Natur auch im Gemürhe, und wenigen Verftande, mie es mit Paulo über.
Bleu einführet das Zeugniß Auguftini vonder einſtimmet, der an die Römer fehreibet: Jh
Sindertaufe, der unter andern Schäden aud) | weiß, daß in mir, das ift, in meinem
die Berderdung des Gemuͤthes darunter zaͤh Fleiſche wohnet nichts Butes; da denn wohl
let; darauf antworte ic kuͤrzlich: daß maͤnni⸗ | zu merfen, daß er faget: im Fleiſch. Es fole
glich in der Ehriftlichen Kirchen ſolches beken. get auch drauf: ich fehe ein ander Befeg in
ne. Denn eine andre Natur ift, welche von meinen Bliedern , welches widerftreitet _
Gott ift grmadır, als von einem ganz voll |dem Befes in meinem Bemüthe, da er
fommenen Werfmeifter; eine andre Natur iſt dann durch einen Gegenfaß bezeuget: es ſey
die verderbte, geſchwaͤchte, unordentliche. in Gliedern, und ſchleußt Damit das Ges
Daß das G:mürh des Menfchen verwundet muͤth aus. Bald faget er vondem Gefeße der
worden durd) den Reit der Erbfünde, das be-| Sünden: das in meinen Gliedern iſt. End—
Fennen wir, als da ift der Unverſtand. Und lich ruft er mit groffer Bewegung aus: ich
(tie ich pflegte in denen artibus zu fagen ‚) Ari⸗ elender Menſch, wer will mich erlöfen,von
‚ftoteles Bat Diefe Unordnung des Berftandes |dem Leibe diefes Todes; da mit Fleiß in acht
zu
Be: ER "Aa # a 4
34 In Abſchnitt Von dem Colloquio zu Worms.
zunehmen das Wort: von dem Keibe; aberjund Feind ſey. Ob er auf diefe Weiſe
Da muͤth, welches ift der innmendige Menfch ſich genugfam erklaͤret Habe, will ich dem gün«
(bezeuget er in diefen Worten) werde durch |jtigen Leſer anheim geftellet Haben. Was er
die luſt nichebefchweret. Denn ich habe Luft |aud) von dem ſtetswaͤhrenden Uebel der Luft
an dem Belege GOttes, nab dem inn: |gefaget hat, welches bleibet bis in Tod, darzu
wendigen Menſchen. EN hat mir Anlaß gegeben derjenige, welcher die
Gleicherweiſe zwelfelt mir auch), obdie Hel- | Worte St. Pauli zun Römern am 6. Cap.
- ligen auch einen Zweifel zulaffen, weil der, fo wer geftorben ift, iftgerechtfertiger von der
im Glauben zweifelt, ungläubig ift; aber wenn Sünde, verjtanden bat von dem Tode des
er Durch den Zweifel verftehet die Demuth des | Leibes. Mir zweifelt nicht, es werde der würe
Gemuͤthes (wie ich gänzlich dafür Halte, daß |dige Here Magifter mir feinen gelehrten Eole
es feine Ehrwürden nach ihrer fonderli- |legen Demfelben Feinesweges Beyfall geben,
chen Geſchicklichkeit thue), fo fechte ſchs nicht, | weil es der Meynung Pauli ſtracks zuoider ift.
weil doc) der Menſch auf diefe Welfe nicht | Es wendet fid) audy ver Herr Magifter zu
weiß, ob er tiebe, oder Haß verdienet Habe. | denen Sünden der Heiligen und zu der Sünde
Aud) Gregorius lehret, daß einem guten Her. der guten Werfe, indem er die Worte aus dem
zen wohl anftehet, wenn er Schuld erfennet, 142. Pfalm einfuͤhret: Gebe nicht ins Ber
auch da Feine Schuld iſt. richt mit deinem Rnecht. Damit ich nicht
Sch halte nicht, daß einer unter ung deswe⸗ | aus den Schranfen fpringe, mill ich ſolche Ma«
gen mit Luthero zanfe,der an die Galater rüß- |terie jetzo niche berühren. Setze ihm allein eben
met, daß ein jeder unter ung gewiß feyn folle, des Pfalters Worte entgegen, der anderswo fa«
auf das allergemiljefte, daß er in der Siebefey. get: Nichte mich, SErr, nach meiner Ge—
Was aber der ehrwürdige Herr Magifter | rechtigkeit und nachmeiner Unfchuld. So
vorgebracht von VBergleihung der Sacramen⸗ kann e8 dem Herrn Magifter audy nicht unbe⸗
ten, diefes will ich beliebter Kürze willen nicht | kannt feyn, mas und wie groffe Gründe Ich zu
berühren, fondern dem Leſer zu bedenken an« | Leipzig vorgebracht Habe, als ich dafelbft in der
gm geftellet Haben; daß er mich aber in Ber: | Difputation war.
685
acht hat, als Hätte ich etliche Worte , oder
Sprüche vorfeglich verkehret, da ihm doch fo
viele Jahre Her meine Aufrichtigkeit wohl be-
fannt gewefen, daß ich ehrbar und als ein
Freund mit ihm handle; oder da ichs mit ei-
nem Worte etwan verfehen hätte, wie ich nicht | len können. Wenn der
boffe ;oder die Motarii hätten meine Rede nicht
vollfommentlidy eingenommen, (denn ich mic
wenig Worten, meinem Braud) nad), diefe
Worte auf ein Pappierlein aufgezeichnet ‚) das
mag er ihm laſſen leid feyn und Vergebung bit:
ten. Es wird aber die Sünde vergeben durch
die Taufe und den Glauben. Ich weiß wohl,
daß der Herr Magifter mehr Worte Bat-ge-
Dasandre, was folgt, wollte ich ſtillſchwei⸗
gend übergehen, wenn er mir nur nicht den
Mahler mit der phigenia beym Homero vor«
geworfen hätte, welcher Das väterliche Herz
und Affecten richt hat ausdrucken undabmab-
Herr Magiiter inden
Gedanken ftehet, er habe des Eckii Lehre ders
maſſen Eraftlos gemacht, daß er andiefem Dr.
te nicht mehr antworten könne, betröge er fich
wahrlich, Denn wennes nicht den fürneßmen
anwefenden Herren entgegen wäre, fo wollte
ich mein Heil nod) ein, zwey, oder drey Tage
in diefer Materie verfuchen.
Sch weiß aber, daß die fürnefmen Herren
Drauchet ; aber befferer Machrichtung halben ha-| jeßo alle ruffen: Sat prata biberunt: genug von
be ichs zufammen gezogen, wahrlich nicht der diefen Sachen. So habt ihr aud) meine Ges
Meynung,daß ich im feine Worte wollte verdre:
ben, oder verfälfchen.
ſchicklichkeit zumalen angehöret, da ich mitfo
viel Worten aus Paulo erwleſen habe, daß die
Ich fihreite zu dem, daß er herbey gezogen | Seuche der Luft in dem unterjten Theil der
hat von einem Kinde, das GOttes Freund | Seelen ſtecke. Er bringet zwar oft vor,
daß
Pau⸗
On
ji
N
— |
2 SEI
688 Cap. 18. Don der durch Convente u. Reic)stäge gefüchten Religionsvergl. 87
Paulus dig Sünde heiſſe, was dem Geſetz verflanden werden. Es mag Bin paßiren, mas
GN res zumider if. Denn alfo ftreitdt das ler aus Jeremia Cap. 31. elnführet; Ich will
Lüfterne Sleifch roider Den Geiſt mit dem Ge mein Geſetz in ihr Herz geben. “Denn ifm
fege GOttes, und waͤhret diefer bürgerliche |nicht unbermußt, daß Paulus diefen Spruch
Krieg in diefem geben für und für, wie wir |Hebr. 8. anzieft,und von Demevangelifchen Ge» |
aus Auguflino angezogen, und der Streit ‚role ſetz verſtehet. Das gehet mich nidit an, daß
wie aus Hiob eingefuͤhret. Aber, wiewol er Chriſtus antwortet und ſpricht: Witt du zum
auf meine Argumenta fid) Hat unferfangen zu Leben eingehen, fo halte die Bebote. Denn |
antworten; fo ftelle idys doc dem Gutduͤnken die vorhergehende Trage gibt den rechten Ber-
der Zuhörer und des Leſers anheim, ob er der ſtand auf Die folgende Antwort. Aber ich Balz
Sachen genug gethan. te nicht Dafür, Daß der Herr Mlagifter das
Was er von der Möglichkeicdes Geſetzes ge- wolle, daß Ehriftus das Gefes und Evange- |
faget , das Fann ich nicht laſſen ſtillſchweigend lium in einander gemenget habe; alleindiemo= |
Hin paßiven. Denn er ziehet ſolche Möglich Igen zufehen, wie fie es verantivorten, Die ges |
keit auf das äufferlihe ; aber mich deucht, daß ſchrieben Haben, daß die Zehen Gebote durchs
man eben das fagen muͤſſe in dem innerlichen,, neue Gefeß aufgehoben feyn. Ä |
wie die Wahrheit felbft, Ehriftus, beym Mar- | Won dem aber, das er mit einmenget, von
thaͤo Zeugniß gieber, da er faget : Aus dem der unfinnigen Lehre der Pelagianer, daß die |
Zerzen fommen argeBedanfen,Todtfeblag, Leute ohne Sünde feyn koͤnnten, meil es hieher
Ehebruch, Diebftabl , HYurerep, falſch nicht gehöret, wollen wir in Gegenwart ftille |
Zeugniß und Laͤſterung. Diefe finds, die
den Menſchen perunreinigen. Go faget der
Herzenskündiger. Ich geſtehe es, er hat ei-
nen feheinbarlichen Beweis Binzugerhan von der
Siebe GOttes über alles. Aber er höre, was
Augustinus faget in libro de litera et fpiritu
(der ihm, wie ich weiß, befannt ift), und fol»
ge auch feiner Anweiſung. Das iſt nicht
flugs Schuld, wenn wir Eott noch nicht mit
ſo groſſer Liebe lieben, wie ihm nad) der voll.
kommenen Erkenntniß gebühret. Ein anders ift
es, Die Siebe nicht ganz erlangen; ein anders,
Feiner Luſt Folge leiſten. Es hat mir auch wohl ge⸗
fallen ‚daß ver Herr Magifter zugegeben ‚eg fey
moͤglich, die Gebote GOttes zu halten, wenn
man die göttliche Gnade zu Geßülfen habe.
So lehren aud) die Unſrigen. Wiewol der
wuͤrdige Herr Magiſter in feiner Apologia bis:
weilen denen Unſrigen folches zumiſſet, (daran
er recht thut): bismeilen aber es ihnen nimmt:
darinnen wir nicht mit ihm eins feyn. Den
Beweis nimmt er von dem Wörtlein lege, wel.
ches nicht allezeit einerley Bedeutung Bat.
Damit ich niemand beſchwerlich fey, will ich ſo biete auch ich ihnen der Unſrigen und der gan⸗
will ich beliebter Kürze willen zum Beſchluß
ſchweigend übergehen ;doch daß wir diß darbey
ausfagen, daß die Catholifchen mit der Pelas |
gianer Dumkuͤhnheit nichts zu fchaffen Haben; |
fagen aber, daß Die Gnade GOttes und feine |
Hülfe nothwendig fen, und folches nad) dem
DecretdesMilevitanifchen und Roͤmiſchen Con⸗
cilii, wie man in vielen Büchern beym Hie⸗
ronymo, und an vielen Orten beym Auguftino |
liefet. Denn wir Balten alle hoch die Negeln |
des heiligen Auguſtini, der in libro de Confef- "
fione warnet, daß wir unfern Naͤchſten nicht |
für Sünder verdammen follen, dieweil ein jes
der gewiß bey fid) die Nechnung machet, wenn
er nicht Durch GOttes Güte daran gehindert |
werde, fo koͤnne er in fo viele Laſter fallen als)
der allerärgfte. Das ift die Meynung deſſel⸗
ben. Waters; die Worte felbft fallen mir jego)
nur nicht ein. l
Bas die andern Sachen anlanget, die er an⸗
gebracht hat, davon ift fein Streit. Darum
eilen, Und dieweil er freundlich genug die
Meynung feiner Mitbrüder unsangeboten hat:
l
fi
nur einen Spruch aus Pauto einführen Gal. |zen allgemeinen Chriftlichen Kirchen Meynungı
2: Durch das Geſetz binden Geſetz geftor- |hiermit an. Sie befennen allefamt Bell und‘
ben, welches von einerley Geſetz nicht Kann deutlich, Daß alle, von Adam gezeuger, nach!
£ dev
Se
rechtigkeit, die in uns feyn follte, ſamt der Luft,
und daß in der Taufe der Reatus der Erbfün-
de und alle andre Sünden vergeben werben,
durch das Verdienſt Chriſti. Aber die über:
bleibende Seuche, nemlich die boͤſe Luſt an ihr
ſelbſt, weil ſie von der Suͤnde uͤberbleibet und
allezeit zur Sünde geneigt iſt, koͤnne deswegen
Sünde genennet werden, wie Die Schrift eine
Hand genennet wird; aber fie wird Deswegen
weder proprie noch formaliter eine verdammli⸗
de Sunde genennet. nt nee a
Derowegen, viel anders zu geſchweigen, will
ich mic) zum Beſchluß wenden, weil Michaͤas
fagt, daß in der Taufe alle Sunden in die
Tiefe des Meeres geworfen werden; und
Ezechiel: daB wir von allen unfern Untu—
genden gewaſchen werden. Zacharias neben
andern; daß der Heilige Beift gegeben wer-
de; und Chriſtus: daß die Wiedergeburt ge:
(hehe aus dem Geift und Wafler. Pau:
{us auch Die Taufe genennet hat ein Bad des
Lebens und der Wiedergeburt, in welchem
der Heilige Beift reichlich gegeben werde,
|
in welchem wir abgewaſchen und geheiliget feyn.
Auch die Oberſten der Kirchen, Cyprianus,
nam ‚, Ambdrofius, Auguftinus und
ryſoſtomus bezeugen, daß alle Sünden In
der Taufe vergeben werden: wir felbft auchge-
hoͤret, Daß der Herr Collocutor beydes in fei-
nem und der Seinigen Namen, jego ausgefa-
get hat, Daß diefe Sünde fey vergeben, fey be-
graben, und werden von Gtt nicht zugerech-
net; aber was die Schwachheit des
Don dem Eolloquio su Worms...
-
8 0005. BR Abſchnitt. 689
der gemeinen * m ei ah $& ar 1354 ri
werden , und alfo in GOttes Zorn feyn, und Dergleichung des Artikels, die Erbſuͤn⸗
9 bie Erbfünde fey ein Mangel der Erbger % 3 de betreffend. —* ſuͤn⸗
& sg" befennen einhellig, daß alle, die von
Adam herkommen, nadydem gemeinen
Geſetz mit der Exbfünde geboren worden, und
alfo in dem Zorn GOttes. Die Erbfünde aber
ift ver Mangel der erblichen Gerechtigkeit, die
in ung ſeyn follte, famt der Begier. Wir feynd
aud) einhellig, daß in der Taufe die Schuld
der Erbfünde vergeben werde mit allen Suͤn⸗
den, durdy den Verdienſt des Leidens Chriſti.
Doc) zeigen nicht allein die apoftolifchen Schrifa
ten, fondern aud) die Erfaßrenheit, daß den⸗
noch in ung bleibe die ‘Begierde, Mangel‘ und'
Schwachheit der Natur, Krankheit xc. Da⸗
von mir (fo viel diejenigen, fo wiedergeboren find,
anbetrift, ) auch einhellig find, nemlich daß die
Materie der Erbfiinde bleibe, aber die Form der⸗
felben durch die Taufe fer hingenommen. Dat«
um nentien wirs aber Die materliche Sünde,
daß es aus der Sünde kommt und zu Sünden
anreizet und dem Geſetz GOttes widerftrebe,
wie aud) Paulus Die Sünde nenne, Auf fole
che Weile lehret man. in denen Schulen, dag
das Materliche von der Erbfinde in denen, fo
getaufetfind, bleibe; aber das Förmliche, wel«
ches die Schuld iſt, werde Hinweggenommen.
1555+
Abſchied zu Worms auf den 18. Tag
Januarii Anno 1541. geſtellt.
— der Roͤmiſchen Kaͤhſerl. Majeſt.
unſers allergnaͤdigſten Herrn, Commifz
leiſches, ſarius und Orator, auch der Churfuͤrſten und
2 Rurheri Schriften ı7. Theil,
das Gefeg der Glieder, die böfe Luft anbetref. | Fuͤrſten Raͤthe, zu der Praͤſidenz verordnet, auf
fe, weil fie uns täglich anfeindet, mit böfen| Anfuchung der Churfuͤrſten, Fuͤrſten und Staͤnde
Bewegungen und Begierden ſchwaͤchet, zuSuͤn· | beyder Theilen, Raͤthe, Geſandten und Borfchafe .
den anveiget: demnach fo follen wir den hoͤch⸗ tern zu dem Chriftl. unverpuͤnctlichen Gefpräd)
ften GOit anzuffen; daß er mit feiner Gnade] alhie gen Worms verordnet,und dann die verord«
uns wolle beyſtehen und helfen, daß wir nicht nete Theologi und Gelehrten von beyden Tpeilen
in Verſuchung eingefüßrer, fondern erlöfer wer. | darauf ſolchem Gefpräd einen Anfang gemache
den von dem Liebel des gegentwärtigen und zu- |undihrelinterredung über etliche Artikel gehalten; -
Fünftigen Lebens, daß wir uns ewig mit ißme | mie folhes und anders, fo bisger gehandelt,
freuen mögen, Der ſey gebenedeyet in Ewig⸗ die Handlung lauter mit ſich bringt; und wie
keit ac. Amen... mol der Aalen Drator, auch) die Herren Raͤ⸗
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690 Cap 18 Von der ducch Eonventen, Reichstäge gefuchten Relig
the zu der Präfidenz verordnet, der Meynung | angefangenen Gefprächs belangend, diene
ionsvergl. 591
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gewefen, ſolch Geſpraͤch ihres beften Fleiſſes dieſelben in der Eil nicht Haben alte Fönnen uns
‚zu befördern: dieweil aber von höchftgedachter | ferfchrieben werden, mögen der Fürften und
Kaͤyſerl. Maj., unferm allergnädigften Herrn, | Stände in unfrer gnädfgften und gnädigen Hew
wohlgedachtem Commiſſario und Dratori ein|ven, des Churfürftenzu Sachfen und Jandgra«
Schreiben zugekommen, darinnen. ihnen ihre fen zu Heffenzc. Canzeley folche Acta zu ihrer
Kaͤyſerl. Majeſt. ihr Gemuͤth dermaffen erflä-| Gelegenheit finden laſſen, und daſelbſt Copeyen
ren, daß in dem angefangenen: Geſpraͤch zu, erlangen, Zum dritten, Dieweil aus der Rüy-
diefemmalmweiter nicht fortgeſchritten, fordern: ferl. Majeft. Schrift,auch des Herrn von Gran—
Daffelbe auf künftigen Reichstag remittirt und vells Anzeige vermelder, Daß die KRänferliche
gemwiefen, mie ſolches aus gedachtem Kaͤyſerl. Majeftät mit ver Handlung einer Cpriftlichen
Schreiben wohl vernommen werden mag: So) Concordia in der Religion auf dem jest anges
‚feßten Reichstag fortzufchreiten roilfens, wuͤr⸗
haben der Käyferl. Commilfarius und Drator,
de bedacht, daß In allewege der Herren Theo»
aud) Die Herren Räthe zu der Präfidenz verord⸗
net, folches alles der Ehurfürften, Fuͤrſten und, logen Gegenmwärtigfeit daſelbſt wiederum vonz |
Stände Raͤthen, Geſandten und Botſchaf- noͤthen, aud) daß unfere gnaͤdigſt und gnaͤdige
tern, ſich darnach haben zurichten, nicht verhal⸗ Herren und Dbern perfonlicy den Reichstag
ten wollen. Und nachdem aber in beruͤhrtem befuchen oder ſtattlich beſchicken. Derhalben
Kayferlicdyen Schreiben der Kaͤyſerl. Majeftär | ſich zu Chur. und Fürften Gnaden und Guns
Gemuͤth weiter erfläret, daß die Stände den|ften, damit an ihnen diefes Teils Fein Man«
Reichstag, laut berüßrter Kanferl. Schrift, be⸗ gel erfchiene, in dem allen zu erzeigen, aud)
ſuchen follen,, in ſolchem werden die Stände der unfere gnädigft und gnädige Herren, Sachſen
Kuaͤhyſerl. Majeftät Gemuͤth von derfelben Com. und Heflen, und der andern Mitreligionsver.
miffario und Dratore felbft-vernehmen und fich| wandten Fürften und Stände, auf dag von
darauf aller Gebühr nad) Gelegenheit wiſſen
zu halten.
SER 1356,
Abfebied der protejtirenden Rätbe und
Geſandten zu Worms 1541. gemacht.
diefem Theil der Reichstag ftatelich befuche, zu
erinnern, und ſonderlich, daß aud) die übr
gen Perfonen von den Herren Theologen, fo
jest nicht anhero geſchickt und zuvorim Abfchied
zu Sranffurf benennt, aufden Reichstag mit
verfchickt werden möchten. Zum vierten,
Sm heut, den 18. Tag Januarii, der dieweil des Geleits auf die gefchehene übergebs
Chur» und Fürften Stände und Staͤd⸗ ne Erinnerung erlicher nothduͤrftigen Artikel, auch
. te der Augfpurgifchen Confeßion und derfelben| Beſchwerung der Procefien und Acten Balben
Religionsverwandten Räthen, Geſandten und | am Känferl. Cammergericht Feine Antwort ges
Botſchaftern, auf die angefangene Handlung! fallen, derbalben doch der Herr von Granvell ;
des Epriftlichen Geſpraͤchs alhie zu Worms) gute Vertroͤſtung gethan, und die Saͤchſiſchen
durch die Känferl: Maj. Drator und die Prä-| und Heßifchen Käthe zroeen hinter fi) gelaffen,
fidenten ein Abſchied gegeben, innhalts der) die darum ſolicitiren, wollen fie, Die Raͤthe, bey
Känferl. Maj. Schreibens, an ermeldere Com-| ihren Ehur- und Fürften Gnaden unteregänig
miffarien und Dratoren verfertigt, deß Copey.| erinnern, daß. fobatd foldjes Geleit durch die
en den Raͤthen und Gefandten zugeftellt: als! Ränferl. Moj. verfertige und ihrer Chur, und
haben fie fich folgender Puncten auch unterredet Fürften Gnaden zukommt, den andern Fuͤr⸗
und verglichen. Erſtlich, belangend die Re- ten und Ständen, ſich darnach zu richten, ofe
lation der gepflogenen Handlung, fo langman| ne Berzug zugefandt werden möge. Juglei⸗
alhie gelegen, wird ein jeder feinem Herrn und chen was den Stillftand am Cammergericht
Obern von den ergangenen Schriften und fon.| belanget, werden ißrer Chur. und Fürften
ſten allenthalben nady Nothdurft zu berichten! Gnaden nach) erlangter Antwort von ver
wiſſen. Zum andern, der Notarien Acta des] J9 Kaͤh⸗
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Stände
beſchehene Chriſtliche Ermahnung für gut ange⸗
fehen, daß ein jeder Geſandter bey feinem Herrn
und Dbern mit Fleiß erinnere, damie, fo viel
‚möglich, das Predigtamt und die Seelforge in
‚Iren Churfuͤrſtenthuͤmern, Landen, Städten
und Gebieten, durch füchtige gelehrte Prediger
‚und Perfonen ber Nothdurft nach befteller, und
die reine Lehre des Evangelil eintraͤchtiglich er-
‚halten, und undhriftliche Verführung und Rot⸗
ten, durch GOttes Gnade, vermieden werden
„mögen, | N.
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D. Phil, Melanchthons Briefe an Veit
"Dieterich,, Joachim Eamerarium und Hiero⸗ |die wahre Meynung thun.
nymum Baumgaͤrtner/ vonder gehaltenen Un⸗
terredung zu Worms. d. d. IQ.
Er langer, T5ge. I CH 3
Ins Deutſche überfeßt von M. Aug. Titel.‘
An Veit Diererichen. -
*
Majeſtaͤt den andern Fuͤnſten und) Wegen Oſiandern habe ich an D. Hierony⸗
auch zu vermelden wiſſen.Letztlich iſt auf mum geſchrieben, und bitte auch euch, daß ihr
die zu beguͤtigen ſuchet, die in etwas boͤſe auf
ihn zu ſeyn ſcheinen. Euer Geſandter (ohne
Zweifel Erasmus Ebner,) hat ſchoͤne Spruͤche
oder Meynungen von ſich hoͤren laſſen, und
von dem Religionsſtreit ſelber, daruͤber diſpu⸗
tiret worden, gelehrt geurtheilet. Gehabt euch
wohl. Den 19. Januar.
II.
An Joachim Camerarium.
Se oͤffentliche Diſputation iſt, gleich nach
dem letzten Schreiben an euch, gehalten
R| worden, Eck hat für. die Widerfacher das
More geführee, Und ich foll es für unfre und
Wir haben vier
Tage von dem natürlichen Uebel oder Erbfün-
de gefteiften. Ob nun wol Eck hernach heim-
lich und bey Granvellen geſagt hat: er hielte
unſre Meynung wirklich für recht; fo Bat er
fie Doch öffenelich mie ſchaͤndlichen Läfterungen
[zu befehmigen geſuchet. Was vor eine Bos⸗
Ken ide die Streithändel ,- fo in der Zus | heit ijt das nicht, falſche Dinge wider beſſer Wiſ⸗
> fammenfunft gehalten worden, leſen fen und Gewiſſen zu lehren ? Ich Hoffe aber,
‚werdet, fo werdet ihr Die rechte Gefchichte der er ſey deutlich genug miderleger.
Und ich woll⸗
Zuſammenkunſt (oder Gefprächsverfammlung) te wünfchen, daß ihr meine legte ſchlechte Pre⸗
anbens, ‚Denn hernach iſt weiter nichts achan-
‚belt worden: obwol man aufeine Sormul (oder
Entwurf) gefallen, davon aber hernach welter
nichts gedacht worden. Ich wollte, daß man
‚dige *) (oder. Rede), nemlich die dritte, leſen
ſolltet. Denn da er vorigen Tages viel Kü-
chenworte (oder plampe Schimpfworte), wie
Ariſtophanes redet, ausgeſchuͤttet hat, habe ich
die Difputation von der Gerechtligkeit haͤtte zwar nicht gleiches mit gleichem vergolten, ha⸗
fortſetzen Fönnen Denn man hat gemerket, be aber doch geglaubet, meine Antwort müßte
daß Granvell unſre Diſputationes fleißig an-| auch ein wenig geſalzen werden. Das werdet
«höre und er ſoll geſagt haben: er wolle feinem! ihr aber von eurem Nachbar vernehmen.
dürften alles ereulid) berichten, was ervonun-| *) Melanchthon hat Eleine Predigten über die Evs
ferer Sache hielte, die er nicht für: ſo unge -aAungelia gemacht, aber nie gepredigt.
reimt anſaͤhe, als fie die Widerſacher aus: Heute, ſagt man, werde Kaͤyſer Carl zu
RL Ft Speyer ſeyn; und da Granvell zu ihm gereifet,
fchrnen. cc | Ä
Was bey euch ausgebracht worden, Eüm- fo haben wir unfern Abfchied erhalten. Er hat
mert mic) gar nicht. Ich Habe auf beyde Are, öffentlich bezeuget, er wolle feinem Herrn ra-
Difputive: Ob man den Handel abbrechen, Ober then, daß er Feinen Krieg in Deutſchland an-
billigere Puncte fid) ausbitten folle? Es be-| fange; und darum, fagter, reife er nach Speyer,
traf die Berathſchlagung eine wichtige Sache,| daß der Richter Tyranney alda geſteuret wer⸗
dabey man nichts eigentlicheg ſchlieſſen konnte, de. Laßt uns GOtt bitten, daß er der Öroffen
fonderlid) was mich belanget, der ich auf die) Herzen zu gottfeligen und heilſamen Anfchlägen
bitzige Seite geneigt warllanke. Se, ich nach Regenfpurg Bi
Ü 3 = x 2 ae eyn
* En — —
694 Cap.ıg. Von der durch Convente
ſeyn werde, fo ſollet ige weitläuftigere Schrei:
Ba von ung haben. Aber: mein lieber Joa:
him, die Vorbereitung zu dem Kampf in die- URL ler
fer Zufammenfunft (oder mie es Bier zu An⸗ Un Zieronpymum Baumgärtner.
‚fange gangen, als einem Borfpiel - =) macht Spt: öffentliche Unterredungen find, meyne
mir immer noch gröffern Kummer. ISh| a ich, ziemlich billig und aufgewefen. Her=
fürchte mich nicht vor Gewalt und Waffen, | nach) iſt Ecctus auch) in der Stille zu dem Ber
‚fondern vor Schalfgeit in Worten und betrüg- gleich oder Frieden *) getreten, da er zu Gran—
lichen Tücken. Wir koͤnnen bey ſolchen Ber- | yelfen Deurfch heraus gefage: Unfre Meynung
einigungen uns nicht genug vor ifren Sallen | (ey ganz recht, aber man koͤnne fie bey den
und Nachftellungenin acht nehmen. Hier find | Seinen nicht durchtreiben. Und weil des Ta-
‚SH ob! alle meine öffentliche KHandkungen | ges drauf Granveil fortgereifer, iftweiternichts
ehrlich und rechtfchaffen geweſen. > [gehandelt worden. Man hat auch unfer Ur⸗
—
wohl. Den 19. Januar..
* — Be >. Itheil nicht von der Sormul vernommen. A
Aber den legten. Tag Haben unfere Raͤthe, iit altes bfieben, wie vordin,. 17 m
‚wider mein Gutachten, nachgegeben, daß !. | *) formulam.
Gellius zwey zu ſich holen lieffe, die, weil man| Ich weiß, Daß ihr Die Kirche und freyen
meynte, man Fönnte tiber obigen Artifel (von | Künfte und Lehrer der Kirchen lieber. Dar⸗
‚der Erbfünde) einig werden, einen Entwurf | um bitte ich euch, daß ihr Die Gemuͤther derer
‚oder Auffag machten. Und ich hatte fchon ge: | in etwas befänftigen wollet, die auf D. Dfiane
hoͤret, Eck billige unfre Meynung. - Da. wir | dern, oder andere nicht wohl zu fprechen find.
"uns nun. verfammlet, hat ee zwar ‚einen Auf⸗ Es war frenlid) eine bedenkliche, Sache, dar-
faß gebracht, der eben nicht rider unfre Mey: | über ich felbit aufs fleißigfte bin und wieder ge—
nung ſtritt; aber damit doch die Unftigen nicht | ſtritten. VDenn den richterfichen Yusfpeuch
zufrieden feyn würden. Ich ſagte, ich. wollte | konnte ich nicht tfun, fonderlic wenn ich die
Ah den andern weiſen; denn auf die Ark mar | Beftige Seite erwaͤhlet haͤtte. Er (derfelbe)hat
ich gefchickt worden. Ich habe ihn alfo nicht | vielleicht nicht fo fanfte geredet als ich, doch Hat
gebilliget. Hernach ift weiter nichts gehandelt | feine Rede dazu gebienet, daß man die Sache
‚worden. Hier babe ich es zwar nicht ſehr ver | in beffere Leberlegung gezogen. Bitte demnach,
fehen, doc) bin ich druͤber bekuͤmmert. So ihr wollet es ſowol felbft zum beften deuten, als
gar kann ich mich aus den Stricken der Der | ifn bey andern entfchuldigen. Gehabt euch
einigungen nichts heraus wickeln, daß ich nicht | wohl und vergnüge! Gegeben den 19. Januar.
irgendivo hangen bleibe. GOtt regiere und be Isar. 2 ee
Ses arhtzehenten Capitels dritter Abſchnitt. a
Von dem Reichstag zu Negenfpurg ısar. und dem daſelbſt angeftellten
aan, Eolisquie: — RT
ne | 4 — — an Ben Bote 4
Rovfers Carl des V. Beleitsbrief für naden Römifcher Känfer, zu
N Johann Friedrich su Sachfen, J2 — allen Zeiten Mehrer des Reichs,
‚und CLandgrafen Philipp. su Heſſen, auf. den] 03), F in Germanien zu Hiſpanien,
Reichs ag zu Regenſpurg, d d Speyer, 7 beyver Sicilien, Jeruſalem,
7 Den 26: Zanuar. 1 4. 9Hungern, Dalmatien, Croatien ꝛc. —
BR LE ——
h as
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*—* &
fehnitt. Von dem Reichstag und Eolloquio zu Regenfpurg. 697
terreich, Herzog zu Burgundac, Binderf, auch unangefehen und unverhindert al=
N ler Eonftitution , cn ‚ Eon«
kenner tlich mit dieſem Briefe, und tun] cilien, Edicten, Keichsabfchieden, und aller
und allermänniglich:. als mir zu unferm ange⸗ anderer Gefegen, fo hiewider feyn, ober ver
fegten Reichstag zu Negenfpurg, dem Hochge⸗ ftanden werden möchten, denen wir hiermit in
bornen Johann Sriedrichen, Herzog zu Sad)- Diefem all gänzlich derogirt, und wollen, daß
fen, Sandgrafen in Thüringen, und Marggra-| fie in diefem Fall wider ſolch unſere Werglei-
fen zu Meiffen, des heiligen Nömifchen Reichs tung feine Kraft noch Statt haben follen. Doc
Erzmarfhall, und Philipp, Sandgrafen zu ſollen ſich die gedachten unfere Churfuͤrſten und
Helfen, unferm lieben Dheimen, Ehurfürften| Fürften, und ihre Mitverwandten und andere,
und Fürften, auf ihr demüthig Anfuchen und | als obftehet, herwiederum auch, wie fich gebührt,
Bitte, auch ihren lieben. Raͤthen, Hofge⸗ gleitlich halten. Wir feßen, orönen und wol
find und Dienern, mit.aller derfelben Haab und len auch Biemit, ob die Religionſachen auf an«
"Gütern, fo fie ungefährlich bey ſich Baben und | gefegten Neichstag nicht möchten verglichen
mitbringen werden, unfer ſtark, frey, ſicher werden, auch fenft Fein beftandiger Friede ge-
Geleit gegeben Haben, zu berührtem unferm| macht, Daß nichts deftomeniger der Friedeſtand,
angefesten Reichstag frey ficher. zu kommen, | zu Nürnberg Im zwey und dreyßigſten Jahr auf-
Darauf, fo lang er währen wird, zubleiben, und | gericht, Die Zeit Des jeßtgedachten unfers Reichs⸗
von dannen wiederum, bis in ihre fichere Ge⸗ tags, und nad) Ausgang defleiben Reichstags
wahrſam abzuziehen, doch daß fie ſich, wie ſich ferner auf XBege und Maaß, wie wir uns des
“gebührt, ‚gleitlich halten follen, innhalt unfers| mit, Churfürften, Fuͤrſten und Ständen des
Briefes, Darüber ausgangen : Daß wir demnach | heiligen Reichs vergleichen, oder beftimmen, bey
‚auf. demüthig Anfuchen und Bitte derfelben, | feinen Kräften bleiben, und von männiglic)
beyder Chur⸗ und Fürften, feither an uns ges | ftet und veft gehalten werden ſoll; und gebieten
fehehen , folch unfer Geleit und Sicherheit auf) Darauf allen und jeglichen Churfürften, Fürften,
ihrer Lebden Mifvermandten in der Keligion= | Geiftlihen und Weltlichen, Praͤlaten, Gra—⸗
ſachen/ auch ihrer Borfchaften, Raͤthe, Theo- | fen, Sreyherren, Rittern, Knechten, Haupt:
logos, Hofgefinde und Diener, und Die fie mit | leuten, Sandvögten, Bisdomen, Bögten, Pfle-
ſich bringen, oder auf angeregfen unfern Neichs= | gern, Verweſern, Ameleuten, Schultheiflen,
-tag ſchicken werden, mit aller derfelben Haab Bürgermeiflern, Richtern, Narben, Bürgern,
und Gütern, fo fie ungefährlich bey fid) haben | Gemeinden, und fonft alen andern unfern und
und mitbringen, erftrecft, und ihnen allen, als| des Reichs Untertanen und Getreuen, in was
obſtehet, diefelbe unfere ftarfe freye Sicherheit) Würden, Stand oder Wefen die feyn, ernfte
and Geleit von neuen gegeben ; auch ferner ih⸗ lich mit Diefem Briefe, und wollen, daß fie die
„ven Liebden vergonne und erlaubt haben, daß! genannten unfre Dheimen, Churfürft und Fürs
fie nicht allein auf obberuͤhrtem unferm angefeg: | ſten, Den Herzog zu Sachfen und Sandgrafen
ten Neichstag bis zu Ende deffelben bleiben, 3 Hefien und derfelben Botſchaften, Raͤthe,
fondern auch ihrer Nothdurft und Gelegenheit) Theologen, Hofgefind, Diener, Verordnete
nad), doch) mit unferm Wiffen und gnädigen | und Gefanbten, mit allen ihren Haab und Gü-
Erlaubilß, vor Ausgang des gemeldten Reichs⸗ tern, fo fie ungefehrlich bey fic) haben und mit«
tags anheim ziehen, und andere an ihre Statt | bringen werden, bey diefer unferer freyen Si-
verordnen ; oder auf den angeregten unfern | cherheit, Geleit und Declaration beruhiglich und
Reichstag ſchicken, Die gleicherweis unfere ſtarke, gänzlich bleiben laſſen, ſchuͤtzen, ſchwinen und
freye Sicherheit und Geleit, zu, auf und ab, handhaben, und fie daran nicht irren, oder be⸗
- dem gemeldfen unferm Reichstag, Dis in ihr fi- | ſchweren, auch andern zu thun nicht zuſehen;
her Gewahrſam Haben und genieffen follen und noch geftatten, in Feine Weife, als lied iänen
‚mögen, von uns und allermänniglich unver: | kan und des Reichs ſchwere ma —
N “3 Strafe
6,8 Lap.ıg, Von der durch Eonventen, Reichstäge gefrchten Religionsvergl. 69
Strafe zu vermeiden. Daran fhun fie ganz wiß, daß fie muß GOttes eigene € ache
unſern Willen und ernſtliche Meynumg . Dit] heifſen, und nicht unſere - Wird er nun fer
en a een erfahren, länger je eh En h nn
in unferer und des Reichs Sta r ir a vun
fechs und zwanzigften Tag des Monats Janua-| WIE getroft und umverzage feyn. Denn
rii Anno ac. im ein und vierzioften, unfers Ray:
GoOtt Eann nicht verlieren, ob ie lei
ſerthums im ein und zwanzigſten, und. unſerer druͤber geklemmet werden. So werden wie
Reiche im fuͤnf und zwanzigſten. zuletzt auch mit gewinnen. Es heißt und
Carolus —— bleibt dabey: Wer mich bekennet vor den
ad mandatum Cxfarex et Catholicæ Menſchen den will ich bekennen vor.
Maieftatis proprium. meinem Dater und ‚feinen beiligen Em
Öberburger. Se Da wollen wir uns drauf verlaffen,
well: nr e
1359. _ Ich bedanke mic) gegen euer Fuͤrſtl Gin.
D. Martin Luthers Schreiben an Fuͤrſt des Bechers, fo mir gefthenkt. ‘Befehl hiers
Wolfgang zu Anhalt, deffen Reife nach Re:| mit euer Furftl. On. dem lieben, GOtt, in
genfpurg betreffend, d. d. Sonnabends nach deß Sachen euer Fürftl. Gn. ein Legat wor⸗
— Invocavit, Anno sat. den iſt: der gebe euer Fürftl. Gn. ein Herz,
‚Dem Durchlauchtigften Hochgebornen|das da fühle und erfahre, daß fie GHOttes
Fuͤrſten und Deren, Heren Wolfgangen, | Regat find, fo wirds froblich und getroſt feyn.
Fürften zu Anhalt, Grafen zu Aſcanien, Denn das ft auch allezeit mein Troß gerveft
Herrn zu ‘Bernburg, meinem gnadigen| bisher, daß ich gewiß bin geweſt, die Sar
Dem a che, fo ich führe, nicht mein, fondern GOLF
SEN Friede in Chriſto unferm Herrn. |tes fey, der habe. Engel genung, die mir beys
I Gnadiger Furft und Here! Daß euer) ftehen, oder wo fie mich hier laffen, doch dere
Fuͤrſtl. On. begehten mein und der unfern| und befier empfahen, Amen. Sunnabende
Geber zu der Reife gen Negenfpurg, hab ich nach Invocavit, ısar. |
‚gerne gehüret, und jweifele nicht, der euer Euer Furl, Sn.
Fuͤrſtl. On. folche Begier eingegeben hat, der
— williger
hats darum gethan, Daß ers wolle erhoͤren. u
Denn alfo leſen wir auch vom Könige Sa⸗ Martinus Luther,
lomo, daß fein Gebet GOtt wohlgefiel; da —
er um Weisheit bat, und nicht um Reich⸗ 1300. |
thum, noch efivas anders, da gab er ihm) D. Mart. Luthers Schreiben an Chur⸗
Weisheit und alles andere auch. Alſo bofz) fürft Jobann Friedrich, den Reichstag zu Res
fen wir, euer Fuͤrſtl. On. feyn fehon erhörs.| genſpurg belangend, (den zr. Mare.) 15ar.,
So rollen wie mit unferm Geiſt auch zu G und Friede. Durchlauchtigſter,
Regenſpurg ſeyn. Chriſtus wird auch da⸗DNHochgeborner Fuͤrſt, gnaͤdiger Here!
ſelbſt mitten unter feinen Feinden regieren, Sch habe heute frühe muͤſſen (wie unge⸗
wie ers bisher noch immer beweiſet bat. schickt ich geweſt,) zum Ehurfurften zu Bran⸗
Denn ob wir der Sachen zu gering und |denburg Fommen. Unter andern Sachen,
unwuͤrdig find, ſo ift fie Doch fo gut und ge! fo.den Reichstag belangen, ift auch |
/ | | | ne gefals
Den — — — cz —
— — —
| wäre, und dienete daͤrzu, daß guter Wille
abzuſchlagen. Ich haͤtte wol gern angeregt,
was Urfachen auf jener Seite gegeben wur:
| den zu Unwillen; aber damit ichs nicht aͤr⸗
\ ger machte, hielt ich inne, als ein Theolo⸗
| sus, 5 a on Km h und Iren,
auch) alle Anftoffe und Verdruß zu vergeben. i RN
| Euer Churfürftl. Sn. werden Ben nen Deutſche Nation folder maſſen eingedrungen
' wol wiſſen Furftlich und Ehriftlich zu erjeis
‚gen. Hiermit GOtt befohlen, Amen
Donnerſtags nach Latare, (Den 33. Mark.) zeitlich ſtattlicher Widerſtand beſchehe, in Sor⸗
—— RA ö .
I _
as ) ;
|
| Rayferlicher Majeſtaͤt erſter Vortrag
*
* Im Abſchnet Von dem Reichstag und Tolloquio zu Regenfpurg. 707
def len: Wie e8 gut wäre, daß die Chur⸗ Ständen des Heiligen Reichs und Deurfcher
fünften eins, und freundliches Gemüths ger Nation, als dem Vaterland, tragen, vom an
gen einander twären. Und der von Anhalt, fang ihrer a a ar
Fuͤr — — ——
Sürft Georg, Domprobft, bernach ne aeun "zu Tördens und In Das. eek ju
derheit mich bat, daß ich euer. Churfuͤrſtl. dr; Lat HM
£ \ { ringen, das dem heiligen Neid) zu Ehr, Nutz
Sn. wollte fehreiben und bitten, Daß euer und. Woplfahrt gelangen, und vornehmlich,
Churfuͤrſtl. Gn. D. Melchiorn erlauben woll⸗ | damit aller Zwieſpalt, Irrung und Zerrüttung,
ten, mit dem Marggrafen gen Regenſpurg zwiſchen allen Ständen aufgehoben, Friede,
zu reiſen, angefehen (Das waren feine ort), Ruhe und Einigkeit gepflanzet und erhalten,
daß euer Churfürftl. Gnaden loͤblich ſey, ſo und dem heiligen Reid) Deutfcher Nation in
iner vo it andern ihren Obliegen geholfen werben möchte,
ERIPICHUN ak tenecn peu.Deni Dtaräptäten I. Diemweil aber, neben andern beſchwerli⸗
chen Dbliegen des heiligen Reichs, der Zwies
fpalt in unferer Chriftlichen Religion bisher
nicht die geringfte Urſach gewefen, und noch iff,
dadurch die Stände. gemeldten Nom. Reichs
gegen einander in Mißtrauen, Zertheillungund
Zertrennung 'gewachfen und kommen feynd,
darzwiſchen gemeiner Erbfeind, der Türke, von
Tag zu Tag je länger je mehr, gegen und
wider gemeine Chriſtenheit, und fonderlid) die
gefördert wuͤrde, zwiſchen euer Ehurfürftl.
Gn. beyden. GSolches babe ich nicht wiſſen
bat, daß nicht allein: die nächft anftoffende Koͤ⸗
nigreiche, ſondern auch jegtbemeldte Deutfche
Nation, (mo anders demfelben Feind nicht
| a — gen, Gefahr, und hoch nachtheiliges Verderben,
—J | Martin Luther. geſetzt. Daß aud) zu dem im Beiligen Reich,
zu Erhaltung Friedens, Rechtens und guter
Policey , oftmals merfticher Abgang und Mans
gel erfiheinet. | ’
HI. So bat ihre Käyferliche Majeftät ſol⸗
des in Kraft ihres. befohlenen Känferiichen
Amts, zu Gemuͤth und Herzen geführet, und
mit Rath und Zuthun gemeiner Stände, auch
für fich ſelbſt, dieſem Hochbefchwerlichen Obliegen
nad) ifrem Böchften und beften Vermögen zu
Hülf zu Fommen, bisher nichts unterlaffen.
Und nachdem auf mehr gehaltenen Reichstaͤ⸗
gen, der ftreitigen Religion. halben, Hand:
1361.
N
auf dem Reichstag zu Regenfpurg, fo viel die
| Religion belanget, in ihrer Majeſtaͤt Gegen:
| wärtigkeit allen Ehurfürften , -Sürften und
| Ständen vorgelefen, den fünften Aprilis
| Anno 1541. BR
| Ta Kaͤyſerl. Majeftät, unfer al-
ı 8 Iergnädigfter Herr, fegt in feinen Zweifel,
| die erfcheinenden ihrer Mozeftät und des heil.
‚ Reichs Ehurfürften, Fuͤrſten und Stände die: | lung vorgenommen und bedacht worden, Daß
ſes ausgefchriebenen Reichstags, und der Ab⸗ derfelbe Streit und Zwieſpalt unferer Chriſtli.
weſenden Geſandten, Raͤthe und Botſchaften, chen Religion durch feinen fruchtbarern und
tragen gut Wiſſen, welchermaſſen ihre Ränfer-| gefchicklichern Weg bdingelegt, und zu einhelli⸗
liche Majeſtaͤt aus gnaͤdigſtem Kayſern Ge⸗ gem, gleichmäßigen Verſtand gebracht werben
mich, Willen und Neigung, Die fie zugemeinen| möge, dann durch ein geinein Chriſtüich en
sur
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702 Cop. ıg. Don der durch Convente u, Keichstägegefüchten Aeligionsvergt.
chim: Sofatihre Mojeftär ſolchen Weg an auch daneben nicht unterlaſſen, ganz Jtalla
die Hand genommen, und feinen möglichen Jund gemeine Chriftenheie, fo viel ihrer Mas
—
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Fleiß, Mühe noch Arbeit gefpart, damit \jeftät möglich gewefen, in Ruhe und Friede
ſolch Eoneilium ausgefihrieben und gehalten zu ſetzen, damit ſolch Chriſtlich Werk des gen
wiirde, und fonderlic) wie ſolches aufjüngftem jmeinen Concilii ihrer Majeftat nicht verhindert
Reichstag albie zu Regenſpurg in naͤchſt ver-
fhlenenem 32. Jahr der mindern Zahl bedacht
und verabſcheidet worden ift. j
. IV. Als aber eben dazumal gemeldter Erb⸗
feind gemeiner Chriſtenheit, dev Türk, in ei⸗
gener Perſon einen gewaltigen Zug in das Koͤ
nigreich Ungarn, und folgens in ihrer Maje:
ſtaͤt Niederoͤſterreichiſchem Erbland vorgenom-
men, in Mennung, ferner aufdas heilige Roͤ⸗
miſche Neid) zu ziehen. Derohalben ihr Ma-
jeftät aus hoher unvermeldlicher Nothdurft,
mie Hülf und Beyſtand der Roͤmiſchen Koͤni⸗
glichen Mejeftät , ihres freundlichen lieben
Bruders, und gemeiner Keichsftände, dem-
felben Feind mit merflichen Unfoften: zu begeg⸗
nen verurſacht, und iſt des endlichen Vorha⸗
bens geweſen, nicht. allein ihr Vermoͤgen dar:
zuftrecken; fondern dem Feind, wo der nicht
gewichen wäre, in eigener Perfon unter Aus
gen zu ziehen. Daneben Bat auchibre Räyfer-
liche Majeftät eben zu derfelben Zeit eine an:
. feßnliche Armada zu Waſſer dem Türken ent- |
gegen geſchickt, Die ſich einen guten TBeg gegen |verjaget, und dann ihre Kaͤyſerliche Majeſtaͤt
Eonftantinopel Bineingelaffen, und etliche Drt, leichtlich zu ermeflen hätte, wo der Türk deß
Flecken und Befeltigungen erobert, dadurch | Dres dermaffen einreiffen follte, was merkli—
nen fein Mangel erfcheine; fo Hätte dieſelbe
ihre Hiſpaniſche Königreiche, von. denen fie
damals eine gute Zeit abwefend geweſen, mitt:
lerzeit zu befuchen vorgenommen, in Meynung
und endlichen Vorhabens, denſelben ihrer Mas
jeſtaͤt Königreichen in ihren Obliegen n
tige Huͤlfe und Vorſehung zu thun, und alle
Sachen auf ſolchen Weg zu richten, damit ihre
Känferl: Majeſtaͤt ihrer Vertroͤſtung und Zuſa⸗
hätte, das Concilium in eigner Perſon zu beſu⸗
chen und demſelben vorzuſeyn, Vollziehung thun
moͤchte; warum aber daſſelbe Concilium ſeinen
keinen Zweifel, gemeine Reichsſtaͤnde und
maͤnniglich trage deß gut Wiſſens.
nen Befehlhaber, den Barbaroſſa, mit einer
Thonis in Africam geſchickt, und denſelben Koͤ⸗
der Feind an feinem tyranniſchen blutdürftigen chen Vortheils er gegen der Chriſtenheit gewin.
Bornefmen gegen gemeiner Chriftenhele deß nen, und dadurch nicht allein ihrer Majeftae
Orrs auch fo viel deſtomehr verhindert mer- Koͤnigreich, fo ihme am naͤchſten gelegen‘; fone
Bar |
V. Als nun dee Türk mit feinem Kriegs- drang und in verderblichen Schaden führen
volk, als obſteht, wiederum zurück gewichen ‚würde; wiedann der gemeldte Barbaroffa ihrer
ug aus Italien zu Päbftlicher Heiligkeit ‚nem: |und Wiederziehen zu mehrmalen angegriffen,
lich Pabſt Clementem, dem legten diefes Na- | und fein Vorhaben dahin gefteller Hat, daſſel⸗
mens, feliger Gedächtniß, vorgenommen, und|be und andere ifrer Majeftät Königreiche und’
M ihre Kaͤyſerliche Majeftät nachmals ihren | Majeftät Königreicy Sicilien in feinem Hin«
mie feiner Pöbftlichhen Heiligfeit alles Fleiffes| Sande zu überfallen, zu befcyädigen und. verder.
gehandelt, und die Sachen dahin gefoͤrdert, ben: derohalben ihre Majeſtaͤt der hohen Noth⸗
daß feine Heiligkeit ein Öeneralconcilium ins; durft verurfacher und bewegt, folchem befiywer=
nerhalb einer Jahresfriſt auszufcpreiben, und; lichen graufamen Vornehmen zum Widerftand
zu verfündigen bewilligt. Wiedann ifre Mas | und Abbrud), und Errettung ihrer Majeſtaͤt
jeftär_folches damalen Churfuͤrſten, Fuͤrſten Koͤnigreich, Sand und Leut, auch) gemeiner
und Ständen des heiligen Neichs anzuzeigen ‚| Chriſtenheit zu Troft, ſich in Hegcrnn |
Fortgang nicht erreicht, ftellt ihre Majeftäcin
erefflichen Armaden gegen dem Künigreih von
nig feines. Königreichs gewaltiglich. entfegt und
dern gemeiner Chriftenheit zum böchiten Bea
würde, Und damit an ihrer Majeftät hierin.
ge, bie fie der Päbftlichen Heiligkeit gethan
r)
VI. Als aber fürzlich darnach der Türk ſei⸗ |
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704 III. Abſchnitt. Von dem Reichstag und Colloquio zu Regenſpurg. 705
ftellen, und in elgner Perfon mit einer an-
fehnlichen Armaden von Galeen und andern
Kriegsſchiffen in Africam zu ziehen, daſelbſt
ihre Majeſtaͤt den Barbaroſſa mit Verleihung
des Allmaͤchtigen uͤberſiegt, und aus gemeld⸗
tem Koͤnigreich Thonis verjagt und vertrieben;
wie dann gemeine Staͤnde ſolches auch moͤch⸗
ten vernommen haben. —
VI. Nach Vollendung dieſes Zugs haͤtte
ihre Kaͤyſerliche Majeſtaͤt folgends ihre Reiſe
in ihr Koͤnigreich Sicilien und Neapolis ge
nommen, dieſelbe zu beſuchen, und darinn gu⸗
geweſen, iſt ihre Majeſtaͤt wiederum zuruck In
ihre Hiſpaniſche Koͤnigreiche gereiſet, da ihre
Majeſtaͤt etliche Mittel zum Frieden dlenlich
vorgeſchlagen, und darauf gefolgt, daß ſich
die Paͤbſtliche Heiligkeit und der Koͤnig von
Frankreich zu Niſſa verſammlet, und daſelbſt
ein Anſtand getroffen und aufgerichtet wor—
den, und ihre Kaͤyſerliche Majeſtaͤt von dan-
nen mit ihren Galeen gen Yygemort in Frankreich
gefegele, und dafelbft zu Königlicher Würde zu
Frankreich in eigener Perſon gemefen ift. Die:
weil dann ihrer Majeftät Gemüth und Mey-
fe Drönung vorzunehmen und aufzurichten, nung aller oberzehlten Handlungen, Vorneh⸗
damit dieſelbigen bey Fried und Recht und mens, Reiſens, Muͤhe, Arbeit und Unkoſtens,
guter Policey erhalten und geſchuͤtzet werden je und allweg dahin geſtanden, damit gemeiner
möchten; und ſich ferner von dannen gen Rom Chriſtenheit Ehr, Nutz, und Wohlfahrt gefoͤr⸗
zu jetziger Paͤbſtlicher Heiligkeit verfuͤget und dert, und im heiligen Reich Deutſcher Nas
die Handlung des vorgenommenen Concilii tion Fried, Ruhe und Einigkeit gepflanzet,
wiederum an die Hand genommen, defjelben
Ausſchreiben und Haltung nachmals mit be-
ftem Fleiß zu fördern, des gnaͤdigen Borha-
und aller Zwiefpalt und Mißverftand zu eins
helliger ChHriftlicher Vergleichung gebracht und
vereinigt, und des Chriſtlichen Namens und
bens, ſich folgends dem heiligen Reich Deut Glaubens Erbfeind, dem Tuͤrken, deſto fate-
ſcher Nation zu naͤhern und demſelbigen in ſei ⸗ licher Widerſtand und Abbruch geſchehe: Hier,
nen obliegenden Beſchwerden mit tröftliherHul- um Hat ihre Kaͤyſerliche Majeſtaͤt aller dieſer
fe zu erſcheinen. Re
VII. Als nun ihre Kaͤyſerl. Majeftät gen
Rom zu Päbftlicher Heiligkeit kommen, ha ⸗
‚ben fie feine Heiligkeit zu folchem Concilio ganz
Sachen halben bey berüßrter Päbfklicher Hei:
ligfeit und gemeldfem König von Frankreich,
wie ihre Majeftät nach Gelegenheit der Sa
Seh folches für gut angefehen, gehandelt.
geheigt und gutwillig erfunden, . Als nun ihre Käyferliche Mgjeſtaͤt In ih⸗
Dleweil fid) aber darzwiſchen die unfried- re Hifpanifche Koͤnigreiche, als obſtehet, an«
liche Handlung gegen ifre Känferl. Majeſtaͤt kommen iſt, in Meynung, nadydem fie diefelbe
‚Schwager, und des heiligen Reichs Fürften | Koͤnigreiche in gute Ordnung gebracht, ſich
und Lehenmann, dem Herzogen von Savoyen, |alsdann zum förderlichften wiederum heraus in
zugetragen, und demfelben Herzog in feiner Das heilige Reich zu verfügen: fo hat ihre Kaͤh⸗
Handlung ein gut Theil feines Fuͤrſtenthums |ferlihe Majeſtaͤt nicht unterlaſſen, Heißig Nach—
mit Kriegsgemalt eingenommen iſt ihre Ma» |denfens zu Haben, welchermaffen der beſchwer⸗
jeſtaͤt, in Betrachtung ihrer Kaͤyſerlichen Ma: liche Mißveritand in der Religion , fo je laͤn—
jeltat Amt und Pflicht, damit fie dem heiligen ger je mehr eingeriffen, und, wie zu beforgen,
Neid) zugethan iſt, zulegt dahin verurfacher noch befchmerlicher einreiffen möchte, hingelegt
und gedrungen worden, ſich zu Erretfung ih: und zu Vergleichung gebracht würde; auch da«
rer Kaͤyſerl. Majeſtaͤt und des heiligen Reichs neben die Beſchwerung und Streitigfele, die
Eigenthum InGegenrüftung einzulaffen, welches | von wegen des Concilii aus allerhand Urfachen
in 36. Jahr der mindern Zahl gefchehen, vorgefallen,, erivogen, und die vorgenommene
IX. Als ſich nun die gemeldte Kriegshand: | Neife durch Italien auf Deutfchland unterfaf.
lung defjelben Jahrs bis zu der Winterzeie er: | fen, und auf freundliche fleißige Anfuchung
ftvecfet, und von dem Concilio Feine fonderba-| des Koͤnigs zu Frankreich und feiner Koͤm—
ve DBertröftung oder Anzeigung vorhanden! glichen Würde zu freundlichem Gefallen, zu Be«
Cutheri Schriften 17. Theil. Vy ſtaͤti
706 Cap. ıg. Don der duch Conventen, Reichstägegefichten Religionsvergi. 707
ftätigung ver brüderlichen Freundfchaft ,.
auch auf das fondere Vertrauen , fo ihre
Majeftät und gemeldfe Königliche Würde zu
einander fragen, ihren Weg durch Frankreich
in ihrer Majeftät Iriedererbland genommen, da
dann ihre Känferliche Majeftät allerley forgli-
che Pteuerung und Empörung befunden, die
fich dafelbft ereigneten, und gleichwol durch ih⸗
rer Majeftät fleißige ernftliche Handlung abge: |
ſtellet ſeynd ·
XI. Dieweil aber ihrer Majeſtaͤt in ihren:
Niedererblanden allerley Ehehaften vorgefallen,
Dadurch ihre Majeſtaͤt an ihrer Ankunft in das
heilige Neich verhindert, und die Handlung.
- der ftreitigen Religion verzogen worden ift: fo
Bat ihre Majeftät nichts deftomeniger zu Förde:
derung der Sachen einen Berfammlungstag
gen Hagenau vorgenommen, und die Roͤmi—
sche Königliche Majefitgebeten und vermocht,
XIV. Aber wie und: welchermaffen, au
mit was groffer Mühe und Arbeit, auch übers
ſchwenglichen ſchweren Unfoften, ifre Kaͤyſerl.
Maͤjeſtaͤt zu Erhaltung, nd und.
Verteidigung des heiligen Roͤmiſchen Reichs
Hoheit, Dber-und Gerechtigkeit bisher bela«
den gewefen: das wollen ihre Känferlihe Mas
jeftäe zu feiner Zeit dermaffen darthun, daß
Churf. Fürfterund Stände befinden und erfen-
nen werden , Daß Känferlihe Maj. das Nom,
eich in höchftem getreuen Befehl, und dasje⸗
tige, fo einem Roͤmiſchen Känfer geziemet und
— mit emſigem Fleiß bedacht und voll⸗
jogen hat. | | ! h
XV. Ihre KRönferliche Majeſtaͤt wollen
auch dißmals unterlaſſen, zu wiederholen, mit
was taͤglichen Kriegskoſten zu Meer, mit Un⸗
terhaltung einer merklichen Anzahl Galeen wi⸗
der den Turken und andere Unglaͤubigen, ih⸗
dag dieſelbe in Ihrer Kaͤyſerlichen Majeſtaͤt auf re Majeſtaͤt beſchweret ſeynd, darauf ein an
ſolchem Tag erſchienen if. Was dann Koch» ſehnlicher, trefflicher Unkoſten läuft, allein zu
gemeldte Königlihe Majeftät zu Forderung Errettung gemeiner Chriſtenheit, und dem hei⸗
der Sachen, damit diefelbe auf gute Weg ge lichen Neich zu guter Ruh und Wohlfahrt. -
- richtet würde, vorgenommen, auch was daſelbſt XVI. Nun hätten fich ihre Känferliche Mas
und folgends zu Worms (Meiches ihre Maje- \jeftät aus ihren Niedererblanden zu dieſem
ftät zu der Handlung diefes Reichstags dientid) |Neichstag geförderf, und unter Wegs, fo viel”
‚und fürträglich zu feyn verhoöft hatte)) gehan- ihrer Majeſtaͤt moͤglich geweſen, geeilet, unan⸗
delt worden, dieweil gemeine Reichsſtaͤnde ſol-geſehen ihrer Majeſtaͤt Leibes Schwachheit,
ches in friſcher Gedaͤchtniß haben, achte ihre und ſonſt allerley Gebrechen und Verhinderun⸗
Kaͤyſerliche Majeſtaͤt davon Meldung zu thun |gen, fo ihrer Majeſtaͤt zugeſtanden.
unvonnoͤthen zu ſeyn. XVII. Zu dem haͤtte ihre Majeſtaͤt auch nicht
XII. Welches alles ihre Majeſtaͤt ven Stän: unterlaſſen, bey Paͤbſtlicher Heiligkeit anzu⸗
den darum nicht wollen verhalten, damit ſie ſuchen, und ſolches erhalten, daß feine Hei-
abnehmen mögen, daß ihre Majeftät ſeit ihres ligkeit, vermög des Hagenauiſchen Abfchleds,
jüngften alhie gehaltenen Reichstag, indem, ihren Legaten infonderheit hieher verordnet,
Das zu guter Förderung des Concifti und Hin: Chriſtliche Fried und Einigkeit fördern zu ver⸗
legung des Ziwiefpalts in der Religion, auch helfen. Und hat deropalben den hochwuͤrdigen
zu Widerftanddes Türfen, dienlich und erfprieß- Cardinal Contarenum, als einen tiebhaber des
lich feyn mögen, fo viel ihre Majeſtaͤt zu jeder Friedens und fonders beruͤhmten verftändigen
3 zu thun gebüßret, Feinen Fleiß, Muͤhe und Praͤlaten, hieher geſchickt. Welcher auch vor
rbeit geſpart. | Diefer Zeit alhle anfommen ift. '
XIII. So haben auch Churfuͤrſten, Fuͤrſten XVIII. So dam ifre Kiyferlihe Majeſtaͤt,
und Stände, und der Abwefenden Gefandten, |diefen jegigen Reichstag, aus oberzehlten und“
Käthe und Borfchaften, Bieraus zu verneh: | andern hochwichtigen und nothwendigen Urfa=
men, aus was Urfach und Berbinderung ihre chen, im felben Ausſchreiben verleibt, vorgen
Majeität dißmal fo lang aus dem heiligen nommen, ſich eigner Perfon hieher verfüge,
Reich Deutfiher Nation fich enthalten müffen. und num eine gute Zeit der abmwefenden Dr
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708 7. Abfehnitt. Don dem Reichstag und Colloquio zu Regenfpurg. 709
ebene erwartet, daß ihre Majeftät mit wohlbedachtem zeit«
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die aud) nunmals zum theil in eigener Perfon, lichem Nach, doch dem Augfpurgifchen Abfchied
und etliche Durd) ihre Gefandten gehorfamlidy ohne Nachtheil, etlidye guter Gewiſſen, ehr—
erſchienen, deß fich ihre Majeſtaͤt freundlich, und friedliebende Perfonen , die auch des Beili-
und gnadiglich bedanke; und nun der Princi- gen Reichs Deurfcher Nation Ehr, Nuß und
palpunct, darum diefe Reichsverſammlung be-
ruft wäre, als obftehe, der Zwieſpalt unferer
Epriftlichen Religion und Glaubens ‚fo bisher, |
über alle gepflogene Handlung, für unerlediget,
von Tag zu Tag je länger je befehmwerlicher
worden, Daraus alleriey Mißtrauen und Wir
derwaͤrtigkeit zwifchen den Ständen des Beil»
gen Reichs erfolge, und mo man dem mit,
zeitlihem heilfamen Nach nicht vorfonimen
wuͤrde, allerley beſchwerliche Weiterung, Krieg
und Empörung, als hoch zu beforgen, erwach⸗
fen möchten. |
XIX, So ift ifre Majeſtaͤt zu ſolchem treff-
lichen und nothwendigen Berk zu helfen, ganz
gnaͤdiglich geneigt und begierig, der gnädigen
und änzlichen Zuverficht, die erfcheinende
Ehurfürften, Fürften und Stände, und der
Abwefenden Gefandten,, Raͤthe und Borfcyaf:
fen, werden ihres Teils, und ein jeglicher in.
ſonderheit, auch nichts erwinden laflen; fon-
Wohlfahre zu fördern geneigt, in geringer Anz
zahl, aus gemeinen Ständen und Deurfcher -
Mation erwählen und verordnen, die ftreifigen
Artikel der Religion nothduͤrſtiglich zu exami⸗
niven und zu erwegen, die auc) allen möglis
chen Fleiß vorwenden, diefelbigen irrigen Puns
cten zu vergleichen, und alsdann, wie. Ddiefels
ben zu Bergleihung und Einigkeit gebracht
werden mögen, ihrer Kaͤyſerl. Majeft., auch)
Churfuͤtſten, Fürften und Ständen deß Ans
zeigung und Bericht thun follen, ſich darauf de⸗
ſto beſſer haben zu entſchlieſſen, auch mit Paͤbſtli⸗
cher Heiligkeit Legaten, vermoͤge des obbemeldten
Hagenauiſchen Abſchieds, zu communiciren.
XXII. Und ſeynd ihre Kaͤyſerl. Majeſt. auf
ſolchen Weg auch darum deſto mehr bewegt,
daß derſelbige hievor etlichemal zu Augſpurg,
und juͤngſt zu Worms, vorbehaltlich, wie ob⸗
ſteht, als zu dieſer Sachen der bequemeſte,
fruchtbarſte und foͤrderlichſte, gedacht worden
1%
dern die Sachen ihres beften Berftandes und iſt
Vermögens. fördern, und deren nachgeden-
XX. Und begeßret demnach ifre Känferliche
Majeftät an Die erfcheinenden Churfürften,
Fuͤrſten und Stände, auch der Abweſenden
Gefandten, Näthe und Borfchaften, freund»
lid), gnaͤdiglich erſuchend, fie wollen erwegen, |
bedenken und berathfchlagen, melchermaffen.
berührter Zwieſpalt in unferer Heiligen Chrift:
lichen Religion und Glauben hingelegt, und
zu einhelligem Epriftlichem Berftand gebr
und vereiniget werden möge, auch was
wie hierinnen zu
XXI. Und damit die Stände abnehmen mo.
gen, daß ihre Känferliche Majeſtaͤt diefe Re—
ligionsfadje,
Hbliegen, darum au
wollten, beyißr felbft
zu Bedenfen genommen,
auf Diefen Weg gedacht,
BAR 1362. De .
Antwort, ſo Baͤyſerl. Majeſt. die pros
seftirende Stände, auf ihrer Majeſtaͤt erfte
Propofition, den 9, Aprilis gege-
ben haben. _
N llerdurchlauchtigfter, geoßmächtigfter und
7% unübermwindlichiter KRänfer ze. Als eure
Kaͤyſerl. Majeft. derfelbigen E. Kaͤyſerl. Maj.
und des heil. ReichsChurfürften, Fuͤrſten, Stän«
acht de und der Abmwefenden Geſandten, Raͤthe und
und Botſchaften, alhie auf dieſem von E. Kaͤyſ.
handeln und vorzunehmen ſey. Maj. ausgeſchriebenen Reichstag verſammlet,
den 5. dieſes Mongts Aprilis einen gnaͤdigen
Vortrag in Schriften thun laſſen, darinn eu⸗
als das treffllichſte und hoͤchſte re Käyl. Maj. nach der Sänge ihr gnädiaftes
ch gern gefoͤrdert ſehen Gemuͤth, Willen und Neigung, fo fie zuge
mehrmals zu Herzen und meinen Ständen des heiligen Reichs und der
haben ihre Majeftät |Deurfchen Nation, als ihrem Vaterland, tra⸗
fofern die Stände gen, gnädigftangezeige, mit Vermeldung, wie
Fein fruchtbarer, fürträglicher Mittel wiffen; |E, a von Anfang ihrer Regierung
Vy 2 je-
_ — RAT 7 5 fi RE la ae —— — es.
EN REISE f —— 9 Eee a
710 Cap. 18. Von der durch Tonvente u. Reichstäge geſu TE
je und allwege zum höchften begierig gewefen, II. Und ift ihnen ſolche eure Käyferl. Maj.
‚alles vorzunehmen, zu fördern und ins Werk gnaͤdigſte Erzeigung und Erinnerung ißresgnäe
‚zu bringen, das dem heil, Reich zu Ehren, digften Willens und Gemuͤths gegen dem
Mus und Wohlfahrt gelangen, und vornehms Reich Deutfcher Nation, als dem Baterland,
lich damit aller Zwiefpalt, Irrung und Zer- auch des gnaͤdigſten Sleiffes, Mühe und Ara
ruͤttung zwiſchen allen Ständen aufgehaben, |beit, welche E. Känfer!. Maj. der ganzen Chri⸗
Friede, Ruhe und Einigkeit gepflanzt und er- ſtenheit zu Troft und Rettung, in viele Wege
Halten, und dem heiligen Reich) Deutfcher Na- |vorgenommen und erzeiget, anzuhören und zu
tion in andern ihren Dbliegen geholfen werden |vernehmen, eine fondere unterchänige Freude
möchte; mit fernerer gnaͤdigſter Erzehlung, geweſen, fonderlich im Anfang diefes Reichs—
was anädigen Fleiß, Mühe und Arbeit E. tags, (dazu fie E. Kaͤyſerl. Maj. und dem gan⸗
Kaͤyſerl. Maj. um Förderung eines gemeinen zen Reich von GOtt dem Allmädhtigen, zu ſei⸗
Epriftlichen Eoncilii zu Hinlegung der Zrofe- nem Lob und Preiß, Glück, Heil und alle
fpalt in der Religion angewendet, aud) wel: Wohlfahrt wünfchen, ) auf daß fie ſich wieder
chergeſtalt E. Känferl. Majeſt. dem Erbfeind um gegen E. Känferl. — mit unterthaͤnig⸗
Chriſtliches Namens, dem Tuͤrken, nicht als ſter und gebuͤhrlicher Dankſagung erzeigen und
lein dem Neid; Deutſcher Nation, ſondern der vernehmen laſſen mögen; dann fie haben wohl
ganzen Chriſtenheit zu Gutem, Widerſtand ge vermerkt und befunden, daß durch E. Kay
chan, und warum E. Kaͤyſerl. Maj. ſich aus Majeſt. gnaͤdigſte Neigung gegen dem Reich
ihren Hiſpaniſchen Erbkoͤnigreichen wiederum Deutſcher Nation Frieden Ruhe erhalten.
in das Reich Deutſcher Nation verfuͤget, IV. Nun iſt aber leichtlich abzunehmen, wie
auf den beyden gehaltenen Taͤgen zu Hage- ganz nutz und gut ſolcher E. Kaͤhſ. Maj. ande
nau und Worms der Religien und Zwieſpalt digſter und vaͤterlicher Wille und Gemuͤth, u
Kalben Handlung vornehmen laffen, und dann Erhaltung Friede und Ruhe, der ganzen Deut⸗
diefen: jeßigen Reichstag anher benennt und aus. ſchen Nation geweſen und noch ift, dierveil kein
gefchrieben: folches alles, famt E. Känferl. groͤſſer und fehmerzlicher Elend oder Uebel ſeyn
+ Maj. gnädigftem Begehren, daß Ehurfürften, |mag, dann Krieg und Unfrieden zwifchen vers
Fuͤrſten und Stände undder Abweſenden Ge- wandten Ständen und Gliedern eines Reiche,
fandten, Raͤthe und Borfchaften evwegen, be | V. Dermegen E. Kaͤhſ. Maj. dieſe Stäne
denfen und beratdfchlagen wollten, welcher: de von Herzen unterthänigfte Dankfagung thun,
maffen berüßrter Zwieſpalt in unferer Chriſtli- daß fie bisanher folchen befchwerlichen Unfrie« -
&en Religion hingelegt, und zu einhelligem |ben abgewendet, und Ruhe in Deutfcher Na⸗
Chriſtlichem Verſtand gebracht und vereinigt tion erhalten,
werden möchte; aud) was und mie Hlerinn zu| VI Zudem iſt diefes auch eine fürtreffliche
handeln, mit angeheftem E. Kaͤyſ. Maj. gua: | Tugend, die in einem folchen hoben Haupt und
digſtem Bedenken. Kaͤyſer billig zu loben, daß E. Kaͤyſ Majeſt.
1, Daß auch vom Widerſtand unſers Chriſt- die eingefallene Spaltung der Religion duͤrch
lichen Namens und Glaubens Erbfeindes, des friedliche Mittel und Wege hinzulegen, und
Zürfen, und was ju Erhaltung Friedens, [nicht durch Gewalt oder ehätlihe Handlung,
Rechtens, guter Policy, Ruhe und Einigkeit, die Kirchen in Deutſcher Nation verwüften,
and andrer Nothdurft und Dbliegen des Neichs und zerreiffen zu laffen geneigt. So iftam Tag,
gerathſchlaget und gehandelt werden follte ıc. daß E. Känfer!, Majeft. Italien nicht allein
haben die Stände der Auafpurgifchen Confef mit Heeresfraft, fondern auch durch ihre Guͤ⸗
fion und derfelbigen Religionsvermandten, ne⸗ jtigfeit und Moderation geftillet Haben. Und
ben E. Känferl. Maj guädigftem Erbieten, weiß maͤnniglich, daß E. Känferl. Majeſt. zu
in aller Unterthaͤnigkeit angehörer und yernom- Hand und Waſſer dem Erbfeind Chriſtliches
men Namens, dem Türken, nicht allein den. u
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zum Bellen, trefflihen Widerftand gethan.
nd dieweil die Stände diefe Dinge
alfo bedenken, müffen fie billig die Gnade und
) Güte des Allmächtigen preifen und loben, wel-
Er in diefen forglichen Zeiten und Laͤuften ein
oͤlch Haupt und Käyfer dem Reich und gemel.
ner Chriftenheit zum beften gegeben, der Au:
be und Frieden im Reich zuerhalten, und dem
graufamen Erbfeind Ehriftliches Namens und
Glaubens, dem Tuͤrken, welcher von wegen
etliches Sieas zu geoflem Uebermuth gereizet,
Abbruch) und Widerſtand zu thun geneigt iſt.
Darum ſie auch E. Känferl, Maj. ſoſcher ihrer
Muͤhe, Arbeit, Gefahr und anders halben,
fo E. Kaͤyſerl. Maj. dem Reid) und gemeiner
Chriftenheit zu Gutem, loͤblich und nuͤtzlich,
nicht weniger dann etliche von ben alten für-
trefflichen, berühmten Käyfern, vorgenommen
und gehandelt, unterthänigite Danffagung
| thun. Miet unterthänigfter Gluͤckwuͤnſchung,
daß E. Kaͤyſerl. Majeſt. ins Reich Deurfcher
Nation, Frieden, Einigkeit und Ruhe darinn
zu pflanzen und zu erhalten, gluͤcklich anfom-
men. Bitten auch) GDre den Allmächtigen,
daß er feinem görtlichen Namen zu ob, Chr,
Preiß, auch zugemeiner Wohlfahrt des Reichs,
E. Kaͤhſerl Mai. Handlung, ihrem Vorhaben
nach, zu Chriftlicher Einigkeit, Frieden und
allem Guten ſchicken, und feinen göttlicyen Se:
gen Dazu verleihen wolle.
>. VII. ©&o viel aber das angeregte Concilium
belanget, mögen diefe Stände mit Grund und
gutem Gewiſſen fagen, daß ihnen nie nichts lies
bers gewefen, auch noch nichts Tiebers fern
möchte, dann daß von ſolcher Religion Sachen
in einem freyen Ehriftlichen Eencilio, in Deut: |
fcher Nation zu halten, Chriſtlich, ordentlich
und rechefchaffen gerathſchlaget und gehandelt
werben möchte. Dann es ift am Tage, daß
nicht geringe Mißbräuche in der Kirchen ein-
geriffen, darob vor Diefer Zeit viel trefflicher,
frommer und gutherziger Leute geffagee, und
on Yenderung und Beflerung begebret
Baben. ER ni |
- IX, Und nachdem biefelbigen Mißbräuche,,
in ber Kirchen dieſen Ständen zugehörig, in!
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9* — a ce A, CT - ) ”
Von dem Reichstag und Colloquio zu Regenſpurg. 713
ſondern der ganzen Chriſtenheit
Beſſerung zu richten vorgenommen, iſt der Fleiß
und Fuͤrſichtigkeit gebraucht, daß man nichts,
fo der rechtfehaffenen, gemeinen, Chriftlichen,
apoſtoliſchen, oder Catholiſchen Kirchen zumi-
der und ungemäs, angenommen, gebilligt, oder
vertheidigt hat; fondern fie zweifeln nicht, Daß
die Lehre ihrer Confeßion und Religion, gänz*
lich mit gemeldter Chriſtlichen apoftolifchen,
oder Catholiſchen Kirche uͤbereinſtinmme.
X. Und haben nicht allein nie keine Chriſtli⸗
che Erkenntniß derhalben geſcheuet, ſondern
nichts hoͤhers begehrt, dann daß dieſelbe an
das Licht gebracht, erklaͤret und erweitert, auf
daß die Ehre unſers Herrn Chriſti ausgebreitet
und gepreiſet, und derſelben Heil bedacht, und
den Gewiſſen geholfen werden möchte: fo ha=
ben fie auch grofle wichtige und billige Urfachen
gehabt, das angefegte Concilium kurz verfihie«
nener Jahr zu wegern. |
XI. Aber nichts deftoweniger wollen fie bie
abermals bezeuget haben, daß fie nie feine
rechtfehaffene Chriftliche Cognition geflohen;
dann fie auch die Ehriftliche Kirche, melche mit
unfers Herrn Chriſti Bluf gereiniget, in Eh—
ren halten, darinnen Das göttliche Wort geleh-
ret wird, und der Heilige Geift der Chriſten
Herzen und Gemüth, zu Erfenntniß der Wahr⸗
beit, und GOtt den Herrn mit rechten Gottes⸗
Dienften zu ehren, regieret und leitet.
XIL Derhalbenfie mit nichten gemeynt oder
bedacht, die rechte wahre Chriſtliche Erfennt-
niß oder: Coanition zu fliehen, wie audı in vies
len gepflogenen Handlungen, die E. Kayf
Majeſtaͤt dieſer ftreitigen Religion balben gnä=
digft haben vornehmen laffen, ihr Gemüth ver⸗
merkt worden, Dann fie zu jeder Zeit geneigt
geweſen, und noch, anzuzeigen, zu berichten
und zu erklären, was ihre Meynung und Ges
muͤth ſey in folcher Neligionsfachen, und tras
aen Feinen Zweifel, es hätte diefer Zwieſpalt
bereits zu Vergleichung gebracht werden moͤs
gen, fo etliche die Sachen nicht mebwverhin-
dert, denn gefördert, | ee
XII. Nachdem E. Kaͤyſ. Majeftät Vorha⸗
haben und Gemüth dahin vermerft, daß die
Wahrheit follte geſucht und ans Schr gebracht
My 3 wer⸗
ma Eap.ıg. Von der durch Convente u. Reichstägegefuchten Religion
werden, und alfoeinevechtfehäffene, beftändige,| fördern geneigt, in geringer Anzahl,
Ehriftliche Concordia erfolgen möchte, meinen Ständen Deutſcher Nation, fü
XIV. Welches dieſe Stände E. Kayf Ma- ‚ner auf ſolch Chriſtlich Geſpraͤch zu unter
jeſtaͤt unterthänigfter Meynung darum anzu: die ſtreitigen Artikel nothduͤrftiglich zu exa
zeigen in Unterthaͤnigkeit bedacht, auf Daß E. niren und zu erwegen, auch allen möglie
Kaͤyſ. Majeftst gnadigft abzunehmen und zu | Fleiß fürzumenden, diefelbigen irrigen Dune "
verftehen, daß an ihnen bis anfer an allem dem, dem göftlichen Wort gemaß, zu vergleichen,
fo zur Chriſtlichen Concorbie dienlich, Fein Man⸗ erwaͤhlen, und diefelbigen Derfonen diefen Stanz
‚gel geroefen ey. . den gnaͤdigſt benennen und anzeigen laflen würe
XV. Und dieweil E. Kaͤyſ. Mafeft. in od-|den: alsdenn wollen fie gegen E. Kahſ Me
gemeldtem Vortrag gnaͤdigſt begehrt, Die Stänz jeftät in demfelbigen mit ſolcher unterthäniger
de sollten erwegen, bedenken und berathfchla und Eprifklicher Antwort fich vernefmen laffen,
gen, welchermafien berüßtter Zwieſpalt Dee Ne- daraus E. Käyf. Majeftät zu befinden, Daß i
tigion hingelegt, und zu einhelligem Ehriftli> an allem dem, fo zu GOttes Lob, Chriftlicher
lichen Verſtand gebracht und vereinigt werden Neformation der Kirchen, auch zu Srpafeinh N
" möchte, auch was und wie hierinnen zu handeln Frieden und Ruhe im Beiligen Reich dienſtlich
und vorzunehmen fey, mit — und und nuͤtzlich, dieſer Stande halben Fein Man⸗
vorgefchlagenem E. Kaͤyſ. Majeſt. Mittel, fo gel ſeyn pl. Ei
fern die Stände Fein fruchtbarers oder fuͤrtraͤg⸗ — — — 3
lichers willen, 26. 0 5 i 2 OR +
"XVI So haben bie Stände E. Kaͤhſ. Ma- Raͤyſerlicher Maſeſtaͤt Antwort, den pro⸗
jeſtaͤt ihr unterthaͤniges Bedenken Darauf zu teftirenden Ständen den ır. April über:
vermelden, in Unterthaͤnigkeit nicht unterlaſſen LH geben. "7
wollen , und bewegen dieſe Dinge unferthänig- SI Römifch- Känferliche Majeftät, unfer
lich dahin, daß nachmals der befte und frucht⸗ allergnaͤdigſter Herr, hat der Fuͤrſten und
Barfte Weg zu Hinlegung ſolcher ftreitigen Re⸗ der andern abweſenden Churfürften, Fürften
und Ständen der Augfpurgifchen Confepien
tigtonsfachen feyn foll, daß das angefangene ——— a
Gefpräch zu Worms alhie continniret wuͤrde; und derfelbigen Neligionsverwandten, Nähen,
und fofches vornehmlich derhalben,. damit viefer Gefandten und Botſchaften, jünaft ſchriftlich
übergebene Antwort, und anfänglich darintı aus
oßwichtigfte Handel der Religion gnugfam |
an fondern Önaden gern gehöref, daß fie ihree |
durch Rede und Widerrede erklaͤret und er— ern Gr |
geündet würde, Majeſtaͤt jüngft gefchehene Propofition und Er« |
"XVIL Daraus. eine wahre Chriſtliche Ver⸗ zehlung mit unterfhäniaften Freuden vernom:
aeihung und Neformation der angezognen| men, auc) ihrer Majeftät von GOtt dem Ale |
Mipbräuche zu erlangen, wie Dann aud) dieſer mächtigen Sob, Breiß, Glück und alle Wohl:
Weg hiezuoor bedacht, von E. Kaͤyſ. Majeſt. farth wünfchten, mit unterehäniger Dankſa⸗
gmädigft eingeräumet, darauf die Handlung gung und Crzeigen; wie diefelbige ihre Ant:
u Worms im Namen des Allmächtigen ange | wort vermag. * in 2 Ua
angen, und biefer durch E. Känf, Majeſt. Zum andern, haͤtten fie, die Stände, wohl
trangferiref worden ift, Darum auch Diefe Staͤn⸗ vermerket, wie ihre Majeftät in dem Haupt!
de folchen Weg, jesund vor die Hand zu nehz| artikel, Die Neligion belangend, Handlung vor
men unterthaͤniglich bitten. ‚zunehmen gefinnet, und achten noch ganzlic)
XVII. Da nun nad) felchem gehabten Ge- dafür, daß felcher vorgefehlagene Weg ber
foräch, E. Küyf. Majeftäs, ihrem gmädigften |fchleunigfte und feuchtbarfte, zu Mblegungdie:
Vorſchlag nach, etliche guter Gewiſſen, ehr- ſes Artikels feyn ſol.. Hierum wäre nochmals
liebende Perſonen, welche des Reichs Deut- | ihrer Köyf. Majeftät gnädigftes' Degehren,
ſcher Nation Ehre, Nutz und Wohlfahrt zu daß fie in dem (unangefeßen, was fie —
— oquii
+
—9
—
ſpuͤren und abnehmen wuͤrden, daß E. Kaͤyſ
und will len Moajeſtaͤt hierinnen nichts anders, dann was zu
Dann ihre Majeft. find des gnaͤdigen Ge⸗ GOttes Lob und gemeiner Chriſtenheit, ſon⸗
muͤths und Erbietens, ſolchen vorgeſchlage⸗ derlich Deutſcher Nation zu Troſt, Ruhe, Fried
nen Weg dermaſſen vorzunehmen, dazu auch und Einigkeit dienen moͤchte, zu ſuchen und zu
ſolche Perſonen zu verordnen, darob ſie, die foͤrdern hegierig waͤre. Damit dann E Käyf.
Stände, ihrer Majeſt. Verſehens, gar keine Be⸗ Majeft. berüßrter Stände unterthaͤnigſten Wil⸗
ſchwerde haben, ſondern ſpuͤren und abnehmen len und Meynung gnaͤdigſt vermerken, und daß
werden, daß ihre Kaͤhſ. Majeſtaͤt hierinnen ſie ihrenthalben an allem dem, fo zu Erweite⸗
| nichts anders, denn was gemeiner Chriſten- rung GOttes Lob, Chriſtlicher Reformation
heit, ſonderlich Deutſcher Nation zu Troſt, der Kirchen, und alſo zu rechter, wahrer, Chriſt⸗
Ruhe, Fried und Einigkeit dienen mag, zu Ba Einigfeit, auch Frieden und Ruhe diens
fuchen und zu fördern begierig.: - _ . lich, nichts gern wollten ermwinden laffen: fo
In welchem ihrer Majeftät fie, die Stande, find fie unterchänigft erbietig, E. Kaͤyſ. Ma«
ſonder gnädigften und angenehmen: Gefallen jeſt. indem unterthäaniglichft zu willfaßren, und
hun, auch folchesin fondern Gnaden gegen den: ſolchen Weg auch) zu verfuchen, der unterthaͤ⸗
felbigen in feinen Vergeß ftellen wollen. . nigften Zuverficht, Em. Kaͤyſ. Majeftät wer⸗
Bay: Be den die Verordnung der PDerfonen, ‚ihrem gnaͤ⸗
11, Abfehnitt. Von dem Reichstag und Colloquio zu Regenfpurg.
Toquii halben vermerft,) ihrer Majeft, vertrauen
md wilffahren wollen. 12 00:
een. 4; | a — bil uch
ER ET EEE Doch daß dieſe Handlung unverbindlich und
De —— ao. auf Kayf. gleichmäßig, zu Erforfchung der Wahrheit und
Br gjeſtaͤt Begehren. | Cpriftlicher Concordie, vorgenommen werde,
| ei ı €. Rom. Kaͤyſ. und wo ſolche E. Käyferlichen Majeftät vor⸗
| Majeft, gnädigfte Antwort, fo fie geftri-i gefchlagene Handlung in einem oder mehr
ges Tages den Ständen der Auaſpurgiſchen Puncten zu Feiner endlichen Wirfung gerierhe,
Eonfeßion und derfelben Religionsverwandten, daß alsdenn dieſe Stände dadurch in den un⸗
auf ihre gefchehene mündliche und fehriftliche | verglichenen Puncten fich des angefangenen bes
Unzeige.und Bedenken, gegeben, Baben dieſelbi⸗ willigten Gefprächs zu Worms, auch fonftal«
gen Stände unterthänigft vernommen ;und erſt⸗ ler anderer ihrer geſchehenen Vorbehaltungen
ch, daß E. Kaͤyſ. Mojeſt. ſolche der Stande | und Nothdurft, nicht wollen begeben haben.
unterthanige Bermeidung fo gnädiaft vermerft,| Das haben E. Käyf. Majeft. die obgemeld⸗
deß thun fie fich gegen E. Kaͤyſ. Majeft zum ten Stände dermaffen in aller. Unterthaͤnigkeit
„unterthänigften bedanken. .. ke nicht verhalten wollen, ſich derfelben hiemit
Zum andern, wiewol gemeldte Stände den |zum unterrhänigiten befehlende.
Weg des Geſpraͤchs, innhalt ihres nächften 2 :
übergebenen unterthaͤnigen Bedenkens, zu Ber-
|
e erthaͤnige | a E
gleichung der Neligion für den bequeniften an=| Antwort, fo Räpferlicher Majeſtaͤt die
gefehen haben und noch dafür achten; dieweil andern Stände auf ihrer Majeſtaͤt erfte Pro-
aber E. Kaͤyſ. Majeft. ihren vorgefchlagenen p>fition den 12. April gegeben
Weg nachmals für bequemer anſehen undanä- |. = DE
digſt begehren , daß die Stände E Käyf. Ma- Dr Romiſchen Kaͤyſerl. Majeftät, unfers
jeft. darinnen unterthänigft vertrauen und will: | 4 allergnädigften Herrn, gnaͤdige Propo=
fahren wollten, mit dem gnädigften Erbieten, |fition, im Anfang des Reichstags von wer
folchen vorgefihlagenen Weg dermaffen vorzu: gen ihrer Majeftät und derfelbigen periönlichen
nehmen , Dazu auch foldye Perſonen zu verord- Gegenwaͤrtigkeit grädiglich vorgebrach!, haben
nen, darob diefe Stände, Ew. Kaͤyſ. Majeft. | Churfürften, Für ften und gemeine Stände
verſehens, gar Feine Beſchwerde haben, fondern |des Heiligen Neichs, und der ———
— ſchaften
> gg
718 Cap.
fchaſten und Rathe (auffechalb der Proteftiven-
den) ihres Theils in aller Unterthaͤnigkeit an-
ehoͤrt.
er Und wiewol fie der Roͤmiſchen Kanfer!.
Majeftät, unfers allergnädigften Herrn, gua-
Diges, getreu und Käyferl. Gemuͤth, fo ipre
Majeſtaͤt zu dem Heiligen Reich und allen
Ständen deffelben, und fonderlich Deutfcher Na⸗
tion, unferm gemeinen Vaterland, tragen, von
Anfang ihrer löblichen Regierung bisher in
viel Weg geſpuͤret: fo haben doch Ehurfürften,
Fürften, und gemeine Stände, und der Abroe-
- fenden Borfchaften und Raͤthe, wie obgemeldt,
aus ihrer Käyferl. Majeſtaͤt gnaͤdigſten Pro-
poſition eigentlich vernommen, mit was gnaͤ⸗
digem Gemüth und Fleiß ihre Känferl. Maje:
ftät, auf die jüngfte zu Augſpurg und Negen-
fpurg aufgerichtete Abichiede, gnaͤdiglich gefucht
vielmal, ein gemein Chriſtlich Coneilium zu
erlangen, was Verhinderung ihrer Majeftät
auch in folchem vorgefallen, wie auch Daneben
ihre Känferliche Majeftät durch allerhand ge⸗
pflogene Handlung, und fondertich auf nachit-
gehaltenem Tag zu Hagenau durch Koͤnigl.
Majeftät allen möglichen Fleiß gnadiglic) für-
menden laffen, diefe freitige Keligionsfachen
Chriſtlicher Einigkeit
derlich mit was Koften, R
unferm
mens und
Nation, zu Wohlfahrt und Gutem.
r
II. Darzu, wi
ihre Kaͤyſerl.
lic Land und Leute,
befucht Habe, mit vorgeßender Erzehlung, was
an Urfachen ihrer Kaͤyſerl. Majeſtaͤt Anz
£unft eine Zeitlang verhindert haben; wie fol-
ches in ihrer Kaͤyſerl. Majeftät gnädigen Bro-
poſition geſchicklich und laͤngs vermeldet iſt.
av,
18. Don der durch Convente u. Reichstäge gefüchten Religionsvergl. —
tion, Ehre und Wohlfahrt dienlich ſeyn mag,
Bitte, ihre Kaͤyſerliche Majeftät wollte auf fol
u bringen, und ſon⸗ |Dbliegen Deutfcher Ration, in fo gnädigem
ühe und Darfegung | gefreuem, väterlichem Befehl haben, wie gemei⸗
ihre Känferl. Majeftät in Zeit ihrer Negierung ne Stande ſich foldyes zu ihrer Majeſtaͤt allweg
gemeinen Seind unfers Chriſtlichen Na: unzweifentlich verſehen, deſtomehr werden ſie
Glaubens, dem Tuͤrken, Widerſtand in Unterthaͤnigkeit willig ſeyn, ſich gegen ih⸗
gethan, unzweifentlich gemeiner Chriſtenheit, rer Majeſtaͤt gebuͤhrlichen Gehorfams, uͤber
und fonderlic dem Roͤmiſchen Reich Deutſcher ſchuldige
n
e beſchwerlich und nachffeilig| V. Ferner, haben gemeine Stände, und dee
Majeftät, aller anderer ihrer Ko- | Abweſenden Borfchaften und Näthe,. mie ob:
Sachen und Ge-|gemeldt, die Hauptpuncten, inder Ränferlichen
fHäfte auf einen Ort geftelte, dieſelben verlaf | Dropofition beftimme, mögliches und gefreues
fen, und ſich nicht ohne geringe Gefaͤhrlichkeit Steiß berathfchlagt und erwogen; und vermers
- in Deurfehe Nation begeben, diefen Reichstag |Fen, daß ihre Kaͤyſerl. Majeſtaͤt den Zwiefpale
ausgefchrieben, und eigner Perfon gnädiglic) \unferer heiligen Religion erftlic vor die Hand
fel aus gnädigem Bedenken, wo der höchften
Solches der Känferl. Mejeftät, unfers |defto leichter in andern des Neichs obliegen-
Hi den
allergnädigften Heren, gnädigen, getreuen und |
Käyferl. Gemuͤths, fo fie zudem heiligen Reich
Deutfcher Nation allıveg getragen haben, und |
noch, und fonderlic) alles nach längs erzehlten,
gnädigen fürgemendeten Fleiß, fagen Churfür-
ſten, Sürften und gemeine Stände, und der !
Abweſenden Botfchaften und Raͤth, ihrer Kay:
ferlichen Majeftät in allem ſchuldigen untertha=
nigen Gehorfam fleißigen und ewigen Danf, -
des unterkhänigften Erbietens, folches ihrer
Majeſtaͤt gnabiger Zuneigung, fo fie zu dem
heiligen Roͤmiſchen Reich Deutfcher Nation \
fragen, auch ihres gerreuen Fleiß, aufgewend⸗
ten Koſten und Arbeit, in aller Unterthaͤnigkeit,
iiber fchuldige Wflicht, zu verdienen, und an ih=
nen nichts unterlaflen, was zur Erhaltung ih—
ver Majeftat und des heiligen Reichs Reputa—
—
. Er
Und ift hierauf gemeiner Stände und derfel-
bigen Borfchaften und Raͤthen unterthäniafte
chem gnädigen Willen, Kaͤyſerl. Zuneigung, ı
und gefreuen Chriſtl. Fleiß, welches idre Ma
jeftät bisher ohne Unterlaß fuͤrgewendet, gnäs
diglich vorharren, und das heilige Neich und
alle Stände deſſelben, auch die befchwerlichen '
Zn
*
Pflicht, wie gebuͤhrlich iſt, allezeit zu
befleiſſe
+
N
h
genommen, als nicht Den geringiten Laſt und
Beichwerung Deutfcher Nation, fonder Zwei⸗
untraglichen Beſchwerung, durch Verleihung
göttlicher Gnaden abgeholfen, daß folgendg
720 1Abfehnitt, "Don dem Reichstag und Colloquio zu Regenfpurg,
Bm Ga gemeinen Da und Sur
721
den Sat und verordnen, die ſtreicige Artikel der Reli⸗
ihrer Kaͤhſetlichen Majeſtaͤt und des Heiligen /gion nothduͤrftiglich zu Er zu eines
Reichs Ständen, einmüthiglich möchte'gehan- | gen, auch allen möglichen Fleiß fürzumenden,
delt, und was die unvermeidliche Nothdurft dieſelben zu Epriftlicher Eimgkeit Pr Berglels
erfodert, ſtattlich und nuͤtzlich berathſchlaget chung zu bringen, doch des juͤngſten Augſpur⸗
und beſchloſſen werben. aſſchen Abſchieds unbegeben, |
| VI. Und erkennen fid) die gemeinen Stände,
‚IX. Und fonderlich daß dieſelben erwaͤhlte
und der Abweſenden Botſchaften, mie gemeldt, Perſonen aller ihrer Handl darinne ſi
in aller — (huldig, der Känferl. en folen, Künfliher Dr
Unt keit ſch en I fnichts endlich-willigen follen , Ränferlicher Mas.
ı Majeftäc niche allein in diefer ftreitigen Reli- |jeftär und gemeinen an Any
gion; fondern in allen des Beiligen Reichs ob- | ge und Beriche thun, fich darauf mit gemeinen
liegenden "Befchwerungen , jederzeit ihr getreu zeitlichen Rath nach Nothdurft Haben zu vers
Wohlmeynen und Bedenfen zu eröfnen, role |gleichen und zu entf@lieffen, wie folches ihrer
fie auf vorgehaltenen Keichstägen unterthänig- | Majeſtaͤt Propofition ferner ausweifer, und.
— A zw thun in fehuldigen vermag. N.
Gehorſam erbietig ſnd. | Hoffen die Stände und der Abweſenden
| VIE Was aber die ftreitige Religionsfachen | Borfchaften und Raͤthe au.bem Alma ie en.
| Belange, befinden gemeine Stände und der durch folchen ihrer Majeftät gnädigen p * —9
| Abmwefenden Botſchaften und Käthe, daß ihre | fchlagenen Weg werde folche fkreitige Keligion-
Koaͤyſerliche Majeftardiefem beſchwerlichen Han⸗ | u Chriftlicher Einigfeit und Bergleichung zu
| ee onen se —— fo ihrer Majeftät und dem Beiligen-
uttel vorgeſchlagen, mie Durch gufliche Lin- | Meich zu Ruh, Trie fer Wohlfahre,
terhandlung erlicher Perſonen, fo dazu follten 8 d En —— — |
erwaͤhlet werden, der Zwiefpalt unferer heili- 1366, |
ı gen Religion möchte zu Ehriftlicher Einigkeit] _ | — Se |
| 9 Vergleichung zu — Ba Und die-| Der Röyferl, Mejeptät durch Pfalsgraf
weil fie in Feinen Zweifel feßen, ihre Känfert, | Sredrich gefebebene Eröfnung der Perfonen,
Majeftät Habe ſolch Mittel mit tapfferm, ftat-| _, iR fie sum Collequis VERSEDNEE
lichen und zeitlihem Rath erwogen und be: ie. Rom. Kaͤyſerl. Majeſtaͤt, unfer aller
‚ dacht, und ches in gnädiger Erwegung vor | SS gnädigfter Herr, auf ihrer Majeftät ge-
| ergangener Handlung, woran es jederzeit ge: |thane Propofition und der: Ehurfürften, Für-
ften und Stände, auch derfelben Borfchaften,
‚ mangelt, und was die Vergleichung der ftreiti-
gen Religion bisher gehindert hat, aus getreuem beſchehene Beroilligung , in der Religionsfache
fortzufchreiten, haben Dißmals die hernach ver-
ge Kaͤyſerl. Gemuͤth, als für-das Frucht. |for
bi zeichnete Perfonen erwählet und verordnet, nem-
| fte und bequemfte gnadiglich vorgenommen.
_ VIL So wollen ihnen demnach Churfür- [ih Herrn Julium Pflug, D. Johann Eden,
F Fuͤrſten und gemeine Stände, und der |D. Johannem Groͤpperum, Philippum Me—
Abweſenden Borfihaften und Raͤthe, mie ge: lanchthonem, Martinum Bucerum, und. Jo—
hannem Piſtorium, welche die flreitigen Arti⸗
meldf, in Unterthaͤnigkeit gefallen laſſen, daß
ihre Kaͤyſerl. Majeſtaͤt mit zeitigem wohlbe⸗ kel gemeldter Religion, nad) Inhalt gedachter
dachten Rath, Willen und Willen dee Chur- | Bropofition und Bewilligung, eraminiren und:
fürften, Fuͤrſten und gemeiner Stände, etli- Jerwegen, wie die zu vergleichen, und alsdenn
che guter Gewiſſen, ehr⸗ und friedliebende |ihrer Majejtär, Churfürften, Fürften und Stän« -
Verſonen, die des heiligen Reichs Deutſcher den, deflen Anzeigen und Bericht thun follen,
Nation Ehr, Nus und Wohlfahrt zu för: |fich folhem Anzeigen und Bericht nach, was
dern geneigt, in geringer Anzahl, aus gemeinen |zu gemeldter Vergleichung guf und dienlich feyn
Staͤnden und Deutſcher Nation erwaͤhlen mag, ferner zu entfehlieflen. 2
utheri Schriften 17. Theil, N Ä Es
bi 7 Fu, VER
— * —
> DRS: *
2. . — * m
2" ” x a
S
—
722 Cap. ıg. Donderdurc) Conventeu, Reichstägegefüchten Religionsvergl, 7
— ——
—
*
x
Es wollen auch ihre Käyferliche Majeftät, dieſe ſ ſchwere Buͤrde andern, die Biegu the
4
wo es vonnöthen, einen Zürften zu präftdiven tiger wären, quferleget wuͤrde. Denn ob
verordnen , damit bey und zwiſchen den benann- die Sachen und Händel, deren Vergleichung
ten Derfonen in ihrer, Communication defto geſucht werden folle, fo verwickelt und dunfel
der alten Kirchen bekannt ifts noch, weil wir.
wohl willen; wie etliche: Leute gefinner find,
macht uns daffelbige nicht ohne Urfach, forgfäl-
fig und furchtſan. Mi
werde,
friedlicher und richtiger Drdnung gehalten
Supplication der zum Cbriftlichen Ge⸗
‚ fpräch Verordneten von der Proteftiren:
—
muͤſſen wir wol gehorſamen und, aus der Noth
eine Tugend machen; bitten aber unterthaͤnig
| 7
Durchlauchtige, Bochgeborne Fuͤrſten, wohl:
geborne, edle, ftrenge, fürfichtige ‚.ehrfa-
4 Wo wir aber, daß die Perſonen unfers
Theils geändert werden, nicht erbitten mögen,
nicht find, denen nemlich, welchen die Haltung,
lid), man wolle unfern Dienft zum beften vers
fteßen und aufnehmen, ſo wir in diefem Han⸗
me, weife, gnädige, gunftige und gebietende | del und Gefpräch, als wir denn vermittelſt goͤtt
Herren ! Bon E. G. G. und Gunſten haben wir | licher Hilfe und Gnade thun wollen, allen Fleiß,
unterthäniglich vernommen, daß die Kaͤyſerl. Treue, Befcheidenheit, einfältige Siebe der
Majeftät, unfer allergnädiofter Herr, neben) Wahrheit, Haß des Zanfs und der Sophie
andern uns zu dem Chriſtlichen Gefpräch, in
dem die ftreitigen Artikel unferer heiligen Reli⸗
fterey , Begierde zu Vergleihung, Güte und
Billigfeit beweifen werden. Denn die Ränfer-
gion eraminiret, erwogen und zu Bergleichungt liche Majeſtaͤt, unfer allergnädigfter Herr, Im
gerichfet werden follen, benennet habe. dem, daß fie in ihrer Antwort, in deren fie die
2. Wie nun der Sohn GOttes, unfer Erlö-) Erwählten zum Gefpräch benennet hat, aus⸗
fer, als er jegund an den Tod gehen wollte,| drücflich fagt, wie fie wolle, daß die flreitigen,
den Vater bate mit diefen Worten: Dater,| Artikel unferer heiligen Neligion unterfucht und;
heilige fie in deiner Wahrheit, dein Wort] erörtert werden. genugfam: anzeiget, daß ihre:
iſt die Wabrbeit; alſo thun wir auch unfer Be-| Majeftät (mie dann. einem folchen maͤchtigen
ehren und Slehen zu dieſem Geber unfers ober-
Kayſer, der fo eines tapffern und ernftlichen:
ften Driefters, und. bitten den Vater unſers Gemuͤths und Thuns ift, wohl anfteher und ges
Erlöfers JEſu Ehrifti, der ſich für uns aufge-|
opfert hat, daß er dieſes Vorhaben, Verglei-|und gefärbte Wergleichung mit ungemwiffen und
chung Epriftlicher Lehre zu fuchen, regieren und | zweyverſtaͤndigen Worten mache, welches dann
leiten wolle. Denn auch wir von ganzem Her⸗ auch feinen Beftand Haben koͤnnte; fondern, daß
zen begehren, daß eine wahre Vergleichung und nach gründlich eröffneter und eigentlich erkann⸗
Concordie in der Kirchen, durch wahre und ter Wahrheit eine Concordie und Berglei-
goftfelige Wege und Mittel, angerichtet und ge-
macht werben möge, | gefällig fey, und in deren alle Kirchen Chriſti
3. So viel aber die Wahl der Coflocutoren | GOtt aus wahrem Glauben anruffen und ihm
belanget, wiewol der Kaͤyſerl. Majeftät, un-|dienen. Zu diefem heiligen Werk bezeugen wir:
ferm allergnädiaften Herren, unfer Sleiß und uns, daß wir unfer beftes gern ehun wolkn. >
Arbeit zu allem ihrem gnädigften Wohlgefat:] 3. Demnad) aber bitten wir die Kayſerliche
len, vorab in folchen göftlichen Sachen, die ſie Majeftäf, unſern allergnäbiaften Herrn, aufs
alfo goetfeliges Gemuͤths vorhat, unterthaͤnigſt unterthänigfte auch diefes, fie wollten etliche. ih⸗
bereit feyn folle : Jedoch, fo wir erwegen Die) rer Raͤthe und andere fromme Männer, ihres
taft und Gefahr, die bey diefer Eramination | Gefallens, von.beyden Theilen wählen und. zue
ſeyn wird, wollten wir nichts liebers, denn daß Handlung verorönen, auf daß ihrer ———
buͤhret,) nicht wolle, daß man einen Schein:
chung getroffen und gemacht werde, die GOtt
7 in, Abfehnitr. Don dem Reichstag und Eolloquio zu Kegenfpurg. 725
und: den anderis Chunfürften, Fuͤrſten | Herr! E. Käyf. Maj. Benennung der ſechs
md Ständen, alle folhe Sachen, die dann Derfonen zu vorftehender Religionshandlung,
fomwichtig und groß find, gänzlich" und ‚mit. al- ‚Haben wir vorigen Tages in aller Unterthänig.
Dr air it, wie aud) die Groͤſſe dieſes Han⸗
feit empfangen, und zu Förderung der Sa-
dels erfordert, vorgebracht werben ‚möchten. chen die drey benannte Perfonen diefes Theils
nn esfürfich ſelbſt ein ganz gefährlich Ding beſchicken, undan fie gnaͤdiglich und freundlich
ft, daß ſolche ſo groffe und wichtige Haͤndel geſinnen und begebren laſſen, ſich folcher Hand:
alfo wenigen zu bedenfen und zu erwegen be- lung / E. Kaͤyſerl. Maj. Begehren nach, unter«
Fohlen werden. Und obwol die zu dem Ge-! thänigft zu beladen, welche uns: mit Antwort,
foräch verordnet, nicht zu ſchlieſſen Haben; ſo wie E. Käyferl. Maj. aus beygelegter Schrift
bvill Doch an dem, Das fie erkennen werden, gnädigft zu vernehmen, begegner. —
nht benig gelegen ſeyn, und den andern nicht Diemeil wir nun fold) ihr Bitten und ‚Su:
| ein geringes Vorurtheil gebären. 17 = chen E. Kaͤyſerl. Majeſt. gnädigftem Gemürß
6, Wir achten auch, daß wir in dem nichts und vorgenommenen: Handlungen nicht allein
aumgiemliches, unbilliges, oder befchwerfiches | nicht entgegen , ſondern auch Demfelben gemäs
begehren. ‚Denn ſo uns in diefem Handel wird und den Sachen zu gründlichen Bericht und
sufehen, oder zugegen feyn OOtt der himmli⸗ Vergleichung derſelbigen foͤrderlich und dienſt⸗
ſche Vater, der Sohn GOttes und die Keifi-| lich) achten: fo haben wir nicht unterlaſſen moͤ⸗
gen Engel: warum follten denn nicht aud) et · gen, E. Käyferl. Maj. ſolches in Unterthaͤnig ·
liche ehrliche fromme Maͤnner, die man der Feit anzuzeigen, E. Kaͤyſerl. Majeſt. unterthaͤ⸗
Wahrheit und Concordie geneigt und begierig| nigft bittend, ſolches gnädigft von uns zu ver⸗
erfennet, dabey feyn, melche hernacher alle merfen. Srrap)e Irre. ir SEEN
Handlung den Fuͤrſten zu beyden Theilen hel-
fen vorbringen? Derowegen an euer Fuͤrſtl.
Gnaden, Gnaden und Gunſten, unfere ganz
| aunterthänige Bitte iſt, fie wollen der Kayſerl.
Miajeft unſerm allergnädigften Herrn, diß un-
fer norhwendig Begehren unterthaͤniglichſt für-
bringen; welche ihre Majeftät der Vater un
fees Heren JEſu feliglich erhalten und leiten
wolle. Das waͤnſchen und bitten wir ihr von
Herzen, Amen, }
|
Bi; Euer Fuͤrſtl. On. Onaden und · Gunſten il — gemeine Bekenntniß des heiligen
1369. na
Das von Branvellim Namen des Räys
fers den sum Geſpraͤch Verordneten übergebe-
ne Such , worüber die Unterredung follte an:
geitellet werden: deme auch der Proteftanten
aufgefesste Gegenartikel beygefüget find.
Mir Phil. Melanchthonis Vorrede.
| Vorrede Philipp Melanchthons.
unterthaͤnige und dienſtwillige Chriſtlichen Glaubens, ſo man in den
Philippus Melanchthon. Kirchen ſinget, welche ge Symbolum
Nicenum, iſt recht und Chriſtlich geftellee, und
| ift vornehmlich ein Wort darinn, welches noch,
RN — — a — GOttes Gnaden
36%. rn. | wider den böfen und ‚giftigen Irrthum Arie
Der Proteſtirenden Schreiben an KRayz | fegt worden. - - > “ }- 5 | —
ferliche Majeſtaͤt mit welchem fie Derfelben | 2. Diemeil aber die Zwieſpalt nach dem Con-
vorftehende Supplication der Collocutoren | cilio Niceno nicht bald gedämpft worden, find
von dem proteſtirenden Theil am 22. Apr. - | die groffen Herren der Unruhe muͤde worden,
überantwortet haben. haben auch gefeßen, Daß fonit allerley Unord⸗
| EN mare großmächtigfter. und | nung und Zerrüttung aus Uneinigkeit folget;
” Wartinus Bucer.
Johannes Piſtorius.
unuͤberwindlichſter Kayſer, allergnaͤdigſter Lund Mei bey os; Jahren nach dem. Coneilio
Ben an, Pe
226 Cap is. Don der durch Convente u. Reichstaͤge geſuchten Religionsvergl,. 727
Niceno ein ander groß Concilium in Yun darob zu Kalten, daß man rechten Berftandvom |
garn zu Sirmio gehalten worden , Dader Kay- |Sohn GDttes erhielt, daß er wahrlihvondes |
fer Eonftantius gegenmärtig gervefen, und hat ewigen Baters Welen fey, wie Johannisam
felbft wider Photinum ernftlic) diſputirt. Her⸗ \erften gefihrieben. Darum nach gemelotergleif:
nach hat man die andern Sachen, den Zwie« ſender Vergleichung der Streit Heftiger wor ⸗
ſpalt zwifchen den Rechtgläubigen und des Arii den, und hat das weitläuftige Wort mehe
Saufen vorgenommen, den Irrthum fein fub- |Parten gemacht, denn zuvor gewefen.
til zu beſtreichen, und alfo einen Vertrag und | 7. Nun hat ſich in der Kirchen fi ſche welt·
liiche Weisheit mehrmals erzeigt, gewiſſe, klare,
goͤttliche Lehre und Befehl. mit gleiſſenden
Deutungen lenken, dadurch Vergleichung
und Einigkeit zu machen, und iſt eben ſolches
diefe vergangene zehen Jahre auf mancherieg
Form verſucht wrden. a‘
8. Wiewol aber die hohe Regenten fhuldig
ſind, auf Einigkeit der Kirchen zu arbeiten:
ſo ſoll doch ſolches mit rechter Maaſſe, nicht
mit Unterdruͤckung goͤttlicher Wahrheit geſche⸗
hen, und ſoll der Befehl vom Himmel, mit kla⸗
rer Stimme durch den ewigen und lebendigen
GOtt, Schoͤpffer aller Dinge, von ſeinem
Sohn Chriſto gegeben, allen andern Sachen
vorgezogen werden, nemlich: Dieſer iſt mein
lieber Sohn, den ſollt ihr hoͤren. Darum
wiewol Friede und Einigkeit, ruhige Regie⸗
rung und das Leben ſelbſt, gut und groß zu ach⸗
ten; fo ſoll doch Erhaltung der wahren und rei⸗
nen Lehre des Evangelii viel groͤſſer und hoͤher
geacht werden. | re
3. Und dieweil der Zanfwar von gemeldfem
Symbolo Niceno, darinn ein Wort geſetzt,
das den Arianern unleidlich, iſt dieſes zur
WVergleichung bedacht worden, daß daſſelbige
unleidliche Wort aus dem Symbolo wegzuneh⸗
men, und dafür ein ander gemein Wort zu
ſetzen, welches beyden Theilen gerecht waͤre,
and jeder auf feinen Verſtand deuten und len⸗
fen fönnte, und follte hernach in allen Kirchen
- ‚gelten und gehalten werden, fo ſpuͤret man Fei-
ne Ungleichheit in Kirden. -
4 Diefes hat: einen geoffen Schein, und iſt aufs
wenigſte für einen Anfang einer Fünftigen gan:
zen Bergleichung-hochgerühmet worden, daß
auch viel rechte Lehrer die Zeit darein gewilli—
get, welche doch hernad) bald. in einem Syno-
do fich erklärer, und. die Bergleichung ‚ zu Sir⸗
mio fürgeben ‚wiederum verworfen; wie Hi⸗
Jarius nad) der Laͤnge erzehle...
5: Wiewol nun foldyes einen Schein gehabt, —9 ee
fo ifts doch im Grund einem Teil, nemlich 9. Es befindet ſich aber in vielen vorgenom⸗
den Arianern, zu einem groffen Vortheil, zu menen Bergleichungen, die etliche Jahr anher
Stärfung und Erweiterung ihres Irrthums; verſucht, allegeit, daß die Päbftlichen nie ae
Dagegen aber zu Schwächung des andern ders gefucht, denn ihren Vortheil, nicht allein
Zhells, und zu Niederdruͤckung göftlicyer ihre Hoheit, Güter, Gewalt und MWohluft,
Wahrheit gemeynet, und bald hernach dahin ſondern aud) ihre grobe Irrthuͤmer und Abgöts
gereicht: - Denn die Arianer haften nun Diefen |terey zu erhalten, und alfo ihren Stolz; und
Bortheil, daß die andern zurück getreten und Trotz auszuführen wider GOtt, dazu fie doch
gewichen, hatten das Symbolum ändern laf- |bismweilen die fchönen Worte fürgeben, eine Mes
fen, und. wurde das mweitläuftige Wort mehr |formation-vorzunehmen, und-den Pelz ein we⸗
fürdie Arianer gedeutet; dadurch viel From nig zulaufen..
me hoch betruͤbt worden, viele auch in Zwei · 10. Sind nun etliche, die es nicht uͤbel mey⸗
fel gefuͤhrt, fo doch Die Sache groß, wichtig nen, davon rede ich nicht; aber zu Regenſpurg
und nicht gering zu achten war. Denn dieſes hat man grob gnug geſehen und gegriffen, wie
war eigentlich der Streit, ob der Sohn GOt der groͤſſere Haufe der Biſchoͤffe gefinnet iſt,
tes vom Vater aus ſelnem Weſen ſey, oder aus da fie ſich öffentlich und, trogiglich haben vers
nichts gefchaffen wäre. 7°" nnehmen laſſen, auch diejenigen Irrthuͤmer nicht
6 Hie iſt die Nothdurft geweſen, ernſtlich faljen zu laſſen, weiche die, fo aus ihrem Theil
* zum
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1 -
8. III Abfehnitt, Von dem Reichstag und Colloquio zu Regenfpurg. 729
täch verordnet, geftraft und verwor» item, gebunden an ihre Gefeße, und daß fols
Bi ne este it icheBifchüfliche Kirche innörbigen Stücken nich
J ſcheinet wohl, daß viel unfer den irren möge, Daß auch allein in ſolchem Bis
Biſchoͤffen wider ihr eigen Gewiſſen handeln, ſchoͤflichen Gehorfam fey Vergebung der Sün-
oder ganz Epicureer find; denken, ihr aͤuſſerlich den und Sacrament, und auſſer dieſem Bi
‚Regiment fey ein ſchoͤner Pracht und Zier der ſchoͤflichen Gehorſam ſey feine Seligkeit. Das
Melt, darob zu Halten, es ſey die Keligion ft im Grunddes Buchs Rede und Meynung;
wefemg, 0.07 22m a und Äftmol zu merfen, daß das Buch, nem«
12. Aber dieſer Troß wird die Länge nicht lich diefe feine Kirche anbindet an die Biſchoͤf⸗
haushalten. Wenn Abgötterey und Gottes⸗ ‚liche Succeßion und Menfthengefeg, melche
läfterung in der Kicchen ift erfannt und aufge- das Bud) nennet Das Band der Liebe. /
deckt worden, und gleichwol mit Tyranney ver: | 15. Hie ift zu greifen, was bey ung gefucht
theidige, fo iſt die Strafe nicht fern geweſen; iſt, nemlich, daß wir uns felbft verdammen
sie jeßund leider auch vor Augen. Denn oh⸗ |follten, daß wir nidye Gliedmaſſen Ehrifti zu
ne Zweifel Abgötterey und öffentliche Unzucht | achten , Feine Vergebung der Sünden, Feine
in der Kirchen die fürnefmften Urfachen find, | Taufe, Feine Seligkeit haben könnten.
darum GOtt den Türken folchegraufame Wü. | 16. Dagegen aber ifteine Chriſtliche laufere
terey über Europa verhaͤnget. Unſer HENR | Antwort vonden Chur: und Fürften und Staͤn⸗
JEſus Ehriftus, der Sohn GOttes, mwolle|den, dem Evangelio anhängig,- übergeben,
feine wahrhaftige Kirchen erhalten, fchügen und daß man von irrigen Prälaten zu weichen ſchul⸗
reinigen. ee dig iſt, wie St. Paulusfprigt: Soein Engel -
13. Dieweil denn die Bifchöffe felbft die öf- | vom Simmel anders lehret, OU man ihn
fentlichen und erfannten Irrthuͤmer nicht wol-| für verbannt und verflucht halten. Daß
len fallen laffen, welche doc) von den Ihren | aber die Bifchöffe, fo unfere Eonfeßion verfol⸗
verworfen, fiehet man wohl, daß fie zu wah-|gen, und fromme Chriſten derwegen ermorden,
ver und Chriftlicher Einigkeit nicht geneigt ſind; irren, das ift ganz öffentlich und gewiß; dara
und iſt diefe ihre Halsftarrigkeit nicht wenig zu um foll die Kirche an fie, an feinen Drt gebuns
verwwundern, fo doc) diefes folgende Bud), |den feyn, vielweniger foll man die Kirchen an
welches als eine Anleitung und Form der Ber: | Menfchenfaßungen binden, Eolofl. 2,
gleichung beyden Theilen vorgelegt, zu ihrem 17. Weiter, im Artikel von Auslegung der
groffen Vortheil geftellerift, und viel groſſe Irr⸗ Schrift macht das Bud) eine Gewalt, durchs
tbümer ſamt ihrer unmaßigen Gewalt und mehrere zu fehlieffen in der Kirchen, daraus
Hracht beftätige: Und wiewol etliche. diefer |viel andere Folgen kommen: fo diefer Artikel
FJerthuͤmer nicht ſubtil, verfehlagen, und leicht. | gemwillige, Haben fie bald ein mehrers gemacht,
Hd) zu merken find : fo find doch die andern heim⸗ und wären vieler Paͤbſtlichen Concilien ſchaͤd⸗
lic) eingeflochten. Darum will ich etliche Stü- | liche Irrthuͤmer damit beftätige, und die Ty⸗
cke Fürzlich anzeigen, und willdem Buch nichts | ranneyy geftärfee, und machten wir ung felbft
auflegen, das nicht der Buchftabe und fein na- |fehuldig an allem Blut, das die Widerfacher
tuͤrlicher Verſtand felbft micbringet, auc) viel
‚ andere weitläuftige Neden, die Doch neu Ge-
1
|
|
aͤnk Hätten bringen mögen, fallen laffen.
derwegen unchriſtlich vergoflen.
18. Weiter, gebeut das Buch Erzehlung
der Sünden in der Beichte. Item, es beftä-
tiget den Irrthum von der Transfubftantiation,
14. In den Artikeln von der Kirchen; item
von Biſchoͤflicher Gewalt, fagt das Bud) im | daraus viel Abgoͤtterey gefolget; denn Gacras
- Grund und eigentlich fo viel: Die Kirche ſey menten Fönnen nicht Sacramenten feyn auffer
die Berfammlung det Guten und Böfen ‚dod)
geb kraft der gewoͤhnlichen Succeßion Haben:
Gu ihrem eingeſetzten Brauch, dieweil man GOtt
gebunden an ſolche Bifchöffe, welche den Te) nicht an etwas binden foll, als gewöhnlich im
N und Wallfahrten; nun wird &
53 a⸗
730 €
| zu feheuen, zu fließen und zu ftrafen. daß diefes forthin mit neuer Ge
dieſem Artikel viel Farbe angeftrichen, fo ifts |nicht geſchehen.
moͤge, wie rein das Buch ſey. Es hat ſich tes und unfers HEren Chriſti niche dulden,
weichen foll. Diefes ift GOttes Befehl: Flie- |weifen , daß fie folche Raͤnke verftünden und
f
wiſſen fie wohl, wie ihm zu thun wäre, dürf-| ſchmuͤcket er, oder kockelt mit meitläuftigen Wors
ap.ıg. Donder durch Eonventen, Reichs
Sacrament im Spectafel des Umtragens und |ren oder Gelahrten die Köpffe zufammen ge—
in der Dpffermeß in einen fremden Brauch ver: ſteckt, und die görtliche Lehre nad) ihrer Gele: ı
kehret: diefe fehwere Mißbraͤuche find billig genheit gelenket; es ift auch wol IR — ME
windigkeit
19. Darnach flickt das Bud) an die Meſſe, mehr verſucht werde. Aber fromme freue deh-
fage, der Priefter opffere da den Sohn GOt— rer find fhuldig, görtliche, noͤthige Lehre rein ı
tes, und dazu für Lebendige und Todte; da» und in rechfem gemwiffen Verſtand zu erhalten,
mit die Seelmeflen nicht abgehen; und wiemwol| welches leider vor Diefer Zeit viel Hundert Jahr
doch im Grund Fügen und Beftätigung der| 24. Derganze Päbftliche Haufe hat fo ſchreck J
Paͤbſtlichen Abgötterey. lich kockelt mit irriger, abgöttifcher, verwicel
20. Es ſchmuͤckt auch die gemößnliche Ans fer Lehre, daß aud) vor biefen Jahren viel für ı
tuffung der verftorbenen Heiligen, welche eitel nehmer Männer, als Wilhelmus Parifienfis,
öffentliche heydnifche Abgoͤtterey ift, und hat Gerſon und viel andere, hoch und jaͤmmerlich
den rechten Verſtand von Chriſto über die Maaf darüber geklagt; und nachdem GOtt der Kir
fen ſehr verdunfele. i chen wiederum durch feine groffe Barmberzige ı
21. Diefe Artifel Habe ich erzehlt, Dar- Feit das Licht des Evangelli, wie es gewißlich
aus ein jeder Chriſtlicher Lefer felber richten wahr ift, angezündet, kann es der Feind GI ı
aber der Känfer hierinn löblidy gehalten, Daß |willesdämpffen mit Gewalt und mie Tücke, era
er den Beroröneten zum Gefpräd) befoßlen, ih⸗ regt Türken, Pabft, König, Biſchoͤffe und
te Meynung in allen Puncten Chriſtlich und ihre Gelahrten und Weifen, Diefes Licht aus
frey anzuzeigen; darum aud) etliche Gegenar: | zulöfcyen. 1
tikel übergeben, wie in diefen Acten zu finden.| 25. Er Eann ſich aber nicht ganz bergen,
22. Wäre dem Gegentheil ernft, Einigkeit ſondern mill etliche fo grobe Irrthuͤmer beftär
und Frieden zu machen, mit GOttes Ehre: fo tiget haben, daß mans greifen Fann ; die andern
r
ten nicht anheben an Stärkung ihrer fhädli-\ten. Wie man fage vom Nömifchen Haupts
chen Irrthuͤmer; denn fie wiſſen wohl, daß mann, der den Frieden macht miedem Schale
wir durch GOttes Gnade in allen Artifelnden | Antiocho Epiphane, und war Mann an Mann:
rechten alten Verſtand und Brauch der erften denn dieweil Antiochus die Römer oft mir ger
reinen und Catholifchen Kirchen lehren und ſchwinden Worten auf die Affenbank gefege
haften; fie wiffen aud), daß man davon nicht und geräufcht Harte, wollte ihm der Hauptmann
bet Abgoͤtterey, und der Gegentheil kann nicht auch üben Fönnten, wenns loͤblich wäre, und
verneinen, daß fie Abgötterey treiben; geben |feßt in den Vertrag diefe Worte, daß Antio-
nun für, fie wollens nicht fo grob treiben, und chus den Römern die Helfte feiner Schiffe —
ſuchen Faͤrblein, wie fie doc) im Grund ihre ſtellen und übergeben ſollte. Als nun diefes
Irrthuͤmer zu ihrem Pracht und Muthwillen gewilligt und beſchloſſen geweſen, da hat der
erhalten. Aber Jeremias ſpricht: Verflucht Roͤmiſche Hauptmann alle Schiffe Antiochiauf
fey derjenige, fo des HEren West untreu⸗ einen Ort führen laſſen, und die alle jerhauen,
lich thut. Darum wiſſe fid) ein: jeder, fo und hernach zween Haufen Holz draus machen
GOttes Ehre und der Chriftlichen Kirchen , auch |laflen, und den einen Antiocho zugetheilet, den
eigene Seügkeit groß achtet, hierinn zu bewah⸗ andern, als der den Römern gehörig, Hat er
rei. | verbrennen laffen. Alfo foll man mit GOTT
23. Diefes Spiel iſt nicht neue in der Welt, [mic fhergen. 4
fondern es ift oft vorgefallen, daß etliche Her-| 26. Dieſes ſey gefage, den Sefer zu verwar ⸗
nen,
| dürft hinzugethan, nicht jemand Klemit zu be-
— — — — — — ——
ö— — — — —— — ——— — —
32 In.Abfepnitt, Von dem
nen, daß er den feltfamen Kram in dieſem
—59 lerne, und nicht meyne, es ſey
eitel Gold, Adamanten, Carfunkel, Schma-
vagden, Türkis ıc. wie es bisweilen fcheinet.
Es ift auch diefe Erinnerung allein zur Noth-
"Reichstag und Colloquio zu Regenfpurg. 733
bildet war, und recht Urtheil von allen Din«
gen gehabt, und in dem Willen eine brünftige
‚Liebe und Gehorfam gegen OOtt, welche doch
für und für in ihm wachſen und zunehmen foll»
fen. Eirad) 17+ Pfalm g. 1 Mof. 2 .
II.
feidigen. "Denn mein Gemuͤth ift nicht, diefe | * ie
—— zu derbittern. Und bitte alle Fromme Von dem freyen Willen.
und Berftändige, fie wollen die görtliche Wapr- ——— Gott dem Menſchen einen freyen
heit, GO zu Ehren und zu Rochdurft der Willen eingepflanzet Dat er ihm auch
Epriftlichen Kirchen, hoch und werth achten , fein Gebot gegeben, und ihn nad) feinem Rath
und treulich Helfen fördern und Handhaben, |gelaflen; alſo, daß, fo er gewollt ‚Bätte er durch
in Betrachtung daß diefes der allerhächfte | Beyſtand der empfangenen Gnaden und Kraft
Gottesdienſt iſt des Heiligen Geiſtes mögen das Gebot hal⸗
So weifen auch alle Abgöttereyen in der ten, und das goͤttliche Bild, darinnen er ge⸗
Melt, wenn man von gewiſſem und Elarem ſchaffen war, unbefleckt bewahren; fo er aber
GHttes Befehl anhebt ein wenig zu weichen, | nicht wollte, würde er feine Herrlichkeit und
welche araufame Unfinnigfeie hernach folge, | Ehre, durch Berderbung feines Willens, ver«
als im Pabſtthum auch geſchehen, in ihren ab lieren, und für das geben den ewigen Tod er⸗
aöteifchen Meſſen und Heiligendienften, Der | langen, Sirad) 16. :
HErr KEfus CHriftus, Goles Sogn und un- Diefer freye Wille, — alle ganz
fer Heiland, wolle feine Kirchen gnaͤdiglich ge un u ie
dag 6 *
— regteren mehren 08 IE * Fall und der Suͤnden anders, ehe er wieder
zu Gnaden gebracht wird, und anders, nachdem
er Gnade erlanget, und aber anders, ſo er zur
Herrlichkeit kommet. ——
h Von dem freyen Willen vor dem Fall ſtehet
* tur vor dem Fall. Igeſchrieben: Vor den Wenſchen iſt Tod und
Ott hat den Menſchen ihm zu einem Bild Leben, Guts und Böfes, welches ibm ge⸗
und Gleichniß geſchaffen, ı Mof. . faͤllet, das wird ihm gegeben werden,
N nicht nach dem Leib, (wiewol er auch Denn vor dem Fall war nichts in der Natur
denfelbigen wunderbarlich geſchmuͤcket, und des Menſchen, das ihn verhindert, Gutes zu
dazu, daß er ihm dienen ſollte, gegeben hat,) thun. Aber dieſe eingepflanzte Freyheit, das
fondern nach der Seele, welche er. mit Gute zu thun und ſich von dem Boͤſen zu ent⸗
Kraͤften des Verſtands und Willens, nach halten, iſt durch den Fall des Menſchen ver⸗
ihm ſelbſt, begabt und gezieret hat; nemlich ioren, und allein fo fern Freyheit blieben, daß
mit freyem Willen, mie dem Sicht der Weis- der Wille nicht gezwungen wird, melche die
beit, mit ganzer und vollfonimener Unfchuld | Böfen ſowol haben als die Guten. Won dies
geſchmuͤckt/ und feiner göttlichen Tatur, aus ſem frenen Willen ſagt der HErr Match. 23:
lauter Güte, theilhaftig gemachet hat, Sirach | Wie oft habe ich deine Rinder verfammien
' 1, |
Don der Schöpffung des Menſchen,
und Vollkommenheit der menfchlichen Na⸗
. 17. und Pred. 7. auf daß er. wäre zum kob| wollen, und du haſt nicht gewollt,
und Preiß feiner Herrlichkeit, Ephef. 1. | Aber diefer Wille ift unvermöglich, die wah⸗
So lang nun der Menſch in dieſem Bitd|re Gerechtigkeit, und gute Werke, die GOtt
—* Gleichniß GOttes vollkoͤmmlich beftanden | gefallen, nicht allein zu vollbringen, ſondern
t, Bat erin dem Verſtand einewahrbafte und] aud) anzufahen ; tie denn gefchrieben ſtehet?
ebendige Erkenntniß GOttes, nachdem erges| Der natürliche Menſch vernimmt nichts
| Dom
. En 3
——— — —— — — ———————— —— nn — — mn nn
734 Cap.ıg. Von der durch Convente u. Keichstaͤge geſuchten Religionsvergl.
vom Geiſte GOttes/ ı Cor. 2. und fleiſchlich |daß fie ſich num,fo viel die Gnade betrift, fofie
gefinnet ſeyn, iſt eine Seindfcbaft wider | in Chrifto JEſu haben, von Sünden enthale
EOtt , denn es ift dem Befen B Ortes ten, GOtt gehorfam feyn, und feine Gebote
nicht untertban, und vermag es auch nicht, thun mögen, daß fie auch durch Hülfe des Gei⸗
Rom. 8. darum vermag diefer freyer Wille, als ftes mit hoͤchſtem Fleiß darnach ſtreben füllen.
ein äufferliche Werke, und die zu Diefem Leben | Zu dem St. Paulusvermaßnet, als er prices
dienen, zu thun, fie feyen gut oder böfe ‚denn, | Die Sünde ſoll über euch nicht herrſchen,
sole Pauius fpricht, woas nicht aus dem Glau⸗ denn ihr feydnicht unter dem Befeg; fon
ben gefebiebet, das ift Sünde, Rom. 14. dern unter der Gnade, die Gnade BOr-
und Auguftinus ſagt: Ib kann das nicht tes ift das ewige Leben in Chriſto Tefu
aute Werke beiffen , die nicht von guter unferm SEren, Rom 6,und 2Cor.6:Wie
Wurzel Eommen, Bat | vermahnen euch als Mitgebülfen, daßihe
Aber von dem freyen Willen, fo dem Men-| die Bnadenicht vergeblich aufnehmer, denn
ſchen, nachdem er wieder zu Gnaden bracht iſt, hiemit wird die Herrlichkeit Chrifti, und der
gegeben wird, fpricht Chriftus alfo: Wo euch] Reichthum und Kraft der Gnade und der ge
der Sohn frey macht, fo feyd ihr recht fchenften Gerechtigkeit, fo wir durch ihn em⸗
frep, Joh. 8. und St. Paulus Röm. 8: Das pfahen, Herrlich und lieblich gepreifet. >»
Befes Des Beiftes, der da lebendig mache, Doch foll man hieneben den Leuten auch fleiſ⸗
in Chriſto JEſu, hat mich frey gemacht! fig einbilden, daß noch. ſolche merkliche
von dem Befeg der Sünden und des To⸗ Schwachheit, das Gute zu run, und fo eine,
des. Diefe Freyheit wird uns allein durch ftarke Neigung zum Böfen in ung bleibe, wele
den Sohn, vermiteelft der Wirfung des Hei⸗ che jegt gemeldie Kraft des Geiftes verhindert,
ligen Geiftes, wieder zugeſtellet und erhalten ‚| und allerley böfe Luft in ung erreget, und ung
nachdem Chriſtus fagt: Ohne mich vernnS.| treiber, daß wir das Gute, fo wir. wollen,
get ihr nichts zu thun, „Soß.15. und Paulus: nicht ıhun, Gal. 5. Daher denn kommt, daß
Der Beift Hilft unferer Schwachheit; denn in diefem geben niemand opne Sünde iſt, Joh.
wir durch diefen Geift von ver Knechtfchaft der |r. defto mehr wir uns an Chprifto Kaleen, una
Sünden erlöfet, und Knechte der Gerechtig- \in diefem eben mie Furcht und Zirtern wan—
£eit werden, wie der Apoftel ſpricht: Yun deln, und allen Fleiß anwenden follen, daß
übe frep ſeyd worden von der Suͤnde, mir der Gnade GOttes nicht abftehen, Ebr. 12.
feyd ihr Rnechte worden der Berecbtigfeit, noch ben Heiligen Geift, damit wir verfiegelt
und derohalben heißt dieſes eine Freyheit, da- ſind auf den Tag der Erlöfung, betruͤben
durch wir von der Sünde frey gemacht werden. Epheſ. 4 R RR IR REN Pia ua
"Ron ber Beni ler & a nn penis
anater Herrlichkeit, welche iſt eine Freypeit se e *
—— Verftandes, und vonbö,| Von der Urſache der Sünden
fer Suft und Beglerden, fagt der Apoftel ‚daß DB) Urfache der Sünden ift der böfe Wille
wir alsdenn werden GOtt fehen, wie er iſt, des Menfchen und des Teufels, der fi)
und derohalben ihm gänzlid) anfangen, ja er |von GOtt abwendet, welche Bosheit des Wils-
wird alsdenn alles in allen feyn, ı Cor. 15. lens nicht von GOtt, fondern von dem Teufel,
Nachdem wir nun durch die Erlöfung, Die da und von uns iſt; wie denn der HErr Chriſtus
iſt in Chriſto JEſu, wahrhaftig frey gemacht ſagt: Wenn er Lügen redet, ſo redet ee
find, alfo dag mir nun, nachdem er uns flät- |von ibm ſelbſt; alfo ift durch des Teufels.
ket, alles vermögen in ihm, Philipper 4. fo Wille der Tod in die Weltfommen, Weish.
foll man folche Freyheit Im Predigen zum Volk 2. und durch eines Menſchen Ungehorfam,
mit hohem dob preiſen, damit die Leute erken⸗ find viel Sünder worden, Röm. 5. weldyes
nen, was fie in. Chrifto erlanget haben, und geſchehen iſt, als Yoam vom Teufel betrogen,
den
* J —
0 Me a
v4 H RN ö—— — — — — —— — — — — — — — ——
736 I. Abfchnict. Don dem Reichstag und Colloquio zu Regenſpurg. 737
‚den febendigen Glauben und die Siebe zu GOtt |mege ift die füchtigeund böfe Are und Neigung
verloren, und anſtatt derfelbigen auf Ber- Izur Sünde Was aber für Sünde in uns
trauen und Liebe fein felbft gefallen iſt, Mof. 4. iſt, über diefe erften angebornen Gerechtigfeie
ee EV, ER
Een und Mangel — den ic
fi tigen Neigungen, nemlich Das jeßt ins Thun
. Don der Zrbfünde, | ausbricht, es fey mit Gedanken, Worten,
n De Erbfünde iſt der Gebrechen und Man · oder Werken, oder auch Rachlaſſung deß,
Gelder erſten eingepflanzten Gerechtig- |vas wir thun ſollten, daſſelbe heiſſen wir wirk
keit, die wir haben ſollten, ſamt der boͤſen Luſt. liche Suͤnden.
Die erſte angeborne Gerechtigkeit aber heiſſen Vom Urſprung der Erbſuͤnde.
wir, in Önaden GOttes ſeyn, und die Gleich Die Erbſuͤnde nach ihrem eigenen Weſen,
niß und Bildniß GEOttes haben, zu Deren wir wie fie von der wirklichen Sünde unterfchies
‚geichaffen find, welche darinn ftunde, Daß der denift, als die Wurzel von Aeften und Fruͤch—
Menſch den Heiligen Geiſt hatte, und ausdem: fen, ift von Adam in alle feine Nachkommen
‚felbigen. GOttes rechte Erfenneniß und Liebe; durchdrungen, und bat geherrfchet zum Tod,
darum fo ift foldyer Gebrechen und Mangelder Roͤm. 5. und wird in uns allen, die von Adam
angebornen Gerechtigfeit nichts anders, denn geboren werden, aflein durch das natürliche
der Gnaden und des Beiftes GOttes mangeln, 'Herfommen und Geburt von Adam, eine ei⸗
oder wie es St, Paulus nennet, Unglaube und Igene Sünde ; wie denn der heilige Paulus ſagt
‚Ungeborfam gegen GOtt, Nom. 3. Gal. 3. Roͤm g: Ehe fie geboren wurden, und ef«
Roͤm. 5 ea was gutes, oder boſes gethan hatten, hab
Die böfe Luft ift die Berderbung und unor- lich Eſau gehaſſet. |
dentliche Art und Eigenfchaft menſchlicher Kraͤf tem Rom. 5: Der Tod bat geherrſchet
te und füchtige Neigung zum Argen , wel: von Ydanı, auch über die, die nicht gleich«
‚che Derohalben von Gt. Paulo ein Geſetz der wie Ydam mit Lebertresen gefündiger ha«
. Blieder, ein Befeg der Sünden, undaud) |ben. Nichts deſtoweniger aber iſt wahr, daß
Suͤnde genannt wird, Roͤm. 7. Derobalben dieſer einige Gebrechen und Mangel der erſten
wir uns immer hüten und wider diefeunsan- langebornen Gerechtigkeit, famt der böfen füch-
geborne Sucht und Verderbniß fireiten müf |tigen Neigung zum Argen, ein folder Man⸗
‚fen, daß diefe Sünde in unſerm fterblichen Igel und Sünde iſt, die des Todes würdig iſt.
Leib nicht herrſche und überhand nehme, ! Denn weil der Menſch durdy diefe Erbfünde -
Roͤm. 6. ; verberbet ift, fiehet GOtt in ihm fein Bild,
Alſo begreift das Wefen der Erbfünde diefe oder feine Erkenntniß und Siebe niche mehr,
beyde in fi, den Gebrechen und Mangelder |verowegen werden wir alle geboren von Natur
erften angeboraen Gerechtigkeit, die wir ba | Rinder des Zorns, alfo daß aud) bie jungen
ben follten, und die böfe Luſt und füchtige Art, | Rinder, welche, ehe fie durch die Taufe wie-
‚welche, fo fie zu dem Gebrechen und Mangelivergeboren , verfcheiden ‚nicht gefreyet find von
‚Der erften angebornen Gerechtigkeit kommet, der Verdammniß, dadurd) fie beraubet were
bricht fie aus in allerley wirfliche Sünde, in den des goͤttlichen Anſchauens und Kiches.
Denen, jo nicht in Chriſto wiedergeboren find,| Denn obwol in uns, die von Adam gebo«
‚in welchen Denn der Teufel Eräftiglich: wirket, ren werden, etwas göttlicher Bildniß nod)
‚Erben | ©... Jübrig bleibet, dadurch wir noch etlichermaſſen
. Ran foll aber die Erbfünde von der wirk · GOtt erfennen, welches wir das Licht der Na⸗
lichen Sünde eigentlich unterfcheiden, alſo daß ‚tur heiffen: fo iſt doch diß übrige liche ſo ge⸗
wir erkennen, daß die Erbſuͤnde ſey allein der ring und ſchwach, von wegen der ſchweren
Gebrechen und Mangel der erſt angebornen , Befleckung ‚daß es OOtt fuͤr fein Bild in uns
„Gerechtigkeit, bey welchem Mangel auch all⸗ nicht erfennen mag; wie es denn auch geiſtli⸗
Lutheri Schriften 17. Theil, Aaaqa liche
: * ET v SA,
Ua Vanden bunt Gommamen Racce tce gm acgorcre
u
liche und wahre Gerechrigfel eo —
und wahre Gerechtigkeit zu thun, ganz getauft Ye iflum angsogen.
unkraͤftig if, ob es wol air Ha alle die, Alfo a am es Bet.
fo göttlicher&erechtigkeit nicht unterworfen find, |dienfts Chriſti, und um Ehriſti willen der in
u verdammen, Nom. I. 2. fbnen durch) den Heiftg It wulen ANE
N $ ie ee Heiligen Geift wohnet, das
Wie die Erbſuͤnde weggenommen und ab- übrige von der Erbfünde nicht zur Sünde zus
gethan wird. | gerne IR iſt eine ſolche Sun |
Die Erbſuͤnde wird vom Menfchen hinge⸗ e verbamme, füntemal die Pflicht zur
nommen in der Taufe, welche ift 1“ SR Verdammniß um Chriſti willen weggenommen,
Wiedergeburt und Erneurung des Heiligen — dieſe Sucht nicht in böfe Werk, Gedan⸗
Geiftes, im Wort des Lebens, durch das Ver— nd Bewilligung / oder in Unterlaſſung (ul
dienft des Leidens Chriſti, Ephef. 5. denn in der D et jaucbeioit, nachecm Dr Un
Taufe wird dem Menfchen die Schuld oder jagt: Es it nichts verdammliches an de
Hflicht der. Verdammniß, fo die Sunde auf war ſo in Eärifto fu find, die nicht
ie. hat, hinweg genommen, und die Gnade —— nach dem Sleifeb, denn das Ge
GHttes wiedergegeben. de ſetz des Beiftsund Lebens in Chriſto IEſu
Zudem wird auch der. angebornen böfen > ae 4 — ——
Sucht und Neigung ihre Kraft gefchwächer| Lind el en —
durch den Heiligen Geiſt, der in der Taufe ge=|von dieſem Sehr a es Dep Delliae © san
en und neue und heilige Neigung im ſagt: Die-& ee —
Menſchen erregt, wie der heilige Paulus leh- der Geburt herk 1
a 2 lee Ohr r :,der Beburt berfommer, wird Durch Die |
— — uͤber ne ae bingenommen, de fpiritu et
iſt; alfo ift auch durch eines Gerechtigkeit r — 'S ind aa
a ER em: des Lebens über alle! ben des 1 edttiehen Reibes a.
Menſchen kommen : und wie wir durch <i-| in der geiftli —— ee
— rs viel Sünder ae a Kae |
alſo werden wir viel auch durch eines Be-| geben ift es, weil die Schuld i ee
horſam gerecht. _ Undim 6. Cap. Durch die ment, d ni ———
Taufe ſind wir mit ihm begraben in den be Da
— it beg den, weggenommen iſt. Blei
Tod, auf daß, wie Chriſtus von Todten ee el
die Zertlichkeieides| meld ieweil es wirfer böfe Luft, wider
a en ndeniteeen el Senken And an eie
wandeln, am aba ———
Derhalben, obwol in den Neugebornen die| cium:: Die auf alıı D er
Bafe a und angeborne = die man ma-| Sıinden und nimm Be a A
‚teriale peecati originis heißt, bleibe ,. wel ea, nicht wi EN I
je eine ſchwere le und eine er ER a
ler Bitterfeit ift:: fo wird doch Die Schuld oder] redet Auguſtinus jel meh ee
ab nroraie Wateg gevonunar ——
Ben. — — in der Taufe los wer⸗ ſig lehren, daß diß Gef der Sünden und die
Sen und in: Chrifto befleider , und nach dem böfe Neigung in den Heiligen, fo fi eh
Ebenbild des — — — bi = ee ſo fie Feine bö«
denn er Apofs man Chef fi: Der 0 Di ns Berdantinnißbeinge. Denis alle Shi
felbft für die Rirche gegeben hat, daß er iſt durch Chriſtumb a ,
fie beitiger , durch Reinigung des Waffer-| Daneb um bezahlet und hingenommen.
ee wa janeben foll man: auch befennen: und lehren
: ho es im Wort; und: Gal. 3: Alle, Seibel mie: demfelben: Auguſtino, Daß) diefen. Gebre—
: he i — chen
40 I. Abfehniet. Don dem Reichstag und Lolloquis zu Regenfpurg. 741
‚Sen auch der Beilige Daulus Sünde heiſſet, und den Neugebornen übrig iſt, dieſer Unterfcheid.
n en daß er von der Sünde her- |Erftlich, daß Die Luſt in denen, Die nicht neuge-
fommet; fondern auch, daß er zur Sünde boren find, noch ift unter der Schuld_und
neiget, und einen Lingehorfam in ſich Kat role |Pflicht des Verdammniß zum ‚ewigen Tod;
e die Herrſchung des Gemuͤths. Denn die: aber in den Neugebornen iſt die Pflicht zur
ſer heilige Mann lib.V. contra Iulianum cap. II. Berdammniß weggenommen. Zum andern,
alfo ſchreibet: Die Luft des Fleiſches, wider ‚Die Luſt herrſchet in denen, ſo nicht neugeboren,
welche den guten Beift gelüfter, ift Suͤn⸗ ‚daß fie ihr nicht widerftreben Fönnen; aber die
de, dieweil fie mit fich har den Ungehorfam Reugebornen flreiten dagegen, Zum dritten,
wider die Herrfebung des Gemuͤths, und ift die Luſt den Gottloſen Urſach zum ewigen
ift eine Strafe der Sunden, denn fieiftge- Tod; aber den Gläubigen eine Uebung zur
folget nach dem erften Lingehorfam, und da- Zurcht und Glauben.
durch verdient; zum dritten, iftfie auch Ur-| Nachdem denn alfo in den Gläubigen die
ſach der Sünden, nemlich, fo man in bö- Schuld der Erbfünde hinweggenommen ift;
fe Begierden williget, und dieweil fündige die böfe Luft aber noch bleibet, welche ſich fte-
Menſchen davon geboren werden. Und tig wider den Geift auflehnet : fofoll man dem
lib. contra Iulianum II; Diefer.Bebrechen Volk in den Predigten die beyde Stücke fleißig.
wird nicht alfo Sünde genannt, daß er fuͤrhalten. Zum erften, auf daß fie die Wohl-
die Bläubigen ſchuldig mache, fondern daß ‚that und Gnade Ehrifti in dem defto beffer er=
er herkommt von Schuld des erſten Wen« fennen und preifen, daß ihnen GOtt das uͤbri⸗
feben, und. unterftehet durch fein Wider: |ge der Erbfünde nicht zur Sünde zurechner.
fireben, uns in Schuld zu ziehen, wo nicht Be andern, Daß fie, fo fie folche ihre übrige
die Bnade GOttes hülfe durcb JEſum groſſe Schwachheit recht erfennen und beven-
Ebriftum, unfern HEren, daß diefe Sün- en, ſich defto gänzlicher dem Arzte Chrifto er-
de, die nun überwunden ift, nicht wieder⸗ geben und vertrauen, daß er folchen ihren Ge—
um lebe und berrfche. ; brechen vollfommenerBeile, auch fich deſto ernſt⸗
So bald aber diefer Gebrechen zu einiger arz licher in ſteter Buffe und Bitte um Gnade
gen Bewegung-ausbrichet und quillet, als da üben. Zum dritten, daß fie auch bedenken,
it, GOttes Gericht verachten, oder haflen, wie fie mit ihrem fletigen innerlichen Feind zu
und feinen Berheiffungen nicht trauen, wider |Fämpffen Baben, und die Hülfe des Heiligen
GOtt ungeduldig feyn und murren, und andes | Geiftes allwegen defto freulicher anruffen, auch
1 ie mehr Bewegung zum Argen, Die Der |defto mehr wachen und anhalten, ihr Fleiſch
enfch in einigem Weg bewilliget, oder Luſt mit den böfen Luͤſten zu creuzigen und zu tödten.
iu
dazu hat, oder darinn verharret: fo iſts eine
wirkliche Sünde, weldye muß von neuem ver» Gnaden und des Geiftes, inder Taufe empfan-
geben werden. Unddiemeil diefe Schwachheit gen, herrlich preifen, und das Wolf Iehren, daß
aud) fo groß, und die Wurzel der Bitterfeit ſolche Gnade (fo wir fie allein mie wahrem
fo fruchtbar in uns ift, daß mir feßr oft fürund |Ölauben annehmen und ihr recht gebrauchen,
für unterliegen, und dieſe Wurzel täglich bitte |gröffer und mächtiger fey, denn die übrige
ve Frucht bringet, als, Beratung GOttes, Schwachheit und Seuche, daß auch ſolche
und viel böfer Begierden: fo iſt vonnörhen, Schwachheit und böfe Seuche durch folche Gna⸗
Daß die Heiligen, fo lange fie in dieſem eben find, |de und Geift mag gecreuziget und getoͤdtet wer⸗
beten und fprechen: verzeihe ung unfere Sünde. |den,, bis zu vollfommenem Sieg, ob wir den
Und wo wir fagen, daß wir. Feine Sünde ſchon erſt im fünftigen $eben erlangen. Dann
haben, betriegen wir unsfelbft, Sob. 1. alſo fchreibee der Heilige Paulus zun Roͤmern
Alſo iſt zwifchen der fündlichen Luft, in der Jam achten: GOtt hat feinen Sohn geſandt
nen, fo noch nicht neu geboren find, und diein |in der Bufialeden fündlichen Fleiſches, und:
2 ' 0902 bat
. Dagegen aber foll man auch die Kraft der
*
verdammet, damit die Gerechtigkeit des
Befeges’in uns erfüller wurde; item: Wit
find Schuldner, nicht dem Steifb, daß
wir nach dem Fleiſch leben; item: Welche
durch den Beift GOttes getrieben werden,
Oje find Rinder GOttes.
V.
Von der Juſtification, das iſt, wie der
Menſch vor GOit gerecht wird.
Fe iſt gewiß, und befannt bey alfen Chri-
/ ften, daß nach dem Fall Adams alle
Menfchen, wie der heilige Paulus fpricht, ges
boren werden Kinder des Zorns und GOt—
tes Feinde, und derhalben im Tod und Gefaͤng—
niß der Sünden find,
Auch iſt es gewiß und befannt bey allen |und ehätigen Glauben gerecht wird, denn da
Epriften, daß Fein Menfch mit GOtt mag ver= durch werden wir GDttan
föhnet, und von der Gefängniß der Sünden um Chriſti willen. _
ledig werden, anders denn durd) Chriſtum, den
einigen Mittler GOttes und der Menfchen,
Durch welches Gnade, wie der heilige Paulus
ſpricht, werden wir nicht allein mit GOtt ver-
ſoͤhnet und erlediget vom Gefängniß der Suͤn⸗
de; fondern wir erlangen auch ©emeinfchaft
Kinder.
Auch ifts geroiß und öffentlich, Daß die, fo
nun zu ihren vernünftigen Jahren kommen
7 Cap. 18. Donder durch Tonvente u. Reichstäge geſuchten Religlonsv era.
hat die Sünde in Steifb durch Sünde
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Glauben, dadurch) das menfchliche Gemuͤth ge⸗
wißlich gläubet, allem, fo von GDtegeoffenbart,
und glaubet alfo auch gewißlich und ohne Ziveifel
den Berheiffungen von GOtt gegeben; wel⸗
cher, wie im Pfalmen geſagt wird, ift treue in
altenfeinen Worten. Dadurc) vertraueenum
das Gemuͤth von wegen göftlicher Zufage,.
darinn GDte verheiffet, daß er denjenigen, ſo
an Chriftum gläuben, nemlich deren, fo Neue
Baben, ohne Verdienſt die Sünde vergeben
wolle. Und durch diefen Glauben wirddas Ge:
muͤth Durch den Heiligen Geift zu GOtt aufger 7
richt, und empfäher den Heiligen Geift, Berges
bung der Stunde, Zurechnung der Gerechtig-
keit, und viele andere Gaben. ie
‚Und ift derhalben eine beftändige, gefunde
Lehre, Daß der Sünder durch den lebendigen
genehm und gefällig
Und den lebendigen Glauben nennen wir
ten Lebens, aufgericht werden zu GOtt, und
‚wahrhaftig ergreifen die Barniherzigkeit, um
haftig fehlieffen, fiehaben Bergebung der Suͤm⸗
des Verdienſts Chrifti, aus lauter Önade und
find, diefe Wohlthat Chriſti nicht erlangen, ob= | nun zu Gtt ruffen: Abba, lieber Daterıc.
ne vorhergehende Bewegung des Heiligen Gei⸗
Und wenn folches gefchieht, fo wird zugleich,
fies, dadurch ihr Gemuͤth und Wille beweget auch dem Menfchen eingegoffen die $iebe, Die
wird wider ihre Sünde, Denn esift unmög- den Willen des Menfchen Beiler, auf daß der- |
Tich, wie Auguſtinus fpricht, ein neues Leben |felbe, nachdem er geheiliget ift, (wie Auguſti⸗
anzufaben, es fey denn Reue zuvor da des nus fagt,) anfahe, Das Geſetze zu erfüllen,
vorigen Lebens. So iſt nun diefes der tebendige Glaube, wel⸗
Und Lucaͤ im legten Capitel thut CHriſtus cher GOttes Barmherzigkeit durch Chriſtum
Befehl, daß man in feinem Namen predisTergreift, und gläubet, daB uns die Gerechtig-
ge Buffe und Vergebung der Sünden, keit Chrifti, ohn unfer Verdienſt, zugerechnet
Und Johannes Baptlita, gefandt den Weg |wird, und zugleich den Heiligen Geift und die
vor dem HErrn zu bereiten, hat auch alfo ge= Liebe empfähet, alfo, daß der Glaube, der da
predigt: Beffert euch, denn das Himmelceich |gerecht macht, ift folcher Glaube, der durch
it nahe, die Siebe ehätig iſt. Doch ift aleichwol diefeg
Darnach wird das menfchliche Gemuͤth durch wahr, daß wir alfo durch Glauben gerecht (dag |
den Heiligen Geift beweget zu GOtt Durch iſt, GOtt angenehm und verfühnet) werden,
Ehriftum, und diefe Bewegung iſt Durch Den dieweil derfelbe ergreift die UNE
* Gerech-⸗
>
8
—*
9
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eine Bewegung des Heiligen Geiſtes dadurch |
Diejenigen, fo wahrhaftige Reue haben ihresa-
Chrifti roillen verheiffen, Alſo das fienun wahr:
mit göttlicher Natur, und werden GOttes \
den und Berföhnung mit GOtt, von wegen
Güte GOttes, ihnen umfonft gefehenfer, und '
m44 11 Abſchnitt. Don dem Reichstag und Colloquio zu Regenfpurg. 745
Gerechtigkeit, fo uns um Chrifti — des Glaubens bitten, wie die Apoſtel gebeten
rechnet wird, und nicht von wegen unſerer Wuͤr⸗ haben: HErr, mebre uns den Blaubenze.
digkeit, oder Vollkommenheit der Gerechtigkeit, | Auch iſt ben allen Chriſten bekannt, daß Gna⸗
die in uns durch Ehriftum angefangen if. de und neue Geburt nicht darum uns gegeben,
Und wiewol der, fo gerecht geſchaͤtzt wird, daß wir in dieſem angefangenen Grad müßig
empfaͤhet auch eine Gerechtigkeit, die in ihm iſt, bleiben follen ; fondern, daß mir in Chriſto
wie der heilige Paulus ſpricht: hr feyd gez wachſen Sollen , der unfer Haupt iſt ꝛc. Datz
waſchen, ihr feyd gereiniget, ihr feyd gebei- um ſoll man das Volk löhren, Daß fie fid) bes:
liget. Darum auch die alten Bäter das Wort, fleißigen ſollen, alſo zuzunehmen; welches gen’
gerecht werden, alfo gebraucht haben, für em= ſchiehet durch gute Werke, innerlich) und aͤuß
pfahen folche Gerechtigkeit, die wir in uns has Iferlich, fo von GOtt befohlen und gelost find, '
ben. Jedoch foll das gläubige Herz nicht auf welchen auch GOtt an vielen Drten des Evan
diefelbige vertrauen; fendern allein auf die Ge⸗ gelii Elar und öffentlich Belohnung um Chris:
rechtigkeit Chrifti, die uns gefchenft, ohne wel⸗ ſti willen zugeſagt, nemlich, Güter des Leibs
che gar Feine Gerechtigkeit iſt noch feyn kann undder Seelen in dieſem geben nach feinem goͤtt⸗
Und alfo find wir durch den Glauben gerecht, \tichen Willen, und nach diefem Leben: Beloh-
Das ift, GOtt angenehm, um des Berdienfts nung im Himmel, BABES
Eprifti willen , nicht von wegen unfer Wirdig-| Derhalben, wiewol das Erbe des ewigen der
keit ode War EN bens den Wiedergebornen von wegen dev Ver⸗
"Aber von der Gerechtigkeit, fo in uns ft, heiſſung verpflicht, fo bald ſie in Chriſto neu-
Heiffen wir fo fern gerecht, Daß wir gerechte: geboren find, fo will doch GOtt gleichwol auch
Werke thun, laut des Spruchs in der erſten die guten Werk belohnen, welche gut ſind, nicht:
Epiſtel Johan. am 3: Wer recht thut, der iſt aus ihrem Weſen, oder nach dem ſie von uns
gerecht. | 0 AEgmmen; fordern bieweil fie im Glauben ge=
Wiewol auch in den Neugebornen allezeit ſchehen, und find vom Heiligen Geift, der in.
zunehmen und swachfen follen Gottesfurcht, uns wohnet, und gefchehen doch ſamt dem
Buſſe, Demuth und andere Tugenden, weil freyen Willen, als Mitwirker. Kun
folche Berneuerung noch nicht vollfommen, und‘) ind wird derjenigen Setigfeit gröffer und
noch groffe Schwachheit ihnen anhanget; jedoch herrlicher feyn, welche gröffer und mehr Werkes
foll man lehren, daß die, fo wahrhaftige Neu gethan haben, darum, daß durch folche Llebung
haben, gewißlich und ungezweifelt gläuben fol: \in ihnen Glaube und Siebe zugenommen.
len, daß fie um des Mittters Chriſti willen) Welche aber diefe Worte brauchen: allein
GEOtt allezeit angenehm und gefällig find, denn !hurch den Glauben werden wir gerecht; die ſol⸗
Chriſtus iſt der Gnadenſtuhl, Der Hoheprieſter len auch als denn, Die Lehre von ver Buſſe, von
und Fuͤrbitter fuͤr uns, welchen uns der Vater | Gortesfurcht, von GOttes Gericht, von gu⸗
geſchenkt hat, und alle Güter mit ihm. ten Werfen, treiben, daß die Summa der
Dieweil aber der Menfch vollfommene Ge⸗Lehre ganz fen, wie Chriftus fpricht: Prediger
wißheit des Glaubens in diefer Schwachheit Buffe und Dergebung der Sünden in mei:
nicht bat, und viel blöde, erfchrosfene Gewiſ⸗ mem Ylanıen. Und foldyes derhalben, daß.
fen find, die oft ſchwerlich mit Zweifel ange⸗ diefe Weife zu reden nicht. anders verftanden
fochten werden: fo foll Doch niemand von we⸗ werde ‚ denn role Davon zuvor geredet iſt.
gen dieſer Schwachheit als ausaefchloffen von| Ä ————
der Gnade Chriſti gehalten werden; ſondern —
ſolche ſollen vielmehr mit Fleiß ermahnet wer— Von der Kirchen und ihren Zeichen,
den, daß ſie die Verheiſſungen Chriſt troͤſtlich auch Gewalt und. Autoritat.
toider folchen ihren Zweifel fegen follen, und Die Kirche und Gemeine Chiiſti, ſt Die
mit ftetem Geber um Stärfung und Zunehmen | ° — und Gemeine der Men⸗
% Aaga3 sehen,
746 Capıe.
chen, wo und zu. welcher Zeit die je, geweſen
find, noch find,;oder feyn werden, ‚Die beruffen
amd fommen find in die, Gemeinfchaft der Be⸗
kenntniß eines Glaubens, Lehre und. Sacra-
menten, nad) der rechten Catholifchen und Apo⸗
ſtoliſchen eheeeee...
Welche nun in dieſer Verſammlung, in Ei-
nigkeit des wahren und. lebendigen Glaubens,
der durch die Liebe rhatig ift, und. unter. einem
Haupt Ehrifto, und der Darreichung des Heiz
ligen Geiftes, an einander hangen, und in ei-
nerley Sacramenf, auch geiftlic) Gemeinfchaft
Haben : dieſe allein find dieſe Kirche Chriſti, Die
von St: Paulo der. heilige, Tempel und Haus
GOttes, und der: Leib Chriſti genennet wird,
in der erften Epiftel zun-Corinthern am ſech⸗
ften Capitel, zun Ephefern am andern, und
in der erften zu Timotheo am dritten Capitel.
Und von Johanne, die heilige Stadt, Das neue
himmlifche Jerufalem, aus lebendigen Steinen
gebauet, Dffenb. Joh. am ein und zwanzigften.
Capitel. Diß ift auch allein das heilige Volk,
gereiniget von aller Ungerechtigkeit, GOtt an:
genehm, und eifrig zu guten Werken, Tito am
andern Capitel. Welches aud) durch Gleich—
niß der befchloffene Garfen und verfiegelte
Brunn, und Die Wafferquelle des lebendigen:
Waſſers, und Paradies mit feinen Fruͤchten
genannt wird, |
Und diß ift die Kirche und Gemeine der Er-
wähleten, ung verborgen, und GOtt allein ei-
gentlich befannt, nach dem St. Paulus fagt:
Der HErr erfennet die Seinen, in der an-
dern zum Timotheo am andern Capitel. In
welcher Kirchen jest find alle, Die den Geiſt des
" Glaubens und der Siebe Haben: und behalten,
zun Ebräern am dritten Eapitel, ob fie mol
nicht alle gleiche Vollkommenheit des. Geiſtes
haben. "Zu diefer Gemeine Chriſti gehören
auch, doch allein nad) der Verheiſſung GOttes,
alle die, welche GOtt nod) ‚befehren will, ob
fie wol noch von uns, als die auffer diefer Ge—
mein find, gehalten werden, wie fie denn ge:
genwaͤrtig noch nicht Drinnen find, als der hei—
fige Auguftinus lehret, im Buch von der Taufe,
wider die. Donatiiten, lib. V. cap. 37.
"Demnach find.in diefer Gemeine und Ber-
Von der öurchConventen.Reichstäge gefischtenReligionsvergt,
a
+ fammlung ‚ fo viel die-äufferliche Gemeinſchaft
3
—
Bl
Wi
⁊
h
: belangef , auch die Böfen und zu ewiger Ver⸗
dammniß Verworfene, fo lange fie mit den le⸗
bendigen Gliedern Eprifti, doch allein leiblich,
vereinigek find, ob fie wol im Geift drauffen
und.entfrembdet find, denn fie bey ven Recht⸗
gläubigen find wie die Spreu unfer dem Weis
‚zen, und das Unfrauf unter der: gufen Frucht, _
)
Matth. am 3. und 13, das ift, fo lang fie mie
den Ehriften Gemeinfchaft haben an ven auf
ferlichen Zeichen des Glaubens und ſichtbaren
Sacramenten, werden fie yon Menfchen auch:
unter die Glieder Chrifti gezählet; diefe Haben
wol den Schein der Gottfeligfeit, Die Kraft:
aber derfelben verleugnen fie, in der andern Epi⸗
ftel zum Timotheo am dritten, Si
Diefe, fo lange fie von der Kirche noch nicht:
abgefondert und abgefchnitten find, erfennet fie
St. Paulus, als die noch in der Kirchen und -
Gemeine GSttes find, denn er
au Corinthern
von ſolchen ſchreibet: Thut das
oͤſe von euch
hinaus. So lange ſie denn nicht durch den Bann
hinaus gethan, oder ſelbſt hinaus gangen ſind,
und ſich von der Gemeine geſondert haben, wer⸗
den ſie, als die in der Gemeine ſind, gehalten.
dieſem Leben viel boͤſer Leute und.
fer den guten und wahrbaftigen Chriſten ver-
Alſo iR die Verſammlung der einen und ges
meinen Bekenntniß und Sacramente, die in
euchler une
mifcher hat, wie ein groffes Haus, indem nicht -
allein guldene und filberne, fondern auch hoͤl—
zerne und erdene Gefäß find, etliche zu Ehren,
etliche zu Linehren bereit, in der andern zum
Timotheo am andern Capitel.
Chriſti iſt mol unfichtbar, nach dem Theil ih⸗
ver Glieder, welche durch den Heiligen Geift
leben und getrieben werden, und zum ewigen
$eben verordnet find; aber fichtbar nach der
äuffern Erfenntniß Chriſti und Gemeinfchaft,
wie fie ausgebreitef ift in der ganzen Welt, an-
gefangen zu Serufalem, und von dannen durch
die Apoftel fortgebrache unter ‚alle Völker, |
tue. am vier und zwanzigften. Ap. Gefch. am
erſten.
Und ob wol die Boͤſen und Suͤnder nicht
lebendige Glieder der Kirchen ſind, auch gar
nicht von Der Gemeine der Auserwaͤhleten GOt⸗
tes,
Dieſe Gemeine
— —
N,
468), welche Heilig, und der Heiligen Gemein: ‚Banden feyn, ſoll uns das nicht irren, wie
>
ne
"Don dem Reichstag. und Colloquio. su Kegenfpurg. "749
haft ift und genannt wird; nichts defto meni- |gefagt," Daß daneben viel) böfer Leute in
ger hat doch Chriſtus uns gelehrer, die Gemei- |der Kirchen find, ja auch vorftehen und
‚ne feiner Heiligen nirgend anders zu fuchen, denn |herrfchen, daß wir darum die wahre Kirche
in der groffen Verſammlung, in deren rechte und Gemeine der Goftfeligen irgend andersivo
Lehre des Glaubens und Braud) der Sacra⸗ |meyneten zu fuchen zu feyn, denn da die erzeh-
mente ift. leten drey Zeichen, als gefunde Lehre, wahrer
Und wer in dieſer Gemeine bleibt der hat Brauch der Sacramente und Pfand der Liebe,
Gemeinſchaft, und genieffer alle die Güter, die noch beftehen und im rechten Wefen find. Denn
gehabt und genoffen haben alle — und diß groſſe Haus hat die Verheiſſung der gewiſ⸗
Gottſeligen, fo von Anfang der Welt gemwelen fen Gegenmärtigfeit GOttes und des Heiligen
‚find, daran ihn auch die fremden Sünden nicht | Geiſtes, welcher von der Kirchen , von wegen
verhindern ; denn niche die Gemeinfchaft der |der eingemifchten Böfen, nicht genommen wird,
Sacramente mit den Böfen, fondern Bewilli⸗ nachdem der HErr zugefagt hat: Siebe, ich bin
2 der böfen That, beflecket den Men⸗ bey euch allezeit bis zu Ende der Welt,
ſchen; und wer fic) von diefer Kirchen fondert, Matthaͤi am acht und zmanzigften, und Johan⸗
derſelbige hat nicht das ewige eben, fondernder |nis am vierzehenten Capitel: Ich will euch
Zorn bleibet über ihm, auch allein um diefer nicht Waͤiſen laſſen; ich gebe hin, ich will
Sünde willen folher Sonderung. adber wieder zu euch kommen. Golte denn
Damit aber niemand der Sachen ungeroiß der Boͤſen (fo neben den Guten in der. Kir-
“wäre, und zieifelte, wo er die Kirche Chrifti |chen find,) Unglaub, den Glauben und Ver⸗
‚Finden folle, bat Ehriftus ganz gewifle Zeichen |heifflung zu nichte machen $ das fey ferne;
‚gegeben, Durch die wir fo ein groffes Haus, fondern alfo ſey ihm, GOtt ift wahrhaf⸗
“welches die Kirche GOttes ift, erfennen follen. |tig: are Wenſchen aber lügenhaftig, Roͤm.
Dieſe Zeichen ſind die gefunde Lehre Chriſti, derjam dritten. BEE LE
‚rechte Brauch der Sacramente, nn5008 Pfand | Es weiß GO diß fein groffes Haus , die
‘der Siebe und des Friedens, zun Ephef, am Kirche, durch feinen wunderbaren Kath, wohl
Sierten, und Rom. am zwölften Capitel. zu erhalten, auch in wenigen, doch nicht in al⸗
* Durch die zwey erften Zeichen werden von lerley wenigen, fondern in denen: allein, Die
‚der Kirchen gefondert, alle, die befannelich, un- |fich der Gortfeligfeit in ver Wahrheit Halten,
glaͤubig find, als Süden, Türfen:und Heyden, und die Einigkeit der Kirchen , von der einge—
und denn auch die Keger, in der erften zun |mifchten Menge wegen der Böfen, nicht verlaf-
Corinthern am fünften, in der erften Epiſtel ſen, welche von dem Propheten Sefaia: die
Dohannis am andern Cap. und in der andern | Ueberbliebenen genannt! werden , in welchen
zum Timotheo am andern und dritten Capitel,\die Verheiſſungen GOttes erhalten und erfuͤl⸗
‚und zum Tito am dritten. Durch das dritte ler werden: Wo uns GOtt (fpricht der Pro⸗
Zeichen werden gefondere alle Schifmatici,-und phet,) ‚nicht hätte einen Saamen gelaffen,
die aus billigen Urfachen verbannt find. Hier: wären wir Sodoma und Gomorra gleich
‚über iſt auch noch ein Zeichen der Kirchen, daß worden, Sefaiä am erften.. Und wiederum:
fie iſt Catholica und Univerſalis/ das: iſt, ge: Wenn die Zahl der Rinder frael ſchon wie
mein durch Die ganze Welt, an allerley Drten, der Sand am Meer wäre, ſo würde doch
und zu jeder Zeit ausgebreitet, bis an: der Welt allein das übrige erhalten, Jeſaiaͤ am zehen⸗
re on — u Iten, Roͤm. am neunten · Si i
Re Sc ſchreibet auch der Apoftel + Wiſſet ihr
Don dem deichen des Worts. — die Schrift von Elia ſagt, wie
Seas wie num dieſe erzehlte Zeichen indem! er zu GOtt rider frael betet: Herr ſie
N groffen: Haufe: der Kirche ſehen noch vor haben deine Propheten erwuͤrget nn
“
so Eap. 18. Donder durch Convente u. Reichstäge gefüchten Religionsvergl. 751
Altar umgraben, und ich bin allein übrig |nicht erben. "Und 2 Eerinth. 12: Ich fürchte,
gelaffen, nun ſuchen fie mein Leben guc 5 wo ich wieder zu euch Fame, daB mich GOtt
1065 fagt ihm aber die göttliche Untwort :ich| nicht abermal bey euch demüthige, und
babe mir fieben taufend Mann uͤberbleiben müffe Betrübniß haben von wegen vieler,
laffen, die ihre Anie gegen dem Baal nicht die zuvor acfündiger, und nicht Buſſe ge=
gebogen haben, zun Römern am eilften Ca⸗ than baben, über der Unreinigfeit, Sure⸗
pitel, und din Dritten Buch der Rönige am) rey und Unzucht, die fie begangen haben.
neunzehenten Capitel. Dieſe Ueberbliebene] Lind derivegen find billig verdammer worden
nennet Chriſtus feine Schafe, die feine Stim-|die Novatianer und Cathari, welche Verzeis
me hören und ihm folgen. Welche befonders| kung der Sünden nad) dem Fall der Berleugs
Dazu geordnet find, nicht daß fie fich auſſer die⸗ nung Chriſti abgefchlagen Haben ; dern die
fem groffen Haus befonders zufammen rotten; Schrift durch Lehre und Erempel zeiget, DaB |
ſondern Daß in ifnen das groffe Haus bewah⸗ die Befehrung nad) dem Fall in der Kirchen |
ret und.erhalten werde und beftehe, damit es Chriſti Statt habe und Gnade finden folle,
nicht gar vom Grunde verfalle, und: zunicht| Ezech. am dritten Cap. Mateh, am achtjehen«
werde, denn'fie das Haus find, Das auf den ten, $uca am achtzefenten, Galat. am. fech-
Felſen gegründet: ift, welches vefte und unbe ſten, und in der andern zu den Corinthern am
voeglich beftehet, und wenn ſchon alles Linglück | andern Capitel. —
darwider anlaͤuft und ſtuͤrmet, Matth. am fir, Darum feine Suͤnde iſt, die nicht denen, ſo
benten. a ne wahrhaftig Buſſe hun in der Kirchen, verzie⸗
Unvob wol diß groffe Haus’ oft. nicht fo hen werde, denn allein Die Sünde des Anglaus |
wohl ſtehet, Der Menge halben der Gortfeligen, |bens, und der Unbußfertigkeit, der !äfterung
auch Die Lehre nicht fo klae und gewaltig gefüh: | wider den Heiligen Geift, und Berzweifelung,
ret wird; fo.ift Doc) deshalben varan nicht zu! welche Sünde denn, weder hie noch im Fünftie
zweifeln, daß dennoch in Diefem Hauſe die gen Leben, vergeben wird, Match. am zwölften
wahre Kirche erhalten werde, welche die Sal: | Capitel. Won welcher Sünde verftandenmag |
° bung. des Heiligen Öeiftes, der von allem leh- werden, das auch zun Ebräern am fechften
ret, allein hat; Denn diefe Kircye erhalten wird, | alfo gefchrieben ftehet: Es iſt nicht möglich,
wenn die Einigkeit: der Lehre zum menigften in daß die, ſo einmal erleuchtet find, und ge=
‚ ben Stüden behalten wird, die zur Seligkeit ſchmeckt haben das gütige Wort GOttes,
vonnoͤthen find. Dun. find in diefem groffen| und die Rräfte der Fünftigen Welt, wo fie
Haufe gewefen, find jeßund, und werden feyn,
abfallen und wiederum ibnen felbft den
welche die Chriftliche Lebre, die im Glauben, Sohn GOttes creugigen und für Spott!”
Hoffnung und Liebe beftehet, unverlegt bemah- halten, daß fie follten wiederum erneuret
ten und erhalten, A werden zur Buſſe; und am zehenten derfel-:
EL H ben Epiftel: So ee — ee
—— nachdem wir die Erkenntniß der Wahrbeitt
Von der Buſſe nach dem Sell. empfangen haben, haben wir förder Fein
Sen diefer Kirchen iſt auch, allein Verzeihung ander Opffer mehr für die Sünde; fonderm
rs der Sünden, welche nicht allein durch die ein ſchrecklich Warten des, Berichts ıc. |
Zaufe; fondern aud) nad) der Taufe den Büf| Damit der Apoftel anzeigt, daß Diejenigen,
fenden gegeben wird, und ift auch nicht allein) fo nach. empfangener Erkenntniß des heiligen
in diefer Kirchen Berzeifung der geringeren] Evangelii den Sohn GOttes durch ihr fünde”
Sünden, die durch Fägliche Heiligung ausge-| lich Leben wieder creugigen und zum Spott ha—⸗
fegt werden; ſondern auch der ſchweren Suͤn⸗ ben, und: nicht aufhören muthwillig zu fündi-
den, von denen Der Apoftel fagt, welche ſolche gen, Eein ander Opffer fürifre Suͤnde, noch Er—
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VII.
Dinge thun, die werden das Reich GOttes neurung durch die Buſſe haben; wie das an
* | 4 a u
De
„52 I Abfehnitt. Von dem Reichstag und Lolloquio zu Regenſpurg. 753
Juda dem Verraͤther aefehen worden iſt, wel. wegen nicht mögen ins verfprochene Land
her, nachdem er fo muthwilliglich Epriftum ver kommen: 0000 1
raten und-verworfen, Feine Statt der Buſſe | Es haben aber die Heiligen Bäter dieſe Spruͤ⸗
und Verzeihung mehr gefunden hat, ob er mol che des Apoftels aud) Chriſtlich alfo ausgelegt,
urch Reue feinerMifferhat gedrungen, ſchreyet: daß er rede von denen, Die da lehreten, daß
ch babe gefündiger , daß ich das unſchul⸗ der Menſch nach dem. Fall wiederum durch die
dige Blut verrarhen babe, Matth.27. Denn | Taufe müßte erneuret werden. Diemeil denn
er nicht auf Chriſtum den Erlöfer vertrauet, [in der Kirchen nicht mehr denn eine einige Tau⸗
welchen er durch fein Verrathen verftofien Batte. |fe fenn foll, fo Haben Diefelbige Wiedertäufer
Desgleichen zeiget die Epiftel zun Ebräern unrecht gehalten, und iſt diefer Spruch wider
auch an, von Efau und andern, die das Wort |fie angezogen. Ei —
Gottes zu Hören abgeſchlagen, und den, der) Nun ſtehet dieſe Bekehrung nach dem Fall
u ihnen reden wollte zu ihrem ‚Heil, verworfen auch in zweyen Stuͤcken, wie droben von der
En. Denn diß das Urtheil GOttes iſt: wer Juſtification gemeldet, nemlich, in Reue ‚oder
nicht gläubt an Chriſtum, der ift ſchon ge⸗ Tödfungdes alten Adams, und dagegen in Trös
richt, derbalben, daß er nicht glaubt an ſtung und Lebendigmachung durch den Glau:
den Ylamen des Sohns GOttes Joh. 3.|benz aber die Tödtung des alten Adams fo:
Da aud) weiter hinzugefegt wird, daß der Un⸗ dert hie nicht allein Neue, fondern auch Beicht
alaubige das Leben nicht ſehen werde ‚fon |und Önugthuung, zur Züchtigung; Davon aber
dernder Tod werde über ihm bleiben. Lind hernach foll geredet werden. Denn durch den
diß iſt die Sunde zum Tod, davon in der er: heil. Apoftel Paulum wird die Buffe nad) der
ften Johannis am fünften, aufe alſo befchrieben, daß fie feyein Schmerz
An andern Dertern zeiget der Apoftel zun und Leid nach GOtt, in denen, die gefündiger
Ebräern, daß über diefe einige ſchwereſte Sün- haben, welcher Schmerz: in demfelbigen gebä«
de des Unglaubens, und endlicyer Verſtockung |re einen Sleiß, einen Verdrieß, eine Gnug«
und täfterung wider den Heiligen Geift, keine thuung, eine Furcht, ein Verlangen, eine Ka-
Sünde fey, die nicht in der Kirchen verziehen che, 2Corinth. J. ——
werde, wo wir allein durch den Glauben mie) Diß Toͤdten aber des alten und ſuͤndlichen
der zu Chriſto kehren, und glaͤuben, daß unſe- Menſchen, in denen, die ſich von Suͤnden be.
re Suͤnde durch diß Opffer, und kein anders, vor kehren, geſchiehet nicht ſowol durch den Dienſt
Gott vergeben und hingenommen werde; denn | des Geſetzes Moſis, als durch den Dienſt des
alſo ſpricht er am 3. Capitel: Sehet zw, lie⸗ geiſtlichen Geſetzes des Lebens, welches uns in
ben Brüder, daß nicht jemand unter euch | der Taufe gegeben, aber durch die Sünde un
in arges ungläubiges Herz babe, das da |terdrückt, und durch das Wort des Evangeliü
abtrete von dem lebendigen GOtt; fondern | in uns wieder erwecket wird, ſo es unferm Her⸗
ermahnet euch felbft alle Tage, ſo lange es zen zuruffet: Sey eingedenk, wovondu ges
heut beiflet, DaB nicht jemand unter euch | fallen bift, und thue Buſſe, und die erften
verftodt werde, durch Hetrugder Sünden. | Werke, oder ich Fomme dir bald, Offenb.2.
Denn, wie er weiter fagt, wir find Chriſti Item, wie St.Paulusden Öalatern zuruffet: O
theilhaftig worden, fo wir anders den an⸗ ihr Llnverftändigen! wer bar euch bezaus
gefangenen Blauben bis ans Ende veſt be⸗ bert, daß iht der Wahrheit nicht gehorchet,
balten; denn fie haben nicht alle, Die aus vorderen Augen IEſus Chriſtus fürgemab«
Egypten gezogen find, gefündigt: fondern | Tet war, und jet unter euch gecreuziget iſt?
die den SErrn, nachdem fie fein Wort ge | Und zun Ebräern am 10: Wer das Geſetʒ
hört, verbittert haben, und ihre Yerzen| Moſis bricht, der muß ſterben, ohne Sara
verhaͤrtet und unglaͤubig worden ſind, herzigkeit, durch zween oder drey Zeugen;
dieſelbigen haben von ihres Unglanbens| wie viel ſchwerere Strafe, meynet ihr, wird
Autheri Schriften 17. Theil, Bbb der
754
der verdienen, der den Sohn GOttes mit ne ich meine Sünde, nnd verhesie meine
Süffen trit. _ Solche Stimme des Geifles: Miſſethat nicht. Ich babe gefagt ich will
Ehrifti und feines Geſetzes erwecket und rich dem ren meine Llebertretung bekennen,
. tet unfern Geift, den die Sünde übereilet hat, | und du haft mir vergeben die Miſſethat mei⸗
wieder auf, zur Reue und zu unausfprechlichem |ner Sünden. | | —
‚Seufzen über die Sünde; welches denn durchDieſer Verzeihung werden wir, wie in der
Die Beichte ausbricht, und wirket den Fleiß | Gerechtmachung, durch das Zeugniß des Gei⸗
der Beſſerung, den Unwillen wider die Sün: |ftes vergewiffert, der durch das Sacramentder
de, die Verantwortung, (Önugrhuung, ) Furcht,
den Eifer zum Guten, und Rah.
fem Schrecken und Anaft im Herzen fagt Da:
vid: Das Opffer, GOtt angenehme, ift
ein geängfter Beift, ein geängftes und zer-
ſchlagenes Herz wirft du GOtt nicht ver:
Bon die:
[2
achten.
Diefem Schrecken und dieſer Angſt kom
met. der Glaube zu Huͤlfe, der Chriſtum anfie-
het, den wir zum Süurfprecher bey dem Va—
ter haben, der-die Verſohnung ift für un-
ſere Sünde, Joh. 25 "Daher er denn erhal:
ten und felig machen ann in Ewigkeit, die
durch ihn zu GOtt Fommen, denn er all:
‚weg lebet und bleibet in Ewigkeit, uns bey
‚ven Vater zu vertreten, und uns wieder
ihme zu verſohnen, Darinn er denn fein ewi⸗
ges Priefterrhum über, Ebr. 7.
Durd) diefen Glauben (daß nemlich allein
Cheiſtus der HErr uns Bereifung der Sün-
‚den bey dem Bater erlangt, und’ auch die Ver:
ſoͤhnung für unfere Sünde ſelbſt ift, ) wird als
bald wiederum auch Die Erneuerung des Gei-
ſtes empfangen, und das Wiederlebendigma-
- chen des innern Menſchen mit dem Tödten
‚des alten vereinigt und zufammengebracht.
Denn alfo betet David: Ich erfenne "meine
WMiſſethat und meine Sünde ift fterig vor
mir. Entſundige mich mit Wfopen, fower:
de ich rein, wafcbe mich, fö werde ich weiſ⸗
fer , denn der Schnee. Laß mich bören
Steude und Wonne . daß meine Bibeine
‚Fröhlich werden die dur serfchlagen ball.
Schaffe in mir GOtt ein reines Herz, und
gib mir einen neuen gewiflen Geiſt. Und
in sinem andern Pfalm: Tag und Nacht iſt
Deine Zand fehwer über mir, und mein
Saft ift verzebret-und vertrocknet wiees
. Im Sommer diene wird, Darum befen
Buſſe, das iſt, durch die Abfolution wirken,
famt andern, davon hernach zu fagen.
So viel von der Buffe nach dem Fall der
Sünden, welche allein in der Kirchen mahr«
baftig recht geuͤbt wird
Sünden erlanget.
IR.
Don der Auctorität und Bewalt der Kir⸗
eben, die Schriften zu unterfcheiden
und auszulegen,
Fyemnach iſt aud) die Auctoritaͤtund Gewalt
der Kirchen zu erkennen. Damit nun ſol⸗
che Auctoritaͤt und Gewalt der Kirchen recht
erkennet werde, ſo iſt zu wiſſen, daß GOtt an⸗
faͤnglich, feine Kirche zu ſammlen und aufzurich⸗
ten, den Dienſt des muͤndlichen Worts, und
nicht dee Schrift, gebraucht hat. Denn er ſein
‚Wort immer von einem zum andern, durch die
Eltern den Rindern hat wollen mitgetheilet wer⸗
den laſſen, welchergeſtalt auch Chriftus ‚feinen
Apofteln befoßlen hat, in alle Welt zu gehen,
und das Evangelium allen Ereaturen zu pres
digen,
Aber folches ‚äufferlichen und mündlidyen
Worts gebraucht GOtt nicht anders, denn
als eines Inſtruments, Damit er feinen Heili-
gen Geift, durch welchen die Herzen eröfner
werden, Davreichet.
‚und Vergebung der
Hernach hat uns GOtt aud) die Wohlthat
gethan, daß er uns feine heilige Schrift gege-
ben. hat, durch welche menſchlicher Bloͤdigkeit,
die das Gute zu vergeffen, und Irrthuͤmer ans
zunehmen, gargeneigtift, mehr Dülfegerhan,
und Den argen Liſten Des Teufels, der dag
Wort GOttes den Leuten hinweg zu nehmen,
oder zu Fälfchen nichts unterläßf, defto beffer
begegnet wuͤrde. : a
As nun OOtt wohl wußte, daß der 5—
a ED NIRON ‚mic
— 4* 2
ie geoffer Geſchwindigkeit und Gleisnerey
ich unterftehen würde, fein Heiliges Wort, den
gethellet, zu fälfchen und mit feinen fügen-zu
vermifchen und zu verderben, und das derge-
ftalt, daß er fich zum Engel des Lichts werftel-
Ten, etliche feine teute und Werkzeuge anrid)-
ten, und für Apoſtel Ehrifti und Heilige teh-
ver darftellen würde, deren etliche viel -Falfcher
Gedichte im Namen der Heiligen Apofteln wür-
den laffen ausgehen, und alfo ihre teufelifche Luͤ⸗
gen, unter dem Titel goͤttlicher Schriften ‚den
Leuten dargeben; etliche aber Die rechten apo-
ſtoliſchen Schriften mit falfcher Auslegung , zu
ihrem Verderben, fälfchen und verfehren wür-
den, auch das Band der Liebe, das Die Gläu-
bigen zufammen halten foll, gerreiffen, und al:
fo böfe Secten und Rotten anrichten.
Solchen böfen , liftigen Tücfen und Scha—
ben des Teufels und feiner Werkzeug, der fal-
ſchen Propheten, Apoſteln und Lehrern, ftatt-
lich zu begegnen, und das gläubige Volk bey
‘ reiner Lehre und wahrer göttlicher Einigkeit zu
ee GOtt feiner Kirche aud) einen
Befehl, Macht und Gewalt gegeben, feiner
beiligen Schrift halben ;. und diefelbe Gewalt
ift zweyerley. Die eine, die wahre göftliche
Schrift von den falfhen Menfchengedichren
zu erkennen und zu unterfcheiden, welcher Ber
fehl und Gewalt auch zuvor bey der Synagog
gemefen, und demnad) durch Ehriftum feiner
Kirchen gegeben worden; aus welchem Befehl,
und Gewalt der heilmärtige Canon der Kir:
Ken geftellet ift, Das ift, die gemwiffe Zahl der
örtlichen Bücher , neues und altes Teftaments,
Das iſt, aller Schriften der Apoftel und Pro-
756 It. Abfchnite, Don dem Reichstäg und Colloquio zu Rrgenfpurg.
1 | oder unwahr und unreche ſey. Auf Diefe Aus
‚ctorirät und Gewalt der Kirchen ſiehet der
en muͤndlich und in feiner Schrift mit| Spruch Yuguftini: Ich glaubte den Evan
7
gelio nicht, wenn mich nicht dazu beweg⸗
te der gemeinen Catholiſchen Rirchen Au—
ctoritaͤt 192077
Dieſe Auctoritaͤt aber und Gewalt der Kir⸗
chen, der göttlichen Schrift halben, erſtreckt
fid) weiter nicht, denn.die wahren ungezweifel-
ten goͤttlichen Schriften zu erkennen, und zu
unterfcheiden von den falfchen und zmeifelhafe
ten, Denn alle Schriften und Bücher, fo
einmal in dem Canone als wahr und goͤttlich
angenommen find ,. viefelbigen (wie das je⸗
dermann befennet,) find allerdings unbeweglich,
und übertreffen alle menfchliche Auctoritaͤt und
Achtung. Darum Chriſtus ſagt: die Schrift
mag. nicht aufgelöfst werden. Desohalben
diefes vergebliche und unchriſtliche Difputation
und Fragen find; ob die Auctorität und Ach⸗
tung der Kirchen mehr ſeh, denn der Schrif⸗
ten? tem: ob die Kirche etwas abthun, oder
ändern möge, Das in GOttes Wort vorgeges
ben ift? Item: ob die Kirche etwas wider das
Wort GOrtes fegen möge? Denn alle andere
tehre und Schrift dutch diefe goͤttliche Schrift
glaubwürdig gemad)t werden muß, und follen
alle andere Lehren nad) ihr gericht und gehalten
werden; fie aber kann Fein menfchlid) Urcheil,
oder Erfenntniß glaubwuͤrdig machen, oder in
ihr etwas verbeffern, weil fie GOttes Wort
ift, das von ihm felbft die emige Wahrheit ift,
und alle Glaubwürdigkeit hat, und lehret ale
fein alles Gutes. |
Die andere Gewalt der Kirchen, ber heili⸗
pheten , welche dieſer Canon in ihre eigentliche! gen Schrift halben, iſt, dieſelbige auszulegen;
und beftimmte Zahl eingefchloffen, und will, denn dieweil Feine Weiflagung aus menfcb-
daß feine andere Schriften: fo Koch gehalten | licher Dernunft kommet; fondern die heili⸗
"werden, und ift Dur) die Bifchöffe (fo in or⸗ gen Menſchen haben durch GOttes Geiſt
dentlichee Succeßion alfo bleiben,) und ihre) alfo geredet, in der andern Petri am eriten:
Kirchen für und für in folder Höhe gehalten | fo hat der HErr feiner Kirchen, diedenn durch
und erhaben. Welcher Schrift aller Gläubi. den Heiligen Geift vegieret wird, Die Auctori—
gen und Gortfeligen Berftand unterworfen fen | tät der Auslegung aud) gegeben, damit eben
und dienen foll, und niemand gebühren mag, | der Heilige Geiſt der Schrift Ausleger ſey, der.
von einigem, Das in Diefer Schrift vorgegeben | fieserftlich gegeben hat; Darum lefen wir Lucaͤ
iſt/ zu zweifeln, ob daſſelbe wahr und recht, am Isten, der HErr feinen Apoſteln, da
2 er
18. Don der durch Conventeu. Reichstägegefuchten Religionsvergl, 79
ſie in ihr Amt einfeste, das Berftändniß er |: Bon diefer Auctorität und Gewalt der gen
uoͤfnet, die Schrift zu verſtehen. mæeinen Epriftlichen Kirchen ſchreibt aud) der
Diecieſe Auctorität aber: der: Kirchen , die heilige Irenaͤus, welches gar ſchoͤn, und wohl
Schrift auszulegen , ſoll man: bey: Feiner Pri- zu betrachten ift : Wie (fprichter,) wenngleich
vatperſon fuchen; fondern bey der ganzen von einem Artikel Uneinigfeit entflünde,
Kirchen und gemeinem einhelligem Berftand ſollte mar ficb nicht Febren zu den älteften
aller Gottſeligen, welcher denn das gemeine Rirchen,, in welche fich die Apoſtel ge
Zeugniß iſt Des Heiligen: Geiftes, und vie halten und gelehret haben‘, und hören, was
Grundvefte der Wahrheit. Auf welche Mey:
nung auch der Apoftel gefage in: der rim; 3:
die Kirche fey eine: Geule und Brundpefte
der Wahrheit. ee
Derohalben ift die oberfte Gewalt und Ur:
theil, die Schrift auszulegen, ohne Wider;
ſprechen bey feinem befondern Menfchen ; fon
da gewißlich von den erſten gebalten wors
den Denn fo. man feine Schrift hätte,
müßte man doch alfo bey der Upoftel Rir:
chen ſuchen, und anhören, was fie von den
Apoſteln und. denen empfangen: haben,
welchen die Apoſtel die Rirchen befoblen;
wie auch viel Barbari, fo nicht ſchriftliche
Dern bey: der ganzen gemeinen Kirchen, welche | Yuslegung haben, ibres Blaubens An—
niche allein die gewiſſen Bücher der Propheten | Funft alfö behalten, und das Heil. ohne
und Apofteln: von: fremden und Baftarefchrif | Schrift. und Dinten,, durch den Beift in
ten: unterſchieden; ſondern auch: die rechte ihren Herzen gefchrieben haben, und hal⸗
und wahre Auslegung und: Verſtand verfelbi- |ten mir. Steig die: Ordnung, fo ihnen von
gen: göttlichen: Schriften Dargegeben Bat ‚in den | Alters her vorgegeben if. Be
nothduͤrftigen Stücken: unfers: heiligen Glau | Bon diefer Auctorität und Gewalt der Kir⸗
-bens. a chen, die Schrift auszulegen , welche in dem
Daher haben wir, daß mir: des: Vaters,
Sohns und Heiligen: Geiſtes, ein einig Wer
fen: und Gottheit, und drey Perfonen; item,
in Chriſto unferm: HErrn zwo Naturen und
-eine Perſon bekennen.
Diefes und viel anders mehr: hat die gan:
ze gemeine Kirche angenommen, mehr durd)
Auslegung und: Erflärung: der Schrift, denn
Durch den Buchftaben der. Schrift in Worten
ausgedrückt; wiewol folhe Meynung in Wor⸗
ten verborgen: begriffen. Davon fehreibet
Athanaſius alſo: Das: ift der Rirchen Be:
Brauch, wenn ſich der Reger neue: Lehren:
erheben „daß die: Rirche wider: die: Neuer
zung der ungewöhnlichen: Sragen; die Na⸗
men und Wörter ändere‘, und alles’ deut:
Ucher und Elärer ausdruͤcke, und: laß doch:
alle Stüce Ehriftlicher Lehre, wie fie an
gemeinen undallewegegleic) hergebrachten Bere
ftand ſtehet, geben glaubwuͤrdige Zeugnijfe vor
allem die Urtheil der heiligen Concilien, Herz
nad): auch die bewährten Heiligen: Lehrer Der:
Kirchen, fo jederzeitgemwefen find, indem, dag
fie einhellig dargeben, zeugen und lehren, daß
von den Apofteln bis auf fie brahr, und von
der. Kirchen allıveg angenommen und gehalten.
worden ‚und aud) der Schrift gemäß ſey.
Dieſem gemeinen, und allweg gleich herge⸗
brachten Berftand der Kirche, dem: die: Beili«
gen: Concilien und Väter einhellig Zeugniß ges
ben‘, follen wir alle gehorchen; doc): daffelbige:
alfo, wie die Kirche demſelben zu: gehors
chen:erfordere Denn unter: denen: Dine
gen, die uns von: den. Alten gleichhellig ,.
und’ als von: den. Apofteln: herkommen, dar
gegeben: find‘, iſt ein Unterſcheid; denm erliche:
ihnen felbft find, ganz: unverandert blei⸗ Lehre und Ordnungen, fo von Alten vorgeges
ben, und fucher Wörter, die eigentlich den | ben, find’ allerdinge zu halten vonnöchen; et⸗
rechten. Verſtand mit ſich bringen: und» be⸗ liche aber nicht alſo, als: die nach, Gelegenheit
deuten, und mehr-anzeigen, was vom al⸗ der Zeit eingeſetzt, und wieder: nad) Gelegen⸗
ten: geweſen iſt, denn daß fie etwas neues: heit der Zeit geaͤndert werden..
vorgeben wollten. Derowegen ſollen wir dieſer a
| | Zeug⸗
765 | Von dem Reichstag und Colloquio zu Regenfpurg. 761
Zeugniß ‚der Kirchen ' eben dermaffen gehor» Jaber follen richten. denn die Geifter follen durch
den "und nachkommen, wie fie ung zeuget, die Kirchen geurtheilet und. geprüfer werden ,
md follen auf das Ende fehen, darauf die und foll nicht einem jeden zugelaffen werben ,
Kirche felbft zu jeder Zeit gefehen,, damit wir die Schriften, in weichen viel ſchwerer Derter
nicht etwa wider die Schrift anlaufen, oder find, nad) feinem Sinn und Berftand auszu-
“auch die Seßre, oder Ordnung, die ung oßne legen, in der andern Petri am leten.
Schrift von dem’ erften herkommen, gleich hal-| Man foll ferner auch gar wohl unterfcheis
ten der noͤthigen Lehre des Glaubens. den zwiſchen der einhelligen Meynung der‘
Als ‚im Concilio Apoftolorum ward ausdem rechten gemeinen Eoncilien, die von allen Kits
Heiligen Geift, mit gleichem Borgeben und Ur. |dyen angenommen, und zwifchen der Auctori _
theil, verboten, Blutund was erftickt wäre zu taͤt der befondern und Particularfirchen und
eſſen, und die Hurerey, Apoftg. am ı5. Condcilien; denn dem gemeinen gleidyen Vers
Solche Satzung iftaud) in Der Kirchen ein- ftand , und dem wunderbaren Zufammenftim«
helliges Haltens lang beftanden, und gehalten |men in einer Lehre und Haltung der gemeinen
worden; wie fie denn etliche nachgehende Eon» Kirchen, das eignet und gebührer, daß: man
eilia beftätiger, und ferner zu Kalten geboten demfelbigen gemeinen Verſtand und. Haltung
Baben. Nchts deftomeniger aber fo ift doch gaͤnzlich Statt geben, und bey der Auslegung
Blue und Erfticktes effen mit nichtender Hure: der Schrift, fo folcdher gemeiner Verſtand der
rey gleich zu halten , als das gleic) fo abicheulic) Kirchen vorgibt, bleiben folle,
und zu meiden ſeyn follte ;. ſondern, weil ſolches Denn derfelbige gemeine Berftand hat ger
nur zu feiner Zeit, zu erhalten Einigkeit der wiſſes Zeugniß, nemlich, daß der Heilige Geiſt,
Kirchen, und dadurd) zu Foͤrderung des heili- der Kirchen verheiflen, fie nicht ganz verläffet.
gen Evangelli gediener hat: fo hat es demnach Item: daß ſolcher gemeiner Verſtand niche
auch, unverletzet den Gehorſam des Heiligen ſtreitet wider die goͤttliche Schrift; denn, nach⸗
Geiſtes und der Kirchen, moͤgen abgehen und dem der Heilige Geiſt ein Geiſt der Einigkeit
nachgelaſſen werden; welches aber der Hure: iſt, und nicht des Mißverſtands, auch aller
ven halben nicht hat geſchehen mögen, weil die |gufen wahren Yuslegungder Schrift und heil»
Schrift ausgedrudet ift, daß die Hurer und |famer Drdnung einiger Eingeber und Stif⸗
Ehebrecher das Keib GOttes nicht erben ter: fo find diefe beyde, daß der’ gemeine Ver⸗
werden, in der erften zun Corinth. am: fech- ſtand der Kirchen in ihm felbft, durch fo viel.
fen. _ en Zeeit, und beiy fo mandjerley Völkern, gleich⸗
- So viel von der Auslegung der‘ Schriften‘, hellig beſtehet, und daß er auch; mit der heili⸗
$ehren und Drdnungen',. welche Die alten Beili- gen Schrift ſtimmet, und fi) gaͤnzlich vers
gen Lhrer einhellig, und als von den Apofteln |gleicher,. und gemäß erfindet, gar Herrliche
erſtlich dargegeben, lehren und zeugen. Wahrzeichen, daß foldyer gemeiner Verſtand
- Zum andern, in Lehren und Auslegungen der Kirchen allein vom Heiligen Geift eingege-
darinndie Heiligen Väter und Lehrer nicht gleich⸗ ben’, und alfo für und für erhalten worden fey-
ffimmen, da ſtehet das: Urtheil bey dem Leſer, Welchen gemeinen Verſtand auch der lieben:
was er anzunehmenerfennet, oder nicht; doch Väter heiliges Leben und Wunderwerf, und
daß ihm: niemand felbft freventlich zu’ viel ver-| Blut der Maͤrtyrer, beftätiger haben.
fraue und vermeſſen ſey; fondern in zweifeli-) Nun Haben aud) die befondern Kirchen die
gen: Dingen „lieber wolle lernen, denn lehren, | Gabe und die Gewalt, die Schrift gegen eins
aud) wo es für noͤthig mag geachtet werden‘, \ander zu halten‘, zu: erforfihen und aud) aus«
dem Urtheil der Kitchen heimſtelle, wie der hei: | zulegen, Job. 5. Apoftelg. 17. doch daffelbi-
lige Apoſtel lehret, in der erften zum Corinth. ge dermaffen ,. daß ihr Auslegen mit‘ dem’ ger
am: vierzehenten, von den Propheten, es mö-| meinen Verſtand der‘ gemeinen Kirche, von
gen zwey oder drey Ausleger veden, Die andern | Anfang — nicht ſtreite. Auch er
Bbb je
—
762 Cap.ıg. Don der durch Convente u. Reichstäge gefuchten Religionsvergl, 763
die geringen Kirchen in ungleiche Meynung | frumente der Gnaden GOttes — dadurch
kommen, daß ſie die Sachen an die geöflern uns GEOtt heiliget, und der gegebenen und em⸗
und mehrern Kirchen, und mo es vonnoͤthen pfangenen Gnade ſicher und gewiß machet, den
ſeyn will, zu der Erkenntniß der gemeinen Glauben in uns erwecket, zur Liebe und heilie
Kirchen gelangen laffen; welches gefchehen foll gen Chriſtlichen Sitten und Leben reizef, era
Durch Verſammlung der Eoncilien und Syno⸗ mahnet undfördere. ER N
den, deren etliche ein Bifchof in feinem Bis-| Derhalben die Sacramente recht befchrieben -
thum halten foll,.etlicye find ganzer Sander, werden, daß fie ſichtbare Zeichen feyn der une
durch einen Erzbiſchof verſammlet, ekliche ganz | fichtbaren Gnaden, Dennfiefolche Zeichenfind;
zer Nationen , etliche gemeine Concilien aus welche, fo fie von anffen unfern Sinnen vor |
allen Nationen verſammlet. kommen, uns erinnern und untermeifen zugläus
So viel wollten wir fagen von den Zeichen |ben, dab GOttes Kraft dasjenige in uns inne
‚Der gemeinen Kirche, welches das Wort und wendig wirfer, das wir auffen in fichebaree
die Lehre iſt. Geſtalt ſehen gehandelt werden; mie denn je
— | X, des Sacrament zwey Dinge in ſich Bat, das
Don den Sacramenten.
fichtbare Zeichen und das Wort GOttes, und _
andere Sbahnrelihen, basnaı Pie ae wird denn ein — — Son
⸗ * be
D meine Catholiſche Kirche Chriſti erkennet ala ee
werden foll, find Die heiligen Sacramente, und
Derfelbigen rechter Brauh. Denn das be-
kanntlich, Daß die heiligen Sacramente, uns
von GOtt vornehmlid) aus. zweyen Urfachen
eingefegt und verordnet find, |
Die eine, daß fie Zeidyen und Loſungen wä-
ven der groflen Berfammlung GOttes, welches
Die Kicche iſt. Denn, wie St. Auguftinus
fagt, ift das der Menfchen Are und Gebrauch,
daß fie nicht in eine Religion und Negierung,
gut oder böfe, zuſammen bracht und vereiniger
iverden, anders Denn Durch Gemeinfchaft etli-
eher fichtbaren Zeichen und Sacramente. Und
derhalben als uns der HErr eine leichte Buͤrd
und Saft hat auflegen wollen, Hat er Die Ge:
Dom Säcrament der Ordination der
Kirchendiener.
ls Gott wollte fein heiliges Evangelium
durch den Dienſt des Worts, und die
Verſicherung des Heils Durch das Evangelium
unter allen Bölkern ausbreiten, haf er dazu
auch einen befondern Dienft verordnet, und
deflelbigen Dienfts eigene Verordnung und
Beſtellung eingefegt. Erſtlich, Daß nicht, we
in diefem Stuͤck ein jeder fich feines Gefallens,
oßne rechte Wahl, Erfündigung und Verord⸗
nen, wollte anmaflen, die Lehre ungewiß würde,
und mir, als die Kinder, von allen Winden fale
fcher tere, Durch der Menfchen Gefchwindig«e
meinfchaft des neuen Bolfs zufammen verbin- keit und Schalkheit, umgetrieben und in Sera
den und Balten wollen durch Sacramente, die ſthum geführet würden,
an der Zahl ganz wenig, und zu halten ganz} Zum andern, daß wir gewiß wären, daß
leicht, in der Deufung aber und Darreichung| diefer Dienft des Worts und der Gacramen-
goͤttlicher Geheimniß zum hoͤchſten fuͤrtrefflich te niche nach der Perſon des Dieners, fondern
waren. nad) GOttes Einſetzung und Befehl, zu ſchaͤ⸗
Die andere Urſach, daß uns der HErr die gen und zu halten ſey. Wie denn der HErr
heiligen Sacramenten hat eingefegt, iſt, daß ſie will, daß wir in diefem Dienft auf ihn und
ung ſeyn follen gewiſſe undEräftige, wahre Zei-| feine Mache und Willen fehen follen. Darum
chen feines väterlichen Willens und Gnade, |er zu feinen Apofteln, als er fie jetzt gänzlidyzu
Derhalben die Sacramente, nicht allein folche|diefem Dienft verordnet, fagte: Wie mih
Zeichen find, Daß fie bedeuten und etwas ver⸗ mein Vater gefandt hat, alfo fende ich euch.
borgenes anzeigen; fondern Daß fie auch In⸗ Und zuvor in der eriten Ausfendung zu predie
| L gen:
a ze ee
- 4 x
7
764 11. Abfchnitt: Don, dem, Reichstag und Colloquio zu Kegenfpurg. 765
‚gen ; Wer euch höret, der hoͤret mich, wer
euch verachtet, der verachtet ib.
Zunm dritten, daß wir aud) müßten, daß die
* Diener nicht durd) Privarperfonen vom Amt
zu entfegen, allein von wegen ihres argen Le⸗
Dens ‚fo lange fie doch die Lehre Chriſti und
‚Sacramente recht handeln und austheilen, und
‚von der Kirchen insgemein geduldet werden;
ſondern daß man in folhem Fall das Amt eh-
‚ren, und derjenigen, fo ordentlicher Weiſe be-
ruffen und ordinirt find, Dienft für Fräftig hal⸗
‚ten, und ihnen gehorfam feyn foll, nach dem
Wort des HErrn: Auf dem Stuhl Moſe
figen die Schriftgelehrten und Pharifaer,
"was fie euch fagen, das ſollt ihr. thun ꝛc.
Diß Sacramentund Kraft der heiligen Drd-
‚nung und Einfeßung des Kirchendienfts, woll⸗
ten die Donatiften nicht erfennen, und haben
derhalben von Mangels wegen am Leben der
Diener, auch den Dienft folcher Diener gar
verworfen, und fich von der Kirchen gefordert ;
welchen JIrrthum der heilige Auguftinus gar ge-
waltiglich widerlegt und beftritten Hat in vie-
len Büchern. :
Das Wort diefes Sacraments der heiligen
Ordnung, Dadurch uns der HErr von der
Macht und Gewalt der Diener, und Fraft des
Dienfts vergeroiffere und ſicher machet, ift,
daß er ſagt: Wie mich mein Dater gefandt
bat, alfo fende ih euch. Nehmet bin den
‚Heiligen Beift, welchen ihr die Günde cr-
laſſet, denen find fie erlaffen x. Item:
Gehet bin in alle Welt, und predigt das
Evangelium allee Greatur: tem: Ge—
bet bin und lehret alle Dölfer, und taͤufet
fie x. | |
- Das äufferfiche Zeichen aber dieſes Sacra-
ments ift, insgemein zu reden, Daß der Biſchof
die Hände auf die Perfon leget: Durch welches
angezeigt wird, daß Die Auserwaͤhlten au. dem
Merk folches Dienftes empfahen Gewalt. und
Befehl, zu previgen das Wort GOttes y die
Sacramente auszuipenden, und in der Kirchen
alles zur Beſſerung zu verordnen, auch die Un—
gehorſamen, die in oͤffentliche Laſter fallen, zu
zuͤch igenn.
Begreift alſo diß Sacrament die zwo Ge⸗
walt und Befehl in ſich. Die Gewalt und
Befehl, das Wort und die Sacramenten aus⸗
zufpenden , und.bejferliche Drönung in den Kir⸗
hen zu machen, welches etliche poteltatem or-
dinis Beiffen, und die Gewalt und “Befehl der
Kirchenzucht und Bannes zu üben, das iſt, Die,
‚fo argerlich leben, zu ftrafen und zu züchtigen,
die Widerfpenftigen zu bannen, und die fich
wieder befeßren, auch zu Gnaden wieder auf-
zunehmen, und zu abfolviren, weld)es etliche
poteftatemn Iurisdictionis, heiffen.
Es find aber in der Kirchen mancherley Dre
Dines, Deren etliche man heißt Majores, etliche
Minores; und find nemlid) diefe, Briefter,
Diaconi, Subdiaconi, Acoluthi, Leckores,
Erorcifta, Hoſtiarii. Diefe alle bittet man zu
ihrem rechten Brauch und Aemtern, nad) der
Kegel und Weile, nie fie die alten Kirchen ge=
halten, wieder anzurichten.
Nun aber ift auch) zwifchen Den Sacramen⸗
ten, die Durch Den offenen gemeinen Dienft der
Kirchen ausgefpendet, und die Durch die güffs
liche Gnade und Gaben den Gläubigen aus
GOttes Gefchent und Wirfung dargereichet
werden, Unterfcheid zu haben, daß man etli-
che als die herrlichſten und fürnefmen und auch
nöthigiten Sacramente erfenne, halte und ge=
brauche, als nemlich die Taufe, Ordination,
das Sacrament des $eibs und Bluts Chriſti,
und die Abfolution, ohne welche Feine Kirche
ſeyn mag; die andern aber, 05 fie wol dazu
auch eingefegt, daß fte heilige Zeichen find, und
Erinnerung, zu Hülfe menſchlicher Schwach
beit: fo find fie Doch nicht vonnoͤthen, als die
erſten, find aber nüslich und heilſam, wenn fie
recht gebraucht werden,
XII ®
Von der Taufe,
Di Sccrament der heiligen Taufe Bat den
Befehl und Verheiſſung des HErrn in
diefen Worten: Gebet bin und lehret alle
Dölker, und täufer fie im Namen GOttes
des Daters, und des Sohnes, und des Hci-
ligen Beiftes, Matth am acht und zwanzigſten,
Und: Wer glaͤubt und getauft wird, der
wird ſelig, Marc, am legten,
— —
IX
verſichert ung
. nicht Durch unfere eigene,
266. Cap.1g, Don der ducch Conpenten, Reicherägegefüchten Beligionevergl. 7
n in diefem Sacra · Bitd iſt ber Auferftefung, aim
| r; wie denn der HErr geiftlichen, ſondern aud) des Sleifches; wie
fagt: Wer nicht wiedergeboten wird aus |der feilige Ambrofius fägeüber Nom. amıfeche-
Das äufferlihe Zeichen in diefem Saera-
ment ift das Waſſer;
dem Waffer und Heiligen Beift, der Fann
nicht in das Reich GOttes kommen. oh.
am dritten. Denn die Taufe ift ein Waffer«
bad im Wort |
fünften. Dadurch nicht der Unflath am
Steifeb abgelegt, | fc :
ten Bewiffens mit GOtt aufgerichtef wird,
durch die Yuferftehung IEſu Ehrifti, wel-
cher ift zur Rechten GOttes, und bat den
Iod verfeblungen, damit wir Erben wür-
den des ewigen Lebens, in der erften Petr.
am dritten. ED a
Die Kraft der Taufe ift in denen, fo ihr
recht und ohne Heucheley brauchen, daß fie
durch die göttliche Kraft von allen Sünden
gereiniget, und Durch den Geiſt Der ABiederge-
hure aus Kindern des Zorns, Kinder göftlicher
Snaden werden, Tit. 3. mit Chriſto ſterben,
begraben werden, und wieder auferſtehen in ei-
nem neuen geben, damit mie wir mit ihm be:
graben, und feines Tods theilhaftig worden
find; alfo auc) feiner Auferſtehung theilhaftig
werben, und ein neues Leben in ung anfaßen,
fondern durch die
unfer HErr, von
G!ttes Kraft, durch die er,
den Todten auferwecket, und Die uns Durch ſei⸗
nen Geift mitgetheilet worden ift. Und bringet
alfo die Taufe die Gerechtigfeit mit ſich, und
derfelbigen, wie St. Paulus
zeuget Galat. am dritten , als er fpricht: Alle,
die in Ehrifto getauft find, haben IEſum
Chriftum angezogen.
| Zn Kraft und Werf der Taufe follen Die
Gläubigen
immer. mehr abfterben, |
fel gänzlich abfagen, auf daß fie das
und anhangen, |
die Unſterblichkeit anziehe,
ſondern der Bund des gu⸗
alle ihr Lebenlang bedenken und
uͤben, damit ſie diefer ſterblichen Unreinigkeit
der Welt und dem Teu⸗
Lben
GHttes vollkommen erreichen, und demſelbi⸗
gen neuen goͤttlichen Leben ernſtlich nachtrachten
bis daß dieſer ſterbliche Leib
und das Fleiſch
durch die Schwachheit begraben, in der Herr⸗
lichkeit auferſtehe, in der erſten Corinth am
funfzehenten. Denn die Taufe ein Pfandund
—
- Man foll auch lehten, daß die Kirche von
| den Apofteln-empfangen habe den Befehl, die
des Lebens, zun Epheſ. am jungen Kinder zu taufen, und daß at
lein denen, fo zu ißren vernünftigen Jahren
£ommen find, fondern aud) den jungen Kin-
dern die Gnade der Taufe vonnoͤthen fey zur
Seligfeit: Denn fie bringen die Erbfünde mit
ſich von ihrer Empfängnigund Geburt, welche
Erbfinde muß durch die Taufe mit dem Wort,
MWaffer und Geift von ihnen genommen wer-
den. Wie CHriftus ſagt: es fey denn, daß
der Menſch pon neuen geboren erde,
durch Wafler und Beift, kann er in das
Reib GOttes nicht Fommen ıc. Und ift
offenbar, daß die Verheiffung des Evangelii
aud) denen jungen Kindern gehöret. Nun iſt
es aber unmöglich, daß diefelbige Verheiſſung
denen zugehöre, welche nicht der Kirchen einge-
feibet werden Durch die Taufe. Darum ver-
dammen wir Die Wiedertäufer, welche der jun-
gen Kinder Taufe vermerfen, und lehren, daß
die Kinder oßne Die Taufe felig werden,
SI, ne
Don der Confirmation.
ea Taufe folget das Sacrament der
IL Firmung, welches, wiewol es nicht von«
noͤthen ift zur Seligfeit, doch gründet fichsauf
die Zufage, darinn verheiffen ift, daß GOtt
feinen guten Geift will geben denen, fo ihn darz
um bitten. EN J
Das aͤuſſerliche Zeichen dieſes Sacraments
ae ——
nicht allein der
N
h
ift das Händeauflegen, dadurch zu den Zeiten '
der Apostel der Heilige Geift auch. befindlich
kam über die Gläubigen. |
Kirche erweitert worden, da die Gabe der
Sprachen den Glauben zu beftätigen nicht
mehr vonnöthen war, iſt doch das Händeauf:
legen blieben, und hernad) aus Einfegung ber '
Kirchen auch das Zeichen des Ehrismatisoder '
Salben, hinzugerhan, dadurch die unfichtbare '
und innerliche Salbung des Heiligen Geiftes
.
x
\
Hernach, alsdie
N
:
?
ib
19
denen, fo ihren Glauben nac) der Taufe bee
kennet
14
In
j
758 11.Abfchnitt, Don dem Reichstag und Colloquio zu Regenfpurg. 759
- ‚Eennet haben, bezeichner wärbe, wie dio Mäsıfind Brod und Wein, welche, fo das Wort da«
‚ter davon fehreiben. f zu kommt, werden ſie das Sacrament. Denn
Die Kraft aber und das Werk dieſes Sa⸗ diß Sacrament, mie die andern, beſtehet in
craments iſt, daß diejenigen, fo durch diß Zei. zweyen Dingen, in der ſichtbaren Geſtalt Brods
chen im Vertrauen des Worts und der Gnaden und Weins, und unfichtbaren Gaben, dem
Eprifti confirmirt und beftätige werden, ver. Fleiſch und Blur unfers HErrn JEſu Epriftf,
ftehen und gläuben, daß fie den Heiligen Geift welches wir wahrhaftig und weſentlich in Dies
empfahen, durch den fie allein im Wege des ſem Sacrament empfahen, - s
HErrn mögen foregehen und verfarten, auh| Die Kraftunddas Werk dieſes Sacraments
den Anfechtungen bes Fleiſches, der Weltund ift, daß wir Chriſto, unferm HErrn und Hele
des Teufels widerſtehen. i ».. „ land, durch fein lebendigmachend Fleiſch niche
Und diemeil jegt jedermann in der Kindheit allein geiftlich, fondern auch leiblidy immer
etauft wird, daman den Glauben Chriſti nicht mehr vereiniget, und Bein von feinem Bein,
Jelbft befennen kann: fo wäre ſehr gut, daß und Fleiſch von feinem Zleifdy werden: ges
man die Kinder, fo man fie von.der Religion wiß, daß wir durch Chriſtum Wergebung der
Chriſti wohl unterrichtet und catechifire Hätte, Sünden haben, und empfaßen im Sacrament
darauf zu empfahen das Sacrament der Fir. Kraft, dieböfe Luſt, foin unfern Gliedern noch
mung braͤchte, daß man fie da ihren Glauben hanget, zudämpffen. Iſt aiſo diß Sacrament
mit eigener Befenntniß bekennen und Gehor. ein ganz lieblich Pfand der Berzeifung dee
fam der Kirchen verfprechen liefle; wie das in Sünde, des eigen Lebens und Gemeinfchaft
einem Concilio zu Orliens zu halten verord mie Gott, die uns in Chriſto verkeiffen und
net ift, Canon. 3. welches auch de Con. dift. V. dargereicht iſt.
allegire ift. Doch follman darum die Kirchen,
fo es nicht alfo Halten, nicht verdammen, bis in
einem Generalconcilio hievon befchloffen wird.
| | XIV. nn
Vom Sacrament des Keibs und
Bluts Ehrifti.
Dom Sacrament der Buſſe und Abs
folution.
De Wort diefes Sacraments iſt, das wir
| haben Matth. 18: Was ihr werdet auf
an Sacrament des $eibs und Bluts Chri- Erden binden, das ſoll auch im Himmel
fti Hat das Wort, welches ift die alle |gebunden feyn, und was ihr Iöfet auf Er⸗
mächtige Rede unfers HEren Ehrifti, durch den, ſoll im Simmel los ſeyn. Und Joß. 20:
deffen Kraft in diefem Sacrament, nad) der) JEſus bließ die Apoſtel an, und ſpraͤch zu
Conſecration, der wahre Leib und das wahre ihnen: nehmer hin den Heiligen Geiſt, wel⸗
Blue des HErrn wahrlich und weſentlich da ben ihr die Sünde vergeben werder, de⸗
find, alfo, daß Brod und Wein ihr natürlich |nen find fie vergeben, und welchen ibr die
Mefen verlieren und in den Leid und das; Sünde bebalter, denen find fie behalten.
Bus Chrifti verwandelt werden, und werden) Welche Worte voll find aller Süffe und Trofts,
dem Gläubigen unter der Geftalt des Brods| allen betruͤbten und erfchlagenen Gewiſſen, wel«
und Meins ausgetheile, laut dieſer Worte des| he fie auch, nachdem fie in Sünden nad) der
Eren: Nehmet und eſſet, das ift mein Taufe gefallen find, wunderbarlich wieder aufs
Leib, der für euch gegeben wird. Und wei.|richten, welchen die Keger Novatiani uncprifte
ter: Irinket alle daraus, dasift mein Blut lid), und mit groffer Säfterung ber Barmherzig ⸗
des Yleuem Teftaments, welches für. viele] Feit GOttes, Vergebung der Sünden inder
vergoflen wird, zur Dergebung der Sun: | Kirchen mitzutheilen verfage haben⸗
den. RR: DAR Sync Das äufferliche Zeichen diefes Sacraments
Das äufferliche Zeichen in diefem Sacrament | ift der Brauch und Die Eeremonien, mit dere
Lutheri Schriften 17. Theil, Ccc die
770 Cap. 18. Don der durch Convente u. Reichstägegefüchten Religionsvergl. 771
eion betangend;, ſo man nennet Canonicam,,
die Abfolurion durchs Wort Eprifti mitaerbeile + PN NER NE BE ee
und empfangen wire 00.0 |welche aud) eine Züchtigung mag genennet wer« ⸗
Erinee xy. 79 |den, ſo ſie von den Seelſorgern, und Denen, die ı
; J RER | Sacramenten zu reichen befohlen, aufgelegt
WVaoaon ber Seichte. und im Glauben gebalten wird, iſt zu —
11” dieweil die Priefterin diefem Sacrament | daß diefelbige die Urfachen der vorbegangenen ı
% geiftliche Aerzte der Gewiſſen find, und | Sünden wegnehme, und das noch von dert
diefelbigen von Stricken und Gebrechen der | Sünden übrig ift, heile, auch die zeitliche Stra⸗
Suͤnden aufloͤſen, und durch die Schwere göft- | fe entweder gar wegnehme, oder jelindere und)
liches Zorns Erſchlagnen tröften und aufrich- nuͤtzlich und recht fey, andern zum Exempel zu
ten follen. Aus der Urfachen follen die Leute | gebrauchen. — Bee
die Suͤnden, zummenigften die Todfünden, der) Aber welche Strafen GOtt ihm vorbehalten
ihm der Menfd) bewußt, und die das Gemwif: | für die Sünde, diefes fann niemand vollkoͤmm⸗
fen irre machen und ängjtigen, beichten. Necht lich urrheilen, denn Chriſtus IEſus, welchem
- und heilig ifts auch, daß ein jeder ſich jährlich, ‘der Water alles Gericht gegeben hat; und der⸗
‚zum wenigften einmal, der Seelforge feines halben foll man ſolches eigentlich zu örtern und)
Hirten darftelle und unterwerfe, Damit die Seel: zu urtheilen, wie groffe Strafe für eine jegli⸗
forger eines jeden Beichtenden Glauben und te: | che Sünde gehöre, GOtt allein befoßlen ſeyn
ben erforfchen , und nad) ihrer geiftlichen Bor: laſſen. | ; |
a Urtheil, — ga xXvm —4
terweiſung dur Ottes Wort, den Gebre— MID. us az, N
chen der Beichtenden heilfame Arzney mitchet: |; Don dem Sacrament der Ehe. re
len; darauf die Parabola fiehet, vom vertund. | ENas Sacrament der Ehe eignet allein dem
ten Samarifer, $uc. 10. Chriſten, welche erkennen und. wiſſen
Die Kraft dieſes Sacraments iff, daß die | daß die Ehe, wenn die in GOttes und ‚Epri
Gläubigen verftehen und nicht zweifeln, wenn | (ti Namen gemacht und befchloffen wird, eine
fie durch diß Sacrament von. ihren. Sünden, | beilige und ewige beftändige Bereinigung iſt ei⸗
Die fie recht gebeicht und befennet haben, abfel-|nes Mannes und Weibes, durch den Segen!
virt und der) Kirchen, roieder verfohnet morden | und Heiligung Ehrifti beveftige und beſtaͤtigt
. find, daß fiemaßrhaftig von Banden der Sün- | weldyes ſich in der Ungläubigen Ehe nicht fi
den los feyn, und daß Ehriftus der Herr im Det. Denn EHriftus der HErr der Juͤden
Himmel alle die wolle los halten, die feine Ehefhyeiden hingenommen, das ifnen Mofest
Diener von feinefmegen und in feinem Namen |um Hättigfeitwillen ihrer Herzen zugelaffen hat
hle losſprechen auf Erden. . . Funddie Ehe wieder zu ihrer erſten Sinfegung und
Dieweill aber die Gewalt der Schlüffel, ſich Gaͤnze gerichtet und gebracht hat, Mate. 19. Al
weiter denn zu Verzeihung der Sünden er. ſo hat der HErr auch gewollt, daß Die Ehe folk‘
ſtreckt nemlich auch Die Unbußfertigen zu ban. |fe ein heiliges Zeichen und Bild feyn der ini
nen, wollen wir von denfelbigen hernach wei. |nerlichiten und feligften Bereinigung und Ei
lea. Ei fein und feiner Kirchen, Ephef
ul BER ER Ä e an Wort ige — Rede
; — Es - Ihr als er lage: Der im Anfang den
. Don der Satisfaction: Menfcben gemacht hat, der: machet, dafl
DL der GSatisfaction foll man lehren, daß ein Mann und Weib ſeyn ſollte und ſprach
die Önugthuung und Bezahlung, dadurd) | Darum wird ein Menfch Pater und Mut
Vergebung der Sünden erlangt und Die ewige |ter verlaflen undan feinem Weibe bangen,
Dein weggenommen wird, allein Chrifto follzu: \und werden die zwey ein Steifb feyn. Si
gefehrieben werden. Aber die Kirchenfatisfa ſind ſie nun nicht zwey, fondernein.S Pa 1
ww 3 ir minehs "rn Was
Au
RB
I, Abſchnitt. Don dem Reichstag und Tolloquio zu Kegenfpurg. 773
nun GOtt zuſammen gefügthat,das ‚lig verdammt Bat, ı Timoth. 4. Was aber
enſch nicht febeiden. Und bald |meiter zu berathſchlagen, wie es mit Eheſchei—
hernach: Moſes bat euch erlaubet zu ſchei⸗ dungen und Gerichten in Eheſachen zu halten,
den von euern Weibern,, von enres Herzens }das foll zur Reformation aufgefchoben werden,
Zaͤrtigkeit wegen; von Anbeginn aber ifte | XIX.
Von der Oelung.
nicht alſo gewefen. Ich fage aber. euch:
wer ſich von feinem Weibe ſcheidet, (esfepyI ® .
‚denn um der Yurerey willen) und freyer Hi Salbung der Kranken iſt aus den Wor⸗
ei 1eandere, der bricht die Ehe. Hievon ſagt ten Jacobi genommen, denn dieſer Apo-
er heil. Apoſtel ı Cor.7. weiter: Denen, die ſtel, ohne Zweifel nicht in feinem Namen,
n der Ehefind,gebietenichtich ‚fondern der ſondern als ein Knecht JEu Chriſti, ung fols
Err, daß das Weib fich nicht febeide von [chen “Befehl verlaflen hat: Wenn jemand un
m Wanne; fo fie fich aber ſcheidet, daß |ter euch Frank wird (fpricht er), der ruffe
ohne Ehe bieibe, der ſich mit dem Man⸗ zu ſich die Aelteſten von der Gemeine, und
— aaſſe ſie über ſich beten, und ſalben mit
Das aͤuſſerliche Werk und Element in dieſem Oele in dem Namen des ren und das Ge⸗
Sacrament iſt das aͤuſſerliche Zuſammenge⸗ |bet des Glaubens wird dem Kranken helfen,
ben des Mannes und Weibes, das In der Kir. und der SErr wird ihn aufrichten, und fo er
be Namen GOttes und: Chrifti gefchie |bat Sünde gethan, werden fie ihm vergeben
u
et, darum es Sanct Paulus heiſſet, ſich im ſeyn, Ja:ob.5. In dem ift nun das Wort dies
Eren vermäßlen und ehelich werden... ſes Sacraments, daran man gläuben foll.
Die Kraft aber und das Werf diefes Sa-. Das-Dele if die Aufferlihe Materia und
eraments ift, daß die, fo alfo im Namen des | Zeichen, damit dem Kranken angezeigt wird,
HEirn zufammen gegeben werden und Be— daß er ſich, fo er durch leibliche Krankheit ges
ftätigung ihrer Ehe empfahen, erfennen und ſchwaͤcht ift, in dem einigen Chriſto erholen
wiſſen, daß fie nicht durch Menfchen, fondern ſoll, der mit dem freudigen Oele für feine
GDites Gewalt und Hand vermaͤhlet und ver: |Mitgenoffen gefalbet ift. Und gedenfe, daß
einige find, und die Gnade GOttes empfangen [er wie ein Kämpffer, der den legten Kampf
haben: daß ihre ehelihe Gemeinſchaft ihnen [antreten foll, in dem Namen Ehrifti geſalbet
nicht zur Sünden geredynet, fondern gebeiliger | werde, daß er nicht von der Krankheit, oder
erde; aus welcher Gnade der gläubige Ge- |dem Teufel geſchwaͤcht werde ; fondern im Glau⸗
mahl ihm auch die ungläubige, fo Diefelbige bey |ben geſtaͤrkt, Fleiſch, Welt und Teufel als _
ihm bleiben mill,heitiger, alfo,daß er Keiliglich bey |bald unter die Süffe trete, und das in Chrifto,
demſelbigen wohnen, und heilige Kinder, die zu dem er. gefalbet wird. 5 ee
GDtt ergeben werden follen, vom ihm befom-| Die Kraft und Werf diefes Sacraments iſt,
men möge. Durch welche Gnade aud) ein Ge: daß der Kranke durch den Glauben an Chrie
maß! dem andern eheliche Treue und Liebe ewi⸗ ſtum und Gebet der Kirchen geſtaͤrket, troͤſte
gich leiſten, und fie zwey ein Fleiſch ſeyn fol. ſich, und zweifele daran nicht, daß ihn der HErr
len, wie Chriſtus und die Kirche ein Fleiſch als en lebendig Glied feiner Kirchen gnaͤdiglich
find, Tob. 3.und 6. Ebr. 13. ı Eorinth, 7. |anfehen und erhören wolle, und alfo mie ein
Ephe. 5 ini fteifer, redlicher Kriegsmann Chrijti, eine
Solche Kraft und Gnadediefes Sarraments | unüberwindlihe Hofnung fafle gegen allem
haben die Manichäer und Taclaner, die man Uebel und Widermärtigen in Eprifto zu fies
‚aud) Encratiten nennet, nicht erfenner, und gen, und ergreife und erwarte, mit gewiſſer
daher die heilige Ehe aus teufelifcher Lehte als Zuverſicht, er fterbe gleich, oder komme wie:
Bed) verworfen, und den Ihren verboten. | Der auf, das ewige Heil, verſichert und ver«
elche der heilige Apoftel derohalben auch bil⸗ troͤſtet os die unbefrügliche Zufage —
9 cc2 Q
774 Eap.ıg Don der durch Convente u. Reichstäge gefüchten Religio
als einen gewiſſen Anker, der nimmer weichet , fügerwerden zu dem Werr des Dienft
oder fehler. rbauen den Leib Chriſti; bis daß w
OL —— einander begeanen,und kommen zu einerley
Von dein Band der Liebe, welches das |Blauben undErkenntniß des Sohnes GOi
dritte ei ee, der Kir⸗ ne zu einem vollkommenen Mann, zu dee
N en if, © | | —
m j
EN a5 dritte Wahrzeichen und Loſung, dadurch daß wir nicht mebr Binder feyn, und ung
D die Rirche — wird, u Sir treiben laſſen von allerley Wind der Lehre,
der Siebe und des Friedens, Ephef. 4. Welches durch Schalkheit der Menſchen und Tem:
unter andern Gaben des Heiligen Geiftes das ſherey damit fie uns erſchleichen wollen/
oflerfürtrefflichfte ift, 1 Cor. 13. und auf dag 34 Perfübren; fondern find rechtfehaffen in
diß Band in der Kirchen beftünde, hat ung der Liebe, und wachfen in allen Dingen,
SOt von Anfang durch die Taufe zu der Ei, | dem, der das Haupt iit, Ebrifius, aus
nigfeit feines geiftlichen Seibes. berufen, und |Melbem der ganze Keib zufammen gefügt,
mit einem Geit vom Himmel gefränfer, dag Und ein Glied am andern hanget, durch
wie durcheinander Glieder und ein Leib Epri, | Ue Gelenk, dadurch eines dem andern
fi feyn, in der 1 Cor..ız. Handreichung thut, nach dem Werk eins
XXL. — — — Be: —— m
Don der Ordnung des Ricchenregi Ye a —
ments, such Gewalt, die Policey in — ek A un Be der Liebe, 4
l
gen zu Ordnen und zu erhalten. ads fr 5 —
Fs hat der HErr dieſen feinen geiftlichenseib |, darum ſouen wir, wie St. Cypriac⸗
E x — Ike ee aus —— ber Cinigkeit der Kirchen, vor»
gefüger und in einander gericht, daß immer and 5 hi Biſchoͤffe, die der Kirchen
ein lied des andern bedarf, und jedes dem ih fie Bon Ir vorgefeßet find, halten,
andern nügen Eann, damit Feine Zertrennung |". . — * — Spaltungrete ·
im $eibe wäre; ſondern ein jedes für dag ande- hs Ihe * au eweiſen, daß das Bin
re und inggemein für den ganzen Leib forgete, |} ai 4 — eines und unzerthellet if,
denfelbigen zuerhalten und zu beffern ‚daß aud) y a x \ An. N Kirchen nur ein Biſchoͤflich
die Edlern und Stärfern die Geringen und| Amt, We ches ein jeder Biſchof zu feinem Teil
Schwachen nicht verachfen; fondern wo ein ganz Bat; es iſt allein eine Kirche, die immer«
Glied leidet, daß die andern aud) alle mit lei— I muchebar IE} ‚und ſich auebreitee und meh ·
den, und wo eines geehret wird, die andern" „9 eichwie die Sonne viel Glänze bat,
fi) alle mit freuen. und iſt doch ein Liche,, und ein Baum vfel
-Und deromegen wird einem jeben Glied die Bu ft a ein Stamm, der aus fels
an gegeben, nach der Maaß der Babe ner Wurjel ſteif beſtehen bteibe.
hriſti, Eph. 4. denn obwol ein Beift iſt; Derohalben, wiewol der HErr Chriſtus ale
eg
} y —— Be gegeben Bat
a u
Fer; fo find doch mancherley Werke. ı Eor.12,) Es waren die andern bon nu ;
And darum hat er felbft feiner Kirchen gege- |trus war, und hatten gleiche a
ben etliche zu Apoſteln, etliche zu Propheten, |der Ehren und des Beiwglts noch kommt
andere zu Evangeliften,andere zugirten und der Anfang von der Zinigkeit ber, damit
zuLehrern, Damit die Heiligen zuſammen ge- bewjeſen und angezeigt werde, daß die Rits
De che
Du
"11, Aöfchnitt. Won dem Reichstag und Colloquio zu Regenfpurg. 777
einige. ſey. DIE find die Worte Cy⸗ die Bifcyöffe gefolger, welche jeder in feiner
er nA Kiechen geordnet, zu verhüten Trennung und
se iſts, daß die Heilige Schrift Petrum| Spaltung, wie Hieronymus ſpricht, daB nicht
Ibet als den foͤrderſten, den Mund und ein jeder einen Haufen zu ſich zöge, und alfo
ehmſten unter den Apofteln, dem Chriſtus die Kirche trennete. Derohalben denn aud)
‚allein feine Gewalt, fondern auch feinen unter ven Bifchöffen jeder Provinzien ein Mes
jen mitgetheilet, bat; wiewol ihm nicht al- |tropolitan und Erzbiſchof verordnet worden iſt,
Teine, doch aber ihm vornehmlich mit, andern, und unter den Metropolitan etliche Patriarchen
"auf daß die Einigkeit der Kirchen und des Bir
( und Primaten, weldyer am erften drey fuͤr⸗
fchöflichen Amts, wieder Herr verordner und nehmſte waren, der Roͤmiſche, Antiohenus
"eingefeßt, In Petro würde angezeigt, dem der
er und Alerandrinus, unter welchen der Kömis
Err aud) die. fürnefmfte Sorge feiner Kir⸗ ſche, als der St. Petri Stuhl durch ordentli«
hen, als er ihm befahl -feine Schaͤflein zu ches Nachkommen befigen follte , der erſte und
N Me Aufdelege Bat, Joh. 21. und die Brü- |vorberfte erkannt worden ift, doch nicht Daß
der zu ftärfen, zu Erbauung und Stärke, der |er die andern in Wuͤrdigkeit des Prieftertfums
Kirchen, $uc. 22. befohlen; welche Sorge und |übertreffe; fondern mehr, daß er weiter zu forz
Geſchaͤft St. Petrus auch gleich im Anfang auf |gen hätte, denn die andern, und über andre
ſich genommen und ausgerichtet hat, wie wir wäre im Kirchengericht, Einigkeit der Kirchen
Das in der —6 en eh ke zu erhalten.
und am 9. haben wir, daßer durch die Kir. So nun TR
ee il fe Befmgefuche ar: dod | So tun diefe Ordnung recht erhalten 1ird,
| N er. 7 und diedifchöflicheSucceßion durch ordentliche
fo bat er diefe Sorge in feinem 2Bege / dasjeni⸗ Wahl bleibet, fo wird diefes Band der Liebe
ge zu zerflören, Das andere erbauet Hatten, | das alle Gaben übertrift,) niche zerriffen ‚mie
mißbraucht; fondern daffelbige zu beftätigen. | yenäus im 3,und.4. Bud) fager ae ige:
Denn er wohl erkennet, daß das Evangelium, ® x get. —
das die andern geprediget, mit dem Evangelio| _ Ferner, auf daß diß Band der Liebe, wel«
feines Apoftolats allerdinge zuſtimmet, ja daß | ®*5 (mie der heilige Auguſtinus ſchreibet)
es ein Evangelium war, das fie alle predigten. der gemeinen Kirchen eigene Gabe ift, defto
Diß hat aud) St. Paulum verurfadyer , daß beſſer beftehe, hat Chriſtus feinen Dienern und
er gen Jeruſalem zoge, und ſich des Evangelii er. Gewalt gegeben , die Policeyund Hause
halben, das er gepredige, mit Detro, Soban- Baltung der Kirchen anzurichten und zu vers
ne und Zacobo, unferredet , Gal.2. Nicht, ordnen, welche in zweyen Dingen ftehet, in
daß das Evangelium, fo er geptedige und al- gottfeligen Ceremonien und der Kirchen Zucht.
kein von GOtt empfangen hat, ihres Urteils | Und fo viel die Ceremonien befanget, haben
bedurft ; fondern daß fie erfenneten, daß Pau: die Praͤlaten Befehl und Gewalt, nicht allein
lo eben die Gnade, das Evangelium zu predi- |Ceremonien anzurichten, die fie achten, die
gen, gegeben war, die fie hatten, und ihm al» Gottſeligkeit zu erwecken und zu behalten, auch)
fo die Hand gegeben, zum Zeichen ver Einig- daß alle Dinge in der Kirchen ordentlich und
keit in dem Dienft des Evangelii, daß durch ſchoͤn gehandelt werden, dienllch feyn ; fondern
ihre Einträchtigkeit die Kirche im Glauben auch, daß die äufferlichen Bräuche und Cere⸗
und Band der Liebe geftärfet würde; wie auch Ne welche uns in göttlicher Schrift aus«
Tertullianus neben andern bezeuger. drücftich vorgegeben find, nad) der Regel des
Und diemeil der HErr will, daß diefe Drd. Glaubens und der Liebe zu richten, auszuthei«
nung des Dienftes und Vorſtehens in der Kir- theilen, zu mäßigen und zu verordnen, wie fie
chen bleiben foll bis ans Ende der Welt: fo nemlich das erkennen, dem Neil der Gläubis
ift, oßne Zweifel aus göttlicher Berfehung und gen, nad) Gelegenheit jeder Zeit und Stätte,
Ordnung, geſchehen, daB an ſtatt der Apofteln rn und gnug feyn, dahin denn das Work
: ce 3
Des
778 Cap. 1, Don der durch Eonventen, Reichsräge gefüchten Religiomevergl. 779.
des Evangelii fießet: Deo Menſchen Sobn iſt .... RT
ein SZErr auch des Sabbaths, Luc.6. Etliche Lehre, welche durch der Kir⸗
Alſo haben auch) die Prälaten in der Kicchen | chen Haltung erkläre und beftätiger fi.
Befehl, die Kirchenzucht \anzurichten, welche |
Zucht dem Schlüffel des Kirchengerichts zufte |
det, und fönnen ohne diefelbige Zucht Ehrift-
liche Sitten nicht erhalten werben, iſt derhal⸗
ben auch den Unterthanen Gehorfam geboten,
Ebr. 13. und 1 Cor. 5. und 00 e 2 “ ”
Dooch fo follen beyde, die Ceremonien und} Lind find aus ſolcher Macht der Kirchen, die |
KRiechenzucht, nicht dermaſſen, noch darum in ſie Hat, die Schrift auszulegen und den Ver⸗
der Kirchen angeftellet und geübet werden, daß | ſtand und Sinn der Schrift zu urtheilen, dieſe
jemand das Vertrauen des Heils darein feßen nachfolgende Stücke angenommen worden.
wollte, welches Vertrauen allein auf der Gra-I Die Artikel des Glaubens, die mar Symbo⸗
den und dem Verdienft unfers HEren JEſu ſum Apoftolorum heißt, Die Lehte von dem ei- |
Chriſti beftehen foll ; denn folches wäre dem Inigen Wefen der Heiligen Drenfaltigfeit und |
HErrn umfonft mieMenfchenfaßungen dienen, | Gleichheit der drey Perſonen: von zweyen Na« |
folder den Befehl des HErrn, Matth. 15. und turen und einer Perſon in Chrifto: von zweyen |
Efai.1. fondern allein dergeftalt und dazu, daß | Willen in Chriffo: von der Erbſuͤnde: vond *
es find Anreißungen ‚und Band eines heiligen: 0 > Ga
Lbens, und daß alles in der Kirchen Beiliglich,
gebüprlich, ehrlich und ordentlich zugehe, ı Cor
rinth. 14. *
Es ſollen auch ſolche Ordnungen nicht zuwider
ſeyn des Evangelii Reinigkeit und Einfalt, und
den Gewiſſen feinen Strick anwerfen und
Edriſtlicher Freyheit nichts abbrechen, x Co-
rinth. 7-
Die Chriſtliche Freyheit aber ſtehet vornehm⸗
lich in dem, daß wir durch die Gnade Chriſti
IEſu und Begabung des Heiligen Geiftes
dom Zwang des Cefeßes erloͤſet, felbft willig
tun, was. Das Gefeg recht und ordentlich zu
feben gebeut, und wiflen, Daß unfere Öered)-
tigfeit, die Denn geiſtlich ſeyn foll, an ben aͤuß
ferlichen Ordnungen und Haltungen nicht Ban-
et; fondern daß ſolche Ordnungen find einge-
eßt, zu erhalten und zu beveftigen den Ölau-
en ber Schwachen und. die Liebe, und mo es
die Sache fordert, mag man fie oßne Sünde
brechen; doch alfo, Daß nicht Aergerniß oder
Verachtung daben fen, denn alsdenn foll diefer
Spruch mehr gelten: Ich hab Gefallen an
Barmberzigkeit, und nicht an Üpfer,
Matth.ı2. Diefes ift insgemein geredf von der
Ricchen Zeichen und. Gewalt.
al müffen wir auch etliche Stüce in.
ſonderheit erzehlen, die aus dieſer Mache |
der Kirchen, Die heilige Schrift. zu erfennen und
auszulegen, und auch Policey und Haushal-
tung in der Kirchen zu ordnen, beftatige und |
Kindertauf, und dergleichen. 3
. Von den verſtorbenen Heiligen.
Ar dieſer Macht und Glauben iſt auch an⸗
genommen, daß man die Heiligen, die uns
zu dem Leben der kuͤnftigen Welt vorgegangen
ſind, als edle Glieder der Kirchen, (die der himm⸗
liſche Vater fuͤr feine Kinder erkennet und eh⸗
ret, Joh. 12. der. Sohn als Brüder und Mit⸗
erben halt, Nom. 8. ‚der Heilige Geift feine
Tempel heiffet, 1. Corinth. 6.) loben und ihre
Gedaͤchtniß herrlich halten foll, unfer Gemuͤth
dadurch zu erwecken und zu reißen, daß fieden
lieben Heiligen nachfolgen und ihrem Verdienſt
zugefellet werden, wie St. Yuguftinus davon
Ichreibet contra Fauftum Manichzum, libr.ız.
Cap. XXL. Und zun Ebr.13: Schauet an
ihr Ende und folget ibrem Glauben nach,
Denn die Kirche erfennet (und das nicht ohne
Schrift), Daß Die lieben verftorbenen Heiligen |
ein merflichs Sehnen und: Verlangen haben)
nach unferm Heil, als die. mit uns eines Leibes
Glieder find, und die göttliche Berheiffung ohne
uns nicht vollkommen empfahen, Ebr. 1. und)
daß ſie derhalben auch GOtt fir uns bitten, und
fie GOtt in dem auch erhoͤret, und uns um ige
ventwillen gutes tBut, 2 Mof. 23. Dan.3. iR
Und wie daran fein Zweifel iſt, daß lines he
“ ‘ Ten. . . « “ ’ ige .
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kſagen, und ihnen
bfehnitt. Von dem Reichstag und Colloquio zu Regenſp
‚auch:ihre Werdienfte Haben; welche Doc) wegen ihres Siegs Dan
e8 Gaben find; ———— gemeinem alſo nachfolgen. —
einträchtigem Verſtand der Kirchen angenom⸗Hievon ſchreibet gar ſchoͤn der heilige Augu=
men, daß man GOtt auf folche Maaß gottfelig ſtinus, libr. II, contra Epiftolam Pelag. ad
anruffe, daß er uns wolle durch) das Verdienſt Bonifacium Cap. VIL: Wir richten den Maͤr⸗
und Gebet feiner Heiligen das geben, daß uns tyrern nicht Tempel zu, noch Prieſterthum, hei⸗
durch: feinen Schutz geholfen werde; doch nicht |lige Ceremonien, oder Dpffer, denn nicht fie,-
Durch Das Verdienſt der Heiligen ‚als-aus ih: ſondern GOtt unfer GOtt iſt. Wir ehren wol:
nen ſelbſt, ſondern durch unſern HErrn Chri⸗ ihr Gedaͤchtniß, als heilige Menſchen GOttes,
ſtum JEſum, durch deſſen Gnade auch fie, die welche bis in den Tod’ ihrer Leiber für die
Heiligen, felig worden find, und von dem fie Wahrheit geftritten Haben, daß die wahre Res
fich felbjt auch alles Berdienft empfangen ba: |ligion erfannt , und die falfchen und erdichteten
ben, befennen.: . nee Religionen überwunden und. abgetrieben wür-
Es follen auch nicht verdammt werden, die den, Wer hat aber! von Gläubigen je gehört,
aus gostesfürchtiger: Andacht und aus ganz in⸗ daß ein Prieſter bey dem Altar ſtuͤnde, welcher:
nerlicher Betrachtung der Einigkeit und Ge: ſchon auch) ob eines Märtyrers Leichnam, zum
meinfchaft, die die lieben Heiligen mit ung ba: | Ehren und Dienft GOttes, gebauet ift, und im
ben, zu etwas Inbrunſt bewegt und entzündet, | Gebet der Kirchen fage: ich opffre dir, o Petre,
die Heiligen auch felbit anfprechen; doch daß diß Opffer; oder: o Paule, o Cypriane; fondern
ſolches nicht geſchehe in denen Gebeten, die
man ob dem Altar thut, in welchen Gebeten
die Rede allein zum Vater durch Chriſtum zu
wenden iſt, wie das Concilium Carthaginenſe
III. verordnet.
Und wiewol die verſtorbenen Heiligen ange—
ſprochen werden, ſoll doch das ganze Vertrauen
allein auf Chriſtum IEſum, den einigen Ge:
ber alles Guts, gefegt werden, und den Heili-
gen nichts, das GOtt eianer, zugeben; fon:
dern: daß fie allsin als Mitknechte, die nun er-
langet haben, daß fie der Seligen Mitgenoffen
im Himmel find, und anders nicht, Denn die
heiligen GOttes Menfchen „ die noch bey uns
in dieſem Fleiſch auf Erden’ leben, angeruft
werden, daß fie uns helfen GOtt bitfen.
“Und nachdem die Leute von rechter Gotkſelig⸗
keit gar leicht in Aberglauben fallen: fo ſoll man
ſie hievon fleikig und ftetig lehren, wie fie.alles
ihe Bertrauen allein auf GOtt, durch. Chri⸗
ſtum unſern Mittler, feßen, allein GOtt Opffer
thun, niemandiantuffen als Geber unfers Heils,
denn allein GOtt, und die verftorbenen Heili-
gen andersinicht Halten ‚ denn’ als die GOtt um
unſer Heil’getreulich bitten , wie fie denn deffel-
ben ganz begierig find; ſollen ſie auch nicht von
wegen ihrer Kraft und Vermögens ehren , fon-
dern allein um Eprifti wollen, dem wir von
JES®
allein GOtt wird zu Gedächtnig der Märty:
rer geopfferf, der fie beyde zu Menfchen und zu’
Märtyrern gemacht, und feinen heiligen Enz
geln in Bimmlifcher Glorie zugefellet hat, auf daß
wir Durch ſolch Feſt und herrliche Gedaͤchtniß
dem einigen wahren GOtt Danf fagen, um ih⸗
ven, der Märtyrer, Sieg, und uns aus ihrer
Gedaͤchtniß ermahnen, folhem Sieg und, Kros
nen durch GOttes Hülfe, den wir (wie Die März
tyrer gethan,) Darum anruffen, auch nachzuftre=
ben und zu erlangen. Darum was Dienſts
die andächtigen Leute an den Stätten der Mär-
tyrer erzeigen, Das tun fie, die Gedaͤchtniß der
Märtyrer zu zieren, und find nicht heilige Cere⸗
inionien, oder Opffer den Todten, als Göttern
bewieſen. | SERBIEN
Bon dem wahren Gebeine der Heiligen Märs
tyrer ift auch in der Kirchen alleweg die Mey⸗
‚nung geivefen, daß man biefelbigen Gebeine,
‚und was von Ihren heiligen Körpern uns blie-
ben ift, ehrlich und in etwas geiftlicher und ans
‚Dächtiger Bewahrung gehabt hat. Erſtlich
deshalben, daß ſolche Körper und Gebeine der
Heiligen, gleid) als Pfand und Siegezeichen
ihres Glaubens, uns erinnern des Glaubens
und der Siebe, Die in ihnen, den Heiligen, ge-
mwefen find, in dem nemlich, fo wir aedenfen,
daß diß die ©ebeine find, aus Denen etwa %
ei⸗
782 Cap. 18. Donder durch Convente u. Reichstäge gefüchten Aeligionsvergl
ein Haus war der einwohnenden Önade, und inem je
in welchem die Glieder beftanden find, welche umbertrage, wie denn dig in vielen Conciliis
Tempel des Heiligen Geiftes waren. Aus |geboren it. ee Ne
‚ welchem Bedenfen unfer Glaube zu GOtt ohne] _ 2». Dondiden.
Zweifel erwecket wird, daß mie fie, die lieben
Heiligen , durch den Glauben die Königreiche
überwunden und Gerechtigkeit gewirket haben,
auch wir, Die gleichen Geift haben, alles Wi-
derwärtiges, Durch ihr Erempel geftärft, un- -
teritehen Durch Chriſtum zu überwinden. Der⸗ brauchen, welches gefchießt, fo wir die Bilder
halben GOtt (mie das befunden,) etwan groffe allein gebrauchen zu erwecken die Erinnerungen.
Wunderzeichen bey den Gedächtniffen der Maͤr⸗ geſchehener Dinge und Gedaͤchtniß der Hiſto⸗
tyrer gewirkt hat, der Urſach ſonder Zweifel,
daß er damit den Glauben der Seinen eriwve-| darum vorgeſtellet oder gemahlet wird daß
meine Verſtand der Kirchen In dem aber
Heiligen Leib zuſammen gefuͤgt geweſen iſt, der und wahre Gräber der Heiligen halte, auch fol-
Se A che zu feinem zeitlichen Gewinn vorftelle, —
De auch der Gebrauch der Bilder nicht
7 gar verdammt werde, hälf auch der ges
vien. Als, fo das Bild unſers Heilandes nicht
foll in alleweg verbüret werden, daß. wir ung:
der Bilder nicht anders denn als Bilder ge⸗
cket, und fie den lieben Heiligen in der Gottſe. es, wie GOtt, verehret; oder daß einige Ehre
ligkeit nachzufolgen anreißete; Darum ſchreibt und Dienſt Chriſti bey folchem angerichtet wer—
St. Auguſtinus, als er gemeldet, wie die Kir-)de; fondern daß es allein darum vorgeftellet
che gefrohlofet Bat, als ein Wunderzeichen bey| werde, daß es uns erinnere des Menfchen Chri—
der Gedaͤchtniß St. Stephani gefchehen war :| ti, und deß, das er für uns gelitten har, auf
Was war in den Herzen der Frohlockenden daß wir in feiner Liebe erhißt werden und ibn zu
ſehen begehren.
anders, denn allein der Glaube Chriſti, ——
Derhalben iſt hiebey das erſtlich zu verſtehen
um deswillen das Blut St. Stephani ver-
goſſen war? und zu verhuͤten, daß man Feine Bilder in die
Zum andern, haben die Alten das Ehrlich- Kirchen bringe, denn allein wahrhaftiger Ge—
Balten der Heiligen Gebeine darum nüslid) ge=| fhichten und Hiſtorien.
achtet, daß uns folches von Der nn
erinnert, und unfere Hofnung, die Fünftige Herr:
Zum andern, Daß man die Bilder nicht nach
weltlicher Ueppigkeit mache. Zum dritten, daß
l
lichkeit unfers Leibes zu erwarten, aufrichtet; man den Bildern Feine Kraft zumeffe und fein
fo wir nemlich dabey betrachten, -daß der Hei-| Vertrauen drauf ſetze. Denn die Bilder ale
ligen Körper zur Unfterblichfeit verwandelt und | denn allein ohne Gefährlichkeit gehalten werden,
wieder zum Leben aufermecket werden follen, und | wenn man ihnen überall eine Kraft zugibt,
daß auch unfer GOtt ift der GOtt Abraham, kein Vertrauen in fie fest, Fein Berdienft an
Iſaac und Jacob, ein GOtt niche der Todten, ihnen ſucht; fondern fie allein haͤlt von wegen.
ondern der Lebendigen. des Erinnerns, und in Gedächtniß zu bringen
i Als aber in diefem der Mberglaube gar leicht | derer Dinge, "die durch GOttes Kraft zu ie N
mit einfchleicht, weldyes denn fo ſchwere Miß-| ferm Heil und Beſſerung gefchehen find, und
—
bräuche bisher wohl bewieſen: fo foll man das als viel als derfelbigen görtlichen Tpaten Che
Volk gar fleißig lehren, Daß es Fein Vertrauen |venzeichen feyn, alfo, Daß dasjenige allein ver-
auf das Gebein der Heiligen fege, noch fie an-|ehret werde, Das durch das Bild angezeigt
bete; fondern allein der Heiligen Glauben und | wird, und mit nichten das Bild felbft. —
Leben in denſelbigen verehre, und ſich aus Be— 3. Von der Meſſe.
trachtung des Lebens und der Lehre der lieben A erfennet und hält duch die gemeine Kir⸗
Heiligen etwas zur Machfolge entzünde und! L) che, daß die Meffe, in deren man confecrie
die Hofnung der Auferftehung beveftige, ret und nieſſet den wahren $eib und wahres Bluf
Daneben iſt auch das fehr fleißig zu verhuͤ⸗ Chriſti, ein Beiliges Opffer ſey, doch ein biutie
ten, daß man Feine denn wahrhaftige Gebeine ges und geiftlishes,. denn in derfelbigen GOTT
dem _
Tr J FqF
734 3 II, Abfchnitt, 2
dem HEren (mo fie anders gottfeliglich und mit Welches aus diefer Urſach folget: denn GOtt
Von dem Reichstag und Colloquio zu Regenfpurg. 785
rechter Andacht gehalten wird,) vier Dinge geiſt feinen Sohn, CHriftum JEſum, unfern
lich aufgeopffert werden, & HEren, uns dazu geſchenkt hat, daß wir an
Eccſtlich, wird Chriſtus der HErr, der fid) |unfern eigenen Kräften verzaget, und unferer
felbft dem Bater in feinem fterblichen Leibe ein | Sünden wohl bewußt und befennelicy, ifn,
blutiges Opffer und auch ein gnugfames und |unfern HErrn und Erlöfer, dem Vater als
angenehmes Dpffer für die Sünde der Welt ein- das einige Opffer, das für unfere Sündegnug
mal aufgeopffert_ bat, in ver Meffe, welche thut, vorftellen; mie er denn uns geboren und
denn die allerheiligfte Handlung ift atler. Beili« |ung gegeben ift, aufdaß wir alle, die an ihn
gen Ceremonien, und ein gemeiner öffentlicyer |gläuben, nicht verloren werden, fondern Fries
Dienft in ver Kirchen, GOtte dem Water im |de haben mit GOtt, und leben ihme verföhnee
Mamen der ganzen Kirchen, durch die Wie: durch das Blut Eprifti.
dergedächtniß und Vorftellung, unblurig auf) Zum andern, opffert die Kirche in dieſer
geopffert. Opfferhandlung auch ſich ſelbſt GO TT dem
Welches geſchiehet, fo die Kirche Chriſtum Vater, durch Chriſtum den HErrn, deß geift«
und feinen wahren Leib und wahres Blut GOtt licher Leib ſie iſt. Denn als fie aus dem Opf⸗
dem Bater in ihren Gebet für ihre und der gan- |fer Chrifti, am Creuʒ einmal aefchehen, erken-
zen Welt Sünde vorſtellet. Denn obwol diß net und bedenfet, daß wir alle zumal unferchal.
Opffer, wie es am Ereuz geopffert worden, |ben verderb£ und verdammte find, wo wir nicht
einmal geopffereift, und alſo nicht wieder geopf- Durch Das einige Opffer Ehriftum, am Creuz
fert werdenmag; nichts deſtoweniger aber ‚wie geopffert, mit GOtt verfühnet würden, ergibt
diß Opffer geopffere iſt, alfo beftehee und blei. die Kirche und opffere ſich GD dem Water
bet e8 in feiner Kraft und Wirkung, daß es durch Chriſtum ganz und gar: und wie Chria
nicht weniger heutiges Tages, in dem Ange: ſtus uns alleam Creuz getragen, und die Suͤn⸗
ficht des Vaters, allen denen, die es GOtt de der ganzen Kirdyen auf fi) genommen und
dem Vater mit wahrem Glauben und gläubi- |getragen, und alfo die Kirche in ihm felbft GOtt
ger Andacht vorftellen, zu Berzeifung ihrer dem Vater aufgeopfferet hat: alſo ftellee -fie
Sünden, und zu beſtaͤtlgen das neue und ewi- hingegen, ergibt und opffert fich auch dem eini⸗
ge Teftament goͤttlicher Rindfchaft, kraͤftig und gen GOtt und Vater, wenn fie fold) felig und
wirklich ift, denn auf den Tag, da der HErr ewiges Opffer, Chriftum, in rechter Andacht bes
feinen Geiſt am Creuze dem Vater aufgegeben, denket und wiederholer.
und da Blut und Waffer aus feiner Seiten | Und demnach die Kirche ihre Aefte Ins Ver-
gefloffen ift. Een gangene, Gegenmwärtige und Künftige erfire-
Auf welche Meynung die lieben Väter den cket, und hat ifre Glieder nicht allein, die noch
Leib und das Blut des Herrn, auf dem Altar diß Leben im Glauben führen, fondern auch die
gegenwärtig, jest die Bezahlung für unfere mit dem Siegel des Glaubens von Hinnen ges
und der ganzen Welt Sünde, jest die Bezah, fcheiden find: derhalben wenn fie DIE aller.
lung unferer Erlöfung, denn Das heilwaͤrtige |heiligfte und herrlichſte Opffer Durch ihren ge=
Opffer heilen. Und zeugee mit Namen Chry⸗ meinen Dienft in einträchtigem Glauben hält,
ſoſtomus, daß wir eben das Opffer opffern, und da bedenft, daß Ehriftus unfer HErr dar-
das einmal in dem Heiligſten aufgeopffert iſt, um einmal geftorben ift, daß er über Lebendige
und daß allenthalben ein Dpffer und ein Ehri- und Todte herrſchet, theiler fie ſich nicht; fon« .
ftus iſt, bie und dorf, - ganz und ungertheilet ; dern ſammlet ſich felbft in allen ihren Gliedern
doch daffelbige alſo, daß die Opfferhandlung, zuſammen, und gedenfer alda nicht allein der
die wir in der Mefie üben, ein Gegenbild fen, gegenwärtigen, fondern auch beyde der Heiligen,
zur Gedaͤchtniß deß, das einmal am Ereuz |die fie weiß jegt gewißlich bey dem HErrn le⸗
geopffert iſt, und unfte Sünde bezahlt Kat, ben, und aller Brüder und Schweftern, die
CLutheri Schriften 17. Theil. Ddd im
A \ —— ah,
enteu, Reichstäge gefachten Keligionsvergl. 78
"86. Cop, 18. Don der duch Conv
nen verſchieden find; und beweifee alls in Die- geſchrieben, gelefen wird, ) werden alhie in Ge⸗
im HErrn, und doch nicht gar gereinige von hin» be: des HErrn, dem heiligen —
Ga
- fer Opfferhandfung vie Einigkeit des Leibes Chri · enwoͤrtigkeit des wahrhaftigen Beiligen Lelbes
fi, und Daß ihre Glieder auf Erden zu deren Chriſti Die Thraͤnen nicht vergeblic) vergoflen,
Geſellſchaft, die nun bey GOtt leben, gehören, \und dem Opffer eines zerfchlagenen "Herzens
auch daß fie der andern Glieder in Chriſto alle ‚fein Abſchlag immer werden, nachdem alhie der
gottſelige Sorge träger, und fie in recht Chriſt⸗ heilige Prieſter feine Arme ausſtreckt und mit
licher Kebe bedenket. | ſolcher Geberde uns des Creuz fürbilder, und
Derwegen bezeugen die heiligen Bäter, daB |für feine und des Volks Miſſethat in groſſer Zus
die Kirche in Diefem Opffer nicht allein mit gott- verſicht bittet, Diß find Worte Epprient.
feliger Andacht die Gedächtniß halte der heil | Zum vierten, hat die Kirche bey den Alten
gen Märtyrer, uns damit denfelbigen nachzu-
folgen zu erwecken, und auch zu fördern, daß
wir ihrem Verdienft zugefellet werden; fondern
daß fie auch für die gläubigen Verſchiedenen
auch etliche Gaben geopffest, Brod und Wein,
davon man Denn einen Theil zu dem Leib und
Blut des HErrn geheiliget hat, und einen Theil
zum Almoſen ausgeipendet. Es iftauchbillig,
‚ insgemein bete, weldyes Geber auch denfelbi- daß ſich das gläubige Volk bey Din Opffer
gen Seelen fuͤrtraͤglich ſey, nemlich, die in die· GOtt nicht allein mit Worten ergebe und auf⸗
ſem Leben durch das Verdienſt des Glaubens opffere, ſondern daß es auch mit dem Zeichen
erlanget haben, daß ihnen ſolch Geber fürträg- Jäufferer Gaben bezeugeund beweiſe, daß es ſich
Uhfey. _ A Gott ganz heiligeunddargebe. Diefer Braud)
. Zum dritten, wird in der Meſſe auch geopf. lift wol jest abgangen, aber bey den Alten fleife
fert Das Opffer des Jobs, welches das Endeift fig gehalten worden, daß alle Sonntag jeder«
diefer Einfeßung. Das iſt das Opffer des Ölau: |mann, Weib und Mann, Brod, Wein und
bens, der Hoffnung und der Liebe, und vor- andere Dinge zum Altar gebracht und geopffere
nehmlic) der Dankſagung, die wir fuͤr die hoͤch, haben; wie das die Decreta, fodem Sabiano
der Meffe (tools en
ste Wohlthat des Dpffers Chrifti, am Ereuz | zugefchrieben werden, zeugen.
geſchehen, und feiner feligen Gemeinfchaft,uns| Und wo dergemeine Canon
‚und der ganzen Kirchen verliehen, aufopffern. chen die Alten Das groffe und lange Geber, dag
—
Darum denn dieſe heilige und hochwuͤrdige Ge- man über das Brod und den Kelch zu ſprechen
heimniß Euchariftia, das iſt, die Dankſagung
geheiſſen wird, daß wir bey dieſem Werk der
boͤchſten Wohlthat GOttes in Chriſto Erinne-
zung und Gedaͤchtniß halten, und das groſſe
Merk göttlicher diebe, der uns feinen Sohn,
und mit demfelbigen alles geſchenkt Hat, da fo
herrlich angezeigt und Dargereicht, und wir da-
Durch GEOtt allezeit Dank zu fagen billig zum
höchften erwecket und entzündet werden, wel.
cher Dankſagung anhangt aud) die Gemein:
fchaft und Nieſſung der heiligen Sacramenten,
Bekenntniß der tehre, Geber, Flehen, Für:
bitte fuͤr alle Menſchen, und die herzlichen und
gottſeligen Beglerden und Geluͤbden, welches
alles waͤhrlich geiſtliche und GOtt angenehme
Opffer find, die auch bey dieſem heiligen Sa-
cament kraͤftiger find und mehr gelten und ver:
mögen ; benn (als in der Sermon vom Abend.
pflege, in drey Theile abgetheilet, nennen,) |
auf jeßt erzehlte Meynung verftanden würde;
jo hätte er nichts in fich, Das nachtheilig wäre:
allein, daß da aller Aberglaube und falfche
Meynung werde hintangethan, aus deren viel
Leute, die von der Natur und Wirkung diefes
allerheitigften Opffers nicht reche berichtee find,
mennen, die Kraft und Wirfung diefes Dpfe
fers werde durch das äufferliche Wer allein,
das der Priefter da wirket, auf fie gezogen
und ihnen applicirt, ob fie mol feinen lebendi⸗
gen Glauben haben und ohne Gottſeligkeit le⸗
den, und fich auch des Opfers des Gebets und
Slehens zu GOtt in feinem Wege theilhaftig
machen. Wie man denn findet, dieihresgan«
zen erfchrecflichen , gottlofen gebens einige Neue
nicht Haben; fendern im Vorſatz der Sünden
verharren, und fich demnach zu Diefer allerhei⸗
|
N.
Buſſe thun. |
4. Donden Brauch und Darreichen der |geiitlic) communicirten,) nicht verdammee, und
=
—32
ibſchnitt. Von dem Reichstag und Colloquio zu Regenfpurg. 739
und göttlichften Handlung, zu ihrer ‚niciren, zu Baben, follte von der Kirchen hin»
Ri
en
ſchweren Bardammniß, mit einmifchen. Der: [genommen werden, daßgefchehen möchte, nach⸗
halben „daß fie ſich bereden, es folle ihnen die | dem die Leute zu Diefer Zeit Die heiligen Sa—
Mefte allein aus Kraft des äuffern Werks, das | cramente zu empfahen laß find, daß dig Opf:
‚der Priefter thut, nußfenn, obfie gleichwol oh: |fer des Lobs, das Chriſtus will in feiner Kir.
ne alle Gottesfurcht find und leben: diefe fal- | chen ftetigs feyn und gehalten werden, gar fel-
ſche, gottlofe und ganz verderbliche Meynung |ten gehalten, und mit der Zeit ganz unterlaffen
foll man ernftlich verdammen, und aud) folche | würde, ‘
Leute, wo ißre Laſter offenbar find, von den; In diefemmun, weil beyde Theil ihrer Mey:
heiligen Meflen abfchaffen; wo die aber nicht nung beredf find , möchte man vielleicht zuge=
- ‚offenbar, foll man fie getreulic) lehren und ver- ben, daß ſich jeder Theil feiner Meynung Biel:
‚mahnen, daß fie ſich felbft von Dem Beiligen ſte; alfo, daß man die, fo dieſes heilige Opffer
Geheimniß abhalten, big fie fi) befehren und |meynten zu Balten, auch ofne Communicanten
| (doch daß dennoch allmege dabey wären, Die
heiligen Sacramenten underlichengndern [die andern auch nicht zwünge, die Meſſe ans
Ceremonien infonderheit. ders, denn Die Kommunion, zu halten,
D) Di dem einen Theil will man dafür halten, Weiter, will ein Theil, daß man das Beilf-
A daß man die Meffe nicht Halten foll, wo ge Sacrament dem Volk in beyder Geſtalt ge-
nicht find, die mit dem Prieſter das Sacrament |ben folle, darum, daß folches dem Befehl und
des Seibs und Blues Chrifti empfahen, ſinte⸗ der Einfegung Chrifti und Brauch der aften
mal der HErr darum das heilige Sacrament | Kirchen gemäs fen. h
eingefegt Kat, Daß wir viel, Die ein Brod und| Das andre Theil aber meynet, dieweil in
ein Seib find, folen von einen Brod und ei-|ven Sacramenfen darauf zum fürnebmften zu
nem Kelch ſaͤmtlich empfahen undniefjen; mel: ſehen ift, daß mir mehr dasjenige Haben und
ches denn auch der Brauch und Haltung der |nieffen, das durch die Zeichen fürgegeben und
alten Kirchen geroefen fen. dargereicht wird, denn die Zeichen an ihnen
Auf dem andern Theil will man achten ‚|felbjt; auch befanntlich ift, Daß unter einer Ge—
man möge die Meſſen auch gottfeliglich haben, | ftalt fo viel gegeben wird, als unter beyden:
wenn allein da find, die mit dem Prieſter geift- daß man niche follte.als einen gottlofen Miß-
liche Gemeinfhaft halten, und ifren Willen zu |brauch verdammen, daß die Kirchen nun fo
Der heiligen Handlung geben. Wiewol auch |viel Jahr her geacht har, fie thue recht daran,
diefer Meynung ift, daß man das Volk gekreu- |und handele der Einfegung Chrifti nichts ent⸗
lic) lehren, und fleißig vermaßnen ſollte, daß ſie gegen, daß fie Die Laͤyen mit einer Geſtalt des
die heiligen Sacramente oftempfahen, und wie | Sacraments, daran diefelbigen auch begnügt
wir täglich fündigen, daß wir auch alfo täg: |gewefen, verfehen hat; und das vornehmlich
lid) die Arzeney zu nehmen begefren. Diefe|darum, daß geacht würde, Chriftus Babe fei-
‚achten nun, daß folche ifre Meynung flreite |ner Kirchen die Gewalt verlafien, daß fie die
nicht mit dem Braͤuch der Alten; fagen und |äufferlihe Ceremonien der Sacramente alfo
meynen auch, es folle der Einfesung Chriftilmäßigenmöge, wie fie das dem Heilder Gläu-
nichts abbrechen. Denn der Priefter, der diß bigen, nach Gelegenheit jeder Zeit und Stätte,
gemeine Amt und gemeinen Dienjt ver Mei: | genug und förderlich zu feyn erfennen mag.
fen in der Kirchen über, hat fich alsdenn ver-| Iedoch weil fogar ein groß Volk in Deuts
einige durch den Ölauben mit allen denen , die ſchen Sanden deß beredet it, daß der Befehl
diß Sacrament inder ganzen Weltempfahen. und die Einfegung Chriſti fodere, daß diß Sa⸗
Diefe forgen auch, wo diefer Brauch), Die | crament jedermann ganz empfahe, und in all-
Mefien allein. mit denen, die geiftlich commu | wege zu ift, daß niemand mit N
I: 2 ; es
790 Cap. 18. Von der durch Convente u. Reichstäge gefüchten Religionsvergl,
Gewiſſen das heilige Sacrament empfahe , ‚Gebot des HEren thate: ihr ſolt das En
wird ſehr nüglic) geacht, Daß die Kirche, fol- |thum nicht vor die Hunde werfen.
cher und viel andern Aegerniffen und Schaden | Aber in diefer Suchen wird durch gelehrte
zu begegnen, frey madıte, das Sacrament in und gorfelige Männer die Mäßigung wol zu
einer oder beyder Geftalt zu empfahen; doc) finden und anzurichten feyn, Daß der Wuͤrdigkeit
dergeftalt, daß man Damit niemand Urſach ge= der Sacramenten nichts abgebrochen, und auch
be, den Brauch, den die Kirche in dem nun fo u heiligen Volk der gottfelige Berftand dee
lange gehalten, freventlic) zu verdammen, oder rer Dinge, die man in Sacramenten Bandelt
biefür einander zu richten und urteilen. ‘Denn und ausfpendet, noch) auch fein Amen nicht ent⸗
diefe Geremonie, Das Sacrament in beyder zogen würde, J——
Geſtalt zu empfahen, mollen nothwendig ma-| Und demnach die alten Gebräuche und Lie“
chen, will ſich nicht reimen, zum wenigſten von |bungen, die heiligen Sacramenfe zu handeln
wegen der Kranken, oder auch anderer, Die und auszufpenden, welche (wie die auf ung |
‚vom Wein einen folchen Abfcheu Haben, daß durch muͤndlichs Dargeben kommen find,) eine
fie ihn nicht gedulden mögen. befondere Heilige Bedeutung oder Lebung in
Mehr wird auf einem Theil erfordert, dap ſich baben: fo waren auch Männer zu derord-
die Heiligen Sacramente dem Volt vorgegeben |ten, bie bende gelehrt und gottfelig feyn, die”
und Dargereicht werden in der Sprache, die ſolche alte Gebräuche und Handlungen fleißig
es verſtehet, Damit, foes alles, fo da gehandelt befeßen und erfuchten, damit, wo etwas einge
würde, Elar und eigentlich vernimmt und ver- ſchlichen wäre, Das zur Gottſeligkeit nicht dien "
ftehet, möge auch fein Amen zu allem ſprechen; te, Daß ſelches würde hinweg gethan, und die
und diefe ziehen fich auf den Heiligen Pau-| Alte Reinigkeit und Ganze wieder angerichtet
fum,, der folches ı Cor. 14. alfo gelehret und und in ihren Brauch gebracht, : 5
verordnet bee 5. Don der Rirchenzucht.
Die andernmeynen, man follin Sateinifchen ENaß die Kicchenzucht der Kirchen zum hoͤch⸗
-Rirchen die Sateinifche Sprache behalten, und — ten vonnoͤthen fey, iſt aud) jedermann
achten, genug zu feyn, wo man das Volk alle: kuͤndlich, denn fieder rechte Aufenthalt und Be
mal in den Predigten von allem, das man in wahrung ift des Glaubens, der Hoffung und
der Meffen handelt, klar und fleißig lehre und der Liebe; eine felige Öeleiterin göttliches Weges,
berichte, auch vermahne, daß es zu allen fol: eine Meifterin, Neizerin, und Mutter aller Tu:
chen Händeln feinen Willen gebe, und mit gend; die machet, Daß man in Chriſto und in
gottfeliger Begierde GOtt bitte und flehe, daß Einigkeit feines Leibs ſtetigs bleibt; Die eifert,
er den gemeinen Gebeten und Sehen in der in GOtt und zu Nutz und Befferungdes Naͤch⸗
Kirchen fein gnadigs Ohr neigen, und fie er- |ften zu leben, und die himmliſche Verheiſſung
hören wolle. Doc) daß man dem Volk das- und göttliche Gaben zu erlangen. Ein nöthig
jenige, das man bey der Mefle unfer dem Na- heilſam Ding ifts, diefe Zucht erhalten, und
men der Epiftel und aus dem Evangelio fürlies |verderblich, fie zu verlaffen, mie der heilige Cy:
fet, in der Sprache dem Volke fürlefe und er- prianus lehret; und dieſe ifts auch, dieder Apo-
läre, die es verfteher. Lind Diefe Haben folcher |ftel Timotheo und Tito fo fleißig vorfchreibet,
ihrer Meinung die Urſache: fie beſorgen, wo damit fie ſich wuͤßten zu halten im Haus GOt⸗
man dieſe fo groſſe heilige Geheimniß in gemei- |tes, welche iſt die Kirchen des lebendigen GOt—
ner Sprache für ein foldy groß und vermifch)- tes ıc. 3 ME
Volk fo oft bringe und finge, Daß folche Ge-| Nun, ob diefe Kirchenzucht ſchon dieſer
heimniffe möchten von den Gortlofen und übel | Zeit, von wegen daß alles ſogar zerrüttet und
gezogenen $euten geringer geachtet und frevent: zerſtoͤret if, nicht alsbald Fonnte zu dem Ernſt
lich nachgerede werden, Damit man wider das | der alten Canonum wieder aufgericht En
| mußte
u
un De
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—
Von dem Reichstag und Colloquio zu Regenſpurg. 793
ch Doch in allewege befleiflen und und daß fie die Hand niemand zu bald aufles
n, daß fie in den Kirchen, fo ferne/gen, ı Timoth. 5. fondern verordnen Männer,
h moglich feyn wollt, wiederum angeftellet|die ein gut Zeugniß Haben, voll des Heiligen
id denn von Tag zu Tag fortgebracht und ge⸗ Geiſtes feyn und der Weisheit, zum Dienft
würde, Diefe Zucht iſt nun zweyerley, und Werk der Kirchen, und nicht zu Muͤßig⸗
Cleri und der Kirchendiener; die an⸗ gang, Apoftg. 6.
Ss Volle, 200,55 ho Serner ift auch mit ernftlichem Fleiß darauf
nie Denn dieſe Zucht des Eleri angerich-|zu fehen und darob zu Halten, wie es auc)
de, wird vor allen Dingen vonnoͤthen das nothwendigſte ift, daß das Leben und der
ſehyn, daß man die Kirchen zu verfehen und. zu! Wandel der Diener ihrem Stand und Dienft
regieren, auch andere öffentliche Dienfte der,gemäs fey, und daß fie das Volk zugleich mit
Kiechen zu verrichten, alleine die zulaffe und an-|der Lehre und geben unterrichten, damit ſie nicht
nehme, die dazu bewährt und eüchtig ſind, diejenigen, die fie mit der Lehre erbauen, mit
welches mit allen Kicchendienern zu halten iſt, ihrem böfen Erempel zeritören ; fondern daß je=
weß Grads fie find, hohe, mittlere oder dieun-|des Sitten und Thun fich mit feinem Dienft
terften. Und derhalben fo muß man rieder| vergleiche. | an 2
in Brauch bringen die Canonicas Electiones,)) Und hierinnen follen wir dem beften Meifter
‚daß die Kirchendiener der Maaffen und Ge⸗ St. Paulo gehorchen,der feinen Timotheum und
ſtalt gewaͤhlet werden, wie das Die heilige Cano-| Titum gar fleißig lehret, wie ein Bifchof, den er
nes und Rirchenregeln fodern und fürfchreiben. : |auch einen Presbyter, das ift, Aelteften nen=
Item, das Eramen, Verhoͤr und Erkündi-|net, wie auch, die Diaconi feyn müflen; aus
‚gung deren, die gewaͤhlet find; aud) alfo das welcher apoftolifchen Form und Negel faft al
KHändeauflegen und Beftätigen, und diß alles|le Canones, die vom Leben und Wandel der
nach der apeftolifchen Regel, und laut der al] Kirchendiener gemacht, gefloffen find.
ten Canonum. | Und demnach die alten Väter gefehen, daß
Dabey auch ift in allewege zu fehaffen, daß|dem heiligen Waulo das vornehmlich angelegen
die Kirdyenämter nicht gekauft und verkauft, geweſen, daß die Diener der Kirchen von al-
ſondern die Regel Chriſti gehalten werde: gra-|len andern Sorgen und Gefchäften frey und
‚ "tisaccepiftis, gratisdate. Und folldie ſchaͤdli⸗ unbekuͤmmert feyn, auf daß fie allein dem ob-
che Simonia ganz von der Kirchen ausgerot-| liegen, das GOtt belanget; und aber die, fo
teewerden. Weiber haben, nicht mögen. ohne Sorgen feyn,
Item, daß auch niemand anders, denn zulauch derer Dinge, Die der Welt zuftehen,
\ eigentlichen Dienft in der Kirchen, den er wirf-| 1 Cor. 7. find fie dahin fehr geneigt gemwefen,
)
—
—
— ne
lich verſehe, geordnet werde, wie im Concilio daß ſich die Diener der Kirche der Ehe gar
ı Ehalcedonenfi verordnetift. enthielten, wiewol die Kirche in dieſem erftlih
Irtem, Daß jeder feinen Dienft und Amt ge-[und hernach nicht gleiche Härtigfeit geuͤbet,
treulich und ftetigs Sleiffes thue und ausrichte,|fondern hats ungleich gehalten und geordnet.
‚ auch verhüte, daß er andern in ihren Dienft| Denn die alte Kirche hat diejenigen, da einer
und Ame nicht greife; alles wie es die Canones| allein eines Weibes Mann war, zum Prieſter⸗
ordnen. And unter andern, daß die Bifchöffeltbum gezogen, und auch gefegt, daß diefelbi-
in Deutfchland, welche neben der Berfehung|gen ihre Weiber, des Amts halben, nicht ver=
der Kirchen von Käyfern auch die Regaliaund|laffen follten; wie denn der achte Canon der
| ‚weltliche Regierung haben, Die Sorge und) Apoftel und der vierte des Concilü Gangren-
Verſehung der Kirchen ißnen die fürnehmfte|fis vermögen. Dergleichen auch die Meynung
feyn laffen, und zum fürderften und meiften| Dapknutii, die er im Nicaͤno Concilio vorbrachk,
das verfehen, Daß die Kitchen allenthalben, ſo von dem fie auch angenommen ward. Allein
ihnen vertrauet, ihre füchtige Diener Haben, |hat man damals vom priefterlichen Dienft aus-
N Ddd 3 geſchloſ⸗
Weibern behaft waren, oder eine Concubin hat⸗ zur Buffe begeben, haben fie müflen unter ven
—
—
—
794 Eap.ıg. Don der durch Conventen, Reichstäge gefuchten Religionsvergi.
geſchloſſen, welche nach der Taufe mit zweyen zen Kirchen ausgefchloffen, und fo fid) |
ten, oder hatten zur Ehe eine Wittwe, oder Laͤyen ſtehen; wie das verordnet iſt im Con: =
eine, Die von ihrem Manne gefchieden war, lio Neocäfareenfi. ; a
oder ein gemein Weib, oder eine leibeigene] Hernach aber find Canones gefegt worden, N
Dien, oder die in öffentlichen Spielen und |die verbieten, diejenigen, fo in der Ehe find,
Spectakeln zu fingen und zu fanzen ıc. ver⸗ zu Priefter oder Diaconen zu ordnen, und
Dinge gewefen, wie der fechzehenfe Canon Apo⸗ | welche zuvor Weiber genommen, und darnady
ftolorum meldet, Rn zum Kirchendienft fommen find, von denen fon
Denen aber, die ohne Ehe zum Deiefler- |dern fie, daß folche fich von Ifren Weibern
ehum oder Diaconat kommen, denen Batman | fcheiden und ehelicher Gemeinfchaft mitißnen ı
nicht zugegeben, zur Ehe zu greifen, wie der nicht pflegen follen; weldye aber, weil fie in \'
Canon Apoft, 27. hat; es wäre Denn, daß die diefem Kirchendienft find, Weiber nehmen, ,
Diaconi, als man fie zu ihrem Dienft verord- |deven Ehe nennen und erkennen fie untüchtig |
net, ſich bezeuget Hätten, Daß fie wollten Wel- | und unbündig. Re
ber nehmen undfich nicht wüßfen zu entfalten, Weil nun die Canones in dieſer Sache ſo
Diefelbigen ließ man im Dienft, wenn fie ſchon ungleich zufammenftimmen,, wo man denn file ©
- Weiber nahmen ; denn es dafür gehalten ward ‚| rohin die neuen Canones behalten, und den äls ı
1
als hätte der Bifchof ihnen das erlaubt, weilltern vorfegen wollte: fo wuͤrde ganzlidy vonnd«.
er fie über ihr Bezeugen zum Kirchendienft ver⸗ chen feyn, Daß auch wieder in Braud) bracht U
ordnet hafte, wieim Anchyrano Concilfo geord- | würden die Strafen, fodie alten Canones wi⸗
netift, Canon. 10. welche fid) aber deß zuvor |der die, fo ſich auſſer der Ehe mit Weibern ver⸗
nicht bezeugten, und über ihre ſtillſchweigende miſchten, gefegt Haben ‚damit die Kircyen niche
Zufage Weiber nahmen, Die entfeßte man; mit fo offenbarer Aergerniß, durd) das unrel=
doch allein des Dienfts, das Wort und diene Leben der Diener, verärgert und gefchändee |
Sacramenten auszufpenden und andere prie- |merde. —4
ſterliche Werke zu üben, und lieſſen fie in der | Nachdem denn das Leben der Prieſter recht
Communion ber täyen bleiben, Conc. Ancyr. angerichtet feyn würde, muß man mit gleichem
Eano, 10. Fleiß verfehen, daß die Pfarrherrn dem Wolf
Welche aber wider ihr ausgedrucktes Wer die reine und ungefälfchte Lehre Chriſti treulich
ſprechen und Geluͤbde zur Ehe gegriffen ha vorbringen, und gefundere Form und Weifer
ben, diefelben hat man in den Bann gethan; der Neden gebrauchen, alfo, daß fie alles da⸗
doch fo Bat der Biſchof Gewalt gehabt, folchen , | Bin richten, damit fie, hingeworfen alle Fabeln
fo fich befenneten, Gnade zu beweifen und |und fürwißige Fragen, das allein mit aller
milder mit ifnen zu handeln, als der 15. und Treue und Fleiß treiben , dadurch wahrer Glau⸗
16. Canon Chaleedon. Concilii ausweifen; doch be und Liebe gefördert würde, Wie denn der
„hat man dennoch ſolche Ehe nicht getrennet, Apoftel lehret, daß das Ende des Geſetzes ſey,
wie St. Auguftinus zeuget Cap. Nuptiarum | die Siebe von reinem Herzen, von gutem Ge
27. Duell. 1. | | wiffen und ungefärbtem Glauben. el
Daneben ift aber auch ernftlich verboten ge | tem, daß fie das Wort ofne jemandel
wefen, daß Fein Biſchof, oder jemand vom Schmach, und au) ohne Zanf predigen, ſich
Clero ein Weib ben fid) wohnen Hätte, denn vor Irrthum hüten, falfchesehre anzeigen und!
ollein feine Mutter, Ahnfraue, oder Schwe- |widerfechten, Der gefunden Lehre fteif anhanı' "
fter, als das Gebot iſt Canon. 3. Concilii gen. Dazu man bedörfen wird einer kurzen”
Micaͤni. Wo denn Elericierfunden,, die ſich Form und Anfeltung, In der die Summe
aufler der Ehe mit Weibern vermifche hatten, Chriſtlicher Lehre ordentlich und Elar begeiffer
diefelbigen hat man von Gemeinſchaft der ganz werde, die aus gemeiner Gewalt der Kirchen”
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-Ien, und andere; und DaB in denfelbigen von mögen von Faften und Seyertagen, von Un-
\ 25. Yo
nitt, Don dem Reichstag und Colloquio- zu Regenfpurg. 797
werbe vorgegeben, deren nad) die Prediger ih—⸗ diefen Dingen allen fleißiges und eraftlicheg
Predigten allentgalben richten. _ |Defragen, Erforfchen und Erfuchen geſchehe.
Weiter ſoll auch verordnet werden, daß nichts tem, daß aud) nad) der rechten Ordnung
in der Kirchen im Singen oder Sefen werde appellive, und alle ſolche Kirchenſachen nad)
vorgetragen, denn das aus göttlicher Schrift; den. alten Canonibus, rechter und guter Drds
und bewährten Worten genommen fey, und) nung erkennet und gerichtet werden.
daß die Gebräuche und Kirchenübungen, Die G6. Don Zucht des Volke.
v Gottfeligfeit, Ehrbarkeit, Ordnungen und yes
—— tubigem eben dienen mögen, ge⸗ Als im Volk GOttes mancherley Stände
halten werden, = & al ee
(em Unterſcheid der) ar weiver, Safer, Mufter, Kinder, Kncch«
Much, apa) (ukle Mißhzuche in 11 erßasen auch mandere cfeund
Kloͤſtern vor Augen find, die nicht geringe Aer- | - 2, ANAL EDEPIEN, ENT 2.10. IOLLEIE
Hain bringen a Klofterleben diefer Bars —— Kirchen beflelßigen, daß ſie
Zeit den Kirchen nicht nutzlich Ift,. wie etwan: as ganze Volk, und alle und jede Stände
fo muß man das Klofterleben mit allem Ernpt Pellelbigen, getreulich Iefren und ermaßnen,
reformiren, auf daß Binfore ſolche Moͤnche ihr eben und Wandel dem Heiligen Evangelio
ſehn, bey-denen die Chriftliche Lehre vornehm⸗ gemaͤß anzurichten und zu füßren, und Daß
lich im Schwan ggehe, und welde Die Spra- ein jeber feines Berufs treulich auswarte, und
chen und gute nüßliche Bücher bewahren, die — ſich fill, feieblich und ehrlich gegen ein«
heilige Schrift erfuchen und erklären, auch) mie ander halten und beweifen. De
Demnach ift auch der Schlüffel des Kirchen⸗
Prebdigen ſich und das Volk De derichts und Barnes In Die Kischer voles
een enaraen der zu bringen, fo viel immer möglich, und
—— — been halten, unöfenfein beffertich ſeyn will, und das Kirchengericht und
de Zucht leben, wie die alten Canones mel- u es en ——
en. | fi |
\ len Iten, auf daß die, fo in offenbaren Laſtern und
Damit man De der Kirchen ir Die Unzucht leben, die Widerfpenftigen, — die
‚ner und Mönche haben möge, fo w Firchen dem Wort des HEren ungehorfam und zäns
bey ben ae und en {echen, eich find, ja alle, die der Kirchen ärgerlich
beßgleichen in — muͤſſen Er en find, von Gemeinfchaft der Sacramenten und
An derſel re 5 Re und |Geifigen Aemtern abgehalten und von den
gottfelige Männer vorfegen und verorönen. Gläubigen gemieden werden, bis ſie ſich befeßs
Und demnach jeder ns Kun — ven.
würbig ift, wird man aud) beyden, den Die-Alſo folle auch das öffentliche Buͤſſen, fo viel
nern der Kirdyen und Borftehern ver Schulen, möglich und beflerlich In will, a
muͤſſen efrliche Berfebung und Beſoldung ver · richket werden , daß diejenigen, fo öffentlich)
ordnen, Damit fie nicht aus Armuth in ihrem | gefündiger und die Kirchen verärgert haben
Dienft matt und los werben, zu Gemeinſchaft der Kirchen m ide mies
Zuleßt ‚damit diefe Dinge alle in feten und der aufgenommen werden ‚denn fie ihre Beiche
beharrendem Sauf erhalsenn werde, wird von⸗ gethan und ihr Unrecht befenner, und darauf
nörben feyn, Daß man Synodos und Eoncilia die Berföhnung von der Kirchen erlangt Haben;
fleißig halte, nemlic) Die Generalconcilia. It. und diß mit ſoſcher Mäßigung, welche dies
die Nationalia, die Provincialia, die Bi-!fe Zeit zur. Befferung erleiden mag. _
fhöflichen, Die, fo die Archidiaconi Kalten ft Zuletzt würde man ſich auch wol vergleichen
ter⸗
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Re
798 Cap. ıg. Von der durch Convente u. Reichstäge geſuchten Religionsvergl, 799
erſcheid der Speifen , und deraleichen leibli-| Sacramenten zu Handeln, und ihre beſondere
chenliebungen,die zum theil zu den Ceremonien, $urisdiction und Gericht.
zum theil zur Zuche-gehören und dienen follen,| Man foll aber allezeit dieſe Kegel Kalten A,
wo das ehrlichen, gottfeligen und geleßrten daß GOttes Wort, uns in der Propheten und
Kg
4
n
3
Männern befohlen würde, daß fie dieſe Dinge | Apoftel Schrift gegeben, vorgezogen werde
alle dahin richten, und alfo mäßigen, dadurch |und mehr gelte, denn allee Menfcyen, aller _
niemand fein Strict angeworfen, nod) auch un-| Bifchöffe, aller Concilien, oder der ganzen
befferlich beſchweret würde; fondern daß fol-| Kirchen. |
che Dinge dazu dienten und forderten, daßdie] Wir befennen aber, daß diefedreyerley Ge⸗
Gottſeligkeit und rechte gute Werfe, die uns walt der wahren Kirchen gebuͤhre. Die er⸗
die Zehen Gebote und das Evangelium vor-\fte, zu zeugen von der Apoftel Schriften, oder
fhreiben und gebieten, defto fleißiger und zu unterfcheiden der Apoftel Schriften von an» ·
Iuftiger bewieſen und geüber werden. dern, fo unter der Apoftel Namen fälfhlid
ungefragen find,
Gegenartifel, fo durch die Werordnefen) Denn nachdem ungleiche Buͤcher unter der
zum Colloquio, von wegen der Ausfpurgi |Apoftel Titel ausgebreitet find, Haben doc) die
fehen Eonfeß onsverwandten, wider etli⸗ | Kirchen allein diejenigen behalten, die fie ge⸗
che Artikel im vorhergehenden "Buch, Die dachten gewißlich von den Apofteln, oder glaub⸗
man nicht angenommen, überges |mirdigen Zeugen, ißnen befohlen zu fenn;bere
nach hat gemeine Kirche diefelbigen einhelliglich
ben ſind. behalten, und die andern widerwärtige Bü-
I. cher verworfen. Denn Eufebius fehreibt, daß
Don der Ricchene - Ibefonderer Fleiß gefchehen, die gewiffen Buͤ⸗
Na EI und GOttes Wort gebührer cher zu erhalten und von andern ungeroiffen zu
die höchfte Ehrerbietung der Kirchen , unferfcheiden,
welche Gſtt alfo geliebet, daß durch ihrent- Wiewol nun dieſes ein befonders GOttes
Willen fein eingeborner Gofn ein Opfer ie | Wert und Gabe üt, Erhaltung gewifle
„worden; welche er auch mit feinem Heiligen Buͤcher, durch die Propfeten und Apoftelnges
Geift begabet, in welcher er will gepreiſet wer. |laflen; fo fol body dabey auch der Kirchen
den im ewigen geben. Darum foll man fleif- Fleiß und Gewalt befennet werden, welche zum
fig und mit danfbarem Herzen alle ihre Ga- eheil von gewiſſen Schriften Zeugniß gegeben
ben, damit fie gezieref , Fenmen lernen, und zum theil Die untüchtigen und nicht gleichlau«
merken, wie wunverbarlich GOtt die Kirche tenden mit der Propheten und Apoftel Schrife
von Anfang regieret hat. Ihr ift gegeben GHr- ten, vermorfen.
tes Sehn zum Heiland. Sie hat das Evan | ‚Darum erinnert Auguftinus, daß wie. vol
gellum, den Heiligen Geift als einen Regierer, erſten Kirchen Zeugniß groß achten follen , nem⸗
das Predigtamt für und für erhalten durch Die lich, daß man annehmen foll die gemeinen Schrife
KBäter, Propheten, Chriſtum, Apoftel; fie ten, fo man in allen Kicchen hat, welche die
ar
hat auch Hirten, und Gewalt Diener zu be erſte Kirche einhelliglicd) angenommen, und daß
ruffen, zu Erhaltung Des Evangelii für und Iman dagegen die neuen Bücher der Manichaer
für. Auch Kat fie Die hohe Gaben, Berftand verwerfen fell. Darum fpricht er: ich glaube
und Auslegung göftlicher Lehre, welche ift eine te dem Evangelio nicht, wenn mich nicht
heimliche Weisheit, über menfehliche Bernunft, der gemeinen Catholiſchen Birchen Hale
von GOttes Willen, wie gefchrieben ſtehei tung beweget. Alſo zeige er an, daß er bes
Epheſ 4: Er bat Baben gegeben „etliche |meget werde durch gleichlautende Zeugniffe Der
Zipofiet ac. Die Kirche Hat auch Befehl, die erſten Kirchen, daß er nicht zwelele ie |
pe r er,
800 HI Abſchnitt. Don dem Reichstag und Colloquio zu Regenfpurg. gor
her, fo wir Haben , finb von den Apofteln her- einftimmer, wie Origenes fori
kommen, und für glaubwürdige zu halten. an a
Zum andern, fol man der wahren Kirchen habe. _ *
dieſe Gewalt geben, daß fie habe rechten Ver-Irenaͤus ſagt, er Babe die lehre, von zwey
ſtand und Auslegung der Schrift, denn ſie Naturen in Chriſto, von Polycarpo , Polycar⸗
behält das Fundament, und hat die Gabe der pus von Johanne. Alſo find etliche Stücke
Auslegung, wie Paulus fpricht: doch zu einer |bey den alten Scribenten, welche, als Hiftorien
Zeit in vielen, zur andern in menigern, und |der erfien Kirchen, anzeigen, was fie gehalten
zu einer Felt lichter, zur andern Dunfler. bat; und wenn diefelbige Rede mit der Schrift
Da Samofatenus wuͤtet, und wollte nicht, gleichſtimmet, fo ftärfet fie die Ehriftliche Here
daß Johannis am erften das Wort, Verbum, |zen. Doch muß der Glaube auf GOttes Wort,
von einer Perfon zu verftehen feyn follte, find [durch die Propheten und Apojtel gegeben, ge«
die Nachbarn zufammen fommen und haben |bauer feyn. So ein Heyde diefe Worte läfe:
erwiefen aus demfelbigen Tert Johannis und im Unfang war das Wort, und das Wort
aus andern Oertern, daß das Wort, Verbum ,|war bey GOtt, und GOtt war das Wort,
in diefem Tert eine Perfon zu verftehen ſey, hie würde vielleicht der Heyde nicht gedenken,
haben auch zugleid) Zeugniß gegeben, Daß es daß das Wort eine Perfon zu verftehen fey,
die gemeine Catholiſche Kische.alfo von Zeitder | Darum foll man anhören, wie die Kirche das
Apofteln her gehalten habe. ‚ |von lehret, darinn die eindellige Meynung von
> Da Delagius von der Werfgerechtigkeit ſei⸗ der Apoftel Zeit fagt, daß dieſes Wort eine
nen Irrthum, der aus der Philofophia genom- | Perfon foll verftanden werden.
men, augbreitet, und fonft der gröffere Haufe Wenn nun die — —— alſo
in der Kirchen aus Origenis Büchern derglei⸗ erinnert find, und durch andere Spruͤche weis
den Irrthum gefchöpft Hatte, Hat GOtt Au fer unterwieſen und geftärfet ‚fo nehmen fie fol=
guſtini Herz erleuchtet, daß er den Serefum ge: |che Auslegung in Syohanne an, und glauben
merft und angefochten Bat, und dagegen wie: den Artikel von wegen des göttlihen Worts in
derum Die !ehre von der Gnade ans Licht ge |der Schrift, und ruffen alfo den Sohn GOt⸗
bradıe. tes wahrhaftiglic) an ; welchen fie nicht moͤch⸗
Darum, wiewol die Gabe der Auslegung bey | ten anruffen, wenn der Glaube auf menfchlie
der wahren Kirchen ift; foift doch bemeldte&a: | Austoricät gebauet wäre. Diefes ift oͤffentlich.
be nicht an eine gemwiffe Perfon, oder Dre ge-| Diefes aber kann man nicht gewißlich fagen,
bunden, und ift zu einer Zeit bey vielen, zur daß wahrer Verſtand und die Gabe der Aus⸗
andern, Zeit bey wenigern, zu einer Zeit lich legung bey dem goftlofen Haufen fey, obgleich
fer, zur andern dunkler ; wie St. Paulus |derfelbige Haufe noch in äufferficher Geſellſchaft
fpriche, daß erliche auf das Fundameht Stop: der Kirchen iſt; viel weniger haben diefe Ga⸗
peln bauen, | — ben die oͤffentliche Veraͤchter GOttes, welche
Dieweil nun in der Kirche iſt die Gabe der von wegen oͤffentlicher Laſter aus der Kirchen
Auslegung, foift vonnoͤthen, anzubören, mie die |verftoffen feyn ſollten: ſondern rechter Verſtand
Kirche lehrer; wer aber bemeldte Gabe hat, und die Gabe der Auslegung gehöret den Gottes
das wird fich aus dieſen beyden befinden, aus|fürchtigen, wie gefchrieben fteher: der natüra
gewiſſen Zeugniflen der Schrift und aus ein. | liche Menſch vernimmt nidr, was vom
belligem Berftand der Eatholiſchen Kirchen. Beifte GOttes ift.
un Beiffen wir einhelligen Berftand der Ca-| Zum dritten, die Kirche hat Gewalt Ges
tholiſchen Kirchen, was die Vaͤter, Propheten, | richt zu Kalten von der Lehre, alfo: So Streit
Apoftel gehalten Haben, und was durd) gemwif« |von der Lehre erreget wird, & ift GOttes Ga
fe Zeugniffe von den Apofteln geordnet, und |bot, daß die Kirche ſolche Sachen verhören,
was mit ſolchem Zeugniß wahrhaftiglich übers und darinn ſprechen folle, na) GOttes Wort,
Lucheri Schriften 17, Theil, Er in
g02 Cap. ıg. Donder durch Convente u. Reichstäge gefüchten Keligionsvergl. 803
in rechtem VBerftand, wie St. Paulus ſpricht: Sacraments: der erfte, daß wir burch dfefe
no a ander en ‚gedenken das Leiden und die
wvoute, der jey verbannet. Und in folchen Auferſtehung Ehrifti, und daß die Gottesfuͤrch⸗
Sachen mag man fidy auch ftärfen mit der tigen Troft empfahen, fo fiedabey gläuben,daß _
erften Kirchen einhelligem und gewiſſem Zeug. |ver Sohn GATITES für ung gelitten (has
niß, welche von den Apofteln empfangen. be, und daß wir nun feine Glieder find, und
Denn folche Zeugniffe heiffen wir die einhellige gewaſchen mit feinem Blut, und. durd fein -
Mennung der Kirchen doch daß allezeit GOt· Verdienſt Vergebung der Sünden haben,
tes Wort die fuͤrnehmſte Auctorität habe. Durch diefen Glauben wird uns im Brauh
So man nun urtheilet nach GOttes Wort ‚des Sarraments die Gnade applicirt und zus
iu rechtem Berftand, fo ift man fehuldig zu fol. | geeignet.
gen; wie denn etliche Chriſtliche Concilia von
vielen ftreitigen Sachen recht geurtheilet, und
die wahrhaftige Kirche folgee ſolchem Urtheile;
denn Die Ungelehrten erlangen beſſern Bericht,
und erkennen nun, Daß dieſe Lehre GOTTes
Wort ift, werben aud) geftärfet durd) die Er»
innerung der einhelligen Kirchen Zeugniß , wel-
che. von den Apofteln herkommen; alfo folgen
uns unſere Kirchen, wider. die Wiedertäufer
- und andere.
Bon diefem Mugen redet Ehriftusfelbft, da
er ſpricht: Diefes thur zu.meinem Gedaͤcht⸗
niß; denn er will, daß wir feines feidensund.
der verheiffenen Gnade gedenken, nicht allein
‚der Hiftorien, und will, daß wir im Brauch
‚des Sacraments durdy Glauben. feine Wohl⸗
thaten annehmen, und diefelbigen uns zueignen..
Der andre Nutzen ift, daß wir im Braud)
diefes Sacraments GOtt für feine unermeßlic-
che Barmherzigkeit gegen uns, daß er. feinen
Dieweil ſich aber zufragen mag, daß der Sohn für ung gegeben Bat, wiederum danke
oröffere Haufe im Eoncilio, als zu Syrmio, ſagen. £ a De
gottlos ift, wenn gleich etliche darinn rechte] Der dritte Mugen, daß wir, nachdem wir
Heiligen find, wie Dfius im Eoncilio, zu Syr⸗ eines HErrn Glieder worden, dadurd) erfenz
mio gehalten, geweſen; iſt zu befennen, daß nen, daß wir einander brüderliche tiebe, als
General» und Mationaleoncilia geirret haben Mitglieder, fchuldig und pflichtig find, wie St.
und irren mögen; : Darüber fo haben auch die) Paulus fpricht: Wie ein Brod ıft, alfo find -
Heiligen ihre Irrthuͤmer, wie das viel unge-| wir ein Leib x. a ;
reimter Reden in den Seribenten beweifen. Aber vom Sacrament iſt dieſe Regel allezeit
U. zu halten, daß ſie vornehmlich ſind Zeugniſſe
Don dem Sacrament des Leibes und |göttliches Willens und Gnaden gegen uns, dar⸗
ee Blutes Chrifti. nach mögen andere Bedeutungen auch dazu
Coiſu⸗ ſpricht: Nehmet hin, eſſet, diß kommen. ee Bea,
ift mein Leib, und hernach: Diß iſt mein Wir lehren aud) Biefes, daß niemand diefeg
Blut. Darum befennen wir, daß im Abend-| Sacrament nehmen fol, der in Sünden wi
mahl des HErrn wahrhaftiglich und weſentlich der fein Gewiſſen verharret; man foll auch fols
$eib und Blur Chrifti gegenwärtig iſt und mit che nicht zulaffen, welche in öffentlichen Suͤn⸗
Brod und Wein gereicht wird den Nieſſenden, den liegen. Derbalben lehren wir die Negel -
Wie auch Hilarius ſpricht: Nach desyLren! St. Dauli: Ein jeder ſoll ſich ſelbſt zuvor
Wort und unſerm Glauben iſts wahr Fleiſch prüfen, und alfo von dieſem Brod eſſen.
und wahr Blut, und dieſes, fo mans iffer| Weiter auch, wie Irenaͤus ſpricht, daß diß
und trinket, machet, DaB Chriſtus in uns | Sacrament werde aus zweyen Dingen, aus
ift, und wir in Chriſto; darum ift Chriſtus einem irdifchen und einem himmlifchen; und
gegenwärtig und iſt Eräftig in den Nieſſen |St. Paulus ſpricht: Das Brod, das. wir
en. —— brechen, iſt Yustheilung des Leibs Chriſti.
Es iſt aber dreyerley Nutzen dieſes Heiligen Alſo lehren wir auch, daß mit dem ——
Bro
: 1 Abfehnitt. "Don dem Reichstag und Eolloquio zu Regenfpurg. gof
roh ber teib Chrifti ven Mieffenden gegeben | Dieweil aber viel, von wegen etlicher Fähle
te: en Be In daß da werde Trans- | davon fie zweifeln, Kath bedürfen: fo foll man
fubftantiatio, oder Bertilgung der Subftanz des die Leute zur Erzehiung vermaßnen, daßman ifs
- Brods, und folgen hierinn geroiffen und klaren |nen rathen Fönne, und daß fie deftomehr zur
Zeugniffen vieler heiligen Väter. | * — — bee ——
J—— IT. werden. Denn ein verfländiger Paftor Fann
A = | in folcher Linterredung den Beichtenden beffer
Im —— ger al an unterrichten, fo er merfet, In was Irrthum
2: aragr.
oder Laſtern er ſtecket; Dazu die Betrachtu
Derhalben ſollen gebeicht werden vornehmlich don der €; 3
die Todfünde, die ihm eingr bewußt und von ſchaͤndlich die Sünde ift, aud) von GOttes
en Gewiſſen ZMeifel Hat oder ger | Zorn darüber; fo iſt diefe Hebung den jungen
ängftigt wird. und groben Leuten nuͤtzlich, fo fie In ſolcher Er=
on diefem Punct ift diefes unfre Antwort: |zehlung die Sünde kennen und unterſcheiden
DE Man foll in der Kirchen erhalten den lernen. Doch foll man diefe Lehre dabey mif-
Dienſt der Privarabfoiutfon, welche ift eine \fen, daß man durd) Glauben um des HErrn
"Stimmedes Evangelüü, laufend durch den Die: | Chriſti willen Vergebung der Sünden empfaͤ⸗
ner, welche jedem inſonderheit Vergebung der het, nicht von wegen der Erzehlung oder
Sünden zueignet und applicirt. Dieſe Wohl: Beichte. I
‚that ift gottesfuͤrchtigen und blöden Geriffen) Diefes ift aud) hie zu melden, daß ein jeder
fehr angenehm, welche duch diefe Stimme ge: | Paftor fehuldig iſt, fein Volk zu etlichen Zei⸗
ſtaͤrket werden, daß fie ſchlieſſen, daß das Ep: ten zu verhören, und zufragen von ihrem Glau⸗
angelium nicht allein andern insgemein, fon- ben; denn ein jeder ift ſchuldig feinen Glauben
dern auch jedem infonderheit Vergebung ver- Izu befennen. Hie ſoll der Priefter die Unges
heiffe, und jedem diefe Verheiſſung applieiven lahrten unterrichten, fol aud) einen jeden erins
wolle, Diefe Stärkung ift heilfam den goffes- Inern von den Sitten, nad) eines jeden Alter
fuͤrchtigen, erſchrockenen Gewiſſen. und Gelegenheit; aber dennoch ſoll man die |
Doch iſt noch, dabey in der Kicchen auch |Erzehlung heimlicher Sünden nicht noͤthig ma⸗
dieſe zu erhalten, daß die Erzeblung Der chen.
ehlung erinnere uns mehr, wie
'
Sünden nicht geboten fey in göttlichen Red] Und zu diefen ſchweren Dienften, nemlich
fen auch nicht vonnöthen, und daß die Sün- zum Rathen, zu Erforfchung und zu Unfermeis
rn A — Erzehlung vergeben werde Denen, ſung der Ungelaßrfen, fordere aud) die Noth⸗
fo Reue Haben und fich mit Ölauben aufrichten. \ouzft, daß die Kirchen mit gelahrten ¶gottes⸗
Wie auch Profper bezeuget: Welche ihre fürchtigen, erfahrenen und eßrlichen Paftoren bes
heimliche Sünden, fo nicht, a oder ſtellet werden.
ee erben von BOET, I dritten Dacage, find icfe Ware, Daß
ne . 72 |die Heute abfolvirt werden von den Sünden,
ee Slinge reihe fe Iaitime, Das it, ie Das Ge
* ot fordert,
Abſt wilüglich mit rechtem Ernſt ſtrafen ae
— enger Strafedamit entrinnen,| Hie ift noth anzuzeigen, — ——
und mit Thraͤnen aus rechter Rene die hoͤl⸗ auch von denjenigen Sünden € Slun an
Lifeben Stammen loͤſchen. Diß find die Wor- welche fie ausgelaffen in der Erzehlung,
te Profperi. die fie nicht willen.
Es werden auch die Gewiffenin gefährlichen | _ stem, Das Wort (legitime) wird viel Zwe.
weifel gefuͤhrt, ſo ſie aller Suͤnden Erzehlung fels bringen, und Die beffer,. dieſes Stüd
a noͤthig achten ſollten. —— weggethan. —
806 Eap.ıg. DonderdurchEonvente 1. Reichstäge geſuchten Religionsvergl.
So erlangen die Reuenden und Glaͤubenden Wiewol nun nicht oßne iſt, Daß in ſolchem
Vergebung auch durch andere Weiſe, durch Streit und Zwietracht nicht allezeit Maas ge⸗
das oͤffentliche Predigtamt. —— halten wird; jedoch wiſſen wir gewiß, er;
Grund und Urſach des vorhergehenden Jin diefer ganzen Difputation, von der % uſſe, 7
übergebenen Artikels, von Erzehlung der lauf rechter Mittelſtraſſe bleiben, und rechteheile
Sünden in der Beicht. fame $ehre wieder aufgerichket und hervor ges
Nachdem uns befohlen, daß mir Urfachen bracht Baden. bla ER
‚ und Zeugniß der Schrift, unfers uͤbergebenen Daß man aber klagt, unfere Sehre gebe Ina
Artikels, ;von Erzehlung der Sünden in der ſache, daß äufferliche Zucht zerrüttet werde,
Beicht, anzeigen follen, bitten wir erftlic), darauf wollen wir erftlich aufs fürzfte antwor-
man wolle diefe unfere Erflärung gnaͤdiglich ten. St. Paultz hat zuvor gefagt, daß Men
vernehmen. ſchen Lehre und Sagung in der Kirchen einen
Und wiewol diefes Stück Feine fhwere, noch Schein der Weisheit haben. Denn hierinn
weitläuftige Difputation Katz jedoch, dieweil oft weile Negenten irren, daß fie äufjerliche
Diefer Artikel die ganze $ehre von der Buſſe in | Zucht und Ordnung, und geiftlidy Wefen, une
ſich begreifet, wollen wir gerne hievon unfere ter einander mengen und nicht unterfcheidens
Meynung anzeigen. Denn es ift hoch vonnd- Darum fagen fie: So diefes Gebot, von der
then, Daß eine gewiſſe Flare Lehre und Unter- | Erzehlung der Sünden, aufgehaben wird, fo
eicht von der Buſſe in der Kirchen erhalten werde gröffere Sicherheit in !euten, und der
werde. Und dieweil der Zanf und Zwieſpalt rohe Pöbel werde deſto frecher und mutfivillie
in der Kirchen zu Diefer Zeit erftlich Daher er⸗ ger, und viel lernen und befümmern fich went
regt ift, daß etliche alte Mißbraͤuche in der ger, mas Sünde fey, und was fürilnterfcheid
Mönche Lehre, von Dreyen Stücken der Buffe, und Grad der Sünden feyn.
angefochten und geftraft worden: haben wiruns] Hierauf antıvorten wir alfo: daß ein ganz
txreulich befliffen, Daß wir das Licht der Ehrift- groſſer Linferfcheid ift zwifchen Denen Dingen,
fichen Lehre, von allen Stücken der Buſſe, wel: 6 äuflerliche Zucht belangen, und den hohen
ches uns dur GDttes Gnade offenbaret, Elar |geiftlichen Sachen des Gewiſſens, das wider
und unverbunfele erhalten möchten. - Gttes Zorn kaͤmpffen muß. Wir fagen aud),
Wir wiſſen auch wohl, mas meife Leute hie: daß äufferliche Zucht idre Gebot und Erhaltung
von urtheilen, welche beſchwerlich anziehen, |Baben fol. Die Kirche foll die, fo unbußfer-
Daß Aufferliche Zucht untergehe, fo man diß Ge⸗ tig und in offenbaren Laftern liegen, trafen
‚bot von Erzehlung der Sünden durch die Beicht durch den Bann und ernftliche Vermahnung
aufhebet. Und wie Baſilius ſchreibet von ei- der Prediger und Seelforger; es füllen audy
nem, ber in Berlegung eines irrigen Artifels !die Kinder und Unverftändigen, zu beftimm:
ſich zu weit verlaufen hatte, und fpricht: er fer Zeit, einen gemeinen gewiffen Unterricht
babe eben gethan, wie die Gärtner, welche, der Ehriftlichen Lehre in allen Artikeln hören,
wenn fie die jungen Baͤumlein oder Aeſte, die GOttes Gebot lernen, und verhörer werden,
da krumm worden, wieder ftrecfen wollen, daß was und mie fiegläuben. tem, die, fooffene
fie recht aufmachen, fo biegen ſie diefelben |lich in Sünden leben, follen gejtraft werden,
- mehr auf die andere Seiten. Alſo wiffen wir und insgemein follen ſolche alle dureh melkli-
wohl, daß etliche groffe feute von uns auch ur- Icher Dbrigfeit ernfte Gebot und Sirafe in
theilen, daß die Unſern durch viel und groſſe Furcht und Zwang gehalten werden. Das
Mißbraͤuche bervegt, da fie Diefelbigen befria find die rechten Stüde, dadurch) Aufferliche
angefochten, darob zumeit auf die andere Sei: | Zucht Fann erhalten werden. / «|
ten gefaßren find; darum muͤſſe nunmalsdurd | Wiewol aber unfer Artikel zugleich nuͤtzlich
weiſe Leute ein Mittelweg und Linderung vor iſt, die Zucht zu erhalten, und auch Den Ge—
genommen werden, Eu wiſſen zu helfen. Zur Zucht Dieneter; denn DIE
wei
IT. Abfehnitt. Von dem Reichstag und Colloquio zu Regenfpurg. 809
n die Privatabfolution behalten, fo ge« jverbannet gehalten; folches ift I Zucht zu
Bet ein jeder zufeinem Pfarrherrn oder Priefter, jerhalten, und bleiben die Gewiflen uniberfee
Durch welchen er mag verhöret, unterrichtet oder ck
afet werden; doch, damit Den Gottesfuͤrch⸗
igen und erfchrocfenen Geriffen nicht Strice
“angelegt werden. tem, damit die Irrthuͤ⸗
mer nicht geftärft werden, fo aus. der Erzeh⸗
fung herfommen find, lehren wir, daß man
"Die Gewiſſen nicht befchiveren fol Durch ſolch daß Menfchenlehre ein Schein der Weisheit
‚Gebot, das da fodert aller und etlicher Sün- |habe, und follen um folcher ſchoͤnen, fcheinen-
den Erzehlung, als nöthig. * den Urſachen willen nicht von der Wahrheit
Unfer Gegentheil hat öffentlich geleßret, Die |meichen. Aber etliche wollen vielleicht ihren
. Erzehlung der Sünden ſey das Berdienft, dar- Beichtzwang erhalten, nicht um der Zucht wil⸗
um man Bergebung erlange, Item, fie fey |len, fondern von wegen ihres Nutzens, meil
aus der Urfachen vonnöthen, daß der Prieſter, dadurch ihres Stands Hoheit und Auctoritaͤt
fo Beicht börer, dem Beichtenden Fönne die gemehrt wird, und die Mönche reich werben;
Buſſe, oder Strafe auflegen. Nun kann nichts |etliche ftreiten auch ob diefem Gebot, Damit die
‚anders denn eroiger Zweifel folgen, fo man Auctoritaͤt der Concilien nicht etwa geſchwaͤcht
Hält, daß die Erzehlung ein nöthig Ding fey. |werde. Aber folche Urſachen wollen wir alhie
‚Solch Zweifeln tilgee den Glauben. Solcher nicht weiter ausführen, fondern wollen nun fort
‚hohen geiftlihen Sachen foll man vor allen | Grund und Urfad) unfers Artikels anzeigen.
Dingen in der Kirchen fleißig acht Raben, dar-|) Es ift nicht der Streit von der Privarab-
nad) mag man zufehen,, wie man äufferliche lution, denn man weiß, daß in unfern Kirdyen
Zucht erhalte durch folche IBege, dieuns GOt⸗ |die Privatabfolution behalten und vertheidige
tes Wort zeiget und lehret. Ä wird, fondern vornehmlich ift der Streit von
> Darum, wenn Die Weifen fo heftig von der | Erzehlung der Sünden in der Beicht.
Zucht difputiren, follen fie auch fehen auf das) Es ſind aber drey groffe und wichtige Urfas
‚andere Stück, welches höher vonnoͤthen ift,Ichen, darum wir dieſen Artikel ftreiten, daß
nemlich), auf die mancherley und vielfältige|man die Kirchen nicht beſchweren foll mit dem
‚Gefahr der Gewiſſen. Wenn fie auch ſaͤhen, Gebot, fo. da fodert Erzehlung aller, oder etli-
ie es in unfern Kirchen gehalten wird, wuͤr⸗ cher Sünden, als nöthig.
den fie vieleicht beffer zufrieden fenn: denn ee] Die erfte Urſach ift diefe, Daß man waͤhnet,
wird niemand zugelaffen zum Sacrament und |folhe Erzehlung fen ein- Gottesdienft, und ver-
Communion, er fey denn zuvor vom Pfarr: |dieie Vergebung der Sünden.
herrn oder Briefter gehöret und abſolvirt. In| Die andere Urfach, daß man fuͤrgibt, fol-
ſolchem Geſpraͤch wird vielen, die es begeßren, | che Erzehlung fey darum nötbig, Daß man koͤn⸗
Rath gegeben, in fonderlichen Fällen, viel|ne den Beichtenden eine Satisfactton oder
werden auch beffer unterrichter. And auf alle Gnugthuung auflegen.
Sonntag iſt eine groffe Anzahl derer, fo zur) Die dritte-Urfad), daß folch Gebot von der
Deich gehen. So man etliche weiß, die of-| Erzehfung die Gewiſſen in Zweifel führet, da⸗
fenbarlich in Sünden leben, die werden nicht | durch der Glaube getilget wird. Diefe ſchaͤd⸗
zur Communion zugelaffen, und wird auch die liche Irrthuͤmer find gefolget aus den Wahn,
Dbrigkeit ihres Amts erinnert, folche zu ftraten ;| daß die Erzehlung ein nötdig Ding fey, und
und fo jemand aus Berachtung fich wollte ‚der das ift der Urſpeung der GSatisfaction ober
Communion ganz Auffern, der wird erſtlich Gnusthuung, daran GOtt Mißfallen at.
vermahnet, und fo er nicht gehorchet, wird er Wie nın St. Paulus das Gefes Mofis
öffenslich Durch Die Predigt geftraft, und für |aufpebt, 3 die Chriſten ernſtlich vermahnet:
ee3 beſte⸗
et.
Dieſes haben wir angezogen, diejenigen zu
ſoͤhnen, ſo da klagen, daß die Zucht geſchwaͤcht
werde, wiewol ſolches mit groſſem Schein ge⸗
redt wird; doch ſollen wir bey dieſem uns erin⸗
nern des Spruchs St. Pauli, der da ſpricht,
—
{
gro Cap.ıg. Don der durch Convente u. Reichstäge
beſiehet in der Freyheit, damit ‚uns Chri⸗
tus befreyet hat ꝛc. nemlich darum, daß man GOtt nicht geboten, Sünde zu erzähfen,) iſt
Geſehes nicht ſoll⸗ klar. Denn Chriſtus Bat je Mn 5
te halten für nöfhig, als Gottesdienſt, oder da⸗ zehlung geboten, und er felbft fo oft die Abſo⸗
mit man Vergebung der Sünden verdiene; al⸗ lution ſpricht, fo er ſagt: Dir werden deine
fo muͤſſen auch wir ſtreiten ob der Freyheit von Sünde vergeben x. und doch von niemand
die Ceremonien des Juͤdiſchen
Dem Gebot der Erzehlung, auf daß gottesfuͤrch⸗
tige Gewiſſen verftehen mögen, Daß Berge:
bung der Sünden nicht gebunden fey an die Er⸗
zehlung, oder Satisfaction. Item, damit nicht
durch Zweifel oder Verzweifelung, fo aus fül-
chem Wahn folge. |
Wir reden aber jeße nicht von der Beicht, fo
vor der Kirchen öffentlicd) geſchieht, in welcher
die Kirche von offenbaren Laſtern urfheilet ;
denn Dafelbft werden folche Lafter erzehlet oder Sünden geſchwaͤcht, oder gefilger wird, dag
gemeldet, wie font vor weltlichem Gericht: ſoll in Eeinem Weg abe Abfolution gehängt 5
fondern wir reden alhie von der Beimlichen | werden.
Beicht, in welcher man Die Abſolution begehrt | (ung alfer,
vor GI durch des Priefters Mund, dem geblert Zweifel, durch welchen der Glaube ges
Dewiſſen zu Troft; mie denn verftändigen Ehri-
ſten folcher Unterfcheid wohl bekannt iſt, zwi-
fchen öffentlichem Gericht oder Urtheil der Kir⸗ hinden. =
mes | Antwort auf des Begentbeils Urgument.
chen, und zwiſchen diefem Stüf des A
oder Dienftes, Dadurch das Evangelium vem
Gewiſſen infonderheit zugefprochen und zuges
eignet, oder Sacrament gereicht werden... In |getöfer ſeyn im Zimmel. Hie (fprechen fie,)
folcher Beiht, darinn die Abfolution begehrt defihlt CHriftus von Sünden los zu fprechen,
oder daruͤm befihle er auch die Sünde zu erfennen
AUS und zu Hören; foll man fie aber erkennen, ſo
wird, fagen wir, Daß nicht nothift, alle,
etliche, viel oder wenig Sünden erzehlen,
diefen Gründen und Urfachen,
Die erſte Urſache.
Dieweil Vergebung der Suͤnden umſonſt
und ohn unſer Verdienſt geſchenkt wird, ſoll
kein Ding daran gehaͤngt werden, als noͤthig,
ohn ausgedruͤckten göttlichen Befehl.
Nun wird aber die Erzehlung geboten und
gefordert, als noͤthig zur Vergebung der Suͤn⸗
den, fo Doch GOtt nicht befohlen hat, die Sün-
de zu erzehlen ; fondern will, daß Vergebung
Namen, das nicht GOtt ſelbſt durch fein Work
‚der Glaube getilget, oder unferdrückt werde, $ ſelbſt durch f
Abſolution Meldung thut.
Das andere Stuͤck dieſes Arguments (daß
‚Feine Erzehlung der Sünden ford,
‚Die andere, 2 ——
Man foll’ fein Gebot ftellen, unfer GOttes
gegeben hat. Nun hat weder Chriftus, noch
die Apoftel ein Di Gebot von der Erzee
lung gegeben. ‘Darum foll man nicht Iehren,
daß die Erzehlung ein göttlich Gebot fe
| ‚Die dritter : ——
Wodurch der Glaube der Vergebung ber’
Das Gebot, fo da fordert Erzeh⸗
oder etlicher Sünde, als nörhig,
fchroächt und umgeftoffen wird. Derhalben
fol! man die Abfolution. nicht an die Erzehlung
Hiegegen ziehen etliche Diefen Sprucdy an?
Was ihr Töfen werdet auf Erden, das ſoll
müffen fie erzehlt werden. a
Darauf ift diß eine einfältige, Elare, richtie
ge und gründliche Antwort: Durch das Amt
der Schlüffel, fo da loͤſet oder abſolviret, wer⸗
den aud) die Sünden, fo niche erfannt oder!
angezeigt find, vergeben, darum folge nicht
aus diefem Spruch, Daß geboten fen, eines an
dern Sünde zu erkennen, fo Ehriftus von der
Denn mir reden
jegt nicht (wiedroben auch gefagt,) von dem of⸗
foll ein lauter Gefchenf feyn, nicht von wegen
unfers Verdienfts, auf Daß wir erfennen fol-
len, daß fie allein um EHrifti willen uns ge
geben wird.
fentlichen Gericht, da die Kirche allein von
offenbaren Werfen urfheilet; fondern wir reden
von dem !öfen, dadurch das Gewiſſen vor
GoOtt gelöfet wird. / Hierinn thut der Predi⸗
Darum foll ſolche Erzehlung von niemand ger, oder Kirchendiener, nichts anders, denn
gefordert oder geboten werden.
daß er die Stimme des Evangelii, darin Ber-
aebung
| ”
u
12 UN 2tbfehmite. Von dem Reichstag und Colloquio zu Regenfpurg. 813
bung der Sünde verfündiget wird, ‘mitthei- diefen Sünden, die da erfannt und angezeigt
E und darreichet, gleichwie andere Sarra- | würden. Darum follen wir folche Träume bins
J ‚wegwerfen, und die Kraft des Dienſts, oder
— Scribenten in Theologia ſcho Amts der Schlüffel, lernen recht verftehen, al-
_taftica haben — in dem geirret, Daß ſo daß wir die Stimme des Evangelii hören
fie die — id nicht gemerkt Haben zwiſchen und durch Glauben den Sohn Gttes anfes
dem oͤffentli
oder Dienft, die Sacramente zu reichen, dar: | fuͤr unſere Sünde worden, und daß uns durch
um haben fie viel weitläuftige, verworrene und ihn die Vergebung und Abſolution geſchenkt
irrige Diſputationen von der Abſolution einge: und mitgetheilt werde.
— ſo doch dieſes ganz richtig und klar iſt: Von ſolchem Glauben, welcher ſchleuſt, daß
n Darreichung der Sacramente richtet der wir Vergebung der Sünden gewiß empfahen,
Diener den Befehl-aus, fo er von Chriſto hat, durch Chriſti willen, und: Fämpffet rider den
nicht daß er eines andern Sundenerfennen foll,| Zweifel, ſchweigen die Canoniften ganz ſtille,
als ein Richter; fondern, Daß er ihm das Evan-| als die gar nichts wiſſen von diefen geiftiichen
gelium verfündigen und Chriſti Wohlthat dar-| Sachen, die Gewiſſen belangend, und ziehen
reichen foll. — das Evangelium ganz auf ihre weltliche Sa—
So man dieſen Unterſcheid wohl merket, iſt hen. Darum muß man die Kirchen von ſol⸗
ganz leicht, auch auf diß gemeine Argument zu chem Irrthum frey machen, und wieder ans
antworten: Licht bringen die Lehre vom. rechten Troſt der
Bor Gericht kann niemand. abſolvirt oder Gewiſſen vom Glauben, ohne welchen GOtt
losgeſprochen werden, es ſey denn die Sache nicht recht kann angeruffen werden. Denn wer
zuvor gehoͤrt und erkannt. Hie werden die da zweifelt, ob er Vergebung der Suͤnden has
Leute abſolvirt und losgeſprochen. Darum muß be, der fleucht vor GOtt, und kann ihn nicht
die Sünde angezeigt und erkannt werden. wahrhaftig anruffen. —*
\
en Rirchengericht und diefem Amt, hen, und uns erinnern, daß er fey das Spffer
Antwort: Das erfte Stück diefes Argumenes| : Aber wir wollen fehen, was man mehr für
it wahr, wenn man redet vom Gericht; aber| Argumenten führe. von der Erzehlung. -
nicht von dem Amt oder Dienft der Kirchen,| Sacobi am fünften ftehet : Befenne einer
in welchem, der da löfet oder abſolvirt, nicht dem andern feine Sünde x. Hie wird ge
Richter iſt, fondern allein Befehl Hat, daß eriboten, (Tagen fie,) daß man die Sünde erzehfen
die Abfolution darreichen foll; wie das offen-! fol. Antwort: Jacobus redet nicht von der
bar iſt. Denn man muß ob dieſer Lehre hal⸗ Beimlichen Beicht; fondern vermahnet, daß ſich
ten, daß auch die Sünden, ſo nicht erkannt die, fo uneinig find, mit einander verſoͤhnen
werben, vergeben werden, welche ganz viel, ſollen. Denn er will, daß ein jeder dem an⸗
groß und ſchwer find. Denn wie viel iſt alz|dern fol befennen, fo er wider ihn gefündiger
kein dee Sünden, in allerley Amt und Regi-| Bat.
‚ ment, fo man nennet peccata omifhonis, Ber-| Man pflege auch diefen Spruch anzuziehen,
faumniß oder Nachlaffung deß, fo wir thun da Chriftus ſagt: Gehet bin und zeiger euch
follten, und GOtt geboten Hat. den Priefteen. Darum will er, daß man die
Diefe Gedanfen von dem Erfenneniß oder) Sünde erzehlen foll, Antwort: Er fpriche nicht,
Verhoͤr der Sünden, find aus der Canoniſten zeiget euch den Canoniften, oder Dfficialen ;
Bücher und Lehre hieher gezogen, in Diefe hohe fondern, den Prieftern, das ift, den Dienern
geiftliche Sachen des Gewiſſens. Es denke) und Predigern des Evangelii. Denn Chriftus
aber ein jeder goftesfürchtiger Leſer ſelbſt, in was fendet alle die, fo gereinigt werden, zu der muͤnd⸗
unübermindliche, unvermeidliche Gefahr und: lichen Predigt des Evangelii, und will, daß
Beſchwerung das Gewiſſen getrieben werde, diefelbige foll uns ein Zeugniß feyn , daß wir
‚ 100 Feine Abſolution feyn follte, denn allein von! gereinigt find von Sünden, ja, daß wir eben
durch
.
R
— — —
814 Cap rs. Von der durch Convente u. Reichstaͤge geſuchten Religionsvergl.
ee
ag
N durch dieſelbige gereinigt werden: darum ſoll Suͤnde einem Menſchen zu ſagen, ſo ſage ®
diefer Spruch Ehrifti verftanden werden, daß fie täglich GOtt in deinem Gewiſſen. Ich
er heißt Das Evangelium hören, nicht daß man fage nicht, daß du fie deinem Mitknecht
folle die Suͤnde erzehlen. Das göttliche Amt,
oder Predigt des Evangelii, willer damit prei⸗
beichten oder bekennen folft, der fie dir vor .
werfen möchte; fondern GOtte ſollt du ſie
fen, nicht ſolche vergebliche Erzehlung, welche ſagen, der ſie heilet und wegnimmt.
nichts iſt, denn Menſchenſatzung.
r A
Es ift offenbar, was Oratianus im Decret
Weeiter, werden auch der Bäter Sprüche an⸗ hievon erzehlet, welcher anzeige, Daß viel bee
gezogen; und hie hat man eine neue Sophifte-
rey erfunden,.die da fürgibf, das fen der gemei-
ne einhellige Verſtand und Haltung der ganzen
Eatholifchen Kirchen Ehrifti, fo der mehrere
heil der Scribenten von einem jeden Artikel
efchrieben haben. Woher ſolche Sophifteren
omme, wollen wir auf eine andere Zeit anzei-
gen. Jetzund wollen wir hierauf Eurzlich ant-
orten. |
Die Väter reden gemeiniglich von öffentli-
cher Wönitenz oder Buffe, (wie man fie dazu:
mal genennet hat,) durch welche offenbare La⸗
ſter gefteaft wurden, Zu ſolcher Buſſe und
Strafe vermahneten fie diejenigen, fo mit oͤf⸗
fentlichen Laſtern befleckt waren ; und Bierinn
foll man die Väter mit gutem Verſtand und]
Aufmerffamfeit leſen. Denn wie viel ſagt Cy⸗
prianus von Diefen Strafen, welches ganz
- nichts taugt, fo mans nach der Schärfe urthei-
Ien wollte; denn er fpricht etlichemal, daß ohne
diefe Strafen die Abſolution nichts gelte. Die-
fer Spruch bedarf je einer Mäßigung..
Es iſt oft ein Bifchof von Natur haͤrter und
ernfter geivefen, denn der andere, und alfo hat bung, fo ung umfonft gefchenfe roird, nicht von
er ſich Härter erzeige mit Auflegung folcher Stra-
Daher ifts fommen, daß man ſolche den ſoll der Glaube ſtehen, darnach mag man
Spectakel der Satisfaction, oder oͤffentlichen der Vaͤter Spruͤche dazu nehmen, durch welche
fen.
Strafen, ſo hoch gepreiſet und gelobt hat. Es
haben auch etliche von ihnen ſelbſt, unerfordert,
fi) in ſolche Strafe begeben, und ihre heimliche
Suͤnde öffentlic). befannt; aber folches ward
nicht für nöthig gehalten. Darum fegen die
Vaͤter felbft einen Unterfchied zwiſchen heimli—
chen und öffentlichen Sünden, und lehren, daß
heimliche Sünden auch ohne die Beicht verge:
ben werden; wie der Spruch Proſperi anzei-
get, den wir in unferm Artikel angezogen.
Alſo ſpricht auch. Chryſoſtomus über den] Wenn auch ein Engel vom Himmel ein an-
Pſalm Miferere; Go du Scheu haft, deine der Evangelium lehrete, das fey vos |
\ *
waͤhrter Lehrer, einer anders, denn der andere,
von dieſer Sache geredt haben; fo find auchet⸗
liche der neuen Scribenten groſſes Anſehens,
die da halten, daß die Erzehlung der Suͤnden
nicht in goͤttlichen, ſondern allein in menſchli⸗
chen Rechten geboten ey. Di.
Diefes erzehlen wir darum, daß man verſte⸗
ben möge, Daß nicht der ganzen Catholiſchen
Kirchen gemeine und einträchtige Meynung fey,
daß man die heimlichen Sünden erzehlen und _
beichten müffe. So foll man der ganzen Car
eholifchen Kirchen gemeinen Verſtand und Jake
fung nicht rechnen aus geftümpelten Sprüchen,
fo von dieſem oder jenem Theil angezogen wer⸗
den. Was aber der alten Lehrer Meynung und
Berftand fey, deß ziehen und beruffen mir ung
auf alter Berftändigen Urtheil, welche die
Wahrheit fuchen, und nicht uſt haben zu So⸗
phifterey. Der Glaube foll ſich auf GOttes
Wort gründen, nicht auf menfchliche Zeugniß,
darum haben wir erftlich ChHrifti und der Apo—
ftel Sprüche und Zeugniffe angezogen, und
angezeigt, was ung diefelben lehren von Berges
regen unfers Verdienites. Auf diefen Gruͤn⸗
gottesfürchtige geufe mögen deftomehr geſtaͤrkt
werden, fo fie diefelben recht verftehen ; und \
wir haben daran nicht Zweifel, daß eben das⸗
jenige der Väter Meynung fey von heimlichen ı°
Sünden, das wir fagen und halten. a
Zulegt wird uns fürgeworfen das Concilium 1
Sateranenfe. Wir geben rechten Chriftlichen 1
Conciliis ihre gebüßrliche Ehre , die nicht GOt⸗
tes Wort zuw der find; aber man muß vor ale |
len Dingen dieſe Negel St. Pauli halten:
|
vH
a
-
Is ART, Abſchniet. Von dein Aeichorag und Colloquio zu Regenfpurg. 817
Bas aber im ſelbigen Concilio Lateranenſi zu Sünden verdiene, gehalten; und derſelbige
Rom für Artikel und Gebot gefege find, un- Canon, ob er wol unmöglid Ding gebeut,
- ter welchen aud) diß Gebot von der Erzehlung (nemlid) alleund jede Suͤnde zu erzehlen,) fo mas
der Sünden in der Beiche erftlich geſetzet iſt, chet er doch daffelbe noth zur Seligkeit, verdammt
durch den Canon omnis vtriusque etc. wollen alle die, fo nicht alle ihre Sünde beichten, und
mie anderswo weiter anzeigen. Jetzt wollen gebeuf, fe hinweg zu werfen als die Berbann«
wir allein von diefem Gebot der Erzehlung ant⸗ ten. Solches fteitet zweyerley Weiſe widerden
worten. Glauben. Erſtlich darum, daß dadurch dag
EGsttt Hat ernſtlich verboten, daß man die Erkenntniß verdunkelt wird, daß Vergebung
Kirchen nicht beladen foll mit Menfchenfaßun- | der Sünde umfonft, und nicht von wegen un«
gen, die man halte für Goftesdienft ‚oder da» | fers Werdienfts gefchenfer wird, und daß man
durch man Vergebung der Sünden verdiene, die Erzehlung für ein noͤthiges und verdienfkli«
oder die da noͤthig feyn zur Seligfeitz Denn er ches Werk hält. Zum andern, daß der Glaus
will, daß dieſe Lehre rein erhalten werde, daß | be geſchwaͤcht wird durch Ziveifel, welcher von
wir
Bergebung der Sünden haben, nicht von Noth wegen folgen muß, dieweil diß Gebot
wegen unfers Berdienfts ; fondern allein umChri⸗ fordert, daß man alle Sünde erzehlen fol.
fti willen , durch) den Glauben. St. er willallein
DIE find groffe, wichtige und noͤthige Urſa⸗
das für Gottesdienft gehalten haben, fo er durch hen, Darum man hat dig Gebot müffen an-
fein Wort befohlen, nicht was aus menſchli⸗ fechten, unangefehen daß es im Concilio be—
em Dünfel und Aberglauben erfunden wird.
Um diefer großwichtigen Urſachen willen ſtrei⸗
tet St. Paulus fo hart von Abthuung Des Ge⸗
feßes, und Petrus fpricht: Was verfüchetibr
GoOtt mir Auflegen des Jochs ꝛc. zeiget
mit dieſen Worten, wie groſſe ſchwere Suͤnde
ſolches ſey, daß er ſpricht: was verſuchet ihr
GOtt ꝛc. Darum fündigen die ſchwerlich,
welche einen eigenen Gottesdienſt anrichten und
Menſchenſatzungen gebieten, als noͤthig zur
Seligkeit. |
Weil nun diß Gebot, von Erzehlung der
Sünden, als zur Seligfeit noͤthig, und ſolche
Erzehlung für Gottesdienft, oder verdienftlich
Merk gehalten wird: fo folget Daraus, daß
man folches hat füllen und müflen anfechten
und trafen, und die Kirche von ſolchem Joch
frey machen. |
_ Wie groß die gemefen find, fo in biefem
Eoneilio die fürnehmften gemelen ‚und: rofe viel
darinn geſeſſen, die da diß Gebot beſchloſſen
haben, fo ſollten fie doch Petrum gehört (Der
da ruffet: Was verfucher ihr GOtt mir
Auflegendes Jochs?) und ihm gefolget ha⸗
ben. Es ift offenbar, daß diefer Brauch, die
Sünde zu erzeßlen, alfo eingeriffen ift, daß
mans hat für einen fonderlicyen. Sortesvienft | fo wir dieſe
Bergebungder i —
und ſolch Werk, dadurch man
Amber; Schriften 17. Theil,
ſchloſſen, welches Bat nicht Mache gehabt,
neuen Gottesdienſt anzurichten und uns
möglich Ding zu gebieten, als noch zur Se _
ligfeit ‚das von GOtt nicht befohlen ift. Zudem,
Diemweil die Kirche nicht richtet von beimlichen
Sachen, Fann fie aud) nicht gebieten ‚daß man
heimliche Stuͤcke erzehle.
Ueber das, ſo ſind aus dieſem Gebot auch
andre ſtraͤfliche und falſche Goftesdienfte gefol.
get, nemlich die Garisfactiones, oder Gnug«e
thuung. Denn aus dem Grund wollen etliche
die Beicht verfgeidigen, daß fie fagen, fie fey
darum noͤthig damit man den Beichtenden mö-
ge eine gemiffe Strafe auflegen. —
Was aber für Irrthum und Mißbrauch ſey
in der Satisfaction, haben wir in der Apolo-
gia angezeigt, dahin wir uns wollen gezogen
haben, und achtens dafür, daß die ganze Sehe”
re von der Buſſe Chriſtlich, fleiffig und rreu.
lich von uns dargethan und erklaͤret fey, und
halten, Daß daran GOtt angenehmer Dienft
gefhehen, Daß auch den Beiligen Engeln fols
ches gefalle, welche groffe Freude Haben an
wahrhaftiger Buffe der Menfchen. Darum
würden wir auch Die frommen Engel betrüben:
und die rechte Kirche Chriſti Hoch beleidigen,
Ehriftliche und noͤthige $ehre, von
fallen lieſſen. Wir bieten aber
f | Gott,
nr — a — J—
Aeuchstägegefucheen Religionsvergl. 8
den Heyden die Mörder und andere Unreinen
etliche Zeichen haben fragen muͤſſen, bis fie
gleren, ſtaͤrken und mehren molle, und erbie- wiederum zur bürgerlichen Geſellſchaft ange⸗
en uns hiemit in aller. Demuth zu weiterer nommen wurden. ee
Erklärung, wo mans begehren wird. Nun find in der Kirchen bemeldte Strafen
Endlich wollen wir aud) DIE bezeuget haben, | mit der Zeit geftiegen, da der Irrthum dazu
daß wir in diefer Schrift einfältiglid) von der | kommen, daß man dadurch Vergebung der
Sache an ihr felbft Antwort gethan, darinnen Sünden verdiene. x Area
wir die Srrtfümer, fo von langer Zeit herein-| As fie aber zu hoch geftiegen, find fie wies
geriffen, angefochten Haben, und haben hiemit | derum gefallen, und bleibt davon ein kleiner
gar nicht die Chrwürdigen, unfere günftige Schatten und der Name, davon vom Gegen⸗
Herren und Freunde, zu dieſem Geſpraͤch ver⸗ theil alfo gefagt wird: dieweil Gott gerecht ſey,
ordnet, antaſten wollen. und ein Strafer der Sünde, fo vergebe er nicht
/ ohne Bermechfelung der Strafe. Und fagt
818 Cap. 18. von der durch Convente 7
GOtt, daß er durch das wahre Licht des Ev-
angelii und den Heiligen Geilt feine Kirche re-
— IV weiter: Die Strafen des Fegfeuers werden ver-
Von der Genugebuung, oder Satis⸗ golten mit Uebermaß der Werke, die der Ab:
faction. folvirende dent Beichtenden aufleget, die doch
fonft von GOtt —— * |
. Werke gelten und Strafe bezahlen ‚ob fie gleid)
Ste a ns rät 2m nie One en. Din m,
des Sohnes GHktes, SEfuChrifti ,derfüruns end Kirchen eingedrungen, iſt noth zu ver⸗
ein Opffer worden, wie Johannes predigt: Denn es iſt noth, da In der Kirchen erhale
2 ift das Lamm GOttes, welches trägt! gon werde a — der Suͤn⸗
ie Suͤnde der Welt. den, um Chriſti willen, ohne unſer Berdienft.
Durch Berdienft diefes Lammes empfahen | tem, vom Ölauben. So ift auch noth zu
wir durd) Glauben Vergebung der Schulden |wiffen, daß Werfe, ohne GOttes Wort eine
"und werden erlöfee von emigem Tod, nicht von | gefeßt, nicht Gottesdienft find; wie gefchrieben
wegen einiger Werfe,oder von wegen derSatis: ſtehet: vergeblich ehren fie mich mit Wiene
faction , von Menfchen geordnet, oder von we. |fchengeboten. | J
gen einiger Verwechſelung der Strafen. Daß man aber dagegen ſpricht: GOtt ſey
Es find aber vorzeiten von Bifchöffen zur |gerecht und ein Strafer der Sünden; iftwahr,
Buſſe etliche Strafen geordnet, die man heiße daß GOtt auch der Auserwaͤhlten Sünde ftraft,
Canonicas Satisfaftiones, welche erftlich alfo erſtlich mie wahrhaftigem Schrecken in dee
vorgenommen find zu einem Erempel ‚oder zur | Neue ‚davon David fpricht : HErr, firafemih
Zucht. — nicht in deinem Grimm. . Und Ezechias:
Denn fo fie Perfonen wiederum annafmen, wie ein Löw alſo hat er mir allemein Bes
‚die vom Ölauben gewichen, oder fonft in öf- |bein zerſchmettert. Diefe Schrecken find viel
Gerugthums die uns verdienet bat Ver
fentliche after gefallen, legten fie ihnen Stra-
fe auf, daß man fpüren moͤchte ob ihnen ernft
wäre, fi zu befehren; oder daß fie andere
durd) felche Weife erinnerten, ſich für folchen
Sünden zu hüten; oder auch, Daß fie etliche
Frevele im Zaum hielten: und diefe Strafe
wurde aufgeleget vor der Abfolution, als Zei:
‚hen derjenigen , fo in groſſe Laſter gefallen und
zur Strafe verurcheilee worden; wie aud) bey
4
fehärfere Strafen, denn alle Satisfactiones.
Zum andern, fo folgen auch oft befendere
Strafen nad der Befehrung, von wegen voris
ger Mißhandlung, als, da Davids Ehebruch
geſtraft wurde. Und allezeit gehen auch unter
den Heiligen ſoſche Strafen, die GOtt auflegt,
wie im Pſalmen geſchrieben iſt von den Auser⸗
waͤhlten: Ihre Suͤnde will ich mit der Ru⸗
then heimſuchen. Item, St. Petrus —
Ww-
Er 30
bi. 1.23 2 NA
RITTAR
I, Abfehnitt. Von dem Reichstag und Colloquio zu Regenfpurg. ger
e Strafe wird angefangen vom Haufe nommen durch Ceremonien der Menfchenfa«
GOttes. ungen, als da find Satisfactiones Canonicä.
Denn Gott will die Seinen inTrübfal halten, | Dazu diefe Trübfalen von GOtt aufgeleger,
fleiſchliche Sicherheit zu wehren, und dagegen find ftetige Uebungen, dienend forthin in zus
Gottesfurdht, Buſſe, Glaube und Anruffung an- kuͤnftiger Tödtung des alten Adams, wie St.
zunehmen; gleichwol find nicht alle Trübfalen | Paulus ſpricht: Unſer Aufferlicher Menſch
für Strafen befonderer Sünden zu Balten , wie | wird, zerbrochen, aber der. innerliche wird
allezeit die höchiten Sichter in der Kirchen, die für und für erneuert. Der Gegenteil aber, _
Propheten, Apoftel, und andere hochbegabte ſo fie von Gnugthuung reden, fordern fie dies
Heiligen , durd) befondern Rath GHOttes die ſelbige als Wechſel der ewigen Strafe für ver«
haͤrteſte Verfolgung und gröffeftes Elend ge- | gangene Sünde,
litten; denn Gtt will feine Kirche in diefem| Es waͤre aber viel beffer ‚dem Volk Bericht
seben nicht allein gemeinen Plagen, die in zu thun von diefen trefflichen Sachen; nemlich,
allen Menfchen nach der Exbfünde folgen ‚un. | vom Zorn GNS wider die Sünde, von der
terworfen haben; fondern will auch, daß fie Heiligen Trübfal, von rechten Gottesdienften,,
mit befonderm Trübfal getrieben und geuͤbet die GOtt in folchen Trübfalen fordert, dadurch
werden, aus vielen Lirfachen. er ung vermahnet, daß Furcht, Glauben, An⸗
Denn der gottlofe Haufe Fennet die Sünde |ruffung in ung wachſen, denn mit den ſchei⸗
und GOttes Zorn nicht; fondern wie im 1B. |nenden und gleiffenden Ceremonien der Satis«
Mofis feher: die Sünde rufer in ihnen, bis |faction den Leuten Die Augen auffperren, da⸗
fie geoffenbaref wird, d. i. fie macht ihnen \durd) Die Seßre von der Gnade und rechten
noch nicht Schrecken, bis die Strafe kommet. | Sotfesdienften verdunfelt wird. ee
Darum hat die Kicche Trübfal, mehr denn] Denn wir. lehren diefes auch mit groffem
andere teute, daß fie Die angeborne Untugend, |Tleiß, daß in Bekehrten follen und müffen fol-
und ihre Sünde erfenne, und zunehme in Got: gen Fruͤchte der Buffe, Das ift, ein neues Le—
tesfurche und Buſſe. Dazu fommt aud) dieſe ben, oder geiftlicher Gehorfam in GOttes Ge⸗
Urſache: wenn nicht fo groffe Gefahr und fo!: |boten. Und fo St. Paulus fpricht: gebsteu=
cher Streit uns aufgeleget würde, fo würden |re Leiber zu einem lebendigen und heiligen
Glaube und Anruffung verlöfchen ; darum wird Opffer, unterweiſet er uns von redyten Got⸗
die Kirche fo hart gedrückt, wie im ı'd. Mor. tesdienſten; fagt, wir follen heilige Opffer feyn,
!
ftehet: Die Schlange wird feine Serfebeif- Das ift, fliehen alle Unteinigfeit, Geduld ha—
fen. Diefe giftige und greuliche Biſſe Füh: |ben in Verfolgung von. wegen Bekenntniß der
len die Gottesfürchtigen vie'fältig, in allerley|tehre, und in andern gemeinen Trübfalen, als
Anfechtung und Aengſten. Ooffer, die man ſchlachtet. Doch follen wir
Und diefes ift der Kirchen befondere Weis: lebendige Dpffer feyn, das ift, die wir ein Fünfe
beit, wiſſen, daß GOtt will, daß die Heiligen tig und ewig Jeben haben werden, darum wie
follen gedemüthiget werden, und gleichformig auch GOtt mitten im Tod preifen follen. Diß
Chriſto in dieſem Leben; daß aud) GOtt wahr: ſind Dierechten Früchte der *Bufle, und Uebun«
haftiglich erhöre die Berräbten, wie Petrus |gen, Dadurch die Wurzel der Sünden ausges
ſpricht: Demüthiger euch unter die mäch- rottet wird; wie Auguftinus ſchreibet.
tige Hand GOttes. Diefe Macht erzeiget Dabey lehren wir auch), daß gemeine und
EOtt in beyden Stücken: mächtiglich ftrafter befondere Trübfalen gelindert werden von we⸗
die Sichern, als David, Samfon, Nabu«| gen der ganzen Buſſe und allerley guten Wer«
chodonoſor; Dagegen hilft ee auch gewaltiglich Fender Gottesfürchtigen; wie gefchrieben ſtehet
denen, ſo Buſſe thun, und ihn anruffen. Aber| Efaiä 1. und 58. und St. Paulus ſpricht: So
diefe Strafen Fönnen durd) die Schlüffel nicht wir uns felbft richten, werden wir nicht
aufgelegt, noch vergeben werden, noch megge-! vom gerichtet. Diefes kann nicht
i — ” 2 anders,
'822 Cap. 13. Don der durch Convente m Reichstäge gefuchten Religionsvergl,
anders, denn von der ganzen Buſſe — e Mr AN an a — ai
den werden, und ift nicht geredet von den Ge Von Kinigteit der Kirchen und Unter ı
nugthuungen, davon fie fagen, daß fie gelten, feheid der Diener des Kvangelii. ee
ob fie gleich nicht in Onaden geſchehen. Ru: der Täufer fpriche: Don feiner ı
Diefes aber leugnen wir nicht, daß die Kir⸗ Sülk haben wir alle die Gnade em ı
ern ihn Go traf auf pfangen. Darum ift eine einige Kirchegeheis
ndern eine Straf auf: pfangen x ne einig gehei ·
a ee Sucht ; = Er nn (ige und mit einander vereinigt durch den Sohn —9
ches auch halten in unfern Kirchen ‚fo man Wie- Ente, telcher ift das Haupt, fo alles inale
dertäufer, die widerrufen, annimmt; oder len feinen Gliedern wirket, durch das Erfennenißg
Todfcjläger, die das Schwerdt nicht richtet, feines Evangelii und den Heiligen Geift, von N
Dooch iſt nicht noth, Die alten Drdnungen der Anfang in den erſtern Vaͤtern, Propheten |
Satisfaction wiederum aufjueichten, die durch | Apofteln und andern Heiligen, bis ans Ende
Seetßum geftiegen, und viel find den Garni Der Weit, da fiefollverkläret und herrlichwer⸗
fen gefäßelicy, als, daß man einem Ehebre. den —— Gericht. BEN u j
‚her eine lange Zeit gebeut ſich von feiner ege-| ‚Derobalben, — ſolche Dry und
lichen Hausfrau zu enthalten. traͤchtige Kirche bleibe, fo hat GOtt allegeit
— — einerley Evangelium durch die Vaͤter und Pro⸗
Es ſcheinet auch, als find die Biſchoͤffe erſt. pheten, und folgend durch Chriſtum und die
lich derhalben defto fchärfer geweſen, dieweil Ypoftel, in die Welt ausgebreiter. Und Chrie
die henönifche Obrigkeit Ehebruch und ettiche | ſtus felbft fold) Predigtamt eingefegt, das da
mehr Safter nicht pflege zu ſtrafen. bleiben foll > an der aut — geſchrie⸗ |
Nun foll man die Obrigkeit Ihren, daß fie| ben ftehet: Er iſt in die Zoͤhe gefahren und
— Laſter zu ſirafen ſchuldig iſt. Mit hat den Menſchen Gaben gegeben: etliche
deſem Ernft Fönnte man die Zucht beſſer er. Apoſteln, etliche Propheten, etliche Ev⸗
Halten ; denn mic den Ceremonien der Genug. |angeliften,etliche Sitten, etliche Kebrer 1.
ehuung. | Denn er erhält das Evangelium, und hat,
ee 200. |befohlen, daß nach den Apofeln in allen Kira
Es iſt auch gefährlich , untereinander men" hen Paftores follen beruffen werden, Die dag
‚gen den Dienft des Evangelit, und das melk-|Ymt führen, das Evangelium zu lehren, wele
liche Amt. Der Diener des Evangelii lehret che aud) von GOtt dazu erwecket werden; und
von wahrhaftiger Neue des Herzens, troͤſtet ob fie wol ungleid, find nad) den Gaben, fo
das erfchrocfene Gewiſſen, und lehret, daß wir Haben fie Doch alle einerley Amt und Dienf,.
nicht durch Verdienſt der gemechfelen Strafen; Alſo ſtehet nun die Einigkeit der Kirchen in
' fondern durch Chriſti Verdienft von Sünden diefer Gemeinfhaft, unter einem Haupt Chri⸗
und ewigem Tod exrettet werben; tie gefehrie- flo, durch einerley Evangelium. und einerley
ben fteher: er hat die Gefaͤngniß gefangen. Amt, welchem man Gehorſam ſchuldig ft,
tem: Tod, ich wii dein Tod feyn und [auf des Spruchs: Wer euch börer, der hoͤ⸗
der Zölle Derderber. Daran foll man nicht ret mich; damit Einigkeit des Glaubens, und
hängen diefe Meynung, daß ſolche Erlöfung |einerley Brauch der Sacramente, und aͤuſſer⸗
geſchehe durch Verdienſt der gewechſelten Stra-|liche Strafe, fo im Evangelio geboten iſt, era
fen. Aber die weltliche Obrigkeit follte ernft |halten werde. 1
und ftreng feyn, und ihr Amt ausrichten, wel. Denn alle Pfarrherrn und Seelforger haben
ches unterſchleden ift vom geiftlichen Dienft | Befehl von Chriſto, nicht allein, daß fie das
des Evangelii. Darum mir auch in unfern| Evangelium lehren und Sacramenten reichen
Kirchen die weltliche Obrigkeit vermaßnen ‚ißr |follen; fordern auch, daß fie die, fo in öffent=
Amt zu thun, und ehrliche Zucht zu ſchuͤtzen lichem Ungehorſam bleiben, follen ftrafen mie
und zubandhaben, dem Bann, nemlich die, fo wider rechte Lehre
neuen
Zi
|
|
|
|
|
|
|
doch fo ferne, daß ſolche Traditiones nicht für! geruffen vn ‚ göttlihe, allmächtige Ges
—* | i
Bay. V 7, A U OE 4
—*F WER on u
14 Damit es aber allenthalben ordentlich Auge».
4 U, Abfehnie. Von dem Keichsrag und Colloquio zu Kegenfpurg. gas
Gottesdienſt gehalten werden, das ift, für ver«
eehum einführen, oder ihr ſtraͤflich G
w dienſtliche, oder gute Werke, welche ohne Mita
‚geben nicht beſſern wollen. Denn bierinn i
man iure diuino Gehorfam ſchuldig, ſolche Di.
feiplin und Zucht zu erhalten.
de, laut des Spruchs: Dergeblich dienen fie
mir mit folcher Lehre, die nichts ift, denn
Menfchenaebot.
Daß auch foldye Sagungen nicht wider GOt⸗
tes Gebot feyn, auch daß fie nicht geboten wer⸗
den, als nöthig zu halten, fondern als äuffer«
liche Mitteldinge, welche man aufferdem Fall
der Aergerniß ohne Sünde nadjlaffen mag.
Wie St. Paulus in der Epiftel zun Coloffern
lehret von ſolchen Saßungen, fo man in der
Kirchen machet: Laſſet euch niemand Ge⸗
ſollte, der die Kirchen regierte, Das Evange- wiſſen machen über Speife, oder Tranf,
lium predigte, Aufferliche Zucht erhlelte und den |oder beftimmten Seyertagenw.
andern Prieftern vorftünde. Darnach hat man Denn man muß in der Kirchen Unterfcheid
auch unter dieſen mehr Unterſcheid und Grad halten zwifchen Menfchenfaßungen und rechten
gemacht, nemlich, Erzbiſchoͤffe, und uͤber Die: Gottesdienſten, fo von GOtt eingefegt und ges
felbigen etliche Patriarchen , nemlich zu Nom, |boten find; mie im Propheten Ezechiel gefagt
zu Antiochia und Alerandria. - wvird: Ich bin der HErr euer GOtt, in mei⸗
Dieſe Ordnungen, ſofern die, fo der Kir⸗ nen Geboten ſollt ihr wandeln.
he in der Kirchen, nach der Regel St. Pauli,
uͤnd daß die Pfarrherren ſich untereinander
deſto mehr zuſammen hielten, und einer dem
andern die Arbeit der Kicchen Regierung huͤl⸗
‚fe tragen, daß auch etliche uͤber die andern Auf-
fehen hätten,und Trennung oder Schismata ver-
huͤtet würden: fo iſt diefe nuͤtzliche Ordnung
aufgerichtet, DaB man unter vielen Prieſtern
und aus ihrem Mittel einen Biſchof erwaͤhlen
chen vorſtehen, ihr befohlen Amt ausrichten
ſind gut und nauhuch, die Einigkeit derſelben zu v1 See
erhalten, das iſt, Concilia zu verſammlen, Don den Heiligen,
vechte Kirchengerichte zu halten von der Lehre, Fair Fönnen das Stüd in diefem Artifelniche
‚gemeine öffentliche Laſter zu ftrafen, als, Bus‘ annehmen, darinn von ziweyerley An⸗
cher und andere. Aergerniß, unrechte Gefegezu |ruffung der verftorbenen Heiligen gefagt wird,
beſſern, die, fo öffentlich Yergerniß anrichten, Inemlich, daß ung von wegen ihres Verdienfts
zu ftrafen. | geholfen werde; item, daß man fie anfprechen
Aber foiche Prälaten follen ihres Berufs war: |möge, wie die Weiſe iſt: St. Peter „bitte für
ten, GOttes Wort predigen, Auffehen haben
auf die Lehre und Leben in ifren Kirchen, Irr⸗
thum und öffentliche Laſter (trafen, rechte Kir
‚hengericht Halten. Denn ſolche Bifhöffe, fo
rechte Lehre verfolgen, Fünnen wir nicht für
Biſchoͤffe halten, oder folche Gewalt einräumen,
wie St. Paulus Salat. 1. lehret.
den Dater bitten werdet inmeinem Namen,
das wird er euch geben, —
Dieſen einigen gewiſſen Mittler hat GOtt
vorgeſtellet, und geboten, daß wir zu dieſem
kommen ſollen, wie er ſelbſt ſpricht: Kommt
zu mir alle, die ihr muͤhſelig und beladen
Es haben aber die Bifchöffe in ifrem Kir» |feyd, ich will euch erquicen.
chenregiment diefe Gewalt, daßfiemögen Tra-| Darum ift der Gottesdienft billig zu ftrafen,
ditiones oder Aufferliche Saßungen machen, auf |fo man durch) andere Mittler zu GOtt bittet,
daß es allenthalben in der Kirchen fein und or:
dentlid) zugehe, als, von beftimmten Feyerta- dienſt in der Kirchen einführen foll, der nicht
gen, damit das Volk wiſſe, zu welcher Zeit) Zeugniß hat aus GOttes Wort.
man folle zufammen Eommen: item, vaßman| tem, die Anruffung, welche die, fo niche
nüchtern in der Kirchen zufammen komme 2c. | gegenwärtig find, anfpricht, gibtdenen, ſo an⸗
walt;
7
tel Dazu dienen, daß dadurch GOtt geehret wer⸗
mich. Denn Chriſtus ſpricht alfo: Was ibe
vornehmlich darum, daß man Feinen Gottes⸗
826 Cap. 18. Don der durch Conventeu, Reichstäge gefüchten
malt; denn eines jeglichen menfchlichen Herzen
- Beglerd und Seufzen hören, ſtehet allein GOtt zu.
Und obwol Bierinnen eine Subtilität geſucht
wird, diefes zu entfehuldigen, fo hat fie Doc)
Fein Zeugniß in GOttes Wort.
Auͤch ſtreitet die Meynung in folhem Anruf
fen wider gedachte Subtilität; denn darum ha⸗
ben fie Zuflucht zu den Heiligen, daß fie hal:
ten, Gſtt zürne mit ihnen, und ſuchen durch
die Heiligen, als Mittler, ihr Gebet vor GOtt
zu dringen. i
Und Summa, diemweil offenbar ift, daß
durch der. fodten Heiligen Anruffung bes Mitt:
ters Chriſti Amt verdunfelt wird, fo Fönnen wir
diefelbige nicht beftätigen durch unfere Bewil⸗
Taunge 0 :
\ E VII.
Von der Meſſe.
as einige Opffer, welches GOttes Zorn
D wider die Glinde des menſchlichen Ge⸗
ſchlechts verſoͤhnet hat und die Bezahlung fuͤr
die Suͤnde geweſen iſt, und den Menſchen
Verfohnung mit GOtt, Gnade und ewiges te.
ben verdienet Kat, ift allein dev Tod des Soh⸗
nes GDttes, melcher fich felbft geopffert hat
> feinem ewigen Bater, und ſelbſt der Driefter
— gern lehret
un Ebraͤern lehret. Er
Er hat aber etliche äufferliche Kirchendienfte
oder Sacramenten eingefeßt, Durch welche er
die unausfprechlichen — dieſes Opffers
uns mittheilet und applicirt. ii
Derfelbigen eines ift aud) das Abendmahl
| des HErrn, in welchem ber, fo den Leib und
das Blut Chriſti nieſſet, ihm ſelbſt durch Glau⸗
ben applicirt und zueignet dieſe Wohlthat, ſo
Chriſtus erworben durch ſeinen Tod, welcher
fit das einige wahrhaftige Opffer; nemlid) alfo,
fo wirerfennen undgläuben, daß uns bie Suͤn⸗
- de geroißtich vergeben werdeum des Todes mil.
fen des Sohns GOttes, weicher ſich felbit für
ung geopffert hat; und durch ſolchen Glauben
len ni N eiftum und empfahen Troſt.
Alfo nutzet das Nachtmahl des HErrn demje:
nigen, der es nieffet, Durch Glauben, —
Dieweil aber in der Meſſe dieſe drey Stuͤcke
feines Opffers geweſen, wie die Epiftel |:
find, der Braud) des Nachtmahls, ©
daͤchtniß, und Dankffagung: fo habe:
Väter diefe ganze Handlung ein Opffer
nee, nicht daß folches fey die Bezahlu
die Sünde, oder andern verdiene Berg |
der Sünden; fondern das Gebet und Danffa:
gung find folche Dpffer, die man heißt, Sacr-
ficia laudis, das iſt, foldye gute Werke, diewie
GOtt thun, daß er vor ung geehret werde.
Alſo iſt die Oblatio, oder das Nachtmahl,
nicht ein Werk, das fuͤr andere moͤge applicirt
werden, oder andern Vergebung der Suͤnden
verdiene, und wird doc) ein Dankopffer dem,
EI
fo es nieffet, von wegen des Gedaͤchtniß, wel
ches’ viel Dinge in fich begreift, nemlich den
Glauben, die Anruffung, die Befenntnißoder
Predigt, und Dankfagung, —
Denn Ehriftus redet von ſolchem Gedächt.
niß, fo im Glauben gefchiehet, und will niche
allein, daß wir das Gedaͤchtniß der Hifkorien,
wie man fonft Spectafelhält; fondern daß wie
durd) Glauben uns erinnern und Troft empfa:
ben aus der Verheiffung, und unfer Herz auf
richten, und.alfo errettet von Schrecken der Suͤn⸗
de und des Tods, und erwecket werden zur Anz
ruffung, Gebet und Dankfagung. u
Das find fonder Zweifel dierechten Gottes.
dienfte, fo ihm gefallen, in dem Nachtmahl des
HErrn. Und foldyes habendie alten Bärer anı
gezogen, da fie die Meffe preifen, wie Cypria«
nus fpricht, Die Dankfagung breite fid) aus;
und preifet beydes Die Vergebung der Sünden,
und dagegen die Berrlichen&aben,uns gefchenfer,
Darum halten wir nicht, daß die Meffe für
andere, $ebendige oder Todfe, möge applicire
werden; denn ein jeglicher muß ihm felbft die
Wohlthaten, von Chriſto geſchenkt, appliciren
im Glauben, durch das Wort und eigenen Brauch
der Sacramenten, nicht von wegen des Wer⸗
kes oder Berbienits eines andern Menfchenz
wie die Schrift fagt: Der Berechte wirdfee
nes Blaubens Ieben. di “|
Ueber das, fo ſtreitet die Applicatio für die '
Todten wider die Einfeßung diefes Sacraments, ı
welches allein den Lebendigen eingefegt ift, daß
fie es nieffen, und das Gedaͤchtniß m
og IT, Abfehnitt, Bon dem Reichstag und Lolloquio zu Regenfpurg. 829
m üben follen. Das gehet die Todten nichts, pliciren für andere, Lebendige und Todte,
es [noch nicht befannt oder üblich, fondern ein je-
| Darum ift billig zu beflagen, daß man das | der, fo Das Sacrament brauchte, ſuchte für fein
‘ Sacrament nicht allein für die Todtengebraucht; | eigen Gewiſſen Troft-und Stärke. Hernad),
fondern aud) fo greulicher Mißbrauc) eingerif-| als der erfte Brauch verändert, hat man die
en ift, daß die Kirchen mit diefen Todtenmef- Ceremonien viel anders verftanden; mie die
en allenthalben erfüllet find, wieviet mehr denn menfchliche Natur dazu geneigt ift, daß fie aus
mit dem rechten nöthigen Amt und Dienft, fo| Ceremonien Opffer und Berdienft machen will;
| den $ebendigen Bier ide . [darum hat man erdichter, daß der Prieſter für
| I
| - die Kirchen opffere und verdiene ihm und ans
Don der Privatmeffe und Brauch dee ]|dern. Dazu hat man weiter erdichtet, daß ei-
| ganzen Sacraments. fg
|
——
| ne Meffe für viele gehalten, nicht fo viel ver
Sem Bud) reird ein Rath gegeben, daß zum | diene, als eine befondere für einen jeden; und
a) Frieden dieſes dienlich feyn folte, daß auf| IR noch mehr Dazu gelehrt, daß ſolch Verdienſt
benden Teilen den Kirchen zuzulaffen, ihre) für Lebendige und Tote gelte, es ſey Der Vrie-
. Weife zu behalten, nemlich daß bey uns Feine) ter fromm oder nicht. Solche ſchreckliche Mip-
Meſſe ohne Communicanten gehalten werde ;| bräuche find gefolget, nachdem die erfte Weiſe
bey den andern aber möchte Meffe gehalten | verändert, weiche Apoftolifch und Catholiſch
ch | gewefen und etliche Hundert Jahr nach den Apo=
follte man das Volk vermahnen, dag Sacra- | feln geblieben, nemlich, daß allezeit in der
ment öfter und mit Chriftlicher Andacht zu neb-| Mefle das Sacrament etlichen mehr Perfonen
men, und follte Fleiß aefchehen, die alte Ge- ausaerdeilet ift. ——
wohnheit der Kirchen, fo viel möglich, wieder⸗Nun iſt ganz nicht Zweifel, man muß die:
um anzurichten. Denn diefes ift gewiß, daß Application, oder Verdienft für andere, Todte
erftlich diefe Gewohnheit durchaus gemwefen, daß | und Jebendige, verwerfen. Denn diefer Wahn
feine Meſſe ohne Communicanten gehalten ift. | theilet das Verdienſt in des HErrn Chriſti Lei⸗
- Bon diefem Artikel ift diefes unfer Beden- den und des Prieſters Werk, fo doch geſchrie⸗
fen: Wir Fönnen wohl erfennen, Daß die Aen⸗ | ben ſtehet: Wie einem einigen Opffer bat
derung nicht plöglich zu machen, denn man foll | er die Heiligen vollendet. Ä
das Volk zuvor vom rechten Brauch des Sa:| Dazu bat fid) der Sohn GOttes felbft dem
craments unterrichten, —— Vater geopffert, da er fuͤr uns geſtorben, wie
Wir felbft haben nicht auf einmal eilend den geſchrieben ſtehet: der ſich felbft geopffert
techten Brauch angerichtet, davon St. Pau⸗ hat ze. Und gehet Fein anderer Hoherprieſter
lus ſpricht, daß man eine Communion halten | in das heiligſte Heiligtum, das ift, ohne Mit
und auf einander warten foll, daß man fämt- | tel vor den ewigen GOtt, denn allein Chriftus ;
lich empfahe Leib und Blur Chrifti. Es gebie. | vie von ihm gefchrieben fteßet: Durch fein eie
ten auch die alten Canones eine folche Commu-| gen Blut ift er in das beiliafte Seiliathum
nion und wäre hoch zu wuͤnſchen, daß diefe| gegangen, und hat die ewige Erlöfung er-
erite Weile nicht geandert wäre. mworben; und hat nicht befohlen, daß ihn an
Denn bey derfelben Weife konnte man bef-| dere opffern follen im Abendmahl, fondern will,
fer den Brauch des Sacraments verftehen, und | daß dieſer Schaß andern ausaetheilet werde,
erfannte das Volk, daß folche Austheilung ge-| Item, ein jeder foll ihm felbft durch eigenen
fchehe, eines jeden Glauben infonderheit zu er] Sfauben die Wohlthat Chrifti zueignen, darum
wecken und zu flärfen, und daß ein jeder ihm || Farın das Opffer andern nichts verdienen,
felbit in folder Keichung des Herrn Cpriftil Item, unfer Hoherpriefter Chriftus Kar im
Wohlthat Durch Glauben zueignet. Und war| Abendmahl nicht geopffert, fondern allein aug-
dieſelbe Zeit der Mißbrauch, die Meffe zu ap] gerheiler; hat auch nicht befohlen, das Sacra-
ment
werden, auch ohne Communicanten. Do
/
=
» ben Namen und Titel geneben feines legten
— FERN
*
830 Cap · is · Von der durch Convente u. Reichstäge geſuchten Religionsvergl,
ment fir andere zu opffern, ſondern geſprochen: Dieweil nun diß Sacrament ein Troſt
Nehmet hin, eſſet Nun gebuͤhrt uns nicht, ſollte, und ſollte mit gutem Gewiſſe en |
anders zu thun, denn das da gethan und be= werden, daß man GOTT danken, und:
fohlen Hat unfer Hoßerpriefter Chriſtus. |HEren Chriſtum und feine Gnade froßlichprei-
Daß aber das Opffer für andere, oder die Ifen Fönnte, wie es eine Danffagung, Eucharie
Application bleibe, fo man die Privatmeſſe er- ſtia, genannt wird, iſt doch vonnoͤthen, daß man
Hält, ift daraus Flarz denn die, fo folche Meſſe den Leuten helfe, daß fie das Sacrement nicht
Halten, fprechen in ifrem Canon, daß fie fol» |ju Verlegung ihrer Gewiſſen brauchen müffen,
che Dpffer für andere hun, zu Erlöfung der) Go nun Einträchtigkeit wäre in der Sehre,
Seelen, für die Sebendigen Zodfen. Auch und das Volk zu ganzem Brauch angerichtet
bleibt im Volk diefer Wahn, daß die Meffe würde, fo wäre alsdenn Einigfeit. Denn Die
fin den allerhöchften Goftesdienft auf Exden weil die Verfolgung ein Ende hätte und die
und noͤthig für andere zu halten fey, und beftel- rechte aeg mu den Leuten vorgefragen Vo |
et und fundirt derhalben Meſſe fuͤr ſich und für ſo waͤre Feine öffentliche Zivietracht oder Spa
Die Zodlanı ut Fran tung. Denn die Unſern befehuldigen nicht dies
Diefe Irrthuͤmer und Migbrauche muß man \jenigen, fo noch nicht guugfam Bericht Haben,
ſtrafen; fo aber Einigkeit der Lehre gemacht ‚und laſſen fich Doch unterweiſen; fondern bes
das Volk recht vom Brauch des Sacraments, ſchuldigen Die Verfolger, und die, fo die Gegen—
vom Glauben und rechter Anruffung unterrich- lehre vertheidigen, nemlich, Daß recht fen, einen,
tet, und die Application oder Verdienſt für, an-| Tfeil des Sacraments zu verbieten, oder ſolch
Here im Predigen geftraft würde, und welche) Verbot zu loben, en, 5 8
die Prlvatmeſſe wollten fallen faffen, daß ihnen] Cs wird aud) darum die Kirche vor, dieſer
ſolches geſtattet wuͤrde: ſo waͤre —— nicht von uns verdammt. Denn auch die
oͤffentliche Zwietracht oder Spaltung, dieweil heilige Kirche hat oft etliche Stoppeln, wie St.
man in der Lehre eintraͤchtig waͤre, obgleich et Paulus ſpricht, welche GOtt vergiebet, wie
liche Perſonen ihre Gewohnheit fo bald nicht andere Unwiſſenheit, denen, ſo doch das Guns
aͤnderten. en dament oder Haupt erhalten, Das iſt, welche \
Bom Brand) des ganzen Sacraments bit-|durch Glauben um des HErrn Eprifti willen
ten wir fehr, Daß man. der armen Gewiſſen Vergebung bitten. . :_
Rothdurft bedenken wolle, welche an vielen) And im Mißbrauch der Meſſen und Heili—
Hertern hart geängftige werden. Sie willen, gendienft ift viel groffer Sünde gemefen, dar⸗
daß es in der Kirchen: gerooßnlich gewefen, um weiſſaget die Schrift, daß Die legte Zeit der
das Sacrament ganz zu reichen; wiſſen auc), Kirchen werde voll groſſer Gefährlichkeit feynz
daß folches von Chriſto alfo geordnet und befoh- wie Das Verbot von der Ehe, und a
fen, wie St. Daulus fpricht: Ich habs vom ſehr viel in ewige Verdammniß bracht; alſo
Errn empfangen, das ich euch gegeben find viel verloren worden Durch Mißbrauch der
habe. Dieweil denn vonnoͤthen ift, des Men | Mefle und, Heiligendienfl. Darum, fo nun
fchen legten Willen zu halten , foll vielmeniger die Mißbräuche an das Licht gebracht, und bes
des HErrn Ehrifti legter Wille gebrochen wer- kannt worden, foll man.fie nicht fhügen und |
den. Nun hat Chriftus biefem Gacramene apalten; fonbeen abthun ind Deferumg hei
Willens, da er fpricht: Dieſes it. der Relch/ Don dem Derbor der Priefterebe.-. 2
des neuen Teſt aments. | / De Meiſter des Buchs klagt ſelbſt ernſtlich
Dieſen Bericht haben viel Leut nunmehr, und gnug uͤber die Laſter, ſo aus dem Geſetz,
mo man nicht das ganze Sacrament reicher, in welchem den Prieſtern die Ehe verboten, er
bleiben etlihe ganz vom Sacrament, etliche folget, und wuͤnſchet, daß ſolches gebeſſert werde; i
empfahens mit verwundetem Gewiſſen. ftellets aber zu der Herren und en eh
178
—
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; i n
1 F
| %32 , All, Abſchnitt. Don Be eehetug —— 33
denken „daß fie davon rathfchlagen, wie ſolches Damit man nun tüchtige ; gottesfürchtige und
F Beflerung Ge ‚ob man ‚den; Pries| gelehrte Diener und Prediger haben möge, hal⸗
ſiern die Ehe folle zulaffen :. ob man die alte) ten wir, daß folcher Dienft, oder Predigtamt,
— e Canones halten ſolle; gibt ‚aber da⸗ nicht foll verhindert werden mit Auflegung eis
‚neben gnug zu verftehen , was feine Meynung |niger unrechten Geſetze, und fol frey feyn, Per⸗
N. 5, |fonen zu ermählen, die da tüchtig find, fie ſeyn
Wir aber wünfchen und begehren auch zum ehelich oder ohne Ehe; es foll auch frey ftehen
‚ Böchften,, daß durch Die Hohe Häupter und Po⸗ dem, der da ledig zum Diener erwaͤhlet ift, daß
tentaten fo vielen Menfchen in Gefahr ihrer er darnach möge ehelich werden; Denn diß Ge⸗
Seelen Heil geholfen, und: das unchriftliche bot ift insgemein allen gefagt: Zurerey zu vers
Verbot aus der Kirchen weggethan werde, aus meiden, habe ein jeder fein Eheweib,
ı welchem fo vielfältige greuliche Unzucht, Schand | Das aber hierwider angezogen wird von
und Safter gefloſſe. dem Geluͤbd, darauf Haben mir andersivo nach
St. Paulus nennet ſolch Verbot der. Ehe der Laͤnge geantwortet; es find auch die alten
oͤffentlich Teufelslehre. Daß diefer Spruch |Eoncilia nicht fo hart geweſen denjenigen, fo
wahr fen, beweiſet die Erfahrung ſtark genug. wider ihr Gelübd ehelich find worden, als die
Denn e8 ift leider vor Augen, was vor Unzucht neuen Decrete. Aber diefes ift die gewiſſe Re⸗
und Schande aus dieſem Geſetz komme; aber Igel: das Geluͤbd, fo wider GOttes Gebot ges
am. Süngften Gericht wird es mehr und. erft ſchehen ift, ift nichtig. Dieweil denn Das Ge:
recht offenbar werden, mas der Teufel vorgrof- iuͤbd, ohne Ehe zu leben, wider GOttes Ge-
' en. Schaden durch diß Gebot der Kirchen zuge: bot freitet in denen, die nicht vermögen ohne
‚ fügt, und wie grofle Haufen Seelen oßne Zahl Ehe ſich zu enthalten, halten wir, daß weder
er in ewige Verdammniß gefüßret Bat. Denn der Priefter noch Mönche Gelübd jemand ver-
diß ift eine wahrhaftig göttliche Stimme: die hindern foll, ehelich zu werden, Die Ger
Aurer, Ehebrecher 26, werden GOttes Feich/ Zudem, fo find bey ſolchen Geluͤbden viel
nicht ererben. ,,. andere Jrrthuͤmer, durch welche die rechte
Es ſind aber der Unfern Schriften vorhan⸗ |Cpriftliche Lehre vom Glauben, Dadurch man
den, darinn Flar angezeigt ift, daß DIE Geſetz, vor GOit gerecht wird, und von rechten Got-
fo Die Ehe verbeut , ftreitet wider goͤttlich und Iresdienften ganz verdunkelt worden.
wider natürliches Recht. Diemeil man nun] Der Pabſt Siricius, da er den Prieftern
ſchuldig iſt, GOtt mehr gehorfam zu feyn, Jin Hifpania gebeut, ihre Eherveiber zu verlafe
denn Menfchen; fo folget, daß Diejenigen, folfen, fuͤhret dazu -Diefen Sprud St. Pauli
zum un tüchtig, recht Chun, daß fie lieber Roͤm. 8: Die im Fleiſch find, Fönnen GOtt
‚wollen Chriftlich und mit gutem Gewiſſen im nicht gefallen ꝛc. Er Habe nun aus geoflem
Eheſtand Ieben, Denn auffer demfelben mit Unverſtand oder aus Heucheley diefen Spruch
Gefahr und Beſchwerung des Gewiſſens, oder Jaufden Eheſtand gezogen; fo Bat er doch durch
in öffentlicher Unzucht und Aergerniß. polch Verbot mit. der That unrechte Lehre und
‚Paulus befigle, daß ein Priefter, oder Bi-| Wahn geftärker. |
(hof, ſoll ein ehrlicher Mann ſeyn. DieStim:| So nun unrechte Gottesdienft an fold) Ge⸗
me Des Apoftels foll weit vorgezogen werden luͤbd verbunden werden; fo ifts gewiß aus dem
allen menfchlichen Satzungen. Darum.bitten | andern Gebot GOttes, daß ſolch Geluͤbd GOtt
wir, daß dieſes untechte und fchädliche Geſetz, nicht gefället; denn Da er fagt: Du ſollt GOt⸗
fo die Ehe verbeut, In der Kirchen abgethan Ites Namen nicht vergeblich führen, verbeut
werde · — er auch, daß man ihn nicht ſoll anruffen durch
Die erſte und fuͤrnehmſte Sorge in der Kir⸗ unrechte Gottesdienft. Darum find alle, Ge⸗
chen foll diefe feyn, daß das Predigtame des luͤbde, in ſolchem irrigen Wahn gefcheben, nich⸗
Evangelii recht beftellet und angerichter werde, Ifig und unbündig, als nemlich, fo dafür gehalten _
utheri Schriften 17. Theil, — Ggg wird,
—
nron.
— — —
—
en < vn — Bw
— — — — — —
933 Tap.ı9. Don der dunch Tonvente.u, Reichstäge gefuchten Religionsveral,
wird, daß ohne Ehe leben ſey ein hoch ſonder⸗
lich Werk, damit der Menfch mehr Gnade
bey GOtt verdiene; oder fo man das eheliche
$eben für einen ſolchen Stand hält, der nicht,
ober je ſchwerlich GDte gefalle, oder dadurch die
Prieſter oder die Darreichung der Sacrament
uncein werden, fo Doch gefchrieben ftehet: Den
Reinen ift alles rein ıc. ET
-. Aber in diefer ganzen Sache wollen wir uns
hiemit gezogen haben auf andere unfere vorigen
Schriften vom Eheitand und Kloftergelübden,
darinn wir: gnugfam und Flar angezeigt, wie
vielfältige Srrehümer feyn in dem Mönchleben,
wie: es bisher geweſen. Darum wollten mit
nicht. gerne, daß folche Irrthuͤmer follten wie⸗
der aufgerichtet oder beftätiget werden.
Und Dieweil vor Augen, daß an vielen Dr-
ten die Pfarrherren und Prediger, auch Schul-
meifter und arme Schüler nicht Unterhaltung
baben, fordert Die gemeine hohe Nothdurft, daß
vornehmlich ſolchen Perſonen aus den Kiofter-
gütern geholfen werde. - St. Paulus fpricht :
Rein Rriegsmann diener ohne Gold. Nun
find folche grofle Güter und Einfommen der
Kiöfter erftlich den Kirchen gegeben zu Er—
haltung des Predigtamts und Seelforge, und
‚der Studien, Darum foll davon genommen
werden, ‘was Blezu vonnoͤthen ift, Daß die Kir
chen beitellte Diener und Prediger haben, und
Schulmeiſter und arme Schüler mögen unfer-
- Halten werden.
3 Te 1370. ——
D. Martin Luthers Bedenken, an den
Canzʒlar,
RICHT Ce ligionsvergleichung. 1541.
Sie bedenke ich, daß ich dem Land.
IN
fen und die Seinen, daß fiedas Vaterlin-
fer fo umkehren ‚und erftlich Ruhe und Frie⸗
de ſuchen, unangefehen wo das erfie ‚nemz '
lich GOttes Namen, Reich und Wille,
bleibe. Was ift es, daß man die Mücken. |
feiget und die Kameele verichlinger? AB
man in der Religion Vergleichung fuchen,
ſo hebe man erft an, da die gründlichen Ste
cke find (als Lehreund Sarrament ) ; wenn
diefelbigen verglichen find, wird das andere
äufferlich, Das fie Neurralia heiffen, felbft
sich ſchicken, wie es in unfern Kirchen ges
ſchehen ift, ſo ware GOtt mit in der Con⸗
cordia und wurde die Ruhe und Friede be⸗
ftändig. Wo man aber die groffen Stüs
cke will laſſen ſtehen, und die Neutrali@
handeln, fo iſt GOttes vergeſſen; da mad,
denn ein Friede (ohne GOtt) werden, das
es mich genug verdreußt auf den Fandg r
für man lieber möchte allen Unfried leiden.
Es wird doch gehen, wie Chriftus Math.
9. fpricht, der neue Lappe auf einen alten
Rock macht den Ri ärger, und der neue
Moſt zuſprengt die alten Faͤffer Man mache
es entweder gar neu, oder laß das Flicken
anſtehen, wie wir gethan haben ‚fonft iſt es
alles vergebliche Arbeit. —— 1—
Ich ſorge, der Landgraf laſſe ſich ziehen
und zuge ung gern mit ſich. Aber er hat
uns (meyne ſch,) gnug und wohl gezogen.
in feiner. Sache er ſoll mich nicht mehr zie⸗
D. Hrücen geftellt, wegen der e- hen. Che wollte ich Die Sache wiederum
zu mie nehmen ‚und alleine (nie im Ane
fang) ſtehen. Wir wiſſen, daß es
grafen und Bucero nichts, mehr will GSites Sache iſt der hats angefangen,
vertrauen. BR
Zum andern, laß ich es bleiben bey den
Art Eeln zu Schmalkalden angenommen ;bef
fer wirds nicht werden, weiß mich auch mei:
ters nichts zu begeben. '
Mein lieber Here Doctor, mit, eud) vede
bisher felbft geführet, und wird es hinaus
führen. Wer nicht hernach roill, der blei⸗
be dahinten; der Känfer, der Türke dazu,
und alle Teufel fallen hie nichts gewinnen,
e8 gehe. ung denber wie GOtt will.
Mich verdreußt, daß fie diefe Sachen ach⸗
ich, ald vor m. 9, Herrn gegenwärtig, daß ten, als ſeyn «8 weltliche, Sapferlie,, Tis
AR —J N j u —* 7 >»
| —* er m — — TER! g MRS ne
"TI. Abfchnitt. Von dem
wftliche Sachen, darinn man mit | Schulen treulich regieren, fo follen fie Gu—
Fuͤrſtliche
Vernu mitteln und meiſtern, geben und ter gnug finden; wo fie das nicht thun, fo
nehmen koͤnne. Es iſt eine Sache, da GOtt | geben fie zu verftehen groͤblich, Daß wir ſel⸗
und Teufel, ſamt beyderſeits Engeln, ſelbſt len als die Abtruͤnnigen vom Wort ihre
innen handeln; wer das nicht glaubt, der Abgoͤtterey annehmen, dulden und helfen
wird nichts Guts hierinn ſchaffen. Ifhügen. Das thue der Teufel; und esges
Solches weiß ich wohl daß ihr felches | he uns drüber, wie GOtt will. ch woll⸗
| auch denkt und wiſſet. Muß es aber .alfo te wol weiter mit euch reden, aberich darf die
| reden, daß ihr ſehet wie mein pr. nr. zuͤr⸗ Luft nach dem Kopf mit viel Neden nicht vers
|
machen. Wie Fudas ıc. © | ‚Dn. Do&tor Brucken.
Es ſind GOtt Lob!unfere Kirchen in den 5 er
Neutralibus fd uigericht, daß ein Laͤre, oder | D. Martin Luthers Schrift an Churfür,
Mallon ‚ oder Spanier ‚ der unfere Predigt (ten Tohann Sriederichen, von der Widerfacher
nicht verftehen koͤnnte wenn er fähe unfreMefs | Sophifterey imArtikel von der Rechtfertigung,
fe, ‚Chor, Orgeln, Glocken, | Caſeln und der-| undven des Ehurfürften zu Sachſen dug
Hleichen, wuͤrde er muͤſſen fagen, es wäreei-| Nfden Reichstag zu Regenfpurg.
ne vechte Päbftifche Kirche, und Fein Unters —
ſcheid, oder gar wenig, gegen die, ſo ſie
ſelbſt untereinander haben: was folien wir
dem mehr thun, ohne daß wir, des Land»
mehr denn alle Feinde Schaden und Mühe | zu viel.
|
nade und Friede in Ehrifto ꝛc. Durchs
lauchtigfter, Hochgeborner Fuͤrſt Gnaͤ⸗
digfter Herr! Wir haben €. €. F. ©. zus.
grafen Dünken nach, hie unfere Kirchen geſchickte Schriften empfangen, und alles
zuruften und irre machen, und dort beyden | mit Fleiß gelefen. Und erftlich haben E. C.
Papiften nichts ausrichten, denn daß wir F- ©. recht geurtheiler, daß die Notel der
ung felbft Cunter gutem Schein ) zutren⸗ | Vergleichung ein weitlauftig und geflickt
net und Elagt uͤber falfos fratres, Die uns Ne Ich thue wol mit Schreiben fehier
em Reichstag und Eolloquio zu Regenfpurg. 837
nen’ und felbft inter einander uneins werden. Ding iſt Denn wir aud) aus M. Bhir
lipps Schrift , die wir hiemit überfchicken,
wehre ihm. Amen. | wohl vermerken, wie es fen juaangen, nem⸗
Der Kirchengůter halben iſt auch nichtszu lich, daß M. Philipos zuerſt eine rechte
veichen. Es ſey denn, daß die Papiſten Motel geſtellet hat, wie wir (Roͤm. 3) al⸗
zusor ihre Abgottereh und Goftesläfterung lein durch den Glauben, ohne Werke,
erfennen und buͤſſen. Wie fie wiſſen, daß gerecht werden. Dieſe haben jene nicht
Gott fordert und haben will, der nicht leiden koͤnnen, und eine andere geftellet, der
will vergeben noch ſo hin Taffen gehen uns| Glaube (Salat. 5.) iſt thaͤtig durch die
Bußferfige Abgötterey, und verftockte Got⸗ Liebe ; diefe hat M. Philipps auch verwors
teslafterung , und freylich nicht folchen Frie⸗ fen. Zuletzt haben fie beyde Motel zufams
Das wollte der Teufelgerne haben! GOtt
de will von ung wiederum angenommen und men gereimet und geleimet: daraus iſt dieſe
gelitten haben, oder wird uns famt ihnen | weitläuftige geflickte Notel kommen, darinn
berdammen. Wenn ſie Sppüßt haben, und | fierecht.. und wir auch recht haben.
ihre laͤſterliche Kiofterey verdammt, und] 2. Wird nun D. Eck bekennen, (als er
mollen uns helfen predigen, Kirchen und | nicht thun wird,) daß fie zuvor nicht ſo ge
98982 lehret
&
lehret haben, fo möchte folche Bergleichung Gerechten; es iſt viel ein anders, 'Fieri
jbenhin eine Zeitlang ftehen. Wird eraber agere efle, erfacere, wie die .
ruͤhmen (als er gewißlich thun wird ,) und der Schulen. lernen, ‚Verbum att
auf den Spruch. ftehen Gal. s. Glaube ift |pafbuum; da ift eigentlich undunter
thatig, und daß fie allewege alfo gelehret lich Davon zu reden (welches Eck und jenee
haben; fü ifts eine Bergleichung, twie Chri⸗ Theil nicht leiden kann, oder nicht veiſte⸗
den alten Rock gelappr, da der. Rip ärs GOtt gerechtwird? it esgar viel eine ande
ger wird. Denn mit folchen falſchen un⸗
re Srage, denn fo man, fragt, was der Ger
gleichen Leuten, weil fie nicht ablaffen , Fann rechte thut oder laͤßt? Werden und thun,ift
Feine andere Vergleichung werden; Da merz zweyerley; Baum werden, und Sruchetun
den fie fchreyen, daß fie vecht behalten has Igen, ift zweyerley 0 2.0
ben. Dagegen die Unfernfagen ‚daß fie ſich 5. Nun iſt in dieſem Artikel nicht die Gras
gegen ihnen wohl vermahret haben mit den Ige vom Thun oder Leben, ſondern vom Wer⸗
neuenLappen und DerElärung fo in der Notel den, wie die Worte St. Pauli da ftehen,
iſt, und ſonderlich, daß ſie bedingt, ſie wol⸗ gerecht werden durch den Glauben; oh⸗
len nichts von der Confeßion begeben haben. ne Zweifel daß der, ſo gerecht worden iſt
3. Alſo find wir weiter uneins,. denn zu, ohne Werk nicht bleibet, wie der Baum
vor, und ihre falſche ſchalkhaftige Lift wird nicht ohne Fruͤchte. Aber der Papiſten
heraus an Tag kommen die ſie in der Notel Schalkheit iftdiefe, (die ſich in folgenden
meiſterlich verborgen haben, wie ſie meynen. Artikeln finden wird,) daß man gerecht
Und das wird bald geſchehen, wenn ſie zu werde, oder ſey, nicht allein durch den
den andern Artikeln Fommen, die aus dieſem Glauben, ſondern auch durch Die Werke,
- Hauptactikel flieffen,und fich darinn gründen; oder Durch Die Liebe und Gnade, fo fie, in⸗
wie es denn die Unſern riechen, und fehier felbft Ihzrentem heiffen (welches: alles gleich. viel
bereitan bekennen , daß fie bedingen: Wo in lit). Das ift alles falfch „ und wo fie das -
andern Artikeln keine Vergleichung gefehiehet, haben, ſo haben fie es ganz und gar, win
fo foll diefe Jrotel auch) nicht feyn; denn ſie |nichts. Denn vor GOtt gilt nichts, denn“
merken Den Falſch drinnen. Alfo werden wir bloß und allein fein lieber. Sohn. SEfus
doc) wiederum muͤſſen zu unſrer erften und Chriſtus, der iſt ganz rein und heilig vor
rechten Notel oder Form kommen, welche ihm. Bo der. ift, da fiehet.er bin, und
ift Diefe Roͤm 3, 24: Sie werden gerecht |hat feinen Wohlgefallen an ihm Luc. 3,22,
ohne Derdienft; und dafelbft: wir balten, |Vrun wird der Sohn nicht durch Werke,
daß der Menfch gerecht werde durch ſondern allein Durch den Glauben, ohne ala
den Glauben, ohne Werke des Geſetzes. le Werke, ergriffen. und im Herzen gefaſ⸗
Das ift unfre Notel und Form, dabeybfei- jet. Da fpriht denn. GOtt: Das Hay
ben wir ‚die ift kurz und klar; dawider mag iſt heilig um. meines. Sohnes willen, dee
ſtuͤrmen Teufel, Eck, Männz, und Heinz, drinnen wohnet durch den Glauben. =
und wers nicht laſſen will; wir wollen zuſe | 6. Die Liebe und Werke find. nicht koͤn⸗
hen, was fie gewinnen. nen auch nicht feun, der Sohn GOttes,
4 Der Spruch Gal: 5,6. redet nicht oder ſolche Gerechtigkeit, die vor GOtt ſo
vom Gerechtwerden, fondern vom Leben der rein und heilig fey, als Der Sohn iſt; dar⸗
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Abfehnitt. Von dem’ Reid; ztag und Colloquio zu Regenſpurg. 841
ſle fuͤr ſich ſelbſt nicht beſtehen vor wird dringen auf den Unglimpf, ſo EC. F.
als eine veine Gerechtigkeit wie der G. nicht erſcheinen, als auf einen Ungehor⸗
1 beftehet. Daß fie aber gerecht und ſamen oder Eigenftuniger kun ganem Ne,
heilig heiffen,, gefchiehet aus Iauter Ondden, fommen aber E. C. F. ©. und werden nie
nicht aus Recht: denn GOtt will’ fie nicht Jalles voilligen , oder vielleicht eines nicht wil⸗
anfehen gleich feinem Sohn, fondern um |ligen, fo ift doch derfelbe Unglimpf da, und
feines Sohnes willen zu gut halfen ‚und ihre dazu der Schimpf, vieleicht auch boͤſe Ge⸗
Unreinigkeit nicht 'vechnen‘, dazu auch. noch wiſſen ewiglich. Solls denn je gewagt ſeyn,
kroͤnen und belohnen; aber alles um des Sub: |fo iſt der erſte Unglimpf beſſer, denn der letz⸗
nes willen, der im Herzen durch den Glau⸗ |te, beyde, mit Schimpf und Schaden des
ben wohnet; fonft heißt es; Non intres: in Gewiſſens. Denn es iſt ‚jest nicht Zeit,
iudieium cum fan&to et feruo io...» |twie vorhin auf den Meichstagen. Der Kaͤh⸗
7 Auf das andere Stu, ECT. 8. fer iſt nicht: Kaͤyſer, fondern der Teufel zu
perſoͤnlich Erſcheinen zu Regenſpurg. Wir Maͤhnz, grundlos und bodenlos
haben zwar zuvor immerdar, ehe denn wir find, ſamt einem Anhang; die werden alle
ſolche E. €. F. © Beſchwerung gewußt, mit guten ſuͤſſen Worten, oder mit boͤſen
herzlich gewuͤnſchet, auch GOtt gebeten E. C. F. ©. Gefahr und Muͤhe machen im
daß E. C. F. G. ja nicht perſoͤnlich auf den Gewiſſen/ und viel unſers Theils darzu hel⸗
Reichstag zuge, in dieſer ſchwinden gefaͤhr⸗ fanchei ri... —— Bein!
lichen Zeit denn: & €. F. GPerſon iſt Weil nun E. C. F. ©. fehen die gemiffe
der rechte Mann, den der Teufel vor Ans Gefahr, und. Feine Frucht, fo will zu be
dern Fuͤrſten ſuchet und mennet. Und iſt in denken feyn, daß E. C. F. ©. GOtt nicht
keinen Weg zu vathen, daß ſich € CoF verſuche, und ſich wiffentlich, ohne Neth,
&. aus dem Lande begeben dafuͤr wir auch in Gefahr begebe Dem Kaͤhſer gehorſam
noch herzlich und um GOttes willen €, zu ſeyn iſt billig ja wenn es Kaͤhſer, undder
CF. ©. wollen gebeten haben; ung dru⸗ rechte Kaͤyſer waͤre. Fuͤr feine Perſon wol⸗
cken auch Urſache. eeeen wir hoffen, er ſey fromm und guͤtig:
8. Weil auch Kaͤhſerl. Majeſtaͤt Ent⸗ aber daß er ſein ſeibſt nicht mächtig fey,
ſchuldigung angenommen, koͤnnen €: C. Fo ſpuͤret man unter andern an dem, daß er
Gewol weiter darauf beruhen, und EE. das Buch; mir vom Marggrafen zugefchickt,
3. Gshersliche Beſchwerung ameigen, ſon⸗ wie Fuͤrſt Wolf fehreibt;, ) den Theologen
derlich weil fo ſtattliche Botſchaft von E. E. | har übergeben; und für nuͤhlich angegeben 5
3. ©. dahin ift verordnet. Denn E. ET. welches doch etwa durch Maͤhnz oder feines
©. fehen, wie fie in der Religion’ mir den gleichen, iſt Durch einen rechten geftelet und
Unfern umgehen‘, wie der Teufel. Wo geſchmuͤckt, daß man wohl ſiehet, wie der
nun E. C. 5. ©. felbft da füllen feyn, und) Räyfer nichts: verftche noch thue in dieſer
alfo gedrungen merden, wuͤrde gewißlich E.| Sachen. Summa; es iſt das. Mordbrens
€. 5. ©. zulest nicht Wehrwort gnug fin⸗ nen, und alles mas fie hoffen, auf E. €.
den. Denn da ift Fein Ablaffen mit An⸗E. G. gefpielet. Darum follen und mögen
halten, bis fie etwas erlangen; wie ich zu E. €. F. ©. wol von dem Neichstag bleis
Worms felbft erfahren b—en, und fich entichuldigen, womit fie im⸗
So ſtehet nundie Sache darauf: Man mer Fönmen: Maynz, Heinz find nicht
RN Gg8 3 IN, fromm,
x
——
342 Cap. 18. Von der ducd) Conventeu, Reichstäge gefüchten. Re
fromm werden auch nimmermehr fromm ———
‚vertragen, fo Dürfen fienicht gen Regenfpurg,
ſem Gewiſſen in Frieden und Sinaden leben,
—
F 7 A
j | omm ffuͤrſt Johann Sriedeichen, die Reli
Will ſich E C. F. ©. mit dem Teufelfelbft |; Sl eb ö
Y
gras ERDE A ·.
soollens wol zu Torgau bekommen, re und Friede in Chriſto Du
11. Demnach ift unterthänigft Nach und | ° lauchtigfter, hochgeborner Fürft, gnae
Bitte, EC. F. G. wollten im Lande blei⸗ digſter Herr. Mir haben &.E. FG m
ben. Solleine Gefahr daraus entſtehen, geſchickte Briefe und Schriftempfangenund
Kaͤyſer ungnadig und zornig werden, Land geleſen. Und müffen mol des Kaͤhſers Ge
und Leute zu wagen feyn, fo müffens €. €. muͤth Toben und aufs befte yerftehen, als
- 5.6. GOtt befehlen, der ung bisher nicht das, ſo es GOtt (der des Königs Herz in
perlaffen. Es ift beffer mit gutem Gewiſ der Dand hat,) wuͤrde alſo fort hinaus ers
fen in Gefahr und Ungnaden, denn mit boͤ⸗ halten, viel Gutes schaffen wird. Dochweil
wir wiſſen, daß wir nicht mit Fleifeh und
Wir find ja gewiß, daß wir. hierinn kein Blut zu fechten haben, muͤſſen wir uns des
But, Chr, Gewalt, fondern allein GOt⸗ Spruͤchworts halten: Das Feld will Aus
tes Wort treulich meynen. Der hatesans | gen, der Wald will Obren haben. Denn "
gefangen, wirds auch vollenden. weil der Dein; dennoch alda gelitten wird,
a2. Qulegt, bitten wir. E. €. F. G.woll- dazu unter andern Worten auch Diefe fen
ten M. Philipps und den Unfern ja nicht zu ben: (wir haben beyderſeits einerley Buch,
hart fehreiben, Damit er nicht abermal fich doch nicht einerley Berftand, um der dun⸗
zu tode game. “Denn fie haben ja die liebe keln Worte woillenze.) haben wir wohl zu be⸗
Confeßion ihnen vorbehalten, und darinn ſorgen ob der Kayfer-gleich wohl wollte, daß
noch rein und veſt blieben, wenn gleich alles doch Die andern nicht werden ‚gleiches Eins
fehlet. Es wird die Diſputation doch nicht | mes ſeyn. Doc) weil der Kaͤyſer fich fofern
ohne Frucht abgehen, dem Pabſtthum zu heraus gibt, daß es folle ein unverbindlich
Schaden, tie Chriſtus fpricht zu Paulo; Geſpraͤch ſeyn und auf beyderſeits Chur⸗ und
2Cor. ı2, 9: Meine Kraft wird in Fuͤrſten Bewilligung geſtellet ſeyn: ſo thun
Schwachen vollkommen. Wie denn bis⸗ wir recht, daß wir uns auch freundlich und
ber Chriſtus in ung immer ſchwach gewe⸗ glimpflich erzeigen. Denn daß ſie M. Phi⸗
ſen, und doch die Gewaltigen geniedriget. lipps haben angegeben: er ſey hart, und da⸗
Es iſt ſeine Weiſe alſo, thut nicht anders, durch hinderlich der. Vergleichung achten.
auf daß wir nicht ſtolz werden, oder uns wir gewißlich dafuͤrweil ſie an der Haupt⸗
ruͤhmen, als hätten wir etwas gethan in ſol⸗ ſache verzagt, ſuchen ſie einen Unglimpf, 06°
chen hohen goͤttlicher Majeſtaͤt Sachen. der Kaͤyſer dadurch bewegt, das Geſpraͤch
Hiemit dem lieben GOtt befohlen, den wir (das er will hinaus geführt haben) abreiſſfen
herzlich fin. E. C.F. G. bitten und flehen, wird wollte, denn der Kaͤyſer gleichwol dem Pabſt
ung auch erhoͤren, Amen, mit dieſem Gefpräche eine guoffe Schalkheit
| G. thut, Die ev nicht gerne hat, (es mare dem |
alſo zuvor abgefpielet,) und fie, die Theoloe
gen, nicht nachgeben, denn fie werden ‚eva!
— unterthaͤniger
| Marrinus Lutber,
$: 37 halten mögen in Frankreich Hifpanien und:
D. Mart. Luthers Schreiben an Chur⸗ bey andern, „Daß zu hoffen ik, «8 mgrdeder
| Ss
\
auch, der Sachen ein recht Ende machen _
1
. Martinus Luther, D.
IE 93.39: 2 achlseoa
D. Creuzigers Antwort auf vorſtehen
h un
5) 1, (6 haben di Fund u Kin anders Schreiben Lutheri an dert
ich gehalten. Und unſer Gebet (das führ Churfuͤrften zu Sachfen, die Religionsverglei«
‚wir iſt erhoͤret, und dringet for Ei wi ed, ‚ung belangend, Montags in Pfing-,
da;
%
SE BUTTER 1541,
Srabe und Friede, durchlauchtigſter, hoch⸗
Egeborner Fürft, anädigfter Herr. Ich
habe diee Stunde &. €. F. G. :Briefeund
zugeſchickte Schrift empfangen, darauf ich
‚meine unterthänige Antwort gebe: Daß
michs auch wundert, daß zu mir follte eine
Botſchaft geſchickt werden. Und wiewol
ich aus den naͤheſten Schriften ohne das
ſeltſame Gedanken kriege, ſo iſt es doch nun
am Tage, wo ſie zu mir Botſchaft ſchicken
werden, daß da nichts anders geſucht iſt bis⸗
her und noch, denn unſer hoͤchſter und erge⸗
benfter Unglimpf, vielleicht auch zuletzt Die,
Mordbrenner zu entſchuldigen. GOtt der
HErr ſtuͤrze auch Heinzen und Maynzer, die
liest ſind die Weltregenten, nebſt dem Teufel.
Wolan, im Namen GOttes! Laß ſie
kommen. Dem Marggrafen habe ich auf
des! Schreiben Autberi an Pomeranum, der das zugeſchickte Buch nichts ſonderlichs ge⸗
Elches mit unterſchriehen hatte . dfchrieben; denn daß es wäre gleich erzog
en men — 7 Georgens TERN die bey den Pas
eßzten Q n. Wenn man |ıy | | u leiden $ n ben:
Melancionis Auffa, der De wahre Mey |uis: aber zuf fine eigene Defkriarian Die
nung, fhlecht, Elar und deutlich ausgedtuckt,| K,.. OT it be ich: fo vi Fich:
‚behalten Hätte, würde niemand etwas haben ta⸗ vorher fehr oͤſtlich HE, habe ich, ( 2 ie ich
deln Eönten, Nun aber, da man alfo hiernber denke geantwortet, es gefiele mir wohl aber
geſtritten, daß der Gegeucheil zwar gewieſen, das Hintertheil mußte mit Der Zeit auch abe
mie er ſolchen annehme; doch aber: auch ſeinen ſeyn. Wie es denn auch feiner Prediger
Auſſatz nicht gar wollte wegwerfen: ſo hat man |Feiner hat wollen annehmen. a
nothiwendig in dem legten Auffag einige Wor-| / Summg es iſt nichts begeben, und ges
te behalten müffen, welche: etwas beſchwerlich het, wie eg mit mir zu Worms ging, dafie
wie uns verheiffen ift durch den Mund, der
nicht lügen Fan Diemit dem lieben GOtt
Befohlen, Amen’ Mitteröochen nach Exau⸗
—
—9— E. C.F. G. 4 ; et Hi
—— unterthaͤnig
Job. Bugenhagen Pommer, D.
Dem durchlauchtigſten, hochgebornen Fuͤr⸗
ſten und Herrn, Herrn Johann Fried⸗
rich, Herzog zu Sachfen , des heil. Roͤ⸗
miſchen Reiche Erzmarſchall und Chur⸗
fuͤrſten Landgrafen in Thüringen, Marg⸗
grafen zu Meiſſen, Burggrafen zu Ma⸗
deburg, unſerm gnaͤdigſten Herrn,
‚ Konz ober Sernach von jenen Haben könnn ver= mich auch in Worten fangerr wollten. Aber,
drehet werden," dahero fie auch uns und den
uͤbrigen nicht recht gefallen ¶ Doch weil ſie noch
weiter muß gebracht werden, hat man ſie ſo
Bingehen laſſen, in Hoffnung, wann ſie in den
übrigen Stücken unſerer Lehre uns beyfielen,
© moͤchte leichtlich, was noch mangelt, ver⸗
ſſert und ergaͤnzet werden komen
Chriſtus gehet hindurch, Go will ich mich
auch nah E. C. F. ©. Rath halten, denn’
ic) bereit und faft unluftig bin, daß fie ſo
Freundlich angefangen, und: doc) feindlich ale
"es im Sinn haben; und eitel fügen, Falſch
und Teufels Lift da iſt Diemit —
2 en
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* 7 * 7
1 ww)
846. Cap. 18. Don ber Duuch onvente u Neichsräge gejacnipn Artigivmeveegt 8
ben SHtt befohlen, Amen. "Montags im iſt von, den fürnehmften - |
a | |
nemlich de- iuftificatione, und anhang
k auf Maaß Ur terred ng, gefchehen. etli⸗
ſchen Artikeln. aber iſt der Religion Berwand⸗
‚ten, da man mit der Paͤbſtiſchen noch irrig,
Meynung uͤbergeben, welcher Artikel Capita
in dem Zeddel verzeichnet, davon der Doctor:
ohn Zweifel guten Bericht Hakııı | 9.100
6. Weil denn der Doctor, durch göttliche
Gnade und Erleuchtung am erften dieſe Lehre
wieder an Tag gebracht, fo erfuchen ihn au
für alle andere, hochgedachte Ehur- und Fürs
ften, mit gnaͤdigem Begehr, wolle helfen befoͤr⸗
dern, daß darinnen möchten Chriſtliche, leide
liche Mittel getroffen werden, damit dieſe heile
fame Lehre auch weiter gebracht, und weniger
gewehret wiirde: denn zu verhoffen, da die Leh⸗
ve vom Hauptartikel weiter gebracht, müflen
alsdenn die. andern Mißbräuche auch) fallen.
7. Und zu beſorgen, wo nicht Einigkeit ge⸗
25 burg’ und Marggrafe George, Fürft] macht, daß daraus viellinheils erfolgen möchte.
Johannſen von Regenſpurg, ſamt Den andern,] 8. Daß man dem Türfen feinen Wider⸗
zu dem Heren Doctor mit Credenz und münd=| ftand thun Fönnte, mit Erzehlung feines graus
licher Werbung abgefertiget, aud) befoßlen, | famen Bornehmeng, und Klage derarmen Leu⸗
Zürft Georgen, Domprobft ıc.. mitzunehmen, | te, welche Kaͤyſ. Maj. gern retten, und bey dem
welches er nicht hat Fönnen abfchlagen. Chriſtlichen Glauben behalten wollte "Und ſo
7, Mach der Uebergebung der Credenʒ Ber] folchesinicht geſchaͤhe, .. wir dergleichen
hochgedachten Chur- und Fürften, Gruß und|zu beforgen, daß er die Epriftliche Religion bey
gnädiges Erbieten dem Herrn Doctor anzu⸗ uns zu tilgen auch vornehmen wuͤrde.
zeigen. ’ Er 9. So nun in diefem allen nicht endliche
2. Ferner, daß Kaͤyſ. Majeſt. den Reiche- | Vergleihung geſchehen Eönnte, daß doch mit
tag. aus gnädigiter värerlicher Meynung aus der Maas, was moͤglich, tolerirt würde, der
gefchrieben , nemlic) von, wegen der Irrungen | Liebe zu gut, Damit nicht ärgers folge; daß der
in der heiligen Religion, die zu Chriftlicher Ver⸗ Chriſtlichen Liebe nichts vorzuſetzen. "Daß man
gleihung zu bringen, aud) des Türfen Halben, | je mit denen, fo noch. nicht gnugfam unterrich⸗
und Deutjcher Nation, alsdem dürftigen Va⸗ tet, Geduld fragen müffe, Erempel im Alten
terland, zu Sriede, Ruhe, Heil und Troft. und Neuen Teftament, welche nicht noth zu er⸗
3, Dazu auf Erforderunghochgedechte Chur⸗ | zehlen. Es wäre auch Käyf. Majeft. ſelbſt
und Fürften erſchienen, Kayſ. Majeft, geneigts| das’ alles abzufchaffen unmöglic) , und bey dem
Gemuͤth und Fleiß geipive, Seinen, daßesnichtgelehrer,felbft gefährlich:
4 Und ige Kaͤhſ. Majeſt. Ichiedliche Leute) 10. So: fat man bey Kaͤyſ. Majeft. ver⸗
verordnet zu Chriftlichem freyen Sefpräch, Ber | mierft,, fo der Sachen Maaß getroffen, daß
febl gerhan, Chriſtlich und frey zureden, ÖHt- | alle öffentliche Mißbräuche, da es Kayf. Mar
tes Ehr und MWahrheitfeines göttlichen Worts |jeft. zu thun, follen abgeſchaft werden; daß die
alleinzufuhen. | Venediger dig Endfcheids warten ꝛc. Daß hier⸗
5. y durch GOttes Wort mehr ausgebreitet ac, 1
(s denn der Streit der Religion auf der
geßre und äufferlichem Gebraud) geftanden, fol 11. Und diemeil ſich der Doctor hat verneh⸗
men
Zr d) I ar BENITS HI RE
an ameerehäniger: ;
| Martinus Sucher.
Dem durchlauchtigften, hochgebornen Für:
fien und Heren, Deren Joh Friedrich,
Herzogen zu Sachen des heil. Roͤmi⸗
ſchen Reichs Erzmarfchall und Churfuͤr⸗
fen, Landgrafen in Thuͤringen, Marg-
‚grafen zu Meiffen und. Burggrafen zu
‚Magdeburg, meinem gnadigften Herrn.
Ban B3ää
Etlicher Fuͤrſten, ſonderlich des von An⸗
Halt, ſtattliche Werbung an D. Martin Zu:
....thern, wegen der Beligionsver-
00 gleichung.
Oh ‚ daß der Churfürft von Branden⸗
A
gag N, Abfehmiet. Don dem
men laffen, fo die ehre frey und rein gelaffen, | mmädigfter Herr, fü herzlich meynet, beyde
und geduldet, auch das Volk die Communion
erlangte, toäre in andern Artikeln wieder Ge-
duld zu Haben; fo zweifelten Bochgedachte Chur⸗
und F
nichts erwinden laffen, und n
uͤrſten nicht, der Doctor wuͤrde hierinn
eben ihnen, die es
treue meynen, das beſte foͤrdern; und
0 es je zu endlicher Vergleichung nicht möchte
kommen, daß gleichwol die verglichene Artikel
blieben, und die andern mit einer bequemen
Ma ß aufgeſchoben. |
12. Dennfo der Reichstag
ohn einige Frucht |
iugehen ſollt, wollten viel Leüte erfchrecken, und
ernacher Zerrütfung aller Policey, auch) uns
fer den Unſern Sthifmata zu befürgen feyn.
13. Bitten Derwegen fehließlic) der Herr Do-
ctor wolle felber gute Mittel und Wege anzet- en, zu
| Fuͤrſten mic Fleiß | den Morbbrand, und doch ftille figen, und
gen ‚ bie bemeldte Chur- und
efördern wollten, damit die ftreitigen Artikel | fich nicht rächen.
gaͤnzlich möchten abgefchnitten , oder. je denn |.
gute Maaß getroffen werden. Doch ſuchen fie
in dem nichts anders, denn Das ohn Abbruch
goͤttliches Worts und Aergernig mol befche-
hen möchte, mit Bitte, folches im beften und aus
frener Wohlmeynung zu vermerken.
AR i 1376.
D. Maet. Luchers Antw
gehende Werbung. dd.
Sr
ort auf vorher⸗
12. Junii 1541
ich vorgeftern von ©. F. ©, gehört die
Werbung an mich, von wegen meiner gnaͤ⸗
Digenund gnaͤdigen Herren, Herrn Joachim,
Churfuͤrſt ze. und Herrn Georgen, Marg⸗
grafen zu Brandenburg, Gevettern ꝛe. und|'
darauf mindlichmeine ſchleunige Antwort in
Eil gegeben: alfo hab ichs
auf weiter Be
denken Diefer Geſtalt fehriftlich" gefaſſet, fo
viel ichs behalten : und uͤberſchicke E. F. ©.
ihrem Begehr nach, dieſelbige hiemit alſo
fehriftlich.
2, Erflich, daß ich nern und ‚mit Freus
den gehört, daß Kaͤyſ. M
ajeſt unſer aller;
Nurtheri Schriften 17. Theil,
*
Reichstag und Coloquio zu Aegenfpu Pa
mit der Vergleichung in der Nellsion, und
Frieden im Reich. GOtt der HErrregies
ve feiner Majeft, Herz zu feinem Lob und
Ehre, und zudes Reichs Wohlfahrt, Amen,
Sp weiß ich auch zu ruͤhmen vor GOtt und
in meinem Gewiſſen, daß ich ja auch zu fol
chen beyden Stücken aufs: hoͤheſt geneigt,
und taglich dahin mein ernftes und armeg
Geber richte; Farin Auch) nicht zweifeln, daß
diefes Theile Fürften und Stände: desgleis
chen gefinnet find, wie fie daffelbe nicht mie
orten, fondern mit der That reichlich bes
reifen: denn fie daruͤber viel zufegen, und.
noch viel mehr dulden und Teiden, zulegtauch
3: Zum andern, daß die vier Artikel ver⸗
glichen ſollen feyn ; hoͤrete ich auch gern; ich
habe aber der Formulen keine geſehen, ohn
die eine von der Juſtification, ohn was
ich def alfo hoͤre geſchehen. Aber ich habe
E. F. G. vorgeftern gefagt, dag unmöglich
fen, jenes Theilmit ung zu vertragen, und
ſtehet auch nicht in Kaͤyſ. Majeſt. Vermoͤ⸗
gen. Denn obes gleich Kayf. Majeſt aufs
— allerhoͤchſt und gnaͤdigſt ernſt und gut meynet,
nie Durchlauchtigſte hoch⸗
Wgeborne Fuͤrſten gnaͤdige Herren! Wie
fo iſt doch jenem Theil nicht ernſt, mit GOtt
und nach der Wahrheit vertragen zu wer⸗
den; wollen aber Kaͤyſerl. Majeſtaͤt vielleicht
alſo eine Naſen drehen. Denn wo es Ernſt
ware, fo wurden fie Die andern zehen Ar⸗
tikel nicht laflen unveralichen ſeyn, als Die
gewaltiglich und in bona confequentia Aug
den a er aus dem
Artikel der Zufiification, verdammt find4
Sie aber haben aus allen Diefe zehen, To
am.hefftigften wider die verglichene vier Ar⸗
tikel ftreiten und verdammen, behalten; dar⸗
aus ich wohl kann verftehen, Daß es jenes
Theils Ernſt nicht iſt, Daß ſie denfelben Ars
Dh" tikeln
ie alle zehen
*
850 Cap. ıg. Donder durch Eonvente u, Reichstäge geſuchten Religionsvergl. „851
tileln ihren rechten Verſtand wollen laſſen. und Mimſterien auf dem andern. Theil ans ı
4. So habe ich für mich im Artifelvonder |nehmen, vorhanden ift: fondern Hei,
5 Suftification den Fehl, daß das liberum ſetzliche Toranney. Die wuͤrden auch) nims N
Arbitrium darinn ſtehet, und der Spruch mermehr ſtark werden, und in ewiger Tos ı
St. Pauli darinn eingeführt wird, Salat. s; leranz wollen verharren, und ſolche Artikel N
Fides per diletlionem efhicax eff, der ſich für vecht vertheidigen. Die wollen aber |
doc) daher gar nichts reimet. Denn St. wir, wie ih E. F. G. näheft sefagt, vers ı
Paulus fpricht nicht, Fides per charitatem dammt haben , dieweil fie ihren Srethum
' Zuftificar, das fie doch Cals ich forgen muß,) wiſſen, und dennoch für recht halten, und
meynen, weil ihre Meynung falich iſt; fonz vertheidigen wollen. Diefe würden auch
dern fo fprichter: Fides per charitatem ope- ſolcher Toleranz alſo mißbrauchen,, daß fie I
Fatur, vel efhcax eft. ihr Volk Cob es gleich der- rechten Lehre
5 Zum dritten, weil nun meine gnaͤdig⸗ wohl bericht, und gemeldte Stücke fir einen I
fe ee gränige Herrn von Brandenburg Irrthum mit rechtem Grunde der Schrift
E. F. ©. von mir begehreu, Daß ich erkennete, und ſtark wuͤrde,) infolche Artikel |
Be Rath geben wollte, wie Doch mit ſol⸗ wollten allweg gefangen und verbunden a
- hen zehen Artikeln eine Maaß moͤchte ges halten. |
froffen werden, Damit der Weichstag nicht | 8. Wiewol wir fonft mit ihren Schw
ohne Früchte abginge: folches wäre ich zu chen, Die bisher GOttes Wort nicht ge⸗
thun von Herzen willig, wenn Die Sachen hört, des Sacraments halben in einer Ge⸗
alſo geſtalt waͤren, daß ich darinn rathen ftalt: item, welche es dafür wollten achten |
fünnte Ich habe aber die gehen Artikel aus Schwachheit, daß fie alle ihre Sünde ı
auch nicht alle gefehen, tie fie die Nieder⸗ Jin der Beicht müßten erzehlen, eine Zeitz '
geſatzten aus des andern Theile Theologen lang wol Fünnten Geduld tragen, bis fie ı
follen geftelt haben. Aber wie fie die Un⸗ auch ftarf wuͤrden. Und die wuͤrden nicht
ſern geſtellt, die gefallen mir, und ſind die ſtark werden koͤnnen, ihnen wuͤrden denn die
Wahrheit. erſten v vier Artikel recht und klar auf dem an⸗
6. Darum, wo Kaͤhſ Majeftät jenes dern Theil auch gepredigt, und ſenden
Theil darinn nicht zu rechter ernſter Verglei⸗ der Artikel von der Suftification,
ehung bringen kann, fo ifts mit ihnen ums | 9. Wo aber Käyferl. Majeft, eusfchrien,
fonft gearbeitet ; denn fo gleich die erften vier |be, und verfchafte, Daß die erftenvier Arti⸗
Artikel alfo geftellt, daß wir fie von beyden kel durchaus rein und klar gepredigt, und
heilen annehmen, fo bleiben wir doch in fuͤr Chriftlich gehalten. follten werden, fü J
den jehen unverglichen. , So find unter den Inahmen fie den zehen Die Gift, und wuͤrden I
jehen folche Artikel, die öffentlich und Elärlich Lehrer und Zuhörer durch die tägliche Hebung: =]
wider das erfte Gebot ftreben, daß man dar⸗ Jin ſoſcher Lehre bald, und von Tag zu Tag, ,
inn weder diſputiren noch etwas dulden Eann. ſtaͤrker werden, und die zehen Artikel das
7. Ich kann auch nicht bedenken, daß eini⸗ durch von ihnen felbft fallen müffen ; wiebey )
ge Urſach vorhanden fen, Die gegen GOtt uns auch gefchehen if. Denn in folchem |
Die Toleranz möchte entfchuldigen, dieweil Fall müßte man die Schwachen, als die |
keine Schmwachheit der Dbrigkeiten, noch unreinen Kinder, nicht wegwerfen, wie St.
derjenigen halben, die ſich der Kirchen Amt iss, Rom, 14,1 — Infirmum in a |
2 . II, Abfehnitt, Von dem Reichstag und Colloquio zu Kegenfpurg. 853
le fufeipite. Denn Kinder Tonnen wol| 13. Nachdem aber das Geſpraͤch alſo fo
unvein feyn, aber das Bad muß vein feyn Jangefangen worden feyn, daß, was durch Die
und bleiben, und nicht Durch jehen auffaßige ſechs verglichen wird, an alle Stände fol
Artikel verunveiniget werden : gleichwie Chri⸗ [gebracht werden: fo weiß ich mich von den
ſtus die Apoftel Duldet in vielen Stücken, die Ständen dieſes Theils hiedurch nicht zu fons
verdammlich waͤren geweſt, wo fie nichfan|dern, will mich auch nicht gefondert haben. -
ihm veſt blieben, und ſich taglich hätten laß E. F. ©; bin ich ganz willig und bereit. Das
' fenreinigenundlehren. tum am 12. $unii ısar,
so. Aber wenn die vier Artikel nicht foll- *
en a N aut D. Matt. Luthers Schreiben an Churs
nicht folche Prediger aufgeftellt werden bey] - Pe Pay
dem andern Theil, die fldhe bier Arie KüER, Icbann Seinesich vom a4, Sun, var
vein in der Predigt trieben: fo wurde ben ih⸗ | Reichstagzu Regenfpurg geftellten Suche und
nen die Toleranz zu einer ewigen Hartig-| dem neuen EChurbrandenburgifchen Auf
keit gerathen, als ich vor berührt habe, und fa eroͤfnet. 2
koͤnnte ihr Volk, das noch ſchwach waͤre S® und Friede. Ducchlauchtigfter,
auch nimmermehrftarf werden. Denn wie II hochgeborner Fürft, gnädigfter Here!
St. Paulus fagt: Quomodo audıent fire] Wir haben das Buch, und der Unfern darauf
predicante, quomodo vero predicabunt ‚|gegebene Antwort, gelefen, und ift eben dafs
nifi ‚mittantur etc. Darum wiirde auchiielbe Buch, das mir zuvor der Marggraf
feine Chriſtliche Vergleichung zwiſchen uns zuſchickte, undich darauf antwortete, es waͤ⸗
erfolgen koͤnnen. | ve Herzog Georgens und der zu Meiffen
su. Aber wenn die vier Artikel rein zu Reformation, welche jenes Theil ja fo we⸗
predigen zugelaffen wuͤrden, fo koͤnnte Kaͤh⸗ nig leiden koͤnnten als wir. Was der Mei
ſerl. Maſeſt. in ihrem Ausſchreiben, der ze ſter aber damit geſucht, acht ich nichts: was
ben Artikel halben, wol einen bequemen auch der Käyfer und die groffen Herren (wie
Anhang machen, nemlich: wierwolihre Ma- |der Marggraf achtet,) Darinn gemeynet, laß
jeftät Diefelben dißmal nicht hatten zu Vers ich auch fahren; es iſt dort alles eitel Falſch,
gleichung bringen koͤnnen, fo wäre doch zu und licht Engelifcher Schein, GOtt wird
derhoffen, wenn die erften viere vein gepre⸗ Jihnen zu Elug feyn, Amen.
digt und vom andern Theil zugelaffen wur! Die Unfern haben fein. Darauf geantwor⸗
den, daß die Vergleichung der zehn, aus tet, und fonderlich gefallet mir, daß die
dem Elaven "Bericht der vier, und Derfelben zween Teufel, Satisfaction und Wiffa, von
Application, durch die Predigt fich ſelbſt M. Philipps forecht wohlbezahle. GOtt,
auc) bald vergleichen wurden. Wo aber der es angefangen hat ohn unfer Kraft und
die vier Artikelrein zu predigen auf dem an | Berftand, wirds hinaus führen, wie er weiß.
dern Theil nicht wollten zugelaffen werden,] Das von den Patriarchen, ift eine Rede
ſo ware es denn oͤffentlich, daß fie zu Feiner vom Schnee, (wie man fagt,) der vor einem
rechtſchaffenen Bergleichung Luft hätten: Jahr fiel. Es iſt noch nierecht in Schwang
da koͤnnte Feine Toleranz Statt haben. kommen. Denn die Saracener Famen
12. Das will ich E. F. G-af ihr Anbrin⸗ frühe über Alerandria, Jeruſalem, und Ans
gen unterthaniglich, auch fehriftlich angezeigt tiochia; fo hats der Pabſt auch nicht leiden
haben, Das ift mein Bedenken. Hhh 2 koͤn⸗
Ä 5. — vonder — — u. Bas — —
—
koͤnnen, und iſt alſo in den Büchern blie⸗ nehme „) Die es von ſeinetwegen treiben Ern
ben, vielweniger wird: nun etwas draus. mare, eine Concordia oder Vergleichung
Ehriſtus unfer lieber HErr behuͤte E. C. F. machen, fo müßte e8 je gefehehen mit GR
©. und helfe der Sachen zum seligen Ende,
Amen. Am St — Boa Ta
ea: — — jo
oder in GHOttes Damen. Das ift fovielauf
verſoͤhnen oͤffentlich bekennen, daß ſie der Sa⸗
di. —
Deutſch gezedt,fie müßten juvor fich mit GOtt
ee a chen bisher zuviel gethan der Pabft i insoo,
— ahren ſo viel 100009. Seelen verfuͤhretz
D. Watt. Luthers — an und dev Käyfer in dieſen 20. Fahren fo viel
fuͤrſt Johann Friedrich zu Sachſen von den frommer Leute verbrannt erfäuft, ermordet ec.
—— Artikeln. Mittwochs Petri hat, oder je geſchehen laffen nach feinem Edict.
und — — Hase BR
Snade = & — in Durchs ki hnen vergleichen, ſo wirds der Nichter dro⸗
lauchtigfter, hochgeborner Shift, gnür ben nicht geftatten ; das "Blut Habelwirds
4. Lieber HErr GOTT! ob wir gleich
& geune wollten oder koͤnnten hierinne uns mit
digſter Here! Wie ich im Anfange geſagt, nicht laſſen fo hingehen: oder, wo wir drein
und woch ſage, die Erfahrung auch gibt, willigen, uns auch mit verdammen; das
Daß die Vergleichung, in der Religion vor⸗ wollten fie gerne... Sch will deß gefchiveigen, %
genommen, eine. lautere Maͤynziſche und daß ©. C. F. Sn. als ein Churfuͤrſt des
NPaͤb ſtiſche Tauſcheren iſt; denn es iſt un⸗ Reichs, ſamt den Verwandten, verdammt,
möglich, Chriſtum zu vergleichen mit der und noch nicht losgeſprochen; fondern: Durch
Schlangen, und ift nichts drinnen geſucht, Feuer, durch Meuchelmordbrenner geftraft,
denn unfer Unglimpf. Ohne daß ichs ger- Jauch‘ noch nicht-ift verfühner , oder. doch zum _
ne gefehen , Daß unſre Lehre nur wohl diſpu⸗ wenigſten befriedet. Piero! fie ſchuldig mode
tirt, geläufert und erFannt würde, wie zu e auch das zu shun, (mo es Craft wäre.)
Augſpurg geſchehen. E. C. F. G. abzubitsen die Schmach, daß
2. Daß E. C. 3. G. nun begehren unfte fie E. C. F. G. als eine illuftrem perfonam,
En m den vier verglichenen Artikeln, das ift, dee hoͤchſten Standes, als einen
bitten wir zuvor, €. E. F. ©. wollten M. Reber verdammt und gebrennt haben; da.
Philipps und D. Eafpar Eveusigern wieder |fie Doch Feine Probation moͤgen, wie ſichs
heimfordern, nachdem ſie ausgearbeitet, auch im weltlichen Recht gebübret, aufbrin⸗
und die Sache nunmehr an die Fürsten L bey: gen.
Derfeits gelanget. Denn meine Meynung,| s. Demnach) ( wo es eure C. F. Sn
fo fie follte anfommen, ehe fie weg wären. gefiele,) wäre unfre Mennung wol diefe,
möchte ihnen befehtverlich werden. Denn daß eure. F. ©: hinfehickte die Confeßig
da ift Teufel, Mäynz und Heinz daheim. und Apolosia, und lieſſe die verordneten Rã⸗
E. C. F. G. werden fie auch wol wiffen die the (wie fie duch ohne das bisher gethan,) -
Wege abzureifen heiffen, , Die ihnen ficher | fie Darlegen und anzeigen, daß daſelbſtvon
find. Da helfe Gott zu! Sch bin ſorg⸗ nicht mag mit gutem Gerviffen geroichenwers ⸗
fältig für fie. den; fonft roollte man in weltlichen Sachen
3, Önädigfter Here! wenn es dem Kaͤh⸗ mit "Leib und Gut, wie bisher aeichehen,
fer, oder (ob ich des Käufers Perfon auss gern gehorſam ſeyn. Sn Propoſition J
|
SS
erley gratiæ find; Gratia gratis dara, und
. gratia g atum faciens. Gratiam gratis da-
"IN. Abfebniet. Von dem Reichstag und.Tolloquio su Regenfpucg, S7-
©; gleichtwiedem Zwinglio zu Mar⸗ |den, Daß des Pomerani und mein Name
e Propofition; Hoc eſt corpus me- wuͤnden angejeigt, als die hierin auch häts
wehe that, daß ich nicht. wolktedavon Iten Urſache zu reden, damit E. C. F. Gr.
affen. Denn der Teufel fücht uns abzus nicht beſchweret würden, als wären fie al⸗
veiffen auf andere Gedanken. ——
ei 0, |lein Balsftatrig vor ung allen. Hiemit dem
6, Sum andern, wo es ihnen ernſt waͤ⸗ lieben GOtt befohlen. Mittwochen Petri
Shre hun, md bekennen, daß fie nicht ſo
gelehrt haben bisher, wie fie jest gerne woll⸗
ten gefehen feyn.. Denn da find ihre Bir) n.uc... |
cher mit. Haufen vorhanden, dadurch fie uber Ein anders Schreiben D. M. Lutbers
zeuget werden, daß ihre Theologia alfo ger an den Ehurfürft zu Sachfen, Johann Sried-,
an iſt in artieulo iuftifieationis, daß zwey⸗ richen/ von dem zur Religionsvergleichung,
than iſt i ıM1eatıonıs, daß zwey ı „räbergebenen Buch. -. Donnerfing nach
‚re, müßten auch ihre Theologen: GOtt die und Pauli, Auno,isgr.
a AN N 8*
Hu. 2 Vineula Petri 1sgr. * #7
tam heiffen fie alle andere Gaben, auch A-. Se und Friede. Durchlauchtigfter,
dem infufem , den wir ſetzt idemiuftifican. | I huchgeborner Surft, gnädigfter Here!
tem nennen (und ſie auch) alfozu reden lernen Was &: E. FG, mir gefchrieben von dem
vonuns); aber gratiam gratum facientem |*Buche, fü jetzt im Druck iſt, habe ich ung
( dasift, iuftificarionem, ) heiffen fie charita- terthaͤniglich wohl verſtanden; und iſt niche
tem, Solches koͤnnen fie nicht leugnen. meine Meynung geweſen, Daß es ‚ohne eine
7. Wo fie das Stück nicht widerruffen, gute, und als ich bedacht, ohne. eine ungen.
(das doch fo gatoffenbarijt, ) fondern hinten; |twafchene: Vorrede ollte ausgehen); faſt auf
be Kick m per Br efhicacem, perjden Schlag, ob die Meifter- des Buche ih⸗
‚charitatemund überum arbitrium fich ſchmu, res Duͤnkels die "Sache gut gemehnet hat⸗
cken wollen; fo iſts gewiß da fie mit eis ten: fo ift Doch der Teufel alda fo aiftig boͤ⸗
tel Zügen und Mäynzifchen Poſſen umgehen. |fe geweſen, der fie geritten, daß Feine ſhaͤd⸗
Darum das befte ift, E. C. F. Gn. Taffe lihere Schrift fint des Anfangs unfers Eos
die Eonfeßio vorhälten und: Dabey bleiben. angelii wider unggeftellet und. vorgenommen,
Denn toider Diefelbige iſt ſolch Geſpraͤch zu und GODT fnderlih und wunder lich auf
Hagen u angefangen, zu Worms ein we⸗ dem Reichstade das verſchaffet daß es die
nig fortgefuͤhret, Und zu Regenſpurg ver- Papiſten nicht haben angenommen: "doch
meynt hinaus zu führen. weil M. Philipp auf der Heimfahrt ift, fol
3. Doch wollen wir.auf E. C. F. Sn. ſo lange ftille geftanden werden; denn aus
Begehren Die vier verglichenen Artifel auch feinem und D. Caſpars Rath iſt es vorge>
handeln. WBiewolmir nicht miffen, wie ſie nommen zu drucken, auch der Drucker auf
alle veralichen find. Denn wir fehen aus! Bertröftung meiner Dorrede folches ange⸗
M, Philipps Schriften, wie heftig es ge: | nommen.” Und wiewol ich bedacht bis das
feitten iſt, und er fich Heft gehalten; Doch her geweſen, EeineScholia dabey zumachen,
fo moßig,, daß er. den Unglimpf gerne von Im chs Doch (fo SOtt mid) leben laͤſſet)
Ich geſchohen hatte: Und wenn eg EC, nun fort. mit. Scholien fpicken, wie es der
3. G. gefiele, achte ich, 68 follte nicht ſcha⸗ ne hat, fo viel ich immer am
ne. er Hie⸗
—
858 Cap. 18. Von der durch Convente u, Reichstaͤge geſuchten
Hiemit dem lieben GOtt befohlen, Amen. ordneten Präfideneen und Anpörern) vor die
Donnerfings nach Bineula Petri uggı, Hand zu nehmen, von einem. Artikel auf den
ey Mart. Lucherus. |
mE —
Religionsvergl, 979
andern zu verlefen, und was fie darinnzu Ver⸗
gleichung dienlich und annehmlich befinden und‘
anfehen wuͤrden, daſſelbe aufzumerfen; AR
tig
ge 1380. bbedber nicht anzunehmen, daffelbige zu corrigie
Wie die Röyferl. Majeſt. die Handlung ven und zu — alles,
des Geſpraͤchs den Ständen” zu berath⸗ vollbracht, alsdenn ihrer Maj. davon fchrift 3
ſchlagen uͤbergeben hat. lichen Bericht zu chun. Ei
ie Rom. Käyferl. Diaj. unfer allergnädig-| IV. Demfelben wären die gedachten Collo⸗
N fter Herr, ſetzt in Feinen Zweifel, Chur⸗ |cufores gehorſamlich nachkommen, und hätten:
fürjten, Fuͤrſten und Stände, und der Abwe- | allen möglichen Fleiß vorgewandt, auch ſich
ſenden Boſſchaften und Geſandten, tragen noch darinn ſo viel bearbeitet, daß derſelbigen fireie
in friſcher Gedaͤchtniß, was ihre Känferliche| tigen Artikel eine ziemliche gute Anzahl, und
Maj: im Anfang diefes gegenwärtigen Reiche, | nicht die geringſten, doc) auf ihrer Kaͤyſerl.
fags, und in ihrer eriten Propofition, ipnen|Maj. und der Stände Woplgefallen ‚vereinige
anzeigen laffen, und aus was Urſachen derfel-| und verglichen, und fo viel die übrigen Arte
bige vorgenommen; auch) wie folgend mit ihrer, | fel belange, fo noch unverglichen blieben, Bäte
der Stände, Bewilligung in der ftreitigen Reli | ten der Proteftirenden Eollocutoren ihr Beden⸗
I
gonSachen,als den Hauptpuncten diefer Reichs | fen und Meynung infonderheie übergeben.
handlung, etliche gelehrte Perfonen aus ihnen, V. Nun Hätten folgends die gemeldten Col⸗
den Ständen benderfeits, verordnet wären ‚die| locutoren beyderſeits fämtlid) den angezeigten
ſtreitigen Artikel vor die Hand zu nehmen, zul Bericht, aufferbalb desjenigen, fo fie mit ges
erivegen, zu.bedenfen und zu berathfchlagen ‚| meinem Kath einpelliglic) darinn corrigirt und
wie die in eine Chriſtliche Bergleichunggebracht| gebeflert, abſchreiben laflen, und famt beruͤhr⸗
werden möchen. BR | ten unverglichenen Artikeln ihrer Maj. untere
thaͤniglich uͤberantwortet; mit Anzeige, daß ſie
denſelben uͤbergebenen Bericht durchaus, auſ⸗
ſerhalb gemeldter Artikel, fuͤr ihre Perſonen,
doch fonft unvergreiflich, verglichen haͤtten;
der unterihänigen Hoffnung, ihre Känferliche
Maj. ſamt Churfuͤrſten, Fürften und gemei⸗
nen Ständen, würden Weg und Mictel zu fine
den willen, dieübrigen Artikel mit Verleihung
des Allmädıtigen auch zu vergleichen, und
hätten darauf ihre Majef,-unterthäniglich ge
beten, folchenibren fürgemwandeen Fleiß, Mir
be und Arbeit, gnädiglicdy anzunehmen. ;
- VI. Weldye Schrift mit ſamt beyliegenden
Artikeln, ihre Kaͤhſ. Maj. Churfürften, Fuͤr⸗
z und Ständen: hiebeneben uͤberantworten |
aſſen.
VII Und nachdem ihrer Majeſt. Begierde je
und allmegen geweft und nod), dieſe Sache
vornehmlich GOTT dem Allmächtigen zu ob
und. Ehr, und gemeiner Ehriftenheit, und zum
vorab dem heil. Reich Deutfcher Nation zu gu |
- er
- „IE ‚Und was fie alfo, doch unvergreiflich ‚und
allein berichtmeife, untereinander handeln mür-
den, daß fie daffelbige alsdann wiederum an Die
- Ränferl. Maj. auch Churfürften, Fürften und
gemeine Stande bringen und gelangen laflen
follten, ſich darauf deſto beffer haben zu ent
ſchlieſſen, auch mit Päbftlicher Heiligkeit Lega⸗
-_ ten, vermoͤge des Hagenauiſchen Abfchieds,
Ju communiciren. | F
III Damit nun dieſelbigen verordneten Col:
locutoren eine Form und Weg haben moͤchten,
in ſolchem ihrem Geſpraͤch zu procediren, fo
hätte ihre Kaͤyſerl. Majeſt. einen ſchriftlichen
Begrif, durch etliche gelehrte und gottesfuͤrch—
tige Perfonen, wie ihre Maj. bericht worden
iſt, zufammen getragen und ihrer Majeft. be,
Bänder, aud) darinn Weg und Mittel angezeigt,
Dadurch, ihres Achtens, foldye freitige Arti-
fel vereinigt werden möchten, ihnen, den Col«
locutoren, zuſtellen laffen , mit Befehl, den-
felben Bericht im Beyſeyn Ihrer Maj. zuge
a u,
i RE ER WR
| Erſte Antwort der: gemeinen Churfuͤr⸗ und ich dar inn reſolviren und entfehlieffen ; und -
Abſchnitt. Don dem Reichstag und Colloquio zu Regenſpurg. 861
Fried und Einigkeit, je dahin zu foͤr ſten, Sürften und Ständen, über den vorge⸗
dern, Damit der hochnadhtheilige Zwieſpalt der ſetzten Kaͤyſerüchen Vortrag und Handlung des
‚Religion hingelegt, und Sieh md Ginigfelt .. ‚Gefprächs. Uebergeben den 2, Julüie
erhalten, auch aller Unrath, fodraus entftehen % achdem die Röm. Känferl.Maj. unfer als
‚möchte, verhuͤtet biiebe. ee f lergnädigfter Herr, Ehurfürkten, Fürs
- VII. So ift Känferl. Majeft, freundliches, ften und Ständen gnädiglidy eröffnen und in
gnaͤdiges und fleißiges Anfinnen und Begehren, | Schriften zuftellen hat laflen, mas die verord⸗
daß Churfuͤrſten, Fuͤrſten und Stände, ver: neten Colloquenten, aufgemeiner Staͤnde unter⸗
möge angeregter ihrer Majeſt. erſten Propoſi⸗ thaͤnig Heimſtellen, durch ihre Kaͤyſerl. Majeſt.
tion, ſich hierinn nicht weniger dann ihre Maj. gnaͤdiglich benennet, zu Vergleichung Der ſtrei⸗
als Chriſtliche Churfuͤrſten, Fuͤrſten und tigen Religion, doch unverbindlich und unver⸗
Stände erzeigen und beweiſen, und wollen fol- | greiflich, gehandelt und bedacht haben; mit gnaͤ⸗
che Schrift zum foͤrderlichſten fleißig erfeßen ‚| digem Begehren , ſolche Handlung zu beſichti⸗
berathſchlagen und erwegen laſſen, und ferner gen, und ihrer Majeft. darauf ihre unter: haͤni⸗
ihrer Majeſt. ihr Gutbeduͤnken in dieſem allen, ge, getreue Wohlmeynung ‚anzuzeigen, tie ſol⸗
und nicht allein auf dieſe Artikel, deren ſich die che von wegen ihrer Maj. zu etlichenmalen aus⸗
verordnete Collocufores unter einander vergli-| gefonnen ift: haben die Churfuͤrſten und der
‚hen, ſondern der andern halben auch, ſo noch Abwefenden Borfchaften diefem hochwichtigen
unverglichen feyn, mittheilen, was fie nach Ge=| Handel, die Glory und Ehre des Allmaͤchti⸗
legenheit und Nothdurſt dee Sachen für gut gen, auch der Seelen Seligfeit und gemeine
und raͤthlich anſehen und befinden werden. - | Wohlfahrt Deutſcher Nation belangend, fo viel
IX, Damit audy weiter Unrath und Nach-|in diefer Eil möglich, nachgedacht, und zu
theil vorfommen, wie und welchermaſſen Weg| Förderung der Sachen, und Verhuͤtung aller
‚borzuneßmen, Damit. die beſchwerlichen Mig-| Weltläuftigfeit, für nutz und gut angefehen.
bräudye, fo allenthalben im geiftlichenund weit · II. Daß der Känferl. Maj. der benennten
lichen Stand.eingeriffen, wiederum abgeftellt ‚| 6, Colloquenten geftellte Schriften , die flreiti«
und in eine Ehriftliche Reformation und Beſ. ge Religion betreffend, wiederum uͤberantwor⸗
ferung gebracht werden. mögen; wie dann fol-!tet, und ihre Majeft. als Advocat und Beſchir—
ches die hohe Nothdurft auch erheifcht, und mer der Chriſtlichen Kirchen, unterthänig er-
Churfuͤrſten, Fuͤrſten und Staͤnde ſolches jetzo ſucht und gebeten werden, ihre Kaͤyſerl. Maj.
bald vornehmen, deme fleißlg nachdenken, und wollten neben und mit dem Paͤbſtlichen Legaten
ihrer Majeft. ihr raͤthlich Bedenken treulich mit⸗ ſolcher der 6. verordneten Eolloquenten Schrift,
„theilen wollen, wie dann ihre Maj. nicht zmei- nach laut des Hagenauiſchen Abſchieds, gnaͤdi⸗
feln, fie jenen: foldyes ohne das zu thun ganz. glich befichtigen, communiciren, und vornehm⸗
Be ee wage, lich die Puncten, welcher ſich Die verordneren
‚X. So erbeut ſich ihre Maj. nachmals, wie Colloquenten, doch unverbindlich, verglichen,
bievor, nichts an ihr erwinden zu laffen, auch eigentlicy und mit allem Fieiß zu eraminiren;
Feine Mühe, Fleiß oder Arbeit zu fparen, da-| ob darinn in Sentenzen oder Worten etwas
durch folches alles gefördert, und zu guter End-| wäre, das den heil. Lehrern und dem !öblichen
fehaft gebracht werden möge, und iſ ihre Maj | Gebrauch der gemeinen Cpriftlichen Kitchen zu
der ungezweifelten Zuverſicht, daß der Päbft- | entgegen feyn möchte, foiches und was fonft
lichen Heiligkeit Legat fid) zu Diefem auch werde vielleicht weiter für Mißbraͤuche inder Kirchen
‚geneigt finden laffen, alles zu thun, das an ih⸗ erfunden werden möchten, ändern, beſſern und
me feyn wird, | 5 * abſchaffen. Wo auch ein wenig Erlaͤuterung,
— —ñ— — — — etiliche zu dunkel geſtellten Puncten oder Mey⸗
nungen halben, vonnoͤthen, dieſelben hinzuſetzen,
wie
u“
*
862 Cap.13. Von der durch Eonventeu, Reichstäge gefchten Arligio
wie fie ſich Darauf vefoloiren werden, ſolches Und ift daneben ihrer Majeſtaͤt
hinfoͤrter an gemeine Stände zum foͤrderlichſten gnaͤdigs Geſinnen und Begehren, auf daß die
gelangen , ſich mit ihrer Majeſt. Darauf, ihrer uͤhrige Zeit dieſes Reichstags, Jo nun etliche
erſten Propoſition nach, unterthaͤniglich haben Monate gewaͤhret hat, hinfuro ſo viel immer
au Dergleiheil. a 0 0° —
I. Und daß daneben die Käyferl. Majeſt.
auf gnädigen Weg bedacht ſeyn wollen, Die
Nroteftirenden zu vermögen , ſich in den uͤbri⸗
——
ſeandicſte
x
möglich), fruchtbarlich angelege, und nicht ver⸗
geblich verſchliſſen werde, daß Ehurfürften,
Fuͤrſten und Stände mittlerzeit nach Weg
und Mittel gedenken wollen , die fle zu Förde
gen ftreitigen Puncten auf Chriftliche billige \rung und Erhaltung gemeines Friedens ind
Maaſſe and) weifen zu laffen; oder fo ſolche Rechtens int Beil. Reich fie gut und Verfräg- ‚
lich anfehen, und ihrer Majeſtaͤt Bierauf ihr
bey ihnen nicht Statt haben wollte, alsdann
die, duch Mittel eines Öeneralconchiü, oder
109 Das nicht. erlangt werden möchte, durch el»
“
raͤthlich Bedenken treulich mitzutheilen, damit
dieſer Punck, fo faſt der hochwichtigſten und
ne Nationalverſammlung, ordentlicher Weiſe nothwendigſten einer, darum dieſer Reichstag
vorgenommen Und angeſetzt iſt, und von ge—
‚zu berufen, zu billiger Erörterung zu bringen,
damit zuletzt die Deutſche Nation zu Chriftli-
‚her Einigkeit fommen, und Frieden und Ru—⸗
he im heil, Reich erhalten werden möge
a IIBS EN Re
‚Der Röyferl. Maj. Gegenantwort, ge
‚meinen Ehurfürften, Foͤrſten und Ständen,
auf ihre vorgeſetzte Antwort, gege:
ben den 7. Zulit.
‚este Röm. Käyferl. Maj..ıc. hat der Chur-
S> fürften, Fuͤrſten und Stände, und der
Abweſenden Borfchaften und Gefandten Ant:
wort, belangend die Neligionsfachen und das
Bach, ſo ihnen zugeftelle, und Abſchrift davon
meinen Ständen ſelbſt allerſeits am meiſten ge⸗
—
ſucht und begehrt wurde, vor die Hand genom⸗
men‘, berathſchlagt und erledige werden möge,
— J
Die von Philipp elanchthone im Na⸗
men der proteſtirenden Fuͤrſten und Staͤnde
aufgeſetzte und Kaͤyſerl. Majeſtaͤt den 23 Julu
uͤbergebene Antwort, in welcher dieſe ihre
Meynung von den im Colloquio vergliche⸗
dargeleget.
8 ES nuͤberwindlichſter Kaͤyſer, allergnaͤdigſter
mitgetheilet und gegeben worden, vernommen ;) 8
Herr! Wir haben das Buch, fo vorge⸗
und häfte infonderheit gern gefehen, iſt auch der ben ift, die ftreitigen Artikel und Spänn der
gnädigen endlichen Zuperficht und Hoffnungge- | Rirchen zu mäßigen oder zu vergleichen, gele-
nen und unverglichenen Artikeln .
weit, dieweil gemeine Stände das gemelöte |fen, und von denen, fo von unferm Theil zum
Buch) zu bewegen und zu eraminiren num ei- | Geſpraͤch verordnet), ‘fernern Bericht und Res
ne gute Zeit bey Handen gehabt, fie würden lation angeböret und verftanden, was fie im
ihrer Maj. ihr gut Bedenken und Wohlmey- | Bud), und fonft angenommen und bewilliget ha⸗
nung etwas-gründlicher und ausdrücklicher an- |ben, und was nicht, Und zweifeln nicht, eure
gezeigt und miitgetheilt haben; dieweil fie aber | Kaͤhſerl. Majeſtaͤt habe diß Buch, gnädiger
auf folch ihrer Maj. gegebener Antwort endlich und vaͤterlicher Meynung vorgeben, damir wir
bleiben und verharren, damit an ihrer Majeſt. wohl vernierft, daß Diejenigen , fo folh Buch
kein Mangel erfcheine, noch gewas unterlaffen geſtellet, Mäßigung und Beſſerung etlicher
werde, das ihrer Maj. In Diefem Fall gebührt, Mißbraͤuche geſucht Baben, und wo die vom’
und thunlich feyn mag: fo bewilligt ihr Majeft, Gegentheil fich wollten billig erzefgen, waͤre der
Die Sachen an Paͤbſtlicher Heiligkeit Legaten Zugang zu Bergleichhung ſchon gemacht, Der
‚gelangen zu laflen, und ihm diefelbige zu com halben wir eure Kaͤhſerl Majeſtaͤt unterthaͤnig⸗
munfciren, und fein Gutbeduͤnken darauf zu ſten Danf fagen, daß fie aljo geneigt und ge>
vernehmen. Ä ee willet iſt, durch —
ra ried⸗
———— ——
— &
— -
5 Don dem Reichstag und Tolloquio zu Regenfpurg. 86x
edliche Wege die Spänn und Mi verſtaͤnde Einigkeit von erzen begehren, mie diefelbe,
per Kirchen, wie auch der Kirchen Chriſti eig- neben dem, ‚daß wir die Wahrheit und &icht des
net, ‚Binzulegen ‚ und bitten GOtt, Daß er euer heiligen Evangelü erhalten, zu finden und an-
Kaͤhſerl. Majeſt. diefe Händel alfo leiten und |zurichten feyn möchte. So zmeifelt uns auch
koliten wolle, daß dadurch Die Wahrheit und daran nicht, daß euer Kanferl. Maj. nach) ib-
| Keilfame Lehre der Kirchen Chrifti mehr an Tag rer Goftfeligfeit und recht Känferlichen Tus
‚gebtacht und erfläret werde. genden felbft wolle, daß auf die Wahrheit in
“2, Und iſt der Unfall diefer a ON) biefer Sachen zum förderften gefeßen werde,
daß nicht alle Mißverftände und Spann haben |die Dann in der Kirchen heiter und helle feheinen
mögen zerlegt und verglichen werben; welches folle. EUR
vielleicht daher kommet, daß ſchwer ift, alte 4. Wir haben die Artikel, fo verglichen ges
Mißbräuche gleich abzuftellen, die etliche von|nennef werden, erwogen, als da find: Von
wegen daß fie fo lange gewähret und ein groß |der Erbfünde, von der Gerechtmachung, von
Anſehen haben, etliche um: anderer. Urſachen | der Kirchenzucht, und etlichen andern Stüden;
willen, befchiemen, Denn, das kann man ja und obwol etliche Derter in dieſen Artikeln wei⸗
nicht verneinen, daß von vielen Jahren man⸗ ter Erklaͤrung beduͤrfen, welche wir hernacher
cherley Mißbraͤuche in der Kirchen eingeriſſen anzeigen wollen, doch wo man ſich rechtſchaf⸗
und die reine Lehr des Evangelüi etwas verdun⸗ |fen und eines ehrbaren billigen Gemuͤths in der
Felt und vermifche worden iſt, zum theil aus | Sachen halten will, und die Derter, an denen
Unwiſſen deren, Die das Lehramt in der Kirchen Inoch möchte etwas Mangel feyn, erklaͤret wer-
‚gefüßret Haben, denn die Zeit ohne gute Kunſt den, wiſſen wir der Collocutoren Meynung
und’ Lehre gemwefen und auch die Fuͤrſten und jund Erkenntniß nicht zu flrafen. Wir wollten
Regenten der Lehre und rechter Verſehung der aber gar gern, Daß Die gefunde reine Sehr von
Kirchen nie geacht Baben, zum teil, daß die der Gnade Chriſti und Gerechtigkeit des Glau-
abergläubifchen Mißbraͤuche auch gewinnlich bens, in der Kirchen erbreitet würde. Der:
geweſen find. 9 on halben, weil diefe Lehre im Artikel davon, im
3. Nun, weil diefe Fehl und Mängel durch Buch geftellet, etwas Furz begriffen ift: fo wird
das Sangwähren beftäftge find, haben ſie nun eine weitlänftigere Erklärung dieſes Artikels,
längjt den Titel alter Rischengebräuche und G:- fo. man dem Heil der Seelen und Chriftlicher
mwohnßeiten, Weil aber bey folcher Bloͤdigkeit Einigkeit getreulich rathen und Belfen will, Hin
menſchliches Berftands gar Leicht falſche Dün: |zuzutfun feyn, damit die Kürze Feinen Zwei⸗
kel und Meynungen einfchleichen, und der Men- |fel oder neuen Zanf gebaͤre. Denn mir ver-
ſchen geben und Thun fich oßne das aufs.ärgere ſtehen dieſen Artifel eben des Verſtands, wie
immer neiget und hinfaͤllet: fofollen in der Kir: |diefe Lehren in unferer Confeßion und Apolo—
‚djen bie Zeugniife des langen Gebrauchs und gia Dargegeben find; wir wollten. auch ungern
der Gemwohnkeiten : viel „geringer denn das etwas vermwickeln, weil es weder göftlich, noch
Wort GOttes gehalten: werden. Welches der Kirchen Nutz feyn mag, verwirrete und
Gott darum will, wie ein Sunfen, in den menſch⸗ zweifelhaftg Artikel fürzugeben, welche der Ge-
lichen Finfterniffen leuchten, Daß wir nicht da⸗ gentbeil in Mißverftand und auf widerwaͤr—
‚von Durch falfches Bereden und böfe Brauche] tige Meynungen ziehen möchte, gleichrvie man
und Gewohnheiten abgeführt werden... Nun] dieweiten Bundfhuß zu beyden Füffen gebrau⸗
aber wiſſen wir wohl, daß böfe Gewohnheiten chen Fann. Darum haben wir Fleiß angekeh—
zu beffeen feßr ſchwer iſt; nichts deſtoweniger vet, fo viel möglich gemefen, daß man unfere
‚aber, ſintemal euer Käyferl, Majeſtaͤt gnädig-| Dieynung Flar und eigentlich verſtehen möchte,
lichft erfordert, Daß wir ihr unfer Gutbeduͤn⸗ welche wir auch nicht zweifeln ſeyn der rechte
Een vom Buch anzeigen follen, ſo zeugen wir gemeine und einhellige Verſtand und Glaube
erſtlich, daß auch wir der Vergleichung und Der allgemeinen Kirchen. . Und fo man eine
utheri Schriften 17. Theil. Sur, Ver⸗
964 1, Abfehnie,
—
—
506 Cap 19. Don beruca) Conventen, Keicheräge gefnchten Raigionsveigl. 827
Bergleichung fchlieflen follte, bitten wir, Daß liche glimpfliche Auslegung geſucht Katz diefel-
die Artikel von diefen fo wichtigen Sachen | bigen aber Haben die'iw« ei [
ter erläufert und erflärt werden, welches: auch! geli und Troſt der Gewiſſen uͤberſchuͤttet und
die Collocutoren des andern Theils, die Ehr-| verfaͤllet. So oft und klar ruffet die himmi
würdigen Herren, Julius Pflug, und D. Joh. ſche Predigt, es fen allein eine Gnugthuumg für
vopper , als wir vernommen, begehret haben. | die Sünde, der Tod des Gohnes Gttes: noch
5. Neben dem find etliche Mißverftände und, haben Die gemeldfe Seribenten: über den Mei: ı
Spaͤnn im Buch) nod) nicht zerlegt, von wel⸗ ſter, Der der Alten Sentenz und Mehnung zu⸗
chen die Unfrigen eigene Artifel übergeben ha— — getragen, eine Maͤßigung erfunden,
ben, die an ihnen ſelbſt wahr, auch billiger daß die’ falſchen Gottesdienſte erhalten find.
und glimpflier Maaß geftellet find; darum) Es ift ein ganz fehön und lieblich Ding, gute |
wir gufer Hoffnung find, fie follen aud) dem) Drdnung und Unterſcheid der Negierenden.
Gegentheil gnugthun : denn mie wir je nicht) Durch fold) Fürgeben aber haben vie Wäbfte ı
zweifeln, wenn diefelbigen der Unſeren Artikel ihnen koͤnigliche Herrſchaft erlanger und beve-
ans ticht gebracht werden, alle, Die eines ge= ſtiget, die ihnen doch Chriſtus verboten hac
fündern Berftands find, erfennen, daß die alle 7. Und derhalben, obwol das Mäßigen fein ı
unbillig thun, Die fie verworfen. Denn obwol Lob in allen Sachen und Händeln hat; wie denn
das Bud) aus Begierde, Die Sache auf leid- fehr weislich geſagt ift, Daß alle Künfte und
liche Maͤßigung zu richten, allerley in dieſen Tugenden darnach ftreben, wie fieinallen Din-
Artikeln etwas glimpflicher fürgidt; noch, weil gen eine Mäßigung und Mittelmaaß treffen und ı
die groffen Mißbraͤuche vor Augen, fo erfordert anrichten ; noch jo muß in der Kirchen das
die Morhdurft, daß man die Kirchen von die: Wort GOttes, und nicht menſchliche Weisheit
fen Sachen etwas gründlicher erinnere, und be⸗ die Hegel feyn aller Mäßigung; wie denn der
richte; GOtt fey aber unfer Zeug, daß wir auch heil. Daulus verwarnet, daß mir uns hüten fols ı
alle Mäßigung lieben, und Die gefucht haben; len, daß wir uns durch ſchoͤn und anfichtig Fürs ı
Daran aber ift ven Kirchen viel gelegen, was geben menfchlicher Weisheit nicht a
. man für Ziel und Gemerf folher Mäßigung | laffen. "Die Unfern haben zwar: die fFreitigen
fege und halte, Artitel auch gemäßiger, aber nach der Kegel
6. Es haben oft, nicht allein Fürften und | des göttlichen Worts und nad) den gewiſſen und
bürgerliche Leute; fondern auch ordentliche Leh⸗ bewaͤhrten Zeugniflen der Apoftolifchen Kirchen.
rer der Kirchen folche Mäßigung aus menfch-| Derbalben erfennen wir, daß Die Artikel, fo
lichem Verſtand gefucht, die die Gemuͤther von die Collocutoren von unferm Theil erwaͤhlet, an
‚der reinen Lehr des heiligen Evangelit, vondem den unverglichenen Orten eingeben, rechter
„wahren Anruffen GOttes, etwas abgeführet; Maß geftelier und wahr feyn. Darum willen
Haben, Wie viel find, die fich Haben duͤnken wir von denfelbigen nich zu weichen, und bite ı
Taffen, “der heilige Auguſtinus difputirte zu hart ten die Kaͤyſerl. Majeft: fie wolle diefe unfere
von der Gnade GOttes? Aus dem dann die-| Antwort, diefer Artifel halben, gnädiglich verfte-
jenigen, fo über den Meifter, fo der alten Leh⸗ ben und aufnehmen. Dre. |
rer Sentenz und Meynung zufammen gelefen,! 8. Denn erftlich, da man Handelt, das die
gefchrieben, allerley Mittel, Weife und Maäf| Ehre GOttes und Licht des Evangelii belangt,
figung geſucht, und ſolche fürgegeben haben, muß man Feine falfche Gottesdienfte noch Meys
Die wol die Irrthuͤmer Pelagii nicht allerdin-| nung beftätigen, die das Evangelium verduns
ge vertheidigen, verdunfeln aber doc) die Lehre Feln möchten. Wieviel Mißbräuche aber wer⸗
von der Gnade, Wie viel find, die es dafuͤr den beftätiget, wo man die Meynung des |
Halten, St. Daulus felbft rede zu rauf vom Glau⸗ Buchs annähme von Anruffung der Heiligen,
ben, der gerecht machet? Darum man denn| und andern Gottesdienften, ohne Wort GDIE
auch Dagegen aus menſchlichem Verſtand et-| tes angerichter? 094 i au |
| Sum
EEE EEE
——
; IL Abfehniee. , Vonden Reichstag und Colloquio zu Regehfpurg.
| 859
0, andern; weilmin unfer eigen und jdenn wir würden geachtet, daß mir bie reine
auch unferer; Ricchen. Gewiſſen von Diefen Ma: Lehre des Evangelii fälfchten. J
Men alfo, wie in übergebenen Artikeln darge⸗ 13. Diefe Urſachen bewegen und halten ung,
geben ind bekannt iſt, Durch wahre: Zeugnifle daß wir unfer Urtheil von den Artifeln, die ges
der Schrift und einhelligen Berftand der Apo- ſtrafet ſind, nicht wiſſen zu andern ; ſondern
ftolifchen Kirchen gelehret und uͤberzeuget feund, befinden uns fchuldig, ‚bey denfelbigen, mie Das
gebuhtet ung auch nicht, wider unfer gut Gewiſ⸗ im den Artifeln, die unfere Collocutoren überge-
fen eiwas zu erfennen:oder anzunehmen." ben haben, dargethan tft, beftändig zu bleiben;
> 10: Zum dritten, belengen dieſe Sachen die erbiefen uns aber, rund und Ürſach diefer
ganze allgemeine Kirchen : wo wir nun ſollten unferer Meynung Darzugeben, auch die Arti-
etliche Mißbraͤuche, von ung hievor aus dem Cel, jo die Unſern uͤberantwortet, welche denn
Most GOES angetaftet und'geftrafet, wieder u und nothwendige Lhren in ſich begrei⸗
| gutrachten und billigen, fo würde unſer Zeug⸗ ſen, Melter zu erklaͤren. Diefe Sachen belan-
| niß gortfeligen Geroiffen, Die von diefen Din- ‚gen bie Ehre Ortes und Das Sicht dee heiligen
\ gen recht hielten , entgegen geroörfen, auch, ben Cvangelii, gemeine Nothdurft der Kirchen,
' den Nachkommen, dadurd) denn bey etlichen das Heil der Seelen, mie hievon in unfern und
Serepümer, bey den andern Verfolgung der — eos — a
ee Se Ei N mit rechtem Berftand und Urtheil behaftet find,
bitten wir die Kaͤyſerl. Majeſtaͤt aufs unterthä=
nigfte, fie wolle dieſe unfere: einfältige Ent-
ſchuldigung gnaͤdigſt zulaffen, und fo vieler Kir-
chen verfchonen, Die durch das Blut des Soh—
nes GOttes erlöfeer und durch den Heiligen
Geiſt geheiliget, und zu ehrbarer und gottfeli-
ger Zucht angerichtet fennd., und wolle nicht
Glauben’ geben unfern Widerwaͤrtigen, die uns
fere Kirchen mit mancherley falſchen Anklagung
ſchmaͤhen und läftern. Und damit niemand
in Zweifel ftehe, was Lehre in unfern Kirchen
von allen Stücfen geführee werde: fo bezeugen
mir uns abermal, daß wir uns der Confeßion,
die wir der Ränferlichen Majeſtaͤt zu Augſpurg
überantworter , und Der Apologie, die hernach
darzu gethan ift, Halten und nachfommen. Und
— daß Air Kae nd Leh⸗
re ſey der allgemeinen Kirchen Chriſti, die in
unterlaſſen SER he) den Schriften der Propheten und Apoftel dar⸗
12, Was follen wir fagen? Wie viel guter gegeben iſt, die auch Flare und vefte Zeugniſſe
Gewiſſen, Die unfere vorige Lehre gefaffer in den | hat der Apoftolifchen Kirchen und der geleßr-
Kicchen unfter fanden, Städten , und auch ten Väter: In diefem Glauben und Erkennt⸗
Haufern, wuͤrden ſchwerlich verlegt, wo wir niß Chriſti wollen nie GOtt, unfern heiligen
— ra denn in den überge- Vater, vermittelft feiner allmeg —
benen Artikeln bekennet, annehmen wuͤrden ? fen und preiſen, ſamt feiner allgemeinen Kir—⸗
Wie viel gottſeliger $eute —— uns mit der Di ni — er air anne deß num
Rede Pauli billig ftrafen : warum führe ihr uns | eft bezeugt, zu Rechenſchaft und Erklärung al-
von der Gnade Chriſti zu einer andern Lehre ? | ler. Lehre, ſo in unfern Kirchen —
| 5
Belangen wurden, Neu SS SR
m. Was Strif würden den Kirchen allein
in dem eingewworfen,, wo wir befenneten;,; Daß
man allerdinge -Feinen Fehl der Konkilien
ſtrafen möchte ? Es iſt vorhanden eine Erkennt⸗
niß vom Pabft Clemens, die anfaher: Pafto-
' ralis, erfennet im Concilio zu. Wien, in Gallia
| gehalten, darinn der Dabft fürgibt, daß er ein
; teihrer Here ſey des Romiſchen Reichs, und
daß ihm Das Eigenthum von Chriſto überge-
ı ben fen. Wie übel aber Diefe Rede laute. und
. unrecht feye, hat ein jeder wohl zu erfennen.
Denn demnach die Päbfte und Biſchoͤffe ſich
mehr mic koͤnigl. Regierung, denn mit der
' Seelforge und Berfehung der Kitchen beladen,
was möcklichen Unraths ift hieraus. erfolget
alfo mochten noch mehr grober Fehl der Con⸗
cilien angezeigt werden, die wir hie zu erzehlen
Car}
— Jii 2
870 Eap.ıg, Von der durch Convente u. Reichstägegefirchten Religionsvergl. 871
fo oft das vonnöthen fern wird. So viel von ‚Dre ausdrücklich Hinzu gethan würde, h
den unverglichenen Artifeln, und unferer Schre \der neugeborne Menſch dem Gefeg GOttes
inggemein. a a 2 nicheigenug-thlier 12: Alu 122 So
14. Als wir aber die verglichenen Artifel mit | 17. Weiter, wäre auch gut, daß die falfchen
unſern Predigern , die hier ſeynd, erwogen, Gedichte angetaftee und geftraft: wären, die
haben wir ihnen befohlen, etliche Erklärungen in det Kirchen gegangen find, won Dem Vers
aufzuzeichnen; welche, als wir achten „die Ber- dienſt, den etliche ven Werfen, auffer der
Ständigen und ‚Öottfeligen nicht ungern zulaf Gnade Ehrifti und Glauben: gefchehen, zuge
fen werden, denn dieſe Erflärungen Eeine geben haben, welche der HErr wol nicht aus
neue Sragen erwecken; fondern fie feynd allein Pflicht, oder Gebühr, jedoch aus etwas Die
Erläuterungen der verglichenen und insgemein ligkeit und Wohlftand feiner Gnade, vergelten
bemilligten Artifeln, die den Kirchen allenthals Ifolle. Dann durd) diß Gedicht iſt die Lehre
ben nuͤtzlich ſeyn werden, und uns auch, unfer vom gerechtmachenden Glauben, und: Berges
Gemuͤth Elärer darzutfun, vonnorhen feynd. hung der Sünde aus lauter Önaden um Ehrie |
Er : ee 20002 ftbwillen, unterdruckt worden, Dann ob wol
Was in denen verglichenen. Artikeln fer» GOtt fordert, daß eine Zucht geleiftet werde,
ner zu vermerken, oder unterlaffen ift. auch von Denen, die noch nicht neugeboren find,
35. Wir wiſſen wohl, daß nichts fo gewahr⸗ und ſtrafet die Unzucht und Ungehorſam mit
ſam und offenbar geſagt werden mag, zeitlichen und ewigen Strafen; doch ſollte man
man kann es mit ſpitziger Rede anders, denn nicht halten, daß die Zucht in denen, die noch
es geredet iſt, wenden und verkehren: darum nicht neugeboren feynd, verdiene Verzeihung
‚wir hierinn alles einfaͤltig und getreulich deuten der Sünden, es ſey gleich allein nad) ver Bile
and erfennen, und viel, das etwas kuͤrzer oder |ligfeit und dem Wohlftand göftlicher Freyge⸗
Dunfler geredet ift, dann die Tiefe und Wich- |bigfeit, und nicht aus der Gebühr und Pflicht;
tigfeit der Sachen erhelfchen, billig und weil offenbar, daß das Gemuͤth, fo nod) nicht
glimpflich deuten und veriteßen wollen ; wo aber |neugeboren iſt, GDft entweder durch fleifchlie
etwas eine gefährliche Zweydeutigkeit dat ‚nem= che Sicherheit verachtet, oder aber durch das
lich in der Lehre der Kirchen, da iſts nicht al⸗ Urtheil des Geſetzes und Schrecken des göftlie
lein redlich und ehrbar; fondern auch gottfelig, chen Gerichts überfallen, fleuht und wider
daß man gute verftändige Erklärung darzu ihn murret, und erft alsdann GOtt anfaßetzu
thue. | lieben, fo es durd) Glauben zu GOtt aufge⸗
16. Im Artikel vom freyen Willen, ft eine |richtet wird, und nimmet an die Verzeifung
Furze Anzeige am Rand hinbey gethan von der der Suͤnden, ihm gefchenferum Chrifti willen.
angefangenen Gehorfam, denn eine gemeine | Darum follen der jüngeren Mönde Träume
Beredung ift, daB der neugeborne Menſch in |verworfen werden, die erdichter Haben, daß,
dieſem $eben dem Gefege GOttes möge genug⸗ die noch nicht neugeboren feynd, GOtt lieben
hun. Nun ift aber vonnoͤthen, daß dieſe Leh⸗ und die Gebote vollbringen mögen, fo vieldag
re in der Kirchen erhalten, auch wohl und ei- Werk an ihm felber belanget. Wir Kalten auch
gentlich erfennet werde, daß in diefem:$eben dafuͤr, daß diefe Meynung und falfche Lehre
und in dieſer Zerftörlichkeit unfereer Natur im Buch geftraft feye, und haben dig darum
auch die Meugebornen dem Gefege GOttes |hie erholen wollen, damit man eigentlich wife
nicht mögen genug thun; fondern find gerecht, |fe, wie wir das Buch verftehen. —
das iſt, GOit angenehm durch den Glauben 18. Im Artikel von der Erbſuͤnde, da geſa⸗
um Eprifti willen, der unſer Mittler iſt gegen get wird, *) daß die Materie der Erbſuͤnde,
GOtt. Und darum wäre nicht allein nutz, daß das iſt, die boͤſe Luſt, bleibe eine ſchwere Sucht
die gemeldte Anzeige, im Rand angeheftet, an⸗ und Schwachheit ec. da ſollen dieſe Worte
‚genommen; ſondern daß auch an gelegenem hinzu gethan werden: und. ein —— RR
| , 12;
—_
1. Abfehnite. Won dem Reichstag und Colloquio zu Regenfpurg. 873
Beleg GOttes widerſtrebt; wie erfchrocfenen Gewiſſen aufrid)te. Auf folche
man ſich deß Bart erglfchen fe Maeynung haben die Unfern geredet von Kraft
ARE HR) *) Sieheoben p. 738. ddes Ölaubens, durd) die der Glaube an ihm
| 19. Und zwar das Bud) will auch nicht ‚daß |felbft eine brennende Bewegung ift vom Heili⸗
dleſer Gebrecyen und Materie der. Erbfünden gen Geift, die da tröfter, fich-auf Chriſtum
als ein geringer Gebrechen gehalten werde, mie |verläffer, und lebendig machet; wie dann die
‚68 dann auch befennet, daß er ein fchreres Afolgende Befchreibung des Glaubensim Buch,
MWiderftreben ift wider das Geſetz GOttes das in diefem Artikel von der Kuftification, erflä«
in den fteten Mängeln und Fehlen der Gläu: jret, und der Prophet ſagt: Der Berechte lebt
bigen wol fcheinet, deren Gemuͤther nimmer Ifeines Blaubens. Derohalben, damit die
genug innbrünftig find in der Siebe GOttes: die Zweydeutigkeit nicht neue Gezänfe bringe, fo
Furcht GOttes ift in ihnen immer ſchwach, [wird man entweder diefe Erflärung hinbey thun
und der Glaube blöd ıc. Das Bud) befenner jmüffen, oder aber das Wort efficax, kraͤftig,
auch genugfamlicd), daß diefe Sucht ftetig bö- wieder austhun. —
fe Fruͤchte bringet, deren Verzeihung wir von *) Siehe oben 743. |
Gott durch den Glauben bitten müffen, um| 21. Daß wir aber deß Orts etwas mehr ſorg⸗
Eprifti willen, und empfahen, und diefen bo» ;fältig find, bewegt uns, daß in diefer Stade
fen Neigungen durch den Geiſt Chriſti ohne auch nad) dem Gefpräch etliche. Propofitionen
Unterlaßwiderftreben. | ” ausgangen find, die unfere Lehre von der Ges
20. Im Artikel von der Suftification , da rechtmachung, welche doch fonder Zmeifel die
geſagt wird: *) durch einen Fräftigen Blau- wahre Predigt des Evangelii iſt, oͤffentlich ver⸗
ben; haben wir vernommen, daß dieſes etli- dammen, und dagegen ſetzen Die gemeine Bes
che unterftanden zu verkehren, undalfo zu deu- Jreöung,. daß mir allein durch die Liebe
ten, daß man durch den Eräftigen Glauben | GOtt angenefm werden. Was ift aber diß an⸗
folle einen mwirfenden Glauben, und folgends |ders, dann fagen, daß der Menfch nicht um
Die Lehre von der Juſtification alfo verftehen , Chriſti willen, fondern um unfer Tugend oder
Daß der Menfch durch den Glauben famt den Werke willen GOtt angenefmfeye? Daneben
Merken gerecht werde, Dann etlicher vom an: |bringen diefelbigen Propofitionen wieder hervor
dern Theil gemeine Beredung iſt, Daß man den andere mehr Irrthuͤmer, die dem Beillgen Eva _
Apoftel Paulum, wenn erfagt, daß wirdurd) angelio entgegen feynd. Wo nun viel vom an⸗
- den Ölauben gerecht gemacht werden, alfo ver- dern Theil wollten alfo die falfchen Beredun«
fteßen folle, als hätte er fagen wollen: durch gen fhirmen, was Hoffnung Eönntedann feyn,
den Glauben werden wir zur Oerechtigfeit be- Ruhe und Einhelligkeit zu halten ? je
reitet, das ift, zur Liebe, durch die wir erit| 22. Im andern Theil des Artifels von der
dann GOtt angenehm und vor ihm gerecht | Juftification wird Die Lehre von *) guten Wera
werden ‚und nicht durch den Glauben um Chri⸗ fen weiter zu erklären feyn. Dann nachdem
fti willen.‘ Sollte nun diefer Artikel dermaffen |in den Helligen, wie aud) im Buch davon ge-
gefaͤlſcht und verkehret werden, fo müflen wir ſagt ift, Sünde bleiben fo lang fie hie leben,
ihm von Nothwegen widerfprechen. Dann da und man deutlic) lehren folle, daß die Neuge⸗
‚Die Unfern gefagt haben, daß mir durch den Ie» borne dem Gefeg GOttes in diefem Leben nim⸗
bendigen und Eräftigen Glauben fromm und fe- | mehr genugthun : fo fragen allweg Die goftfelie
fig werden, haben fie hiedurch wollen zu verfte | gen Gemüther, wie fie GOtt gefallen mögen,
hengeben, Daß fienicht reden von einem Glau- !fo fie doch noch Sünde haben und dem Gefen
ben, der eine bloffe&rfenntniß der Hiftorten ſey; tze GOttes nicht gaugefun? Diefe Frage über
fondern von einem foldyen Slauben, der ein Ber. !die frommen Gemüter ohne Unterlaß; wie
frauen feye, welches die Barmherzigfeit GOttes, wie denn fehen, daß diefe Frage von den Leh—⸗
uns verhelfen um Chriſti willen, ergreife, und die rern a als Baſilio, an
3 ugu⸗
974 Cap.ıg. Donder durch Convente u.
Auguſtino, Bernhardo,
—— iſt. Darum
Heucheley zu ſtrafen iſt, |
Glauben an Chriftum nicht erfennet, und ge-
fälle ihr felbft, und meynet ihre eigene Keinig-
£eit und Vollkommenheit feye die Bezahlung
für das ewige Leben. So doch der Pfalm fagt:
Dor die wird niemand, der lebt, ‚gerecht,
und wo du auf Sünde acht haben willt,
wer kann, SErr, por dir bleiben? tem:
Dir hab ich allein gefündiger, auf daß du
in deiner Sache — — du gerich⸗
ein erfunden werdeſt. |
tet wirft, rein erf een
23. Wiederum aber folle man die Gottfeli-
gen troͤſten, daß fie diß gewißlich bey ihnen hal
ten: Erſtlich, daß fie GOtt gefallen durch den
Glauben, um Ehriftiwillen, undicht darum,
daß fie dem Gefeß gnugthun. Zum andern,
das GOtt alsdern ihm auch dieſen ihren an-
— ni Gehorfam, der denn dem Ölauben
Jothwendig folget, gefallen laſſe, ſo ſie nem—
fich ihre Unvollkommenheit mit Schmerzen er⸗
Eennen, und glauben Doch, daß ihr Gehorfam
Gott gefalfe, um Chrifti, unfers oberften Prie- gethan, und ſchlecht gejtelle werde, denn die:
diefelbige, nemlich die Kirche der Goktfeligen,
geiftlich Dpffer, wie Der die vor gemeldt iſt, habe dieſe Berkeiflung ıc:
erus ſagt: Opffert geiftliche Opffer, die Denn die Unfern haben diß allein bewilliget,
daß diefe Berheiffung von Gegenwärtigfeitdes
Heiligen Geiſtes, gehöre und eigne allein. de⸗
nen Gottfeligen und Erwaͤhlten, und nichtdem
fters willen, und durch ihn vor Den Water ge:
bracht twerde, als ein
EDitr angenehrn ſeyn durch IEſum Ehri-
ſtum. Dabey fie aud) getroft feyn follen, daß
hnen das ewige Leben gewißlich gegeben wer—
“de, und. nicht darum, Daß ſie Dem Geſetz ge:
nug gethan; ſondern um CHriſti willen, Die:
weil fie durch den. Glauben gerecht gemacht,
Reichstägegefuchten Religionsvergl. 975
und andern gar fleif }fondern eine Vertroͤſtung der Bi —3
der Stolz und die GOttes, uns verheiſſen um Chriſti willen, des
91
Gerviffen nicht flehen mag. Zum andern, lernen
fie hieraus, daß Die GOtt nicht recht anruffen - |
mögen, welche fortfahren wider ihr Gewiſſen
in Suͤnde zu fallen, weil man GOtt nicht an
ruffen Fann anders, denn Durch das Vertrauen
des Mittlers Chrifti. Zum dritten, lernen fie,
daß weder diefer Glaube und Vertroͤ
emberzigeie
welche die. Lehre vom Sohnes GOttes; welche Bertröftung beybofen
ab peD Lu ſtung noch
der Heilige Geiſt in denen ſeyn mag, Die wir
der ihr Gewiſſen ſuͤndigen. Dieſe unſere Mey
nung, dag ſolche Erklaͤrung im Buch bey den
verglichenen Artikeln gerhan werde, achten wir,
werde auch. den Herren Collocutoren, vom an
ES
dern Theil erwählee, und allen verfländigen
gottfeligen Männern wohlgefallen.
25. Im
des Worts im 2. 9. der anfahet:
diß groſſe Haus hat, die Derheiffung der _
Begentärtigfeit GOttes und des Heiligen |
Beiftes ıc. ift von unſern Collocutoren ein Ge⸗
merk an Rand hinzu gethan, darinn ſie begeh⸗
ven, daß dieſe Wort, diß groſſe Haus, aus-
gottloſen Haufen, welchen die Draͤuungen in
der Schrift eignen. Derhalben begehren auch
wir, daß Die gemeldten Worte, diß groß
GHrtes Erben worden find, dennalfo ſagt der Haus, ausgelaffen werden; dann die Bere⸗
Hear: Diß ift der Wille des Daters, daß
wer an den Sohn glauber, habe das ewi-
gelcheil, a un) 2,
24. Ferner, weil Sünden in den Heiligen
in diefem $eben bleiben, muß manaud) Den Un—
terfcheid Der Sünden hinzuthun, welche von
der Gnade GOttes gar verftoffen und des
Heiligen Geiftes berauben, und welche nicht.
Diß iſt aus vielen und groſſen Urſachen hinbey
thun. Denn erſtlich lernen die Sottfeligen
- bieraus, daß der Glaube an Chriſtum nicht
heiffe eine leere bloſſe Erkenntniß der Lehre;
dung je nicht zu betätigen iſt, daß der gottloſe
Hauf nicht follte irven mögen, dieweil die Kirch
Berheiffung hat des Heiligen Geiftes, der ſie
nimmer verläffee. Paulus fagt: Es findnicht
ale Iſrael, die von Iſrael find. Derhal⸗
ben aud) gefchickter und Eommilicher ware, da
"ben wird, daß fie fen eine Verſammlung der
Guten und Boͤſen, daß gefeßt würde: Die
fihtbare Kirch ıc. | i
*) ©. oben p. 749.
26. Daß aber dieſer Artikel, von der
chen,
‚die Kirch im Anfang dieſes Artikels beſchrie⸗
Kir⸗
1
Titel vom Wahrzeichen der Kirchen ni
*) Dann
76 IT. Abſchnitt. Won dem Reichstag und Colloquio zu Regenfpurg. 877
hen, im erſten Theil im 5. und 6, $. verdam- Chriſtlichen Mamens abgetrieben und ausge:
met, die von der. Kirchen abtreten :' da redet | fchloffen worden. Wie viel aus den Unſern
der Artikel von denen, die fich fondern von de- ſind von etlichen um dieſer Lehre willen um-
nen, die recht lehren, von welchen auch, wie|bracht? Aus dem man wohl zu erfennen bat,
wie befeunen, niemand weichen, oder ſich ſon⸗ woher die Trennung entftanden, und wer. Des
dern folle, Hie foll aber das Gegentheil auch Iren zu befchuldigen feye. |
Binzugefegt werden, daß man billig von denen) 28. Es verdammet das Buch auch amd...
abtrete und fich fondere, die falfche Lehr ſchir⸗ |des Titels *), von der Kirchen und ihren Zeis
men und unfchuldige Leute um DBefenntniß|chen, die, fo das Band der $iebetrennen. DIE -
der goftfeligen Lehre willen umbringen, von Band aber, verftehen wir, ift der Gehorſam
welchen Paͤulus fagt: Wer ein ander Ev=|gegen ven Dienft der evangelifchen Lehre, Dar-
angelium bringet, der fey verbannet. MWie|reichung der Sacramenten, und der Zucht und
das eben auc) in den Erempel, das das Buch | Bann, im Evangelio befohlen, und halten aud)
anzeigt **), im 3.$. des Titels, vondem Wahr⸗ ſelbſt, daß man dem wahren Dienſt Gehor⸗
zeichen des Worts, gelehrt wird. Dann Elias, ſam leiſten folle. Das Buch aber laͤſſet ſich
und die ihn hörten, waren von dem Dienſt hernacher im Titel von der Ordnung des Kite
des Baals abgefondert, wie der Teyt Flar jeu- cjenvegiments vernehmen **), als wollte es diß
get, darum waren fie abgetreten von Berfamm- Band verſtehen vom Gehoͤrſam menſchlicher
lung der Priefter Ahab. Dieſes, achten wir, Satzung, Dagegen haben unfere Collocutoren
werden freylich Feine Gelehrten verneinen, und einen eigenen Ärtikel eingeben, dann unſere
iſt uns zu melden darum vonnoͤthen, Damit) Kirchen haben gottſelige und wichtige Urſachen
wir unfere Kirchen, denen das Abfreten und gehabt, etliche Menfchenfagungen, zu denen
unbillige Sonderung entgegen geworfen wird, ſich Der Aberglauben gefchlagen, zu andern, -
nicht felbft ohnellrfachen verdammen,melche fon- dann in der Kirchen diefe Lehre frey gehen und-
der Zweifel wahre Glieder find der allgemei- erkennet ſeyn muß: Sie dienen mir vergeblich)
nen Kirchen GOttes, dieweil in denfelbigen mit Menfchengeboten, |
leuchtet Die Sehre des reinen Evangelü, durch| *) ©. oben p.774. S. oben p. 777
die der Heilige Geiſt Fräftig ift, und GDEkder| 29. Zudem ift auch wol offenbar, welche
Vater unfers HErrn SEfü in wahrem Glau-\das Band der Siebe zerreiffen. Der Pabſt
ben angeruffen wird, und etliche Biſchoͤffe ermorden die Unfern, und
5S oben p. 748. **) &.oben.p. 749.!hegen der Fürften Gemürher wider uns, und
27. Wir Eaben folche unempfindliche und ei-|rühmen ſich dennoch darneben, fie halten das
- ferne Gemuͤther nicht, daß uns nicht follte zu; Band der Siebe, und Elagen über ung, wir zer⸗
Herzen gehen und bewegen, beyde folche ſchwe⸗ reiſſens, deshalben, daß wir etliche ungerechte
te und abfeheuliche Schmad), daß man uns| Menfchenfagungen nachlaffen; fo doch ebendiß
ſchiltet der Abtrünnigkeit und Spaltung der ein Werk der Liebe ift, in Menfchenfagungen
Kirchen, und dann auch diefer Schein der eine billige Maaſſe halten. BER
Trennung, fo vor Augen ift, und das Beden-, 30. Im Titel von der Buß nach) dem Fall,
ken des groffen Unraths, und alles Argen, das |gefället uns das andere alles, weil aberim 7. $-
aus diefem Zwieſpalt erfolge. Wahrlich, wir deſſelbigen Artikels *) auch Meldung von der
wollten gern eine rechte gottfelige Concordie mit Beicht und Gnugthuung gefchieht, Davon
unferm Toderfaufen, und derhalben haben wir durch die Unſern Bernacher eigene Artikel einge⸗
uns auc) fo oft zu billiger Erfenntniß und wah-|brad)e feynd, hat fichsnicht gebüßret, daß wir
ver Bergleichung erboten; unfere Kirchen aber diß hie ftillfchweigend umgingen, als ob wir
find durch das unrechte Berdammen des Pabſts, die gemeine Beredung der Beicht und Gnug-
und demnach durch das ſcharfe Berfolgen der |thuung beftätigten; darum wir uns, fo vieldies
‚andern Biſchoͤffe, von dem andern Volk ſe zwey Stück belanger, auf diefelbigen nn
| $ e
-
—
878 Eap.ıg. Donder durch Eonventen. Reichstäge- gefuchten Religionsvergl. Fo
kel unferer Collocutoren wollen referirt haben. ſchoͤffen, mo die Reformation erlanget würde,
F
Es ift zuch das Tödten des alten Ydams durch die Ordination ausdrücklich zugegeben haben,
Ay Su ein Werk des Heiligen Geiftes, in| - . oben p. 791. — \ babe, |
wahrhaftem und geoffem Anfechten und Leiden, | 33. Und wiewol die Unſern auf Hoffnung der
damit wir die wahre Kirch aufs Kerbfte fehen Concordie, deren Gebräuchen halben der Com
kaͤmpffen, in fteter Gefahr des Lebens. Die firmation und Delung der Kranken, nichefireie
Erzehlung aber der Sünden und Önugfduung, ten: fo IE Doch vonnoͤthen, diß zu erinnern als
von Menfchen aufgefegt, find aͤuſſere Gebraͤue das Buch das Sacrament befchreibet: daß
che, von Menfchen erdacht, zu Denen fich viel es jey ein fichtbar Zeichen derunfichtbaren On
tißbräuche gefchlagen Haben. Am felbigen de; Daß biefe Derinition und Befchreibungfih
Ort wird auch Paulus > Cotintf. 7. ange: nicht elgne den Gebräuchen, Die jegt confirmna
zogen, die Gnugthuung zu ſchmuͤcken, fo doch tio et vndtio, Firmung und Delung, geheilt
- Paulus dafelbft veder von ordentlicher Pon, im fen werden, von weldyen weder göttliche Ber
Evangelio eingefest, das ift, vom Bann, wel fehl noch Verfeiffung vorhanden feyn. Und
ches die neue Satisfaction und Gnugthuungen wiſſen die vom Gegentheil, Daß dieſe Gebrau.
nichts angeher. \ che allein nachgebliebene Anzeigen find der al«
| 9 S.obenp. 753. |ten Gaben des Heil, Geiſtes; dann im Anfang
>. 31. Sm Titel, vom Sacramenf, im3.$.fage| der Kirchen waren, die offenbaren Gaben des
das Buch recht *), Daß durch die Sacramen: | Heil. Geiftes den Leuten verliehen, da ihnendie
ten nicht allein die Gnade bedeutet, und ange- Apoſtel die Hände auflegten. | —
zeige wird; ſondern auch, daß die ihr gebrau⸗ — 4.2.9) 6, oben p.773.
chen, gehelligt werden; da begehren wir aber, | 34. Alſo haben auch die Propheten und Apo⸗
daß man hinzu fege, daß die Erwachfenen, fozu |ftel etwan die Seuchen und Kiankheiten gen
Bernunft Eommen, im Brauch der Sacramen= heilet mit dem Gebet und Salben, und au⸗
ten auch einen wahren Glauben Haben müflen, derm, fo zur Arzney geordnet iſt Bon ſolchem
derden Verheiſſungen, fo-in den Sacramenten Anfaug find die Gebräuche nod) übrig; wie ſie
vorgetragen werden, glaube, derhalben uns |aber Diefer Zeit find und gehalten werden, iſt
die Sacramenf gegeben find, und daß die Sa-|am Tag. Das wollten wir aber, daß man
eramenten den Erwachſenen nichts nußen, ohe den Catechis mum Inden Kirchen getreulich übe ⸗
ne gute Bewegniß des Gemuͤths, wie fie ge- te, wie das Buch vermahnet, ) und daß über |
zueigen kebel die Kinder, nachdem fie behöret und ihren
|
ee Aue
2 IN ) ©. oben p. 762.763. | Ölauben befennet, und Gehorfam der Kirchen
32. Bon ber Weyhe und, ordentlichen Ein- |verfprochen Härten, Gebet geſchehe. Unddig
ſetzung im Kirchendienſt gefället uns ſehr wohl | Geber, gläuben wir, würde nihtumfonftfeyn;
der. alten Kirchen Brauch, ) daB man die, fo und mißfällee uns aud) nicht, daß man das
zu ſoaſchem Dienft zu verordnen find, zuvor Haͤndauflegen dazugebraud)t, wie es dann auch
wohl erforfche, bewaͤhre und unferrichte, und in etlichen Kirchen bey uns gehalten wird. Als
fie in diefen Dienft nicht, dann durch oͤffentli- |fo geſchiehet aud) bey ung Gebet für die Krane
che Zeugniß etlicher gotefeliger und. gelehrter ‚Een, und ift offenbar, daß viel um der Kirchen
Männer, die den Kirchen vorftehen, kommen ‚Gebet wieder gefund werden; hiezu aber thut
laſſe; wie jetzunder in unſern Kirchen geſchie— der Gebrauch des Salbens nichts, hat auch kei⸗
het. Und iſt zu wuͤnſchen, daß die Biſchoͤffe, ne Verheiſſung der Gnaden a
- fo wirdie Reformation erlangeten, ſolche ſchwe _ 96, oben p.767.708
re und arbeitfame Sorge und Mühe, die den) 35. Zudem wird die Wuͤrdigkeit der andern
Kirchen auch ganz wohl, nothwendig ft, auf Sacramenten verdunfelt, fo diefe geringere Ces
ſich nehmen und gefreulid) nerrichten wollten, |remonien dem Volk unter einer und gleicher
Wir vernehmen auch, daß die Unfern den Bi⸗ Beſchreibung und Namen, mit den fürnehinften
—— | | En ——
x
880 I. Abſchnitt. Don dem Reichstag und Colloquio zu Regenfpurg. ggr
mb Höchften Sacramenten, vom HEren felbft ‚der Kirchen empfangen, . Dargegeben Hatten.
Bein) neigeaten werden. ‚Nun rühmen fic) diefe Leute des. ordentlichen
Ueber diefes alles find diefer Zeit beyde Braͤue Nachkommens, daß fie der Apoftel und alten
che voll groffer Mißbräuche, weldye man von heil. Biſchoͤffen und Prieftern recht ordentliche
Noth wegen ftrafen und verwerfen muß. Nachkommen feyen; fo fie doch nun in fo viel
36. Sm Titel von der Zucht der Kirchendie» längeren Zeiten und Jahren nie geachter, was
nee im 6, $. wird als im Vorgang mit. furzen E Alten in der Kirchen gelehret oder geuͤbet has
Morten gedacht *) der Deutſchen Bifchöffe, ben. Die alten lieben Väter und Biſchoͤffe ha⸗
die das äuffere Negiment aud) haben und füh. ben das ordentliche Nachkommen wol gelobet,
ven in ihren Landen und Gebieten. Nun rufe und hochgehalten; nicht aber als viel darum,
fen und zeugen mir fo oft und für und für in |daß fie die Gewalt beveftigen, als viel, daß
unfern Schriften, daß mir allein darnad) frac). ſie reine apoftolifche Lehre, mie die im Anfang
ten undfuchen, daß die Gemeinden, umder Eh⸗ dargegeben ift, erhielten, welche die erften und
ve GOttes willen und das Heil der Seelen, rechten Nachkommen der Apoftelin denen Kir⸗
gottſeliglich gelehret würden, und wollten gern ſchen mit allem Fleiß erhalten Haben. Nun has
die gottfeligen Leute dahin vermahnen, daß fie ben die Güter und Herrichaften der Bifchöffe die
fich befleiffen und bearbeiten, die reine Lehre des ganze Form und Geftalt der alten Kirchen geän«
heiligen Evangelti zu: behalten und auszubrei« dert, welches eine Urſach iſt groffer Finſterniß
ten, wie Chriftus der. HErr befohlen, als er undvielgraufamer Kriegen. Diefe Mißbraͤu⸗
ſagt: Indem wird mein Dater geehret, daß | je konnten wir nicht billigen noch loben. Und
ihr viel Fruͤchte bringet, und ſeyd meine ‚fo wir fehen, daß die frommen goftfeligen Hir⸗
Jünger, In dem lehret der HErr, daß wir !fen des Volks Hunger leiden, auch fo viel Kite
EHE dieſe Ehre als Die fürnehmfte bemweifen |chen in vielen Sanden gar öde fteßen, und feine
ſollen, daß wir das heil. Evangelium behalten | Worfteher noch Geelforger ‘haben, diemeil fie
und ausbreiten. Dig ift nun, das ung indie, |Feine Befoldung Haben mögen, und die Schu:
fem Handel und Gefchäfte ver Religion ange |len verlaffen und leer werden, dieweil weder
legen. und das wir meynen und fuchen, und |die lehren follen , noch die Schüler, fo arm find,
find darwider nicht, Daß Die Bifchöffe Die Gü- | verfehen werden x fo müffen wir. das Elend ud _
ter und Herrſchaften befigen, die ifnen von Käy- | Berderben der Kirchen beweinen und beflagen,
fern und andern Fürften zugegeben find, und wuͤnſchen, als Doch mehr dann rechte und
- #) ©, obenp.792. billig ift, Daß von fo groffem Gut doch etwas
‚37. Das bitten wir aber, daß man aud) ber dem wahren und nothwendigen Braud) der Kir⸗
trachte, was merklichen Schaden und Berder; |chen zugerheilee werde, das iſt, zu erhalten den
ben der Kirchen daraus erfolget ift, daß die | Dienft des Heil. Evangelii und den Schulen zu
Paäbfte und Bifhöffe fo groffe Güter und Re⸗ helfen.
Himent angenommen und verwaltet haben. en ——
Dann erſtlich als fie mit welelicher Regierung) 38. Wahrlich, Chriſtus der HERR zeucht
und Kriegen behaftet geweſen, haben fie die Leh⸗ jetzt umher und bettelt, Daß die Kirchen vers
te und das Predigtame verlaffen, Zum an=|fehen und das Evangelium erhalten merbe.
dern, find dadurd) die Stifte und Verſamm⸗ Er Elaget, daß ihn Bungere und dürfte. Was
lungen der Canonicen, und andrer Clericen |wollen nun diefe Leute, vie alfo Pfarren und,
und Mönchen, gar übel verwandelt worden. | Schulen berauben, vem HERRMN Chriſto
Dann indenen find anfangs die Studia Chrift- |antworten, wenn er am Juͤngſten Tage ifnen
licher Lehre im Schwang gegangen und getrie⸗ |entgegen werfen und fagen wird: Mich hat ge⸗
ben, auch die guten Bücher und Lehren behal. hungert, und ihr habt mich nicht gefpeifet,
ten worden, fo von den erften Bifchöffen ‚wel. |mich hat geduͤrſtet, undihr habt mich nicht
ehe Die Lehre von Apoſteln und erften Lehrern getraͤnket? Darum wohl zu wünfchen, daß
Lutheri Schriften 17. Theil, RE den
A
Br
i reg Cap.ız. Don der durch Tonvente m Reichstäge gefuchten Religionsvergl, = a
den Seelforgern und Schulen von! den Kir⸗ſben diefes Reichstags und in derfelben erften
shengütern Berfehung beſchehe . —
ortrag gemeldet, berathſchlaget, und in das
‘39. Daß ferner an felbigem Ortim Buch be· | Werf gebracht werden follten: dann dadurch
gehret wird, daß die rechte ordentliche Wahl wuͤrde fonder Zweifel der weltliche Stand zu
‚der Prälaten und Kirchendiener, vermöge der |gurerReformation gebracht,und den Mißbraͤu
Ganonum, wieder angeriche und gehalten, und chen geſteuret werden, So vielaber des geift«
alle Stände und Aemter in den Kirchen alfo ‚lichen Stands Reformation belanget, Haben
verſehen und beftellet werden, daß jeder feinem wir unfern Gelehrten der Heiligen Schrift , vie
Amt und Dienftrecht und wohl auswarte. Diß |jegiger Zeit alhier feynd, befohlen, ein unges
alles gefällt uns ſehr wohl, und bitten unfern faͤhrlich Bedenken zu ftellen, wie. gefchehen,
Herrn JEſum Chriſtum, der das Haupt der welches wir eurer Kaͤyſerl. Majeſtaͤt auf dere
Kirchen ift, und fie allmegen mit wunderbarem felbigen, auch unfer und des andern Theis
Rath und Gewalt regieret und wieder aufge-|Stände ferner Bedenken, hiemit unterfhänte
richtet hat, daß er fie auch jetzt wolle beſſern, glich übergeben.
regieren und erhalten, Amen. ur |
I. 150 '
| 1584. 2 Der Belehrten Bedenken, | Derbefferung
Antwort der proteftirenden Stände, der Mißbräuche belangend.
Raͤyſerl. ie — ge — —
wie die eingeriſſene Mißbraͤuche in weltlichen Fum erſten, weil die > i
amd geiftlichen Ständen gebeffert und zu Ehrift: 3 Fand I Be —— 717 —
licher Reformation gebracht werden moͤchten, wahren Glauben an Chriftum alle Gere tige
überantwortet, nebft zweyen Beyla ⸗ und Gur fleber, "baß vorzallerht karte $
| laagen, in fich haltend _ — — allem verſchaft
N — und angerichtet wuͤrde, die reine Lehre des hei⸗
I. Der Gelehrten Bedenken, die Verbeſſe, ſigen Evangelii “allenthaiben im Reich er
zung der Wißbrauche belangend. treulich und einhelliglich zu predfgen, und deu
U D. Philipp Metanchthons Bedenken von ſeibigen nach) auch die peitigen-Satrameneen
der Aeformation der Birchen. und alle andere Kitchenübungen zu reichen
Keen eure Kaͤhſerl. Majeft. c. ferner und zu halten. Und daß der Anfang Deffen das
£ FE gnädiglichft begehrt, daß Ehurfürften, mit gemacht würde, daß ale Stände: des
Fürjten und Stände ihr raͤthlich Bedenfen Reichs Die Artikel unferer heiligen Religion,
auc, unterehänigft anzeigen wollen, meld)er- |deren man ſich Bie vergleichen wird, derfelben
"maffen Wege vorzunehmen, Damit die beſchwer⸗ Bergleichung nad) annefmen, und bey den Ih⸗
lichen Migbräuche, fo allenthalben im geiftlichen ren verfchiefen, daß in allen Kirchen die Pre—
und weltlichen Standeingeriflen, wiederum ab. |dige, auch Die Ausfpendung ver heiligen Sa:
geftelle und in eine Ehriftliche Reformation cramenten und alle Kirdiendienft und Ge
und D fferung gebracht merden mögen; wie ſſchaͤfte, denfelbigen verglichenen Artifengemig
Dann ſoſches aud) die hohe Nothdurft erhei-|befchehen, Dargereicyer, verrichtet und gehal ·
ſchet ꝛtc. — ten würden, Dann ſollten die fo ſchwere
So iſt unfer unterehäniglich Bedenken, ſo Mißbräuhe an“ Lehre, Sacramenten, und. j
viel erfilich die Reformation des weltlichen ganzem Öottesdienft, nicht vor allem abgeftel«
Stande befanget, daß die vorigen Abſchiede let und zur Beſſerung gebracht werden, fü
der Molicey wider alle Unzucht des Lebens, bliebe die heilige Religſon unrein und zwey ·
|
|
Pracht ber Kleider, Wucher, Monopolia, | trächtig, und möchten überall Feine Sachen,
und anders, zu Hugfpurg gemacht, wiederum) weil man in Mißverftand und Spaltung der
vor die Hand genommen, auch albie die uͤbri⸗ | eligion verharrete, zurecht und in guten
gen Artikel, in E, Kaͤyſerl. Majeſt, Ausſchrei. heilſamen Stand gebracht , noch das ef er
"grrs, e
| und auf die Deutſche Nation dringen, abge:
E = = — = a
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—— —
B————
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34 1. Abfehniee, Von dem Keicherag und Colloquio zu Regenfpurg. 885
Berderben, fo viel in Wege vor Augen ift wenig, und die Kirchen, fo folche von Alters
ber Haben, einander alfo weit entlegen ſeyn, und
nicht alle Städte, die etwas volkreich feynd,
ihre eigene Bifchöffe (als die Canones fordern,)
wendet werden. | 0
2, Zum andern, weil weder Lehre noch die
| heiligen Sacramenfen und Ceremonien, oder haben. Damit jedem Bifchoffe nich mehe
Epriftliche Zucht in ven Kirchen, wieder recht | Kirchen befohlen würden, dann er wohl ver
angeftellet und verrichtet werden mögen, wo |fehen, und jährlich Doc einmal durch ſich
die Kirchen nicht ihre taugliche und gefreue ſelbſt, Cals das die Canones gebieren,) ohne
Diener und Vorſteher haben; fo wird von- nachtheilige Verſaͤumniß ſeiner fuͤrnehmen
nöthen ſeyn, daß den Gemeinden Chriſti al-| Kirchen, beſuchen moͤchte. Damit dann die
lenthalben ihr Mecht an der Wahl, oder zum Kirchen an nothwendiger Sorg und Berfe«
menigften der Zeugniffen und Eramen ihrer |bung nice ſolchen Mangel, wie nun fo lang
Diener und Vorſteher, vermöge der Heiligen geſchehen, leiden müffen ; ſo fordere auch dig
Schrift und alten Canonen und segum, roie- |die Nothdurft, daß allen Städten, die etwas
der zugeftelle, und keinen Kirchen einige Die: an Volk reid) ſeynd, ſolche Diener und Pfarr⸗
ner oder Borfteher aufgedrungen werden, wer herrn gefeßt werden, welchen die ganze Seel«
aud) das ius nominandi , prefentandi und or-|forge und Hirtendienft anvertraut werden.
dinandi zu Haben vermeyne (an dem doch nie |möge, damit fie die Kirchen, bey denen ſie ih⸗
mand etwas wider Recht abgebrochen werden |ren Siß haben, und den naßgelegenen, mif
folle), die nicht laut der Canonum gewaͤhlt, Beſuchen, und allen andern Dienften der Seel«
eraminirt, und von dem gläubigen Volk und ſorge, nach Nothdurft verforgen, und fie in.
Obrigkeiten in den Kirchen, welchen fie vorſte- |gortfeligem Thun erhalten Fönnten. 7.
ben follen, bewaͤhret, und billig anzunefmen| 5. Derohalben dahin mit Ernſt zu erachten‘
fenn werden. Wie diß auch *) der Artikel vonder |und zu arbeiten feyn wird, Daß die Weife und
Kirchen Zucht, im Buch von Känferliher Ma. Maag, auch Abrheilung und Ordnung der -
jeftät überantwortet, fordere. Darzu ift of-|Seelforge und Verſehung der Kirchen, nad)
fenbar, daß diß die alten Canones und Leges der Gelegenheit jeder Sandes Ark , wieder aufge
allergottſeligſten Räyfer , als eine ungezweifel- [richtet und gehalten werde, wie daffelbige die
te Dronung göttlichen Nechtens, zum ernftlich. alten Canones den Dorfprieftern, Sand» und
ften gebieten. Wie dann aud) das Feine Ver-|Stadebifhöffen und Metropolitanen , vor«
nunfe noch Billigkeie zugibt, (wie Pabft Leo ſchreiben, auflegen, abtheilen, mäßigen und
zeuget,) daß diejenigen ‚join den Kirchen allen auf einander richten. Dann daß die Bisthuͤ—
follen vorgefegt fern ‚nicht auch von allen begehrt | mer bey uns fo weite Bezirk haben, ift an der
"und bewährt ſeyen. N Auffedung und Befuchung der Pfarren ſehr
BEE SIche oben 7a. verbinderlich. Und kommt daher, daß, dadie
3. So hat man auch mit zu viel ſchwerem Bisthuͤmer erftlic) Durch den Bonifacium, und
und unmiederbringlihem Schaden der Kirchen | andere liebe Vaͤter, zum theil fundire, zum
nunlang gefehen, wie fo gar unbeilige und |theil wieder aufgericht worden, der Kirchen, die
beflecfte, aud) zu allem Kirchendienft untüchti- | Bifchöffe Haben Fonnten, gar wenig geweſen
ge Leute, von den Weyhbiſchoͤffen geweyhet find; dann Die heilige Religion an vielen Dre
und den Kirchen aufgeladen ſeynd, nachdem die ten Deutfcher Nation noch nicht angenommen _
glaͤubigen Gemeinden und derenDbrigkeiten, zu. war, an vielen durch die ſchweren Heerzüge
wider den göftlicyen Rechten und Canonibus, und Krieg wieder verfallen. Demnach ſich
von Wahl und Bewährung der Kirchendiener |aber die Kirchen gemehrer, feynd dieweil die
und Vorſteher abgetrieben worden find. Biſchoͤffe in die Höfe und weltliche Gefchäfte
4. Alſo ift aud) ſehr verhinderlich: in Deur- gerathen, und Haben, wie in andern, alſo auch
ſchen Landen, daß der Biſchoͤflichen Aemter fo in ir Canonum und ihres Amts
| z 2 wenig
Reichstäge geſuchten Religionsvergl. 87
- wenig geachtet, noch ausgewartet; wie Das die net und gefeßt würden, welche die obere Seele
forfen und vieler Heiligen Vaͤter Klag- | forge und-ganzes Hirtenamt, mit Lehren, Sa—
chriften bezeugen. Be. erament reichen, Kirchenzucht üben, und die
6. Ferner, als niemand moͤglich iſt, beyde, naͤchſt gelegenen Kirchen durch ſich ſelbſt beſue
das Kirchen und das aͤuſſere Politiſche Regi⸗ chen, vermoͤge der heiligen Schrift und Cano—
nibus, getreulich verrichten und gänzlich ler |
ment, tech zu verforgen ; darum dann Die Al« |
ten Canones und Leges den Clericen, zuför- (ten, welche aud) alle zu ven Synoden, famt |
derſt aber den Bifchöffen und Prieftern, mit |einem oder ziveyen ihren Prieftern, beruffen wer: |
ben, und in denfelbigen ihre Schlüffe ftimmen,
fo groffem Ernſt verbieten, fid) mit einigen |
weltlichen Gefchäften zu beladen: fo wirdaud) |und das wahre Kirchengericht zu Beflerungal-
fer Mängel, die an Lehr und Leben jederzeit
diß den Kirchen vonnothen feyn, Daß die welt- ]
eingeriſſen, tie das die Canones den Synodis
liche und politifche Regierung, und die Seel. | u
el Rirchendienit, an Perſonen geſon⸗ an zu Balten Macht und Hecht ‚haben |
olften. ——
dert, und zu jedem Amt eigene Perſonen ver⸗ — wi
ordnet werden ; wie dag Die CanonesundLeges) g. Und damit die jeßigen Biſchoͤffe, fo die
fo ernftlid) fordern. Sand und Leut, die zu den Kirdyen kommen
- 7. Und demnad) diejenigen, fo in Deutfcher ſeynd, regieren, den Kirchen auch ihren Dienft
Nation den Bifchöflihen Namen tragen, nun |zu Beflerung leiften möchten, wäre billig, daß |
- So lange Zeit für fid) felbft gemeiniglich mei. |diefelbigen denen, die Die Geelforge verſehen,
ters nicht verfehen und verrichten, Dann das |befondern Schuß und Schirm hielten, undfie |
äuffere politifche Regiment der Lande und Leute, |befürderten, die Synoden und Bifitationen
fo zu den Bisthümern Fommen find, ihrer aud) |und andere nothwendige Dienfte der Kirchen de⸗
wenig dahin gezogen. und ſo unterrichtet find, |fto fruchtbarer zu Kalten und zu verrichten.
daß fie die Bifhöfliche Seelforge mit Predt-| 10. Item, Bülfen, daß die Stiftungen für
gen , Sacrament handlen und reichen, die |die Dürftigen, und was denfelbigenin den Kir:
Chriſtliche Kirchen Zucht gegen den Klericen | chen zu gut gegeben und geordnet worden, und
- und dem Volk, wie das einem Biſchoffe zuftes noch täglich wird, wohl erhalten, und den Dürfz
‚ber, üben, durch fic) felbft recht verfehen ‚und tigen zur Hülf und gemeiner Kirchen zur *Befe
verrichten möchten: fo wüßten wir Feinen fü- \ferung gebrauchet und auggefpendet wurden.
alihern, aud) den Ständen insgemein undbe | ıu eo was zu aufferer Zucht, Ehr⸗
fonders leidlichern, und den Kirchen, wie jeßt |barfeit, Fried und Ruhe dienen möchte, das
alle Sachen ftehen, fürträglichern Weg, dann \follte ihnen aud) vor andern Fürften und Obern
daß denen, fo jeßunder die aͤuſſere Regierung Iangelegen feyn. 8 J
der Landen und Leuten, fo zu den Kirchen kom⸗ 12. Doch ſollte hierinn die Maaſſe gehalten
‚men ſeynd, verwalten, und zu ſolchen Verwal⸗-werden, daß denen, die die Seelforge und
‚ungen pflegen gewaͤhlet undeingefegt zumerden, den Hirfendienft Durch fich felbft verrichten fol-
folche Regierung aller Maaffen und Geftale, len, ihr Amt und Dienft in Synoden, Bifita-
‚wie fie diefelbige diefer Zeit befommen und ha⸗ tionen, geiftliche Surisdietion, und allem ane
ben, zu bekommen und zu verwalten gelaffen |dern, was:diefer Dienft erfordert, durch die
| fer jegigen Bifchöffe Zufehen, Obhalten, Schüe
würden. - .
8. Aber daß daneben den Kirchen, beyde, tzen und Befoͤrdern, mit nichten eingezogen,
verlegt oder verhindert werde, Alſo auch, daß
die jegunder Bifchöflihe Sig und Aemter ha⸗
ben, und die foldje vermöge der Canonum |den weltlichen Dbrigkeiten jeder OrtendasAuffe
Haben follten, taugliche Vorſteher und Su. |hen, Handhaben, Strafen undanders, fo denfe-
“perattendentes, mit Beroilligung der Obrigkeit bigen in den Kirchenfachen, Perſonen, Dien-
und Volks, (wie oben gemeldet,) Bin: und wies ſten und Gütern, von goͤttlichen Rechten, ven f
der in Landen und. Staͤdten gewaͤhlet, geord» |alten Canonibus. und Legibus zuſtehe⸗ ar r
— a‘ > i y ero =
388 Cap.ı8. Donder duch Lonventen.
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—
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— — ——
—
— —
bſ hanc Von dem Reichstag und Colloquio su Begenfpug. 389
'; biedurch unbenommen und un⸗ ‚nones forderen, wähle, eraminite, bewähre
geändert, frey und ganz bleibeund gelaffen einfege, und. ißnen die "Scelforge und ganzen
werde lirtendienſt der Ordnung, Maaſſen und Ab-
13. Hiemit bliebe alles, fo viel dag Zeitliche theilung, wie das den Kirchen aufbaulich, und
belan yet, indem Stand und Wefen, wie es je⸗
es Die Canones gebiefen, auflege, und zu vere
tzund ift,und wuͤrde niemand an einigen Würden, richten in allen Kirchenhändlen und Geſchaͤf⸗
Hoheiten oder. Nutzungen, die er jeßt hat, oder |ten vollfommenbefehle, fie auch derhalben von
nad) eingebrachten. Rechten oder: Gebräuchen |allen weltlichen Gefchäften frey, und durch die
bekommen mag, etwas abgebrochen oder entzo- Kirchen und der Obrigkeiten Gewalt treulich
gen. Allein den lieben Kirchen Chriſti würde ihr ſchuͤtze, und zu ihrem Dienſt zum befferlichiten
gebührender und nothwendiger Dienft und Ber- auszurichten befürdere; fondern auch vonnöthen
fehung, deffen fie bishero fo jämmerlich und ver⸗ iſt, Daß man ihnen alles das vergönne und ges
derblich beraubt geweſen, wieder, mie recht be, daß fie ihr ‚befonder geben und Weſen
und: zum böchften vonnoͤthen ift, beftellet und Chriſtlich und unfträflich, auch oßne Gorgfam-
angerichtet. Welches, beyde, die. in folchen keit leiblicher Nahrung führen, und den Ges
Bihöflichen Fuͤrſtenthuͤmern jetzund ſeynd, meinden ein gufes Fürbild fragen mögen.
oder nach geübtem Brauch hernacher darein | 16. Derhalben weil man mit zu vieler ſchwe—
gewaͤhlet und verordnet werden mögen, je lieber rer Aergerniß und Verderben der Kirchen er=
Bann Darzu getreulich helfen follen, weil fie |fabren , daß nicht jedem gegeben, auffer der
Damit dem Allmaͤchtigen ihren Dienft und den Ehe reinlich zu leben, auch Tänaft ſiehet und
heiligen, Kicchen ihre verpflichte Treue leiften, Igveifet, Daß GOtt fein Wort will gehalten ha-
und Dadurch GOtkes und der, frommen Men- ben: Ze ift nicht gut, daß der Mann allein
fhen Huld, gute froͤhliche Gewiſſen, und. ihres |feye, und: ein jeder Babe fein Weib, eine
Stands rechte Sicherung und Beveftigung er- |jede ihren Wann, Unzucht zu vermeiden:
langen mögen, denn daß fie unter dem Namen ſo wirds wahrlic) nicht mögen ohne verderbli-
der Kirchendiener die Kirchen mit fo viel un- chen Nachtheil der Kirchen länger aufgezogen
‚tauglihen und fehädlichen Perſonen beſchwe⸗ werden, den Diener der Kirchen die heilige
ren, auf die Doc) mehr zeitliches Guts jegt ge- | Ehe frey zu machen, damit jeder, demnach er
wendet wird, denn die wahren kauglichen Die- von GOtt begaber, fein geben anjtellen möge,
‚ner ‘bedürfen würden, und dadurch GOttes daß er der Kirchen ohne Laſter und Yergerniß,
fchwereften Zorn und aller Sottfeligen Unwil⸗ |mit gutem Gemiffen dienen koͤnnte. an
Ten wider fich immer mehr erwecken und flärfen,| 17. Und follen ja gering geachtet werden, in
und fihdesgalben indie gröfte Unficherheit und | dem Die neuen Canones, Die Doch den göttlichen
apart. 00 Rechten nicht gemäß ſeyn, uͤberſehen, nachdem.
. 14. Der Namen und Titel Kalben, und was |man nun zuviel lange Zeit die aͤltern und apoſto⸗
vie Sürftliche und andere Obrigkeit zu zieren liſchen Canones, ja das Gebot GOttes felbft,
und anfehnlic) zu machen, und gebührenden |fo ganz grob überfehen Bat, mit gedulden im
Dienſt der Kirchen , die ſich aufs abfcheulichfte,
Gehorſam der Unterthanen zu beveftigen, die-
nen mag, deß würde man fid) auch leicht ver- | mic allerley Unzucht öffentlich befudele haben,
mit welchen die Chriften nicht allein in beiliger
gleichen koͤnnen, damit ein jeder fein Amt recht |
und feliglich zu verfehen befördert, und niemand | Ceremonien,, fondern auch nicht in Teiblichent
mit unmöglichen Gelübden und unträglichen | Thun einige Gemeinſchaft Haben, fondern fie
Laſten beſchweret würde, als die Verbannten und von aller Chriſten Ge⸗
. Nun aber nicht genug ift, daß manrech- ſellſchaft verſtoſſen halten follten.
te taugliche und Die Kirchen zu erbauen ge-| 18. Und Biezu foll uns auch diß treiben, daß
ſchickte Männer rechter Weiſe und Geftalt ‚|man taͤglich erfährt, wo man die Beilige Ehe
wie das Das Gefes GOttes und die alten Ca: |den N zulaffen will, daß Yen
* 3 nicht
gelaſſen werden,
890 Cap.ıg, Donder durch Conventeu,
nicht allein nicht. beſonders geſchickte, fondern oder Gelds werch,
überall feine Diener der Kirchen werden befom zeitliche Vergleihung , wie die erdacht und ges
men mögen; Dann wer ein Gewiſſen hat, und Inannt werden mag, zu geben oder zu neßmen,
ſich zu wahrem Coͤlibat nicht begabt befindet, bey Verluſt aller Kicchendienften und Aemtern,
der wird ſich in die Gefahr des unehelichen und darzu bey den Strafen, in Kaͤhſerl. Gefes
Heichstäge gefüchten Neligionssergt 357
‚oder einigen Dienf, od
Stands nicht begeben, obgleic) alles andere sen aufgelegt. Bi
im Kiechendienft fo gebeffert würde, daß. den-
nehmen könnte, : a ale
19, Wie aber die heilige Ehe den Kirchen⸗
dienern, damit fie in Ehriftlicher Zucht leben
und ißnen felbft und andern Fein Nergerniß
geben, unverboten feyn foll; alfo follen ihnen
alle Gefchäfte und Leichtfertigkeit, fo dieſem hei⸗
ligen Dienft nicht anftehen ,. und derhalben von
den Canonibus verboten feynd, mit nichten zu=
als, alle zeitliche Raufmanns-
handel, unorventlich Zehen, Sagen, unge
buͤhrlich Spielen, und alles, fo das Anhalten
an guten Hebungen, die diefer Dienft erfordert,
‚als ftudieren, lehren, ermahnen, ftrafen, und
Exempel der Buſſe und aller: Ehrbarkeit vor-
tragen, in einigen Weg verletzen oder verhin⸗
dern moͤchte. |
20. Und damit die Kirchendiener und Vorſte⸗
her fich aller andern Gefchäften frey, und allein
‚ihres Dienfts halben und demfelbigen in allem
allein: obliegen mögen, müffen ‚ihnen auch. ihre
| 3
ne23. Darum in keinem Weg laͤnger zu gedul⸗
ſelbigen ein jeder mit gutem Gewiſſen uf ſich pen, daß die Annaten ober ihre er
Ä um Confirmationen, Teansactionen, Difpene
Roͤmiſchen Finanzen ||
feynd, gen Rom aus Deutſchen Landen gege⸗
ſationen, und was der
ben werde.
24. Es werden auch, auf daß alles
blieben, die alten Canones wieder müffen in
ihren Werth und Kraft gebracht werden, wel⸗
T
che verbieten, Daß niemand (mer der feye,)zum
Kirchendienft und Genieß von jemand gemeye
het oder verordnet twerde, wo er nicht zu. eiges
nem Dienft (vermöge der Canonum) recht er⸗
waͤhlet und eingefeßt werde, daß er folchen
Dienft wirklich verrichte. Daß auch niemand
mehr, dann zu einem Dienft geordnet, auch
von Kirchengütern niemand mehr, dann fein
Dienft beweifet,
freuer Fleiß, den er in feinem
erfordert, gegeben werde.
25. Es wird aud) vonnoͤthen ſeyn ‚daß die |
k
Li
ir
——
| ic, goteffe
Örfuche und Sacrilegien gänzlich vermieden
Nahrung zur Nochduͤrft deſto milder befteller, Dienfte der Kirchen in. Beſoldung und. aller
und Doch alle Urfachen und Anlaß alles fehänd- Wuͤrde unterfchieden und gehalten werden, wie.
lichen und geiftlichen Gewinns abgefchnitten das das goͤttliche Geſetz und die alten Canoneg
und benommen werden. verordnet haben, daß nemlich die, fo am Work,
21. Und mit fonderm Ernft werden wider Sacrament und Kirchenzucht, ihren Dienſt lei⸗
das Gift der Simonie die Vorgeſetzten der ſten, denen, die in unnoͤthigen Aemtern dienen,
Kirchen, und auch die gemeinen weltlichen allerdings, vorgeſetzt werden.
Obrigkeiten, wie es denn crimen publicum iſt, 26. Diß alles fordern an den Vorſtehern und
wachen und einſehen muͤſſen, Damit gänzlich ge- Dienern der Kirchen zum ernſtlichſten die Apoe
Halten werde, das der HErr ſagt: Dergebens \ftolifchen und alten Canones, Derkalben die
habt ihre empfangen, vergebens ſollt ihre |weil den Kirchen von Mißbräuchen und zu
ren. nie wahrer Chriſtlichen Reformation nimmermehr
22. Dermegen müffen die ernſten Geſetze geholfen werden mag, wo ſie niche mit veche
und Strafen wider dieſe verderblihe Sucht tauglichen, frommen, bewährter Dienern bee
der Simonie, Die wir in, den Canonibus und ſtellet und verfehen ; fo. erheifcher die höchfte
Legibus haben, mit allen Treuen wieder in Noth, daß in allen erzäßften Stücken und El
Haltunggebracht, und niemand zugelaffen wer⸗ |genfchaften der Kirchendiener ein, jtastlich und
den, um einigen Dienft, Amt oder Wahlund |förderlich Einfehen und Beſſerung vorgenom:
Einfesung in Die heiligen Yemter, etwas Öeld, |men werde, | u er
Ä 19 So
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die Waͤyſen,
und allerley Nothdurft der Armen, auch Colle⸗ das zun Schulen verordnet geweſen, Be
Die |
XKirchenguͤtern.
fordert,
ſti an dem nd. |
getveulich dienen, zur Nothdurft verfehen,
auch zu folhem Dienft allweg taugliche Leute
aufgezogen und geübt, und niemand vonder
ganzen Gemeinde Chrifti in Mangel gelaffen
werde; fo hat dieſe Liebe und. Gemeinfchaft von
Anfang der Kicchen gefchaffet, daß die Glaͤu⸗
bige ihr Opffer dem HErrn für die Armen
reichlich aufgeopffert, hernacher auch die Efrift-
liche Käyfer und Fuͤrſten die. Kirchen zu fol
chem Werf gar herrlich begabet haben ; welche
Begabung mit der Zeit aus vielerley Urfachen
merklich gemehret, und an Gütern gewachſen
feynd.
28. Vom
I, Abfehnitt, Von dem Reichstag und, Colloquio zu.
I vom Rirchendienft, inpn von gia für die, fo man zum Kirchendienſt hat auf
piiehen follen, ‚aufgerichtet und herrlich begabet,
Brauch nun und Ausſpendung
/
\
893
jegenfpurg,
die Epriftliche Siebe und Gemeinfchaft |und zu Ausfpendung folcher Güter befondere,
‚daß die, fo den Gemeinden Chri- Clericen geordnet worden, als die Spitäler des
More GOttes und der Seelforge |Neiligen Geiftes ıc. und die man Canonicen
daß geheiſſen hat, das ift, vegulierte Clericen, die
bey einander in Chriſtlicher Zucht und Gemeine
ſchaft gelebet Haben, und viel andere. ;
Zi. Nun ifts aber längft dahin gerathen, daß
nicht allein der ordentliche vierte Theil von dem
alten. gemeinen Kirchengütern, als die erſten
Begabungen der Kirchen feynd, unter die Armen
und ftudirende Sugend, Die man zum Kirchen⸗
dienſt aufziehen follte,, ‚nicht. ausgefpendet und
angelegef wird; ſondern daß man auch viel der
Spitäler und: Coflegien Canonicorum Güter,
die man allein für die Dürftigen und die Xu=
gend, ſo man zu Kircyendienern hat follen auf:
ziehen und üben, geftiftet hat, mit -allen Kir⸗
folder Güter haben die alten Canones diefe chenguͤtern, (ein wenig zu den Kirchengebäuden
Drdnung vorgefchrieben ‚daß ‚alle, dieſe Güter
in vier Theile follen »gerheilet werden ,. und ‚ein
Theil dem, Bifchof, Damit er Die Pilger, und‘
andere Dürftige defto befjer aufnehmen und er-
goͤtzen möge; der. andere Theil den anderen Cle⸗
zicen, unter ſie, nad) jedes Fleiß und Arbeit im
Dienft der Kirchen ‚- auszutbeilen ; der Dritte,
menten der Neligion; der vierte Theil Den Ar-
men und Dürftigen, unter fie, beyde Einheimi-
ſche und Fremde, zu theilen gegeben werden
folle, Und über diß alles fordern die Canones,
Ede Biſchoͤffe und: Kirchendiener, alles, das
nn Kirchengütern nicht zu der Nothdurft
zu Erhaltung der Tempel und äufferen Inſtru⸗
ihres Dienſtes bedürfen, auch unter die Dürf-
tigen ausfpenden ſollen, und was fie von fol-
chen Gütern über ihre Nothdurft behalten, oder
auf andere Sachen menden, daß folches ein ge-
wiſſes Sacrilegium fey.
29. Und über dieſe Güter und deren Aus—
ſpendung feynd von Anfang der Kirchen geſetzt
worden, die man hat Diaconos , Subdiaco⸗
nos und Deconomen gebeiffen. Mi
„30. Weber diefe Berfehung der Armen feynd
auch viel reichere Stiftungen, infonderheit für
Witwen, ſchwache und alte Seute,,
ausgenenimen, ), in. Wfründen abgetheilt hat,
und am meilten für,den allerunferften und un⸗
noͤthigen Kirchendienft, als das Singen und
Leſen ift, zu weichem Dienſt die Canones gebie⸗
ten allein die jungen Knaben, Lectores und
Subdiacones zu gebrauchen. . Denn den Prie=
fern und Diaconen verbieten fie, dieſem Dienſt
obzuliegen ; fondern fordern, daß die Wriefter
goͤttliches Worts, und die Diaconi der Aus—
fpendung der Almofen, und beyde fämtlich der
ni Gericht und die Geelforge auswarten -
offen,
52. Wie denn nun der mehrere Theil, fodiefe
Pfruͤnden dieſer Zeit nieffen, leben und der Kir⸗
chen dienen, liege am Tag. Und leider, iſt es
dahin fommen, daß auf die, fo den rechten
und nothwendigſten Kirchendienft, als die Seele
forg, verfehen follen, das allerwenigſte gewendet
wird; ja, das zu folhem Dienft von Alten
reichlich verordnet gewefen ift, Durch Incorpo—
rationen der Pfarren und andere Geſchwindig⸗
keit, auch zun Pfruͤnden deren, die den Kir-
‘Ichen entweder gar nicht, oder allein am Ge—
fang dienen, abgezogen und ausgerheilt worden.
Und auf die, fo man zum Kiechendienft follte
aufziehen, wird gar nichts gewandf, ja auch)
eute
[
geute auch an fich gezogen, alfd, daß man die (wird vonnörgen ſeyn “Daß über die gemeinen
— —— mehr erhält, "als eg von Al⸗ Predigten und Bermaßnungen, fo nad) GOttes
fen geordnet, man geſchweige der Schüler. | Wort aufs freulichfte geſchehen muͤſſen, der Ca⸗
u u a
894 Capırz. Donder durch Conventeu.Reichstäge gefüchtenReligionspergl,
33. Daher aber ifts fommen, daß man nir-
"gend recht gelehrte und in der Seelforge taug⸗
liche Diener finden kann, und Diefer Zeit in vie-
Ten Landen merkliche viel Pfarren gar unverfe-
hen bleiben, und auf die andern, den mehrern
Theil, ſolche Leute gefeßt werden, die zu Eeinem
Dienft in der Welt weniger augen.
34. Nun erfennen es aber alle alte Cano-
nes und lieben Väter ein groß Sacrilegium,
wenn von den Kirchengütern die Nothdurft der
wahren Chriſtlichen Religlon und der Glaͤubi⸗
gen insgemein und ‚bejonders nicht verſehen
wird. Jetzund aber fehreyen die Geiftlichen,
es feyen Sacrilegien und Kicchenraub, woman
etwas der Kirchengüter von fo offenbarem |}
| wleder auf ihren vechten be
werem Mißbraud) | |
au, als an die Dienft der Seelſorge,
Schulen und Dürftigen, wenden. und anlegen
will, Und iſt hierbey bey vielen die gröfte Ur-
fach der jetzigen fo gefährlichen Zwietracht, fo
im heiligen Neich ſchwebet. |
35. Derhalben auch die hoͤchſte Noth, Sried
und Ruhe im heiligen. Reich zu erhalten, er-
° Heifchet, in, diefer Sachen Chriftliche Beſſerung
sorzunehmen. Die man alfo.anfahen möchte,
daß man erſtlich von den fo reichen Kirchen»
und Kloftergütern doch die Pfarren und Schu:
fen zur Morhdurft verfehe, deß man fich auf
billige, ehrbare Maaſſe leicht vergleichen koͤnnte.
Und nachdem die Perſonen abſtuͤrben, die je-
dermann beyde ihrer Geſchicklichkeit und auch
ihres Dienftes halben. als. unnüß und den
Kirchen mehr beſchwerlich denn dienſtlich er-
kannt werden, daß alsdenn aud) Stipendia für
die, fo zum rechten nötigen Kicchendienft auf:
- zusiehen feyn, als das die letzte Nothdurſt er-
heiſchet und auch) für die Dücftigen ein gebüß-
vender Theil von diefen Guͤtern verordnet wuͤr⸗
de, So viel von Kirchengütern.
Don der Rirchenzucht, am Volk.
56. Und daß auc die Chriftliche Zucht |
des asmeinen Volks,
techifmus mit der Jugend ganz fleißig und ernſt⸗
lic) wieder Allenthalben getrieben werde. Und
daß Die. Jungen, wenn fie unfers Chriftlichen
Glaubens fo viel tinferrichtee find, auch ihres
Glaubens Bekenntniß ſelbſt oͤffentlich inder Kir»
chen thun, und ſich damit in Gehorſam dee
Kirchen begeben, und alfo die rechte Conftemas
tion, von Deren auch das Buch meldet, *) em:
pfaßen, Damit fie in Chriſtlicher Zucht deſto bep
fer mögen erhalten und täglidy gebeffert, auch
ſo jemand wieder abtreten wollte, durch Chriſt⸗
liche Straf und Bann vor Dein Fall verhuͤtet
oder zur Buffe wieder aufgericht, und alfo eine
beilfame Scheue gegen dem Argen und Eifer
u dem Guten in der ganzen Dia deſto
ſſer erhalten und gefoͤrdert werden moͤchte.
NEAR, *) Siehe oben p. 259.2 "Sad
37 Alſo wird man "auch den Chriftlichen |
Dann wieder nad) GOttes Wort in ‚feinen |
vechten Brauch richten muͤſſen, damit derſelbe
wider die offenbaren Laſter heilſamlich gebraucht,
und nicht Schulden einzuziehen, und zu andern |
weltlichen Dingen, oder gegen: den Laftern,
allein um zeitliches Genuß willen, und nichedie
— — an TE
p
L;
Laſter abzufreiben, wie in den vermehnten
Ständen befchehen, mißbraucht: werde, dazu
man mol füglicye und gewißlich Defferliche |
Wege finden würde, wo die Gemeinden GOYE
tes in gefunder $ehre, und rechtem Brauch det
Sacramenten, wieder im Grund — N
und mit fauglichen fleißigen Dienern und Bord ı
ftehern beftellee und verfehen feyn, und der Case
techiſmus treulich getrieben wuͤrde.
38. Damit dann in dieſem und allem, das |
zur Ehriftlichen Reformation erfordert wird,
thaͤtliche Beſſerung erlangt, und recht ins Werk |
bracht und erhalten werde, wird vonnoͤthen ſeyn,
daß den ordentlichen Obrigkeiten ihr freues gun ı
fehen und Anhalten indem allen, wie das die!
Nouell® Chriſtlich verordnen, aufgelegt und |
befohlen werde; welche auch dazu verhelfen foln »
len, daß den öffentlichen abgöttifchen Mißbraͤu⸗
welche auch ‘aufs ge \chen, Die auch im Bud) zum theil vermeldet
faͤhruchſte verfallen if, "wieder aufzurichten, ſeyn, gewehret / und niemand bie wuſten vers i
| \ erb⸗
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niglich würde frey gelaflen.
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erden. 2 RE — —— —666
* 39. Wo nun der Allmaͤchtige feine oͤttliche
—
422. Doch dieweil das Vol nunmehr die Ein- Juni | |
ſetzung Ehrifti, welchermaſſen das Sacrament heit etlicher Glieder, die alsbald den andern, gleiz
daß denn daffel
"a, Abfepnir. Von dem Reichstag und Eoloquio zu Regenfpurg. 897
In Nergerniffen der „Kirchen deſtattet ffoͤrdert und von niemanden betruͤbet wuͤrden; es
waͤre dann, daß jemand den verglichenen Arti⸗
keln etwãs zumider lehrete, oder handelte, oder.
Gnade uns mittheilen wollte, daß auf erzehlte ſeines Lebens halben im Kirchendienft nicht zu
Walſe dem wahren Wort GHOffes und den |gedulden wäre. |
alten Canonibus, fo aus dem Wort GOttes 44. Zum dritten, daß ſich die Ständeau
gezogen ſeynd, ie möchte Statt — der leiblichen Verſehung für ſolche Diener, je
und demfelbigen nad) die ſchweren Mipbräu |die Schulen, fo viel jeßt im Anfang gefchehen
che, fo im geiftlihen Stand und ganzen Volk |möchte, verglichen. a
Eprifti eingeriffen, und alſo gefäßrlichüberand | 45. Zum vierten, Damit unorbentlicyer Zus
genommen haben, abgeftellet und in Beflerung |grif, und alle unbillige Neuerung deftomeniger
‚gebracht würden; fo wäre fonder Zweifel allen |zu befahren, möchte ein tapffer und unparteyiſch
Sachen geholfen, und ſchon eine Chriftliche, |Cammergericht, mit ‘Bewilligung beyder Thei⸗
beftändige Reformation der Kirchen erlanget, Ile, geordnet werden, Das, wo ſich etwas Span
daß der Herr Chriſtus bey uns regieren ‚und joder Irrung ob diefem Anfang der Neforma«
alles Guts, an Seel und Leib, reichlich verlei tion zuftagen wollte, Entſcheid und Urtheil ge⸗
ben, und alle Gefahr und Schaden getreulich |ben möchte. |
abwenden würde. | 1,46. Nun hiergegen und zuwider ber ganzen
40. Dieweil aber folche ganze Reformation |Reformation wird vorgeworfen : es möge Deuts
ins Werk ohne. eine Mationalverfammlung ſcher Nation nicht gebühren, etwas in der Re⸗
- niche wird zu bringen feyn, fo möchte doch diefer |ligion, ohne Die andern alien Nationen,
Anfang alsbald wirklich gemacht werden. . |ju andern, und wo man das thun wollte maͤch⸗
An. Erftich , daß verordnet würde, daß die te man ein ſchweres Schisma und Ungleichheit
Chriſtliche Lehre, vermöge der Artikel, fo ver. |mit andern Nationen, Aber daft zu bevenfen,
glichen werden, alsbald allenthalben im Reich daß allen Chriſten vonnoͤthen ift, alle befannt-
gefuͤhret und treulich getrieben, und Die Sacra- liche Mißbräuche, fo bald fiedie erkennen ‚abs
menten und andre Ceremonien, denfelbigen Ar- |zuftellen, und Chriftliche Reformation anzu«
a gemäßigften, fo viel in jeder Kirchen nehmen, in allem, das man weiß vom HEren
it Beſſerung geſchehen Eönnte, gereichet und |in feiner Schrift geboten feyn. Und wer mie
eüber würden; und daßin den unverglichenen |folcher Befennenig zum erften begabet wird,
ſrtikeln jeder Stand alles, fo gemäs den vergli- |derfelbige foll den andern ein Erempelder Beſ⸗
chenen Artikeln, halten ſollte, als auch ein jeder ſerung vortragen. Diß machet auch EeinSchi-
mit wahrer Beſſerung des Chriſtlichen Volks ſma oder abſcheuliche Ungleichheit an dem Lei⸗
vermoͤchte. be Chriſti, der Kirchen; fondern iſt ein ſeliger
und loͤblicher Anfang der Reinigung und Gefund«
che Reinigung und Geſundheit zu erlangen, de⸗
fto befier dienen mögen. So hat mans auch gnug
erfahren, daß der allmächtige GOtt die‘, welchen
43. Zum andern, daß jeder Obrigkeit und |er fein Wort und Willen gnaͤdiglich eröfner hat,
Kirchen aud) Macht und Befehl gegeben wuͤr⸗ dabey erhält ‚und ihnen verleiher, daß fie eher die
de, zu fehen nach recht freuen und bewährten Welt laſſen, Dann von Epriftlicher Reformation
Dfarrherren und andern Kirchendienern, und Jabftehen. Wo mandann die Chriſtliche Refor⸗
diefelbigen in ihren Kirchen anzuſtellen, die inteh- |mation nicht insgemein fördern wollte, fo wuͤr⸗
ve und andern Kirchendienften, auf jetzt erzehl- de mit ſchwereſtem Zorn GOttes eine wahre
beyder Geftalt j reichen fen, allenthalben weiß,
ige alfo zu empfahen auch män-
te Maaſſen, ſich aufs treulichfte beweifen. Daß | abfcheulidye Spaltung bey ung felbft in Deuts
‚auch die Obrigkeiten hierinn von männiglich. be-tfcher Mation, zu unferm endlichen Berderben
——— Schriften 17. Theil. si ala
von Erbſuͤnde, von Ehrifto, und alfo fort von
"898 Cap.ız. Donderducdh Con dert 9
> erbaen, und, bemmad-bieäufere Ungtecheit, nach. Gelsgenpet Der Zei Das oft Zri
‚gegen andern Nationen aud) bleiber ‚und die-|bevafe, a ——
felbigen auch fo viel mehr geärgert und an Chriſt⸗Und allezeit ſollte zu Ende ber Predigt ans
- Hcher. Reformation verhindert werden... . | gehängt werden eine Vermahnung zur Buf-
">47. Dermegen follen wir mehr auf GOttes
fe, mit einer gemeinen Abfolution , für diejes
Gebot und die alten Canones [eben und denen
gehorchen, welche jeder Provinzen und Nation
‘gebieten, was Unrechts in Kirchen eingeriflen,
Yalsbald. das erfennet, abzuftellen‘, und derhal- |.
ben aud) ißre Prouincialia und Nationalia Con-
cilia zu halten. Und indem follte Feine Kirche,
” Provinz oder Nation auf die andern harren,
40 etwan nicht gleichen Berftand Haben, oder
“aus andern Urfachen nach der Reformation nicht
trachten. Se viel von Beſſerung der Miß-
bräuchen, in dem geiftlihen Stand und Heli»
‚gionsfadyen eingeriflen: © |
gen, ſo ſich beffern und in Gottesfurdye und
Hegenmartige Nothdurft.
IT. Und nachdem der erſten Kirchen Ge
ren, faſt an allen Orten ganz verloſchen und
abgangen: fo iſt der erſten Stuͤck eines zur
Reformation noͤthig, den Catechismum roles
derum für die Kirchen anzurichten. Derohal
ben zu ordnen, daß alle Wochen der Pfarrherr,
oder Diaconus, zwey oder drey Stunden den
Kindern etwas.aus dem Katechismo zu lehren,
Si 1. ordentlich und einfältig vorgebe und fie verhẽ
Bedenken von der Reformation der Rir.| te;nad) einander, den Ölauben, Zehen Gebot,
&en, geftellt durch D. Philippum Me: . | Vater Unfer, die Lehre vom Ölauben dadurch
anchthon ., bir gerecht und GOtt gefällig werden, von
acramenten, von der Bufle und. guten Wer⸗
CN ieweil in der Chriftlichen Kirchen die nö-| Een, von Geduld in allerley Leiden und Creuz.
Dethigſte, fuͤrnehmſte und erſte Sorge fenn) Billig foll die Kindheit bedacht werden, al
foll, daß das heilige Evangelium recht, Elar | der beffere und reinere Theilin der Kirchen und
und rein den $euten vorgefragen werde, waͤre GOttes Volk, darum foll man fie fleißig un
fehr nüßlih, daß eine gemeine, ordentliche,
richtige Summa der Epriftlichen und noͤthig⸗
sten !ehre, als ein Catechismus geftellet wür-
De, von GOtt, von den dreyen Derfonen ei-
mes göttlichen Weſens, von der Scyöpffung,
wohnt, alt gethan, wie man ſpricht. Wenn
das Herz, fo es zarf und rein, zur era '
im Alter gröffere Liebe und Reverenz zu GO
tes Work, und allen Tugenden; Dazu mas
man jung lernef ind einbilder ‚davon kann mann
hernach viel eigentlicher und gewiffer richten
und reden, Denn was man erft im Alter zulere
Den folgenden Artikeln des Glaubens. In die-
fer Summa wäre nüßlich, die verglichene Ar-
tikel mit zu feßen, dadurch würden viel rufe
Chriſtlich und feliglich unterrichtet, und wuͤr—
* Einigkeit der Kirchen unter ſich alſo ſelbſt
olgen. |
MH. Yud) ift mie Ernft zu verfchaffen, und
darob zu halten, - daß an Sonntagen und an-
dern Feften die Dredigt nicht umterlaffen wer:
De, und follen die Befehls haber über Die Kir-.
chen anhalten, daß die Pfarrherren rechte und
Epriftliche Lehre predigen, und Materien ‚.die
dem Volk zur Seligfeit,. zu rechtem Gottes.
biesft und vechter Anruffung, Dienlich und nuͤtz
Ach) find, und von folhen Sachen, Davon
GoOtt ernfilich und oft geboten, daß man die
Kinder fen Beiliges Wort lehren fl.
chen dazu Dienen follen, Die jugend zu erin-
nern und zur Erkenntniß EOctes zu ziehen und
zu gewöhnen: fo foll Durch die Befehlhaber über.
die Kirchen Einfehen gefcheben, daß ſolche ehr⸗
liche und ernſtliche Seremonien erhalten were
Bilder umher fragen, und wie an erlichen Or⸗
’ T Fa
noente 3, Reichorägeaefchren Maigioneoergt. App
„IV... Diemweil aud) die Ceremonien in Kite
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je⸗
Glauben wachſen; item, ein gemein Gebet für |
J
wohnheit, die Kinder den Catechismum zu leh⸗
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terweiſen, befonders, diemeil auch dieſer grofe
fe und merkliche Nutz dabey ift, daß jung ges
und Gortesfurcht gezogen, folget auch hernach
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nen anfaͤhet. Ueber diß alles iſt öffentlich, dag
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den, und dagegen bie fpöttlichen abgetban, a
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"Abfchnite, "Dondem Reid hstag und Colloquio zu Regenfpurg. ar
en die Weite ift, dafs vier ftarfe Männer an len feinen ordiniren, ohne gemwiffen Kicchen«
einem Ereuz zu fragen haben. dienſt, wie foldhes im Eonctio ——
nnd aud) die Bilder von unwahrhaften beſchloſſen, und ſollen micht müßige Paſtores
Hiſtorien in der Kirchen, oder dazu man Taufe ſeyn, allein dazu ordinirt, daß fie ifte Nahe
und da Hülfe fucht, abzufrhaffen 2. Solcher rung mit Meglefen ſuchen, wie es fehrgemel
Mipdräuche Beflerung follte in jedem Bis: iſt. & 9
thum etlichen Chriſtlichen und verſtaͤndigen Ne) Man ſoll auch keinen ohne fleißige Verhoͤr
genten befohlen werden. gjotbiniven, Dazu vonnoͤthen, daß in jedem
SV. Dazu gehoͤren nun tuͤchtige Pfarrherrn, Bis hum etliche ehrliche, gelehrte und erfahr⸗
Praͤdicanten und andere Kirchendiener; daß ne Maͤnner verordnet werden, die Ordinan⸗
man aber nicht tuͤchtige Perfonen hat in Kir. ten zu verhoͤren, welche niemand zur Ordinga⸗
chenaͤmtern, kommt vornehmlich aus zweyen |tion zulaffen follen, er bringe denn Zeugniß
tirfachen : die eine iſt, daß die Herrn, fo das |von feiner Vocation zu gewiſſem Amte, und
Tus patronatus ‚oder die Collation Haben, aus | von feinen Sitten. Darnach foll man nad)
Gunft, oder um Genieß willen, oder andern der gehre fragen, was fein Berftand und Glau⸗
unziemlichen Urſachen, untüchtige- Perfonen be ſey, in allen Hauptartifeln der Chriſtlichen
prafentiven er ‚Religion. Iſt einer ganz -ungelehre, fo folk
"Die andere Urfach ift, daß die Biſchoͤffe man ihn niche zulaflenzur Ordination; ſondern
ohne Unterfcheid alle Priefter, und ohne red. |foll den Patronen angezeigt werden, einen alte
te Verhoͤr und ohne Unterweiſung, zulaſſen dern rüchtigen zu fuchen; hat aber einer ziem⸗
und ordiniren. Denn dieweil fie wenig Sor⸗ lichen Verſtand, und iſt Hoffnung zu ihme zu
ge haben für der Leute Seligkeit und Heil, haben, daß er Fleiß thun und ftudieren werbe,
adıten fie nicht, ob die Pfarrherren gelehrt oder ſo foll man ihn einen Monat oder zwey aufe
ungelehrt find, halten Feine Bifitation, laſſen halten, und ihm einen Eraminator zuordnen,
fie nicht untermweifen, fragen nicht nad) der der ihn freulich unterweiſe; denn die Exami—
Seelſorge, ſondern haltens für feemde Sachen. |natores follen nicht -allein dafigen, einen auf _
“VI. Diefen Urfachen zu begegnen, iſt erſt⸗ einmal, oßne befondere Arbeit, zu verhören;:
lich von der Collation zu reden, wie die Praͤ⸗ |fondern follen auch die Geringen unterweiſen
benden zu lien. | und oft verfören. ;
Irn Stiften wäre gut,daßordentlihe Wahl] DieBifcyöffe undBefehlhaber follen auch die⸗
faut der Canonum (Canonica Eledio) mie-|fes alfo beftellen, daß die armen Ordinanten
derum angerichtet und gehalten würde, daß | Die Zeit Unterhaltung haben, und mit etlichen:
man auch nicht zulieffe,, durch den Päbftlichen noͤthigen Büchern verforget werden, und ob
Monat, oder andere Practifen, twie die mö« ſich die Bifchöffe diefes Koftens beſchweren
gen Namen haben, ungelehrte Perfonen und |wollten, follen fie gedenken ,: daß keine loͤbliche⸗
an Sitten ſtraͤflich einzudringen., - re und Oott gefälligere Eleemofynen find,
Weiter, die Pfarrherrn belangend, damit |denn der armen Priefter Studia, zu Wohle
niemand fein Ius patronatus genommen werde, fahrt der. Kirchen und Seelen Seligkeit , foͤr⸗
fo follen die Patroni dennod) auch Zeugniß von dern. Daß auch ifnen zu folchen Eleemofynen
der Kirchen hören, ob die Perſon, fo zur Pfarr dieſe groffe Kirchengüter gegeben find, dar⸗
anzunehmen, einen Cpriftlichen Berftand Ba- | um follen fie den armen Drdinanten Herberg,
be und guter Sitten fey; und foll die Kirche und verftänidige Leute, fie zu unterweilen, ver⸗
Macht Haben, einenunrechten Lehrer, oder der ordeen. ET
in Unzucht lebet , zu verwerfen, oder die Sa-| VIU. Daß auch die Dfarrheren und andere
che an den Biſchof, oder die rechten Befehls⸗ Kirchendiener, Priefter und Diaconi, GOtt
haber über die Kirchen, gelangen zu laflen. | mit gurem Gewiſſen und rechtem Glauben. an⸗
VIE Die Biſchoͤffe, oder Befehlshaber fol-L vuffen — das Geſetz und alle Price
oe i = % sl 2 f [4
— —e — ö— — ——— — — — — —— — — — — — — — —
— — —
BEE. A
902 Cap. 8, Donder durch Convente u, Reichstäge gefüchten Religionsvergl,
dadurch den Paftoren.die Ehe verböten, abge» ren die Kirchengericht icht ernftlic) gehalkeı
than werden; und foll zugelaffen werden, ehr» | wie wir hernach fagen wollen.
liche Männer, fo in der Ehe leben, zu Prie-| Dodyfollden Pfarrheren bafohlen werden, die !
ftern zu ordnen und zu wählen, auch denen, | Sacramenten mitgebüßrlicher Fuͤrſichtigkeit ı
fo ledig gewaͤhlet und Priefter ordinirt ‚hernad) | reichen,und niemand zu abfolviren der nicht Bek .
ehelich zu werden. Denn fo diefes nicht zugelaffen | ferung feinestebens zugeſaget, und fo esifnenmos +
wird, iſt es vor Augen, daß an vielen Drten glich, follen fie die Ungehorfamen, welche in |
die Pfarrkirchen wuͤſt und ohne Seelforger blei- [öffentlicher Schande verharren, dem ‚dere k
ben müffen. Wie man weiß, daß jeßund ordneten Kiechengeriche, oder fonft der Obrig⸗
aus diefer Urſach "viele Kirchen, befonders in |Feit anzeigen. _ * | ee
der Bifchöffe fanden, ledig fiehen. X. Die Pfarrheren follen- jährlich) einmal
Derohalben foll billig dieſes menſchliche Verbot ihr Volk, befonders die Ungeleßrten und Une
und unrechte Gefeß der groffen Nothdurft der | geübten, verhören vom Glauben, und foll fol
Kirchen und des nöthigen Amts weichen, welches ches in der Kirchen gefchehen. -Diefes kann auch
nicht kann erhalten werben, fo diefes Eheverbot Iniemand wegern, denn wir find alle ſchuldig,
nicht abgethan wird, dadurch die Hortesfürchti- |unfern Glauben zu bekennen, befonders bey
gen vom Amt abgehalten werden. Es iſt ohne |Epriftlichen, gelehrten und getreuen Seelſor⸗
Zweifel allenBurberzigen ſchrecklich zugedenfen, |gern , wenn fie folches von Amts wegen von
welche Menge, fo vielehundert Fahre, ineroige |uns fordern. Da foll auch der Pfarrherr je⸗
Berdammniß durd) diefes Geſeß gefallen.” den, nach Gelegenheit feines Alters und Stane
Darum, obgleidy der ehelofe Stand vielleicht |des, varnünftiglic) und ernſtlich vermahnen, ſich
zu Erhaltung der Güter bequemer ft, fo foll gebuͤhrlich zu halten, und die Ungelehrten uns,
man doch den rechfen Gortesdienft ‚der Seelen terweifen vom Ölauben, - Sitten und Sacra⸗
Heil, und öffentlihe Exempel höher achten; ;
die armen Prieſter, fo fie alfo im böfem ©e-
soiffen bleiben, koͤnnen GOtt nicht anruffen,
menten. a
XI Damit aud) das Volk mit gutem Ga
‚und fallenin ewigen Zorn GOttes und Strafe,
und ſchaden andern Leuten mit dem Aerger—
J
wiſſen und guter Zuverſicht zu GOtt das Sa
crament des Leibs und Bluts Chriſti empfahen
koͤnne, ſollte billig den Gewiſſen derjenigen ge⸗
niß. holfen werden, welche der erſten Kirchen Brauch
Wvoenn die hohen Haͤupter und Regenten wiſſen, daß man dem Volk das ganze Sar
mit fo wichtigen- Urfachen fich nicht bewegen |crament gereicht, und begehren ſich demfelben
laſſen; fondern bleiben fo Hart, und verfindern |gemäß zu halten. Diefe Kegel follt hie billig
in Prieftern rechte Anruffung GOttes, und bedacht werden, Daß niemand im böfen Ges
haben nicht Mitleiden an ihrem ewigen Ver⸗ wiſſen EOtt anruffen kann, denn es ift fluͤch⸗
derben, fo ift wahrlich die Kirche in ſchwerer tig vor GOtt, und laͤßt ſich Chriftum nicht zu
Gefängniß; darum bitten wir, diefes Ehever: ihm führen. —I
bot abzurfun. Damit nun GOtt möge geehree werden,
IX. In allen Sanden ift diefes ein gemeiner und der Seelen Heil gefördert werde, fofindalle
Mißbrauch, der GEOtt Hoc) erzürnek, daß vie- Regenten fehuldig, zum höchften zu verhücen,
8
fe Leute, die in öffentlichen Sünden leben, die |daß rechte Gewiſſen nicdye vermunder werden,
Abſolution und Sacrament empfahen , ohne Diefes Sacrament iſt dazu geordnet, Ölaus
ernftliche Reu und. Befferung, wiewol fie um |ben zu erwecken undTroft zu bringen,undunszur
der Gewohnheit willen zur Beicht kommen, Danffagung zu vermaßnen. Wo nun das Ge⸗
and ftellen ſich andaͤchtig fo fie Doch wiſſent⸗ wiſſen verwundet bleibet, kann 28 den Troft
lich böfen Borfag und Willen behalten. nicht annehmen, kann auch) nicht danffagen.
Dieſer öffentliche Mißbrauch wird daher | Diefe Heimliche Wunden der Gewiſſen follten
geſtaͤrkt, daß die Biſchoͤffe in viel Hundert Jah⸗ vornehmlich die Regenten der Kirchen m
AN ER | un
EEE EEE EEE u —————
/
chnitt. Don dem Reichstag und Colloquio zu Kegenfpurg. _ 905
darum follte das unrechte Ver- |malter. Denn der Kirchen hohe Nothdurft iſt,
8 Kelchs abgerhan werden. _ _ |die Ordination mir ſolchem Ernſt halten, daß
er allergröffefte und gemeinefte MIB: dabey die Drdinanten fleißig verhöret und uns
rauch i 1 bap Fein Kirchengericht von der Leh⸗ termwiefen werden, und daß es nicht allein eine
te und von ben Sitten der Priefter und des bloſſe Ceremonie fey.
Volks gehalten wird. Ban | Weiter ift nord, daß man habe Kirchenge«
- Die Päbfte Haben in viel. hundert Jahren [richte von der Lehre, und folche Vorgänger ‚Date
Fein Concillum um der Lehre willen gehalten ‚Inac fid) die andern Lehrer richten, und Form
laffens auch jeßund nicht zu rechter billiger Ver |und Weiſe zu lehren von kn nehmen.
hör fommen. ——— N Man bedarf auf diefer Gerichte zu den Ehe⸗
- Die Bilchöffe haben Sfficial in Städten fi- ſachen, und Erhaltung eines ernften Chriſtli⸗
Gen, Ehefachen zu verhören, und auf etliche chen Banns. Diefe Bifchöflihen Verwal⸗
eringe Ceremonien zu ſehen. Dieſe Dfficial|ter, oder diefes Kirchengericht , fol; der Herr,
ind ungelehrte leichtfertige Leute, fuchen ‚allein |fo den Bifchöflichen Titel führee, fehügen und:
Geld, und verftehen ihr eigen Amt nicht, Fön.) handhaben. ur
nen es auch nicht ausrichten. -: . | ‚Wenn nundie Stifte goftesfürchtige,, gelehr⸗
- Wir fonnen der Kirchen Elend. ohne Schmer |te, verftändige und geuͤbte Canonicos häften,.
zen nicht gedenken. Deutſche Nation hat viel, |fo wäre das bequemfte, aus denfelbigen fols
die den Biſchoͤflichen Namen und Titel tra- [he Richter zu machen; doch follten etliche ehr⸗
gen; aber Feinen Bifchof Haben wir, der das |liche und gelehrte Laͤyen zu ihnen gewaͤhlet wer⸗
Amt ausrichter, — den, und nad) Groͤſſe der Bisthuͤmer ſollten
» Demnad) denn vier Stücfe find des Bi. |der Gerichte mehr, oder weniger feyn. Doch
ſchoͤflichen Amts, nemlich das erſte, lehren, und | über andereeines das fürnegmfte, mit fuͤrtreff⸗
die andern Lehrer unterweiſen und leiten: das |lichen Leuten beftellt, das ais Statthalter des
andere, Priefter ordiniren, und die Ordinan⸗ Biſchofs zu halten, und das Bifchöfliche Amt .
ten fleißig verhören: das dritte, Kirchenge mit Ernft führer Pr
richt Halten: das vierte, Kirchen vifitiren und] Zu ſolchem Gericht müßten Befoldungen
aufleben, daß fie recht beftellet und regiert wer- laus etlichen Präbenden oder Stiften verords
den: -fo behalten unfere Bifchöffe in Deutfd)> net werden auch find die reichen Klöfter zu ſol⸗
land von diefem allen nur einen Schatten und |cher rechten Kirchen Nothdurft vornehmlich
bloſſe Eeremonien des einigen Stuͤcks, nemlic) |anzumenden; denn foldye groſſe Menge unnüs
der Ordination , welche fie Halten, ohne nöthi« | Ber $eute in Stiften und Klöftern ift unbillig,
ge Berhör und Unterweifung, und find Dane: |und wider göttlich Recht, und tiber die alte
ben meltliche Fürften ; welches doch wir nicht und gemeiner Eoncilien Canones.
- wehren. Damit aber dennoc) die Kirchen ver- | XI. Männiglid) weiß, daß bey den Offi⸗
forget werden, iſt noth, auf Wege zu geden. |cialen leicht zu Faufen ift, fie nehmen Geld,
Sen, daß etliche unverhinderte Perkinen ſich und geftatten Ehebruch und andere Untugend.
ernftlic) der Kirchen Regierung annehmen. Diefe grofle geichtfertigkeit gibt Urſache zu Suͤn⸗
Und tie droben gefagt, daß in jedem Bis, den. Darum ift noth, daß ein rechter Ernſt
thum etliche gewiſſe gelehree, ehrliche Perfonen erzelgt werde in Kirchengerichten und in gebuͤhr⸗
zu der Irdination und Verhoͤr der Ordinanten lichen Strafen, und iſt ehrlich diefes zu erhalten.
zu beftellen; alfo follten diefelben , oder etliche | Weltliche Obrigkeit ſoll ihr Amt mit Ernſt aus«
mehr Perfonen, zum Kirchengericht und Bifi- richten: und mie fie proceder in heimlichen Sas
‚tation verordnee feyn, Daß alfo das Bifchöfli: chen wider Die Laͤhen, in Diebitahl , Todtſchlag,
che Amt einen rechten Verweſer Hätte, nem- |Ehebruch ; alfo gleicher Weite foll ſie die Priefter
AUch einen fuͤrnehmen, geleßrten, fleißigen Res | zu ftrafen Macht haben und ftrafen, fo ſolcher
genten, oder Diefe Anzahlder Richter ‚als Ver⸗ ARiBandlung übermiefen werden, als —
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ſein Amt ausrichten, und dieweil an vielen Dr»
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906 Cap. ı8. Don der Ducch Convente u. Netchsrage gefüchten Neligionsvergl. 907
bruch und anderer Unzucht, Diebſtahls, Todt- ji Kirche Scheu hat vor aller Tyranney, ge
ſchlags 2c. Und ſoll die weltliche Obrigkeit, buͤhrt ſich, In dieſen Gerichten vornehmlich zu
fleißig ermaßnet werden, in ihrem Amt nicht meiden, was zur Turannen gerathen möchte.
faut zu ſeyn. Denn diefem Standift von GOtt Diefe Richter follen auch die Kirchen zu ger er
befoßlen, Zucht zu erßalten und zu fügen; legner Zeit vifitiren und befuchen, und dafih .
wie Paulus fpeicht , Obrigkeit foll gute Werke erkundigen von der Wfarrherren und Prädican-
ehren, und den böfen ſchrecklich ſeyn. tteen Lehre; follen muthwillige Leute, Die unrechte
Nun iſt dieſes nicht eine geringe Urſach vie · Lehre ins Volk bringen, ſtrafen, und die une
fer Untugend, daß die Officiale die Strafe des ‚rechte Lehre mit Chriſtlichem Grund verwerfen
Ehebruchs zu ſich gezogen, und alſo Urſache ae» und verbieten. Sollen auch Abgötterey und
geben, daß weltliche Obrigkeit nichts Dazu ge⸗ Mißbräuche, fo vorfallen, abtkun, als die Goͤ⸗
than. ea | ‚.. Igen, dazu das Bolk läuft ıc. u
Dasgegen aber foll weltliche Obrigkeit wiffen, | Sollen aud) verfchaffen, daß die Schulen
daß ihr GOtt befoßlen, ale Untugend und recht beftellet und die Jugend mit nüßliher |
Schande mit leiblicher Strafe zu wehren, dar⸗ Lehre und guter Ordnung unteriviefen, und in
inn foll fie vechten Zleiß, Ernſt und Eifer ers |guter Zucht gehalten werde. Sollen auch Fleiß
zeigen. thun, daß man ein Auffehenhabe aufdie Buch⸗
Daneben foll aber das Kirchengericht auch drucker, Denn merklich daran gelegen, welhe
Lehre und Meynung (die Neligion und ſonſt
alles Wefen belangend,) den Leuten eingebildet
wird, durch Schriften und Bücher, die fie füge
ich und mie Willen leſen; und iſt vornehmlich
zu verhüfen, daß man nicht falfche Lehre in der
Religion, und Schmachfchriften drucken laffe-
Darum ſoll die Obrigkeit in allen Städten
ehrliche, gelehrre, verftändige Auffeher verord-
nen, ohne welcher Bewilligung nichts ans Licht |
‚gebracht werde. ——
Auch ſoll Erkundung geſchehen von der
Pfarrherren und der Laͤyen Sitten, und wo
man befindet, daß ein Pfarrherr eine boͤſe
That begangen, foll er Teiblicher Strafe, wie \
ein Län, untermorfen feyn. Und bevenfen mir,
daß derhalben deſtoweniger der Priefter um
Ehebruch und anderer Anzucht willen zu vers
ſchonen, dieweil wir fuchen, GOtt zu Lob und
ihnen zur Seligkeit, daß ihnen der Eheſtanb
nicht verbofen werde.
Soll derwegen an ihnen Unzucht mit harter
feiblicher Strafe geftraft werden. ! A
Auch follen Die Bifitatores anhören, wie es
mit der Kirchen Einkommen gehalten wird, |
rehr und verſchaffen, daß den Pfarrherren und an⸗
mand in den Bann thun. dern Kirchendienern, und den Schulmeiftern, = |
. Denn Kirchengerichte Beiffen darum alfo , |die Befoldung freulich entrichtet werde. _
daß mehr Leute, Denn eine Perfon, dabeyfeyn] XIV. In Schulen ift vornehmlich) der Saae
follen, wie aud) Paulus befohlen: und dieweil men Epriftlicher Kirchen, dazu lernet man me
) nr
ten weltliche Obrigkeit ‚aus alter und böfer Ge
wohnheit, laß ift in Strafe bes Ehebruchs, fo
follen die Pfarrherren und dasKirchengericht de
fto mehr Fleiß und Ernfterzeigen in ihrem Amt
und Befehl. N
Der Pfarrherr foll diejenigen, fo in öffentli-
hen Sünden liegen, zur Beſſerung vermaß:
nen, als Ehebrecher, öffentliche Veraͤchter
Chriſtlicher Religion, die GOtt unehren mit:
Fluchen und anderm dergleichen. So nun ein
folcher nicht Beſſerung anfaher, foll ihn der
Pfarrherr den Kirchengericht anzeigen; Die-
felbigen follen, Fraft ihres Amts, vie Sache
. ‚erfunden gb den Schuldigen verbannen, und
Diefes ihr Urtheil der weltlichen Dbrigkeit an:
zeigen.
Und follen diefe Gerichte alfo beftelle feyn mit
einer beftimmeen Zahl etlicher gelehrter und ge-
rechter Männer, daß nicht jemand aus Haß,
oder anderer Unbilligkeit, in Beſchwerung ge-
führet ‘werde, | |
Es foll aud) der Pfarrherr nicht allein, ob-
ne die Richter, oder fonft ohne Beyſeyn etli
cher ehrlicher Männer, aus feiner Kirchen je:
*
14 die Gewalt Dadurch zur beſtaͤtigen; aber die Al-
andere löbliche Kinfte, zu guter |
rn in Summa, löbliche Schulen find
‘ber Brunn are im menſchli⸗
mM ev
—
2
ar
ie. verfallen, muß groſſe
Blindheit folgen in der Religion und andern
nüglichen Künften, Gefegen und Hiſtorien,
“und folget ein grob viehifch. eben und Weſen
bey den Leuten; darum haben alle weiſe Ne:
genten bedacht, daß die Schulen zu erhalten,
und daß fir ein groß Licht ſeyn des bürgerlichen
gebens. : u
Vielmehr ſoll man in der Chriſtenheit Schu:
fen erhalten, daß darinn Chriftliche Lehre und
andere Künfte für und für ausgebreitet roerden,
welche die Sugend anleiten , göttliche Lehre or-
Dentlich zu faflen, und fonft zu aller Zucht und
Tugend dienlich find. - | —
Hierinn ſoll uns auch bewegen die loͤbliche
Gewohnheit der Kirchen GOttes von Anfang
ber. GEStt hat bey dem Tabernakel, den er
Moſi zu bauen befohlen ‚ und darnach bey dem
Tempel, eine grofle Anzahl Leviten haben wol-
len, gleich einer Schule, da die Jugend bey !
einander hat ſtudiren, und GOttes Gefes, Hi-
florien und andere nügliche Künfte, lernen an
müfen
Alſo iſt Samuel in feiner Jugend zum Ta-
bernafel, als in eine Univerſitaͤt, gefandt, und
bernad) Elias, Eliſaͤus, Johannes Baptifia,
Chriftus, haben befondere Schüler gehabt,
Dergleichen hernach die Upoftel, wie Ire—
naͤus eier von Johanne, daß viel um ihn
gervefen als Schüler, die er unterwieſen,
auch; aufler der gemeinen Predigt. Von
Wicher Gewohnheit find erſtlich die Stifter
Berfommen, und war fehr nuͤtzlich, daß
ſolche Seute bey einander waren, Die Zeugen
feyn konnten, welche Bücher von den Apofteln
er „Pücheen und ‚der Apoftet Lehre und
rftand,.
Hernach aber, als die Stifte reich worden,
fie und die Bifchöffe mit weltlicher Regierung be-
(laden worden, find die Studia bey ihnen ge=
fallen, und find groffe Kriege dazu kommen,
und fremde Voͤlker in Aſiam, Graͤciam und
Italiam gefallen, Daß man aud) fonft wenig
ſtudirt hat; da find viel Irrthuͤmer und Super⸗
ſtitiones eingeriſſen. Hernach iſt der Moͤnche
Theologia in die Welt kommen, die iſt ver—
mengt mit ungereimter Philoſophia und Heu⸗
eheley. Dieſe Theologia fällt nun auch dahin;
Darum fordert die hohe Nothdurft der Ehriften-
heit, daß die Negenten ein Einfeßen haben, und
verfshaffen, Daß wiederum in den Schulen und
Univerſitaͤten die Chriſtliche Lehre rein und
gründlich gehandelt werde, daß man die Schu⸗
fen alſo beſtelle und erhalte, daß rechte heilfar
me Lehre bleiben und auf die Nachkommen
reichen mg
Und nachdem in jedem Sande viel Pfarrkir⸗
chen find, iſt noth, arme Schüler aus geftifter
Eleemofynen zu unterhalten, toelchen bernach,
fo fie erwachfen und ftudire haben, die Pfarren
+ befedlen,
Alſo bat mans in der Kirchen vor taufend
Jahren gehalten, mit Aufziehung dev armen
Schuler,
Unfer Gegentheil klagt feßr über ung, wie
bleiben nicht bey alfer Gewohnheit; fo doch fie
ſelbſt Diejenigen find , welche viel fürnehmer al-
ter Drdnung gebrochen, haben auch dieſe nuͤtz⸗
liche Weile, die Studia bey den Rirchen zu
üben, weiche von den Propheten und Apoſteln
berfommen , ganz fallen laffen.
Damit nun GOttes Wort nicht verföfche,
follen alle Regenten mit hoͤchſtem Ernft ver-
fhaffen, daß: die Schulen recht befteller und re=
empfangen, und was ihr Werftand in hohen giret merben ; daß man dazu den Dfarren Santa
Artifelr geweſen. Bon wegen diefer Urſach jaufsiche, —_ A
werden Diefelbigen Schulen. und Eoflegia eft| Es bedürfen auch die Univerſitaͤten zu diefer
angezogen und wird Dabey gepreifet Die erbent-
liche Succeßion, davon man jeßund vie! redet,
ten haben fie horh geachtet, Derhalben, daß die:
Zeit zweyerley Beſſerung, nemlich, in der Zchre
und Sitten. Wie nun Die Lehre fern ſoll in
Theologia und andern Kuͤnſten, davon ſellen
rhalb die Verſtaͤndigen und Gelehrten an jedem Dre
felbigen Verſammlungen gewiſſe Zeugen geroe- Igufe Ordnung machen, Daß die Jugend
nice
alltin
5c8 TI, wan Don dem Reichstag und Colloguis zu Regenfpurg. ⸗
nf Regierung
*
gro Cap.ıg. Don der durch Convente u. Beichstägegefuchten Keligionsvergl. gır
allein zu weltlichen Künften, fondern vor allen, Und. wäre befler, folch Klofterfeben ganz ab-
zu G ttes Erkenntniß und Chriſtlicher Lehre thun, denn daß Chriſtliche Pfarrherren mit ih⸗
gehalten werde. BUBEN... ven frommen Weib und Kindern, und fleigige
tem, daß fie nügliche Künfte lernen, und Schüler, Hunger leiden müffen, oder Die Kir: -
Die rechte Philoſophie, nicht Die unnüge vermwi-|djen ledig and wuͤſt ſtehen, ohne Seelſorger,
ckelte Sophilterey , Dadurd) gute Ingenia ver: oder daß die Studia untergefen..
fäumet, verwirret und verderbet werden, Dieweil Ehriftus fpricht: Dem Arbeiter
Doch wie es mit. den Studien zu halten, iftigebührt fein Lohn; und Paulus: Rein
an jedem Ort Durch Die Berftändigen zu ord- | Rriegsmann. Fann reifen ohne Sol, it oͤf⸗
en ae fentlich, daß eg GOttes Gebot iſt, zu der Kir-
Aber Die Reformation der Zucht und Sitten | chen Beftellung, den Lehrern und Schülern Bes
-belangend, kann man ohne Hülfe der Obrigkeit |foldung und Hülf nach Gelegenheit zu ver=
nichts fruchtbares ausrichten. Denn, foll Dem |fchaffen. BD
Muthwillen im jungen Volk gefteuret werden,| Aus diefer Urfach haben Chriftliche König
fo muß es wiederum in eine Furcht gebracht und Fürften den Kirchen die geoffen Güter zu
‚werden, durch ernftliche Strafe, Kerfer, Stau: |folhem Brauch gegeben. Nun ift unbillig,
pen und dergleichen: denn die Jugend viefer |daf unnüge Perfonen diefelbigen verzeßren, und
Zeit ift fo wilde worden, daß fie fich mit Wor-|daß nöthige Dienfte unbeftellet bleiben. Diß
ten allein und Gebeten allein nicht will regie: |ift durd) der Hohen Regenten Rath und Zuthun
ven laffen, darum muß man auf eine andere zu ändern.
Weiſe gedenken, daß Die Tugend in ein einge-| Aber von den Sungfrauftöftern iſt in alle
zogener, fliller, züchtiger WBefen gebracht wer⸗ weg gut, die ſchwache weibliche Natur von
de, daß fie auch zu Öottesfurcht mit Beten, den Geluͤbden ledig zumachen. Denn dieNe
Predigthören, und dergleichen Chriftlichen Le= |genten follen diefe Regel allezeit vor Augen ha⸗
bungen gewöhnet werde, - ben, daß fierechte GOttes Anruffung nicht ver
XV. Zu diefen dreyen, nemlich zu Beftellung | Bindern follen; nun fann man GOtt mit boͤſem
ber Pfarren, der Gericht und Schulen, bedarf | Sewiffen nicht anruffen, follen auch die See
man geftifter Zins und Einfommen: foldye hat |Ien nicht von GOtt in ewige Verdammniß
man auch) (durch GOttes Gabe,) reichlich, fo |reiffen. das.
mans nur recht anwenden will. Denn diefer| Diemweil denn fehr viel in folcher Schwach⸗
Weg iſt leicht zu finden, daß der Adel in Stif: heit böfe Gewiſſen haben, füllen billig die Ges
ten Das gröffere Theil des Einfommens ge⸗ luͤbden abgethan werden. a eg
brauche, und dennoch daneben noch etliche] And follte doch den armen Sungfrauen vom
Stift und Klöfter zu gemeldter Beftellung ge-| Adel von diefer Klöfter Einkommen geholfen
wandt werden, nemlich zu Beflerung der Dfar- | werden; alfo, daß jährlich etlichen Sungfrauen
ren, zu Unterhaltung der Perſonen, fo zu den ein Geld verordnet würde, und die Güter dera
Gerichten und Bifitation follen verordnet |Balben ereulich beftellet. |
- werden. Denn, daß in elöklöftern, in Dörfern, oder
. tem, zu den Schulen, da man nicht al⸗ da nicht viel Leut wohnen, Jungfrauen bleiben
fein den Legenten Befoldung geben ; fondern |follten, ift nicht zu rathen.
auch eine Anzahl armer Knaben, fo man dain| Will man aber etliche Sungfrauflöfter in
Ehriftlicher Lehre aufzuzießen, erhalten muß. |Sungfraufchulen verwandeln das wärein Stäbe
Zu diefem Brauch follte man diereichen Klös |ten zu tfun, da ein ehrlich) Regiment ift, und
fter wenden, darinnen jegund eine folche groſſe da ehrliche gottesfuͤrchtige Matronen die Ju
Menge müßiger und unnüßer Leute den Pfarr: |gend regierten. | 2
herren und armen Schülern das Brod vor) Und wäre wohl zu wuͤnſchen, daß folche ehr⸗
Lem Maul hinwegnimmt | liche Jungfranfchulen, oßne Geluͤbde, ange |
—
|
|
un u
312 U, Abfkhniet, - Don dem Reichstag und-Eolloquio zu Regenſſurg. 913
Ziminden, darinn edle und. andere Jungſrauen ſonderlich in Betracht der obgemelöten P. H.
efen lerneten und in Chriftlicher Sehne, Chuift Legaten Schriften, und Base man. diefer
hen Uebungen, und zu gufen ‚Sitten aufge: Handlung halben nunmehr eine lange Zeit bie
zogen würden, und möchfen gleichwol, fo fie er- gernejt, und. gleich ‚über die vielfältige Mühe
achfen, Berausgehen und ehrlich und Ehriſtlich und Arbeit, fo ihre Majeftär hierinn fürge-
freyen. — J wendt, nichts weiters hat moͤgen ausgerichtet
ESciche Schulen wären eine Nachfolgung werden: dieweil auch unfers heiligen Chriſtli—
der alten löblichen Gewohnheit, da bey dem Ta: chen Glaubens Erbfeind, der Türk, in treffli-
bernafel und Gotteshaus zu Jeruſalem ehrli her Ruͤſtung und Uebung ffeht, die Chriften-
che Matronen Die jungen Sungfrauen:aufzogen, beit zu Waffer und zu Land gewalliglich anzu:
unterwiefen im Gottesdienft, wie die Prophetin greifen und zu befchädigen : So achtet ihre
Anna, und Eliſabeth, die Mutter Johannis Majeſtaͤt vonnoͤthen zu ſeyn, daß zum foͤrder⸗
Baptiſtaͤ, da geweſen, zu welcher Maria, ihre lichſten zu endlichem Beſchluß und Abſchied die⸗
Ehre zu hören, gekommen. u)... fer Keichshandlung gefchrikten, und von we⸗
SHE, der- Vater unfers HErrn JEſu Chri⸗ |gen der Religionsſach, auch von Frieden und
fi, der ihm eine Kirchen evwäßler, darinn er echt im heiligen Reich, und mie diefelbigen
eiviglich gepreifetwerbe, wolle fie reinigen, vegie- voll zogen und gehandhabt, Desgleichen von der
ven, mehren und ſchuͤtzen. Amen eilenden und beharrlichen Huͤlfe wider den Tuͤr⸗
| 1% — — fken, befchließlich gehandelt werde, und ihre
KRäyferliche, auch die Nömifche Königl, Ma-
Röyfalicher Week abſchiedlicher jeſtaͤt und gemeine Stände, und ein jeder fei-
| ' % nes Theils hierinn fein Vermoͤgen fürmenden,
Vorfehlag, allen Ständen den 12, Julii vor dem Derfolger gemeiner Chriftenheit mit ftatt:
Sehalten. — lichem Widerſtand zu begegnen.
DI Roͤmiſch Kaͤyſerliche Majeſtaͤt, unſer ILL, Und wiewol ihro Majeſtaͤt gern gefehen,
allergnädigfter Here, bat auf der Chur- und von den Ständen vernommen hätte, die
fürften, Fuͤrſten und Ständen, und der Abwe⸗ | Wege und Mittel, die fie zu Fried und Necht,
fenden Gefandten und Botschaften raͤthlich Be: und Handlung deffelben, für gut und dienlic)
denken , und von wegen der Neligionfachen alle angeſehen, wie dann ihre Majeftät vor etlichen
Handlung, fe die verordnefen Collocutoren mit | Tagen von ihnen freundlich und gnaͤdiglich be—
einander gepflegt, der Päbftlichen Heiligkeit |genre, aber gleichwol feine Antwort empfan-
$egaten communiciren laffen, fein Gutbeduͤnken |gen Hat, nichts defto minder, dieweil die höc)-
Jarauf zu vernehmen, auch demfelben Legaten ſte Roth vorhanden ift. Daͤmit fich dann ißs
diefe Sad, desgleichen die Reformation, da: re Majeftät dem Türfen zu Widerftand und
mit Diefelbe forderlich (mie denn ſolches die Bo= | Abbruch in Gegenrüftung ſchicken und gefaßt
be Nothourft erfordert, und auf bie vorgehalte: machen möge, fo Bat diefelbe für gut angeſehen,
nen Keichstägen zu mehrmalen begehrf,) vorge⸗ den Ständen die nachfolgende Meynung, als
nommen werden möchfe, mit fonderm hoben zu dem Abfchied diefes Reichstags dienlich, vor:
Fleiß befohlen. Auf welche beyde Puncten ob: | ufchlagen.
gemeldter Paͤbſtl. Heiligkeit Legat feine Antivort| IV, Nemlich in Anfeßung der vielfältigen
gegeben, wie die Stände hierbey aus zweyen | Mühe und Arbeit, fo in der Religionsſach nun
Schriften, die er ihrer Majeftät zugeftellt, ha⸗ eine lange Zeit her fürgewendt, und damit die=
ben zu vernehmen. Z ſelbe nicht von neuen in Streitigfeiten gezogen,
II. Dieweil denn ihre Majeſtaͤt in diefer Ne= |auch fernern Unrath zu verhuͤten und vorzufont=
ligionfache allen möglichen Fleiß fürgewandf,und |men, und damit um fo viel defto weniger Zwie⸗
nicht ermeffen kann, daß auf dieſem Reichstag |fpalt gelaffen, auch binfüro mit Hülf des All«
etwas tweiters gehandelt möchte werden, und maͤchtigen und endlichen Bergleichung der uͤbri⸗
Lurtheri Schriften 17. Theih | Mmm gen
914 Cap. 18. Don der Dusch Conventeu, Reichstäge gefüchten Religi
*
ſelbſt für gut anſieht, ſo fern das gemeine Con⸗ tiglich auch zu thun haben, Doch des Aug:
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— an —
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gen ftreitigen Artikeln deſto leichtlicher geſchrit⸗ entſetze oder beſchwere. Und Kaͤhſt Majeſt
ten werden möge, ob für gut angeſehen werde | jetzt alſobald, von wegen des Mißverſtands
(doch des Augſpurgiſchen Abſchieds undegeben,) und Beſchwerung, fo in demfelben Friedſtand
die Duncten, deren ſich die Eolloquenten bey: jeingeriffen, wie nad) Geftalt und Gelegenheit
derfeits verglichen haben, alfo für gut zu hal⸗ der Sachen und Ziviefpalt, der ſich zwiſchen
ten, und es dabey bleiben zu laſſen? zum we⸗ den Ständen erhellt, für leidlich angefehen wür-
nigften bisauf das nächftfünftige gemeine Con de, declariren foll, mit Borbehaltung weiterer .
eilium , dem die endliche Erörterung diefer und) Erklärung, die ihre Käyf. und König. Ma
der andern Puncten vorbehalten feyn folle.\jeftät, oder ihrer einer, fo im *
Dieweil der Paͤbſtlichen H. Legat Das auch! Deutſcher Nation gegenwärtig ſeyn wird, kuͤnf⸗
sp ergl.
cilium förderlich gehalten würde; wie dann def: ſpurgiſchen Abſchieds unbegeben. TE
felben Legaten Schriften mitbringen, und er| tem, daß das Kayf. Cammergericht bey
deß vergewiſſert: oder fo lang, daß fonft Durch ſeiner Auctoritaͤt, Gewalt und Jurisdiction,
gebührliche Wege, mit Bewilligung und Ders wie folches Hiebevor mit Nath und Zuthunge
gleichung der Stände, andere Ordnung und | meiner Stände verordnet und aufgericht iſt,
Borfehung befchieht und ausgerichtet würde, bleiben und dabey gehandhabt, auch dem von
V. Ob auch für gut angefehen, im Fall ſo allen Ständen Gehorſam geleifter werden ſoll.
das Concilium nicht förderlich gehalten und ins | Und ift auch Daneben ifrer Majeftät Begeh—⸗
Werk gebracht werben follte (wie denn folches |ren, daß gemeine Stände Verſehung fhun wol:
die Nothdurft der Neligionsfady zum höchften len, dieweil ihre Kaͤhſ. Majeftät das Cam—
erfordert), Daß alsdenn eine andere gemeine | mergericht nun eine lange Zeit her auf ihre ei-
Reichsverfammlung befchrieben würde, von gene Koften unterhalten hat, und demſelbigen
wegen der Keligionsfachen ferner noch etliche Duartalen an feiner verdienten Bez
vorzunehmen, und die zugebüßrlicher Endfchaft foldung Hinteritellig feyn, damit daffelbige Cam⸗
zu fordern und zu bringen, daran ihre Maje- mergericht folcher hinterſtelliger Beſoldung,
jtäc ihres Theils auch nichts erwinden lafjen auf ihr der Stände Koften und Darlegen, ent=
will; und ift der Meynung, aufs förderlichfte reicht und. Fünftiglich aleichermaflen unterhal⸗
fo immer möglich, mit Verleihung des Allmäch- |ten werde: in Anfehung, daß ihre Majeſtaͤt
tigen, fic) wiederum in das heil. Neich Deu: |daffelbige eine gute Zeit her allein mit ſchweren
ſcher Nation zu verfügen, und in allem der: | Koften, wie obfteher, unterhalten hat. —
maſſen zu erzeigen und zu beweiſen, wie ei-| Lind ob die Stände für gut anſehen, daß die
nem Chriftlichen Käyfer gebühree und wohl) Vifitation des gemeldten Cammergerichts be=
anftehet; und ift auch bebacht, fich jetzo foͤr⸗ fchehen, fo möchte diefelbige vorgenommen wer-
derlich zu Päbftlicher Heiligkeit zu verfügen, |den, nach Drönung, fo Hievor derhalben ge
und von derfelben eigentlich zu vernehmen, was | macht und aufgerichtet iſt. |
_ des Concilii halben zu verhoffen fey. Ihrer Majeftät freundlich, gnadig Begehe
Es follen auch mittlerzeit alle Drücke der ren ift auch nochmals an gemeine Stande, daß
Bücher und Schriften, die Religion belangend, | fie die eilende Hülfe ohne weitern Aufſchub völ-
desgleichen alle Schmähfhriften, es fey von liglich Ieiften wollen, in Anſehung der Hohen
wegen Der Religion oder anderer Sachen hal-| Nothdurft, und daß vonder beharrlihen Hi
ben, zu Drucken oder ausgeben zu laffen bey fe forderlich gehandelt und gefchloffen merde,
ſchwerer Bon verboten werden. damit fernerer Schade und Nachtheil, der ſich
Daß auch mittlerzeit der Nuͤrnbergiſche dem heiligen Reich Deurfcher Nation erfolgen
Friedſtand ſtet und veft gehalten werde, und| möchte, verhüfet und dadurch vorgefommen |
ein Stand gegen dem andern thaͤtlicher Weiſe, werde. |
nichts vornehme, noch den andern des Seinen| Daß auch) gemeine Stande ee
5* IN,
un, ih — ws
5
ey. En
ri
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durft zum höchften erfordert.
ir? 1386. >
Des Römifchen Legaten Antwort, der |
Böäyfı Majeftät gegeben, von der Hand⸗
A - lung des Gefprächs.
Bi
> der Römifchen Kirchen des Titels zu
‚St. Apollinaris Driefter Cardinal, Contare-
nus, unfers allerheiligften Heren des Wabits,
und des heiligen apoftolifchen Stuhls, in Deut-
che Lande Legat und Gefandter von der Sei-
ten. Als wir von der Kaͤyſ. Majeft. in ihrem
‚und der Ehrmürdigften und Durchlauchtigften
Fürften des Heil. Roͤmiſchen Reichs Namen,
befragt worden, was uns für gut anfehe,
ir Caſpar, aus goͤttlicher Erbarmung,
Aſcme Von dem Keichstag und Colloquio zu Regenfpurg. gı7
der Müns, und anderer Puncten hal- uͤberlange folle gehalten werden, oder auf an
- ben, in Ausfchreiben diefes Reichstags vermel- dere fügliche Weile, wie es die Sache erfor-
D a und vorzunehmen fü
dern wird, nach) der allgemeinen Wahrheit er⸗
y 4 © r
Nun it hierauf ihrer Majeſtaͤt freundlich, \örtern möge, und in Anfehen der Händel und
diglich Sefinnen und Begehren, daß Chur: |
n, Sürften und Stände wollen. in allen Chriſtenheit und diefer edlen Nation für nuͤtz
Zeit das fchlieffen und feßen, Das gemeiner
vorgemeldten Punten ohne Unterlaß handlen, lich angefehen wird.
leſelbige aufs fleißigſte bewegen und erledigen,
damit man forderlic) zu endlichem Schluß und
Reſolution Fommen möge, in Anfehung ge
meldter Urſachen, und daß folches Die Not: |
Caſpar Cardinal Eontarenus, Ge⸗
ſandter des apoſtoliſchen Stuhls.
1387.
— Des Römifchen Legaten Schrift, in det ;
er meldet, wie er die Sifchöffe und Prälg-
ten zur Reformation ermahner.habe,
Se eaninbigiten, durchlauchtigften Herren!
Als eure ehrwuͤrdigſten und durchlauch-
tigften Herrlichkeiten geftern in guter Anzahl
zu uns fommen, und wir ißnen etliche Stüde
vorgetragen, die wir achten zu Chriftlicher
Reformation vornehmlich dienſam, haben die⸗
felbigen E. Herrlichkeiten. begehret, daß wir
dasjenige, fo von uns muͤndlich gefage wäre,
in Schriften verfaffen, und denfelbigen euren
ehrwuͤrdigſten und durchlauchtigften Herrlich-
£eiten deß eine Abfchrife zuftellen wollten, da⸗
von mit fie daffelbige defto-füglicher befichtigen und
dem, das in der Religionsfachen zwiſchen den erwegen möchten, Derhalben, damit wir eurem
Collocutoren der Catholicorum und Protefti-
ordnet hat, verhandelt und in Schriften verfaſſet
it, ineinem Bud), von ihrer Majeft. ihnen, den
Eollocutoren, fuͤrgegeben, und auch in etlichen
Zufagen beyder Theil, und.etlichen Quinternen
der Proteftirenden ?
- Hierauf fagen wir, nachdem wir alles wohl
erſucht und erwogen haben, daß uns für guf
anſieht: Diereil die Proteſtirenden in etlichen
Artikeln von gemeinem Berftand, der allge-
meinen Kirchen abtreten, in welchen fie doch mit
der Hülfe GOttes (als wir daran die Hoffnung
nicht hinwerfen,) mit der Zeit auch mit ung ge-
hellen werden, daß von allen andern weiter
nichts geſchloſſen oder gefege werde, fondern
daß man die Sache alle dem Pabſt und apofto-
liſchen Stuhl überfende und zuftelfe, der diefe
Sache in einem allgemeinen Concilio, dasnicht
ehrwuͤrdigſten und Durchlauchtigften Herrlich
_ renden, Die ihre Majeftät zu Diefem Handel ver- keiten willfahren, Baben wir daffelbige, fo wir
uns dünfen laffen, geftern mündlid) vorgetra=
gen zu haben, fo Eurz wir gemocht, in Diefer
"Schrift begriffen. | 8
J. Und iſt das Erfte, daß wir eure ehrwuͤr⸗
digſte und Durchlauchtiafte Herrlichfeiten im
"Herrn vermaßnen und erinnern, belangend un⸗
fer jedens Leben und Haltung, indem mir allen
Steiß anfehren follen, daß wir GOtt dem All⸗
mächtigen gefallen, und getreue Haushalter
und rechtfchaffene Hirten der Heerde des HEren
erfunden werden, Derhalben follen wir zum
eriten alle Xergerniffe vermeiden, auf daß das
Volk nicht aud) nur einen geringen Argwohn
ſchoͤpffen möge, daß wir einiger Wohlluft,
un oder Ehrgeiz ergeben ſeyen. Es iſt auch
zu vermeiden aller Pracht und Leberflußin der
Speife, im Haushalten, in Kleidern und allem
918 Cap. ıg. Donder durch Convente u. Reichsräge gefirchten Religion
andern, das die Lünen und Das ganze Volk darneben 'verlaffen werden. 1 fölle a
pfleget hoch zu arger 0° © folder Umfoften vermieden, und den? a
I. Das andere belanget unfer Gefind, aus |mit groffen Treuen geholfen, und zu ihrer Noth⸗
deffen Sitten , wo die Chriftlich und gut find, durft Die meifte Mildigkeit bewiefen werden. -
wird das Volk erbauet; wo fie aber bös feynd, | Dadurd) werden wir uns GOtt gnädig. (dann
wird es dadurch fehr geärgert, und nimmt leicht |der fich des Armen erbarmet, GOtt auf Wir ı
ab von Sittendes Hefinds, wie die Sirtendes cher leihet/ wie Salomon fagt,) unddas Volk |
Bifchofs feyn. Darum ein jeder Praͤlat die gutwillig machen. - Hiezu wird ſolche Ausſpen⸗
höchfte Sorge ankehren folle, wie der Beilige|dung unferer Güter merklich) dienen,
Bernhardus weitläuftigermaßner im Buch von VI. Das fünfte belangek die Zucht und Uns |
der Betrachtung zum. oberften Pabft Eugenio, terweiſung des Volks. Fromme und gelehr⸗
daß er ihm ein ehrbar Gefind befomme, und | te Männer folle man zu Predigern und Sehe ı
Daffelbiae aud) von aller "Beflefung und Arg⸗ rern des Volks beftellen, die mit Wort und
wohn bewaßre. Sa, Daßers fo untermeifeund Erempei gute Sitten und rechte Lehre Ich
enrichte, Daß das Bolt vom Wandel unferer ven, und die nicht zänkifch feyn, noch die Wider⸗
Hausdiener iu Gutem unterwiefen und erbauet ſacher zu heftig antaften, damit fie nicht. geach⸗
werde, Ä tet werden die Widerwärtigen zu baffen ; füne
‚IN. Das dritte betrife die Sorge der Heer: [dern mehr geſehen, daß fie fie lieben und ihnen
de, die ung befohlenift: darzu achten wir ‚Daß| Öutes gönnen, und vornehmlid) ife Heil ſu⸗
zum vorneßmlichiten erfordert werde, daß dielchen. Dann fo man die Widerſacher fcharf
Biſchoͤffe an ven volkreichſten Dertern ihrer antaſtet, reizet man fienur defto mehr und man
Bisthümer ihre Sitz und Wohnungen haben, ſchet fie halsftarrig, und erbauet das Volk nicht.
damit fie verhüten und verfehen mögen, daß| VIL Das fechite betrift die Unterweiſung
die Sucht, Die jetzt in Deutſchen Sanden Durch: der Jugend in Sprachen und gufen Künften,
ftreichet , nicht einfchleiche, und wo das geſche⸗ Syn denen wir fehen,daß die Proteftirenden nichts:
Ben wollte, alsbald und bey guter Zeit Arzney unterlaſſen, fondern allen Fleiß und Bermögen
dargegen gefhan werde. anfehren, daß fie auf ihren Schulen gelehrte
IV. Wird auch nug feyn, daß die Bifchöffe und berühmte Leute Haben, deren guter Ruf
an den andern Derfern, da fie nicht ſelbſt woh⸗ und Ruhm dieDeurfche Jugend, vornehmlich) die
nen, getreue Auffeher haben, durch) die ſie bey Edlen auf ihre Schulen zu ziehen, anreize und
Zeiten mögen verftändige werden, wo der Wi, bewege, da fie dann ſamt den guten Kuͤnſten auch
derwaͤrtige etwa durch Liſt einbrechen wollte, die $ehre der Proteftirenden einnefmen. Und
damit fiealsbald Berfehung dargegen und Arz · | mern fie dadurd) verderbet find und ſich dem |
ney thun mögen. Es wird. aud) fehr nuͤtzlich nach durcy ganze Deutfche Sande ausbreiten,
fenn, daß fie ihre Bisthümer befuchen, wie |vergiften fie andere auc) damit. Derhalbenift
Die oberften Hauptleute pflegten zu thun in Staͤd⸗ aller Fleiß anzufehren, daß Schulen und Unis
ten, die beiagert feynd, oder fonften von Fein |verfitäten bey den Eatholicis angerichter, und
den befrieget werden. Sie follen aud) Sorge Lehrer beftellet werden, die Eatholich, undauh
haben, daß der Gottesdienſt in unfern Kirchen wahrlich gelehrt fenen in Sprachen und guten
recht gehe, und daß die Pfründen frommen und | Künften, und deffelbigen auch wohl berühmer,
tauglichen Männern verliehen werden. daß die Jugend und der Adel durd; deren Ruf
V. Das vierte gehet an die Ausfpendung |und guten Ruhm zu unfern Schulen und Unis N
der Bifchöflichen Güter und Einfommen, durd) | verfitäten angereizt und beweget, undfamtden
die ein groffer Haß des Volks erivecket wird, guten Künften auch mit rechter Lehre untere |
wenn: manfiehet, Daß der Biſchof groffe Un: richtet werden. | a
koſten anleget, an Weberfluß und Pracht des) Esfollen auch die Bifhöffe die Eltern ers
Hauſes und des Geſinds, und Daß die Armen mahnen, daß fie ihre Kinder nicht auf die En
ie.
hre ſchicken, da nicht der rechte Glau⸗
TE
Ablich
—
ung haben werden.
n wir E. ehrwuͤrdigſten und durch⸗
en Herrlichkeiten, als gemeine Haupt:
, denen viel befondere und eigentliche
relkel, nad) jedes gutem Verftand und Wels»
sit, zugethan werden mögen, tollen vortragen,
damit wir unferm oberften Herrn, dem grö-
fen Pabft, Gehorfam leifteren, der uns die»
‚ felbigen E. Hertlichfeiten zu Chriſtlicher Ne,
- formation zu vermahnen befoßlen Bat, aud)
daß wir daran unfer Amt, das mir tragen, aus:
richten, als nemlic) das Amt eines Legaten des
apoſtoliſchen Stußls, dem die Sorge aller Kir⸗
chen zuſtehet, und daß wir auch damit gnug
thaͤten der bruͤderlichen Liebe und Verwandſchaft,
de wir gegen dieſer eurer fo edlen und theuren
Nation haben.
—J—— Caſpar, Cardinal Contare⸗
nus, Geſandter des apofto-
liſchen Stuhls. |
1388. —
Verantwortung der Prediger der pro⸗
teſtirenden Staͤnde gegen die vorgeſetzten zwey
Schriften des Paͤbſtlichen Legaten.
I,
[8 wir verftanden, daß der Cardinal Con»
] tarenus hat auf diefen Tag kommen fol
len, waren wir gufer Hoffnung, daß er follte
mie feinem Anfehen und Gewalt nicht allein Ba-
ben eine gute Ehriftliche Concordie Helfen ma-
chen, fondern aud) die Chriftliche Lehre mehr ans
Licht bringen und erklären. Dann diefe Groß.
und Freymuͤthigkeit einem gelehrten, weifen
Mann eigentlic) zuſtehet, daß er laſſe freyber-
vorbringen und fagen, was er für recht erfen-
net, Aber feine Erfenneniß über das Bud)
und unfere Artikel, die er diefe Tage vorgege-
ben hat, will unferem guten Erwarten von Ihm
nicht gemäß feyn. ne
2. Denn wir von ihm durch fein umbillig
Vorurtheil verlegt werden, fo er Doch mol fie:
bet, daß wir nichts Halten, ausgeben oder leh⸗
ren, das gefundem Berftande gortfeliger und
gelehrter Leute in der Kirchen Ehrifti entgegen
), fofie nun auch vechtgläubige
Don: dem Reichstag und Colloquio zu Regenfpurg. "938
fey; fondern daß etliche Stücke Chrifkticher Lehe
ve in unfern Kirchen gottſeliglich und nutzlich
erklärst und erläutert worden ſeyn. Noch haf
er fein Urtheil vorgegeben, indem er fagf: daß
wir vongemeiner Haltungder Chriftlicyen Kir⸗
chen abtreten. Heißt auch in der andern Schrift
die Bifcyöffe aufmachen , daß fie die Lehre, d
mir führen, vertilgen follen. Diefes bat eröfs
fentlich vorgegeben, darum haben wirs nicht
mögen unveranfmworfet umgehen, Damit wir
nicht geachtet würden, fein Urtheil über ung
ſtillſchweigend zu billigen. Derhalben wir auch
bitten, daß man ung zu gut halten wolle, daß
wir diefe Antwort, die wir mie Wahrheit und
mäßig gefihrieben, feinem ungerechten Urtheil
entgegen ſetzen und vorbringen,
3. Das bekennen wir wol, daß wir erliche
Irrſal geftraft und verworfen haben, die vor
biefer Zeit in der Kirchen eingeriffen und ſehr
überband genommen haben. Der thut aber
der Kirchen Chriſti unrecht, der folche Irrthuͤ⸗
‚mer die gemeine Haltung oder Verftand heiſ⸗
fet der allgemeinen Kirchen. Menfchliche Bes
redungen, inder Kirchen wider das Evangelium
ausgebreitet, ob denen ſchon dielange Zeit, und
Erempel groffer Leute und der Menge, ein An=
ſehen und Glaubwürdigkeit zugebracht Bat: fo
ſeynds dennoch nicht der gemeine Verſtand der
allgemeinen Kirchen, der dann ſtehet und be⸗
griffen ift in Schriften der Propheten und Apo⸗
ftel, und der !ehre und Haltung, Die von Apo«
He durch bewaͤhrte Zeugnifie uns dargegeben
l . ö r
4. Diefen gemeinen einhelligen Verftand
nehmen wir an, halten und ſchirmen if, und
rollen davon nimmermehr weichen, Es weiß
der Contarenus, was der Kirdjen Gebrechen
feyn, was Berwüftung des HErrn Nachtmahls
in den Meſſen vorgehe, was Befleckung indem
Roͤmiſchen unehelichen Wefen feye, was Un⸗
wiſſenheit im Wolf, welches nicht recht. geleh⸗
ret wird von der Buffe, von den Gutthaten
Chriſti, vom Glauben oder dem Vertrauen,
welches die Berzeifung der Sünden annimme
um Chriſti willen. Er fiehet, daß nicht allein
die Klöfter, fondern auch die Bücher der neu⸗
ern Canonum voll Yberglaubens und falfches:
M Hofe
‚mm 3
Gostesdienftes fennd.
In diefen
*
922 Cap.ıg. Don der durch Convente u, Reichstaͤge geſuchten Beligionsvergl. 923
Er fiehet, daß der | ligen, und vermahnen männiglich, daß
Mönchen Theologie ganz verwaͤſſert iſt, und | ſem unbilligen Vorurtheil des Conrarent ı
der alten Theologie in vielen Orten gar ungleich. | wollen zufallen; fondern unfere Sehre ſelbſt Bal«
S Migbräuchen, bekennen wir, hal-|ten gegen dem Evangelio, das uns in ven ı
fen wir eg nicht mit dem Haufen, achten auch | Apoftolifchen Schriften dargegeben ift, und den
nicht, daß er dieſe Mißbraͤuche ſelbſt billige.
DIE iſt aber nicht abtreten von dem gemei⸗
nen einhelligen Verſtand der allgemeinen Kir-
. chen, und a follten fie ——— uns die⸗
ẽ falſche Laſter entgegen zu werfen.
) 5 os aber ferner in feiner Schrift fe
Get: Er werfe doc) die Hoffnung der Ver-
gleichung mit uns nicht Bin: da folle er wiſ
fen, daß wir die Irrthuͤmer nimmermehr an-
nehmen werden, die wir firafen und vermer-
fen; fie aber nicht allein mit ihren Er-
Eenneniffen und Decreten; fondern auch mit
neuer Heftigkeit und Strafe, die der Kirchen
Chriſti fremd ift, fehirmen. Dann offenbar
iſt, daß viel ehrlicher Seute, und unter diefen erli-
che fuͤrtrefliche gelehrte Maͤnner, umgebracht find,
allein von wegen, daß fie Die gottſelige Lehre
frey befanne haben. 27
6. Und was thut nun der Confarenus in fei-
ner andern Schrift anders, dann daß er diß
Wuͤten wider fromme Chriſten beſtaͤtiget?
Da er heiſſet verhuͤten, daß die Befleckung,
oder Sucht, die Deutſchland durchſtreichet, in
die Bisthuͤmer nicht einfchleihe, und gebeut,
Arzeney Dargegen zu thun. Dann was Arze-
ney mag er mennen anders, Dann Die gemwöhn-
liche, als, ſchneiden, brennen, tödten? Diefe
Arzeney ſind aber in der Kirchen neu, undver-
tragen ſich mit der Are diefer Nation nicht wohl,
ſollten auch von dem Mann nicht gebilliger
werden, der gefehen feyn will ein Sörderer des
Friedens und Der Einigkeit. Die Biſchoͤffe wür-
den ihr Anfehen und Gewalt leicht erhalten,
wo fie etliche Mißbraͤuche befferten, und Hül-
fen den gottfeligen Confeientien. Diß haben
wir oft bezeuger, und erfennen es, der einige Weg
ſeyn zue Concordie, nemlic) in der Kirchen,
in deren Borgefegten Sanftmuth leuchten und
fürtreften fol.
7. Diß haben wir Darum melden wollen,
Damit wir nicht geachfet würden, Durch unfer
Umgehen die Schriften des Contareni zu bil.
Erempeln der erften Kirchen.
feßion Derwandten.
1389 2, a
Die dritte Schrift des Römifchen Le⸗
gaten, in welcher, er feine vorgegebene Ant⸗
wort Über die Handlung des Befprächs wi
erEläret.
&
gen Roͤmiſchen Kirchen Prieſter Cardinal,
Contarenus, unfers allerheitigften Herrn, deg
Pabfts und des heiligen Apoſtoliſchen Stußls,
in Deurfihland Gefandter von der Seiten,
Nachdem wir verftanden, daß unfere Schrift,
Die wir nächft im Handel der Religion der Kaͤh⸗
ſerlichen Majeftät von der Handlung der Cole
locutoren, ‚von ihrer Majeftät zu diefer Gas
chen verordnef, übergeben haben, hat wollen '
von den Kürften und Ständen des Keichs un-
gleich vernommen und gedeutef werden; nems
lid), daß etliche dieſelbige unfere Schrift alfo
verftehen und deuten wollen, als wären wie '
der Meynung, daß die Artikel, welche etliche
vorgeben vergli
men feyn und bis zum Eoncilio geduldet und
von jedermann gehalten werden ; Dieanden aber
meynen, Daß wir die ganze Handlung der Cole
[ocutoren, und.alle Handlungen und Difpura«
tionen im Colloquio geuͤbet, zu Erkenneniß,
und Befchluß des oberften Pabftsund Apoftos
liſchen Stuhls in gemeinem Eoncilio rc. gewie⸗
ſen haben. Damit dann nun in dieſer Sachen
kein Zweifel bleibe und unſer Gemuͤth und Wil⸗
fe Elärlich verftanden werde ‚fo erklaͤren wir un⸗
fer Gemüch und Willen alſo:
Daß wir nemlid) in diefem ganzen Handel
durch unfere gemelöte Schrift überall nicht ha⸗
ben in einigen Weg entfcheiden, noch fchlieffen
wollen, daß etliche vorgewandte Artifel ange
noms
Prediger der Sürften und Stän: 1
de, der Yugfpurgifcben Coma
ie Cafpar, aus goͤttlicher Erbarmung,
des Titels St. Apollinaris der heilie
n zu feyn, folleen anzuneh«e
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Abſchnitt. Von dem Reichstag und Colloquio zu Regenfpurg. 925
1, ober bis zum Concitio geduldet, oder ¶ II Und haben ihrer Kaͤhſ M. gnädigeSchrift
*
N
gehalten werden follten, als wir dann diß noch erſehen, erwogen und berathſchlagt. Und was
icht entfeheiden, oder fchlieffen; fondern ha⸗ anfaͤnglich der Colloquenten J der
ben die ganze vorgemeldte Handlung und alle ſtreitigen Religion halben gepflogen, betrift,
Artikel Derfelbigen dem oberften Pabft und Apo⸗ erwegen fie für nutz und gut, und. laffen ihnen
ftolifchen Stuht zugewiefen und Geimgeftellet ‚|gefallen die Puncten und Artikel, deren ſich bes
diefelbigen in gemeinem Concilio, oder auf an. |meldfe Colloquenten a. 2 haben, alfo für
dere Weife zu ſchlieſſen 2c. wie wir es in der gut zu halten und es darbeh bleiben zu laffen,
Schrift vermeldet haben ;dem mir diß alles aud) |bis zu einem freyen Chriſtlichen Concilio, oder
nochmals zumeifen und heimftellen. Welche jeiner Mationalverfammlung ‚ordentlicher Wei-
unfere Mepnung wir mit diefer Schrift alfo, ſe zu beruffen; oder, foderen feines zu erhalten,
wie wir fie hlevor auch der Käyferl. Ma: |bis zu einem Fünftigen Reichstag, der Hoffe
jeftät erklaͤret haben, erklären und beftätigen. |nung, ſolches foll zu Vergütung ferners Un-
Arlſo ift ihn, bat Caſpar Cardinal En nn amiefpalt en ee en
N. og ‘eben, „|&ung der obgenteloten und übrigen ftreltigen
Lentgrenus Legat/geſchrieben Puncten dienlich und erfprießlich ſeyn.
* I300, ur
‚Der Churfuͤrſten ar auf Röyferlis Bo au) verfelben ftreitigen Puncten noch
etliche zu erledigen und zu vergleihen, Hoff⸗
nung waͤre, wollten die Churfuͤrſten und der
allergnäpigpten Here, ’onäbigffen"Be: een Den or Kann ah
Sal, Welsh (re rap Auer 1,20 UneehänitiE gbien Dahn, I
thänigftes Anfucyen und Bitte gemeiner Staͤn · Id vor mehmen
de dem Paͤbſtlichen Legaten alle Handlung der aha ‘ h
verordneten Colloeutoren communiciee , feinf ‚IV. Im Sall aber, daß foldyes diefer Zeit
Gurbedünfen darauf zu vernehmen, habendie|niht möglid) zu erheben, fo bitten die Chur«
Ehurfürften und der Abwefenden Borſchaſten fuͤrſten und der Abweſenden Botſchaften die
mit des Pabfts Segaten gegebenen Antwort ne |Ränfer!. Majeſtaͤt abermals geforfamlic) ‚ihre
ben anderm, fo die Käyferl. Majeftät gemei. Känferliche Majeftät wolle (ihrem gnädigften
nen Ständen gnädiglich anzeigen laffen, zudem |Erbieten nach, deß die Ehurfürften und der -
Abfchied des Reid)stags dienlic), in aller Un, Abweſenden Botſchaften ihrer Käyferl. Maje«
terthänigfeit, angehoͤret. ſtaͤt unterthaͤniglich dankbar feyn,) mit der
I. Und wiffen ſich anfänglic; wohl zu erin- Paäbftlichen Heiligkeit. Bandlen ‚ und getreues
ner, Was gefreuen, gnädigen und ungefpar- Fleiſſes Fördern, zu Erörterung und Verglei⸗
ten Fleiß Ihre KRäyferl. Majeftät etliche Jahr hung der obgemeldten und übrigen unerledige
ber, aus Känferlicher, väterlicher, auch gnadi- |fen Puncten, ein gemein frey Chriſtlich Con»
ger Siebe und Zuneigung, fo fie zu der Deut. |lllum, an eine gelegene Malftade in Deut.
fehen Mation tragen, zu mehrmalen und in ſcher Nation zum allerförderlichften auszufchreia
... cher Majeſtaͤt abfchiedlich Bedenken.
eh Känferl. Majeftät, unfers
piele Wege vorgewandt haben, den Ziwiefpale den, und unverzüglich zu Halten, auch andere
. unferer heiligen Religion zu Chriftficher Einig. | Cbriftliche Könige und —— erfuchen,
’
Felt und Vergleichen zu bringen , und im Beili, auf folchem Eoncilio durd) ſich ſelbſt, oder ans
gen Reich An ie Kufesm pflanzen D zu Dere geſchickte erfahrne Perfonen und Iheolos
erhalten. Welches gnädigen getreuen Zleiffes| gen, zu erſcheinen. / |
die Ehurfürften und der Abweſenden Borfchafr] V. Wo aber ſolch Eoncilium aus ehehafter
ten ihre Kaͤyſ· Maj unterthänigftenDanf fagen, | Verhinderung feinen Fortgang nicht erreichen:
mit Erbiefung, esum ihre Kaͤyſerl. Majeftärje- |möchte, (melihes ſich die Ehurfürften und der
derzeit unterthaͤniglich zuverdienen, — Abweſenden Botſchaften, auf der Roͤm. —
wis er ;
528 Cap.18. Vonder durch Convenee u,
fert. Majeftät, auch der Päbftlichen Segaten
gnädigftes Vertroͤſten, keineswegs; fondern
vielmehr verfehen wollen, es werde zu Erhal⸗
gung deſſen durd) die Käyferl, Majeſtaͤt aller
mögliche Fleiß vorgewendet, daran Dann Die
Epurfürften und der Ybwefenden Botſchaften
zweifeln.) alsdang mit der Päbftlichen Heilig.
keit zu handlen, Und zu fordern, der Deutſchen
Nation zu Rufe, Wohlfahrt und Gutem eine
Nationalverſammlung, ordentlicher Weiß zu
- beruffen, zu bewilligen und vorzunehmen, und
ihrer Heiligfeit Legaten dazu gnädiglic) abzufer:
eigen und zu ſchicken, Damit in diefer Gegen:
wärtigkeit deſto fruchtbarlicher gehandelt wer⸗
ben möge. i \ -
v1. Aber im Fall, daß folhe Nationver⸗
fammlung aud) nicht zu erhalten wäre (deß
fich die Churfürften und der Abweſenden Bot
fihaften gar nicht geftröften,) fo bitten fie die
re Ränferl, Majeſtaͤt wolle diefe hochbeſchwer⸗
liche Saft Deutſcher Natlon zu gnädigem Ge—
muͤth führen, und fich alsdann zum forderlich-
ften in das heilige Reich Deurfcher Nation ver-
fügen, einen gemeinen Nelchstag unverzüglich
an gelegene Mahlſtadt ausfchreiben, Denfelben
. in eigener Derfon beſuchen, und dem getbanen
Fleiß, fo Ihre Känferliche Majeftät diefer Na—
tion zu Wohlfahrt und Gutem bisher ge:
braucht haben, anädiglich anfangen, und mit
Rath der Ehurfürften, Fuͤrſten und gemeinen
Ständen gnädige Mittel und Wege fuchen
und vornehmen, damit der Zmiefpalt unferer
Denen Religion zulege zu Ehriftlicher Einig-
eit und Bergleichung gelangen, und im heili—
gen Reich Ruhe, Fride und Einigkeit gepftan-
386 und erhalten werden möchte, wie ſich Die
Churfuͤrſten und der Abmwefenden Botſchaften
deffen und vielmehr Gnaden zu der Käyferl,
Majeftät unterthäniglic) verfehen,
Der Droteftivenden Antwort auf der,
Reichsräge gefüchten Religionsvergl, 3
ben fie noch darauf
befcheßenen. Vortrag, dadurd) ihre J
Churfürften, Zürften und Stände des Reiche, .
ihres Abreifens Balben, Vermeldung thun lafe .
ſen, aud) folgends die geſchehene fcheiftliche Une
zeige, darinnen ihre Känferliche Majeftätete ı
liche Duncten und Artikel, als zum Abfehied ı
diefes Neichsfags dienlich, vorgefchlagen, Ba:
ben Churfürften, Fuͤrſten und Stände, de
Augfpurgifchen Confeßion verwandt, gegen.
wärtig, und der Abweſenden Raͤthe, Bote
(haften und Gefandten, ſamt ihrer Käyferl.
Majeftät Erbieten und. Begehren - unterthaͤ⸗
nigſt angehört und vernommen.
U. Und ehun ſich erftlich gegen ihrer Käye
ferl. Majeſtaͤt ihres gnädigften Fleiß und Mita
de, fo fie von wegen der ftreitigen Neligion,
diefelbige Chriſtlich zu vergleichen und eine
Ehriftiiche Reformation der Kirchen zu erlan⸗
gen, angewandt, in aller Linterthänigfeie bea
Känferl. Majeſtaͤt in aller Unterthänigkeit, ih, danken; zweiflen auch nicht, ihre Kahſerl. Ma.
werden nunmehr aus obgemeldter Sfändeunter
thaͤnigſter Antwort, ſo ſie ihrer Kaͤhſerl. Ma⸗
jeſtaͤt der gepflogenen Religlonſache halben
vorgeſtern unterthaͤniglich zuſtellen laſſen, gnaͤ⸗
digſt vernommen haben,daß fie zu Chriſtuchee
Concordia, darinnen das göftliche Wort und
die Wahrheit erhalten, und eine Chriſtliche
Reformation der Kirchen, die ihrer - Ränferl.
Majeftät ſelbſt Bedünfen nad), Hoch vonnoͤ⸗
(hen, ing Werk gebracht werben möchte, gang
geneigt; und diemell fie dann ihnen Die verglia
chenen Artikel in rechtem Chriftlichen Berftand,
Innhalts derſelben ihrer übergebenen Antwort
und Schriften, Haben gefallen laſſen: fo berue
hen fie noch | und bitten unterehänigft,
ihre Kaͤhſerliche Majeftät, die wollte diefelbi-
gen alfo zueinem Chriftlichen guten Anfangder
Concordia ins. Werk richten und bringen lafe
fen, der Hoffnung , der Allmädhtige werde
Gnade verleißen, daß dardurch die Wahrheit
weiter ausgebreitet, und deſto beffer der Weg
zu einer Chriftlichen Reformation der Kirchen
gemacht werden möge, So haben auch ihre
Räyferl-Wajeftät Bedenken des Abfchieds Kaͤyſerliche Majeſtaͤt dieſer Stände Gemuͤth
halben. }
er Römifchen KRäyferlichen Majeſtaͤt, un- ben, aus gemeldter Antwort und Schriften.
& ſers allergnadigften Herrn, mündlichen land) anädigft vernommen, a —
II. Dar⸗
und Erbieten, der unverglichenen Artikel Bale
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) und Diefelbigen beyde bey einander nicht ſtehen
928 Mi, Abſchnitt. Won dem Reichstag und Colloquio zu Regenſpurg. 929
- I. Daneben aber wollen fie zum unterihä- |gnädigftem Gefallen und Bedenken, ob dieſel⸗
often gebeten haben ihre Kaͤhſerl. Majeftät, \be, im Fall. fo ein Chriſtlich frey Concilium in
die wollen den Augfpurgifchen Abfchied, alszu |Deutfcher Nation zu halten nicht zu erlangen,
folder Concordia undienſtlich, auch etlichen \der Religion, auch Ehriftlicher Reformation
verglichenen Artikeln zu entgegen, gnaͤdigſt auf: Ihalben, durd) eine andere gemeine Reichsver⸗
heben, oder je zum wenigften fufpendiren und ſammlung fernere Handlung vornehmen wollte.
anftellen. Dann ihre Kaͤhſerl. Majeſtaͤt Habe ‘Dann fiezujederzeiterbietig, wie fie ſich de
gnaͤdigſt zu bedenken, da gemeldrer Abfchied auch mehrmals vernehmen laffen ‚ ihrer Chriſt-
in Würden und Kräften feyn und bleiben follte, lichen Confeßion und Kirchen Lehre gnugfamen
daß er der verhoften Vergleichung der Religion, (Grund und Urfach anzuzeigen und derfelben Re⸗
Epriftlicher Reformation der Kirchen, auch chenſchaft zugeben.
gemeinem Fried ganz verhinderlich fenn würde, Sen auch ihre Känferl. Majeftät vers
Ü melden, daß mittlerzeit alle Drücke, neue
mögen, Bücher und Schriften, die Religion belans
- IV. Serner ‚als ihre Känferl. Majeftät der gend, deßgleichen alle Schmähbücher ze. bey
- Stände Bedenfen begehren: Ob ſie im Fall, fo | ſchwerer Poͤn zu drucken oder ausgehen zu lafe
das Eoncilium nicht förderlich gehalten und ins fen, verboten merden follen,
Merk gebracht werden follte, eine gemeine] So viel nun die Religion belangen thut,
Keichsverfammlung wiederum zu befcyreiben was Chriſtlich und der heiligen Schrift gemäß,
und die NReligionfachen zu fernerer Hand. moͤgen diefe Stände nicht bedenken, daß fol«
lung zu nehmen, und zu gebüßrlicher Endſchaft |ches zu Drucken, oder ausgehen zu laffen billig
zu fördern und zu bringen 2c. Wasnun das Con⸗ |verboten oder verhindert werden follte, der=
cilium belanget , wiflen fich diefe Stände ihrer wegen fie auf folchen Fall: unterchänigft dafür
bievor vorgewendten Appellation, Proteftati- |gebeten Haben wollen , wiſſen auch folches nicht
on und Erbietens, unterthäniglic) zu erinnern, zu willigen. *
ſeynd auch nichts hoͤhers begierig, dann daß Was aber die Schmaͤhbuͤcher betreffen moͤch⸗
ein rechtſchaffen frey Chriſtlich Eoncilium in te, ſeynd fie nicht gemeynt, dieſelben für ſich
Deutſcher Nation vorgenommen und gehalten ausgehen zu laſſen, oder fo viel an ihnen,
werden möchte, darinnen die ftreitige Meli- andern zu verftatten. Aber gleichwol, fo mols
ion nad) dem Worte GOttes erörtert und ei: |len fie ihnen, was zu Nettung ihrer Ehren
ne Chriftliche Reformation und Abftellung der Nothdurft, da andere Schmaͤhſchriften wi—
eingewachfenen Mißbräuchen folgen möge. |der jemanden diefes Theils Hätten ausgehen
V. Daß fie aber ein ſolch Concilium, dar. laſſen, oder nachmals würde, auch nichts bee
innen der Pabft, oder die Seinen, als dieſer geben haben, wiedenn auch ſolche Ehrenrettung
Verwandten Stände höchfte Widerpart, von und Berantwortung Feine Schmähbücher
der Religion Sache zurichten und zu urteilen |Fönnen genannt werden. |
fid) anmaflen wollten, willigen ſollten, deß ha. Den Nürnbergifchen Frieden belangend,
ben fie billig Bedenfens und gegründete ſtatt. wollen diefe Stände nichts liebers, denn daß
liche und erhebliche Urfachen, wie die hie zuvor derſelbe ſtet und veſt gehalten würde. Dieweil
zum teil in ihrer Necufation des angefegten aber derfelbige in einen Mißverſtand gezogen
Concilii zu Mantua vorgewendet, a fie und zerruͤttet wird, fo will zu Erhaltung Frie⸗
ſich auch nochmals referiret und gezogen haben den und Ruhe zum hoͤchſten vonnoͤthen ſeyn,
wollen, unterthaͤnigſt bittende, ihre Kaͤnſerl. daß ſolcher Mißverſtand vor allen Dingen hin⸗
Majeſtaͤt wollte ſolches nicht anders, dann ih⸗ weg genommen, und nad) Art zu Nürnberg
zer boden unvermeidlichen Nothdurſt nad), gna- |deßmals gehabter Handlung, jegt alhie erklaͤ⸗
bigft und im beften vermerfen. Aret werde. i :
. VI. Stellen aber zu ihrer Kaͤyſerl. Majeftär| Und weil dann die Kaͤyſerliche Majeſtaͤt hie⸗
Lurtheri Schriften 17. Theil, _ nn zu⸗
930 Cap.ı3. Von der durch Eonventeu, Beichstäge gefuchten Relinionsverat. 9
; ‚net worden; fo Bat man doc) diefelbige: ohne !
alle biltige Uicfach rejteire und aha
andere, fo den Präfentirten an Lehre, Gefchid:
zuvor der Stände Bedenken, eines beſtaͤndi—
gen Friedens halben, begehrt : fo-wären fie wol
> unterthäniglich geneigt geweft, daſſelbe ihrer
Kaͤyſerl. Majeſt. zeitlich zu vermelden und an-
zubringen; dieweil aber etliche andere Sachen
zu berathfchlagen mit eingefallen, hat man ſich
deshalben nicht ehe mögen entfchlieffen und ver⸗
nehmen laflen, mit unterthänigfter Bitte, Die
Kayferl. Majeft. wollte folches Verzugs Fein
ungnädiges Mißfallen Haben.
Und — nun obgemeldter Friedſtand deſto
veſter und ſteter gehalten und der eingefallene
Mißverſtand abgeſchnitten werden moͤchte:
ſo thun gemeldte Staͤnde hierneben ihr unter⸗
thänig Bedenken deshalben ihrer Kaͤhyſerl. Ma⸗
jeſtaͤt übergeben und zuſtellen, des Verhoffens,
ihre Känferl. Majeſt. werde daraus finden und,
vermerfen, Daß nichts anders, denn was dem»
felbigen Srieden gemäß und nach Geftalt der
Sachen darzu Dienlic) feyn mag, begehrt und
geſucht wird. Und wollen abermals, wie ob-
gemeldf, auch in den Biebey uͤbergebenen ſchrift—
lichen Bedenken angeregt wird, unterthaͤnigſt
erinnert haben, daß der Augfpurgifche Abſchied
diefem Srieden zum Öuten aufgehoben, oder zum
wenigsten ſuſpendiret werde.
Denn fo viel das Cammergericht betreffen
- thus, wollten diefe Stände auch gerne, daß fol-
ches der Gelegenheit wäre, Daß es bey billiger
Auckorität, Gewalt und Surisdietion bleiben, |
darbey gehandhabt, auch demfelbigen von allen
Ständen Gehorfam geleifter werden möchte.
. Bedenken auch), diemeil Diefes Das hoͤchſte Ge—⸗
richt der Kaͤyſerl. Maj. und des Reichs iſt, daß
es billig alſo beftellt, bejese und verordnet ner-
den foll, Damit es auch folche Auctorität, Ges
tale und Surisdiction habe, die man zu För-
derung und Handhabung Rechtens und ‘Billig:
feit gebrauchen möchte.
Aber welchergeftale jesiger Zeit gemeldtes
Tammergericht mit. vielen parteyiſchen, affe-
ctionirten, auch zum theil unerfahenen jungen
Luten befegt, ift am Tage und unverborgen,
Denn ob auch gleich von Churfürften und Krey⸗
fen diefer Religion Verwandten, mehrmals
gelehrte , verftändige, untadelhaftige Perfonen,
der Reichsordnung nach, geichieft und verord:
—
a regen Y
R
9
lichkeit, Verſtand ıc. nicht zu vergleichen ges
weſen, ohne Vorwiſſen und Willen derfelben
Churfuͤrſten und Bezirken, aufgenommen, aE
lein derhalben, damit gemeldte Befiger nie
mand bey ſich leiden oder haben dürften, denn -
allein Diejenigen, Die ißres Zuges, und dieſen
Ständen zum höchften mwidrig wären. Wie
fie denn auch nicht allein in Religion- ſon⸗
dern Brofanfachen,, Diefe Stände, wider Recht
und Billigkeit, zum Böchiten befchwert, daß
ſich alfo dieſe Stände Feines Gleihennoh Rech
ten bey a partenifchen Benfisern zu vera
muthen, oder zu verhoffen haben mögen.
Lind Deromegen bitten fie nochmals, wie hie⸗
zuvor mehrmals gefchehen und hieneben in den
Sriedensartifeln auch vermeldee iſt, daß die
Känferliche Majeftät, zu Erhaltung Friede,
Ruhe und Rechten , fo im Reich Deutfcher Na=
tion das Einfehen haben wollte, Daß gemeldtes
Cammergericht alfo reformirt, und. mit from⸗
men, ehrbaren, gelehrten, unverdächtigen Der:
fonen durch ihre Känferliche Majeſtaͤt, Churs
fürften und die geordneten Kreyfe befege wer⸗
den möchte, damit auch diefe Stände fich eines
gleichmäßigen Rechten im Reich, wie billige
zu getroͤſten. — SET
Und auf folchen Fall feynd fie erbötig, neben
andern Ghurfürften, Fürften und Ständen.
des Reiche, ihres Theils an billiger Unterhale
fung des Cammergerichts nicht Mangel feyn
zulaffen. Damit aberdie Känferl. Maeſtaͤt in
wahre und gründiihe Erfundigung, wie es je⸗
tziger Zeit um obgemeldtes Cammergerichts ver⸗
dächtige Handlung gelegen, und zu rechtmäßigen
Neformation und Beſetzung deſſelbigen defto
beffer kommen möd)te: fo iſt Diefer Stände un:
terthänigftes Bedenken und Bitte, die Käye
jerlihe Majeſtaͤt wollte durch etliche benderfeits
verordnete Commiſſarien wider folche verdächt- |
ge Derfonen zum allerförderlichften inquirieen
aſſen. Alſo ſeynd diefe Stände erbötig, Kaͤh⸗
ſerlicher Majeſtaͤt, oder denſelben verordneten
Commiſſarien, etliche ihre Beſchwerungen, die
ſihnen von denſelben wider Recht und — |
—
— -
Abfchnice, Don dem Reichstag und Eolloquio zu Regenfpurg. 933.
Ermeſſens) aufgedrungen, zuzuftel- | eine Chriftliche Reformation vorzunehmen,
en, damit man fid in dem und andern des Deshalben die Chriſtliche Fürften RS ee
Grunds und der Wahrheit zu erkundigen, und ihrer Kaͤyſerl. Majeſtaͤt unterthänigften Dane
ı nad) Befindung billiges Einfehen, Verordnung ſagen. Dieweil auch die Känferl. Majeftäe
| und Beſetzung ſolches Cammergerichts erfolz| ſich vernehmen haben laflen, in etlichen wenig
gen möge. Denn ohne diß iſt nicht zu verbof-| Tagen alhie zu verrücfen, will unvonnoͤthen
fen, daß einiger Fried im Reich Deutfcher Na⸗ ſeyn, daß die Stände ihre Känferl. Male
| tion beitehen möge. ; | "| mit überflüßigen Schriften , Difputationen und
Es ſeynd auch dieſe Stände geneigt, auf der; Reden beladen, oder ihre Kaͤyſerl. Majeſt. auch
Kaͤßferlichen Majeftät vorgeſchlagene Mittel ſich ſelbſt lang aufhalten; ſondern Chriſtlich und
durch den Churfuͤrſten von Brandenburg, ih⸗ redlich zu der Sachen greifen, und dergeſtalt,
tem vorigen Erbieten nad), der eilenden Tuͤrken⸗ daß die Kaͤyſerl. Majeſt. bey Beſchlieſſung die⸗
uͤlf halben ſich gebuͤhrlich zu erzeigen, Daß ih⸗ ſer Sachen ſeyn und behalten werden möge,
zenthalben Fein Mangel ſoll befunden werden. Deß auch) ihre Majeſtaͤt zum unterthaͤnigſten
Wann auch Churfürften, Fuͤrſten und Staͤn⸗ erſucht und gebeten werten folle.
de des andern Theils die Berathfchlagung von) IL Und auf Kaͤyſerl. Majeftät Schriften zu
der beharrlichen Huͤlf vernefmen werden, foll| antworten, befinden erftlich Diefe Stände, daß
es an dieſen Ständen, fo ferne man beftandi-| in Deusfcher, aud) andern Nationen, und alſo
gen Frieden und gleichmäßiges Necht im Reich |zu reden in gemeiner Chriſtenheit, etliche viel
erlangen und haben mag, alsdenn auch nicht Migbräuche, Secten, Ketzereyen und Spal⸗
erwinde itungen ſich dermaſſen zugetragen und eingeriſ⸗
Deßgleichen auch, was die Münze und an⸗ ſen ſeyn, Daß die ohne ein gemein Concilium
dere Puncten, in der Kaͤyſerl. Majeftät Aus-| nicht ausgereut noch gebeffert werden mögen,
fhreiben vermeldet, belanget, vorzunehmen. Daß auch den Chrifklichen Ständen nicht
Welches obgemeldte Stände der Roͤmiſchen gebüßren will, einige Aenderung in der Reli:
Känferl. Majeftät, auf ihre nächft geſchehene Dion, Ceremenien und Gebräuchen, fo etliche
Anzeige und Begehren, inmieder unterthänig-| viel Bundert Jahr bisher hergebracht, oder in
Een für ide Bedenken nicht Ba-} den Concilien geordnet und gefegee ſeynd, zu
en unvermeldet laflen wollen. Und thun ſich bewilligen, oder zuzulaſſen. Dieweil die Paͤbſt⸗
äbrer Känferl. Majeftät unterthänigft befehfen, | liche Heiligkeit ſich durch ihrer Heil. Legaten er:
0 Weberanftvortet den 14, Juli ze.) Deut, ein Eoncilium in kurzem zu Balten, und
RE SEE i Idie Känferl, Majeftät.millens, fonft in eigner
a Me Ba Ra — zu
RE NT reden, deß fich gemeine Chriftliche Stände ge-
Der andern Sürften Antwort auf 845] gen Pähftliche Heiligfeit und der Käyferlichen
— ‚abfepiedliche 2 egenken Baͤyſerl. Majeſtaͤt. Majeftär des väterlichen und allergnädigften
Sünften und Stände haben| Erbietens unterkhänigft bedanfen, mit allem
RS ic) in der Roͤmiſchen Käyferl, Majeftät| Ernft anruffen wollen, daß ihre Pähftliche
J —— uͤbergebenen Schriften und Gutbeduͤn⸗ Heiligkeit ſolch Erbieten und Bewilligen eines
Een, aud) in bes Paͤbſtl. Legaten Reſolution, ſo Chriſtlichen gemeinen Concilii zum allerforder⸗
viel Kürze der Zeit Hat erleiden mögen, erſehen; lichſten, als immer möglich und menſchlich ſeyn
und mögen fic) wohl erinnern, Daß Kanferl.| mag, in das Werk ziehen, und das Concilium
Mejeftät hievor auf etlichen Reichstägen und! an einem ‚gelegen Ort und Malftade Deut:
jest albie groffe Arbeie, Muͤh und Fleiß ange-| fher Nation, oöne alle Verbinderniß, halten,
wendet haf, die Keligionfachen und den erheb-| und damit den Verluſt mancher Chriftlicher
ten Mißverftand in unferm Beiligen Chriftlichen| Seelen verhüten wolle. hy
Glauben wiederum in Einigkeit zu bringen und] III. Und obgleich Dusch andere weltliche Ge—
| : Se Inn 2 ſchaͤfte
- und Fleiß keineswegs verfehen mögen, ) daß denn
- trennet, Ehr, $ob und Reichtum nicht beiteben, nemlich der erfte, andere, der dritte und vierte.
halten werden möge. Und wo diefer Weg durch Maj. gnädiglicher Meynung vorfchlägt, daß
334 Cap ig Von der durch Convente u. Reichstäge gefüchten F eligionsvergl. 9 5.
fchäfte und Hinderniß die mächtigen Chriſtli- Kaͤyſerl. Maj. und gemeine StändedesNeihs, -
chen Potentaten, in eigner Perſon aufdem Con- und fonderlic) bey dem Abfchied auf jüngftem
eilio zu erfcheinen, verhindert, Daß, dennoch |Reichstag zu Augfpurg zugefagt, verwilligt, bes
nichts DEREN N das Concilium feinen Fort: |ftändiglich zu bleiben und zu beharren. Wol⸗
gang haben, und die Paͤbſtliche Heiligkeie dieſel⸗ len ſich aud) vertröften und verfehen, daß alle
bigen Ehriftlichen Potentaten, fo in eianer Per: andere Stände, fo fic) zu Augfpurg in denfe-
fon nicht erfcheinen wollten und würden, zum ben Receß eingelaffen, beſiegelt und unterfchriee
höchften erfuchen und ermahnen wolle, an ihrer “en, auch der Känferl, Maj. Hülfe zugefagl,
State und in ihrem Namen ihre geleßrte, from: nachmals alhie zu Regenfpurg wiederum rati-
me und gefchicfte Befehlshaber. und Commiſ ficirt, und jüngft und zum drittenmal zu Ha
farten und vollmächtige Gewalt zu versrönen genau, durch Ehurfürften, Fuͤrſten, fo in eig
und zu fehicken, Damit doch einmal die Ehriften: nen Perfonen gewefen, und den Yugfpurgifchen
heit in ein Chriftlich Wefen und Leben gebracht, |Neceß wiederum bewilliger und zu halten zuger
die Irrung ausgereufet und abgeftellt, und da= ſagt, aud) erboten haben, mo wider denfelben
. durch Der Zorn und Strafe GOttes von uns| Augfpurgifchen Abfchied gehandele werden fol.
abgewendet würde. Ä / fe, von einer Defenfion zu reden und fich eine
IV. Wo aber folches und ein Generalconci- |zulaffen, wie die Abfchiede und Schriften da
lium je nicht erhalten, (melches fich gemeine felbjt ergangen, vermögen, und zum meiften,
Stände auf das Erbieten der Paͤbſtl. Heilig: dieweil Känferl. Maj. aufdenfelben Tagen allen,
feit und Kaͤyſerl. Majeſtaͤt Chriſtlich Gemüth auch hier in erfter Propofition, und jest in ih⸗
rer Kaͤyſerl. Maj. abfehiedlichen Gutbevünfen,
vorbehalten hat, werden fie von dem obgerüßr-
ten Abfchied nicht weichen... we
VL Zum dritten, als die Rom, Känferliche
— J
— —— —
die Kaͤyſerl. Majeſt. bey Paͤbſtlicher Heiligkeit
ſo viel erhalten wolle, daß in Deutſcher Nation
ein Nationalconcilium ausgeſchrieben und ge⸗
Paͤbſtl. Heiligkeit und Kaͤyſerl. Majeſt. auch in Anſehung vielfältiger Mühe und Arbeit, die
nicht für gut angefehen wollte werden, daß als⸗ Puncten, der fich die Colloquenten verglichen,
denn Käyferl. Maj ihrem gnädigften Erbieten | alfo bis auf ein Concilium und endliche Eroͤrte⸗
nach), ſich zum allerförderlichften in das Reich rung für guf gehalten werden follten, darinn ift
Deutfcher Nation fügen, da gemeine Reichs- der Stände Bedenken, daß dig keineswegs zu
fände erfordern und abermals verfuchen wolle, bewilligen oder rathfam fey, aus nachfolgenden
die Irrung und Mißverftand in beffere Wege | Urſachen: Erſtlich, fo feyn in den Schriften -
zu bringen und Epriftlich zu erörtern. Denn durch die Colloquenten etliche Artikel geftelle,
aufferbalb dieſer Wege wird Deutfche Nation | fo unvonnöthen, überflüßig und hiervor in Fei- |
je länger je mehr in ihr felbft getheilet und zer⸗ nem Streit gewefen, noch jest femd. As
- und dergleichen Abfall und Verderben würde | Deshalben unvonnöthen, daß man ſich der-
auch von dannen in andere Nation reichen. ſelben vergleiche. So ift auch der vierte Ar-
V. Zum andern, feynd gemeine Ehriftliche |tifel, von der Erbſuͤnde, nicht Kie, fondern zn
Stände entfchloffen, mit Half und Gnad des | Worms verglichen; aber dennoch auf eine an
Allmächtigen, bey unferer alten. Religion und |dere un entfchloffen, denn jegt inden
wahren Glauben, wie derfelbe in den heiligen uͤbergebenen Schriften begriffen ift.
Evangelien, Eoneillen, Sagungen und Ord-) VII Zum andern, wird aud) hochvonnoͤthen
nungen gemeiner Ehriftlichen Kiechen, Lehren |feyn, daß man von beyden Theilen auf ein
der heiligen Väter, auch von Zeit der Apoſteln |neues über folche Schriften oröne, und einneu
auf dieſe Zeit erfolger iſt: desgleichen ben den | Colloquium und Difpufation anrichte. Denn
Abfchieden, Mandaten und Ordnungen, durch etliche Worte in obgedachten Schriften —
wider
6 U. Abfehniee. Don dem Reicherag und Colloquio su Kegenfpurg. 937
gemeinen Brauch der Kirchen und der |res Bedenkens, wie bergebracht, Abfchrift und
Bäter. Dergleichen etliche Wege und unzulaß- Bedacht zugelaflen und vergoͤnnet haben; fo
fiche Lehre und Sentenz, welche zum allermin: hat fich doc) abermals Sonntags den 17. die⸗
deiten ausgethan, gemildert und fn eine ande- ſes Monats zugetragen, daß fie durch ihre Ver⸗
Form geftelfe, und alfo diefe Sachen noch |ordneten uns anzeigen laffen, wie fie fc poiner
etliche Monate aufgezogen werden. unterfchieblichen Antworten in der Religions⸗
VII. Zum dritten, ſeynd die Artikel, fo ver⸗ ſachen Komifcher Käyferl. Majeft. zu überante
"glich fepn Pollen, die gerinaften, und nicht fo Iworten entfehlofen, und Befoßten, uns Diefebis
. Boch ffreltig bey den ©elefrten, noch bey dem|gen vorlefen zu laſſen. Weil wir aber die Groͤß
| Ed Mann ärgerlich. Und diemeil die ſſe der Schriften erfehen, und bey uns, nicht
wichtigften Artikel, darauf der Chriftliche Gfau-|erachten mögen, daß diefelbigen gleichförmig
beftehet, als: vondem hochwürdigften Sacra- |in der Gedaͤchtniß durch das Gehör eingenom⸗
_ ment des wahren Jeibs und Bluts Chrifti: Von [men werden möchten, auch unfern Oben merk⸗
nn oder Behaltung deffelbigen: Derän: [lich daran gelegen, haben wir zu Foͤrderung
der Sachen Abfhrift und Bedacht begehrt,
aber nicht erhalten mögen. Darum wir als
Diejenigen , fo von ihnen ausgefchloffen werden,
unferfhänigfter Gehorfam wegen, Ew. Käyf-
Maj. ingebührender demüthiger Antwort nicht
wiffen mangelhaft zu laffen. nu.
II. Bitten abermals, E. Käyf. Maj. wolle
unsgnädigft bey altem Herfommen handhaben,
laffen, undalfo ihre Bedenken, Befferung und und in Anfegung, was Nom. Kaͤhß Majeſt.
' Erklärung leiden möchten. auch den Srey- und Reicheftädten an ſolchem
IR, Und zum vierten, daß allerien DBerftei-|aelegen, allevgnädigft mit Ehurfürften, Sür-
ften, Praͤlaten und Grafen, jest alhie verſchaf⸗
fen, uns beym altem Gebraud) , unferent vori=
gen E. Kaͤyſ. Majeft, übergebenen Bericht
nad), bleiben zu laffen,
HI, Und demnach, auf E. Kaͤyſ. Maf. gnaͤ⸗
digfte Vorhaltung und Erbieten, Dienftagden
ı2. diefes Monats, den Bunct Die Religion be⸗
langend, befehehen, thun gegen E. Kaͤyf. Maf.
wir ung unferthänigft bedanfen des gnädigfters
E. Kaͤhſ. Majeft. Vorhabens und Anbietens,
daß E. Käyf. Maj. gemillet, aufs forderlich-
ffe, fo immer möglich, mit Verleihung des
—J7 SEN —— ſich er un er
5 ” ee 5... 1 Deutfcher Nation zu verfügen, und fich Diefer
ne Te Se ne en
J Bedenken, übergeben den 18. Julii a wie einem Chriftliche n Kaoͤpfer gebü >
Bew ee R 5 ret und wohl anſtehet. Daß auch E. Känf-
| —— —— 2c. Wiewol mir ver-| Maj. bedacht, fic) jetzo förderlich zu Pabſtlt⸗
Sb Doft, es follten Ehurfürften, Fuͤrſten, cher Heiligkeit zu verfügen , von Derfelbigen ei⸗
WMaͤlaten und Grafen fich nunmehr, nach be⸗ gentlic) zu vernehmen, was des Concili halber
ſchehener Erinnerung, des alten im Reich her⸗ zu verhoffen fey, wünfchen wir E. Kaͤyſ. Ma»
| gekommenen Gebrauchs gehalten, und uns ih⸗jeſt. zu an ihrer Majeſtaͤt Chriſtlichen —
nn 0 Beben
fe: Bon der Priefterehe: Nieffen des Sacra⸗
‚ments unter beyder Öeftalt: Beichte, Bufle
und Satisfaction ꝛc. nicht allein nie verglichen,
fondern von den Proteftirenden zum höchften
widerfochten, und fich Feiner Wergleichung zu
verſehen ift, daß aud) in denfelben die Collo⸗
derung des Brods und eins: Bon der Mief:
quenfen Chriftliches Theils fich zu weit einge-
|
|
| nerung und Nachreden der Päbftlihen H.
Kaͤyſ. Majeftät, und allen Chriſtlichen Stän-
den daraus entfliehen möchten. Deshalben be-
duͤnket vie Stände rathſamer und viel beffer,
' der Colloquenten Schrift werde alfo in ihrem
Werth gelaflen, und alle Sachen, den Glauben
‚ betreffend, auf ein General- oder Nationalcon-
' eilium, oder auf gemeiner Stände Handlung
geſchoben, wie auch Paͤbſtl. H. Legaten Kefv-
lution vermag, daß er alle Handlung auf das
Concilium Paͤbſtlicher Heiligkeit verſchiebe.
938 Cap.ıg. Von der durch Convente u. Keichstäge gefüchten Religionsvergl.
haben des Allmaͤchtigen Gnade, Huͤlf und Foͤr⸗ gemeine Keicheftand gar Wiſſen, welcherge:
ven zu Hinfegung und Bere
‚IV, Und als E. Kaͤhſ. Maj. zu gemeiner gleichung der ftreitigen Religionsſachen big \
. - Stände Bedenken gefest: Ob für gut angefe: anher viel Fleiß, Mühe und Arbeit fürge |
hen wird, Die Puncten, deren ſich die Collo- | wendt, und nichts, Das der Handlung etwan
- genten-beyderfeits verglichen haben, alfo für gut |Dienftlich oder fürträglich ſeyn möge, unferlaf |
zu balten und es dabey bleiben zu laflen, zum fen hätte. Wie Dann ihre Kayf. Majeft. als-
wenigſten bis auf das naͤchſtkuͤnftige ‚gemeine bald zu Eingang Diefes Keichetags zu dieſer
CLoncilium ꝛc. oder ſo lang, daß ſonſt durch ge= | Sache, als dem hoͤchſten Hauptpunck, gegrif:
buͤhrliche Wege, mit Bewilligung und: Ber: |fen, und mit der Churfürften, Fuͤrſten und
- gleichung der Stände, andere Ordnung oder | Stande Bewilligung über die ftreitigen Artk "
FFuͤrſehung geſchehe und aufgerichtet würde, ꝛc. kel der Neligion etliche Theologen verordnek, |
So dann E. Kaͤyſ. Majeſt. folches fürgut an- |diefelben Artikel zu erwegen, und —
ſiehet, laſſen E. Kaͤyſ. Maj. gnaͤdigſt Bedenken ſie gehandelt, —— an.gemeine Neichsftäne
wir uns, und fonderlich der mehrere Theil, wohl⸗ de zu bringen; als denn befchehen, und foͤrter
- gefallen, daß Dieverglichene Artikel, und uͤberdie mit ihrer der Stände Rath, derfelben verorde
‚verglichene das Bedenken der Catholiſchen Un: Ineten Theologen Handlung Paͤbſtl. Heiligkeit I
ferfprecher, eroͤſnet, publicirt, und dergeſtalt, Legaten vorbracht worden. Und hat fich ale"
wie von denfelbigen Catholifchen Cofloquenten ihre Känf. Maj. unzweifentlich verfehen, mo
angeſehen, zu lernen zugelafjen werde. Das|folcher Streit und Irrthum zu gütlicher EI
«Dusch wuͤrde dem Volk das Verlangen, zu tif nigkeit oder Bergleichung Fommen, daß folk
‚fen: was: hierunter gehandelt, benommen-, Ew. gends in allen. andern des Beil, Reichs Db=
Kayf. Mai und der Stände hierinn fürgebens und - Anliegen deſto ftattlicher fürgefihritten,
der Fleiß auch bey männiglic erkannt, und und zuberfichtlich in denfelbigen allen guter"
des Unfleiftes Verdacht abgewandt. Es moͤch⸗ Befhluß und Eroͤrterung gefunden, werben”
te auch hiedurch der" Unwillen und das Miß- moͤge. — 4
trauen, ſo die Weltlichen gegen die Geiſtlichen IL Was lange Zeit aber ihre Kayf Majeſt.
bisher getragen, geringert, oder vielleicht durch | in Der ſtreitigen Religion auf dieſem Reichstag
dieſen Weg gar abgelegt werden. So ſonſt, bis anher, mit groſſer ihrer Majeſtaͤt Ungele⸗
wo ſolches E. Käyf. Maj. Bedenken nicht fuͤr genheit und Beſchwerung, verzehrt, das waͤre
gehen ſollte, der Widerwillen und die Unruhe offenbar, und deshalben ohne —5 gemeinen
fie) erft fleigern möchte. :
| Neichsftänden davon längere Ausführung zu
— thun. Diemeil aber über allen ihrer Majeſtaͤt
le BI a vorgekehrten Fleiß Die freitigen Artifel ber
Der Roͤm. Röyferl. Majeftät anderabs| meldter Religion dahin nicht Area „daß
up ſchiedlich Bedenken. © dadurch auf dißmal in folcher Streitigfeit eie
Die Roͤmiſch Kaͤyſ. Majeftät, unfer allergnä-|nige endliche Vergleichung_oder Einigkeit ge⸗
digfter Herr, läßt Churfürften, Fuͤrſten funden werden möge, wie folches Churfuͤrſten,
-und Ständen des Nömifchen Reiche, und der! Sürften und Ständen wohl bewußt, und ſich
Abwefenden Borfehaften, freundlicher und gnaͤ⸗ dann Die Läufe gemeiner Chriſtenheit Erbfeinds, |
diger Meynung anzeigen, wie fich Diefelbigen ‚des Türken halben, an mehr Orten fo gefahte
aus ihrer Ränf. Mai. Ausfchreiben dieſes Reichs⸗ lic) und beſchwerlich zutragen, darum in alle
tags, auch) ihrer Majeft, erft befchehenen Propo⸗ Weg die hohe und unvermeldliche Nothdurft 3
fitien, der uͤrſachen, Darum ihre Käyf. Maj. erfordert, ſolcher Gefährlichkeit zeitlich zu be⸗
abermal in Deutfche Mation kommen und|gegnen. Auf daß dann hierinn Feine Zeit ver⸗
Diefen Reichetag vorgenommen , gnugfamlich| loren werde, fo Bat demnach) ihre Kayf. Mae
zu erinnern haben, feicher Weife tragen für guf angefehen und bedacht, der BR | a
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7 1m, Abfehnitr, Von dem Reichstag und Tolloquio zu Regenſpurg. 941
| ;ologen Handlung auf ein gemein Con- ‚licher Bergleichung der ftreitigen Religion eine
1 zu remittiren, wie denn ver Paͤbſtlichen Vorbereitung, und derfelben fonder Zweifel
Heiligkeit egat ihrer Käyf. Maj. daß fold) Eon= hochdienſtlich feyn werde.
cllium in kurzem durch die Paͤbſtliche Heilig- —
keit ausgeſchrieben werde, Vergewiſſerung ge⸗ i395. Me
than. Wo aber das nicht ein Fortgang haben Der Churfuͤrſten, Surften und gemeinen
folle, daß doch ein Mationalconcilium gehal⸗ Stände Antwort auf der Käyferl. Majeft:
ten, und im Sall, wo deren Feins füglich ge- | ander abfchiedliches Bedenken.
halten werden möchte, daß dann eine gemeine en ‚ Sürften und gemeine Staͤn—
Keichsverfammlung gehalten werden folle. D de, haben Käyferl, Majeft. abſchiedliche
- II. Und damit dann gemeine Keichsftände Reſolutien in den ausgefchriebenen Sachen die⸗
fpüren und vernefmen mögen, daß ihre Kaͤyſ. fes Reichstags unterthänigft vernommen, und-
Majeft. des heil. Reichs Wohlfarth und Auf: bedanken fidy gegen ihre Majeſt. des gegabten
nehmen gnädiglich zu fördern allweg geneigt, Fleiſſes Mühe und Arbeit, und ſonderlich,
und ſonderlich, daß dieſer Streit der Religion daß ihre Majeſt. ſich fo lange Zeit der Sachen
foͤrderlicher Endſchaft und Erörterung ge: alſo beladen haben. Wollen hiemit ihr Beden⸗
racht werde: fo will ihre Kaͤyſ. Majeſt. an ken, die Religion betreffend, ihrer Majeſtaͤt
derſelbigen jetzigem Duschzug in Italia bey juͤngſt uͤberantwortet, repetirt, und ſich neben
|
— —— — — — Ze
Paͤbſtlicher Heiligkeit mit allem emſigen Fleiß demſelbigen, des jetzigen ihrer Majeft. Auzei-
und Ernſt handeln und fordern, daß ſolch gen, daß die Schriften der Colloquenten aaf
Generalconcilium zum förderlichften gehalten, |ein&eneral. oder Nationalconcilium,oder aufeis
und im all, fo daffelbe nicht feinen Fortgang nen fernern Reichstag und Chriſtliche Hand⸗
haben möchte, alsdenn das Nationalconcilium lung, gefehoben werden follen, begnügen, und
zum forderlichften ausgefchrieben und gehalten darauf den Abfchied zu ſtellen ſich bewilliget
werde, immaffen folches von gemeinen Neichs- haben.
ſtaͤnden gebeten und begehret worden. Und wo| IL Lind bitten ganz, unterthaͤnig, ihre Kaͤh⸗
deren Feines fuͤglich gehalten werden möchte, fo ſerl. Maj. wollen, ihrem gnaͤdigem Erbieten
will aisdenn ihre Kaͤyſ. Maj. zum förderlich): Ina, bey der Paͤbſtlichen Heiligkeit zum fleif:
ften ſo es möglich Ift, einen gemeinen Reichs: figften anregen, folches gemeine Chriſtliche Con⸗
tag ausfchreiben, und denfelben in eigener Per: cilium zu bewilligen, und an einen gelegenen
fon beſuchen, der Hoffnung, berüßrte ftreitige Dre Deurfcher Nation zum foͤrderlichſten aus⸗
Religionsfache zu endlicher Cpriftlicher Ver-|zufchreiben, und wo ſolches nicht zu erlangen,
gleihung und Einigkeit zu beingen und alles an: |eine Nationalverfammlung vorzunehmen, or⸗
dere zu Bandeln, das dem heil. Reich und denfel- dentlicher Weife zu beruffen ; oder, fo deren kei⸗
ben Ständen zu Wohlfarth, Nus und Gutem nes in das Werfzu bringen, alsdenn einen ges
2 ALL meinen Reichstag. auszufchreiben , in einer be«
- IV, Und wäre darauf ihrer Kaͤhſ. Majeftät nannten Zeit, Die ihre Kaͤhſerl. Maj. jetzo vor
gnaͤdige Ermahnung und Erinnerung, daß bis dieſem Abfchied alhie gnaͤdiglich benennen wol⸗
zu obbeſtimmter endlicher Verglelchung durch le, und denfelbigen eigener Perfon zu befuchen,
die Proteſtirenden über und wider die Artikel, auch die Päbftliche Heiligkeit dahin zu vermoͤ⸗
deren ſich ihre verordnete Iheologi vereiniger, gen, aufdas Nationalconcilium, oder gemelde=
nicht gefchritten werde. 2° ten Reichstag, ihrer Heiligkeit Legaten mit volle
V Daß auch dazwiſchen die geiftlichen Prä- Eommener Gewalt zu verordnen, Damit zu Ver⸗
laten ſamt und fonderlich bedacht feyn wollen, |gleichung dieſer flreitigen Religionsſachen
unter ihnen Drönung und Reformation vor |fruchtbarlich befchloffen und. gehandelt werden
' zunehmen, die zuguter, gebuͤhrlicher und heil: moͤ |
ER, 4 a4 2 £ moge. —
famer Adminiſtration, auch zu endlicher Ehrift: | UL Zum andern, wollen ſich gemeine Staͤn⸗
Yin | De
u
7
N
onsvergl.
942 Lap.ıg. Don der dur) Conventeu, Reichstäge gefüchren Relıgı 5
de getroͤſten die Proteſtirenden werden ſich ih · fuͤr gut angeſehen, auch ſich gnaͤdiglichſt u ham —
rer KRänferl. Maj. gnädigiter, Chriſtlicher und deln und zu fördern erboten, daß AN u
billiger Erinnerung und Ermahnung gehor- ralconcilium zu dem förderlichften gehalten ze,
famlidy Halten, und zum wenigiten über und; bedanken fid) die Stände der Augfpurgifchen ı
wider Die Artikel, Durch Ihre Theologos zuge: | Eonfeßion und Religion foiches der Känferl.
laſſen und vereinigt, weiter und ferner nicht Maj. angewendten gnädigen Fleiffes und. Ers
fchreiten. _ | bietens unterthäniglic). Sr
... IV. ©» erbieten ſich die geiftlihen Fürften]| IE. Nachdem aber die Kaͤyſerl. Majeft. in ı
‚ and Prälaten, daß fie nicht allein bedacht, fon- |Diefer Staͤnde naͤchſter Antwort, aufdamals der ⸗
Dern erbletig und willig feynd, unter ihnen felbft ſelben vorgefchlagene Mittel zu dem Abſchied
und ihren Zugehörigen eine Chriftliche Refor⸗ junterthäniglich gegeben, gnäbiglicy) vermerkt,
mationshandlung vorzunehmen, und ihnen an daß fie nichts hoͤhers begierig wären, denndaß |
dem allen Feinen Mangel erfcheinen zu laſſen. ein recht geſchaffen, frey, Chriſtlich Concilium
Damit aud) foldye Reformation deito heilſamer in Deuticher Nation vorgenommen und gehals ı
vorgenommen und gehandelt werden möge, bit-
ten werden möchte, darinnen die ftreitige Mes ı
ten Ehurfürften, Fürften und gemeine Stän-| ligion nad) dem Wort GOttes eroͤrtert und eis ı
De unterthäniglicdh, die Känferl, Majeft. wolle] ne Chriftlicye Neformation folgen möchte, fo ı'
‚der Paͤbſtlichen Heiligkeit Legaten vermögen ‚| wären fie auch noch zu ſolchem freyen Chriſtli⸗
von wegen ifrer Pabftl, Helligkeit den Geift-| chen Concilio unterthänig geneigt; doch daß |
lichen, neben ihrer Majeftät, aufzulegen und daffelbe in Deutſcher Nation Bee würde, ,
zu befeßlen, folche Ehriftliche Reformation zum wie ein folches in etlichen vorigen Reichsabſchie⸗
förderlichften in das Werf zu bringen und dar-| den befchloffen. i
über ernſtlich zu alten, und feynd der Hoffnung, IV. Warum aber diefe Staͤnde nicht willigen ı
ſie follen durd) diefen Weg bey den Ihren der] Eönnten, daß der Pabft und die Seinen, als |
ftomehr Folge und Gehorſam befinden. ihr Höchfter Widerpart, in ſolchem Koneilio ı
— — — — — von der Religionsfache richten und: urfheilen ı
| rg 1396. 5 follten ꝛc. deß feynd ihrer Kaͤyſerl. Majeftät
Der Proteftirenden Antwort über der) in foldyer der Stände vorgemeldter nähern Ant⸗
Kaͤyſerlichen ———— abſchiedlich
wort, und auch davon gegruͤndete, ſtattliche
aa edenken. und erhebliche Urſachen, welche auch zum theil
S3 Baben Ehurfürften, Fürften und Stän-
de, der Augfpurgifchen- Eonfeßion ver-
in ihrer vorbefchehenen Necufation, des angefege
mandf, gegenwärtig, und der Abweſenden Raͤ—
ten Concilii zu Mantua halben vorgewendet,
nothduͤrftig angezeigt, Darauf fie ſich jege, wie
ehe, Botſchaſten und Gefandten, Roͤmiſcher zuvor, abermals referirt und gezogen haben
Känferl. Maj., unfers allergnädigften Herrn ,| wollen. So
geftellten Begrif und Anzeige zu einem endli.) V. Und daß die Käyferl, Maj. gnädige Er⸗
hen Abſchied unterthänigft gelefen, und mit) mahnung und Erinzerung vorwender, daß biß
begehrtem Fleiß zu bedenken gezogen; darauf] zu beftimmter endlicher Bergleichung Be, }
- auch alsbald, zu Sörderung der Sachen, aus) die Proteſtirenden über und wider die Artikel, ,
ihrer unvermeidlichen Nothdurft, ihre Antwort deren fic) ihre verordneten Theologi vereiniget, ,
und Bedenken auf nachfolgende Puneren geftels| nicht gefchristen werde, wollen ſich diefe Staͤn⸗
. Jet und begriffen. ER de in denfelbigen und andern Artifeln, vermoͤ⸗
‚I, Und was erſtlich Den gnädigen Fleiß ‚den| ge ihrer gegebenen Antwort und Erklärung,
Die Käyferl. Maj. zu Vergleichung der Relis| aller Gebühr zu erzeigen wiſſen. Dagegen bitet
yion vorgemwendet, und Dann das Coneilium] ten fie aber unterthäniglich, als fie auch infols!
en ‚ darauf die Känferl. Maj. der ver«| cher nächfter ihrer Antwort zum theil vermerkt
oroneten Theologen Handlung zu vemittiten! worden feynd, daß die Känferl, Maj. mit den‘
i ans
{
=
*
N REITER N:
D. Eckens falfche Seugniß, die er in der
ordnen, oder ihnen gnaͤdiglich frey laffen
mollte, damit den verglichenen Artifeln. gemäs
bey ihnen, auch gelehrt werde, wie dann ifre
Känferl. Majeft. vormals vorgeſchlagen und
auch von viel Ehurfürften, Fuͤrſten und Stän:
den fuͤr gut angefehen worden. »
VI. Bon wegen der Ordnung und Refor-
mation, und daß die geiftlichen Prälaten , wie
die vorzunehmen, bedacht feyn follten, bedan-
Een fich dieſe Stände folcher der Kaͤyſ. Majeft.
jefchebener Erinnerung unterthaͤniglich, und
hätten nichts lieber gefehen, dann daß ſolche
Reformation götelicher Schrift und den alten
Canonibus gemäs vorgenommen worden waͤ⸗
BEER SE h \ ”” | . —
44 UL, Abſchnitt. Don dem Reichstag und Colloquio zu Regenſpurg.
dern Churfürften und Ständen gnädiglid
Abein,
’
945
Dem Durchlauchtigen Fürften und Herrn,
Herrn Sciedtichen, Pfalsgrafen beym
Herzogen in Bäyern ec. und dem
Erlauchten Herrn Nicolao, Herrn zu
Sranvella, Praͤſidenten, und den Wohlge:
bornen, Edlen und Achebaren Herren Zus
börern, von der K. M. zu dem Gefprädy,
jängft zu NRegenfpurg , von der Religion
gehalten , Vorgeſetzten und zugeordneten ,
unfern Önädigen, Großgünftigen Herren und
lieben Freunden,
h I. 3
I Hauheiger Fuͤrſt, Erfaucheiger, Wohl⸗
geborner, Edle, Achtbare Herren! Uns
weifelt nicht, Daß nicht ohne befondere Yors
re, und noch vorgenommen wuͤrde, Innhalt et- ſehung und Guͤte GOttes geſchehen ſey, daß
licher Bedenken, welche dieſer Stände Theolo:
gen unterthaͤniglich uͤbergeben.
Verſammlung der Fuͤrſten wider das zum Col⸗
loquio vorgelegte Buch eingegeben hat.
To ie ag. |eTalier
SE bat diefes ungeſchmackte Buch nie ge Sefpräc; E.3. ©. Gnaden und A ne
ichkeiten, im Namen undaus Befehl ihrer Ma⸗
jeftat, zum theil des Anſehens und Gewalts
halben vorwären, zum theil Zeugniß zu ges
ben beywaͤren.
hen, nachdem jegund der Handel geftalter,
genugſam anzeiger, wie gefährlich wir falfcher
und unrechfer Klage unferiworfen wären, wo
E. 5. Gnaden und Achtbare Herrlichfeiten
nicht aller Sachen, mie fie verhandelt, Zeug«
fallen, und gefällee mie noch nicht, und
wird mir nicht gefallen, darinn id) fo viel Irr⸗
shümer und Mängel erfunden habe. Darum
ich erkenne, wie ich allmeg erfennee Habe, daß
es von den gemeinen Eatholicis nicht anzuneh-
menift, welches der Kirchen und Bäter Brauch
zu reden verläffee, und zückee auf die Weiſe
Melanchthonis.
Und ich, derſelbige Eck, habe nicht bewilli
‚get noch geſehen das Buch, der Kaͤyſerl. Maj.
bberantwortet; ſondern find mir allein vorge-
fefen worden die Artikel der Lutheriſchen. Viel—
meniger Babe ic) bewilliget in eine Schrift, die
der Käyferl, Majeft. folle mit dem Bud) über:
antwortet feyn, die ich nie geſehen Habe.
J 1398.
Julii Pflugs und
Pfalsgeaf Friedrich und Granvell, als Prä-
fidenten des Colloquii, eingegebene Schrift,
drinnen fie fich über Eckens Verleum:
die dungen befchweren.
Luotheri Schriften 17. Theil,
nachdem dem Linüberwindlichften Kaͤh—
fer, unferm allergnädiaften Herrn, auf Bes
willigung der Großmaͤchtigen gemeinen Stän«
de des heiligen Neichs, für gut angefehen, D,
Johann Ecken und uns beyde mit den Protes
- ‚(Bevenden von der Religion zu unterreden zu
erwählen, Daß ihrer Majeftär darbey auchdas
fallen hat, daß derfeldigen Unterrede und
Dann der Ausgang der Sa:
niß geben follten.
2. Sie wiſſen aber, welchergeſtalt wir zu dies
fem Handel anfaͤnglich beruffen. Dann wir
uns ſelbſt, wie ihr wiſſet, nicht eingedrungen;
ſondern unſere Ungeſchicklichkeit, als wol bey
unſern gnaͤdigſten Herren und deren Geſandten
und Raͤthen, als bey Känferl, Majeſtaͤt ents
ſchuldiget, aud) gebeten. und geflehee Haben,
Johann Broppers an daß diefe Saft denen würde aufgelegt, Die fie
zu tragen gefihickter find. Aber, als eure Fuͤrſt⸗
liche Gnaden, Gnaden und achtbare Herrlich.
feiten wiſſen, find wir in dem nicht erhoͤret;
fondern g dem gezogen und gedrungen, das
wie
und Mängel befunden habe; welches Bud) er
945 Lap.ıg. Von der durch Convente u. Reichstäge gefüchten Religionsvergl, 547
wir viel lieber wollten, es haͤttens andere auf tet feyn ſolle. Zudem haben wir gehöret, wie
fich genommen , die folches auch mit mehr | er aud) über alle und jede Artifel, verglichen
Frucht hätten verrichten mögen, . [und unverglichen, ‚fcharfe und bißige Bermer
3. Nun aber ſo wir von uns erforderten Ge. kungen folle zufammen getragen haben. Syn |
horſam, und viel an ung gewefen, mit hoͤchſter welchen er anders nichts unterftanden, —
Treue und Redlichkeit geleiſtet, (deß wir uns darzuthun, daß in dem ganzen Buch, wie es
auf GOtt und unſer Gewiſſen bezeugen) auch der Kaͤyſerl. Majeſtaͤt uͤberantwortet iſt, nichts
nicht ohne merkliche Arbeit und Muͤhe ſolch ſey, das nicht entweder uͤberfluͤßig, oder irrig, |
Werk vollbradjt: fo erlangen wir nicht allein | oder die Zwietracht der Religion zu vertragen.
deshalben feinen. Danf, fondern leiden ganz undienlid) fey. J
5. Und obwol D. Eck dieſes, weil er mit
unbeſchuldet ſchwere Schmach und falſch Be—
legen, und das von demjenigen, von dem wir dem Fieber bekuͤmmert, mehr aus einer Unges
uns nichts folches verfehen, dem auch uns. fol=| ftüme des Gemuͤths, dann bedachtem Urcheil
ches zu thun in feinen Weg, aus vielen und| ausgefchürter: fo Haben wir doch erfahren, daß
wichtigen Urfachen, fo er fein felbft haͤtte wol⸗ er durch diß fein Eingeben erlanget hat, daß
len eingedenk ſeyn, geziemet hat. zum förderften feine Durchlauchtige Fürftenin
4 Derfelbige ED. Eck, ung jüngft zum| Bayern, und durch Diefelbigen auch etliche an.
Geſpraͤch zugeordnet, der daffelbige gehaltene| dere, beredet worden find, alfo von der Sa⸗
Geſpraͤch, dem er nicht allein eine gute Zeit,| chen zu halten, wie es dem Een gefaͤllig; auch
bis ihn Das Fieber angefallen, mit ung beyge-| daß fie diß nicht allein fo viel fie belanget, ben
mefen; fondern auch etlichermaffen nad) feiner | redet, fondern auch dahin gebracht feynd, daß
. Autorität vorgemefen iſt, gegen aller ungerech- | fie zum hoͤchſten unterftanden, auch die Kay
ten und falfchen Anklag fehügen und ſchirmen Majeftät dahin zu bewegen, daß auch fie ife
follee : fo ift er der erfte, der ſolch Gefpräch| dasjenige, fo der Eck unbefonnen ausgeaoffen,
ganz grimmiglic) anfalle und faͤlſchlich ſchmaͤ⸗ füllte gefallen laffen. Ba
het. Dann mir feine Schrift gefehen, Die ex] 6. Aber in dem einigen achten wir uns niche
nicht fehlechten Leuten; ſondern in dem Rath} unglückfelig, daß E. F. Gnaden und achtbare
der Sürften, Prälaten und gemeinen Ständen| Herrlichkeiten.bey allen Dingen zugegen ge—
des heiligen Reichs überfender hat, in welcher | wefen, alles felbft gefehen und gehöret haben, auch
er fich nicht geſcheuet hat, zu zeugen, daß ihm nichts in diefem ganzen Handel ohne euer Wil
‚nie gefallen Habe, noch nicht gefalle,nody nim⸗ fen, ja auch gar noch ohne euern Befehl von
mer gefallen werde das Buch, (welches er ein| uns verhandelt ift. Wo wir aus eigenem Rath
ungeſchmacktes Bud) heiffet,) das von Kaͤyſ. und gefuchter Ehre, oder durd) einige eigene
Majeftät zum Gefpräcy übergeben if. In Anfechtungen, oder Bewegniß uns ſelbſt in,
welchem er (tie er fagt,) fo viel Irrthuͤmer diefen Handel gedrungen: mo mir nicht dem,
ſo die Kaͤyſerliche Majeſtaͤt vorgefchrieben , ges
treulich und gänzlich angehangen: wo das
Buch), mweldyes die Kaͤyſerliche Majeftät vor⸗
gegeben, und von uns nicht herkommet, nicht
mit dem Ecken zuvor ganz durchgelefen wäre: wo
daffelbige Buch nicht von Männern eines große
fen Anfehens, (welchen die Känferliche Maje-
ſtaͤt ſamt gemeinen Ständen, nicht unbillig |
viel zugegeben, in denen Dingen nemlich, die
unter uns, den Collocutoren, verglichen feyn,) |
ehe dann wir das Öefpräch angefangen ‚fürgut
erkennet wäre: mo zuleßt Der Eck nicht ren |
- s j —
auch in derſelbigen Schrift ohne einige Urſach,
die er vorbraͤchte, allein aus angemaßtem Ge-
walt, ais dem das oberfte Ehrengeriche und
Eenfur befoßlen, verdammet undunmürbdig ur-
theilet, Daß es von den allgemeinen Catholicis
angenommen werde, Daßer aud) unverfchämt
verneint gefehen habe, wie esnemlich der K.
M. nad) gehabten Geſpraͤch übergeben ift.
Daran er dann aus feinem Gedicht angehän:
get, von einer Schrift, die fein unwiſſend mit!
dem Buch) der Kaͤhſerl. Majeftät uͤberantwor⸗
|
ne |
—*
=
fang bey uns im Gefpräch, als unfer Zuge- den Theilen diſputirt und gehandelt, niche im
orbneter, bengefeilen, und den gröften Theil Vorgang, (mie man zu fagen pflege ‚) fondern
\ des Buchs, welcher in feiner Gegenwaͤrtigkeit mit fleißigem Yufmerfen, alsaus Kaͤhſerlichem
) erfüchet worden und erwogen ift in denen Arti · Befehl, eingenommen, und fonder Zweifel recht
ey beyden Theilen verglichen feyn, und wohl im Gedaͤchtniß behalten habt. Es
—V — ——
es Buchs ‚\
mäß, nicht allein mit Worten, fondern aud) Achtbare Herrlichkeiten gefehen, daß der Eck
zum cheil mit dem Zeugniß feiner Handfchrift bey dem Geſpraͤch und allemlinterfuchen und Er⸗
ingenommen hätte; ja, wo diß alles nicht,
— ererpafler, ‚ergangen und ſich Bielte: fo
ätte der Eck vielleicht, das er gegen E. Gna—
den und HerrlichFeiten vorwenden moͤchte, da»
mit fie ihn nicht urtheilten und hielten als den,
der Die Handlung des Gefprächs mit falſchem
Belegen hat befchweren wollen.
7: Nun aber, fo euer Önaden und Herr:
lichkeit wiffen, aus was Rath wie zum Ge
fpräch verordnet: mit was Fleiß und durch
welche das Bud) aud) vor dem Geſpraͤch un:
terfucht und erwogen: welcher Geſtalt und Ord⸗
nung das Gefpräd) angefangen und. eine gute
Zeit in Beyfisen des Eckens gehalten’ift: fo
haben wir uns nichts zu beforgen , daß euch der
Eck feinen Falſch aufreden follte, , Ja, nicht
allein wir, fondern auch E. F. G. ©, und
achtbare Herrlichkeiten feynd es, die in ſchwe⸗
ren Verdacht, wo des Eckens Beredung ſtatt
haben follte, gezogen würden, als ob fie ihrem
Befehl nicht treulic) genug vorgeweſen wären.
Memlich , weil fie fo viel Zeit bey dem Gefpräd)
von der Religion gefeffen, und doch die Kaͤh—
ſerl. Majeftät nicht beyzeiten von den Artifeln
und Sehren, welche der Eck vorgibt, der Reli
gion und dem heiligen Römifchen Reich fo nad:
heilig und ſchaͤdlich ſeyn, erinnert und ange-
mahnet, und diefelbige Kaͤyſerl. Majeſtaͤt ſamt
allen gemeinen Ständen des Reichs in dieſem
Artikel mit fo merflicher Gefahr und Schaden
aufgehalten hätten. E
8 Aber GDir fey Lob! daß E. F. ©. Gna⸗
den und Acıtbare Herrlichkeit. fo unverlegten
Glauben bey Kaͤhſerl. Majeftät haben, aud)
ſoſch Lob bey jedermann, ihrer Tugend und
Redlichkeit, daß daran niemand zweifelt, vb
‚man mehr euch, oder dem einigen Ecken glau:
ben folle; dieweil nemlich ihr niche fo unbefon-
nen zum Gefpräch kommen, und das von bey:
| als gefund und. Dem allgemeinen Glauben ge fey auch GOtt Lob, daß E. F. G. Gnaden und
|
E
wegen des Buchs, bis zu dem Artikel von der
Eudariftia, mit uns geweſen; daß fie auch ges
höret,daß er, der Eck, alles, fo bis auf den.
felbigen Artikel verglichen iſt, mit feinem ei—⸗
genen Mund angenommen und für gut erfen«
net hat, Es ſey auch zulege GOtt ob, daß des
Ecken felbft Handfchrift noch bey unfern Händen
iſt, mit deren wir aller Welt bezeugen mögen,
daß erdie Meynung und Lehre, im Bud)
Känferl. Majeftät überantwortet begriffen,
nicht allein in etlichen fchlechten Artikeln; fon»
dern in dem allergröften und wichtigften Artiz
kel, von der Juſtification, gern angenommen
und für gut erkennet hat. Wir gefchweigen,
Daß er der erfte gewefen, der es dahin gerrie-
ben har, daß der Artifel von der Suftification,
der im Buch durch Käyf. Majeftät uns, den
Collocutoribus vorgegeben, reichlicher gefegee
iſt, ausgethan, und Diefer ‚der efwas magerer,
und weiterer Erklärung bedarf, wie wir das
im Geſpraͤch bezeuget haben, an jenes ſtatt ge
feget worden ift. 3
9. Nun aber, welcher Geftalt, mit was
Geberden, was Anzeigen des Gemürks, diß
Gefprädy von uns gehalten ift, und. ob mir
(herzlich, oder ernftlich gegen einander gehan⸗
delt, gern-einander gewichen haben ‚(nachdem
etliche dermaffen gearbeitet, daß fie darüber-
Frank worden ,,) wiſſet Ihr zum beften, und jeus
gets die Handlung felbft. Und wollte GHOte,
daß wir bey den. Fürften und Praͤlaten, bey
welchen des Ecken Beredung viel zu bald und
übereilend Staff gefunden ‚mit unferer Arbeit,
die wir ihnen zu gut und Gefallen auf ung ges
nommen, fo viel doc) verdiene hätten, daß ſie
uns zuvor von den verglichenen Artikeln, dies
meil mir derfelbigen halben Rechenfchaft zugeben
allweg bereit und erbietig geweſen feyn, gehöret
Iund vernommen häften, ehe dann fie dielelbi«
- 9003
gen
90 Tapıız. Don der durch Convente u. Reichstaͤge geſuchten Rehgionsvergl, E73
gen beyde durch fich felbft verdammer und un- und Durchlauchtigften Churfürftenund andern
terdrucket werden füllten, in ihrer Schrift, die | Fürften, Prälaten und Heren, bey welt N
fie Kaͤyſerl. Majeftär uͤberantworten wollen, zum ſchwereſten und faͤlſchlich Dargegeben fir
r
erfennet und geureheilet Haben. Aber diefen durch eure Schrift anzeigen und bezeugen, au 1J
Lohn unſerer Ärbeit und getreuen Dienfts ‚der was Nach wir durch die Kaͤyſerl. Majeſtaͤt zu
uns begegnet, wie allen frommen Leuten, die Geſpraͤch gezogen: mit was Glauben und Fleiß
der Gemeinde von Herzen gerne gerathen ſehen,
und vor ihren einfallenden Schaden gerne ſte⸗
ben wollten, wollen wir fonder Beſchwerde
aufnehmen, dieweil wir von dem allmaͤchtigen
guͤtigen GOtt einen andern und beflern Lohn
zu erwarten haben.
10. Doch daß E. F. G. Gnaden und Adıt-
bare Herrlichkeiten ſich nicht beſchweren mwoll-
" ten unfere Unfchuld und guten Namen vor die
wir ung in befohlnem Gefchyäft bewieſen, und
damit wirs Furz begreifen, daß ihr oͤffentlich
‚bezeugen wollet, was ihr von aller unferer
‚Handlung halter, damit wir durch euer Zeug
niß, das mehr ift, dann ihm jemand mie
derfprechen werde, unfere Ehre und guten Na⸗
men bey männiglich wieder erholen, und die
unbillige Schmady, mit deren wir unver«
dient angegriffen, abtreiben, und unfern Glaus
fem fo falſchen ungerechten Belegen des Ecken ben und Unfihuld durch euer ewig und un—
zu reffen und fhüßen, deß fih E. F. G. Gna- |wiederfprechlich Bezeugen bey männiglicy era
den und Achtbare Herrlichkeiten freylich nicht | halten und bewähren mögen. An demfelbigen”
beſchweren, nod) in dem ifrem Amt und Ge⸗ werden E. 3. ©. Gnaden und Achtbare Herta
buͤhr, diemweil fie zu Präfiventen und Zeugen lichkeiten thun, das ifnenzum beftengeziemet
der ganzen Handlung verordnet feynd , abfte- fund uns gänzlid) vonnoͤthen ift, welches wie
den, nod) ung in gegenwärtiger Noth, in die |gegen Denfelbigen E. 3. ©. Gnaden und Achte
wir Durch der Känfer!. Majeftät und E. F. G. baren Herrlichfeiten mit ewiger Verehrung
Gnaden und Achtbarer Herrlichfeiten Geheiß und Dienften zu verdienen begehren N
und Befehl gedrungen feyn, zu helfen unterlafe
fen werden, Wir miffen wohl, daß einem
Shriftenmenfchen zuſtehet, Unrecht und
- Sthmad) geduldig zu leiden; darneben wiffen |
wir aber aud) das, daß Ehr und Mamenniche
‚retten, eines Unmenfchen ift, vornehmlich fo
daher — na a und den Schwaͤ⸗ BR u
ern Aergerniß vorſtehet. —J
— ————— Durchlauchtiger Fuͤrſt, Baͤyſerliches Atteſtat auf das Zeugniß
Erbauchtiger, Wohlgeborner, Edle und Acht. |der Präfidenten und Zuhoͤrer Julio Pflugen
bare Herren, begehren und bitten wir E.F. und Jobenn Groppern ertbeiler, daß fie bey
©. Gnaden und Achtbare Herrlijkeiten um dem Gelpräch Zaͤyſerlichem Befehl treulih
Ggottes des Allmaͤchtigen willen , welches Ge- und unverweislich nachgelebet.
fchäft und Handel wir in eurem Beyfeyn und | SS Ite Nömifche Känferl. Majeftät, unfer aller⸗
aus euern Geheiß verhandelt, auch nachdem gnädigfter Herr, hat aus allerley Hande
alles verhandlet, ehe wirs der Känferl., Ma- ungen, fo Furz verruͤckter Zeit im Reichs⸗
jeftät überantmwortet, dem Ecken vorgebracht rath vorgefallen, vermerfet, daß das Bud,
und angezeiget haben, ihr wolltet, vermöge eu- welches ihro Kaͤyſerl. Majeftät. nad) dem ges
res Amts, Das ihr getragen , und der Gebühr, habten Colloquio in den Religionsfachen, Chur
allein der Wahrheit Zeugniß geben, und zum |fürften, Fuͤrſten und Ständen zugeftelle, et⸗
förderften der Käyferl. Majeſtaͤt, unſerm aller. Imas in eine Difputation gejogen roill werden,
gnaͤdigſten Herrn, darnad) dem Ebrwürdig: | Damit dann Herr Julius Pflug und Johann
fien Legaten, dann auch den Ehrwuͤrdigſten Gropperus, fo Die Kaͤyſerl. Majeftar über —
E. F. ©. Gnaden und Achtbaren Herr⸗
lichkeiten — h
unterthänige und ergebene
Julius Pflug, und
Johann Gropper. |
„ - e
ing nd et he 0 re EN IE DI ode —
fi
niet, Von dem | Reichstag und Colloquio zu Begenfpurg. 953
erthänige Entfcyuldigung, zuj Ölaubens in feinen Weg entfchloffen werden _
‚mit den Proteſtirenden zu hal⸗ mögen, weil folches ven allgemeinen Staat ber
und verordnet, folder Difputation | Kirchen berühret, und mas da geſchloſſen, al-
nichten verleßet werden : leg nichtig ‚ vergebeng und eitel feyn würde,
sollen ihre Känfer!. Majeft. Churfuͤr⸗ Derhalben wie eure Ehrwuͤrdigſten und
jürften und gemeinen Stände hiermit) Durchlauchtigften HerrlichFeiten, wo fie die ges.
t und bezeugt haben, daß dieſelbe ihre | melöte Elaufulam austhun, wie wir ung zu euch"
el. Maj. in diefer Handlung, der Religlon |verfehen, der Däbftlichen Heiligkeit , welche das
| vorgenommen, nichts anders gefpürt | Haupt der Kirchen und aller Concilien ift, ein
und befunden Haben, denn daß die beyde ge groß Gefallen thun werden; alfo herwiederum
meldte Berordneten ſich ihrer Kaͤyſerl. Majeſt. wuͤrde ihrer Heiligkeit ganz befchmerlich fallen,
efehl, ihnen aufgelegt, treulich und unverweis⸗ wo das nicht gefchehen follte. Denn unvere
lic) gehalten, auch die Wege damit die jetzigen borgen, daß groͤſſerer Zwietracht der Religion
Zwieſpalt in unferer heil. Religion hingelegt auf dem Weg in andern und in dieſer eurer ed⸗
werden möchten, mit allem Ehriftlichen, gefreu: fen Nation entftehen wuͤrde. Darum wir in
lichen und unterthaͤnigſten Fleiß, ihrem getha- dem unfer Amt und Gebühr, euc) zu erinnern,
nen Befehl nach, gefucht haben, das auch ihrer |nicht Haben unterlaffen wollen, damit wir dem
Majeft. zu gnädigftem Gefallen von ihnen ge- | Befehl Päbftlicher Heiligkeit gehorfamlich nach=
veicht hat. Solches wollen ihre Känferl. Maj. |fämen, und denn auch das verrichfeten, das
alſo Churfuͤrſten, Sürften und Ständen hiemit das Amt und Gebühr eines segaten, uns vom
angezeigt haben, Damit bemeldte Berordneten, | Apoftolifchen Stuhl auferlegt, erfordert: Ges
beruͤhrtem ihrer gehorfamer und gepflogener | geben zu Negenfpurg den 26. Julii 1541.
getreuer Handlung halben in Feinen Verweis
oder Nachtheil gefest werden,
‚DiL)
An 1401
Der Ehurfürften und gemeiner Stände
des Heil. Reichs Antwort auf vorftehendes
»infuchen des Romifchen Legaten
Armdirdigfter in Chrifto Vater, der heiligen
XI Römischen Kirchen Cardinal, und unfers
allerbeiligiten Vaters, des Pabſts, Geſandter
ee der — a Herr H = haben die
Bi, > rwuͤrdigſten und Durchlauchtigſten des hei⸗
jes Reichstags geſetzt werden ſolle: daß bie ligen Kömifchen Reiche — a
ſtreitigen Artikel unfers Glaubens zu einem Ge⸗ pero Füürften und Stände ‚ aus ihrer Ehrwuͤr⸗
en. AN BAD: a ne digften Herrlichfeiten Schriften, ihnen uͤber⸗
erde, fol ein Nationalconcillum antwortet, verftanden, wie eure Ehrwürdigfte
aumoDer einen Herrlichkeit begehret, daß diefelbigen Fürften
Hierauf bedenken wie, wie gefaͤhrlich das und Stände den Artikel aus dem Äbfchied dies
‚Jepn wuͤrde, wo Die ſtreitigen Artikel Des Glau⸗ ſes Reichstags thun ſollten, da geſetzet wird:
bens ſollten zu einem Concilio einer Nation ge | wo ein Generalconcilium nicht möchte gehalten
ſcheben werden. Derhalben achten wir, daß werden, daß die Spänn des Glaubens alsdenn
unfers Amts fen, eure Ehrmürdige und Durch- zu einem Nationalconcilio geſchoben werden fol-
laucheige Herrlichkeiten zu erinnern, Daß derfel- len, dann offenbar ſey, daß die Spaͤnn des
bige Beyſatz vom Nationalconcitio im Abfchied | Glaubens in einem Nationalconcilio nicht md-
j ganzlich ausgethan werde. Denn offenbar, gen entfchloffen werden, und mag befchloffen,
daß in einem Nationalconcilio die Spann des nn und vergebens ſeyn wuͤrderc. wie diß “
. WE 290 3 les
1400. |
Des Cardinals Contareni Schrift an die
Beichsftände, daß fie die Neligionsverglei-
chung nicht follen auf ein Nationalconci⸗
lium fchieben.
—— und durchlauchtigſte Herren!
I Uns iſt vorkommen, daß in Äbſchied die⸗
J
J
*
ger N ET $ PP r A ze = : 3 ER, *
lichkeit weiter begriffen iſt und. erklaͤret wird. Die Schrift der proteſtirenden Pre
Reiche zum hoͤchſten, und bitten drum mit allem und Stände des Neichs angetafter hatteſt, und.
verſammlet werden, in einer andern Neichsver- |demfelbigen Eifer gedrungen, zu Flagen, und |
glichen und entfchloffen werden. daß du abermals zu den Durchlauchtigen Fü
ſchen Stuhls, der mit gnugfamer Gewalt des ner Kirchen, dee auch zerfcheitert und vertilgee
—
—
954. Cap. 18. Don der durch Convente u.ReichstägegefüchtenReligionsvergl, _
les in der Schrift eurer Ehrwürdigften Herr-| ae Ara
Hierauf: antworten die gemeldten Churfür- a a eegptens # 9
ſten, Fuͤrſten und gemeinen Staͤnde des heil. RIED
Heichs, daß eure Ehrmürdigfte Herrlichkeit SS und Barmherzigkeit des HEren, zu.
mit ihrem Fördern,und unfer allerheiligfter Herr, NEN erkennen die Zeit unferer Heimfuchung und
der Pabſt, mit, ofne allen ferneren Verzug, gutwillig zu feyn gegen den Steinen Sion, und |
Aus ſchreiben und Halteneines allgemeinen Eon⸗ günftig ifrem Staub, Großgeachter Conta-
cilii gar leicht verhüten mögen, daß die erreg- vene! Wie wir Bievor allein aus Eifer die Ehre |
ten Zwietracht und Spänn des Glaubens und Ehrifti zu veften, und in feinen Weg deiner
unferer Religion in einem Nationalconcilio zu Herrlichkeit einige Beſchwerniß zuzufügen, ung |
handeln und zu fihlieffen nicht vonnörhen feyn job dir beklagt haben, daß du unfere Sehre in ı
wird, und das begehren auc) die Stände des deiner Schrift an die durchlauchtigften Zürften |
Ernſt. beſchuldiget der Mißhelligkeit von gemeiner Kir⸗
ne | chen, und eines giftigen Verderbens, als durd) |
Wo aber das allgemeine Concilium, fo oft |die die Jungen in unferen Schulen vergiftet, ,
zugefagt und jeßund wiederum durch eure Ehr⸗ darnach andere auch durch ganz Deutſchland
wuͤrdigſte Herrlichkeit verheiffen, durch Den |vergiften und verderben, fo Doch diefelbige unz ı
Apoftolifchen Stuhl nicht ins Werk gebracht ſere ehre anders nichts iſt, denn die Lehre Chri
würde, fo erheiſchet wahrlich die offendare Noth ſti, wie ung diefelbige in göttlicher Schrift Elärz
des Romiſchen Reichs, und vornehmlich Deuts |lic) dargegeben und durd) allgemeinen einhelli-
ſcher Nation, daß die erweckten ſtreitigen Arti- gen Ölauben und Berftand der wahren Kirchen
fel und Spann der Religion in einem Natio- Chriſti von Apofteln her dargegeben if.
nalconcilio, oder fo auch daffelbe nicht möchte] 2. Alfo werden mir, auch jeßunder eben aus
fammlung (auf deren zugegen feye und den dich durch unfern HErrn JEſum Chriſtum,
Handel richte und leite ein Legat des Apoftoli- |der das einige Haupf, Hirt und Netter ift ſei—
Apoftolifhen Stuhls darzu verfehen fey,) ver, Jalle, die ihm zumider find, zu erinnern —
a ften und Ständen des Reſchs geſchrieben haft:
Denn , rote in ſolcher groffen Zwietracht, un- es fey offenbar, wo diefelbigen Sürften und)
gleicher Meynung und Lehre hängen bleiben, | Stände in einem Nationalconcilio die Spänn ı
nicht allein ganz gefaͤhrlich, fondern ganz un- der Religion zerlegen und Reformation vorneb: +
leidlich wäre; alfo wollten die gemeldten Sür- |men wollten, Daß Daher mehr Zwietracht und )
ften und Stände nichts liebers, denn daß die- | Spän der Religion in andern und in Diefer uns
felbigen Spänn und Zwietracht rechter und ge- |ferer Nation entſtehen würden, und fie, die Sräns +»
büprlicher Weife zu allgemeiner Vergleichung |de, aus der. Urfach, und auch, daß Die Spaͤnn
und Concordie gebracht werden, und zmeifeln des Glaubens (mie Du fageft,) in einem Natio
richt, eure Ehrwuͤrdigſte Herrlichkeit werden hie- |nalconcilio in Eeinen Weg mögen erörtert und )
zu eure getreue Hülfe mit Foͤrderung beweiſen, |zerlege werden: auch zulegt, daß fie nicht vor⸗
und unfer aflerheiligfter Herr werde, nach Pflicht nehmen, dag dem Pabſt zu Rom fehr beſchwer⸗
feines Hirtenamts, feine Gewalt hiezu zu ge: lich wäre, (welches ich auch achte die fuͤrnehm⸗
‚brauchen ſich mit nichten befchweren. Datum ſte Urfach zu feyn diefes "Abmaßnens,) unter:
zu Regenfpurg den 26. Julii 1541. ffanden haft, die Sürften und Stände von bie
——
| Reichstag und Colloquio zu Regenfpurg. 957
heilfamen man, nothwen⸗ gen, daß gröfferer Ziietracht und Spaltung
gen Vorhe abzumah / in andern und unferer Nation entſtehen follte, wo
nen und abzufchrecken. x, , [mie die Kirchenhaͤndel, die fo elendiglich ge=
3. Nun aber fage an, um der Religion Chri⸗ ſchwaͤchet und zerftörer find, unterftanden durch
ſti villen, was groffer Zwietracht oder Spal- [ein Nationalconcilium. wieder recht an u en,
| fung der Religion iſt daher in unferer oder an⸗ ſehr abfcheulich ift. Dann überall Fein Bes
| dern Nationen zu beforgen , wo unfere Kirchen |megniß von jemand, der ihm nicht vorges
die ſtreitigen Artikel der Religion, nach dem nommen das Reich Chriſti zu widerfechten,
| Wort des HEren und wahrem, gemeinen, ein- wider diß fo heilige und männiglich heilfame
helligen Berftand der Kirchen, auch nach den |Bornehmen zu beforgen iſt. Darum, wo Du
| ungezweifelten Canonen und Regeln der Kirchen dieſes deines Weiſſagens Urſach haft, fo erzei-
1 Bes verglichen und die offenbahren Miß: get fichs, daß du mußt vorfehen, daß fich Die
, Bräuche, die in der Lehre, Ceremonien und Kir- Biſchoͤffe und. Fürften in andern Nationen
chenzucht und deren Diener fo gewaltig einge- | (dann wir deß von Unferen, fo man das anges
riſſen und überhand genommen haben, beſſer⸗ ſetzte Concilium recht Halten wollte, wol ficher
ten? So dudann von Käyferl. Majeft. unferm ſeyn würden,) darwider erheben und fegen wer⸗
‘ allergnädigften Herrn, und den Durchlauch-|den, wo die gottfeligen Menfchen und Schafe
tigſten Sürften und Ständen des Heil. Reichs, | EHrifti, durch unfer Exempel bewegt, die
das halten willt, das fich gebührt zu Kalten von | Stimm ihres Hirten auch hören und demfel-
| Epriftlichen Fuͤrſten: fo ſollt du fie nicht verden= |bigen folgen wollten; aber die, fo wider Das
Een, daß fie durch Vergleichung der ftreitigen | Reich Chriſti toben, fich roten und Aufruhr er⸗
Religion Artikel anders verftanden oder vor: wecken, verlachet und verfpottet der im Him⸗
m gottfeligen heilſame—
Vorhaben des Norionalconcil
| und Beflerung der Kirchen, nach dem Gefee
Gottes und den Canonibus. Herrn vertröften. |
4. Wo aber nun auf folche Weiſe und Maafe| 6. Diß aber müffen wir uns von dir, den
die Zivietracht der Religion Hingenommen, und |man preiſet fo gelehrt und auch gegen dem Haus
die Keinigfeit der Lehre Chriſti, der Sacra⸗ ſe des HErrn eifrig zu feyn, Hoc) verwundern,
menten ganze und rechte Yusfpendung und Ernft daß du bey ſolchem groffen Licht der ewigen und
‚der Kirchenzud)t wiederbracht und aufgerichtet | alles fürtreffenden und überwindenden Wahr⸗
wuͤrde: wie alsdenn das Reich Chrifti bey ung heit, die allenthalbenhin fo gewaltig fcheiner,
alle Zwietracht und Gemwaltfame des Wider: haft fchreiben wollen : es feye offenbar, Daß in
nicht follen Fümmern laſſen, fo ſich auf den
al
Hrifts und Satans abtreiben; alfo würde auch einem Nationalconcilio die Spänn des Glaus
| diefer Nation fatter Friede in Chriſto unter ihr bens in feinen Weg erörtert und entfchloffen
ſelbſt, und mic den Gortfeligen in allen Natio- werden mögen, Dann was hat GOfE einiger
| — wie mans begehren moͤchte, aufge⸗ Nation verſagt? Chriſtus der HErr hat ſeinen
eichtet und aufs. ſeligſte erweitert, und wuͤrde guten Geiſt vom Vater verheiſſen allen, die
niemand dawider ſtreben, oder reden, über der- |darum bitten, auch daß er ſelbſt mitten in=
| jenigen,, die Eprifto dem HErrn nachfchicken ne feyn wolle, wo allein zween oder drey in ſei⸗
und fagen laſſen: Wir wollen nicht, daß dieſer nem Namen zufammen fommen, und denfelbis
über ung regiere. So aber denfelbigen begeh⸗ gen alles vom Vater erwerben und erlangen,
ven zu gefallen, mögen wir nicht Knechte Chri-|deß fie ſich auf Erden vergleichen, und einmü«
fi feyn._ Ich) Habe euch gefandt (fageder HErr |thiglich von ihm, dem himmliſchen Bater, durch
zu den Seinen,) wie Schafe unter die Wölfe ; ſeinen Namen beten. So haben wir vorhan⸗
und: In mie werdet ihr Srieden, in der Welt den die göttliche Schrift, die heiligen Canones
Gedraͤng und Angſt haben. Iund Schriften der lieben Bäter, Derhalben
„5. Derhalben allen Heiligen diß dein Weiffa- auch mir Deutſchen und eine jede Nation, wie
® wenig
haben, denn eine folhe wahre Meformation |mel wohne, Darum fich deren Würen die
F TEE WET
Pa - ⸗ — J
958. Lap. is. Von der durch Convente u. Reichstäge geſuchten Religionsvergl, 959
wenig geſcheid und geuͤbten Verſtandes die ſey, feiner Stimm nicht folgen wollten, ſollte das
den ein und Meynung des HErrn in allen de: | uns drum verhindern oder aufziehen a
nen Dingen, die zu wahrer Neligion wahrlich ge⸗ roir nicht zuſammen Fommen und uns verglei- |
Hören, und zum Heil der Kirche dienlich ſeyn, chen follten, feinen Willen zu erfennen und dem ı
erfinden, erkennen, und demfelben auch nach: zu folgen? dann wir nichts neues einzubringen, h
fommen mögen. Denn der Her verbirgt | fondern dasalte wieder hervor zu bringen; nichts, ©
- Die Geheimmniß feines Neichs von den Weiſen durch unfere eigene Gewalt anzurichten, fon=
und Klugen,und offendaret diefelbige denen, die dern twieder anzunehmen begehren, das. Chri-
der Schalkheit halben Kinder und des Verſtan⸗ ſtus der HErr von Anfang gefegtund geboten,
des halben einfaͤltig ſeynd. Er verſagt nie- das die Apoftel, Märtyrer und heil, Väter al
mend die Erkenntniß feines Sinnes, der ihn ſo zu halten erfennet, daß fie verbannet haben
aus Ölauben darum bittet; verfihleuße die Thuͤr auch einen Engel vom Himmel, der etwas das
feiner Geheimniß vor niemand, der an derfel-| von abzureiffen und zu zerfiören, fich unterftün«
bigen gottfeligich anklopffet; verbirget ſich auch de, haben auch ihr Leben lieber den Tyrannen,
vor niemand, der ihn mit wahrem Herzen ſu⸗ dann ein Düpflein von folchem allem nachge
chet. BE Iaeben. =
7. Du bringeft aber vor eine Urſach diefer| 9. Es gebührt fich ja, daß von allen ber
beiner Rede, die wollen wir erwegen: Die) fchloffen und gefegt werde, das alle angehet.
Spann (fagftdu,) der Religion und derſelbigen Joch, fo andere nicht wollen, mag Darum niez
Erörterung und Hinlegung berüßren den Staat mand gebüßren, daß aud) er feinen ſchuldigen
ber allgemeinen Kürchen. us dem will nun) Dienft, ju dem er GOtt, feinem Heiland
folgen, daß einer Nation nicht gebühren mö-|und der Kiechen verpflichtet ift, unterlajfe, und |
ge, diefelben Spänn zu zerlegen und hinzuneh⸗ darum verfäaume, das der HErr, wie allen,
‚men. In dem ift wol das wahr, Daß Feine|alfo auch einem jeden befohlen und aufgelege |
einige Nation die Spänn der Neligion dermaf:|hat, und ohne das.die Gnade GOttes nicht
fen zerfegen, und was an Zucht der Kirchen) mag behalten werden. Dann überali Feine fol-
verfallen, alſo beffern und wieder aufrichten| che Gefellfhaft und Verwandtniß unter den
mag, daß ſolches auch in andern Nationen Statt Menſchen feyn mag, daß einigem Menfchen
haben möchte und angenommen werden, wo] (ich geſchweig einer Kirchen oder Nation,) moͤche
nicht diefelbige Nationen folhes auch durchiß-\te mit Recht zugemuthet werden, daß er um |
re eigene Urtheil erkennen, und eigens Willens | folcyer feiner Gefellen und Verwandten willen ı
auch alfo urtheilen und annehmen wollten, Der⸗ follte GOtt erzüenen und das ewige Leben hin⸗
H
Balben zu wuͤnſchen ift, daß alle Nationen ‚|werfen. Das aber wir gewißlich thäten, mo )
fo den Mamen Ehrifti gemeinfamlic) anruffen, wir in den befannten Migbräuchen und Gebres
möchten füglic) in ein Concilium fommen, und| chen der Kirchen und Religion darum verharren |
mit gemeinem Rath berathfchlagen und fchlief| wollten, daß andere Nationen derfelbigen Miß⸗
fen, wie fie Die Lehre EHrifti reinigen, die braͤuche und Gebrechen Befferung, er
Handlung und Darreichung. der Sacramen| dert durch ihr felbft, oder anderer Unwiſſenheit,
ten wieder recht verordnen, und Die Kicchenzucht|oder böfe Begierden und Gefuch, noch länger ı
wieder zur Haltung bringen möchten, Dannverziehen wollten. —
die Kirchen allenthalben mit einerley Gebre- haben von Rechts neodiN
ften behaftet feynd, fo ift aller Erwaͤhlten GOt· Macht, und find ihrer Pflicht halben fchuldig 3
tes ein Ölaube, eine Kirche, eine Taufe und) die Deutfchen und jede andere Völker, DaB
ein Befennenif Chrifi. fie, fo bald fie erfennen, etwas bey ihnen in
8. Wo aber die andern Nationen den HErrn,|der Religion verlegt und mangelhaftig zu ſeyn,
der uns zue Reformation ſo ernftlich vuffer „|alsbald auch hoͤchſten Fleiß und Ernſt nF
entweder noch nicht hören, oder fo ſie ihn hören, ven, daß folches, es fey durch A r i
|s66o MM. Abfchnitt. Don dem Reichstag und Tolloquio zu Regenfpurg. 960
| Mationalfpnoden, oder auf mas Wege und Mit- |felbige Stuhl und Kicche für die erfte und für-
| ud fuͤglich ae mögen, gebeſſert, nehmſte aebalten worden iſt, und der Biſchof
und in den Kiechen alle Dinge angerichtet wer⸗ zu Rom unter den Patriarchen den Vorſitz und
den, Damit, was zu der Neligion gehöret, ganz | Vorrede gehabt. Aber daß er ein Haupt der
und recht feye, und alfo erhalten werde. Diß iſt Kirchen und Concilien jein einigen Canonibus,
in den waßren Canonibus alfo geordnet und |oder bey einigen heiligen Vätern genannt oder
geboren, und von ‚den alten heiligen Vaͤtern gehalten worden feye: da fage an, mein lieber
mit hoͤchſtem gottfeligem Fleiß dermaffen allme- | Contarene, wo du ſolches bey einigen Alten je
gen gehalten worden, —J— geleſen habeſt? Sollt ihr Dann nun das bey ſol⸗
1. So dann nun du DIE alles wohl weißt, chem groflen und-gewaltigen Licht des Evange«
Contarene, befümmert uns billig, daß du dir] lit, welches boch in aller Gemuͤth und Gewif.
"zu fehreiben zugegeben haft, daß nichtig, verge-| fen fo ſtark und mächtig einleuchtet, noch fürs
\ bens und eitel feyn würde, alles, das wir in|geben und rüßmen dürfen ? —
unſerm Nationalconcilio vergleichen und be⸗13. Chriſtus der HErr, der einige, der iſt
ſchlieſſen möchten. Wie? Sollte dann verge: |und bleibt in Ewigkeit das Haupt der Kirchen:
bens und nichtig ſeyn, wo von ung etwas recht | Paulus aber, Apollo und Cephas, und deren
und gottfelig verglichen und entſchloſſen wuͤr⸗ wahre Nachkommen, feynd Diener Chriſti und
ve? Dann du fchreibeft, alles, "Welche Ding|der Kirchen ; und du darfeft einen Menfchen,
wider Chriftum auch in einem allergemeinften!der diefen Heiligen Apofteln allerdings fo ün-
Eoncilio befchloffen worden, diefelbigen Ding | gleich und widerwaͤrtig ift, zum Haupe der Kir
werden nichtig, vergebens und eitel ſeyn. Aber | chen und Conciliorum machen , allein von we-
Das auch ein befohderer Merifch, nicht allein] gen, daß er ihm anmaſſet den Titel und Nach⸗
ein Probincial⸗ oder Nationalconcilium, nach kommen im Stuhl Cephaͤ? und nemlich, ſo von
dem Wort des HErrn erkennen, ſchlieſſen oder | ihm Doch ſogar nichts überall den Kirchen zu-
ſetzen wird, daffelbige wird fogar nicht nichtig,| Fommet, das dem dienftlichen Haupt (mie Ihe
nicht vergebens, noch eitelimmermehßr feyn noch] zu reden pflegt,) zufteht, fondern alles, das
werden, daß auch Himmelund Erden eher ver- | demfelbigen ganz und gar entgegen und zumi«
ändert und vergehen müflen, dann folches ge=|'der ift. :
ändert werden oder verfallen möge. Esfeynd]| 14.
J
Und eben in dieſer gegenwaͤrtigen Sa⸗
ſo viel Nationalconcilien vorzeiten in Egypten,
Syria, Graͤcia, Africa, Italia, Gallia, Hi⸗
ſpania, wider die Unſinnigkeit Arrii, der Ma—
nichaͤer, Donatiſten, Pelagianer und anderer
Kehtzer gehalten, und in denſelbigen ganz heili⸗
ge Erfenntniffe und Decreten von Ehriftli-
chen, fiehe, wie übel du felbft deinen Babftrüß- -
meſt. Dann fo er das wird beſchwerlich auf⸗
nehmen, wo mir in unferer Nation einen noth⸗
wendigen und goftfeligen Synodum Balten, wie
man vorhat, Dazu er uns follte zum fuͤrnehm⸗
ften treiben und anhalten; wer möchte ihn da-
her Lehre und Haushaltung der Kirchen heil⸗ dafür erfennen, als der einige Sorge hätte,
ſamlich erfennet, geordnet und gefeget worden :| die Schäflein Chrifti, fo verirret, zu ſuüchen un®
Wille du nun fagen, daß diefelbigen feligen| wieder zu der Heerde zu bringen, Die etwas ge-
Erfenntniffe und Decreten nichtig, vergebens
und eitel feyn? —
brochen, zu verbinden, und die ſchwach und
bloͤd ſeynd, zu ſtaͤrken? Aber wir erinnern und
12, Alſo ft wahrlich deinem Alter und Weis. mahnen den, der dieſes alles vorhin wohl weiß
heit auch das ganz ungemäs und fremd, daß und Im Gedaͤchtniß hat.
Du fürgibeft : dein Pabſt feye das Haupt der
15. Unfer HErr JEſus verleiße, entweder
Kirchen und Concilien. Das iſt wol vorzeiten euch, anders zu rathen, oder den Unſern, daß
dem Stuhl und der Kirchen zu Rom zugegeben! fie euerm Rath nicht folgen, und bejtätige die-
‚worden, als noch in derfelbigen Kirchen wahre) felbigen, damit fie.dasjenige, das fie goftfelig:
Nachkommen St. Peters vorwaren, daß der⸗ ae ‚vorgenommen; auch —
er
Cutheri Schriften 17. Theil.
PP
962. Cap. ıg. Donder durch Convente u Reichstaͤge gefüchten Religionsvergl. 963 |
fer und beftändig ausführen und ins Werf brin⸗ Cicitien, zu Ferufalem, zu Hungarn, zu Eroa« -
gen, damit fie doch einmal durch ein heilig| tien, Navarra, zu Granaten, zu Toledo, zu
Loncilium diefer Nation unterftanden, in un⸗ Balenz, zu allicien, Maioricarum, Hifpa-
fern Kirchen ‚taugliche und bewaͤhrte Diener, |lis, Sardiniz, Cordube, Corfice, Murcix,
reine Lehr, vechte Handlung und Ausfpendung| Giennis, Algarhiæ, Algeric, zu Gibraltar, ı
der Sacramenten, wahre und heilſame Zucht und und der Inſuln Canariæ, auch der Inſuln In- ı
Bann wieder zu beſtellen, anzurichten, zuver-) diarum und Terræ firmæ, Des Meeres Ocea- ı
ordnen und zu beftätigen. Dann was wir von ni &c. Erzherzog zu Oeſterreich, Herzog zu ı
Rom zu erwarten haben, bezeugek zu, viel klar Burgund, zu Lotterich, zu Braband, ‚zu U
und gewiß die jämmerliche Zucht, fo. daſelbſt Speyer, zu Kärndten, zu Krain, zu N
nun alfo viel Hundert Jahr währe, und zum) Geldern, Würtenberg, Calabrien, Athena ©
ärgften je mehr wächft, auch das ſtetige Ab-|rum, Neopatrie; Graf zu Habsfpurg, zu
enden und Aufziehen des Concilii, wie recht| Slandern, zu Tyrol, zu Görs, Parfiloni, zu
zu befammlen und zu Halten. Aber der HErr, Archoys, zu Burgund; Pfalzgraf zu Hennie
wo möglich, mache den Baum gut, Damitwir|gau, zu Holland, zu Seeland, zu Pfirde, zu I
auch gute Frucht davon hoffen mögen, und ftär-| Kyburg, zu Namur, zu Roßllion, zu Ceris »
fe die Käyf. Majeſt. famt allen Zürften und] tan und zu Zütphen; Sandgrafin Elfaß, Marge ı
Ständen des Beiligen Reichs, daß fie die Ge-| graf zu Burgau, zu Oriſtani, zu Öotiani, ,
heiß und Gebote GOttes und Wohlfahrt und] und des heil. Rom. Reichs Fürft: zu Schwa⸗
Heil fo vieler taufend Kirchen dem böfen un-| ben, zu Catalonia, Afturiarc. Herr in Frieß
chriſtlichen Geſuch des genannten Roͤmiſchen land, auf.der Wendifhen Mark, zu ‚Porter ı
Biſchofs vorfegen.: nm ©: -|nau, zu Bifeaja, zu Molin, zu,Salins , zu
16.. Diefes iſt, deß wir, fo viel.unfer von) Tripoli und zu, Mecheln, bekennen und thun
den Dienern der proteftirenden Kirchen noch) Fund allermänniglic): Nachdem wir in unferm |
alhie übrig find, uns bey dir beflagen, auch) Känferl. Gemuͤth zumehrmalen miternftlichemn |
Dich Dadurch deren Dingen erinnern und ermah⸗ Fleiß und nothwendiger Gorgfältigkeit ermeſ⸗
nen wollten, welche du wahrlich thuſt, entge-| fen und bedacht den befchwerlichen Ziviefpalt |
- gen und zuwider deiner Würde und deinem! und Mißverftand, fo verfchienener Jahren in
Amt. Ehriftus unfer HErr fehe gnädiglic) an) dem heiligen Römilchen Reich. Deutfcher Nas ı
und richte wieder auf feine Kirche, und. mache, tion unferer Beiligen Chriftlichen Religion hal«
ung Derfelbigen taugliche und nüßliche Diener, ben vorgefallen ift, welcher fich von Tag zu 1
‚Amen. Und dieweildu, Contarene, wohl weißt Tag, je länger je befehmwerlicher gemehret und
und erfenneft, daß alles diß, fo wir higrinn zu dermaffen auggebreiter hat, daß daraus unter
Dir fehreiben, wahr und nothwendig iſt, fo wol- gemeinen Ständen des: heiligen Reichs aller-
leſt du daffelbige auch mit gleichem und unbe, hand Mißtrauen undandrer Unmill erfolge feyn |
ſchwertem Gemuͤth aufnehmen, Gehab dich! mag, daneben. aud) die unträgliche Saft —9—
wohl, Datum Regenſpurg ꝛc. hoͤchſtes Obliegen, damit gemeine Chriſtenheit
— F und ſonderlich das heil. Roͤmiſche Reich Deut⸗
es 1404 [cher Nation, von regen unfers gemeinen Seins ı
Abſchied des Reichstags zu Regenfpurg| des Epriftlichen Glaubens und Namens, des |
Anno 1542, aufgerichtet, Gegeben und gefche:| Türfen, beladen iſt, dergeſtalt, wo dem mit !
ben zu Regenfpurg den 29. Julii tapfferm zeitigem Rath nicht ernftlicyer und ats i
uf: Anno 1541. feßnticher "Widerftand aefchehe, daß nicht allein |
Hr Carl der Fuͤnfte von GOttes Gnaden, des heiligen Römifchen Reichs Deurfcher Nas ı
SAD ermählter Roͤm. Käyfer, zu allen Zei.| tion; fonderu auchgemeiner Ehriftenheit unwle⸗ on
ten Mehrer des Reichs, König in Germanien,| derbringlich Verderben, Zerrüftung und Zere
Ay Caſtilien, zu Arragon, zu Legion, beyder ſtoͤrung hoͤchlich zu beforgen;, Wie denn aus |
vr
i itt. Don dem Reichstag und Colloquio zu Regenfpurg. 965
em befchwerlichen Eindringen gemeldfes. un⸗ ſtand gefchehen; fondern auch das Epriftliche
en Feindes Ehriſtliches Glaubens | Blut erreftet und erhalten - und zulege feine
nd Namens, des Türken, fo er gegen der | graufame unmenſchliche Tyranney und Würen
' Cheiftenheit an mehr Orten mit unerfättlicher |von gemeiner Chriſtenheit mic göftlicher Hülfe
Begierde, unmenfchlicher Tyranney und er⸗ abgewendet werden.
baͤrmlichem Wüten in das Epriftliche Blue, | 2. Und wiewol auf viel Hiebevor gehaltenen.
zu endlicher Ausreutung Epriftlidyes Glaubens Neichstägen, welche wir zum theil nicht ohne
und Namens unaufhoͤrlich uͤbet und vornimmt, merkliche Beſchwerung unſerer felbft, auch uͤn⸗
leichtlich und klaͤrlich abzunehmen. So haben ſerer Erbkoͤnigreiche und Lande, in eigner Per⸗
wir ung bedaͤchtlich erinnere, daß uns, als Roͤ⸗ ſon beſucht, zum theil aber durch unfere treffli—
miſchem Känfer, aus aufgelegtem Amt gebuͤh⸗ che Commiſſarien und Oratores beſuchen lafa
ven und zuſtehen wolle, mic zeitigem Rath, ſen, mit Churfuͤrſten, Fuͤrſten und Ständen
— unſer und des Reichs Churfuͤrſten, Fuͤr⸗ des heiligen Reichs berathſchlagt und allerhand
en und gemeiner Stände, als unſerer einge⸗ | Mittel und, Wege bedacht und vorgenommen
ben Glieder, folchen hoͤchſten obliegenden |Baben, wie der Zwieſpalt unferer_ heiligen Re—
eſchwerungen zu begegnen, diefelben durch ligion zu Epriftlicher eingelliger Vergleichung
füglihe Mittel und Wege zu entledigen und |gerichtet werden möchte; fo ift Doch folches ala
‚von dem heiligen Roͤmiſchen Reich Deurfcher les unverfänglich und unfruchtbar geweſt. Der-
Natlon gnaͤdiglich abzumenden, damit unter wegen wir uns mit Churfuͤrſten, Fürften und
allen Ständen defjelben Frled, Ruhe und: Ei⸗ Ständen entſchloſſen, folchen Zwieſpalt durch
nigfeit deſto ftattlicher- erhalten. werden möge. ein Generalconcilium zu erledigen und zu eroͤr⸗
ie wir uns dann de alles, aus fonderm gnaͤ⸗ tern, wie etliche Reichsabſchiede davon eigenf«
‚digen, getreuen und väterlichen Gemüt, fo lich Meldung thun. ER
‚ wir von Anfang unferer Regierung zu der Deut | 3 . Darneben haben wir auch nicht unterlafe
ſchen Nation, unferm Vaterland, getragen ha- fen, vielgemeldten Zwieſpalt unferer Beiligen
ben, und noch jederzeit mir hoͤchſtem Ernftbe- |Neligion durd) fondere Particularfandlung zu
fleiſſen, und fo vielimmer moͤglich, an uns fei- |gleihmäßigem Chriſtlichen Berftand, oder aufg
nen Mangel Haben lafjen erſcheinen. wwenigſte zu einem friedlichen Anftand zu brin«
3 Diemweil wir nun bey ung allmeg ermefs |gen, Damit dem Feind Chriftlichen Glaubens
\ fen und bedacht, wo der Zwiefpalt und Mip- und Mamens, dem Türken, in vorftehender
verſtand, fo in unferer heiligen Religion (wie Noth defto ftattlicher und fruchtbarer Wider.
a )_erftanden iſt, zu Chriſtlicher Einig- |ftand beſchehen möchte, welcher in nächft ver⸗
keit und Bergleihung gelangen würde, Daß ſchienenem zwey und dreyßigſten Jahr, der mins
dadurch das Mißtrauen und andrer Unwille, dern Zahl, inerefflicher Kriegsrüftung, und des
ſo unter gemeinen Ständen vorgefallen feyn | Bornehmens ware, die Deurfche Nation anzu⸗
mag, aufgehebt, und im heiligen Reich Fried, greifen und. unter feine tyranniſche Gewalt zu
Rudhe und Einigkeit deſto ftattlicher erhalten |bringen; wie er dann auch unfere Niederoͤſter⸗
werden möchte, haben mir uns den Punck reiſche Sande mit groffer Macht und Kriegsrü«
ber ſtreitigen Religion, als die höchfte und für« |ftung in eigner Perfon diefelben erreicht, und die⸗
ehmſte Beſchwerung Deutſcher Nation, vor ſelben mit feiner graufamen Tyranney und Ver⸗
andern gnaͤdiglich anliegen laffen und die Er» gieflung viel unfchuldiges Chriftliches Biuts
ledigung deſſelben mie emfigem Fleiß gefucht, |erbärmlic) angegriffen und befchädiget hat; aber
der Hoffnung, es möchte alsdann unferm Feind durch unfer, auch unfers lieben Bruders, des
Ehriftliches Glaubens und Namens, dem Tür-|Römifchen Königs, und gemeiner Reichsftän«
fen, durch uns und gemeine Stände des Beili. de Kriegsvolf, Damals zu einer eilenden Huͤlfe
gen Reichs, mit einhelligem, einmuͤthigem Kath |unterthäniglid) bewilliget und verordnet, damit
und Zuthun, nicht allein fruchtbare Wider« wir in ie Perfon unter Yugen zu sieben Fr
— | ; pp 2 Sl
956 Eap.ıg Von der durch)
und abzuziehen verurſacht und gedrungen wor:
A, sie folches gemeinen Ständen unverbor:
ie Tele a —
4. Als wir nun nach dem allen unſern Zug
in Italien vorgenommen, uns zu Paͤbſtlicher
Heiligkeit, nemlich Pabſt Clemente, dem letz⸗
ten dieſes Namens ſeliger, gefuͤgt, und unferer
Vertroͤſtung nad), fo wir Chuͤrfuͤrſten, Fuͤr—⸗
ſten und gemeinen Ständen in etlichen Reichs»
abfchieden gnädiglid) gethan, mit feiner Hei⸗
ligkeit bewilligt, ein Generalconcilium inner
halb Jahresfriſt auszuſchreiben und zu verkuͤn⸗
den, wie dann damals Churfuͤrſten, Fuͤrſten
und Ständen des heiligen Reichs ſolches an-
gezeigt, haben wir nicht unterlaffen, ganz Ita⸗
lien, fo viel ung möglid) geweſt, in Ruhe und
Frieden zufegen, unsaud) vorgenommen, mitt:
lerzeit des ausgefchriebenen Eoncilit unfere Hi-
fpanifche Königreiche zu befuchen, venfelben in
ihren Obliegen nothdürftige Hülfe und Vorſe⸗
dung zu thun, und alle Sachen dahin zu rich
ten, damit wir uns aufvorgemelötesConcilium el»
ner Perfon verfügen und dem vorfeyn möchten.
Warum aber ſolch Concilium feinen Fortgang
nicht erreicht hat, zweifeln wir nicht, gemei»
neStaͤnde und maͤnniglich trage deß gut Wiſſen.
5. Nachdem aber one der Barbaroffa
feinen Fuß in Africam geſetzt, Dafelbft das Koͤ⸗
nigreich Thunis angegriffen und erobert, ha⸗
ben wir zu Herzen und Gemuͤth geführer, mo
der Feind unfers Chriftlichen Glaubens und
Namens, der Türfe, der Enden einmurzeln
follte, zu was befchwerlicher Sorge und Gefaͤhr⸗
HichEeit , auch unüberwindlichem Schaden, nicht
-allein unfern nächften Rönigreichen und landen ;
fondern aud) gemeiner Ehriftenheit ſolches ge
reichen und gelangen würde. Wiedann gemeld-
ter Barbarofla unfer Königreich Eilicien in fei-
nem Hin: und Wiederziehen zu meßrmalen an-
gegriffen, und fein Borhaben Dahin geftelle hat,
daſſelbe und andere unfere Königreiche und Lan⸗
de zu überfallen, zu befchädigen und zu verder⸗
ben. Deromegen wir aus unvermeidlicher Noth⸗
durft verurfacht und bewege, zu Errettung un⸗
ferer Königreiche, Sand und Leute, und fon- einhelliger Chriftlicher Vergleihung gelangen,
derlich gemeiner Chriſtenheit zu Troft, Wohl—
Conventen, Reiche
dacht und entfehloffen-gemweft, wiederum zuruͤck |fahrt und Gutem, uns mit trefflichen Koſten !
täge geſuchten Religionsvergl, 967
a
*
in Gegenruͤſtung zu ſchicken, und eigner Per. ı
fon mit einer anfehnlichen Armada von Galleen
und andern Kriegsfchiffen in Africam zu ziehen, ı
deß Endes wir auch dem Barbaroffa (aus ı
Verleihung göttlicher Önaden, ) obgefieget, das ı
bemeldte Königreich Thunis erobert, und dem \
König daffelbe wieder zugeftell. Haben auch
folgends unfere Reife in Eilicien und Neapo—
is genommen, und uns von dannen zu derjes
tzigen Päbftlichen Heiligkeit gen Nom verfügt,
der Meynung, abermals anzuregen und zu fürs "
dern , damit das vielbemeldte Concilium aus
gefchrieben und gehalten werden moͤchte, dazu!
wir dann die Pabftliche Heiligkeit geneigt und )
gutwillig befunden. | — —
6. Nachdem aber indem unſerm Schwa⸗
ger und des heiligen Reichs Fuͤrſten und Lebens |
mann, den Herzogen von Savoyen, ein gut
Theil feines Fuͤrſtenthums mit Kriegsgewalt
abgedrungen und eingenommen ift, feynd wir‘
in Betrachtung unfers Kaͤyſerl. Amts verur⸗
ſacht, uns zu Errettung und Unterhaltung des
heiligen Reichs Eigenthums, in Gegenrüftung ı
einzulaffen, welches in nachft verfchienenen fechg '
und dreyßigſten Jahr, der mindern Zahl, befche«
ben, und harfic) die Kriegsbandlung bis indie
mwinterliche Zeit erſtreckt. Dieweil wir aber
damals allerhand Streitigfeit, Berhinderung ı
und Befchwerung, fo des vielbegehrten Con⸗
cilii halben vorgefallen, vermerkt, feyn wir wie⸗
derum zuruͤck in unſere Hiſpaniſche Koͤnigreiche
zu reifen verurſacht, der End uns etliche Mit⸗
tel, zum Be dienlich, vorgefchfagen , ua
darauf gefolgt, daß die Päbftl. Heiligfeie und)
der König von Frankreich ſich zu Niffa ver⸗
fammlet, dafelbft dann ein Anftand getroffen
und aufgericht worden fl. al
7. Und dieweil wir in allen oberzeßlten Hande »
lungen je und allwege des heiligen Roͤmſſchen
Reichs und gemeiner Chriftenheit Chr, Muß, ,
und Wohlfahrt, betrachtet und gefucht, ſonder⸗
lich wie im heiligen Römifchen Reich, Deuka
fher Nation, Friede, Ruhe und Einigkeit ges
pflanzet, aller Zwieſpalt und Mißverftandzu
r
—n—
und dem Feind Chriſtliches Glaͤubens und Na⸗
mens,
en:
⸗
*
dem Türken, ſtattlicher Widerftand und |nigkeit und Chriſtlicher Verglelchung zu brine
y befchehen möchte: fo Haben mir diefer gen. Wie dann feine Liebden neben den Chur-
d gemeldtem König von Srankreich ges | der Abweſenden Borfchaften, allen möglichen
Sat be t, wie wir ſolches nach Gelegenheit * Fleiß vorgewendet hat.
elben für nutz und nothwendig bedacht und an⸗
an haben; des Gemuͤths und Willens, die-| und guͤttlichem unverbindlichem Tractat zu Ge⸗
) well des vielberüßrten Concilii halben, aus al fpräch, vorgenommen werde, darauf beyde,
lerhand Urfachen, Befchwerung und Streitig- | Theile etliche gelehrte, verftändige, und fdjied-
| keit vorgefallen, gnädige Mittel und Wege zu liche Perfonen verordnen follten, in gleicher
ſuchen, melchergeftalt die freitige Religions: | Zahl, welche in Gegenwärtigfeit der verordne—
| ſache Chriſtlicher Einigung und Vergleichung ten Chur und Fuͤrſten; oder ihrer Raͤthe, als
zu bringen, und das ſorgliche Mißtrauen, fo|Präfidenten , oder Unterhaͤndler (dazu die
| eine zeither zwiſchen den Ständen des heiligen) Päbftliche Heiligkeit und wir unfere Raͤthe
Reichs eingeriffen, abzuftellen und zu verhü- und Gelehrten aud) verordiien möchten,) die
| ten; wie auch andere hohe Dbliegen und Be | Augfpurgifche Confeßion und Apologiam der
ſchwerungen Deutfcher Nation durch gebührli-| Proteftirenden vor die Hand nehmen, fich auf
ches Einfehen möchten erledige und abgewendt alle Puncten, und jeden infonderheit, freunds
| worden. lich und Epriftlic) ; aber unverbindlich unterres
8. As wie aber In unfern Niedererblanden den, und allen möglichen Fleiß vorwenden fol«
anfommen, und aus allerhand vorgefallenen| len, alle irrige Puncten zu Chriftlicher Einig—
Ehehaſten und Berhinderungen verurfacht wor: | feit, Vergleichung, und rechtem Berftand zu
den ſeyn, in denfelben eine Zeitlang zu verhar⸗ bringen.
ten, haben wir uns nicht deſtoweniger mitunferm| 10. Und darnach auf Fünftigem Reichstag
freundlidyen lieben Bruder, dem Nömifchen| uns, der Päbftlichen Heiligkeit Segaten, und al—
König, der fic) zu uns perfönlich in gemeldte| len Ständen des heiligen Reichs, ihrer gepflos
unfere Niedererblande verfügt hat, obbemeld⸗ genen Handlung Relation zu thun ‚damit durch
ter ftreitigen Religion halben, nach aller Noth:| Wege eines rechtmäßigen Concilii, oder fonft
durfe freundlich und brüderlich unterrede, und Chriftliche Vergleichung, die Sache der firei«
uns darauf enrfchloffen, einen Berfammlungs-| tigen Religion zu gebührlicher Erörterung ges
tag etlicher Chur⸗ und Fürften des heiligen} bracht, deßgleichen in andern des heiligen Reichs
Reichs gen Hagenau vorzunehmen, auf wel. Deutfcher Nation Bochbefchwerlichen Sachen,
chen Tag wir die Proteftirenden auch erfordert) die Nothdurft bedache und vorgenommen wer⸗
n
und befchrieben. Und in Anfehung, daß wir den möchte, wie dann der Hagenauifche Ab«
ſolchen Berfammlungstag aus vorfallenden ehe⸗ ſchled folches und anders nad) der Länge aus«
haften Verhinderungen in eigner Derfon nicht) weilt und vermag. Darauf wir auc) ſolchen
befuchen mögen, wie wir dod) ganz geneigt ge-| Tag zu Dem angezeigten Chriſtlichen Tractat
weft, haben wir gemeldten unfern freundlichen! und Gefpräch gnädiglich bemilligee, den ver⸗
lieben Bruder, den Roͤmiſchen König, be«) ordneten Präfidenten, desgleichen den benenn⸗
wegt, auf ſolchen Tag von unfertwegen perfün.| ten Chur: und Fürften, melchen die Ihren zu
lid) zu erfcheinen, und möglichen Fleiß vorzu:| ſolchem Geſpraͤch zu ſchicken auferlegt iſt, den⸗
wvenden, foldje ftreitige Neligionsfachen zur Ei⸗ felben verfünder, auch unfere anſehnliche Com:
Ppp3 miſſa⸗
—
Abſchnitt. Von dem Reichstag und Colloquio zu Regenfurg. 959
jalben bey beruͤhrter Päbftlicher Hei⸗ und Fürften, fo dafelbft erſchienen feynd, auch.
' felben | 9. Diemeil aber folche Einigkeit und Ver⸗
| gefeßen, und uns darauf entfchloffen, uns mie: | gleihung aus vorgefallenenBerhinderungen Eei-
derum heraus in das heilige Reich Deutſcher ne Folg erlangen mögen, ift auf gemeldtem
' Märion zu verfügen ; wie wir dann nicht ohne Tag, nemlich, auf ven acht und zwanzigften
| merfliche Beſchweruͤng unferer felbft Perfon,|des Monats Detobris, nächft verfchienen, in
auch unferer Erbfönigreiche, Land und Leute ge» | unfer und des heiligen Neichse Stadt Worms,
- . Meldung gefchieht.
_
970 Eap.ıg. Don derdurch Convente u. Reichstaͤge geſuchten Religionsvergl, <
mwiſſarien und Näthe darauf verordner und ge- fürften, Fürften und Stände in ziemlicher Anz
fanden a Be zahl eigner Perfon, und etliche durch ihre Bot⸗
m Dazu haben wir auch) auf der Churfuͤr⸗ ſchaſten und Raͤthe mit vollkommenem Gewalt
ſten und Fuͤrſten, und der Abweſenden Bot⸗ bey uns gehorſamlich ankommen und erſchienen.
ſchaften, fo zu Hagenau verſammlet geweſen 14. Und dieweil wir aus fonderm gnädigen, 1
|
find, untertbänigite Bitte, an uns in Schrif «väterlichen und getreuen Gemuͤth, fo wir zu
ten gelanget, auch mit zeitigem Rath unfer und dem heiligen Reid) Deutfiyer Soden |
des H. Reiche Ehurf., Geiftlicher und Wele-| Bateriand, allezeit getragen Haben, und no,
licher, einen gemeinen Neichstag aufder heiligen nichts Hößers begehrt und gefucht, dann den
dreyen Koͤnige Tag, nächft verfchienen, anhero in | Zwieſpalt unferer heiligen Religion zu Chriſt⸗ |
unfer und des Heiligen Neihs Stadt Regen: | licher Einigkeit und gleihmäßigem Berftandzu
fpurg ausgefchrieben, und aus redlichen und an«| bringen, dadurch Rufe , Srieden und Einigkeit
ſehnlichen Urſachen uns dazu bemegend, unfern unter den Ständen des heiligen Reichs gnädle
. Kommiffarien und Raͤthen, zu gedachten | glich zu fördern ; wie wir dann an unferm em
Tractat und Geſpraͤch verordnet, befohlen und |figen Fleiß, auch viel gehabter Mühe, Arbeit
aufgelegt ‚in demſelben nicht ferner fortzufchrei- | und Koften, nichts mangeln, noch erminden
ten; fondern folches auf gemeldten Reichstag laſſen. |
zu remittiren und zu weiſen, des gnaͤdigen Öe-| 15. So haben wir abermals den Punctender
muͤths, neben und mie Churfüriten, Fuͤrſten ftreitigen Religion, als den fürnefmften und
und Ständen des heiligen Reichs, alles das zu | hochwichtigſten, Darauf gemeiner Deutfcher
Nation Wohlfahrt berußet ‚vor die Hand ges
nommen: Und Damit demfelben defto fleißigee
ausgewartet, und darinn one alle Verhinde⸗
rung forfgefaßren werden möge, alle andere
obliegende Sachen des heiligen Reichs mitte
lerweil auf einen Dre geftellt, und anfänglich
gemeinen Ständen eröffnet, mie gnädiglid
und mit was getreuem Fleiß wirdiefen Sachen
nachgedacht, und zu Förderung Chriftlicher Eis
nigfeit, und DBergleichung des vielgemeldten
Zwiefpalts, für auf angefehen, fo fern gemeie
ne Stände fein fruchtbarer , nod) fürträglichee
Mittel wiffen, daß wir mit mohlbedachtem zele
tigen Nach (doch dem Augfpurgifchen Abfchied
ohne Nachtheil,) etlicher guter Gewiſſen, Ehrsund
Friedliebender Perſonen, die auch des heiligen
Reichs Deutſcher Nation Ehr, Nutz und
Wohlfahrt zu foͤrdern geneigt, in geringer
Zahl aus gemeinen Ständen Deutſcher Nas
tion erwählen und verordnen, die ftreitige Ara
tifel der Religion nochdürftiglich zu eraminie
handeln, zu rathfchlagen und zu fehlieffen, das
zu Erledigung der ftreitigen Religlon, auch zu
MWiderftand unfers gemeinen ‚Erbfeinds des
Chriſtlichen Glaubens und Namens, des Tür:
fen, immer dienftlidd und erfprießlich feyn
möchte, darzu, wie im heiligen Reich Fried,
Recht und deffelben Erecution , auch eine gleich⸗
mäßige redliche Münze und gute Policey auf:
zurichten, zu erhalten , und zu handhaben fey,
neben andern und mehr Puncten und Hbliegen
des heiligen Neichs, Davon in gemeldfem un.
ferm Ausfchreiben dieſes Reichstags Anzeig und
- 12 Zu welchem Reidystag wir uns, unan-
gefehen unfers Leibes Schwachheit und anderer
zugeftandenen Berbinderung, fo viel uns mö-
glich geweſen gefördert und geeilet, auch die
Paͤbſtuche Heiligkeit erfuche und bey ihr erhal-
ten haben, daß ihre Heiligkeit, vermög des
Hagenauifchen Abſchieds, ihren Legaten infon-
derheit hieher verordnet hat, nemlich den Koch»
würdigen Cardinal Confarenum , als einen ren, und zu erwegen, welche daneben allen
$iebhaber des Friedens und fondern berüßmten, |möglichen Feiß vorwenden follen, folche irrige
-verftändigen Prälaten, im_ heiligen Reich |Artifel zu vergleichen, und alsdann, wie diefele
Deutfcher Nation Fried und Einigkeit helfen zu |be zu Vergleihung und Einigkeit gebracht wer⸗
fördern. den möchten, uns, auch Churfuͤrſten, Sürften
53. Und feynd auf ſolchem Reichstag Chur⸗ |und Ständen deß Anzeige und Bericht au eh, -
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e veftomehr bewegt, dieweil derſelbe etliche.
—9 zu Augſpurg, und juͤngſt zu Worms, (vor⸗
behaͤſtlich wie obſtehet,) als zu biefer Sachen
der bequemſte, fruchtbarſte und foͤrderlichſte
eachtet worden iſt, und haben darum an Chur⸗
rften, Fuͤrſten und gemeine Stände mit gna-
digem Fleiß begehret, folchen hochwichtigen
| el Kart und nad) Nothdurft auch zu
berathfchlagen, und Darauf
meynung zu eröfnen. 5 ;
16. Nachdem aber Churfürften, Sürften und
gemeine Stände , nad) zeitigem Rath und ftatt-
licdyem Ermegen des Handels, ihnen jetztgemeld⸗
ihre getreue Wohl⸗
—
m. Abfepnitt, Von dem Reichstag und Colloquio zu Regenfpurg. 973
2 wu De Pan zu — nehmen, von einem Artikel auf den anden
auch mie Paͤbſtlicher Heillgkeit egaten, ver—
moͤge een Hagenauifchen Abfchieds,
zu communieiren, feynd aud)-zu foldjem We⸗
‚zu verlefen, und was fie darinn zu Verglei-⸗
dung dienlich und annehmlich befinden und an«
ſehen würden, daſſelbige aufzumerfen; mas
aber nicht anzunehmen, daffelbige zu ändern
und zu beffern, doch unverbinölih. Und fo
ſolches alfo vollzogen wäre, alsdann uns aller
ihrer Handlung fehriftlicyen und eigentlichen
Bericht zu tfun, dann an gemelne Stände
‚zu gelangen, und uns mit denfelben darauf zu
vergleichen.
17. Welchem unferm gnädigften Befehl die
verordneten Colloquenten unterthäniglidy gelebt;
und nachdem fie etliche Wochen, ihrem habene -
den Befehl und dem vorgelegten Weg nad),
in Beyſeyn der verordneten Präfidenten und
Auditoren, von den ftreifigen Puncten unferer
ten unfern vorgefchlagenen Weg, als zu Hinz) heiligen Religion gehandelt und möglichen Fleiß
legung der ftreitigen Religion förderlic) und dien,
lid), woßlgefallen laffen, uns auch foldye Per-
fonen zu erwählen und zubenennen ‚aus gufem
vorgemender , die zu Ehriftlicher Einigkeit und
Vergleichung zu bringen, haben fie uns unters
thäniglich berichtet, weß ſich zu Vergleichung et⸗
Willen unterthäniglich heimgeſtellet: Sohaben |licher ftreitigen Puncten (doch unverbindlic),
wir von beyden Theilen foldye gelehrte, geſchick, und auf unfer und gemeiner Sfände Wohlges
te und erfahrne Perfonen aus gemeinen Stän- |fallen ,) gehandelt, mit Anzeige, der übrigen
den benennet und verordnet, uns auch mit! flreitigen Artikel halben hätten die Protefti«
Ehurfürften und Ständen verglichen ‚ifnen et-
liche. Prafidenden und-Auditores zuzuordnen:
welche zu benennen gemeine Stände uns aber.
mal aus gutem Willen untertfäniglidy nach⸗
gegeben. Darauf wir den Hochgebornen Frie
renden Colloquenten ifr Bedenken und Mey«
nung infonderheit geftellet ; wie ung folches als
les in Schriften behändige und übergeben ift.
18. Und nachdem unfere Begierde je und alle
weg dahin geftanden, und noch, dem allmädhtia
derichen, Pfalzgrafen beym Rhein und Her) Gott zu Job und Ehr, und gemeiner Epriften«
‚zogen in Bäyern, unfern lieben Dheimen ‚| heit und bevorab dem heiligen Neid) Deutfcher
Schwagern und Fürften, und andere anfehn. | Nation zu guter Ruhe, Fried und Einigkeit,
liche tapffere Perfonen, aus unfern Raͤthen dieſe ftreitige Religionsfacyen zu Chriftlicher
und gemeinen Ständen zu Präfidenten und|Bergleichung zu bringen, und allen Unrath,
HR ‚benennt und vorgenommen. Und fo daraus entftanden möchte, zu verhüten : fo
Damit die verordnete Colloquenten eine Form haben wir Churfürften, Fuͤrſten und Stände,
und Weg hätten, in folchem ihrem Gefpräch zu ſolche der verordneten Colloquenten geftellte
procediren: fo Baben mir ihnen einen fchrift- | Schriften der verglichen Puncten, doc) unver
———— durch etliche gelehrte Perſonen, bindlich, mie obgemeldet, behaͤndigt, und gnaͤ⸗
wie wir berichtet ſind, zuſammen getragen diglich begehrt, dieſelben zu erſehen, zu berath⸗
und uns behaͤndigt, zuſtellen laſſen, darzu Weg fchlagen und zu erwegen, und uns ihr GOutbe⸗
und Mittel angezeigt ſeyn follen, dadurd) die duͤnken nicht allein auf die Duncten, der fich
freitigen Artikel unferer heiligen Religion möch- die Colloquenten mit einander unverbindlich -
ten vereinigf werden: mit gnädigem “Befehl ‚|verglichen;, fondern auch der andern halben, fo
ſolchen Begrif, in Denfeyn unferer geordne⸗ noch nicht veralichen feyn, mitzutheilen, ung
sen Praͤſidenten und Anhörer, vor die Hand auch Daneben ihre Wohlmeynung anpupeigen,
wie
=
x —*
974 Cap. ıg. Von der durch Convent u. Reichstaͤge geſuchten Religionsverg
mie die beſchwerlichen Mißbraͤuche, fo allent- das je nicht erlanget werden moͤchte, dur:
halben in geiftlihem und weltlidyem Stande | Nationalverfammlung ordentlicher Weife zu
eingeriſſen, abgeftelle, und in eine Chriſtliche beruffen, da zu billiger Erörterung zu bringen,
Keformation und Beflerung gebracht werden damit zuleßt die Deutſche Nation zu Chriſtli.
möchten, mit gnädiger Erbletung, ſolches al- |her Einigkeit fommen, und Fried und Ruhe ’
leg zu fördern, und an unferer Mühe, Arbeit im heiligen Neid) erhalten werden moht.
und Fleiß nichts erwinden zu laflen, unger| 20. Auf folhe gemeiner Stände unterehäs«l
zweifelt, der Päbftliche Legat werde dazu auch nige Bitte, an uns gelangt, haben wir
geneigt feyn. glich bewilliget, die obgemeldten der Colloquen-"
° 19. Aber Churfürften, Fürftenund gemeine ken Schriften, Die ftreitige Religion betreffend,"
Stände, haben aus beweglichen £refflichen Ur- Jan Pädjtlicher Heiligkeit tegaten gelangen zur
ſachen, fo fie in Berathſchlagung dieſes hoch- laſſen, und ihm Ddiefelben zu communiciren;
. wichtigen Handels befunden haben, und fonder: |twie wir dann alsbald gethan, fein re 12
lich zu Förderung der Sachen, und alle Weit-| Bedünfen darauf vernommen, und fortern
laͤuftigkeit zu verhüten, uns der vielbemeldten Churfuͤrſten, Fürften und gemeinen Ständen!
Colloquenten Schriften wiederum gehorfamlid) | eröfner. v2
- überantiwortet, und ung, als Advocaten und Be. 21. Und Haben uns folgendes mic zeitigemn
ſchirmer der Chriſtlichen Kirchen, unterthäni-| Nach und aus beweglichen Urfachen mit ges"
glid) erfucht und gebeten, neben und mit dem meinen Ständen verglichen, ſolch der Cola
Päbftlichen Legaten diefelbe, nad) lauf des Ha-|quenten Handlung, wie die alhie ergangen ift,
genauifchen Abſchieds, gnaͤdiglich zubefichtigen, |auf ein gemein Chriſtlich Concilium in Deut
zu communiciten, und vornehmlich die Puncten, ſcher Nation zu halten, zu remittiren und zul
- welcher fich Die verordnete&olloquenten(doch un» | weifen: welches Concilium in Furzen, wie wie
verbindlich, ) verglichen, eigentlich und mit allem |deß durch den Päbftlichen Legaten vergewiſſet
Fleiß zu eraminiven, ob darinn in Sentenzen, |feynd, ausgefchrieben worden. Wo es aber‘
oder Worten etiwas wäre, dasden heiligen teh-|Eeinen Fortgang haben würde, daß doch ein!
rern und dem löblichen Gebrauch gemeiner Nationalconcilium ordentlicher Weife zu beruf⸗
Epriftliher Kirchen zu entgegen feyn möchte, |fen vorgenommen, und im Fall, daß der Fels’
ſolches und was fonft vielleicht für Mißbraͤu⸗ nes feinen Fortgang erreicht, daB alsdann ei⸗
che in der Kirchen erfunden werden mödjten, zu ne gemeine Reichsverfammlung, wie hernach
ändern, zu beffern und abzuſchaffen. Wo bemeidt, gehalten werden fol, —
auch einige Laͤuterung, etlicher zu dunkel geſtell. 22. Und damit dann gemeine Reichsſtaͤnde
ten Puncten oder Meynungen halben, vonnö.|fpüren und vernehmen mögen, daß wir in ’
then, diefelbe binzufegen und uns darinn zu re· ligen Reichs Wohlfahrt und Aufnehmen
fotoiren und zu entfehlieffen; und mie wir uns gnaͤdiglich zu fördern allezeit geneigt, und ſon⸗
ſamt gedachtem Päbftlicher Heiligkeit Legaten derlich, daß diefer Streit der Religion zu für«
darauf refoloiren werden, ſolches fürfer an ges |derlicher Endfchaft und Erörterung gebracht:
meine Stände zu gelangen, ſich mit uns dar. So haben wie uns gegen gemeinen Ständen I’
auf, unferer erjten Propofition nach, auch ver· erboten und bemilliget, in unſerm jegigen ı
möge bes obgemeldten Hagenauifchen Abſchieds, Durchzug in Sralien bey Päbfklicher Heilige
unterthaͤniglich haben zu vergleichen. Daß wir keit, mit allem emfigen Fleiß und Ernſt zu—
auch daneben auf gnädige Wege bedacht feyn handeln und zu fördern, daß ſolch Generals \
wollten, die Proteftirenden zu vermögen , fic) concilium zum förderlichiten an gelegener Mal: |
den übrigen freitigen Puncten auf Chriſtliche ſtadt Deutfcher Marion ausgefchrieben und !
billige Maaffe auch weifen zu laffen; oder fo gehalten werde. Und im Fall daß folches kei⸗
ſolches nicht ftast haben mollte, alsdann Die Inen Fortgang erlangen möchte, mie mir und '
durch) Mittel eines Generalconcilii; oder wo doch Felneswegs verſehen, alsdann —
tional⸗
—
76 ‚II. Abfchnitt. Don dem Reichstag und Colloquio su Regenſpurg. 977 —
jonalverfammlung ordentlicher Weifezu beruf; 26. Und damit im Beiligen Reich Deutſcher
en, zum baͤldſten auszufchreiben, und vorzu- | Nation mitlerweil Ruhe, Fried und Einigkeit ge-
nehmen. Mo aber ſoiches auch niche: erhebt pflanzet und erhalten werden möge: fo mey
werden möchte, alsdann follen und wollen wir nen und wollen wir, hiemit ernftiich befehlend,
in achtzehen Monaten ‚die nächftennac; Dato daß der Niürnbergifche Friedftand, welcher hie⸗
diefes unfers Abfchieds ‚ einen gemeinen Neichg-|bevor aus hochwichtigen norhbedrängten Urs
tag an gelegene Maiſtadt ausſchreiben, undifachen, Die dazumal vor Augen geweſt, und
=
denſelben mit der Huͤlfe GOttes in eigener Per⸗ deren jego vielmehr vorhanden feynd, dem hei⸗
' fon befuchen; der Hoffaung, berührte fkreis|Iigen Reich Deutfcher Nation zu Wohlfahrr,
|
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tige Religionfachen zu endlicher Chriſtlicher aufgerichtee ift, bis zu Ende eines Generalcon--
ı Bergleihung und Einigkeit zu bringen, und al-|citii, oder einer Nationalverfammlung, oder fo
les andere zu handeln und zu befchlieffen, das der Feines feinen Fortgang erreicht, auf naͤchſt⸗
dem heiligen Reich und deſſelben Ständen zu | Fünftigen Reichstag, wie obbemeldt, in allen
Wodlfahrt, Nutz und Gutem gereichen möge. |feinen Puncten und Artifeln von allen Thei-
23. Wir wollen auch mit Paͤbſtlicher Heilig | len veftiglich und unverbrüchlich gehalten und
keit Handeln, und fordern, daß dieſelbe einen Sex | vollzogen werden foll. Und nun hinfuͤran in
fen, mit anugfamer Gewalt, auf gedachtes der Neligion und Glaubensfachen, auch fonft
ationaleoncilium ; oder, fo das feinen Fort⸗ Feiner andern Urfachen halben, mie die Namen
gang erlange, auf gemelöten Reichstag verord- | haben möchten, niemand, hohes oder nieders
ne und ſchicke, damit in der ftreitigen Neligion- | Stands, den andern, bis zu Endung obgemeldts
ſachen deſto ftattlicher und fruchtbarer gehan⸗ gemeinen oder Nationalconcitii, oder kuͤnftigen
delt und gefehloffen werden. möge, Reichstag, befehden, befriegen, berauben, fa-
24.Es ſoll auch zu obbeftimmter endlicherBer- han, überziehen, belägern. Auch dazu durdy
gleichung Durch die Proseftivenden über und fich felbft, oder jemands anders von feinetive-
| wieder die Artikel, deren fi) ihre verordnete
\ nicht gefehritten werden,
| gelegt und. befohlen, wie wir ihnen auch Biemit
Theologi alhie auf dieſem Reichstag verglichen,
. 25. Darzu Baben wir neben Däbftlicher Hei.
ligkeit Legaten allen geiftlichen Praͤlaten auf.
ernftlich auflegen und befeßlen, unter ihnen!
und den Ihren, fo ihnen unterworfen feynd,
gen nicht dienen, noch Schloß, Stadt, Märkte,
Beveftigung, Dörfer, Höfe oder Weyler ab⸗
eigen, oder ohne des andern Willen mit ge—
waltiger That freventlich einnehmen, oder ge-
fährlich mit Brand, oder in andere Wege be—
fchädigen, noch jemand folchen Thaͤtern Rath,
Hülf und in Feine andere Weife Beyſtand oder
Vorſchub thun: auch fie wiffentlich und gefährlich
thaͤniglich erboten haben,
te zu endlicher Cpriftti
ſtreitigen Religion eine Vorbereitung, und
eine Chriſtliche Ordnung und Reformation vor. nicht herbergen, behauſen, etzen, traͤnken, enthal⸗
zunehmen und aufzurlchten, die zu guter, ge⸗ fen oder gedulden; ſondern ein jeder den andern
huͤhrlicher und: heilſamer Adminiſtration der mit rechter Freundſchaft und Chriſtlicher Liebe
Kicchen förderlich und dienlich ſey. Auch über meynen, auch die Kioſterkirchen unzerbrochen,
ſpſcher Ordnung und Reformation ernſtlich und und umabgethan bleiben. Derglelchen den
renglich zu halten, und ſich daran nicyes| Geifklichen, fo ſich der Neligion halben Ent--.
irren, noch verhindern laſſen. Das ſich auch ſetzungen beklagen, ihre Rent, Zins und Ein⸗
gemeldte Praͤlaten alſo gehorfamlic) zu thun kommen, fo viel fie der noch in Poſſeßion ſeynd,
gegen uns und vorgedachten Legaten unter! hinfort unaufgehalten erfolgen und zuſtehen laf-
und ſehnd der Zu-|fenz alles bey Vermeidung unferer ſchweren
und Reformation foll-| Ungnad und Straf, darzu dev Pön, in unferm
cher Bergleihung der KRänferlichen ausgekündeten Landfrieden ausge:
drücke und begriffen. Es follen aud) die Pro—
teftirenden niemand der andern Geiten zu ſich
dringen, bewegen oder ziehen ,. und. des andern
| Theils
verſicht, ſolche Ordnung
derſelben,
ſeyn.
ſonder Zweifel, hoch dienſtlich
Autheri Schriften 17. Theil.
*
—
978 Cap. 8. Von der durch Convente u. Reichstaͤge geſuchten Religionsvergl. 979
Theils Unterthanen in Schutz und Schirm Reichstag, oder auf demſelben mit Rath und
nicht annehmen, noch wider ihre Dbrigkeiten | Gutbeduͤnken der Neichsftände befchegen..
vertheidigen, infeinen Wa. —— | 31 Unddamitaufferhalb obgemeldter fufpene
27. Wo aber jemand, wer der oder Die mä- |dirten Sachen ein jeder gegen dem andern
ren, Damider handeln, gegen dem, oder denfel- |Necht befommen möge, fo meynen und wol: »
ben foll der Weg des Rechten vor unferm |len wir, daß unfer Kaͤyſerlich Cammergericht |
Känferlichen Cammergericht allezeit offen fenn. im heiligen Reich, und wie dag durd) ung: |
Und auf der Parteyen oderunfers Känferlichen und gemeine Stände auf jüngft gehaltenen
Fiſcals Anruffen, an demfelben Cammergericht, zweyen Reichstaͤgen aufgerichtet und geordnet
nach feiner Ordnung, mit Recht und deſſen or⸗ iſt, im Weſen bleiben, demſelben von Chur⸗
denflichen Erecution vollfahren werden, undfich fuͤrſten, ürften und gemeinen Ständen Ge
fein Theil wider gemeldtes Cammergerichts |horfam geleitet, und fein freyer, ftarfer, une |
Proceg und Handlungen ungehorfam erzeigen \verbinderter Lauf gelaffen werden foll. R |
und halten. 32. Es iſt auch unfer Will und Meynung,
28. Doch haben wir uns vorbehalten, über |daß in allen andern Artikeln dem Augſpurgi—
vorgemeldten Friedftand, fo oft folches die ſchen Abfchied nichts benommen, fondern ders
Nothdurſt erfoderk, jederzeit Declaration und ſelbe bey Würden und Kräften bleiben fol.
Erläuterung zu thun; wie wir ung folches hie- Und ob ſich aber in folchem einiger Streit oder
mit ausdruͤcklich und wiſſentlich vorbehalten. Irrthum zufragen würde, darüber mwollen wir
29. Und was betrift die Acten und Proceffe,
fo bisher in Xeligion und andern gefchehen, an
unferm Cammergericht anhängig gemacht und
ergangen feynd, derwegen bisher Streit gewe⸗
fen, ob diefelben in dem Nuͤrnbergiſchen Fried:
ftand begriffen feyn follen oder nicht. Diefel-
ben Acten und Droceß wollen wir zu Erhaltung
. Seiedens, Ruhe und Einigkeit im heiligen
bis das gemeine oder Mationaleoncklium, oder
in dieſer Sachen eine gemeine Reichsver⸗
ſammlung, wie obfteht, gehalten wird, fufpen-
diret und eingeftellt haben. Wie wir dann dies
felbe hiemit alfo einftellen und fufpendiren.
30. Wir füllen und mollen auch, auf der
Theil oder Warteyen Anfuchen, unparteifche
Commiſſarien verordnen, die innerhalb Jahrs⸗
friit, von dieſem Reichstag an zurechnen, zwi⸗
fhen den Parteyen zu gütlicher Hinlegung
und Bergieichung ihrer Serung, handeln. Wo
aber die Bergleichung nicht ſtatt haben oder er-
langet werden möchte, follen die Commiffarien
uns Bericht ihrer Handlung mit ihrem Gut:
ligion oder Brofanfachen feyn.
uns auch Declaration
halten haben.
33. Und nachdem wir unfer Kaͤyſerlich Cam⸗
mergeriche etliche Jahr her nicht mit gerine
gem Koften unterhalten, fo Haben Ehurfürften,
Fuͤrſten und Stände, uns zu unterthaͤnigſtem
halle bewilligt, bemelötes Cammergericht
drey Jahr lang, die nächften, ganz zu unferhal-
Neich Deutfcher Nation, und aus unfer Käy-|ten, fo viel einem jeden Stand daran gebüß:
ferlihen Macht und Vollkommenheit, fo lang, ren mag, vermög und nach Ausmweifung eines
Anſchlags, auf jüngft gehaltenem Reichstag zu
Augfpurg, auf die Unterhaltung des Cammer⸗
gerichts zum halben Theil, verfertige. NBelcher
Anſchlag die obgemeldten Jahr aus zweyfaͤch⸗
tig ſoll durch gemeine Stände erlegt und bes -
zahlt werden. Lind füllen bemefdte drey Jahr
auf den erften Tag Auguſti nächftkünftig an
fahen, und zu jeder Franffurter Meß die ganz
ze Unterhaltung zum halben Theil durch die
Und Die erfte Erle⸗
‚gung zu nächftfünftiger Frankfurter Faftenmeß
'befchehen. 2
Stände erlege werden.
34. Es follen auch folche Anfchläge treulich
claration ſoll auch hie zwifchen nächftfünftigem |mation. Und mo einer oder mehr S——
er
zu thun, hiemit verbe
eingebracht, unſerm Cammerrichter und Bey⸗
duͤnken zuſchreiben, Darüber wir ferner Decla⸗ ſitzern Davon jederzeit Anzeige gethan, und un⸗
ration thun wollen, welche Handlungen Re⸗ ter fie gleichmäßig ausgetheilt werden, vermoͤ⸗
Diefelbe De⸗ |ge hievor aufgerichterer Ordnung und Nefore
—_
Abſchnitt. Von dem Reichstag und Colloquio zu Regenfpurg. sgL
ung fäumig wären, foll unfer Käy- ‚nen mollen, damit maͤnmglich im heil. Neid)
elicher Sifcal Biemit "Befehl haben, wider den gleich unparteyiſch Recht erfolge und mitge⸗
oder dieſelber uͤngehorſamen, wie ſich gebuͤhrt, cheilt werde. Und ob uͤber ſolche Reformation
au procediren. AR. ne Be und Bifitation bey dem Cammergericht Srrung
35. Es follen aud) gemeine Stände mittler- und Mißverfland vorfallen würde, darzu wol»
weil der dreyer Jahr auf Wege gedenken, len wir uns jederzeit, dem Rechten und Bil⸗
welchermaflen das Cammergericht nach Aus: |ligfeit nach, Declaration zu thun, vorbehalten
gang bemeldter Dreyer Jahr, ohn unfer, auch haben. =“
der Churfürften, Fuͤrſten und Stände des| 40. Berner haben wir befunden, daß die
Reichs Beſchwerung, ferner erhalten werden | Schmähfchriften, fo im Heiligen Reich Bin und
möge, dazu wir unfers Theils gnädiglic) ver⸗ wieder an mehr Orten ausgebreitet werden, ges
‚helfen wollen. | meinem Frieden nicht wenig verbinderlich und
36. Doc) haben gemeine Stände, die hier⸗ |verleglid) feynd, auch zu allerhand Unruhe und
inn fenderlid) ausgedruckt, und Die Unterhal-|NBeiterung gelangen möchten; Und demnach)
tung bewilligt, daß Cammerrichter und Bey⸗ uns mit Churfuͤrſten, Fuͤrſten und gemeinen
fißer ſich an ihrer alten Beſoldung (mie fie bie | Ständen. verglichen, daß hinfuͤro in dem hei-
vor jüngftem Neichstag zu Augfpurg gehabt, ‚ligen Reich Feine Schmähfchriften, wie die Na⸗
ſaͤttigen und begnügen laſſen, und gemeine men haben möchten, gedruckt, feil gehabt, ge—
‚Stände darüber nicht beſchweren follen. kauft noch verkauft; fondern wo die Dichter,
37. Und wiewol auf hiebevor gehaltenem | Drucker, Kaufer oder Berfaufer betreten, dar:
Keichstag, und fenderlich jüngit zu Augfpurg auf eine jede Obrigkeit fleißig Aufſehens zu ha⸗
und albie zu Negenfpurg, für gut angefehen, ben verfügen, daß diefelben, nach Gelegenheit
aud) hide und befihloffen ift, daß un⸗ der Schmäßfchriften,, fo bey ihnen erfunden,
fer Ränferlid) Cammergericht jährlich viſitiret, ernftlich und Kärtiglich geftraft werden füllen.
und (mo vonnöthen) reformirt werden foll: fol 4r. Und was wir zu Känferlihem Gemuͤth
bat doch folche Bifitation etliche Jahr her, aus geführt, uns auch mit gemeinen Ständen be-
vorgefallenen-Alrfachen und Verhinderungen, daͤchtlich erinnert, welcher Maaße der Erb-
ihren Fortgang nicht erlangt. feind Ehriftliches Glaubens und Namens der
38. Dieweil aber wir und gemeine Stän: | Türf, in Furzen Jahren feine Mache erweitert,
de zu Förderung der Gerechtigkeit für norhdürf: [etliche Chriftliche Konigreiche und Land erobert
tig, nuß und guf angefehen,, folche Reformas | und in feine tyrannifche Gewalt mit unmenfch--
tion im Wefen zu erhalten, und vermög hiebe⸗ | licher Tyranney genöthiget und gebracht Bat, der-
vor aufgerichteter Abfchiede vorzunehmen: ſo maflen, daß er nunmehr (Mo dem nicht zeitli-
haben wir uns mit Churfürften, Sürften und! che Vorſehung gefchieht,) das heilige Kömitche
‚gemeinen Ständen verglichen, daß gedachtes| Reich Deurfcher Nation leichtlich anzugreifen
unfer Kaͤyſerlich Cammergericht jährlich vifiti- | und zu befchädigen unterftehen mag : wie er
vet werdenfoll, diefes Jahrs auf den vierzehen- | denn foiches zu erlichenmalen mit groffem Ernft
ten Tag des Monats Sanuarit, naͤchſt Fünftig | vorgenommen, und für und für in emfiger Ar-
anzufahen, und folgends jährlich auf prima Majı, | beit geftanden ift und noch täglich ſtehet, das
wie folches die jüngften Abfchiede der zweyer| Königreich Hungern zu verderben und zu ero-
gehaltenen Neichstageausweilen. Zu folcher| bern, und feinen Fuß auf die Deurfche Nation
Bifitation haben wir, als Roͤmiſcher Känfer,| zu fegen. Deromegen denn die Stände des
zu Commiflarien verorönet, N. und DW. | Königreichs Hungern, dazu unfere gemeine
39. Es follen auch Cammerrichter und Bey⸗ Landfchafter, unfere Dber - und Miederöfterreis
ſitzer in jeßt gemeldter Keformation geloben| chifche Sande, ihre anfehnliche Botſchaften zu
und ſchwoͤren, daß fie dieſen Reichsabſchied uns und gemeinen Ständen abgefertigt Haben,
Halten und Damider nicht handeln, noch erfen-| ung ihr a Dbliegen, befchwerliche Bes
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drängniß und vorſtehende Roch zu eröfnen und doch in Fünftigen
um fürderlihen Rath und Hilfe bey uns und
gedachten Ständen unterthäniglich und freund:
lich anzufuchen und zu-bitten. I
42. Demnad) ‚Haben wir und gemeine Stän-
de Die gedachten Hungeriſchen und Defterreichi- 'und folgends auf unfer gnoͤdigſtes Zuk
ſchen
lich, guͤtlich und freundlich angehört, und nicht
ohne Beſchwerung unferes Gemüths vernom-
men, mit was unmenfthlicher Tyranney der
Seind-unfers Chriſtlichen Glaubens und Na⸗
mens, der Türk, fie zu mehrmalen jämmer-
{ich und erbärmlich beläftiger, welchergeſtalt
er auch zu etlichenmalen viel faufend Chriſt—
lichs Bolfs hinweg gefchlept, und in ewigen
Zwang und Elend geführt s Daraus gefolget,
daß fie durch fägliche Gegenwehr, der fie ſich
nad) ihrem Bermögen gebraucht, gaͤnzlich er-
ſchoͤpft und erößt wären; dermaſſen, wo ihnen
ſtattliche und erſchießliche Hülf nicht begeanen
möchte, daß fie aus dringender äufferfter Noch
nichts anders,‘ denn ihres endlichen Verder—
beng gemwärtig fennmüßten. Wie fie denn fol-
ches mündlich und ſchriftlich nach der Laͤnge,
und zum Fläglichften angezeigt, und um Rettung
und Hülfe zum unterthänigften und zum heftig:
ſten angefucht und gebeten haben.
43. Daneben hat auch unfer freundlicher Tie-
ber ‘Bruder, der Nömifche König, uns und ge und erfchießlich, fo viel immer möglich),
meinen Ständen etliche glaubliche Kundſchaf⸗
‚ten vorbracht, wie der Feind Epriftliches Glau—
enten, Reichstägege
zu Worms gehalten, unterehäniglich bew
Botfchaften in ihren Werbungen gnädig: | Widerftand des Türfen in’ Hungern 9
rung unbegeben: nemlic), den halbeı
des Nomjugs uns auf jüngftem Neich
ein und zwanzigſten Jaͤhr der mindern Za
[ige
aſſen
Und denſelben halben Anſchlag an Geld ai
drey Monate, und im Fall unvermeidlicher un
augenfcheinlicher Nothdurft, auch auf den vie
ten Monat zu erlegen, alfo, daß für einen
figen zwölf, und für einen Fußknecht
Gilden, eines jeden Monats gerechnet,
für jeden Gülden funfzehen Basen, oder def
felben Werth bezahlt werden fol. a
45. Dergeftalt, daß der Dberfte und die vers
ordnete Kriegsraͤthe, bernach bemeldf, zum fü
derlichften Kriegsvolf, zu Noß und Fuß
den nächft anftoffenden fanden, Doc) aufferha
Hungern, Defterreich, und andern unfers freund:
lichen lieben Bruders, des Roͤmiſchen Königs,
anftoffenden Erbfönigreid) und Landen, anneße
men, Daffelbige an gelegenen Orten muftern, in
Hungern führen, von gemeiner Stände Geld |
drey, und fo es Die Nothdurft höchlich erfor
dert, den vierten Monat unterhalten, und Zu
Widerſtand unfers Chriftlichen Glaubens und
Namens Feindes, des Türken, fruchtbarlich
ge⸗
brauchen ſollen. De
46. Und dierveil Churfürften, Sürften und“
bens und Namens, der Türf, eine ftattliche \nemeine Stände, auch der Abwefenden Bot⸗
Anzahl Kriegsvolk ausgefchickt, ver Meynung, ſchaften, wohlbedaͤchtlich erwegen, daß dieſer
das Chriſtliche Koͤnigreich Hungern abermals vorhabenden eilenden Huͤlf der Verzug in viel
zu uͤberfallen, zu beſchaͤdigen und unter feine verhinderlich und nachtheilig iſt: fo haben ſie
tyranniſche Gewalt zu bringen. unterthaͤniglich bewilliget, ihre Anlag zum foͤr⸗
44. Und wiewol Churfuͤrſten, Fuͤrſten und derlichſten und nachfolgender Maaß zu entrich⸗
gemeine Stände, wohl Urſach gehabt, vor Er- ten: nemlich ſollen die Stände der Srähfifchen,
ledigung der Kingerung in des heiligen Neichs | Bäyerifchen, und Defterreichifchen Kreyfe, ihre
Anſchlaͤgen, welcher fie zum öfternmal vertroͤſt gebuͤhrende Anlag, dieſer eilenden Hülfe, joviel
ſeynd, fich in einige Anlag nicht zu begeben: fo ſich auf zween Monat erftrecft, als die naht
Haben fie doch uns, und gemeldtem unferm!|gefeffen, zum foͤrderlichſten einem jeden möglich,
freundlichen lieben Bruder, dem Römifchen | und zum längiten in einem Monat den naͤch⸗
König, zu unterthänigftem Gefallen, und den ften, hinter Bürgermeifter und Rath zu Negene
obgemelöten beſchwerten Landen und Leuten |fpurg, oder Paflauz ver Schwäblfche Kreyß
zu Troſt und zu Rettung aus getreuem Chrift: zum Fängften in fechs Wochen, hinter Bürger:
lichen Mitteiden eine eilende Hülfe bewilligt; imeifter und Rath zu Augfpurg, und der u
Fe ni
—
Abſchnitt. Von dem Reichstag und Colloquio zu Regenſpurg. 985
hen der vier Churfürften bey gnädiglid) zu verordnen, daß bemeldtes Kriegs⸗
derländifche und Weftphälifche, | volk nothduͤrftige Proviant um einen gleichen
und Niederfächfifcye, audy der und billigen Pfenning befommen möge, und in
eKreys, Binter Buͤrgermeiſter allen Weg zu verhüten, daß uͤbermaͤßiger uns
u Frankfurt, zum fchierften und zum |ordentlicher Vorkauf vermieden, fondern ein
n in zweyen Monaten, gewißlich und freyer Marke (wie Kriegsgebraud) und Herz
rlegen. Und wenn ein jeder fein Geld kommen ift,) gehalten werde. | w
alſo auf zween Monat erlegt hat, alsdenn foll|- 50. Und dieweil gemeiner Stände Min, ſo
‚er fich mit dem übrigen Geld auf: den dritten, |fie zu folcher eilenden Anlag erlegen follen, [0
und im Fall der Nothdurft auf-den vierten eilend und ohne Nachteil nicht verwechfeltwers
| Monat, auch gefaßt machen. Lind daffelbige den mag: fo bat ſich gemelöter unfer freundli⸗
em darnach folgenden Monat auf be= !cher lieber Bruder, ver Römifche König, era
| ftimmte End gewißlich und ohne Verzug auch boten und bemilliget, im Königreich) Hungern,
liefern, damit ſolches (mie obgemeldt,) nüßlich und andern ihrer Liebden Erblanden, dermaffen
Borfehung zu thun, daß gemeine Stände und
werden. a das Kriegsvolf an ihrer Münze feinen Berluft
47. Wo aber darüber jemand von gemeinen Inoch Schaden leiden. ENTE
Ständen, wer der, oder Die wären, ungehor-| 51. Doch follen und wollen gemeine Stände
fam feyn, und ihre gebührliche Anlag in be⸗ ihre gebührende Anlag mit guter ganghaftiger
ftimmter Zeit nicht erlegen würden, Der, oder die-|Münz, als Ducaten, Eronen, Gold, Thalern,
felbe follen durch den verordneten Pfenning: | Basen, Zehnern und dergleichen erlegen, einen
meifter, wie hernach gemeldt, unferm Kaͤyſer⸗ jeden Gülden zu funfzehen Basen gerechnet,
lichen Sifcal angezeigt werden, der foll gegen wie obgemelde ift. — ——
ihnen mit gebuͤhrlichen Proceſſen, wie im hei⸗ 32. Und nachdem etliche Stände, fo in den
ligen Reich berfommen ift, vollfaßren und pro: | Dber- und Miederöfterreichifchen Landen beguͤ⸗
cediren, fie zu gebübrlichem Gehorſam und Ber tert feynd, ſich beflagt haben, daß fie mit zwey⸗
zahlung mit Ernft anhalten, facher Hülfe wider den Türken belegt, fo fie
48. Dod) follen die, fo von Alters her durch |diefe eilende Hülfe leiften ſollten: fo Bat ges
andere Stände in des heiligen Reichs Anlagen |meldter unfer lieber Bruder bewilligt, gedachte
‚billig ausgezogen find, mit folchen Proceſſen, Stände hierinn gnädiglich zu entheben, und .
‚oder in andere Weg nicht. befchwert, fondern | Worfehung zu tun, Damit fie mit einiger Dop⸗
| bey altem Herkommen gelaffen ; aber die, fo von !pelhülfe nicht, befchmert werben.
Alters in des heiligen Reichs Anfchlägen geweft, | 53. Serner hat unfer freundlicher lieber Bru⸗
ſollen Feines Wegs überfehen, noch die Pro⸗ der, der Roͤmiſche König, bewilligt, gemeine
‚ceffe, fo derwegen gegen ihnen vorgenommen, | Stände mit den Befoldungen des Oberften der
ſuſpendiret oder abgefchaft, fondern hierinn un: | Kriegsraͤth, desgleichen des Pfenningmeifters
‚ter den Ständen Gleichheit gehalten werden. |und anderer Befehlhaber, darzu mit dem Dop-
49. Und zur Förderung Diefer nothwendigen peln, oder Ueberſolden nicht zu beſchweren, ſon—⸗
‚eilenden Hülfe Bat der Roͤmiſche König, unfer) dern Diefelben zu unterhalten und zu erlegen,
‚freundlicher lieber Bruder, aufgemeiner Staͤn⸗ oder von der Stände erlegtem Geld unterhalten
‚de unterthaͤnige Bitte bewilligt, des Keichs | oder erlegen zu laffen, doch daß alsdann fols
Kriegsvolk, fo zu diefer eilenden Huͤlf beftelle| cher Koſten an der Zahl des Kriegsvoifs abges
würde, mit nothdürftigem Geſchuͤtz, und allen | zogen, damit gemeine Ständ in ſolchem nicht
dem, das Dazu gehörig und demfelben ankän- | ferner beſchwert werden.
dig ift, zu verfehen, und daffelbige auf ihrer) 54. Dergleichen foll feine Liebden, als der
Kebden ſelbſt Koſten die obgemeldte Zeit der! Herr des Kriegs, ſonſt allen andern Kriegsfo-
dreyer oder vier Monate zu unterhalten; darzu ften, wie der Namen hat, für ſich ſelbſt tragen,
| 8413 auffers
0
erſchießlich möge angeleget und gebraucht
x 5 SQ
989 Cap.ıe. Don Ber durch Conpenteu, Reichstäge gefuchten Neligionspergt. 387.
| aufferhalb der Befoldung des Kriegsvolfs, wie jgcben, und allen andern Sachen, gemeine
davon hiebevor Meldung gefcheben if. >
55. Und Diemeil uns. — ———— Fuͤrſten
und gemeine Staͤnd, und der Abweſenden
Botſchaften, unterthaͤniglich heimgeſtellt, zu
obgemeldtem Kriegsvolk einen Oberſten gnaͤ
diglich zu verordnen, welcher dieſem Werk, zu
unſer und des heil. Reichs Ehr, Nutz und
Wohlfahrt vorſeyn möchte, doch aus dem hei-
ligen Reich Deutfcher Nation, und daß der:
felbige uns und gemeinen Städten mit Eyden
und Pflichten verwandt feyn folle, je:
56, Darauf haben wir den Wohlgebohrnen,
unfern lieben Getreuen, Sriederichen, Grafen zu
Fürftenberg, zu einem oberjten Hauptmann
über viel gedachtes Kriegsvolf benennt und vor-
genommen, welchen auch Churfuͤrſten, Fürften
und Stände ihnen wohlaefallen laffen. Und
iſt darauf mit ihm feiner Hauptmannfchaft Be—
foldung und anders halben gehandelt und über:
einfommen, wie Das fein Beſtallungsbrief fer
ner ausweiſet.
57. Demfelben oberften Hauptmann feynd
vier Kriegsraͤthe zugeordnet, nemlich, die Edle,
unfer und des Reichs liebe Getreuen, Gangolf,
Freyherr zu Hohengerolzecf; Laßla, Graf zum
Hag; Wolf Dieterich von Knoͤrringen, und
Andreas Pflug: mit denſelben ſoll der Oberſte
alle Kriegsgefchäfte zum treulichiten berathſchla⸗
gen, handeln und vorneßmen, wie fie Denn alle
erbalben gewöhnlichen Eyd und Pflicht gethan
aben.
. 58. Und Damit gemeiner Stände Anlag, zu
dieſer eilenden Hulf bemillige, zum förderlich:
ften zufammen bracht, und zu folchem nothwen⸗
digen Werf gebraucht werden möge: fo haben
gemeine Stand unfern und des Keichs lieben
Getreuen, Wolfgang Schugpar, genannt
Milchling, Landeommenthur zu Marpurg,
Deurfches Drdens, zu einem -Pfenningmeifter
vorgenommen und geordnet: der foll von obge⸗
meldfen ernennten Raͤthen zum förderlichften
die Anlag aufpeben, zufammenbringen, ge:
- meiner Ständ Kriegspolf damit unterhalten,
und diefelben fonft in Feinen andern Gebraud),
wie der Namen haben möchte, wenden oder
au jederzeit bey den gedachten Städten und
‚derlichften nolffen zu procediren und fie zu bil⸗
[ausgenommen ſeyn, dann die, von denen hiee |
tapffere Hülfe fürträglicher Abbrud) nicht bea
VI 5 \ * — —
Stände Nutzen fördern und ſuchen, Dazu jetzt⸗
gemelöten Ständen, oder Denen, fo fie dazu
oerordnen werden, mann und zu welcher Zeit
er derowegen erſucht würde, alles feines Ein
nehmens und Ausgebens ehrbare und aufiih-
tige Rechnung thun, und ſonſt alles das volle
ziehen, Das einem. getreuen frommen Pfennig
meifter gebührt, wieer dann ung und gemeie
nen Ständen deshalben Eyd und Pflicht getan
bat. NE er
59. Der gedachte -Pfennigmeifter ſoll ſich
ſonſt eigentlich erfundigen, obeiniger, odermehe
Stände, Ihre gebüßrende Anlage nicht erlege
hätten. Und welche er alfo ungehorfam befins
det, Diefelben foll er jederzeit unferm Känferlie
chen Fiſcal anzeigen, gegen denfelben zum fürs
liger ‘Bezahlung mit Ernft anzubalten. Und "
fol hierinn niemand angefehen werden, nody
oben Meldung befchehen ift. —— vi
60. Und nachdem wir ſamt Churfürften, |
Fürften und gemeinen Ständen, mit zeitigem |
ftartlihem Rath erwogen und bedacht, daß un
ſerm gemeinen Feind — Glaubens und
Namens, dem Tuͤrken, ohne eine beharrliche
ſchehen, noch fein tyranniſch Vornehmen von
gemeiner Chriſtenheit abgewandt werden moͤge:
fo haben wir ung mit gemeinen Ständen von
regen der beharrlihen Hülfe, auf jüngftem
Reichstag zu Augſpurg wider den Türken bee
willige, nach Nothdurft unterredt, und unsnah
bin und mwieder gepflegter Handlung, mit ide ı
nen folcyer Hülfe-halben, und wie diefelbevem
heiligen Reich und gemeiner Chriftenheit zu Nutz
und Wohlfahrt gebraucht werden ſoll, verglie ı
chen und entfchloffen , wie folches in einer fone ı
dern Schrift, neben diefem Abfchied aufgericht, ,
eigenelich begriffen ift. |
61, Und wiewol auf etlichen hiebevor gehals
tenen Neichstägen für norhmwendig und nuß |
angefehen , wie auch foldyes die augenfcheinliche '
Nothdurft erfodert, ung mit gemeinen Staͤn⸗
feßren: Auch in feinem Einneßmen und Muss |den einer gleichmäßigen und redlichen RM
a
|
|
|
|
|
N
a
[2
im heiligen Reich Deutfcher Nation zu verglei-
chen, damit alle Beſchwerungen, fo fid) der
nz halben nun etliche Jahre her zugetragen
ben, endlich vorkommen und abgefchaft wer»
den moͤchten. je |
62. Wiewol wir auch zu Erledigung dieſes
uncten, auf jüngft zu Augſpurg und Regen:
purg gehaltenen Keichstägen verordnet, daß auf
etlichen benennten Tägen von einer einhelligen
und gleichmäßigen Münze follte gehandelt und
beſchloſſen worden ſeyn, fo iſt doch foldyer bis.
ber aus vorgefallenen Berhinderungen Feine
Bollziehung geſchehen. PERLE
63. Diemweil wir aber auf diefem unferm Reichs⸗
tag a'bie, ausbemweglichen guten Urſachen, einer
beftätigren Münzordnung halben nicht fort:
fehreiten, noch ung derwegen entfchlieffen mö-
gen: fo Haben ſich Ehurfürften, Fuͤrſten und
gemeine Stände, mit uns, und wir binwiederum
mit ihnen fernerer Handlung und Befchluß,
obgemeldter Sachen halben, eines weirern Zu-
ſammenſchickens und eines Tags verglichen:
Nemlich, daß auf den vierzehenten Tag des
Monats Januarii, naͤchſtkuͤnftig, wir und
jeder Churrürft und andere Fürften, dazu Die
Fürften und andere, fo güldene und filberne
Bergwerke haben, desgleichen Die fechs Kreyſe,
jeder einen tapffern Rath, der Münze verftän-
dig, mit völliger Gewalt in unfer und des
heiligen Reiche Stadt Speyer ſchicken und ver-
ordnen follen.
64. Alſo, daß fie. aufobbemeldten Tag ge-
wißlich daſelbſt zu Speyer feyn , die Ordnung
der Münzezu Eßlingen ausgangen, auch den
- KRarhfchlag, ſo folgends zu Speyer, durch
unfer verordnet Regiment Darauf gemacht,
vor die Hand zu nehmen: das alles mit höch-
ftem Fleiß, und nach aller Nothdurft zu ermeſ⸗
fen, und darinn endlich zu ſchlieſſen, und jedie
Sachen zum wenigiten dahin zu richten um:
terſtehen ſollen, daß doch etliche Jahre lang eis
ne ziemliche, leidliche, gleichmäßige, beſtaͤn
dige und gerechte Münze im heiligen Römifcyen
Neid) aufgericht und gemacht werde. Melche
Ordnung fie alsdenn uns zufchlefen follen , wol⸗
len wir diefelbe allent halben im Reich thun ver.
38 I. Abfehnie, Don dem Reichstag und Eolloquio zu Regenfourg,
kuͤnden, und zu halten ernſtlich gebieten und vers
fchaffen.
65. Und nachdem Churfuͤrſten, Fürften und
t
Stände, ung unterthaͤniglich angeſucht und ge⸗
beten, unfere Niederlaͤndiſche Erblande mit der
Münze des heiligen Reichs gnädiglich zu vers
gleichen: fo wollen mwir die Unfern auf gemeld⸗
‚ten Tag aud) fehicken, unfern Bericht und Gut⸗
bedünfen unferer Miederländifhen Münze hal⸗
ben den Berordneten anzeigen und zu erfennen-
geben laſſen: wie wir dann ſolches auf juͤngſtem
albie zu Regenfpurg gehaltenen Reichstag au)
anadiglich bewilligt haben. |
65. Wir, auch Ehurfürften, Fuͤrſten und
andere, wie obgemeldt, follen die Unſern, oß«
ne ferner Befchreiben oder Erfordern, aufden
vorgedachten Tag fchicken und verorönen. Wo
aber jemand ungehorfam fern und zu ſolchem
Tag die Seinen nicht abfertigen würde, fo fol-
len nichts Deftorweniger Die Erfcheinenden im
Handel fortfahren , und was die Nothdurft er⸗
fordert, bedenfen, berathſchlagen und ſchlieſſen.
67. Und was alfo befchloffen und durch uns
in das Nömifche Reid) publicire und verfündee
wird, das füllen die Abweſende gleichwol , wie
andre, zu halten und zuvollziehen pflichtig feyn, -
in allermaffen,, als waͤren die Ihren gegenwär«
tig, — bey ſolchem Rathſchlag und Beſchluß
eweſt. U,
68. Und wiewol mir zu meßrmalen ernftlich
Mandaten und Gebossbriefe in das Beilige
Reich Deutſcher Nation ausgehen und verfün«
den haben laflen, daß fi niemand in Kriegs»
dienfte, wider uns und Das heilige Reich beges
‚ben nody gebraudyen laflen fol, bey Bermei«
jung ſchwerer Pon und Strafen, in denfelben
junfern Mandaten und Gebotsbriefen begriffen:
So befinden wir doch, daß denfelben allent-
halben nicht gelebt und nachfommen, daß auch
‚gegen den Lebertrefern und Ungeborfamen mit
Don und Strafen fo ernftlid; nicht gehandelt
‚worden ift, role ſolches gemeldte unfere Man»
data und Gebotsbriefe ausmwelfen.
69. Damit nun ſolchem Fünftigfid) vorkom⸗
‚men, und allerhand Befchwerungen, fo draus
folgen, verhüfet werden mögen: fo haben wir
uns. mit Ehurfürften, Sürften und Ständen,
und
- }
a ———
990 Cap. i8 Von der durch Convente u. Reichstaͤge gefüchten Religionsvergl. "gt |
und fie fich wiederum mit uns verglichen und
entſchloſſen, daß wirin unfern Erbfanden , des-
gleichen Ehurfürften, Fuͤrſten und Stände ein
jeder in feinen Fuͤrſtenthuͤmern, Herrſchaften,
Obrigkeiten und Gebieten, den Seinen Feines:
wegs geitatten, fondern.zum höchften verbieten
Soll, fich in Rriegshändeln wider uns und das
Beilige Reich Feineswegs gebrauchen zu laflen.
Welche aber in dem ungeßorfam feyn und dar-
wider handeln würden, gegen denfelben ſoll mit
ernftliher Strafe, nad) Ausweifung unferer
hiebevor ausgangener Mandaten, vollfadren ;
emlich, Ihnen Weib und Kind nachgeſchickt,
ihre Güter als-conftfeire eingezogen, und fo fie
wiederum anheim ziehen und betreten, gefäng-
lich angenommen, an Leib und eben geftraft,
und dero Feiner begnadet werden.
70. Und nachdem wir aufjüngftem Reichs:
tag, alhie zu Negenfpurg gehalten, uns mit
Edurfürften, Fürsten und gemeinen Ständen,
eines Tages zu Ringerung der Anfchläge, de:
ren fie auf viel gehaltenen Keichstägen vertröft
ſeyn, gnädiglich verglichen, Darauf wir unfe-
re Commiffarien, desgleichen etliche Stände
die Ihren auch abgefertigt Baben ; und aber da-
mals die erfcheinende Sommiflarien und Käthe,
. in folder Ringerung nicht vollfahren mögen,
aus etlichen Lirfachen, mie fie ung die in Schriften
eröfnet: derowegen Ehurfürften, Fuͤrſten und,
gemeine Stände, uns abermals zum unterthä-
nigften gebeten, ſolche Ringerung guadiglich
zu erledigen, % |
‚1. Und wiewol wir ihre Bitte ziemlid) und
Billig geacht , ihnen auch zu gnädiger Willfah—
zung geneigt: fo haben wir Doch neben ihnen ber
dacht und erwogen, daß vor Erfundigung. ei-
nes jeden’ Stands Auf- oder Abnehmen, die
pielgemeldte Ringerung nicht erledige, noch die
Ungleichheit, der fie ſich in des Heiligen Reichs
Unfchlägen beflagen ‚ abgelchaft werden möge,
in Anfehung, wo etliche Stände ihres Abneh—
mens halben zu ringern, Daß auch dargegen dies
jenigen, fo ſich kuͤndlich an ihren Guͤtern gebeſ⸗
ſert/ zu erſteigen, wo anders des heil. Reichs gerung gelaſſen werten, rl
76. Serner haben wir, auch Churfürften,
Anſchlaͤge im Weſen erhalten werden follen.
72. Damit nun diefen Puncten zuleßt möge
abgeholfen werden, fo baben wir uns mit Ehur-
fürften, Fürften und gemeinen Ständen ver- |
lichen, Daß wir und die zehen Kreyſe, ein je,
der einen erefflichen anfehniichen Rath, auf den
vierzehenten Tag des Monats Januarii, naͤchſt |
kuͤnftig, zu Speyer haben: weiche Raͤthe, nes
ben unfern und gemeiner Stände Commilfarien ||
und Näthen, zu der Bifitation des Känferlia |
chen Cammergerichts verorönet, nach Berhöe |
und Erfahrung eines jeden Standes Gelegen⸗
heit, auf einen gleichmäßigen Anſchlag im hei:
ligen Reich, durch gebüntliche lee und
Erfteigung, handeln und befchlieffen follen.
ſcheinen würden, foll nichts deſto minder durd)
die andern in folchem forfgefaßren,geßandelt und) |
befchloffen werden.
74. Und foll der
fen, vereinigen; und darneben eines jeden
Stands ihres Kreys Ab - oder Aufnehmens, |
untereinander eigentlich und mit gutem Fleiß |
erkundigen, aud) Fleiß vorwenden follen, ſich
der Reichsanfchläge, fo viel der Syhren Kreyß
betrife, durch ziemliche Ringerung und Erhoͤ—
hung ſelbſt zu vergleichen, doc) dergeftalt, daß
die Reichsanfehläge durch ſolche Vergleichung
in ihnen felbft nicht geringert, fondernin ifrem |
Weſen bleiben und erhalten werden.
75. Darzu follen Churfürften, Fuͤrſten und“ E
Stände, fo ſich der Anfchläge befchmweren moͤch ⸗
ten, die ihren zu ſolchem auch abfertigen, mit
Befehl, ihre Beichwerung der. Ungleichheit
nicht allein anzuzeigen; fondern auch kenntlich
and Elar darzuthun, damit Die Verordnete zu
fruchtbarer Handlung und billiger DBergleiz
hung der Anfchläge fommen mögen. Wels
cher aber die Seinen zu ſolchem Tag nicht ſchi⸗
cken, feine Beſchwerung, mie gemeidf, vor⸗
wenden und darthun würde, der foll hernach⸗
mals nicht ferner gehört, nod) zu einiger Rin⸗
73. Wo auch etliche der Commifjarien, den |
Krepgverordneten, ober andere Raͤthe nicht era
Oberſte eines jeden Krey⸗
fes vor Fünftigem Tag alle Stände feinesKreye
fes an eine gelegene Malſtadt beſchreiben, dar ⸗
auf fie fich eines Raths, obgemeldten Tag zu ſchi⸗
Fürften und gemeine Stände, auf jüngftem
Reichstag, zu Yugfpurggebalten, dem Belligen |
| Reich
|
|
|
ferner ausweiſt. Im Fall, daß auch in folcher
a IT, Abfepnitt. ‚Don dem Reichstag und Colloquio zu Regenfpurg, 993
ic) und allen Ständen deffelben zu Wohl⸗ Churfuͤrſten Sürften und Stand foldye dieſes
fahrt und Gurem,. auch zu Foͤrderung und Meh ⸗ Reichstags ungefäßeliche Seßion, aud) J
tung des gemeinen Mutzes, eine Reformation) Subfeription zu Ende dieſes Abſchleds beſche—
“
- und Drönung guter Dolicen aufgerichtet, und ben, an feinem Bergebrachten Braud) und Ge:
biefelben auf folgendem Reichstag alhie zu Re⸗ rechtigkeit in Feinem Weg nachtpeifi adli
gun In rien Pancn, von wegen Br neh vagetih ink. 779
Süden, Wucerer, Monopolierer und ande-| 80. Wir follen und wollen auch, nachdem
rer, fo unbillige Gontracte und Handthierung uns ein jeder feine Gerechtigkeit in Schriften
reiben , gebeffert; alles nad) Ausweiſung bey: uͤbergeben hat, allen möglichen Fleiß vorwen«
ber Reichsabſchiede, zu Augfpurg und Regen. den, folche Irrung der Seßion halben jum
De aufgerichk a foͤrderlichſten zu gütlicher Vergleichung, oder
77. Diemeil aber ſolcher Reformation und Erörterung zu bringen, wie wir deffen gemei⸗
Ordnung, auch darauf gefolgter Beſſerung, al ne Stände zu etlichenmalen vertroͤſtet Haben,
Tenchalben im heiligen Relch nicht Bollziehumg 81. Solches alles und jedes, fo obgeſchrie⸗
ſchehen ſeyn mag: fo haben wir, auch Ehur-| ben ſteht, und uns Käyfer Carin anzüpre, ges
fuͤrſten, Fuͤrſten und gemeine Stände, folche| reden und verfprechen wir, fter, veſt, unver«
Ordnung und drauf erfolgte Beſſerung wieder. brüchlich und aufrichtig zu Balten und zu voll
um alhier erneuert, uns auch ſaͤmtlich vergli-\ ziehen, dem ſtracks und ungemeiger nachzufome
en, und wollen, daß diefelben Durch männi- men und zu geleben, fonder alle Gefäßrde,
gich in allen Puncten und Artikeln veftiglic)| Deß zu Urkund Baben wir unſer Käyferfid)
gehalten und vollzogen werden: welche auch ei. Inſiegel an diefen Abſchied thun hangen.
ne jede Obrigkeit zu handhaben und darüber| 82. Und wir Churfürften, Fuͤrſten, Prälas
ernftlich zu Baiten ſchuͤldig feynfoll. Wo aber ten, Grafen und Herren, aud) der Ehurfürften,
einige Obrigkeit darinn faumig wäre, alsdann) Sürften, Prälaten, Grafen und des heiligen
foll unfer Kanferlicher Fiſcal gegen den Ueber- Reichs Frey und Reichsſtaͤdte Geſandte, Bots
faßrern zu procediven hiemit Befehl haben ‚| fdjaften und Gewalthaber, hernach benennet:
wie ſolches gemeldter Regenſpurgiſcher Abſchied bekennen auch oͤffentlich mit dieſem Abſchied,
— 3 und jede obgeſchriebene Puncren und
Policey und Drönung einiger Mangel erfun| Artikel mit unferm guten Wiffen, Willen und
den würde, follen unfer und gemeiner Etän.|Rarh vorgenommen und befchloffen feynd:
‚den DVerordnete, fo auf den vierzehenten willigen aud) diefelbe. allefamt und fonderlid)
Tag Januarli, wie obgemeldt, zu Speyer an biemit und in kraft diefes Briefs, gereven
kommen werden, “Befehl und Gewalt Baben ‚| und verfprechen in rechten, guten, wahren
folche Ordnung und Policey zu beffern, und) Treuen, die, fo viel einen jeden feine Herr⸗
nach Gelegenheit zu ändern, und was alſo durch fhaft, oder Freund, von denen er gefchicke
‚fie beſchloſſen wird, uns füreer in Schriften zu oder gewalthabend iſt, beteift, oder betreffen
erkennen geben, foldyes ferner im Heil. Relich mag, wahr, ſtet, veft, aufrichtig und unver.
zu publiciren und zu verkuͤnden, Damit dem al-| brüchlich zu Halten, zu vollziehen, und dem
lenthalben gelebt und nachkommen werde. nah allem unferm Bermögen nachzukom⸗
88. Als ſich auch etliche Fuͤrſten und Stän-| men und zu geleben, ſonder alle Gefährde.
de im Anfang diefes Reichstags Der Seßion 83. Lind feynd dleſe hernach geſchrlebene,
halber geirret, welches zur Verlängerung der) Wir, die Churfuͤrſten, Fürften, Prälaten,
Reichsſachen gelangt, deshalben Churfürften, | Grafen, Herren und des Beiligen Reichs Sreys
Sürften und gemeine Stände, auf unfer gnä-|und Reichsftädte Boiſchaften und Gemwaltgas
diges Begehren, ihre Seßion ungefährlic) und | ber. |
ohn alle Drönung gehalten, Von GHttes Gnaden wir Albrecht, der hel
79. Demnach wollen wir, daß einem jeden ligen Roͤmiſchen Kirchen Cardinal, und ge⸗
Lutheri Schriften 17. Cheil. Rrr —
SEE
\
994 Cap, 18. Von der durch Convente u. Reichstäge geſuchten Religionsvergl, 995° |
borner $egar, zu A, und Magdeburg, Chriſtoph Welfinger, Doctor. Des Stifte
d Freyſingen, Georg Boͤheim, Doctor, Phi-.
iipps, Biſchoffen zu Baſel; und von wegen
deß Stifts Chur, Peter Speyfer von Dillin
Erzbiſchof, Primas ꝛc. Adminiſtrator zu Hals
berſtadt 20. Erzcanzler Durch Öermanien : Joa ⸗
chim, des heiligen Römifchen Reichs Erzcaͤm⸗
merer, beyde Marggrafen zu Brandenburg,
zu Stettin, Pommern ‚der Caffuben und Wen.
den Herzogen, Burggrafen zu Mürnberg,
Sürften zu Nügen und Churfürften, perfön-
lich. Von wegen des Erzbifhofs zu Trier,
©eorg ‚Herr zu Elz, Johann von Enfchrin-
gen, Kanzler ,Dtto von Lengenfeldt, und Hein:
rich Buchel, der Rechten Licentiat. Won me
gen des Erzbifchofs zu Cölln, Dieterich ‚Graf |berrn zu Cölln und Dockores, Albrecht Muhm, 1
gen, Doctor. Don wegendes Stifte Paffau,
Epriftoph von Camberg, Coadjutor des Stifte
beftätigten zu Trient, Otto Truchſes, Freys
Franciſcen, Bifchoffen zu Münfter, Bernard
von Hagen, Johann Gropper, beyde Doms
zu Scleyden, Kerpen, BR N und Kcentiat, Srancifcus von Doy. Philippfen, er»
0
Neueburg, und Johann Gröpper, Doctor.
Bon wegen Ludwigs, Pfalzgrafen beym
Rhein ꝛc. Ehurfürften, Dieterid) und Schön
burg, Marfchall, Heinrib Haß, Canzler,
Wolf von Duhr, D., undHans von Walborn,
zu Ernfthoffen. Von wegen Johann Friede
richen, Herzogen zu Sachſen, Churfürften ıc.
Wolf, Fuͤrſt von Anhalt, Chriftoph von Tau:
benheim, und Eberhard von der Thann. Von
wegen des HaufesDefterreich, Wilhelm, Truch⸗
feß, Freyherr zu Walburg ‚und Jacob Sranf- | Herzogin Bayern. Wilhelm und $udwig, Ge \
brüder, Pfalzarafen beym Rhein, Herzogen
in Bäyern ıc. Otto Heinrich und Philipp, Ge» |
furter, Doctor. Geiftliche Fürften perfönlich.
Von GHrres Gnaden, Ernft, confirmirter
Erzbiſchof zu Salzburg. Chriſtoph, Erzbi-
fchof zu Bremen, Abminiftrator zu Verden.
Walther von Kronberg, Adminiftrator des
Hochmeiſteramts in Preuflen, Deutfihmeifter.
MWeigand, Bifchof zu Bamberg. PBilipp,
Biſchof zu Speyer. Chriſtoph, Biſchof zu
Ausfpurg. Mauritius, Biſchof zu Eichfkere.
Johann, Biſchof zu Coſtanzʒ. Valentinus,
ſtoph, Biſchof zu Seggau. Der geiſtlichen
Fuͤrſten Botſchaften. Von wegen des Erzbi—
ſchofs zu Biſanz, Claudius Belin, der Rech—
ten Doctor. Conraden, Biſchof zu Wirzburg,
Daniel Stiber, Domherr, Heinrich Truchſes
von Weſthauſen, Hofmeiſter, und Georg
Farner, der Rechten Doctor, Canzler. Von
wegen des Adminiſtrators zu Worms, Philipps,
zu Speyer, Wilhelm, Biſchofs zu Straßburg,
wählten zu Fulda, Johann von Ehrenberg,
Domdechane zu Mäynz, Erhard Rüde von
Collenberg, Maͤynziſcher Hofmeifter, und |
Bernhard von Hardheim. Georgen, Bifchofe
fen zu Ratzenburg und Libus, Lucas Wilzfeym.
Balthafars, Ermählten und Beftärigten zu '
süberf, Jodocus Hufefelder, der Rechten D.
Adriani, Bifchof von Sedun, Johann Mili-
tis. Weltliche Fürften perfönlih. Won GOt⸗
tes Gnaden Friederich, Pfalzgraf beym bein,
bruͤder, Pfalzgrafen beym Rhein, Herzogen in
Bäyern ıc. Carolus, Herzog von Saphoyen,
Georg, Marggraf zu Bandenburg. Heinrich
der jüngere ‚Herzogzu'draunfdyweig und Oro:
benhagen. Philipp, Landgraf zu Heffen. Ph
lipp, Herzog zu Pommern. Georg, Landaraf
zu Heflen. Philipp, Herzog zu Pommern. Gau
org, Landgraf zu.teuchberg. Hanns und Joa⸗
Biſchof zu Hildesheim. Chriſtoph, Biſchof chim, Gebrüder, Fürften von Anhalt. Der
zu Briren. Wolfgang, Adminiſtrator zuPaf | weltlichen Fürften Botfcyaften. Bon wegen
fan. Pancratz, Biſchof zu Regenfpurg. Ehri- | Heinrichs, Herzogen zu Sachſen, Hanne Hein
vic) der Aeltere, Graf zu Schwarzenburg, und
Herr zu Lichtenberg. Hanns von Schleunig
zu Secdyaufen, Simon Piftoris, Doctor, und
Andreas Pflug. Hannfen, Pfalzgrafen beym
Rhein, Herzogen in Bäyern,
heim, Chriſtoph Landſchad von Stinach.
Ruprechts, Pfalzgrafen beym Rhein, Grafen
zu Veldenz, Chriſtoph Landſchad von Stey⸗
nach, und Ludwig von Eſchenau. Hannſen,
Marg⸗
Seggau ꝛc. Wolfgang von Cloſen zu Heyden
burg, Domherr ⁊c. Chriſtoph, erwaͤhlten und
Grafen zu Span⸗
herr zu Walpurg ꝛc. Domdechant zu Trient.
997
grafen zu Brandenburg, Conrad Metſch, ten D. Des Gotteshaus Notenmünfter , Con..
D. Ernften, Herzogen zu Braunſchweig und rad Spretter, der Stadt Rotweyl Gefandter.
- tüneburg 2c. Niclaus Holftein, der Rechten Bon wegen der Aebtiſſen. Der Aebtißin unfrer
D. Wilhelms, Herzog zu Sgülih rc. Joh. von |lieben Frauen Stift zu Lindau, Wolfgang, Abe
- Slatten, Probft ıc. Joh. von Dodum, genannt) zu Kempten, und Otto Truchfes von Wals
stieß, Conrad Heresbach, Joh. Baltenmeyer ,|purg, Domdechant zu Trient ꝛc. Grafen und
Sibertus Mushagen, Joh. Waltheimer ,Al-| Herrn perfönlid. Philipp Graf zu Hanau,
brecht König, der H. Schrift und der Rechten | Herr zu ichtenberg. Friderich, Graf zu Fürs
D und Lic. Don wegen Bernims, Herzogen |ftenberg. Wilhelm, Hanns und Sacob, Ge
zu Pommern ꝛc. Philipps, Herzog zu Pommern. |brüder, Grafen zu Eberſtein. Georg, Graf
Uleichen, Herzogen zu Wiürtemberg, Claus |zu Erbach, Martin, Graf zu Dettingen. Der
von Granveneck und Philipps fang, O. Ern-| Grafen Borfchaften. Bon wegen der Wed-
ften, Marggrafen zu Baden, Johann Aftmann, |derauffchen Grafen. Nemlich Philippen; Gra⸗
der heiligen Schrift Licentiat, Probit ꝛc. und |fen zu Naſſau, Kagenelenbogen, Bianden und
Johann Marquard, der Rechten D. Wilhel. Diez ıc. Philippen, Grafen zu Naffau, Herr zu
men, Grafen und Herrn zu Henneberg, Carol Wißbaden und Itzſtein. Philippund Bernhard,
von Redwitz. Prälaten perſoͤnlich. Wolf Grafen zu Solms und Herrn zu Müngzenberg.
gang, Abt zu Kempten. Germwig, Abt zu Wein⸗ Ehunen, Grafen zu teiningen, Semperfreg,
‚garten, Erasmus, Abt zu Sanct Henmeran zu H. zu Befterburg u.Schomburg. Wolfgangen,
Regenſpurg. Der Abt des Gotteshaus Ed): Ludwigs, Albrechts, Georg und Chriſtophs, Ge—
ternach. Prälasen Botſchaften. Bon wegen |brüder, alle Grafen und Herren zuStollberg und
des Abts zu Hirfchfeiden, Gerwig, Abt zul Wernigerod. Antonien des Aeltern, von Eifen.
Weingarten. Der Baley Eoblenz, Werner | berg, Grafen zu Buͤdingen. Reinhards, Gras
Forftmeilter von Gelnhauſen, ECommentäur |fen zu Solms, und Here zu Münzenberg, als
zu Coͤlln. Des Landcommenthurs der Baley | Bormünder weyland Philippen , Örafen zu Ha-
Elfaß, Walther von Kronberg, Deutfchmei: |nau,- Here zu Münzenberg, verlaffene Kinder,
fer, Ruͤdigers, Probft zu Weiffenburg an Johann ‚Knebel, von. Kagenelenbogen, und
unter Elfaß, Leopold Di. Johannſen zu Sal: | Thaman von Colmar. Philippen, und Hanns
maunsweiler, Hieronymus zu Elchingen, An: !Seorgen, Gebrüder, Grafen und Herrn zu
dreas zu Ochſe hauſen, Paulus zu Irſee, Con. |Mlannsfeld, Hanns von Pretiß. Wilhelmen,
rad Rod, Ulrich zuder Mindernau, Johann Grafen zu Eberftein, und Wilfelmen Herrn
zu Schuffeneied, Johann zu Markthal, alle zu Limburgꝛc. als Bormünder Midyaelis Gra⸗
Aebte, Haben Befehl, Wolfgang Abt fen zu Wertheim, Nicolaus Haß. Chunen,
zu Rempten, Gerwig, Abe zu Weingar: Grafen und Herrn zu Teckelnburg und Rode,
ten, Johann, Abe zu Kreyßheim, Wolfgang Phillpp, Sandgraf zu Heflen. Johann, Gra«
Andreas Keme, D. zc. Bender Aebte Auers- |fen zu Seyn, Here zu Homburg, Mankler, _
berg und Rockenberg, Johann Beſſerer, und und Müngenberg , Otto vom Langenfeld,
Martin Weickmann, der Stadt Ulm Gefand- |Schöpffen zu Eoblenz. Johann, Grafen zu
ten. Ruͤdigers, Abts zu Sanct Cornelien Oſtfrießland, anſtatt der jungen Herrichaft,
Münfter, Johann Memecken von Iſerlohn. |feines verftorbenen Bruders, Graf Chunen,
Des Probſt zu Bechtesgaben, Paulus Stad- Johann Barth, Ehunen, Grafen zu Biern«
ler, Domherr zu Regenfpurg.ıc. Matthias Al-|berg, und Neuͤenar, Herr zu Schaffenburg ꝛtc.
ber, Salzburgifcyer Canzler , und Niclaus Otto von Lengenfeld. Heineihen, Herrn zu
Reibeiſen, beyde der Rechten D. Des Abts zu Gerau, Schlaiz und Sobenftein, Hans von
Werden in Weftphalen, Peter Billinfhaufen.| Wagdorf. Arnolden, Grafen zu Benthen und
Des Abts der Stifter Murbach und übern, |Stenforten, Here zu Wevelfoven, Joſt Nor
Johann Minfinger von Frundeck, der Rech: Tand, der Kan D., Münfterifcher Canzler,
rr 2 und
TI, Abſchut. Von dem Reichstag und Colloquro su Regenſpurg
r Nee
998 Eapııg. Donderdurch Convente u. Reichstäge geſuchten Aeligionsvergl
und Albrecht Muhm, der Rechten Licentiar, Wimpffen, Bernhard Köberer. Pfu
Wolfgangen, Grafen zu Barbi ꝛc. Blickhart Georg Renniger. Weil, Thomas Nennig
Zederinger. Heinrichen Reuſſen, Herrn zu und Martin Zweyvel. Wangen, Andre
Plauen, des Aeltern , Hanns von Pretiß. Bon |Schlegel, mit ‘Befehl der Städte Ravenſpu
der Frey und Reichsftädte wegen. Bon wegen und Leuͤtkirch. Giengen, Hanns Jaͤger. Of
der Stadt Colin. Peter Bellinkhauſen, Goß- fenburg, Johann Fabri, mit Befehl der Stad« ı
win von $ummerfchen, und Gottſchalk Frechen, 'te Zell und Hammiersbad). Der Stadt Neu |
Sicentiat, mit Gewalt der Stadt Dortmund. 'genjpurg , Ambroſi Aman, Schultfeiß. Mühe
Ach, Nicolaus Wildermann, und Johann haufen in Thüringen, Johann Hoͤdick, und ji
de Stummel, Straßburg, Jacob Sturm, |Sebaftian Roͤdermann, beyde Bürgermeiften,
und Bath von Dußnfendeim. Augfpurg ‚| Morthaufen, Michael Meyenburg, Stadte |
Wolfgang Nechlinger, Zimprecht Hofer, bey» ſchreiber. Schwaͤbiſchen Werd, Be
de Bürgemeifter, und Conrad Heim, Doctor.) Schweizer, Bürgermeifter, und Georg Tote
Nürnberg , Sebald Haller, Bürgermeifter. tenrieder, Stadtfchreiber, Weiſſenburg am
Um, Georg Beſſerer, Bürgermeifter, und |Nordgau, Michael Eder. Winsheim, Une
- Martin Weickmann, mit Befehl der Staͤdte dreas Rock. Thull, Johannes Boyelane, Jo⸗
Keutlingen, Bibrach, Kempten und Iſny. hannes Gmwerin, undHadrianus Valerius
Mes, Johann von Niderbruͤcken. Worms, Deß zu Urfund haben wir von GOttes
Meter von Steyn, und Hanns Juͤngler. Spey- |Gnaden, Abrecht, Cardinal und Erzbiſchof
er, Friederich Meürer, und Adam von Bern zu Mäynz ıc. und Joachim, Margsraf zu
ſtein. Sranffurch , Johann von Glauburg Bandenburg ꝛc. beyde Ehurfürften, obgemelöt,
und Hleronymus zum famb, D. mit “Befehl von unferer Mitchurfürften wegen. _ Wir
der Stadt Weslar. Bon wegen Hagenau, Ernft, confirmirter Erzbifcyof zu Salzburg,
Bartholomäus Botzheim, Bürgermeifter. und Wilhelm , Pfalzgraf beym Rhein, Here |
Colmar, Hieronymus Bohner, Stadtmeifter, zog in Ober⸗ und Niederbäyern, von unfer und
Die bende mit ‘Befehl der andern Städte, die der geiftlichen und weltlichen Fürften wegen.
- in die Landvogtey Hagenau gehörig, nemlich, Gerwig, Abt zu Weingarten, von ifm ſelbſt
Schlettſtadt, Weiffenburg, Landau, Obern Jund der Drälaten wegen, und Martin, Graf
Ehrenheim, Keyfersberg, Münfter in Sanet zu Dettingen, von der Grafen und Herrn wer
Gregorienthal, Roßheim, und Türfheim. gen. Auch wir Bürgermeifter und Rath der
Motenburg an der Tauber, Bonifacius We Stadt Regenfpurg, von unferund der Frey: und
nitzer, genannt Bohem. Schwaͤbiſchen Ge- Neichsftädte wegen , unfer Inſiegel an dieſen
mündet, Hans Reichwein. Schmweinfureh, Abfchied ehun bangen. Geben und gefchehen '
Micolaus Sprenger , und Paulus Uhender. in unfer und des heiligen Reichs Stadt Re-
Goßlar, Johann Hart, und Berthold Acer: |genfpurg, auf den 29; Tag des Monats Julii,
mann. Friedberg in der Wedderau, Ja nach Ehrifti Geburt 1541. unfers Känferefums
cob Zuckwolf. Rotweil, Conrad Zwick. Line im 21, und unferer Reiche im 26. Jahr. ß
dau, Hieronymus Poppus. Eßlingen, ucass — ——
Plattenhart, Buͤrgermeiſter, Georg Cron, 1404. —
und Johann Machtoiff ‚Licentiat. Noͤrdlingen, Der Raͤyſerlichen Majeſtaͤt Declaration
Wolf Graven, und Hanns Boͤrlin, mit Be: uͤber etliche Artikel des Regenſpurgiſchen
fehl der Stadt Aalen und ‘Bopffingen, | Heichsabfihieds, den Proteftirenden geger
Schwaͤbiſchen Hall, Chriſtoph und Matern ben. Begenſpurg den 29, Juli -
Wuͤrzelmann. Ueberlingen, Caſpar Klöder. Anno gar
Memnringen,. Chriſtoph Zwick. Heilbrunn, Edir Carl der Fuͤnfte von GOttes Gnaden,
Hanus Keller und Jacob Ehinger, D. und
—— ee
J Roͤmiſcher Kaͤyſer, zu allen Zeiten x.
Syndicus. Duͤnkelſpuͤhl, Michael Bauer-Irhun Fund mit dieſem ‘Brief gegen
niglich,
Ba & u | BEE
MM
$: nachdem der Augfpurgifcyen Confefr
deren Religion verwandte Stände,
"vortragen laſſen, mit unterehänigfter
dieſelben ferner zu declariven und zu
läufern, daß wir folchen Mißverftand derfel-
n angegebenen Artifel ferner erklaͤrt und nach ⸗
folgender Meynung verftanden haben wollen.
L. Als zum erften, der Artikel im Abfchied :
- bon den Artikeln, durch ihre Theologen vergli-
chen ıc. etwas dunkel gefeßt, hat er den Ver⸗
- fand; daß der Augfpurgifchen Confeßion ver-
wandte Stände, bis zu der endlichen Berglei-
hung der Neligionsfachen, in denen Artikeln,
folfen, folle das
ftand haben, daß fie binfüro Feinem Stand
ı dem Reichstag und Colloquio zu Regenfpurg, 10018
was Religion fie feyn, und (mie gebuͤhrlich)
ıd deren verſehen follen; doch daß in demfelben nicht
3 etlicher mißverftändiger Artikel unfers | ferner gefchritten werde, dann wie jetzund.
egebnen Abfchieds, gegen uns angege« |
V. Zum vierten, da der Abſchied meldet:
daß die der Augfpurgifchen Eonfeßion vers
wandt, niemand zu fich dringen oder bewegen
Wort: bewegen, den Ver⸗
der andern Keligion feine Unterthanen abpra«
ckiciren und in Schuß oder Schiem nehmen
ſollen. Und ſolle Hiedurch, ob ſich jemand fonft
zu ihrer Religion begeben wollte, Demfelbigen
diß unbenommen ſeyn. LT
VI. Alſo folle e8 auch des Cammergerichts
halben verftanden werden, daß die Benfiger
deren fich ihre Theologen vereiniget, mit famt | veffelben auf den jeßigen Abfchied und De—
ihrer Declaration, diefelbe Bergleichung und
Declaration nicht überfchreiten ſollen, und ift
ihnen in den übrigen unverglichenen Artifeln:
hierinn feine Maafle gegeben. =;
_ IL Zum andern, im Artikel, dader Abſchied
beſagt: daß die Klöfter und Kirchen unzerbre- |
che und unabgethan bleiben follen : folle derfel-
bige Artifel dahin verftanden werden, daß hin⸗
füro die Klöfter und Stifter unzerbrochen und
unabgetban bleiben follen : doc) unbegeben einer
‘jeden Obrigfeit, inter deren fie gelegen, diefelbi-
gen zu Ehriftlicher Reformation anzubalten.
IV. Zum dritten, da Meldung befchieht:
daß die Geiftlichen ihrer Gülten, Zins ıc. de:
ren fie jegund in Poffeßion ſeynd, hinfuͤro nicht
ſollen entfest werden ꝛc. Diefelben Worte fol-
Ion diefen Verſtand haben, daß fie nicht allein
auf der gemeinen Stande Geiftlihen und Stif-
te, deren fie jesund im Beſitz find, gezogen
werden, fondern auch auf der Augfpurgifchen
Confeßion verwandten Geiftlichen, Geſtifter,
RKloͤſter und Haͤuſer: daß auch dieſelbigen ih:
rer Renten, Zins, Gült und Einfommen, de-
ren fie noch in Poſſeß find, ungeacht welches
Theils Religion fie feynd, auch auggegangener
Mandaten, hinfuͤro unaufgehalten und unent ⸗
fege bleiben.
- Und folle derfelbe Artikel auch darauf ver-
fanden werden, daß in allweg die nothdürfti-
gen Minifterien und Schulen, die fie vormals
beſtellt Haben, nochmalen beftellen, ungeacht
—
—
claration ſollen vereydet werden, und der Aug⸗
ſpurgiſche Abſchied, fo viel die Religion be=
langer, nicht Statt haben. Desgleichen
die Derfonen, fo präfentiret werden, von des⸗
wegen, daß fie der Augſpurgiſchen Confeß
fon und Religion feyn, garnicht geweigert wer=
den, und fülleeinem jeden, ungeacht was Ne=
ligion er feye, gleichmäßig Recht gefprochen wer⸗
ven. Und folle Fein Beyſitzer, der fonft taug-
lich, der Augfpurgifchen Confeßion und derfel-
bigen Stände Religion halben daraus entfer
Bet werden. ee —9 EN
VII So folle auch den Ständen der Aug:
fpurgifchen Confeßion verwandt und den arte
dern Ständen frey feyn, auf nächftfünftige
Viſitation, diejenigen, fo fie in unfer Cam⸗
mergericht zu ſetzen haben, ob fie die nicht fer-
ner gebraucdyen wollen, zu erlauben, und an⸗
dere faugliche Perſonen ihrer Religion an de:
ren Statt zu verordnen, und wir wollen in Ver⸗
ordnung der Perfonen zu der Viſitation kei—
nen Linterfcheid der Religion haben,
VI. Es folle auc) in diefem unfeem Ab»
fehied die Goßlarifche Acht, unter dem Artikel,
von den Achten meldend, aud) verftanden wer⸗
den. Und follauch der Artikel, von dem Aug⸗
fpurgifchen Abſchied meldend, von andern Sa⸗
chen, aufferhalb der Religion verftanden wer⸗
den, vermög des Abjchieds. |
IX, Auf diefe Declaration haben die Staͤn⸗
de der Augfpurgifchen Confeßion verwandt, die⸗
RE 3 fen
N
r fi N » r £ |
Kaͤrndten, Krayn und Wirtemberg,c. Gra- 4. So viel dann betrift die Goßlarifche Acht,
)
gel. Gegebeninunferer und des Reichs Stadt te Kegenfpurgifche Friedſtand, und die darauf
nach Chriſti unfers HErrn Geburt im 1541. hebt noch etwas daran benommen feyn, ſon⸗
Rönige Serdinandi des J. Declaration, ge Bifitation und Reformation des Cammer«
'theiler, Daß Durch den Speyerifchen Reichs:
. nicht aufgehoben werden fol, auch was dem
888* Ferdinand von GOttes Gnaden, Ro: obgedachte Stande ihnen vorbehalten, das Cam
1002 Cap. i8. Don der durch Convente u Reichstaͤge geſuchten Religionsvergl. 1003 |
nunfern Nofehied, und anders nicht gewilliget jegtgedachter Käyferlicher Majeftät gna glich
9 met Alles in Kraft des Briefs,ohn bewilliget Haben, und thun das hiemit wiſſent
Gefährde. Mit Urfund diefes Briefs, beſie⸗ lich, in Kraft diß Briefes, Daß durch diefen al-
gelt mit unferm Kaͤyſerl. aufgedrucktem Sie: hier gemachten Reichsabfchied dev obvermeld- |
Kegenfpurg, am: 29. Tag des Monats Jul. gefolgte Kaͤyſerliche Declaration, nicht aufge
Kafır, unfers Känfertkums im 21, und unfers dern fo lang als der jegige alhie zu Spa
Keichs — — ® —— aufgerichtete Friedſtand waͤhret, in aller Maas,
$ | Carolus. wie die Kaͤyſerliche Majeftät foiche Declara:
— ⸗ (fon über den Regenſpurgiſchen Abfchied gege |
1405, ben, auch wäßren folle. Und folle Die kuͤnfti⸗
den Augfpurgifehen Confeßionsverwandten er⸗ |gerichts, vermöge des. Negenfpurgifchen Ab
fehieds und obbemeldter-Räyferlicher Declara:
tion, vorgenommen und verrichtet, auch durch
die Be ne den m
Are EM rien und Bifitatoren verfchaft werden, daß fol«
mehr ARANGIN, ES PETE ger, 19, Apeıl Ihes alfo ne und erfolge. And ven |
u ‚all, daß folchesnicht gefihehen wuͤrde, haben
abſchied der Regenfpurgifche Sriedftand und
die darauf erfolgte Aäyferliche Declarstion
mifcher König, zu allen Zeiten Mehrer mergeriche weder zu unterhalten helfen, noch
des Reichs, in Öermanien, zu Hungern, Bor vor demſelbigen Recht zu geben oder zu neh |
Dr — — en ‚men, fondern daffelbige nicht allein in Religion, |
Bulk, ’ 7309 zu ſondern auch allen andern Sachen zurecufiren.
Seiterrei), Herzog zu Burgund, Steyer ſ h Sachen zu recuſiren.
Then ; derwegen obbemeldfe Stände angefucht undge= |
fen zu Tyrol, ꝛc. Und wir Haugk Grafe zu Be , diefelbe aufzußeben und die Sachen wie-
Mondfort und Kotenfels, und Johann von derum in alten Stand zu ftellen: Haben wir |
Naues zu Meftansy, Doctor, Bicecanzler, \abermals im Namen der Käyferl. Majeftät
beyde Roͤmiſcher Käpferliher Majeſtaͤt Raͤ⸗ bewilligt, und bewilligen hiemit und wollen, daß
the und verordnete Commiſſarien: bekennen und die Sachen bey voriger Suſpenſion bleiben,
ehun Fund maͤnniglich mit dieſem offenen Briefe. dermaſſen, daß ſolche Sufpenjion bis zu Aug=
2. Als uns die Stande der Augfpurgifchen trag der Sachen prorogirt und erftreckt, und)
Confeßion unterthaͤniglich vorbracht, Daß fie den Effect der Abſolution alſo haben, daß die
in die Huͤlfe wider den Tuͤrken nicht bewilligen von Goßlar, die Zeit ſolcher waͤhrenden Su⸗
möchten, dann mit Vorbehaltung des juͤngſt ſpenſion, nicht allein an ihrem Leibe, Haabe
gemachten Regenſpurgiſchen Friedſtands, und |und Guͤtern, von maͤnniglich unbeſchaͤdigt und
der Declaration, ſo hochgedachte Roͤmiſche unbeſchwert bleiben, ſondern auch perfonam ı
Kaͤyſerliche Majeſtaͤt, unſer lieber Bruder und ſtandi in Iudicio haben, und ihnen alle ihre
RE —
—
—
Herr, über den Regenſpurgiſchen Keichsab- Nothdurft zu Recht, adtiue und paſſiue gegen
ſchied, bemeldten Ständen gegeben, und daß maͤnniglich, ordentlicher Weiſe zu fördern und I
derfelbe Regenſpurgiſche Friedſtand und De: zu vertreten, frey und unbenommen ſeyn ſollez
claration, ſo lang als der jetzige alhier zu Speyer doch auſſerhalb der Acht und Friedbruchſachen,
gemachte Friedſtand mit ſich bringe, waͤhren ſo Herzog Heinrich zu den von Goßlar, und
llte. hinwieder Die von Goßlar gegen Herzog Hein⸗
3. Daß wir demnach an ſtatt und im Namen |richen zu haben vermeynen. Welche a i
e — ad ds
1
4
N nn % %
004 II Abſchnitt. Von dem Reichstag und Colloquio zu Regenfpurg. 1005
. Mamen obvorbemelöten Roͤmiſcher Kaͤyſerl. Friſt, von heut dato an zu rechnen, gütliche Unter
- Majeftät, und aus derfelben Kaͤyſerl. Majeft. handlung, unverfänglich eines jeden Rechten,
Vollkommenheit, an ihre Kayſerl. Majeft. und vorzunehmen, undfo viel möglich zu vergleichen.
- ung beruft und advocire Haben, alfo, daß die-|So aber die gütliche Handlung innerhalb Jah⸗
felben Sachen vor ihrer Kapferlichen Majeft. |resfrift nicht vorgenommen, oder da die gleich
wo die im Reich, oder in der Seinen Abmwe- | vorgenommen, nicht zur Endfchaft gebracht würe
fen, vor ung, aufeiner, oder beyder Parteyen de, fo forte in denfelben Sachen an ihren ordentlis
Anfuchen, ſummarie de plano, guͤtlich oder) chen Gerichten, da fie anhängig gemacht, verfah⸗
rechtlich, zum allerförderlichften, und aufs|ren,und diefe gütlicheHandlung einem jeden Theil
längfte in Sahresfrift nach dato verhörf, aus⸗ an feinen echten und Gerechtigkeiten unfchädlich
getragen und erörterf werden follen: und mift-| und unnachtheilig feyn. Welches die Geſandten
lerzeit denen von Goßlar ihre Zehenden, Rent, von Goßlar hier anzunehmen Feinen ‘Befehl ges
ns, Gülten, Holz, Kohlen, Proviant, und habt, aber ſolches angenommen, an ihre Herren
alle andere Nothdurft unaufgehalten folgen :; nd Dbern mit Fleiß zu bringen, zuverfichtig, fie
auch ihr Huͤtt und Bergwerk, ſamt andern, werden uns folcher gnäbigen gütlichen Unter
fo ihnen feit der Kayſerl. Majeftar verſchaften handlung nicht weigern, und weß fie deß zu
Sufpenfion aufgehalten oder genommen, wie thun bedacht oder nicht, follen fie unfern Com⸗
folches aus Verhoͤr und Erfundigung, welche, miffarien, die wir von Insbruck aus (mie ges
wir durch zweene unferer Käthe, jetzo von Ins⸗ meldf,) zu Herzog Heinrichen fhicfen werden,
bruc aus, alsbald vorzunehmen abfertigen verftändigen, oder uns in fechs Wochen zu = oder-
wollen, befunden, wiederum zugeftellt, und fie abfchreiben, ohne Gefährde. | **
des Ihren, unverhindert der Acht, gebrauchen 6. Mit Urkund diß Briefes, beſiegelt mit un⸗
und auch ſonſt gaͤnzlich unbedraͤngt und unbe⸗ ſers Koͤnigs Ferdinanden anhangenden Inſie—
ſchwert bleiben ſollen. Wie wir denn deshal⸗ gel, und unſern der Kayſerlichen Commiſſarien,
ben unſere ſonderliche offene Mandata denen dieweil wir unſere Inſiegel nicht bey Handen
von Goßlar geben und mittheilen wollen. gehabt ‚, angehängten Petſchaften, verfertigt.
Und dieweil ſich ſonſt auch etliche Sachen, Geben in unſerer und des Reichs Stadt Speyer,
auſſerhalb obgemeldter Acht und Friedbruchſa⸗ den zehenten Tag des Monats Aprilis, nad)
che, zwiſchen obgemeldten Parteyen, Herzog Chriſti unfers lieben HErrn Geburt tauſend
Heinrichen zu Braunſchweig und der Stadt fuͤnfhundert im zwey und vierzigſten, unſerer
Goßlar, erhalten und gerichtlich anhaͤngig Reiche, des Roͤm. im zwölften, und der an:
gemacht, feyn follen : fo haben wir uns gna- dern im fechzehenten Jahr. N
diglich erboten, in deſſelbigen durch ung ſeibſt, Zaugk/ Graf zu Montfork,
oder unfere Commiffarien , innerhalb Sapres| Johann de Naues, Sst.
— Des achtzehnten Capitels vierter Abſchnitt.
Bon dem zu Speyer Anno 1542. gehaltenen Neichdtag, und von den
Darauf angeftellten Berathſchlagungen, wegen einer bequemen Malftadt zu einer
algemeinen Berfammlung, wie auch von dem auögefchriebenen Eoncilio nad)
REN Trident, |
; „1406. Böheim, Dalmatien, Croatien, und Sclavor
Abfchied des Keichstags Anno 1542. zu — "König ; Snfant in Hifpanien, Erz⸗
Speyer aufgerichtet. Gegeben und gefchehen berzog zu Defterreich, Herzog zu Burgund, zu
a Speyer —— Apr. Anno 1542. Braband, zu Steyer, zu Kaͤrndten, zu Kayn,
— Ferdinandus, von GOttes Gnaden, zu Luͤtelburg und Wuͤrtemberg, Fuͤrſt zu
Roͤm. König, zu allen Zeiten Mehrer | Schwaben, Marggraf des heiligen Roͤmiſchen
des Reichs, in Germanien, zu Hungern, Reichs zu Burgau, Mähren, Ober » und N
| er⸗
10-6 Aeligionsvergl. 1097
Graf zu Sabfpurg, zu Tprol, zu daß fich diefetbige bewilligt, ihre anfehnlice
\ scof, Borfehaft auf nächftfünftigen Reichstag yufcht
i derlaußnitz,
Pfierd, zu Kyburg |
in Elfaß, Herr auf der Wendiſchen Mark, zu
Portenau, und zu ıen undt
"Fund allermänniglich, nachdem die Roͤmiſche
Kayſerl. Majeft. unfer lieber Bruder und Herr,
aus ganz väterlicher und gradiger Lieb und
Feigung, fo ihre Kayferl. Miajeft. zu dem Bei-
ligen Roͤmiſchen Reich, bevorab Deutſcher Na:
tion, ihrem Vaterland, tragen, verfchienenen
Jahrs ihre Hiſpaniſche Königreiche und Sande,
nicht mit Eleiner ihrer Majeſtaͤt Ungelegenheit,
verlaffen und ſich in Das Heilige Reich Deut:
feher Nation begeben, vornehmſich darum, daß
der Ziviefpalt und Mißverftand, von wegen der
Religion im Reich eingefallen, zu Chriſtlicher
inigkeit und Bergleichung gebracht, und dane-⸗
en dem Erbfeind gemeiner Chriſtenheit, zu
Erhaltung und Bewahrung des Chriſtlichen
Volks und bevorab Deurfcher Nation, ftattli-
cher Widerftand, auch in andern nothwendigen
Artikeln, die dem Reich obgelegen, Einfehung
und zu Görzic. Sandgraf
den, alda allen Ständen jetztberuͤhrter Arti—
Salins ıc. befennen und thun kel halben ihren Willen und Gemürh zu ente
deckett | 41
1. Und als nun ihre Kayferliche Majeſtaͤt
solllens geweſen, ſich bey ihren Hiſpaniſchen
kanden, zu Widerſtand des Erbfeinds der Chri⸗
jtenheit, des Türken, zu bewerben und auf
Waſſer und auf fand gefaßt und bereit zu. mas
chen, auf daß der Keichsftände Hülf, fo dazu
mal auf drey Jahe lang wider gedachten Erb:
feind, den. Türken, bewilligt worden, um fo viel
Nutz und Gutem, und dem bemeldten Erb—
gier vorgenommen, vornehmlichen darum, daß:
‚ihre Kayſerl. Majeſtaͤt ißre Hifpanifche und anz!
dere Koͤnigreiche und. Lande durch Eroberung:
Algier in Sicherheit und Fried zu bringen ver='
beſchehen möchte : Wie dann ihre Kanferliche
Majeft. in aller ihrer Vermoͤglichkeit nichts er⸗
winden laſſen und noch nichts erwinden laßt,
befonders nach unferer derhalben gepflogenen
. Handlung zu Hagenau und zu Worms, letztlich
|
|
|
eiligen Reich Fried, inigl
at und erhalten, Die Ungleichheit und
Mißvertrauen unter den Staͤnden abgeſtellt
werde, Diewell aber die Sachen auf beſtimm⸗
tem Reichstag nicht verglichen werden mögen,
iſt demnach) ihre Kayſerliche Majeft. Dringent-
fich verurfacht worden, fie) aus Deutſcher Pa:
tion in Italien zu begeben, und zu Bollziehung
ihrer Majeftät auf angeregtem Reichstag ges
ehanen Erbietens , auch Gnugthuung gemeiner
Keichsitänden Anſuchen und Bitte, hat ihre
Majeſtaͤt bey der Paͤbſtlichen Heiligkeit, eig-
ner Perſon, wozu gegen Haltung eines Gene-
val- und Nationalconcilii und Reformation in
Deutfcher Nation, auch der Türken Huͤlf bal-
ben, alles Fleiß und Eenft gehandelt, und bie
Sachen
Ruhe und Einigkeit ge⸗H
hoff, damit alsdenn ihre Kayferlihe Majeſtaͤt
dem Türfen zu Widerftand von ihren Könige:
reichen und Landen defto
gen moͤchte.
2. So aber i
ifpanifche
|
möge ; wie denn ihre Majeftät in täglicher He
bung und Handlung ift, und an allen dem, dag
ihre Majeftät nad) Endigung des Negenfputs ı
gifchen Reichstags diefer Sachen zu Fru
en zu F P
und Gutem handeln und fördern mögen, ni
erwinden Kat laffen, inmaffen denn folches ihre
Kayſerl. Majeſtaͤt noch thut, und hinfuͤro mit
allen Gnaden zu thun, nicht weniger geneigtiſt.
Und wiewol ihre Kayferliche Majeftät auf ob⸗
gebachtem Degenfpurgifchen Reichsabſchied
zu der gemeinen Neichsverfammlung, fo auf
eg
Ben
und andern ihrer Majeftät Koönigreichen und
mehr ſtattlicher erfchieffen möchte: fo hat ihre
Kanferlihe Majeſtaͤt gemeiner Chriftenheit zu
feind derfelben zu Nachtheil, den Zug vor A
ſtattlicher Huͤlf erlan |
r hre Kayſerl. Majeſtaͤt ſolchen
auch in eigner Perſon, auf dem juͤngſtgehalte⸗ Zug, aus zugeſtandenem Ungewitter, ihrem, |
nen Reichstag zu Regenſpurg, allen möglichen | Vorhaben nach, nicht in Wirkung bringen |
Fleiß und Ernſt vorgewandt Bat, damit im mögen, Bat fie fich folgends in ihrer Majeftät
önigreiche gethan, Damit fie fill,
als obſteht, mit ihrer Half zu angeregtem Chriſt⸗
fichen Werf, zum Widerftand des: Türken,
auf Waſſer und Sand bereit und gefaßt machen.
i
gnaͤdiglich bedacht geweſen, ihre Commiſſarien
I
|
1:
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— „ HER. 2
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bey ihrer Heiligkeit fo weit verfolge, |denfelben, Regenſpurgiſchen Keichstag, — —
Pine | nehme
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N I
1008 _ _AV.Abfeh. a) Domdem su Speyer gehaltenen Reichstag, OR,
nehmiich von wegen Nichtigmachung der. bes |. 3. So hat dem allen nach die Känferliche
ie A Majeft. für eine hohe groſſe Nothdurft Arc
rlichen Tuͤrkenhuͤlf und anderer mehr Pun⸗ r
ten halben, auf den vierzehenten Tag Janua⸗ einen gemeinen Reichstag ausſchreiben zu — *
fen; wie dann wir, aus ihrer Kaͤyſerl. Majeſt.
9 Nnachſt verſchienen, alhier vorgenommen
worden, zu verordnen und zufchicken. Jedoch, Befehl, ſolchen gemeinen Reichstag, auf den
obbeftimmten vierzeßenten yanuarit, alhier in
| er fi) nach demſelben Regenfpurgi-
unfer und des Beil. Reichs Stadt Speyer aus:
fehen Reichstag, leider zugetragen, Daß ge
meiner Cheiftengeit Exbfeind, der Türk, eigner |gefchrieben, des Gemuͤths, Willens und Meys -
nung, mit famt den Wohlgebornen, Ehrfa«
Perſon mit Macht in unfer Königreich, Hun⸗ |
ja men und Gelehrten, unfern und bes heiligen
gern eingedrungen, den Königlicyen Stußl, men unt
Schloß und Stadt Dfen eingenommen, den- Reichs lieben Getreuen, Hugen, Grafen zu Mont⸗
fort und Rotenfels, und Johann von Naues zu-
felbigen mit ſamt Paͤß nothduͤrftiglich beſetzt
ſelbig Meſſantz, Kaͤyſerl. Majeſt. Raͤthen und Vice—⸗
und alles Geſchuͤtz und Munition, fo er mit
| ihm vafelbft Kingebracht, und von unferm canzler, als ihrer Kaͤyſerl. Majeft. hierzu ons
Kriegsvolk erobert, famt dem, fo vor in Dfen derlich veroröneten Commiffarien, anftatt und
geweſen, (welches alles eine treffliche Anzahl ift,) im Namen ihrer KRäyferl. Majeft. und für uns
Dafelbft In alle Bereitſchaft gelaflen. Aus ſelbſt, neben und mit Ehurfürften, Sören
welchem und allem anderen der Zürfen nach: jund Ständen des heiligen Reichs, alles das
= Erzeigen und Halten, geroißlich Feines zu handeln, zu rathfchlagen und zu fchlieflen,
!
ndern zu verfehen, denn daß er auf biefen vor- ‚das in diefer hochbefchwerlichen Laft, fo ganzer
ehenden Sommer nicht allein. den uͤberbleie Deu ſcher Nation und gemeiner Chriſtenheit,
benden Theil unſerer Kron Hungern in ſeine des Tuͤrken gewaltigen Eindringens halben, obs
Gewalt zu bringen, fondern aud) alle anftof- gelegen, zu adftellung und Verhütung ſolcher
ſende Sande Deutfher Nation zu — Laſt und unwlederbringlichen Verderbens im⸗
und in ſeine viehiſche und tyranniſche Dienſt ar⸗ mer erſchießlich ſeyn mag: auch wie und wel⸗
keit zu bezwingen, unterſtehen werde; wie denn chergeſtalt demſelbigen Feind, uͤber die hiebevor
nun, nach Eroberung Ofen, auch der andern bewilligte beharrliche Hülfe, mit mehrerm und
Paͤß, als der Moldau, und derjelben anftof- |gewaltigerm Zuzug austräglid) entgegen ganz
fenden and, die der Türk inne hat, ihme, dem gen, und in andern mehr Puncten und Äcti⸗
Türken, falt alle Paͤß, Thuͤr und Thor gegen keln, vermöge des Kegenfpurgifcyen Reichsab⸗
Deutfcher Nation frey offen ftehen, und einen ſchieds, gehandelt werden möge, wie dann das
guten Theil der Gegenwehr, deren fich die Deut: |von in gemeldfem unfeem Ausfchreiben dieſes
| che Nation gegen ihm gebrauchen mögen, un: Reichstags quch Meldung geſchiehet.
' ter fich gebracht, und. daß er nunmehr in das| 4. Und dieweil aber der Känferl. Majeftät
heilige Römifche Neid) ein platt eben Land hat. ſolchen Reichstag eigner Perſon zu beſuchen,
DHierum und damit nun der vorftehende Unrath von wegen Kürze der Zeit und Gejtalt der Sa⸗
und Derderben gemeiner Chriftenheit, und chen, die groffe Ei erfordert, nicht moͤglich ge⸗
fonderlich Deutſcher Nation, vorkommen und weſen, haben wir uns, unangefehen daß mir
verhuͤtet, der Tuͤrk nicht allein von diefen Chriſt· gnugſame Urſache gehabt, unfern Königreicyen .
lidyen Landen abgetrieben , befonders mit Gna⸗ und Landen, fo mir täglicher £refflicher Airfeh«
den und Huͤlf des Allmächtigen erleget werden \tung beladen ,- felbit bepinmohnen, gemeiner
möge, dadurch nicht allein die nächftanftoflende, |Chriftenheit und bevorab ganzer Deutfcher Nas
fondern auch alle weit gelegene Chriftliche Lanz Ition zu Wohlfahrt und Gutem, auf bemeld»
de, und bevorab gemeine Stände des heiligen ter Kaͤyſerl. Maj. freundlich Begehren und Bes
Keichs, und derfelben Unterthanen, in lang: fehl, an uns gefcheßen, zu folhem Reichstag,
‚- wierigen Sieden, Ruhe und, Sicherheit gefeßt ſo viel uns immer möglid) gewefen, befördert,
werden. und denſelben perſoͤnlich beſucht
Kurtheri Schriften 17. Theil. Sss 5 . Auf
— *
4
Z
1010 Cap. ıg. Don der durch Conventeu. Reichstäge gefuchten Religionsvergl, 1our.
5, Aufweldyem Reichstag Cpurfürften, Für- ohne alle andere zugehörige Munition, "big j
ſten und andere Stände in ziemlicher Anzahl, N. taufendSchanzknechte bedürfen würde, Ders ı
eigner Derfon, und etliche Durch ihre Borfchaf: | gleichen die Orte, Flecken, fo wir vor jüngfter ı
ten,
obgem
lich anfommen und erfehienen find.
6. Demnad) haben wir famt den bemeldfen
Commiſſarien, mit und neben denfelben Chur:
-fürften, Fürften und gemeinen Ständen, den
- Artikel der beharrlichen Türfenhülfe, in obge:
dachtem unſerm Ausfchreiben verleibt, als den
fürnehmften und nothwendigſten, zum erften vor
die Hand genommen.—
7. Wir haben auch gemeinenStänden freund.
lich und gnädiglich anzeigen und eröfnen laſſen,
was mir auf die Handlung und Bewilligung
‚der beharrlichen Türkenhülfe halben, aufjüng-
ſtem Reichstag zu Negenfpurg befchehen, feit-
hero mit unfern Königreichen und Landen ge-
handelt, und uns mit ihnen entfchloffen haben.
Und nemlich, daß wir auf den Beſchluß des
juͤngſten Regenfpurgifchen Reichsabfchieds, in
unfer Kron Boͤheim famt derfelben incorporirten, | fi
m Gewalt, bey uns und| Niederlage gehabt und ſeithero überfommen has ı
ten Känferl: Commiffarien, gehorfam- | ben, unterhalten werden, und Darneben aud) |
gebührende Worfehung, mitnorhdürftiger Pros
viant über das es befchehen möge. Zus ı
dem haben wir in unferer Kron Hungarn ein |
Ragkhus oder Landtag ausfchreiben, und mit |
den Ständen derfelben- unferer Rron Bandeln ı
laſſen, daß fie auch unter. ihnen felbft fich güt-
lich vergleichen, und wider den gemeinen Fand,
den Türfen, eine anſehnliche Hülfe thun |
wollten, in Betrachtung, daß ihnen die aſt
und Verderben am nächften obgelegen:c. Data ı
auf fie fich anfangs ihrer Irrungen und etliche |
Sabre her gewährten Uneinigfeiten güclich vers ı
einige und Ordnung vorgenommen und gemacht, ,
wie ven Entſetzten und Bergemwaltigten ihre ent⸗
wendete Guter wieder zugeftellet werden follen, ,
und demnach ung zu unferehänigem Gehorfam, |
und zu Erhaltung unfers Rönigreihs Hungarn,
ich entfchloffen und bewilligt, daß ein jedes
auch den Defterreichifchen Janden, erjtlich eli-| Haus gleich angehends einen Gülden zur An⸗
che Particularlandtäge, und folgends eine ge-|lag geben, und Darüber aud) ein jeder den ſech⸗
meine Zufammenfunft von gemeldter Kron] zigften Theil feines Bermögens zu diefer Ehrift:
Boͤheim und der andern Janden verordneten] lichen Erpedition.entrichten fol. Und wo wir
Ausfchuffen halten laffen, und daß fid) dafelbft| in eigner Perfon in dieſem Epriftlichen Zug mit -
die Stände bemeldter unferer Kron Boͤheim feyn werden, alsdann wollen alle Prälaten und
famt derfelben incorporirten fanden, aud) un-| Herrn, und andere gefeffene Leute, in eigner
fere Defterreichifche Lande, auf unfere gnaͤdige Derfon mitziehen, und über die obbeftimmte |
und fleißige Handlung und Anhalren, ſich mit Anlage eines Güldens, und fechzigften Theil |
einander vereinigt und verglichen, daß fiein an-| des Vermögens, auch ferner ihrer jeder, von |
gezeigte bewilligte, behareliche Hülfe, nem-| wegen feiner Unterchanen, ftattlich helfen, und
lich die Prälaten, Herren, Ritterſchaften, Adel! je auf zwanzig Bauren einen Reuter zu unters
‚und Städten, je von hundert Gülden ihres) halten anfchlagen und mitbringen. Derglei-
Vermoͤgens einen, und die Unterthanen auf] chen follen die Geiftlichen ihrer jährlichen Ken
dem Sande wohnend, von fechzjig Gulden einen| ten den zebenten Theil zur Anlag geben, wie '
Gülden reichen wollen, Von welcher Bewil«| dann ſolches alles bemeldter unferer Kron Hun⸗
ligung, wie wir uns ganzungezweifele verfehen, garn Stände Decret und Abſchied unterfehlede
N. taufend geringe Dferde, darunter N. fau= liches und mehrere Innhalts mitbringet und
fend Sttaliänifche Pferde feyn follens Derglei- ausmeifet. Und fo dannderfelben Hülfe zu une
chen Die Armada und Schiffung, darauf man) ferer Kron Böheim und derfelben Incorporir⸗
N. taufend Perfonen bedürfen, die monatlich ten und Defterreichifchen bewilligten Huͤlfe ges
unter M.taufend Sölden nicht erhalten werden) rechnet, würde ſich disfelbige gegen gemeiner |
mögen: auch N. hundert Stüf Büchfen, dar⸗ Stände auf jüngftem Negenfpurgifchen Reiches
unter N. Mauerbrecher fenn-follen, dazu man fag begehrten Huͤlfe woljvergleichen, und dar |
‘ } a IRRE NER a ]
vo IV, Abfchn. a) Don dem zu Speyer gehaltenen Reichstag,
1013
baano feyn. Und diewell auch unfe- die Reicheftände bamic begnügt und erfärtiget
Kon Böfelm ‚ famt derfelben incorporicten ſeyn. ſt begnuͤgt und erſaͤttiget
und Defterreichifchen Landen, aus dem, daßder | 9. So ſeyn auch bemeldte unſere etreue Un⸗
€ -
nition, be
| ic) ten mag,
ens ſtuͤ
ben die verordnete Ausſchůß von unſerer Kron
Böheim und derfelben incorporirten und De»
fterreichifchen Sanden,
ben Nothdurft vorgenommen
obbeftimmter ihrer Bewilligung
geringer Pferde,
nen, damit durch dieſelben,
Sfen und Peſt, neben dem Vorrath des terthanen (unangeſehen, daß wir bey Zeiten weh⸗
—————— und dazu gehoͤriger Mu⸗ land König Ludwigs in Büngien " und ach
befeßt, und daffelbige Kriegsvolk täge feinem Tod bis anhero für und für mit un.
| ja, des Ueberzugs und Werder |nachläßlicher Kriegsuͤbung in Hungarn, Eras
ae gegenwärtig ſeyn müffen: foha- baten und Wendiſchen sanden beladen gemefen,
e
dadurch dann wir und fie an unſern Einkom⸗
men und Bermögen niche wenig erfchöpfe wor⸗
aus Erforderung der ho⸗ |den, auch unverhinderf, daß fie fic) jeßo in ei
‚ jegoin Eil, von foldye Bewilligung einzelnen , en 5
ing, N. taufend | ihren Vorfahren nichterhört worden, ) über dag
famt N. tauſend Martolof- alles noch weiter Diefes gehorfamen Willens
n aufzubringen und an die Grenzen zu verord. und Erbietens, daß fie im Fall der mehrern
bis auffernere Hül- Noth an allem ihrem Vermögen nichts erſpa⸗
fe und Zuzug, Die tägliche Strafe, aud) Ber. ren, fondern ihr Leib, Blut und Gut, wie
derbung und Berheerung der Proviantfäften in ſie aud) bishero gethan, darſtrecken wollen, auf
Piederöfterreicy und Mähren, als viel mög. daß neben andern Ehriftlichen Hülfen das vor⸗
lich verhütet werden,
welche fonft, vor und habende Chriſtliche Werk, gemeiner Chriften«
. ehe man vom Reich und andern Orten Huͤlfe heit und ganzer Deutfcher Nation zu erſchieß⸗
erwartet, verderbet,
Kriegsvolk die Proviant abgeftricft würde, das
durch folgende die Hülfen vom Neid) und an
dern Orten , fo Die gleichwol anſehnlich in den
Anzuggebracht, aus Mangel der Proviant nicht
unterhalten, oder zu Frucht gebracht werden
möchten. Derhalben dann bemeldfen unfern
Königreichen und Erblanden, dieweil fie ihre
Pferde jego von Stund an in Bereitſchaft erd-
nen und an die Grenzen ſchlcken müffen, um
fo viel mehr Ausgabe und Beſchwerung auf-
gel wuͤhe.
unſern und des Reichs licher Nutzbarkeit, vollbracht werden möge.
10, Daneben haben gemeldter unferer Kro
Boͤheim, und derfelben nn a
der Defterreichifchen Landen verordnete Bot⸗
ſchaften, ihrer habenden Inſtruction nach, bey
ae Ständen, in ihrer ABerbung und An⸗
ringung des Türken fyrannifchen. Handlung
und Vorhaben, und was fie zu Widerftand
diefes mächtigen Seindes, wo fie mit einem
brüderlichen Zufag nicht verlaffen werden, ges
dulden und thun wollen, und über fich allbereit
genommen, mit ganz fleißigem Gehorfam und
freundlichem Bitten, gemeine Stände wollen
8. Aus folhem allen gemeine KReichsftände ihre gethane Bewilligungund Erbieten anneh:
wohl abnehmen und bedenfen mögen, daß wir men, und demnach zu der hiebevor bewilligten
mie unferer Kron Böheim, und berfelben in⸗ dreyjaͤhrigen Hülf, nach Gelegenheit des Fein-
eorporirten und anderer fanden Unterthanen, des Vorhaben und Erheiſchung der Nothdurft,
eine groffe Bürde über uns nehmen, alfo, daß eine mehrere Hülfe und auf längere Jahre
weir famt gemeldten unfernlintertfanen uns ganz thun.
unzroeifentlich verfehen, gemeine Neichsitän-
11. Und wiewol nun Churfürften, Fürften
de werden Daraus unfer und unferer Untertha⸗ und gemeinen Ständen, etwas beſchwerlich ift,
nen Chriſtlich und ehrlich Gemuͤth fpüren, und die beharrliche Tuͤrkenhuͤlfe, in die auf nu
gaͤnzlich dafuͤr erkennen, achten und halten, haltenem Reichstag zu Augſpurg und folgends
daß wir nad) Gelegenhelt unſers langwierigen |zu Regenſpurg bewilligt worden, zu leiſten, in
Verderbens und vielfältiger groſſer Ausgaben, Betrachtung und Erwegung der vielfältigen
uns zum hoͤchſten angegriffen Haben ; und alſo — und Beſchwerden, damit gemeine
J 88 2 |
Stäne
7 ar » 7 — A
N
1014 Cap. ıg. Donder durch Conventen, Reichstägegefüchten Religionsvergl, zorg
Stände und. ihre Untertanen etliche "Jahr aus der erbaͤrmlichen Gefängniß des Tyrannen
hero, von wegen der langwierigen Theure und erloͤſet, und dann merklicher Unfoften, fo f fe
or geleifterer. Türfenkülf, auch anderer mehr auf die beharrliche Huͤlf noch etliche Jahr ge
eichsbefchwerden halben, beladen werden: Je⸗ wendet werden müßte, erfpart werde. —
doch und dieweil des Türken gewaltiges Ein-| 12. Deromwegen und in Betrachtung folcher
dringen in unfer Königreich Hungen öffentlid) unvermeidlicher Nothdurft haben ſie ſich auch
vor Augen, und dahin gerichtet iſt, Daß Die weiter entſchloſſen und vereiniget, folche-Hülfe
Deutfche Nation fi) des Türfen entweder mit wider den Türken alfo anzuſchicken, daß nicht
Huͤlf göftlicher Gnaden erwehren und: ihn aus |allein Die ‚beharrliche Türkenhülf, welche fie
Hungern vertreiben, oder fich in unmiederbring- ihrer vorigen Bewilligung nach die erſte zwey
dichen Abfall ihres. Chriftlichen Glaubens und Jahre leiften follten, jego zufammen geruͤckt,
Namens, darzu Verderben ihres Vaterlands, und gleich angehends in dieſem erſten Jahr an
Schmaͤhung ihrer Weiber und Kinder, und in Kriegsleuten geleiſtet, und das nachgehende Jahr
tyranniſche viehiſche Dienſtbarkeiten führen faf- die einfache Huͤlfe, ſo ſie ihrer erſten Bewille
Een muͤſſen, in Bedenkung, daß der Tuͤrk alle gung nad) allererſt im dritten Jahr thun Hat
ſeine Macht nicht allein dahin wenden wuͤrde, ten ſollen, im Fall der Nothdurft auch geſchickt
wie er Ofen und andere eroberte Paͤſſe rette und und geleiſtet werden ſoll; beſonders daß auch
behalte, beſonders auch, wie er den übrigen daruͤber der erſten zweyen Jahr alſo zufanımen
uneroberten Theil unferer Kron Hungern in geſchlagene Hulfe dermaflen erhoͤhet und ge«
feine Gewalt bringe, und alsdenn daraus Die ſteigert werden folle, daß ſie zum allergering=
anftoffende Sande Deutſcher Nation: überziehe |ften N. taufend zu Roß, unſerer Deutſcher
und verderbe, Dieweilaber beftändiglich weht ſchwerer Ruͤſtung, und N. taufend zu Fuß, que
zu verhoffen, wo die Ehriftliche Stände ſich tes Kriegsvolfs, in ſich halten und begreifen
zu GOtt mit wahrem rechten Glauben und |fol, darunter der Viertheil Büchfenfchügen mit
Liebe wenden, und von Sünden, dadurch fei- halben Hafen, Zielbüchfen, oder fangen guten
ne göttliche Majeftät zu Zorn und Straf be: | Röhren, und des Schieffens wohl Eundig und
° wege, abmeichen , der allmächtige GOtt werde geſchickt ſeyn, auch indem Zug für und für,
feiner groffen unausſprechlichen Barmberzig: |ehe man die Seinde erreicht, mie ſchieſſen ge⸗
keit nicht vergeffen, und fein Chriſtlich Volk in | übt werden follen. RR .
die Hände der Linglänbigen nicht fallen laſſen, 13, Und damit an diefer Anzahl deſtoweniger
ob ſchon der Ungläubigen Macht noch vielgrau- — ſo ſoll das Kriegsvolk zu Roß und zu
ſamer und erſchrecklicher waͤre: So haben dem Fuß nach den Perſonen, und nicht nach d
allen nad, Churfuͤrſten, Fuͤrſten und gemeine Soldaten gerechnet und aufgenommen werden
Stände, der Kaͤyſerlichen Majeftät und. ung auch unter einem jeden Faͤhnlein Knechte fine |
zu unterthänigem Gefallen und zu Kettung des hundert Derfonen, und. nicht weniger feyn. 4
Chriſtlichen Bluts, gemeines Vaterlands, und| 14. Wenn nun aber an foͤrderlicher Aufneh⸗
erſprießlichen Widerſtand gemeiner Ehriften- mung und Ankommen des Kriegsvolks gar na—
heit Erbfeinds, des Türken, bewilligt, ſich alfo he alle und gewiſſe Wohlfahrt dieſer Ehriſtli⸗
ſtattlich hoch anzugreifen, und die beharrliche chen Expedition ſtehet, und aber das Kriege |
Tuͤrkenhuͤlf alfo vorzunehmen, dadurch, zu GOtt volk nicht. beffer, forderlicher, nech auch mit
verhoffentlich, dem Türken mit einer Schlacht |geringern Koſten im den Xuf- und. Abzug ger
obzuſtegen, oder in einen Abzug, oder Flucht bracht werden mag, dann daß ein jeder Stand
zu dringen, durch welchen Weg dem Chrifili-\ fein auferlegtes Kriegsvolk, nach dem Worm-
chen Bor gehalfen, die Stadt Dfen und Koͤ— ſiſchen Anfchlage zudem Romzug beioillige und )
nigreich Hungern erobert, Die anftoffende Tür-|der eilenden Türfenhülfe im zwey und dreyige
Fifche Sande, fo zum mehreren Theil noch Chri-| ften Jahr geleifter, felbft beftelle, und daffelbi»
Hen feyn, zu Abfall vom Türken verurſacht, und ge alſo fordere, DaB alles Kriegsvoſk zum jr
Pa ; der⸗
€ 7 —
—
=
J willigt,
in Sfſterreich anfomme, und die übrige weit
annehmen foll ; und nemlich die nahe gefef:
a May, nächftkünftig, geroißlic, zu Wien
geſeſſene Stände eine foiche Borfehung thun,
Daß auch ihr Kriegsvolk, aufden halben May,
zu Wien oßne allen Berzug feye, und fid) an
rg Stand ſaͤumen, nod) verhindern laf-
ngoll. |
15. Und damit niemand billig Urfach habe,
diefes Cpriftliche nothwendige Werk zu hindern, |
oder aufzuhalten: ſo ſoll ein jeder Stand feine
Anzahl KRriegsvolf, nach dem angezeigten
Wormfifchen Anfchlag zu dem. Romzug be:
willige, und der eilenden Türfenhälfe im
zwey und dreißigften Jahr geleifter, jetzo in der
Eil auf fein felbit Koften beftelien und üunter-
Balten , und doch einem jeden nachgehends, in
Einziefung der gemeinen Hülfe, fein Geld, fo
er nad) der Drdnung dieſes Reichsabſchieds zu
Unterhaltung feines Kriegsvolfs (ausgegeben ,
von feinen verördneten vier, oder brey Einneh-
mern, von feiner des Stands erlegten Anlage,
alfobald und wo diefelbige dazu nicht gnugfam,
alsdann von den ſechs Kreyseinnehmern aus
andern deſſelbigen Kreysſtaͤnden erlegten und
überbliebenen Anlag, wiederun: abgezogen und
erſtattet werden : dargegen foll auch von jedem
Stand gnugfame Anzeige und ‘Bericht, wie
viel Gelds er zu Unterhaltung feines Rriegs.
Bolfs aufgegeben ‚Den bemeldten Einnehmern
zufoͤrderſt in Schriften zugeftellet werden.
+ 16. Und wiewelin dern jüngften Wormſiſchen
Anfchlag ſich etliche Stände der Anſchlaͤgen
verwidert, Dazu auch etliche Bifchöffe, Praͤ⸗
| ‚in den Abzug gebracht, und auf ei⸗ ‚brauch nach, ausgezogen werden: fo foll ſich
‚nen beftimmten Tag und Malſtadt zufammen doch in diefem Chriſtlichen guten Werk nies
Eomme: fo haben gemeine Stände ſich vergli- mand verwibern, noch Irrung, ober Verhin⸗
‚chen und geordnet, daß ihrer jeder feine gebüß- |derung zu machen unterftehen, in Ermegung,
rende Anzahl Kriegsvolf, nady dem obberühr- daß allen Ständen, als Chriſtlichen Gliedern
ten Wormjifchen Anfchlag zu dem Remzug des Beiligen Reichs, die Rettung unfers Chriſt⸗
j und der eilenden Türfentülfe dm lichen Glaubens und Vaterlands Deutfcher
und dreißigften Jahr geleifter, unverzi: Nation unvermeidlic) zuftehet, und daß auch
folches, wie hernach angezeigt, niemand uns
jene Stände, als Sranfen, Bäyern, Schwa- träglic) feyn würde.
- ben, und andere nächftgefeflene,, ihr Kriegs
volk alfo fördern, daß es bis auf ven erften |
17: Desgleichen follen und wollen auch die
Shurfürften , Fürften und andere, fo altem
Gebrauch nad) ‚etliche Stände ausgezogen, Diez,
ſelben Staͤnde dißmals in Betrachtung Der hoben,
Nothdurft, (doch ihnen an ihrem olten Gebrauch
und Herkommen ſonſten in alle Weg unſchaͤd⸗
lic) und unnachtheilig,) ihre gebuͤhrende Anzahl
Kriegsvolks auch ſchicken, und ſie in dieſen
gemeinen Anſchlag kommen laſſen; oder Doch
derſelben auferlegte Hülfe, wie der Anſchlag
vermag, zuſamt den Anſchlaͤgen, ſo ihnen ſelbſt
a zu diefer Hülfe beftellen und untere
alfen. ; '
18. Und damit foldjes alles defto geroiffer
und förderlicher ohne allen Berzug (mie dann
die hohe Nothdurft erfordert) in Das Werk ges
bracht werde: fofollen und wollen wir, im Na⸗
men der Roͤmiſchen Kaͤyſerlichen Majeftatund,
für uns felbft, von bleraus unverzůgliche Man⸗
dafa und Gebotsbriefe an alle Stande ausge⸗
den laffen ‚und darinnen einem jeden dieſes Be⸗
ſchluß und Urfadyen, warum es alfo gefchlofe
fen, auch was einem jeden zu feiner gebübren-
den Anzahl Kriegsvolks zu beftellen und bis
zu Einbringung der gemeinen Anlag zu unter
kalten gebüßre, gnädiglic) erinnern und bes
richten, mit diefer weitern Vermeldung, daß
alsdann, nemlich fo die Anlag eingezogen
würde, einem jeden fein ausgelegt Geld von
feinen verordneten Einnehmern wieder von ſei⸗
ner Anlage abgerogen, und wo die nicht reichte,
von andern überbieibenden Anfehlägen durch
die ſechs Kreygeinnehmer erftattet werden folle.
Und darauf bey Dön der Acht gebieten, daß
jeder Stand fein auferlegt Volk beftelle und
losen, Grafen und Herrn, durch Ehurfürften abfertige, Damit vaffelbige auf obbeftimmte
und Kürften, auch andere Stände, altem Ges Zeit ii Malſtadt gewißlich anfomme; role
Kt; 58 dent
3 enn
1018 Tap.ıg Donder durch Eonventen. Reichstäge gefüchten Religionsvergl, ıcıy
dann foldyes Die Mandata weiters mit ſich bein» | fpurg gehaltenem Keichstage, der Känferlichen
gen und ausmweifen werden, deren wir unsne: | Majeftät unterthaͤniglich ergeben und heimge
ben den Käyferlihen Commiffarien mit gemei⸗ ftellet worden, auserlicyen damalen vorgefchlas
nen Ständen, und fie hinwieder mit ung ver- | genen Churfürften und Fürften einen oberften: 4
glichen Haben. Be Feldhauptmann über obbemeldt Kriegsvolf zw
19. Daneben mögen und follen auch die | ermählen. BEE — we
Kreyfe, Chur-und Fürften, die es in ihren] 24. Alfo Kaben wir aus fonderm ihrer Ma:
Krenfen vonnöthen zu feyn erachten ‚alle jedes | jeftät Befehl, mit und neben ihrer Känferlichen
Kreys verwandte Stände zum förderlichften an | Majeftät verordneren Commiffarien,den Hohe
eine gelegene Malſtadt befchreiben, und nach gebornen, Joachim, Marggrafen zu Branvene
Sage diefer Ordnung, gut und erfahren Kriegs» | burg, zu Stettin, Pommern, der Caffuben,
volk aufnehmen, mit Hauptleuten und Kriegs: | Wenden und Schlefien, zu Eroffen Herzogen,
rächen verfehen, auch anders, fo zu dieſem nord: | Burggrafen zu Nürnberg und Fürften zu Rüs
wendigen Thriftlichen Vornehmen gehörig, in gen, des heiligen Reichs Erjcammerern und
das Werf fertigen, und infonderheitdas Kriegs: | Churfürften , unfern lieben Dbeimen, zum
volk alfo beftelen, daß fie den Artifelsbrief,|oberften Feldhauptmann ermähle undernennt;
fo ihren Hauptleuten zugeftelle werden fol, un» | welcher fich auch, aufunfer und gemeiner Stäne
verneinlic) beſchwoͤren. | de Erfuchen und Bitte, der Känferlichen Mas |
20. Als aber die ganze Hülfe, vermöge des |jejtät und uns zu geforfamen und freundlichen
obangezogenen Wormfifchen Anfchlags und Gefallen, auch dem Reid) zu Gutem, und in |
im zwey und dreyßigften Jahr geleifteter Tür-| Anfehung dieſes Chriftlichen norhmwendigen
fen Hülf, ſich durch alle gehen] Krenfe des Heili-| Werks, der oberften Hauptmannfchaft über '
gen Reichs nicht höher erſtrecken mögen, dann |obbemeldtes Kriegsvolf zu Noß und Fuß une
zu Roß bis in N. taufend, und an Fußvolk ternommen, mit dem man der Befoldung ſei⸗
N. taufend; und dann in Betradytung des ner Hauptmannfcaft und anders verglichen '
Feinds Macht viel beſſer geachtet wuͤr⸗ und vereinigt Ift, wie das feiner Siebde Beftele
“de, die obberührte Anzahl Kriegsvolf erwaszu lungsbrief enthält, BR
mehren, weder an derfelben in einigen Weg| 25. Und diefem oberften Haupfmann ſeynd
Mangel erfcheinen zu laffen. zehen Kriegsrärhe zugeordnet, welche aus den
31. Darum haben gemeine Stände für nord: |zehen Kreyſen des Neichsermählt und geſchickk
wendig bedacht, bemillige und geordner, daß | follen werden, alfo daß ein jeder Kreys einen "
Die obbeftimmte bewilligte Hülfenod) um einen | gefchickten und Friegserfaßrnen Mann, nad
M. Theil, welcher an Reiſigen thut N. tau⸗ | fein des Kreyſes Gefallen, erfiefen und ſchi—
fend, und an Fußvolf N. taufend, erhoͤhet fen foll und mag. Und ſeynd nemlich diefeg
und gemehrt werde, in Anfehung, daß als. | die zehen Kreyſe: der vier Churfürflen beym |
dann der ganze Anfchlag, famt diefem zugeleg«| Rhein Kreys; item, der Fränfifche, Baͤhe⸗
tem N. Theil, an Pferden nur N. taufend | rifche, Defterreihifhe, Schwaͤbiſche, Rhei⸗
macht. uniſche, Niederlaͤndiſche und Weſtphaͤliſche,
22. Und fo von dieſer ganzen Anlag die Oberſaͤchſiſche, Niederſaͤchſiſche und Burgim⸗
Anzahl Kriegsvolk unſers Oeſterreichiſchen diſche Kreys. Und dieſe der zehen Kreyſe ver⸗
Kreyſes (wie dann ung zu Erſtattung unferer| ordnete Kriegsraͤthe, (welche den Reichsſtaͤnden
Haͤlf bewilligt worden ift,) abgezogen wuͤrde: verpflichtet ſeyn, und was einhelliglich, oder
nemlich an Reiſigen N. taufend, und an Fuß⸗ mit dem mehrern Hauf beſchloſſen wuͤrde,
volk N. tauſend, fo beſteht noch zu Roß N. daſſelbige helfen vollziehen, und darinn dem
tauſend, und an Fußvolk N. tauſend. oberſten Feldhauptmann gebuͤhrenden Gehor⸗
23. Als nun aber von Churfuͤrſten Fuͤrſten fam leiſten ſollen,) auch andere erfahrne Kriegs⸗
und gemeinen Ständen, auf juͤngſt zu Negen« | leute, mag und ſoll der oberfte Hauptmann
ü jeder⸗
20 a
—
—
*
—
—
————
es
26. Und nachdem man aus. alten und neuen
Hiftorien und Geſchichten mit Schaden erfah—
ren bat, daß gegen dem Tuͤrken durch Men-
ge der Dberften und Negimenter mehr Nach
heil und Schaden, dann Vortheil und Sieg
erwachfen ift: fo follen dem Dberften nicht
mehr denn drey Oberſtlieutenant, die gefchickt
und der Kriegsſachen wohl geübt und erfahren
feyen, zugeorönet ‚und durch uns, mit Vor.
wiſſen und Kath des Dberften, albie auf dem
Reichstag erfieft und benennt werden. And
nemlich ihrer einer Lieutenant über die Reyſi—
gen, und die andere beyde Lieutenant über das
ußvolt feyn, und ihrer jedem zu Beſoldung
- jedes Monats entricht und bejahlet werden,
laut ihrer Beftallungen, Deren fich gemeine
Stände mit ihnen verglichen und vereiniget ha-
‚ben. Doc) follen denfelbigen dreyen Oberft-
lieutenanten drey Unterlieutenante, oder Gehuͤl⸗
fen zugeordnet werden, alfo daß fie, die drey Un-
terlieutenant, durch den oberften Haupfmann,
und feine Zugeordnete Räte, nachdem das
Kriegsvolk zufammen fommen ift erkieſt, und
mit Beſoldung unterhalten werden, mie Diefe
Aemter des verfchienenen zwey und dreyßigften
Jahrs in dem Zug der eilenden Tuͤrkenhuͤlfe
find unterhalten worden.
27. Und dieweil ſich Churfürften, Fürften
und Stände zu uns verfehen, daß wir einen
oberiten Mufterberen unterhalten werden, fo
haben fie vonnoͤthen geacht, jemandes zu fol-
them Amt annehmen zu laffen: doch fol der
oberfte Feldhauptmann über des Reichs
Kriegsvolk Macht haben, beyder Mufterung |
auch felbft zugegen feyn, oder jemand an fei:
ne Statt dazu zu fihicken ; ihm foll aber dere»
Balben Feine befondere Beſoldung verordnet
28. Es foll auch kein oberfter Pfenningmei⸗
ſter uͤber das Kriegsvolk angenommen werden,
in Bedenkung, daß ein jeder Kreys durch ſei⸗
nen Kreysrath und deſſelbigen zugeordneten
zween Gegenſchreiber ſeine Gebuͤhr und Be—
zahlung erlegen würde laſſen.
29. Dann die Koſten und Ausgaben belan⸗
IV, Abfehnite, a) Don dem zu Speyer gebaltenen Reichstag.
theilen, ſich darnach zu richten Baben.
‘ 1021
seit zu ihm erfordern und nad) Gelegenheit gend, die auf die Rundfchaft laufen werden, ha⸗
eilt und Laͤuften rarhfchlagen und handeln, \ben wir auf der Ehurfürften und Stände un«
terthänige Bitte bewilliget, die Kundſchaft
nad) aller Nothdurft zu beftelfen und zu unter:
halten, und was uns jederzeit für Kundſchaft
zufommt, dem oberften Feldhauptmann =
o
aber die Kaͤyſerliche Majeſtaͤt, oder wir, nicht
perſoͤnlich zugegen waͤren, alsdann ſollen und
wollen wir den gnaͤdigen Befehl thun, daß
ſolche Kundſchaſten an gemeiner Staͤnde ober⸗
ſten Feldhauptmann unverzuͤglich gebracht und
eröffnet, und auf denſelben gewieſen und ver-
ordnet werden. 3
30. Aber alle andere Unterämter, deren man
im Feld nothduͤrftig und nicht entbehren kann,
die-follen durd) den Dberften und feine zugeord-
nete Kriegsraͤthe, nachdem das Kriegsvolf zu«
fammen gebracht it, im Feld beſetzt werden,
und auf derfeiben Aemter jedes Monats fo
viel Sold verordnet und gegeben werden, wie
viel auf ihr jedes in: dem obbeftimmten Zug
der eilenden Türfenhülfe, fo im verfchienenen
zwey und dreyßigſten Jahr geleifter , unter Her«
308 Sriederihen, Pfalzarafen ıc. als oberiten
Seldhauptmann, jedes Monats bezahlt iſt wor⸗
den. E
31. Aber Die Reuterbeſtellung befreffend,
foll auf ein Pferd durchausvon allen Ständen
des Monats (für jeden Monat dreyßig Tag zu
rechnen) zwölf Gulden, und für einen Guͤl⸗
ven funfjehen Basen, oder fo viel Werth das
für, und aufein Küraßier, fo einen verdeck⸗
ten Hengft hat, achtzehen Gulden für Sod
und Schaden bezahlt werden. Ä
32. Item, eg follen auch allweg sehen Pfer⸗
de, ein gerüfteter guter Reiswagen mit vier’
guten Pferden, einer Haafenbüchfen mit ihrer
Reitſchaft, und zweyen Schweinsfpieffen , oder
Hellenparten-, dazu Hauen und Schaufeln,
wohl verfehen, zugeordnet, und darauf jedes
Monats vier und zwanzig Guͤlden bezahlt wers
den. —
33. Und damit in ſolchen allem gute Ord—
nung gehalten werde, ſollen die Wagenknech—
te in allen Muſterungen auch gemuſtert wer⸗
der, und wo einiger Mangel an den oe N
er⸗
1022. Cap. 8. Von der durd) Conventen. Reichstäge gefischten Religionsvergl. 1033 |
Pferden, oder Knechten; oder daß fid) aud) te und ihm mas darüber begegnet, an dem fol
erfünde, daß die Wagenknechte durch) Die Reu⸗ niemand gefrevele Baben. Daneben haben wir
ter ‚denen folche Wagen verordnet werden, un. uns ſamt Churfürften, Fuͤrſten und Ständen
billiger Weiſe beſchwert werden wollten, foll |\vereiniget, daß wir inunfern Königreichen und
der Kriegsrath eines jeden Krenfes, fo Dee Mu: Landen, vergleichen ihrer jeder in feinen fa
flerherr feyn würde, Einfehung und die Bil- den und Gebieren, alfo trägliche und billige
ligkeit, Daneben aud) die Anzahl der vier Wa- Ordnung machen foll,*daß foich Kriegsvolk in
genpferd zu halten ‚und ob eins oder mehr fhad- |feinem Durchzießen feine Nahrung und Noth—
haft würden, gewißlich zu erfeßen, verſchaf- durft um einen gleichen ziemlichen Pfenning er-
fen. Wo aber die Wagenfnechte die Anzahl kaufen und befommen möge.
Der vier Pferde nicht Haben, oder befommen | 37. Und damit unter allem
Kriegsvolk deſto
moͤchten, ſollen ihm für ein Pferd ſechs Guͤl-beſſer Regiment und Ordnung gehalten wer⸗
den Solds alle Monat abgezogen werden. Und den möge, fo ſoll der oberſte Hauptmann volle
ſoll keiner einig reiſig Pferd in die Wagen Gewalt und Macht haben, die Hauptleute und
ſpannen, auch keinen Harniſch oder Spieß Befehlhaber, fo er mit ſamt den Kriegsraͤthen
auf die Wagen legen, und die reiſigen Knech- zu beſetzen hat, und andere, niemand denn allein
te Wagenknechte ſeyn laſſen, und Dann auch tie Kriegsraͤthe und Die drey oberſten Lieute⸗
für reiſige Knechte durch Muſterung relten, nant ausgeſchloſſen, im Fall, da fie ſich unge⸗
und alſo doppelte Beſoldung nehmen laſſen; horſam erzeigten, oder zu den befohlnen Aem—
welcher aber ſolches thäte, ver fell nach Er- tern untuͤchtig waͤren, wiederum mit der Kriegs⸗
kenntniß des Dberften und feiner zugeordneten raͤthe Willen und Rath zu urlauben, und ans
derwärts nothdürftiglic) zu befegen. |
Kriegsraͤthe ernſtlich geftraft werden. Ä
38. Wir haben uns auch mit Churfürften,
34. Dergleichen foll je auf gehen Pferde ein
Troffer, oder Bott, dem man halben Sold Fuͤrſten und Ständen verglichen und vereinie |
gibt, gehalten werden. get, daß der oberfte Feldhauptmann alle die,
35. Aber den Fußknechten follen gleicher Ge: |fo der Kron Hungern unterworfen, und fih
ſtalt fir einen Monat dreyßig Tag gerechnet, als Freunde halten, nicht beſchweren, noch
und jedem Knecht des Monats vier Gulden
bezahle, und dazu auf ein Fähnlein Knecht,
darunter fünf Bundert Perfonen feyn follen,
für alle ordinarl und ertraordinari Weberfolde,
Hundert Soͤlde entrichtet, und daraus Den
Schüßen, deren unter jedem Fähnlein Hundert
und fünfund zwanzig ſeyn werden, auch an:
dern Doprelfoldnern, jedem nad) feiner Ge
ſchicklichkeit, ihre gebührende Ueberfölde geges
ben werden,
36. Es follen auch alle Kreyſe und fonder-
bare Stände ihr Kriegsvolk nicht mit aufge-
richteten Fähnlein von Haus ausziehen laffen,
fondern fie fonft bis auf den gemeinen Mutter:
platz gen Wien in Defterreich auf dem beſtimm⸗
fen Zug zu erfcheinen befcheiden, und inſon⸗
derheit bey hoher Straf gebieten, daß fie un-
terwegen niemand befehweren, noch befchädi-
gen, ſondern allenthalden wohl und ehrbarlic)
bezahlen ſollen. Welcher aber darwider thaͤ⸗ fen Händen gewonnen und erobert wure (8
| a
brandfchägen foll laſſen. Welche aber dem
Türken anhängig, und ſich wie Feind zu wehe
ren unterftünden, gegen denſelben foll und mag
er mit Nat der Kriegsrärhe ſich als gegen
Feinde erzeigen und bemweifen, und was für
Schloͤſſer, Städte und Flecken erobert iverden,
die zu der Kron Hungarn gehörig find, und
weyland König Ludwig und fein Vater, König
tadislaus, innegehabt haben, die füllen uns als—
bald wiederum zugeftellee und zu huldigen an
gehalten werden: diefelbe follen und wollen wir
auch) auf unfer felbit Koften befegen und vers
wahren, dergeftalt, Daß Darneben an unferer
gebührenden Anzahl Kriegsvolk auch nichts ab»
gehen fol, Wo aber der Allmächtige Gnade |
und Sieg verliehe, daß auch mehr Schlöffer,
Städte und Flecken, fo ver Kron Hungern |
in Zeiten bemeldter König Jadislaen und $ud=
wigen nicht zugehörig geweſen, aus des Tür-
1024 Tv. Abfehnice a) Von dem zu Speyer gehaltenen Reichstag. - _ 1025
le follen den Kriegsperen zuftehen und bleiben,
wel⸗ wol zu ver⸗
hen wiſſen werden. Was aber von Ge⸗
zum hoͤchſten bearbeiten, und darzu fleißig an⸗
\ vi gehalten. werden, daß fie. nichts zaͤnkiſch oder
16 in Schlöffern, Städten ‚ Flecken und.an- |dochdifputirlichs, fo zu Widerwillen und Feind⸗
n Befeftigungen ‚. dergleichen. auch in Stür: ſchaft unter dem Kriegsvolk Urſach geben moͤch⸗
men oder Streifen erobert. wuͤrde, das.follite, lehren oder predigen, und bevorab feiner des
dem Herrn des Kriegs zum: halben, Theil, und) andern: Religion oder Ceremonien verachten
zum ‚andern halben Theil dem oberften Seld-| noch) laͤſtern, fondern ‚dem göttlichen Wort ges
Hauptmann zuftchen, ausgenommen das Öe- maß und züchtiglic, alles das lehren und er-
{hüß, ſo alſo befunden würde, ſoll uns ohne mahnen, das zu Förderung diefes Chriftlichen
Abgang und Auffalten wieder zuſtehen und guten Werks „auch Pflanzung und Unterhal⸗
folgen. E \ u 22.2. [fung brüderlicher ‚Siebe und Einigkeit zwifhen
39. Wenn nun auch Gernehalben des Wegs dem Chriſtlichen Kriegsvolf, und dann was
einem jeden Stand beſchwerlich und nicht wol zur Beförderung -deflelben Geber gegen GOtt
möglich, einen: ſondern Wechſel zu machen: ſo um Önade und Sieg, aud) zu Abroendung des
baben wir. mit Willen und Rath gemeiner, Sottesläfterns, Schwörens, Bollfaufens, Ehe
Stände alle grobe Münz, im: heiligen Reich brechens , und dergleichen after rathſam und -
und deffen zehen Kreyſen ganghaftig, valviren foͤrderlich feyn möge. We:
und in einem.gleihen Werth anfchlagen laffen;} 42. Und dieweil denn aller Sieg allein von
und wollen darauf dem Handel zu: gut, durch) dem allmaͤchtigen GOtt ‚verliehen wird: fo ha⸗
gebüßrende Mandata und Geborsbriefe ver:|ben fich gemeine Staͤnde mit uns und wir mit
fügen und verfchaffen,, daß eines jeden Muͤnz ihnen vereinigt und entfchloffen, daß durch das
nach ihrem alfo: gefegten Werth nicht allein! ganze Reich aus die Prediger das Chriftliche
in unfern Königreichen und, Sanden, fondern Volk in allen Predigten unterweifen und ermah⸗
auch an andern Orten des heiligen Reichs, da nen follen, Daß fie den Allmächtigen um Gnad'
des Reichs Kriegsvolk durchziehen und Hegen und: Sieg dem Chriſtlichen Heer, wider den
würde, genommen werde, wie obberüßrte un⸗ grauſamen Feind, den Türken, zu verleihen,
fere Mandata folhe Balyation und Wehrung herzlich und fleißig bieten, und daß auch derwe⸗
der Münz weiter mitbringen und ausmweifen, gen in einer jeden Pfarrkirchen alle Tag eine
-Und ob dann gleichwol fich zufrüge, daß die Glocke um zwölf Uhr geläufet und das Vol
Kayſerliche Maieftät, oder wir :perfönlich im durch) die Prediger untermiefen werde, fich als.
Feld wären, und des Heiligen Reichs Sahnen denn des Ehriftlichen Kriegsvolfs zu erinnern,
fliegen lieſſen, fo foll nichts deftoweniger St. und dem Allmächtigen um Abwendung feines
Georgen Sahnen in diefem Zug, aus, bewegen- Zorns, und Verleihung feiner Gnade und Siegs,
den Urfachen angeftellet, in Ruhe bleiben, al- in ihren Öebeten anzurufen. —
lerley Unordnung zu verhuͤten. 3 43. Im Fall aber, da der Türke allzuftark
40, Sonft aber in der Kanferlichen Majeft: Fame, daß fich zu beforgen, das Chriftliche
und unferm Abweſen, foll des Reichs Fahne Kriegsvolk möchte ohne Gefahr der Niederlag
nicht fliegen ; fondern an feiner Statt eine an: |fein, des Türken, nicht mächtig feyn ; oder
dere Fahne durch den oberiten Feldhauptmann daß es fich-zufrüge, daß unfer Kriegsvolk (das
aufgerichtet und gebraucht werden. - ddoch der Allmaͤchtige gnädiglich abmende,) ge⸗
41. Damit aber unfer dem gemeinen Kriegs: |fchlagen, oder alfo geſchwaͤcht würde, daß die
volf, fo aus mancherley Nation und Landsart |überbliebene fich feiner, des Türken Macht,
in diefem Zug zufammen kommen wird, defto nicht aufhalten möchten: fo follen alsdenn un-
leichtfamer Freundſchaft und Einigkeit erhalten, fere Königreiche und Erbländer auf ihren Ko⸗
Meuferey und Empörung verhütet bleiben: fo|ften, und die anftoffende Ehurfürften, Fuͤrſten
follen alle und jede Prieſter, Drediger und Ca-| und andere Stände, als Sachſen, Bäyern,
‚, Aurheri Schriften 17. Theil, | Tee Schwa⸗
—
> Yy
1626 Cap. 13. Don der durch Eonventeu.ReichstägegefrchtenAeligionsvergl, 1027.
Schwaben und Franken, in Eil mit aller) mann, ſamt den andern ihme zugeordneten Be-
Macht, auf gleiche Darlegung und: Bezahlung fehlhabern, wie fich nach Sage ihrer Beftal-
gemeiner Stände, auf feyn, zuziehen und ret⸗ lung gebüßre, unterhalten werden mögen: fo
ten, auch Feiner auf den andern verziehen, und | haben fich Churfürften, Fuͤrſten und gemeine
\
ſich defto förderlicher in guter Bereitſchaft und Stände verglichen und geordnet, daß zu folder
KRüftung halten. eu
44. Wo aber der Türke feine Macht eheilen,
und einen Haufen an einen andern Ort auf des |
Roͤmiſchen Reichs Verwandten fehicken würde, |
follen auch die anftoffende und nabgefeffene ift, anderrhalben Gulden gefchlagen, und bis
- &hurfürften, Fürften und andere Stande, mit zu Einbringung der Anlag von einem jeden
aller Mache zuziehen und retten, und zu des
Oberſten und aller Kriegsraͤthe Bedenken fte:
ben, wie fie fic) Dargegen erzeigen wollen, dar⸗ fung der
durch dem Feind abgebrochen, und der Chri- Kreys Gebühre, dem Kreysrarh und feinen Ge=
ftenheit am meilten Nuß gefchaft werde, genfchreibern uͤberſchickt und von ißnen zur Noth⸗
ſchlag gemacht, und nemlich auf einen jeden
4 . Und damit man aud) jederzeit zu und von durft ausgegeben werden foll, wie fie Deshalben
dem Dberften der Nothdurft Borfchaft habe, \eßrbare Rechnung zu thun getrauen.
Unterhaltung und Nothdurft ein mehrerer An=
|
Fußknecht ein Balber Gulden, und auf einen |
jeden Reiſigen, fo fir drey Knecht zu rechnen |
Stand, und nad) erlegtem Anfchlag, aus elz
neg jeden Kreis Truhen entricht, und Bezaß-
— Aemter, nach eines jeden
wollen gemeine Stände Ordnung geben, daß 48. Und als daneben etliche Churfuͤrſten und |
derhalben eine Poſt an gelegene Malftade ge-1Sürften, nemlich, die vier Ehurfürften bey
legt, unterhalten werde; würde auch dem D-|Xhein, Drey taufend Gulden, der Churfuͤrſt zu
Berften vonnöthen feyn, der Beſatzung und Win- | Sachfen und Herzog Moriß zu Sachfen, vier
tersläger halben mehrern Befcheid zu haben, tauſend Guͤlden, der Erzbifchof zu Salzburg
der foll ifm von der Berfammlung, fo oft er ein taufend ; item, die “Bifchöffe, Bamberg,
den dreyzehenten Tag Julii fchierft zu Nürn- Würzburg, Enftert, Speyer, Straßburg und.
berg feyn wird, gegeben werden, und diefelbige Augſpurg, jeder ein taufend Gülden, und Herz
Verſammlung folches alfo zu thun von gemei⸗ zog Wilhelm zu Bäyernzc. auch taufend Gül-
ner Neicheftande wegen anugfamen Gewalt den, den Guͤlden zu fünfzehen Basen zu red)-
und Befehl haben, nen, zu Abfertigung des oberften
- 46. Und fo alles Kriegsvold zu Roß und Fuß |manns vorgeſtreckt ſo haben wir
Feldhaupt⸗
* Chur⸗
des
alſo zu und um Wien in Oeſterreich, als hier—
zu vorgenommenen Mufterplag, zufammen fom-
men ift, follen fie dem Oberſten im Namen
und von wegen der Nömifchen Kanferlichen
Majeftät, auch unfer und gemeinee Stände
Seiche, geloben, ſchwoͤren und Pflicht thun,
ihme als Hauptmann die Zeit der Beſtellung
gehorfam und gewärtig zu feyn, und alfobald
ihrer bis dafeldfthin erdingten ‘Befoldung ent:
richt und zufrieden geftelle, und von derfelben
Zeit an in eine gleiche Bezahlung gebracht wer:
den „alfo daß die Monaten ihrer Bezahlung zu:
gleich aus⸗ und angehen, damit durch folche halben der meifte Theil alfee Ständen fich ber
fürften, Fürften und-gemeinen Ständen ihnen |
vergoͤnnet und zugelafien, daß ihrer jeder fein .
alfo ausgelegtes Geld von feinen Einnehmern
empfahen, oder von feiner übergebenen Anlag'
abziehen laffen möge, und wo die niche reichte, |
aus gemeiner Truhen feines Kreyſes bezahle
werden fol, Solche. vorgeftredte Summa
Gelds foll nachgehends auflerhalb des Defters
reichifchen Kreyſes, in die andere neun Kreys
gleich) eingetheilt, und nach eines jeden Gebuͤhr
die Ausgabe wieder erftatter werden. 6
49. Nachdem aber der ungleichen Anfchläge
gleiche Bezahlung das Kriegsvolk in defto bef- |fchrert, und nicht verhoffentlid; ift, daß der⸗
ferer Drdnung und Gehorfam gehalten werden
möge. '
felbigen Vergleichung in einer folchen Eil ges
funden werden möge; zudem, mo gleich vie
. 47. Und damit auch der oberfte Feldhaupt⸗ Vergleichung gefunden, nichts defioweniger ger
meinen
028g IV. Abſchnitt. a) Don dem zu Speyer gehaltenen Reichstag. 1029
‚meinen Ständen, fo In des Keichs Anfchlägen unbeweglichen Haab und Gütern, je von hun⸗
! jelegt ‚werden, ganz beſchwerlich fallen Di dert Gälden rechtes Werths, einen halben Guͤl⸗
diefe vorgenommene groſſe Huͤlfe und Darle- den, und von faufend Gülden Werts Güter
‚gen in die Länge zu fragen ; darneben auch nicht fünf Guͤlden, und alfo auf und abzurechnen, Di
jiger befchwerlich waͤre, daß der arme ge» erite Jahr vollfommentlih, und das nad
‚meine Bauersmann mit Steuer und Anlagen folgende Jahr, im ip der Nothdurft, gang
u Diefem groſſen Werk über fein Vermoͤgen oder halb, nach Geitalt und Gelegenheit der
bedraͤngt werden follte; und dann diefe Erpe- | Sachen, zu Anlag, Steuer und —
ion unfern gemeinen Chriſtlichen Glauben, dieſes Chriſtlichen Werks, zahlen und entrichten,
meine Deutſche Nation und Vaterland, und | und foll der Gülden zu funfzehen Basen, oder
ılfo alle Stande, Städte und Einwohner des |fechzig Kreuzer, oder zu ein und zwanzig Sil⸗
heiligen Reichs von Deutſcher Nation, die ſich bergrofcyen, oder fo viel Werth davor einer
derfelben Wohlfahrt und Sriedenegebräuchen, andern ganghaftigen Münz gerechnet werden.
Fe in des Reichs Anfchlägen begriffen oder | 52. Welcher aber unter Hundert Guͤlden
nicht, auch unangefehen einiger Freyheit, in Werth bat, der foll jevon ziwanzig Gülden ſechs
diefe beharrliche Hülf gezogen, darzu ein trägli- a geben, und welcher unter zwanzig Guͤl⸗
cher Anfchlag durchaus gemacht, und ein jeder, |den Werth bat, der foll vier Kreuzer, oder fo -
hohes und nieders Stands, nach feinem Ber: |viel Werth geben.
mögen angefihlagen, damit niemands verfcyo-] 53. Es füllen aud) funfzig Gülden jäßrlicher
nee werde. \ Guͤlten, Zins und Einfommens, für ein faus
50. Und wiewol derhalben auf zuvor gehalte⸗ |fend Gulden Werth und Hauptguts gerech⸗
nen Neichstägen allerhand Anfchlägeund Ord⸗ net, und in diefem Anfchlag entrichtet werden;
nung berathfihlagt worden: fo haben ihnen doch alſo und dergeftalt, daß die Churfürften, Fürs
‚Ehurfürften, Fuͤrſten und Stände, für den ften und andere Stände, die fich der beharrli⸗
füglichiten und bemilligften Weg gefallen laf chen Tuͤrkenhuͤlf halben mit ihren Unterthanen
fen, daß ein gemeiner Wfenning und Anfchlag |albereit vertragen, und ihre Untertanen Höher
Durch das ganze Reich Deutfcher Nation vor: |belegt Haben, denn diefer gemeine Anfchlag
genommen’ und angefchlagen werde, auf die trägt, von folcher ihr und ihrer Unterthanen er=
Weile, als von dem Känferlichen Regiment | legten Anfchlag, fo vielals ihnen nach Laut dieſes
zu Eplingen Biebevor davon gerathfchlagt, und |gemeinen Anfchlags gebühren wird, nemlic) von
von dem Ausſchuß des jungften Reichstags, zu | einem jeden taufend Gulden Hauptgelds, fünf
Augſpurg gehalten, auch ausgezogen und be- Gulden Anlag, als obfteht, den fechs Einneh⸗
fd rieben ift worden, ausgenommen daß diefer mern ihres Krenfes (davon hernach weiter ge-
Anſchlag nach Geſtalt der vorſtehenden Noth, ſetzt wird,) gewißlich und unverzuͤglich erlegen
und obbeſtimmten trefflichen bewilligten, noeh: |follen. Aber alle andere Churfuͤrſten, Fuͤrſten
wendigen Huͤlf, auch erhöht und geſteigert wer⸗ und Stände, Die dieſer beharrlichen Tuͤrken⸗
den muß; wie hernach folge... huͤlf Halben fich mit ihren Unterthanen noch nicht
. Und nemlic) ſollen alle und jede Churfür: |verglichen, follen Hinfüro ſamt und fonders
fen, Sürften, Geiſtliche und Weltliche, Brä-|fic) vermöge diefes gemeinen Anfchlags und
laten, Grafen, Sreyen, Herren, die vom Adel, Drönung halten, und derfelben , wie hiebevor
auch) die Frey - und Reichsftädfe, und alle an- und hernach gefchrieben ſteht, gänzlich geleben.
dere, in Städten und auf dem Sand, weß Und damit Gleichheit gehalten werde, die ihre
Stande, Würden oder Wefens die ſeyn, nie- |meder höher noch ringer, noch aud) anderer
‚mand ausgenommen, auch unangefehen aller Geſtalt, Doch allein dißmals, von wegen diefer
Derträge, Sreyheiten, Indulten und Herkom- | Türferhülf anfchlagen und belegen; doc) ſoll
nen, fo diefer Bewilligung und Anlag zumider hiemit gemeinen Ständen anderer Sachen und
feyn möchten, von allen ihren beweglichen und Sn Nothduͤrften halben fic) mit —
ff 2 ‚nter-
= dere Wehr und Harnifch, auch Geſchuͤtz, Pul-| hörig feynd, undin des Reichs Anfchlägennicht
Unterthanen von wegen gebüßrender Anlage zu ben alle andere Stände, von ‚allen ih
‚vergleichen und. zu. ‚belegen ,. unbenommen | lichen Gefallen und, Einkommen den zei
fon 0 me a tan or [Pfennig zu ‚diefer Anlag erlegen werden, de
4. Und nachdem der Cpurfürften, Sürften, |mit die Ungfeichheit der, Anfchlage verhüter und
Feiner vor dem andern gefteigert würde.
; un amunen und Städ- |. 57, Und dieweil nun diefer Anfchlag zu Uns -
‚ten, auch fonderbarer Perfonen.,, Sürftenthü- terhaltung des Chriſtlichen Kriegsvolks, wider |
mier, Herrſchaften, Obrigkeiten und Schlöf un ſers heiligen Chriftlichen Glaubens. und Na-
fer, nicht leichtfam zu ſchaͤtzen nad) ihrem rechten | mens Erbfeind, den Türken, zu Rettung des
Werth, noch anzufchlagen ſeynd: ſo follen und Chriftlichen Blues, auch zu Schutz und Schirm
wollen fie ihre Anlagen nach ihrem jährlichen®in | unfers.gemeinen Vaterlands Deutſcher Nation |
fommen an Öülten und Zinfen ‚neben ihren an= | und unfer aller Freyheit, Leib und Guter, noth⸗
dern Gütern, Barfchaften und ‚Borrarh, wie wendig. und Chriftlid) vorgenommen: deromer
jego angezeigt ift, vechnen, anſchlagen und ent. gen, fich auch billig ſolcher Anlag niemand. ver
richten, alfo daß ein tauſend Gulden jährlichs widern, noch Dagegen ‚einige Freyheit, Ver—
Einfommens .. auf ‚zwanzig, faufend Gülden | träge oder alt, Herkommen vorziehen follen,
KHauptguts und Werths gerechnet, und jeglich| 58. Dennoch haben wir auf der Churfürs
taufend Gulden Hauptguts mit fünf Gulden fürften, Fürften und Stände, und der Abwes ı
zu dieſer Tuͤrkenhuͤlfe des Jahrs belegt werde. |fenden Botſchaften unterthänige Bitte, an uns
56. Dod) ſollen in ſolchem Anſchlag eines gelangt, gnaͤdiglich bewilligt und auf uns ge
jeglichen Kleider, Kleinodien, Silbergeſchirr nommen, die vom Adel im Land zu Schwa—
und: anderer Hausrath, derer ein jeder ſeinem ben, Franken und am Rhein, welche in den
Stand und Wefen nad). fid) gebrauchen und Anfcylägen des Heiligen Reichs nicht begriffen |
nicht wohl entbehren Fann: item, hohen Stan. | feynd, dergleichen auch an und Seeftäds
desperfonen , "denen vom Adel und reifigen| te, die nicht Ehurfürften, FSürften oder andern |
Knechten, ihre Pferde, dergleichen auch, an-| Dbrigfeiten ohne Mittel unterworfen und zuges
Prälaten, Grafen, Freyen und, Herren, de—
zen. vom Adel, und der Communen und Staͤd
ver und andere dazu gehörige Munition , nicht| belegt. werden,,, zum foͤrderlichſten an gelegene
angefchlagen, aber fonft nichts anders won die.) Malftadt einer. jeden Landsart ‚zu befchreiben,
fer Anlage ausgenommen werden. : und mit ihnen handeln zulaffen, daß fie in Bes
56. And Dieweil nun funfzig Gulden jährli-| trachtung oberzehlter. Urfachen (die ein jeder
. cher Gilt für tauſend Gülden Hauptguts, als| Chrift, bevorab Deutſcher Nation, . billig zu ||
obſteht, angefchlagen, und davon jährlich fünf Gemuͤth und Herzen führet,) in diefen Chriftlis
Gülden zu diefer Anlag zu erlegen verordnet; chen. gemeinen und gleichen Anfchlag aud) tolle
worden, und aber etliche von ihren Barſchaf⸗ ligen, ‚Denfelbigen vor. ihr und ihrer Untertha⸗
ten des Jahrs eine mehrere Nahrung und Ein- nen. Vermoͤgen bezahlen, und in die Kreyſe,
fommens, ohne ihre fondere Mühe und. Ko⸗ darinn fie gefeffen, den Einnehmern, inmafs
ften, haben, dann vontaufend Gülden Haupt! fen diefe Ordnung ausmweilt, überliefern wol⸗
guts funfzig Guͤlden: fo haben: wir ſamt den len, mit diefer gnadigen Vertröftung und Vers ı
- bemeldten!.Känferl. Commilfarien, und mit| gewifferung , daß ihnen ſolches an ihren Treys
Ehurfürften,. Sürften und Ständen, und fie, heiten, altem Herfommen und Gebrauch Eünfe
Binmiederum. mit ung ſich verglichen, und für) tiglid) in allmeg unvergreiflich und unnachthels »
gleichmäßig und billig angefehen und geordnet, | lig feyn, und daß aud) gedachten vom Adelim |"
daß diefelbe, fie feyen Hohes oder niedern Stan-| Sand zu Franken dergleichen in Schwaben und )
- des, von foldyen ihren mehrern jährlichen: Ge-) am Rhein, zu Bewahrung ſolches Gelds, nes
fällen und Nutzungen auch den zehenten Pfen-| ben andern Krensftänden, auch Schlüffel nere
nig bezahlen und entrichten, wie Dann barne-| gönnee und zugeftellt werben ſollen. Ah |
a I a % \ % Er 2 } i , | 59. 8 ir
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DA —
SOHN
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.Abfchnitt. a) Don dem su Speyergebaltenem Reichstag. 1033
ir und die. bemeldte Käyferl. Com-| 63. Dergleichen ſollen auch die fonderbare
Stände, \geiftliche Perfonen, fonicht@purfürften, Fürs
fen oder Prälaten des Reichs feynd, von
ihren Penfionen , Refervaten, dergleichen
auch von allen andern ihren Renten, Gülten,
Einfommen und Nusungen, die fie von ihren
Pfründen, beneficüis, dignitatibus, und ihrem
geiftlichen Stand haben, den zehenten Pfen—⸗
nig (das thut von jedem hundert Gulden Werth, _
jährlicher Gefäll und Nutzung, jedes Jahrs
diefes währenden Anfchlags, zehen Gülden,)
zu diefer Anlag bezahlen und entrichten, oder
bezaplen daffens "vn dir er
- 64. Und damit von foldyen Penfionen, Re⸗
fervaten und dergleichen Nutzungen, diegebüß-
rende Anlagen vefto gewiſſer erlegt werden, fo-
foll derjenige, der ſolche Penfion oder Reſer⸗
vat zu bezahlen verpflichtet ift, feinem Glaubi-
ger die Anlage, diefem Anfchlag gemäs, abzies
hen, und an dem Dre, da er, der Schuldner,
gefeffen ift, in diefe Anlag zu erlegen ſchuldig
feyn. Und auf daß foldyes den Schuldnernges
gen ihren Gläubigern und geiftlichen Obrigkei⸗
| | fen, von wegen ihrer verhalben gegebenen Bers
61. Und zudiefem Ehriftlichen milden Werk |fchreibungen und Pflichten,defto unvergreiflicher
follen auch alle Stift, Capitel, Kloͤſter, Ordens⸗ ſey: fo wollen wir und die bemeldte Kaͤyſerli⸗
leute, Kirchen, der Kirchen Fabriken und Spi- che Commilffarii, anftart und im Namen Käy«
täl , fie feyen in Städten oder anderswo, geift- ſerl. Majeft. und für uns ſelbſt, bey der Däbit«
liche und weltliche Brüderfchaften,und.alle ande: |lichen Heiligkeit, oder ihrer Heiligkeit Botſchaft,
te geiftliche Berfommlungen, Communen und |mit allem emfigen Fleiß befördern, und aufdle
laufen, von Mann und Srauen, fie fenener- Wege handeln, daß diejenigen, fo ihre gebuͤh⸗
emt oder nicht, ihre Steuer und Anlag geben; rende Anlag von den Penfionen und dergleichen
in Betrachtung „was ifnen an Handhabung Nutzungen entrichten, derhalben von niemand
des Chriſtlichen Namens und Glaubens davon fie beunruhiget nod) verhindert werden; und dann
auch ihre Würde, Einkommen und Unterhal⸗ von andern ihren ererbten Gütern und. fahren⸗
tung haben, gelegen ift, und demnad) von als der Haab follen die Geiftliche auch von hun⸗
len ifren Renten, Gülten und Einkommen, dert Guͤlden jährlihe Einfommens des Jahrs
den zehenten Theil, das thut von jedem hun⸗ |zehen Guͤlden, und von faufend Gulden werth
dert Gulden jaͤhrlichs Einkommens, jedes Jahr, Guts, fünf Gulden, wie von den Weltlichen
als lang diefe Anlag währer, zehen Gülden, [geordnet ift, zur Anlage an dem End, da fie
bezahlen und entrichten. gefeflen,, bezahlen und ausrichten, —
‚62. Gleicher Weiſe ſoll es auch gehalten wer· 65. Aber die Kirchenkleinode und Gezier⸗
ben mit allen Commendarlen und Haͤuſern des de ſollen in dieſer Anlage nicht mit begriffen;
Deutſchen und der Johannſer, aud) anderer ſondern als zu einem Schatz der Chriſtenheit,
ritterlichen Orden, welche vor andern zu Wi. wo man deß zu einer eilenden, nothwendigen,
derſtand des Türken zu helfen, wermöge ihrer |unvermeldlichen Hülfe bedürfen würde, geſpart
Drdensftiftung, ſchuldig feynd, und erhalten werden.
m Ttt 3 — 66. Es
arfuͤrſten, Fuͤrſten und Stani
eſenden Botſchaften, haben auch
und gut angeſehen, unfere Bot ⸗
s foͤrderlichſte zu den Eydgenoſſen
‚und ihnen dieſes Chriſtliche Vor—
vorgenommenen Anſchlag eroͤfnen,
s hie oben erzehlten Urſachen erſuchen
daß ſie gleichfals zu ſolchem Chriſt⸗
Werk ſich angreifen, und eine anſehnli⸗
ülfe an gutem Kriegsvolk ſchicken, und
N nterbalten wollen. een
= 60. Unddieweil noch feyn will, daß mittler-
weil Sriede und Ruhe in der gemeinen Ehri-
ftenheit gehalten werde, daß fie derhalben für
ſich ſelbſt gegen niemand Krieg anfahen, noch
auch einigen andern Chriftlichen Potentaten,
- fo In der Ehriftenheit Krieg zu erwecken oder zu
\ fügen unterſtuͤnden, helfen noch zuziehen mol:
'; dazu treulich helfen und fördern, daß der
Reichsitande Unterthanen, in ver Eydgenoffen-
fchaft geſeſſen, ihren Heren zu diefem guten
Merk ihre gebührende Anlage auch entrichten
und folgen laffen. r
1034 Cap.ıg. Don der durch Conventeu. Reichstäge gefüchten Religionsvergl
66, Es follen auch alle Churfürften, Fuͤr⸗Reich, und fonft. durchaus feiner geor
ſten, Geiftliche und Weltlicye, Prälaten, Sra Obrigkeit verpflichtet ei zuget — u
fen, Sreyen, Herren, die vom Adel, aud) Frey- bey Chriftlichem Gewiſſen und — en
und Reichsſtaͤdte, Communen, und alle ande-| und Glauben fic) erinnern, und nad) vermöge
ve, fo Unterthanen haben, diefe Steuer und | diefes Anſchlags und Ordnung feine gebuͤhren⸗
Anlage, fo viel derfelben ihrer Perfon und Com: | de Anlage von allen und jeden feinen Haab und _
munen Einfommen und Gütern auferlegt, al-| Gütern, beweglichen und unbeweglichen, als
fein von folchen ihrer eignen und ihrer Comm: obſteht, fie feyen oder liegen wo fie wollen, ala
nen gemeinen Gülten, Nenten und Einfommen, | lein an dem Ort, da er gefeflen ift, gewiglih
reichen und geben, ihrer Unterthanen hierinn | und ereulic) in der geordneten Einnehmerfiften
ganz verfchonet; in Betrachtung, daß diefel-| einwerfen, oder nad) Sage diefer Ordnung
ben, fie feyen geiſtlich oder weltlich, ohne das entrichten laffen. ‘ a.
daraus allefür ſich felbit, wie Hiebevor gemelöt,) 69. Damit auch folder Drönung geftrads |
ihre Anlag geben müffen, damit alfo in allen] gelebt, und alle Irrung und Zwietracht, fodie
- Ständen Gleichheit gehalten, und niemand] fes Anfchlags halben mit Belegung der Unter-
mehr dann der andere beſchwert merde. thanen und Güter zwifchen geiftlichen und welte
67. Und wiewol wiſſentlich wahr, daß deren lichen Ständen ſich leichtfam zutragen möchte,
viel, fo jährlich Dienſt und Amtgeld haben ‚| gänzlich verbütet und abgefehnitten werde: 0
Derfelben ihrer Befoldungen, über den Unkoſten, fegen, meynen und wollen wir, famt den Kaͤ⸗
den fie mit Unterhaltung Knecht und Pferde | ferlichen Commiffarien, an ftatt und im Man
und in andere Wege aufwenden müflen, um men der Kaͤyſerl. Majeft. und für uns felbft,
gar ein geringes genieffen mögen; noch dann hiemit ernftlic) befehlende, daß ein jeder allein
und damit in diefem gemeinen Anfchlag gar nie) an dem Orte, da er gefeflen, feine Anlage zu
mand verfchonet werde, fo ift von uns und den dieſer beharrlichen Türfenhülfe gebe, vonallen
Koͤyſerlichen Commiffarien, auch Churfürften, | feinen Haab und Gütern, fo er allenchalben
Fuͤrſten und Ständen und der Abmwefenden| het, unverhindert, wo ſie ſind oder liegen, und |
Botſchaften für gleihmäßig und billig angefe-|daß Fein Stand den andern, oderdeflelben Uns
hen und gefeßt worden, daß ein jeder, er ſey terthanen, darwider dringe, nod) auch anderer, ,
hoßes oder nieders, geiftliches oder weltliches fo unter ihnen nicht gefeffen, Haab und Güter, |
Standes, von hundert Gülden jährlich Dienft-) ob die ſchon unter ihnen gelegen, diefer Anlag |
oder Amtgelds, jedes Jahr diefer waͤhrenden Halber belege, nehme, noch auffalte, bey |
Anlag, einen Kalben Gülden geben foll, und| Pon und Strafe der Kaͤyſerlichen Majeſtaͤt
alfo aufund ab, nah Mehrung und Abfürzung | und des Heiligen Reichs Acht. Doch follen die |
der Summen bis auf funfzig Gülden, Aber Geiſtliche in den Reichsftädten, da die Erzbi⸗
ein jeder Diener oder Dienſtbote, geiftlich und | fchöfliche oder Biſchoͤfliche Stifte feynd, und |
weltlich, Knechte und Mägde, welchen unter| die Erzbifcöffe oder Bifchöffe und viefelbe ı
funfzegen Gülden zu Sohn geben wird, ſoll von Stade und Bürgerfchaft nicht zufammen in eis +
jedem Gülden jährlich einen Ereuzer zu geben| nen Kreys gehörig feynd, nicht in der Stadt
ſchuldig feyn. * ober deſſelben Kreys, ſondern in die Huͤlfe
68. Dieweil aber etliche Beſchwerung tra-| und Kreys, darinnen ihre Erzbiſchoͤffe und
gen möchten, ſich ihres Vermoͤgens offenbar Biſchoͤffe Bingehörig feynd, "gezogen und )
zu machen: fo foll ein jeder Churfürft, Fuͤrſt, angeichlagen werden, und alfo vie Geiftliche ©
Geiftlicher oder Weltlicher, Prälat, Prälatin, |der Enden von ihrer geiftlichen Obrigkeit, und )
Graf, Freyer, Herr, und vom Adel, Für die Weltliche von ifrer welclichen Hbrigkeit-ale
fien, Räthe und dergleichen Perfonen, aud) |lein belegt und gefteuert werden, und wo einer |
bie Grey und Neichsftädte, bey ven Pflichten, | oder mehr ungehorfam erfcheinen und darwider
damit ein jeder der Kaͤyſerl. Maj. dem heiligen | handeln würden, gegen den oder dieſelben fe
er
e
|
|
|
J
ter Pön unverzüglich und zum förderlichften zu
procediren Gewalt Haben und fehuldig feyn.
er iefer Ordnung befchrieben und gefeßt
werden, den Obrigfeiten, die fie zu bele-
gen von Alters Her in ruhigem Gebraud) her-
gebracht, in diefer Anlage anzulegen unbenom ·
men, fondern vorbehalten feyn, und fonft allen
en und niedern Obrigkeiten, geiftlichen und
weltlichen, Das alles an ifren Rechten und Ge⸗
rechtigkeiten und alten Herkommen unſchaͤdlich
und unvorgreiflich ſeyn.
70.. Dann fo ſollen auch die Churfuͤrſten,
re und andere Dbrigkeiten, in Kraft ihrer
Ihrigkeit, nach Chriftlichee Gebühr ordnen,
verfchaffen und verfügen, daß ihre Unferthanen,
obberuͤhrt, ihre gebührende Anlangen auch zah—
len, wie davon hernach fondere Artikel begrif-
fen find: doch fo follen in alle Wege alle und
jede Perſonen, hoßes und nieders Stands, in
üeberantwortung ihrer Anlag eigentlich befchrie-
ben werden, damit man den Ausſtand zu fu:
chen und einzubringen und den Ungehorfamen
zu frafen wiſſe.
x. Die Frey⸗ und Reichsſtaͤdte, auch andere
Städte, fo den Fuͤrſten oder andern Herrſchaf⸗
ten zugehören, follen von den Kinfommen in
ihrer jeder Cammer, dergleichen von den Gül-
fen und Nutzungen ihrer Hofpitale, und ande-
rer dergleichen Häufer, fo ihrer, oder der Ih⸗
en Verwaltung feyn, und dann die Zünften,
verfitäten, Commun, Collegia, Bacultäten und
Sammlungen, wie die Namen haben, nichts
ausgenommen, von ihren Gefällen, Nutzungen
und Einfommen, den obbeftimmten Anfchlag,
auch bey den Pflichten, wie gemeldf, erlegen,
‚ und fünfzig Gülden folches Einfommens, für
‚ ein faufend Gülden Haupfguts und Werths
nn ne —
‚ gerechnet werden, und alfo auf und ab, nad).
ı Anzahl ihrer jedens Einfommens.
72. Alfo follen auch die Bürger in den
1036 T V. Abſchnitt. a) Von dem zu Speyer gehaltenen Reichstag. |
der Kaͤyſerl. Fiſcal zu der Declaration beruͤhr⸗
Be deren Bauren Güter, fo nad)
Gafflen, Gylden, dergleichen alle andere Uni-
er 1037.
dert Gulden jährlicher Nutzung, wie andere
Stände, zehen Gulden, und alfo auf und ab
zu rechnen, nach Mehrung und Abkuͤrzung feis
nes Vermoͤgens, bey den Pflichten, damit er
feiner ordentlichen Obrigkeit angehen y auf feis
ne Treue und Glauben und Ehriftlichen Ge⸗
willen bezahlen und erlegen; mie davon hie
‚oben und hernach weiter begriffen ift. Es ſol⸗
len aber die gemeine Bauersleut und Unter⸗
thanen der Churfuͤrſten, Fürften und anderer
Obrigkeiten, durch. diefelbige ihre Dbrigfeiten,
wie auch deshalben hieoben und hernach geord⸗
net ift, angefchlagen, und all ihr Vermoͤgen
aufgefchrieben, und je von zwanzig Gülden
werth Hauptguts, fechs Ereuzer, oder fo viel
Werth dafür, und von denen, fo unter zwan⸗
sig Gulden wert haben, vier Ereuzer, oder fo
viel Werth dafür, Anlaggelds jährlic) ges
nommen werden. %
73. Item, die Juden follen zu diefer Türfen«
huͤlf alfo angefihlagen werden, daß eine jede
Juͤdenperſon, fie fey jung oder alt, zu —
dieſer Steuer einen Guͤlden legen, und die rei⸗
chen Juden in ſolchem Anſchlag den Armen zu
Huͤlf kommen; dazu ſoll ihrer jeder hundert
Guͤlden Hauptguts, an was Waar die immer
gelegen ſeyn, jedes Jahr auch einen Guͤlden zu
ge fhuldig, und hiemit ihr Wucher unbea
raͤftigt ſeyn. N
74. Damit nun dieſer Chriftliche Anfchlag
defto fchleuniger feinen Fortgang erreiche, und
des aufrichtigen Einnehmens, De und
Ausgebens halben bey männiglichen deſtowe⸗
niger Argwohn erwachfe, fondern der geneigte,
gute und getreue Will zu folchem recht Chriſt⸗
lichen Werk erhalten werde: fo haben wir ſamt
den Känferlichen Commiflarien, uns mit Chur«
fürften, Fuͤrſten und Ständen, und fie hin«
wieder mif ung verglichen und vereinigf; und
Eike das auch hiemit alfo, dag einem jeden _
ürfteneßum ‚oder Landſchaft vier ſtattliche,
fromme und geſchickte Berfonen zu Einneß-
mern folcher Anlag, von den Churfürften oder
‚ Städten in diefem Anſchlag belegt werden, und | Fürften, und defielben Sandfchaft, verordnet
‚ Äh jeder von einem jeden tauſend Gulden werth | werden, nemlich einer von den Chur⸗ oder Fürs
5 feiner Haab und Güter, oberzeßlter | fen, der andere von den Praͤlaten und Geiſtli⸗
Maaſſen fünf Gulden, und von jedem bun-I chen, der dritte von Örafen, Freyen, ——
9— un
1538 Cap. von der Dusch Eonventen. Reichsrägegefüchten Religionsvergt. 19 |
und ber Kiteerfeyaft j demfelben Chur fuͤrſten legenheit zu Einnehmung : diefer Anla 5 = a
oder Fuͤrſten unfertvorfen, und der vierte von ordnen. EHE
den Stäoten. Welche vier Einnehmer als⸗ 78. Dieſelbe Untereinnehmer ſollen von den
denn vornehmlich dem Landsfuͤrſten, und da⸗ Sandsfürften, und von den vier gemeinen Ein:
zu aud) feiner ganzen Landſchaft gelobt und ge-Inehmern, gleichwie Die Dbereinnehmer von
ſchworen feyn follen, ſolche Anlag gefreulic) Geiftlichen und Weltlichen geordnet und ver-
einzunehmen, zu verwahren und auszugeben, pflicht werden, Daß fie ſolche Anlag von ihrer
inmaffen der End, fo Kierüber von einem je} Amtsverwaltung, Unterthanen und Hintere
den Sandsfürften und Landſchaft ihrer Gelegen- fallen Geiſtlichen und Weltlichen, getreulich
heit nach geftellet werden foll, weiter ausführen und mit hoͤchſtem Fleiß einbringen, undin einen
wird: \ % ; an — fie en dazu aa
ne, Esfoll aud) in einem. jeden Fuͤrſtenthum, macht haben follen, zu werfen verfügen, und
— u eine gemeine: Teufen, ‚getreulich verwahren, auch die Namen allee
ſolch Geld zu verwahren, mit vier. guten Schlöf-
deren Al — Ha fo einlegen folle
oft werden, und. ber vier Cinnehmer|le, aDer UNdEDEeIN € unden, aufichreiben
ee Schlüffel zu der vier Schlöfle ei- wollen, als obfteßt, wider die Lngehore |
nem haben, alfo, daß ihrer Feiner die andere ſamen — uͤhrlich Einſehen beſchehen moͤge.
drey Schlöffer aufſchlieſſen, noch ohne die an⸗ Ds ne A Einnehmer follen auch ſon⸗ |
dern feirie Zugeordneten Die Truhen öfnen möge. eh eich da en, die Unterthanen ihrer dere
276, Bemeldte vier: Einnehmer follen auch ißte ebene hrlan er 3 a fo fie
älfer ihrer Pflicht, damit ſie ihren Landsfuͤrſten ſten ihrer Ehr und End 2 hf ö da hoͤch⸗
und Herrn zugethan, als viel dieſe Handlung Egriſtüchen Gewiſſen Kronen Slı er ihren
berührt, ganz (edig und log gezählt feyn, und | Seelen Seliafeit 0% ft, Olauben und,
ifnen- auch fonderlic) in ihre Ehr, Eyd und 50, © an fl Sin jeder Chur ermaßnen.
Melicht gebunden werben ,. daß fie ſolch Geld; feinem Fürffentkum Mandat uͤrſt und Fuͤrſt
- sher Anlag an feinen andern Ort ausgeben on darinn aus hleoben Ei ee — lafz
Her. iberantworten follen, Dann allein wie her | Id bilfigen Alrfachen die ki h — hriſtlichen
nach unterſchiedlich angezeigt wird: dabey fie] 1er werden, die Ehre deg Kin — ———
auch dann von jedem Churfürften, Zürften oder Lines heilig en Glaube es a GOttes,
Dprigkeit jedes Orts gehandhabt werden, und engeir Rus ins Woplfr * gemeiner Chri⸗
Sermegen ihrem Befehl ſtracks nachgehen, ud enden Keinen N zu Serge zu fuͤh
von niemand darum einiger Ungnad oder Ver⸗ ner "gemeinen Ehriftenn eie — oolfatık |
folgung gewartig ſeyn ſollen. lem ihrem Eigennutz vorzuſetzen ꝛc. mit ange
- 77. Und nachdem jest gedachten vier Ein⸗ Heften ernftlichen Gebot, daß fich ein jeder ges |
skmern zu viel muͤhſam und beſchwerlich waͤe | freufich, ohn allem Fal en
ur eine Anlag in allen und jeden Städten, 2, 08 Falſch und Gefahr, ſelbſt
fen ı : ſchaͤtze, und feine gebührende Anlag orlege, und
Stecken und Drten eines jeden Fuͤrſtenthums, | auf die — Som. wie oe
* Huch ihre eigene Perfonen einzubringen; des⸗ hes und nieders Stands Perfonen ———
gleichen den Unterthanen noch mehr ungelege-| Lich gefegt ift, in Die Truhen werfe oder einwer⸗
ner, olle ifre Anlagen an eine Malſtadt, den fen laffe. Und dergleichen Vermahnung fell
bier Einnegmern gelegen, zuantivorten: fo ſoll auch) zu jeder Zeit auf der Canzel durch Pfart-
ein jeder Landsfuͤrſt, ſamt feines Fuͤrſtenthums herren und Prediger zum fleißigſten geſchehen.
oder Landsverordneten vier Einnefmern, erli-] 81. Diefer Unfereinnefmer Truh oder Raft, |
che Unfereinnehmer im Salt der Rothdurft, in| foll auch vier gute Schlöffer und dazu vier une
terfchiedfiche Schlüffel Haben, davon jeder des
feines Lands Amten, Pflegern oder Haupt⸗ ter
mannſchaften, nach ſein und feines Landes Ge⸗Fuͤrſtenthums oder Lands Obereinnehmer einen,
und
--
—— — se —— — — —
— ne
ö——— — —— — —ñ— —ñ —ñ —
1040 ‚u .
llen. |
r 82. Und damit ſolche Anlag auch defto foͤr⸗
derlicher, und mit weniger Mühe eingezogen
werde, fi
ten, Vogteyen oder Hauptmannfchaften, dar-
inn ifnen die Anlag einzufammlen befoplen, ei-
tanen zuvor beftimmen und anfeßen, auf wel⸗
che fie, die Unterthanen und Hinterfaflen, ihre
gebührende Anlage erlegen follen, und welche
aus ihnen diefelbe Zeit überfchreiten und nicht er-
fegen, gegen folchen fol vermög eines fondern
hernach gefeßten Artikels gehandelt werden.
83. Gleichergeftalt follen auch die Oberein⸗
nehmer eines jeden Fuͤrſtenthums, allen und
jeden Untereinnehmern eine gewiſſe Zeit beftim-
men, ihre verfchloffene Trufen in die vorge:
nommene Stadt, dahin dann die gemeine Tru⸗
hen geſetzt und geordnet wird, zu überantwor-
" Iv. Abfehnitt. a) Don dem zu Speyer gehaltenen Reichstag.
ET EEE ER TEEN TEE EEE TE TEE TEE TEEN TEE TEE ü —
und die Untereinnefmer Beinen Schlüffel haben lag von den Lintereinnehmern ‚ober ber Ibrig-
| Feit dafelbft, eine Urfund nehme, daß er fein _
ollen die Untereinnehmer In den Ams | Herren,
nen namhaften Tag und Malftade den Unter: |
Einlegen veflelben Drts gethan habe,
86. Es foll audy mit der Grafen, Freyen,
und von Adel Unterthanen gehalten
werden, aller Maaß, wie bie oben von der an«
dern Dbrigfeiten Untertanen geordnet ift.
und weltliche, die dem Neid) ohne Mittel un«
terworfen, follen bey ihren Pflichten, immafz
fen bieoben in einem fondern Artikel verſehen,
ihre Anlagen diefer Ordnung nad) den vier
gemeinen Einnehmern ihres Fürftenefums,
oder Landes, zu überantworten beftellen,
88. Und fo dann die vier gemeine Einneh⸗
mer eines jeden Fürftentfums, oder Landes,
alle Truhen, und die darinn verwahrfe Anla«
gen, von den Unfereinnefmern, obbefchriebe«
ner Maaß, empfangen und zufammen in ih⸗
ve Truhen gebracht haben, alsdann follen Dies
gen, mit Uebergebung der Berzeichniß aller der⸗ felbe vier gemeine Einnehmer aller und jeder
jenigen, weß Stands oder Wefens die feyen,
fo ihre Gebüßr erfege, und der andern, fo iß-
ve — erlegen ſollen, aber nicht eingelegt
aben.
84. Wo dann alfo den vier gemeinen un
Sbereinnehmern durch die unfergeordnete Ein⸗
nehmer eine jede Truhe (mie gemeldt,) über-
tiefert worden, fo follen die vier gemeine Ein-
nehmer alfobald, in. Gegenroärtigfeit der Un⸗
_tereinnehmer, das Geld, fo zu folcher Anlag
gefallen, ungezaͤhlt in ipre Truhen einmwerfen,
auch den Uintereinnehmern, daß fie geftalt ihre
Zruben überantwortet Haben, Urfund und Be⸗
Eenntniß geben.
85, Die Prälaten, Grafen, Freyen,
Heren und vom Adel, follen ihre gebüßrliche
Anlag und Steuer in die gemeine Truhen der
vier gemeinen Einnehmer des Fuͤrſtenthums
oder Sands erlegen, oder in die nächfte Tru—
= der Untereinnehmer, als obfteht, einzumer:
en Macht haben, doch daß deren jeder ven
emeinen Einnefmern unter feinem Siegel zu:
hreibe ‚ an welchen Dre er feine ae Si
aben
- möge, wer gehorfam oder ungehorfam fey, Da»
zu auch an demfelben Dre der entrichteten An⸗
legt Babe, damit man eigentlich Wiſſens
Kurberi Schriften 17. Theil,
EHurfürften , geiſtlichen und weltlichen, ſolche
Truhen mit hoͤchſtem Fleiß verwahren, und
den Kreyseinnefmern, auf Form und Maaß
d hernach begriffen, fürter uͤberantworten.
89. Mit den Praͤlaten, Praͤlatinnen, Grafen,
Freyen und Herren, dem Reid) ohne Mittel
unterworfen, und die fonft feinen Herrn, dann
das Reich erfennen ‚ foll es alfo gehalten were
den, daß ein jeglicher Prälat, Prälatin, Graf,
‚oder Freyherr, für ſich felbft einen, feine geift«
liche Hinterfaffen einen, und feine weltliche
Unterthanen aud) einen Einnehmer verordnen
follen,, ſolche Anlag von ihren Unterthanen eine
sufodern , und wie von Den gemeinen Bauers«
leuten und Unterthanen auf dem Land ange=
deutet, aufzufcjreiben, und förfer zu überant«
worten, wie hernach gemeldet wird, Dieſel⸗
be drey Einnehmer füllen aud), immaffen wie
vorgefegt, den Prälaten , Prälatinnen, Örafen
Frehen, Heren, und ihrer jeder Unferthan,
ſonderlich gelobt und geſchworen ſeyn.
90. Dergleichen, wie jetzt im naͤchſten Ara
tikel angezeigt, ſoll es mit denen von Adel, ſo
dem Reich ohne Mittel, und keinem andern
Fuͤrſten oder Herrn unterworfen, und mit
Yun ihren
87. tem, Ehurfürften und Fürften, geiftliche |
108:
1)
1042 Caps i8. Von der durch Convente u. Reichstäge gefüchten Religionsvergl, 1043
ihren Unterthanen, oder Hinterfaffen, auch ge» meldte Einnefmer, fo fie die Anlag allenthal-
‚halten werden. # ben von den Herrſchaſten und Unterthanen
gr. Es wollten dann diefelbe vom Adel,dem zuſammen gebracht und in eine Truhen vers
Reich alfo ohne Mittel unterworfen, jedes Lands, ſammlet, folen alsdann diefelbe Truhen mit
darinnen fie wohnhaft, ihre eigene Truhen und | Fleiß verwahren, und den ſechs Kreyseinneh-
Einnehmer verorönen,, Die follen daffelbige zu |mern, auf Form und in Maaffen ernad) bee
thun Macht haben; doch daß diefelbige, role griffen iſt, fürter überanfworten. MR
andere Einnehmer, gelobt und gefehworen ‚auch | 95. Wo aber Churfuͤrſten, Fürften, Pra-
wis von andern Ständen ‚biebevor und Bernad) laten, Grafen, Heren, auch Trey- und Reichs⸗
mit Einbringung und Einlegung der Anlag, und ſtaͤdte in einem Kreys wären, die ihre Anlag
Belchreibung derjenigen Namen, fo ihre Ger lieber zuvor zufammen ſchuͤtten, und alsdenn
bühr erlegen , desgleicyen mit Ueberantwor⸗ dieſelben famtlich in gemeine Kreystruhen lie
£ung der Truhen, in aller Maaffen, wie von fern laffen wollten, vie follen Macht und Ge
andern Einnehmern oben und hernach gemel⸗ |walt haben, ihren und ihrer Unterthanen verorde
det ift, handeln. | * neten Einnehmern bey ihren Pflichten zu befehlen
92. Welche Trey- und Reichsſtaͤdte aber auf und aufzulegen, daß ſie ihre Truhen zufemmen
dem Land aud) Unterthanen hätten, diefelbe ih, |bringen, und die darinn verwahrte Anlage als
re Unterthanen und Hinterfaflen füllen auch |fo zufammen in eine wohlverwahrte Truhen oh⸗
Macht haben, noch einen Einnehmer zu den |ne allen Abgang werfen, und alfo fämtlidy ih⸗
obgemeldten dreyen Einnehmern zu geben und |rer aller Anlagen, in Gegenmwärtigfeit der vers
zu verorönen. - Tordneten fechs Kreiseinnehmer, in die gemeine
93. Wo aud) diefelbe Frey- und Reichsſtaͤd⸗ Kreysteufen ungezaͤhlt einwerfen, und, als
fe eine oder mehr Herrfchaften aufdem Land obſteht, verwalten laſſen. *
‚hätten, foll es alsdann mit Einbringung der | 96. Und gleicher Geſtalt foll auch allen und
Anlag derfeibigen Herrfchaften Unterchanen, in |jeden Churfürften, Fürften und gemeinen |
aller Maaſſen, wie Biebevor von den Ehurfür- | Ständen zugelaffen feyn, daß ihr jeder feinund
ften und Fürften Aemter, Vogteyen, Haupt: | feiner Unterthanen Anlag, durch ihre dazu ver-
mannfdjaften ıc. von wegen der Berordnung ordnete Einnehmer, in die gemeine Kreystru:
der Untereinnehmer und anders mehr gefege ift, | hen ungezäßle einmwerfen laffen möge. Doch
gehalten, und die Anlag, wie von den Bau: | follen.die bemelöte fechs Kreyseinnehmer, nach⸗
ersleuten auf dem Sand geordnet, angefchlagen dem alle, oder ein ziemlicher guter ‘Theil ver ı
und eingejogen werden. Anlagen in die gemeine des Kreys Truben ges
94. Drälaten, Grafen, Freyen, Herrn, bracht worden, alles eingebrad)te Geid erftlich ı
und die vom Adel, dem Neid) ohne Mittel un, aus den Truhen ſaͤmtlich zählen, auffchreiben ı
ferworfen, auch die Frey⸗ und Reichsſtaͤdte, laſſen, folgends wiederum in der gemeinen ı
follen auch (fo viel ifnen von wegen ihrer Prä- | Trußen verwahren, und nach Ausweiſung dies ı
laturen, Herrſchaſten, und ihr eigen, auch |fer Drdnung ausgeben, und den freysvermand« ı
gemeiner ihrer Stedt Einfommen, lauf ihrer ten Ständen nachgehends zu gebührender Zeit
Ordnung zu geben gebuͤhrt,) bey ihren Pflich- | aufrichtige gute Rechnung thun, auch auf Anz ı
ten, nach Ausweiſung eines vorgemeldfen Ar: | fuchung der Eünftigen Berfammlung zu Nuͤrn⸗
tifels, alfo anfahend: Es follen auch alle Chur: |berg, wie in jedem Kreys eingebradht und )
fürften, Fuͤrſten, geiftliche und weltliche, Prä- | wieder ausgeben, was auch noch in Vorrath
laten, Grafen, Freyen, Herrn, vom Adel, |fey, gnuafamen fchriftlichen Bericht ehum. Und )
aud) Frey: und Neichsftädte ıc. den Finneh- |in den KReichsftädten mögen die Geiftliche ihre !
mern, durch fie und ihre Unterthanen verordner, | befondere Einnefmer und Truhen, und die !
diefelbe ihre Gebühr überanrworfen, und in Weltliche aud) ihre eigene Einnefmer haben,
öhre verordnete Truhen legen: welche jetzt ge- und wann fie beyderfeits ihre Anlagen in Er
. ihre
|
U u. RN A!
644 IV. Abfehnire.
ie Diefeiben i
ſchuͤtten, u
Einne
N AL re A
mer in
04 2) Don dem zu Speyer gehaltenen Reichstag.
ste unterfehledliche Teufen gebracht, fo follen |von den Frey- und Reichsftädten aud) einen,
1095
n eine gemeine Truhen zuſammen | ordnen: und feßen: welche ſechs Einnehmer als.
durch ihre benderfeits verordnete | Dann dem ganzen Kreys und Ständen ‚davon
der Kreys gemeine Truhen un- ſie geordnet feynd, auch geloben ‚und ſchwoͤren
| fen, und, als obftehee, vermal- |follen, immaffen ein fonderer. Eyd von eines
| laffen: hievon allein die Geiftliche ausge:
| ri die in den Frey und Neichsftädten,
da Erzbifchöfliche und Biſchoͤfliche ale
und diefelbe ihre Erzbifchöffe oder Biſchoͤffe
u andern Kreys, weder die Stadt und
Dürger gehörig find, dann mit ſolchen foll es
bleiben und gehalten werden, wie davon hie⸗
oben ein fonderer Artikel begriffen ift.
97. Und wiewoldieStädreGoßlar, Mühlkau-
— are Ständen begriffen und verfaßt wer⸗
en fol,
"99. Und die fechs Einnehmer eines jeden Ge⸗
zirks follen Macht haben, einen frommen,
freuen, gefchickten Schreiber aufzunehmen, gea
loben und ſchwoͤren zu laffen, und ihn alsdann
zu Einnehmung und eigentliche Aufſchreibung
ſolcher Einlagen neben ifnen zu gebrauchen.
100. Und foll ein jeder Kreys oder Gezirf,
fen, Northaufen, Wangen undZell imHammers⸗ eine gelegene Malſtadt, oder Stadt erwählen
bach ihrer kuͤndlichen Schaden Brand und Ber
armung halben, dieſer Zeit ihre Anzahl Kriegs:
volk abzufertigen und bis zu Einbringung des
gemeinen Pfennings zu unterdalten nicht ver-
mögen: fo ift für billig bedacht, daß ihnen zu
Gnaden und Ergegung ihrer erliftenen Schaͤ—
den die Anzahl ihres Kriegsvolfsnachgelaffen
fey, mit dem Geding, daß andere ihre mir.
friegsverwandte Stände mit ihrer, der ge
dachten Städte Anzahl Kriegsvolfs zu unter
halten nicht beſchweret werden, und in ihrer je-
der Kreys gemeiner Truhen einbringen, und
fonft dergleichen Freyheit und! Vergünftigung
niemand anders mehr erlaube noch gegeben
‚werden. | Mn
98. Dieweil aber beſchwerlich und forgfam
feyn würde, ſolche Anlag von allen Churfür-
ten, Fuͤrſten, geiftlichen und meltlichen, und
andern Ständen, famt derfelben Unterthanen,
an einige Malftade zu bringen, melches auch
ohne merflichen Koften nicht zumegen gebracht
werden möchfe ; darum und nachdem das Neid)
Deutſcher Nation in zehen Kreys, oder Eir-
kel getheilt iſt: fo feßen, ordnen und wollen wir,
daß in einem jeden der gedachten zehen Kreys,
oder Gezirk, nach ihrer Des Kreys Gelegenheit,
ſechs Einnehmer aus demfelben Kreys gefegt
und verordnet werden, und nemlic) follen Die
geiftliche Churfuͤrſten und Fürften einen, welt
fie Churfuͤrſten und Fürften einen, Praͤ—
laten einen, Grafen und Freyherrn einen, die
von der Ritterfchaft und Adel einen, und die
*
und vornehmen, da die ſechs deſſelben Gezirks
Einnehmer jedes Jahrs zweymal, nemlich
auf N. und N. Zeit zuſammen kommen, wie
fid) eines jeden Kreys Stände deshalben unter
ihnen vergleichen werden; und wo fie alle defe
felben Kreys Anlagen nicht ehe empfingen ‚fol
len fie zum mwenigften eine beftimmte Zeit, nad)
Gelegenheit des Kreys, ben einander bleiben,
und auf die Anlagen warten; und fo diefelben
von jedem Stand und deſſelben Unterthanen
empfangen, durch ihren geſchwornen Schrei«
ber eigentlich und gefreulic) in ihrem Bey—⸗
ſeyn auffchreiben laflen, und ſolche Anlag in eis
ne Kiften oder Truhen werfen, die mit fechs
Schlöffern verwahrt fey, dazu auch ihrer der
ſechs Einnehmer jeder einen unterſchiedlichen
Schluͤſſel Haben foll. NE
101. Und follen die. obgemeldte ſechs Kreys⸗
einnehmer allen gemeinen und Dbereinnefmern -
ihres Kreyſes der Churfuͤrſtenthuͤmer und Fürs
ftenthümer, Prälaten , Grafen, Freyen, Herrn,
vom Adel, auch Frey-und Neichsftädteen, und
derfelben Unterthanen ‚die obangezeigfe.Zriter-
nennen, und von ihnen ihre eingebrachte An⸗
lag auf obbemeldte Zeit und Maſſtadt zu über
antworten erfordern, in welcher Zeit die obbes
meldte Einnehmer, Stände, und ihre Unter—
thanen, ihre eingebrachte Einlagen und Steu⸗
er, diefen fechs des Gezirks Einnehmern zu _
lieffern ſchuldig feyn follen, und alsdann aud)
nicht unferlaffen , von Denfelben Kreysein-
neßmern eine Urkund und Bekenntniß zu em⸗
Yuu 2 pfahen
1046 Cap. ıg. Don der durd) Conventeu.Beichstäge geſuchten Religionsvergl, ı
pfahen, daß fie ihre Anlag auch ungezaͤhlt ein- | folgen laffen Habe; oder zu ſehen und
En — Dergleichen ſollen es die ſechs ſich ſolches ſeines Ungehorſams halben (mo e
Kreyseinnehmer auch fleißig aufſchreiben laſſen, ein Weltlicher iſt, in Roͤmiſcher Kaͤyſerl a
damit man Willens haben möge, wer feine Majeftät und des Heiligen Reichs Acht, und
Anlag ihnen zugeftelle Habe, oder nicht. im Ball, Da der Ungehorſame eine geiftliche
. 302. Würde fid) aber jemand, er fey Ehur- | Perfon wäre, alsdann zu fehen und hören, zu
fürft, Sürft, geiftlich oder weltlich, Prälat ‚erklären und zu fprechen, daß er aller und jes
Graf, Freyer, Herr von ber Kitterfchaft und der feiner Privilegien, Freyheiten, Gnad und
Hoel, eder auch von Frey⸗ und Reichsſtaͤdten, Gerechtigkeit, aud) Schuß und Schirm, 5
STE
an Schickung feiner Anzahl. Kriegsvolf, oder | von Kaͤhſerlicher Majeftät und deren Vorfah—
an Erlegung des gemeinen Dfennings und An: |ren am Reich, Römifchen Känfern und Koͤn
ſchlags faumen, fid) deß erwidern, ober je. gen Kat, verwirket, entfeßt und privire fey. |
mands anders an Vollziehung des Anfchlags | Und wo alsdann der Lngehorfame ‚oder Ueber:
verhindern, ihm etwas aufhalten, oder nicht treter diefer Drönung, er. fen geiftlic), oder '
folgen laffen (das fid) in Betradytung diefes weltlich, nicht erfcheinen noch fein Gehor⸗
Chriſtlichen guten Vorhabens, und des be |fam, wie jeßtgemeldet iſt, oderin andere Weg.
ſchwerlichen hohen Dbliegens Deutſcher Na: | mit erbeblidyem Grund anzeigen würde, — |
tion, unfers Baterlands, zu feinem zu verfehen): bemeldter Känferlicher Fifcal gegen in oßne
fo haben wir , famt den obgemeldten verordne: einigen zierlichen Droceß und Anfalten, une
fen Känferlichen Commiflarien, im Namen |verzüglic, vom Kammerrichter und Beyſitzern
der Roͤmiſchen Känferlichen Majeftät und des Käyferlichen Kammergerichts in obbe⸗
für uns felbft, für ihrer Känferlicien Maijeſtaͤt ſtimmte Pön erkläre und denunciirt, auch
und unfer Erbland, uns mit Churfürften , Fuͤr⸗ durch alle Stände ſolcher Acht, oder Privie
ften und Ständen verglichen und vereiniget: |rung, zu Strafung des fhädlichen Ungehore
vereinigen, feßen und ordnen auch Darauf aus ſams, nachgefest und gefolgee werden. uͤnd
rechtem Wiffen, von Roͤmiſcher Känferlicher Izu dem, wo der Ungehorfame, oder Uebertres
und Koͤniglicher Macht und Vollkommenheit, |ter diefer Drönung, fo lang in feiner Rebellion
daß alle und jede, fo alfo ungehorfam find, oder |verharren würde, bis der oberfte Hauptmann
diefe Drdnung verbrechen,, in der KRänferlichen |von der Erpedition wiederfäme, fo foll er auch
Maieftät und des heiligen Reichs Acht mit der ſolchen Ungehorſamen mit fo viel Volks, als
That gefallen, und wo die Verbrecher geiftli- ihm vonnöchen zu feyn anfehen würde, übers
che Perfonen wären, ihre Privilegien, Schuß |zlehen, die Anlag und Hülf (die der Ungehors
und Schirm , die fie von Käyferlicher Maje- ſame alsdann gedoppelt, famt allen Koften 5
ftät, deren Vorfahren ‚und dem heiligen Neid) |fo auf den Ueberzug gelaufen, zu bezahlen
haben, damit verwirkt, deren privirt undent- ſchuldig feyn foll,) alfo zwiefach mit ſamt den
fest ſeyn, auch gegen ihnen ſaͤmtlich und fon; Jaufgelaufenen Koften und Schaden von ihme.
Derlich nachfolgender maſſen gehandelt wer: leinbringen. J
den: nemlich, ſoll der Kaͤyſerliche Fiſcal, auf 4
Anregung und Bericht der ſechs gemeinen Ein· 103. Die Kaͤyhſerliche Majeſtaͤt und wir ſol⸗
nehmer, oder auf fein ſelbſt eigene Erfundi. len und wollen auch ſamt und fonders ſolcher
gung, gegen denfelbenLingehorfamen von Stund |ungehorfamen und erflärten-Echter feinen,ebe
an procediren, und ihn laden laffen ‚zuerfcheinen, Jund zuvor er alles das, fo ihm diefe Ordnung
und anzuzeigen, Daß er nach Gage diefer un Jaufleget, vollkommentlich und gehorfamlichere
ferer Ordnung und Abſchieds, feine gebühren- ſtattet Bat, von der Ache nicht abfolviren, noch.
de Anlag gehorfamlid) erlege habe, auch nie. jerledigen, und ob darwider efwas von ihrer
mand daran verhindert, oder efwas, fo jemand Kaͤyſerlichen Majeftät, oder ung erlangt würs
dazu gebühren mörhte, aufgehalten, oder nishe |de, oder aus eigener Bewegniß ee.
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enfchen gegeben: nemlich allein zum Wider⸗
darauf haben wir mit Willen und Rath} gemei-
mer Stände für nutz und gut angefehen und
geordnet, dieweil fiedie Chriſtliche Erpedition
auf ihren felbft Koſten, dem allmächtigen
Gott zu Lob und Erhaltung Cpriftlicyes Glau⸗
bens, vorgenommen, derowegen auch ein jegli:
cher der zehen Kreys feine Kriegeräthe, als
obfteht, zu dem oberften Feldhauptmann ver:
ordnet: fo follen die verordnete Einnehmer in
einem jeden Kreys erſtlich von folcher Anlage
jedem Churfürften, Fuͤrſten, Prälaten, Gra-
fen, Herren und andern Ständen, ihr ausge:
legtes Geld, fo ihrer jedem auf die Beftellung
und Unterhaltung feiner Anzahl Kriegsvolf gan-
gen, wiederum hinaus geben, oder in Leber:
antwortung feiner Anlag abziehen, und alsdann
ferner die verordnete fechs Kriegseinnehmer ,
von dem allzufammen gebradjyten Geld der
Churfuͤrſten, Fürften und gemeiner- Stände,
davon fie verordnet feyn, deſſelben ihres Kreys
aufgenommenes und wider den Türken gefchick-
tes Kriegsvolk befolden und unterhalten, und
demnach veflelben Kreys verordnete Kriegsra-
the zu jeder — ſo viel Gelds zu⸗
ſchicken, damit das .
wißlich bezahlt, und aller Unrach, fo aus
Pichrbesablung bey dem Kriegsvolk erftehen
mödıte, verhütet werde.
105. Damit auch ein jeder Kreys feine An-
zahl Volks geroißlich haben, auch wiſſen mö-
ge, daß mit feinem Geld-getreulich und nüß-
lich gehandelt werde: fofoll ein jeder Kreys fei-
nem Kriegsrath zween ehrbare, gefchickte Ge⸗
genfchreiber zuorönen, und den dreyen ihres
Kreyſes Geld zu verivalten vertrauen ; die fol-
len alsdann ihr Kriegsvolf ale Monat muftern
und bezahlen, und nachgehends ihren Obern
T V. Abfepnitt. a) Don dem zu Speyerlgebaltenen Reichstag,
I’denn-als jest, und jegt als dann,
| jeden Kreys Anlag, alfo ‚zufammen
gebracht und geliefert, an einen andern Ort fe
noch Gebraudy ausgegeben oder verwendet
ıde, dann darzu fie Durch die Epriftgläubige | Bortheil bey den Hauptleuten und Kriegsvolf,
ftand des Türken, feiner Helfer und Anhänger:
riegsvolf unverzüglich.
1049
‚ven fondern Pflichten fleißig Aufmerfens ha⸗
0.5 |ben, daß an ihrem Kriegsvolk nach den Perſo⸗
gen, ordnen und wollen auch,
nen fein Mangel erfcheine, und jederzeit die An⸗
zahl, wie beſchloſſen ift, anden Perfonen erfege-
ey ·
106. Dergleichen alle Eigennuͤtzigkeit und
Inder Muſterung, Abzaͤhlung und Bezahlung,
mit Sleiß abgewendet, und folcher Geſuch, der
jonft nicht loͤblich, in dieſem Epriftlichen Werk
mit nichten geduldet werden.
107. Und damit diefe Anlage nirgend verhin⸗
‚dert werde, meynen, ordnen und wollen wir,
ob fich zufrüge, daß in einem Kreyfe Städte
oder Unterthanen wären, darüber zween die
Obrigkeit zu haben vermeynten, "und ſich ders
halben nicht vergleichen möchten oder wollten ,
welcher aus ihnen von denfelben Stäbten oder
Unterthanen die Anlagen fordern und empfahen
follte, daß alsdann die andern deffelben Krey⸗
fes verwandte Stände einen verordnen, der
das erlegte und eingebrachte Geld andem ſtrei⸗
tigen Dre, obberührter Weile und Maaß, eme
pfahe und den Einnehmern deflelben Krey⸗
fes überliefere , doc) den Herrfchaften an ihrer
jeden Gerechtigkeit und Obrigkeit ohne Scya«
den, denen auch hiemit nichtsbenommen ‚noc)
den Unterthanen wider ihre Herrfchaft gegeben
noch zugelaffen werden fol,
108. Fuͤrter haben wir und gemeine Staͤn⸗
de des Reichs für nuß angefehen und geord«
net, daß in allen Pfarrkirchen, in Städten: -
und auf dem Sande, ein befonderer Stock oder
Truhen gefegt, und das Volk alle Sonntage,
aud) Feyertage und andere Täge, Daran gepree
diget wird, Durch Die Prediger zum fleißigften
ermahnet werden folle, ihre Hülfe, aud) über
die hieeben beftimmte gebüßrende Anlage, un=
ferm Chriſtlichen Kriegsvolf, welches wider die
Unglaͤubigen unfern heiligen Glauben und Va—
terland befchirmen foll, nach eines jeden Gele⸗
genheit und wie ihn der Allmächtige ermaßs
Inef, aus Ehriftlichee Liebe und Meigung zu
reichen.
durd) die Dbrigfeit und Amtleute, in Beyſeyn
etlicher ehrbarer Derfonen, alle Monate aufge⸗
Diefelbe Stoͤck oder Truhen follen
tichtige und gufe Rechnung tun, auch bey ih ⸗than, un was darinn befunden, eigentlic; be⸗
27 | un 3
ſchrie⸗
INN EN ER FO
‘100 Cap ıg. Don der durch Eonventeu. Reichstäge gefüchten Religionsvergl, ı —
ſchrieben , und den ſechs Obereinnnefmerndes| 114. Und fonderlid) wollen und follen wie
Krenfes überantwortet werden, - der Proviant halben die Verordnung tun,
100. Serner haben wir, gemeine Stände ‚daß diefelbige an gelegene Päge und Kaften
“ freundlich und gnädiglich bewilliget und zuge: | geführt und vermahre, auch fo viel Mühlen und
fagt, über die N. Stuͤck Büchfen, darunter Backöfen aufgerichter werden, daß eine anſehn⸗
N. Stuͤck Mauerbrecher feyn follen, die wir liche Anzahl Mehl gemahlen, und Biscodta in. |
mit aller Munition und andrer Zugehörung zu |rechter Zeit gebacken werden. J
unterhalten vormals bewilliget, noch ein N. 115. Gleichermaſſen haben wir dieſem Chriſt-
oder N. Mauerbrecher dieſem Chriſtlichen lichen Werk zu Gutem und Wohlfahrt bewile
Kriegsvolk zuzuordnen, und gleichermaſſen mit ligt und auf uns genommen, zum foͤrderlich⸗
aller Zugehörung zu verfehen. |
volk mit einem Seldgefchüß gegen diefen maͤch⸗ nung vorzunehmen und zu machen, daß aus
tigen Seind, den Türken, feine Helfer und An-
hänger, deſto befler gefaßt fey: haben gemeine] zugefüßret werde, und daß die Fremden, ſo
Stände diefem Werk zu Gutem ſich erboten, | von weiten Ber Proviant bringen, vor andern
und verfprochen, daß ein jeder Kreys einem je⸗ nahe gefeffenen und Synländifchen gefertige und
den Fähnlein Knecht, N: Halbe Schlagen oder | abgefertigt werden. Damit foldy Zuführen dem -
Chriftlichen Kriegsvolk defto vorsräglicher fy,
Salcona, mit famt N. Kugeln, und anderer
auf jedes Stuͤck gehöriger Reitfchaft und noth- wollen wir durd) unfer offen Ausfchreiben und
duͤrftiger Verſehung mitgeben , verordnen und | Bermaßnungsbriefgnädiglich verwahren, heifa
unterhalten foll. ſen und vermahnen, daßalledie, fodem Kriege:
- 112. Doc) foll folch Geſchuͤtz nicht anderswo⸗ volt Getraͤyd zuzuführen vorhabens ſeyn,
bin, noch andrer Geſtalt, dann bey des Reichs | fich befleißigen ſollen, anſtatt des Korns, fü
Keriegsvolk, für ein Feldgeſchuͤtzgebraucht, und viel immer moͤglich iſt, Mehl zu machen und
wo an demſelben oder feiner zugehörigen Ar, | zuzuführen.
‚tillerie und Munition einiger Mangel fi zu-| 116. Und damit der gemeine Kriegsmann
£rüge, der foll auch durd) eine weitere Worfe- feine Nahrung um einen ziemlichen Pfennig has
bung und Ordnung der Reichsverfammlung zu ben und dem übermäßigen unordentlichen Vor⸗
Nürnberg erfeßet und erftattet werden. kauf vorkommen, und ein freyer Markt, wie
n. Und damit auch mittlerzeit an notkdürf-| Kriegs Brauch und Herkommen iſt, gehalten:
denſelben anſtoſſenden Landen auch Proviane
‚zu ften bey den anftoffenden Landen, als Bäyern,
110. Und damit aud) das Chriftliche Kriegs-| Schwaben und andern, dermaflen gute Drd-
tiger Munition und Artillerie, zu der Reiche: 'f foll aller Droviant , der diefem Chriftlichen |
ftände Feldgefhüß gehörig, Fein Mangel er« Heer zugeführet wird, Geleit, Zoll, Freygelds,
ſcheine: ſo fol nichts deſtoweniger ein jeder und Maut, auch aller andern Auflagen und‘
Kreys folcher Zugebörung halben an eine be! Befchwerungen zu Waller und fand, in allem
F
queme und dem Heer nicht weit entlegene Stadf Städten und Orten frey, und unbefchwert gen
dermaſſen Vorrath verſchaffen, Damit eines je |laffen werden.
den Kreyfes Käthe denfelben alfo finden, und| 117. Und zu. defto ſtattlicher Unterhaltung
unverzüglich. zu der Nothdurft zu gebrauchen, dieſes Heers, haben wir ſamt den Kaͤhſerlichen
zu ſich bringen möge. Commiſſarien, im Namen der Käyfer!. Majeſt.
113. Wir follen und wollen auch diefe gnaͤ⸗ | und für ung felbft, mic Ehurfürften, Fuͤrſten
dige.und gufe Ordnung, daß dem ganzen Heer und Ständen, und fie mit uns verglichen und:
an nothdürftigem Proviant gute Vorſehung be} vereinigt, daß ein jeder aus feinem Gebiet die:
fehehe, und an dem, auch allem andern, ſo Proviant frey zuführen laffen, und mit nichten
wir, laut unferer fehrifelichen Anzeige, im An:| verhindern und verbieten füll.
fang diefes Reichstags gefchehen, auf uns ge] 118. Dieweil ſich aber weiter auch aller
‚ nommen, gar feinen Mangel erfcheinen laſſen. Band hochwichtiger Sachen und Kanbiange Te
es
ee —
— — —— — ——
— ——
2 IV, Abſchnitt. a) Von dem zu Speyer gehaltenen Reichstag. 1053
‚Epriftlichen trefflichen Erpedition zuver- legt und überantworter werde. Darzu follen
| ichtig jutragen werden ‚ darüber weiter Bor» die bemeldte verordneten Raͤthe Gewalt und
febung geſchehen muß, darzu nod) zur Zeit un, | Macht Haben, oßne einig wieder Hinterſichbrin⸗
gewiß, ob man mit dem obbeftimmten Auſchlag gen, im Fall der Nothdurft Mehrung und
des gemeinen Pfennigs diefen vorgenommenen Ringerung in diefer Anlag, nad) Goftalt und
Zug und Anzahl Kriegsvolk bey einem oder |Öelegenheit des Weberfchuß) oder Mangels, -
mehr Kreyſen erhalten möge oder nichts fo fol, fo bey den Kreystruhen befunden wird, vore
len von gemeiner Stände wegen vier Raͤthe zunefmen und zu machen, mit der Befcheiden»
verordnet werden, Die auf den erften Tag Ju |heit, Daß ſolche Mehrung und Minderung der
ni, nächftkünftig, zu Regenſpurg einkommen, Anlagen nicht anders, denn nah Form und
daſelbſt bis auf fernern Beſcheid der gemeinen Geſtalt diefes alhie gemachten Anſchlags, vore
Keichsftände, fo, wie hernach folger ‚zu Nürn- |genommen und gemacht werde. 0
‚berg zufammen fommen werden, verharren, | ı21. Und daß aber in diefen hochwichtigen
und die Poft und Briefe, fo vondem oberſten Sachen nichts verſaͤumet werde; fo follen ges
Seldhauptmann und andern dieſer Expedition meine Stände des Reichs, fo durch fich felbit,
halben an gemeine Stände ausgehen werden, |oderihre vollmächtige Borfchaften, auf beſtimm⸗
erbrechen und überfchütten. — fen dreyjehenten Tag Julii zu Nürnberg an«
119. Wo auch in Sachen, aufdiefem Reichs: |Eommen, ihrer ſeyn viel oder wenig, unver
tag befehloffen ‚ etwas abgehen wollte, von ge- |züglich in den Sachen fortfchreiten und ſchlieſ⸗
meiner Stände wegen anhalten und befördern, fen, und folcher ihr Beſchluß die Abwefende
daß diefelben ohne Auffalten und Verzug in nicht weniger binden, dann als ob fie felbft zu
Das Werk-befördere werden , und daß nach. |gegen wären. —
gehends auf den dreyzehenten Tag des Mo.| 122. Und daß auch in Einbringung dieſes
nats Julii, naͤchſtkommend, alle Churfuͤrſten, gemeinen Pfennings und Anſchlags deſtoweni⸗
Fuͤrſten und Staͤnde, felbft perſoͤnlich, oder ger Irrung und Hinderung vorfallen: fo da»
durch ihre Botſchaften mit gnugſamen voll. |ben wir ſamt den Kaͤyſerlichen Commiſſarien,
mächtigem Gewalt, zu Nuͤrnberg einkommen, anſtatt und im Namen der Kaͤyſerlichen Mar
alle Nothdurft diefer Erpedition, und was ſich |jeftät und für uns felbft, auch von wegen
derhalben zugetragen hätte oder wuͤrde, zu ver- Kaͤyſerlichen Majeftät und unferer Erblanden,
nehmen, und gebührende Ein und Füriefung in diefe Chriftliche und norkwerdige Drönung
zu thun , fonderlich wo fich befünde, daß eine ‚| und Anfchlag bemilligt,, wir follen und wollen
oder mehr Kreys zu Unterhaltung feiner An⸗ auch Darmider nichts vornehmen, oder hun,
zahl Kriegsvo'fs mit feiner eingebrachten An. | noch andern zu thun geſtatten. |
dage nicht vermögentlich gnug wäre, alsdann| 123. Und als wir ferner zu Röniglihem Ge
die Vorgleichung unter den Kreyfen zu machen muͤth gefüßrere, und mit gemeinen Ständen
und zu verſchaffen, Daß derfeiben unvermögii- | bedächtlicd) und flattlich erwogen, was freffliche
hen Kreys Kriegsvolk aus der andern Start) Verhinderung diefem Chriſtlichen nothwendi⸗
baltern Kreys überbleibenden eingebrachten An-|gen Werk aus dem erfolgen koͤnnte, mo mit-
lagen unterhalten, und der unvermöglichen Be ſerweil im heiligen Neid) Deurfcher Nation ,
ſchwerung abgeftellt und Fein Stand . vor dem | oder aud) an andern Enden der Ehriftenheif,
andern befchmert werde. Unfrieden, Empörung und Kriege angerichtet,
120. Und damit ſolches defto gewiſſer befche- = gedultet werden follten: demnach Haben
be, fo wollen und ordnen wir, daß ver gemei-twir famt den Käyferlichen Commiffarien ‚an.
ne Pfenning, vermöge dieſes alhie gemachten | ftatt und von wegen der Kaͤyſerlichen Majeftät
Anjchlags, zum förderlichften und auf das al. und für uns ſelbſi, uns mit Churfürften, Für-
lerlängfte vor Dem dreyzehenten Tag Juli al-| ften und Ständen, und fie hinwiederum mie
lenhalben eingezogen, und in die gemeine Kreis. ung ſich vertragen und vereiniger, daß ihre
truhen den ſechs gemeinen Einnehmern er- RKaͤh⸗
1054 Cap. 18. Don der durch) Tonventeu, Reichstäge gefüchten Religiensvergi. ns
Räyferliche Majeftät und wir, nicht allein Erbfeind zu Helfen wohl geneigt find: fo follen. |
als Roͤmiſcher Känfer und König, fondern aud) | diefelbigen als Stafien , rt —
als Chriſtliche Koͤnige und Fuͤrſten des heiligen
Reichs, fuͤr uns und von wegen unſerer beyder
Erblande, Fried und Recht im Reich gegen
Pohlen, Schottland und andere um
‚beten, inſonderheit aber Daͤnnemark, als zum
Frie egen theil auch des heiligen Reichs verwandtes Mit.
deſſelben Mitgliedern und andern Chriſtlichen glied, durch den Churfuͤrſten zu Sachſen und
Huͤlfe ges
Potentaten halten, und dazu auch verfügen fol: |Sandgrafen zu Heflen erfucht werden.
ien,‚daß ſolches im heiligen Reich beftändiglic)
bleibe und erhalten werde.
„126, Und wiewol diefe bewilligte Tuͤrken⸗
huͤlfe ſich nur auf zwey Jahr, doch allein im
a
—
—
—
124. Hlerum und dieweil wir ſamt den Käye | Fall der Noth erſtrecket, dannoch haben Chur⸗
ſerlichen Commiſſarien, anſtatt und im Namen fuͤrſten, Fuͤrſten, und gemeine de Ba
der Käyferlichen Majeftät und für uns felbft,
folcyen Fried und gute Einigkeit im heiligen
Reich zu erhalten, Krieg und Aufrußr zu ver-
hüten geneigt feyn: fo gebieten wir von Roͤmi—
fcher Känferlicher und Königliher Macht und
Vollkommenheit, allen und jeden Churfürften,
Fuͤrſten, geiftlihen und weltlichen, Prälaten,
Grafen, Freyen, Herin, Rittern, Knechten,
Hauptleuten, Landvogten, Vitzthumen, Voͤg
ten, Pflegern, Verweſern, Amtleuten,
Schultheiſſen, Richtern, Raͤthen, Buͤr—
gern, Gemeinden, und ſonſt allen andern un.
fern und des heiligen Neichs Untertanen und
Gefreuen , in was Würden, Stand vder
Weſen die feyen, hiemit ernftlich und wollen, und von Alters herbracht, gutwillig und gehor⸗
. Daß feiner dem andern mit Gewalt und der
That, wider Recht und der Kaͤyſerlichen
Majeftät und des heiligen Reichs aufgerichte-
ten Jandfrieden überziehe, angreife, noch be-
fchädige; fondern fid) ein jeder gegen dem an-
dern friedlich Halte, und bey ordentlichen Red)
ten bleiben lafie, wie dann derfelbige der Käy.
ſerlichen Majeftät und des heiligen Reichs auf
gerichteter Landfriede feines Innhalts weiter
vermag, als lieb einem jeden fey der Kaͤyſerli⸗
chen Majeftät , auch unfer und des Reichs
ſchwere Ungnade, und die Pon, in obbemeldtem
ihrer Kaͤyſerlichen Majeftät und des heiligen
Reichs ausgangenen tandfrieden begriffen, zu
vermeiden. Das ift Kaͤyſerl. Mejeftät und un»
fere ernftliche Meynung.
" 125. Dieweil aber zu diefem gufen Vorha⸗
ben und Werk der beharrlicyen Hülfe wider
den Türken auch andere Ehriftliche Könige
und Potentaten, aus Chriftlicher Neigung
und Mitleiden , wider gemeiner Chriſtenheit
liget, fic) aud) weiter, wo es die Morhdurft
erfordert und fie deroßalben norhdürftiglich
und zeitlich berichtet werden, gegen der Käys
ferlihen Majeftät und uns, zu Rettung des
Epriftlichen Bluts und gemeines Vaterlands,
aller unterthänigen, getreuen, Chriftlidyen Ges
borfam und Gebühr zu erzeigen und zu halten,
darob die Käyf. Majeftär und wir zuverfich:
tiglich ein gnädig gut Gefallen fragen werden,
127. Dieweil aber Ehurfürften,, Fürften und
—— ET
gemeine Stände der Känferlichen Majeftäc
und ung zu unferfhänigem Gefallen, und Dies
fem Chriſtlichen Werk zu Beförderung und Gu⸗
tem, unverhindert weß ihrer etliche befreyet
ſamlich ſich in die Hülfe eingelaffen: fo fegen,
ordnen und wollen wir, daß folche ihre jeßtges
thane Bewilligung und Einlaffen ihnen allen
und ihrer jedem befonders feinen Cingangges
bären, und an ihren Rechten, Oerechtigkelten,
Freyheiten, und altem Herfommen, fonft in
v
allweg unſchaͤdlich und unabbrüd)ig feyn fol,
‚128. Alsdann aud) die Päbftliche Heiligk
ihre anſehnliche Botſchaft, nemlich,
würdigen Herrn Johann, Biſchoffen zu Mos
dena, auf dieſem Reichstag alhie verordnet,
und neben der Huͤlfe, die ihre Heiligkeit wi—
‚der den Tuͤrken bewilligt, eröfnen und anzel⸗
- m I - —
gen hat laflen, daß ihre Heiligkeit das Concl- :
lium allweg nothwendig geachtet Habe, zu Abs
ftellung der Streit und Uneinigkeit dieſer loͤbli⸗
chen Deutſchen Nation, und ganzer Chriſten⸗
heit zu Gutem und Wohlfahrt; haͤb aber gleich» -
wol betrachtet, Daß aus allerley beweglichen '
Urfachen Deutfche Nation, zu Haltung des '
Concilii Feine gelegene Malftade geben möge,
und
\ 55 W.Abfebn. 2) Don dem zu Gpeyer'gebaltenen Reichstag.
und‘verowegen für gut angefehen, das Conci⸗ |diefer Reichstagshandlung regiſtrirt ift und
llum in Welfchland, nemlich gen Mantua, |behaltenwird.
Ferrara, Bononia, oder Placenzauszufchreis | 130. Und nachdem auf dem vierzehenten
ben. Sofern aber diefer Städte Feine,aus et- | Tag Januarii, nächft verſchienen, von einer ein-
lichen Urfachen für bequem geachtet würde, * gleichmaͤßigen Muͤnze im Reich Deut⸗
wie ihre Heiligkeit bedacht, daſſelbige Concili⸗ {her Nation aufzurichten, dergleichen auch von
unm auf unſerer lieben Frauen Himmelfahrt, wegen Ringerung der Anſchlaͤge, deren die
den funfzehenten Tag Auguſti, nächftfünftig |Stände vielmalen zu gehaltenen Reichstaͤgen
gen Trient, oder Cammerich zu legen, welche |vertröftet worden, und. dann von Vollziehung,
‚Städte beyde in Deutfcher Nation gelegen Handhabung und Befferung der Reformation
| ‚wären, damit ihre Heiligkeit dieſer Nation, und Ordnung guter Policey,zuSpeyer gehandelt
die ihr ſehr lieb. fey, Rath fchaffen, und das und beſchloſſen feyn füllte, und aber aus vor-
Concilium einmal shne Berbinderung feinen gefallener Verhinderung nicht gefchehen: fo
Fortgang gewinnen und erlangen möge. Dar- haben wir und die Räyferliche Commiffarii uns .
auf haben wir famt den Känferlichen: Commif- mit Churfürften , Fürften und gemeinen Stän«
farien uns mie Churfürften, Fürften und ge- den, und fie ſich hinwiederum mit uns, zufers
meinen Ständen entfchloffen, und bemeldter Inerer Handlung und Beſchluß obbemeldter Sa⸗
des Concilit halben gern gehört, bitten auch,
daß daffelbige unverzüglich auf den beſtimmten
Tag gewißlich ausgefchrieben und gehalten
werde. ber der Malftade halben nehmen
wir zu gutem hohen Danf an, daß ihre Heilig-
keit, unſerm Bitten na), ſolch Concilium in
Deutſcher Nation zu halten bewilligt; und fo
fern Feine gelegnere Malſtadt in Deutfcher Na⸗—
tion als Negenfpurg oder Cölln erhalten wer:
den mag, fo wollen wir und gemeine Stän-
de uns an der ernennten Malftadt des
Eoneilii, nemlidy der Stadt Trient, begnügen
laffen, mit vem Ehriftlichen gebüßrenden und
Se Erbieten, daß wir das Concilium
ihrer Heiligkeit Borfchafe, neben der Antwort, |hen verglichen, nemlid), daß auf den obbe«
ihrer Heiligkeit bewilligten Hülf halben gege- ftimmten vdrenzehenten Tag Julii, nächfte
‚ben, von wegen des Concilii antworten laffen, |Fünftig , zu Nürnberg jetztgedachter Sachen hal«
daß wir feiner Heiligkeit Gemuͤth und Willen ben auch gerathſchlaget und beſchloſſen foll -
werden. n
131. Und damit die Zeit diefer währenden
Türfenhüffe und fonft im Heiligen Reid) Deuts
feher Nation Friede, Ruhe und Einigfeitge-
pflanze und erhalten, das Mißtrauen, fo uns
ter ven Ständen des Reichs, fonderlich von
megen der ftreitigen Religion eingeriffen, ab⸗
geftelle, gemildert und geringere werde, und
tich alfo Fein Theil von dem andern einiges
Unrechteng oder Gefahr beforgen dürfe, aud)
männiglic) bey Fried, Recht und Billigfeit blei⸗
ben möge: fo haben wir anſtatt und im Damen
der Kaͤhſerlichen Majeftär den Friedſtand, mie
der von ihrer Kaͤyſerlichen Majeftät aufjünaft
beſuchen, und allen guten und möglichen Fleiß |gehaltenem Reichstag zu Negenfpurg gemacht,
vorwenden wollen, alle Streit und Uneinigkeit |famt der Sufpenfion der Acten und Proceffen,
hinzulegen, damit alle in unferer Heiligen Re |fo in Religions- und andern Sachen am Kaͤy⸗
‚ligion ſchwebende Irrungen zu Chriftlicher au: |ferlichen Cammergericht anhängig gemacht
ter Bergleichung gebracht, auch guter Fried und und ergangen find, auf fünf Jahr lang, nad)
Ruhe gepflanzee und erhalten werde, Ausgang der jetzt worftehenden Expedition
RE { 2 wider, Den Tuͤrken anzurechnen , erſtreckt
129. Dargegen haben die Stände der Aug⸗ |und prorogirt: alfo daß derfelbige Fried⸗
“fpurgifchen Konfeßion und Religion anängig, |ftand und Megenfpurgifche Abſchied in Als
‚eine ſchriftliche Proteftation, darinnen fie ih: ien und jedenifren Worten, auch anhängts
nen ihre Nothdurft vorbehalten haben, über. |gen Puncten und Artikeln, veftiglidy gehal⸗
geben ‚sie die in des Reichscanzleh bey andern |ten , Darmwider nicht gehandelt und ftrafs
Cutheri Schriften 17. Theil. | Xxx voll⸗
3. Donder durd Reichsräge gefchten Religionswes
„vollzogen werden, ‚mit der Maaß-und; Befchei- Benfiger ſich an ihren alten Befoldu
. denbeit, wie diefelbige zu Negenfpurgden Stan: gnügen und fättigen laffen follen: fohabe
\ m.
” „nen allenthalben gegeben und von ihnen ange- gemeine Stände ſich aus etlichen beweg |
nommen worden find, auch fünderlich Fein redlichen Urfachen entfchloffen und bewilligt, den
. Stand noch Glied des Reichs dem. andern ‚bemeldten Beyſitzern ihre ‘Befoldung der fünf: I
ſo angebüßrenden Orten Recht leiden mag, den hundert Gulden, wie die ihnen auf dem Reiche |
freyen Zugang der Proviant, Nahrung oder |tag zu Augſpurg verordnet, die bewilligten drey
Gewerb, Renten, Gülten und Einkommen, Jahr auszubezahlen, und folgen zu laflen,
abſtricken, noch aufhalten ſall. > 135. Und zu mehrerer Richtigmachung der
132. Sb aber mittlerzeit ſolches erſtreckten Unterhaltung‘ bemeldtes Cammergerichts, au
Sriedftands durch ein, gemein, Frey, Chrift- juͤngſtem Neichstag zu Negenfpurg bewilligt,
Ach General⸗ oder Nationalconcilium in Deut: haben ſich Churfürften, Fuͤrſten und gemeine 4°
ſcher Nation, oder eine gemeine Reichsver⸗ | Stände verglichen, daß ein jeder Stand feine .
fammlung, fo in der Neligionsfac) gehalten, |gebührende Anlage, fo vielifm zu folcher Lintere
dieſelbe — Religion zu einer einhelligen haltung, vermoͤg und nach Ausweiſung des
Chriſtlichen Vergleichung und Einigkeit, dem Anſchlags auf juͤngſt gehaltenem Reichtags zu
Wort GOttes und wahren Chriſtlichen Ber: Augſpurg, auf die Unterhaltung des Cammer:
„Stand gemäß, gebracht würde, follte es bey Igerichts zum halben Theil verfertige, erlegen ı
derſelben Ehriftlichen Einigkeit und. Verglei⸗ und —— ſoll; mit der Beſcheidenheit, daß
chung bleiben, und deren von allen Reichsſtaͤn⸗ derſelbige Anſchlag, die bewilligten drey Jahr
Den gelebt und nachgegangen werden. aus, zwiefach entrichtet, und nemlich zu jeder"
133. Und als das Cammergericht, vermöge |Frankfurfer Meß zum halben Theil erlegt, und
jüngftes Neichstagsabfchieds, zu Negenfpurg die erfte Erlegung in diefer jegigen Faſtenmeſ⸗
‚ergangen, auf den vierzehenten Tag Januarii ſe, alfobald und aufs längfte in vier. Wochen, ı)
erichienen, viſitirt und reformirt Bat werden den nächften nad) Dato Diefes folgenden Ab=
follen, in Maaffen und Geſtalt Die Stande des ſchieds, gewißlich befchehe, und Hinter Buͤr⸗
Reichs in folhe Viſitation gemilligt; dieweil germeiſter und Raͤthe der Städte Augſpurg,
aber aus andern hochmwichtigen Sachen ſolche Nürnberg, Frankfurt oder Speyer, unverzügs
Viſitation feinen Fortgang erreicht, foll dem: lich und unroiderfeglich erlegt und bezahle wwerde, |
nach die gedachte Bifitetion und Reformation welches Geld alfo zu empfahen, und die Stän-
allermaffen, wie auf Den vierzehenten Tag Ja⸗ de, fo es erlegen, zu quittiven, und fürter dem
nuarii befchehen feyn follte, auf den fechzehen- |Einnehmer oder Pfennigmeifter, fo Bierzu ſon⸗
ten Junii nächft gewißlich albie zu Speyer vor- derlich verordnet, gegen gebüßrender Quittung
‚genommen werden, damit im heiligen Reich zu überantworten, gedachte Bürgermeifter und
maͤnniglich, ungeachtet weß Iheils der Reli. Raͤthe hiemit Gewalt und Befehl haben ſollen.
gion der fey, ein gleich unpartenifches Recht |Darzu foll auch der Pfennigmeifter, zu jeder ı
erfolgen und mitgetheilt werde, Dazu die Räy- jährlichen Bilitation, den verordneten Vifitar
ferlihe Majeftät ihre Commiſſarien verordnen toren alles feines Einnehmens und Yusgebeng !
foll. Und feynd von gemeiner Reichsſtaͤnd we⸗ erbare und aufrichtige Rechnung thun, und zu
‚gen zu Vifitatoren vorgenommen, nemlich, bey- [jeder gebüßrenden Zeit bey den gedachten Staͤd⸗
de Ehurfürften zu Mäynz und Sachſen Bi ten und fonft eigentlich erkundigen, ob einer ı
ſchof zu Würzburg, Marggraf Georg zu Bran- \oder mehr Stände ihre gebüßrende Anfchläge ı
denburg, Abt zu Kempten, Graf Martin von |nicht erlege haben , und welche er alfo ungeßorz
Dettingen, und die Sadt Augſpurg. fam findet, diefelben ſoll er jederzeit dem KRäyaı
134. And wiewol auf jüngft gehaltenen |ferlichen Fiſcal anzeigen, der auch alsbald ge=
Reichstag zu Kegenfpurg für gut angefehen und |gen venfelben zum foͤrderlichſten procediren,
ausgedruckt worden, daß Cammerrichter und und fie zu folsher Bezahlung (wie recht ie) an⸗
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‚Kalten: alles vermög des gedachten Anſchlags
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{6 dem Pfennigmeifter und Käyferlichen Fiſcal
| Ne Ber Männchen Canzley zugeftellt wer-
den ſoll.
fol,
Gelds erlegt fey, und alfo defto förderlicher von
dem Vfennigmeifter jederzeit Ihrer verdienten
Beſoldung bezahle werben: fo follen gemeldte
' Bürgermeifter und Näthe jedsmal dem Pfen-
‚ nigmeifter, neben Lieferung des erlegten Geldes,
' ein Urkund an Cammerrichter und Beyſitzer
1
mitgeben, und darinn vermelden, wie viel
Gelds fie dem Pfennigmeiſter ‚übergeben, und
an was Münz. En
137. Was auch ber Pfennigmeifter für Geld
\ alfo einnimmet, das foll er mit famt der Ur⸗
Eund in eine Teuhen, diein Cammervichter And:
Beyſitzer Verwahrung ftehen, aber allein der
MM ennigmeifter ven Schlüffel dazu haben foll,
— — — —
— —— EV —
un ne ame —
unverzüglich einlegen, und bis zu Austheilung
der Bezahlung des Cammergerichts Perfonen
liegen laffen. A
138. Was aber für Geld dieſes Anfchlags
halben an dem Känferlichen Cammergericht
son Procuratoren übergeben wird, das foll der
Mfennigmeifter dem Cammerrichter unverzüg-
lich anzeigen, und in Beyfeyn deſſelben, oder ei-
nes andern, dem er es befihlt, in Die verordne-
te Truhen legen, wie ee denn darüber gemel-
nen Ständen gebüßrende Eid und Pflicht ge:
than hat, und um folche feine Mühe und Ar:
beit foll dem Pfennigmeifter jährlic) zur Be
ſoldung zwey hundert Gulden von ſolchem erleg-
ten Geld folgen und gedeyhen.
139: Als fich auch etliche Fürsten und Ständ
im Anfang diefes Reichstags der Seßion und
Umfrag halben geirret, welches zu Verlänge:
rung des Reichs Sachen gelangt,deshalbenChur-
fuͤrſten, Fuͤrſten und gemeine Staͤnde, auf
unſer gnaͤdiges Begehren, ihre Seßion unge⸗
aͤhrlich und ohn alle Orbnung gehalten.
140: Demnad) wollen wir, daß einem jeden
Ehurfürften, Fürften und Stand, folches die⸗
ſes Reichstags ungefährliche Seßion und Um⸗
frage, auch die Subfeription, zu Ende diefes
Abichieds befchehen, an feinem hergebrashten
© "Tr Abfehn. a) Don-dem zu Speyer gebaltenen Rei
br 136. Und damit auch Cammerrichter und:
iger jederzeit wiffen mögen, wie viel
=
Weg
Gebrauch und Gerechtigkeit in feinem
nachteilig, ſchaͤdlich noch vergreiflich feyn fol. -
141. Wir follen und wollen auch), nachdem
ung ein jeder feine Gerechtigkeit in Schriften
übergeben Kat, allen möglichen Fleiß fuͤrwen⸗
den, folcher Irrung der Seßlon halben zum
förderlichften in gütliche Bergleichung oder Er⸗
oͤrterung zu bringen, mie denn folches gemeine -
Stände zu etlichenmalen vertröfter find.
142. Solches alles und jedes, fo obgefchries
ben ſteht, und die Käyferliche Majeftat, un⸗
fern lieben Bruder und Herrn, und uns au⸗
rührt, gereden und verfprechen wir, ſamt dem
Känferlichen Commiflarien, anftatt und im Mas
men ihrer Käyferlichen Majeſtaͤt und für ung
felbft, ftet, veſt, unverbrüchlich und aufrichtig
zu Balten und zu vollziehen, dem ſtracks und
ungemeigert nachzukommen und zugeleben, fons
der alle Gefährt. _ 7 x
143. Def zu Urfund Haben wir unfer Koͤ⸗
niglich Inſiegel, und die obbemeldte Känferli-
chẽ Commiſſarii neben uns ihr eigen Inſiegel
an diefen Abfchied hun hängen. Und wir obge⸗
dachte Hugo, Graf zu Montfort, und Johann
von Naves, zu Meflang, befennen, daß wir als
verordnete Käyferliche Commiflarii unſer ei⸗
gen Inſiegel an diefen Abſchied hun Hängen.
Und wir Ehurfürften, Fürften, Praͤlaten, Gras
fen und Herren, und des heiligen Reichs Frey⸗
und Keichsftädte, Gefandte, Borfchaften und
Gewalthaber, fo. bernach benennt, befennen
auch ‚öffentlich mit. diefem Abfchied, daß alle-
und jede obgefihriebene Puncten und Arfifel
mit. unferm gufen Willen, Wiffen und Rath
vorgenommen und befehloffen find, willigen
auch dieſelben alle ſamt und ſonderlich hiemit in
Kraft diefes Briefs: Gereden und verfprechen
auch in gufen, wahren Treuen, fo viel einem.
jeden feine Herrſchaft oder Freunde, vondenen
er geſchickt oder gewalthabend ift, betrift oder
betreffen mag, wahr, ftet, veft, aufrichtig,
unverbrochen zu halten, zu vollziehen, und dem,
nach allem unferm Vermögen, nachzukommen
und zu geleben, fonder alle Gefährde,
144. Und find diß hernach gerchriebene, Wir,
die Churfuͤrſten, Fuͤrſten, Praͤlaten, Grafen,
Er 2. Herrn,
der Beiligen Römifchen Kirchen, Titels. S. Pe-| Alben, Hofmarfchall, und Hans Mind, P
*
EN
one m Religionsvergl. 100
Sarim, und bes Baligen Niie Grep- unbımwegen Ernfien; Conftenriten nn Enke
Reiheftäbte Borfepaften und Gewaltfaber. |des Stifts Salzburg, ee
145. Bon GOttes Gnaden, wir Alhrecht, Rechten Doctor, Eanzler, Euftachius von
iin Gap.E Vonberbnchtohsemen. Heicherägegefücbre
SR
_ triad vincula Priefter, Cardinal, und gebor-|ger zu Thailheym und Satmberg. Chriſtoph,
ner Legat, des heiligen Stuhls zu Mäynz und Erzbifchofs zu Bremen und Adminlſtrators
des Stifts zu Magdeburg Erzbifchof, Chur⸗ zu Verden, Leopoldus Dick, der Rechten Do:
fürft des heiligen Roͤmiſchen Keichs durch Ger⸗ ctor. Weygands, Bifchof zu Bamberg, Phi
manien, Erzcanzler, und Primas Adminiftra-;lipps, Herr zu Limpurg, Des heiligen Römifchen
£or zu Halberftadt, Marggraf zu Branden- Reichs Erbfchenf, Semperfeey, Domkerr zu
burg, zu Stettin, Pommern, der Caſſuben Bamberg und Wuͤrtzburg, Matthaͤus Reuter,
und Wenden Herzog, Burgaraf zu Nürnberg, Doctor , Canzleyverweſer, und Chriftoph
‚und ürft zu Rügen. Ludwig, Dfalzgraf bey; Schwabach, Sicentiat. Des ermählten und
Rhein und Herzog in Bänern, des heiligen: beftätigten zu Würzburg, Martin von Ußige
Roͤmiſchen — Erztruchſeß und Churfuͤrſt. keu, Domherr daſelbſt, Heinrich, Truchſeß
Joachim, Marggraf zu Brandenburg, des hei- von Wetzhauſen, zu Bundtorf Hofmeiſter, und
ligen Roͤmiſchen Reichs Erzcaͤmmerer und; Georg Faͤner, Doctor, Canzler. Des Br
Churfuͤrſt, zu Stettin, Pommern, der Caf|fhofs zu Eychſtett, Georg von Pappenheim,
ſuben, Wenden, und in Schleſien, zu Croſſen Domdechant daſelbſt, und Matthias tus,
Herzog, Burggraf zu Nuͤrnberg und Fuͤrſt zu Doctor, Canzler. Des erwaͤhlten zu ro
2
BAT]
—9
a
Ruͤgen, perfönlih, Des Erzdifchofs zu Trier, burg, und tandgrafen in Eifaß, Chriſtoph Wel-
Heinrich, Herr zu Eifenberg und Grenfau ‚finger, Doctor, und Bart von Begersheym,
Georg, Herr zu Eltz, Amtmann zu Pfaltzel, Amtmann der Pflege Kocherfperg. Des Bir
. Sobann von Entfchringen, Doctor, Canzler, ſchof zu Augſpurg, Jacob Heinrichmann, Do-
und Otto von Sangenfeld, Schöpffen zu Cob-|ctor, Vicarius in fpiritualibus, und Dombere
- fen. Des Erzbifchofs zu Coͤlln, Dieterich, daſelbſt. Des Eonfirmirten zu Trient, Drto,
Graf zu Manderfcheid und Blankenheim, Herri Freyherr zu Walpurg, des heiligen Römifchen
iu Schleiden, Kerpen, Cronenburg und Neuen! Reichs Erbtruchfeß, Domdechant dafelbft, und
erg, Dieterich Terlon, Doctor, und Fried⸗ Hilbrand, Freyherr zu Madrutz, Ay und '
rich) von Steproidt. Johanns Friedrichs, Her-; Breutonig. Des Bifchofs zu Brixen, 204.
zogen zu Sachſen, Ehurfürften, Cuntz Gotz⸗ Wolfgang Baumgärtner, Doctor, und Otto,
mann, Haupfmann zu Königeberg, Eber⸗ Freyherr zu Walpurg, des heiligen Roͤmiſchen
hardt von ver Tron, Hauptmann zu Wart⸗ Reichs Erbtruchfes, Domdechant zu Trient,
Durg, und Magifter Srancifcus utfhardi. als Subftituirter. Des Bifchofs zu Reaen
Des Haufes Defterreihs, Hans Gaudentz, ſpurg, Triedrich Neyfiiteck, Deoxtor, und Chria
Freyherr zu Madrus, Afyund Breutonig. ſtoph Schwabach), Licentiat. Des Confiene-
Geiſtliche Fürften perfonlih. Von GDr- ten zu Paſſau, Aurelius Kerninger, Doctor,
tes Gnaden, Walther von Eronberg, Admi- Canzler. Des Erzbifchofs zu Luͤttich, Arnold
niftrator des Hohenmeifteramts in Preuſſen, von Bucholß, Domberr zu Mäynz und Sür
und Meifter Deutfches Drdens, in Deutfchen; tich, Probſt, ꝛc. Des Bifchofs zu Bafel, Adam.
und Welfchen Sanden. Heinrich, Aominiftra-|Wernhere von Themar, Doctor, und Mat—
for des Stifte Worms und Freyfingen, Probſt thaͤus Stör, Canonicus St. Thobalds, Stife-
und Herr zu Elwangen, Pfalzgraf bey Rhein, kirche zu Thann. Des Biſchofs zu Camin,
und Herzog in Bayern. Philipps, Bifchof zul Otto Manau, Domherr dafelbft, Chriſtoph
Speyer. Johanns, Bifchaf zu Coftanz. Bar) Schwabach und Wolfgang Wolf,beybe ticentia=
lentinus, Bifchof zu Hildesheim. ten, 2c. Des Bifchofs zu Münfter und Oßna⸗
- Der geiftlichen Türften Botſchaften. Von bruͤck, Adminiſtrators zu Minden,
| raf
* —
. Abfehn. a) Von dem zu Speyer gehaltenen Reichstag. 1065.
erfchled und Blanfenheim, 2c. von Savoyen, SrancifcusPorterius,und Johan⸗
ticentiaf, Jobft Ruland, Canz: |nes Udalricus Zafius. Bernims und Philippe
derich Reyffſteck, Doctores, und |fen, Herzogen zu Pommern, Gevettern, Ruͤdiger
cifeus von Doy. Philippſen, erwählten | Maffau, Hauptmann zu Satzig, Bartholomäus
8 zu Fulda, Ludwig Ziegler, Doctor. 1Schwab, Eanzler, und Balthafar von Wal-
liche Fuͤrſten perſoͤnlich. Von GOt⸗ de, Doctor; Bhilippfen, — zu Hefe
aden Friedrich, Pfalzgraf bey Rhein, ſen, Rudolph Schenf von Schweinsberg, an
in Bähern, und Graf zu Spanbeim. |der Werrau, Alerander von der Than, Ober⸗
brecht, Herzog zu Mecfelnburg. Ernſt, amtmann in der obern Grafſchaft Cageneln-
targgraf zu Baden und Hochberg, Sand: \bogen, Johann Fifcher, genannt Walther,
zu Suffenberg, Herr. zu Nörteln „und | Doctor. Heinrich Berfner, und Sebaftian.
enweyler. Weltlicher Fürften Borfihaf: | Eydinger, Seeretarius, der jungen Marggras
Bon wegen Wilhelms und Ludwigs, fen zu Baden Bormünder, Hans Jacob Varn⸗
jalsgraf bey Rhein, Herzogen in Dbern- und |büler, Doctor. Wolfgangs, Fuͤrſten zu Ans
tiederbäyern, Gebrüder, Wolf von Schel: halt, Grafen zu Afcanien und Bernburg, Car
Ienberg, Hofmarfchall, Leonhard von Eck zu ſpar Schlegel, Amtmann zu Bernburg. Jo—
ı Rande, Georg Stocheymer, und Georg) hanns Georgen, Domprobft zu Magdeburg,
Selt, alle drey Doctores, Hans Zenger und und Joachims, Fuͤrſt zu Anhalt, Gebrüder,
' Wolf Threiner. Otto Heinrichs und Bhilipp- | Johann Helfmann, Sicenciat, Baſtian von
| fen, Pfalzgrafen bey Rhein, Herzogen in Nie- Waͤlwitz, und Benediet von Kreigen. Wil«
der⸗ und Obernbäyern, Gebrüder, Sebaftian | heim, Grafen und Herren zu Hennenberg, Ca⸗
Ponnerler, Doctor, Canzler, Georg Ludwig rol von Redwitz. Praͤlaten perfönlich: Mat
‚von Saynßheim, Landrichter und Pfleger zu thias Abt des Gortshaus Eychternach. Präs -
Sulzbach, und Euftachius von Lichtenſtein. laten Botſchaften: Von wegen Wolfgangs,
Ruprechts, Pfalzgraf bey Rhein, Herzogen Abts zu Kempten, Heinrich Burkhard, des
in Bayern, und Grafen zu Veldenz, als Bor=| heil. Roͤmiſchen Reichs Erbmarfchall zu Pap⸗
muͤnders ıc. Chriſtoph Sandfchan von Stey⸗ penheim, Vogt zu Wolfenberg. Sohannfen
nach, Hofmeifter, und Jacob Scor von zu Salmanfweiler, Germigs zu Weingarten, °
Baſel. Maurigen, Herzogen zu Sachen ,| Andreffen zu Elchingen, Georgen, zu Ochfen«
| Sandgrafen in Thüringen, Marggrafen zu Meif- haufen. Paulſen, zu Irſing. Conrads, zu
‚fen, Ludwig Fachs, Doctor, und Abraham Rothe. Mirichen, zu Minvernau. Johann—⸗
‚ von Einfiedel, zu Scharffenftein.. Georgen |fen, zu Schuffenried, und Sohannfen zuMarf-
| und Albrechts, Margraf zu Brandenburg, ıc. thal, alle Aebte, haben Befehl, Heinrich Burk⸗
Gevettern, Balthafar von Rechenberg zu Gü- — „des heil. Roͤmiſchen Reichs Erbmar⸗
tzenhauſen, und Hans Wolf, von Knoͤrringen ſchall zu Pappenheim, Vogt zu Wolkenberg,
zu Waſſer Truhendingen, Amtleute. SHein-|und Johann Perfect, Bruder Vogt zu Marf-
richs des Juͤngern, Serzogen zu draunfchmweig|thal , als Subitituirte des Abts zu Kems
und Süneburg, ꝛc. Seopoldus Diet, Doctor. |pten. Johannſen, Abts zu Kreyßheim, Do-
Ernſten, Herzogen zu Braunfchweigund $üne-|ctor, Jacob Henrichmann, Domherr zu Auge
burg, Balthafar Klammer ,-Sicentiat, Canz-|fpurg, und Vicarius in Spiritualibus dafelbft.
ler, und Georg von der Wenfen. Wilhelms, | Bender Aebte zu Auersberg und Nocenberg,
Herzogen zu Juͤlich ıc. Johann von Flatten,| Georg Beſſerer, alter Buͤrgermeiſter, und
Probft zu Aach, Lanthen und Eronenberg,| Martin Weitmann, des Raths zu Ulm.
un „ der Rechten Doctor, Rüdigers, Drobft zu Weiflenburg am Unter-
Wilhelm Dobbe. Ulrichs, Herzogen zu Wür:| elfaß, Kohann Soldrer. Wolfgangs, Probſt
tenberg,2c. Bernhard Goͤler von Ravenſpurg, zu Berchtolsgaden, Matthias Aber, Doctor,
> Wilhelm von Maſſenbach, Obervogt zu Bra: Salzburgifcher Canzler, Euftachius von der:
ckenheim, und Philipps Eyer, Doctor. Herzogen} te3 Alben,
Alben, Hofmarſchall, und Hans Muͤnch, tzenelnbogen ec. und Reinfards, Ore
\ Pfleger 2 Totelheim und Halmburg. Eraf Solms und Heren zu —
mi, Abe zu St. Heymeran zu Regenſpurg, Do⸗
ctor Friederich Reiffſteck, und Licentiat Chris
ſtoph Schwabach. > Corvey, KLicen⸗
tiat Johann Helffmann. Wilhelms, Abts zu
Pfrieme und Stabel, Adam Wernherr von
Themar, Doctor. Küdigers, Abts St, Cor⸗
neli Münfters auf den Inden, Lucas Land-
ſtraß, Docter. Abts zu Detershaufen, Cafpar
Rieder, : Petermandi, Abts zu Münfter St.
Gregorienthals, Hieronymus Bonner, Stadf-
- meifter zu Colmar, Hermanns, Abts zu Wer⸗
den in NBeftphalen, Doctor Peter Bellinfhau:
fen, Eöllnifcher Syndicus, und Gottſchalk von
Frechen, ticentiat. Des Landcommenthurs
- der Baley Elfaß und Burgundi, Walther von.
Eronberg, Aödminiftrator ꝛc. Des Abtszu Wal⸗
Eenriede, Friedrich Reiffitef, Doctor. Won
wegen der Hebtißin. Der Aebtißin zu Nieder:
und Dbermünfter zu Negenfpurg, Amandus
Wolf, kicentiat. Sybille, Aebtißin zu Effen,
Graf Hans von Montfort, Graf Friedrich von
Beuchlingen, Friedrich Reiffſteck, Doctor,
und Johann Helffmann, Licentiat. Der Aebtiſ
fin zu Rotenmuͤnſter, Conrad Spretter. Der
Aebtißin zu Gernrode, Melchior Krüger, Nellingen, !icentiar.
1066 Cap. 18. Von der durch Convente u. Reichstäge gefüchten Religionsvergl, 1067
rafen 5
als?
mündern weyland Philipſen, Grafen zu 9
nau, und Heren zu Mintzenberg, verlaffene
Kinder. Philipſen, Grafen zu Naffau, zu
Sarbrücden, und Johannſen, GrafenzuMak
fau, Here zu Bepiftein, Haben Befehl, So
hann Knebel, von Cagenelnbogen und Tho«
mas von Colmar. Johann $udwig, Grafen
zu Naffau und Sarbrüden ıc. Friedrich von
Eis, Hofmeifter, und Bernhard Wolfin,
Secretarius. Albrechts, Philipfen uno San
Georgen, Grafen und Herrn zu Mansfeld,
Georgen von Dötleben, und Johann von Wale
mar. MWilfelm, Grafen zu Eberftein. Wille
helms, Here zu Limburg ıc. als Bormündee
Michels, Grafen zu Wertheim, Niclaus Haß,
Amtmann zu Freydenberg. Ulrichs, Grafen
und Heren zu Rheinſtein und Blanfenberg,
Georg Dotleben und Johann Braun von Wei
mar. MWeinrichs von Thann, Grafens zu
Sranfenftein und Limpurg, Herrn zu Obere
ſtein ꝛc. Bleicker Landfchad von Steinach, Obere
amtmann zuFalkenſtein, und Mautitius Bräune
(in, Licentiat. Philipſen von Thann, Herrn
zu Oberſtein und Falkenſtein. Gregorius von
Georgen, Grafen zu
von Luckau, Canzler. Der Aebtißin zuQued: Zweybruͤck, Herrn zu Bitſch Gregerius von
linburg, Thomas von Colmar. _ Der Aebtif| Mellingen, Licentiat.
Engelbarts, Grafen
fin zu Buchen, Friedrich, Graf zu Zürften | zu Seyningen und Darburgıc, als Bormünders.
berg etc. Grafen und Herren perſoͤnlich: Fried» |
rich und Wilfelm, Grafen zu Hobenloe, fei-
nes Bruders und Vettern. Jobſt, Graf zu
Zoflern. Philipps, Franz und Johann, Die
» Rheingrafen. Georg und Eberhard, Grafen
zu Erbach. Wilhelm, Graf zu Eberftein.
Der Grafen Borfchaften, nemlich der Wedde⸗
rauifchen: Wilhelms, Grafen zu Naffau , Ca—
Benelnbogen, Vianden und Dies ıc. Philip-
fen und Bernharden, Grafen zu Solms und
Herrn zu Mingenberg, Gevetter. Philipfen,
Grafen zu Naflau, Heren zu Wißbaden und
Itzſtein. Wolfgangs, Ludwigs, Georgen,
Klbreches und Chriſtophen, Grafen zu Stoll.
berg und Koͤnigſtein ꝛc. Gebrüdern, Antonien,|gen. Gottfrieden, Wernern und Johannſen,
caren zu Buͤdigen, des aͤl⸗ Werners, Grafen zu Zimmern ec. Wihelmen,
tern. Wilheims, Grafen zu Naſſau, zu Ea-|des heiligen Roͤmiſchen Reichs Erbtruchſeſſen
| Aa —
von Diſenderg, &
weyland Emerichen, feines Bruders feligen
nachgelaflenen Kinder, Gregorius von Nellin⸗
gen, Licentiat. Johannes, Grafen zu Seya
ne, Herrn zu Homburg x, Otto von Lengen⸗
feld, Schöpfe zu Cobleng. Johanns, Gras
fens zu Oſtfrießland ze. Thomas Ennius. Chu⸗
nen, Örafen zu Biernberg und Meuͤenar, Herrn
zu Schaffenburg ıc. Otto von Sengenfeld,
Scöpfe zu Eobleng. Von wegen Ulcichen,
Grafen zu Helffenftein, Johannſen und Haus
gen, Grafen zu Montfort ze. Georgen und
Chriſtophen, Grafen zu Süpffen. Joſt Niclau⸗
fen, Grafen zu Hobenzollern ꝛc. Johann dude ı
wigs, Grafen zu Sultz ec. N. Grafenzu Dene ı
3 WV.Abfeh. a) Vom dem su Speyergebaltenen Reicystag.
f rg. Schweickern von Gundelfingen, terau, Jacob Zugwolff. Rotweil, Conrad
\Reopheren, Gangolfen und Walthers, Frey. Spretter. Nördlingen, Hans Rotinger, mit
Bere zu Gerolzeck. Johannſen und Johanns Befehl der Stadt Bopffingen. Schwaͤbiſchen
) Dionpfien, Freyherrn zu Allendorf, und Kung | Hall, Martin Wurzelmann, Stadtföhreiber.
I Edfersbergen, Friedrich, Graf zu Sürftenberg. | Ueberlingen, Chriſtoph Reichlin von Melde
Ruprechts, Grafen zu Arnberg ıc, Arnold von und Caſpar Kleder. Heilbronn, Hans Kief
Buhols, Domperr zu Mäynz und Lüttig.\fer, Bürgermeifter, und Jacob Ehinger , der
ı Wolfen, Grafen und Herrn zu Barby und Rechten Doctor und Syndicus. Dünfelfpiel,
Muͤllingen, Cafpät Igel. Weyland Si- | Michel Bauer und Hans Grober. Wimpffen,
| mens, Grafen zu tipp nachgelaffener Kinder ,| Hans Burrer, Bürgermeifter, Pfullendorf,
Soann Helffmann, Licentiat. Carls, Eras: Georg Renniger, Bürgermeilter. Weil, Mara
‚-mufen, Wilhelmen und Kohannfen, Herrn zu tin Zweyffel. Wangen, Andreas Schlegel.
| Himburg , des heil, Nöm, Reichs Erbſchenken, Offenburg, Alerander Fabri, mit Befehl der
Semperfrey, Gebrüder und Gevettern, Bal. Stadt Zellim Hammersbach. Regenſpurg,
-thafar von Nechenberg, Amtmann zu Gun: | Umbrofius Amman, Schultheis des innern
"genhaufen, Der Frey⸗ und Keichsftädte Ge: Raths daſelbſt. Muͤhlhauſen in Thüringen,
\ fanden: Bon wegen der Stabt Cön, Peter) Hermann vom Reyß, Aureus Hugoldt, Chris
‚son Bellingshaufen, Doctor, Syndicus, mit ſtoph Bonat und Lucas Ott, Secrefari. Nort⸗
Gewalt der Stadt Luͤbeck. Aach, Johann von hauſen, Michel Malenburg, Stadtſchreiber.
Weiſſenburg am Nordgau, Hans Wolff.
| Kommel, und Johann tenger, Secretari. | Weifient
Straßburg, Jacob Sturm, Altſtaͤdtmeiſter, Winßheim, Conrad Seiderlin. Doremundt,
| Sodann Schmidt, Secretari. Gegenbach,
Kacob Maiger, und Ludwig Öremp, der Rech⸗
Andreas Schlaͤger. Leutkirch, Melchior Frey⸗
ten Doctor. Augſpurg, Matthaͤus Langen⸗
mantel, Conrad Heel, Doctor, und Leonhard herr. Kauffbeyren, Gordian Wuͤrmel. Reut⸗
Suiltzer. Nürnberg, Seewald Haller und|lingen, Joſt Weiß, Bürgermeifter, _Bibrad),
' Erasmus Ebener. Ulm, Georg Beſſerer, Veit Bocklin, und Veit Schäfer... Bucho am
alter Bürgermeifter, und Martin Weickmann, | Federfee, Euſtachius Fügen. - —_
des Raths dafelbft, mit Gewalt der Städte] Deß zu Urfund haben wir, von GOttes
| zen , Aalen, Ravenfpurg, iengen und) Snaden Albrecht, Cardinal und Erzbifchof zu
Buchhorn. Worms, Hans Juͤngler, alter| Mäynz ꝛc. und Joachim, des heiligen Roͤmi⸗
Stäötmeifter, und Antonius Bud), Licentiat, ſchen Reiche Erzkaͤmmerer, beyde Marggras
Shndicus dafelbft. Speyer, Friedrich Meu:| fen zu Brandenburg, Churfürften, von unfer
rer, Adam von Berftein und Hans Neuß, al-| und.unferer Mitchurfuͤrſten wegen: mir Hein-
ge Bürgermeifter. Sranffurt, Juſtinian von| rich, Aöminiftrator zu Worms und Freyſin⸗
Holtzhauſen und Hleronymus Agnimus, Do-| gen zc. und Albrecht , Herzog zu Mecklenburg ıc.
ctor, mit Gewalt der Stadt Weslar. Hagenau,) von unfer and der geiftlichen und weltlichen
Bartholomäus Boͤtzheim. Colmar, Hleronymus| Fuͤrſten wegen. Heinrich Burkhardt, des hei⸗
Boner, Stadtmeifter. Der Städte in die land: | ligen Roͤmiſchen Reichs Erzmarſchall zu Pap⸗
vogthey Hagenau gehoͤrig nemlich: Schlettſtadt, penheim, Vogt zu Wolkenberg, von der Dräs
Weiſſenburg, Landau, Oberehenheim, Kaͤhſers · laten: und Friedrich, Graf zu Fuͤrſtenberg,
berg, Münfter in St. Gregorienthal, Rosheim von der Grafen und Herren wegen. Auch wir
and Türkenheim, Bartholomäus Böghelm und Bürgermeifter der Stade Speyer, von unfer
Hieronymus Boner, Städtmeifter. ofen: | und der Frey. und Reichsſtaͤdte wegen, unfer
“burg an der Tauber, Hans Homburg, Buͤr⸗ Innſiegel an diefen Abfchied thun hängen. Ge⸗
germeifter. Schmwäbifchen Gemuͤndt, Hans ben und gefchehen in unfer und des heil, Frey» _
Reuchlin. Schweinfurt, Erasmus Haug, und Reichsſtadt Speyer, auf den 11. Taa des
Siadiſchreiber dafelbft, Friedberg in der Wer-| Monats eiprilis, nach Chriſti Geburt [1soo,] Hr
Bi - | i m
!
| 1070 Top. 18. Von der durch Conventen. Reichstäge geſuchten Religionsvergl. 1071
im wey und vierzigften, unferer Meiche des nands Bewilligung Aufſchub gegeben, well er |
lein, da es eine gar wichtige Sache wäre und janftehen, fo wäre fie niche entgegen, daß das
Schluß gefommen und Öranvell in Stalien | Deurfchlandes gelegenen Stadt gehalten würde:
BZ
Pabſtliche Heiligkeit hatte beftändig den Tür-
daß der Stillſtand, deffen man fid) Könferli- möchten.
genommen häfte; es wäre denn, daß der ein-
: 2 ——————— — —— ET TEE —
DI“ Känfer habe, als er in vorigem Jahr wollte alfo lieber Mantua, oder Ferrara, oder |
— >
>
Rönnifchen im zwölften, und der. andern im glaubte , es koͤnnte indeſſen ein Weg zum Fries
an — zwoͤlften, und — den in Deutſchland gefunden werden. Danun
— aber dieſes vergeblich verſucht worden, fo ſchrit⸗
a LAOT N ne te er zu feinen: einmal gefaßten Vorhaben. Je⸗
"inhalt der Rede des Päbftlichen Yun, doch daß ein ſolch Coneittum in Deurjchland
fit, Johann MJoroni, in der Verfammlungsu gehalten werde, wäre weder für fein Alter zus |
‘Speyer gehalten , darinnen er Wantua, Ser träglich, der doc) wollte und müßte Dabey feyn;
tara, Bologna, oder Piacenz zur Malſtadt noch wegen Der weiten Reife und veränderlichen |
des Concilii vorgefebiagen, endlich auch Witterung möglich, ſchiene anbey Deutſch⸗
Trident anbietet. land nicht allen Nationen bequemlid), ja gar
"Aus dem Lateinifchen uͤberſetzt. bejorglich zu feyn, es. möchte die Handlung uns
ruhig ablaufen. Seine Paͤbſtliche Heiligkeit
nach Africa abging und durch Stalien Bologna, oder Placenz, oder einen andern
reifere, mit feiner Päbftlichen Heiligkeit vom groſſen und bequemen Ort zur Malſtadt vor⸗
Tuͤrkenkrieg und vom Concilio gehandelt; als geſchlagen haben; follte aber Feiner von dieſen
der Ränfer ſehr geellet, wäre es zu keinem Concilium zu Trident, einer an den Gränzen
gelaſſen worden, mit welchem alsdann die jfie häfte zwar gern gefehen, Daß foldyes auf
‚Handlung waͤre fortgefeget worden. eine Pfingften feinen Anfang nehmen follte, müßte |
aber daffelbige wegen Kürze ver Zeit auf den |
kenkrieg gewuͤnſcht, und deshalben daran gear- 13. Augufti verfäyleben, und bäte nur, daß alle ı
beitet, daß alle Potentaten möchten Friede mit Benfeitfesung aller Feindfeligfeiten ihre
machen, wäre auch nunmehr darauf bedacht, Sorge und Gedanken einzig darauf richten
cher und Franzöfifcyer Seits vornehmlich auf |
feine Bermittelung verglichen, gehalten mwür- 1408. gi
de. Dieweilen aber verfchiedenes von, der Pabfts Dauli des Dritten Bulla, damit
Tuͤrkiſchen Kriegsrüftung ausgeftreust würde, er ein beiligund gemein Eoncilium nach Tri: '
und man nicht gewiß wiſſen Eönnte, wo eshin. | dent angeſetzt har. Gegeben zu Rom den |
aus wolle, fo wollte Päbftliche Heiligkeit 5000. | 22. May Anno 1542. |
Mann Fußvolk Hergeben, wenn der Käyfer Paulus, Bifchof, ein Knecht der Knechte
feibft dens Kriegszug beywohnete; widrigen | Gottes, zu Fünftiger Gedaͤchtniß. ei
alls aber nur die Helfte zu Huͤlfe ſchicken. 1.
Das wäre die Abrede, die er mit Granvella EIm Anfang diefes unfersBifchöflichen Amts,
6! welches nicht um unfers Berdienfts ‚oder !
heimiſche Zuftand ein ſolch Anfehen ſollte ge, | Wuͤrdigkeit willen, fondern aus GOttes des j
winnen, daß er ſelbſt fie um Hülfe müßte an- | Almächeigen lauterer Güte ung von ihm arte »
ruffen. Sonſt würde er alles dran ſetzen, was befohlen worden, als wir von Stund an ſahen,
er nur koͤnnte, und ſtuͤnde zu dieſem Endzweck in mas für verderblichen und boͤſen Zeiten wirder
feine ganze Macht parat, Was das Coneili- Chriſtlichen Heerde vorgeſetzet worden, wollten |
um beträfe, wäre Das feine Meynung, die er wir zwar der Chriſtlichen Kirche gerne helfen, ,
beftändig gehabt, daß daſſelbe endlich einmal | welche fo lang gedrucket und beynahe gar untere
möchte gehalten werden: er häfte zwar bisher drucket wird. Aber doch, wie alle andere Men-
demfetben mic des Käyfers und König Ferdi⸗ ſchen der Schwachheis-und Unvermoͤglichkeit |
| ; | | unter⸗
|
— en
.
.
1078 IV, Abfehntr, b) Don dem nad) Trident ausgefihriebenen Concilio 1073
intermorfen ; alfo'merkten aud) wir damals, und bequeme Mittel der allgemeinen Concilien
| daß wir allein fo eine ſchwere Laſt von der Kir⸗ und Zufammenfünften der Bifchöffe gebraucht;
chen Halfe nicht wälzen Fönnen würden. fo Haben auch wir ung vorgenommen ein all,
2, Denn ob wir wohl verftunden, daß Fried 'gemein Eoncilium zu halten. Und nachdem
zuförderft vonnöthen wäre, wenn wir von fo wir ung etlicher Potentaten Meynung erfuns
‚groffen Befchwerden die Chriftliche Gemeinde diget, welcher Bewilligung zu unferm Vorha⸗
ı befreyen, und davor Hinfüro fie bewahren ben fonders nüßlic) war, und verftanden hat⸗
—
wollten; fo fanden wir doch alles voller Zwie⸗ ten, daß fie zu dem Werk nicht boͤſe Luſt: Als
trache und Feindfchafe, fonderlich weil die haben wir ein allgemein Concilium und Zufam«
I Hohen Häupfer mit einander noch nicht einig menfunft aller Bifchöffe und anderer, fo von
waren, welchen faft alle Gewalt von GOtt Rechts wegen dabey jeyn follten, in der Stade -
‚gegeben war. | Mantua angefegt, im Jahr nach Chriſti Ge⸗
3:96 audy wol, um Erhaltung reiner Ehrift- burt (mie aus unferm Ausſchreiben zu fehen, )
Uchen Lehre und die. Hoffnung der ewigen Selig 1537. unfers Pabftehums aber im dritten , auf
keit zu beſtaͤrken, wir für hoch nothwendig hiel⸗ den 23. Tag des May anzufangen, ungezwei⸗
ten, daß nur ein Schafſtall und nur ein Hirt felter Hoffnung, wenn wir daſelbſt zuſammen
der Heerde Chriſti ſeyn moͤchte; ſo war doc) waͤren, es würdeder HErr, laut ſeiner Zuſage,
| die Einigkeit des Chriſtlichen Namens durch mitten unter ung ſeyn, und nad) ſeiner Barm⸗
| Sonderung, Zanf und Keßerey faſt gar zer herzigkeit mit dem Geift feines Mundes_alle
trennet. — J Gefaͤhrlichkeiten der Zeiten leichtlich von uns
4. Und ob wir auch wol wuͤnſchten daß vor —
abwenden.
der Unglaͤubigen Gewalt und Hinterliſt die 7. Aber wie der Feind menſchliches Ge⸗
Chriſtenheit möchte ſicher ſeyn; fo war doch ſchlechts alles menſchliche Vornehmen mit ſei⸗
um unſerer Suͤnd und Schuld und GOttes nem Einſtreuen zu verhindern ſich verſucht; al⸗
ſchwerer Rache willen die Inſul Rhodis ver. ſo iſt auch uns damals wiederfahren, daß über
foren, Ungarn geplagt, wider Welſchland, alle Hoffnung und Zuverſicht uns die Stadt
Oeſterreich ind Windifd) Land zu Waller und Mantua zum Eoncilio abgefchlagen worden,
zwland-Rrieg befchloffen, meil der graufame wenn wir niche etliche Bedinge annehmen wolle
Feind, der Türk, zu Feiner Zeit feyerte, und e8 ten, fo unferer Vorfahren Gewohnheit, auch
dafür Bielte, wenn die Porentaten der Chri⸗ jetziger Gelegenheit der Zeit und unſers heiligen
ſtenheit mit einander zwieträchtig wären , |Stußls Hoheit und Freyheit gänzlich zumider
daß er alsdenn die befte Gelegenheit hätte, fein waren, immaffen wir in einem andern Schrei⸗
Gluͤck zuverfuchen. 0, |benzunerftehen gegeben. —
Derohalben, als wie (wie geſagt,) in] 8. Darum haben wir einen andern Dre ſu⸗
ſolchem Sturmmetter der. Keßereyen, Uneinig- chen und eine andere Stadt ermählen muͤſſen.
kelten und Kriege, und bey ſoſchem Wüten und Dieweil uns.aber diefelbe alfobald nicht einfal«
Wallen des Meeres der Welt, das Schifflein ‚en wollte, feynd wir, die Ausfchreibung des
Petri zu regieren beruffen worden, und uns Concilii bis auf den 1. Novembris aufzufchie-
daqu für zu wenig und unvermögend achteten; ben, gezwungen worden. Linterdeffen aber hat
baben wir erftlic) unfere Sorge auF GOtt den der graufame Erb. und Ersfeind der Cpriftene
. Herten geworfen, und gebeten, daß er uns er» heit, der Türk, Welſchland mit einer groffen
halten, und uns Stärke, Rath und Weisheit Macht angefallen, und etlicdye Städte im Ge» -
' verleihen wollte, BE ftad des Meeres zu Apulien eingenommen,
6. Hernad) aber als wir ung erinnert, daß vermüfter, geplündert und viel Menſchen weg⸗
unſere mit trefflicher Weisheit und Heiligkeit gefuͤhret; derowegen wir in dieſer allergröfle:
‚ begabte Vorfahrer oftmals in den hoͤchſten ſten Furcht und Gefahr unfere Meeegrenzen
Noͤthen der Chriſtlichen Kirche Das heilfame!befegen, und den Benachbarten zu Hülfe kom⸗
Lutheri Schriften 17, Theil, 295 men
Bin.
1074 Cap.ı. Donberusch Eonventen.Keichsräge gefnchten Religionevergl. 1o7g-
men möffen. Womit, ob wir gleid) genug zu Kirchen zu Huͤlfe kommen wollten. Denn wo ſie
N
ö
thun; fo Gaben wir Doch. nicht aufgehoͤret, dem das nicht thun, und zu allgemeiner Wohlfahrt der
betrübten Zuftand der Kirchen. Nach zu fchaf- Chriſtenheit ihr Thun und Laffen nicht richten |
fen, und die Ehriftlichen Potentaten zu ver- würden, würden fie dermaleinft vor dem Rich⸗ ”
mahnen, fie wollten uns ihren Rath und Mey: terſtuhl Ehrifti fchwere Rechenfchaftgeben 4J
nung mittheilen, wo doch ein bequemer Ort ſen. Welchem unſerm Bitten ſie auch endlich
zum Concilio zu finden? Dieweil aber von ih Statt gegeben, und zu Niſſa zuſammen gekom—
nen mancherley und ungewiſſe dunkele Mey men, dahin wir uns denn auch um GOtt und
nungen einfommen, haben wir guter Wohl des geliebten Friedens willen begeben; wiewol
meynung, und wie wir es nicht anders achten, uns fo eine ferne Reife Alters halben ganz bes
aus gutem Nash Bincenz erwaͤhlet, eine groſſe ſchwerlich geweſen. Haben auch immittelſt
Stadt, fo in der Venediger Gebiet lieget, und nicht unterlaſſen, diewell die Zeit, zum Conci—
uns von ihnen vergönnet wird. Zu welcher, lio benamt, nemlich der erſte May, herzuna⸗
unm derſelben ihrer obern Macht und Anſehens hete, drey anſehnliche Legaten, aus der Anzahl
willen, leichtlich ein jeder freyen Zusund Ab-|der Hochwuͤrdigen, unſerer geliebten Brüder,
zug haben, und die Zeit des Concilii uͤber der heiligen Roͤmiſchen Kirchen Cardinaͤle, gen
ſicher dafelbft ſeyn koͤnnte. 1 Bincenz zu ſchicken, daß fie dem Concilio eis
9. Aber als ſchon die längfte Zeit verfloffen, nen Anfang madyeten, und die Prälaten, ſo
und ſich gebühren wollte, die Erwählung diefer |von mancherley Drten anfamen, empfingen,
neuen Malftedt allen zu verkünden, foldje und was vonnöthen wäre handelten und vor⸗
Verkuͤndigung aber wegen Berzunahenden 1. |nähmen, bis wir nach unferer Wiederfunft von.
Movembris und Winters nicht gefchehen fonn- |der Reiſe und Friedenshandlung den Handel
te, haben mir abermals nicht umgehen fönnen, |felbit angreifen, und alles beffer und fleißiger
bis auf den nächftfolgenden Frühling und er: Janftellen Fönnten. Unterdeflen aber ſeynd wie
ften des Maymonats das Eoncilium zu ver: |dem Beiligen und hochnöthigen Werk, nemlih
fhieben. - der Friedenshandlung zwifchen beyden Fürften,
10. Demnad) wir nun daffelbe bey uns alſo obgelegen, und zwarj ohne Sparung eini«
gaͤnzlich beſchloſſen, und alles zum Concilio ger Mühe, Arbeit und guten Willens. - Das
bereiteten, daneben ung erinnerten, wie viel bezeugen wir. mit GOtt; welches Guͤte trau⸗
der Chriftenheit daran gelegen ‚und wie zu Be» ende, wir uns in ſolche Reiſe und Lebensge⸗
‚förderung des Concilii fo hoch nöthig wäre, fahr begeben hatten. Mit unferm Gewiffenz
wenn die Potentaten der ganzen Chriſtenheit welches uns in Feine Wege befchuldigen Fanny |
mit einander einig wären, undin gutem Frie⸗ daß wir einige Gelegenheit zum. Frieden ent ı
den lebten ; fo haben wir unfere in. Chriſto ge | weder niche geſucht, oder vorüber paßiren Pr |
fiebten Sößne, Carolum Römischen Räyfern, ſen haͤtten. Mit den Fürften felbft; welche wir
allezeit Mebrern des Reichs, und den allerchriſt |fo oft und hoͤchlich durch Gefandte, durch
Tichften König Franciſcum, als die zwo für, Schreiben, durch Erinnerung und Vermah⸗
nehmften Seulen, mit hoͤchſtem Fleiß zu. bie: [nungen, durch allerley Suchen geflehet und ge⸗
£en nicht abgelaffen, daß fie zu Unterredung |beten, fie wollten. doch den alten Groll ablegen |
fi) mit uns zu betragen unbeſchwert ſeyn |und zufammen fid) verbinden , damit gemeinen
tollten, und zum öftern mit beyden Durch Chriſtenheit, ſo jetzt in Gefahr ftünde, durch ih⸗
Schreiben und Botſchaften gehandelt, daß fie rer beyden Hülfe Rettung wiederfahren moͤch⸗
den Groll und Uneinigfeit wollten beylegen, te. ja, mit unferm Wachen und Sorgen ‚und
und mit einander ein Buͤndniß und vertrau. mit unferm Säglichen und nächtlichen Kopfbree
liche Sreundfchaft aufrichten, und, weil ihnen |chen und ſchweren Befiimmerniffen, damit mie |
‚ dazu die fürnehmfte Gewalt in der Kirche von ſuns in dieſer Sach häufig beladen. . Und has ı
ED virlichen, dem betruͤbten Zuftand ber Iben doch nichts fruchtbarliches ausrichten und |
Im
RER,
76 IV. Abfeh.b) Don dem nach Trident ausgefchriebenen Concilio. 1077
zu einem erwünfchten End unfere Rathſchlaͤge auf Fünftige Ditern und den Tag der fröplichen
bringen Fönnen. Denn alfo hat es GOtt ge: |Auferftehung Eprifti angeſtellet würde, undzu
zen welchen wir dod) Das Vertrauen ha- |UIrfund ſoſcher unferer Bewilligung und Ges
ben, er werde dermaleinſt unfer Wünfchen mit bots, im Jahr nad) Chriſti Geburt 1538. den
digen Augen anfehen. Wir zwar an un- 28. Sjunit, zu Genua ein Ausfchreiben gerhan,
/ fern Ort haben In unferer Sache wahrlich auch um Velo lieber in die Verſchlebung ges
nichte, was dem Biſchoͤflichen Amte wohl an- williget, weil beyde Herren uns zufagten, fie
ſtehet, unterlaffen. Da auch niemand ift, wollte ihre Gefandten zu uns gen Kom ſchicken,
der uns unfere Mühe und Arbeit, Fried zu damit dasjenige, mas zu Vollſtecckung des Frie«
machen, übel deuten und auslegen will; fo thut dens noch übrig, und wegen Kürze ver Zeig
berfelbe zwar uns nicht wenig wehe, doc) dan- nicht abgehandelt werden fonnte, zu Rom in
ken mir bey folcher unferer Wehmuth unferm unſerer Gegenwart defto füglicher verrichtet.
GS0tt, welcher uns zum Erempel und zur geh: würde, Wie fie denn eben um diefer Urſache
ve feine liebe Apofteln hat würdigen wollen, willen aud) gebeten, daß diefe Friedenshands
|
un AT nn u en u
um des HErrn JEſu, der unfer Sriedefürft lung der Haltung des Concitil möchte vorgezo—
it, Namens willen Schmad) zu leiden. Db nun Igen werden. Gintemal wenn Friede gemad)r,
wol in gemelöter Zufammenfunft und Hand» |fo würde das Concilium der Chriftenheit defto
fungstag zu Niffa, umunferer Sünde willen, groͤſſern Nuß und Srommen bringen; welche
wiſchen beyden Fürften ein wahrer und ewiger |Urfache uns auch nicht wenig bewegt das Con⸗
Friede nicht hat Fönnen aufgerichtet werden; ſo cilium aufzufchieben. Und Hat die Hoffnung zum
iſt doc) auf zehen Jahr Anftand gemacht wor Frieden uns fehr vermehret, daß nad) unferm
den. Um welches willen , weil wir hoffen, es Abſchiede von Niſſa die Fürften in guter Eis
koͤnnte ein Concilium nunmehr bequemlic) ge= nigkeit und Sreundfchaft find zufammen kom⸗
balten, und hernach durch Unterhandlung des men; mweldyes, als wir mit befondern groffen
Eoncilü der erwuͤnſchte Friede erhalten werden, | Freuden vernommen, ftanden wir gänzlich, in
haben wir bey beyden Herren angehalten, daß den Gedanken, e8 wäre nun dermaleinit unfer
fie feibft aufs Concilium Famen, und ifre an | Geber und Seufzen um Friede bey GOtt er
‚ wefende Prälaten mitbrächten ‚die andern aber /höret worden. Darum als wir auf Die ganze .
beſchrieben. Als fie aber beydes Anfinnens liche Schlieffung und Vollziefung des Friedens,
halben fich entfchuldiger, dieweil fie wiederum uns noch gute Hoffnung machten, aud) bey
in ihre Königreiche ziehen, und die Prälaten, ſo bey den Herren darum fleißig anfielten, und -
| fie mie fich Hätten ‚nach fo ferner Reife, die fie nicht allein fie, fondern auch unfern in Ehriſto
gethan, wieder ausrußen und des aufgewand. |lieben Sohn Ferdinandum, Roͤmiſchen König,
‚ten groſſen Koftens ſich erhofenlaffen müßten ;|bedünfte, man follte bag Concilium, ehe denn
haben fie uns vermahnet, daß wir eine andere | Fried gemacht, nicht fortgehen laffen, und um
ı Zeit zum Concilio ernennen und beftimmen | Berfchiebung durdy Schreiben und Gefandte,
| wollten. Welches, als wie zu thun Bedenken |von ihnen fämtlich bey unsangehalten. Son«
trugen, feynd eben von unfern Gefandten zu|derlich aber von dem Allerdurchlauchtigften
‚ Bincenz Briefe angekommen, in welchen ver-| Römifchen Kaͤyſer vorgewendet wurde, er Häts
, meldet wird: wiewol der Tag, auf welchem |te die Stände im Reich, fo von der Einigkeit
das Concilium hätte angehen follen, vorlängft |ves Cathollſchen Glaubens abgewichen, alles
, verfloffen, fo wären doc) kaum einer oder zwey zeit vertröfter, er wolle bey uns zumege brin⸗
ı Pralaten aus freniden Landen gen Bincenz gen, daß man die Sachen zu vergleichen vers
ı Eommen. Derowegen, als wir num wohl fa- |{uchen follte, welches aber vor feiner Ankunft
hen, daß das Concilium feinen Fortgang ge-| in Deutfchland nicht füglicy geſchehen koͤnnte.
vinnen Fönne, fo haben wir den beyden Für-| Demnad) fo haben wir denfelben Fürften zu
{fen zu gefallen gewilliget,, daß es abermals bis Ba und inguter Hoffenngdes —
1078 Cap.ıg. Don der duch Conventeu.Reichstäge | 9
und vornehmlich weil wir fahen, daß auch beten wurde, wir moͤchten bewilligen, daß et⸗
auf vorbefagte Oſtern noch nicht mehr Praͤla⸗
ten gen Vincenz fommen, dieweil fie fich aber-
mals einer Erſtreckung befahreten, die Hal:
fung des gemeinen Concilii aus unferm und des
Apoftolifchen Stuhls freyen Willen, wieder:
um verlängern wollten, Immaſſen klaͤrlich zu
vernehmen aus denen Schreiben, fo wir am
10. Junii Des 1539. Jahres an alle und je-
glihe obgedachte Fürften dieſes Aufſchubs
wegen abgehen laſſen. EST :
1I.
Aber wie nun folches Yuffchieben,, der
Sachen Nothdurft nach, ergehen laſſen muͤſſen, let würde, dieweil wir hoffen, es koͤnnte hier⸗
und auf eine gelegene Zeit und Vollziehung des durch in der Chriſtenheit wieder Friede und
erwuͤnſchten Friedens warteten, daraus her-
nach dem Concilio mehr: Anſehens und fleißiger
Beſuchung, auch der Chriſtlichen Kirche mehr
Heil entſtehen ſollte, iſt es mit dem Zuſtand
der Chriſtenheit je laͤnger je aͤrger worden,
indem die Ungarn, als ihr Koͤnig verſchieden,
den Tuͤrken dazu.beriefen; der Rom. König
Serdinand aber wider fie zu Eriegen anfing,
und die Niederländer zum theilvom Kaͤyſer ab:
äufallen bewege worden, um welches Aufltan-
des Stillung willen, als der Käyfer Durch
Stanfreich (welches eine aroffe Anzeige war
des wohlgeneigten Gemuͤths gegen den aller.
chriſtlichſten König,) in die Niederlande zog,
bat er von dannen feine Reiſe in Deutfchland
genommen, und um Beförderung Friedens
und Einigkeit willen Reichsverſammlungen
zu halten angefangen.
ı2. Als aber zum Friede wenig Hoffnung
übrig, und folche Handlung auf Neichsiägen
zu Unfried und Uneinigfeit Dienlicher war, - Ba:
ben wir das alte Mittel des allgemeinen Eon-
citii roleder vor die Hand genommen, und
foldyes durch unfere Geſandten, der heil. Nom.
Kirchen Eardinäle, dem Känfer anfragen laffen.
Seynd aud) leßtens, und fonderlich in der Re—
genfpurgifchen Zufammenfunft, eben dahin ge: nem Ort mehr denn zu Trident Luſt hatten,
gangen/ da unfer geliebter Sohn, Eafpar, ti-|ben wir aus väterlicher Siebe unſern Wi
tuli ſanctæ Praxedis Cardinalis Contarenus,
ein recht ehrlicher und gelehrter Mann, unſer
Geſandter war. Denn als von uns (wie wir
uns denn ſchon zuvor befahren hatten,) auf Gut⸗
achten dero daſelbſt verſammleten Stände ge⸗ daß auf dem naͤchſtkuͤnftigen 1. Re —
——
—
eſuchten Religionsvergl. 107
liche Artikel derer, ſo mit. der Kirche nicht eie
nig, geduldet wuͤrden, bis ſie durch ein gemein
Concilium erkennet und verabſchiedet würden,
und aber ſolches zu bewilligen weder die Chrifte
liche noch Catholiſche Wahrheit, noch unſere
und des apoſtoliſchen Stuhls Hoheit zulieffen,
haben wir viei lieber ein Concilium auf das ale
lerehefte zu Balten und zu verfündigen befehlen
wollen." Denn wir feyndnie andrer Meynung
und Willens geweſen, als Daß aufdas allera
bäfdefte ein gemein Eoncitium ins Werfgeftele
nigkeit des Glaubens erlanget werden. Nie
weniger aber haben wir. mit der Chriftiichen
Kirdye gutem Willen und Bewilligung esthun
wollen. Well wir aber hierauf warteten, und
hoffeten auf die uns verborgene Zeit, auf die
Zeit, wenn dirs gefallen wird, ounfer GOtt
‚haben mir dod) endlich nad) langem Harren und
Hoffen auf die Meynung geraten müffen, es
fey GOtt allezeit gefällig, zu welcher man von
heiligen und zur. Goftesfürchrigkeit nöthigen
Dingen Rath hielte. Deromegen als wir fa
ben, jedoch mit fonderbarem Herzeleid und Be⸗
fümmerniß, daßes mit dem Zuftandder Ehria
ſtenheit von. Tag zu Tag ärger wurde, diewell
‚Ungarn vom Türken unferdruckt, Deutſchland
in Gefahr, und andre Landfchaften in. Furcht
‚und Traurigkeit gefeßt, nahmen wir uns vor,
‚auf Feines Sürften Bewilligung länger zu war⸗
ten, fondern nur auf GOttes Willen und der
Ehriftlichen Kirchen Nutz zufehen. —
‚13. Derohalben als wir der Stadt Bincenz
zu unferm Willen nicht meßr mächtig. waren,
‚und. in Erwählung einer neuen Malftade ſo⸗
wol auf der ganzen Chriſtenheit, als Deutfche
landes Gelegenheit fehen wollten, auch danes
ben merkten „Daß die Deutfchen felbft zu Fein
da
erucher SEEN Willen
in ihr Begehren ergeben wollen; wlewol wir:
dafuͤr achteten, es koͤnnte hie diſſeits in Welſch⸗
land alles bequemer angeſtellet werden. Und
haben demnach Die, Stadt Trident er vaͤhlet,
rt
—9—
’
Melie
iu d andern weiter entlegenen Ländern, nicht |de, erinnernde, und nichtsweniger in Kraft des
ſchwer die Bifchöffe und Prälaten dahin kom⸗ Eydes, welchen fie uns und dem heiligen apoa
haben wir darauf: gefehen , daß wir diefe unſe⸗
\ 20 fo viel Schaden und Elend gelitten hatte.
ein, allgemein Concilium gehalten wuͤrde; ſere geliebte Söhne, die Aebte, als alle ande⸗
us Deutſchland, und Denen näcjft an |re, welche von Rechts oder Privilegien wegen
land gelegenen Provinzien, zwar am |in allgemeinen Eonciliis ifren Standund Stims
chreften aus Frankreich und Hifpanien me haben follen, Hiermit fordernde, ermahnen⸗
D ut
ten koͤnnten. In Anfehung des Tages aber ſtoliſchen Stuhl geſchworen, und des Gehor«
fe ſams, welchen fie ung zu leiften ſchuldig, des«
re Meynung zu verkuͤndigen, und die Biſchoͤf⸗ gleichen bey den Pönen, damit diejenigen, fo
und Prälaten ſich einzuftellen Zeit und Raum auſſen bleiben, von Rechts und Gewohnheit we⸗
gnugſam hätten, Jedoch wollten wir an die-|gen belegte zu werden pflegen, befehlende und -
' fen neuen Dre zu kommen darum nicht ein Jahr ernſtlich gebietende, daß fie felbft in der Per«
Friſt geben „wie fonften wol in etlichen Saßun- ſon, oder da fie durch unvermeidliche Chehaft
gun verfehen , Damit es nicht jemand alzulang | (welche fie doch befcheinen follen,) verhindert,
uͤnkte, auf Befferung in der Ehriftlichen Kir |durd) ihre gnugſam gevollmächtigte Anwaldt
hen noch bis dahin zumarten, welche bisanhe |und Borfchaften auf diefem: Beiligen Concilio
unausbleiblich erfcheinen follen. Die oberwehn⸗
14. Wie es nun mit diefem unferm Borbar]ten Fürften-aber, ven Känfer; den allerchriſt⸗
ben foregehen werde, Fönnen wir zwar in An- lichſten König, und die andern Könige und Fürs
fehung der ſchweren Zeiten nicht wiflen. Weil ften, welcher. Gegenwart dem heiligen Chrifte
aber geſchrieben ſtehet; Befihl dem: HErrn lichen Glauben und der Chriſtlichen Wohlfahrt
deine Wege und hoffe auf ibn, er wirde niemals ‚nöchiger noch nüglicher geweſen, als
wohl machen; fo feynd wir bedadyt, mehr, jeßo feyn wird, bittende um die Barmherzig⸗
auf GOttes Güte und Barmherzigkeit zutrau:| keit GOttes und unfers HErrn JEſu Epriftt,
en, als unferm Vermögen zumißtrauen. Denn! welches Wort, Wahrheit und Glauben, ins
es traͤgt ſich oft zu, wenn man was Gutes vor⸗ ner- und aufferhalb jegt heftig angefochten wird,
il
dat, daß, was menfhliche Anfchläge nicht ver daß fie dieſe GOttes des HErrn felbit eigene
mögen „ GDtres Kraft ausrichtt. 2.2.7 | Sadıe nicht verlaffen wollen, wo fie anders
iz . Wollen demnach hiemit, in Kraft GOt⸗ die Chriſtliche Kirche vor Untergang behuͤtet zu,
tes des allmaͤchtigen Vaters, und des Sohnes, ſehen, und die groſſen Wohlthaten GOttes, da⸗
und des Heiligen Geiſtes, und ſeiner heiligen mit ſie ihm verpflichtet, mit Undankbarkeit
Apoſtel, Petri und Pauli Gewalt, fo. wir hie nicht zu vergelten gedenken: ſondern daß fie wol
auf Erden haben, aus Rath und Bewilligung der Ten zum Eoncilio perfonlih kommen, dieweil ihre
hochwuͤrdigen unſerer geliebten Brüder, der heil. Gegenwart dem gemeinen und ihrem eigenen
Rom. Kirchen Cardmaͤle, allen längern Ber« zeitlichen und ewigen Nutzen viel Frommen brin⸗
zug und Aufſchub davon oben gemeldet; ab⸗ gen wird. Da fie aber, welches wir doch fehr
geſchaft, und ein heilig allgemein Concilium in ungerne ſaͤhen, ſelbſt nicht kommen koͤnnten, iſt
der Stadt Trident, einem bequemen, ficheen, |unfere Bitte, fie wollen zum wenigften gnug⸗
und, allen. Nationen. wohl gelegenen Dre, auf, ſam Gevollmächtigte fchicken , die ihrer Herren
den 1. Novembris naͤchſtkuͤnſtig dieſes gegen. Seele. en Fünkib: un weislich im Concilio ver
—— Jahres anzufahen, fortzuſetzen, walten koͤnnen. Auch vor allen Dingen die
d mit der Hülfe GOttes zu feinem Lob und Verſchaffung thun, daß ohne einige Weigerung
Ehren, und der Chriſtenheit Heil und Wohl-| und, Verzug die Biſchoͤffe und Praͤlaten in
fahrt zu vollbringen, angekuͤndiget, beruffen, ifren Königreichen und Landſchaften fich einftel«
angeſetzt und befchloffen Haben. Alle und jede,| Ten müffen.: Weldyes dann bey ven Prälaten
Tram Euer Brüder, die) und. Fürften in Deutſchland GOtt und. wir
Patriarchen, Exzbifchöffe,. Bifchöffe, ‚und un⸗ billig as weil ihrenthalben und u |
I. hell in Eee | r
>
x
1682 Cap.ıg. Don der durch Convente u. Reichstäge gefüchten Religionsvergl
ie Anpalten, auch in folder Stadt, die von beamten Perfon Sigill bekräftiget, vollem.
ihnen felbft begehret, das Concilium an geſtel⸗ mentlicher Glaube zugeftelle werde.
let, damit atfo was zu Reinigkeit und Bahr»); 17. Da ſich aud) jemand freventlich unter
heit Chriftlicher Religion, zu Wiederbringung ſtehen würde, diefes unfer Ausfchreiben, Bere.
guter Sitten , zu autem Fried und Einigkeit, |Eindigungs- oder Beruffungsbrief, Satzung,
-fowol der Chriftlichen Fürften untereinander, Schluß, Befehl, Gebot und Bitte; zu verahe
als der Voͤlker und denn Der barbarifchen un ca, und Deimfelben zu widerſtehen, der foll wife
glaͤubigen Heyden Gewalt und Einfälle abzu- ii, daß er in GOttes des Allmächtigen, und
wenden nöthig iſt, vermittelſt goͤttlicher Gnazfeiner.Keiligen Apofteln Petri und Pauli Uns
den und Beyſtandes, befto beſſer und beque-|gnad unvermeidlich fallen fol. “Gegeben zu
mei in mehr befagtem Heiligen Concitto gegan- Rom zu St. Peter nad) Chriſti Geburt 1549,
‚delt, berashfchlager, und endlich, fobald mög: |den 22. May, “N
- Yich befchloflen und zum gewünfchten Ende ger er za Bloſius
A ee ee Dier Dandı,
A
16. Und damit diefer unſer Brief und deſſel⸗
ben Innhalt jedermann, dem esgebüßret, kund et W
und wiffend werde, und fih mit Unwiſſenheit Roͤmiſch Röyferlicher Majeftär Carls
niemand zu entfchuldigen, vornehmlich weil des V. Antwort auf Pabfts Pauli des III. Aus⸗
man vielleicht zu etlichen, welchen ev fonderlich |febreiben , ein gemein Concilium, ſo zu Tre
und vor andern zu infinuiren, ficher nicht fom- dent folle ‚gehalten werden, belangend, Dat —
men kann; fo wollen und befehlen wir, daß Montiſon den 25. Aug. 1542.
gegenwaͤrtiger Brief in der hohen Kirchen des
oberften Apoſtels, St. Petri, und in der $a
TI, —
| llerheiligſter Vater, ehrwuͤrdigſter Herr.
teranenſiſchen Kirchen, wenn das Volk ſich da Es hat uns E. H. Botſchaft eine Ab
ſelbſt Häufig das goͤttliche Amt zu Bören, ſamm ſchrift der Bullen, fo auf_den erſten Tag des
‚len wird, öffentficd; mit Keller Stimme durch Monats Julii, nächft verfehienen, nah E. I.
unfere Rammerboten oder öffentfiche Notarios | Gebot follt ausgehen und angefihlagen werden,
abgelefen, und dann an die Pforten und Tho- uͤberantwortet, welcher Innhalt ein gemein und
ve gedachter Kirchen und Päbftlicher Canzley- | Generalconcilium, fo auf den 1. Novembris
en, dazu am Campoflor, wie gewöhnlich, an. naͤchſtkuͤnftig zu Trient follte angehen und ge⸗
geſchlagen, und dafelbft jedermanniglich zu fe halten werden, belanger. In melchem wir E.
den und zu ſeſen eine Zeitlang gelaſſen da auch die H. Vornehmen und gehabten Fleiß aufs ale
Arkund wieder abgenommen, eine Copey da- lerhöchfte loben und preifen; Darum, daß fie
von angefchlagen werden und bleiben fol. Denn mit dieſem Ausfchreiben und Berufung, ein
durch die Verleſung, öffentliche Verkündigung | Concilium zu Halten (zu welchem fie fo Herzlich
und Anſchlagung, wollen wir alleundjede, und und väterlic) alle Stände der ganzen Chri«
infonders diejenigen, welche in diefem unferm ſtenheit vermaßnet ), vornehmlich zu verſtehen
Brief benennet werden, nad) Ausgang zweyer gibt, Daß fie allezeit folches zu fördern willig”
Monaten, vom Tageder öffentlichen Verkuͤn. und geneigt geweſen fy, N.
digung und Anſchlagung an zu rechnen, fo ver) 2. Loben aud) E. H. Sorge, Mühe und Ars
bunden und verftrickt Haben, als wenn ihnen beit, fo fie oftmals auf fich geladen’ hat, nicht
felbft diefer “Brief gegenwärtig vorgelefen und! allein derhalben, daß Fried und Einigkeit in -
behaͤndigt wäre. Befehlen und gebieten auch Hie-| der ganzen Chriſtlichen Kirche, — auch
mit daß den Abſchriften dieſes unſers Briefs, ſo daß zwiſchen uns und dem König in Frank⸗
mit eines öffentlichen Notarii Hand geſchrieben, reich ein ewigwaͤhrender Friede möchte ange⸗
oder unterſchrieben, und mif einer geiſtlichenrichtet und beſtaͤtigt werden. rn
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3. Wiewol es: fi) läßt anſehen, als habe
E..9. (welches doch nicht zum — foll aus⸗
gelegt werden,) allzufehr dieſem Exempel nach ·
Fefolget in ihrem Ausſchreiben, von welchem
ee a gefoge it (als auch E. H, ohne Zweifel
wird unvergejfen feyn,) von dem Hausvater, der
feinen, verthanen und : ungerathenen Sohn mit
heim kam, und fid) zuvor befehret hatte, mit
ganz geneigtem Willen wiederum aufnahm, Bat
er ihn dennoch nicht uͤber den ältern Sohn (wel⸗
cher nie aus dem: Garn getreten ‚ ſondern alle:
zeit. des Haufes: und ſeiner Arbeit aufs fleißig⸗
‚fie gewartet hatte,) erhaben, ſondern ihn ſonſt
als ſeinen Sohn erkennet und ſein folgend Thun
gelobet. Dieweil nun E. H: unverborgen iſt,
daß alle unſere Handlung und Thun dahin ge⸗
richtet feyn,. daß: dadurch gemeiner Nutz der
ganzen Chriftenheit gefördert werde 5. Daß wir
auch fterigs dahin gearbeitet ‚daß dieſem Un—
glück, welches in E. H. Schreiben vermeldet
it, möchte gefteuret und gewehret werden, und
infonderheit groffen Fleiß Daran gewendet, das
mit in der Chriſtlichen Kirchen eine beſtaͤndige
Einigkeit, möchte: getroffen, und ein General⸗
concuium moͤchte gehalten werden. Daß: mit
auch unterdeß viel ſchwerer langwieriger Rei⸗
fen, mit groſſer Mühe und Arbeit, auch mit
uͤberſchwenglichen Koſten und Zehrung auf uns
genommen, und uns derſelbigen Gutwilligkeit
allezeit in allen Dingen erzeiget, daß wir ger⸗
ne gewollt haͤtten, Daß in der ganzen Chriſten⸗
heit, N ocee uns und dem Kor
nig aus Frankreich, ein beſtaͤndiger Friede moͤch⸗
a werden, Damit wir den allergrim«:
migften DBerfolgern unfers Ehriftlichen Glau⸗
bens, den. Zürfen und andern unfern Feinden,
mit gröfferer Mac
reiben (fo man die. Wahrheit fagen foll,)
E. H. dermaſſen —— Beh fie dieſen Din⸗
gen ganz und gar entgegen seyn.) sun lau
pr Und daß wirs auch frey bekennen, ſo ift
E.H . Ausſchreiben al ſo zweifelhaftig geſtellet
“or
1084 IV. Abfehn.: b) Don dem nach Trident ausgeſchriebenen Concilio.
und infonderheit an etlichen Orten, (wiewol wir
hiemit nichts geredet wollen Haben wider die
Redlichkeit, welche dem’ alferheiligften Colle⸗
gio ſoll zugemeſſen werden,) daß wir nichts ge⸗
wiß vernehmen koͤnnen, ob diß wahr fey-oder
nicht, welches ſich derſelbe König von Frank⸗
reich ſo gewaltig ruͤhmet, gleich als habe er
ſchon alles aufs gewiſſeſte verſucht und erfah⸗
ren, nemlich: daß er das gemeldte Collegium
ganz in feiner Gewalt Babe, und möge ſich deſſel⸗
bigen nur nach allem feinem Willen und Woßl-
gefallen gebrauchen, Habe auch ſchon Huͤlſe von
etlichen aus ihnen empfangen ,ı die auf feiner
Seiten und mit ihm verbunden ſeyn.
er. Lindigkeit, Damit: er nicht ärger: würde,
.. Jerum auf den rechten Weg gebracht: Bat.,
Dann ob jener gleich den Sohn, ſo wiederum
t Widerſtand thun moͤch⸗
ten: „So follte unswaßelich €. 9. etwas ho
hers geh haben * dann jenen, wel ches Than
und Xi
1085
| Denn
ſolcher Wort laͤßt er ſich vernehmen, und weil
er der Federn beſſer trauen darf, braucht er ſich
mehr Gewalts in etlichen feinen an E. 9.
Schriften, denn ihm wohl anfteher, oder: ge-
büprlich ift. Dieweil wir aber uns nichts boͤ⸗
ſes bewußt, ſeynd wir gänzlich der Meynung,
daß ErH ſolches mit Fleiß, und etwa um eis
‚ner geoffen Urſach willen gethan haben. Denn
wo es anders wäre, fo würde: uns folches zu
groffem Unwillen bewegen, nicht allein um
obgemeldfer Urſach willen, (daß E. H. den
König von Sranfreic) ung vorgezogen, und hoͤ⸗
ber: gehalten haben, ;) fondern auch von wegen
unfers Amts und Herrlichfeit, in welche wir
von GOttes Genaden gefegt feyn. Und beru⸗
ben auch.auf dieſem, daß unferbeyder Thun und.
taffen gleich. ſowol E. H. als der ganzen ge—
meinen Cpriftenheit, befannt und offenbar iſt.
Und wir wollten von Herzen gerne ; daß (fo es
GOtt alfo gefallen hätte,)'er, der König von
Frankreich, von folchen Lindigkeit und Fleiß,
welche E. H. bisher: gegen ihn über die Maaß
‚gebraucht, vorlängft möchte abgewandt, und
ein Chriſtlich Coneitium mit Ernſt und rechter
Meynung zu beſuchen getrieben worden feyn,
damit in der Chriſtenheit Eintracht beftätiger,
gemeinem Nutzen gerathen,undunfern Feinden,
die uns zum oftermalen mit Gewalt uͤberzogen
haben, Widerſtand haͤtte mögen gethan werden,
Alsdenn wollten wir gerne loben, daß ©: H
ihm mit zu groſſer langwieriger Geduid gewille⸗
fahrer haͤtten und möchten: ung gebünfen’ laf
ſen, daß ‚alles, ſo wir zuzeiten von unſerm
Recht
1086 Cap.ıg. ucch Convente
„Hecht nachgelaffen ‚oft mit Verkleinerung un-
ſers amens, und ung felbjt in Gefahr zu
begeben nicht geroldert ‘haben, : wohl angelegt
ware. 2043 2 ren, a‘ Sn IT
5. Diemeil aber diefe Sache, fo oft mit ihme
von E. Hs und uns verfucht, klar anzeigt Daß
‚bey ihme mit allem unferm Bermahnen, Woh
thaten, Nachlaſſung und Bergeflung alles, ſo
er wider ung gethan hatte, mit ſo mannigfalti-
ger Berneuerung ber Bündniß, mitangehang-
ten unbilligen Gedingen gegen uns, da wir viel
von dem unfern nachgelaffen, ihme dargeboten,
und gleich als geſchenkt Haben, nichtsmagaus-
gerichtet noch nuͤtzliches geſchaffet werden; fon- Jin aller feinen Rathſe . Wie
dern daß er nur durch folch unfer Thum je len des groͤbſten hie Feine Meldung tum
| Dann wir hie nicht willens find anzuzeigen,
welches wir Doch aufs allergemwiffefte Erfahrung
haben, dafs Diefer Anfchlag bey ihm befchloffen
ift gemeft, ung in Sranfreid) aufzubälten, und
Bas ihn unfer allerehelichftes und’ Höchftes Er:
bieten, deß wir uns gegen ihm erzeiget haben,
fänger je ftölzer und freudiger gemacht ;verft
noch neue Zanf und Krieg erwecket, und. ver-
hoffet, ob ihm gleich fein Bornehmen nicht fo
glücklich hinaus ginge, als ers gerne wollt,
fo möchten wir dennod) -teichtlich Srieden- mit
ihme zu. machen bewegt werden, dieweil er uns
infonderbeit. fo gutwilſig und zur Foͤrderung
des Chriſtlichen gemeinen Nutzens geneigt ſie⸗
bet, und darzu endlich glaubet, daß E. H.
(tie ers denn gewohnt iſt, uns zu ſolchem zu
vermahnen, nicht unterlaſſen wuͤrde.
6. Dieweil wir aber E. N. aller vergange:
ner Sachen einen wahrhaftigen und oͤffentlichen
Bericht gethan haben, da wir zum nähern zu
Rom geweſen, wollen wir hie nicht lang mie-
verholfen die Anfänge und Erneuerung dieſes
Kriegs , durch welche alles diß Unglück: (wel⸗
ches E.-H. in diefem Schreiben gedenket,) er⸗
weckt iſt worden ‚und woher diefe anfänglich
entſprungen, und welchen man bis auf Diefe
Zeit des Bundbruchs am meiften befchuldigen
- 7. Auf dißmal begehren wir nur von E. 9.
daß fie nad) ihrem gröften Fleiß und Vermoͤ⸗
gen, was: fuͤrohin Gutes: hieraus entfpringen
möge, aufs gefreulichite'ermeffen und bedenken
wolle , und unter andern, welche diefer Sa-
chen Anfänger ſeyen; diß aber.am fuͤrnehmſten,
wie ftet und aufrichtig der Vertrag, welcher zu
Nicaͤa gemacht ift worden, aus Rath und Trei⸗
ben E. H. die fich mit geoffer Muͤhe und Ar-
beit einen langen Weg dahin zu reifen. nicht
Donberbucch Conoentu:Reichechgegefihren Relgionsnegl
1097
‚gefparet-Bat, gehalten ſey auch was Nuguns
Daraus gefolger;; ‘da wir ung: in groffe Anfers
Leibes Gefährlichkeie zum andernmal begeben
haben ? erſtlich in der Reiſe ad AquasMortuas,
hernach im durchziehen durch Frankreich, an
welchem Ort wir auch laͤnger verharret, denn
l⸗jemand vermeynet hätte: damit wir den Leu⸗
ten mancherley von uns zu veden Urſach gegeben
haben, auch ſolches nicht unbillig derin (damit
wir des andern'gefchweigen,) folches Urſach ge⸗
nugſam gegeben hat, daß man ſaget, wie oft
und. viel die Buͤndniſſe verleiſtet und nicht ge—
in allen feinen Rathſchlaͤgen wäre. "Wir: wol⸗
|
|
|
Inachdem: wir in. unfere Burgundifche Land»
fehaft kommen feyn , ganz nichts nicht beweget,
9: |da wir ihm doch felbft heimgeſtellet Haben, daß
er. nach allem feinem Willen und Wohlgefal-
len erwählen möchte, ivas ihm aus dieſem das
halten, wie wankelmuͤthig und unbeftändig &®
befte gedäuchte‘,' von welchem wir vor unferm
Anzug: aus H
fomimen waren.
8. Daß aber etliche feiner V
erwandten fas
ifpanien mit einander überein
Igen, wir haben aus Noth muͤſſen durch Franke
in Burgund erhebt, möchten fteuten? kann Fels
veich ziehen, Damit wir den Aufruhren, ſo ſich
nen Grund noch Beſtand Haben. Dann was
wir ihm unfer Leib und geben bey den Aquismor-
‚ jtuis vertrauet haben?" So wird viel weniger
eftandes haben, daß wir uns von einer. ee
Beſtan
‚nigenAufruße und Zwiecracht wegen‘, fo fid)
zu Gent ereignet/ und ſolches zu Winters Zeit
ten, follten in ſolche groffe Gefaßr begeben ha⸗
in derfelbigen Stadt aufrührifch waren, wer
chen doch die allertapfferften und ehrlichften mit
Gewalt widerftunden, darzu auch alle’ andere:
Städte und Gebiet der ganzen Landſchaft ihre.
Treue und. Pfliche veſt an uns hielten, =
wel ·
|
vollen fie ſagen, daß uns dort getrieben, da
ben,.fo doch nur etliche aus dem loſen Poͤbel
7»
1088 IV. Abſchn. b) Don dem nach Trident ausgeſchriebenen Concilio. 1089
welchen die durchlauchtigfte Königin aus Hun- zum Ende bringen wollen, damit er nicht ge⸗
n, unfere allergeliebtefte Schwefter, gegen drungen würde, feinem Dettern, dem Herjo«
| wärtig das Regiment führe, welcher Berftand |gen aus Sabaudia, die Länder, fo er ihm mit
und Fuͤrſichtigkeit in vielen hochwichtigen Sa- Gewalt entzogen hat, wieder einzuräumen,
hen genugfam befannt und offenbar iſt. Zu fondern aus freyem Willen —— daß er
dieſem war auch des Kriegs Aufſchub durch E. den angeſtellten Frieden gaͤnzlich und aufrichtig
H. Hülfe aufgerichtet und beſtaͤtiget, welchem halten wollte. Unter welchem er doch, nad) der⸗
| Be gedaucht, ) wir billig trauen follten. |felben Zeit, an allen Orten, feines heimlichen
azu iſt E. H. nicht unwiſſend, daß wir mil |Meides gegen uns viele Anzeigungen gabe,
und fich beflagef, daß man ihm das Herzog⸗
' fen, und uns am böchften angelegen war, daß, thum Meyland nicht zugefteller hätte, welches
nachdem wir alle Handlungen in Italia ge: ihm doc), als er vorgab, zugefagt wäre: ver⸗
| fhlichtet hätten, die Zwietracht im Reich auch ſchwieg aber dabey mit groffem Fleiß ‚mas der«
lens geweſen find, durch Italien hinaus zu rei⸗
tes vonnoͤthen waͤre, beſchloſſen und zugericht raͤumen ſollte, und anderer Gedinge mehr, wel⸗
moͤchte werden. che zu Nutz und Frommen der ganzen Chri⸗
9. Solchem Weg wären wir auch gefolget, ſtenheit und Beſtaͤtigung einer veſten und auf⸗
wo uns nicht von dieſem Vornehmen ſein emſi⸗ |richtigen Einigkeit zwiſchen uns zugeſagt und
ges Anhalten abgewendet hätte, welches genug⸗ beſchloſſen waren, von welchem dann gewiſ—
ſam beweiſt mag werden, nicht allein mit ſei⸗ ſes Anzeigen geben feine aufgerichte und bes
nen eigenen Handfchriften, ſondern auch mit |ftätigee Briefe, welhe E. H. Dienern gezeigee
rüftung wider den Erzfeind Chriftliches Blu: | Herzoge aus Sabaudia fein fand wieder eins
dem, fo von feinen Söhnen, als Heren Dal-
brecht, und andern Gewaltigen feines Hofs, an
ches Anhalten dermaſſen geftellet, Daß er ver-
vereinigt und geſtillet, auch mas zur Kriegs: |felben Verheiſſung angehengt war, daßer dem
|
| meynet, er werde an feinen Ehren verlegt, wo
worden feynd.
10. Sint derfelben Zeit Ber bat er nie uns
ung gefchrieben worden ift. Und iſt auch fol-|terlaffen, heimlich Meuͤterey und Handlungen
wider ung vorzunehmen, in Deutfchland, in
Stalien, beym Türken, und dem König von
wir einen andern Weg, dann durch fein Land | Ungarn Johann Wayda, welcher mit dem
zoͤgen, noch uns dergeftalt erzeigten, als dieihm | Türken, von dem er das Königreic) empfangen
fo viel Glaubens haͤtten. Zeiget auch an, daß hatte, im Bund war, derohalbener auch von E.
ihm feines Gerüchts halben viel Daran gelegen H. in Bann gethan, und nad) diefes Abfter«
wäre, daß er alfo die Schande der oft zerbro- ben mit feiner nachgelaffenen Frauen, und
chenen Bundniffe zudecfen möchte. Derhal⸗ ‚andern, fo dem Türken anhängig waren ‚durdy
‚ ben er auch erfennet hat, daß er uns nicht un⸗ welcher Huͤlfe auch der ehegemeldete Johann
| billig um folcher Urfach willen viel verpflich- Wanda zu Dfen in die Stade genommen wor⸗
tet feye, und zum oftermalen mit feinem Eid den iſt. Und daß wirs kurz fagen, dieweil er
beſtaͤtiget, daß zwifchen uns eine ewige unzer= ſich bey andern als unfern hoͤchſten Feind zu
trennllche Seindfchaft bleiben foll, obgleich nim=|erfennen gabe, erzeiget er fid) des Gemuͤths
mermehr ihm, nochden Seinen etwas gutes von gegen uns, als der unfer innerfter und hoͤch⸗
uns wiederfuͤhre. Solches hat er auch, nach⸗ ſter Freund wäre, bezeuget folches one Unter⸗
dem wir inunfere Landſchaft Eommen feyn, zum | laß mit viel und mannigfaltigen teuren Eyden,
mehrernmal wiederholet und befräftigef, da er ‚daB er von Herzen gerne wollte, daß folche -
weder unfer höchftes Erbieten (von welchem Freundfchaft und Anftellung des Kriegs zwi⸗
wir droben Meldung gethan), fo ihme aus un⸗ ſchen uns veft und unverfeßre bleiben follte;
ſerm Befehl vorgefchlagen ward, annehmen, | weldyes oßne allen Zweifel E. H. felbft vers
noch andere, von welchen wir vor unferm An⸗ nommen hat aus der Rede, Dieer zu derfelbis
ug aus Hifpanien übereinfommen waren, gen Zeit gethan hat, voreklichen den Ehrwuͤr⸗
Lutheri Schriften 17. Theils 33 Digften
1090 Cap. ıg. Don der durch Convente u. Reichstäge gefüchten Religionsvergl. 1091 |
otſchaften, men ſie nicht allein den Bund,fo zu Nichnaufge ı
digften Herren Cardinälen, E. 9, 2
aud) aus feiner eigenen Diener Handlungen,
aus weldyen dieſe am allerflärften feinen QBil-
len und Gemuͤth zu erfennen geben, welche von
ihnen (feinen Dienern,) in Deutſchen fanden,
und infonderheit auf den Tagen zu Worms und
Regenſpurg getrieben feyn. aa
1m Nichts deſtoweniger hat er noch immer:
dar vorgegeben (damit er die Zeit aufzöge), er
fey unfer befter Freund, bis Daß er, als ver
Caͤſar Fregoſius und Rincho umgebracht wa⸗
ren, eine Urſach haͤtte zu klagen: in welcher
Handlung auch E. H. wohl bekannt iſt, was
wir und die Unſern dabey gethan haben, damit
die Wahrheit der That moͤchte erkundiget wer⸗
den, alſo, daß wir auch E. H. in dieſer und
andern Sachen, in welchen wir zu klagen haͤt⸗
ten, daß wider die Buͤndniſſe gehandelt wäre,
das Urtheil feibft Heimgeftelfet Haben; dazu in
derfelben Sache feinem emfigen Begehren, als
wir bey & 9. zu Lucca waren , genuggetban,
Deggleihen unfere Diener mit. völligem Ge—
walt hinter uns dafelbft verlaffen, daß fie von |
diefen Sachen handeln follten. Was aber die
Urſach fey, Daß feine Diener foldyes nicht zum
Ende bracht, wie fie es zuvor zugefageund ver-
willigt haben, mag E. 9. felbft ermeffen : iſt
n ri Y u — —4 Rn 8* a
richtet ift, gefchwächet, fondern auch die gan⸗
ve Chriſtliche Kirchen verraͤtherlich in die
hoͤchſte Gefahr haben bringen wollen, daß —6
man gleich alles anders nachgibt,) ſie dennoch
der Buͤndniß halben keinen Schutz nicht hätten:
haben mögen. Zu dieſem kommt auch diß
daß fie (als die Feinde ,) heimlich und tuͤckiſch
durch das Herzogthum Maͤhland gereiſet feyn, -
und Darzu Gefährten, welchen das Sand vers
boten gemefen, mit ihnen gehabt haben, von
welcher That wegen allein fie, nad) den Maͤh⸗
ländifchen Sefegen, Des Todes würdig gewefen |
waͤren Baer
12. Ihm ſey gleich nun mit dieſer Sache wie
ihm wolle, fo haben wir nichts mehr koͤnnen
thun, noch zuwege bringen, das zu Erhaltung
der beſtaͤtigten Kriegesanſtellung haͤtt moͤgen
foͤrderlich ſeyn, in welcher doch das mit einge»
ſchloſſen geweſen iſt: daß, wo ſich etwa etwas
erzeigen wuͤrde, das dem angeſtellten Frieden
zuwider ſeyn möchte, daſſelbige Durch den, der
u ⸗
veſt und treulich gehalten würde. Wir haben
ihm auch nichts höhers erzeigt, daß ihm genug
geſchehen möchte, denn daß wir uns, & 9.
ug
dennoch von ung mit allem dieſem unferm Fleiß | das Urtheil in diefer Sache Beimzuftellen, nady
und: Demütbigfeit nichts mehr ausgerichtet | feinen Begehren nicht wegerten, und daß jen
morben bey ihme, denn mit alle andeem unferm | ner , welchen er der Handlung befchuldiger, fidy
Thun zuvor ;hatauch diß nicht geholfen, daß fich | ſelbſt zu Recht zu ftellen darböre. a
der Marggraf von Baftiaymo, welchen erindie-| 13. Und da wir vermennten es würde ihm auf
fer That beſchuldiget, ſelbſt erboten hat, vor E. H. fein Begehren mit dieſem genug geſchehen ſeyn,
zu ſtellen. Aus welchem klar und am Tag iſt, haben wir den Zug wider Algera vorgenoms
daß er (der König aus Frankreich,) nur die |men, doch nichts weniger Herrn Franciſcum
fe3 zum Schein und Fürzügel gefucht hat ‚daß | von Mauria, ‚welcher jest Bifchofift zu Drenz,,
er wiederum zu neuen Ziviefrachtenund Krie⸗ zu ihm gefchiceft, daß er ihn follte beſuchen
gen Urſach Babe, damit Unruhe in der Ehri. [und unfere vorgenommene Reife anzeigen, auch
ſtenheit angerichtet und alles zum Aufruhr be, | ihn vermaßnen, daß er Friede und Einigkeit in
weget werde; wie er Dann zuvor an allen Or⸗ der Ehriftenheit, neben unferer angefangenen
sen fein Gemüth genugfam zu erfennen geben Freundſchaft, veft halten und beſchirmen huͤlfe
hat, ehe der Caͤſar Fregofius und Rincho Hin« | Welches er feiner Gewohnheit nach (da er nine.
gerühtet waren. Welcher Vornehmen gnug⸗ dert milder noch leichtfertiger ift, denn mit
ſam bekannt iſt, famt der Hülfe, fo fie ihmge- | groffen Verheiſſen,) fich aufs überflüßigfte zw
than, und den Gefchäften, die fie in Italia halten erboten Bat. Es haben aberdennochE&,
und beym Türken aus feinem Geſchick und | H. gefehen, was zu Maron gehandelt ift, und!
Befehl verſucht Haben, Mit welchem Borned: was fie in Stalin, Deutfchlanden —— 1
Mare
N
mark vorgenommen und unterftanden, haben
auch verftanden das Vornehmen, fo ſchon be⸗
} I 0
—— 7 wollen, und diß zu jener Zeit,
a er vermeynet hat, folches mit beſtem Zug
szurichten , dieweil wir mit dem Algerifchen
rl genugfam zu hun hätten, und ung her
nad) ein Unglück über das andere zuflunde,
14. Es kann aud) E. H. nicht verborgen feyn,
‚was feine Borfihaft auf dem nächftgehaltenen
| Zag zu Speyer angerichtet haben, wie fie mit
‚ben, die Zwiefpalt der Religionſachen nur
groͤſſer zu machen, damit, daß fie fi) gegen
beyden Parteyen fonderlich Hören lieſſen, als
‚wären fie gut auf ifree Seiten, und wollten ih.
nen (mo es Noth thäte,) mit Hülfe beyite-
ben, Item, mit was tiftigfeit fie ſich unter:
ftanden haben, den vorgenommenen Zug wi:
r IV Abſchnitt. b) Von dem nach Trident ausgeſchriebenen Coneilio.
en, daß er unſer Koͤnigreich Navarren
1093
der die allerwildeſten Heyden handelte, gebrau.
chet. Als ſich nun * grauſamen Worten
faft Die ſchaͤndlichſten Thaten vergleicheten, hat
es dem armen unerfaßrnen Völklein, ſich ſol
cher tapfferer und gewaltiger Thaten zu unter⸗
ſtehen, einen Anfang gemacht. Sehr unbillig
ifts, Daß ers uns zuvor nicht angezeiger hat,
aber nod) viel unbilliger ift diefes, Daß feine Die«
ner fich, gleich wie er, beyde in Stalien und
Narbona, ſo faͤlſchlich erzeiget Haben, als die
* angeſtellten Frieden veſtiglich Kalten woll
en. *
15. DIE iſt num der Nutz, den E. H. mital-
ler ihrer Mühe und Fleiß erlanget Yo da
fie doch fo Beftig und emfig gearbeiter , daß
der Srieden, zu Nicaͤa angeftellet, befräftigee
würde: das hat fie mit ihrer Geduld erharrer,
ba fie Die allerunbilligfte und dem Beiligften
Stuhl ſehr verhönliche That, fo er begangen
ben Türken zu hindern, und was ferner auf hat, da er den Erzbifchof von Valem oßne
daſſelbige gefolget ift, wieder den Exzfeind, den alle Urfache gefangen, fo geduldiglich —
Tuͤrken, zum Krieg gereizet, und ein gewaltig gen hat. Item, daß ſie die allerheftigſten Un—
Heer in Itallam geſchickt hat. tem, wie er bilde, fo feine Diener (welcher That er beitärl.
den allerfpigigften Fuͤnden fich unterftanden ha-
|
|
|
unter dem Namen Martin von Roſſem, des get,) an unfern Unterthanen ‚etlichen edlen und
Herzogen von Cleve Diener, fich unferftanden
hat unfere Miederländifche Herrfchaften unver
feßener Weife zu erobern. Und da er gemerkt,
daß folches von ifm offenbar fey, alſo daß ers
nicht mehr leugnen fönne, hat er feinen Sohn,
den Herzog von Aurelia, alsoberften Feldhaupt⸗
mann öffentlich mit einem gewaltigen Haufen,
in unfere Herrſchaft Lutzenburg geſchickt, und
folches, ehe denn er uns abgefagt oder gemar-
net hätte. Das übrige Volk, fo er zu Hauf
bat mögen treiben, in Hifpanien beiffen fort-
rücken, daß fie Diefe Königreiche Cataloniam
und Navarren befriegen follten, und unterdeß
ein Gefchrey gemacht mit groſſem Ruhm und
Gepraͤng, tie er mit dem Türfen im Bund
fen, der ihm auch Fürzlich Hülfe ſchicken wer:
de, und alfo fort den. zehenten Tag Des ver:
gangnen Monats den Krieg , (von welchem
uns zuvor Feine Anzeige gefcheßen war ,) in al-
fapffern leuten, bewwiefen, welche doch vermey
net hatten, fie wollten in E. 9. Stadt Avt-
gnon wol ſicher feyn, allzugutwillig vergeffen
EIN
>
—
16. Derohalben ſind wir gedrungen worden
und werden noch gedrungen, daß wir zum
Schwerdt greifen, und mag zum Krieg vonnö-
then fey, an allen vorangezeigten Drten beden⸗
fen mußten, und eben zu der Zeit, da wir ver
meynet hätten, wir wollten am ficherften vor
ihm ſeyn, dieweil die Rriegsanftellung, ſo durch
E. H. Huͤlfe beſtaͤtiget, noch unverruckt und
mit unmeßlich vielen groſſen Verheiſſungen und
theuren Enden von ihm bekraͤftiget waren, (mit
welchen er nie aufgehöret hat unfere Diener an
fi) zu reizen, und inſonderheit den., fo wir in
einer Botſchaft zu ihm gefandt Haben, ) und feis
ne Diener allzumal vorgaben, mie fie foldyes
Auffhubs und ewiger Sreundfchaft gegen ung,
len ſeinen Landen öffentlich ausruffen und ver⸗ auch eines kraͤftigen Frledens von Kerzen bes
kuͤndigen laſſen, mit ſolchen verbitterten und gehreten, fo fern nur ſolcher Friede mit E. H.
ſchaͤndlichen Worten, auch mit ſolcher Grau. Huͤlfe und Vollmacht erhalten würde; welches
ſamkeit und Stolzheit, als ſich Feiner, fo er. wi. | fie, als Ne verhoffen, genugfam wird verftan«
| j ER t 32 -
"Den
1094 Cap. 18. Von der durch Eonventen.
- den haben, famt dem, wie ehrlich und herrlich
er von uns in diefem Fall gehalten worden fey. |nehmen nicht widerftehen möchten,
Und damit wir nicht viele Worte machen, Kat | fere Königreiche und Herrſchaft, wider
er uns feines heimlichen Eydes nie ein einig liche und weltliche Billigfei
öffentlich Anzeigen geben , fondern.alie fein Bor:
nehmen falfchlidy verdecket, Damit er ung aller
Sadjen unmiffend und ganz ungerüftet über:
fallen möchte: diemeil er ſahe, daß wir alle un-
fere Gedanken dahin gewender hätten, daß mir
ung des Türkenzugs halben in Deurfche Lande
zu ziehen fertigten, Damit wir unſer und des
Reichs Macht zuſam̃en brächten , und uns felbft,
famt unferer Gewalt gegen den allergraufam-
ften Feind in Gefahr gäben, hat er gemepner,|abgediungen hat, nicht wieder einzuräumen
daß folcher fein Anfchlag Damit gefordert wuͤr⸗ alſo hat er fie durch feiner Amtleute Huͤlfe bi
de, nemlich, daß er alfo mit feiner Meuchle⸗ feſtiget. Zu dieſem kommt aud), daß er
rey ung viel eher zu allen Sachen, denn vaß
wir mieihm kriegen folleen, bereitet finde. Und
Bat ihm wahrlidy diefe feine Meynung nicht
n — —*
Reichst
———
Kuhn rc
öge gefüchten Ri:
freibe ‚damit wir der ungläubigen
| tund Recht, ſte
bedraͤnge und beſchaͤdig..
17. Und das laͤßt ſich auch aufs allerh
ſehen, daß er ſeinen Nachkommen gleich
bige Kunſt lehret, und ſie zu gleichfoͤ
Uebung halt und treibet. Es iſt aber die un
erfärrliche Hoffart und Begierde fo groß bi
ihm worden, daß es niche mehr Fann verbor
gen feyn, daß er endlich bey fich befchloffen
die ande, fo.er dem Herzogen von Sabaudi
ſich
zum naͤchſten nicht hat koͤnnen enthalten, ſon
dern öffentlich hoͤren laſſen, da ihn E. H
durch die Ihren, daß er den Frieden ve
a
ft hielt ©
l
betrogen, denn er hat ung ganz ungerüft ans vermahnet, wie er alle derfelben Landſchaft, |
gegriffen. Aber wir vertrauen Dem allmächti- unter dem Gebirg gelegen, zu dem Kreyſe ſei⸗
gen gütigen GOtt, er fol mit dieſem Krieg Ines Königreid;s bringen wollte, daß es eine '
nichts mehrers erlangen, denn er mit dem vo, Herrſchaft würde, als wie vorzeiten Die Pros
rigen, fo er wider ung geführet,, erlanget hat, vinz Galia vom Römifchen Reich abgeriffen
Und nehmen Gtt zumZeugen, daß ung viel we⸗ und zu feinem Königreich gebracht ey.
Ber thut, und fehrer verdreuft, daß er diK Bor.) 18. Es kann aber nicht ohne feyn, Denn daß |
nehmen, (welches aus heiligen, göttlichen Urfa- |E. H. anderswoher verftanden Habe, daß er
chen angefangen ift, zu Erbauung Chriſtlicher
Religion und Eintracht des Glaubens, ) den
Krieg wider den Türken und andere Sadıen,
fo gemeine: Ehriftendeit Nutz und Frieden be:
langen ‚verhindert, denn daß er ung für unfere
eigene Perfon an unfern Sanden Schaden hat
zugefüget. Denn was unfere eigene Sachen
anlangt, gilt ung eben gleich, oder ift ung viel
nüßer ‚daß wir einen öffentlichen Krieg mit ihm
ſolcher feiner Begierde Fein Maaß noch End |
nicht allein das Herzogthum Meyland begehrer,
fondern ihm vorgenommen, viel weiter hinaug |
zu rücden, daß, nachdem Placenz und Parına |
erobert wären, eraud) Die von tucca und Se⸗
na gern Dazu haͤtte. Und wir haltens dafür,
daß. fie (E. 9.) wohl vermerket habe, daß
möge gefeßt werden, fondern daß er auch das
Maul nach den Sanden, foder Kirchen zuftehen,
führen, denn daß wir efwa auf einen einigen
Frieden, Aufſchub oder andern Gedingen zur,
Ruhe wären, fintemal er alle Bünöniffe nur
ned) feinem Wohlgefallen Hält, darzu nichts.
mehrers ſuchet, denn wie er aus dem beften
Sieden die füglichfte Urfache Krieg zu erwecken
finden möge, denn mit diefem Hütlein verdeckt
auffperre ‚Damit er defto einen leichtern Durdje ı
zug haben möchte in Neapolim und Siciliam j
Daß ſolches fein Wille und Anſchlag ſey, wer⸗
den diefe Teichelich erfennen mögen, die mik |
Fleiß betrachten, was die feinen in ganz Italia
eingerichtet und verfucher haben. al |
19. Undesiftam Tag, daß er nimmermehe- ı)
+
er alle feine heimliche und giftige Anfchläge, einig Geding Aufſchub, Frleden oder Berheif
die Lirfachen zur Empörung und Aufrufe in fung halten werde, (wie es denn offenbar ift,
der Chriſtlichen Kirchen belangend; und fol-
ehes alles darum, daß er uns In ſolche Noch
|
daß er die vergangenen nicht gehalten hat,) [0
lange er etiwan eine Hoffnung haben wird, daß
- er
ee
ö— —
von ihm felbft betrogen wird, dieweil er ſich fo
ken läßt.
Abſch. b) Don dem nach Trident ausgeſchriebenen Concilio. 1097
oͤnne erobern. Darzu iſt ſolche ſeine fintemal E. Heil. weiß, wie heftig und mit was
nicht auf ein, ſondern unmeßlich und Vornehmen er (der Koͤnig aus Frankreich,) ſich
it gerichtet, wie ſolches dieſe ſeine allemal unterſtanden habe das Concilium zu
‚Handlung genugſam bervelfer, da er wehren, und ſich dem entgegen zu ſetzen. Es
der Stadt Aftenai gebrauchet, die in unſerm |follte fuͤrwahr aud) E. Hell. bedenken, ob er
rzogthum $ußenburg gelegen iſt. Und die ſich jeein einigmal befliffen Habe, etwas zu thun,
il fie ung von Rechts wegen unterworfen und das der Chriſtlichen Gemeinde in dieſen groſſen
lichtee iſt, ſo hat er dennoch dieſelbige wi⸗ Noͤthen hätte mögen Frommen oder Nutzen ſchaf⸗
unſern Willen innen und beveſtiget ſie aufs fen. Und wir wollten von Herzen, daß man
allergewaltiafte. Hieher gehöret auch, daß nicht allemal das Wiverfpiel von ihm erfahren
⸗ 1
auet
artin von Noffe, einer aus des von. Eleve| hätte, wie es denn heller alsdie Sonne am Tas
- Dienern, vorgenommen hatte, daß er unſere ge ift, foman alles, was er je vorgegeben haf
‚Miederländifche Herrſchaft ihme in feine Ge- und noch heutiges Tages vorgibt, mit Fleiß an⸗
walt bringen wolle. Es iff auch nichts Gutes ſiehet. Auch vermerkt man, daß ers vorlängft
her bey ſich beſchloſſen hat, daß er, mit was
Fug er immerdar koͤnne, das Concilium verhine _
dere und ſich dem in Weg lege, darum, daß
er vermeynet, es ſey ihm alſo zu ſeinem Thun
mehr von ihm zu hoffen, denn allein daß er oft
gewaltig, fo ehrgeizig, wie er dann iſt, geduͤn⸗
t
20. Welcher aber feiner Begierde fernern muß und foͤrderlich. Ä
\ Bericht begehret, der ermeffe mit Fleiß, was| 22. Aus der Urfach find wir dahin gebradje
von den Seinen in Deutſchlanden gehandele ift| worden, daß mir unterdes eine andere Weife
' worden, daß er die Ziwiefpale in der Chriſtli⸗ vor uns zunehmen befchloffen hatten, damit wir
chen Religion, nur zu wohl befannt, ftärfer |;gröfferes Lebel vermieden, und dennody daß
und geöffer machet, und beyde Parteyen ‚| Deutſchland mit einer freundlichen und Eprifte
gleich in Deutfchland und in Italia ein jegliche) lichen Vereinigung zur Einigkeit möchte ges
in ifrem Vorhaben ftärfer. Darzu den Bund bracht werden, in weldyer Handlung wir nichts
mit dem Türken, daß er ihn treibe, die Chri⸗ angefehen haben, dann allein GHOttes Ehre,
ftenheit mit Gewalt zu befriegen, welches wahr-| und der heiligen Kirchen, unferer Mutter ‚Re«
lich die ganze Deutſche Nation bewegen follte ‚| verenz, mie das dann E. Heil, ihren Willen
daß er an allen Orten alle feine Anſchlaͤge und bierinn geben hatte: dazu ift es Fund und ofz
Vermögen mit unfer aller gemeinem und höd). | fenbar, das wir nie nichts hoͤhers begehret haben,
ften Feind gemein im Verein hat. Wie| denn daß ein Concilium mit groffer Frucht ges
auch allermänmiglid; wohl bekannt iſt, und was: halten würde, wie wir denn E. Heil, von dem
für Unglüc aus diefen Lrfachen gefolger, und in, Tag zu Negenfpurg geantwortet, da fie durch
was Gefährlichkeit die ganze Chriſtenheit durch ihren Legaten die Ausruffung eines Concilii ung
ſolche unverfhämte Handlung mit dem Tür-| anzubieten befohten hat. Seyn auch nie an
ken geführee fen, da er fich jest hoͤchlich der ‚ders Willens geweſen, dann daß wir (fo es
Hoffnung rühmer, wie ihm der Barbaroffa die Noth erfordert, ) ſelbſt perfönlich in ſolchem
mit einer gewaltigen Schiffrüftung zu Huͤife gegenwärtig feyn wollten, wie wir uns dann
fommen werde. allemal ganz gutiwillig erboten. Haben uns
21. Soldhes follte E. Heil, mit groffem Fleiß) aud nie gewidert, die Praͤlaten in unfern KRös -
zubor betrachten, ob es ſich zur Sache veime, ‚nigreichen und andern Herrfchaften foldyes zu
dag man Deurfche Marlon wiederum zur Ei-| befuchen, welcher wir dann nicht wenig gen
nigfeit der Kirchen bringen oder ein Concilium Sranca, unferer Herrfchaft Flecken, beruffen
halten möchte? Ob auch wir oder unſere Prä- haben, und Balten, fo viel uns moͤglich iſt, ftes
Iaten , die Fürften und Stände des Reichs in|'tiaft darob, daß fie ihre Kirchen felbft perfün«
Deutſchen Sanden,gegenmwärtig feyn koͤnnten, daß man alfo weder uns noch
Ä | 13 3 un⸗
1098 Cap· 8 Don der durch Lonventem, Reichstäge gefüchten Beligionsvergt. 105
" anfern Prälaren darf Die Gould zumeffen,al8| er Ehrliebfabenden und Werftändigen Ho
feh denn mic Gewalt darzu gedrungen. ſoll / wo fie in ihrem Amt nicht läßig erfcheine: —
Bringen, ) allerheitigfter Vater, fo E. Heiligkeit mangeln nody fehlen laffen. Und nicht es |
ſie von ſolches oͤberſchwenglichen Unfalls wegen, "Tag des Monats Augufti, Im Jahr nad) un⸗
uhre und neuerweckten Kriege, der Frevel an zum Fünftigen Gebächeniß der Sade, |
- r Dr —
De
die da Anfänger wären , Daß das Concilium auf: | nung und Zuverſicht nicht allein genugefun,
gefcheben wird, ſondern denen vielmehr, die fol-| fondern aud) alle von und Fürftenmit ihrem
em Aufſchub Urſach gegeben Haben, und (ſo Erempel, ihrem befoßlenen Amt gnug zu efun,
mans alles aufs fleißigfte erfucht , ) Feine glaub» |vermaßnen wird. ne ——8
würdige Entfehuldigung vorwenden Fönnten,| 24. DIE wird num der Weg feyn, ein Conde
diewen fie infondergeic für fich felbft dahin ohe lium zu Halten, Gottesdienft und die Chriftene
nedasgezogen, und von ihren Sanden und Leuten heit wiederum aufzurichten, welche fonft, mo
nicht weit gewefen wären. Vornehmlich aber nicht E. Heil; mit. Gewalt dazuthut, in dee
fol! man diefem den ganzen Handel zufchreiben, | gröften Gefahr ſtehen Lind diß bitte und be«
der nie gewollt hat, daß man ein Concilium gehre ich hie mit ganzem Ernft von E. Heilige
ausruffen, auch nimmermehr wollen wird, er keit, welche das für das allergesoiffefte halten
4
"23. Darum (damit wir es einmal zum Ende mird, daß wir es. an uns nimmermehe wollen
wilfens it, (mie denn ihr Amt erfodert,) Die: in diefen Dingen allen, fozum Gortesdienft
fen allerſchwereſten Noͤthen der Chriftenheit zu und gemeinen Nutz dee Kicchen und ganzer
helfen, und fo fie begehret Fried, Ruh und Ei» ‚Cöriftenfeit gehören, fondern am altermeiftem
nigfeit in derſelbigen anzurichten, und ifren was zu Beſuchung des vorgemeldeten Eoncilii
höchften und möglichften Fleiß darauf wenden mag förderlich ſeyn. Und ob foldyes durch ein
will (wie denn an folchem Thun, nicht allein ander Mittel, dann jest angezeigt, von und,
ihrer Herrlichkeit Würde, nach dem apoftoli- oder des heiligen Neihs Ständen, oder unſe⸗
ſchen Stußl, fontern auch ihrem Gerüchte und rer Koͤnigreich Prälaten, möge oder fönne beju-
Leumund, fehr und über die Maaffen viel ge⸗ chef werden, mag E. Heil. für ſich felbft aufs
legen ift) x fo gebe fie ſolchen Schmerzen öffent: fleißigfte bedenken. Datum in unferer Stadt
lich vor allermänniglich zu erfennen, melden Montifon, unfers Reichs Arragonia, am 25.
damit die Chriſtliche Kicche geplaget wird, bil: fers HEren Geburt 1542. unfers Käyfertfums
fig tragen ſoll. Und fo fieerwa von wegen ber im 22. der andern Reiche im 27. ’
Zwieſpalt in der ganzen Religion, auch der Ge.
faͤhrlichkeit und Unruße ‚ darinn Die Chriſten⸗ — En
heit mit dem Türken ſtecket, zu Zorn beweget Habfts Pauli des Dritten abermaliges
worden, foll fie billig gegen dem zürnen , | Yusfchreiben des Eoncilii zu Teident, deme
von welchen fie weiß und aufs gewiflefteerfaß- zu folge Daffelbe den 15. Martii 15q7. feinen |
ven hat, daß er ſolcher Hartfeligkeit, Angft und Anfang nebmen folle, Datum Rom
Noth aller eine Urſach ſey. So die Unbillig- den 19. Klovı 1544 je
keit, welche er an dem eitigen Stußl, der Rd Ins Deutſche uberſett von FIT. Aug. Tittel.
miſchen Kirdyen Gewalt und Herrlichkeit be- U
gangen, die zertrennten Buͤndniſſe, die Auf: Paulus Bifchof, Knecht der Knechte SH
dem Erzbifchof erjeiget , Die Schwaͤchung und ne — |
Zerrüttung E Heil. Schuß und Geleits, die ESreuedich Jerufalem,und kommt zu Jaus
Beratung, Hohn und Spott, die er inman- @) fe, alle, die ihr fie lieb habt, Sreuet |
nigfältigen Sällen (mie denn gewiß ift,) gegen euch und feyd fröhlich alle, die ihr mir ibe
- ihr gebraucht Hat, E. Heil. erwas bewegen ; ſo traurig geweſen feyd, daß ihr fauger und
bekenne fie fic) feinen. öffentlichen Feind; le werdet von den Bruften ihres TEroftes
welchem fie aller aottesfürchtigen Menſchen, al⸗ (ef 66.), Denn fo darf ich mit deg Piz
\ | Be.
, IV, Abfehnite- b) Don dem nach Trident ausgefchriebenen Toncilio. nor
en Worten in diefer unſrer fo geoffen Freu · danken neben dem gemeinen Frieden auch dar⸗
5,die voie über Die neulich wiederum zoifchen un- auf gerichtet, daß ein folch Concilium gepalten
\ fern in Eprifto geliebten Söhnen, Carla, Roͤm. |merden möchte. Wir haben auch nicht unter«
änfer, allzeit Mehrern des Reichs, und Franci⸗ |laffen, der Sürften Gemüther mit Ermahnen
ſcum dem allerchriftlichften König in Frankreich, und Zureden immer zu beyden diefen Stücken
\ geftifteten Eintracht und Friede geſchoͤpffet has |zu ermecfen. In welchem erfteren wir dergeſtalt
ben, alle, die ihn gerne fehen, haufenweiſe zum angehalten und gearbeitet haben, daß wir es
Eoncitio einladen, daß fie da, nach des Pro: weder an Briefen und Botſchaftern (nuntiis),
| pheten Bereifung, fate werden von den Brů⸗ die mir öfters des halben an beyde geſchicket, noch
ſien ihres Troftes, aauch an Legatis a latere, fo von ums abgerel-
2, Denn ob wir wol niche zweifeln, es wer⸗ |fet, noch an uns felbft (in Perfon) erwinden
de dieſes allertheuerften Friedes Botſchaft aller laſſen. In dem andern aber dergeftalt alle
derjenigen Gemüther, die der Chriſtenheit Gutes Schwierigkeiten zu überwinden gefliffen gewe⸗
gönnen und fiein Ruhe zuoiffen toünfehen, über en, daß, (als das etlichemal gen Mantua, her—
die Maaffen erfreuet haben : fo find wir dad) da» nach zu Binceng ausgefchriebene Eoncilium,aus
durch deſto mehr gerüßrer und vergnüget worden, ‚ven Lrfachen, welche wir hernach in anderwei⸗
" je mehe wir uns nun fo viele Jahre daher Mü- ten unfern Schreiben angezeiget Haben, nicht
he gegeben haben, die Streitigkeiten unter die \gehalten werden Fönnen,) wir ung doch dur)
— benzufegen, und es dißfals an un⸗ kein Hinderniß oder Anftoß von unſerm Vor⸗
| ferer Sorge und Fleiß nicht Haben ermangeln ſatz, in dieſem fo Beil. Werk fortzufaßren, abs
| Taffen. Denn da wit gleich vom Ynfange uN- Iwenbig macyen Tafen ; fetigeen in groffer Hoffe
\ fers Pabftthums her mit groſſem Leidweſen vor⸗ Inung (nachdem wir einen andern Ort ausfuͤn⸗
| ausgefeßen, was dor Iinpeil ſtets aus den it. dig gemacht,) nad) dem einigen Zweck, ein
| nerlichen Kriegen Der Chriſten erwachſen, und Concilium zu halten, obwol durch viele Schwie⸗
| was vor eine Verachtung der Religion täglich rigkeiten, geſtrebet, bis endlich (nach des Aller⸗
daraus entſtehen würde; ja, mas nicht allein hoͤchſten Willen ,) der allererfreulichſte Tager-
| vor Verachtung, fondein aud) Barinnen or |fhienen, da durch göttliche Onadeumd Fügung
Trennungen, Mepnungen und, Seeten,. faßt endlich Peiede gefchloffen worden, und wir als
r
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} au alle Länder der Epriftenheit, zu gröften ſo die fichere Hoffnung ſchoͤpffen mögen, es
Seelenverderben ausgebreitet würden, und wie |merde der bishero durch Kriege zerruͤttete, zer
der gemeine Belnd der ganzen Chriftenheit, Der riſſene und faft gänzlicy verdorbene Zuftand ver
a =
| Tuͤrklſche Tyrann, fi) diefer Gelegenheit mei⸗ Chriſtenheit durch die Eintracht wieder herge⸗
J
ſterlich bediene, feine Macht taͤglich zu mehren, ſtellet und zu allem Guten erneuret werden.
Ddaß er feine Grenzen immer weiter und gröf | Darum twir denn, fobald wir dieſe Nachriche
fer machte, und bereits einen groffen Theil des und Botſchaft erhalten, gleich hierauf bedacht
' Ehriftlichen Gebietes an ſich geriffen: fohaben Igewefen, um ſowol unſerm Vorſatz darinnen
wir ung ftets äufferftangelegen feyn laffen ‚zwi nachzukommen, indem wir den Frieden vors
ſchen diefen zroey mächtigen Fürften Sriedens- nehmlich aus diefer Urfachen (des Concilii) afe
‘ Horfchläge zu thun, weil fe faft Die ganze Ehri. lezeit gewuͤnſchet und nach aller Möglichfeit bes
ſienheit mie in ihre Sache verwicelten und |fördert haben: als des Propheten Kath zu ers
ı.nach jady zuge, = I. 0. füllen, weldyer, wenn er ermahnet den Frieden
3. Wir haben uns aber an folchem Friedens» |zu fuchen, auch gleidy Dazu ſetzet: und jage
handel nicht genügen laffen, fondern haben auch ihm nach. |
(als wir gefehen, daß in der Neligion Zwie | 4. Wir Halten aber auch, daß wir dem Frie⸗
| tracht entſtanden, und nicht leicht anders hinge⸗ |ben nicht befler nachjagen Fönnen, al durd) die
ı Teget und geftillet werden Fönnte, als durchein Thuͤre des Concili· Weil wir dern im vori-
allgemeines Eoneilium,) beffändig unfre Ge⸗ 'gen Sjahr ein allgemeines groſſes Concilium in
Alte
\
- fahre, andre bie unfichern Wege, andre aber befreyet werden. Um welcher drey Stüce wile
\
- fen fortgefahren, ſowol mit eifrigem Geber zu Aeren wir hiedurch, nach. gepflogenem reifen
GOtt, als öfterer Abfchicfung unferer Legaten
- den Frieden ,. wie wir vorhero ſtets gethan, un. | ſten Brüdern, der heil. Römifchen Kirche Car⸗
herzigkeit unfer und der Kirchen Gebet värer-| ſchehen, gaͤnzlich auf, tilgen und ändern ſie aus
Hinderniſſe des Concilii weggenommen ſind: chen, Erzbiſchoͤffe und Biſchoͤffe, als unfee
fenden willens geweſen, um die Biſchoͤffe und |Befferung bedarf, gebeſſert und ganz auf eie
ſetzet; wie deshalben unfer Schreiben von Bo- | weder in Werfon bey diefer Beiligen Berfamme
rige Einftellung des Concilü wieder aufzuheben, | Sonntag nächftfünftiger Faften (Sätar —
unſerm Schreiben, gegeben zu Rom ben 21, der Kirchen Einigkeit jaͤmmerlich zerreiffen ur
en Sabe ber Menfpmerdung Chrift| ideen, nämlich beygeleger und Die Imende
1542. nad) Teident zuleßt ausgefchrieben, und | Schafe wieder zu des HErrn Schafftall ge
nach folcher Stad£drey von unfern und des apo- |bracjf werden, : Hernad auch, daß das, was
ftolifchen Stuhls Legaten, zu gefeßter Zeit, zu | unter den Ihriftgläubigen einer Aenderung und
andre Prälaren, die zum Concllio kaͤmen, zu nen andern Fuß geſetzet werde. Und daß au
bewillfommen, und alles andre, was zur Hal- endlich mitgemeinen Rath und Zuthun wieder:
fung diefes Concilil nöthig ober nuͤtzlich wäre, |um ein Kriegszug befchloffen werde, da von
zu veranfkalten ; welche auch nachgehends wirf- den Gläubigen mieder erobert werden möge,
lich abgegangen und faſt 7. Monat inderfelben was die Ungläubigen ihnen enfriffen, und zur
Stadt allein geſeſſen und gewartet, Indem gar |gleich auch ſo viel taufend Seelen, die unter ihe
wenige erfehlenen, weil einige die Kriegsge⸗ rem Joch täglich verloren gehen, erretfet und
— En —
wiederum einige Hinderniſſe zu ihrer, Entſchul ⸗ len wir allezeit geglaubet Haben, daß ein Con
digung angefuͤhret: fo haben wir zwar ungern, eilium zu halten höchftnöfhigwäre, =
jedennoch aus väterlihem Gemuͤthe, um der) 6. Weil denn die Hinderniffe, an die eg ſich
Praͤlaten Gewiſſen zu rathen und der ſchweren |bis anher wegen eines Concilii geſtoſſen, aus
Zeit zu weichen, die Eroͤſfnung des Concilii, dem Wege geraͤumet find, und wir gute Hoffe
aus Noth, bis zu andrer Zeit verfchoben, und nung haben, es werden ſowol der durchlaudye
bis auf eine bequemere und beffere Gelegenheit, tigſte Känfer und allerchriſtliche König, als die
diewir ung vorbehalten weiter anzuzeigen,ausge- | andern Chriftlichen Könige und Fürften, ent
—
fogna den 6. Julii im Jahr der Menſchwerdung lung erſcheinen, oder. wenigſtens anſehnliche
Chrifti 1543. ausgegangen iſt; da wir indef-| Perſonen als ihre Geſandten abſchicken; So
7 — — — —
dath und Ueberlegung mit unfern ehrwürdigs
abläßig zu freiben. |dinälen, auf ihren Rath und Beyftimmung,
5. Nacydem nun aber der grundgücige GOtt die vordachte Einftellung oder Aufſchub des ı
durch feine unausfprechliche Onadeund Barm⸗ | Eonciiti, ‚fo obftehender maflen von: uns ges
lid) erhöret, und. uns den edlen und dochſter· apoftol, Macht, Eraft diefes Schreibens und )
wünfchten Frieden wieder geſchenkt Hat: durch erklären fie vor wirklich aufgehoben und geär
welches eheure Geſchenk nicht nur viel andre| dert, Und ermaßnen.an allen Orten afle, füz ı
UngemächlicjEeiten gehoben, fondern auch. die, wol unfre ehrwuͤrdige Brüder, die Watriarz ı
fo Haben wir feiner göttlichen Majeftärbillig für| geliebte Soͤhne, Aebte und alle andre, welche ı
forhane grofle und hohe Wohlthat herzlich gedan.| Recht und Macht Haben in gemeinen Conche +
A
ket und preifen diefelbe nod): haben aber dane lien Siß und Stimmezu gebrauchen: fordern ı
ben auch nicht mehr ſaͤumen wollen, Die bisge-|und Begehren von ihnen, daß fie den ba N
verhoffende mit der Gnade GOttes, daß alle, wir als einen Breudentag zu weiterer Fortfes -
welche bey dem Eoncilio gegenwärtig erſcheinen tzung des Concilii beftimmen, bey Strafe des !
follen, ſich bald an beniemten Dre begeben,| Meineyds und andern in dem Ausfchreiben ı
und allen Fleiß auc) ihres Orts anwenden wür:| feibft beniemten Ahndungen, perfonlich, (mo fie
den, daß endlich die Mißkelligfeiten, welche nicht durch ein gültig Hinderniß abgeaiten.
| | werden,
FE
*
Ri TV. Abfejn. b) Don dem nach. Trident ausgefchriebenen Concilio. 1er
werden, welches fie gehörig erweiſen mer- fentlicher Notarius unterfchrieben und irgend eis
den,) oder in dem Sall, durd) ihre rechtmaͤſe ne Perſon vomgeiftlichen Stand und Ordnung
ſige Gefandten und Gevollmächtigte, bey der ihr Siegel beygedruckt, eben fo gewiſſer Glau«
| ——— des Concilii, Die alsdenn gefche: be· beygemeſſen werde, als er gegenwaͤrtigem
hen foll, allerdings erſcheinen und derſelben Schreiben, wenn es uͤberreichet oder vorgezei⸗
beywohnen. Obgemeldte aber, Kaͤyſer Carln get wuͤrde, beygemeſſen werden moͤchte.
und Franciſcum Koͤnig in Frankreich, wie *) in acie, an der Spitze, oben.
auch alle andre Koͤnige, Herzoge und Fuͤrſten, 8. Es ſoll demnach niemand dieſen Brief
von deren Gegenwart wohl zu hoffen, daß ſie unſrer Kundmachung, Erforderung, Ermah⸗
in dieſer Friedenszeit dem wahren Glauben nung, Bitte und Flehung, Verordnung und
und Heil der Chriſten ſehr nuͤtzlich ſeyn werde, Willens, zu brechen oder demſelben frechlich zu⸗
‚bitten und flehen wir in dem HErrn, daß ſie, wider zu handeln ſich unterſtehen. Und ſo ſich
wie wir herzlich wuͤnſchen, in Perſon, oder ſonſt jemand dergleichen unterſtuͤnde, der ſoll wiſſen,
durch ihre tuͤchtige Botſchafter, bey dieſem heil. daß er in den Zorn und Ungnade des allmaͤch⸗
Concilio gegenwaͤrtig ſeyn, und demſelben bis tigen GOttes und ſeiner heiligen Apoſtel Pe—
zu deſſen gewuͤnſchten Ende beywohnen und bey⸗ £ri und Pauli, verfallen werde. Im Jahr der
ſtehen wollen; damit alles deſto freyer und fiche-| Menſchwerdung CHriſti tauſend fuͤnfhundert
rer, was zu Hinlegung der Streitigkeiten in vier und vierzig den 18. November, und imeilf⸗
der Religion und zur Verbeſſerung der Sitten| ten Jahr unſerer Paͤbſtlichen Regierung.
der Chriſtglaͤubigen, ingleichen zur Unterneh⸗ Blo. SEI. Fulgin.
mung Des Zugs wider die Unglaͤubigen unter 3. Motte,
dem allerheiligften Creuzes zeichen, gehoͤret, wills/ Im Jahr der. Geburt JEſu Chriſti unfers
Gott! im gemeldeten Concilio wohl berathen, HErrn taufend, fünf hundert, vierund vierzig,
gehandelt, geſchloſſen und endlich gluͤcklich vol- im der andern Sndiction, den dreyßioſten und
| bracht werden möge. | legten Tag des Monats November, der Wäbft-
| 7. Denn, daß diß alles zu derer, welche es lichen Regierung aber unfers allerheiligften in
angehet, Wiffenfchaft gehörig gebracht und ib- Chriſto Vaters und Heren, Herrn Pauli, durch
nen bekannt gemacht werde, und Feiner mif göttliche Vorſehung Pabſt des II. und derfel-
4
In04-
f
‚Recht darinnen Unwiſſenheit vorwenden oder ben eilften Jahr, ift der vorftehende ‘Brief des
ſich entfchuldigen koͤnne: fo wollen wir und ord= Ausſchreibens, der Andeufung, Verkündigung,
nen aus apoftolifcher Gewalt,daß gegenmwärtiges|Beruffung und Erbittung eines allgemeinen
Schreiben durch einige ‘Boten (Läufer, curfores) Concilii, in der Domfirche des Fürften der
unſers Hofes oder öffentliche Notarien, in der) Apoftel in der Stadt, (als frühe ver Gottes-
Domkirche des Fürften Der Apoftel in der dienſt da gehalten worden und eine groffe Men-
Stadt und der Kirche des taterans, (wenn dieige Volkes zufammen gefommen,) von mir, Jo—
| Menge des Volks alda zum Gottesdienft hann Roillard, höchftermeldten unfers allerhei-
' fommt,) öffentlich und mit lauter Stimme ab: |ligften Pabſts Eurfore (oder Hofboten), mit lau-
geleſen, alsdenn aber, wenn esgelefen, an eben ter, heller und vernehmlicher Stimme, frey und
derſelben Dom- und der andern Kirche, auch) öffentlich, nach alle deſſen Innhalt, von Wort zu
der apoſtoliſchen Canzeley Thore, ingleichen Wort abgeleſen und alsdenn angeſchlagen und
oben *) auf dem groſſen Platz der Floraͤ an⸗ jedermann bekannt gemachet worden.
geſchlagen werde, daß es da eine Zeitlang, da-| Und auf gleiche Art iſt er an eben demſelben
mit es alle lefen und davon Machricht Haben | Tage in der Kirchen des Beiligen Johannis zum
mögen, bangen bleibe und alsdenn, wenn e8 weg⸗ Lateran, auch um die Befperfiunde, von: Wort
genommen wird, dennoch die Abfchriften davon |zu Wort, von mir, eben dem Johannes, gele-
an eben denfelben Drfen angefchlagen bleiben. fen, angefchlagen und alfo jedermann bekannt
Und daß den Copeyen davon, menn fie ein oͤf⸗ gemachet worden.
Cutheri Schriften 17. Theil. Yaaa Und -
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VER.
DE x . Er DER,
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1106 Cap. 13. Don der durch Conventeu, Keichstäge gefüchren Neligionsvergl, 110
Und nachgehends Babe ich folche an eben dem |und alles mit Gewalt zu boden ftoffen undaus:
Tage an den Bretern oder Thoren Der apoftolis |roften ; wie fie bisher oft, und fonderlich diefen
fehen Canzeley, und ander Spitze (acie) des Pla- | Herbit fic) unterftanden haben. Aber, GOtt
Be der Flora (Blumengöttin) angefchlagen und Lob! es hat ihnen gefehlet, und foll ihnen noch
kund gemacht, auch anbefagten Drten einige Zeit |fehlen, fo lange bis fie Darüber zu boden gehen,
J—
—
angeſchlagen hangen laſſen, hernach aber wegge-⸗ Amen. — u!
nommen, hingegen aber die Xbfchrift davon an je⸗ Und dennoch unterſtehen fich die liſtigen
dem vorbefagfer Derter wieder angefchlagen und Fuͤchſe, fich zu ſchmuͤcken und ihrem mörderi=
da hangen laffen. So aefchehen durch Petrum ſchen Vornehmen ein Mäntelein anzulegen, ob
Gomes und Johann Koillard, vorermeldten un: |man fie davor wollte anfehen und halten, alg
ſers alferbeiligften Herrn Pabſts Hofboten. meynten fie es ſehr guf, und wollten mit Ernſt
So iſt es (gefchehen)! Petrus Bor |der Chriftlichen Kirchen und der Uneinigkeif,
mer, Hofbote. i fo des Glaubens halber enfwachfen, Helfen und |
So ift es! Johann Noillard, Hof: rathen. Haben derohalben diefes Winters im
bote. Jahre 1545. zu Trient ein Concilium vorgenom⸗
So iſt es! Theobald Tallart, Bo⸗ men. Aller Ding und Maaß tie es von ung
tenmeifter, Deutfchen begehretift, daß es ein frey, Chriſi
George de Itinere (von Reifen), in Hof⸗ lich, und in Deutſchen Landen ein Conci⸗
ſachen der. apoſtoliſchen Kammer No⸗ lium ſey. In Deutſchen Landen iſt es, wie
tarius, auf Befehl At. (wie oben). jedermann weiß, daß zu Trient niemand die
— Wahlen verſtehet. Es iſt Chriſtlich: denn
ae 341% ö da ſoll der Pabſt die Oberhand haben, und
Was vor Ordnung und Ceremonien des Obmann ſeyn: was er mit feinen Drecketen
Pabfts Legation, Eardinäle und Biſchoͤffe, zu und Drecketalen erhalten Fann, das muß blei-
Trident verfammler, in der Eroͤffnung des | hen, obgleich alle Propheten und alle Apoftel, .
Concilii daſelbſt gebraucht und gehalten; mit | nn EHriftus felbft das Widerſpiel fagten;
‚eines Anonymi — und Rand⸗ wie du ſieheſt, daß fie es degehren mit dem
6 — SO. Sacrament unter einerley Geſtalt, mit dem
Allen frommen Deutfhen Glü und Heil, Er⸗ fchändtichen Coͤlibat und Verbot der Ehe, mit
kenntniß GOttes und des Pabſts ꝛc. der Heiligen Dienſt und Anruffung ıc. Zum |
2 ie viel Jahr nach einander wir Deutfchen |dritten, ift es ein freyes Concilium, denn der '
IR des Wortes halber in groffer Gefahr] Dabft niemand, denn feinen geſchwornen und
gefeffen, und wie ſtattlich (da fonft Fein Friede gefchornen Haufen da hat. Uns Deurfchen |
noch Einigkeit zuhoffen,) wir um ein frey, Chriſt⸗ aber Bat er in der Schrift an Känferliche Ma= ı
lich Eoncilium in Deuffchen Landen gebeten und! jeftät, nad) dem Speyerifchen Reichstag Anne )
geflehet haben, weiſen alle Reichshandlungen, ſo 1544. das Concilium zu befuchen, durchaug |
in dieſem Jahr fehr viel gehalten, genugfam aus. | verboten, darum, daß er uns für Keger hält,
Wiederum, was den Pabſt und feinen Haufen) Alfo haben wir nun bey diefem Trientifchen Con⸗
folches zu weigern gedrungen, iſt auch offenbar. | cilio alles , das wir je und je begehrt und fo \
Sie trauen ihnen bey ihrem Pracht und Herr-|lange Zeit gewünfcher Haben, es fehler an dem |
lichkeit nicht zu bleiben, fo ein frey, Chriſtlich geringften nicht, ie
Eoncilium foll gehalten werden; denn GOttes Auf Daß aber, lieber Deurfcher, du folchesge=
Wort, wie die helle Sonne, fticht fie in die wiß ſeheſt, hab ich den Anfang diefes Concili mit
Augen, daß fie Davornichtfehen Fonnen. Ehe allen Ceremonien, wie es zu Trient gegangen,
ſie nun ihrer Herrlichfeit Balben in Gefahr kom⸗ und in Welſcher Sprach im Druck öffentlich aus:
men, und etwas follten begeben, ehe wollen fie gegangen, im Deutſchen dir wollen mittheilen,
Evangelium, Kirchen, den vechten Gottesdienſt, auf DaB du nicht Hoffen,-fondern gewiß ur J
wiſſen,
Te
og IV, Abfehn, b) Don dem nach Trident ausgefchriebenen Concilio. 1109
piffen, was von dieſem Concilio vor eine Frucht ſes Loh und Preiß fagete, daß fie alfo geneigt b)
zu gewarten.. Denn da man fo eine andaͤch⸗ | zu ſolchem waͤren gemeft, und wollte Damit insge=
tige Meffe von dem Heiligen Geift Hält, und |mein ermahnet haben, daß ein jeder infonderheit
einen fondern Magiftrum Ceremoniarum. ba: |mit allem Fleiß wollte daran feyn, gemeldete
ben muß, der die Heiligen Vefcoui, oder Bi— Spaltungenund Kegereyen, die unter den Geift«
\fhöffe, allererft muß lehren, wie fie niederfnien | lichen, aud) ganzen Epriftlichen Gemeinen vor
und beten follen, da man die Litaneyen finget | Augen wären, Binzulegen, unddaß folche Jer—
und alle Heiligen anruffet: wiefönnte und ſoll⸗ thuͤmer gebeſſert werden mögen, mie es denn
te da die Sache nicht aufs allerpäftlichfte und ſehr wohl vonnöthen wäre, wenn man anders
] geiftlichfte geörtert, gefchlicht, verricht, erpe- Frieden in der Kirchen halten wollte. Dar-
| Direkt, concordiret und veformiret werden. D lauf ward durch den Diaconum zu beten befoß-
ihr Deutfchen! thut die Augen auf! mehr und len, Darzu der Magiſter Ceremoniarum die
) beffers kann man euch nicht wünfchen. Denn |Prälaten alle mit Fleiß verordnet, daß ein je-
| gleichtvie ihr GOtt aus feinem Wort eigentlich) der züchtig mußte niederfnien und bey ſich ſelbſt
und recht erkennen lernet, daß ihr den Pabſt, |beten, alfo daß es ganz flille zuging.
) den leidigen Antichrift und Teufels tarven, aus b) Wol hat das Kaͤtzlein die fanfteften Taͤtſchlein,
feinen eigenen Werfen und Anfchlägen auch) Als Einnt es nicht Fragen. i
| Eennen lernet, mit alle feinem Anhang. 2% r a Ai we ya
Shine 5 ; imme ) 2 rieſter, etlichen
| a der gnädige Vater im Himmel, a — — a nach fol-
| Sr . nem Geber hat der Chor angefangen zu fine
Was vor Örönung bey Eröffnung des Tri⸗ gen den 84. Pſalm: c) quam —— ta 8
? | dentinifchen Concilii gehalten 2c. eu 2 — Eau ee on al zu
j Te Be eten Befehl that; welches auch vollbracht wur:
| Sie Legaten, Cardinaͤle, Biſchoͤffe und an- dein aller Maaß und Geftalt, wie zuvor ge-
i dere Prälaten, haben alle mit einander han. e —
in der Eröffnung des Conecilii zu Trient ſich c) Eben gerade alfo fingen die Deutfchen Nonnen
! verfammlet, Sonntags den 13. Decembris, in den Pſalter, verfiehen nicht eine Sylben davon.
' der Kirchen der Heiligen Drepfaltigfeit genannt,| 4. Darnach fing der Cardinal de Monte,
' zu früher Tageszeit, und feynd von dannen in als ein Prieſter, die Litaney an zufingen: Pater
die Domfirchegegangen, je zween und zween a) de cœlis, Deus miferere nobis etc. und als fie
| miteinander, als in einer Proceßion, fingend den Ian den Vers kommen, fo man fonft fingee: ve
| hynnum: VenicreatorSpiritus. In gedach⸗ omnes ecclefiaflicos ordines, dafür fungen
ter Domfirchen war ihnen ein neuer Chor aufs ſie: d) vt hanc Synodum fandtificare, illumi-
erichtet, und ber Kälte halben mit Brettern |nare et regere dignerisetc. Und nachdem die
befloffen, darein fie fich verfammleten ; alda |Sianey vollender, ſungen fie auch etliche andere
der Cardinal de Monte, als ein Priefter, eine Gebete. Und darnad ward gefungen das ze⸗
Meß lafe von dem Heiligen Geift, ganz an: hente Capitel des Evangelii Lucaͤ, wie der
daͤchtiglich. HErr die 72. Juͤnger ausſendet. Und als ſol⸗
3) Solches iſt darum geſchehen, denn CHriſtus ches Capitel faſt den dritten Theil ausgefungen,
M. en en ausſchickt, ſchickt er aud) ihr fungen fie hernach den hyımnum: Veni Crea-
N nlolbes afleanollenbet war, Karder|(° pn tus; Dazu Der Carbinal De Ponte, ae
| Fa — der Prieſter, auch etliche andere Gebete mehr
Siſchof Cornelio Bitontino eine ſchoͤne Rede — unge
: wa : , fang, die mit allem Fleiß zu ſolchem keiligen
gethan im Latein, wie hoch es vonnoͤthen wäre, Merk gemacht waren.
Daß nunmehro das Concilium geöffnet würde. |") €s Kediuft es fehr wohl; aber leider, wird es
Darum er Paͤbſtlicher Heiligkeit und den an⸗ nicht geſchehen, weil fie GOttes Wort verfol⸗
dern fuͤrnehmen Chriſtlichen Potentaten groſ gen und laͤſtern ꝛc.
Aaaa2 5. Und
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— —ñ—⸗—— — —
DI
mo Cap, Vonder durch Conventen, Keicheräge gefacpten, er
5. Und als nun das Beten gar vollbracht das Concilium nunmehr geöffner
mar, gab ber $egat, Der Cardinal’de Monte, dem fangen würde? darauf ſo er alle einfellig:
Biſchof zu Feltre zween Päbftliche Briefe öfeIner Stimm: Ja, geantwortet haben,
fentlich zu leſen. In dem einen war die Sn= ihnen gefällig. : Da hat er noch einmal;gefte
timation und Verkündigung des Concilii, das |ob es ihnen gefällig wäre, daß das Conc
vergangene Jahr gefchehen. In dem andern von folhem Tag an geöffnet feynfollte, ui
war die Gewalt und die Macht, die der Pabſt ſie wiederum Sa darauf haften gefagt; ſprach
den vermeldeten Legaten und Biſchoͤffen, das der Legat: So verkuͤndige ich euch darauf, und
Concilium zu eroͤffnen, gegeben hatte. erklaͤre euch und jedermann gleich, ein angefan⸗
6. Als nun ſolche Briefe geleſen waren, trat|gen, gemein e) oͤffentlich Concilium, im Ra—
hinein ein Doctor, von wegen des Don Diego|men des Vaters, Sohnes, und Heiligen Gei—
* de Mendoza, Räyf. Majeft. Dratorn zu Ve⸗ ſtes, und verfündige euch den Beyfis und Ver⸗
nedig, welcher gedachten feinen Herrn, den hoͤr, den nächften Donnerftag nad) dem heili—
Orator, erftlich mündlicy mit einer langen Ora⸗ gen Drey Koͤnigtag, welcher feyn wird der
tion, nachmals auch fihriftlich von ihm feldft, | Sanuar. des 1546. Jahres. Darauf f)
dem. Drator, entfchuldigen hät, warum er |gehrte der Procuraror des Concilii, daß ſolches
zum Anfang der Eröfnung des Concilii nicht |alles, was geſchehen und gehandelt war, in ein
bat fommen mögen, deß wäre Urfach feine Jöffentlich Inſtrument follte verfaffet und ein
Schwachheit, die ihn daran verhindert hatte, Igefchrieben werden: Das ward alfo durch das
und noch verhindern möchte, Daß er bey ihnen Concilium beftätiget und verordnet, Und als
. im Concilio nicht würde erfcheinen mögen, als |nun folches aud) vollbradye war, wurde das
er Dazu verordnet wäre. Wie er dann auch] Te Deumlaudamus gefungen. Nach ſolchem
Kaͤyſ. Majeft. nach Nothdurft Hätte Anzeigung legten Die bemeldeten Geiftlichen , fo verfamme"
gethan, daß ihro Majeft. jemand anders da- let waren geweſt, ifregeiftliche Kleider, fo fie zu
zu verfchaffen und “Befehl follte geben. Aber ſolchem angehabt, wieder von fich,. und 308.1
mittlerweil wäre an das heil. Concilium feine darauf ein jeglicher wieder in feine Herberg und!
Bitte und Begehr, daß fie Zeigern, als ſeinen Gemach. Es war aber wol 8) 3. Stunden!
Doctor, an ftatt feiner Perfon annehmen woll⸗ | nad; Mittag, ebe fie von einander Eamen , daß!
ten. Darum wırde ihme durch den Eardinaljes gleidy zu vermwundern geweſen, wie fie fo’
de Monte geantwortet: Sienehmen feine Ent⸗ lang haben mögen ungegeffen feyn,, nachdem"
fehuldigung für billig an, und feinem Doctor |fie den Tag davor auch gefaffet Hatten. J
ſollte zugelaſſen werden, wann man zu der; e) Merk, hie ſtehts eben wie wirs begehrt sushi
Verhoͤr verfündigen würde, diefelbe zu appro=f ei en, Soul Concilium. —
egen. |
8‘
biren. | —
7. Darnach hat der Cardinal de Monte mit
groſſer Reverenz und Andacht eine Erinnerung
getban, daß die verfanmleten Bifchöffe und dr f h
Praͤlaten fleißig ftudiren, und jeglicher infon-| 8. Aber fürwahr , die Heiligen Wäter find)
derheit, was ihm Amts halben gebühre und zu- | famf und fonderlid) h); mit allem Eifer und)
ftünde, fleißig obliegen und nachdenken wollte, | Ernft zu ſolchem Werfe GOttes geneigte undd
wie es denn zu folcher Bochwichtigen Sache | andädhtig, Desgleichen fonft alles Volk eine
‚groß vonnoͤthen wäre. Dazu führet er etliche] groffe Andacht dazu ragt, Man har kaum das
Sprüche aus der Epiftel Dauli, fo man den: | Morgenmal gar einnehmen mögen, da ift es
felben. Sonntag gelefen hatz Gaudete in Do-. gleich) Mache worden , alfo: daß: diefer Tag. faft |
mino, fperate etc. Nach folchemn Bat bemeld⸗ | allein mit dieſem Werf iſt umbracht worden.
ter. Sardinal de Monte mit. lauter Stimmege-| H) Wer glaube das nie? Re
fraget, ob es ihnen allen gefällig wäre, daßl 9. Die Kleider, fo bemeldete a
f) aa der erfte Aetus,. da: trefflich; viel am ger i
g); Das find doc) je heilige Leute, denen der Hin
mel fehr fauer wird: 4
Abſchn. b) Don dem nach Trident ausgefchriebenen Concilio. urz
‚elebration gebraucht und angehabt,, | fondern die Sache zuvor an ihr ſelbſt wie groß
weſen, weiß leinwwandene Chorröck, und | und wichtig diefelbe, und mas ung folche Lehre
efelben rothe Carmefinatlaffe i) Chor | anzunehmen, zu bekennen und zu erhalten,
| mäntel, wie fie fonft von denen Prieftern in vor groffe Urfacdy bewegen, erwegen und be=
der Kirche täglich gebraucht werden, die Ba-|trachten. . |
beſn ſie über ihre gemeine und tägliche Kleider] 2. Denn es werden zu feiner Zeit alle Men⸗
angehabt. Darzu hatten fie auch dergleichen | ſchen auf Erden, wo und zu jeder Zeicdie find,
Hoſen und Schuh aus Kermefinatlaß gemacht, | GOtt dem HErrn Rechenſchaft geben müffen
und weile atlaffene Infeln auf den Haͤuptern. |fo fie unfere Lehre fchelten und verdammen:
| Und das iſt geweſt der Legaten Kleidung. Die | Dann diefe Lehre, fo wir vertheldigen, je nicht
‚ Bifhöffe find wol auch allermaffen fo bekleidet unſer, fondern GOttes ift, feine Ehre und
geweſen ohne daß fie nicht rorge Hofen nochSchu⸗ | der Leute Seelen Geligfeit belangend.
I de, auch nicht alle Garmefinatlaffe Chormäntel| 3. Dieweil dann wir die rechte reine Lehre
angehabt haben ;fondern etliche von rorhem Das des heiligen Evangelii, wie wir biefelbige
) maft, etliche von rothem Drmefin, wie ſich ein durch der Heiligen Propheten und Apofteln
jeder zu foldyer Zeit hat damit verfehen und | Schriften empfangen, pflanzen und ausbreis
gefaßt Fönnen machen. ; ten, und die Leute lefren, wie man denwahren
| 9) Merk von der Kleidung : die Apoſtel find auch ſo EOtt, und den er gefande hat JEſum Chri⸗
) in Adlag und Kermafinen Hofen und Schu: ſtum, Darinnen denn das ewige Leben und der
ben gegangen. : Menſchen Seligfeit fteher,,, erkennen und ihm _
Ä in allen Noͤthen recht anruffen foll, und alles,
| ER 1412. was einem Chriſtlichen Menſchen zu wiſſen von⸗
Urſachen, warum die Staͤnde, ſo der noͤthen; welche Lehre GOtt der HErr will, daß
Ausgſpurgiſchen Confeßion anhangen, Ebrift- ſie allen Menſchen vorgetragen, und in der
| liche Lehre erftlich angenommen und endlich |ganzen Welt erfchallen. und offenbar merden
dabey zu verbarren gedenken, auch warum |foll, auf daß er ihm durch folche Predigt des
das vermeynte Tridentinifche Concilium wes
doeer zu befuchen ‚noch: dgrein zu willis
J sen ſey.
Evangelii alhier allezeit, aus allen Volkern auf
Erden, eine ewige Kirche verſammle, welche
‚fein Eigenthum, und feines Sohnes JEſu
| En Be Chriſti Erbſchaft ſey. a
| gEäiemel männiglic) ſiehet an den groſſen und 4. Derohalben bezeugen wir alhie wiederum
Ed) mannigfältigen Gefäßrlichfeiten, Sor- | vor derganzen Kirche GOttes, welche alhie auf
\ ge, Arbeit und Koſten, welche wir zu Erhal- | Erden und oben bey JEſu Chriſto im Himmel
tung reiner Chriftlicher Lehre, die wir nunher iſt; und weiß GOtt unfer Herz und Sinn, daß
| ‚fo lange bis in unfer Alter gehoͤret und betrach⸗ ung dieſe reine Lehre des Evangelii Chrifti,
tet haben, fragem, daß wir Diefelbigeniche aus | welche wir in unfern Kirchen lehren, anzunehe
Fuͤrwitz, einiges Genieß oder Halsftarrigkeit hal» | men und zu erhalten „ und diefelbe nicht zu vera
ber halten und fördern : jedoch muͤſſen wir aber leugnen und zu verlaffen nichts bewogen hat,
mals, was ung zu ſolchem hohen Werk zu er- | denn der ernſte, ſtrenge und unmwandelbare
halten beweget, öffentliche und fhriftliche An= | Wille und‘ Befehl GOttes, da er allen Men«
zeigung thun, auf daß wir uns nicht allein ger fhen auf Erden: ernſtlich gebeut, wie man
gen fromme und ehrliche Leute, ſo jetzund bey ihn recht und wahrhaftiglich ſolle anruffen, ih⸗
$eben, entſchuldigen; ſondern auch alle —5 dienen, und darneben auch ſtrenge verbeut,
gottsfürchtige Herzen „die nach uns kommen, daß: man: feine Abgötterey treiben, Feine fale
warnen und erinnern, daß fie ung: und unſere fche und heydniſche Gottesdienft und‘ Greuel.
Lehre nicht aus des Gegentheils Rede, Schelt- unter‘ die wahrhaftigen Dienfte GOttes, welche
wort und Säfterfchriften, richten und urtheilen; er en und einführen foll; u
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Are,
114 Cap.ıg, Don der durch.
rechte Gottesdienſt fehler gar verdunfelt und
verlöfhen SR :
5. Denn alfo gebeut GOtt im erften Ge
onvente u, Aei
wir denn fehen , daß leider allzuviel und greu: | Jah Ber gehöret und erfahren Haben ‚audyl
lich) gefehehen, und durch folche Abgötterey der den müffen. - ———
Gott nichts Balken, und achten alle Keligen.
hstäge geſuchten Religionsvergl. ing
9. Erſtlich, feynd viele Epicurer, die vo t
—*
fuͤr lauter Fabeln, die ſchreiben und ſagen,
bot: Du ſollt keine andere Goͤtter neben mir daß man der Chriſtlichen Klrchen Lehr nach der
haben· Das andere: Du ſollt den Namen Zeit und der Potentaten und Regenten Willen
des HEren deines GOttes nicht mißbrau: | und Meynung richten und lenken folle. Denn
en; denn der re wird den nicht unge
ftraft Laffen, der feinen Kamen mißbrau-
chet; und das Gebot GOttes des Vaters von
feinem Sohn zu hören, lautet alfo vom Him-
mel herab: Die ift mein Lieber Sohn, an
welcbemich Wohlgefallen babe, den follt
ibr hören. Auch lautet St. Pauli Gebot alfo:
es ift eine groffe Thorheit und ſchaͤdlicher Fuͤr⸗
wis, Zwietracht und Spaltung in den Kegie
menten anrichten, wegen vergeblicher Norte,
Darum follte man Einigkeit und Frieden viel
gröffer achten, venn-alle Religion. —
10. Wiervol aber uns herzlich wehe ruf,
daß GOtt der HErr und fein Sohn, IJEſus
So auch wir, oder ein Engel vom Sim⸗ Ehriftus, und die Kirche GOttes alfo gefchän«
mel euch würde ein ander Evangelium pre
digen, denn das wir euch geprediget haben,
der ſeyverflucht. Item: Sliebet Abgoͤtte⸗
rey. —
6. Dieſe und dergleichen ſtrenge und ernſte Ge⸗
bote und Drohung GOttes haben ung darzu
gedrungen, daß wir ſolche Lehre des Evangelii,
ſo zu dieſen Zeiten, aus ſonderlicher Gnade,
wiederum reine an das Licht bracht, angenom⸗
men, und nicht verleugnen noch verlaſſen Fön-
‚nen noch follen, EN
7. Denn et wir mit groffer Gefahr
$eibes und Sebens, Land und $eute, mit ſchwe⸗
rer Unkoſten, Mühe und Arbeit, in ver Seh»
re anders halten, denn andere, welcher Freund»
haft und guten Willen wir in allen andern
Sachen zu erhalten von Herzen begehren; hat uns
nicht zeitliche Ehre, Gewalt, Geld, Gut oder
Wohlluſt, noch irgend was auf Erden bewegt;
wie man Denn vor Augen an uns ſiehet; fon-
dern allein das ftrenge Gebot GOttes, welches
uns gebeut, daß wir GOttes Wort höher denn
alle Dinge auf Erden, mie fie mögen genannt,
werden, Balten füllen, wie dann gefchrieben
ſtehet: Man PU GOtt mebr, denn den
Menſchen gehorchen. ER
8. Wir willen aber aud) fehr wohl, mie lä-
cherlich und ſchimpflich ſolches etlichen rohen
und gottloſen Leuten ift, und wie fie ſolche
Chriſtliche Werke und Meynung übel deuten
und auslegen fönnen; denn wir es nun viele
‚Shen Scribenten zu Haufen lefen,
nung, darauf wie beruhen, daß diere
‚welche GEOtt feiner Kirchen durch öffentliche
dee und geläftere wird, daß man Chriſtliche
‚Religion für Sabeln und Narrenwerk hält, wel
che zeitlichen Friede und weltlicher MWohlluft
weichen foll. Darum es denn aud) foldyen
Weltweiſen allein zu hun, und fienachfeinem
GH, Seligfeit oder ewigem Leben fragen,
welches fie auch nicht gläuben. -
I1. Jedoch fagen wir Fürzlid) darauf, daß
wirs mit folhen Epicurifchen Säuen, welche
‚keinen GOtt glauben, nicht Kalten; fondern |
folhe Meynung für eine Berftockung und Ber-
blendung des Teufels achten, welcher ihr Herz
und Sinn alfo gefangen und verblender har,
daß fie nicht fehen dag helle Licht des Evangelu
von der Klarheit Chriſti. Wer nun Iuft zu
folcher Epicuriſchen Weisheit hat, der Habefie;
wie wir denn feßen, Daß des Gegentheils D,
und Schreiber ſolches für eine groffe Weis.
heit halten, welche fie aus den alten Epicuri«
1 und jeße
für eine fonderliche neue Weisheit an Tag geben,
und vielen Seuten Damit hoffieren und ihr Herz
von rechter Erkenntniß GOttes abwenden ‚was
diß aber vor eine Welsheit fey, wird fich zu fei-
ner Zelt wol finven.
ı2. Das ift aber unfere Chriſtliche Meys
Lehre,
gewiſſe Zeugniß gegeben hat, die gefaſſet iſt in
der Propheten und Apoſteln Schrift und Sym.
bolis, gewißlich wahrhaftige goͤttliche —
da⸗
—
| Hadurch GOtt ifme eine ewige Kirche ſammlet GOttes Befehl allen Kegimenten und Drd»
zur Erlöfung des menfchlichen Gefchlechts ung
ſolche groffe Wohlthat erfennen und ihm dafür
- daß fie die Lehre, fo Gore dem Menfchen ge-
—
WV. Abſchutt. b) Von dem nach Trident ausgefehriebenen Concilio 117
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+
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und Seligkeit gibt, wie St. Paulus fpriht: nungen, jaallen Ereafuren vorgezogen werden.
16, Denn Regiment find nice deshalben
von GDrE gefaffer, daß unterderfelben Schuß
und Schirm die Leute nichts anders, denn
Geld, Gut, Ehr, Gewalt und zeitliche Wohl⸗
luſt ſuchen und brauchen follen ‚wie Sodoma,
Sibaris, Thebe, und andere dergleichen Staͤd⸗
te gethan haben, und darüber zerftört und zu
boden gegangen find: fondern Regiment fol
len GOttes Tempel und vornehmlid) dahin ge-
richtet feyn, Daß rechte reine Lehre und rechter
Gortesdienft in denſelbigen erhalten werde.
Denn je das menfchliche Geſchlecht vor-allen
Dingen darzu von GEott erſchaffen, daß fie
GoOtt ihren Schöpffer erkennen und ihm dies
nen follen, Deswegen denn auch die Menfchen
durch Negiment von GDre alfo in eine Ge:
meinfchaft verfammiet ; und durch mancherley
Mittel, als der Eheſtiftung, Kinderzeugen,
Kaufen und Verkaufen, Regierungund Schüs
tzung gegen einander verbunden find, daß einer
den andern durch rechfe Lehre und Chriſtliche
Gottesdienſt und Leben zu GOttes Erkennt
niß fördern und bringen fol, Derohalben fols
fen alle Menfchen auf Erden das miflen, daß
Das Evangelium ift eine Rraft GOttes
allen, fo daran aläuben, und danfen GOtt
von Herzen, daß er aus groffer Barmherzig:
keit durch folch fein Wort dem menfchlichen
Gefchlecht ſich geoffenbarer, und feinen Sohn
gefande hat, und wiflen, daß GOttes ernftliche
Meynung iſt, daß alle Menfchen auf Erden
danken follen ; wie Johannis am 14. gefchrie.
ben ſtehet: Wer mich Iiebet, der wird mein
Wort halten, und mein Dater wird ibn
lieben, und wir werden zu ihm kommen,
und Wohnung bey ihm machen; wer aber
aber mich nicht liebet, der halt meine Worte
nicht.
13. Derohalben jedermann ſich befleißigen
ſoll, daß die goͤttliche Lehre rein und unverfaͤlſcht
bleibe, und ſoll ſich kein Menſch auf Erden,
noch kein Engel im Himmel deß unterſtehen,
geben, wollten veraͤndern oder faͤlſchen; wie
erſtlich der Teufel gethan, da er die Heva durch
Luͤgen von GOttes Wort und Gebot abmwen.
dete, und bernachmals zu allen‘ Zeiten die ge-| ihnen mehr an rechter Lehre und Erfenntniß
F
GOttes, denn an Gewalt und Ehre, Fried
oder Negiment, $eib, Leben oder was zeitlich
und vergänglich auf Erden feyn mag, fol ges
legen feyn. ne
17. Zum andern, find weiter etliche Falſch⸗
glaͤubige, die fich ftellen, als fey ihnen Ernſt,
nennen fi Ehriften und rühmen, fie wollen
Chriſtlicher Kircdyen anfangen, und dabey blei«
ben. Diefe geben vor, die Kirche koͤnne niche
irren in noͤthigen Stücken zur Seligfeit, Datz
m fey jegund bey dem Päbftifchen Theil Feine
Abgoͤtterey, und feine fchädlichen Irrthuͤmer
wider die Artikel des Glaubens. Diefe ſchrey⸗
en über uns, und geben ung Schuld, daß wir
auslauterm Muthwillen und Srevel, ohne ei—
nige Noth, allen Unfrieden und Aufruhr ans
than Haben, welche eine Abgötterey über die
andere erfunden und erdacht haben.
14. Diemweil wir auch unfere fand und Leute,
zu biefen forglichen Zeiten, nicht mit Eleiner
Mühe und Arbeit durch GOttes Huͤlfe regie⸗
ren, ſoll uns niemand fo grob und unverſtaͤn⸗
dig achten, Daß wir nicht willen und verftehen
ſollten, was gute Ordnung und Policey und
Einigkeit in allen Regimenten vor ein Eöftlicher
Schatz fey, und wie viel daran gelegen, daß
man nicht leichtlich aus Ainverftand, oder |
ohne hohe noͤthige Urfache, Einigkeit zerrütte
und zerfrenne. N |
15. Es ift ja wahr, daß auf Erden nichts
lieblichers noch fehöners iſt, denn ordentliche,
einträchtige Regiment, das man ja lieben und |
in allen Ehren Halten fol. Wo aber die Re- jurichten, die Paͤbſtliche Sehre anfechten, und
giment, welche GOtt darum geordnet, daß er dasjenige, ſo wir ſtreiten, nicht der Rede und
darinnen erkannt oder geehret werde, wider ſolcher Zerruͤttung vieler Land und Leute werth
GOtt, ſein Gebot und Wort thun: da — und viel beſſer waͤre, daß man dazu
N
I Top.18. Donder durch Conventeu, Reichsrägegefüchten Religionsvergl. 19.
e ſchwiege, denn daß von wegen folder gerin⸗ unverſchaͤmten Leuten viel antworten, und mit
—— dieſe groſſe Spaltung gemacht iſt. ihnen diſputiren, ob ihre Kirche ire oder nicht,
18. Dieweil. wir aber foldyes des Gegen. | diemeil da ifre groffe Irrthuͤmer und Abgötten
theils Gefchrey zuvor oftmal verleget, welche ven, jedermann vor Augen ftehen, der fie Feie
damit viel greuliche Irrthuͤmer der Romifcyen ner nicht leugnen koͤnnen.
Rirche beſchoͤnen und bedecken wollen: fo wol. 23. Daran iſt Fein Zweifel ‚ daß allegeit elle
fen wir auf dißmal alle verftändige Leut, Die che gortesfürchtige Leute, inder Epriftlichen Kits
Gott nicht
darnad) in den Kirchen ſchauen, wie Die teute Alſo, daß die Wahrheit bey vielen rechten Glied⸗
zu denen Gögen laufen, und jonft mancherley maſſen dee wahrhaftigen Kirchen bleibet.
Abgörterey treiben, dadurch fie öffentlich von) 24. Mitlerweile aber, wie zuvor gefagt, ba
rechter Ancuffung GOttes abgeführet werden. ben viel: gortlofe Bifchöffe das Regiment in
Ueber das alles it vor Augen, mie die Mefle der Kirchen geführer, welcyen es mehrumgrofe |
Fauft und verkauft wird ‚wie viel taufend Pfaf⸗ fe Gewalt und Gut, denn um Chriſtliche Leh⸗
en täglich Meffe Halten, Die ganz nicht verſte⸗ re deren fie wenig geachtet, zu thun geweſen
— ſie thun. tem, daß die Kirchen faft Daneben haben die ungelefeten Mönche und
i
en Landen wülte fteßen, und haben nicht |geizige Pfaffen Irrthuͤmer eingeführer, und ha«
Yernünftige, gelehrte, gottesfürchtige Prädi« ben dem gemeinen Volk mic folcher Lehre, dar⸗
canfen. | zu das thörichte Volk von Natur geneigt iſt,
19..So man nun foldye arobe, ſchreckliche a» |leichtlidy eingenommen. 4
ſter fegen und greifen ann, wie find denn die) 25. Was aber dis gottfofen Päbfte, Bifchöf:
Widerfacher fo unverſchaͤmt, daß fie rühmen,|fe, Pfaffen und Mönd)e alfo in der Kirche ges
es find Eeine ſchaͤdliche Jerthuͤmer oder Abgöt-|fiftet und angerichtet, das foll nicht dafür ges
teve
der Geiftlihen und greuliche Abgötterey und | Denn GOtt der HErr Bat zuvor ung das ver
Mißbräuche vor der Ze
Bauchs willen, mit ſonderlicher Rhetorica |der oberften Kegenten in der Kirchen, unddie
und gefehmücten Argumenten und Reden Die der Kirchen Titul führen und ſich deß ruͤhmen;
Sache flifen und vertheidigen wollen; denn die da mit Irrthuͤmern verblender, und Eeine
was böfe ift, bedarfviel Flickwerks, es waͤhret rechte Erfenntniß und Anruffung GIttes wiſ⸗
aber doch die Lange nicht, . |fen werden. Daher auch Petrus unsdes&fraelitie
or, Und in Summa, feßen und greifen Fann ſchen Volks Exempel vorhaͤlt, der alfo cht: £o |
waren auch falfebe Propheten unter dem
mans, daß ſchreckliche, heydniſche Abgoͤtterey,
durch des Teufels Lift in Die Kirche zu Ber: Volk, wie auch unter euch ſeyn werden fals
fuͤhrung der Leute eingeführet, und darnach ſche Lehrer, die neben einführen werden
durch ſtete Uebung und Gebräuch derfelbigen | verderbliche Secten.
alfo beftätiget find, daß man fie nichtverlaffen,| 26. Iſt doc in dem Sfraelitifchen Wolke |
en für rechte Gottesdienjt verfechten und |fchier zu allen Zeiten das gröfte Ei des Volks)
verrheidigen will. _ N abgöstifch geweſen, und die Priefter felbft, wel:
22. White fprechen fie: Die Chriftliche Kirche che, wie fie es jeßE nennen, ————
kann nicht irren. Was ſolle man aber ſolchen walt und Regiment der Kirchen hatten. Die—
ſel⸗
* AR: achtet und gehalten werden, als fey foldhesvon |
20. Wiervol aber über fold) ſchaͤndlich eben der wahrhaftigen Kirchen PERORAII he Sehre,
verachten, gebeten Haben , fie wollen che geweſen find, und noch find ‚welchen etliche i
ſich doc) umfehen und merfen ‚wie ein unzuͤch⸗ Irrthuͤmer wehe gethan, und dieſelbigen einer
tig geben in den Stiften und Kloͤſtern iſt, und mehr und klaͤrer denn deranderegeftraft haben.
ic etliche gelefrte, gof- |warnet, daß nicht allein viele aufferhalb des |
tesfürchtige und weiſe Seute hart geflager ha- Chriſtlichen Namens, als Heyden, Türken 1
ben: jedoch find zu Diefer Zeit viele Der Pfaf und Juden, das Evangelium GOttes anfech»
fen Diener, welche um Äfres Genieß und ten und verfolgen werden; fondern auch viel |
mo IV. Abfehnite. b) Don demnach Trident ausgefchriebenen Toncilio. 12H
je ge verfexten felbft die. Opffer, Jo GOttege 10 wunderlich und ſeltſam wären, um gemeia
orten hatte, Damit, daß fie Die Leute von Der nes Friedens und Cinträchtigfeit wir billig
Gerechtigkeit des Ölaubens abführeten, und ſchweigen, und diefelbige nicht melden nod) er.
‚auf die Hpffer und andere Werke und. Gottes. regen follten. Denn ſolche Uneinigfeit ſchade
‚bienft lebreken vertrauen. Welchen Jerthum vielmehr Chriſtlicher Kirche, denn die geringe
des Bolfs und der Priefter, fo Die Propheten und Eindifche Sache, darum mir ftreiten. - Es
ſtraften, wurden ihr viele, wie denn jetzt aud) ſey aud) zuvor noch nie Feine Zeit noch Welt ges
geſchiehet, Darüber getödtet, 1. nn. .
22. Und nad) dee Maccabäer Regiment, d
zwey Secten, Pharifäi und Sadducaͤi, das Re-
giment innen hatten, muß man je befennen,
Daß zu berfelbigen Zeit nicht allein ein Eieln Theil
des ſondern auch ein groſſer Haufe der
Dieter, Schriftgelehrten und Richter mit greu⸗
! Michen Irrthuͤmern befleckt gewefen find. ,
28. Dieweil dann ſich das in dem -Fleinen
Regiment der Juden alfo begeben hat, melde
j
a und Gebrechiichkeit menfchlicher ratur Eeine
doch beffer und leichter reine Lehre und Zucht
weſen, und würde auch in folcher Schwachheit
ſeyn, da niche viel Jerthuͤmer und Gebrechen
feyn follten. | Et ı$ |
31. Durch folche und dergleichen Reden wol⸗
len etliche Kluge und Weltweife der Römifchen
Kicchen Irrthum befchönen und gering machen ;
welches Daher kommt, daß fie wenig nad) GOt⸗
tes Ehre fragen, fondern allein ihren Muß oder
zeitliche Kuße und Frieden ſuchen. Derhalben
fie mit ſolchen geſchmuͤckten Worten ſich untere
daben erhalten Fönnen, denn jetzund die Kirche ſtehen, groffe und greuliche Irrthuͤmer zu fürs
‚ehun kann, fo allentHafben in der Welt zerftreuef ben und zu enefchuldigen. u
dit; follen wir auch betrachten, daß Diefe feß- ‚32. Unfer Streit aber trift nicht geringe oder
te Zeit der Welt, als die nun in ihrem Alter wenige Sachen an, und iſt der Zank nicht von
iſt da ſich allerley Schwachheit und Gebre-| alten Weibermährlein ; denn da feynd noch heu⸗
chen, mehr denn zuvor zu finden pflegen „nicht|tiges Tages etlicher-alter. und ‚neuer, Scriben-
‚ohne groffe Irrthuͤmer und Gebrechen feyn Fön- |ten Bücher, melche groſſen Irrthum und Ab»
ne; und daß die Klage des Propheten, da er| göfteren vertheidigen, die niemand leugnen kann.
ſpſricht: Wenn uns der HEre Zebaoth nicht 33. Da- fehreiben fie oͤffentlich, daß in der
ein weniges Heffe überbleiben, ſo waren! heiligen Propheten, Apofteln Schrift, von
wir gleihwie Sodom und gleichwie Go⸗ dem Glauben, Durch weichen wir Vergebung
worra, auch von dieſen unfern Zeiten geredt der Sünden empfahen, nichts gefchrieben ftehe,
ſehy. u doch St. Petrus klaͤrlich ſpricht, daß ſolches
29. Sage mir, ob jetzt in unſern Zeiten die) der Chriſtlichen Kirche gemeine Lehre und Glau⸗
Epleuriſche Paͤbſie, Biſchoͤffe und Cardinaͤle, ben ſeye; nemlich, Daß alle Propheten von
den Haufen der Sadducaͤer zu jener Zeit nicht Chriſto zeugen, daB Durch ſeinen Namen
gleich find? welche ihre Meile, Vigllien und| alle, die an ibn glauben, Vergebung der.
andern falſchen erbichteten Gottesdienft ums Sünden empfahen follen.
Geld verkaufen. Allein, daß wir mehr Zudt| 34. So weiß auch jedermänniglic) wohl, was
und Schein bey den Juden, ‚denn jeßt zu un: das Widertheil für eine undpriftliche Lehre ver⸗
fern Zeiten zu Nom unter den Cardinälen und theidiget, da fie fagen, man folle an Verge⸗
Bifchöffen und in den Stiften und Klöftern fe- bung der Sünden zweifeln, und niemand folle
hen; denn diefelbige hatten ihre eheliche Frauen, | derfelbigen gewiß feyn. Darnach erdichten fie
und hielten ehrlich) Hauszucht, waren auch nicht Das Dazu, Daß Vergebung der Sünden ein je⸗
fogar müßige teute, wie jeßt unfere Moͤnche der durch feine eigene Werfe verdiene, ja auch
und Pfaffen find. Durch das Klofterleben, durch die Mefle, wel«
30. Alhier aber fprechen etliche, daß wir al⸗ che fie deshalben den £ollen Leuten verkaufen;
: fein etlich geringes Lappenwerk und Kinderthei⸗ und ſchreiben, daß das Werk der Meſſen dem⸗
Dinge anfechten, zu weldyen, wenn wir nicht jenigen, der fie Tiefer und Hält, und auch des
Cutheri Schriften 17. Theil, VRSEDDED nen,
192 Cap.ıg. Von der durch Conventen. Reichsräge gefuchten Keligionsvergl. 23
—
alle Unzucht und alle Unreinigkeit ernſtlich mit ſetzten ſich, zitterten und bebeten ganze groſſe
—
nen, für welche fie geleſen und gehalten wird, und handhaben, als von keinem Regenten, mele
Vergebung der Sünden erwerbe. Darnach che nicht Heyden geweſt, zuvor nie geſchehen.
mißbrauchen fie auch des Sacraments des| 40. Diemell denn ſolche Greuel des Gegen⸗
Abendmahls des HErrn, zu Erlöfung verftor theils jedermänniglid) fiehet, als erſchreckliche
bener Seelen aus dem Segfeuer, - Irrthuͤmer in der Lehre, Abgötterey, ſchaͤnd.
35. Die Lehre von der rechten Buſſe If ganz liche Unzucht, Verachtung und Verſaͤumung
und gar bey ihnen durch Die Erzehlung der Sün: | des Predigtamts, und Meronifche Tyranney, ,
den, und Önugthuung der Buffe für die began- | wider alle, fo ihnen ihr Neroniſch gottlos We⸗
gene Sünde, verlafen. fen nicht billigen: fo follen ja alle Menſchen auf
36. Wie viel unzählige. Abgörterey ift In al-| Erden folche Laſter nicht allein erfennen, ſon
Ierley Tempeln und Kirchen, fehler durch die dern auc) vor GOttes Zorn darwider herzlich
ganze Welt, da man Wallfahreen Hat, und ſerſchrecken. Denn je gewißlich das wahr ſeyn
fic) zu etlichen todeen Bildern der Heiligen ge-| muß, Daß GOtt der HErr auf dem Berge She ı
lübt, bey denfelbigen Hülfe ſuchet, die doch nai das Gebot: Du ſollt Feine andere Böts |
feibft ihnen in Feiner Noth weder rathen noch ter neben mir haben. Ich, der 5Errdein |
helfen Fönnen; diefelben Bilder ruffen fie an, GOtt, bin ein eifriger GOtt, der daheim:
welche Ehre allein GOtt dem Vater, und feis | fucher derDäter Miſſethat anden Rindern:
nem einigen Soßn, unferm HErrn JEſu Chri⸗ nicht vergeblich mit fo erfehrecklicher Geſtalt des
flo, und GOtt dem Heil, Geift gebüßree. |Donners und Blißes, mit dem Ton der Po:
7: Welche Menfchen, ja welche Engel find | faunen, und des ganzen Berges Rauch, Be⸗
alſo beredt, daß fie gnugfam beflagen und er-|ben und Zittern gegeben und ausgeruffen; fonts
zehlen Fönnen das Verderben fo viel hundert dern Kat Damit wollen anzeigen, daß er mit
taufenden und unzäßliger Seelen, ſo durch das| ewiger Strafe und hoͤlliſchem Feuer alle Abgoͤt⸗
Eheverbot verloren’ und verdamme werden ?] eifche ftrafen wolle.
Und zeucht das Eheverbot viel Sünden mitfid.) 41. Da GOttes Stimme in dieſen Geboten
38. Denn erftlich ift das gewiß, daß GDke| fehallete und gehöref wurde, da erſchracken, ents
zeitlichen und eroigen Peinen ftrafel. Zum an:| Berge, die harten Felfen und Steine. - Da ı|
Deen ‚wenn die Gewiſſen und Herzen der Men: | nun etliche Leute find, welche’ folche Geboteund
fchen verunreiniger, fo koͤnnen fie nicht recht ernft-| Drauung verachten, gedenfen allein, wie fie
lich beten und GOtt anruffen, derhalben fie von] aldier in diefem Leben aute Tage und allerley \
einer Sünde in die andre als Rinder des Zorns Wohlluft Haben und treiben mögen, - und hale
fallen. Weiter, ift öffentlich, daß fie unge-) tens für Narrenwerf, daß ein Menſch fich faſt
lehrt find, und das Predigtamt nicht erhaften,| follte befümmern, wie er durch rechte goͤttliche
Syn vielen Landen find Feine Prediger; in an⸗ Lehre GOtt möge erfennen und ihn anruffens ı
dern, da fie predigen, iſt doc) die Lehre nicht folche Leute müffen viel härter denn alle Serge h
veinnohreht. 7 Fund Felfen fyn. Fer N |
39. Derhalben werden von uns nicht gerins| 42. Daß aber GOtt den Simden feind foy, ,
ge, ober weniger Leute Irrthuͤmer beftraft. Denn und diefelbigen ernftlich ftrafe, Das bezeugen ja ı
das Gegentheil, weldyes der Kirchen Titul, die eägliche und mannigfaltige Magen , welche )
und daß fie ordentliche Gewalt in der Kirchen) über die Welt der Sünden halber ergehen ;und )
haben, rühmet, vertheidiger nichtgeringe, fon-| ift Fein Zweifel, daß zu allen Zeiten, vom Ans +
dern groffe und erſchreckliche Irrthuͤmer, durch) fang der Welt, GOTT der Herr flers um I
welche JEſus Chriſtus, GOttes Sohn, ge| der Sünde willen das menfchliche Gefchlecht |
ſchmaͤhet und geläftere, und der Leute Gemwif:) beftrafet hat und noch ftrafer, daß auch nach |
< fen verführet würden, welche Sfrrehlimer fie mit| dieſem Leben IEſus Chriſtus, GOttes Sohn,
Schwerdt und Feuer und groffer Tyrañey ſchuͤtzen wiederum erfcheinen wird, und wird feine Kir⸗
PER { u: * ERTL ER, — ei er
ıV. Abſch. b) Vom dem nach Crident ausgeſchriebenen Concilio ms
he feine Lehre behalten und geglaubet unbeſtaͤndig und unbaͤndig ſeyn, alles gerne zu
eh —— ſchmuͤcken und zies | und-unter ſich reiſſen und bringen wollte, ”
ven; die Gottloſen aber: und Berächter feiner) 46. Wer nun dem Poͤbel diefe Frenheit ge—
ehre wird er mit ewigem höllifchen Feuer ftra>ı be, daß er nach feinem freyen Willen Keli-
fen... Wer folches alhier nicht glauben will, der gion, Gefeg und Drdnung , ohne Wiſſen und
ſoll und muß es dort erfahren. [Willen und ‘Befehl der Obrigkeit, welcher das
43. Wenn wir nun die gröffen und unzähli- | Regiment befohlen, möge abthun, ändern und
gen Sammer, Elend und Betrübniß, fo auflverneuern, derſelbe thue nicht allein thörlich,
Diefer Welt ift, mit groffen Schmerzen feßen | fondern fey auch ein Feind der ordentlichen Ge:
und betrachten, daß da ein Königreich wider | walk, und Zerrütter gemeines Sriedes und Eis
das andere, Daß eines alhle, dort ein anderes! nigfeit, -
ferfaͤllet; daß Sand und Leute durch Krieg und| 47. Sagen diefe Gleichniß, wie die Poeren
Dlutvergieffen verwuͤſtet und verheeret werden; | fchreiben : da der König Aeolus, welchem die
daß allerley in der Welt falfche und abgoͤttiſche Winde zu regieren befohlen, dem Ulißi, die
) Religionen find, durch welche die Leute inewi | Winde in einem federn Sad eingefchloffen, auf
ge Berdammniß geführet werden, und darnach das Schifgegeben, und ſie, die thoͤrichten Kriegs-
‚ ein jeglicher feineeigene Plage und Marter bat: leut, ven Sack aufgebunden , fuhren die Win-
da foll’ein jeglicher gedenken, daß folches alles |de'von Stund an mit Gewalt heraus, und
nichts mehr, denn allein Erinnerung Des letz⸗ richteten einen folchen Sturm auf dem Meer
ten Gerichts und der ewigen Strafe fey. an, daß etliche Schiffe untergingen. Altfo
44 Es find.aber etliche ausdem Öegentheil,| auch, dieweil der Pöbel einmal gefehen ‚daß
die nicht fo. gar rohes und fteinernes Herzens |man ofne Vorwiſſen und “Befehl der ordentli-
find, weldye etliche Gebrechen, aber, wie fie es | chen Obrigkeit etwas in der Kirchen geändert
lind nennen, Mißbräuche der Kirchen beken hat; haben viel wuͤſte Köpffe und Schwarm»
nen; jedod).fagen fie, Daß die Herren, ſo or- |geifter an vielen Drten groffe Unruhe und Ler⸗
dentliche Gewalt über die Kirche haben, als men erwecket und angerichtet. ’
die oberſten Potentaten in der Welt, billiguns | - 48. Derhalben find nun diefe die höchften -
ſtrafen, und.nicht feiden follen, daß wir ohne und weiſeſten Leute geachtet, welch: alfo die or-
ihre Erkenntniß und Erlaubniß etliche, Lehre |ventliche Gewalt, alt Herfommen, und lanze
und Gottesdienft abthun, welche doc) fo viel | Gewohnheit wiſſen zu verfechfen und zu vertheiz
bhundert Jahr geftanden.- digen, und wird Dafür gehalten, Daß fein:
45 . Diefelbigen fagen, daß in feinem Wer | andere Regel fen, gute Negimente zu erhalten,
’ ge zu dulden noch zu leiden, daß in Sachen, denn alle groffe und Fleine Veränderung mit
ie ganze Chriſtliche Religion belangend, etli⸗ höchftem Ernſt verhuͤten. Narren
che wenige Leute, welchen der Kirchen Negi-| 49. Das ift auch das allergröfte und fchein-
went nicht befohlen,, fic) etwas zu-verändern | lichlte Argument, welches die gewaltigen und
unterſtehen follten. Denn mas follte hieraus weifen Leute zu allen Zeiten wider Ausbreitung
vor eine Zerrüftung und Zertrennunginder Re⸗ Chriſtlicher Lehre vorgewandt, ftets geführee
ligion erfolgen, da einem jeglichen nach ſeinem und gebraucht Haben, und die Leute damit er-
Willen und Gefallen Veränderungen zu ma- | fchrecfen wollen, durch welches fie auch Könige
chen follte geftattet werden? Denn das fey ja und Fürften und Herren wider rechte göttliche
gewiß und öffentlich, daß der Pöbel und ge» Lehre Leichtlich beivegen Fonnen.
mieine Mann aller Religion, Gefegen und Re-| 50. Und daß wir die Wahrheit fagen, beive-
gimenten, als ihrem Kerfer, feind fey, und gen uns felbft ſolche Rede nicht ein wenig; denn
gern alles nach feinem Willen und. Gefallen zu! wir auch) auf Erden in zeitlichen Gütern nichts
- tun, ungebunden, frey und los fenn wollte , | höhers wünfchen noch begehren, denn daß Ei-
niemand gern gehorfam, fondern aufruͤhriſch, nigkeit N möchfe werden, und ift wi
—— 2 ernits
Sg.
— — — —
— —
Deren — ee
= y
1126 Cap ıg. Von der durch Convente u Reichstäge gefischten Religionsvergl, nee
ernftlicher Rath und Meynung, daß niemand daß niemand von folcher Kegel, Sehe wa
ohne Flaren GOttes Befehl und Gebot geftat- fehl ſchreiten noch) weichen foll, wenn fhon die ı
tet werde, Menderung feldft zu machen, uner- oberſten oder der gröfte Theil der Weit ſolch
wartet der ordentlichen hohen Obrigkeit. fein Wort verachten oder verierfen.
5r. Denn je das in Feinem Wege nicht un- | 55. Und dieweil GD aus groffer Barme |
fere Meynung und Wille ift, daß dem gemei- herzigkeit durch fol) fein Wore ihm für und |
nen Mann, wider ordentlicher Obrigkeit Wille, |für eine Kirche verfammlet und oft vernenert,
in Religion oder andern Sachen, ohne (vie erweckt er nach feinem Gefallen nicht allein BE
vorgemeldet,) ausgedruckten Befehl GOites, ſchoͤffe und Prälaten, fo in ordentlicher Gewalt
etivas zu verändern zuzulaffen 5 foridern das |figen, fondern auch oft andere geringe Perfo-
iſt unfer Wille und Meynung, daß alle Men: nen; und fo die Lehre durch folche wiederumer-
ſchen auf Erden das zu halten ſchuldig find, klaͤret und an das Licht gebracht it, find alle |
welches die Beiligen Apoftel JEſu Chriſti ein: Menſchen, Die Die Lehre erfennen, alsbald
trächtiglich befchloffen, und feiber gehalten, daß ſchuldig, derfelben zu folgen, es bleiben die
man GOtt mehr, denn Menfchen zu gehorchen Bifchöffe mit ihrem Urtheil wo fie wollen,
fchuldig ſey. Das ift ofne Zweifel zu allen Denn GOtt der ewige Vater fehreyer, und ges ı'
Zeiten aller gottesfürchtigen und meifer Leute beut alfo von feinem Sohn vom Himmel her
Meynung fters für und für gewefen, daß alle: |ab: Das ift mein lieber Sohn, den folk |
zeit goͤttliche Gewalt und Gebot menfchlicher ihr hören. Glauben wir num ernſtlich, daß
Gewalt vorgezogen werden foll. ein GOtt, HErr und Schöpfer aller Creatus
' 52, Darauf antworten fie denn alfo: Es fell |ren feye, welcher fi) uns durd) fein Wort und
aber doch ohne Erfenntniß der Obrigkeit Feine |geroiffe Zeugniffe habe geoffenbarer, und daß |)
Veränderung noch Neuerung vorgenommen |derfelbige aus wahrhaftiger und herzlicher Siebe
werden? Wollte GOtt, daß diejenigen, fo 'gegen ung feinen einigen Sohn geſandt Babe,
Regenten der Kirche fern wollen, ihnen alfo lauf daß er alfie, durch fein Wort, ihm eine
Gttes Ehre und der Seelen Seligkeit lieſſen ewige Kirche zu feiner Erbſchaft verſammle: ſo
zu Herzen geben, wie forgfältig fie fonft für |fulfen wir ja auch diefem feinem ernſtlichen Be⸗
ihre Woptluft, Gewalt und Ehre find, daß fie jfehl, fo vom Himmel herab gefchehen , gehor-
ſelbſt eine rechte Chriſtliche Reformation in der ſam feyn, auf daß wir feinen Sohn hören, und
sehre, und rechte Chriftliche Zucht anrichteten ; ihm mit allem Willen und Ehrerbietung ges
wie wir nun fo oft und viele Jahre her nachein- horchen, welchen er uns zur Erlöfung gefandf, ,
ander gefihryen, geflehet und gebeten haben. und denfelbigen durch öffentliche Zeugniffe, daß |
Was fie aber dabey gerhan, das fichet man er Die Todten auferwecket, und viel andere
vor Augen. | | groſſe Wunderzeichen gethan, dem ganzen ı
53. Das foll aber jedermann miffen, daß menſchlichen Geſchlecht vorgeftellet Hat, DEI
Gott feine Kirche aufdiefe Weife regierer, und leinige unwandelbare Gebot: Den ſollt ihbe
von Anfang der Welt vegieret har, und alfo hoͤren; follen wir nicht allein Höher, theuree ı
bis ans Ende der Welt regieren wird, daß er und werther halten, denn alle menfhliche Ges ı
feiner Kirchen Das heilige Evangelium gege: walt und Dbrigfeit, fondern foll auch uns lies
ben hat, welches ein ewiger, unwandelbarer |ber und höher ſeyn, denn unfer Leib und geben, ,
Hard ift goͤttlicher Majeftät, mit gewiffen und Fried und Einigkeit der ganzen Welt, welche
herrlichen Zeugriffen geoffenbaret, und durch ſonſt auh GOttes Gaben, und in feiner Ord⸗
die Propheten und Apofteln aus göttlichen Be- Inung auch werth zu halten find, —
fehl in Schrift gefaffet. 56. Die lieben Apoſtel waren nicht rohe,
54. Dieſer Elare und helle Wille GOttes, in wuͤſte und wilde Leute, ſondern Baften auch ihr
dem Evangelio begriffen, ſtehet ung da vor Au- Vaterland lieb, als weile, fittige, wohlgezogene
‚gen geſtellet, und iſt GOttes ernſtlicher Befehl, Leute, und ehreten vornehmlich den a.
arins
F
4
Nm
Ott fich fo oft Hatte offenbaret, und
1 das fchöne Regiment, welches GOtt
m Volck felbft gefaſſet und geordnet
und ohne Zweifel das ſchoͤnſte auf Erden
Jaß aus GOttes Befehl alle irrige Sachen
en Drieftern, welche bey dem Tempel das Re⸗
| aiment hatten, follten vorgefragen, und von iß-
| en gerichtet und geordnet werden, wie im 5.
Bud Mofis am 17. Cap. gefchrieben flehet.
57, Jedod) Ask fie die Sach des Evan⸗
gelii nicht vor daffelbigeConcilium und Gerichte;
und da ihnen von folchem Eoncilio und ordent-
licher Gewalt und Regiment: ihre neue Lehre
zu predigen verboten wird, find fie demfelben
' nicht gehorfam, fondern fahren, unangefehen
des Gebots, mit der Predigt fort. Denn fie
hatten zuvor den ‘Befehl des himmlifchen Ba:
| ters, von feinem Sohn gefcheßen, gehöret :
Den ſollt ihr hören. Xa, fie mußten auch),
daß aller Propheten Schriften das ıgeboten, |
daß man den Meßiam Hören und: ihm folgen
follte, ob ſchon die Hohenpriefter, Könige, Fürs
ften und Herren, und das Volck wider Mef-
fiam ſich auflehnen und ihn verfolgen würden,
wie die Palmen weiffagen: Büffet den Sohn,
Stem: Du bift ein Priefter ewiglich.
58. Diefe Stimme aber und Gebot des ewi⸗ fi
I fel, klaͤrlich verſtehen und wiſſen ſollen, daß er
gen himmliſchen Vaters vom Himmel, den
folle ihr bören, und die Sprüche der Prophe—
ten, daß man den Sohn hören fol, find nicht
allein Denen Apoſteln, eder den Leuten zu der-
felbigen Zeit, fondern allen Menfchen auf Er-
- den zu allen Zeiten geboten, daß fie den Sohn
follen böoren. Wer nun die Stimme und
Lehre des Sohnes GOttes im Evangelio gehö-
ret hat, derſelbige iſt ſchuldig derſelbigen zu
olgen und zu gehorchen. Wer aber der nicht
gehorfam feyn will, zu dem fpricht GOtt: Wer
meine Worte nicht hören wird, die er in
meinem Ylamen reden wird, wider Diefen
will ih Race und Strafe üben,
50. Alhie aber fpricht abermal der Gegen:
theil: Dieweil viel in der heiligen Schrift ift,
welches Auslegung und Erklärung bedarf; fo
foll man folde Erklärung erſtlich, che eine
Veraͤnderung vorgenommen wird, von Der or:
Don dem nach Trient ausgefchriebenen Concilio.
en ift,auc) Herzlich lieb, und wußten wohl,
129
dentlichen Gewalt begehren, bey welcher die
Auslegung der Schrift allein ftehet, -
60. Wir wiſſen wohl, daß folche des Gegen⸗
theils Rede einen groſſen Schein und Anſehen
bey vielen Leuten hat, Da aber das ihre ernſt⸗
liche Meynung ift, daß fie das Evangelium
‚für eine zroeifelhaftige, Dunfele und ungeroil
Sehre halten, welche man mancherlen, und wie
man will, deufen und auslegen möge; mie jetzt
neulich unfer Öegentheils Seribenten einer oͤf⸗
fentlic) gefchrieben: daß Fein Wort in der Pro⸗
pheten und Apofteln Schrift fen, welches nicht
auf mancherley Weiſe möchte verſtanden und
ausgeleget werden; läftern fie GOtt und fein
Wort ſchrecklich. Denn vieweil ſich GOtt
durch ſein Wort geoffenbaret hat, ſo will er ja,
daß man ihn hören und verſtehen fol. Dages
gen fprechen dieſe: Nein, er wolle die Zuhörer
mit zmweifelbaftigen Worten allein irre und toll
machen.
61. Und obwol gleich zuzeiten etliche ſchrift⸗
gelehrte Seute nicht alles fo bald in der heiligen
Schrift verfishen, fo ift doch die Summa der
Epriftlichen Lehre an ihr felbft gewiß, Hell und
flav. Don denen zehen Gebosen kann je nie
mand fagen, daß fie ungemiffe Rede find;
Denn GOit der Here will, daß alle Men-
chen auf Erden, ohne allem Wankel und Zwei⸗
über Die Suͤnde zuͤrne, und dieſelbige hie zeit-
lich und dort ewiglich ſtrafen wolle. Desglei—
chen will er auch, daß dieſer Troſt, welcher aus
dem Schoos des himmliſchen Vaters uns eroͤf⸗
net iſt, allen Menſchen bekannt und offenbar
werde, nemlich, daß die Suͤnde erlaſſen, und
das ewige Leben, um des Mittlers des Sohnes
GOttes willen, nicht um unſer Verdienſt, ge⸗
chtigeben werde, und daß man ſolche groſſe Gnade
und Wohlthat allein durch den Glauben em⸗
pfangen fol, Daß aud) alle erſchrockene Herzen
geroißlich glauben follen, daß fie um des Soh⸗
nes willen zu Gnaden angenommen werden,
Darnach, wenn mir Hi wieder zu Önaden
angenommen, daß foldyer Glaube durch ein
neu Leben fich beweiſe und fehen laſſe, und daß
ſolcher Menſch die Gerechtigkeit eines guten
Gewiſſens haben fol,
—— 62, Diefe
. ang je Elar und. hell genug von (
\
1130. Cap 18. Don der durch Convente u, Reichstägegefüchten Religionevergl. ı
ck
62, Diele Summa Der, Sheikicien age
| Ott gegeben) Chriſtliche, gortesfürchtige Menfchen jind:
und offenbaref, und wo was dunfels und nicht) ¶ GOttes Gnade etliche in Landen zu finden,
hoͤchſtem Ernſt zu Halten, wie das der Soßn
ten Kirchen und Lehrer, fo noch reinere Lehre
wohl zu verftehen wäre, fo bat doch GOtt ne-
ben der Schrift das tägliche und ſtetige Lehr⸗
amt gegeben, Durch welches die Unverftändigen
den rechten Berftand der Schrift lernen follen
und mögen. - aa
63. So hat GH ja unfern Kirchen viel|
gelehrter, gottesfuͤrchtiger, treuer Praͤdicanten
gegeben, die die Schrift gründlich erklaͤret, und |
den. alten Chriftlichen Verſtand der wahrbafti:
gen Eatholiichen Kirchen GDrtes freulich be:
halten haben. Und iſt unfer Gemuͤth, das Pre—
digtamt forthin auch, durch GOttes Gnad, mit
GOttes gebeut: Wer mic) liebet, der wird
meine Lehre behalten; und haben unſere Predi⸗
ger. nichts ungemwifles oder zweifelhaftiges geleh⸗
ret: fondern wir und unfere Lehrer und Predi-
. ger haben um GOttes Ehre und unferer See—
len Seligfeit. willen den Grund. diefer Lehre
wohl betrachtet; haben gegeneinander gehalten
die Zeit der Ehriftlichen Kirche, welche Lehre
zu jeder Zeitin der Chriftlichen Kirchen bey den
Werſtaͤndigen gehalten worden; haben der. al:
gehabt denn der Pabſt, Zeugniffe fleißig er-
forfchet, daß wir Feine neue, oder ungegründe:
te Lehre unvorfichtiglidy annaͤhmen.
64. Denn auf diefe Weife erhält Gtt der
HErr allezeit die Wahrheit in feiner Kicchen,
nicht bey. dem frechen und ungelehrten Haufen,
welcher der Propheten und Apoſteln Schrift
nicht achtet und nicht liefee, fondern bleibe bey
der Gewohnheit, und fehreyet : man folle um
Sriedens willen jederzeit Gewohnheit halten, fie
feye.recht oder nicht: auch nicht bey Sürwißi-
gen und Hoffärtigen, die unrechte Lehre aus
Füpwiß, oder um Ruhms millen, oder den Ge-
waltigen zu. Öefallen erdichten; fondern bey de-
nen erhält GOtt feine Wahrheit, welche der
Beiligen Propheten und Apofteln Schrift gerne
hören, lefen und lernen, die Wahrheit lieb ha—
ben, bewaͤhrte und gegründete Zeugniſſe der al-
ten Chriſtlichen Kirchen ſuchen und erforfchen,
7
oo
ven etliche unfere $ehre öffentlich befennen, D =
fie recht, und die goͤttliche Lehre ſey. Etlihe |
aber dürfen aus Furcht ihr Gemuͤth und Mey: |
nung nicht eröffnen, welche doch ‚von Herzen
feufzen und begehren, Daßeine Fee RE |
Reformation der. Kirchen möchte, vorgenom-
men werden. ans De
65. Derhalben, wie unfere Meynung und
Rath auch iſt, daß frevelen und fuͤrwitzigen Leu⸗
ten nicht ſoll geſtattet werden, rechte Chriftlir |
che Lehre zu veraͤndern, wie die Wiedertaͤufer
gethan haben: Alſo iſt auch wiederum das un⸗
ſere Meynung, daß, woman Lehre und Gottes⸗
dienſt ſiehet, welche oͤffentlich wider GOttes
Wort und Gebot ſind, ſo ſoll man GOtt und
nicht den Menſchen gehorſam ſeyn, und folche
falſche und verführifche Echre und Gottesdienſt
abthun, und. rechte göttliche Sehre und Dienſt
pflanzen‘, und nicht auf menfchliche Erkennt⸗
niß, als Concilia oder Reformationes, warten,
und. fonderlicy foll man auf folcher Leute Er⸗
Eenntniß Reformation nicht warten, welche dee
Wahrheit öffentlich feind find. J——
66. Und ſo gleich etwas in fo viel ſtreitigen
Sachen wäre, das Erfenntniß bedürfte, wars
um verdammte der Wabft die Unſern, vorallee
Welt Erfenntniß? Es ift aber öffentlich, daß
die Paͤbſtlichen viel ehrlicher, frommer$eute ers |
morden, nicht in zweifelhaften Sachen, fone
dern im Bekenntniß öffentlicher Wahrheit; in
ſolche unrechte Verfolgung kann noch foll nie⸗
mand willigen. —4—
67. Saul trachtet aus unbilligem Haß und
Zorn David nach Leib und Leben; wiewol aber
Jonathan den Vater lieb Hatte, und wohl wußte,
daß er fchuldig war den. König zu ehren und ihn
gehorfam zu feyn, jedoch half er, noch ſtaͤrkete
des Vaters Tyranney nicht, und Bielte fich ges
gen dem unfchuldigen David recht und freunde »
lich ; viel aber der andern zu Hof, rwiewol fie !
wußten, daß dem armen David Gewalt und I
Unrecht geſchahe, doch wollten fie den König |
und GOttes Wort und Willen über menfch- nicht erzürnen, und besten ihn an, un
ehr fehr nüß waren, in unfern Schuß und
langwieriger und fleißiger Betrachtung und
—
r Berfelgung, daß fieeinen gnädigen
DL
ME
Sriefter an vielen Orten getoͤdtet, allein darum,
daß fie den Irrthum von Anruffung der todten
Jeiligen geftraft Haben? welches doch etlichen
Richtern und Aflefforen , da folche fromme Leut
verurtheilt worden, felbit nicht gefallen; wie
ie uns Daffelbige hernach befannt haben. :
69, Dieweil dann das gewiß wahr ift, daß
ein jeglicher Menfch fein eigen Gemiffen lehren |
“und unterweifen foll, daß erdasjenige, foer für
recht Hält, oder auch daran ey noch zweifelt, ob.
es recht fey oder nicht, nicht -folle verdammen
‚oder verfolgen, oder andern daffelbige zu ver:
folgen helfen: folle ung niemand verdenfen,
daß wir diefe Lehre nicht Haben mollen helfen
verdammen oder'verfolgen, Die wir für Dierechte
öttliche Lehre halten; welche Verfolgung erſt⸗
lich etliche tolle und rafende Mönche und ſtolze
V. Abſchm b) Don dem nach) Trident ausgefehriebenen Eoncilio. 133
Zeit mit vielen gelehrten und goftesfürchrigen
jielten. Er Re FOR Leuten von dieſer der. Unſern Lehre Rath und
sie. viel find wol gelehrte und Kellige|Linterrede gehalten, und die Sache bey uns
auch, mit vielen andern $euten, aufs feige
bewogen, haben wir diefe Sehr zu GOttes Eh⸗
re und unferer Seelen Seligfeit willen anges
nommen und befannf, dabey wir denn auch
ferner und ftarf mit göftlicher Hülfe zu bleiben
bedacht find. Und daffelbige aus diefer große
wichtigen Urſach, daß wir befinden, Daß dieſe
gehre geroißlich die. einige, wahrbaftige, ewige
Lehre des Evangelii ift, Die GOtt in der Pro⸗
pheten und Apofteln Schriften feiner. Kirchen
befohlen hat, und die indenen Symbolis, Apo-
ftolico, Niczno und Athanafü, kurz gefaſſet
ift, und gewiſſe -Zeugniffe bat von den für«
nehmften gortesfürchtigen Seribenten., fo bald
nach der Apofteln Zeit, am reinften gefchrieben
‚haben, welches die Gelehrten und Verſtaͤndi⸗
gen bey dem Gegentheil felbft bey fid) erfen-
hoffaͤrtige Bifchöffe erreget Haben , nachdem fie nen, und ſo fie GOtt mehr liebten, denn eige=
gefehen, daß diefe Lehre ihnen an ihrem über-
flüßigen Pracht etwas abbricht, fondern haben
gedacht, daß uns, wie Jonathas auch gethan,
eigenen und gebühren wollte, unfchuldige, got=
| tesfürchtige und gelehrte Leute, welche fiir ung
und die ganze Epriftenheit fleißig bitten, Chrift-
lichen Kirchen mit Pflanzung reiner göftlicher
‚Schirm zu nehmen, fonderlich dieweil wir nach
Erwegung ihre $ehre für recht und göftlid)
meleen. > Eh X
70. Dann nachdem wir gefehen, daß die Bi-
ſchoͤffe nun lange Zeit her nicht ernftlich Dazu ges
than, damit man rechter ordentlicher und Chriſt⸗
licher Weiſe von den flreitigen Artifeln Chriſtli⸗
ne Ehre und Wohlluft, würden fie folches aud)
bey den groffen Heren befennen.
72. Wir glauben ganz veftiglich, daß Men⸗
ſchen aus eigenem natürlichen Berftand Feine
Lehre von GOttes Werfen und Willen felbft
erdichten follen, daß fie auch Feine. Lehre an⸗
nehmen follen, denn welche GOtt felbft feiner
Kirche gegeben Bat, Dadurch er fich dem menſch⸗
lichen Gefchlecht mit gewiſſen Gezeugniſſen geof⸗
fenbaret hat, und feheuen berzlich vor der grof-
fen Kuͤhnheit aller gotelofen Menfchen, die Ab⸗
goͤtterey und falfche Lehre zu jeder Zeit erdichtee
haben. Sondern alle Menfchen find fchuldig
bey Vermeidung der ewigen Strafe, iiber der
einigen Lehre, welche uns GOtt felbft gegeben
bat, zu Balten. Derohalben haben wir auch
‚her Religion hätte mögen handeln, fondern daß. | Feine.neue Lehre in unfern Kirchen halten wol-
fie allein aus Frevel und Muthwilien, unverhör:| en , fondern bekennen allein die unverfälfchte,
terSachö,alle der Unfern Lehre verdammten,und| alte, wahrhaftige und einige gehre der Chriftli-
aufs hefftigfte verfolgten, und mit alle Machrih- | chen Catholifcyen Kirchen. ee.
ve Abgotterey zu beftätigen und zu erhalten ge-] 73. Auf daß aber jedermann wiſſe, was ſol⸗
dachten, hat uns nicht wollen gebüßren, daß wir ches für eine Sehre ſey, fo ift fie öffentlich vor⸗
uns fremder Sünde theilhaftig machten, und! handen in dem Befenntniß, fo wir im Reichstag
rechte Sehre wider unfer eigen Gemwiffen verfol-| zu Augſpurg Känferlicher Majeftät und dem
gen ſollten. | ganzen Reich überantwortet, in welcher Con«
7% Derbalben nachdem wir zuvor lange feßion die Summa unferer Lehre en
An griffen
ten, das achten wir nicht, fondern wir voiffen,| epaiten werden und thut auch wehe, Daß fol-
454 Cap.ıg. don der durch Convente u.
8 ff ; > ’ x — SEN ARE A
in timmt mie den alten Symbolis Apoftolo- voird der HErc erretten sur ‚böfen Zeit
ſchen und begehren foll, denn daß er GOtt, fei-
| Reichsrägegefuchten Religionsvergl. up |
Seien, elche auch) ofne allen Zweifel über- dem, den fich des Zlenden annimmt, de
rum, ConeciliNiczni und Athanafıi, und aller| 76, Wir find auch nicht fogar und ie
andern reinen ‚Scribenten Meynung, welcjelge Leute, daß uns das groſſe und erſchreckliche
in der Chriſtlichen Kirchen bald nach der Apo-| Geſchrey, von der ordentlichen Kirchengewalt,
ſieln Zeit iſt geweſen. Es gehe uns auch dar⸗ ganz nicht ſollte bewegen; dieweil zu dieſer zeit
ber die es wolle, fo danken wir dem ewigen ſo viel Schreyens, daß ohne Eckenntniß und
ED und Vater unfers HErrn IEſu CEhri⸗ Bewilligung der ordentlichen Gewalt in der
ſti für diß helle Licht des Evangelü Epeiti, Sehe und Neligion Feine Veränderung follte
welches ung weiſet und lehret, wie wir GOtt vorgenommen werden, denn dadurch gute alte
recht erkennen und anruffen follen, und beſtaͤn⸗ Ordnung in der Kirchen zerruͤttet, und das
digen Troſt den Gewiſſen gibt, und uns lehret, Exempel an im ſelhſt auch boͤs und gefaͤhrlich.
wie wir leben ſollen, welches alle Menſchen Solche Rede, dieweil ſie es hart treiben und fehe I
auf Erden für die hoͤchſte Güter und groͤſten ſchmuͤcken konnen, erregen ſie viele Leut wider
Schazz halten follen. — = ‚und — — nicht ein * —
— Den wir auch ſeibſt wohl wiſſen, mie viel dar⸗
74. Denn obgleich bie Epicurei unfer ſpot. m gelegen, daß gute Drdnung und Regiment
R
daß das menfchliche Gefchlecht darzu gefchafz) ‘=, : Ä nn —
fen, daß es GOtt ſeinen Schoͤpffer in dieſem ee aber thun? Da fie ıl
geben ferne erfennen, ihm Dienen, und vonten uns vor Augen fo viel geitrenge und ernſ J
En er Ri Ai a geben eroige] je Geboteund Dräuungen GOttes. GOttes
© ehderM g di y GOtt haben. Daß Sohn fprichtfelber, daß die Bottesläfterung, |
auch) der Menſch in Diefem Seben, in fo vielgrol-] nerche wider den Heiligen Beift geſchieht
* und mannigfaligen Gefäßrlichfeiten, Feine, der in dieſem noch in jenem Heben were
heilänbigere er und Hülfe bey ODttdem|y, pergeben.. Durch die ernftliche geftrenge ı
HEren, denn die Anruffung GOttes, haben Gebote GOttes werden die Seute, welche GOt
aan Run, — ISO Dir Name des es More gehörer, und aud)recht erwegenund
— ee i * eſtigung der Be. verftehen, bewegt, daß fie die Öottesläfterung |
— ein Menfih Me beſchirmet. müffen fliehen, und. fich nicht wider erfannfe ı
x : hoͤhers win, — weiche u fein — il
; - eröffnet, ſetzen und.diefelbige verfolgen follen.
an HErrn, — rkenne. Was len wir denn in Ofen Artikeln hun, ,
— Wiewol wir nun auch wiſſen, daß wir welche ſo oͤffentlich ſind, daß alle vernünftige ei
Menfihen find, und daß Menfchen mancher⸗ Leute befennen muͤſſen, daß fie falfch) und un⸗
ley begegnen mag, und fonderlich folgen der|recht find? Als da iſt der Artikel vom Jahr ı
Wahrdeit in dieſem Leben groffe und ſchreckli- markt des Ablaffes, vom Verbot der Priefter-
che Berfolgungen : fo wiſſen wir doch darbey, ehe, vom öffentlichen Mißbrauch des Abende
Daß man von wegen leiblicher Gefaͤhrlichkeit mahls des HErrn; aus welchen die ungelefte
die Wahrheit nicht verlaffen foll, auch obgleichiten Pfaffen und Mönche nichts anders, denn
etliche leiden, fo läßt boch GOtt die Wahrheit eine lautere Krämeren, ihres Bauchs und Ges
nicht ganz und gar unterdrucken. Dazu hof⸗ nieß halben, gemacht, fo fiedod) felbft nicheroife
fen wir, daß diefes unfer Almoſen GOtt um|fen, twas fie thun und was das Werk an ihm !
des HErrn Chriſti willen gefallig fey, daß wir ſelbſt ift, wenn fie Meß halten. nl
ea ee
| tlich ermordet haben, ſondern fieigen Geiſt ſetzen, welcher ſolche oͤffentliche Irr⸗
geſchuͤtzt Dem alſo ſtehet geſchrieben: Wohl thumer und — in der —
| Öffenge
— — 7 LA
SR: RE e | RR
136 IV. Abfehn. b) Don dem nach Trident ausgefchriebenen Eoncilio 137
Öfrenslich ftrafet? Sollten wir, wie des Gegen- | 82. Die heiligen Apoftel hatten gefegen, daß
Mer
—
ls Scribenten und Heuchler thun, ſagen, und IEſus Chriſtus wiederum von den Todten auf⸗
einer Beſchirmung und Entſchuidigung ſol⸗ erſtanden war, und hatten den Befehl empfan⸗
cher erſchrecklichen Gotteslaͤſterung fuͤrwenden, gen, daß fie das Evangelium predigen ſollten.
diemweil mehr Boͤſes aus dem Schiſmate und Fun fahen fie wohl, daß das ſchoͤne und wohl
Zertrennung der Religion, denn aus ſolchen geordnete Regiment des Juͤdiſchen Volks zer⸗
Frrthuͤmern erfolge, fo ſeye es beſſer, daß man Fallen würde, fo fie mit ihrer Predigt fortfah⸗
Darzu flillfchtveige, denn Zertrennung mache ? Iren follten. Dagegen aber, fo fie ordentlicher
Da behüte uns GOtt für; fondern das will Gewalt, die die Auferfiehung Chriſti verfeug-
GA ernftlich von allen Menfchen haben, daß net, gefolgt hätten, fo häften fie fich der greu=
fie ehe alle Biſchoͤffe, Könige und Herren er- lichen Gotteslaͤſterung theilhaftig gemacht, hät-
zuͤrnen, ja ehe Leib und Leben verlaflen follen, ten GOtt verachtet und gefchänder, fich ſelbſt
ehe fie ſich einigerley Gotteslaͤſterung wider und unzählige Leute in ewige Verdammniß ge⸗
den Heillgen Geiſt theilhaftig machen ſollten. fuͤhret. Wie nun die Apoſtel das Evanges
79. Gott der Herr hat felbft geriffe Ziel |lium haben müffen predigen, obwol ſchon die
Obrigkeit dawider ware : alfo auch find alle
Ba Er Pen a en m
— — — — ——
und Maaß dem menſchlichen Geſchlecht geſetzt,
mie ferne fie der Obrigkeit gehorſam ſeyn ſollen; Menſchen auf Erden, welche ihre Lehre gehö=
und hat Anzeigung gethan, welche Gebrechen ret, und gefehen, daß fie mit groffen Mirafeln
und Mängel zu dulden und welche nicht & lei⸗ und Wunderzeichen beſtaͤtigt worden, dieſelbe an⸗
den. Denn GDOre hat oftmals feine Kirche zunehmen ſchuldig geweſen; wiewol allenthal⸗
ohne und wider den Befehl der ordentlichen |ben in der Welt die groſſen Potentaten ſich wider
Obrigkeit verfammlet, und fie von ißren Irr⸗ ſolche Lehre festen, und fie verfolgten.
chum und Gebrechen gereiniget. 83. Alſo find alleMenfchen zu jeder Zeit ſchul⸗
80. Seremias, Amos und die andern Bro- dig, dem Evangelio gehorfam zu ſeyn. Die
ppheten, fonderten fich öffentlich ab von den Ho⸗ aber, weldye das Evangelium gehöref, und
henprieſtern und Königen und dem gröften daraus GOttes Willen erfennet, und wollen
Theil der Wriefter und des Volks. Alfo hat doch nicht demſelbigen gehorchen, fondern Bel-
auch Bernachmals Zacharias, Johannes der fen daſſelbe mic öffentlicher Gewalt oder heim⸗
" Täufer, EHriftus und die Apofiel gethan: lichen Tücken und Practiken verfolgen; wie jetzt
" find nicht denen gehorfam gewefen, bey welchen viele find, welche zu Verhinderung göftlicher
Das ordentliche Regiment ſtunde. Diefelbigen, Wahrheit die öffentlichen Irrthuͤmer ſchmuͤcken
wenn fie zu derſelben Zeit weltweiſe Leute, wie und vertheidigen; dieſelben mögen wol den
des Gegentheils Scribenten ſeyn wollen, was ernſten Spruch Chriſti betrachten: Es ſoll ih⸗
fie thun ſollten gefraget Haben, würden fie ih · nen weder in dieſem noch in jenem Leben
nen (wie Plato fchreibet,) ohne Zweifel gerathen vergeben werden; und follen nicht gedenfen,
Haben: wiedasbillig wäre, daß man denen El⸗ daß die Auslegung der göttlichen Schrift, wel⸗
tern, fo nun des Alters halben Eindifch worden, Iche von GOttes Ehre und der Leute Seligkeit
ihre Gebrechen zu gut halte: alfo fol man aud) handelt, ein Spiel fey, welche ein jeder nach
mit der Obrigkeit, wenn fie irret, Geduld fra- |feinem Gefallen und Muthwillen, oder nach fele
gen, und im Regiment und Vaterland Feine Zer- |ner Gelegenheit möge deuten, Tenfen und aus—
rüffung anrichten. Denn wo Zerfrennung der legen, wie Diefes die Academici für einen grof-
Regiment und Aufruhr fey ‚da fey all Unglück |fen Ruhm geachtet, von allen Dingen pro et
und Herzeleid. contra zu diſputiren. Das haben wir anfang-
81. DIE, wiewol es in feiner Zeie recht und lich erzehlen wollen, auf daß wir vor allen
weislich geredf wird, jedoch foll diefer Rath in Menſchen auf Erden, fo nad) uns Fommen
der Chriſtlichen Kirchen zu Beftätigung Abgöt: |mwerden, öffentlich anzeigten, was uns für Ur⸗
terey und Goftesläfterung feine Statt haben. ſach, dieſe Lehre, welche in unſern Landen und
Lutheri Schriften 17. Theil, Cccec —— Kir⸗
an DELETE. ——
ne — ——— — ——
Be u Zn ET ne:
— —
— —,
—E—
—
138, Cap, ıg. Donder durch Eonventeu, Reichstäge gefüchten Religionsvergl, ua
Kirchen geprediget wird, anzunehmen und|rechte Berftand der heil, Schrift und das veche Ä
durch GOttes Önade dabey zu bleiben beweget te Erfenntniß GOttes bileben ift, wiew |
bat. Denn daß wir uns von der andern des | derfelbigen Zeit die Hohenpriefter, Annas, | Sale ı
Gegentheils Lehre abfondern, das gefchiehet | phas und die Schriftgelehrten, gottiofe Leute wa⸗
nicht aus Borwiß, noch aus Irrthum, oder eini- ven. NIE ww
gem Genieß oder Mußens halben; fondernuns| 87. Denn die Verheiflungen und Zufaguns |
zwinget und dringet das ernftliche Gebot dazu, |gen GOttes des HEren, daß Die Wahrheit bey |
daß wir GOtt und der Wahrheit Zeugniß ger | der Ehriftlichen Kirchen ſtets und ewig bleiben
ben muͤſſen. - fol, find nicht an Die gebunden, welche die ober⸗
84. Darum befennen toir öffentlic, vor je« | ten Haͤupter und Regenten in der Kirchen ſeyn
dermann, daß diß die rechte wahrhaftige Lehre | wollen, welche die heil. Schrift feibft nicht le⸗
von GOtt fey, welche GOtt der HEre durch ‚fen noch gefernet, auch nicht $uft nod) Lebe dar⸗
der Propheten und Apoftel Schriften der Welt |zu Haben, ja diejenigen , nachdem fie ihre Ges!
gegeben Bat, und daß fein geliebter Son ‚un. walt und Obrigkeit von göttlicher Schrift fası
fer Heiland Ehriftus IEſus, Richter aller Men: ben wollen, fahren fie darnach zu, erdichten
fchen feyn wird, und wird denen, welche dem und erdenfen darnad) neue Gefeg und $ehre,
Evangelio gehorfam feyn, ewige Seligkeit ges | welche zu Beftätigung Gewalts und Prachts
- ben; die andern aber, fo das Evangelium ver» |dienftlich, und doch wider die H. göttliche Schrift
achten oder verfolgen, wird er In das hoͤlliſche ſind; erdenfen auch darneben mandyerley Griffel
euer verdammen, Wir befennen auch), Daß |und Auslegung, durch welche fie die heiligen
alle Menfchen auf Erden, und auch ein jegli- | Schrift zu Ihrem Vortheil und ihrer Meynung
eher für fich felbft fchuldig fey, Diefe Lehre, wel. |Dehnen. £ BA *% I
de GOtt durd) die Propheten, Chriſtum und] 88. Die Wahrheit aber und rechte Berftand!
die Apoftel der Welt gegeben, anzunehmen, fie der goͤttlichen Schrift bleibt bey denen, welche
helfen zu pflanzen, — und zu verthei · | fie fleißig und Herzlich gerne lernen und ſtudie ·⸗
digen; wie denn gefchrieben ftehet: Wer nicht ren, und ſich mit gottesfürchtigem und demuͤ⸗
mit mir ſammlet, der zerftreuet. thigem Herzen GOtt ergeben, welcheihre Suͤn ⸗
85. Wir bekennen und glauben auch, daß de erkennen, und vor dem Zorn GOttes, der
Gott der HErr dieſe Kirchen, in welchen ſolch die Suͤnde ſtrafet, ſich entſetzen und erſchrecken;
fein Wort rein unverfaͤlſcht geprediget wird, und Doc) wiederum durch den Glauben und dien
twiederum lieb habe, ihr Geber erhöre, denfel- | Zuverficht dee Barmherzigkeit GOttes, wel
bigen ewige Seligfeit geben werde, und werde| che er um feines Schnes, unfers Mitelers wile
dieſe Lehre nicht ganz vertilgenlaflen. Wir be⸗ len, uns Kat verheiffen, ſich wiederum tröften
fennen und glauben auch, Daß diefer Verſtand und — und GOtt von Herzen bitten und
der heiligen Propheten und Apoſtel Schrift, wie anruffen, daß er fie wolle durch feinen Geiſt
fie in unfern Kirchen verftanden und ausgelegt) führen und regieren, und folgen nicht menſch⸗
werden, der rechte reine Verſtand und beftän.| licher Vernunft und Weisheit, fondern GH
dige Auslegung der göttlichen Schrift ſey; wie tes Wort hören, was das ifnen fage und ge
denn folches auch die Symbola und der reinen! biete. |
alten Lehrer Schrift bezeugen. 89. Derbalben auch Efaias der Dropber a
..Denn es bleibe gleichwol zu allen Zei-|er fahe, was vor Finfterniß der Lehre in felnemı
ten der rechte Verftand von GOttes Lehre und | Volk hernach folgen würde, ernftlic) zu GOtt
Willen in der Ehriftlichen Kirchen, wiewol ruffet und bittet, daß GOTT der HErr das
“eine Zeit Eläver und heller, denn zur andern: ob⸗ | Licht der Lehre nicht ganz wollte verlöfchen Taf
ſchon die ordentliche Gewalt ganz gotelos iſt, fen, da er alfo ſpricht: Derfiegelt das Beleg
und greuliche Irrthuͤmer vertheidiget; wie bey in meinen Jüngern. Dadurch er angezeigt,
Zacharia, Simeone, Maris, Elifaberh, der! daß die Lehre werdedurch den Heiligen Geiſt Pi
* —
—5
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I.
IV. Abfeb. b) Don dem nad) Trident ausgefchriebenen Concilio. 1141
och niche aller, fondern allein der pheten und Apofteln, fondern aus des Tyran⸗
erg verfiegelt. bleiben, das ift, inde- nen Phalaridis Schule. —_ ,
ren Herz, welche der Propheten Lehre gerne ler · 95. Nachdem wir aber nun .angezeige und
' nen, fie lieb und werth halten, und fie nicht, |vermeldet, was unfere Meinung in ſolchen
le jeße zu unfern Zeiten die Juͤden, und zuje|groffen und noͤthigen Sachen fen, bitten wir mit
ner Zeit die Pharifaer, durch falfcye Auslegung | gebüßrender Ehrerbietung und Freundlichkeit
alfhen; welche Erempel des Gegentheils | alle Könige, Potentaren, Sürften und Obrigkeit,
Schreiber und Sehrer in vielen groflen und auch aller Nationen gottesfürchtige teute, daß
j wichtigen Sachen jegt auch folgen, und glei: fie, wie alle Menfchen auf Erden zu thun fchuls
er Weife die Schrift verfälfhen. dig, Die rechte Chriſtliche Lehre, die wir befen.
. 90, Sf. Paulus ſchreibet an vielen Orten; daß |nen, werth achten wollen, und wollen dieſelbi⸗
) wir durch den Glauben gerecht werden, und ige erhalten Helfen, GH zu Ehren und ißnen
daß unmöglich fey, durchs Geſetz gerecht zu und andern zur Seligkeit, und wollen fich nicht
) werden. Dariider feßen fie diefe Lehren ‚wel. der erſchrecklichen Sünde theilhaftig machen,
de gang wider Paulum find; fpredyen, daß | welche reine Chriſtliche Sehre durch den Schein
| der Menfd) das Gefeg Eönne erfüllen, und durch eines vermennten Concilil, oder andere Practis
) die Werke des Gefeges Vergebung der Süns| fen, verfolgen und unterdrucken wollen. 4
— 94. Wir wollten wol gerne und wuͤnſchen
den verdienen, dieweil wir aber nicht wiſſen ) |
fönnen, wenn wir das Gefeg erfüllet und gnug-| von Herzen, ja bitten aud) GHtr herzlic) dar⸗
um, daß ein frey, Chriſtlich Concilium moͤch⸗
ſam gehalten haben, fo follen wir allezeit in
| Zweifel ftehen, ob wir GOtt gefallen odernicht. | te gehalten werden, in welchem gottesfürchtige
ı "gi. Dieweil fie denn alfo lehren, zeigen fie) und gelehrre Leute frey von den Artikeln Cprifts
damit an, daß fienicht St. Pauli Schüler und licher Religion , welche ftreitig find, möchten
Juͤnger ſeyen, fondern ihre alte gefchöpfte Wahn freundliche und Tpriftliche Difputationen und
Unterredungen haben, auf daß die Wahrheit
) und Mönchenteäume verrheidigen wollen, und | !
halten alfo mehr von Menfchen, denn von St. Gttes eincraͤchtiglich in allen Nationen und
Voͤlkern möchte ausgebreitet werden, und ein
Pauli Lehre, melcher ſtracks dawider lehrer. rden
dem fie aber St. Paulum nice mit Na-| ſolch frey, Chriſtuch Concilium bitten wie
von Gott täglidy von Herzen. Und haben
men verdammen noch verwerfen Fönnen, fah- Ott |
ron fiezu und erdichten falfche Gloſſen und Aus⸗ aud) um ein ſolch Concifium bey unferm ale
Iegung, damit fie ihre rrthümer beftäfigen, lergnadigften Herrn, Carolo, die Chur. und
und ber rechten göttlichen Lehre, Durch welche
fie überzeugt werden, entfliehen und enfrinnen
‘ mögen, welche GOtt der HErr durch die Pro-
pheren, Ehriftum und die Apoftel dem menfc). - und.
chen Gefchlecht gegeben, und feinen Willen) fommen, GOtt dem HEren zu dienen: das
dalinn eröfnet, auf daß wir gewißwiffen, daß ift, in welchem Concilio die rechte CHriftliche
wir Vergebung Der Sünden und ewiges Leben Lehre und Anruffung GOttes wiederum aufe
durch Ehriftum haben follen. 5, gerichtet und der Seligfeit der Seelen gerathen
ı 92. Wir wollen nicht mehr Exempel erzeh⸗ werden möchte; da man nicht Abgötterey und
len, denn es wuͤrde zulang, fo wir alleißre Irr⸗ falfche Lehre mit Unterdruͤckung der Wahrbeit
|
etlichen Neichstägen unterthaͤnigſt angeſuchet;
auf welchem Concilio, wie der Pſalm ſpricht,
die Koͤnige und Voͤlker von Herzen zuſammen
chuͤmer erzehlen ſollten. Sage mir, koͤnnen durch oͤffentliche Gewalt, oder Sophiſterey und
das der heiligen Propheten und Apoſtel Schuͤ⸗ falſche Auslegung der Schrift, zu beſtaͤtigen
ler und Ssünger feyn, welche gebieten, daß man fuchet. — ar
‚ gottesfürchtige und ehelicye Priefter ver Che] 95. Wir wollen aber in diß Concilium, fo
| falben eödtenfoll? Solche unerörte Tyranney zu dieſer Zeit Pabft Paulus, feines Namens
und Würerey kommt nicht ans ver heiligen Pro-| der re gegen Trident ausgefchrieben, in
NL. ccc2 5 kei⸗
Fuͤrſten und Stände des Reichs oftmals auf
TF Cap. 18. Donder durch Eomventen, Reichstäge gefüchten Religionevergl
feinem Wege willigen , noch beroilliget Haben. ſchaͤmten Moiche den Ablaß alſo im D cut
Darum voir hier öffentlich vor jedermann wol« und andern fanden umher feil trugen, und
fen bezeuger haben. Und find diefe nachfolgen-
de beftändige Urfahen. Fr
96. Erſtlich ift die Perfon Richter In diefem
Concilio, welche uns nicht allein verdächtig, dergleichen Irrthuͤmer, da fie erſtlich von go 4
ſondern es weiß die ganze Welt auch, und vie⸗
leder Unſern habens von ihnen und vielen
derjenigen, fo ihm zugethan find, mit groſſem
Schaden, mit Berluft Leibes und Lebens er |D
fahren, daß er und fein Anhang uns und un
ſerer Lehre bitterlich feind iſt, dieſelbige ſchon
jaͤngſt und noch jaͤhrlich verdammet und alle
ſeine Sinne und Gedanken, ſamt allen den
Seinen, nun von vielen Jahren her dahin ge.
richtet geweſen und noch ſind, wie ſich denn
ſoſches oft an der That befunden, daß wir und
Diefe Lehre gar unterdruct, ausgeröftet und
mit fand und Leuten vertilget würden.
97. Die andere Urfache ift Die Forma des
Gerichte. Denn da werden mehr ungelehrte
und unfere Feinde, denn gelehrte goftesfürd)-
- tige Leute Richter ſeyn und Urtheil faffen und
fprechen Helfen, und objcyon etliche gottesfürd)-
tige Leute Darunter feyn möchten, Doc) werden
diefelbigen aus Furcht der Gewalt und Tyran⸗
nehy der andern nicht ihr Herz dürfen eröfnen,
und aus Schwachhelt und Bloͤdigkeit mit den
andern fehlieffen müffen.
08. Zum letzten ift ung auch der Ort des in der Welt, daß fie zu Verfolgung und Lin» |
.
groß Geld verkauften, brachten jo viel tau
und unzählige Menfchen und Seelen um &e
und Gut, undinewige Berderbniß. Diefeu
tesfuͤrchtigen Lehrern, als der Chriftenheit une +
leidlich, angefohyten und mit guter Undigkeit
anfänglich geftraft wurden: da fuhr Pabft fen
ecimus zu und unferftunde fich balsftarıle
glich, dieſen Irrthum zu vereheidigen, undale
le, fo dawider, zu verdammen, und wurden
alfo die Paͤbſtlichen Irrthuͤmer von Tag zu Tas
ge gröffer, und der Welt, je mehr fie diefelbie ı
gen vertheldigten, befannter und offenbarer, big |
endlich diß groffe Feuer Daraus worden.
101. Es fiehet auch Die ganze Welt wohl,
welche nicht die Sinfterniß eben, fondern das ||
tiche haben, daß Pabft Seo in feiner Bulla
geobe und unverfchämte Irrthuͤmer, weiche öfe
fentlich Beiliger Chriftlicher Lehre entgegen, zu |
ſchuͤtzen und zu erhalten ſich unterftehet;fo wei
je das jedermann, daß niemand feinen Feind
sum Richter zu leiden fchuldig. sl
102. Er, der Pabſt, verdammt ung jaͤhrlich
öffentlich mit unferer Lehre, und über greuliche
Tyranney wider alfe, fo unfere $ehre befennen |
und annehmen, freibet und reitzet ohne Unter⸗
(aß Könige, Fürften und Heren, allenthalben |"
K&oncilii, um Gefährlichkeie willen, nicht um terdruͤckung reiner, Chriftlicher $ehre, gleihe
ein wenig verdächtig. Tyranney gegen unfchuldige und Beilige Leute
09. Erftlich aber, daß wir den Pabft zulüben follen. Was follt er denn auf diefem
Rom in diefer Sache nicht zum Nichter leiden Concilio nun anders ſchlieſſen wollen, denn |
fönnen noch wollen , haben mir öffentliche und |daß feine und der Seinen Tyranney wider ung
|
beftändige Urfahen. Denn das bezeuget je und unfere Lehre in allen Sanden zu üben bes
das natürliche und befihriebene Recht, daß der ſtaͤtigt würde? Denn er wohl ſpuͤret und fieher,
nicht zum Richter zu leiden noch zu dulden ‚iwel- daß er ſonſt Durd) andere Wege die üffentll«
cher beflaget und beſchuldiget und des Klägers che Abgötterey, darauf feine größte Macht gen ı
gröfter Feind ift, und fein grimmig Gemuͤth gruͤndet iſt, nemlich falſche Meffen, anders denn |
zuvor mit Rath und That oftmals am Be⸗ durch Gewalt nicht erhalten Fann. _ |
Elagten bewielen Bat. Ei ‚103. Wir ſehen und verftehen wohl, daß |
© 100. Denn jedermann wiſſend iſt, daß zu dieſer vielen Hohen und weiſen Leuten fehr wehe thut,
Spaltung und Uneinigfeit niemand denn der|daß die Irrthuͤmer an den groffen Herren und )
Pabſt famtden Seinen Urſache gegeben hat, daß Haͤuptern geftraft werden, und wir felbft auch
fie ihre ſchaͤndliche Frrrhümer alfo halsſtarrig | rühren Diele fehrecfiihe Wunden der Kirchen
haben wollen verteidigen, dieweil Die unver⸗ nicht gern an, Aber wie follen wir ihm u A
Bir
*
7
ir
bſchn. b) Don demnach Trident ausgefihriebenen Coneilio. 1145
JIrrthuͤmer und Gebrechen vor etwas an feiner Gewalt und Hoheit abbrechen .
kann es niemand leugnen. Nun laſſe. * rt
mand feyn, der fid) des armen Laza⸗ 107. Daran kann ja nun jedermann wohl
me, ihm helfe und rarhe, der da G tt fehen, daß das fein frey und Epriftlich Conci⸗
Wahrheit Zeugniß gebe. lium fey, daman nicht frey, freundlich und brü«
4. Zum andern, wie wird auch der Pros verlich, ohne allen Scheu von dem rechten Ver⸗
geordnet, fo man vonder Lehrerichten wird? fand der Heiligen Schrift möchte reden und
Anfang haben wir zwar gefehen, daß fie handeln, einer den andern hören, Denn obs
etliche Drationes und Reden gehabt, in wel. ſchon etliche Nicodemi da feyn möchten, jedoch
‚hen diefe Heilige Seute, fo jegt auf dem Conci- werden fie ihre Meynung nicht wohl mit einem.
- Ho zu Trient verfammlet, vermelden, daß der Seufzen, will geſchweigen mit einer öffentlichen
Pabft und fein Anhang nie Fein Waſſer berrüs iNede, dürfen anzeigen, und wenn fie auch
ı bet, noch einen einigen Irrthum in der Lehre ſchon etwas rechtes fagten und vermaßneten,
haben, und beflagen mit betrübfen Herzen, ſo würden-fie doc) von Dem groflen Theil über.
die fromme Heiligen, daß andere Leute Kege- Imunden, N
ven und Irrthuͤmer erreget und ausgebreitet; | 108. Dieweil denn das alles gewiß und oͤf⸗
wen fie aber damit meynen, dag ift öffentlich. |rentlid) iſt, das niemand verleugnen noch ver⸗
105. Was fie nun zu befchlieflen und zu ver Ineinen kann: fo thäten wir je unrecht, daß wir
urtheilen willens find, das ift aus diefem wohl der $eufe, welche der Wahrheit feind find,
zu vernehmen, Zu ſolchem Concitio werden Muthwillen und Freyheit ſtaͤrken; welches denn
‚dergleichen viel mehr Bifchöffe kommen, (denn geſchaͤhe, fo wir in das Concilium bewilligten:
dieſelbigen allein follen voces decifuns haben, |und haben Feinen Zweifel, wir würden eben fo
wie fie fagen,) welche ungelefrt ‚und von goͤtt, billige und. mwohlgeneigte Richter haben , als
licher Lehre eben fo viel willen, als vie Eſel, Theramenes an Eiritia und feinen andern Gefel«
auf welchen fie reiten, Denn fie heydniſche und len, und jege neulich Diazius an feinem Bruder
- unchriftliche Sehre und Kirchen haben. Und Alphonſo gehabt, welchen er der reinen göttlichen
dieweil fie Bauchfnechte, und allein Wohlluft Lehren halben verrätherlich, wie Cain den uns
diefes Lebens fuchen , und fehen, daß unfere Seh: ſchuldigen Abel, ermorder hat. Ein fold) Urs
reihnen Unruhe macht, find fie uns bifterlic) theil würden wir von dieſem Richter aud) er⸗
und fpinnenfeind, Neben diefen Epieurifchen langen. | |
Bifchöffen find hernach die Mönche, welche) 109. Weiter, zu diefem Gericht von der
zum. theil mit falfcher Religion und Abgötte: Lehre ift zum hoͤchſten vonnöthen, daß man zu⸗
rey verblender find. Die andern aber, ob fie vor bejtändiglidy befchloffen habe, ob man aus
ſchon die Wahrheit erfanne, jedoch wüten und (göttlichen Rechten und den Symbolis und ge=
toben fie, als Werkzeuge des Teufels, wider |nugfamen Zeugniß der Apoſteln, oder aber aus
dieſe Lehre neuer Gewohnheit und neuen Decreten, bie
106. Das find die Richter im Eoncilio, und nach der Apoſtel Zeit aus Unverftand oder Er-
mit foldyen Leuten ift ſolch Gericht beſetzt und |höhung der Biſchoͤflichen Gewalt, und aus
beſtellet. Wiewol nun dieſer ganze Hauf für | Thoma Theologia und vergleichen, urtheilen
ſſch ſelbſt der Wahrheit des Evangelii feindift, wolle? _
jedoch wenn fie gleid) Durch Das Licht ber Bellen | 110. MNun iſt jegund In der dritten Seßion
und Flaren Wahrheit überzeuger und überwun- des Concilii zu Trient befchloffen, daß fie nicht
den würden, jedoch dürften fie, wenn fie ſchon von ihren gewöhnlichen Gefesen und Ausles
gerne wollten, nicht ein Haar breit von des ‚gung weichen wollen. So denn diefeg Die rech⸗
abftes Lehre abweichen und was darinn zu te Schnur fern foll, darnach man fprechen fol,
ändern vornehmen: nach dieſem müffen fie ſich bedarf man nicht weiter fragen, wie das Ur«
alle richten, und ift nicht zu hoffen, daß er ihm Irheil lauten werde,
J Erre3 ir. Die
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- 4 St ee ee ra
1146 Cap. ıg, Von der durch Convente u. Reichstäge geſuchten Religionsvergl.
rn Diefen Artikel: Durch den Blauben daß der Priefter mit der Meffe Bere
wird der Menſch gerecht ıc. werden fie bald der Sünden andern verdiene, wenn erg
vermerfen, Denn Die gewoͤhnliche Auslegung felbft in Sünden iſt. So ift auch öffene
ft unfeem Artikel zuwider. So doch gewiß ift, daß Thomas und andere feines gleichen "felbfe
daß ihre gemößnliche Auslegung dem Tert ‚und |von der Auslegung der alten Väter, als Aue
ner ältern Scribenten Lehre zuwider ift. Alſo guſtini, gewichen find. a
werden fie auc) Eühnlich Diefen Artikel verwer · 116. Darum mußman fehen, welche Auslee
fen: Ehriftus hat mit einem Opffer alle, fo gung, die ihte oder Die unfere, in görelichee
geheiliget werden, erloͤſet. Welche Worte |Schrift und Symbolis gegründet fey, unddae
ehren, daß allein das Opffer diefer einigen mit einhellig. Dieſes foll die Regel ſeyn, dar
Perfon Eprifti ein Spffer für die Sünde iſt, nach man ſich richten fol. Wir wiffen — |
dadurch GOttes Zorn verföhnet wird 2c. Und wohl, daß etliche Gaukler ſeyn, die zur Stäte
daß hernach das Abendmahl Eprifti nicht ein kung der Abgötterey und Irrthum Schein vor ·
Opffer ſey, fuͤr andere zu appliciren, wie ſie wenden aus alten Scribenten, und ganze
davon reden. Diefer Meynung ift ihre ge- de Eprifti und der Apoftel, wider ihren natüra
mwöhnliche Deutung und Brauch, der viele lichen Verftand und wider klare Zeugniffe ver
Jahre geftandenift, entgegen. erften Kirchen ‚auf menfchliche Zrrehümer deus
112. So man nun aus ſolcher Auslegung ten, und wird jegund bey den hoßen Hegenten
und Braud) urefeilen will, bedarf man Dazu |für eine befondere Hohe Weisheit geachter, wer
fein Concilium, denn männiglid) weiß was fie die Goͤtzen mit ſchoͤnen Farben ausftreichenund
Halten, And haben die Unſern eben um diefer Irrthuͤmer mit einer Höflichkeit ſchmuͤcken fan
Urfach willen folche ihre gemößnliche Ausle · 117. Diefe Gaufeley und Deuteley ift ein
gung und Bräuche geftraft , dieweil fie der ſchaͤdlich Ding in der Kirchen, und follte niche
Apoftolifchen gehre zuwider find, welche von zugelaſſen oder beftätiget werden: denn fo fül«
Gott geoffenbaret, alseine einige und unwan⸗ che Deuteley gelten fol, wird der Teufel bald |
delbare Lehre. RER R leichtfertige Ingenia finden, GOtt zu läftern, |
° 713. Dagegen aber ſprechen fie: dieweil zu die auch heydniſche Religion alfo gleßiren wer |
tiefer Difputation der Streit oftvonungleicher den. Solchen Sopfiften , die die Wahrheit
Auslegung ift, warum follman billiger unferer niche lieben oder fuchen, fondern erdichten ale
Auslegung glauben, denn die gemöhnlid) ‚|lein ‚Schein zu Erhaltung Gewohnheit und
und nun viel Hundert Jahre alfo gehalten ift? Auctoritaͤt, find diefe groffe Sachen nicht zu
114. Wiewol aber diefe Gegenrede bey vie-|vertrauen, und auf ſolche frevele Richter nicht
len einen groffen Schein hat, fo koͤnnen dody zu fielen. —— —31
goftesfürchtige Seufe ‚die einen ziemlichen Ber.) 118. Darum bitten wir alle gottesfürchtige
stand Ehriftlicher Lehre Baben, leichelic) darauf Leute, fie wollen folchen Gauflern und Sophie
antworten - ften nicht folgen, welche die rechte tehre von
15. Erſtlich iſt ja öffentlich, daß nicht alle) GOttes Anruffung, Die ganz rein feynund era
Rede in görelicher Schrift und Symbolisdun- Kalten werden foll, verderben. Wenn tag
fel find; darum ift feine Auslegung anzunch- Herz in der Anruffung gedenet, welchen GO
“men, bie demfelbigen Grund widerwaͤrtig iſt, es anruffe und ob unfer Gebet erhöret werde, ,
denn GO will nicht leiden, Daß ohne feine fo ift noͤthig, daß dieſer wahrhaftiger GOtt fey ı
ffenbarung Lehre von ihm erdichtet werde, ein Schöpffer Himmels und der Erden, —
wie bey denen Heyden geſchehen ift. Nun iſt feiner Kiechen: der fich nennee Water unfers |
öffentlich, daß viel Auslegung, fo unfer Gegen | Heilandes JEſu Chriſti, und will unsgeriße ı
theil Hält, der görtlichen Echrift widerwaͤrtig lich um feines Sohnes willen erhören, dene
ift, und ift eine neue Sehre, nicht von GOtt | zu einem Opffer, Mittler und Fuͤrbitter georde
geöffenbaret; wie diefer Artikel heydniſch iſt, | net Kat. J— |
9.680 | -
|
48 IV. Abfchnitt. b) Don dem nad) Trident ausgefchriebenen Concilio. 1149
219. So aber dargegenein Sophiſt, miege- ‚Glaubens zerreiffen lernen. Unter allen Tue
det, Georgium, Martem, Junonem und |genden ift Die höchtte und allernoͤthigſte, rechte
vormaßlet, und ſagt, man fann es al- EOttes Anruffung, die ein Licht und Troſt iſt
les gleich deuten; diefes iſt ja eine öffentliche in aller Gefaͤhrlichkeit unfers Lebens, und iſt die
Oortesläfterung. Artarerres, der König in Wurzel aller Tugenden,
Be diefes Namens der legtere, da feine! ı24. Diefer hohen Tugend Lehre muß allen
die er zufid) genommen hatte, als ſei- Menschen befanne feyft, und ganz rein erhal»
ne eheliche Königin, ausfäßig ward, thät erein ten werden. Diefes iſt gewißlich GOttes Wi:
Geübd Junoni, er wollte fie allein anbeten, es werden abermenfchliche Herzen leichtlich vom
fo fie, die uno, das arme franfe Kind ge rechten Wege abgeführer, und fallen in grau
fünd machet , und wollte die Straffe vom Schloß ſame Abgötteren, wie zu allen Zeiten, bald nach
ur Kirchen mit Gold ihr zu Ehren bedecken Cain gefcheßen. Darum iſt nicht zuzugeber, daß
‚öffentliche GOttes Veraͤchter und Epicurer,
120. Eine ſolche Unfinnigfeit kann ein Sophiſt oder die die Chriftliche Lehre nicht verliehen, die
auch gleßiren, und wird jagen: die einige Ju · Wahrheit nicht lieben ‚und falten Sophiſterey
|
no, Die einige ervige Matur, die Himmel und für Klugheit, von folhen zwiefpaltigen Sa⸗
Erden gefchaffen hat und alles erhält, und in chen richten follten,
allem menfchlichen Gefchlecht die Regiment gibt 125. Dagegen aber möchte einer fagen : Wollt
und ändert. Daß auch GDttwohlgefällig fen, |iße denn Feine Richter und feine Erfenntniß
daß feine Ehr mit aller Herrlichkeit ausgebrei- leiden? Diefen fit leichtlich zu antworten. Wir
‚ tet und befannt werde; und dazu bedarf man ‚zweifeln nicht, es haben bereits vor langer Zeit
| an zu Erhaltung ver Lehre und KHülfe der viele taufend gottesfuͤrchtige Chriſten in allen
en, Landen, Da diefe Lehre hinkommen iſt, ihr Urs
121. Solche Gloſſen find geweſen, und wer: theil geſprochen, deren viel auch um der Er⸗
den allezeit der rechten Sottesdienfte, Davon kenntniß willen gerödet find. Daran iſt zu ſe⸗
das Evangelium fagt, Berfälfchung ſeyn. Dar- ben, daß unfere Lehre viel, auch wahrhaftige
um foll man folhen Gloſſen und Auslegun- Zeugen und Richter fat, die fie annehmen
gen widerſtreben. und für recht erfennen. Und wünfchen wir
122. In unfers HErrn Chriſti Paßien ift zum hoͤchſten, daß wir von fo vielen großwich⸗
dieſe Sophifterey vorgebilder, da die Knechte tigen Artikeln, die allen Chriſten bekannt ſeyn
als füheers nicht. Alfodie Sophiften verblen.
unferm Heiland Chriſto die Augen verbien- ſollen, in einem rechten Kirchengericht mit
den, und in in das Angefiche ſchlagen, und Gelehrten und Gottesfuͤrchtigen und der Wahr-⸗
feiner dar zu bitterlic) fpotten und ſprechen: Er heit tebhabern uns freundlich und nad) Noth⸗
weiflagen wer ibm den Streicdy gegeben durft unterreden. koͤnnten.
:; mennen er müfle für gut haben und ehun 126. Daß wir aber in dies Concilium zu
{ Trient nicht willigen, da nicht allein wir nicht
den die Wahrheit, und ſchlagen fie alfo ver» |gehöret werden, fondern auch andern Gelehr⸗
Blender‘, das iſt, fie verfälfchen fie mancherley ;ten und Gottesfürdhtigen Frendeit genommen
und lahen dazu, und rüßmen, GOit achte iſt, die Wahrheit zu erfennen, find wir gnug«
und fehe dieſe Säfterung nicht; und dieweil fam, wie geſagt iſt, entfchuldiger.
die groſſen Herren auf ihrer Seite ſtehen, 127. Endiich haben wir auch billig der Stel⸗
fragen fie nicht darnach, Daß andere Seute fol le Halben einen Scheu; denn fo bald einer ifre
che böfe Züfe merken. Proceß, Handlungen oder Lehre öffentlich ſtra⸗
„223. Wider ſolche Sopfiften, bedarf es in fen würde, wären die Linfern da nicht ſicher.
biefer legten Zeit der Belt ein groß Auffegen , Es find auch viel löblihe Erempel der alten
daß man frecyen Ingeniis den ZAum nicht laf rechten Bifhöffe, die nicht im die Concilia haben
fe, daß fie mit ſoſchen Gloffen die Artikel des ziehen wollen, oder find bald von Anfang meg>
ge ʒo⸗
—— Aseckae An Dren SORTE a
gezogen, wenn fie gemerft ‚Daß man die Wahr⸗ fondern aud) Teichtfertiglich gebandele, darum ı
heit nicht fuchte, fondern zu unterdruͤcken vor» | wäre viel nüßlicdyer gewefen, Oſius wäre auch
Dane, 27° Aa 7 z zu Haufe geblieben. = Be
. 128. Der Käyfer Conſtantinus hatte ein ernſt· ı3r. Cyrillus, der Bifhof von Zerufalem,
lich Gebot laflen ausgehen an die Bifchöffe, daß der echt gehalten von Chriſty, und fich ende ı
fie zu Tyro follten zufammenfommen. Wie: lich mit Gregorlo Nazianzeno verglichen Bat, ,
wolnua dahin etliche gottesfücchtige, rechtglaͤu⸗ iſt etlichemal von den Concilien berufen und »
bitge Biſchoͤffe Famen, als der Martyr Pota⸗ citiret, Bat aber niche erfcheinen wellen, und \
mon: fo war doc) der allergröfte Haufe dem |foll ver erftefeyn, der eine fchriftliche Appellae
Ario geneigter. Dieweil denn Athanaſius fa- |tion hat ausgehen laffen. 9
he, daß er nicht gleiche Richter haben wuͤr· 132. Der Käfer Eonftantius Kat auch ein N
Eoneillum nah) Mäyland ausgefchrieben, daß |
dahin die Bifchöffe aus Driene und Occident
kommen follfen. Da aber Paulinus, der Bla ı
fchof von Trier, und efliche andere merften,
daß der Biſchof zu Mäyland, Aurentius, ven ı
Arianern geneigt ware, find fie bald von Mäya
kand wiederum Heim gezogen. Diefen die an⸗
dern gefolget; Denn fie wollten nicht darzu hel⸗
fen, Daß unter dem Schein und Namen dert
— die Wahrheit unterdruͤckt werden
ollte. | 94
132. Dieweil wir denn eben dergleichen Ur⸗
ſache haben, darum wir nicht in das Concilium
zu Trient willigen, find wir mit ſolchen loͤbli⸗
chen Exempeln auch billig entſchuldiget. Wie
bitten aber GOtt, den ewigen Vater unſers
Heilandes JEſu Chriſti, daß, wie er ſich aus
groſſer unermeßlicher Barmherzigkeit dem
elenden menſchlichen Geſchlecht geoffenbaret,
r alſo wolle er auch gnaͤdiglich das Licht ſeines
beſorgten, die Arianer würden aber etwas Evangelii erhalten, und wolle es nicht durch
ſchaͤdliches kochen; wle auch gefchehen , und find | menfchlichen Fuͤrwitz und Unfinnigkeit austile"
Darum wenig dahin fommen. Es kam aber| gen laffen. Ä x
“ _ ein Hffpanier, Dfius genant, der Biſchof von| 133. Weiter bitten wie, daß er durch bier
Corduba, den der Käyfer infonderheit als eis| Stimme des Evangelii ihme in allen Völkern
nen fürnefmen, gelehrten und firtigen Mann! eine ewige Kirche fammlen wolle, von welcher
erfordert hat. Und da maningedachtem Eon- er recht angeruffen und gepreifet werde, und)
cilio Liftiglich das Symbolum Nicaͤnum geän- daß er,alle Abgoͤtterey vertilge. Wir bitcen
dert hat, und ein weitläuftiges ungewiß Wort auch in Unterthaͤnigkeit, Kaͤyſerl. Majeftät, une
für ein gewiſſes darein gefegt, Hat Oſius in daſ⸗ ſer gnädiafter Herr, und alle Könige und —
ſelbige ungewiffe Wort gewilliget, aus thoͤrich, ſten, wollen nicht unter dem Schein und Na⸗
ter Hoffnung, daß es zum Srieden dienen foll-\ men des Concilii öffentliche Wahrheit verdam⸗
ee. Da aber die Ketzer des Oſii Zeugniß an⸗ men, und Abgöfterey und unrechte Graufam«ı
gezogen, ward gröffere Uneinigkeit und Unftied, Eeit beftätigen laffen;, dazu fie ihnen felbft göffe!
denn zuoor. Darum Flage Hilarius hart über| liche Bedraͤuung mollen vorhalten , welche
Dfium, als hab er nicht allein unfuͤrſichtiglich, ſpricht: Caͤſterung des Geiſtes wird —
en⸗
—
de, machte er ſich in der Nacht davon und zog
zum Käpfer, der nicht ferne war, ſich zu ent—
ſchuldigen; wie er aud) thaͤt, wiewol der Kay
fer hart wider ihn beweget war.
129. Hernach hat Eonftantius ein aroß Con.
cilium zu Antiochia halten laffen, dahin Kat
Marimus,der Biſchof von Jeruſalem, nicht
ziehen wollen, fo es doch in der Nähe war.
Aber er wußte, wohin Eonftantii Gemuͤth ge
neigt und was die Leute practichrten, die den
Kaͤyſer mit tiften.von der Wahrheit abhielten,
130. Hernad), da Photinus einen graufamen
term anrichtet, und die Laͤſterung Ebionis wi.
der Chriftum wiederum erreget, daß Chriſtus
allein menfchliche Matur Babe, Bat der Känfer
ein groß Concilium gen Sirmio in Hungarn
geleget. Dahin hätten billig von wegen diefer
groffen Sache viel kommen follen , befonders
die, fo in der Nähe geweſen. Nun Famen viel
Arlaner, darum die Bifchöffe in Dceident
[
|
|
I
{
|
|
—3 a J
—
A
|
2 IV, Abfehnir. b) Dondemnach Teident ausgefehriebenen Eoncilio,
1155
Wenfeben nicht vergeben. tem: Weber Ehrwuͤrdigſte, Ehrwuͤrdige, Edie, Hochgelehr⸗
euch wird kommen der Gerechten Blut,
das von Übel an vergoffen ift. Darum mol
fen fie nicht den Heuchlern glauben und anhan⸗
gen, die die erkannte Wahrheit unterdrücken
wollen, wollen ſich auch nicht zu Knechten ma-
chen laffen derfelbigen Heuchler Graufamteit;|
fondern wollen Beilfame Wege vornehmen , die
Kirchen GOttes, die in diefem Alter der Welt
für und für Eleiner und elender wird, gelind
und gütiglidy zu erhalten. —
keit und andere Laſt wir tragen.
auch wollen wir an Unſchuldigen uns und un»
fere Nachfommen nicht fehuldig machen.
136. Diefes find öffentliche und klare Urſa⸗
chen unfers Nichtwoilligens, welche , dieweil
ſie ohne allen Zweifel recht find, iſt davon nicht
abzumeichen. “Die Gefährlichkeit aber und
das Ende ift GOtt zu befehlen, wie GOtt
“oft geboten hat, Pf 36: Sep GOtt untertban
und ruf ihn an. tem: Harre auf GOtt
und halte ſeine Lehre. Und bitten endlich die⸗
fen allmaͤchtigen GOtt, Vatern unfers Heilan⸗
des JEſu Chriſti, der Himmel und Erden und
feine Kirche geſchaffen hat, er wolle uns gnaͤ⸗
dDiglich regieren und bewahren, Amen.
— Pſalm 89.
Wohl dem Volk, das jauchzen kann.
= .141, ;
Recufations Schrift, in welcher alle
proteftirende Religions:undKinungsverwand:»
te Stände rechtmäßige und gegründege Urſa⸗
‚che anzeigen, warum ihre Chur⸗ und Fuͤrſtl.
Önaden und fie das vermeynte vom Pabft Pau⸗
lo dem Dritten zu Trident angefeste Eonci:
lium zu befuchen nicht fehuldig, noch auch
Oaflelbe dem Pabft dep Orts, über die auf:
gerichtete Reichsabfchiede ‘und befchebene
Vertroͤſtungen, anzuftellen gebührer babe
i Nuͤrnberg Anno 1546.
“ Rutheri Schriften 17. Theil,
texc. Hrn, PaulidesDritten und jetzigen Roͤm.
Biſchofs . verordnete —— — und
Legaten ; aud) andere Cardinaͤle, Biſchoͤffe,
Prälaten ‚und der Abweſenden Gefandten,
Botſchaften und Befehlhaber, diefer Zeit zu
Trident verfammlet: Gnaͤdige und günftige
| Herren ꝛc. i
Yet,
achdem verſchienenen Jahrs gedachter Pau⸗
Kr us, Bifchof zu Nom, abermals ein
135. Diefes bieten wir in aller Demuth, Concilium alfier in die Stadt Trident zu er: -
und oßne alle unordentlicye Begierden oder nennen und auszufchreiben fid) angemaßf, vor«
Geſuch, wie wir in der Kirche GOttes bitten |nehmlicd) des Vorhabens, auf demfelbigen mie
follen. Denn wir haben nicht Freude an Un⸗ |und neben E. Ehrmürden und Würden, aud)
einigfeit; fo wiſſen wir wohl, welche Gefährlich. [andern ihme anhängigen Cardinälen, Bifhöfe -
| | Öleichmwol |fen und Prälaten, in den ftreitigen Artikeln un«
Eönnen wir nicht willigen, daß göttliche Lehre, |fers Heiligen Chriſtlichen Glaubens und Relt«
der Kirchen nöthig, follte vertilget werden ;.|gion Erörterung und Decifion vorzunehmen‘;
wie das die vermeynte Bulla Indictionis fer
ner mit fich bringet und ausweiſet (darauf
gezogen), Und aber diefe Hochwichtige Reli—
gion = und Glaubensfache nicht ein geringes,
nod) allein ermeldtem Roͤm. Bifchof und def
felbigen Anhang; fondern zuförderft die Ehre
GOttes des Allmächtigen, und denn der gan=
zen allgemeinen Chriftenheit, vornehmlich aber
der Churf. Fuͤrſten und Staͤnde, der Epriftlichen
Augſpurgiſchen Confeßion verwandt, als hier⸗
inn einer Partey, zeitliche und ewige Wohlfahrt
oder Verderben belangen thut: So erſcheinen der
Hochwuͤrdigſten, Durchlauchtigſten, Hochwuͤr⸗
digen, Durchlauchtigen „Hoch · und Wohlgebor⸗
nen, auch Ehrwuͤrdigen, Edlen, Geſtrengen, Bes
ften, Fuͤrſichtigen und Weifen, Erzbiſchof, Chur⸗
fuͤrſten, Fuͤrſten, Praͤlaten, Grafen, Herren,
Städt und Stände der Chriſtlichen Augfpur«
gifchen Eonfeßlon Verwandten, vor E. Ehr⸗
wirden und Würden Wir N. und N. als ihrer
Ehur- und Fürftlichen Gnaden und Gunften
biezu fonderliche conftituirte Anmälde und Be⸗
fehlhaber, in kraft der Gewaͤlte, fo wir ©.
Ehrwürden und Würden hiermit übergeben;
und bezeugen uns anfänglich, daß wir durch
diß unfer Erfcheinen von megen Hod-und
Wohlgedachter, unferer gnädigften, gnädigen
und günftigen Herren Principalen, weder viele .
| Don d ge⸗
—
N
‚gemeldtes Roͤmiſchen Bifchofs angemaßter
Superiorltät,. Autoritaͤt und Jurisdiction,
noch dieſem vermeynten Concilio und deſſelben
Erkenntniß, fo das wider die Wahrheit goͤtt⸗
licher und Evangeliſcher Schrift ergeben follte,
ärgend etwas eingeraͤumt, noch darinnen aus:
druͤcklich, oder ftillfehweigend geholen haben
wollen. €
2, Zum andern, bezeugen wir uns, im Na—
men, wie vorgemeldf, gleicher Geitalt, dag
soir folgende Handlung niemand, weß Stands
oder Weſens der fenn möchte, zu Schmach oder
Berkieinerung vorbringen ; fondern zu ſolchem
aus hoher und unvermeidlidyer Nothdurft ge-
meiner Chriſtenheit, auch hoch-⸗ und mohlge:
meldter unfrer gnädiaften, gnädigen und günfti-
gen Herren Drincipalen allein zu Rettung der
Wahrheit und des göttiichen Worts, auch zu
Erlangung Ehriftlicher rechtfchaffener Neforma-
tion der. Kirchen, genothdränget werden.
8. Kerner und zum dritten, proteftirem: wir
ung deffen auch hiemit öffentlich, vor GOtt und
der Welt, daß hoc) - und mwohlgedachter un-
ferer gnädigften, gnädigen und günftigen Her
zen Prineipalen Gemürh und Meynung mit
nichten ſey, ihrer Lehr und Eonfeßion halben
gebuͤhrliche und Epriftlihe Berhör und Er-
kenntniß zu weigern, oder zu fließen; fondern
Daß fie aufeinem gemeinen, freyen, Chriftlichen
und unpartegiichen Concilio vorzufommen,
- and die Sache der flreitigen Religion nach dem
göttlichen Wort und der heitigen Schrift er:
oͤrtern zu laſſen, ihres Theils nicht allein all⸗
weg erbietig; fondern auch zum höchften begie:
rig gemefen, und auf den heutigen Tag nod)
feynd, darzu fie fid) Dann abermals erbo-
ten haben. Daß fie aber derohalben von E.
Ehrwuͤrden und Würden vorzufommen und
Diefe hochwichtige GOttes und Glaubens Sa⸗
chen an DIE vermeynte Trideneinifche Concilium
zu ſtellen, ſich beſchweren: ſolches haben fie
gleichermaſſen, ihrer und gemeiner Chriſtenheit mit andern Chriſtlichen Potentaten, wie ſich
hoͤchſter und unvermeidlicher Nothdurft nach, das jederzeit nach Gelegenheit der Sache ges »
darzau aus Chriftlichen auch rechtmäßigen und ſchicket Hat, die Concilia vorg
genugſamen Urfachen, hernach zu vernehmen , die
nicht umgeben mögen, noch follen :deffen allen | der
und jedenmwir unsim Namen und von wegen, | dert haben.
*
— Cap.is. Von der durch Convent u. Reichsräge geſuchten Religionsvergl. \
fi N a sy,
= b)
‚als obgemeldt, hlemit öffentlich) und ziertich, in |
der allerbeften Form; fo das von Kechts und
Gewohnheit wegen am beftändigften befche ı
ben foll, Fann und mag, proteftiven, brdingen ı -
und bezeugen, ——
4. Und vorbehaͤltlich ſolcher Proteſtatlon,
(die wir dann zu allen und jeden folgenden Hand.
lungen und Duncten. für repetirt und erwie⸗
dert haben, gehalten werden wollen,) fagen wie "
in Anwalds Namen, und aus fonderm hoch⸗
und mohlermeidfer unferer gnädigften, gnaͤe
digen und güinftigen Herren Drincipalen Befehl,
daß ihre Chur» und Fürftliche Gnaden, Gna—
den und Gunften, diß vermeynte Concilium zu
beſuchen, oder darauf ihrer Chriſtlichen ehre
und Confeßion halben vorzukommen, in Recht
nicht ſchuldig; ſondern daß diß vermehynte Con⸗
cilium auch E. Ehrwuͤrden und Würden ber”
ruͤhrter Sachen ganz unbequem, darzu hoch⸗
und wohlgedachten unſern gnaͤdigſten, gnaͤdi⸗
gen und guͤnſtigen Herren und Principalen zum"
hoͤchſten verdächtige, forgliche, gefährlicher
und meldliche Nichter feynd, und, ſolches
aus nachfolgenden Chriſtlichen, rechtmäßigen"
und gegründeten Urſachen. 2
‘5. Dannanfangs, fo hat der Roͤmiſche 3%
ſchof, obgemeldt, diß vermeynte Concilium aus⸗
zuſchreiben und zu convociren ſich angemaßt,
welches doch ihme, vermoͤge der Rechten, noch
des hergebrachten Gebrauchs der aͤltern und
beſſern Kirchen; ſonderlich aber dieſer Zeit,
nach Gelegenheit vorſtehender Sachen und Ob:
liegen der Chriſtenheit, mit nichten gebuͤhret, noch
ziemet. Denn erſtlich iſt aus der Kirchen und
andern glaubwuͤrdigen Hiſtorien Fund und of
fenbar, wann je zuzeiten in Religions-und)
Glaubensſachen dermaffen Irrungen und Miße»
verſtand vorgefallen, daß nicht die Bifchöffe,,
oder Päbfte; fondern allwege die Roͤmſche
Kaͤyſer und Könige etwan für ſich ſelbſt, etwan —
Yo
hp
‚vorgenommen, und
ee, auch Bilhöffe und andere,
ebuͤhr nach darzu beſchrieben und erfors
‚6. Dann
I
|
WE
2
“
1157
den Primat, oder allgemeine Gewalt in geift«
lichen Sachen über männiglich, Hohen und
niedern Stands der ganzen Chriftenheif, nun
etliche Jahre Ber felbft zu vindiciren und zuzus
eignen unterftanden, Das iſt von Ihnen thätlis
cher Weife und wider ihre eigene Nechten, an-
ders, denn es bey den Apofteln und Beiligen
Vätern herkommen und gehalten würden, zu
höchitem gemeiner Chriſtenheit Nachtheil und-
Verderben gefchehen. g
13. Denn daß ein Bifchof der Roͤmiſchen
Kirche ein allgemeiner Bifchof, dem alle andere
Kirchen befohlen und unterworfen, ſeyn folle,
Darmider find ihre eigene Nechte ‚welche fagen,
wenn der Wabft ein allgemeiner Bifchof wäre,
daß die andern alle nichts wären, Et propte-
rea: vniuerfalem, ne Romanum quidem Pon-
tificem appellandum effe. Nam fi Papa eſſet
vniuerfalis , alii Epifcopi effent pro nihilo.
Sic enim S. Gregorius Eulagio Patriarchz
Alexandrino referipfit : fi me vniuerfalem Pa-
paın Veftra Sandlitas dieit, negat fe hoc effe,
quod me fatetur vniuerfalem; fed abfit hoc.
Recedant verba, quæ veritatem inftant et cha⸗
ritatem vulnerant. etc.
IV. Abſchnitt. b) Don dem nach Tridene ausgefchriebenen Coneilio.
6, Denn alfo iſt von Eonftantino das Con-
cilium zu Nicaa, von Theodofio zu Conftan-
\ einopel und Epheſo, von Martiano zu Chalce-
don, von Suftintano zu Conftantinopel, von
Carolo Magno, $udovico und andern Pad):
fi fommen; item, von den Ottonibus und Hen-
reis zu Maynz, Worms, Frankfurt und an-
dern Orten, indicirt und gehalten worden, Wie
denn auch das jüngfte Coneilium, zu Coftanz
| ehalten, durch Feinen Pabſt, fondern Kanfer
| — hochloͤblicher Gedaͤchtniß, mit Zu⸗
thun und Bewilligung anderer Chriſtlichen Do-
eentaten, Fuͤrſten und Ständen, vorgenom—
mien und in Das Werk gerichtet worden iſt.
Aſſo Haben auch im Alten Teſtament unter
| dem Bolt GHrtes, Mofes und nicht Yaron,
2
j Joſua und nicht Eleafar, die Richter und nicht
‚die oberften Priefter alle Eoncilia beruffen, den
Prieſtern und Leviten, wie andern, Darzu ge-
) boten, die falfchen Gottesdienſte nach dem
Wort und Befehl GOttes abgefchaft und wah⸗
ve Reformation angeſtellt.
| 8. Öleichergeftalt ift durch David das große
Concilium vom ganzen Iſrael zweymal beruf:
fen worden. Dermaffen haben auch Salo- Ir
mon, Aſſa, Joſaphat, Joas, Jofia, Zeruba:] 14. So findet man nirgend, daß ber Heilige
bel, Nehemias und andere mehr gethan. Petrus, wiewol er ein fürnefmer unter den
9. Daraus erfcheinek, wie es mit Beruffung | Apofteln gemwefen, darum fich deffen uͤberhoben
und Anfegung der Concilien von Alters ber ges |und den andern Apofteln in ihre Nöminiftration
halten worden ift, und auch) zu Diefen Zeiten noch | gegriffen Babe. Und fo fchreibet der Heilige Hie⸗
‚ billig gehalten werden fol, - vonymus, daß alle Bifchöffe gleich einer Wür-
I. 'w, Ueber das, fo ift verfehenes Nechtens, |den, eines Prieſterthums und Nachfommens
daß niemand feinen zu erfordern, oder zu be⸗ der Apofteln feyn. Sonderlich aber fo bezeu-
x en, denn uͤber den er eine Jurisdiction und | get der heilige Gregorius auc) weiter, Daß der-
Obrigkeit hat. Ile habet citandi, feu vocan- |jenige, fo fich einen vniuerfalem und allgemei-
di poteftatem , qui citandos, feu vocandos ha- |nen Bifchof felbft heiffe, oder geheiffen werde,
bet ſuæ iurisdidtioni ſubiectos. und alfo über die andern Herrchen wolle, des
11. Nun find aber hoch- und mohlermeldte | Antichrifts Vorläufer ſeye.
unſere gnaͤdigſte, gnädige und günftige Herren] 15.Wiewol nun die Romifchen Biſchoͤffe ſich
Beincipales dem Römifchen Bifchof einiger |diefer Gewalt, auch fonft allerhand Praͤemi⸗
: Superiorität,oder allgemeinen Gerichtszwangs, |nenz und Superlorität vermeyntlich, Doch. ih—
‚ nicht geffandig. Denn fo viel das aufferliche |ren eigenen Rechten, auch der alıgemeinen
und zeitliche belanget, weiß fich der Roͤmiſche Ehriftlichen Kirchen Freyheit ſtracks zu enfges
Biſchof felbft zu berichten, daß er diefer Stän- | ben, nun etliche Jahr Her mit der That untere
de Dberherr gar nicht, noch diefelbigen ſeine zogen: So weiß man doc) auch, mit was
‚ + Unterthanen je gemefen feyn. Falſch, Betrug, Geſchwindigkeit, fie folches
12, Doß aber die Roͤmiſche Bifchöffe ihnen anfanalih och folgends mit der Zeit —
2 gef,
— — —
ee:
1158 Cap. 18. Donder durch Conventeu, Reichstäge gefüchten Religionsverg
get, und ihnen felbft zu beftätigen unterftanden felben Libertaͤt in keinen Weg praͤjudic
haben, und weiſet folches aus der Synodus oder nachtheilig feyn möge. ER
Carthaginenfis Anno 457. und der Conftanti-| 20. Derhalben fo willen unfere gn
nopolitanifche, Darnach gehalten, Darauf der hei: | gnädige und günftige Herren Principaleg de
lige Auguftinus geweſen, in welchem der Ro-|Römifchen Bifchof dasjenige, fo ihme diefe
miſche Biſchof derfelbigen Zeit, mit öffentlicher | falls, vermög göftlicher und menfchlicher A
Verfolgung eines Decrets und Beſchluß des |ten, nie gebühret, er aud) mit vechtmäß
SGSynodi Carthaginenfis , die Prouocationes Epi- | Titel nie gehabt, der rechten Kirchen un
fcoporum an ſich zu ziehen unterftanden. meinen Chriftenheit zu Nachtheil und Ae
en: eregr,., niß, mit guter Conſcienz nicht einzuräum
16. Darum bat den Roͤmiſchen Biſchoͤffen B, be gefeßt, Doch . geft a daß auch
folch angemaßte allgemeine Gemwalf und Su- dem Römi Bifchof fold I a? el
periorität, vermög der heiligen Schrift, aller | RR ömifchen I : (bin ben Mi
Recht und Billigkeit, fonderlich aber in Ye-| gebührt , fo en — och daſſe 7 ji {mal ı
trachfung der allgemeinen Kirchen &ibertät und = ann dir a: Ger u |
Freyheit, nicht gebuͤhrt; fie koͤnnen ſich auch aͤyſerliche Majeſtaͤt, unſern allergnaͤdigſten
Bierinn des vermeynten und übel hergebrachten | Der, u —— — Potentaten und |
Befis beftändiglich gar nicht behelfen; quia Sn evolvirt und errwachfen. zbſtiſhen
non poteft, quod ab initio vitiofum eſt, tra-| „= ern es vermögen auch bie Da Rifchen i
Are Rechte, die fie fo Iegelich nach allem ihrem Wik
Lan On Lere. len und Gefallen felbft gemacht Haben: Quan-ı
17. So mag ihnen folches wider die Kirche) go Papa et Cardinales in congregando CGon-
Chriſti Fein Tus, oder Gerechtigkeit gebären, | cilium negligentes ſunt, quod tunc ad Impe-
ob fie es gleich aud) alfo viel taufend Jahr Bät-| ratorem eius Ipedtet congregatio.
ten hergebracht; Cum contra Chriſti Eccleſiam 23, Yun iſt aber öffentlich am Tag, und!
eiusque libertatem non habeat locum (vt nec männiglich bewußt, wiewol der jetzige Rom
le Dei,) vlla quantumuis longa fhe Dior ‚und — in (m anpeen fie
. militer , und zu einem Schein, fich angenoms
18. Zu dem, daß ihre eigene Canoniften an| men Concilia zu halten, auch wol etwan die⸗
vielen Drten, fonderlich aber D. Cardin. in c.| felben ausgefchrieben und angefegt ; aber allwe⸗
licet. de elect. folches, und daß ſich die Paͤbſte gen dergeftale, und an eine ſolche Malſtatt,
der allgemeinen Gewalt und aller Kirchen| daß denjenigen, fo ihre falfche Lehre und ſtraͤfe
Adminiftration unrechtmäßiger Weiſe und wi⸗ lic) Leben vermuthlich entdecken möchten, dar
der das Erempel Perri anmaflen, hoc) anzie-|bey zu erfcheinen , jederzeit zumhöchften gefaͤhr⸗
ben, Elagen und ſtrafen; derhalben fie, Die Roͤ— lich und forglich gemwefen, Das doch inen, und!
mifche Bifcyöffe, denn auch bonam fidem Bier- | fonderlich dem jegigen Roͤm. Shot Paulo,
inn nicht haben, noch anziehen koͤnnen ꝛc. und deſſelbigen anhaͤngigen Cardinaͤlen, Bir
19. Aus welchem erſcheinet, Daß der Roͤmi⸗ ſchoͤffen, Praͤlaten und andern, nie Ernſt ges
ſche Bifchof fich Feiner allgemeinen Gewalt, weſen, auch noch nicht ift, ein gemein frey,
vermoͤge der Nechten, anzumaffen, noch über, Chriftlich und unverſtrickt Concilium, wie ſich
hoch: und wohlermeldte unfere G. G. und gün-|in ſolchen hohen GOttes und Glaubens Sa—
J
ſtige Herren Principales, die Stände der Chrift-| hen, gebührt, zu halten; daß fie auch ein fol
lichen Auafpurgifchen Confeßion, einige Su⸗ ches Concilium, damit fie nur ihres Irrthums
periorität, oder Jurisdiction hat: und obgleich und Lafter nicht übermwiefen werden, fondernn
etwan die Roͤmiſchen Bifchöffe fich Diefer Ges | fich dabey handhaben, nicht leiden mögen noch
walt vermeffentlich unterzogen, daß doc) daf- wollen. Denn wo er, famf den Seinen, u
felbige wider Recht und thärticher Weiſe be= Haltung eines folchen Concilii und Anrichtung
fehehen feye, auch der Kirchen Chrifti und der. Ehriftlicher Reformation wahren Luſt, ein |
oder
1
Abſchn. b) Don dem nach Trident ausgefchriebenen Eoncilio, 1161
de gehabt, würden fie daffelbige |Iudicis, nicht mehr verwalten, noch das Ius
naft etwa an eine gelegene Malftadt in Jconuocandi haben Fann, oder foll.
Jeutfeher Nation, (mie deffen unfere gnädigfte, | 27. Aus welchem und oberzehlten allem be-
gnaͤdige und günftige Herren nun auf vielen Ifchließlich folget, daß der Nömifche Bifchof
Reichstaͤgen, bey welchen etliche der Roͤmiſchen hoch⸗ und vielgemeldte Stände der Chriftli«
Bliſchoͤffe ihre Legaten auch gehabt, vertröftet chen Augfpurgifchen Confeßion nicht zu befchrei=
worden feyn,) und nicht alfo verftricft anzuſtel⸗ ben, oder zu erfordern hat, daß auch ihre Chur⸗
| un
len, unbeſchwert gewefen feyn. d Fürftl. Sn. Gn. und Gunften, auf folch
24. Diemeil fich denn aus folchem befindet, angemaßt Ausfchreiben, bey diefem vermeyn-
daß der Römifche Bifchof und deffelbigen an- ten Concilio albie vor euer Ehrwürden und
haͤngige Cardinäle, Bifchöffe und Prälaten, in Würden zu erfcheinen und fich einzulaffen, nicht.
conuocando libero et chriftiano concilio fich ſchuldig. |
nun fo viel Jahr her nicht allein negligentes,| 28. Zum andern, fo befindet fich aus vielen
) faumig und Binläßig , fondern auch ganz hinter: |Reichsabfchieden, und nemlid) dem Nuͤrnber—
ftellig erzeige Haben, und noch: fo folget aus \gifchen im 24. Jahr; dem Augfpurgifchen und
obangezognem Grunde, daß abermals der | Speyerifchen im 26. und 29.; dem Regenſpur⸗
Känferl. Majeft. unferm allergnädigften Herrn, Igifchen im 32. und 41.; dem Speyerifchen im
und andern Chriſtlichen Potentaten, ein fold) |42. und dem Nuͤrnbergiſchen im 43.5 und wie—
Eoneilium zu verfammlen und in das Werk |der dem Speyerifchen im 44. aufgericht , (bey
zu bringen, von Amts wegen, und nicht mehr |welcher etlichen der Roͤmiſche Bifchof feine fe:
dem Komifchen Bifchof gebühre und zuftünde. Igaten auch gehabt,) klaͤrlich, daß zu Hinlegung
, 25. Zudem, fo mag oder Fann auch dem Roͤ⸗ und Vergleichung des Imiefpalts unferer Beil.
mifchen Bifchof die Convocation des Concilii Religion, von gemeinen Neichsftänden allme-
diefer ‚Zeit nicht gebühren, aus der Urſach, die⸗ gen für das bequemfte und einige Mittel geach⸗
meil er und deffen anhaͤngige Cardinaͤle, Bi: |tet worden ift, ein gemein, frey, Chriſtlich Con»
fchöffe und Brälaten auf dem Concilio, vor cilium in Deutfchen fanden an einer gelegenen
andern des Unglaubens, Keßeren, Falfcher sehr, | Malftadt zu halten, daß auch hoch- und oftge-
Eimonie und anderer mehr ſchwerer und Boch: Dachte unfere gnädiafte, gnädige und günftige
ſtraͤflichen Laſter halben, damit fie behaft find, | Herren Brincipales deffen fonderlich vertröfter
öffentlich zu poftulicen und anzuflagen feyn worden feynd. X BASS
werden; fie wir dann hoch- auch mohl- und | 29. Nun Fann aber Trident für Feine Stadt.
vielgemeldten Ständen der Chriftlichen Aug Deutſcher Nation geachtet werden, nicht allein
puraifcen Eonfeßion, unfern gnädigften, gnä= ihrer Art und Gelegenheit nach, fondern auch
—
——— —
—
Poſtulation und Accuſation, dieſelbige kuͤnftig gebraucht wird. Denn wiſſentlich, daß die
auf einem freyen Chriſtlichen Concilio, oder Italiaͤniſche Sprache in dieſer Stadt die rechte
mitlermweil zu ihrer Chur= und Fürftl, Gn. Gn. Jangeborene, gemeine und übliche Sprache ift,
und Gunften Gelegenheit, der Gebühr nad), |und fehr wenig befunden werden, fo die Deut-
haben vorzunehmen und auszuführen, ausdrück- |fche Sprach reden, oder verftehen. Und
üch vorbehalten haben wollen, davon wir Bie- ſo es gleich auch eine Stadt Deutfcher Nas
mit öffentlich und zierlich profeftiren. tion wäre, (das wir doch nicht geftehen Fonz
26. Diemweil dann vielbemeldrer Römifcher Inen,) fo ift fie dennoch zu dieſem Werk eines
Biſchof und deffen Anhang alfo gegen diefen gemeinen, freyen, Chriſtlichen Concilii in viel
Ständen ein Dart werden und feyn: fo folget Wege eine ungelegene, auch Hochverdächti-
je, Daß ter Römifche Biſchof, als ein Dart |ge Malftadt, und alfo dem Bedenken und Ber-
und reus, vermöge aller Rechten und natuͤr⸗ troͤſtung bemeldfer Neichsabfchiede ganz uns
lichen Berftands , perfonam Superioris, oder —
* d
v3 30, Denn
digen und günftigen Heren Brincipalen, ſolche von wegen der Sprach, fo alhie vornehmlih
— : Pabſts ift.
* —
1162 Cap. 18. Von der du
Trident nicht allein zu Haltung eines General⸗
und gemeinen Concilii, ihrer Lag und Gelegen-
heit nach), viel zu gering, fondern aud) bey na-
be allen Ständen Deutfher Nation, fonder-
lich aber unfern anädigften, gnädigen und gün:
ftigen Herren Principalen, den Ständen der
Cbhriſtlichen Augſpurgiſchen Confeßion, gar und
ganz entlegen.
31. Dann obgleich auch andere Urſachen nicht
vorhanden, ſo iſt Doc) hoch- und vielgemeldten
unfern gnaͤdigſten, gnaͤdigen und guͤnſtigen Her⸗
ren Principalen ganz beſchwerlich und ſorglich,
ſich in dieſen gefaͤhrlichen Zeiten und Laͤuften von
ihren Herrſchaften, Landen und Leuten fo weit
zu begeben, diefelbigen in nicht geringe Gefahr
“zu feßen, und ihren Widerwärtigen offen zu
verlaffen; darum auch ihre Chur: und Fuͤrſtl.
En. On. und Gunſten, der ungelegenen und
den angezogenen Reichsabfchieden ungemeife:
nen Malitade halben, alhie zu erfcheinen nicht
wiffen, noch fich in Recht ſchuldig erachten,
32. Zum dritten, fo iſt die Stadt Trident
den Ständen der Chriſtlichen Ausfpurgifchen
Eonfeßion, unfern gnädiaften, gnadigen und
guͤnſtigen Herren, Feine fichere, fondern eine gar
verdaͤchtige und Kochgefährliche Malſtadt, in
Betrachtung, daß fie Feine Sreye oder Keichs-
ftadt, fondern dem Tridentiniſchen Biſchof an-
gehörig, welcher nicht allein als ein Biſchof,
famt allen feinen genannten Geiftlichen, des Roͤ⸗
mifchen Biſchofs gelobfer und geſchworner,
fondern auch nunmehr als ein Cardinal einer
der fürnehmften Glieder und Verwandter Des
33. Darzu, daß auch) diefe Stadtdem Rom.
Biſchof und deſſen Anhang zu ifren Practiken
nach allem Vortheil gelegen, alfo, daß er, famt
den Seinen, albier mächtia, aber unferer gnädig-
ften, gnädigen und günfligen Herren Princi—
palen der weniger Theil feyn würden: derhal⸗
ben fich ihre Chur: und Fuͤrſtl. Gn. Gn. und
Gunften, weder für fic), noch) Die Ihren, dieſes
Orts gegen dem Nom. Biſchof und deffen
Anhang, als ihren Widerfachern, gar Feiner
Sicherheit zu verfehen, fondern vielmehr hoͤch⸗
fter Gefahr und Gewalts zu beforgen haben,
Don der durch Conventeu, Reichstäge gefuchten Religionsvergt, ı
30. Dann es iftoffenbar, daß Die Stadt] 34. Denn machbem der Nömifehe Di
Augſpurgiſchen Confeßion zu etuchenmaen J
haben (wie in dieſem Fall notoriſch und offen⸗
* 4 F 8* a a,
hoch⸗ und vielgemeldfe Stände der Chriſtlic
vermeyntlich in den Bann und Acht gerdan,
auch folchen Bann bis anhero nod) nicht aufe
gehoben noch abgeſtellt, und dann in Diefem
Bißthum folcher Bann für Fraftig und buͤn
dig gehalten wird: fo hat männiglich wohl zu
erachten, was Sicherheit und Öeleits ihre Chur ⸗
und Fürftl, On. Gn. und Gunſten, oder die he
ren, alhie, da Ihre Widerſacher mächtig, dazu
Richter feyn wollten, zu gewarten hätten.
35. Und folches nicht allein ihrer Derfonen,
fondern auc) der ganzen Sachen halben, wel-
ches ihre Chur- und Fürftl, Gn. On. und Guns
ften diefes Orts nicht frey und Ihrer Nothdurft
nech vorbringen möchten, noch ſich einiger
Billigkeit zu getroͤſten; fondern vielmehr zuge
warten hätten, daß Diefelbige alhie, ohnegnuge
fame, nothdürftige Berhör, verdammt und das
heilige Evangelium gänzlich unterdruckt würden
Non folum autem perfonis, fedet caufz tutus
effe locus debet. N
36. Dun ift aber offenbaren Rechtens, auch
für fich felbft aller Vernunft und natürlicher
Billigfeit gemäß, daß niemand an verdädjtie
gen Orten, da feine Seinde und Widerfacher
mächtig feyn, oder fonft ihren groffen Vortheil
bar), zu erfcheinen ſchuldig iſt. Citatus enım
ad locum non tutum comparere non tenetul,
Numquid enim comparere quis debet, in lo-
co multum potenti, ac in eum odio prouo-
cato? Et quis audiret; aut qua ratione aliquis
teneretur confiftorii talis fubire iudicium, et
fe in hoftium finu reponere, ac ad mortem
per violentanı iniuriam, non per iuftitiam in-
ferendam, vltroneum fe offerre? Hæc qui=
dem iure timentur, hæc de more vitantur, ',
hc humana fugit ratio, hecabhorret natura, ,
Defiperet ergo, qui.citationem huiusmodi |
faperet ardtaffe citatum, etc, -
37. Derbalben denn Abbas Panormitanus,
Em. Ehrwürden und Würden berühmteften ı
Canoniften einer, indem Tractat von dem Gonz
cilio zu Bafel gehalten, (welches der Pabft
Eugenius, dieweil er fich ſelbſt ſchuldig Sinn IR
Rn u
— al
|
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Punk
164 IV. Abfehn, :b) Don dem nach Trident ausgefhriebenen Concilio.
E 2 ae Wenn gleich daffelbige Sigmund, hochlöblicher Gedaͤchtniß, ihn dar⸗
Soncilium anfanglic) zu Ferrara wäre ver⸗ bey gerne gehandhaber
ſammlet gervefen, daß es doch, in Ermegung, | 40. Inſonderheit aber iſt hoch- und vielges
‚daß Eugenius dafelbft eine groffe Macht, fon= dachten Ständen der Chriſtlichen Augſpurgi—⸗
derlich aber bey den Nachbarn Gunft und An- fehen Eonfeßion der ergangenen vermennten
‚bang gehabt, mit Recht wol hatte mögen'und Ercommunication halben alleriey zu befahren.
10747
und die Entfegung beforgte, die ihme darnach |erbrochen worden, als nernlich zu Eoftanz, da
auch begegnete, gerne aus Deutſchen Landen | fie den feommen. Huß, über —* Holder Das
gen Serrara fransferirt hätte,) ausdrücklich de⸗ Käyferliche Geleit, unangefehen daß Käyfer
hät, verbrennet haben. .
follen fransferirt und in das Deurfchland ver-
rückt werden, damit dafelbit gegen gedachtem
Eugenio frey , ficherlich und ohne Gefahr haͤt—
fe procedirt und gehandelt werden mögen. -
88. Und geſetzt, daß auch der Römische Bi⸗
ſchof und fein Anhang hoch- und vielgemeldten
unſern gnaͤdigſten, gnaͤdigen und günftigen
Herren Principalen an diß verdaͤchtige Ort
ſondere Securitaͤt und Verſicherung geben wuͤr⸗
Dann da der Roͤm. Biſchof, auch Em. Ehrwuͤr⸗
den und Wuͤrden, dieſelbige fuͤr nichtig oder
unrechtmaͤßig hielten, (wie fie in der Wahrheit
iſt, dieweil fie von einem unbequemen parteyi=
fehen Richter, darzu der Parteyen unverhoͤrt,
de fadto, und unbilliger ABeife ergangen, ) fo
follte die billig wiederum vorlaͤngſt caßirt und
aufgehoben worden ſeyn.
41. Würde fie aber für rechtmäßig gehal⸗
de (tie Doch nicht zu vermuthen, dieweil er, der |ken (mie aus deme, daß fie nicht caßirt wird, zu
Roͤmiſche Bifchot, ihre Chur: und Fuͤrſtl. Gn. ſchlieſſen): fo ſiehet männiglich, daß dadurch
Gnaden und Gunften doch unverhört und un- hoch- und vielgemeldfen unfern gnaͤdigſten, gnä=
überzeuget als Ketzer verdammt, und an die |digen und günftigen Herrn Principalen der
Käyf. Majeſt. unfern allergnädigften Herrn, | Weg, ficher zu Diefem vermennten Eoncilio zu °
Öffentlich gefchrieben bat: Daß Kegerund Schif kommen oder zu fehicken, gar benommen und
matici in feinem angemaßten Concilio Feinezabgeftrickt ift; denn es kann allewege fürgege«
Statt haben follen): ſo waͤren doch ihre Ehur- |ben werden, die Keger und Berbannten feyen
and Fürftl. Gn. Gnaden und Gunften ihnen keiner Sicherheit fähig ıc.
famt und fonders, als ihren Widerwärtigen] 42. Derhalben hoch- und vielgemeldte unfere
und Seinden, hierinn zu vertrauen und Glauben gnaͤdigſte, gnädige und günftige Herren Prin-
zu geben, vermöge aller, auch ihrer felbft der |cipalen das angemaßte Concilium an diefem -
Paͤbſtlichen Rechte, nicht ſchuldig. Denn nie:
verdächtigen, gefährlichen und unfichern Dre zu
mand ift verbunden, feiner Widerfacher und beſuchen oder zu befchicken, vermöge aller Nechz
Feinde Geleits- oder Schusbriefen zu ver-
frauen; Nemo credere tenetur fuis capitalibus
inimicis ; nec confidere illorum htteris falui
modi littere maleuolum propofitum et ani-
mum dantis fecuritatem non mutent; fed po-
tius eccafionem infidiandi innocentibus,, et
in loco non tuto opprimendi preftent.
39. Und folches fo viel defto mehr, dierveil
der Roͤmiſche Bifchof die Satzung gemadit, |
daß feinem Ketzer (dafiir ee denn unfere gnü- |
digſte und gnädige, und günftige Herren Prin⸗
eipales, wiewol unbillig, auch hälf,) Ötauben |
zu halten feye; wie denn von Den — J—
Biſchoͤffen hiebevor mehr die Geleitsbriefe find
te, nicht ſchuldig ſeyn.
43. Zum vierten, wiewol obangezogene
Reichsabſchiede mit ſich bringen, daß zu Hin⸗
“ condudtus cum periculo ſuæ falutis, cum huius- |legung und Vergleihung der ſtreitigen Reli—
gion ein General= oder gemein, frey, Chriſtlich
Concilium gehalten werden fol, wie denn fuͤr
fich felbft auch ein Concilium feyn fol. Wie—
wol auch der Römifche Bifchof felbit diß ana
emaßte Coneilium in feinem vermeynten Aus⸗
chreiben oecumenicum, et vniuerlale Conei-
lium nennet: fo kann oder mag doch diefe vers
meynte Tridentinifche Verſammlung Fein ges
neral, univerfal oder gemein Coneilium genannt
oder geachtet werden, dieweil der Roͤmiſche
Biſchof mit feinen Cardinaͤlen, Se, und
roͤ⸗
x
—
ſchloſſen haben will. Denn wiewol er im Aus⸗
ſchreiben dieſe Worte angehängt: (Und dieje-
nigen, welchen von Rechts oder Freyheit wegen
in gemeinen Concilien zu feyn und zu fprechen
gebühre:) So weiß man doch, daß er damit
niemand, denn feine Cardinäle und Bifchöffe
gemeynt und verftanden haben will; wie er fic)
denn deflen in dem Sendbrief an die Känferl,
Majeſt. genugfam erfläret hat, in deme erihro
Majeſt. ſchmaͤhlich vermeifet, daß fie den Laͤyen
zulaſſen und geftatten wollte, von Religionsfa-
chen zu handlen und zu urtheilen.
44. Dun kann es aber je ein General- oder
gemein Concilium nicht feyn noch geheiffen wer-
den, in welchem der gröflere Theil, den die Sa-
chen mitbelangen thun, als Kaͤyſer, Königund
andere weltliche Fuͤrſten, Herren und geleßrte
Leute, fo nicht geiftlich genannt feynd, darzu nicht
gelaffen, fondern ausgefchloffen werden.
45. Quomodo enim vniuerfale, vel genera-
le diei poteft id, quod tantum vnam fpeciem
complecdtitur ? Clericos videl. alteram au-
tein (Laicos feil.) excludit? Et cum fides fit
vniuerfalis, nec minus ad Laicos pertineat,,
quam ad Clericos, quomodo tradtatio fidei
debebit effe particularis, et non vniuerfalis ?
Denn folches je wider die Natur und Eigen-
ſchaft eines gemeinen Concilii und allgemeiner
Religion und Glaubensfachen ift; welche, ver-
mög der Rechte und aller Vernunft, auch mit
gemeinem Rath und Zuthun aller deren, die fie
. zugleich befangen, gehandelt werben follen ?
uod enim omnes tangit, hoc debet ab omni-
bus tradtari etapprobari.
46. Wie wir denn fehen, daß es bey den
heiligen Apofteln und alten Vätern aud) alfo
gehalten worden iſt. Denn als in der erften
‚Kirchen bey den Apoſteln diefer Zweifelvorfiel,
ob die, fo den Chriſtlichen Glauben befannten,
befchnitten werden müßten oder nicht: da ift
nicht allein zu Petro und den andern Apofteln,
fondern zu der ganzen Kirchen zu Serufalem ge-
Schicht worden. Und man lieſet nicht, daß Pe-
trus mehr denn ein anderer Anfehen gehabt,
1166 Cap. 18. Von der durch Convente u, Reichstäge gefüchten Religionsvergl, " | |
Praͤlaten darauf alleine zu präfidiren und zu ſondern daß die Apoftel alle, ſamt den Aelte: ı
decidiren, und von folchem alle andere Stän- | ften des Volks, einhellig Defchloffen, daß die \
de und PDerfonen weltlichen Standes ausge: !Befchneidung zur Seligkeit nicht nothwendig.
*
47. Dergleichen findet man unzaͤhlige Ex⸗
empel, daß auch hernach bey den heil. Vaͤtern
nicht allein die Bifchöffe und Clerici, ſondern
auch die Känfer, Fürften, Herren und andere
gelehrte Laͤyen und Privatperfonen, auch etwan
geringes Standes, zu den Conciliis beruffen, ge=
laflen, gehört, und mit ihrem Zuthun die Sa:
chen gehandelt und befchloffen worden feynd;
wie deſſen die Kirchen⸗ und andere glaubmwürdige 1
Hiftorien, auch die Paͤbſtlichen Rechte voll find,
48. Sit num folches bey den Apofteln, die
des Heiligen Geiftes voll geweſen, auch her⸗
nad) bey den Heiligen Vätern, dermaffen als
nothwendig gehalten worden : wie vielmehr denn ©
it es zu unfern Zeiten vonnoͤthen? Cum illo-
rum adtio noftra debeat efle inftrudtio, 4
49. Und mit dieſem apoſtoliſchen und Chriſt
lichen Herkommen und Gebrauch ſtimmet auch
das Ius Canonicum ſelbſt zu, und will, daß
in Glaubensſachen nicht allein die genannten
Geiſtlichen, ſondern auch die Laͤhen auf den
Conciliis gegenwärtig ſeyn ſollen. In Be
trachtung, daß der Glaube univerſal und gemein
aller Chriſtenheit ſey, und den Laͤhen, auch der⸗
ſelbigen Seligkeit oder Verdammniß, nicht we⸗
niger denn den Clericen, oder genannten Geiſt⸗
lichen, gebuͤhren thut. |
50. Zudem fo ift je ein Concilium anders"
nichts, denn eine gemeine Berfammlung der"
Epriftlichen Kirchen oder Ehriftenbeit. Die⸗
weil denn Die Jäyen eben ſowol als die genann-
fen Geiftlichen, Chriften, auch in den Tod un
fers Seligmachers gekauft und alfo Glieder der
Kirchen find: warum follen fie denn von denent
Berathſchlagungen und Erörterungen der Glau⸗
bensſachen abgeſondert und ausgeſchloſſen wer⸗
den, bevorab weil der rechte Glaube wol beyy
einem frommen einfältigen Säyen bleiben, undt
fonft in den fürneßmften ficy verlieren und er⸗
löfchen mag. Wie im Erempel der heiligen
Sungfrauen und Goftesgebärerin zu fehen,
welche bey dem HEren Chrifto, ihrem Sohn
und unferm Seligmacher, in feinem Seiden
verharrer, da die Apoftel und andere Glaͤubi⸗
gen
———
Wut * X Pen Fu.
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‚1168 IV, Abfehnite. b) Don dem nach Trident ausgefehriebenen Concilio. 1169
gen der Zeit von ifme abgemwichen und den |die ihren, wie oben gnugfamangezeigt, zu Tri:
Glauben verlaffen. UT we dene in höchfter Unficherheit und Gefahr...
52 Alfo iſt auch im Concilio Nicano die] 57. Zum andern, wiewol der Nom: Bis
I Priefterehe, als Chriſtlich und der heil, Schrift] [hof ſich gegen hoch⸗ und vielgemeldten Gtän-
gemaͤß, durch den einigen Paphnutium gegen den, unfern gnädigften, gnädigen und guͤnſtigen
viele, die damider waren, erhalten worden. Dar⸗ Herren Drincipalen, Dart gemacht, und indem
um denn auch die Canoniften felbit lehren und | fie, ihrer Chur» und Fürftl. Gn. Gn. und Guns
wollen , daß in Glaubensfachen einer einzigen, |ften Chriftliche Sehr unverhoͤrt verdammiet, ex⸗
auch Drivatperfon Rede oder Meynung, vor | communicirt, und auf diefen Tag noch zum
‚des Pabſts Meynung vorgezogen werden foll, hoͤchſten und graufamften verfolgen läßt, zudem
wenn diefelbige in dem Alten und Neuen Te⸗ ermeldte Stande ihn ſamt feinem Anhang ans .
| ffament befier denn des Pabſts Meynung ges | zuflagen haben; fo will er doch in dieſem vers
gruͤndet iſt. | | meynten Concilio Präfidens und Richter feyn.
\ 52, Aus welchem folget, daß auch die Säyen Was es nun für ein frey Concilium und Ge-
in einem gemeinen Concilio feyn, und die Glau- | richt feyn möge, darinn Die eine Partey mit ih⸗
bensfachen mit. ihnen erörfert werden ſollen; rem Anhang auch Richter ift, die Beyſitzer ih⸗
) wenn fie auch ausgefehloffen werden, wie in res Öefallens erfordert und waͤhlet, darzudas
dieſem, daß es fein gemein Concilium feyn, noch Gericht alfo verordnet, daß fie nicht allein fei-
genannt werden möge. ern en
53. Wiewol diß angemaßte Concilium auch ede Va RE a Wort
der Urſach fuͤr kein general zu achten, dieweil t, verurthei 8 — — % een
nur etliche wenige des —— —— — — geringes Verſtandes, auch wohl zuer-
ſtrickte Anhängigen darauf erfcheinen, ‚und fonft Achten. & —
is 58. Zum dritten, fo will der Römifche Bis
ee Nationes und Potentaten der (her miefeinen
Chriſtenheit daſſelbige nicht beſchicken. an
— u, “2 dern Elericis, auf diefem vermennten Concilio
. 54. Bür das fünfte, ſo befindet ſich aus allen alleine voces delifitias, und endlich zu entſchlieſ⸗
ne Anklage Böre, fondern auch den Kläger
‚ Umftänden ber Sachen Flärlid), Daß diß Zri- fen haben; und, wieausoberzeßltem zu vermer ·
dentiniſche Concilium auch kein liberum UND Eon in folchem fonft niemand zulaffen, no
fen, fondern zum höchften verſtrickt und un- hören: Je en ae
‚ frey Eoneilium ift, und genannt werdenmuß. 8ß Goncilium nicheliberunr, mo x
| ß noch frey fern
5. Denn liberum und ein frey Concilium mag. 2 u
heißt, das oßne einigen Zwang ift, da manauf| so. Dann einmal fo find diefelbigen Cardi⸗
niemands Handlung, Erlaubniß oder Gebot naͤle, Bifhöffe und Clerici, (wie aud) ©.
ſehen darf, und ſich niemand_zu befahren hat; Ehrwuͤrden und W.) gemeldtem Römifchen
ſondern ein jeder allerdings frey ſtehet, ficher | Biſchof, wie öffentlich am Tage, mit höchften -
it und ohne Sorg die Wahrheit einem jeden) und greulichften Eydspflichten zum hoͤchſten und
unter Augen reden darf. Wie mir Deffen ein ſchrecklichſten verſtrickt und verbunden. Dara
Erempel Haben von dem heiligen Paulo, der) um fie, E. Ehrw. und W. dann anders zu den
den heiligen Petrum öffentlich und unter Au⸗ Sachen nicht werden reden noch rathen dürfen, -
gen feines Irrthums halben zu Antiochia vor denn wie es dem Roͤmiſchen Bifchof, deme fie
der ganzen Berfammlung geftraft hatıc. En und ihr dermaflen verpflicht feyd, mohlgefällig
feines, fondern ſtracks das Widerfpiel it. Aldieweil dann diefe Obligation und Bars -
efindee fic) in dieſem vermennten Teidentini« ftricfung währet, und nicht gaͤnzlich abgeſchaft
ſchen Concilio. |und männiglid) fren geftellt wird, Bat man ſich
56. Denn erftlic), fo find unfere gnädigfte, auf ſolchem Concilio, welches allein eine Ver.
Anadige und günftige Herren Principales, und‘ nl Roͤm. Biſchofs und der Seinen
KIM:
Lutheri Schriften 17. Theil, wäre,
a RE
E —— —— RENTE — — —
1170 Cap. 8. Von der durch Convente u. Reichstaͤge geſuchten Religionsverg!
3 *
TEE TO BETRETEN —— = FRE NITER EI ——— —
wäre, einiger Lbertaͤt und Freyheit wenig zu fuͤrſtliche Gn. vermoͤge des juͤngſten Regen
—— Igifhen Reichsabſchieds in dem Erzfiift Con
60. Desglelchen und zum zweyten, dieweil eine Chriſtliche Reformation vorzunehirten , die |
in folchem vermeynten Concilio, wie obange- falſche Lehre und Gottesdienſt anszureuten, und |
zeigt, Die Süyengar ausgefihloffen Werden ‚Fann alle Dinge nad} dem göttlichen Wort anzus -
es abermais Fein liberum Concilium feyn. richten, unterſtanden, gleich im Anfang dieſes
Denn auf freyen Conciliis foll niemand, Den angemaßten Concilil (doc) unberhört, vielmes |
die Haͤndel mit betreffen, (wie dieſes Falls,) ab⸗ |niger überwunden, ) für einen goftlofen unfins ©
gefondert und ausgefehleffen werben, - inigen Erzfeger, auch des Bifchöflichen Pas
61. Zum vierten , fo mag auch DIR Fein frey mens und dem einiger Gehorſam geleifter wer⸗
Conciluum oder Gericht feyn noch heiſſen, da den foll, unwuͤtdig ausgeſchrieben und erfläret, |
das Urtheil gefällt ift, zuvorund ehe das Con⸗ auch in Demfelbigen Schreiben feiner Churfürfke
cilium oder Gericht verſammlet und befeffen, | lichen Ga. Widermärtigen alle Hülfe, Rath
auch) die Sache verhöret wird. Dann einem) und Beyſtand wider feine Churfürftliche Gm.
freyen Concilio follen ale Sachen frey, unver: | angeboten und verfprochen, darzu gegen feine ı
dingt, et fine præiudicio untergeben und heim. Churfuͤrſtliche Gn. geſchwinde, unrechtmäßige !
geſtellet werden. Proceſſe erkannt und ausgehen hat laſſen; wel⸗
62. Nun iſt aber die Wahrheit und oͤffentlich ches alles je groſſe und erſchreckliche præiudicia
am Tage, daß weyland der Roͤmiſche Biſchof, ſind, und unſere gnaͤdigſte, gnaͤdige und guͤn⸗
Leo der Zehente, durch eine ofne Bulle, wel. ſtige Herren Principales billig von dieſem vor
che Paulus der jegige confirmirt, Darnad) auch | meynten, partegifchen und gefährlichen Concilid I
gemeldter Paulus noch jaͤhrlich per Bullam cœ- abhalten follen. Sonderlich in Betrachtung,
nz und reformationem curiz romanz, darzu daß der Roͤmiſche Bifchoffolche preiudicianiche
jüngft in beruͤhrtem Sendbriefe an die Kayferl.| allein für fich ſelbſt nicht willeinziehen und aufe
Majeft. in Latein Admonitio paterna intitu|geben; fondern auch die Käyferl. Maj.befchule ı
lirt, unſerer Gn. Gn. und günftigen Herren diget, als ob die zu viel und ungebührlich ges ı
Principalen Chriftiihe Confeßion und Lhre handelt Hätte, in deme, daß fie den Augfpurgis -
vielfältiglich con demniret und verdammt haben. ſchen Neichsabichied eingeftellt und fufpendizg |
Daß auch gedachter Paulus, jegiger Roͤmiſcher haben. Und will eben darum diefe Ständein |
Biſchof, in angezogenem Sendbrief die Käy- feinem angemaßten Eoneilio nicht wiſſen, da« ı
feel, Majeſt. befibufpiger und anzeucht: daß mit er feine preindicia nicht ſchwaͤche. Darz ı
ſie mit Hohen und vielermeldten unfern ®n. En. um Fönnen unfere ©. ©, und günftige Herren U
und günftigen Herren Drincipalen, als Hand. Principal keinesweges glauben oder vermuthen,
habern verdammter Kegereyen, Gemeinfhaftjdaß Der Nömifihe Bifchof in Diefem vermeyne ı
und Bündniß haben ꝛc. Weber Das er auch al-|ten Koncilio jest, Diefen feinen preiudiciis Zus ı
lenthalben durch Edicte gebeuf, Diejenigen, |roider und Abbruch, zulaffen, vielmeniger daß | |
fo gedachter Stände ehre annehmen, mitgrau: E. Ehrwürden und W. auch andere des Rom.
famen Pönen anzugreifen; darauf denn auch Bliſchofs verftrickte und verpflichte Cardinäle,
foldyer Angriffe bishero viel befchehen, vielun. Biſchoͤffe und Theologen dawider ekwas zuge «
fchuldiges Blut umder Wahrheit, um benannter| denfen oder vornehmen dürfen werden; diewell |
Stände Chriſtlicher Lehre willen, jaͤmmerlich fie vermerfen, daß die Kaͤyſerl. Maj. allein ı
veraoffen worden und noch taͤglich wird. um Einftellung willen des Augfpurgifchen Abs »
63. Zu geſchweigen, daß er, Paulus, den! fchieds fo ſcharf angezogen wird, dann was hier⸗
hochwuͤrdigſten Fürften und Heren, Heren|inn der Käyferl. Majeft. gedroßer, das iftvieh |
Hermann, Exrzbiſchof zu Coͤln, Chur-⸗ heftiger andern geringern Standes gedrohet.
fuͤrſt ꝛc. auch unfern in diefer Sachen guͤnſtigen 64. Aus welchen allem zu vernehmen, daß ii
Herrn Principalen, Der Urſach, Daß feine Chur⸗ diß angemaßte Concilium keinesweges —
ER one
u
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N DATE RER : ; vz ;
bſchnitt. b) Don dem nach Trident auegefchriebenen Toncilio. 1173
n gefangen , verftrickt, bedraͤngt, Darzu| Herren Principalen vorgenommen, ik aan: of
woßee, und derhalben des Namens eines |fenbar, Daß er, der Nömifche Silber, Se
nellid unwuͤrdig iſ t. ſeinem beeydigten und verſtrickten Anhang, ſei⸗
65. Zum ſechſten, wuͤrde dieſes auch kein nes Gefallens fortzufahren, (wie er denn hme
Hi) Concilium ſeyn noch geachtet werden ſelbſt die Gewalt und Macht, in allen Sachen
n. Denn in einem Epriftlichen Concilio nach feinem Willen zu handeln, zueignet,)
ſoll Chriſtus und fein heiliges Wort allein vo- und Chriſto, auch feinem Heiligen Wort Feine
sem decifiuam haben, das iſt, alle Dinge nad) | Statt zu geben gedenfer. Denn was doͤrfte es
dem Wort GOttes und der heil. Schrift, und | fonft viel diſputirens, ob auch die Säyen zu
ie nicht nach menfchlichen und Paͤbſtlichen Sa⸗ dem Concilio zulaffen, oder werdarinn vocem
"gungen oder Gutbeduͤnken, fodem Wort GOt⸗ | decifinam haben follte oder nicht? dann, will
tes zuwider wären, frey, insgemein und von |
der ganzen Kirchen, niemand ausgeſchieden,
porgenommen, erwogen und erörtert, Die Wahr-
heit gehandhabt, die fügen und falſche verfüh-
riſche und antichriftifche Lehre und Mißbraͤuche
frey, oͤffentlich geſtraft, und zu gebuͤhrlicher
Beſſerung gebracht werden: und ſolches derge-
ſtalt, daß einer oder zween, die ihre Meynung
mit gewiſſem Wort GOttes erweiſen, mehr
gelten ſollen, denn die andern, die ihre Meynun⸗
gen mit GOttes klarem und ungmelfentlichemn
Wort nicht koͤnnen beybringen cden erhalten
Wie denn ſolches bey den Apoſteln, als Apg. 15
zu ſehen, auch folgends im Concitlo Nicaͤno mit
dem Paphnutio und andern Chriſtlichen Conci⸗
„lien geſchehen. Denn dem ewigen göttlichen
Wort ſollen billig alle menſchliche Saßungen
"und Fünde weichen. Und darum kommen auch
in einem Eßriftlichen Concilio viele leute zuſam⸗
| men, nicht daß fie in GOttes und Glaubens—
fachen ein mehrers follen machen ; fordern dar:
‚um, ob unter vielen Leuten etliche gefunden wuͤr⸗
‚den, die den Befehl und Lehre Chriſti, über
die Sachen, fo man handelt, eigentlich) wiſſen,
und mit heiliger Schriſt lauter und klar darthun
koͤnnen, daß mandiefelben und den rechten Lehr—
meiſter Chriſtum hören, und fonft niemand,
wenn Deren gleich fo viel als des Sands im
Meer wären, folgen folle. ;
66. Nun ift gleichwol in dem Ausſchreiben zu verhoffen, iſt gut zu verftefen, daß der Nö-
Diefes angemaßten Concilii, nicht. gemeldt,| miſche Biſchof und die Seinen Chriſtum nicht
wie in Neligionsfachen procedirt werden ſoll. hören, fondern dahin dringen wollen, daß man,
Aber eben aus demfelden, daß der Roͤmiſche fie und alle Sagungen, auch da fie wider dag.
decifiuam, denn Chriſtus allein, und wer mie
feinem Wort gefaßt iftz wer aber nicht, der
Eann nicht vocem deciſiuam haben, wenn er
gleich geöfler wäre, denn der Roͤmiſche Bifchof
mit allen feinem Cardinaͤlen und Bifchöffen,
Dfaffen und Möndyen. —
Ehrwuͤrden und Würden Chriſtum hören wol:
een, fo fieffen fie unfere gnaͤdigſte, gnädige und
günflige Herren Principales auch ohne alfe
Beſchwerde in das Concilium. Dann dig mer
fe und loß es einehrliches Chrifkiches Erbieren
feyn, wenn ihre Chur- und Fuͤrſtl G. G. und
Gunſten nicht das gewiſſe Wort GOttes dar-
ihre Chur- und Fuͤrſtl. ©. ©. und Gunften,
nicht allein mit gerechten Urtheil, fondern auch
durch ihren eigenen Mund zu verdammen, als
GOttes NBort allein hören, und nach demfel-
Fuͤrſtl. G. G. und Gunflen GOttes Wortauf
dieſelbigen mit Dank hoͤren und nicht aus u—
ſchlieſſen begehren. —
68. Dieweil aber dieſer Dinge keins bey die⸗
ſem angemaßten Concilio (wie aus den Lim:
Bſchof den Procep hicht vermelden wollen ,| offenbare, unleugbare und wohlb⸗kannte Wort
und denn aus oberzeßften preiudiciis und Be) GOttes reden, ordnen und fchlieffen ; wider
ſchwerden, gegen un
j Eeee2 hoͤ⸗
bigen urtheilen; braͤchten aber ihre Chur» und
die Bahn, fo würden E. Ehrwuͤrden und MW. -
Händen gnugfam abzunehmen, ) zu finden, noch
ern ©. ©, und günfligen' und über Chriſtum, alsmären fie felbft Götter,
man Chriftum hören, fo hat hiemand vocem -
67. Darum wo der Roͤm. Biſchof, auch E.
thaͤten: fo haͤtten E. Ehrwuͤrden und Würden
die ſelbſt bekennten und beſtritten, man follte
1
Ba —
1174 Cap.ıg. Don der durch Convente u Reichstaͤge gefüchten Religionsvergl.
hoͤren foll; welches ihnen doch zu erheben un⸗ verfehen, fondern noch viel gröffere uni
möglich, dieweil Chriſtus ſpricht: Weine ſchwerlichere Unrichtigkeit, Mißtrauen
Schaͤflein hoͤren meine Stimme, und der derwillen, Spaltung und Weiterung ge
Sremden nicht. en 0 jlich zu befahren und zugewarten ; welches
- 69. Darum ift offenbar, daß folches ver-| nicht allein dem Reichsabſchied, aud) den viel
meynte Concilium mit einigem Schein für |fältigen, unferngnädigften, gnädigenundgüns \
Epriftlich nicht gerümer werden mag; ſondern jtigen Herren befchehenen Bertröftungen, ſtraks
vielmebr eine Berfammlung der übel beeydig-| zu entgegen, fondern auch der ganzen Chriftens
ten Papiften, wider das göftlihe Wort und) heit, vornehmlid) der Deurfchen Nation, zum
Ehriftum felbft, zu nennen ift. hoͤchſten nachtheilig und verderblich ſeyn wuͤrde.
- 70. So man aud) das Ende und Wirkung] 71. Aus oberzehltem erfcheinet Eläclid) und uns |
eines jeden Chriſtlichen und rechtfchaffenen Eon: | widerfprechlid) ‚Daß auch diß viel bemeldte anher
cilii bedenfen will, befindet fich, daß diß für! angefegte vermeynte Concilium weder general |
fein Concilium gehalten werden Fann. Dann! und gemein, nod) frey und Chriſtlich, undale
durd) ein recht Chriſtlich Concilium fol Ser | fo ven Namen eines Eoncilii gar nicht würdig.
thum und Sortesläfterung abgefchaft, die Wahr-| ift, auch der Urſach für Eein Concilium gehale |
beit an Tag gebracht, gute Reformation und| ten werden kann, mag oder foll. =
Beflerung der Kirchen gefucht, und alfo alle! 72. Ferner, E. Ehrmürd. und W. auch zu
Sachen zuredyte gebracht, und allenthalben gott-| berichten, daß der Roͤm. Biſchof, und dig fein 1
feliger Friede, Ruhe und Einigkeit erhalten] verfteickt und angefangenes vermeyntes Concilie
werden: derhalben denn auch die Röm. Kaͤyſ. um, darinn er präfidiren und allein mit feinem
Maj. unfer allergnädigfter Herr, famt Ehur-| Anhang zu decidiren haben will, unferer gnaͤ—
fürften, Fürften und gemeinen Ständen des | digften, gnädigen und günftigen Herren De
Reichs, nun auf fo vielen Reichstaͤgen einjpalen, und der ſtreitigen Neligionsfache, nicht '
frey Chriſtlich Concilium für den einigen Weg | Richter feyn möge: fo ift zum fiebenten aus der
und Mittel gehalten, dadurch der hochgefaͤhr | Beil. Schrift, den Canonibus, dem Gebrauch
liche Zwiefpalt in der Religion und daraus ent⸗ der alten beffern Kirchen, auch aus allgemei«
ftandene Mißtrauen am füglichften hingelegt, nem natürlicdjen Berftand,offenbarund befannt,
und allenthalben wiederum Friede, Ruhe und! wenn in Religion» und Kirchenſachen Miß-
Einigkeit gepflanzt werden möchte. Wo es; bräuche und Irrthuͤmer vorfallen, (mie denn in
denn nun mit diefem Concilio die Geftalt haben aller des Roͤm. Biſchofs Adminifteation, leise
follte, daß allein des Roͤmiſchen Bifchofs bes der! nur zu viel und greulich vor Augen, ) und
eydigte Cardinaͤle, Bifhöffe und Prälaten bar. | alfo eine Epriltliche Haushaltung in der Kies ”
inn vocem deciſiuam, (wie ihre Meynung ift, )| chen wiederum zu reftauriren und anzurichten
- und alle andere gottesfürchtige und verftändi-| vonnöfhen ift, DaB dazu folche Leute zu Rath
ge Chriſten feine Stimm, oder nur vocem con-| genommen werden follen, welche in allem ie «
ſultiuam haben, und alfo menſchliche Tradition| rem Leben und Wandel erfannt und bewaͤhrt
- dem Evangelio vorgefegt werden follten: ſo feyn ‚als die, fo zu foichen Hohen Gottes Sachen IE
möchte es nicht allein Fein frey, Chriſtlich Con⸗ die allerverftändigften, gefchickteften und eife N
.
4
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*
eilium genannt werden; fondern es haͤtte auch] riaften feyn; mie dann ſolches von den alten i
eines freyen Chriſtlichen Concilii Effect und | Epriftlichen Käyfern in Verſammlung der r
Wirkung nicht. Dann es würden dadurch | Concilien gar fleißig obfervirt und in Achtung 1°
Irrthuͤmer, Sünde, Laſter und Aergerniffe | gehalten worden ift, | SR
nicht abgeſchaft, fondern verdeckt undgeftärkt;| 73. Nun ftelle man vor Augen die ganze '
- die Wahrheit nicht an Tag gebracht, fondern | Adminiſtration der Kirchenämter undDienfts,
verdruckt; und man hätte fich alfo Daraus kei⸗ die Eigenfäyaft der wahren Bifchöffe und Kit
nes Friedens Bergleichung oder Einigkeit zu chendiener, auch die Lehre, mie das ur: m
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rfelbften, die Apoftel, alte Canones und Kel- demſelbigen Haupt und feinem Anhang geben
eingeſetzt, befoßlen und gehalten |fie Gewalt, Artifel des Glaubens zu machen
s nemlich, Daß in der Kirchen zuför« [und neue Gottesdienſte aufzurichten; welches
Lhre rein und fonft alles der Beili-
schrift gemäß, auch zu rechtem Der: |St. Paulus von ſagt: der Antichrift werde fich
"und Beſſerung, das ift, vornehmlich |erhöhen über GOtt, das ift, über das goͤttli⸗
| aufden wahren Glauben an Ehriftum gerich- che Wort, und find nemlich diefe Artikel abe
‚tet feye, Die Sacramenten nad) dem Befehl goͤttiſch: Ei)
und Wort des HErrn gelernt , adminiftriree) Daß man mit der Meffe den gebendigen und
| und gebraucht, aud) Kirchenzucht, rechtſchaf· Todten Vergebung der Sünden verdiene, und
fene Bufle und Befferung recht angerichtet daß ſolch Werf zur Geligfeit nöthig fey.
und gehalten, und denn zum Clericat oder
Kircyenamt niemand, denn faugliche und un. |bey einem Bild, denn bey dem andern. |
ſtraͤfliche Perſonen gelaſſen werden. Daß man zweiflen ſoll, ob uns die Sünden
74. Gegen dieſem halte man nun der Rom. um Chriſti willen vergeben werden.
Bſſchoͤffe und der SeinenAdminiftration in der | Man foll aber Vergebung ſuchen, und im
Kiechen und ganzes Leben, fo befindee ſich, Zweifel hoffen, aus eigner Würdigfeit und un
daß auf Erden nicht Leute find, die um alle ſern Werfen; welches auc) abgoͤttiſch ift, denn
‚Der wahren Kirchendiener fich weniger verftan-
den, und darnad) zu leben gewillet ſeyn, dann.
eben der Rom, Biſchof, und alle deffelbigen an-
haͤngige Sardinäle, Biſchoͤffe und Prälaten. [recht anruffe.
Denn täglich dringen fie mehr und mehrdaßin, | Daß man die verftorbenen Heiligen anrufe
"daß man nicht allein in der Kirchen, fondern |fen fol. -
aud) fonft die heillge Schrift, den gemeinen] Daß man das Sacrament auffer feinem
Chriſten nicht laffe zu Verſtand kommen, |Braud), da doch öffentlich ift daß es nicht
noch vorbringen. Schämen ſich aud) nicht,
den Läyen und dem gemeinen Mann öffentlich zu | halten folle.
verbieten, die Bibel zu lefen, ja ihr eigen®e | Daß Werke, von Gott nicht geboten, als
bet in ihrer Mutterſprache zu thun. Unterfchied der Speis und dergleichen, find
75. Dargegen dringen fie mit groffer Grau: |Gortesdienfte, dadurch GOtt geehrer werde,
famfeit auf Haltung ihrer erdichteten undab« und verdienen Vergebung der Sünden, und
goͤttiſchen Lehre, die vornehmlich dahin gerichtee daß dieſelbigen Werke zur Seligkeit nörhig find.
it, ihre eigene“ Autorität zu erhöhen, dazu ſie Daß die Kloftergelübde ver Taufe gleich find.
eine Aufferliche fcheinende Religion, die allein) Daß derfelbige Biſchof zu Nom Macht ha«
in Ceremonien ftehet und auf abgöttifche Wer:
fe gegründet ift, angerichtet Haben. Als erft- Damit ſetzt er ſich uͤber GOttes Gebot, darinn
lid), machen fie eine folche Kirche, darinn der der ſchwachen Natur der Eheftand geboten ift.
Biſchof zu Rom die Höchfte Gewalt habe, daß | Daß die beyde Schwerdter , das geiftliche
ihm alle Bifchöffe und Prieſter, auch alle Kaͤh⸗ und weltliche, Petro gegeben find, und darum
fer, Könige, Fuͤrſten, und in Summa alle der Roͤmiſche Bifchof göttlichen Befehl habe,
Menfchen Ehriftliches Namens, bey ihrer See. | Ränfer und Könige zu fegen und zu entfeßen,
len Seligfeit gehorfam zu feyn fehuldig find. | und daß ofne feine Beftätigung Fein König ein
76. Und fegen etliche ihrer Sefver dazu, daß Chriſtlicher König fern Fonne. Damit fest ſich
ſolche Perſon im Glauben nicht irren kann; der Pabft auch über GOttes Gebot, darinn
feine &hre genommen.
Daß man GHFE in foldyer Unwiſſenheit von
das doch eine öffentliche fehröckliche Sügen iſt: beyde Repiehh, das geiftliche und weltliche,
eee3
„Uns
yfehn, b) Don dem nach Trident ausgefehriebenen Concilio. 1177
diefe Chriſtliche Adminiſtration und Eigenſchaft |padurd) wird GOttes Sohn dem Mittler,
be, dem Prieſterſtand die Ehe zu verbieten.
eigentlich dieſe hohe grauſame Suͤnde ift, da
7
Daß GHOFE, oder die Heiligen, mehr wirken
Chriſto, und. ohne Vertrauen aufden Mittler,
ein Sacrament iſt, anbeten und für GO
unterfehleden find, und ift dem Predigtamt
nicht befohlen, weltliche Reiche zu ſich zu zie⸗
hen oder zu ordnen, mit Diefem Schein, als
28 v das Evangelium ein folcher göttliher Be⸗
fehl, weltliche Regiment zu ordnen 2c.
Daß der Pabit Gewalt habe, die, Sacra-
‚mente, von GOtt geordnet, zu ändern.
Daß der Pabſt Gewalt Habe, der Heiligen
Verdienſt auszufbellen, und andern zu applis
civen, und dazu mit dieſem Ruhm, als möge
er durch folche Application den ewigen Zorn
Gottes wegnehmen, wie die Indulgentien ges
ruͤhmt und gegeben find. |
Daß recht ſey, einen Menſchen zu verban.
nen und zu tödfen, der dieſe Artikel niche für
wahr annehmen will. Nr:
77. Weiter, wird Chriftliche Lehr in vielen
Artikeln durch die Paͤbſtliche verdunkelt und
zerriſſen, als nemlich, daß fie nicht für Suͤn⸗
de halten, das Sünde iſt, als boͤſe Neigung
und Zweifel von GOtt im Herzen; und Dage-
gegen zur Sünde madyen, das nicht Sünde
it, als mit Unterſchied der Speis, Eheverbot ec.
Daß fie lehren, ein Menſch koͤnne GOttes
Geſetz in dieſer toͤdtlichen, ſchwachen, verderb-
ten Natur, genugthun. a
Daß fie den Unterfchied des Geſetzes und
Evangelli, der Gebote und Räte, übel und
zu groſſem Schaden Der Geelen gefaͤlſchet.
- Daß fielehren, Erzehlung aller Sünden, bie
man gedenken Fann, ſey nöchlg zur Vergebung.
78. Und über dieſe Irrthuͤmer haben Die
Mönche täglich neue Jerthuͤmer und Abgoͤtte⸗
rey erdacht. ee
‚79, Will man denn Die Kirchenzucht anfehen
am Volk, an Kiofterleufen und am ganzen
Clero,
klagen,
Lehre und
Ja,
(langer Zeit, D
d langer Zeit, bey 400. „30
verderber, und Die nicht Chriſto, fondern dem
Haltung der alten Kirchen willen. |
1178. Cap. ı8. Don der duch Convente m Reichstäge gefüchten Religionsvergl,
wie das alle die Theologi Hoch- und vielaemelda
fo ift es alles fo verkehtt, Daß es nicht der rechte, wahre Antichrift, fo fich an GI k
- ärger ſeyn koͤnnte; wie alle die befennen und tes Statt geſetzt und
fo etwas don göttlicher. Schrift, auch) |
fo verkehrt, Daß Der heilige Bernhardus | geftalt von unferer G. ©. und günftigen Herren '
Geſind, und fonderlic) Die zu Nom, vor Principalen Theologen in vielen gedruckten Bis
Jehren, Kirchen, chern nothduͤrftiglich ausgeführee worden if,
— *
2 €
der Römifche Biſchof und deffen Anpang
Ber alles Thun je länger je mehr verderbe
verroüftee haben, auch auf diefen Tag, nah
nichts ernftlicher erachten, denn wie fie fih in
folder Berfehrung und verderbtem MWefen ers ı
halten und immer ſtaͤfffen.
80. Nemlich, daß fie mit allerley offenbarer
Simonie die. Praͤlaturen und alle Kichene
würden und Befoldungen befommen, und die
nicht allein zu weltlichen Pracht; fondernauh
zu aller Ueppigfeit, Wohlluft und offenbaren
Saftern, groͤblich mißbrauchen, die gefunde Sehe
ve Ehrifti, auch alle Zucht und Ehrbarkeit dar⸗
inn zu verfolgen, zu unterdrucfen, und unter
ihrer Gewalt gänzlich gefangen zu Baltenıc,
ter Stande, unferer gnädigften, gnädigen und
aünftigen Herren Drincipalen in vielen Schrifa
ten, foöffentlich Im Drud ausgangen,dargerhan;
und leider zu viel Wuſt an Tage liegt, dochzur
Nothdurft weiter und unwiderfprechlic) beya
gebracht und erwieſen werden mag; weldies
wie denn hoc): und vielgedachten unfern ©,&,
und günftigen Heren Principafen, zuißter Ge
legenheit haben zu thun und vorzunehmen,
hlemit ausdruͤcklich vorbefalten haben wollen,
81. Dieweil denn aus deme Flar, und nie
mand, der in Beiliger Schrift und GOttes Sa⸗
chen einigen Berftand hat, verneinen kann,
daß auf Erden nicht Seute ſeynd, Deren alles
hun und Welen ChHriſto anferm Hern
und feiner Lehre gänzlicher und, ſtaͤrker zumla
der und enfgegen ift, benn des Roͤmiſchen Bi
ſchofs und feines Concilli Genoffen; die auch
Chriſtliche Lehre und Zucht weniger dulden und |
teiden mögen, ja im Grund anders nicjesdenn
zu dieſen letzten Zeiten ges Ä
offenbaret werden muß, gewißlich feynd und
dafür gehalten werden follen; wie dag gleicher |
82. So hat ein jeder Chriſt Teichtlich zu
Wiederchriſt dienen, ineinem Concilio fie in ihr | fchliejjen, Daß der Roͤmiſche Bifchof, und dig |
Angeficht gefcholten hat. Nun wiſſen aber alle | fein verſtrickt vermeynt Concilium, in der Sa⸗
die, fo etwas in Hiſtorien bekannt find, daß chen der ſtreitigen Religion und Chriſtlicher
Mes
IV. Abſchn. b) Dondemnach Krident ausgefchriebenen Conciſio. . gt
ı Neformationder Kirchen mit nichten Rich- und Leben der Chriſtenheit ärgerlich und nach⸗
ter in kann oder mag ; fondern daß GOttes und |theilig if}. —— Ki ;
\ allen Gefegen, Rechten und menſchlicher Ber. | * 87. Dann fo viel erftlich die, Sehre betrift, fo
nunft nichts höhers zuwider befchehen Fönnte, iſt ohne allen Zweifel wahr, wenn der Nom.
mn fo man die Reformation der Kirchen an die- Biſchof verfüßrifcher Sehe und Ketzerey halben
fe Chrifti und feiner: Kicche rechte Wider- beſchuldiget würde, daß er in felbigem Fall nicht
Wwärtigen und Verftörer, den Nom, Biſchof | Richter feyn Fann, oder foll. Nam Papa ‚fi
und feines Concilil Genoſſen, ftellen, foldy ige |deprehendatur a fide deuius, accufari poteſt,
vermeynt Concitium erfennen und annehmen, jet fic in caufa propriaiudex eſſe, non permit-
ihnen auch) allein Die voces decifiuas (mie ihre |titur. |
Meynung ift,) laffen follte. Denn was wä-| 98: So viel dann das Leben belangt, bezeu«
ve diß anders, Denn die Kirche GOttes und die gen die Canoniſten an vielen Orten, wo der
ganze Ehriftenheit ihren hoͤchſten widerwaͤrtigen Pabſt in üppigem, unbußfertigem und nachred«
Feinden und Berfolgern übergeben, und hint, lichem Seben und Wandel ſteckt, fig) nicht befe
anftellen? — ſert; ſondern der Kirche aͤrgerlich iſt, daß er als
83. Und ſoll hierinn der Biſchoͤffe Name, dergleichen geſtalt, in feiner eigenen Sache
Autoritaͤt und Praͤeminenz, ſo der Roͤmiſch Bi- nicht Richter ſeyn mag. Si enim Papa eft in
ſchof und deſſen Anhaͤngige vor der Welt peccato mortali notorio et alios ſcandalizat,
—
*
(gleichwol weder Chriſtlicher, noch fonft loͤbli. nec eſt corrigibilis, quia in tali peccatoiugiter
her Weiſe,) an ſich gebracht haben, nicht an: permanet, poteſt tanquam hæreticus puniri,
geſehen werden. 3 > nec debet eſſe Iudex, quia videtur male. fen-
84. Dann obgleich fie auch Das ordentlich tire de fide &c. — |
und mit Recht eralten.bätten (das man ih | 89. Diewell dann Hoch. und vielgemeldfe
„nen doch gar nicht gefteßet) : fo haben fie Stände der Chriſtlichen Augfpurgifchen Con⸗
ſich dennoch deffen durch ihre unchriftliche, aͤr, feßion unfere gnädigfte, gnädige, und guͤnſti⸗
gerliche, hochſtraͤfliche falſche Lehre und Leben ge Herren Principal, den Roͤmiſchen Biſchof
mit der That ſelbſt wiederum entſetzt und un: ‚und deſſen Anhaͤngige nicht allein ihres aͤrger⸗
würdig un — liichen hoͤchſtſtraͤflichen Lebens, übermäßigen
85. So bat auch unſer HErr GOtt das Prachts, Unzucht, Wohlluſt, Geiz, Simo—
rechte Urtheil und Erkenntniß der Religion Inie und anderer Laſter halben, angezogen und
Sadyen nit eben an den Bifchöflichen Nas geſtraft; fondern aud) ihrer ehr, Saßungen, fal⸗
‚men und Titel gebunden, wie das an denen ſcher Gottesdienft, und alfo der Keßerey und
Biſchoͤffen und Prieftern, fo die Heiligen Dro- Abgoͤtterey öffentlich beſchulbiget Haben, und -
pheten, Chriſtum den HErrn felbit unddie Apo noch, deffen fie ſich aud) bis auf den heutigen
jtel verfolgt und umgebracht Baben, genug Tag mit dem geringften noch nie_ enefchuldie
famlich erfcheinee, ob die wol äuflerlicher Ord⸗ |get, auch beftändiglich zu. ewigen Tagen nicht
nung nach, die einigen ordentlichen Bifchöffe werden enefchuldigen mögen: und doc) gleich⸗
und Priefter im Volke GOttes waren, und wol ſich bis daher zu feiner Beſſerung noch Re—
nicht weniger Berheiffung des Heiligen Öeiftes | formation begeben wollen, fondern incorrigi-
hatten, dann fid) der Roͤmiſche Bifchof und |biles find: fo folger, daß fie, vermöge ihrer eis
die Seinen heutiges Tages beruͤhmen mögen. | genen Rechte, indem Concilio, darinn von dem
86. Zudem, und für das achte, fo ift offen- | Glauben und Neformation der Kirchenzubane
baren Rechtens und wird aud) von ihren eige-| deln, mit nichten präfidiren, noch Richter ſeyn
nen Canoniften für gegründer und unfehlbar | mögen. |
Bee, daß ein Nömifcher Biſchof, oder 90. Zum neunten, gefegt, doch unbegeben,
Jabft, in diefen beyden Sällen, nicht Richter) daß auch erft erzehlte Urfach und Hinderniß
ſeyn mag, nemlich, wenn er mic feiner Lehre nicht vorhanden, fo wäre dannoch der a
1182 Cap. ig. Donder durch Convente u Reichstäge gefüchten Religionsvergl, 83
miſche Biſchof, deffelbigen Anhängige, und als hoͤchſten, verbittereften und heftigften Feinde,
fo diß ganze angemaßte Eoncilium, darinnen let fic inimici capitales et atrociflimi , unferee ı
fie alleine zu präfidiven und zu decidiven Haben Ignädigften , gnädigen und günftigen Herrn
wollen, unfern ©. ©. und günftigen Herrn Principalen feynd, dieweil fie nun fo viel Jah⸗
Principalen zum hoͤchſten ſuſpect, verdächtig, re her ihre Chur-und Fürftl. Gnaden, Gnaden
argwöhnifch, und alſo gar gefaͤhrlich, auch ver⸗ und Gunſten, und deren Chriſtlichen Eonfef U
- möge aller Rechte, natürlicher Vernunft und |fion Anhängige, als Ketzer, Schismaticos, nicht
Billigkeit, meidlich und zu recufiren. alleine ſchmaͤhlicher Weiſe (aber doch mit aller "
- 91. Dann erftlich fo iſt verſehenes Rechtens, Unwahrheit, auch unverhoͤrt und unverbunden,)
daß ein jeder in den Sachen, deren er groffen jöffentlid) angezogen, ausgefchrieben, an ifren
Mutz oder Wortheil Haben kann, ein hochver⸗ Ehren zum hoͤchſten injurirt, angetaftee und "
daͤchtiger Richter iſt, und wol recufire werden geläftert ; fondern auch verdammt, verbannt, /
mag. Index enim, qui ex caufa coram fe bedräuet, und unzählbar viel ihrer Chur, und F
agitanda, magnum vel commodum, vel in- Fuͤrſtl. Gn. Gn, und Gunften Ehriftlicher Con« +
commodum percipere poteft, recufari iure feßion und Lehr anhängige Derfonen mit der ©
oteft. | That, an teib, Leben, Ehrund Gut, zum als ©
92. Nun ift aber offenbar, daß dem Roͤmi⸗ lerbeſchwerlichſten und unſchuldiglich verfolget
ſchen Biſchof und den Seinen an dieſer Reli⸗ und angegriffen haben, und noch, dergeſtaſt,
gion und Glaubensſachen (darinnen nicht allei⸗ daß fie auch nicht aufhoͤren, noch täglich es zu
ne ihre Perfonen, fondern der ganze Stand des practiciren, auch alle Potentaten gegen ihren
Pabſtthums und deffen Anhangs zum höchften Chur und Fuͤrſtl. Gn. On. und Gunften zu ver⸗
angeklagt wird,) alles ihr Gluͤck, Geneſen over |hegen und aufzumiegeln, und an ihrem ges
Unfergang gelegen; derofalben er und Die Set: treuen Willen und Fleiß je nichts erwinden
nen in Denfeiben billig niche Richter, fondern |zu laffen, damit nur ihre Chur und Fuͤrſtl ©
. zum hoͤchſten verdächtig und argwoͤhniſch find |. und Gunften, und ale andere derſelben
.. und gehalten werden follen. Chriſtlichen Confeßion und Lehre Verwandte, '
93. Zum andern, fo iſt auch der Roͤmiſche in allen Landen mit Schwerdt, Waffer und
Bifchof ſamt feinem Anhang in bemeldter Sa⸗ Feuer, von der Erden, ja auch aller Mens
chen gar und ganz parteyifch, nicht allein des« | (chen Gedaͤchtniß ausgereutet und vertilget wers
halben, daß fie in einem’ freyen Chriftlichen ven möhten.. — |
Concilio öffentlich zu accufiren, und alfo felbft | 96. Aus welchem und oberzehlten allem fi
Part feyn worden; fondern auch) darum, daß |Flärlich und gnugfam befinder, Daß vermeyns
fie fich gegen unfern gnädigften, gnädigen und tes Concilium nicht alleine ganz unficher , auch
günftigen Herrn Principalen, und andern de- kein gemein, frey noch Ehriftlich Concilium ge⸗
von Chriftlichen Confeßion Verwandten, ganz nannt werden möge, und derhalben obangezos'
hoßiliter, inimice, und feindlich geberden und |genenReichsabfchieden und ergangenen Bertrö«
erzeigen. Ba Ä - flungen gar ungemäs, ja des Namens eines
94. Dann fo ift gleicher Geſtalt verfehenes Concilii unwürdig; fondern auch, daß es aus
Rechtens, daß niemand feinen Feind und Wir Igehörten Chriſtlichen und rechtmäßigen Urfası
derwärtigen in feiner Sache zu einem Richter | chen, den Ständen ver Ehriftlichen Augfpurer
zu leiden, ſchuldig. Index enim, quife inimi- giſchen Confeßion, unfern ©. ©. und guͤnſti⸗
.cum oftendit , licet non capitalem, fufpectus |gen Heren Principalen und gemeiner Chriſten⸗
eit etrecufari poteſt. heit, billig zum hoͤchſten verdächtig, ſorglich
95. Nun ift aber die Wahrheit, wie auch |und gefährlich it; derwegen aud) ihren Chur⸗
zum Theil oben erregt ift worden und nicht ver- |und Fuͤrſtl. G. G. und Gunften, derfelben und
neint werden mag, Daß der Nömifche Biſchof Igemeiner Chriftenheit unvermeidlihen Noth⸗
und fein Anhang nicht fihlechte, fondern die durft nach, in dieſer fo wichtigen Sn N
aus
|
NE;
ve F
3
34 WAbſch. b) Von dem nach Crident ausgeſchriebenen Concilio. 185
Blaubens Sachen, daran ihnen nicht eingerin-| gg. Denn es bat der en in
8, fondern der Seelen Heil, und alſo beyde das Concilium, fo wider ihn verſammlet war,
as Zeitliche und Ewige gelegenift, in alle We-] derhalben nicht Eommen wollen. tem, Eys
ge zu vermeiden und zu fliehen feyn wolle. |rillus Bat fid) in die Concilia derjenigen, fo das
| 97. Dann obgleich auch hoch · und vielgemeld-| Homonfion anfochten, nicht wagen wollen, fon=
te unfere gnaͤdigſte, gnädige und günftige Her-| dern davon fihriftlich appellirt. Item, Athana⸗
ren Principalen oberzehites alles dermaffen nicht | fius, wiewol er gen Tyro in das Concilium
erwegen, auch Blerinn fich felbft, ar Seelen,| kommen, 309 erdod) bald wiederum davon zum -
‚telb, Leben, Glimpf, Ehr, Haabe und Gü:| Käyfer, darum, daß er fahe, daß die fuͤrnehmſten
ter nicht achten, fondern das alles um zeitliches| im Koncilio Richter und Kläger feyn wollten,
Friedens willen (deſſen dann ifre Chur. und und felbft heimlich Leute beftelle Hätten, die ihn
Fuͤrſtl. G. G. und Gunften ihres Theits, nach faͤlſchlich anflagten. —
‚der göttlichen Wahrheit, zum allerhöchiten be-| 100. Als auch der Känfer Conſtantius eb
‚gierig find, ) ihren heftigften und verbitterften nen Synodum zu Aatiochia von vielen Leuten
einden ergeben und heimſtellen wollen : fo ha · verfammlet Hatte, hat Marimus, der Zeit Bis
‚ben fie doch als Glieder Chriſti und Kinder fchof zu Jeruſalem, daflelbige nicht befuchen
Gottes zu bedenken, daß diefes nicht ihr, fon=! wollen ‚ volewol ihme Antiocdyia nahe gelegen:
‚dern GOttes Sache iſt, ihnen auch als Chrift« denn er mußte, wohin das Gemüch des Con⸗
‚lichen Ständen, die GOtt der Allmächtige fon» ſtantil durch etlicher Arianifcher Betrug und
derlich mit Erkenntniß feiner Wahrheit fo and, Verführung a geneigt war. Glei⸗
diglich begabet hat, mit nichten gebühren mol. djergeftalt find auch die Bifchöffe in Occident,
‚fe, in folder Sachen, gi Abbruch der Ehren als fie verftanden, daß der Arianifche Haufe
| göftlicher Majeft. und Nachtheil feiner Heiligen auf dem Eoncilio zu Sirmio, in Ungarn, ftarf
Kirchen, etwas nachzugeben ; fondern daß viel- einfommen, wider das Käyferlihe Mandat
mehr ihr Amt und Befehl fey, bey dem goͤttli⸗ ausblieben. | “ i
chen Wortund erfannter Wahrheit, zu Erbau. 1or. Desgleichen Ift auch Paulinus, der Bis
ung und Beſſerung der armen Gemeinde, mit ſchof zu Trier, im Concilio zu Mäyland bald
Chriſtlichem Eifer beftändiglich zu verharren aufgebrochen, nachdem er vermerft, daß der
und zu bleiben: wie denn ihre Chur» und Fuͤrſtl. Biſchof dafelbft, Auxentius genannt, und fele
©. Önaden und Gunften davon zu weichen, ne Anhänger, nichts guts vorhattn.
die Kirchen Chriſti zu verlaffen und fih gegen! 102. Solcher Erempel feyn hin und wieder
Gott um empfangner ewiger und unzergäng«; in der Kirchen und andern Hiſtorien mehr zu
licher Gutthaten willen fo undanfbar zu erzels finden. Zudem, daß aud) die Päbftlichen
en, mit guter Eonfeienz und oßne Verlegung Rechte zugeben, daß aud) Concilia, fo die ver:
ende Der göttlichen Majeft. und brüderlicher | daͤchtig und gefährlich, recufirt und geweigert
|
8
Liebe gar nicht wiffen. Nam contra legem werden mögen. Dann fo die Rechte ſonſt in
conſcientiæ non eft obediendum füperiori, et- geringen und zeitlichen Sachen einen wider:
iam Papz. ‚ Wärtigen und verdächtigen Richter zu recufiren
98. Sonderlid) in Betrachtung , daß deffen zulaffen, wie vielmehr foll das Statt Haben in
auch £reffliche Erempel der Heiligen Bäter vor⸗ fo wichtigen GOttes und Glaubens Sachen?
handen feynd, welche die Synodos, wenn fie] Nam fi indicio, in quo iidem fünt inimici,
vermerkt, daß darinn nicht die Wahrheit ge- qui iudices, ne quidem humana debeant com-
ſucht; fondern etlicher Tyranney oder mitti negotia, quanto minus diuina? Qui fa-
falſche Lehre erhalten und beſtaͤtiget werden woll pienseft, intelligat. Quia naturale eſt, fufpe-
te, geflohen, und nicht haben befuchen wollen ‚| Aorum iudicum infidias declinare et inimico-
„wenn die gleich von der höchften Gewalt ange-| run indieium velle fugere. BE
jet waͤren. 103, Dieweil dann oberzehltes alles die Wahr⸗
Lurheri Schriften 17. Theil, Ffff ran
/ 135 Cap. 18. Vonder durch Conventen, 87 |
heit den mehrern Theil notoriſch und oͤffentlich auch nicht allein die genannten Geiftlichen Hi
am Tag iſt, und alſo der Rom. Biſchof, und |dern auch unfre gnaͤdigſte, gnäbige und gl J
diß fein vermeyntes Concilium, auch E. Ehr⸗ ge Herren Principales und andre gortesfück U
vielgedachter unferer gnaͤdigſten, gnaͤdig und guͤn⸗ auszůfuͤhren und zu beweiſen, auch der Haupt⸗
jeder, ſo Ihrer Ehur- und Fuͤrſtl. Gn. Gn. und men, maͤnniglich von ihrer Chriſtlichen Con⸗
ſion diefer Zeit anhaͤngig ſeyn, oder kuͤnftiglich geben, und ſich demjenigen, fo auf ſolchem
werben möchten, oftgemeldten Rom. Biſchof, | Eoncilio nach dem Wort Gottes und evange⸗
Concilium, auch E. Ehrwuͤrd. und W., als ſen wird, mit aller gebuͤhrender Reverenz und
dieſer ſtreitigen Religionsſachen unbequeme, geben.
lichen Potentaten und Haͤupter, zu beruffen und gemeldt, hochfleißige Bitte und Begehr, ſie
eichsta gegefchten Acligionsvergl 1187.
7
wouͤrd. und W. aus gehörten Chriftlichen und tige, bewährte und guter Gewiſſen Männer,
rechtmäßigen Urfachen , nicht allein Hoch » und weß Stands Die feyn, beruffen, frey, -ficher ı
vieigedachter unſerer G. ©. und günftigen Her⸗ |und ofne Gefahr zugelaffen und gehört, und l
ren Principalen, und. dieſer Sachen der firel- | darauf, alſo die flreitigen Puncten unferer hei—
tigen Religion in alle Wege incompetentes und |ligen Chriſtlichen Religion in alle Wege und "
unbequeme, fondern auch Ürer Chur » und F. ©. zufoͤrderſt nad) goͤttlicher Schrift, und denn ©
©. und Gunſten zum hoͤchſten verdächtige,forgli: | aus glaubwürdigem Zeugniß der alten wahren
che und gefährliche Richter feynd; und Dann, |apoftolifchen Kirchen, mit gemeiner, freyer |
vermöge der Rechte, niemand ſchuldig iſt vor | und unverſtrickter Bocation, eraminict, untere
einen unbequemen Richter oder. Verhörer zu |fucht und erörtere werden mögen. Auf ſolchem
kommen, aud) in allen göttlichen, menſchlichen Concilio, als der ſtreitigen Religion und Glau- '
und natürlichen Rechten zugelaſſen wird ‚einen |bensfachen rechtem, bequemen, . ordentlichen ı
verdaͤchtigen, beſchwerlichen und gefährlichen und einigem Richter, erbieten fic) unfere gua« +
Richter und Concilium zu recufiren ; digfte, gnaͤdige und günftige Herren Prince
104. So recufiten und wegern wie demnach, pales, oberzehlte ihre Lirfachen der Sgncome
in Anmalds Namen, von wegen hoch» und |petenz und Verdachts norhdürftiglic) weiter |
*
ſtigen Herren Principalen, auch ſonſt aller und ſachen halben, wie ſichs gebuͤhrt, vorzukom—
Gunſten Chriſtlicher Augſpurgiſchen Confef: feßlon und Lehre Rede und Rechenſchaft zu
alle deſſelbigen Anhaͤngigen, diß vermeynte liſcher, apoſtoliſcher Lehre dedicirt und beſchloſ
ihrer Chur⸗ und F. G. G. und Gunſten und Gehorſam gaͤnzlich zu ſubmittiren und zu unter⸗
—1
auch hochverdaͤchtliche, partenifche, wißerwär:| 105. Aber auf den Fall, daß ein ſolch Gene⸗
tige, forglicheund gefährliche Richter. Wie wir! ralconcilium fo bald oder leichtlich nicht in dag ||
denn diefelbigen ſamt und fonderg hiemlt in der Werf zu bringen, alsdann erbieten ſich hoch«
alferbeften Form und Weife, fo das von Rechts! und vielgemeldfe unfere gnaͤdigſte, gnaͤdige
und Gewohnheit wegen am allerbündigften ges] und günftige Herren Principales, an eis ı'
ſchehen foll, kann oder mag, aus vorerzeblten|ne gemeine Chriſtliche Berfammlung Deuts ı'
Urfachen recufirt und gemweigert haben wollen. | ſcher Nation und anderer, fo darzu zu erfor«
Provociren, beruffen und erbieten unsim Ma-|dern die Nothdurft erheiſchen möchte, alles
men, wie vorgemeldt, anſtatt der arbitrorum | mit der Maaß, Form und Beſcheidenheit wie
juris, an ein gemein, frey, Chriſtlich und uns ihrer Chur- und Fuͤrſtl. ©. Gn. und Gunſten
partenifch Concilium in Deutſcher Nation, an Erbieten hieoben, des allgemeinen Concilii hal⸗
einer gelegenen Malftadt zu balten, und durch ben, gewefen ift und gelautet Bat, ° a
die Nom. Kaͤhſerl. Majeft. unfern allergnaͤ 806. Dem allen nach fo ift an E. Ehrwuͤrd.
Digften Herrn, mit Zuthun aud) andrer Chriſt· und W. unfer, in Mawalds Namen, wie vor⸗
zu verfammlen, welches von gottesfürdhti en, wollen fih, alsunbsqueme, hochverdaͤchtige
gelehrten, unparteyifchen und dem Roͤmiſchen und gefährliche Richter, aus vermeldten Urfa« |
Biſchof unverpfiichten Perfonen beſetzt; darzu chen, aller und jeder Proceffe, Re |
2 N IR Ks
i ; |
*
1
Abſchnitt. b) Don dem nach Trident ausgeſchriebenen Concilio 1189
Fenntniß und Deciſion, in Sachen der firel.| 107. Mit — Anhang, da Eure
uncten unſers heiligen Chriſtlichen Slau-, Ehrwuͤrd. und W. oder ver Rom. Biſchof mit
s und Religion, auf dißmal und kuͤnftig den Seinen, über dieſe rechtmaͤßige Recuſation
ji und zumalen enthalten; auch ob bis-| und Provpcation, unfere G. ©. und günftige
anber von E. Ehrwuͤrd. und W. auf diefem| Herren Principales in einigen Weg zu beſchwe⸗
angemaßten Concilio in beruͤhrter Sachen et-|ven, oder auch Das gemeine, freye, Chriſt-
. was vorgenommen, _befchehen oder ergangen! liche und unpartenifche Concilium, obgemeldr,
"wäre, dafleldige als nichtig und unrechemäßig] (tie bisher, ) gefährlicher Weiſe zu verhindern
nm ern caßiren und aufheben, unfere Gn. und aufzuziehen unterftefen würden, und dar
' ©n, und günflige Herren Principafes über und |aus in der Chriſtenheit einiger Unrath, Weites
‚ wiberdiefe ihre interponirte Epeiftlicheund recht tung, Empörung oder Blutvergieffen (das der -
‚ mäßige Recufation, Provocation und: Erbie | Allmächtige gnaͤdiglich verhüten mwolle,) erfol-
‚fen, mitnichten beſchweren; fondern ihre Chnr-|gen follte, daß der Rom. Biſchof, deffelben
‚md F. G. G. und Gunftendarbey ungedrängt| Anhang, auch E. E. und W. deffen alle rechte,
bleiben, und diefe ganze Sache und Erörterung |wahre und einige Autores und Urfacher wären,
| der ſtreitigen Artikel unfers Beil. Chriſtlichen Jauch von männiglich billig dafür geachter und -
Glaubens und Religion an ihren rechten, or⸗ |gehalten werden follten; aber unfere Gn. Gn.
dentlichen und einigen Richter, nemlich ein und günftige Herren Principales deffen vor
allgemein oder National, frey, Chriftlich und | GOtt und der Welt frey und unfehufdig feyn
‚unparteyifc, Concilium, der Gebühr und Bil: wollten. Deffen allen und jeden wir uns an
ligkeit nad), Eommen laflen, auch ein ſolch Con: ſtatt und von wegen hoch = und vielgedachter un⸗
cilium mit gebührendem Ernft und Fleiß, zujferer G. ©, und günftigen Herren Principalen
‚ Pflanzung und Erhaltung goftfeliger Einigkeit, mit reinem Gewiſſen, öffentlich und vor aller
Rudhe und Friedens in gemeiner Chriſtenheit, Welt bezeugen und bedingen. —
um GoOttes und der armen zerſtreueten Kirchen 108. Das haben E. Ehrwuͤrd. und W. wir,
willen, befördern helfen. Dann fo das nicht in Anwalds Namen und aus Befehl, wie
gefheßen,, fondern Der Roͤm. Biſchof, oder E. ob gehört, unferer G. ©. und günftigen Herren
E. und W. unangeſehen diefer Chriftlichen und Principalen und gemeiner Chriſtenheit höchften
rechtmäßigen befchehenen Recuſation und Pro: | unvermeidlichen Nothdurft nad), nicht unan-
vocation, in bemeldfer Religion und Glaubens⸗ gezeigt laffen follen, ſich darnach wiſſen zu hal⸗
Bien über a 2 lang, gegen Suter Ön.|een. —
n. und guͤnſtigen Herrn Principalen, oder an- molf 5 i
deren deren Ehriftlichen Eonfeßion Berwandten, er ee kn en eh
mit befchiverlichen Decifionen oder Eenfuren RR er
| ra . | Herren Principalen, hieneben fonft alle ferne»
verfahren ſollten oder wuͤrden: ſo proteſtiren wir .. Nothdurft, auch Hülfe und Gutthaten der
hemit öffentlich und zierlich, im Namen, wie gechte diennt ausdrücklich vorbehalten haben,
bobſtehet, de nullitate,, iniquitate et iniufto gra-| ¶ davon wir gleichergeſtait öffentlich proteſremc.
wamine. Und daß auch hody- und vielgedachte
unſere G. G. und guͤnſtige Herren Principales
daſſelbige alles, wie das feyn oder Namen ha⸗ Are :
ben möchte, in allwege jegt alsdenn, und denn Swey Decrete des Tridentinifchen Con?
als jetzt, für nichtig, unrechtmaͤßig, kraftlos cilii, worauf die Lehre und haltung ihrer
und unbündig, (wieesdennaud)in der Wahr⸗ Birchen ftehen folle, mit einer Vorrede
‚heit wäre,) achten und halten wollen und wer⸗ und Oloflen verfeben. |
‚den, ihnen auchdargegen alle und jede rechtliche Gnad, Fried, und wahres Urtheil von dem
und natürliche Norhourfe und Defenfion aus-| Wort und Volk GOttes, fey allen Gottlie-
druͤcklich vorbehalten haben wollen. benden, Amen.
1 öfffa Es
Y
4
3190 Cap.ı9. Vonder durch Conventen, Keicherägegefüchten Relinionsserat
rt nn haare rat men | Derpflichten, mit etwas wenig hungeri⸗
& wird über die Chriſtlichen Fuͤrſten und nannten Biichöffen und Mönchen, die
Stände der Augfpurgifchen Confepion Biſchoͤffe und Cardinäfe würden, vero
groſſe Klage geführt, als ob vie Feine aufrich" denen er jedesmals zuſchreibet, was fie ſch
ei ee — — ans ſolle.
nehmen wollen, noch ſich zugebüßrender Eroͤrte | Und als doch GOtt etliche unter &
rung derſelbigen, beſonders auf jetzigem ver: a De ne For
meynten Tridentinifchen Concitio, begeben. Iſt Raum gemacht hätten, Kat man die zum eheil
aber die offenbare Wahrheit, daß diefen Fuͤt⸗ ͤberpochet, zum theil zu den Händeln des Eon-
_Aten und Ständen Feine Bergleichung der Re⸗ ig nicht zugelaffen. | m.
ligion noch nie ft angeboten, fondern ihre Chriſt⸗ x © ig an Callenz ii > PP
liche Confeßlon zu Augfpurg, Anno 30. aufs N —5 ns Kane a. B |
‚greulichfteverdamme worden. ° Er AN % ter den Concilio folle feyn. Damit I
2. Auf dem Neichstag zu Kegenfpung An⸗ dann * — Rn dahin Fi 4
no 41. hat wol die Känferliche Majeſtaͤt eine MR, alfo auf des, Roͤmiſchen Päbftlichen |
Bergleichung geſucht, wie auch im Ge- 1 ofes — zum erſten, als ohne
fpräch die Böchften Artikel Cpriftlicher Schre Fein? eformation ——
find verglichen und von dieſen Fuͤrſten und 9 a megben, Ice arlich möchte Handeln,
Ständen gern angenommen worden : der. &e- MO — — Inptelem Concilio, Daß
gentheil aber hat die, famt dem Bud), fo die Man en a 3 te den Titel geben, daß
Kaͤyſerliche Majeſtaͤt zur Bergleichung hat für- ka die Dab R —— thaͤte Da
geben, aller Dingen verworfen und die Sa; aber des Pabfts 5 erpflichteten wohl verftun
he dahin getrieben, daß auch die Käyferliche den, daß der Pabſt dem Concilio Dadurch waͤ⸗
Majeftaͤt alle Handlung deffelbigen Geſpraͤchs AUIBEIDEIIEEL IE ENAe haben fie mit ihrem
auf ein Concilium, oder eine andere Reichsver- Pabſt folchen ie dermaflen zugeſpro⸗
fammlung, hat verfehoben. chen , DE nicht allein — hat muͤſſen
3 . Alſo hat man wol vor, auf und nach dem⸗ un eiben, fondern aud) alle andere Sachen
ſelbigen Reichstag vielmal zugeſagt, ein frey Ei andern mafjen verhandele werden, denn
Chriftlich Concinnm in Deurfcher Nation, an| den, wie es ihnen der Pabjt von Rom alle
ficherem zus deren auch etliche find benenner mal vorſchreibt. Das ift ihr frey Chriſtlich
worden, als Cölln, Mes, Straßburg, Maͤynz, Concilium. : | J—
zu halten, und wo nicht ein General, doch ei Na⸗ 7. Nun, wie frey und ficher der Platz ſeye,
tional, und wo das auch nicht, Doch eine Reichs- haſt du Daher wohl abzunehmen, daß durch den
- verfammlung, auf deren von Bergleichung der | Pabſt und dieſes Concilii Leute ift bisher pi
Religion und Reformation der Kirchen follte|viel gefchaffet, daß der Roͤmiſche Hifpanier,
mit Ernft feyn gehandelt worden. Das hat Alphonſus Dies, mit feinem Morddiener, Jo
aber der Babft und fein Haufe, als die das hann Valdefio, zu Insbruck nun ſeit dem 28.1
Sicht der Wahrheit mit nichten leiden mögen, Tag des Merzens nicht Hat mögen gerichtet
inmer verhindert und verfchoben. werden, der jo einen greulicyen Cainifchen ı
4. Bis zulegt, da er die Sachen dahin ge) Mord an feinem leiblichen, einigen, Cheiftlichen 1
f
—*
bracht und alfo beſtellet hat, daß er das Con⸗ Bruder Johann Dies, zu Neuburg an der
cilium gänzlich in feiner Macht, und das Donau, hat begangen: daer denfelbigen feinen!
Schwerdt gegen allen Befennern des heiligen] Bruder durch feinen Morddiener mit einem!
Evangelii in der Zauft zu haben vermeynt :| Beil in fein Hirn gefchlagen, weil er ven Brief
da hat er erftdas Tridentinifche vermeynte Eon | lefen wollte, den er ifmdurd) den Morddiener
cilium zu Balten angefangen, und dahin feine|gefandt Bat, ermorden laffen, und den Morde
Cardinaͤle und feiner Cardinaͤle Vettern und|diener dieweil auf der Stiegen verhuͤtet; 9
ches
J *
—2*
193
27. Tag Aris noftris begraben „. welche auch hiemit der
rbeit, Hebraifdy) und Griechifc zu lernen,
aber nun von diefem Concilio fürjüberhoben werden. ——
ſſtliche Religion hoffen, Habt ihr aus / 12. An dem Decret hanget dann, daß man
zweyen folgenden Decreten, die ich darum allen Chriſten die Bibel in ihrer Sprach zu le⸗
jetfcht Habe, zu erkennen. In dem er- (fen verbiefen würde; wie hievor ohn das in fe
jecret merket ertlich, daß fie Die Lehren |viel Königreichen beſchehen. Dann als etli
Gebräuche, die von Alten her, ohne Zeug-|im Eoncilio darauf gehandelt, daß auch einem
miß der Schrift, auf fie fommen find, wollen |jeven. BolE eine Verdolmetſchung der Bibel
der heiligen Schrift gleich: und als, er würde in feiner, Sprache zugerichtet, Bat das
ſteln durch den Heiligen Geiſt Dargegeben, Hal- Ar"
ten und gehalten Haben; damit meynen fie alle] 13. Im andern Decret merfet, daß diefe
ihre falfche, abgoͤttiſche Lehren und Ceremonien, Leute nicht gnug gehabt, daß fie die heilige
ie fie Die von Jahr zu Jahr in ihren Miß- Schrift durch ihre alte öffentliche Lehren und
brauch gebracht, zu erhalten: denn wie ſtracks Gebräuche, und ihre dunkele, unartige, mangel-⸗
dieſe der heiligen Schrift entgegen und zuwi⸗ haftige Dolmetſchung vermiſchen und verſchla⸗
ber, auch ganz neulich ‚auffommen; wollen gen; ſondern unterfteßen fie auch erſt gar zu be⸗
fie Die doch alle dem Heiligen Geift zufchreiben graben, mit ihrer falſchen Auslegung. Denn
and als von Apoſteln berfommen gehalten wie fie die zualler Abgörterey, und ihrem Pracht,
Haben oc - fund ihrem Genieß, bis hieher haben gefälfcher
9. Zum andern, merfet in diefem Decret ‚|und verfehret, das erfennen fie nun der Kir:
daß fie alle die verbannen, welche nicht als gött-Ichen GOttes Auslegung feyn, die nicht weniger _
liche Schrift Halten alle _diefe Bücher, die fielgelten folle, denn die heilige Schrift feibft.
erzeblen, unter denen fie aud) dasandere Buch] 14. Zum andern, fo merfet in dieſem De⸗
Maccabaͤorum erzehlen, welches die Alten nicht|cret, daß fie wollen verhüten, daß feine wah⸗
für ein biblifch Buch erfennet; aber fie mey-|re Auslegung der heiligen Schrift immermehr
nen, e8 diene das Segfeuer und Dpffer für dielauffomme, denn fie Feine wollen gefchrieben,
Todten zu erhalten. gedruckt, gehabt und gelefen werden, denn die
- 10, Im andern Decref merfet, daß fie al⸗ ihre Biſchoͤffe eraminiret und bewaͤhret haben,
lein ihre alte Lateiniſche Dolmetſchung der Bi: weil die In goͤttlicher Schrift fo wohl eruͤbet, ja
bei wollen glaubwürdig ſeyn, und gehalten wer: im Hofpradyt, Sagen, und heßlichern Geſchaͤf⸗
den, die Doch, wie man weiß, an vielen Orten ten, und fo viel der wahren Auslegung der hei⸗
ſehr dunkel und mangeldaftig if: fo hat die al-|ligen Schrift bey fich haben, oder fie auch er-
te Kirche verordnet, Daß man den eigentlichen |fennen fönnten. =
Verſtand der Schrift im Alten Teftament aus| 15. Da habt ifr nun, liebe Chriften, das
dem Hebräifchen, im Neuen aus dem Grie⸗ |fchöne, freye, Chriſtliche Concilium zu Trident,
chiſchen folle nehmen; und wiſſen es alle Ge-jund feine Fruͤchte, Daß ihr nemlich hinfuͤro die
lehrten nuͤtz ſeyn, wie es der heilige Auguſtinus heilige Schrift weder in ihrer eigenen Sprache,
hat gelehret, viel Dolmerfchungen ver Bibel noch wohl verdolmerfcher follet lefen, und daß
‚Baben, diemweil feine Sprach die andere in al-|euch die niemand anders vorbringen und ausle⸗
lem ganz fann erreichen und immer ein Dol-Igen darf, denn dermaffen, daß dadurch alle
metfch etliche Derter befjer und Elärer denn der |greulichfte Greuel des Pabſts beftäfiget werden,
andere verdolmetſchet. daß er nemlich ein Herr fen über die goͤttliche
_ 17 Aber diß Decret dienet dahin, daß die Schrift , alle Gefes, Menfchen und Güter der
Rechtsgelehrten und Berftändigen von der hei⸗ ganzen Welt, daß er alle Recht habe im Schrein
ligen Schrift abgehalten, und fie denn die hei-|feines Herzens, daß alle feine Abgötteren der
lige Schrift bey den Keßermeiftern und Magi-jeinige feye, und Mittelgen —
3 me
des Me
nicht moͤgen erhalten werden.
Sm
194 Cap. ıg. Donder durch
-
Conventen. Reichstäge gefüchten Religion
mel zu kommen, bie man von ihm denn kaufen, d) Xo find Zeugniffe folcher Traditio
male. mit Ergeben der Seelen in Abgrund | © Aſſo vermifeher ihr GOttes Wort ı
en ev > in 5 * ſchenſatzungen, als ob fie gleich ſollten
der Hölfen, und der Leiber und Güter zu allen g, Zeiger an, melde Trakitiones die
"feinen Schanden und Gottes Berfolgungen.| Habe- fürn Fürigehkleenate
Err JEſa wehre und fleure Deinem Feind,
3. Damit aber niemand hierinnen ei
und erhalte uns bey. deinem. heilfamen Deich Zweifel entjlünde , welches doch Die
Ninen. an ne find, die das Concilium ennimmet, bat
ey ee Concilium für gut angefehen, die Ordnun
Das erſte Decret, der pierten Gigung des cher Bücher hie aufzuzeichnen, und find
F Teidentinifchen Eoneilii, den 8. Apeilis, |fich die, fo hernach bejchrieben find.
a Annn-g0.gHEennel« RI. — Teſtaments.
en .! 4. Die fünf Bücher Mofis, das ift, Ge—
Fas Heilige , aller Welt und gemeine Ttle | nefig, Exodus, Seviticus, Numer, Deufero
Ndentimſche Concillum, im Helligen Geiſt min: Kofsa das Buch der Nichter : Ruck:
> Rd n omion; Joſua: das Buch der Richter : Ruth:
verſammlet in ber Dreyer gegaten des Apoſto | vier Bücher der Könige: die zwey Darali
Alſchen Stuhls Vorſeyn/ hat diß in ſteter — menon: das erfle und. 2) andere Bud) Eeh
wedjung,, wicalle Sreehümer,a) aufgedaben | repemiasgenannt: Tobias: Judith: Efth
und das reine Evangelium In der Kirchen imer-|c..p, Maler Davids, fo Hundert md funfii
de b) erhalten, welches zuvor durch die Pro fmen hält: Sprüche Salomenis: Eccie
2 rt Ihz k PT h F p ch —
pheten in heliger Schrift verheiſen anie ftaftes : die Hohenlicder. Das Bud) der Were
.. Herr JEſus Chriſtus, GOttes Sohn, ſelbſt heit: Ceclefiaflius, oder Jefus Gira
mindlidy verfündiget, felgends durch feine Efaias: Yeremias, mit famt dem Barud)
Apofteln, als ven ‘Brunnen aller geilfamen Erehiel: Dantel: die zwölf Propheten, das
Wahröeit und Zucht guter Sitten, ©) ale lit, SHufeas, Joel, Amos, Dbabias, Jonas,
Ereaturen zu prebigen, verfchaffet hat. Michas, Nafum, Habacuc, Zepkanfas, Hage
ae |gäus, Zacharias, Malachias. Die zwep Bits
> Searum verbietet denn ihts ben Läyen zu leſen. herMaccabäorum, das erfleunddasandere.”)
I g I daß 5) Wo thut ihr bin das dritte und vierte Buch
2. Und als das Concilium betrachtet, fo doch jolche in der alten Dolmetſchung begriffen
hiefe Waprfeit und Zucht begriffen ift, beydel find. - Sl
in den bibfifchen befchriebenen Büchern, und| *) NB. Und das andere ums Toten Opffers willen.
in den.d) Traditionibus, das ift,in den Lehren Des Neuen Teftaments. ,
und Gebrämgen, weiche zum theil die Apo-| 5. Die vier Evangeliften, Matthäus, Mars
ſtel von dem Mund Ehrifti felb/t empfangen, |cus, Lucas, Johannes: das Bud) der Apoſtel⸗
zum theil von Apoſteln felbft durch Eingeben geſchicht vierzehen Epifteln des heiligen Apo⸗
des Heiligen Geiſtes, gleich als in die Hände, ſtels Pauli: eine zu den Römern, zwey zu den
von einem zum andern übergeben find und auf |Corinthern, eine zu den Öalatern, eine zuden
uns fommen: nimmer di Concillum an, und Epfefern, eine zu den Piilippern, eine zu Den
ehret mit gleicher gottleitger Zuneigung und Ehr · Coloſſern, zwey zu ben Theſſalonichern, zwey
erbierung (folgend in dem ven Eyempeln der|zu dem Zimotheo, eine zum Tito, eine zum
rechegefinneten Bäter ) zumal alle Bücher des Philemone, eine zu den Hebraͤern: zwey des
Alten und Neuen Teſtaments dieweil fie beyde heiligen Apoftels Petri: vier Johannis des
on GH gegeben,) und.diee) Traditionen, Apoftels: eine Jacobi. Lind die Dffenbarung
behde den Glauben und gute Sitten belangend, | Johannis des Apoflels. eo
ale die entweder von dem Mund Ehrifti und] 6. So aber jemand ſolche gemeldte Bücher
. om Heiligen Geiſt eingegeben, ober durch ſtete nicht ganz und mit alfen ihren Teilen, dermaſ⸗
Folge in der f) Kirchen find erhalten worden. |fen, wie ſie von Atem h) her in der allgemels
| ) \ nen
Abſchnitt. b) Don dem nach Trident ausgefchriebenen Eoneilio, 1197 - .
Klrchen gelefen werden und in ver alten Frevel gewehret werde, fo hat das heilige Eon«
Dolme ung begriffen find, nicht wollte als cilium erkannt, daß niemand ſeinem eigenen
beifige und Canoniſche Bücher aufnehmen, der] Verſtand vertraue, und die heilige Schrift in
ſoll i) verflucht feyn. * 2. Sachen des Glaubens und guter Sitten, dies
) Merk, wie fie es jetzt haben, fo wollen fie es nend zu Erbauung Chriſtlicher Lehre, auffeine
erhalten, wider GOtt, Himmel und Erden, Meynung biege, noch auslege rider den Ver⸗
1 wie Te und verkehrt es immer fey. Ei ;
un 6 ſtand, den die m) H. Mutter der Kirchen bis⸗
2) Alfo verdammt und verflucht ihr alleheilige Vaͤ⸗ \ | i
‚ter, deren Schriften vorhanden, und bie alten ber gehalten Hat und noch Hält, (deren dann als
Zuchen, deren Feine fich aller deren Bücher ge: lein zuſtehet zu urtheilen vondem rechten Vers
braucht, die eure alte Verdolmerfchung vorgibt ‚| ftand und Auslegung der’ heiligen Schrift)
an Bar | 0°C Qu mer Den enpefigen gehen Bere
"Bas Buch der Weisheit, Sirad), Tobiam, Zus | and der Vaͤter Dazu geben. So aber etwas
dith, die Bücher Maccabaͤorum, nemlich ‚das ſolches zu einiger Zeit würde erreget und an
anere. ° el | Tag fonımen, follen, diediefem Decret entges
‚7. Darum follen alle Chriſten erkennen und gen kommen, durdy die ordentliche Biſchoͤffe
wiſſen, nad) mas Drönung und auf was Wer |Declarirt, und gebüßrlicher Strafen widerwor⸗
‚ge diß Concilium, nachdem es das Sundament| fen werden. &
‚des Glaubens gelegt, gedenfe fort zu ſchreiten, m) Wer iſt dieſe heilige Mutter? Ihr wollt den
‚und welcherley Zeugniſſe und Beveſtigung es Läyen nicht zulaſſen die heilige Schrift zu leſen,
ſich in Beſtaͤtigung der Lehre und in Befferung| fe haben die gemeine Pfaffen mit Meß ieſen, Sins
der Zucht in der Kirchen wolle gebrauchen k). gen, viel auch mit Uebereſſen, Hebertrinfen, Spies .
k) Rede, darum müffen nun alle eure ande len und Huren zu (affen; Biſchoſfe und Cars
3 1 —— Ne: öfen |
Lehre und Eeremonien, auch Verordnung und binäl jagen, Eriegen, find an Königs Höfen,
Regiment der Kirchen zerftöret bleiben, — ihr ober mit weltlicher — behaftet; Doeto⸗
res hergebracht, und Immer ärger werden. tes die diſputiren, lauren auf die feiften Pfruͤn⸗
den. Und ob jemand die heilige Schrift wollte
rein herfuͤr bringen, den verdammet ihr für eis
nen Reber, zum Galgen, Feuer, oder Waſſer.
Und das ift fein Wunder, denn euer Leben Das
Sicht der heiligen Schrift mit nichten dulden, .
nod) leiden mag. i
3. Es will auch das Concilium den Buch⸗
ſchleßlich fepn, daß Eund gemacht werde, wel) Drucfern hierinn, (als dann billig, eine Maaß
I m allen lateiniſchen Dolmerfchungen der ftellen , welche jetzunder ohne Maaß (als dieda
heiligen Bücher, die man umher frägf, ſole mennen, ihnen gezieme, mas fie gelüftet,) Die
als die aufhentica, das ift , deren jedermann, "Bücher der beiigen Schrift, ohne Erlaubniß
muͤſſe Glauben geben , gehalten und angenom.| Der geiitlichen Obern, desgleicyen Die Verzeich⸗
‚men werden? Derohalben es feßet underklärer, nungen und Auslegungen über diefelbigen, ohne
daß eben dieſe jestgemeldte allgemeine Dolmet. Unterfcheid,, oft ungemeldet, oft erlogen des
‚hung ‚die durd) fo langen Braud) vieler Jah⸗ Orts, da ſie gedruckt werden, und das noch
‚ten in der Kirchen bewaͤhret iſt, in den oͤffent ſchwerer ift, ohne Benamſung des Dichters
lichen Lectionen, Diſputationen, Predigen drucken, und anderswo gedruckt, ohne Beden⸗
und Auslegungen, ſolle für authentiſch ange.| fen feil Haben. Darum fo erkennet das heili⸗
‚nommen und gehalten werden, welche 1) nie ge Concilium, und feßet, daß forthin die Heilige
"mand, aus einiger fürgewandten Urfachen, fol) Schrift, vornehmlich aber Die alte gemeine n)
je dürfen, noch unterſtehen zu verwerten. Dolmetſchung aufs allergefliffenfte und reines
Do bleibt denn der heilige Hieronymus und fte gedruckt werde.
Erasmus? HR i n) Das ift das Beſte ermehlee.
2, Ferner, damit etlicher Muthwillen und| 4. Es folle auch niemand gebüßren zu dru⸗
0,5 — en, }
‚Das andere Decretder vierten Gigung des
Tridentinifchen Coneilii, den 8. Aprilis, im
er 46. Jahr.
Weiter bat das heilige Concilium auch be:
| dacht, daß der Kirchen GOttes folle er⸗
“ Een, ober drucken zu laffen einige Bücher von ung oder Craminktung umfonft p), ohne alle
. rer Orden und Drdnung derſelbigen. Welher Tr Arasan nn Vorachnma her heiligen
- nicht anzeigten, follen fie für die Dichter ger
halten werden, 9» — Lob! daß ihr doch noch etwas Guts erkennet
wuͤrdiger Form. Es ſolle auch ſolche Bewäß. | ftag nad) dem heil. Pfingſttag gehalten werden.
Von dem wieder zu Speyer, auch Worms und Regenſpurg gehaltenen | ;
: 5 > 3 —— I BB BR: N Habe
1198 Cap. 18. Oon der durch Convente u. Reichstägegefischten Religionsvergl. ı FE
geiftlihen Dingen, ohne den Mamen des Belohnung geſchehen, Damit das, guf ült, an ı
Schreibers; noch) ſolche verkaufen, oder bey ſich genommen, und Das Boͤſe verworfen möge were |
halten , fie fenen denn zuvor von den o) ordent-|den. ; ee
lichen Bifchöffen eraminiree und fürgue erfen-| P) Damit werden biefe Eraminatio eunimmeren
net, und das bey Strafe der DWermaledeyung| taggt!verben, Denn eure Präluten baben mühe
und des Geldes, fo im Canone deslegten fate-| ai ai like rc
ranenſiſchen Eoncilit erkannt ift. Prophezeyen, und euren Alcoran deſto befler,
- 0) Welche Auslegung wird aber bey diefen Bi: wie ihrmeynet, einbringen. vi: —
ſchoͤffen, fo jest vorhanden, mögen für gut er- 7. Mach dieſem fo begehet das heilige Con-
Eennet werden ? — was wollen ſolche ungeiftlt- | cilium abzuſchaffen den — fo etliche be⸗
ae eute von ber heiligen Schrift geßen in Denn, in fie = Dr) — ganze |
‚Und wo die, fo Bücher wollten I „| Densengen Dex heiligen ESchrtiE Der2EULE
acht, el Bere ſollen nn hi. ziehen zu leichtfertigen Gaufreden, zu Sabeln,
che Eramination und Bewährung auch Er- nichtigem Geſchwaͤtz, Schmeichlereyen, Aftere ⸗
faubniß von ifren Dbern, nachdem die Bücher reden, Aberglauben , gottlofen und teufeliſchen J
beſichtiget find, erlangen, nach ver Maaffe if. Zaubereyen, Laaßfallen und Schandbüchern,
— q) derhalben EN * De i
au) folche Bücher, ehe fie eraminirt und be, ||! "e Aenderung und Verachtung der heiligen |
währt wären, in Schriften wollteandern mit- Soon ehaeit)afe DaB Be —
ſheuen, oder ausbreiten , der ſolle gleicher Stra. igem Wege Die 90 iche Schrift zu folchen und
dergleichen Dingen gebrauche, und daß alle füls
fe verfallen feyn, wie die Buchdrucker, aud) | er
weiche ſolche Bücher bey ifmen-befielten , oder che Leute und frevele Verleger göttliches Worts
leſen thäten, wo die den Dichter des Buchs a een auch nach) freyer |
abt. |
6. Es folle aber die Probation der Bücher| 8. Es hat auch diß Heilige Eoncilium geords
fhriftlich gegeben und vornen auf das Buch net und erfannt, daß die nächftfünftige Sie
gedruckt, oder gefihrieben werden, mit glaub-| gung folle feria quinta, das ift, den Donner
Des achtzehenten Eapitels fünfter Abfchnitt.
Reichetägen.
i 1415. . tien, Navarra, zu Granaten, zu Toleten, zu I
Abſchied des Reichstags zu Speyer, Valentz, zu Gallien, Majoricarum, Hilpas
Anno 1544 aufgerichter. Dat. den ı0, Junit |lis, Sardinia, Cordubä, Corſicaͤ, Murciä.
u. Anno 1544 1 Giennis, Algarbien, Algezira, zu Gibraltar,
AO air Carl der Fünfte, von GOt⸗ und der Inſuln Canariä, aud) der Inſuln In⸗ if
NZ) tes Önaden, erwäßlter Roͤmi⸗ diarum und Terrä firma, des Meers Dreası
a fcher Känfer, zu allen Zeiten] ni ıc. Erzherzog zuDefterreich, Herzog zu Bur⸗
Mehrer des Reichs, König in) gund, zu Lotterich, zu Braband, zu Steyer, zu
Germanien, zu Caftilien, zu| Kärndten, zu Rrain, impurg, Geldern, Wuͤr⸗
Arragen, zu Segion, beyder Sicilien, zu Je⸗ tenberg, Calabrien, Arhenarum, Neopatria,
ruſalem, zu Hungern, zu Dalmatien, zu Croa⸗l Graf zu Habfpurg, zu Flandern, zu —
land, zu Pflerdt, zu Ky
$ Klin, zu Ceritan und zu Zütphen; Land: |
*
1200 V.Abfehn, Don den Reichstaͤgen zu Speyer, Worme und Regenfpurg,
Matzgrof zu Hännigau,
‚zu Namur, zu
graf in Elfaß, Marggraf zu Burgau, zu Ori-
2
|
4
|
|
|
|.
|
\
|
—
Reichs Fuͤrſt zu Schwaben
ni, zu Öotiani, und des heiligen Roͤmiſchen
zu Catalonia,
Afturia, ꝛc. Heer zu Srießland, auf der Wen⸗
dischen Mark, zu Portenau, zu Bifcaja, zu
Molin, zu Salims, zu Teipoli und zu Me:
ein; befennen und thun fund allermännigli-
en: Als wir uns nady jüngft zu Negenfpurg
"gehaltenem Reichstag, aus undermeidlichen,
trefflichen und. beweglichen Urſachen, mieder-
"um in Italien und von dannen in unfere Hi-
ſpaniſche Erbfönigreiche und Sande verfügt ha⸗
! ben, diefelben- vor unferer Widermärtigen
| Vieberfall, Beſchaͤdigungen und Befchwerungen
zu ſchuͤtzen und zu ſchirmen, feynd wir folgende
| von unferrh freundlichen lieben Bruder, dem
Roͤmiſchen König, berichtet, wie Churfürften,
‚ Sürften und gemeine Stände des heiligen
Reichs, und der Abwefenden Bortfchaften, ſich
auf naͤchſt darnach folgendem: Neichetage alhie
zu Speyer einer Expedition und Huͤlf wider
den Feind Chriftliches Glaubens und Na—
mens, den Türken, verglichen und entfchloffen,
Diefelbe auch geleiſtet, Darzu aus mas freffli-
chen vorgefallenen Urfachen ſolche Huͤlf wider
gemeldten Feind, den, Türken, unerfchießlich,
unfeuchtbar und uudienftlich gemefen ; derowe—
gen hernachmals zu Nürnberg eine andere Hülf,
dem Wormfifchen Anfchlag des Romzugs ge
mas, befehloffen; mweldje aber gegen . diefen
mächtigen Feind auch wenig fuͤrtraͤglich: mit
Erzehlung anderer vielfältigen Obliegen und
und Befchwerungen des. heiligen Neichs, und
freundlicher Ermahnung und Bitte, ung in
Anfehung der hohen Nothdurft wieder in das
- Beilige Reich Deurfcher Nation zu verfügen,
damit zu Abwendung aller derfelben Dbliegen
und Beſchwerungen gebührliches Einfehen ae:
ſchehen möchte. Wiervol wir nun aus der gnaͤ⸗
digen und väterlichen Liebe und Zuneigung, fo
1901
ww Görg, Parfiloni, zu Arthoys, zu Burgund, | im naͤchſt verfhlenenen zwey und vierzigften
jr Holland, zu See: | Jahr der mindern Zahl, als wir denn endlich
urg
entfchloffen geweſt, perfönlich in die Deutſche
Nation hätten verfügen, und all unfere Mache
und Bermögen, wie wir in Kraft unfers bes
foßlenen Amts, als ein Chriſtlicher Käyfer,
zum höchften begierig, mit unferer eigenen Per⸗
ſon, auch unfern Erbfönigreichen, fanden und
Leuten darftrecfen mögen, Damit dem Erbfeind
der Chriſtenheit defto mehr ftattlicher und noth⸗
wendiger Widerſtand gefchehen, auch in an⸗
dern und des heiligen Reichs hoͤchſten Obliegen
und Beſchwerungen billiges und gebührliches
Einfehen durch uns verfchaft werden hätte
mögen: So find wir doch in folchem unſerm
nothwendigen und Cpriftlichen Bornehmen wi:
der unfern Willen verhindert worden, vornehm«
lich der Urfachen, daß der Erbfeind Epriftlichen
Glaubens und Namens, der Türk, auf An—
reitzung und Beruffung des Königs von Frank⸗
reich, feine gewaltige Armada naͤchſt verfchies
nenen Jahrs auf Das Genuefer Meer gefehickt,
dafelbft-unfern Fürften und Glied des heiligen
Reichs, den Herzogen von Savoyen überfal-
len, und die Stadt und Pforte Niffa einneh-
men laffen. Und wiewol diefelben Türfen,
ſamt den Sranzofen, durch unfer Kriegsvolf,
jo ihnen damals unter Augen gezogen, zulege
dahin gedrungen, daß fie mit Schimpf und
Schaden abziefen müffen: So Baben fie doc)
um deflomeniger nicht unterlaffen, andere um⸗
liegende des heiligen Keichs und unfere Hifpa-
niſche Erbfönigreiche und Sande anzugreifen
und zu befchädigen, und in befchmerlichen, un-
wiederbringlichen Schaden und Nachtheil zu
fegen. Zum andern, daß der König von Frank
reich unfere Hifpanifche Königreiche, darsu au
unfere Niedere Erblande geivaltiglich er en
der That überfallen und zu befchädigen unter-
ftanden hat; Daraus gefolgee, daß wir uns .
nicht allein fo förderlich, wie wir wol geneige
geweſt, in das heilige Reich Deutfcher Nas
tion nicht verfügen, fondern Baben auch neben
unferm freundlichen lieben Bruder, dem Roͤmi⸗
fir zu dem heiligen Neich, und bevorab der ſchen König, und gemeinen Ständen des Beili-
Deutſchen Nation, allweg getragen haben, und | gen Reichs, unfere Macht und Hülfe wider den
noch, nichts liebers gefeßen , denn daß wir uns| gemeinen der Chriſtenheit, den Tür-
9998
CLutheri Schriften 17. Theil,
—
fen,
>
Rn
1202 Cap. ig. Don der durch Convente u. Reichstaͤge gefuchten Religionsver
fen, in Hungern bisher nicht wenden noch ge |mit vollmächtiger Gewalt bey uns gehorſam⸗
brauchen, vielweniger andern hohen Dbliegen lich anfommen und erfchienen ſiidd.
und Beſchwerungen des heiligen Reichs, wie] 3. Und demnach Haben mir, famt denfelbigen
folches die Morhdurft erfordert, abhelfen mögen. |Churfürften, Fuͤrſten und Ständen, und der
° 2, Aber deß alles unangefehen, und damit Abweſenden Raͤthen und Botfchaften, den Ars
gemeine Stände des heiligen Reichs und män: |tifel des Widerftands und ſtattlichen Hulf wie
-niglid) unfern gnädigen, väterlichen, geneigten der unfers heiligen Chriftlichen Glaubens und
Willen, fo wir zu dem heiligen Roͤmiſchen Namens Erbfeind, den Türken, als einen body
Reich und den Ständen deffelbigen je und all nothwendigen Punct, vor die Hand genommen, |
wegen getragen haben, und noch im Werk ſpuͤ⸗ Und dieweil man aber öffentlich befunden, daß
ren und befinden: Baben mir, unangefehen ge- der König von Srankreich fich nicht allein mie
dachter erzehlter Werhinderungen, darzu die bemeldtem Feind, dem Türken, in Bündniß |
‚vielfältigen Anfechtungen, damit wir, aud) uns \eingelaflen, fondern auch demfelben dergeftalt '
fere Hifpanifche Königreiche und Sande In anhaͤngig gemacht, daß er ihn twider gemeine
mehr Wege beladen find, diefelben unfere Chriftenheit bewegt hat, daraus dem Reich
Hifpanifhe Königreihe und Lande aber: Deurfiher Nation und gemeiner Chriſtenheit
mal, nicht mit geringer Beſchwerde und Un-
gelegenheit, verlaffen, uns anfänglich in Italien
verfüget; und als wir, durch Verleihung goͤtt⸗
licher Gnaden, zu Genua glücklich anfommen
find, haben wir Dafelbit, in Anfehung gemei-
ner Chriftenheit und fonderlich des heiligen
Reichs Deurfcher Nation vorftehenden Oblie⸗
gen, fiir eine unvermeidfiche Nothdurft erwo⸗
noch mehr verderblicher und unmiederbring:
licher Schaden entfpringen möchte. Ä
4. So achten wir, auch Churfü |
ften und Stände des heiligen Reichs, und dee
eiten, Fuͤr⸗ |
Abweſenden Raͤthe und Botſchaften, gedach:
‚ten König von Frankreich, nicht weniger denn. |
den Türken, für einen gemeinen Seind der Chris: |
ftenheit zu halten; und derwegen gegen ihn, |
gen, zum forderlichiten einen gemeinen Reichs⸗ |gleichtwie gegen den Tuͤrken, mit thätlicher Hand |
tag im heiligen Neich alfobald ausgefchrieben, lung und Straf zu handeln, und um fo viel des |
- und allen Churfürften, Fürften und Ständen ſto mehr, daß darob andere Cpriftliche Poten⸗
des heiligen Reichs verfünden laffen, nemlid) taten Urfach ſchoͤpffen mögen, ſich Fünftiglich |
auf Den legten Tag des Monats Novembris,
- nächft verfchienen, alhie in unfer und des heili⸗
gen Reichs Stadt Speyer einzufommen, oder
im Fall ehehafter Verhinderung, Die Ihren mit
vollkommener Gewalt anhero zu verordnen,
von einem beharrlichen und hochnothwendigen
Widerftand des gemeinen FTeindes der. Chrie
fondern auch mit der That zu erklären. 2
5. Und wiewol gemeine Stände ohne ihre !
folcher unchriftlihen Handlungen zu enthalten. |
Und demnach haben ſich Churfürften, Sürften |
und Stände, und der Abwefenden Käthe und
Botfchaften entfchloffen, fich gegen gemeldten '
König von Frankreich nicht allein mit Worten,
— lichen Obliegen und Beſchwerungen, darin⸗ ten unſers heiligen Chriftlichen Namens und |
ſtenheit, auch andern des heiligen Reichs treff- |und der Ihren Beſchwerungen, gegen obbemeld⸗
- nen auf vielen bisher aehaltenen Neichstägen |Glaubens Erbfeind, den Türken, und den Koͤ—
nichts austräglichs noch verfänglichs gehandelt |nig in Frankreich, feinen Anhängern und Bunds⸗
worden iſt, ſtattlich und anfehulich zu handeln, |verwanöten, eine anfeßnliche und tapffere Hülfe
zu rathſchlagen undendlich zu ſchlieſſen; wie fol- |diefer Zeit nicht wohl leiften mögen, jedoch ung .
ehes unfer Ausfchreiben gemeldten Reichstags |zu unterthänigen Ehren und Wohlgefallen, und
welter und nad) der Länge innhaͤlt und vermag. damit wir ihren unterehänigen getreuen Gehor- |
2. Auf welchem Reichstag mir, auch Chur. |fam und Liebe, fo fie zu ung tragen, im Werk
fürften, Fürften und andere Stande des Beili- |befinden, und fünderlic) daß wir un Eprifte
gen Reichs, in trefflicher Anzahl, elgner Perſon, lichen Vorhaben und gnädigem Erbieten defto
und etliche Durch ihre Borfchaften und Näthe, | fattlicher und förderlicher nachfegen mögen,
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ın. Don den Reidystägen zu Speyer, Worms und Kegenfpurg. 1205
nemlic), daß wir aine ſtattliche Erpedition und Churfuͤrſt, Fürft und Stand, fo in des heiligen
j Hülf roider den gemeinen Feind der Ehriſften⸗ Reichs Huͤlf gehörig, und in dem Anſchlag *
beit eigner Perſon, auch mit unſern und un- Romzugs befunden wird, für Die Anzahl, die
a ranlernichen und fanden Bermögen, ihm vermöge des Romzugs zu Roß und Fuß
in das Werk bringen und verrichten helfen wol: zu erhalten gebührt,- die — inmaſſen
len, alsbald wir dieſes innerlichen Feindes er⸗ obſteht, an Gold und guter ganghafter Muͤnz,
lediget, und ihn (vermittelſt goͤttlicher Gnaden,) fuͤr N. Monat, und N.Viertheil eines Monats
ur Billigkeit gebracht hätten, alſo, daß wir zu dreyen unterſchiedlichen Friſten, in ven
—— unverhindert, unſere Macht gegen Legſtaͤdten bezahlen und erlegen ſoll, alſo, daß
den Tuͤrken wenden koͤnnten: So haben dem er auf den erſten Termin, nemlich nach dieſes
Allen nach, Churfuͤrſten, Fuͤrſten und Staͤnde laufenden N, Monats Junii, für N. Monat,
des heiligen Reichs, und der Abweſenden Raͤ- auf den erſten Tag, Auguſti wieder auf deu
the und Botſchaften, ung, und unferm freundii- Monat, und zum dritten Termin auf den erften
chen lieben Bruder, dem Nömifcyen König,| Tag Octobris, nächftfommend, für N. Mo-
zu Widerftand obbemeldter beyder Feinden, je: nat, und N. Biertheil eines Monats, für die
ji bervilliget N. taufend Mann zu Fuß, und| Unterhaltung feiner gebührenden Anzahl zu Roß
Me taufend zu Roß, N. Monat lang an Geld und Fuß Bezahlung thue, und Hinter Bürgers
zu unterhalten, und für einen jeden zu Sußjmeifter und Närfe zu Augſpurg, Nürnberg,
vier Gulden, und für einen Reiſigen zwoͤf Frankfurt und Straßburg erlege, die auch ſol⸗
Guͤlden jedes Monats zu erlegen ; Darum auch ches anzunebmen und des Erledigens Urfund
wir und bemeldfer unfer Bruder, der Nömi: zu geben, und unfern, oder unfers Bruders,
ſche König, uns ſolcher Hülf halben freundlich des Nömifchen Königs, verordneten Einneh⸗
' und beüderlich vereinigt und verglichen haben :|mern und DBefehlshabern gegen gebührender
doch fo fern der Krieg gegen Frankreich nicht Quittung, inmaffen obſteht, zuftellen und fol-
fo fang waͤhren würde, alsdenn foll das übrige gen laffen, hiemit in Kraft dieſes unfers Abs
Geld der bewilligten Hülfe, fo gegen Frank- ſchieds Gewalt und Befehl haben follen.
reich hätte gebraucht follen werden, zu Fünftiger) 7. Daß aud) folche Hülf gemeinen Ständen
Defenſionhuͤlf gegen den Türfen erlegt und für-;deftoweniger beſchwerlich fey, ſollen und wol⸗
geſpart werden, mit Diefer Maaß und Beſchei⸗ len die Churfürften, Fürften und Stände, fo
denheit, Daß in Diefem Fall, da der Krieg ge-Ivon Alters her etliche Stände von und aus des - —
gen Frankreich vor Ausgang der N. Monat Reichs Huͤlf an ſich gezogen, und gegen dem
u feine Endfchaft erreichte, der Ueberſchuß der Reich vertreten, dieſelben ihre ausgezogene -
bewilligten Hülf alfo gemäßigt, und Dermaffen | Stände ihre gebührende Anlagen, nach Inhalte
verſtanden, damit dasjenige, fo mir dem Kriegs. |obangeregter Anfchläge, zu dieſer Huͤlf erlegen
volk über die bemilligte einfache Befoldung laſſen, oder doch für diefelben felbft entrichten
weiter zu überfolden erſtatten müßten, in Ab: und darlegen, doch mit dem Beding und Be—
ſchlag des Ueberfchuß gerechnet, von dem Reſt, ſcheidenheit, Daß folche ihre Bewilligung ifnen
wo derfelbe fo viel ertragen mag, auch entrich- |Eunftiglich an ihren alten Frenheiten, Rechten
‚tet werde: Aber unferm freundlichen lieben! und hergebrachtem Gebrauch zu feinem Abbruch
Bruder, dem Nömifchen König, foll obberuͤhr⸗ oder Nachteil gelangen foll.
ter feiner Siebden gebührender Antheil, bemeldte| 8. Aber den Ständen, die fich angeregter if-
Monat aus, ohne Abgang folgen und werden. rer Anfchläge Uebermaͤßigkeit halben beſchwert,
6. Und damit nun folche Hülf gerißlich und! und um derfelben Ringerung und Bergleihung
vollkoͤmmlich aufgebracht und geleiftet twerde :|jego und hiebevor zu mehr gehaltenen Neichs-
fo haben fich gemeine Stände des heiligen taͤgen angefucht, auch. den ausgezogenen, fo zu
Reichs, und der Abweſenden Raͤthe und Bot⸗ hoch angelegt find, Haben wir fame Ehurfürften,
haften vereinigt und verglichen, Daß ein jeder Seiten, und Ständen, und der Ann
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1266 Eap.ıg. Don der durch Convente undReichstäge gefuchten Religion
Rathen und Bolfchaften, vergonne und zuge: Fünftiglich, und fonft in andere Wege,
alfo gewißlich erfolgen foll.
“mehr nicht erlegen würden, der, oder Diefelbe erlangen mögen.
ſollen unferm Käyferlichen Cammergerichtsfi:| 13. Damit nun diefem Puncten einmal abge:
ſcaln angezeige:werden, der Dann gegen ihnen holfen, und der Anfchläge halben folche Teidlia ı'
> mit gebührlichen Proceſſen vollfaßren und pro= che Wege und Vergleichung getroffen werden,
cediven , und fie förderlich (mie recht ift,) zu darnach fich die Stände des Heiligen Reichs |
Gehorfam und Bezahlung anhalten, zu mel: |hinfüro richten mögen : So Baben wir ung)
em auch wir und unfer freundlicher lieber mit Churfürften, Fürften und Ständen des
- Taffen, was ſich in Ringerung und Beraleichung |Sreyheiten und Rechten unabbrühlih. |
‚der Anfchläge befinden würde, daß fie mehr | 12. Machdem aber viel Stände fid) der alten ı
denn andere in diefer Huͤlf beſchwert werden, |Unfchläge Ungleichheit bisher beflagt, und zu-
dafielbige follen und mögeh fie, nach erlangter vielen vor gehaltenen Neichstägen und jetzo um
Ermäßigung und Kingerung ihrer Anfchläge, Ringerung ihrer Anfchläge bey uns unterthäs +
von der nächften Defenßionhuͤlf wiederum frey inig angefucht und gebeten, und ober folheRin«
abziehen und einbefalten; welches ihnen aud) |gerung und Bergleichung der Anfchläge auch auf
diefem Neichstag, aus allerhand bewegenden
9. Wo aber über Das ‚alles jemand von ge: Urſachen, und vornehmlich aus Mangel gnuge
meinen Ständen, wer der oder die wären, fid) famen Berichts eines jeden Stands Gelegen |
ungehorfamlich erzeigen , und ihre gebüßrende |Beit, und Auf- oder Abnehmens, ihre gebüße ı
Anlag zu obbeftimmten Zeiten einer oder rende Erledigung und wirkliche Endfchafe nicht
Bruder, der Römifche König, ihm ‘Beförde: |heiligen Neichs, und der Abweſenden Närhen
tung tun und mit Ernſt helfen follen und |und Gefandten, und fie ſich hinwiederum mit |
tollen. uns verglichen, daß in zehen Krenfen und Zir⸗
- 10, Und dieweil nun dieſe Huͤlf gegen und keln, wie die in jüngftem alhie zu Speyer auf: |
wider unfers heiligen Chriftlichen Glaubens und gerichteten Abfchied benennt feynd, ein jeder.
: Namens Erbfeind, den Türken, und deffelben |Kreysfürft (dem foldyeg zu hun von Rechts ||
Anhängern und Bundsverwandten, ein Chrift- und Gewohnheit wegen gebührt,) die Kreys-
lich, gut und nothivendig Werfift, welches maͤn⸗ ſtaͤnde in feinem Kreys zum fürderlichften an |!
niglichen zu Troſt und Schuß kommt, dazu eine gelegene Malftadt erfordern und beſchrei⸗
auch die obberührte Huͤlf an ihr felbft etwas an- |ben foll, alfo, Daß ſolcher Kreystag zum läng-
fehnlich und gemeinen Ständen nicht wenig ſten hiezwifchen und SanctMichaelistag,nächfte
befcehmerlich feyn wird, viefelbe aus ihrem kuͤnftig, gewißlich gehalten werde.
Cammergut zu leiften: So ift für billig und | . 14. Und auf folhem Kreystag follen die er-
nothwendig angefehen, daß ein jeder Ehurfürft, Ifcheinende Kreysftände ihres Kreys gemeine,
Fuͤrſt und Stand, feine Unterthanen derhalben und jedes darinn gehörigen Stands fonderbare |"
um Hülfe und Steuer erfuchen und die von "Befchwerden, die ihnen aud) ein jeder in ı\
ihnen einbringen möge, Schriften, mit angezeigten Urfachen, vorbrine
ız, Und infonderheie ift auch für ziemlich und gen foll, norhdürftiglich hören, ermwegen und |
‚billig erwogen und verordnet worden, daß die |bedenfen, melchergeitalt demfelben zu helfen,
u
Eapitel bey den hohen Stiften, und derfe!ben und wie ein gleicher Anfchlag im heiligen Reich, ,
Unterthanen, ihren Erzbifchöffen und Biſchoͤf· es wäre mit Ringerung der Befchmwerten und )
fen, dergleichen die Städfe, ſo Fuͤrſten unter- |Erhöhung der Vermöglichern, oder in andere ı
worfen feynd, denfelben ihren Sürften, oder Wege, oder auch Durch einen ganz neuen Ans ı
Obrigkeiten, in folher Hülfe zu diefem Chriſt- ſchlag, zu finden und zu machen feyn möchte.
lichen Werk auch zu Steuer Fommen, unver-| ı5. &s follen auch alfobald auf ſolchem
hindert allee Verträge, Ibligation und Sta: |Rreystag von eines jeden Kreys Ständen foler
er⸗
tuten, ſo etliche Stifte oder Staͤdte mit ihnen Perſonen aus ihnen erwaͤhlt und verordnet w
|
den,
; — —
—
Reichsſtaͤdte ſind, eine Perſon von] bris naͤchſtkommend gewißlich einkommen, und
n Städten ſeyn fol: dieſelbe vier Perſonen die Kreysverordnete ſchriftlichen Schein ihrer
follen die obangeregte eingebrachte Befchwer-| Pflicht Ledigzaͤhlung vorbringen ſollen: Und
| ben, famt ihren Kreysftänd verordneten Ge-Job die Streit oder Irrung vorfielen, der fich
andten, auf Zeit und Malftade, als Kernach
jet, vorbringen. Rn di
6. Und damit aber diß nothwendige Werf,
Vernrgleichung der. Anſchlaͤge, deſto richtiger und
‚techtmäßiger vollzogen werde: fo ordnen, fe-
Ben und wollen wir, daß eines jeden Kreys
Stände ihren verorbneten vier Perfonen ihre
Bollmacht und Gewalt zuftelle, alles das zu
. handeln und zu verrichten helfen, das auf naͤchſt⸗
beſtimmten Tag aller Kreysftande Verordne⸗
) ten, laut diefes unfers Abſchieds, zu handeln
und zu verrichten auferlegt iſt. | .
ı +77. Daneben follen auch diefe verordnete vier
‚Derfonen unfern Commiffarien, und den an-
‚ dem verorbneten Kreysftänden, fchriftlichen
. Schein vorbringen, daß fie ihres Endes und
flicht, damit fie ihren Herren und Obern ver-
woandt, fo viel dieſe Handlung, Ringerung und
Vergleichung der Anfchläge belangen mag, er:
laaſſen und ledig gezählt find. -
18. Wir und Churfürften, Fürften und
- Stände des heiligen Reichs und der Abweſen⸗
den Käthe und Borfchaften, Haben auch ferner
sugelaffen und vergönnt, wo einiger Stand fei-
ne Befchwerung, oder feine Anzeige, auf dem
Kereystag befchehen, unfern Commiflarien und
gemeiner Berfammlung aller Kreysverordne-
ten weiter vorbringen, oder fonft um mehrers
Berichts willen jemand dahin abfertigen woll⸗
te, daß ihm daflelbige unbenommen feyn, fon=
am er von ihnen norhdürftiglich gehört fol
| w D . 3
felben follen unfere Commiffarien (doch allein
auf ihr der Berordneten Anfuchen,) fo viel moͤg⸗
lich zu Bergleichung bringen helfen. RC
len Rrenfen erwahlte Perſonen, der Kreys ges
meine und der Stände fonderbare Befchwerden,
fo vor ihnen eingebracht werden, vornehnten, ere
wegen, und, fo viel moͤglich, mitihrer aller Rath
einen billigen gleichen Reichsanfchlag, er ges
Erhößung der Bermöglicyern, oder durch ei⸗
nen ganzen neuen: Anfchlag, oder in andere
Mege, abreden und machen. Und weß fie fich
mit einander einhelliglich vergleichen und ent⸗
fehlieffen werden, das foll alfo beftehen und
wirklich vollzogen werden.
21. Worinn ſich aber die bemeldte des Reichs
Verordnete mit einander nicht vergleichen oder
vereinigen moͤchten, oder durch unſere verord⸗
nete Commiſſarien nicht verglichen werden koͤnn⸗
ten, daſſelbige ſollen fie fürter, mit ifrem Be⸗—
denken und Urfachen, an Ehurfürjten, Fürs
ften und Stände des heil. Reichs und der Ab-
roefenden Borfchaften, auf demfelbigen Reichs⸗
tag förderlich gelangen laflen, ferner zu beven-
chung der Anfchläg zu fommen fey,
22. Wir meynen, ordnen und wollen aud),
daß eines jeden Kreys verordnete vier Perſo⸗
'nen in folchem gemeiner Kreys verordnete Raͤ⸗
the, bey allen Sachen die Vergleichung der
Anfchläge belangend, ftetigs bleiben ſollen, fie
betreffen gleich Die Kreysſtaͤnde insgemein, oder
ihre Herrfchaften, oder auch fondere Stände
deffelben ihres Kreys, oderandere; und daß ei⸗
neg jeden Kreys verordnete vier Derfonen ſich
rden.
79. Und um ſchleuniger Beförderung und
WVerxrrichtung willen dieſes Werks, haben wir
mit Rath, Wiſſen und Willen gemeiner Stän:
den und der Abweſenden Raͤthe und Botſchaf⸗
ten, geſetzt und verordnet, thun das auch hiemit,
daß unſere Commiſſarien, deren zwey aus dem
Reich Deutſcher Nation ſeyn ſollen, derglei⸗
hen aller und jeder obbemeldter Kreyſe ver-
ordnete Perfonen, zu Worms, dahin wir auch
einen gemeinen Reichstag ausichreiben und zu
für gut und nothwendig anfiehet, mit einander
unterreden, und wann fie einer Meynung find,
alsdann zu Beförderung der Sarhen Ihr Be⸗
Ggg 93 4 dene
die Berordnete nicht vergleichen möchten, dies ‘
fen und zu rathſchlagen, wie fürter zu Berglei-
Abfyn, Donden Reichstägenzu Speyer, Wormeund Regenfpurg. 1209
* welchen in den Kreyfen, da einejhalten vorgenommen, auf den erften Tag Oct-
20. Demnach follen die obgedachte von ale —
und Gutbeduͤnken auf billige Wege richten und
ſchehe durch Ringerung der Beſchwerten und-
über jeden Vortrag und Umfrag, da es ſie
8
te Botſchaften Macht und Gewalt Haben, ge:| Glaubens Erbfeind, der Türk, mit feinem th⸗
gen denfelben ausbleibenden Kreys und deſſel⸗
1210 Cop. wi
denken allein Durch einen aus einem vordringen ‘genommen, den Churfürften an ihrem Here |
ſich felbft zu eröffnen unbenommen feyn. dern Kath und Stimmen, wie von Alters her⸗
auch alferley Difputation und Ziiefpalt der viehiſchen Gewalt (vermittelt göttlicher Gna⸗
“ ben wir gefegtund geordnet, dieweil ſolche Hand lich unterrebet, Und damit nun zu ſolchem
gemeinen Anſchlags beerift, und alfo von Chur⸗ aufgebracht und gemacht werde : fo haben!
fie alle belanger, und nicht eines einigen Kreys des Heiligen Reichs, und der Abweſenden Bot⸗
— hat, auf ſolchem Tag auch gen Reichs Anſchlaͤgen begriffen oder nicht, me
13. Von der duch Tonventeu. Reichorẽge gefuchten Religionsvergl. wu
‚mögen, dergeftalt, daß ſolche einige Stimme kommen und Brauch), daß fie einen fondern ı\
fir vier Stimmen gerechnet werden und gel· Rath Haben, und ein jeder in den gemeinen ı
sen foll, Aber im Fall, daß die vier eines | Yusichüffen, von gemeinen Ständen bes heili—
Kreys unter ihnen felbjt nicht einhellig wären, gen Reichs vorgenommen, feine ne —
ſoll einem jeden feinen Rath und Bedenken fuͤr ſonen und Stimme haben mag, an ihrem ſon⸗
23. Ware es aber Sache, daß einer oder kommen, keinen Abbruch oder Verlegung ges
mehr Kreyfe, oder fonderbare Stände zu ſol⸗ baͤren. | oh —
chem Tag die Ihren, immaſſen obfteßt, nicht] 26, Als aber wir, ſamt Churfuͤrſten, Fuͤr⸗
ſchicken, oder mis. Vollmacht und Gewalt nicht |ften und Ständen, und der Abwefenden Bot |
verfehen, noch felbft erfcheinen würden, das ſchaften, mit ftattlichem zeitigen Nach bedacht
doch nicht ſeyn oder geſchehen ſoll: alsdenn ſollen und erwogen, daß mit o beruͤhrter Defenſion⸗
‚die erſcheinende Kreysſtaͤnde und ihre geſchick⸗ huͤlfe unſers Heiligen Chriſtlichen Namens und |
ranniſchen Vornehmen von gemeiner Chr
ſtenheit nicht abgewendt werden mag; ſondern,
wo man ihm ſtattlich abbrechen und. die be⸗
ſchwerten Chriften, Sand und Leute, von feinen |
ben fondern Ständen. nichts deftoweniger fort«
zufahren und zu beſchlieſſen.
24. Und nachdem in ſolcher Verſammlung
Seß ion halben vorfallen möchte, in dem, Daß et⸗ den,) erledigen und ung unfer Vaterland retten
liche Verordnete Die Seßion den Kreyſen nach, und behalten wollen, daß man demnach eine
unddie andere nach Dem Gebrauch in gemeinen beſtaͤndige und tapffere Defenfionäülf gegen ı
Reichsverſammlungen herkommen, zu. nehmen |bemeldten Geind vornehmen und vollziehen ı
und zu halten für guf achfen möchten: Nierum muß: fo haben wir folcher Defenfionhülf Bal-
Amd damit ſolcher Irrung vorfommen werde, ha⸗ ben mit gemeinen Ständen uns nothdürftig«
fung das ganze Reich und Vergleichung des |groffen Werk ein nothdürftiger Vorrath zeitlich
fürften, Fuͤrſten und. alfen Ständen herfleußt, | wir, auch Churfürften, Fürften und Stände
Handlung it, daß demnach der Keys Ver⸗ | fchaften und Käthe, für nüs und nothwendig
ordnete und die ericheinende Derfonen ihre Sef= | angefehen, daß alle Stände, Städte und Ein⸗
fion nach dem Gebrauch), in des Reichs Ver⸗ wohner des heiligen Reichs und Deutfcher Nas)
ſammlung herbracht, neßmen, und ein jeder die ion, die fich derfelben Friedens und Wohlfahrt
Seßion, die derfelbige Stand in gemeiner| erfreuen und gebrauchen, fie feyen in des heill⸗
“haben fol. Und o
lichen Ständen der Seßion halben wäre, ſo
-foll dad) die Seßion, wie die gehalten wird, fei-
‚nem Theil an feinen Rechten nachteilig ſeyn,
dergleichen Den Krenfen an ihren hergebrach⸗
ten — auch keinen Nachtheil oder Bor
daß niemand hohes und nieders Stands vers”
fehonet, auch Feiner. für dem. andern beſchwert
werde, ſondern ein jeder nach, feinem Bermo=
theil gebären.- — gen, neben dem andern gleiche Anlage und
25, And infonderheit foll auch diefe Verord-| Steuer gebe. Lind demnach haben fich-gemel=
nung und Handhabung, die um ſchleuniger und| ne Stände enefchloffen und vereinigt, daß wie
richtiger Bergleichung willen des Anfchläge vor⸗ derum eine gemeine durchgehende Anlag A —
| gemei
IT
1 j
2172 V.Abfihn. Don den Reichstägen zu Speyer, Worms und Regenfpurg. 1213
gemeinen Pfennings vorgenommen und einge: | Öeftalt, dißmals von wegen der vorgenommes -
‚ bracht, und hinter eines jeden Chur- und Fürs nen Defenfionhülf anfchlagen und belegen;
ſten, und Stands verordneten Obereinnehmern, doch foll hiemit gemeinen Ständen, anderer Sa«
. inißeen Trußen verwahret und behalten wer-|chen und vorfallender Nothduͤrften Balben,
den foll, bis auf unfer und gemeiner Reichs⸗ ſich mit ihren Unterthanen von wegen gebühs
ſtaͤnd fernere Vergleichung und Befcheid, aufjrender Anlagen zu vergleichen und zu belegen
naͤchſtkommenden Reichstag vorzunehmen und unbenommen ſeyn.
zugeben, alles auf die Maaſſe und Form, wie) 31. Und dieweil nun funfzig Guͤlden jaͤhrli⸗
Bernach folgt. — cher Guͤlt fuͤr tauſend Guͤlden Hauptguts, als
27. Und nemlich ſollen alle und jede Chur⸗ obſteht angeſchlagen, und davon jährlich fuͤnf
- fürften, Sürften, Geiftliche und Weltliche, Drä- | Gulden zu diefer Anlage zu erlegen verord«
' Taten, Grafen, Freyen, Herren, die vom net worden; und aber etliche von ifren Bar-
) Adel, aud) die Frey» und Reichsſtaͤdte und an: |fhaften des Jahrs eine mehrere Nusung und.
dere in Städten und aufdem Sand, weß Stands, | Einkommen, ohne ihre fondere Mühe und Ko⸗
Wuͤrden oder Weſens die feynd, niemand aus: |ften Haben, dann von taufend Gulden Haupt⸗
genommen, auch unangefehen aller Berträge, |gufs funfzig Gülden : Su haben wir ung mie
Freyheiten, Indulten und Herfommen, fodie: | Churfürften, Fürftenund Ständen, und fiefih
fer Bewilligung und Anlange zurider feyn hinwiederum mit ung verglichen und fuͤr gleich⸗
möchten, von allen ihren beweglichen und un- | mäßig und billig angefeben und geordnet, daß
‚ beweglichen Haab und Gürern, fie feyen gehen |diefelbige, fie fenen hohes oder nieders Stands,
oder Eigen, je von hundert Gülden rechten von folchen ihren mehrern jährlichen Gefällen
Werths einen halben Guͤlden, und von tau⸗ und Nutzungen auch den zehenten Pfennig
ſend Guͤlden Werth Güter fünf Guͤlden, und | bezahlen und entrichten; wie dann auch alle an=
alſo aufund ab zu rechnen, in diefer Anlage |dere Stände von allen ihren jährlichen Ge⸗
vollkoͤmmlich, zu Anlag, Steuer und Unter-| fällen und Nutzungen auch den zehenten Pfen⸗
haltung diefes Epriftlichen Werks zahlen und nig zu diefer Anlag erlegen werden, dadurch
enfeichten; und fell der Gulden zu funfzehen|die Lingleichheit der Anfchläge verhüter, und
\ Basen, oder fechzig Creuzer, ober in ein und| Feiner vor dem andern gefteigert würde,
zwanzig Silbergrofhen, oder fo viel Werth] - 32. Und dieweil nun diefer Anſchlag, zu Un—
dafuͤr einer andern ganghaften Muͤnz, gerech:
. net. werden.
028. Welcher aber unter Kundere Gulden
Werth bat, der foll je von zwanzig Gulden
ſechs Erenzer geben, und welcher unter zwan⸗
sig Guͤlden Werth hat, der foll vier Creuzer,
oder fo viel Werth geben.
29. Es follen auch funfjig Gülden jährlich
Guͤlten, Zins und Einkommens, für ein tau-
end Gulden Werth und Hauptguts, derglei-
chen auch hundert Gulden erkaufts Leibgedings
auch für taufend Gulden Hauptguts gerechnet,
und in dieſem Anfchlag entrichtes werden.
30. Es follen auch alle Churfürften, Für-
ften und Stände, famt und fonders, fid) die:
terhaltung des Chriftlichen Kriegspolfs wider _
unjers heiligen Chriftlichen Glaubens und Na⸗
mens Erbfeind, den Türken, zu Rettung des
Epriftlichen Bluts und zu Schuß ud Schirm
unfers gemeinen Vaterlands Deutfcher Nas
tion, und unfer aller Freyheit, Leib und Güter,
nothwendig und Chriftlich vorgenommen, dere
wegen ſich auc) billig folcher Anlag niemand
vermidern, nod) dargegen einige Frehheit, Ver⸗
träge oder alt Herfommen vorziehen foll.
33. Demnach haben wir auf der Churfuͤr⸗
ften, Fürften und Stände, und der Abweſen⸗
den Borfchaften unterthänige Bitte, an ung
gelangt, gnädiglich bewilligt und auf ung ge=
nommen, die vom Adel in den fanden zu Schwaz _.
‚ fe gemeinen Anfchlags und Ordnung gemäß|ben, Sranfen, und am Rhein, dergleichen an«
‚halten, derfelben gänzlic) geleben, und die Sh-| dern Perſonen, welche in den Anfchlägen des
zen weder hößer noch vinger, oder auch andererj heiligen Reichs nicht, begriffen feynd , —
au
yora Cap.ig. Don der durch Convente u.Reichstäge il
aud) die Hayn- und Seeftädte, dienicht Chur: , 35. Desgleichen follen die fonderbare geiftlin
fürften, Sürften, oder andern Obrigfeiten ohne che Perfonen, fo nicht Churfürften, Fuͤrſten
- Mittel unterworfen und zugehörig feynd, und und Pralaten des Reichs feynd, vonißren Pen-
in des Reichsanfchlägen nicht belegt werden, |fionen, Refervaten, aud) von allen ihren Ren⸗
um förderlichften an gelegene Malſtadt, einer ten, Gülten, Einfommen und Nußungen,die
jeden Landsart zu beichreiben und mit ihnen ſie von ihren Pfründen, beneficiis, dignitatibus, |
handeln zu laſſen, daß fie in Bedenkung ober⸗ und ihren geiſtlichem Stand haben, ven zehen-⸗
ehlter Urſachen, Die ein jeder Chriſt, bevorab ten Pfennig (das thut von jedem hundert Guͤl⸗
Deusfäper Nation, billig zu Gemürh und Hetz den Werth, jäßrlicher Gefällund Pugung, zer
führe, in dlefen Chriſtlichen gemeinen und glei» hen Gülden, und alfo auf und ab,) zu dieſem
chen Anfchlag aud) willigen, und denfelben von | Anfchlag bezahlen und entrichten, oder bezafe |
ihrem und ihrer Unterthanen Bermögen geben, len laffen. ) u
° und laut diefer unferer Ordnung in eine Tru-| 36. Und damit von ſolchen Penfionen, Re«
Ben, fo fie derhalben aufrichten follen, erlegen |fervaten und dergleichen Nutzungen die gebüße -
und bis auf unfer und gemeiner Stände wei⸗ de Anlage defto gewiſſer erlege werde: fo foll 7
tere Bergleichung und Verordnung verwahr=|derjenige, der ſolche Penfion oder Reſervat zu
lich behalten, mit dieſer gnaͤdigen Vertroͤſtung bezahlen verpflichtet iſt, ſeinem Glaubiger die
und Vergewiſſerung, daß ihnen ſolches an if Anlage, diefem. Anſchlag gemaͤs, in dieſen An
ven Freyheiten, altem Herkommen und Ge: lag zu erlegen ſchuldig ſeyn. Und auf daß ſol⸗
brauch, Fünftiglich in allmeg unvergreiflic) und |ches den Schuldnern gegen ihren Gläubigern |)
‚unnachrfeitig ſeyn fell. 2 und geiftfichen Obrigfeiten, von wegen ihrer desa
34. Und zu dieſem Epriftlichen milden Werk |halben gegebenen Verſchreibungen und Pflich⸗
ſollen auch alle Stifte, Capitel, Klöfter, Des |ten, deſto unvergreiflicher fey: fowollen wir bey |
dengleute, Kirchen, Der Kirchen Fabrifenund der Päbftlichen Heiligkeit ‚oder ihrer Heiligkeit
‚Spitäle, fie feyen in Städfen oder anderswo, Botſchaft, mit allem emfigen Fleiß befördern,
. geiftliche und weltliche Brüderfchaften, und al- und auf die Wege handeln, daß diejenigen, |
[e andere geiftliche Berfammlungen, Commu- ſo die gebüßrende Anlagen von den Penfionen
nen und Claufen, von Mann und Frauen, fie und dergleichen Nutzungen entrichten, derhal—
ſehen exemt oder nicht, Ihre Steuer und An- von niemand verunruhiget, noch daran verhindert ı
lag geben ‚in Betrachtung, was ihnen an Hand: werden; und dann von den andern Ihren era,
Babung des Ehriftlichen Namens und Glaubens, \erbten und in andere Wege erlangten oder er⸗
davon fie aud) ihre Würde, Einfommen und worbenen liegenden Gütern und fahrender Haab
Unterhaltung haben, gelegenift, und demnach follen Die Geiftliche aud) von Hundert Gulden,
von allen ihren Renten, Gülten und Einfom: |und alfo auf und ab zu rechnen, mie von dent
men, ben jehenten Teil, das thut von jedem | Weltlichen geordnet ift, zur Anlag an dem End,’
hundert Gulden jaͤhrlichs Einkommens zu die- da fie gefeffen,, bezahlen und ausrichten.
fer Chriſtlichen Anlag zehen Gülden, undalfo] 37. Die Geiftlicye follen auch ihre Pfründ-)
auf und nieder, nach Anzahldes Einfommens, haͤuſer nach Leibgeding Werth anfchlagen, und!’
Bezahlen und entrichten; dergleichen aud) von |famt der Pfarren Einfommen und Compest
allen andern ihren liegenden und bemeglichen |tentien aud) die Präfentien und tägliche. Ges
Haab und Gütern, nad) Ausweiſung diefer Drd- fälle, nicht weniger dann andere ihre geiftliche)
nung, ihre Anlag erlegenund bezahlen. Glei» Einkommen, verfteuren und vonzehen Pfennig
cher Weiſe foll es gehalten werden mit allen&om: |jährlicher Nutzung einen zur Anlaggeben, und
mentureyen und Häufern des Deutſchen und alſo auf und nieder zu rechnen, nad) dem diel
der Johannſer und anderer ritterlichen Orden, Nutzung Elein oder groß ift. '
welche vor andern zu — des Tuͤrken 38. Es follen auch alle Churfuͤrſten, Fuͤr⸗
zu helfen, vermöge ihrer Ordensſtiſten, fehul« ſten, Geiftliche und Weltliche, Prälaien En &
— en
-
dig feyn.
Abſchn. Von den Reichstägen zu Speyer, Worms und Regenſpurg. 127
n, Herren, bie vom Übel, aud) legen und geben follen, und alfo auf und ab
j Heichstäbte ‚ Sommunen A nad) Mehrung und Abkür ne Summen.
, die Unterthanen haben, Diefe Steuer) 41. Item, die Juden follen zu biefer Tuͤr⸗
Anlagen, fo viel derſelben ihrer Perſonen kenhuͤlfe alfo angeſchlagen werden, Daß eine je«
ommunen Einfommen und Güter aufs de Judenperſon, fie ſey jung oder ale, zu Arte
; allein von folchen ihren eigenen und. ih⸗ faug dieſer Steuer einen Gulden fegen, und
'zer Communen gemeinen Cllsen, Nenten und |Die veiche Juden in folchem YUnfehlag den. ar-
Einkommen reichen und geben, ‚ihrer Untertha men zu Huͤlfe Fommen, darzu foll ihrer jeder
„ner bierinn ganz unbeſchwert, in Betrachtung, von hundert Gulden Hauptgurs, an was Baar
daß diefeibe, fie feyen geift- oder weltlich, ohne | die immer gelegen, zu Diefer Anlag auch einen
das baraus alle für ſich felbft, wie hiebevor be | Gulden zu geben ſchuldig, und hiemit ihr Wu⸗
melde, ihre Anlag geben muͤſſen, Damit alſo in [her unbekraͤftiget eyn.
—
kan 6 gehalten, undniemand| 42. Und nachdem der Churfürften, Fürften,
ehr Dann der andere beſchwert werde. Prälaten, Grafen, Sreyen und Herren, des
39% Die Frey · und Reichsſtaͤdte, auch an⸗
— ren von Adel und der Communen und Staͤdte,
dere Städte, fo den Fuͤrſten oder andern Herr⸗ auch ſonderbare Perfonen, Fuͤrſtenthuͤmer,
—95 zugehoͤren, ſollen von dem Einkommen
n Grafſchaften, Herrſchaften, Obrigkeiten und
in Ihrer jeder Kammer, dergleichen von den
!
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A
WW
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Schloͤſſer, nicht leichtſam zu ſchaͤtzen, a:
Güte und Nusungen igrer Hofpitalen under, rechten Wertg nach anzufchlagen find: fo
anderer dergleichen Häufer , fo in ihrer oder ih⸗
en a sd: ihre den nach ihrem
u We nn ec ͤhrli hen Einkommen, an Guͤlten, Zinſen,
En nam iz and Sie, Darren un.
täten, Communen, Eollegia , Facultäten und Pe: e jeßt angezeigt iſt, rechnen, ats
Sammlungen, wie die Namen haben, nichts Sign — Sen ein faufend Guͤl⸗
ausgenommen, von ihren Fällen, Nutzungen CR — d fin 5, a zwanzig tau⸗
und Einkommen, den ni — A EL I ae
“auch, wie gemeldt, erlegen, und funfzig Gulden Hauptguts,
Ar ein taufend Gulden an alfo Ian sul Ku ab % — ange⸗
Hauptgutsund Werths gerechnet werden, und ſchlagen, und jedes taufend Guͤlden Haupf«
| * guts mit fünf Guͤlden, und jedes hundert Guͤl⸗
ne eines eben Ein |den SHauptgurs mit einem Kalben Gülben zu
—— drieſer Defenſionshuͤlfe belegt und veranlagt
Und wiewol wiſſentlich war, daß deren werde. I u,
‚diel, fo jährlich Dienft oder Amtgeld Haben,| 43. Doc) follen in ſolchem Anfchlag eines jeg⸗
derfelben ihrer Befoldungen, über den Unfo- lichen Kleider, Kielnode, Silbergefhirr und
In, den fie mit Linterhaltung der Knechte und anderer Hausrath, deß ein jeder feinem Stand
. Dferde und in andere Wege aufwenden mäflen, und Weſen nach zu täglichen Gebrauch nice
und gar ein geringes ‚genieflen mögen, noch wohl entbefren kann: Item, hohen Stands⸗
dann und Damit in dieſem gemeinen Anſchlag perſonen, deren vom Adel und reifigen Knech⸗
‚gar niemand verfehonee werde: fo ift von ung,|ten, ihr Dierd, dergleichen auch ander ihr Wehr
much CHurfürften und Ständen, und der Ab-|und Harniſch, auch Geſchuͤtz, Pulver und an-
' en Botſchaften, für gleichmäßig und| dere darzu gehörige Munition, nicht angefchla.
i de
— ——— —
FON den "iD —
—
angeſehen und geſetzt worden, deß ein jes|gen, aber ſonſt nichts anders von dieſer Anlag
der, erfey hohes oder niederigen, geiſtliches oder ausgenommen werden. i Mi
weitliches Sands, auch Knecht und Maͤgde, 44. Aber ver Kicchen Kleinodeund Gezier,
don einem jeden Gaͤlden jaͤhrlichs Dienft » oder de follen in dieſer Anlage nicht begriffen, fon-
Amtgelds einen Ereuzer zu Diefer Anlage er⸗ dern als zu einem Schaztz der Chriſtenheit, wo
Lutheri Schriften 17. Theil, 55h Hin
In Mer:
NEE ; ä
——
1218. Cap. ıg. Von der durch Convente u Beichstaͤge
“man das zu einer ellenden, nothwendigen, un ⸗ lobe und ſchwoͤre Daß ich foll
vermeidlichen Hülfe bedürfen würden, gefpart nem Herrn, und feiner ganzen Landſe
und behalten werden. 5 Unterthanen, in meinem anbefohlnen
45. Damit nun folder Ordnung ſtraks ge: | meramt getreu feyn, ihre Ehre, Wi
lebt, und allerley Irrung und Zwietracht, fo Nutz zugleich betrachten, - raten und v
dleſes Anſchlags halben, mit Belegung der Un-|men, und die Anlagdes gemeinen Pfe
terthanen und Güter , zwifchen geiftlichen und | nad) Ausweiſung des jüngft zu Speyer
weltlichen Ständen ſich leicht zufragen möchte, | richteten Reichsabfchieds, mit ſamt den
gänzlich verhuͤtet und abgefchnitten werde: fo ordneten Einnehmern, von feinen Fürftlichen
fegen, meynen und wollen wir, biemif eenftlich Gnaden und deffelbigen Unterthanen, felbft,
befehlend, daß ein jeder allein andem Ort, da | oder durch Handen der beftellten Unterein
er gefeffen , feine Anlage diefer Defenfionshül- | mer, getreulich einfordern, empfahen, un
‘fe gebe von allen feinen Haab und Guͤtern, die beftimmte Truhen zu M. einfchürten, und
die feyen Lehen oder eigen, fo er allenthalben | treulich verwahren helfen, auch meinen Sch
“hat, unverhindert wie die inn⸗ oder aufferhalb|fel, fo mir zu derſelben Truhen zugeſtellet w
des Reichs feyn oder liegen, und Daß Fein Stand | verwahrlich behalten: Ich foll und will.
den andern, fo unter ihme nicht gefefjen , Haab | aller der Namen und Zunamen, die in
‚oder Güter, ob die fehon unter ihme gelegen, he: Truhen einlegen ‚werden , eigentlic) auf
nehme noch aufhalte; alles bey Pon und Stra. | fhreiben laffen, fie laut des bemelöfen Ab. |
fe, und des heiligen Reichs Acht und Aberache. | ſchieds vermaßnen und mie Pflichten bela⸗
46. Und damit nun diefer Chriftliche Anfchlag |den, darzuM. meinen Heren von den ge
defto fehleuniger feinen Fortgang erreiche, und | machten Regiſtern mein und meiner mitver⸗
des aufrichtigen Einnefmens, Verwahrens, und | ordneten Obereinnehmern ‚dergleichen aud) von
Ausgebens halben, bey männiglicyen deftoweni- den Berzeichniffen oder Regiſter der Untere
ger Argwohn ermachfe, fondern der geneigte,gute | einnehmern., fo. mir und meinen Mitgefellen
und getreue Wille zu ſolchem recht Chriſtli- überliefert werden, richtige Abfchrife zuſtellen,
chen Werk erhalten werde; fo haben wir uns ſich darinn zu erfehen und die Ungehorfamen
mit Ehurfürften, Fuͤrſten und Ständen, und zu gebuͤhrendem Gehorſam zu bringen wiffen,
fie ſich Hinwiederum mit ung verglichen und ver- Ferner foll und will id) auch ſolch Geld. ganz,
einige, und thun Das aud) hiemit alfo, daß ei- oder. zum Theil, niemand, weh Würden,
nem Fuͤrſtenthum oder Landſchaft vier ſtattli. Stands, oder Wefens der Ift, geben, oder fols
che, fromme und geſchickte Perfonen, zu Ober: gen laffen , oder. verroiliigen, daß nichts davon
einnebmern felcher Anlag von den Churfuͤrſten nachgelaſſen, gegeben, oder: zugeſagt werde;
oder Fürften und befleldigen Landſchaft ver- |fondern Daffelbige treullch und fleißig in d
orönet werden, nemlich einer von Churfür- ordneten Truhen verwahren und behalten |
ften oder Fürften: der andere von Prälaten |fen, bis auf der Nömifh Käyferlichen oder“
und Geiftlihen: der dritte von Grafen, Königl, Majeftät und gemeiner Stähde des
Sreyen, Herren und der Nitterfhaft, dem: Reichs Bergleihung und Beſcheid, auf naͤchſt⸗
. felbigen Churfuͤrſten oder Fuͤrſten unterworfen: kommendem Reichstag vornehmen und zu geben,
und der vierte von den Städten. Welche vier als zu Widerftand unfers heiligen Chriftlichen
Obereinnehmer erjtlich aller ihrer Pflicht, da» Glaubens Erbfeind, dem Türken, aud) Erle⸗
mie fie ihrem Landesfuͤrſten zugethan,als viel die. digung und Erhaltung der Criftlichen Sande
fe Handlung berürt, losgezaͤhlt werden und le» |und Leuten, fo von ihm befchrveret. und anges 9
dig feyn, und darauf Demfelbigen Landesfürften |fochten werden, Ich foll und will aud) obgen
von fein und feiner ganzen Sandfihaft wegen in |dachtem N. meinem Herrn und. feiner Sand»
Treuen geloben, und auch einen leiblichen Eyd ſchaft, mit famt meinen Mitgefellen, von ale
ſchwoͤren folfen, wie hernach folget: Ich N. ges len und jeglichen ſolchen Elnnetm3 n
N Me ; 38
une
Ela
*
wo
nem Befehl getreulich, nahal- den. | Eh
ten ee H Sinnen und| 51. Und nachdem aber den obgedachten vier
fein Meid, Haß, Gab, Gunft, waͤre, ſolchen Anfchlag in allen und jeden Städ«
‚Sreundfchaft, oder andere Sa« ten, Flecken und Orten eines jeden Fürftene.
"Und —— nach ſollen die deputirte legen, alle ihre Anlagen an eine Malſtadt, den
einnehmer folchem ifrem Befegl und Pflich" vier Einnehmern gelegen, zu überanfworten ;
bey gehandhabt werden, und von niemand liche Untereinnehmer, im Fall der Nothdurft,
im, m ewärtig in feines Landes Amten, Pflegen, oder Haupt:
.. Ungnade, ober Verfolgung en i mannfchaften ‚ nad) fein und feines Sandes Ges
| "48.68 ſoll auch in en jeden Fuͤrſtenthum legenheit, zu Einnehmung diefer Anlag beftellen,
n eine geleg ine Truhen, |" : Ä
Mn Bihem Sad ya vermapten, mi wer garen Zei Beflmmen, barinnen fie an den, Enten
) Schlöffeen gefegt werden, und die vier Ein und Orten, dahin fie von Den Sandesfürften
nehmer jeder einen Schlüfel zuder vier Schiöfs unter den vier Obereinnefmern verordnet wer⸗
‚fer einem Kaben, alfo daß ißrer Feiner diean. den, Die Anlag gewißlich einbringen, und in
dere drey Schlöffer auffchlieften, und oßne Die die nuhaiellene Stuben, baran auch unter:
‚andere feine Zugeordnete die Trußen öfnen ſchiedliche Schloͤſſer feyn, und der Unterein.
I | en un jeder ale Hr = füfe, su der
—— — Schloͤſſer einem haben ſoll, ohngallen Anhang
49. Es mögen aber die Geiſtliche und Cle⸗ , Handen der Hhereini epmern verfchaffen
img
‚fifte, oder Domftift, auch Klöfter und andere gen Zeßrungen derohalben aufmenden haben
‚Stifte ſeyn, mit Zuthun ihrer ordentlichen — ausgeſcheiden, derowegen ſie ch
Obrigkeit, ihre fondere Truhen und Einnehmer den bemelöten Obereinnehmern ihres Ausge-
‚verordnen, und die Anlag Diefes gemeinen dens aufrichtige Rechnung thun, und über ih⸗
‚Diennings, nach Ausweiſung diefer unferer |ye ziemliche Zehrung Feine Belohnung haben
‚Sronung, wie fid) gebüfrf, einbringen, und fyffen. | er
‚ihres Erzbijhefs oder Biſchofs Trußen fol-| z>, Und damit diefe Untereinnehmer ſolchem
gends überliefern, oder durch ihre geſetzte Ein | ihrem Befehl auch deſto fleißiger und aufrichtie
eichs weiters Erfordern und Beſcheid in |fo viel diefe Handlung beruͤhren möchte, von
y Serung und Mifverfland, fo fonft auf um ifrer Aufnchmung und Verordnung.
[ben zwifchen Geiftlichen und Weltlichen igren Sandesfürften oder Herren, und den
ch entſtehen möchten, zu verhüten. In conſtituirten Obereinnehmern, oder wen fie es
e Stadt es aber von Alters herkommen |an ihrer Statt befehlen werden, Gelübde und
ehalten worden, daben folles auch indie, Pflicht thun, wie Bernach folgt.
°. Es follen aber die Dbereinnefmer kraft empfangenen Befehls zu M. die Anlage
foldyen ihren Aemtern feine Beſoldung |desgemeinen Pfennings, nad) Yusmeifung
Belohnung haben; fondern allein ihnen des ao Speyerifhen Reichsabfchievs,
obfeyn und vollbringen, daran Einnehmern zu viel mühfam und beſchwerlich
firafs nachgeßen, und von dem Churf, oder ſoll ein jeder Sandesfürft ſamt feines Fürftens ;
N, N fie (als obſteht,) conſtituiret, thums oder verordneren vier Einnehmern et⸗
ner, bis auf unfer und gemeiner Stände des ger nachfegen: fo follen fie erftlich hrer Pflicht, .
ag beſtehen und gelaffen werden. 1 53. Ich N. gelobe und ſchwoͤre, daß ih in
n. Dondem Reichsrägen su Speyer, Woums und Aegenfpurg. 1zar
ichtigen und föhriftlichen Bericht hre ziemliche Zehrung bezahlt und erſtattet wer⸗
Weiſe hindern ſoll, ohne alle Ge⸗ thums, durch ihre eigene Perſon einzudringen,
* RER): Ibesgleichen den Unterthanen noch mehr unge
und denfelben Untereinnehmern eine geraume
‚eifen in den Frey und Neicheftädten, da Erz⸗ und liefern, allein was fie zu ihren norfdürftie‘
\
ruhen ſicherlich verwahren und behalten, |iprer Obrigkeit ledig gezahlet werden, und dare "
von
1222 Cap. ıg. Donderducch Conventen, Reichst
von den Unterthanen und Sinterfaflen N. mei. wie oben vonder Chur‘
nes Herrn, mit ſamt meinen mitversrdneten ten, Vogtheyen und He
Untereinnehmern, mit aetreuem Fleiß einfor- |teveinnehmern vermelde 1
dern, fie laut des Abfchieds vermahnen und von Beſtellung der gemeinen
mie Dichten beladen, darauf Die Anlagen em: Unterthanen unterfchledlic) ge
pfahen,, in die verfhloffene Truhen einwerfen alle diefe verordnete Einnehmer
‚and verwahren helfen, auch den Schläffet, fo Pflicht erlaffen werden, und von neuem’
mir Darzu verfrauet , verwaßrlic) behalten, und | Herrn und Obern, wie von ihr und ihrer
fold) Geld niemand anders ganz, oder zum ger und Unterebanen wegen Pflicht und €
Theil übergeben, oder- folgen laſſen, helfen thun, auf die Form und Maaß, als Bi
noch willigen, dann allein zu Handen der vier | von den Einnehmern in den Efursu
bereinnehmer, und in derfelben Truhen zu ſtenthuͤmern klaͤrlich ausgedrückt ift.
M. auf die Zeit, da id) und meine Mitgefellen| 55. Und damit folche Anlagen auch defto |
von Ihnen bejcheiden fern, uͤberantworten. Ich |derlicher und mit weniger Mühe eingezo
Poll und will auch die Namen und Zunamen werden, follen die Untereinnehmer in dei
aller veren, fo an den Enden und Orten, da |ten, Boatheyen ‚ven Hauptmannſchaften
' Kin ich und meine Mirgefellen die Anlage ein: [Inn ihnen die Anlag einzuſammlen befo
zubringen versrdnet worden, ihre Anlage er, einen namhaftigen Tag und Malftad
legen werden, und deren Namen und Zuna⸗ Unterthanen zuvor beftimmen und an
- ment, fo einlegen follen und ungehorfam von |auf welchem fie, die Unterthanen und Hinte
milr vermerkt werden, fleißig. aufſchreiben laß |fäffene, ihre gebührende Anlage erlegen follen
fen, und neben der Anlag Truhen, mit famt |und welche aus. ihnen diefelbe Zeit überfch
meinen Jugeordneten, den vier erwaͤhlten Ober: ten und nicht erlegen, die folfen alsbald zu S
einnefmern übergeben, auch meinem Befehl fe noch fo viel zu Anlag zu geben ver
getreulic) nach allem meinem beften Berftänd« ſeyn, als fie fonft, nad) Laut dieſes unfer:
niß, Sinn und Vermögen obfeyn und voll ſchieds, zu bezahlen fehuldig, die fie aud) ohne
Bringen, daran mid) auch) fein Neid, Haß, Abgang Innerhalb vierzehen Tagen, nächften ı
Haab, Zufage, Gunft, Sreundfchaft, oder |darnad) folgend, wie fid) gebühre, entrichten
andere Sachen einiger Weiſe hindern fol, oh ſollen, und welche darüber ungehorfam find,
ne alle Gefaͤhrde. ) folche follen von ihrer Obrigkeit, über Einbrin⸗
54. Und role hieoben von der Churfürften gung der doppelten Anlag, nad) Geftale if
und Fürften Einnehmer, und derofelben Amt |Ungehorfams und verfelben Obrigkeit
und Pflicht geſetzet iſt, alfo meynen, feßen und Herrſchaft Bang ‚ in deren Truh
srönen wir, daß and) ein jeder Praͤlat, Prä- Jeinzulegen fehuldig gemefen, ernftiich ge
latin, Graf, Freyherr, oder vom Adel, ſo oh⸗ werden. - Wäre es aber Gadje, daß
ne Mittel dem Neid) unterworfen ift, von fein |Obrigkeit, oder Stand, zu Strafung
elbſt wegen einen, und feine Unterthanen und jungehorfamen Unterthanen in Einbrin
Hinterfeffene In den Städten und auf dem |diefer Chriſtlichen nothwendigen Anlag
ande zween, nemlid) einen geiftlichen und ei- maͤchtig genug wäre, unddeshalben eines o
nen weltlichen Einnebmer verordnen, welche mehr an der Naͤhe gefeffenen Ständen, o
von ihnen und Ihren Unterthanen diefe Anlag, Obrigkeiten Hülf und Beyſtand begehr
nad) Sage diefer Ordnung, einfordern und ſoll dee ‚oder dieſelbe alfo erfuchte Stand:
einzieben ollen. Dergleihen mögen und füllen |der Sachen aufdes Anruffenden zlemlichen Kos)
auch Buͤrgermeiſter und Käthe der Srey- und |Nfen und Darlegen , von den Ungeborfamen
Keichsftädte eine oder mehr Herrſchaften folgends zu bezaflen, nicht mit wenigerm
auf dem Sande haben, diefelben follen es mit |Fleiß und Ernſt annehmen, und, dem Anrı
Besordnung der Untereinnehmer alfo Balken, !fenden feine Unterthanen zum Gehorſam und ”
Ne . — IE ge⸗
4
ve Speyer, oscms im: Bogenpurz 1225
dung ung feines göttlichen Zorns ur Beffeeung -
unfers fündlichen Lbens, fr Erfeölgung ſo viel
red Unter n | gefangener armen Epriftenmenfchen, feine Gna⸗
, und die andere um fo viel |de und Sieg zu verleifen, von Herzen anzu
1 huldigung haben; fo ſoll ein j ruffen und zu bitten, auch die nothwendige An⸗
ͤrſt und Stand in fein rem Fuͤr⸗ lag und Steuer, zu folchem Chriſtlichen Werk
Hertſchaft, Mandatg oder |vorgenommen und ihnen auferlegt, aus ſchul⸗
diger Cpriftlicher Siebe, die fie genen Der ben
en ſchwerten Chriſten Landen und Leuten fragen
ſollen, gutwillig und förberlich erlegen, damit
fie, ihre Weiber und Kinder, vor folber er⸗
ſchrecklichen Gefahr und Verluſt ihrer Seelen,
Leib und Güter, DR beſſ er ergalten werden
mögen. |
58. Und zu mehrerer Begebung des gemei⸗
nen Chriſtlichen Volks Andacht, ordnen und
wollen wir, daß durch das ganze Reich aus,
alle Tage zwoͤlf Uhren, eine Betglocken ge⸗
laͤutet werde, und alle und jede Chriſtenmen⸗
ſchen zu Zeiten, wann diefelbige Glocke geläu«
tet wird, ihre andaͤchtige Gebete zu dem Alle
mächtigen fpredyen, auch das alfo zu thun von.
ii ihren Pfarrherrn und Predigern fleißig uns
ber fand nad) Die gebüßrende Be⸗ terwisien und vermahnet werden,
\ eheurung und Pfliche vor den Einnehmern (als 59. So vieldann ferner die Form und Mack
yon hohen und niedern Standsperſonen her antrift, durch welche ſolche nothwendige Chriſt⸗
nad) folget,) gewißlich thue; oder von ſeinet liche Anlage von hohes und nieders Stan⸗
wegen gebüßtliche vffattung thun laffe, alles) Des Perſonen Durch die verordneten Einnehmer
bey Vermeidung der Pön und Straf, ; Die von erforderf und zufammen gebracht werden ſolt:
den un Unterthanen Bieoben klaͤr⸗ haben wir uns mit Ehurfürften, Sürften und
lich geſehet fit. Staͤnden des heiligen Reichs, und ſie ſich hin⸗
7. Und daß auch an allem guten Chriſtli- wiederum mit uns vereinigee u und verglichen,
en Bericht und Bermahnung nichts mange-| daß ein jeder Churfuͤrſt, auch Fuͤrſt, geiſtlich
iſt unſer Wille und Mehnung, daß die ober weltlich, bey feinen Sürftlichen Wuͤrden
fa herren und Prediger alle Sonntag, ſo das und Pflichten, damit er uns und dem heiligen
E zu goͤttllchen Aemtern, oder das Wort) Reich verwandt und zugethan ift, und fonder-
ttes zu hören, zufanmen kommt, Die Ber-| lid) bey feinem Cheiſtlichen Gewiſſen ſich ſelbſt
nung. und Exrinnerungsſchrift, fo wir Bie erinnern, und nach vermoͤge dieſes Anſchlags
n ſtellen und verfertigen laſſen, dem Chri⸗ und Yrdnung feine gebüßrende ne voR
k auf der Eanzel vorleſen, und fie noth- allen feinen Haaben und Gütern, beweglichen
tiglidy wollen berichten der ‚graufamen! und unbeweglichen, fie fenen oder liegen wo
fen Dienftbarfeit und Befchwerden, dar-| fie wollen, aufferhalb oder innerhalbdes Reichs,
des Türken felbft Unterthanen, befonders| gewißlich und getreulich in der conftituirten
emeiniglich alle fe Cheifternmenfchen gehal⸗ Einnehmertruhen ungezaͤhlt einwerfen, oder
werden, die in des Tuͤrken Gewalt ſeynd; angeregter Maaſſen und Geſtalt einwerfen und
arauf ihre Pfarrverwandten treulich ver⸗ entrichten laſſen ſoll.
en, Gott dem Allmaͤchtigen um Abwen⸗60. a ein jeder Prälat „Praͤlatin,
Hhh h3 IR Graf,
ehen laſſen, darinnen eı
Chriſtlichen und billigen
> Untertbanen vermaßnet werden, die Ehre
an igen GOttes/ſeines heili— gen Glaͤu⸗
und gemeiner Chriſtenheit Nutz und
ahrt zu Herzen zu führen, und den ge-
ven Muß gemeiner Chriftenheit, fonderlich
be werten Chriften Sand und Leute, ih:
rüber im Chriſtlichen Slauben und Re:
he Nothdurft zu bedenken, und allem
ven zeitlichen Mugen aus Ehrijktächer bruͤ⸗
icher Siebe vorzuſetzen, und demnach unbe—
ſch ver zu ſeyn, daß auf den benennten ange:
Tag ihrer jeder fein felbft Vermögen ge-
un sun Falſch und Gefahr fihäge, und
ende Anlag davon erlegen, daruͤ—
7
1226 Cap .ıg. Von der durch Conventen, Reichstäge gefüchten Reli
Graf, Freyherr, und von Adel, Fürften ,Rä- lichen Steuer und Anlag, in f
ehe und Buͤrgermeiſter, Schulcheiß, R&- wenig anzeigen und verfteuern ı
ehe und andere Bürger ,. und Die Frey«und oder diefelben foll ihre Obrigkeit, naı
Reichsſtaͤdte, auch anfehnlicher und fürneßmer |fe und Kleine feines Verſchweigens u
Chur fuͤrſten und Fuͤrſten Städte, ſollen erſtlich, Geſtalt derfelden, unnachtaͤßlich ſtrafe
nemlich ein Praͤlat, Praͤlatin, Graf, Freyer, 62. Aber zu Einbringung der Juden A
err, und vom Abel, einer Perſon ſeinem lag ſollen die verordnete Einnehmer
Stand gemäß, und die andern den verordne⸗ lein Fleiß vorwenden, ſie bey dem ſtrenge
ten Einehmern, vor welchen fie ihre Anlage lauf |deneyd, all Ihr Vermögen unfehlbar zu eröf:
dieſer Ordnung entrichten follen,, bey guten wah- nen, anzuhalten; fondern auch daffelbige recht
ren Treuen, an eines geſchwornen Eyds ſtatt, \aufzufchreiben und die aufgefegte Anlage von
‚Handgelübd und Antaftung thun, daß fie alle fihnen (wie obfteht,) einzubringen, und wo ife
ihre Haab und Güter, liegend und fahrend, |rer einer, oder mehr, Gefahr oder Salid) B
fie feyen innerhalb oder auflerhalb des Reichs, inn zu gebrauchen vermerkt würde, der ſſo
ihrem beften Verſtand nad), geſchaͤtzt und da» der Obrigkeit, darunter er wohnpaftig, ange
von die Anlag, obbefchriebener unferer Saßung zeigt werden, und durd) foiche feine Mißhan
und Drdnung gemäß, entrichten und bezahlen |lung den halben Theil feiner Haab und G
wollen, ſolche auch.alfobald in Gegenwaͤrtigkeit ter verwirfe und verfallen Baden.
der Einnehmer in die verordnete Trußen ein: | 63. Wir Haben uns auch, zu mehrerer For,
werfen, und das Geld darzu ſchieſſen, oder zaͤh [derung und ſtattlicher Vollziehung der vorka:
len zu: laſſen, nicht ſchuldig fen. benden Defenfionhuif wider den unmenfd
‚61. Doch follen gemeine Bauersleute und |lichen Feind der Epriftenheit, den Tuͤrken, mit
Unterthanen dee Ehurfürften, Fuͤrſten und |Churfürften, Fuͤrſten und Ständen, und der
Stände, und anderer Obrigkeit, in diefer An: | Abweſenden Raͤthen und Gefandten, und.
lag, wie hiebevor aud) alfo gehalten worden, |hinwiederum mit ung vereiniget und verglich
anfangs bey guten mahren Treuen, ange daß alle Ehurfürften, Fürften und Stan
ſchwornen Eyds ftatt, fehwören und geloben , | Amt, und ihrer jeder befonder ‚mit Berorönun
den verordneten Einnehmern all ihr Bermögen |feiner Einnehmer und Einbringung diefer Arne
treulich anzuzeigen und zu verfteuren: Darauf lagen ſich alfo befördern follen, daß eines jean
gleichfals die Einnohmer folh ihr Vermögen den Anlag des obbemeldten gemeinen Pfen⸗
von hnen vernehmen und eigentlich auffhrei- nings unverzuͤglich, nach Ausweiſung dieſer
F
J
ben laſſen, und je von zwanzig Guͤlden Werth unſerer Ordnung und Abſchieds, eingefordert,
Haupiguts ſechs Kreuzer, oder fo vie! Werths und auf das allerlängfte hiezwiſchen und dem
“ on anderer Muͤnz, and von Denen, fo unter jießten Tag Decembris, naͤchſtkommend, erlege |
zwanzig Gülden Werth haben, vier Kreuzer und zufammen in eines jeden beſtimmten True
zu Anlaggeld einfordern und empfaßen; doch hen gebracht, und durch feiner deputirten Dbers
follen der Bauern Guͤter, fo nad) Sage dies einnehmer darinn ohne Abgang verwahrt were
fer Ordnung beſchrieben und gefchägt werden, den foll; und welcher daran fäumig, oder une
den Obriafeiten, bie fie zu belegen von Alters |gehorfam befunden, Derfeibigefollmit der That
her In ruhigem Gebraud) hergebracht, in die-|alfobald nach Berfcheinung foicher Zeit, woer !
fer Unlag anzulegen unbenommen, ſondern ein Welclicher, die Pon und, Strafe unſerer
vorbehalten feyn, und fenft allen hohen und nies\ und des heiligen Reichs Acht verwirkt Haben,
dern Obrigkeiten, geiſtlichen und weltlichen ‚|und in diefelbe gefallen feyn: wann er aber ein ı
das alies an ifren Rechten und Gerechtigfei-|ne geiftliche Perfon ift, alsdann alle feine Prie
ten, und altem Herfommen, unfchadlidy und | vilegia, Schuß und Schirm, die er von ung, \
unvergreiflich. Würde abse einer, oder mehr, | unfern Vorfahren und dem heiligen Reich hat,
zu ihrem Vortheil und Abkuͤrzung diefer Chrifte! damit alfobald verwirft, deren privire und it 4
er
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23 V.Abfchn. Von den Reichsrägen su Speyer, Worms und Regenſpurg. 1229
R ME eben, unb befhen auch alle Fuͤrſten und Stände und der Abweſenden Raͤ⸗
‚und jebe Churfürften, Sürften und Stände, |the und Borfchaften, um des armen unvermög«
‚von unfers Känferlichen Amts und Obrigkeit lichen Manns Erleichterung willen, nachgelaſ⸗
‚ wegen, wiſſentlich in Kraft dieſes unſers Ab- fen und vergoͤnnet, wo einiger Stand von
ER
aa
ſchieds, un
‚ " Tommenden unfern gemeinen Neichstag, fo wir |fhanen ihre Anlage auf angefegten Termin
. Fin unfer und des heiligen Reichs Stadt Worms nicht gar einbringen möchte, daß er ihnen noch
‚zu halten vorgenommen, vor uns und unfern ein fechs, oder zum meiften acht Wochen, laͤn⸗
Bi 8 heiligen Reichs gemeinen Ständen, auf ger Friſt zu vollfömmlicher ‘Bezahlung, ver-
den legten Tag des Monats Decembris, ge: |gönnen möge, Doch daß derfelben Vermögen,
. "wißlic) und peremtorie felbit, oder Durch feine vor dem legten Tag Decembris von feinen ver⸗
. "pollmächtige Borfehaft erfcheine, durch glaub: |oröneten Cinnefmern gewißlich aufgefchrieben
| "würdigen Schein und Urfund feiner verordne- und diefelbe Verzeichniß bey der Truhen, bis
KR
| "ten Einnehmer darzuthun, daß er diefer unferer zu vollfümmlicher Erlegung, auf den angereg-
Ordnung mit gebüßrender Einbringung fein ten weitern Termin, treulich behalten und im
| "und feiner Unterthanen gemeinen Pfennings, | Gall dee Nothdurft Davon guter Bericht geges
| a ir er er a zu fe: ben werde. Na
hen und hören, daß er. mit Rath, Willen und —— Eier
| Piffen de * * 67. Und auf ermeldtem naͤchſtkuͤnftigen Reichs⸗
IE: — tag ſollen und wollen Churfuͤrſten, Fuͤrſten und
J— FRE ER —
| „Butd) ung, in unſer und Des Beiligen Neiche Stände, ſich ferner entſchlieſſen und vergleichen,
und Schirms, inmaflen obfteht, privire und - tbarli
entſetzt feyn, mit unferm Urtheil zu erklären, Rs en
oder erhebliche Urſachen alfobald anzuzeigen und foll. T
darzuthun warum ſolches nicht geſchehen ſoll.
der Romiſche Koͤnig, ſollen und wollen auch licher lieber Bruder, der Roͤmiſche Koͤnig,
der alſo erklaͤrten Aechter keinen, ehe denn er uns gnaͤdiglich erboten und bewilligt haben, zu
das alles, fo ihme dieſe und unfere Ordnung der vorftehenden Chriſtlichen Erpedition der
auflegt, vollfömmlich und gehorſamlich vollzo- Defenfienbüff gegen den Tuͤrken wegen unfe-
"gen, und Dazu feines Ungehorfams halben ae- rer Königreiche und Lande anfehnliche ftattliche
wieder erledigen, noch in unfer und des Reichs Fuͤrſten und Stände, und der Abmwefenden
‚Handlung, Schus und Schiem wieder auf: Raͤthe und Botſchaften, dißmals unterthänig-
ne m ; lich heimgegeben und berillige, daß unfere
65, Wäre es auch Sach, daß einer oder Miedererblande, vergleichen auch bemeldtem
ochenen Urtheil, bis zu Ende deffelben un- ‚feiner Kebden Erblande und Oeſterreichiſcher
„oder diefelben follen und wollen wir, nach Bol:| folgen follen, mit der fernen Ordnung und
Iendung des Keichtags, mit gebuͤhrendem Ernſt Maaß, daß die Stände und fonderbare Derfo-
Bollzichung und mirfliche Erecution thun, und! nen, fo aufferhalb unferer Erblande gefeften,
fein und der Seinen Anlag ziviefach, darzu deren Güter und Einfonımens halben, die fie
auch allen auf die Erecution aufgelaufnen Ko⸗ in unfern Erblanden haben und dafelbft ver-
fen und Schaden von ihm unnachlaͤßig ein- fteuert und veranlagt werden, an dem Ort, da
| / fie wohnhaftig figen, zu veranlagen und zu ver-
ſteuren, zu Diefer obbefchriebenen Anlag Bi
chul⸗
6. Doch haben wir, auch Ehurfürften,
d wollen, daß ein jeder auf nächft- feinen Bauersleuten und dergleichen Unter»
—⸗
Acht gefallen, oder feiner Freyheiten, Schuß toie'die vorjtehende notbiwendige Defenfionhülf
64. Wir, unfer freundlicher lieber Bruder,| 68. Und dieweil aber wir und unſer freund⸗
‚ bübrenden Abtrag getfan, von der Acht nicht Su zu fun: So haben uns Churfürften, _
mehr in feinem Lingehorfam, nad) unferm ge- unſerm lieben Bruder, dem Römifchen König,
frs Reichstags verfarren würde, gegen den, Kreys, zu Erftatfung unferer Hülf gelaffen und
⸗
1239 Cap. 13. Von der durch Tonventeu, Heichsräge gefüchten Religionsvergl, ı
Koubig fm fen, bamit fie mis Doppelt sronung fun, oe Denen, f man fg
Anlag nicht befehimerf werden,
69. Wir fegen, orönen und wollen auch, daß |und bezahler werden.
alle diefe Drdnung des obberüßrfen gemeinen
N fennings Anlag und Einbringung halben, zu | lieber ‘Bruder, der Roͤmiſche König, verſch
Beförderung des nothwendigen Werks, diß- nener Jahren zum öfternmai, auf vorigen un⸗
mals vorgenommen und geſetzt, hinfuͤro ge- fern Reichstaͤgen, mit Nach, W
meinen Ständen, famf und fonders, auch
ſonſt männiglichen an ihren Obrigkeiten, Ju⸗
‚risdietion, Nechten, Gerechtigkeiten und alten fege
Herkommen unnachtheilig und unabbruͤchig und geboten haben, daß fich niemand wider
ſeyn ſollen. |
70, Und nachdem auf dieſem Reichstag be⸗
funden, daß etliche Staͤnde ihr Antheil der
juͤngſt zu Regenſpurg wider den Tuͤrken be—
wilůgten eilenden Huͤlf, auch die Muͤnſteriſche
und andere mehr bewilligte Anlagen noch nicht
bezahle Haben, daß auch nod) viel Stände feyn,
pie ihre Anlag des verfchienenen zwey und vier ſpurg und Speyer, und Des verfchienenen zwey
zigften Jahrs nicht, mie ſich gebuͤhrt, einge:
hracht und erlegt, zu dem etliche ihr Kriegsvolk,
laut des juͤngſt alhie aufgerichteten Reichsab⸗
ſchieds, nicht geſchickt oder unterhalten: So ha⸗
ben wir, auch Churfuͤrſten, Fuͤrſten und Staͤn—
de, und der Abweſenden Raͤthe und Botſchaf⸗
fen, ung wiederum vereinigt und. verglichen, Daß
unſers Käyferl. Cammergerichts Sifcal gegen
dieſelben förderlich und fireng mit gebüßren-
den Proceſſen vollfahren, darzu ihm aud) unfer
Cammerrichter und Beyſitzer, welche wir vom
erſten Tag Auguſti an niederfeßen und bis zum
erſten Tag Detobris unferbalten wollen, ſchleu⸗
nigs und förderlihs Rechtens gegen folchen
Ungehorſamen verhelfen und wiederfahren laf-
fon, Damit die Ausftehende unverzüglicd) einge-
bracht, und diejenigen, denen man ſchuldig, da—
von entricht und bezahlt werden mögen, -
71, Und damit foldyes alles deſto richtiger ge-
ſchehen möge, follen und wollen die Stände
auf naͤchſtkommendem Reichstag ihre Urkun-
den des Stadtgelds halben, fo der Erpedition
wider den Türfen des vergangenen zwey und
vierzigften Jahres erlegt, vorbringen: auch we—
gen des Damals gefchickten Volks die Mufter-
regiiter erfehen, und nach derfelben und ande-
Ten Ehurfürften, Fürften und Ständen“ und
der Abmwefenden Raͤthe und Borfchaften, bey |
in
72, Und wiewol wir, and, unfer freundlicher —
iſſen und Wil⸗
Vermeidung hoher und harter Strafen, geſetzt
uns, noch unfere Land und Leut, oder. aud
andere unfere und Des Reichs Mitglieder, in
fremder Potentaten, oder anderer Herren Dien=
ſte begebe, denfelben zuzuzießen, oder fich ge
brauchen laffe, oder jemands Darzu bewege, oder I
aufwickle; wie denn folches dieſelbe Neichsab-
fchied, und fonderlich die, fo. jüngft zu Negenz ı
*
und vierzigſten Jahres zu Nürnberg aufgerich⸗
tet, und ei unfere offene Mandata und a
botsbriefe derhalben ausgangen, mehrers Inn⸗
halts weiter zu erfennen geben ; fo befinden wie!
doch, daß folchen unfern Mandaten und Abs
fehieden von vielen nicht gelebe, noch nachkom⸗
men, daß auch gegen den Uebertrefern und Un⸗
gehorfamen nicht allenthalben mit Poͤn und
Strafen, den gedachten Mandaten und Ab⸗
ſchieden gemäß, fortgefahren und gehandelt iſt
worden. N 1
73. Damit nun ſolchem vorfommen, die
Uebertreter ihre gebührende Strafe empfahen, |
und allerley Beſchwerden, fo bishero in mehr)
Wege Daraus erfolgef, und hinfuͤro zu Verhin⸗
derung der Chriſtlichen nothwendigen Expedi⸗
tion wider den Tuͤrken und andere des heiligen
Reichs Wohlfahrt nachmals leichtſam daraus"
erfolgen möchten, abgeſchaft, und in kuͤnftige
Zeit verbitet werden mögen: So haben. wir
uns mit Churfuͤrſten, Fürften und SON
und der Abweſenden Borfchaften, und fie fid dl
hinwiederum mit uns vereinigt und verglichen,
daß wir, auch ein jeder Churfuͤrſt, Fuͤrſt und
Stand, zu Handhabung und Vollziehung ob⸗
beſtimmter unſerer Mandaten und Abfchied,
|
rer nothdürftigen Erwegung, fowol Beſchluß |gegen folche Ungehorfame und Werbrecher mit
der noch unverglichnen Rechnungen, die Ver⸗ der gefegten ernftlichen Straf n an mit
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nfifeieung und Einziehung aller und jeder ih⸗
wer,
‚weder durch uns, unfern freundlichen lieben
jemand anders im Beiligen Reich geſeſſen, zu
Gnaden aufgenommen, vergleitet, unferfchleitt,
‚oder wiſſentlich in unfern, oder ihren Landen
oder Gebieten gelitten noch geduldet, fondern
mit obberüßrter Straf gegen ihnen vollfaßren
ſoll werden ; und wo eine Obrigkeit daran fäu-
mig, verhinderlich, oder ungehorfam erfunden,
daß diefelbige Damit alfo in unferer Känfer!.
Majeſtaͤt und des heiligen Neichs Acht gefallen
feyn, und gegen fie zu Erflärung ſolcher Bon
durch unſer Kaͤyſerl. Rammergericht unverzüg-
lich procedirt werden ſoll.
74. Nachdem auch die ſchaͤdliche aufruͤhriſche
Sect des Wiedertaufs, fo in gemeinen Rech⸗
ten verboten und vor viel hundert Jahren ver-
Damme worden ift, über unfere Ränferliche aus-
gangene Mandaten und derhalben aufgerich: |
‚tete vechtmäßige Konftitution, Satzung und
Ordnung, fo wir des verfchienenen neun und
„m Von den Reichstägen zu Speyer, Worms u
Nachſch r Weib und Kinder, diedar- lich geſtraft, und was daraus folget, vorkom⸗
an nicht ſchuldig ſeynd, nach Geſtalt und Ge⸗men, Fried und Einigkeit im heiligen Reich er⸗
begenheit der Sachen und Perſonen, auch mit — werde: So haben wir uns mit Chur⸗
Brüder, den Roͤmiſchen König, noch einigen
' Ehurfürften, Fürften und Stand, noch aud)
x
ndRegenfpurg. 1233
ürften, Fürften und Ständen, und der. Abwe⸗
ger, der Verbrecher, Haab und Güter, und mo |fenden Boffchaften, und fie fich hinwiederum
| fie betreten werden, gegen ihren Perſonen mie | mit uns von neuen vereiniget und verglichen,
gefaͤnglicher Annehmung und Beftrafung an
Leib und: geben unverzüglich vollfahren follen
‚amd wollen. Wir fegen, ordnen und wollen gen ſtracks gelebt. und nachkommen werde,
) auch, daß: folche Ungehorſame und. Berbredjer |
daß bemeldfer unferer Conſtitution und Ord⸗
nung in allen ißren Puncten und Inhaltun—
Wir fegen, ordnen und wollen auch, wo ih
Städten, oder. aufdem sand, in Criminal ind
Malefisfachen einer die Denumciation, und ein
anderer den Angrif hat, und der, fo denuncii⸗
ven fol, daran faumig wäre, fo ſoll in dieſem
Fall derjenige, der den Angrif Bat, guten Fug
und Macht haben, die Derfonen, vem Wiever-
kauf verwandt und anbängig ‚ unangefehen daß
die Denunciation nicht vorgangen, von unfer
und des Neichs wegen anzugreifen und unfer
obberührten Conſtitution und Satzung nad) ge=
gegen ihnen zu vollfaßren, und nichts deſtowe—
niger foll aud) der, ſo am denunciiren alfo ſaͤu⸗
mig geweſen, der. Gebühr nach geftraft wer-
den. Doc) follen alle Obrigfeiten in der Haft
zu folchen Perfonen kommen, und zuförderft
durch ihre Gelehrfen und Theologen gefreuen
uten Fleiß vormenden laflen, fie von ihrem
Irrthum durch Chriſtlichen Unterricht abzumens -
den und zu befehren,
75, Aber derjenigen Halben, die ſich Zigeuner
nennen und Bin und Ber in den Landen ziehen,
zwanzʒigſten Jahrs allenthalben im heil. Reich | Haben wir uns mit Ehurfürften, Fürften und
- publiciven und verfünden haben laſſen, Kin und | Ständen vereinigef und verglichen, daß fie Bin-
‚wieder im heil. Reich befchmerlich einbricht und | füro diefelben Zigeuner, nachdem man glaub-
überhand nimmt, darum dann unfer freundli=| liche Anzeige hat, daß fie Erfahrer, Verraͤther
‚cher lieber Bruder, der Römifche König, aud) | und Ausfpäher ſeynd, und der Chriften Sand
Churfuͤrſten, Fuͤrſten und Stände, fich auf dem Türfen und andern der Chriſtenheit Fein-
demſelben Reichstag, in demneun und zwanzig:
fen Jahr zu Speyer gehalten, mit einander
einmuͤthiglich verglichen haben, ſolcher unferer
Kaͤyſerl. Eonftitution, Sagung und Ordnung,
in allen ihren Puncten und Artifeln treulic)
und fleißig zu geleben, nacyzufommen und zu
vollziehen, alles lauf des Abfchieds, derhalben
aufgericht. Dem allen nad), und damit fold)
2 ſchwer Uebel Hinfüro auch fleißig und gebühr-
CLutheri Schriften 17. Theil.
den verfundfchaften, in und durch ihr Land
nicht ziehen, Handeln und wandeln laſſen, noch
ihnen deß Sicherheit und Geleit geben. Mey—
nen und tollen auch, daß fich Die Zigeuner in-
wendig dreyen Monaten, naͤchſt nach dato die⸗
fer Ordnung, aus den Sanden Deuffcher Na⸗
tion thun, fich deren enfäuffern und darinnniche
finden laffen : denn wo fie darnach betreten und
jemand mit der That gegen ihnen handeln oder
Jii i | vornehmen
vornegmen wird, ‚der foll Daran nicht gefrevelt funden, wile gnädiglich wir uns-bemüßer, de
noch unrecht gethan haben. ſttreitige Religlon Durch den Weg eines 'gemek |
76. Nachdem wir uns in Diefer Käyferlichen |nen Concilii oder Chriſtlicher Vergleichungizu ı
Propofition diefes gegenwärtigen Reichstages, Erörterung zu bringen, und daß auch die Nicht
- von wegen beftändigs Friedens und gleichmäf- haltung ſolches Concilii und: Wergleihung. vier ı
figes Rechtens, aud) unfers Kaͤyſerl. Cammer: ſer hochſchaͤdlichen Spaltung an ung bishero \
mergerichts Bifitation halben, gnädiglic) an ⸗ nicht erwunden; bedenken auch, was ſchweres
geboten, ſelbſt auf Weg und Mittel bedacht zu Mißtrauen, Trennung und Widerwillen for
ſeyn, damit Fried und Recht erhalten, auch che Spaltung bishero verarfacht, "auch wag
‚bemeldte Bifitation ordentlich vollzogen werde : ſchaͤdlich Nachtheil die hinfuͤro kuͤnftiglich mit
und.aber befindlidy , daß alle Verhinderungen ſich Bringen, und hinmieder, was Nuß, From:
Friedens und Rechtens aus den vorgefallenen men, Aufnehmen und Wohlfahrt der Deut
Irxrungen und ftreitigen Religion erfolget, und | fehen Nation aus Erörterung und Hinlegung
‚alfo die Arrifel der Religion, Friedens und. Rech: | bemeldter-Spaltung erfolgen möchte,
tens, an einander bangen und aus einander |; 79. Derhalben wir geneigt wären, zu Be
flieffen, achten wir, daß zu fruchtbarer Vec, |förderung Ehriftlicher Einigfeit und Bergle: |
‚richtung derfelben die Nothdurft erfordert ‚daß chung der ſtreitigen Religion, gleich auf jetzt
die Artikel, fo viel moͤglich, alle unter uns vor; gehaltenem Reichstag fernere Handlung: gnaͤ⸗
‚genommen und erledigt werden, Innhalt fol- dig vorzuwenden. Dieweilaberfolchesdie®e
gender Maaß und Meynung. ©... |legenheit gegenmwärtiger Zeit und Säufte, wie
77. Erftlich, der ftreitigen Religion Balben maͤnniglich feichtlich bey fich felbft zu erachten,
wiſſen wir uns zu erinnern, daß der Zwieſpalt je nicht leiden kann, auch die Stände: des Bein
ver Religion mınmehr dermaffen gefchaffen ‚\ligen Reichs: felbft zu ſolchem groſſen Werk
daß (wo es GOtt der Allmächtige nicht in ans |diefer Zeit, wie wir achten , nicht gefaßt, und.
‚dere Wege gnädiglid) richten, oder bequeme|dann die angeregte Spaltung in der Religion
Mittel hierinn gefunden werden, ) nichts an= nicht wol anders fuͤglich und gänzlich hingelegt
ders daraus dann Verderbniß und Untergang werden mag, dann durch Chriſtliche Nefor-
des heiligen Reichs Deurfcher Nation zu gewar- |mation und Erörterung eines gemeinen, Chriſt ·
ten. Und damit einmal ſolchem vorftehenden lichen, freyen Concilii in Deutfcher Marion;
Unrath je zulegt begegnet, unddas Ewige dem fo find wir in Kraft unfers obliegenden Amts
Zeitlichen vorgefegt werde, derhalben zum höch- gnaͤdigſt geneigt, nachmals auf Dienlihe War
ſten rathſam, (dem heiligen Reich Deurfcher ge und Mittel zu bevenfen, die Sachen zu ei⸗
Nation und gemelner Ehriftenheit in alle We: nem Generalconcilio, wie obbemeldt, zum ale
ge nüßlic) und vorftändig, aud) uns rühmlic) lererſten, als immer möglich, zu befördern,
und löblic) wäre, daß die ftreitige Relgion, demſelben aud) (vermittelſt göselicher Gnaden,)
durch was Chriftliche Wege und Mittel das eigner Perfon beyzuwohnen. 2
immer möglich, oßne längeres Aufziehen, zu) 80. Nachdem aber ungewiß, ob und mie
Chriſtlicher Bergleihung und Erörterung ge,| bald ſolch Concilium, nad) Geftale gegenwär-
bracht werden möchte, immaſſen vann wir, in tiger und Fünftiger Zeit und Laͤuſte, zuerlangen
Kraft unfers obliegenden Käyferl. Amts, zu be-| und wirklich zu vollziehen möglich : fo find wir,
fördern ſchuldig. ; dem heiligen Reich Deutfcher Nation zu fone
78. Dieweilaber zu folcher Ehriftlicher Wer-|dern Gnaden und Wohlfahrt, ferner mit Gna⸗
gleichung und Erörterung der fkreitigen Reli.|den entſchloſſen, einen andern gemeinen Reichs»
ion zu diefer Zeit und alhiein dieſem Neichs- tag, vornehmlich von der flreitigen Religion
tag nicht fortgefchritten werden Fann, haben |und was derfelben anhangt, gleich jego zu bes
dennoch die Stände aus unferer Känferlichen |nennen, und auf den naͤchſtkuͤnftigen Herbſt
Propoſition und fonft im Werk gnugfam be» loder Winterzeit anzuftellen und eigner Fed t
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‚eltigen Artikeln der Religion, bis zumirf-
ficher Erlangung und Vollziefung eines Gene
ralconcilii, wie obſteht, im Heiligen Reich Deut:
eher Nation gehalten , und dadurch die ſchwe⸗
% eingeriffene Mißbräuche gebeflere, "und die
nachtheilige Trennung und Spaltung der Re—
figion, auch der Stände daraus erfolgtes Miß
frauen, Widermill und Unfreundfchaft gerin.
gert, und Deutfcyer Nation vorftehender Nach ·
theil, Schaden und Abfall abgeftelle und ver⸗
enden nn ©
81. Und damit biezwifchen und ſolchem
Keichetag, und im Fall, fo die Vergleichung
auf demfelben nicht möchte gefunden werden,
bis zu vollfonnmener Bergleichung in ‚einem
gemeinen, freyen, Chriftlichen Concilio, Na—
tionalverfammlung, oder aufeinem Reichstag,
zwifchen den Ständen Deutſcher Nation, der
Religion halben, Friede und Einigkeit defto
beſſer gehalten und das ſchaͤdliche Mißtrauen
geringere werde : fo Haben wir auch der beyder
Artikel, Sriedens und Nechtens halben, mit
gemeinen Ständen Handlung vorgenommen,
des väterlichen, gnaͤdigen Willens und Ge
ſuchen "aud) mittleriveil durch geleßrre, ‚für ung felbft und aus unferer Käpferlichen
aute, ehr. und friedliebende Perfonen eine Macht und Vollkommenheit Ordnung darin.
Chriſtliche Reformation verfaffen zu laſſen. nen vornefmen und geben würden, daß fie fols
- Gleichergeftalet mögen die Stände durch die Ih⸗ ches gefchehen Taffen und-dulden müßten, und
' ven auch hun’, und folch aller Teil Bedenken in demfelbigen ung, als Roͤmiſchem Känfer , kei⸗
alsdann gemeinen Ständen vorlegen, und mit ne Form oder Maaffe zu fegen wüßten: und
' ihnen auf freundliche und Chriftliche DBerglei- dann ung, als Roͤmiſchem Käyfer, unfers ob-
"handeln, wie und weldyermaffen es in liegenden KRänferlichen Amts halben, hierinn
norhdürftige Vorſehung zu fhun gebuͤhret, aud)
nicht gelegen oder gemeynt ift, Diefelben Arti⸗
1256 V. Hbf Don den Reicyerägen zu Speyer, Wormeumd Regenfpurg. 1237
—
kel ohne Alle ſonderbare Erledigung und Ver⸗
abſcheidung bleiben zu laſſen, und allerhand
Unfreundfchaft und Welterung , die-fonft zwi⸗
fchen den Ständen des heiligen Reichs leichte
fam daraus erfolgen möchte, zuvorfommen:
hierum und damit dennod) hiezwiſchen und fol«
chem Reichstag, und im Fall, fo die Verglei⸗
hung auf demfelben nicht getroffen werden
möchte, bis zu vollfommener Vergleichung in
einem gemeinen Chriftlichen Eoncilio, Natio—
nalverfammlung oder Reichstag zu machen,
Fried und Einigkeit ver Religion halben defto
befler gehalten, und das fehädliche Mißtrauen
zwifchen den Ständen geringert werde: fo ha⸗
ben mir folcher und anderer mehr redlicher Ur⸗
fachen halben, unfer KRänferl, Gemüth darzu
billig bewegend, auf die Puncten und Artikel,
Fried und Hecht belangend, wie es hiezwiſchen
und vollfommener Vergleichung damit gehals
ten werden foll, von Obrigkeit wegen und aus
unferer Känferl. Macht und Vollkommenheit,
uns nachfolgender Meynung entfchloflen,, ge⸗
muͤths, fie derfelben Artikel allenehalben mit |fege und geordnet: Entſchlieſſen, mennen , fer
und zu vergleichen. | Kaͤyſer, von obberührter unferer Käpferlichen
82. Als wir aber in der Handlung befinden, | Macht und Vollkommenheit hiemit ernſtlich ge⸗
daß wiſchen ihnen jeßo alhie die Vergleichung |bietend, und wollen, daß unfer biebevor auf
ſolcher Artikel, aus vielen vorgemendten Urfa- |gerichteter und verfündeter Landfriede, Fried⸗
chen und Berhinderungen, nicht endlich zu er: |ftand und Abfchied, mit dermaflen Befcheiden«
langen ; und aber die Stände der Augfpurgi- heit, mie dieſelbe zuvor den Ständen allenthal«
ſchhen Eonfeßion verwandt, uns diefelbe drey ben gegeben und von ihnen angenommen wor⸗
Artikel Heimgeftelle, die andern aber gus viel«| den find, in allen ihren Puncten und Artikeln,
ihrem guten Wiffen und Willen zu vereinigen Ben und ordnen auch darauf, als Römifcher n
fältigen angezeigten Urfachen ſolches nicht thun | von’ allen Theilen veftiglich und unverbruͤchlich
könnten, und gleichwol fich gegen uns, damit: gehalten und vollzogen werden ſollen, bey Ber»
Friede, Ruhe und Einigkeit im heiligen Reich | meidung der Pön und Straf, darinn begriffen;
Deurfcher Nation möchte erhalten werden, in wie dann auch wir, ſamt unferm freundlichen
| Unterthänigkeitvernehmen Haben laffen, da wir| lieben a dem Roͤmiſchen König, Dies
—— Jiii
el⸗
| ehren Religiongpergl. 1299
ſelbige und jeßige hie aufgerichtere Friedſtande, ſchieds in Poſſeß gewefen, Innhalt deffe
— beſtaͤndiglich zu halten Biemit |Regenfpurgifchen Keichsabfchieds, verfolgen.
verfprechen. Und Daß Binfüro in der Keligion | 84, Und damit der Kirchenguͤter halben fers
und Glaubens Gadye, auch feiner andern Ur- |nerer. Mißverſtand zwiſchen den Ständen ver-
ſache Halben, in was Schein das geſchehe, nie- huͤtet werde: ſo ſollen Die geiftliche Stifte, Klü«
mand, hohes oder niedern Standes, den an. ſter und Haͤuſer ungeachter welches Neligion
dern befehden, befriegen, berauben, fahen, die feyn, ihrer Rent, Zins, Eimfommens und ı
überziehen, belagern, auch darzu für fich felbft, | Güter, fo in eines andern Fürftenthum oder
oder jemand anders von feinetwegen nicht die- Obrigkeit gelegen, nicht entſetzt, alſo und der=
nen, nod) einige Schlöffer, Staͤdte, Märkte, |geftalt, daß hinfüro einem jeden. Stift, Bra
Beveſtigungen, Dörfer, Höfe oder Weyler |latur oder Haus gelegen, unvermweigerlich folk
abfteigen, oder ohne desandern Willen mit,ge- |gen, und. von Dem andern Stand oder Dbrigs ı
waltiger That freventlic) einnehmen, oder ge- keit (unangefehen was für Neligion ſolche
faͤhrlich mit Brand, oder in andere Wege be: |Stift, Klöfter, Prälatur, Spital, Gottes
ſchaͤdigen, noch jemand ſolchen Thaͤtern Rath, haus oder Kirchen wären,) gefreulich dazu vere
Hülfeund in keine andere Weife Benftand oder holfen werden..
Vorſchub thun, auch ſie wiſſentlich und gefäßr- | 85. Doch ſollen die geiſtlichen Fuͤrſten und
lic) nicht beherbergen, behauſen, aͤtzen, traͤn⸗ andere Stände, fo dem Neid) ohne Mittel,
Een, enthalten oder gedulden; ſondern ein jeder |und ſonſt niemand unterworfen, ſamt ihren zus.
den andern mit rechter Freundſchaft und Chriſt. |gehörigen Gütern, wo die gelegen, hiemit nicht
ticher Liebe mennen, zudem Fein Stand. noch ſgemeynt feyn, fondern ißnen, ungeachtee mo=
Glied des Reichs dem andern, ſo an gebüh-!hin fie ihre Reſidenz verrückt oder gewendet
renden Orten Recht leiden mag, Den freyen hätten, Guͤlt, Nent und Einkommen, ohne
augen der Proviant, Nahrung, Gewerbe, | Hinderung folgen.
Rent, Guͤlt und Einfommen, abſtricken noch 86, Dergleichen follen die Prälaten, rs,
aufhalten foll; und daß dieſe Zwiefpalt der Ke: densleute und andere Öeiftliche, fo wegen Ver⸗
—ligion anders nicht, dann durch Chriftliche und |änderung der Religion ihre ordentliche Reſi—
freundliche Bergleichung eines gemeinen, frey: |denz verlaffen, und fich in andere Stände, Für: -
en, Ehriftlichen Concilii, Nationalverfamm: |ftenthümer und Sande zu wohnen begeben ha⸗
kung oder Neichstag, vermöge voriger Neichs-|ben, bey den Gütern, ihren Gorteshäufern, .
abfchiede und Fridenshandlung, hingelege wer. | Stiften und Pfruͤnden zugehörend, und wieges
den foll, dazu mir allen gnädigen und väterli. |meldf, in anderer Stände fanden und Gebie⸗
chen Fleiß vorwenden‘, und an uns nidjts er» ten gelegen, deren fie zur Zeit des Kegenfpure
winden laffen wollen. gifchen Abſchieds in Poffeß geweſen find, bie
83. Doch) foll fein Stand den andern zu fei-| zu endlicher Vergleichung und Erörterung der
ner Religion dringen, nod) dem andern feine| Neligion bleiben. —1—
Unterthanen abpracticiren oder wider jede Obrig. 87. Doc) daß gleichwol einem jeden Stand,
keit in Schutz und Schirm nehmen, und ſoll unter dem die Guͤlt, Zins oder Guͤter gelegen,
hiemit denjenigen, fü Biebevor von Alters) dieeinem andern Klofter, Stift, Praͤlatur, Spi⸗
Schutz⸗ und Schirmherren anzunefmen gehabt, |tal, Haus oder Kirchen, in ein ander Sand
hiedurch nichts benommen und diefelbe nicht ges | folgen follen, an denfelben Gütern feine welt⸗
meynt ſeyn. Ob auch feithero, nacht Regen: |licye Obrigkeit, fo fie vor Anfang diefes Streits
fourgifchem Neichsabfchied, hieroider gehandelt |in der Religion daran gehabt und im Ger
worden wäre, das alles foll hiemit aufgehaben |braud) gewefen, vorbehalten und dadurch den:
und unverwirklich feyn. Dergleichen den Geift- |felben nichts benommen fey. Br
lichen ihre Rent, Zins und Einfommen, deren) 88. Und follen demnach auch von folchen ob
fie in Zeit jolches Degenfpurgifchen Reichsab⸗ gemeldten Gütern die nothduͤrftigen —— 1
| ; or
1238 Cap.1g. Don der durch Corentem. Reichstägege
—— —
Mi
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V. Abſchn. Don den Reichstägenzu Speyer, Worms und Regenfpurg. 1247
n, Pfarren und Schulen, auch diejtichts an ihren Ehren und Keputation fchäd-
vr die fie vormals und lich oder nachteilig feyn möchte: Darum wol⸗
1 Zeit des Regenſpurgiſchen Abſchieds beftelle|len wir, daß obbemelöte Cammerrichter und
"und zu beftellen fehuldig, von follen Gütern Beyſitzer ihren Stand der Adminiftration des
' nochmalen verfeßen und bejtellt werden, ohnge⸗ Rechtens und „Juftitien , wie bisher, und. fer«
achte weß Religion die feyen, Es follen aber ner zu Ausgang der Dreyen Jahren, fo die ges
" auch die geiftlichen Sürften, hohe Stift und |meine Stände berüßrtes Cammergericht zu un⸗
‚andere Stände, fo dem Reich ohne Mittel, terhalten bewilligt, vollfuͤhren ſollen, doch die
und fonft niemand unterworfen, die ihre Reſi⸗ Sachen gegen der Augfpurgifchen Confeßion
. denz (mie obfteht,) verrückt Haben, nicht ferner |veriwandten Ständen, Junhait diefes Abſchieds,
die Minifteria der Kirchen und Schulen ıc. ſuſpendirt bleiben. Vnd dieweil ſich allerley
fiein Zeit des Negenfpurgifehen Ahfchieds | Irrungen und Difficultär zwiſchen obgedachten-
i llen.
BR name ee na an an up
| nase nie beforgen, die Viſitation Feinen wirklicher
ae anal On —
ben, die füllen 2 N inne oBch Miäper- Nenn will, auf weitere Unterhaltung des Cams.
Unterhaltung Balben Ziwiefpalt oder Mißver— mergerichts, nad) Ausgang der drehen Jahren
ftand vorfielen, follen fich Die Parteyen etlicher zu gedenFenund datinn Borfehun # En :&9
Endſcheidsleut vergleichen; und im Sal, De meynen , ordnen und wollen wir ak ein jeder
‚fie von ihnen nicht a oh un — Ehurfaͤrſt Fuͤrſt und Stand bie wifchen und
miffarien nn Gonet retden, die nach furima- unferm nächftfünftigen Keichsta ebene wie
riſcher Berhörung beyder Theil erfennen, was unfer Ränferlich Cammer ericht Binfirro unter-
und wie viel zu Unterhaltung obberüßrter Stü- halten werden foll, Damit eich im Anfang defe
cfe gegeben werben fol. Doch follen bie, “ felben unfers Keichstags folche Unterhaltung
der Unterhaltung halben m —— enge: — beroillige und in das WBerf ger
fochten end, ehe und & nn he zogen werden möge ; und auf demfelben unſerm
Austrag oder Beſcheid der ommiffarien guͤt a — 5—
lich) und rechtlich geoͤrtert wird, des Ihren, fo fie Ten ind. Geände 'ie — —
in Poſſeß ſeynd nichts entſetzt oder arreſtirt, J——— Bu Be
noch aufgehalten werden, g zu hun, von neuem Beyſitzer
n f die Kloſter und Kirchen unfern dazu verordneten Commiffarien praͤſen⸗
' 90. So follen auch die | m u SL = |firen, die fromme, gelehrte, ehrbare und tuch⸗
ungerbrochen und unzerriſſen bleiben, tige Perſonen find, unangefehen welches Theils
9. Sonften, aufferhalb diefer Verordnung, Heligion die feyn; und follen diefelbe Beyfiser
fol ein jeder geiftlichs Stands, unangefehen nach Gelegenheit eines jeden, davon fie präfen«
welches Theils Religion er fey, bey allen feinen eire, auc) alle andere Perfonen, fo an ernenn«
Öütern, Einfommen, Renten, Gülten, de gem GCammergeriche, von Gerichts, Amts,
ten er in Zeit des Negenfpurgifchen Abfchieds|yner anderer Sachen wegen zu £hun, ſchwoͤren
in Poffeß und Gebrauch gewefen, ungehindert | und beeydiget werden, folchen Eyd sach dem
bleiben und zugelaffen werben. alten Braud) zu GOtt und der; Heiligen , oder
92. So viel das Recht belangt, Haben wir; zu GOtt und auf das Beilige Evangelium zu
alle Handlung, fo ver unfern Commiffarien thun, fren-gelaffen werden, doch unabbrüchig
und Bifitatoren unfers Kaͤyſerlichen Cammer⸗ der Güldenen Bull, und bis fo lang es anders
gerichts bishero ergangen, erwogen, und dar- |Durc) uns und gemeine Stände verordnet wird.
aus nichts befunden, das unferm Cammerrich⸗93. Und follen die Benfiger einem jeden, une _
ker und DBenfigern obgenanntes Cammerges geqchtet er Religion er fey, ging
Ä Siiiz Recht
1242 Cap.ıg. Donder durch Eonventeu, Reichsräge gefischten Religiorlovergl, 1ag3
Recht ſprechen, und dem’ Innhalt dieſes Ab⸗ daß wir die angeregte, und dergleichen andere -
fchieds ſtracks geleben und nachlesen.
94. So foll aud) der Augfpurgifiye und an: |mögen: Derowegen wir, uns mit Churfuͤrſten,
dere Abfchiede, dergleichen Die gemeine beſchrie- Fuͤrſten und Staͤnden des heiligen Reichs,
bene Rechte, gegen den Ständen der Augſpur⸗ der Abweſenden Raͤthen und Botſchaſcen, und
gifehen Confeßion, fo viel die Religion, auch) ſich hinwieder mit ung vereiniget und ver liche
diefen Friedſtand belange, bis zu obgemeldter daß erft berührter, auch) anderer in Diefem un
ferm Abfchied Hin und wieder erweßneren uner-
Bergleichung fufpendirt feyn und bleiben.
‚95. Und was am Cammergericht für Pro:
ceß anhero ergangen „ inden Sachen, fo hiebe⸗
vor in vorigen Abfchieden und ‚Sriedftänden
für Religionsfachen angeftellt, Diefelbe Proceß
ſollen bis zu Bergleichung (wie obfteht,) fufpen-
Dirt feyn und bleiben, Ja
96. Und nachdem das Cammergericht feit-
Hero vorgedachter Stände Recufation in etli-
chen Profanſachen, deren doc) in weniger An:
zaht, Proceß erkannt und fortgefahren, dieſel⸗
be Proceß und Sachen, in Anfehung daß fie
per contumaciam, und unverhört der Parteyen
ergangen: damit ſich dann niemand zu beſchwe⸗
ven, folfen im Stand, darinn fie vor der Re—
cufation gewefen, reaſſumirt werden, und der
Expens, Koften und ergangnen Kundfchaft und
Zeugniß halben Commiffarien verordnet wer-
den, die Darteyen zu hören, und Diefelben bes»
halben mit einander gütlich zu verfragen und
endlich) zu entfcheiden. N
97. Und follen die Goßlarifche und Mindi-
(che Acht, laut unfer und unfers leben Bru-
ders, des Roͤmiſchen Königs, Bewilligung,
fufpendirt feyn und bleiben.
Puncten und Obliegen, jego nicht erlet
£ )D "UL 2
® [2 2 8
ledigten Puncten, und anderer mehr des heine
=
gen Reichs Obliegen halben, ein neuer Reichs
fag auf den erften Octobris, nächfffünftig, zu
Worms einzufommen ‚ vorgenommen und —
halten werden foll, darauf wir gleich anfang
unfere Commiſſarien fchicken, auch Churfürften,
Fuͤrſten und Ständefelbiterfcheinen, oder aber
ige vollmächtige Botfchaften gewißlich verord-
nen follen und wollen. Und welche zu Anfang:
folches unfers Reichstags nicht ſelbſt erfcheinen
erben, die follen doch gewißlich auf den erſten
ag
und die noch) unerledigten Puncten zu guter
ef
ag Decembris, auf welchen wir auch (vers
mitteljt göttlicher Gnaden,) perfönlic) erfcheinen
wollen, Dafelbft in eigenen ‘Perfonen einfommen,
F
t
Vergleichung und gebüßrender Erörterung für
dern und bringen helfen, |
100. Daßnun auch nach Yusgang des naͤchſt
kommenden Monats Juli, darauf die Unter⸗
haltung unſers Kaͤyſerlichen Cammergerichts,
von gemeinen Ständen bewilligt, ifre Ende
E
fehaft nehmen wird, bis zu ſolchem unferm fünf:
-
=
Er
tigen Reichstag, zu Einbringung obberühreer,
Anlagen und andern norhdürftigen Sachen
08. Wäre aber Sache, daß in diefem Arti⸗ im heiligen Reich Deutfcher Nation an Ge
fel, Religion, Fried und Recht belangend, ei- richt und Necht nicht Mangel fey, wollen wir”
niger Migverftand oder Irrung ſich zutragen |unfern Käyferlichen Cammerrichter und etlihe
würde, fo wollen wir uns darüber Declara⸗ Beyſitzer, die wir ihm zuordnen werden, auf!
tion und $äuferung zu thun, hiemit vorbehalten unfern eignen Koften, bis zu folchem unferm
haben. Reichstag, beftellenunderhalten. ——
99, Wiewol auch auf dieſem unſerm Reichs⸗ or. Und als ſich im Anfang dieſes Reichs⸗
fay von Streitigkeiten der Seßion, auch tags etliche Fürften und Stände in der Sep
- Stand und Stimm wegen, desgleichen von ſion geirret, welche Jrrung etwas zu Verlaͤn⸗
Yufrichfung einer beftändigen guten Miünz,und|gerung des Reichs Handlung und Sachen ge
andern mehr des Heiligen Neichs Deutſcher lange, derhalben Churfürften, Fuͤrſten und
Nation gemeinen Obliegen; gehandelt und ge⸗ Stände, auf unfer gnädigs Geſinnen, fi) auf
ſchoſſen werden follte: So ſeynd doch uns und ſolchem Reichstag, ihrer Seßion halben, geſel⸗
dem heiligen Reich dermaſſen ehehafte und liglich, ungefaͤhrlich und ohne alle Ordnung ges
redlicheUrſachen und Verhinderung vorgefallen, halten: Demnach wollen wir, daß einem Ci
2 | ur⸗
\
wfürften, Fuͤrſten, Brälaten, Grafen und
fand, foldh diefes Reichstags ungefäßrliche
Sepion, aud)die Subfeription, zu Ende diefes
' Abfehieds-befchehen, an feinem a
\ Gebrauch und Gerechtigkeit in feinem Weg nad):
heilig, vergreiflich oder fchädlich feynfoll. Wir
ſollen und wollen auch, nach Uebergebung eines
‚ jeden Gerechtigfeit, allen möglichen Fleiß für-
. wenden, fie folcher irrigen Seßion halben auf
‚ glemliche Teiöliche Wege zu vereinigen und zu
vertragen, wie fie deifen in etlichen hiebevor
ausganı ap. Mokpieden durch uns gnadiglic)
vertroͤſt ſind. a
" 102. Solches alles und jedes fo obbefchrie-
Ben ſtehet, und uns Ränfer Caroln betrift, gere-
den und verſprechen wir, ſtet, veft, unverbrüch-
lich zu Halten, dawider nicht zu thun, noch von
“unferfivegen zu thun geftatten, in feinem Weg.
Und haben deß zu Urfund unfer Kaͤhſerlich Jn⸗
ſiegel an diefen Abfchied thun bangen.
“103. Und wir Churfürften, Fürften, Praͤla⸗
ten, Grafen und Herren, auch der Fürften,
Praͤlaten, Grafen und Herren und des Beili-
‚gen Neichs Frey - und Keicheftädte Gefand-
ten, Botfchaften und Gemwalthaber, befennen
j
|
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bfehr . Don den Reichstägen zu Speyer, Worms und Regenfpurg. 1245
104. Und find diefe hernach gefchriebene,
‚Wir, die Churfürften, Zürften, Prälaten,
‚Grafen, Herren, und desheiligen Reichs Frey ⸗
und Neichsflädte, Borfchaft und Gewalthaber.
Mon GHftes Gnaden, wir Albrecht, der
heiligen Römifchen Kirchen Titels S. Petri ad
vincula Priefter, Cardinalund geborner Legat,
des heiligen Stuhls zu Maͤhnz und des Stifte
Magdeburg Erzbifcyof, Churfürft des heili-⸗
gen Roͤmiſchen Reichs, durch Germanien Erz:
canzer und Primas, Adminiſtrator zu Hals
berſtadt, Marggrafzu Brandenburg, zu Stets
tin, Pommern, der Eaffuben und Wenden
‚Herzog, Buragraf zu Mürnberg und Fuͤrſt
4
fin,
zu Nügen, Johann Ludwig, Erwäßlter und
Beftätigter zu Trier, Churfürft des heiligen
Kömifchen Reichs, durd) Gallien und des Rö-
nigreichs Arelat Erzcanzler. _ Hermann , Exp _
biſchof zu Coͤln, des Heiligen Roͤmiſchen Reichs
durch Italien Erzeanzler und Churfuͤrſt, Her⸗
zog zu Weſtphalen und Engern, Adminiſtra⸗
tor des Stifts zu Paderborn. Friedrich Pfalz⸗
graf bey Rhein, Herzog in Baͤyern, des hei⸗
ligen Roͤmiſchen Reichs Erztruchſeß und Chur⸗
fuͤrſt. Johann Frledrich, Herzog zu Sach⸗
oͤffentlich mit dieſem Abſchied, daß alle und je-
de obgefchriebene Puncten und Artikel (auffer:
halb obgemeldter Artikel von Neligion, Fried
und Recht laufend, fo die Roͤmiſch Ränferliche
Majeſtaͤt, unfer allergnädiafter Herr, aus Käy:.
ferliher Macht und Vollkommenheit, geſetzt,
"und bey den Strafen und Wönen in ihrem Käy-
ferlichen andfrieden begriffen, geboten haf,) mit
unferm guten Wiffen, Willen und Kath vorge:
nommen und befchloffen feynd, willigen auch | Deiterreich
dieſelben alfo mit unferm Wiffen, Willen und |und Georg
fen, des heiligen Roͤmiſchen Reichs Erzmar⸗
ſchall und Churfürft, Landgraf zu Thüringen
und Marggrafzu Meiſſen. Joachim, Marge ⸗
graf zu Brandenburg, des heiligen Kömifchen
Reichs Erzfämmerer und Churfürft, zu Stet⸗
tin, Pommern, der Caffuben, Wenden und
Schleſien, zu Eroffen Herzog, Burggraf zu
Nürnberg und Fuͤrſt zu Rügen, alle 6. Chur⸗
fürften perſoͤnlich. Von wegen des Haufes
Wolfgang, Biſchof zu Paflau,
Glenget „Doctor, Roͤm. Koͤnigl.
Rath beſchloſſene Artikel alle ſamt und ſonderlich Majeſtaͤt Vicecanzler. Geiſtliche Fuͤrſten per⸗
in Kraft dieſes Abſchieds: Gereden und ver-|frlih: Von GOttes Gnaden, Chriſtoph,
ſprechen in rechten, guten, wahren Treuen, die⸗ Erzbiſchof zu Bremen, Adminiſtrator zu Ber»
. felben famt den obber uͤhrten Artikeln, fo dieRöm. |den. Wolfgang, Aominiftrator des Hohen
Kaͤyſ. Majeftär aus ihrer Kaͤyſerl. Macht und Imeifteramts in Dreuffen, und Meifter Deut ⸗
und Vollkommenheit gefegt und geordnet hat, ſches Ordens in Deutfchen und Welfchen Lan -
fo viel einem jeden feine Herrſchaft, oder Freun- den. Heinrich, Aöminiftrator des Stifts
de, vondenener gefchickt, oder gewalthabend ift, | Worms und Freyfingen, Probft und Herr zu
betrift, oder betreffen mag, wahr, fter, veft, auf: Elwangen, Pfalzgraf bey Rhein und Herzog
richtig und underbrüchlich zu Balten und zu ge lin Baͤhern. Philipp, Biſchof zu Speyer,
dulden, auch niemand Dagegen zu beſchweren, Otto, Biſchof zu Augſpurg. Johann, Bi:
fonder Gefährde, | | ſchof
}
1246 Cap. 18. Don der durch Converse. Reichstäge gefuchtenAeligionsvergl,
fchof zu Coſtanʒ. Valentin, Bifchof zu Hil⸗ Kaͤyſerlichen Cammergerichts Procurator, und
desheim, mit Gewalt des Biſchofs zu Ratzen |Meifter Matthaͤus Storen, St. Teebaldus
burg und ibus. Wolfgang, Biſchof zu Paſ- Stifts zu Than Canonieus. Balthaſar, Bi.
fau. Philipp, Abe zu Fulda. Rüdiger, Probſt ſchofs zu Luͤbeck, Jobſt Hutfelder, Domprobſt
u Weiffenburg an Unterelfaß. Dergelftlichen zu Luͤbeck, und Theodorxicus de Reden, der
Feten Botſchaften. Von wegen Ernften, Rechten Doctor. Robertus, Biſchofs zu
Confirmirten zum Erzbiſchof des Stifts Salz· Chammerich, Johannes Rudan, beyder Rech⸗
burg, Euſtachius vonder Alben, Hofmarſchall, ten Licentiat, Johannes de la Canchio Camba⸗
und Nicolaus Reibeyſen, Pfleger zu Gemuͤnd. cenſis, Petrus Briquet, Licentiatus, und Ja-
Weigand, Biſchof zu Bamberg, Siegmund cob Curtius, Secretarius. Adriamus, Bi
von Ruſſenbach, Domherr zu Bamberg, ſchof zu Sittin, Praͤfect, und —
Matthaͤus Reuter, Doctor, und Chriſtoph von lis, Leopoldus Die, Doctor. Johannes von
Schwabach, Licentiat, des Kaͤyſerl. Cammer. Hattſtein, Meiſter St. Johannes Ordens in
gerichts Advocat. Conrads, confirmirten Bi. Deutſchen Landen, Georg Schilling, gemeld⸗
ſccofs zu Würzburg, Martin von Ußigheim, tes Ordens groß Baley und Commenthur zu
Domherr zu Würzburg, Heinrich, Truchſeß Rordorff. Hall und Uberlingen, Chriſtoph
von Wetzhauſen, Hofmeiſter, Georg Farner, von Loͤwenſtein, Commenthur zu Mäynz, und
Canzler, und Johann Wuͤſt, beyde Docto. Friedrich Kempff, Secretarius. Des Abts
res, Erasmus, des Erwaͤhlten und Beftätig- |zu Hirßfeld, Chriſtoph von Schwabach, und
ten zum Biſchof zu Straßburg, Bernhard von Wolf, beyde Licentiaten, des Käyferl. Cammer⸗
Eberftein, Domherr zu Straßburg, und Thri- Igerichts Advocaten und Prochratores. Wolfe‘
ſtoph Welfinger. Morisen, Biſchofs zu End) Igang, Abts zu Kempten, Heinrid) Burkhard,
ſtaͤtt, Matthaͤus Luxs, Canzler, und Sieg. |des heiligen Roͤmiſchen Reichs Erbmarfchall zu
mund Dunger, beyde der Rechten Doetores. |Pappenheim, und Jacob Dasmann, Amtmann
Dangratien, Bifchofs zu Negenfpurg, Sigis: zu Tingau. Weltliche Fuͤrſten perfönlich.
mundus Bender, Dechant des Käyferlichen | Bon GEOttes Gnaden, Johann Pfalzgraf bey
Stifts zur alten Capellen zu Regenſpurg. Her-| Rhein, Herzogin ‘Bäyern und Graf zu Span⸗
mans, Erzbiſchofs zu Cöln, als Adminiſtra⸗ heim. Wolfgang, Pfalzgraf bey Rhein, Her«
£ors zu Paderborn, Sibertus von Lowenberg, zog In Bäyern und Graf zu Velden. Mo—
der Rechten Doctor, Chriftoph, Bifchofs zu ritz, Herzog zu Sachſen, Landgraf in Thuͤrin⸗
Trident, Herr Otto, Biſchofs zu Augſpurg, gen und Marggraf zu Meiſſen. Hans, Marggraf
Gaudentz, Freyherr zu Madrutz, Afy und zu Brandenburg. Albrecht, Marggraf zu Bran⸗
Brentoni, Roͤm. Koͤnigl. Majeſtaͤt oberſter denburg, zu Stettin, Pommern, der Caſſu⸗
Hofmeiſter, Nicolaus, Freyherr zu Madrutz, ben und Wenden Herzog, Burggraf zu Nuͤrn⸗
Afy und Brentoni, Hauptmann zu Thon und berg, Fuͤrſt zu Ruͤgen. Heinrich der Juͤngere/
Steynig, und Doctor Nicolaus Steck, Rath | Herzog zu Braunſchweig und Lüneburg. Ad
und Secretarius. Cornelii, Biſchofs zu Luͤt· brecht, Herzog in Medelburg ꝛc. Wilfelm,
tich, Antonius Perenotus, Epifcopus Attre-| Herzog zu Cleve, Fülic) und Berg, Grafzu
bacenſis, und Arnoldus a Buchholtz, Archi- der Mark und Navenfperg, Herr zu Raven
Diaconus zu Luͤttich. Franciſci, Biſchofs zu ſtein. Ernft, Herzog zu Braunfchmeig und!
Münfter und Oßnabruͤck, Aominiftrators zu Lüneburg. Philipp, Landgrafzu Heffen, Grafı
Minden, Nicolaus Meyer, Hermann vonder zu Sagenelnbogen, Die, Ziegendayn undı
Triſten zu Delmenhorft, Heidereich Troft, Nidda. Georg, Sandaraf zu Leudjtenberg.
Amtmann zu Verden, und Gerhard Weller | Weltlicher Fürften Borfchaften. Won wegen
fell, der Rechten Licentiat. Philipſen, Bi-|Dtto Heinrichs, Pfalsgraf bey Rhein, Her
fhofs zu Baſel, Wolf von Affenftein, Rit- zog in Nieder» und Dberbäyern, Georg ud
Ter, Adam Werner von Themar, Dortor, |mig von Senißheym, zu Hohen Reutte
and
Andrichter und Pfleger zu Sulzbach, und Ga⸗
b —2 Rentmeiſter. Wilhelm und Lud⸗
wigs, Pfalzgrafen bey Rhein, Herzogen in
Ober⸗ und Niederbaͤyern, Johann Weiſenſel⸗
ler, Georg Stockheymer und Georg Seld,
alle drey dee Rechten Lehrer, und Hans Zeu-
ger. Ulxichs, Herzogen zu Würtenberg ıc,
Chriſtoph von Benningen und Philipp Eyrer,
Doctor. Barnims, Herzogen zu Stettin,
Pommern ıc. Jacobus Philippus Ußler, der
ı Rechten Doctor, Philipfen, Herzogen zu Stet-
fin, Pommern ıc. Moris Damiß auf Ucker-
mund, Hauptmann, und Ludwig Ziegler, der
Rechten Doctor. Ernften, Marggrafen zu
ı Baden, Johann Marquard, der Rechten Do-
‚ ctor, und $udwig von Frauenberg, Vogt zu
Durlach. Der jungen Marggrafen zu Ba
\ den, Philipfen und Chriſtophen, Gebrüdern,
Johann Jacob Barenbüler, Doctor. Wolf
gangen, Fuͤrſten zu Anhalt, Georg, Edler von
der Planiß, auf der Herrſchaſt Auerbach, und
tudwig Reben, Canzler. Johann Georgen,
Domprobft zu Magdeburg, und Johanns,
; Gebrüder, Fürften zu Anhalt, Johann Helft:
‘ mann, der Rechten kicentiat. Wilhelm, Öra-
fen und Herren zu Henneberg, Welf Malt.
chen, Amtmann zu Mößfelt, und Michael Die-
ler, Seeretarius. Bergtholds und Albrechts,
- Grafen und Herrn zu Hennebera, Simon En»
gelhart, der Rechten Doctor, Advocat des
Känferlichen Cammergerichts. Präfaten per:
ſoͤnlich: Gerwick, Abt zu Weingarten. Wals
eher von Heuflenftam, Landcommenthur der
Daley Eobleng, Deutfches Ordens. Präla-
ten Borfchaften. Bon wegen Johanns von
Salmansweiler, Andreas zu Eldyingen, Ge:
orgen von Ochſenhauſen, Pauluſſen zu Urfin,
Eonraden zu Rod, Ulrichen zu Mindernau,
Johanns zu Schuffenried und Johanns zu
Markthal, alle Aebte berüßrter Gorteshäufer,
Gerwig, Abt zu Weingarten und Jacob Kef:
ſering, der Rechten Doctor. Des Abts zu
Reyßheym, Wolfgang Rome, Doctor. Probft
Er. Moris Stift zu Augſpurg. Des Abts
zu St. Heymeran zu Regenfpurg, Chriſtoph
von Schwabach), der Rechten Licentiat. Wolf
gang, Probft und Erzpriefter zu Bechtelsga⸗
utheri Schriften 17: Theil, °
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is
‚Abfehn. Don den Reichstägen ʒu Speyer ‚Worms und Regenfpurg, 1249
den, Euſtachius von der Alben, zu Hirburg. /
und Trumbach, Exrztruchſeß, des Ersftifts
und diefer Zeit Hofmarfchall zu — und
Niclas Reibeyfen, zuneuen Keynnis, Königl.
Majeft. und Fürftlicher Salzburgifcher Rath,
Des Abts zu Marbady und $ubers, Ludwig
Wolf von Habfpurg, und Node Merz zu Staf⸗
felver. Des Abts zu Corvey, Otto von Ams
melungs, Domherr zu Speyer, und Johann
Helffmann, kicentiat. Der Aebte zu Urgfperg
und Roggenburg, Wenbrecht Ehinger, und
Martin Weikmann. Des Abts zu Münfter_ _
in St. Öregorientkal, Stephan von Appenocks,
und Christoph Stilz, Stadtfchreiber zu Gebe
weiler. Des Abts zu Walkenried, Siber-
fus von Loͤwenburg, der Rechten Doctor. Des
Abts zu Derden, Johann Gröpper, Doctor,
Schoſaſter Sanct Öereonis zu Coͤlln. Won _
wegen der Asbtifin. Don wigen der Aeb—
eißin zu Quedlinburg, Sriederich Reifſtock, der
Rechten Doctor , und Melchior Krüger, Der
Yebtißin zu Elfen, Valentin, Bifchof zu Hil
deshein, und Johann Katzmann, der Rech—
fen Doctor. Grafen und Herren perfönlic.
Friederich, Graf zu Fuͤrſtenberg, Heiligenberg
und Werdenberg, Sandgraf in Bare, für ſich
und von der Grafen wegen des Landes zu
Schwaben, Jacob, Graf zu Birfh, Martin,
Graf zu Dettingen, tudwig, Grafzu Dettingen
der Heltere, und mit Gewalt Carlen, Wolfe
gangs, Örafen zu Dettingen, feines Bruders.
Albrecht Grafzu Mangfeld. Philipps Franz,
Wild. und Nheingraf, Graf zu Salm und
Vhinſtingen. Von wegen aller Rheingrafen,
Wilhelms, Grafen zu Eberſtein fuͤr ſich und
anſtatt feines Pflegſohns, des jungen Grafen
zu Mertheim. Albrecht, Graf zu Hohenloe,
von fein und feines Brudersmwegen, Georgen,
Grafen von Hohenloe, Ludwig Eafimir, Graf
von Hobenloe. Wolf, Graf und Herr zu Bars
bi und Mulingen. Günther, Graf zu Schwars
zenburg, Herr zu Arnftadt und Sondershau«
fen. Anthoni der Xeltere von Eifenbera, Graf
zu Büdingen. Philipp, Graf zu Reine,
Georg, Graf zu Helffenftein, Freyherr zu Gul⸗
denfingen. Arnold, Graf zu Manderſchied
und Blankenheim, Herr zu Gerhardſtein.
Kkkk — Phi⸗
Philipp, Graf zu Mansfeld ꝛc. Herr zu Hel-
druͤngen. Reinhard von Eifenberg, Graf zu
Buͤdingen, für fih und im Namen feiner Bruͤ⸗
‘der, Graf Johann von Eifendergs Kinder. Ges
org und Eberhard, Graf zu Erbad. Adam
und ‘Ber, Freyherrn zu Oberfolßberg, Gebrü-
der. Hanns Marquard, Freyherr zu Königs’
eck und Allendorf. Johann Hobenfels, Herr
zu Reypolskirch. Der Grafen und Herren
Botſchaften. Won megen der Wedderauiſchen
Geafen, nemlid Wilhelms, Grafen zu Nafı
fau, Kaßenelnbogen, Blanden und Dies, für
fid) und feine Pflegföhne der jungen Grafen zu
Hanau, Herrn zu Münzenberg, Milipp und
Bernharden , Bettern, Grafen zu Solmsund
Herrn zu Münsenberg. Philipfen, Grafen
zu Naſſau, Heren zu Wißbaden und Itzſtein.
Ehunen, Grafen zu leiningen, Herrn zu We-
fterburg. Ludwig, Grafen zu Stollberg und
Koͤnigſtein, Heren u Münzenberg und Breu⸗
berg. Wolfgang Albrechts, Georgen und
Chriſtophs, Gebrüder, aller Grafen und Herren
zu Stollberg, und Werningercde. Philipp,
Grafen zu Naſſau und Sarbrücden. Johann,
Grafen zu Naffau, Herrn zu Benelftein. Jo
hann, Grafen zu Wiede, Herrn zufunfelund
Eifenberg. Reinhards, Grafen zu Solms,
Heren zu Münsgenberg, Öregorius von Mal:
- lingen, der Rechten Licentiat, und Dieteric)
Prackel, Serretarlus. Engelhards, Grafen
zu Leiningen und Dachsperg, Herrn zu Aper-
mund, für ſich felbft, und als DBormünder
weiland Emmerichs, Grafen zu Falkenſtein,
. Hrn. zu Duhn und Bruchen, Mauritius Breun-
lin, Doctor, des Känferlichen Cammerge-
richts Advocat und Procurator, Conrads,
Srafen und Herrn zu Deefelburg, Anthonius
Yon Erbierh, und Johann Merz, Der Gra—
1250 Cap. ıg. Don der durch Convente u Reichsrägenefu
und Martin Weikmann, mit Befehl der Stäbe
Een a ar
chten Keligionsvergt. 125
‚der echten Doctor,
Wolfgangs, Örafen zu
Gleichen, Hrn. zu Blankenheym, Carlen, Star
fen zu Gleichen, Herrn zu Blankenheym , Car
fen, Wilhelms und Eresmi, Öebrüdernund
Vettern, Heren zu iimpurg, Georg Farmer,
beyder Rechten Doctor und Würzburgifcher
Sanzler, Wilhelms Philipp, Lamperts, Bar
tholomaͤi Friederichs, und Ludwigs, Albrechte
Gebruͤdern, aller Grafen und Herren von
Beuchlingen, Johann Helfmann , Kcentiat,
des Cammergerichts Advocat. Der unmün“
digen Kinder und jungen Herrſchaft zu Olden«
burg und Delmendorft, Grafen zu Off io
land, Ehriftoph, Grafen zu Dldenburg und
Delmendorft, Jobſten, Grafen zu der Heyen
und Bruchhaufen, Siebert ven taubenbergi
der Rechten Doctor, Hanns Schenken, Herten
zu Dautenberg, Ludwig Ziegler, der Rechten
Doctor, des Känferlidien Cammergerichte
Hovocas. Der Frey» und Reichsftädte Geſand⸗
ten: von wegen der Stadt Coͤlln, Heinrich
von Braich, Rentmeifter, Johann Rinderf
und Johann Helfmann, Ucentiar., Aach, M
clas Wiſdmeher, Buͤrgermeiſter. Straß
burg, Jacob Sturm. Augfpurg, Marx Dies
fter und Sebaftian Seitz, mit Gewalt der
Stadt Donauwerth. Mürnberg, Hieronymus
Holtzſchuch und Sebald Haller, beyde alte
Bürgermeifter. lm, Wenprecht Ehinger,
fe Kavenfpurg, Kempten, ni, Bibrach,
Giengen und Aalen. Mes, Michael von Ges
ruaiß, Ritter, Here zu Benn, Franz Bat
toche, Herr zu Maulen, Andreas Alarona,
und Stanz Dingenfeym. Speyer, Frieden
rich Mäurer, und Hanns Reiß. Frankfurt,
Hieronymus zum Lamb, Doctor, mit Befehl
der Stadt Wetzlar. Hagenau, Hanng Stemler⸗
fen zu tipp, Johann Helfmann, der Nechten Stadtmeifter, mit Befehl aller anderer Städte
Kicentiat. Ludwigs, Grafen zu Naffau und der Sandoogthey Hagenau, nemlich, Colmar,
Sarbrüfen, Johann Leyninger. Der ra. Schlettſtadt, Weiffenburg, Landau, obermi
fen und Herren zu Blandenberg , Hanns Lan⸗ Ehenheym, Känfersberg, Münfter in Sanet
derfchied. Johann, Grafen zu Ditfrießland, | Gregorientbal, Roßheim und Türffeim. Re⸗
als Bormünder feiner Brüder Kinder, wei |genfpurg, Ambrofius Ammon, Schultheiß zu
land Graf Chunen, Thomas Ennius, Doctor. | Regenfpurg, und Johann Hilöner, Doctor, fe
Sacobs, Grafen zu Zweybruͤcken, Herrn zu |becf, Johann Ruddel, der Rechten Doctor"
.
;
!
.
Bitſch und Lichtenberg, Chriſtoph Welfinger, und Syndicus daſelbſt. Schwaͤbiſch —
— a 1 N
|
N
.
*
nn. DondenReichstägensu Speyer, Worms und Begenſpurg. 1253
auchbein. Schweinfurth, $ud- | fers Kaͤyſerthums im vier und zwanzigſten
fier, Rathsverwandter. Friedberg | Jahr, und unferer Reiche im neun und zwan⸗
jetterau, Jacob Zugwolf. Mördlin: |zigiten Fahr. —
graf, und Mare Granbaß, mit
r Stadt Bopffingen. Schwaͤbiſch
artin Wurtelmann. Ueberlingen, Jo⸗
cob Hain und Georg Eychbeck, beyde
achs daſelbſt, mie Gewalt Bürgermeifter
‚athe zu Buchhorn. Heilbrunn, Jacob
er, Doctor, und Gregorius Kugler,
ſchreiber. Duͤnkelſpuͤhl, Albrecht Re:
ch. Wimpffen, Hanns Walther,
1, Thomas Remminger. Cammerich, So»
r 14160. One»
Dabfts Pauli des Dritten driefan Röys
fer Earl den Sünften, Date Rom den 24.
Augufti 1544.
Ins Deutfche überfest von IF. Xug. Tittel, -
PORT IJ.
— Sohn, Apoſtoliſchen Gruß und
Segen! Aus eurer Majeſtaͤt ergangenem
yl, Befehl haben wie die Geſchichte eures Reichs⸗
nes Rudan, beyder Rechten Licentiat, Io- tages zu Speyer erſehen. Davon unſre Mey⸗
nesde la Conchio, Canonicus Cambacen- nung zu verhelen, ſowol unſere vaͤterliche Lie⸗
Peter Briquett, der Rechten Licentiat, und be zu euch nicht leidet, als auch das von GOtt
obus Curtius. Reutlingen, Jobſt Schuͤtz. durch Chriſtum uns befohlne Amt und Würde
lettſtatt, Laurentius Buſch, alter Bur⸗ |der Sorge für die allgemeine Kirche, euch mie:
neiſter, Geruafius Gebler, Stadtfchreiber. [deutlichen Worten zu erinnern, uns noͤthiget.
mmingen, Chriftoph Zwick, Rathsperfon.| 2. Wir werden aud) dazu angetrieben durch
hull, Johannes Balcawo, und Hadrianus das wichtige Exempel bes göftlichen Eifers gen
MBalerius, Secrefarius. Dortmund, kambert |gen Eli den Priefter, uͤber welchen, meil er
Borßwort, Bürgermeilter, und Johann |feinen Kindern allzugelinde gewefen, und ide
Schmidt, Serretarius. Bihrad) Veit Böc- |ven Fehlern Durch die Finger gefehen, Das bare
in. Winßheim, Conrad Seydler. Offen: te Urrheil GOttes folgender Geftalt ergangen?
Iburg und Zell im Hammersbady, Alerandri | Beil er wußte, daß feine Kinder ſich ſchaͤnd⸗
Fabri. Kaufbeiren, Gordan Wurmann. [lich Bielten, und fie doch niche geſtrafet hat,
Deß zu Urkund haben wir von GOttes Gn. |darum (ſpricht GOtt,) ſoll die Miſſethat fei«
Albrecht, Cardinal und Erzbiſchof zu Mäynz ıc. Ines Haufesnicht verſohnet werden ewiglich,
und Friederich Pfalzgrafbeym Rhein ꝛc. beyde weder durch Öpffer noch Baben. Dasift -
Churf. obgemeldt, von unfer und unferer Mit: | GHDftes Urrheil geweſen; Darauf gleich erft ver
churfuͤrſten wegen. Wir Dhilipps, Bifchof zu Kinder, Bernad) des Helifelbit eigener, gaͤhlin⸗
‚Speyer, und Albrecht, Herzog zu Mecklen- ger und gewaltfamer Tod erfolget, auch feine
‚burgac. von unfer und der geiftlichen und mele- | Nachkommenſchaft vom Prieftertfum verftofe
‚lichen Sürften wegen. Ich Gerwig, Abe zu ſen iſt, daß GOttes Wort richtig. eingetroffen
Weingarten, für mid) felbft, und der Präla- |und wahr worden, |
‚ ten wegen. Ich Friederich, Graf zu Fuͤrſten. 3. Wie aber, lieber Soßn, da wir ausden
berg 2c. füe mich und von wegen der Grafen Geſchichten felber erfehen, daß ihr auf dem
und Herren wegen; auch wir Bürgermeifter |Reichstage zu Speyer nicht allein einige un«
‚ und Rath der Stadt Speyer, von unfer und |gebührliche Dinge gefchloffen, fondertt auch
der Frey: und Neichsftädte wegen, unfer Se⸗ noch fehlimmere Dinge wirklich vorgenommen,
cret und Inſiegel an diefen Abfchied thun |und zwar folche, daß wenn fie, weldyes GOtt
hängen. Geben und geſchehen in unferer und |verhüte, wirklich vor fich Hi fie nicht_ale
des Beiligen Reichs Stadt Speyer, auf den ze | lein euch in gewiffe Seelengefaßr ſtuͤrzen, ſon⸗
benten Tag des Monats Juni, nad) der Ge |dern aud) der Kirchen Friede und Einigkeit ,
burt Chriſti unfers lieben HErrn, funfjeßen!| die wir fonderlich fuchen müffen, mehr als bis⸗
hundert, und im vler und vierzigſten Jahr, un⸗ hero — 9 ſtoͤren muͤſſen, haben nicht
h a > Ä
une
—
5154 Cap. ıg, Don der durch Conventeu. Reichstäge geſu
unterlaffen wollen, euch, den uns GOtt als tages ‚welches ſowol wider die
den Erſtgebornen zu lieben und zu ehren befoh als alle Drdnung der Gefege ver
len, durch diefes unfer Schreiben Diefer eurer daß ihr meynet, es fönnten auch)
und der Kirchen Gefahr zu erinnern. Wie— Säyen von allerfey Gattung und$el
mol wir euch nicht, wie Eli Söhne, zu erin- |ter Kegereyen über geiftliche Dinge ı
nern nöthig achten, die ein verkehrter Wille daß ihr von geiftlichen Gütern und ihrer
und - Gewohnheit zu fündigen ganz ftörrig tigen Streitigkeiten fchlieffer: daß if
und wild wider Die rechte Zucht gemacht hat⸗ auſſer der Kirchen und durch eurer
ten; fondern vielmehr als einen folhen, derin | (Edict) längft verbanıme find, wieder 5
vielen Jahren daher nicht gewandelt im Rath ren Ehren in den Gerichten und Aemter
der, Sottlofen , daher wir defto mehr Hoffnung | langen laffet , und das alles auseurer Kaͤ
ſchoͤpffen, es werde unfere väterliche Erinne- und Reichs Macht tut, da doc) die ni
zung an euch nicht verloren feyn. mit zufrieden find, die in dem alten ur
- 4. Alles aber, lieber Sohn, beruhet darauf, |ligen Gehorfam beharren: Was ift hie
daß ihr euch von der Einigkeit der Kirchen den göttlichen Geſetzen und Ordnunge
nicht abwenden laffer, noch von dem Brauch durch die Kirche allezeit vegieret word
eurer Vorfahren , der gottfeligften Fürften ‚gemäß und einſtimmig? Da vielmehr Bi
weichet; fondern denfelben Braud) in allem, alle Zucht und Drdnung , ohne welched
was zu der Kirchen Zucht, Drönung und $eh-|ne Gemeine oder Gefellichaft beftehen Fa
ren (oder Einfeßungen) gehöret, haltet, wie gänzlid) von der Kicche hinweggeriſſen w
ihr ihn fo viele Jahre mir gröfter Gortfeligkeit| Und weil das fo gar allem Brauch und 3
immer zu Balten befliffen gewefen. Derſelbe der Vorfahren zumider ift: fo koͤnnen wir
aber ift von der Art, Daß fo oft über Dinge, um fo weniger einbilden , daß dergleichen je
die die Religion betreffen, etwas ftreitiges vor-Jeurem Sinn oder Rath herfommen fey,
fälle, folches alles dem Urtheile des Apoftoli-|dern daß anderer böfen Leute, die diefem heilt
fchen Stuhls unterworfen und ohne deſſen gen Stuhl ungehorfam find, Rath eure Gott—
Rath nichts befchloffen werde. Ihr aber, lies |feligkeit eine Zeitlang gehemmet und niederge«
- ber Sohn, menn ihr eines allgemeinen Conci-|fchlagen habe, Weldye, da fie von euch nicht
lii, als des beften Mittels wider den nothlei-| erlangen Fönnen, daß ihr das für gut hieltet,
denden Zuftand der Kirchen und Deutfchlan: | was fie wider denfelben thun rollen, dennoch
des felber ‚oder audy eines Mationalconcilii ge-| fo viel auszumirfen bey euch geſuchet,
denfet, oder auch) eines-Reichstages auffünf-! durch dergleichen Befehle einige Merkmale eines"
tigen Herbft, darinnen ihr verfprechet von der | davon entfremdeten Gemüthes an den Tag gaͤ⸗
Keligion und andern dahin gehörigen Sachen bet. Es ift uns aber deſto mehr leid, daß fiel
zu handeln, Handelt und fchlieffee dergeſtalt, ſo viel bey euch vermod)t, als wir verfichert
Daß des Namens deffen dabey ganz vergeffen |find, daß foldyes euch und der Kirchen, wenn!
ift, dem doc) alle göttliche und weltliche Rech» | ihr euch nicht bald eines beflern befinnet, zu.
fe, mit Zuftimmung von fo viel Hundert Jahr⸗ | geoffem Schaden gereichen werde. DR
- Hunderten, die höchite Gewalt, ſowol Concilia] 6, Weldyes wir taͤglich mehr zu befürchten |
auszufchreiben, als über die Dinge, die zur Kir» | haben, je mehr wir erwegen, mit wem ihr
chen Einigkeit und Nutz gehören , zu handeln Sreundfchaft gemacht habt. Denn menn, )
und zu befchlieflen, gegeben Haben. mnnach des Apoftels Ausſpruch, böfe Scheide,
5. Und ilt diß nicht allein, darinnen wir gute Sitten verderben; wie vielmehr ift dere
lagen, daß ihre der Kirchen und Borfahren |gleichen von dem zu fürchten, der mit den Gott⸗
Brauch und göttliche Drönungen nicht gehal: |lofen In Rath und Bündniß eriee? Wiewol
fen; fondern nod) anders mehr und fehr vieles mir gewiß glauben, daß ihr dazu unter dem
in den Schlüffen des bereits gehaltenen Reichs- | Schein der Gottſeligkeit, des Musens ee |
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n den Reichstägen zu Speyer, Worms und Regenpurg. 1237
orden. Es ift aber nie kein heit, als irgend ein Haus in der Welt, geord-
ſich nicht etwa mit elnem der» |net worden: und iſt das allezeit eine greulid)e
cke. Ihr aber, lieber Sohn, heit. Aber das fehen nicht alle. Wirglauben
und zur Ehre und Gehorfam diefes heili⸗ ſelben Ehre und Werk anmaſſet. Es hat es
Stuhls, und haben euch ſchon laͤngſt durch Jauch Oza (oder Uza) nicht gefehen, da er Eh—
baten ſelbſt Dazu vermahnet. Wenn ihr Iren halben die Lade GOttes, die auf dem Was
auch die heiligften und im göttlichen Ge- gen von Rindern gezogen wurde, begleitete,
Ge erfahrenſten Leute frager: fo werden fie fa-|und als jene ausfchlugen, oder auf die Seite
daß das allemal die ſchwereſte Rache des traten, Die Hand anlegte und fie halten wollte,
and, es ſey aus was Urfachen oder Schein wol tadeln wollen? Ja, wer nürde fie nicht
r Öottfeligkeit es wolle, ſich des hohenprie⸗ Lieber gelobt haben, daß, da die Prieſter abwe⸗
hen Amtes unterziehen wollen. Ifend waren, er bey augenfcheinlicher Gefahr
Es iſt aber das eben der gröfte Schein ), der Lade, die der muthwillige Ochſe, wie die
den die Ungehorſamen angeben, wenn fie die Schrift ſaget, ſchon auf die Seite geneigt hats
- zu fteigen und ſich Das Recht und Macht anzu haͤtte gewiß ein jeder als etwas loͤbliches und
maſſen, über Keligionsfachen zu richten: daß gutes gelobet, wenn nicht GOtt durch feine
fie nemlid) der Priefter Nachlaͤßigkeit hierin⸗
nen als ein Sporen gebrauchen, fie anzutreiben, nicht gefallen. Denn die hat den Uzam gleich
daß fie die Sorge der Kirchen, in Abthuung dahin geriffen, aus Feiner andern Urfache (mie
der Neligionsftreitigfeiten und Drönung der die Schrift ſagt,) als weil er zu frech das, was
Kirchenſachen uber fich nefmen follen. Denn |vor die Prieſter und Leviten allein gehörete,
wer follte nichtdenfen, daß das etwas löbliches |felbft zu verrichten fichunterftanden. Werhäte
‚wäre? gewiß jedermann, wenn 'man auf eure te aber gedacht, daß das fo eine groffe Sünde
That ſelbſt ſiehet. Wie aberin **) einem wohl⸗
geordneten Haufe die Aemter und Verrichtun—
gen fo getheilet find, Daß nicht ein jeder nad)
Gefallen alles hun muß, ob wol alles. in fei-
ner Ark gut ift: denn die das thun, ob fie gleich
Die beſte Abficht dabey haben, werden doch bil-
lig vom Hausvater geftraft, weil fie durch ih—
ren unzeitigen Eifer das, was am fchönften im unter dem Haufen, nicht muthroilliger Rinder,
Haufe ift, nemlich die gute Ordnung, ohn ſondern Priefter, von denen fie getragen wird,
welche Fein Haus beſtehen kann, fo vielan ifnen die Hände anzulegen.
iſt, zerftören, und die Klugheit deflen, der fie) *) Hier ift es im Latein. ohne Verftand, mit ma-
geftiftet, befchimpffen: Alfodarf man auchin| ° xima, ohne Subftant. der Verftand aber iſt wol
der Kirchen, Gottes Haufe, da die Aemter ver: gewiß richtig, wie hier.
theilet find und ein jeder das feinige abzumar-| **) Lat. ex. Be
ten hat, Daß die Untern fich_niche der Obern| 8. Denn das gehöret für die Priefter. In
Amt heraus nehmen, um fo weniger die Ord⸗ |eben die Grube (oder Strick) find auch Core,
|
uns GOtt aud) warnen mwollen ,. daß wir nicht
in eben denfelben Strick des Zornes GOttes
fallen. Deffen ich euch, mein Soßn, zu erine
nern für gut angefehen babe, daß ihr euch nicht
von denen betrüglich bereden laflef, die immer
nung ftören, als Die Kirche mis gröfferer Kiug- | Dathan we gefallen: Die es —
3 da
et uren Vater, ſo wird ers euch ſa⸗ auch nicht, daß ihr, der Kaͤyſer, ſehet, wie nahe
und die Vorfahren, fo werden fie es euch | ihr hierinnen der goͤttlichen Vorſehung in dieſem
‚verfündigen. Denn diefe alle ermahnen euc) | Haufe GDttes tretet, Darinnen den Prieſtern
it einee Stimme zur Einigkeit der Kir- das höchfte Amt befohlen ift, da ihr euch der» _
Fuͤrſten ermahnen, auf folchen feinen Stuhl te, die Hand angeleget, fie zu halten? Das
geweſen wäre? Aber durch diß Erempel hat.
die Befferung der Kirchen im Munde führen,
baren Namen als einem fchönen | Schmach gegen GDttes Weisheit und Klug:
u SEESER
lichen Zorns nad) fich gezogen, wenn je daß fie nicht fiele. Wer hätte aber folche That
ftrenge Rache gezeigt hätte, daß es ihm gar
8
Wuͤrde des Hohenpriefters führen follte, und unter fo gutem Vorwand der Goftfeligkei
> fid) dahero ſowol dem Mofes ald Aaron wi⸗ rathen werden, als es will, foift doc) Fein Zw
die ganze Menge der Heiligen undder HErr G0Ott allezeit verhaßt fey. Welches fonderli
dieſe Worte wider beydegeredt worden: fo ha= ſchwere Rache zu fehen. Diefer fonft fo lobliz "1
. um, meil (wie Paulus faget,) diß ihnen zum |faß gefchlagen worden.
ſchrieben zu unferer Warnung, auf die das | Sohn, daß ihr fehet, wenn des Uziaͤ That im
Ende der Welt kommen ift: Daß alle daran Raͤuchern auf dem Näuchaltar fo ſtolz heraus ⸗
[2
‘ haben, die nicht mehr der Sürbilde und Huͤt- das Gtt am allerangenehmften ift (denn glaus
“ Hütten, Die nie verrückt 1lrd; und wie wenig |ber Habe als den); aber es iſt das nicht, u Ray
ſollen. binden und zu loͤſen gegeben. Sehet aber, in was
len,) dennoch GOtt fo geſorget, Daß er Die ge-
ringſte Aenderung , fo aus Menfchendünfel be denn nicht, Daß das ein Raͤuchern vor GDrE
—
4 1
1258 Cap. ıg, Don der durch Eonventen. Reichstägegefüchten Religion
{eligionsvergt. 129,
Daß einer ‚allein im heil. Volk vor andern die . ı1. Es mag aber diß alles befchöniger
Derfegten und fagten: Es iſt euch genug, daB fel,daß die Hoffart, als die Wurzel diefes Uebels, |
unter ihnen ift: was erhebt ihr euch über des Königes Ozia Erempel erweiſet, au wer
das DoIE? Ob es aber gleich fihiene, als ob chem ſowol die Wurzel Diefes Uebels, als deffen
ben wir dad) aus Mofis Auslegung gelernet, che König, ſelbſt nad) dem Zeugniß der Schr
daß ihr ganzer Berdruß nichts geweſen, als das wird nur hierinnen der Hoffart befchuldiger,
Hoheprieftertfum Aarons: denn fie hielten e8 daß er auf dem Raͤuchaltar räuchern wollen.
fuͤr unrecht, Daß, wo die ganze Menge heilig Wer follte aber diß Vorhaben nicht eher für
ift, ein einiger an Hoheit andre übertreffen fol- etwas geitfeliges als ftolzes gehalten Haben?
te, Wie ſehr aber diß Gtt gemißfallen, hat Aber. der Geift GHttes, wenn er auf diefe Era
das harte Exempel des göttlichen Gerichts und |zehlung kommt, fpricht: das Serz Uzia erh
Eifers an ihnen Eund gemacht, welche die auf- ſich. Worinnen denn ? Antwort: darinnen,d ru
gefperrte Erde mit allem Hausrath und Gütern er in ein fremd Amt greifen wollte, Davor
lebendig verſchlungen. ihn die Prieſter warneten. Und da er ifnen
9, Diefe alten Dinge aber berühre ich dar⸗ nicht gehorchte, iſt er von GOtt mit dem Auf
Sürbifde wiederfahren. Es ift aber ge-| 12, Diß-aber erzehlen wirnun, mein lieber
lernen, wenn in dem Prieſterthum, (das nur kommen, wie viel ftolzer es ſey, diefes fo hohe
der Hütten und bem Schafen diente, und mit Raͤuchwerk auf dem Altar des Leichnams Chri-
der Hütte aufhören follte, nach goͤttlichem Wil« ſti zuräuchern, und ſich andrer Dinge, Die zur,
Religion gehören, zu unterfahen? Und meynet
vorgenommen worden, nicht ungeſtraft *) ge= fey, Geſetze über Die Neligion zu machen? Es,
laſſen; wie vielmehr fie die Driefter zu ehren lift das freylich wol ein Näuchwerf, und zwar,
I u
ten, fo vergehen, Dienen, ſondern derjenigen bet nur ficherlich, daß GOtt Feinen Geruch lies
fie fich Die Veränderung der geringften Ord- |fer,euer Amt. Cs ftehet Prieftern des HEren
nung, die für fie gehoͤret, einko,amen laffen zu; es gehöret für uns, denen GOtt Macht zu
| inultam leſe ich für multam, vor einen Theil des Tempels ihr eingeher, da
10, Und tie viel arger und mit unerletölt- ihr euch Heute das Amt heraus nehmet: nicht
her Hoffart müffen ſich Die an der göttlichen (in den Vorhof oder das Heilige, wie Uzia; denn
Vorſehung verſuͤndigen, die dergleichen zu ver⸗ ſolche That ift nicht bloß das Heilige, fondern
wirren und an ſich zu veiffen, oder ſonſt dar das Alferheiligfte, Da ihr nun miteurer Kluge
über etwas zu ſchlieſſen begehren, welche (Drd- heit darein kommet, fo Dringet ihr in das Haus.
nung) derlange > Brauch der Kirchen, fin den des HErrn, in das Allerbeiliofte, zudem eich:
Beugnifien 2 a Grund bat, beve- Inans Cprifti, und maſſet euch fein Ymtan, .
et *) und fund thut? - : : — 5
tin aan fteht zwar, aber gibt Feinen rechten |. 13. Und dient das zu keiner Entſchuldigung
Berffand, es müßte denn gewähren bedeuten; DAB es eine Heilige That ſey, und daß ihr nie
permittit ift zu wenig, promit vielleicht eher. | &efege machen wolltet, die ewig wahren, I, 4
| r
N ah 7 J J *2
Abſchm Von den Reichstaͤgen zu Speyer, Worms und Regenfpurg. 1257
en nur auf eine Zeit, d. i. bis auf das zus | 14. Inſonderheit leſen wir, daß AnaftafıusT.
‚ Fünftige Concilium. Denn geſetzt, es wärean Junter allen Känfern, die in offenbaren Unge—
ſcich Heilig und gut: fo ift es doch an dem, wel- horſam und Abfall ausgebrochen, der erfte ge⸗
9 Godtt nicht befohlen, ganz gottlos. weſen, welchen ver Ron. Pabſt Gelafius ges
Denn ihr nehmt euch die Derfon heraus, die warnet, er füllte es doch nicht mit Acacio, dem
allein GOttes ift, dem allein Das Gericht über Biſchof in Conftantinopel, denn der apoftoli-
‚ Briefter zukommt, die ſich Feiner, auch nicht |fchen Stuhl verdammer, Kalten, Als er aber
| einmal auf einige Zeit, anmaffen darf. Denn folche Warnung nid)t geachtet, und des Hormig-
fo lautet GOttes Stimme an boͤſe Priefter: daͤ, feines Nadyfolgers (im Pabftthun), Ges
I felbft will an den Hirten meine Heer fandten, die Deshalber an ihn gefchickt worden,
de von ihrer Hand fordern, - Welches, wie daß er doch der Keger Gemeinſchaft fahren lafe
es GI gewiß zu feiner Zeit thun wird, ſo hat ſen follte, erſt veraͤchtlich gehöret, hernach mit
"der, welcher ihm ſolch Gericht vor der Zeit noch mehrerm Schimpf von fich ziehen laſſen,
gleichfam hat aus der Hand reifen wollen, es hat ihn endlich der Zorn GOttes durch den Don⸗
Allezeit mit feinem geöften Schaden und Be: ner erfchlagen. | Ä
ſtrafung gewaget. Gleichwie er auch im Ger) 15. Viele andere Nachfolger Haben eben ber-
gentheil allezeit durch deutliche Zeichen gewie⸗ gleichen Bosheit getrieben, aber zu verſchiede⸗
fen hat, daß die mehrerer Begnadigungen fo Inen Zeichen, z. E. Mauritius, Conftans II.
"wol innerlich als äufferlich, und allerfey Arten | Suftinianus, Conftantini Pogonati Sohn,
des Guten werth ſeyn, welche ven Prieftern |Dhilippus, Seo. Aben es würde zulange, als
Uebe und Ehre angethan, ihre Anzahl vermeh- ſe berzuzäßlen, die zwar nicht auf eine Art des
ret und alfo feiner Kirchen Einigkeit befürbert, Todes, alle Goch aber fehändlich und gewalts
auch dieſen oberſten Stuhl huͤlfreich und gnä- |fam geflorben, und das Reich und alle Hoheit
dig angeſehen Haben. Wie es mit Conftantino |vorbero verloren, daß man offenbarlich GOttes
Maano, den Theodofüs, Carolo M. ergan- rächende Gerechtigkeit über ihren Ungehorſam
"gen, welche Feine Epriftliche Känfer je angött- |erfennen Fönnen. Welche Keicheman hinun -
lichen Begnadigungen oder Siegen übertroffen ter bis auf den Henrich führen Fönnte, weicher
haben. Hingegen Bat GOtt die, welche Den | den apoftolifchen Stuhl fo lange geplaget, her⸗
' Spriekern widerffanden, nicht allein in alle nad) aber von feinem Sohn gefangen worden;
Schande fallen laffen, ſondern auch oft mit |und zu Luͤttich, durch gerechtes Gerichte GO:
groſſen Strafen, zum Zeichen feines göttlichen |tes, im Kerker geſtorben: fo daß GOtt alfo die
Zorns, heimgeſuchet. Undreden wir nicht etz gerechte Strafe feines Ungehorfams über ihn ges
wa nur von Denen, Die Die Kieche im Unfange hen laffen, daß er von feinem Sohn gezuͤchti—
‚gleich Haben daͤmpffen wollen, daß fie nicht auf- |get würde, welcher den, den ihm die göttliche
Fame, zum ‚Erempel Neronen, Domitianen | Borfehung zu einem Vater in der Kirchen vor«
und andern dergleichen Leuten; fondern von de | geftellet hatte, fo vielfältig geplager, und ſein
*
J
Ve
nen, die fie ſchon verfolgt Haben, da ſie erwach- Unfehen verachter gehabt.
| 16. Welches man aud) von Friedrich dem I.
fagen kann, auffer daR er eines elendern Todes
geftorben, indem der Sohn felbft fein Henker
geweſen und in erdroffel, Ob nun wol GOtt
die Ungehorſamen nicht allezeit ſo zu züch⸗
tigen pfleget, indem er vielmehr einige ihre $uft
büffen laͤßt, daß, fo viel die aͤuſſerliche Zucht
fung für diefen Stuhl gefallen und noch gefal- Ibelanger, er fie frech findigen und in aller Fuͤl⸗
le: hingegen wie ſehr ifm der Ungehorſam und [te und Leberfluß als glückliche Leute Ieben laßt:
Verachtung gegen diefen Stuhl mißgefallen, ſo gefchieher es doch, wie Die Heil, Bäter —
* J la
fen war, da fie anfing ihre. Amtsgewalt an
Fauͤrſten zu nn ‚da Petri Stuhl fehon
in den Augen aller Fürften beveftigee und be-
Fräftigee worden. Denn die ſich wider folche
Gewalt gelegt haben, find offenbarlich von
- EDte fo geftraft worden, daß man wohl gefe-
ben bat, wie ſehr GOtt allezeit die Ehrerbie-
1262 Cap. ıg. Von der durch Conventen. ReichstägegefuchtenReligionsvergl. 1283 -
älten, darum, daß, wenn alle Gottloſe Bier | Elend der Juͤden ihrem nicht vielna« ren
geitraft mürten, die Sute nicht bächten, € ige Gottihgteit fcben aroß genelem
würde weiter gar Eein zukünftiges Gericht ſeyn. 18. Darum wenn Chriftus felbft feines Starts |
Darum ftrafet GOtt einige hier offenbarlich , Halters Gewalt und Anſehen an den andern Kah⸗
andern zum Erempel, daß er gerecht erfanne ſern, Königen, Völkern und Nationen nieoß=
werde: andre aber, bie er Bier dahin gehen läßt, |ne Strafe *) hat verachten laſſen, und fiededy |
behälc ex feinem zukünftigen Gerichte vor , um in ſteter Folge hinter einander bat bleiben müfa ©
fie defto fhärfer zu ſtraſen; Feine Sünde aber \fen: wenn er allzeit in ernften Strafen gezeiget
läßt die göttliche Gerechtigkeit ungeftraft. Das hat, daß ihm folcher Ungehorfam und Wider.
ift aber Die ärgfte Strafe unter allen, wenn die, ſpenſtigkeit mißfiele: wie viel haͤßlicher würde I
welche GOtt aufs hoͤchſte beleidigen, meynen, |denn, o Kaͤyſer, an euch geachtet werden, wenn
fie thaͤten es ungeftraft; denn alle folche Leute (da GOtt fuͤr ſey!) ihr ſoiche (Gewalt) anfedje |
find mit Blinddeit gefchlagen und in ihre Lüfte den wolltet, da ihr von foldyen Kaͤyſern herſtam⸗
(pafliones), Schande und verkehrten Sinn da= met, die dem apoftolifchen Stuhl niemals mehr
Bin gegeben, welche ver Apoſtel, als der Gott⸗ Ehre erwiefen haben als fie wieder von ihm |
ofen eigene Geiffel angibt. Und da fie zwar |empfangen haben ? FRE —
allen Gottloſen gemein ſind, ſo ſind ſie doch be⸗ %*%) multam wieder, da es heiflen folf inultam. - 1a i
- fonders an denen wahrzunehmen, melche ihre | 19. Und das fehreiben wir nicht, geliebtefter |
Sottlofigfeit Darinnen erwieſen Haben, daß ſie Sohn, als ob wir uns im geringften einbilden ı
den oberften ( apoftolifchen ) Stuhl angegriffen, fönnten, daß ihr dergleichen etwa vorhaͤttet,
und die Einigkeit der Kirchen zerriffen Haben. oder für gut Bieltet; fondern Haben euch nur ı
17. Das haben wir an einigen geſehen, mwel- als ein liebreicher Vater, der für feines So
che, je mehr vorhero Tugenden, da fie ihren hei. Ines Heil und Ehre forget und um beydes befünts »
figen Gehorfam gegen denfelben bewaßret, an |mert ft, fobald wir das Edict (oder Befehl)
ihnen hervor geleuchtet, In defto mehr evfchreck- |des Neichstages zu Speyer gefehen, erinnern ı
lche hüfte und Laſter Des Geizes, der Wohlluſt wollen, und zwar um ſo eifriger, ais wir um
- und Grauſamkeit, find fie nachhero verfallen; |bie Gefahr, Darinnen ihr ftehet, vornehmlich
welches, tie die Hiftorien bezeugen, dem Ana-
nd am meiften wiffen. Und da wir euch ef
ftafio, von dem wir oben gedacht, wiederfah · was meitläuftig abgerathen, bey vorfallenden ı
ven. Und wollte GOtt! daß wir zu unfern
3 Keligiongftreitigkeiten und Handeln, die etwa ı
Zeiten nicht gleiche Exempel haͤtten. Und hat
aus zumachen, euch etwa eine unbefugte Ges
He göttliche Rache nicht bloß einzelne Perfonen, malt heraus zu nehmen, iſt es nicht zudem Ena ı
die dieſem oberften Stuhl ungehorfam gewefen, de gefchehen, als ob wir nicht herzlich wuͤnſch
getroffen; ſondern auch gar ganze Voͤlker und ten, daß die Streitigkeiten abgethan wuͤrden,
Laͤnder, an welchen wir ſehen, daß, da die er⸗ die wir Cie uns unfer Gewiffen Zeugniß gie »
ſchrecklich unter allen geftraft werden, die Chri- bet,) lieber unfer Blut und Leben Hingeben wolle +
(um nicht zum HEren haben wollen, esdenen |fen, ſolches auf rechte Ark zu bewerkſtelligen;
Fafteben fo gegangen, Die der Gewalt des Statt- ſondern nur euch), mit Anführung von Erems
halters Chriſti wiberftanden haben. i Wir fe: peln aus heil. Schrift und Kirchengeſchichten,
ben aber, daß infonderheit zwo Völker von |zu warnen, Daß ihr nicht, was euers Amts 3°
ðGOtt gezuͤchtiget und geplaget worden, die vor- nicht ift, euch berausneßmen, oder aus eurer
. mals am melften geblühet: deren eines Chri- |Känferl. unddes Reichs Mache befehlen moͤch⸗
ſium beftändig verleugnet, Das. andere aber ei» tet; fondern vielmehr euch mit dem Erempel |
ne gute Zeit vor andern mit dem Statthalter Conſtantini des Groſſen, Knechtes GOttes und
Chriſti Handel gehabt. Das erfte find die Zu: |gröften und glückjetigften Käyfers, zu ermah.
den, deren Elend mit feinem Volk zu verglei nen: welches wir nur darum thun, daß
chen. Das andere aber die Griechen: deren ihr fie”) feinem Richter und ihren Richtern zu
ver⸗
En
ge dieſes Amts befoplen.
' als Haupt in Handelung ſolcher Sachen feines»
RR Ri 3 — 7 Pa =, J
264 V- |
verhören und zu. beitrafen überlaffer.
als derfelbe von den Prieſtern felbft erfucht wor-
den, daß er fi) zum Richter ihrer Streitigfel-
ten gebrauchen lieffe, hat er es gänzlich ausge
Kragen: Deſſen Woͤrte von den Kirchenſcri⸗ er
benten die dabey geweſen, alſo angefuͤhret wer | Rath gebrauchet, die ſchon von dieſem Stuhl
den: GOTT Hat euch) zu Prieſtern geſetzt, und
euch Mache gegeben, über uns zu richten ‚und
) darum werden wir billig von euch gerichtet : ihr
| aber Fönnet von Menfchen nicht gerichtet wer-
den. Darum wartet allein auf GOttes
richt,
welche fie ſeyn,
ankommen.
0%) im folgenden ſiehet man, daß er Prieſter meynet.
20. Das hat derfelbe nicht ſowol am Reiche,
‚ melches doch das gröftewar, fondern an Gott:
ſeligkeit und andern Tugenden Broffe gefagt,
dem wir euch, o Kaͤyſer, in allem gleich zu fe-
hen wünfchen und begehren. Daß ihr aberein
groß Verlangen und Eifer zu haben bezeuget,
daß doch die Streitigkeiten in der Religion ver:
‚ glichen und in der allgemeinen Kirche eine gute
Zucht erneuert werdenmöge: fo loben wir euch
deshalben gar fehr, und bitten euch, daß ihr
Ger
und laſſet eure Zänfereyen , fiefenn auch
auf daſſelbe görtliche Gericht
hierinnen dem helfet, welchem GOtt die Sor-
Denn wie wir euch
weges zu leiden geſonnen: alſo hingegen begeh-
ten wir eure Hülfe, als des allergeſchickteſten
Dfehn. Don den Reichscägen su Speyer, WöormsundRegenfpurg, 1263
Denn
‚Heftanden und in Unruhe gerathen, deren Hell
(mie aud) eure Maj. gefteher,) am füglichiten
durch ein gemein Concilium geraten werden
möchte, wie wir gehoffer haben. |
22. Daß wir aber Flagen, ihr häffet Deren
verdammt worden: fo Flagen wir nicht
der Meynung, daß wir ſolche allezeit von
eurer Freundſchaft ausgefchloffen haben woll⸗
‚ten, oder das fuchten, weil fie einmal ver
damme find, Daß fie immer verdammt blei-
‚ben ſollten. Denn GOtt if unfer Zeuge, daß
wir nichts mehr wuͤnſchen, als daß wir Die ver⸗
lornen Schafe zu des HERAN Schaſſtall
wiederbringen: und daß mir daſſelbe ganze edle
stand im Glauben und in der Neligion mit vem
a und dem andern Körper in aller Siebe und
Sreundfchaft vereiniger fehen mögen; und’ zwar
um der berüßrten Urfachen willen.
23. She aber handelt jego, da fie noch mit
dem Haupt und andern Körpern unelnig blei-
‚ben, (mir reden aber von denen, die das noch
‚find,) da fie auffer ver Kirchen, und durch euer
Edict verdammt find, mit ihnen allzugelinde,
und achtet ihre Freundſchaft gar zu hoch: da
Doch diefe eure Güte, (Lindigkeit,) und die Er-
feuterungen voriger Edicte, die ihre befonders
ergehen laffen, ihnen bishero nicht allein nichts
genüßer, fie auf einen beffern Sinn zu bringen ;
fondern auch, wie man in. der That felber er:
—
‚und vermögendften Armes dazu. Diefe Begier- | fahren, ihnen Anlaß gegeben, frogiger zu wer-
de aber hat gemacht , Daß wir uns nicht allein auf| ven und der Benachbarten Güter an fich zu
die geringfte Hoffnung ein gemein Concilium| reiffen, Dadurch es feheinet, daß ihr Die Unei—
1 verfammtien, gleic) willig finden laffen, daf:| nigfeiten mehr ausbreiten als wegnehmen Bel-
| be angzufchreiben, und wo nur ein Fünfgen| fe. Weil wir aber dieſe Leute, nicht zwar auf
Hoffnung gemwefen, daß es verfammlet werden] diefelbe (obige) Art, ſo wider allen Gebrauch -
fönnte, aljobald Gefandten dahin gefchickt Ha=| und Gewohnheit der Vorfahren, ja wider al-
ben; wie wir auch leßtens nod) gethan, wiewol les göttliche Recht üft, fondern durch ein gemein
vicht mit folhem Nutzen, wie wir ftets wuͤn⸗ Concilium am beiten auf einen andern Sinn zu
ſchen. Wir Haben aber lieber alles verfuchen, | bringen gehofft Haben, und noch hoffen; ba-
als die geringſte Gelegenheit verfaumenmwollen, |ben dahero auf folches Reiches Mugen mehr
die wir ſtets von GOttes Güte-erwarten. | als irgend eines andern gefehen, und unfere Ge—
gut gerne ein Concilium zu fehen wünfchen,, ſo lich bis gen Trient, gefchicfet, haben aber ge-
wünfchen wir dergleichen vornefmlich um der| ruffen, und war niemand, der da hoͤrete: wir
löbtichen Deurfchen Nation — welche vor-| kamen, und war Fein Menſch da. ——
langſt wegen der Religionsſtr igkeiten viel aus. 24. Wir laſſen aber auch deshalben noch
Lutheri Schriften 17. Theil, su ’ nicht
. 21. Da mir aber der allgemeinen: Kirchen zu fandten felbft vor Deutfchlandes Türe, nem: ⸗
1266 Cap.ı8. Von der durch Eonventen. Reichstäge gefuchten Religionavergl.
- nicht ab, fondern ruffen umd fehreyen zu euch wendet euren Fleiß Daran, und göı
und andern Fürften. Wir fchreyen aber mit Chriſtenvolk, das fchon längft von innerli
dem Propheten David: Rommt, laßt uns | Kriegen mitgenommeh ift, erſt dieſe Fre
‚weinen vor dem HErrn. Denn man Fann |hernach aber auch uns, die wir euch übe
das Concilium am beften damit anfangen. les auf Erden zu lieben meynen, als der ihr
Und mit dem Daniel: Ich bete für meine | Erftgeborne bey ung in der Siebe ſeyd:
‚und des Dolfes Sünde. Ich fehuldige, be- weiſet an uns dieſe Probe der göttlichen Tı
£enne und flefe: HErr, wir haben geſuͤndi⸗ daß ihr nicht nur einen Water, der eu
get, wit haben mißgebandelt und find ab- |redlichem Herzen erinnert, nicht haſſet und
gewichen und gottlos gewefen. Wir müfz|werfet, welches die tfun, die GOtt zum Zei
fen uns febämen unfre Yugen aufzuheben, | chen der Berlaffung ihren Luͤſten übergibt; on:
wie auch unfre Rönige, Sürften und Dä-|dern, daß ihr ihn auch als einen zu dieſer Zeit!
ter, weil wir gefündiger haben : du aber gleichſam aus GOttes Befehl zu euch gefchic
Err, bift barmberzig, und bey dir iſt Der-|ten Menfchen, der euch vor dem Steaucheln |
föhnung. behüten und von groffer Seelengefahr retten |
25. Wir beruffen euch demnach zu einem fol |follen, mit aller Berzlicher Liebe umfaſſet, ſeine
hen Eoncilio, darinnen wir die Engel zu Bey: | Stimme gerne höre, und feinen Rath anı
Ken zu haben hoffen : welche, wenn fie ſich met. hr werdetihn aber annehmen, wenn
reuen über einen einigen Sünder der Buſſe da euch menfchlicher Rath und Einredung,,
thut; mie vielmehr werden fie ſich über der all-leinen Menfchen, vom heiligen Wege, wie!
gemeinen Kirche, zu der fie gehören, freuen, der Prophet ihn nennet, fo auch die rechte Heer⸗
wenn fie zur Buffe verſammlet ift ? Wozu aud) ſtraſſe euer Vorfahren, der allergotefeliaften ı
kommt, daß wir nicht fehen, wie die Wohl: Fuͤrſten, ift, abführen Fonnen, gleich wieder,
fahre der Chriften gegen den auf uns losgehen: ſo bald ihr erinnert worden melcher es fey,
den mächtigen und geſchwornen Feind der gan- dazu aus einer göftlichen Großmuth umfehrek,
zen Chriftenheit, nemlich den Türfifchen Iy=|und are ‚daß ihr euch in Dingen,
rannen, gerettet werden koͤnne, wenn nicht die die die Neligion betreffen, Das geringite Recht
Epriften im Glauben und in der Siebe ihre |oder Gewalt nicht anmaſſet: wenn ihr der göft-
Macht wider ihn zufammen fegen. Darum, |lichen teßre oder Ordnung und dem Gebrauch ı
geliebtefter Sohn, bahnet den Weg zu einem der Kirchen nachfolget, und von den Reichsver⸗
folchen Eoncilio: denn das wird fich zu eurem |fammlungen, dabey ſich diejenigen nicht befin⸗
Amt ſchicken. Ihr werdet ihn aber bahnen, |den, melche Darüber zu erfennen Macht Baben, |
wenn ihr entweder den Frieden, fo viel ihr allen Streithandel über Priefter und Religions
Eönnet, dem Chriſtenvolk wiedergebet, darnach |fachen und deren Ausmachung gänzlich hinweg⸗
alle fo lange gefeufzer haben; oder zum menig-|tmeifer, und folche ihren eigenen Gerichten, da⸗
ften dem Krieg wehret, bis die Kirche in einem hin fie gehören, überlaffet: wenn ihr über Kies ı'
Coneilio verfammier werde, da es billiger ift, 4
eure Streitigkeiten auszumachen, als durch des HErrn (oder Stifters) Meynung, den
Gewalt. Prieſtern uͤberlaſſet und befehlet, und ſelbſt dar⸗
26. Das wollet denn ihr und andere Chriſtl. innen nichts ſchlieſſet, und mit Ablegung
Fuͤrſten, die wir deshalben auch gar ſehr er-| Waffen entweder des Friedes euch befleih
mahnen mwollen, ſonderlich den, mit dem ihr|oder, wenn der Friede anders nicht Bao A
jego Krieg habt, (Franckr.) ja wohl fhun, Das | werden kann, einem gemeinen Concilio auſtra⸗
Eoncilium ift ſchon da, denn das iſt laͤngſt aus⸗ gef, über das zu urtheilen, was fo fhädlichen |
gefehrieben, und es ift noch nicht abgebrochen, | Krieg und Unruhe in der Chriſtenheit fo fange
ob es wol Des Kriegs wegen auf hequemere Zeit! ſtiftet; und wen ihr endlich alles basjenige, |
verſchoͤben iſt. Darum, gellebiefter Sohn, mas ihr den öherjpenftigen und Ungehorſa⸗
hi er men
N
2.
x
chenguͤter *) das Urtheil, wem fie gehören, nad) |
\
—
*
5*
— —
Von den Reichstaͤgen zu Speyer, Worms und Regenfpurg. 1269
en heil. Stuhl in allzugroſſer Sin» und Mugen foͤrderlicher ſey: ob ihr euren Arm:
aͤumet gehabt, wieder umſtoſſet uns in Dingen, die zur Einigkeit der Kirchen
Denn diß, geliebter Sohn, iſt gehoͤren, leihen, oder vielmehr auf derer Seite
ve Seele ſeibſt in ſehr groſſe Ge⸗ fallen wollet, welche dieſelbe einmal zuriſſen,
und den Kirchenfrieden immer mehr und in viele Stüce noch weiter zu zerreiffen und
br ſtoͤret; und alfo koͤnnet ihr eicht von |zu zertrennen jaͤmmerlich bemühet find, und ſol⸗
) felbft ermeffen, wenn. ihr foldyem Uebel ſches einig und allein begehren. Mit
ald ſteuret, (welches ae Bere efun] 30. Der GOtt des Sriedes erlöfe eure Ma- .
„) in was vor North mir Darüber fommen|jeftäc nach feiner groffen Barmherzigkeit von
den: um entweder das uns von GDE durch ſolchem Rath der Gortlofen gnädigfich, und bee
nen Sohn verlichene Amt und Pflicht zu kraͤftige in eurem Herzen Den Kath des Friedes,
wahrloſen, (mern wir fchmweigen, = =) mit uns daß wir einmüthig mit einem Munde ehren
e felbfteignen gröften Gefahr; oder wieder | GOtt den Vater durch IEſum Chriſt, mel
um, [härfer zu handeln, als e8 entroeder. unfre chem ſamt dem Heil. Geift fey Ehre zu ewigen
wohnheit, oder Natur’, oder Wille leiden. | Zeiten, Amen! Er U -.
dim Latein iſt Eein Verſtand. Gegeben Rom zu St. Marcus, den 24. Aus
7 Wiewol wir freylich in fo groffer, Gefahr |gufti 1544. Se as ei.
unſerm Amt und Dflicht es nicht erwinden Ä
laſſen müffen, fondern vielmehr alles gern fun) — START. Ä
wollen ©), fo viel wie durch die Önade deſſen. Mag in viel heftigern und beötoblichen
uns, wmiewol unwuͤrdig, feine Statt auf Yusdrücen abgefäßte Concept des vorftehen,
den Päbftlichen Briefs an den Kaͤyſer.
9
Erden zu vertreten gegoͤnnet hat, von uns ſa⸗
) gen ar nn Denn — es ee 2%
bet uns ftetsim Sinn und vor Augen das Exem⸗ h , - Y eh
‚pel, davon wir oben bereiis Ermehnung gefhan,| . Lieber Sohn und König ! |
\ nemlich des göttlichen Zorns wider den Prie: 88* In dem Receß zu Speyer als abgehan⸗
4 eli, von welchem wir nicht lefen, daß er, IF delt Binterlaffen worden, Baf in Wahre
darum verdammt worden, weil er feine Soͤh⸗ | beit viele in Verwunderung; ung aber In groſ⸗
ne gänzlich nicht geſtrafet, denn wir finden wol |fen Kummer ‚gefeßet, Indem wir von einem _
‚ in der Schrift, Daß er fie gefcholten; fondern, Känfer ein weit anders und befleres gehoffet
| Daß er, wie der. Heil. Hieronymus vedet, mehr | hätten. Dann gleichwie eure Siebden von felb-
‚ eines Vaters Sinbigkeir, als eines KHobenprie-| ſten verftehet, was fte im Glauben und Reli
ſters Gewalt in der Sache walten laffen. gion, Damit fie GOtt verpflichtet, unrecht ges
m Latein. gibe volumus allein Eeinen Verftand: handelt, indem ſolches unſers Amtes iſt: als
08. Wir haben die Sindigfeit eines Waters, erſuchen wir nach unferer väterlichen und bes
fo lange es ſich Bat thun laſſen und noch Hoff: fondern Liebe gegen eure Liebden, Daß fie unfe-
ling gesvefen, gebrauchet. DafichdieSachen |re gerechte und noͤthige Klage und ernftliches
aber, laut Edicts, gar anders *) anlaffen, (da Anfinnen mit Geduld anhoͤre. Em. Liebden
doch Gott für fey 1) fo feee ihe wol an Hetii meldet zu erſt, ihre Abfiche fen, zwiſchen Denen
Erempel, wohin ifrung zulegt bringen werder, Deutſchen Fuͤrſten Bergleichung uud Seiede
#) integris rebus -- quibus ex edicti forına trans. | JU ftiften: dieſes iſt an fid gut. und zu wuͤu⸗
ais, ann hier wol anders heiffen, als dag der | fhen, wo es nur nicht ein folcher Friede iſt,
Kupfer vieles unvecht gefchloflen, und es aljo als] von dem der HErr ſpricht: er fen nicht kommen
ur Mes anders ſtehet. Es iſt ſebt dunkel. denfelben zu fenden ‚fondern zu zerftören. Hier⸗
FAR bedenfet, o Käyfer, was euch auf folget, Diefes fen nicht zu erhalten, wo nicht
mehr gehuͤhre: mas zu eurem Amt gegen GOft | die Religionsftreitigkeiten zugleich mit bengeles
und die Kirche mehr gehöre; was eurer EEre| ger werden; und wir Halten, Daß aud) a
”
1270 Lap: ıg. Von der durch Conventen. Reichstäu uchten? ionsver
wahr ſey. E. L. fügen weiter bey: Es habe Jaus unzaͤhligen Spruͤ v9
nicht an ihnen gefehlet, Daß diefelbe durch ein |der Väter befanne feyn.
ordentlich freyes, gemeines Concilium bereits | 3: Wie fann über diefes ein Nation:
- gehoben worden. Hier wiffen wie nicht, ob cillum Mache haben, ohne uns Dinge zu
nicht hiemit heimlich wolle zu verftehen gegeben | fcheiden, welche ven Glauben, Eprift!
werden, wie zwar die übrige Handlungen es ziem- |ben und die Rirchengebräuche befreffen ?
lid) deutlich zu geben ſcheinen, daß wir hier: daſelbſt faſt alles gefchänder, verwirre
an Schuld haben, daß Fein Concilium gehal- |ver Wahrheit vorgegriffen iſt. Zu nier
ten werde; wie weit aber ſolches der Wahrheit als zu Petro ift gefage: Ich habe für die
gemäß fen, läßt fich leichte fchlieflen, da wir |beten, daß dein Blaube nicht aufböre
von Anfang unferer Erhebung auf den Päbft: wenn du dermaleinft bekehret bift, fo
lichen Stuhl faft unausgefegt wegen eines Eon- |Fe deine Brüder. Indem fic) nun ſolches
cilii bemühet gervefen, foldyes aud) niemals ab- ſo verhält, und fehr weit um ſich greift, fo un.
gefchlagen, vielmehr felbiges öfters und an unter= |terfteh: fich dennoch eure Liebden aus angemaß
ſchiedliche Dree ausgefchrieben, neulichft auch ter Auforicät (welches wir mit dero Erla
nad) Trient, um-eurer tiebden Verlangen hier⸗ ſagen,) zu erklären, daß, was ſie fehlieffen wer.
- durch Önüge zu thun. Wer aber nicht ſiehet, den, bis auf ein gemein Concilium gehalten
daß wegen der elenden Zeiten und Kriegsflam- |merden folle: fo daß, wann vielleicht (ja
me, bie in der ganzen Chriftenheit gebrennet, |vielleicht,, fondern gewiß ,) dasjenige, w
daſſelbe nicht habe Fünnen zu ftande kommen, die $utherifche Partey, welche die Oberh
der ift ftocfblind. Vielleicht wird. zwar jemand haben wird, fteiffinnig beharret, und alle wa
einmenden, mir fern an dieſem Kriege ſchuld: haftig Fromme und Catholiſche verfluchen,
allein, wir haben ‚fo lange wir auf dem Päbft- wuͤrde befchloffen werden, von jego an veft ges
lichen Stußl fißen, unsnichtsangelegener ſeyn ſetzet ift, dermaffen unvorfichtig, daß eure —
ſolches noch ehe billigee, ehe fie weiß, ob es zu
laffen, als daß wir. Friede zu unfern Zeiten fe- u
ben möchten, fo daß wir auch unſers hohen Al: |billigen „ ja uneracht fie weiß, daß es nicht zu ı
billigen feyn werde, dennoch ratificiret. Wo⸗
ters nicht geſchonet, und öfters beſchwerliche billigen fr Ä
und gefährliche Reife vorgenommen. her nimmt fid) eure Liebden dieſe Gewalt, et⸗
2, Doch, daß wir zur Sache fchreiten : wie | was wider den waßrhaften Glauben zu feßen, ,
laflen fid) eure Liebden von Beylegung der oder zu billigen? da fie nicht einmal Frepbeit
Ölaubens- und Religionfache und folcher wich. | haben, die Wahrheit des Glaubens’ ohne uns
"tigen Streitigfeiten heraus? Erftlich verfpre, | zu entſcheiden? Denn esgebühret eurer Liebden
chen fie ein Nationalconcilium, damit auf fel-|zu hören, nicht zu lehren; was geordnee ift, ,
bigem die Glaubensftreitigfeiten -entfchleden | anzunehmen und zu billigen, nicht veft zu ſtel
werden: welcher gefcheider und vernünftiger | len und zu unterſuchen; ja die Saßungen mit |
Mann aber follte fich nicht hieruͤber wundern? dem Schwerdt, welches eure Siebden von GOtt
theils weil eure Liebven ſich und einem Matio- |Durch uns empfangen , zu ſchuͤtzen und bis aufs)
nalconcilio folche Dinge anmaffen, welches Eei. | Blut zu vertheidigen , nicht aber der. widrigen
nesweges für eure Erkenntniß und S$urisdi: Partey auf einige. Weife anzufangen, oder |
etion gehören; theils und vornehmlich, weil fie] Vorſchub zu thun. Denn was iſt dergleichen ı'
ſich deſſen unterftanden, welches ihnen doch, | wie eure Liebden thut, vorzunehmen, anders,
wie fie wiffen, Durch unfern Legatum und lieben | als die Kirche Eläglich zu zureiflen ‚ja ſich ſelbſt
Bruder Safparum Confarenum, löblicyer Ge: ſchaͤndlich und unglücklidy von der Kirche abs
daͤchtniß, in unferm Namen und auf befon-| zureiffen und zu trennen, um den übrigen Theil |
dern Befehl mit ftarfen Gründen unterfaget| von Deurfchland, der durdy GOttes Gnade
worden; dann daß foldyes vor den Gtatthal-| bishero noch unbeflecft gebleiben, mit feinem
ser Eprifti gehöre, follte eurer Liebden laͤngſt Erempel in den Abgrund der Jrrrhümer mit
|
\ lle ver⸗ and Gut ab, mic der gröften Trügerey, träte
föcherichten B menden? |Bernad) fo gar Die KRänfer mit Sifen ‚ dere
| ns nicht Fränfen, daß banne erjchlage, verfolge fie, raube ihr Sand
5 fehen müffen an einem Kaͤyſer und Staͤdte, fporte ihr dazu als feiner Narreii,.
war an Kaͤhſer Carolo, dem GOtt ſo ein [und lache in die a verzehre es hernach mit
s gegeben und vertrauet, als keinem an ſeinen Huren und Hermaphroditen: meyneſt
von Carolo dem Erſten an? Wie wir zwar du, daß Phocas, wie boͤſe er wäre, hiezu Ja
ch ſehr wuͤnſchen, daß eure Lebden ſoiches ſagen würde? ja, erfollte vielleicht fo mit ihnen
"Segen reichlich moͤchte gemehret werden: |gen und vergeffen würden.)
änfer gebe, was des Känfers ift, wann | halten wir nur deswegen darfuͤr, weil wir glaus
faffe, was GOttes ift; nicht aber dieſes den gutem Gemuͤth; fondern feyn durch boshafe
hm geraubet würde, ,. da ihnen zufäme, |te Leute erfihlichen; oder erzwungen, worin⸗
ı Käpferli e Gerechtfamen mit folcher Sorgfalt,Ige unvermweilt, wie wir hoffen, widerruffen
ie fo: ae ner, ‚und mieder wird. Dann wie hoch fonnten wir dasjenige
te
‚an fic) bringen : follte dann GOtt der Allmiäch: lanziehen, welches E. Siebden, wie wir fehen,
| edenket denn eure Siebden nicht, daß, wann |ven ‚eben der Käyfer, fo auf den Reichstag zu
ja foldyes jemand, auch felbit ein Kaͤyſer ſich Augfpurg eine Reichsſatzung mider den Gegen—
zu rauben unterffünde, dennod) die Seelen der theu geftellet; eben verfelbe Räyfer fagen wir,
Gläubigen, ‚welche Die Kirche durch Die Taufe (wo eure$bd. anders noch derfelbe ift, )der das» »
zu einer lebendigen Hoffnung wiederg boren, jenige, masdamals recht ordentlid) ur® trefflich
und JEſus Epriftus mit feinem Blut erlöfet;der Ehriftlichen Religion zum beften gehandelt
‚hat, GOttes und Chriſti Eigenthum ſeyn? worden, jego durdy neue Anmaſſung mider
Iſt aber die Sorge Derfeiben dem Ränfer vertrau: ruffen und verworfen. Und meilen alle from- -
ee? Iſt zudem Käfer gefagt: Weyde meine me Deutfche ſolche ſchaͤndliche That verfluchen,
‚Schafe? oder ift ſolches nicht allein dem Petro fo gebraucht eure Liebden ein gelinder und ehr⸗
und in deſſen Per ſon allen feinen Nachfolgern be- | baver Wort, und nennet es eine Sufpenfion,
fohlen? Dieſes feynd die Gründe unſers Glau⸗ welche wir aber für eine gänzlicye Aufhebung
bens. Wer dieſe nicht weiß, der meichet von halten. —
den Graͤmen, den halten wir nicht für — 6. Weilaud) jeglicher leichte errathen kann,
—— ; wer fie aber verſehret, ſoll ſel was man auf einem Nationalconvent billigen
nen Feind finden, teil er was GOttes iſt als werde: fo muß ſich maͤnniglich zum hoͤchſten
ein Dieb’ und Mörder raubet. wundern, daß eure Liebden etwas gethan, wel⸗
EWenn man aber den Kaͤyſer Phocas hät- ches niemand mehr Schimpf, Schaden und
te zu der Zeit gefrager, obs feine Meynung Berdammung, als ihnen felbft zuziehen wird.
„ware, dag ein foicher Wuft foll zu Rom durch Denn wo eure 2bd. Diejenigen, welche fie mit ung
‚feinen Befeh geftiftet werden , der alle Bi. für Ketzer gehalten und verurtheilet, annoch da«
Höfe, Stifte, Klöfter, Kirchen unter ſich fuͤr hielte, fo hätte fie Feine Urfach gehabt zu
würfe, ville und fräffe alles, was da wäre, wideruffen, oder zu fufpendiren, daß die Kaͤy⸗
ftifte neue Lehre und Glauben, richte unzäß ferlichen Gefege nicht ſollten in ihrer Kraft blels
lige Abgötterey an, brtröge alle Welt um scib| ben, indem fie nun um fo viel mehr Ketzer
und Seele, und Ichinde ihnen unzaͤhlig Geld feyn, N " fo Hart und halsſtarrig, fo lan-
— EN 3 ge
x
1 Speyer , Worms und Regenfputg 1273
Hleinerhalten; fondern aud) durch göttli-| Handeln, daß fie des Pabfttfums wohl ſchwei-⸗
‚wie hören und lehren gern, daß man] 5. Daß aber dieſes eure $iebden nicht treffe,
ud) eure tiebden gerne hörefe, daß man ben, diefe Dinge kommen nicht von eurer Lieb⸗
Jan ‚ein anderer folches an fich ziehen wollte ‚nen die Känferliche Klugheit ven Ausfchlag ge⸗
che zu üben, Dann marın eure $iebven die ben wird, wenn fie nemlich diefe unbilligeDin=
tige nicht das Seine ſchuͤtzen oder "rächen? in dem Abfchied angemaßt? indem eure Liebe
a
— & : > : r x \ w;
1074. Cap. ıg. Don der durch Convent u. ReichstägegefuchtenReligionsvergl. 1a7g
e Zeit auf ihrer Meynung beharren. Wo Iche zu geben und aussutheilen; ihfannauf
*9— eure Liebden fie jetzo nicht mehr fuͤr Ketzer Schlangen und Ostern gehen, und —
dielte, mithin von ſich felbit abglenge, und ih auf junge Loͤwen und Drachen; ich nehme
Fevorige Meynung verdammte: fo.bezeugfe fe \den Sürften den. Muth, und bin fehröctih U
Öffentlich, Daß fie fich in derfelben Gemein. Junter denen-Aönigen auf Erden; weide fie
Maſt begeben und zu dem Glauben befenne, |mit einer eifernen Rutbe und zufebmeiffe
welchen jene gottlofe und eßebrecherifche. Rotte Ifie wie Töpffe. Und nun, o Känfer! höre
prediget, der Apoftolifche Stußl aber mit al: |und merke auf, du Richter auf Erden! beden« ”
len Eatholifchen Kirchen verdammer, Dabey ke deiner Vorfahren Taten und Erempel, wel« "”
wir eurer Liebden Klugheit überlaffen,, bey auf: che auf diefen Thron gelanger, auf weichem du
eklaͤrtem Gemuͤth nachzudenken, wie rühme ſitzeſt. Betrachte Das Flägliche Ende deiner Vor⸗
di und Räyferlicher Hoheit anftandig ſolches fahren welche worden, und meine Kite
ſey? Wir halten dafuͤr, eure Liebden ſollte hier⸗ ‚che verfolget haben, ich will ſelbige dir nicht
por erzittern und erbeben, nicht nur wegen deſſen, nennen, noch etwas anders vorwerfen, als daß
was rechtſchaffene Leute Davor halten würden, du dir zu Gemuͤthe zieheft, warum Ich dag
bey welchen eurer Liebden Ruhm einen Stoß be, Kaͤyſerthum von denen Griechen auf die Deuts I
Fäme, auch nicht um des Nachklanges willen, ſche durch meine Starthalter gebracht, und
ber auf die Nachkoͤmmlinge fiele, indem fiein jenes Volk verachtet. Diefes will ich ſtatt ei
denen Hiftorien der jeßigen Zeiten eure Lieb: Iner weitläuftigen Ausführung gemeldet haben.’
den in der Zahl der Keger Patronen und Ber |Diefes, lieber Käyfer, zeige Chriftus durch
folger der heiligen Kirche GOttes, Die ein un: Junfern Mund eurer Liebden an, deflen ftarfe
glückfelig Ende genommen , finden würden; [Stimme eure !iebden nicht geringe halte, oder
fondern um göttlichen Gerichts willen, von vergebens zu ſeyn achte. ni
welchen gefchrieben ſtehet: Die Bewaltige] 9. Wer ift aber fo dumm, der nicht ver⸗
werden gewaltig geftraft werden. ftünde, mas diefes auf fidy Habe, daß fid) E&,
7. Wann unfer Leben auf einige Welfe von L. in Allianz eingelaffen mit einem König, der!
den göttlichen Gebräuchen abwiche und diefel- Jein abgefagter Feind der Carholifchen Kircheift, |
ben in Gefahr gerietßen, fo wollten wir viel- und €. %. fogroffen Schimpfbewiefen, die Rös
leicht dem Käyfer nachgeben, und uns nicht Inigin, E. . Mutter Schweſter, feine rechte
widerfegen ; fondern es laffen gut feyn. Weil Gemahlin, als eine Concubine und die mit
aber mit Verachtung unferer Autorität und Lir- ihm in Ehebruch gelebet, durch eine unveranfs ı)
eheil nothwendig GOrtes Autorität mit verac)- wortliche Scheidung verftoffen, den der apoſto⸗
get wird, fo läßt fichsnicht verbergen ; fondern liſche Stuhl wegen ſolchen greulichen tafters I”
wir feyn genoͤthiget zu erpoftuliren und zu er⸗ (auch auf E. L Veranlaffung,) verdammt;
mahnen, daß eure tiebden, was fie ſehr übelan» |daß fiein Spanien eine Pragmaticam ſanctio⸗ i
gefangen, mit beffereng Bedacht widerruffe nem geftellet, das Augfpurgifche Edict und ana «7
und zernichte, damit fie nicht GOttes Zorn im dere Känferl. Satzungen widerruffen, ein Nas ı
Himmel und auf Erden auf fid) lade. tionaleoncillum denen Keßern verfprochen „und )”
$. Wir bitten und ermaßnen im HErrn, E. deſſen Handlungen ratificiret, ehe fie zum Vor⸗
Lebden wolle aufmerfen und vernehmen, was ſchein kommen, und endlich Fein ander Conci⸗
der groffe GOtt durch unfern Mund_ faget. |liun annehmen wollen, als welches in Deutſch⸗
Dann was ifts Wunder, mann der Pabft alfo land gehalten würde, ohne unſers Namens und)”
von feinem Stuhl redet: So fpricht der Autoritaͤt zu gedenken, als wenn die Glaubens⸗
SErr Zebaoth: Ich bins, der ichs bin, ſachen uns ganz nichts angingen. Dann es ſeyn
durch mich herrſchen die Koͤnige und die Ge. dieſes alzugewiſſe Merkmale, daß E.L. von der eh
waltige ſetzen das Recht; in meiner Hand Kirche zu der feindlichen Partey abgefallen; "
ift das Herz des Boͤniges; mein iſt, die Fei⸗ welches ung, indem wir eg melden, auch um "
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Be en Eifer für den Glauben von ſich fpüren
laſſen.
| 10. DIHE, Lwirdfagen: Siehabe dieSa ⸗
che auf ein Eoncilium geftelle, wenn ein Ehrift-
liches, freyes Concilium feyn würde; weilaber
beygefuͤgt ift, daß es folle in Deutfchland ge:
halten werden, fo Bann. es nicht ein freyes,
Chriſtliches Concilium feyn, indem alda nur
dieſes für frey und Chriftlich gehalten wird,
wo die Lutheriſche Partey am ſtaͤrkſten iſt; dem⸗
nach heißt wol nach E.?. Meynung das Wort
Chxiſtlich fo viel als Lutheriſch. Fühlen ſie nun
nicht, Känfer, einen Stich von der Wahrheit,
der zwar ſchmerzlich ift, aber auch heilfamfeyn
‚kann, wenn E.L. umkehren? Dann id) frage
nochmals: Womit gehen E: um? Siefagen :
Sie wollen ein allgemein Eoncilium. Wo fie
dieſes von Herzen meynen, warum wird dann
ein Dationaleoncilium verfprochen ? und war
um gefcylehet von dem, fo wir nad) Trident
ausgeſchrieben, mit feinem Wort Meldung?
Wiewol, wennesnöthigift, Daß es anderswo,
‚auch ſelbſt in Deutſchland gehalten werden foll:
wollen wir aus Bertrauen zu GHDrE es aud)
nicht abfchlagen, mann nur das übrige, wel.
ches bey einem rechten wahrkaften Concilio er.
fordert wird, mit dabey ift, Daß es nemlich
"fen und Chriftlich fen; denn es flehet gefchrie:
ben: Ich fige nicht in dem Concilio der eit⸗
len Keuten, und babe nicht Bemeinfchaft
mit den-Böfen: ich haſſe die Bemeinde der
Böshaftigen und fige nicht bep den Bott:
Iofen. Demnad) mag E. 2. zufehen, ob da
‚ein frey Concilium zu hoffen, wo man zu den
Waffen greift, Ob dafelbftein Chriſtlich Con⸗
ellium zu erhalten, alwo man den Statthalter
Chriſti für den Antichrift ausruft, und nichts
Ehriftliches als den bioffen Namen zum Schein
‚und Pralerey führe. Wiewol wir diefe
Schmach, (wo fieuns allein beträfe, ) nach den
Exempel deſſen, den man bezüchtigee, er Babe
7 V.Abfehn, Donden Reichsrägensu Speyer, Worms und BRegenſpurg. 1277
Evillen erzitternd und erſtaunend macht, wol unwuͤrdig,) vertreten. Deshalben koͤnnen
daß ein ſolches von dem Kaͤhſer Earl gekom⸗ wir ſolches nicht wohl vertragen, und €; L.
men, der vorhin in alle feinem Thun ſolchen | follen es auch nicht leiden, deren GOTT das
Schwerdt gegeben, welches fie nicht umfonft
traͤget, fondern zu Beſchuͤtzung des Epriftlichen
a nicht zu Vergieſſung des Bluts
riſti.
m. Wir wollen &. $. o Kaͤyſer! nicht mit ei⸗
nigen harten Worten entrüften, Fönnen Doch
auch) die Wahrheit nicht Hinterhalten, und mo
felbige E. L wird recht bedenfen, wird es ihnen
gewiß heilſam ſeyn. Denn wo E. L. was fie
angefangen, fortführer , fo wird fie machen,
daß, was fie bishero rühmliches gerhan, vers
dunfelt, beflecket, und ir Name einen ewig kle⸗
benden Scyandflecfen befommen wird. Was
koͤnnte fchimpflicher feyn? mas gröffern und
langmierigern Haß nach fich ziehen, als wenn
man ſpraͤche: Käyfer Earl ift ein Lutheraner ?
Wird demnad) ihnen, liebfter Sohn. Earole,
obliegen, ihrem Namen und Seele Rath zu
ſchaffen / ihres Vaters forgfältiger und vaͤter⸗
licher Ermaßnung zu gehorchen, und ſich auf
ihre und deren Allirten Macht nicht zu verlafe
fen. Dann weil alle menfchlihe Macht GOtt
unferroorfen ft, fo ift fie gegen GOtt nicht ei⸗
ne Macht, fondern eine Schwachheit zu red)»
nen,
12. Wir aber verfprechen von unferer Seile _
ten, damit E. L. über uns nicht zu klagen ha⸗
be, daß wir zu allem, was ohne Verlegung
göttlicher Majeft. gefchehen Fann, bereit feyn
wollen. Begehren &. $. ein Concilium? wie
wollen eines geben, und foll von uns fein Ver⸗
zug gemacht werden. Soll es in Deutſchland
5 werden? wir wollen es auch nicht ab⸗
fihlagen, wenn man nur dafelbft ein freyes,
Chriſtliches Concilium halten kann. Damit es
aber Chriſtlich ſeyn koͤnne, ſo muͤſſen die Ketzer
in ſelbigem nicht als ein Theil des Concilii ſitzen,
als welche bereits jetzo ſchon ſich von der Kirche
abgeſondert. Wer aber ein Keger fey, gebuͤh⸗
ret weder dem Känfer, nod) fonft jemand zu
unterfuchen und zu erklären, fondern uns, Die
einen Teufel, mit Geduld übertragen wollen ;? wir das Gericht von Chriſto felbft empfangen
aber es führet felbige eine Gottesläfterung miti haben. Diefes aber hat E. L. zu verfhaffen,
ſich wider Den Heren, deffen Stelle wir (wie: | daß das Concilium frey fey, welches en ie
1278 Cap. 18. Don der durch Convente u Veichstaͤge geſuchten Religionsvergl
ſchehen wird, wann ErL wird heiſſen die Waf · 2. Erſtlich, bitte ich dich um GOt
fen niederlegen, ſich zum Friede, oder wenige| len, wer dubift, ein Ehrift, ja auch wer du
ſtens — a run natürliche Vernunft. haft: fage mir da:
en mit dem Fri ommen, und ims Ber-beoreiten maneit AB
— die Urſache des Krieges dem heil. Con⸗ a R ie a
a heae Ro zum Seipe eillum fepn Ebane, to Der gteuliche rel
eietien ‚anuıimme,, fo oied fie der Welt Friede zu Nom, der ich Babftnennet, ſolchen Vor⸗
eben; wo aber nicht, fo feyn wir vor der gött-| behalt macht, und Recht hat, alles, wa
lihen Majeft. entſchuldiget, weil wir E.8. va-\im Concilio beſchloſſen wird, zu reiffen, zu
terlich ermahnet, und was ihr nachtheilig iſt, ändern und zu nichtigen, wie feiner Decrete
angezeigt, und. werden wir uns um fo viel befr|yief und faft alle brüllen? Duͤnkt dich nicht,
fer faffen Fönnen, wann etwa (melches wir zwar nein fieber Bruder in Ehrifto, oder mein.
gar nicht wünfchen,) E, $ unfere vaͤterliche ieber, nach natürlicher Vernunft, Freund)
N .- ik n daß folch Concilium müffe nichts, denn ein
Ä ade dee allmächtigen GOftes , veiflich über. | Saufelfpiel feyn, dem Pabſt in der Faſt⸗
en apffer ausführen. nacht zur Kurzweil zubereit? J——
legen und tapffer ausfuͤh
—— — 3. Denn was iſt noth, ſolche groſſe Un⸗
ae 1418. koſten und Mühe aufs Eoncilium zu wenden,
D. Wartin Luthers Schrift wider das wenn zuvorhin der Pabft befchloffen hat, wat
pabſtthum zu Rom, vom Teufel geſtift. im Eoncilig gemacht oder gethan wird, dag
Anno 1545: ſolle ihm unterworfen, und nichts feyn, es
Su de ar Te gefalle ihm Denn recht wohl? und will Gew
er allerhoͤlliſchſfe Vater, St. Paulus) walt haben, alles zu verdammen. Solche
7 Qertius, als ware er ein Biſchof der UnEoft zu vermeiden, waͤre es ja beffer, alfeı
Noͤmiſchen Kirchen, hat zwey Briefean Ca⸗ zu fagen! Allerhölliichfter Vater, weil e&
rolum Quintum, unfern Heron Kanfer, ger gleich viel ift, was vor, oder im, oder nach
ſchrieben, darinnen er fich faft zornig ſtellet, dem Eoncilio beſchloſſen ift, oder wird; fü}
murret und ruͤhmet feiner Vorfahren Ex⸗ wollen mir eben fo mehr Cohne alle Concilia)
empel nach, es gebuhre nicht einem Kaͤhſer euer Hoͤlliſchheit gläuben und anbeten. Sagt
noch jemand, ein Concilium anzuſetzen auch uns nur zuvor, was wir thun follen, Domi-'
nicht ein National, fondern allein dem Pabſt, ne, quid visme facere? fo wollen wir von eu—
der allein Macht habe zu fegen, ordiniven,|ver Hoͤlliſchheit fingen den fröhlichen Geſang
ſchaffen, alles, was in der Kirchen zuglau-| Virgo ante partum, in partu, poft partum
ia
i
—J
De
yen und zu leben iſt. Hat auch eine Bulla auf daß ihr feyd die veine Jungfrau Mar
(mit Urlaub zu reden, ) aus laſſen gehen,|die nichts gefündiget hat, noch hinfort fündi
nun faft zum fünftenmal, und ſoll nun aber⸗ gen kann. IBo nicht, fofagt uns doch um
mal zu Trident das Eoneilium werden ; doch GOttes willen, wozu die Eoncilia noth oder
ſo fern, daß niemand dahin komme, ohneinüse find, da eure Höllifchheit fo grof
allein fine Grundfuppe, Cpieuree, und roas| Macht über hat, Daß fie nice file Jen)
ihm leidlich iſt. Hierauf ift mich Luft an⸗ wo e8 euer Höllifehheit nicht gefällt. Oden
kommen zu antroorten, mit GOttes Önade | beweilet Doc) ung armen unterthänigen bon
und Hulfe, Amen. Ehriftian, woher eure Dölfhbeirflde RE
| | | wal
Mr
"280 V.Abfehn. Donden Reichstägensu Speyer, Worms und KRegenfpurg. 1281
valt hatz wo find Giegel und ‘Briefe, die ſerliche Majeft. wollte bey dem Pabſt arbeis
mch folches geben, von eurem Dberheren? ten, um ein gemein, frey, Chriſtlich Eon
Wo ift die Schrift, Die ung folches zwinge cilium in Deutichen Landen amufegen und
glauben? Will euer Hoͤlliſchheit dieſelbi⸗ zu halten, oder ein Nationaleoncilium mas
gen uns nicht zeigen? wolan, fo wollen wir chen; welches der liebe Kaͤyſer bisher mit
fie felbft fleißiglich fuchen, und mit GOttes | Fleiß gethan, aber bey den Paͤbſten nichts
Hülfe gewißlich finden, gar in Eurzem her⸗ | mögen. erhalten: Daher diefe 24. Fahr im Ges
ara ae ſchrey blieben find Diefe drei, Worte, Frey,
Indeß sehen und hoͤren wir, wie der Chriſtlich Concilium, in Deutfchen San
Pabſt fo einmeifterlicher Sauklerift. Denn den. | | -
gleichwie ein Gaukler den albern Leuten ins) _ 6. Diefe drey Worte, Step, Ebriftlich,
Maut Gulden gaufelt , aber wenn fie esaufs | Deutſch, find dem Pabſt und Roͤm. Hofe
thun, fo haben fie Pferdsdreck drinnen: fo nichts denn eitel Gift, Tod, Teufelund die
qut auch dieſer ſchaͤndlicher Lecker‘, Paulus Hoͤlle. Er kann fienicht leiden, weder fehen noch
‚Sertius, fehreibt nun fchier zum fünftenmal| hören; da wird Fein anders aus, das iſt gewiß.
aus ein Concilium, daß, wer die Worte Er lieſſe ich ehe zureiſſen, und wuͤrde ehe Tuͤr⸗
hoͤret muß denken, es ſey ſein Ernſt; aber kiſch oder Teufeliſch oder mer ihm ſonſt hel⸗
ehe wir uns umſehen, ſo en fen koͤnnte. Deß ift diß die Urſach: Anno
ins Maulgegaukelt. Denn er willeinfolch |1415. ift in Deutfchen Landen ein Eoneilium
Concilium geben, darüber ee möge ſeine zu Eoftnig gehalten, darinnen Johannes
Macht üben, und mit Fuflen treten alles, | Huß und Hieronymus gemartert find, und
| was deinnen gefegt wird. Fuͤr ſolch Conci⸗ wurden drey Paͤbſte abgefest, und der vier,
ſlium danke ihm der leidige Teufel, und komme te, MartinusV. erwaͤhlet. Aber dasärg-
auch nicht hinein, denn der leidige Teufel, fteund greulichfte,davor dem Pabſt fo fcheuss -
dazu feine Mutter , feine Schroefter und ſei⸗ lich grauet, war diß Stucf, da befchloffen
‚ne Hurenfinder, Pabſt, Cardinaͤle, und|und gefest, daß ein Concilium über den
was mehr der höllifchen Grundſuppen zu Pabſt fen, und nicht der Pabft über das
Rom iſt. Be: Concilium, und Concilium hätte Machtden
. Es gehet nun in das vier und zwanzige] Pabft zu richten, urtheilen, ftafen, fegen
ſie Fahr, daß zu Worms der erfte Reichs⸗ und abfegen, nicht twiederum der Pabft das
. tag unter) diefem Käufer Carolo gehalten) Coneilium zurichten, urtheilen oder ändern.
| ward, daſelbſt ich auch perfünlich vor dem] Ach, au, uſch! das Stuͤcklein ſchmerzet fie,
Käfer und ganzen Reich ftund. In dem⸗ der Stift ſteckt tief in ihren Herzen, Der
ſelben Reichstage ward von allen Ständen | Stein will ihnen das Herz abdruͤcken, da
des Meichs beaehrt, daß etliche groffe, uns| haben fie fich einmal gebrannt, fie kommen
leidliche Beſchwerung (welche dazumal ges nicht wieder, fie lieffen ehe. die ganze Welt
nennet, und hernach zu Nuͤrnberg auf dem! in Blut baden und erfaufen; wie denn der
Reichstage dem Pabſt Hadriano angezeigt | Pabft Fugenius that, und. richtete einen
und in den Druck gebracht worden der auch groffen Mord und Blutvergieſſen an bey
‚ noch vorhanden, ) vom Pabft und Geifktis| Straßburg, Durch den Delphin-aus Frank⸗
‚hen abgethan wurden, oder fie wollten fie \veich, aufdaß er das Concilium zu Baſel
‚ felbftabthun. Daneben ward begehrt, Kaͤh⸗ zuriſſe, welches nach des Concilii zu Coſtnitz
5. Busberi Schriften 17, Theil, Mmm m Exem⸗
EI — —
1982 Cap. ıg. Donder durch Conventen, Reichstäge gefüschten Religionsvergl 1
Exempel und Ordnung angefangen und ſchon fen, fie hätten Gewalt und Recht, Die W
einen Pabſt erwaͤhlet hatte, Amedeum, ſte abzufegen. Alſo iſts dazumal beſchloſſen
den Herzogen zu Soffoy, Felix V- genannt; Daß der Pabſt ſey unter dem Eoncilio, und
aber füllte Friede werden, mußte derſelbe nicht über das Eoncilium; unangefehen daß ı
Pabſt abtreten und das Concilium fallen; der Pabſt fo. viel Hundert Fahr zuvor ſich
denn fie Eönnen und wollen des Spiels, ſo heiſcher und fehier zu tode gebrüllet und gen”
fie zu Coftnig erlitten , nichtmehr gewarten. |fehryen hat, durch alle Derreten und De⸗
7. Nun hattedas Concilium zu Coſtnitz, cretalen, er fey uber alle Eoncilia, über alle \
welches unheilig gnug geweſt iſt, doch zufeis, Welt, auch über die Engel im Himmel;
nem Dornehmen groffe und unmeidlichelitem, ſey GOttes Statthalter auf Erden,
Noth und dringende Urſachen, felches zu fer | und ein irdiſcher Gott. Und der Greuel uns
gen und zu fehlieffen, daß ein Concilium muͤß⸗ |zähligmehr, die fchrecklich find einem Chriſt⸗
fe über den Pabſt feyn, und nicht der Pabft|lichen Herzen und Ohren zu hüven.
über das Concilium. “Denn e8 waren drey| 9. Hierauf geſchahe es, daß der eine
NPaͤbſte, der Feiner Dem andern weichen woll- | Pabft, Gregorius genannt, williglich ab⸗
te, und gefehahegroffe Unordnung , und ward trat, und fein Pabftthum dem Concilio ͤber⸗
ein wuͤſt Weſen in der ganzen Nömifchen gab, doch der Hoffnung, das Concilium
Kirchen, da ein Pabſt den andern verbans wuͤrde feine willige Demuth anfehen, und!
nete, einer dem andern die Stift und Pfruͤn⸗ wieder zum Pabſt ertvahlen. Da das nicht
den nahm; denn ein jeglicher wollte der. ei⸗ gefchah, ftarb er vor Reue und Leide, Dee
nige Pabſt über allesalleinefeyn. Daraus andere Pabſt, Johannes genannt, ließ ſich
konnte nichts Gutes folgen. Solcher Wuft| auch bereden, überaus ſchwerlich, daß.
waͤhrete bis in z9. Jahre, daß alle Welt gen Coſtnitz Fam ins Concilium, eben derſel⸗
ſchrye und bat um ein Concilium, dadurch bigen und viel groͤſſerer Hoffnung er wuͤrde
wiederum ein einiger Pabſt wuͤrde. Denn allein Pabſt bleiben, weil er zu Rom im
man hielts dafur zu der Zeit, die Chriſten⸗ Stuhl geſeſſen war. Der dritte, Bene⸗
beit koͤnnte ohne einen Pabſt nicht ſeyn. Da dictus, blieb halsftareig in feinem Sinn, ,
thaͤten zufammen die fünf Nationen, Deutſch⸗ und ward rechtlich und mit Gewalt nach des
land, Welfchland, Frankreich, Engelland,| Concilii Sefes und Statut abgefegt. DaB
Spanien, und halfen, daß zu Coſtnitz ein|ift das greuliche Stuck, welches die Paͤb⸗
Eoneilium ward, welches Kayfer Siegmund fte bisher fo hefftiglich verdreußt, und nicht
mit geoffer Mühe zufammen brachte, mehr wollen noch koͤnnen in Deutfchland,
8. Sollte nun das Concilium die Paͤb⸗ | bey den Beſtien, ein Eoncilium leiden; ſie
fte abjegen, mußten fie zuvor eins werden forgen, es möchte das Exempel des Coſtni⸗ ii
amd fehlieffen, daß ein Concilium uber den Ber Con:ilüi wider fie gebraucht werden, und
Pabſt wäre, und ihn abzufesen Macht und möchte vielleicht Paulus Tertius zu Tri⸗
Recht hätte, weil ſich im Päbftlichen Recht dent als ein Vabft_einreiten, aber wieder
nicht leidet, daß ein Untermann den Ober- um als ein armer Tropf ausreiten: darum I
mann follte abfegen. Darum zwang fie Die it ihm hieran gelegen, und haben fich bes’
groffe Noth, weil man mußte zum wenig dacht, fie roollen zu Rom bleiben, ohn Con⸗
fen zween Paͤbſte abfegen, mo der Dritte cilia und über Concilia, und follse die Welt
. Ja bleiben ſollte, daß fie zuvor mußten ſchlieſ⸗ untergehen, ae |
AO Denn |
'E
1,2. —— De
æ* VAbſchn Don den Keichstaͤgen zu Speyer, Worms und Begenſpurg. e285
10. Denn die Hiſtorien fagen von dem wohl, wenn du nur denkeſt, ja, Teufel und
einen Pabſt Johanne, da er fich in Deutſch⸗hoͤlliſch Feuer. 1
land begeben hate, da fuhr man zuunderas| 12. Demnach fiehe mir nur an die Schrift
minirte fein Leben und Regiment; vorhin dieſes Lecferleins, Pauli Tertii, da er zum
durfte niemand wider ihn, als einen Babft, Kaͤhſer fchreibt: Willt du ein Eoneilium
mutcken: und fand fich, daß bey 40. Artir haben? Wir wollens geben. Willt du ee
kel über ihn bemweifet worden, alle des To⸗ in Germania haben? Siehe, wir wollens
des wuͤrdig. Da entrann er heimlich und| wagen und auch thun; doch alfo, daß «8
wollte wieder gen Rom; aber Käyfer Sieg⸗ fen ein frey und Chriſtlich Concilium, und
J mund ergrif ihn unter Wegens, und ward in welchem Den Ketzern Feine Statt gegeben
dem Pfalzgrafen befohlen. Als man ihm werde, als die Fein Theil mit der Kirchen
aun die Artikel vorhielt, antwortete er auf haben koͤnnen. Auch daß du Arma iubeas
* jeglichen alſo: Ach, ich habe viel aͤr⸗ deponi, das iſt, gute Sicherung und Fries
gers gethan. Es verwunderte folche Ant⸗ den fhaffeft. Sollt auch wiſſen, daß die
wort die Geſandten, weil unter andern Ars] nicht zuſtehet, zu urtheilen, welche zum Con⸗
I tikeln ſtund, er hätte feinen Vater erwuͤr⸗ | cilio zu ordnen find, fondern es gebührer
get, er hätte Zauberey, Simoney und viel unfrer Obrigkeit, Da haſt du nun was der
ſchaͤndliche Later getrieben. Wie koͤnnte er Pabft und die heilige Bubenfchule zu Rom
doch ärgers gethan haben ? Gab er diefe| vor eine Sprache hat, und wie er die drey
| Antwort: das ärgefte waͤre, das er gethan Wort, Frey, Ehriftlich, Deutfch, uns leh⸗
| hatte, er hätte ſich laſſen bereden, von Rom rer zu verftehen, nemlich daß er wolle ein
‚ über das Welſche Gebirge in Deutfehland| Eoncilium geben, welches er gewiß fey, daß
zukommen. Hiemit meynete er, two er zul es nimmermehr koͤnne gehalten werden: denn
- Rom blieben wäre und das Pabftthum be⸗ er weiß und fuͤhlet wohl, daß ihm und feiner
" halten, wollte er wol folcher Anklage frey | vergweifelten Bubenſchule viel arger gehen
und der allerheiligfte Vater Pabſt blieben | wurde im Concilio, weder es zu Coſtnitz dem
ſeyn, wenn er noch tauſendmal mehr Uebels Pabſt Johanni gegangen iſt.
gethan haͤtte. BR 13. Die Zurften und Stande des Reiche
11, Hieraus find die Päbfte klug worden, | haben durch den Kayfer diefe 24. Jahr laſ⸗
Rn 18) aufs höhe, Daß fie ja mich |femanbeien um ein fen, hen, "Deu
ſolchẽ groſſe Thorheit und Sünde begehen, | Eoncilium, einfaltiger Meynung,nach gemeis
und uͤber das Gebirge ſich in Deutfchland ber | nem Verſtand folcher Wort, ohn alle So⸗
. „geben, wiederfelbige Pabſt Johannes gerhan! phifterey; nemlich frey heißts in Deutſcher
hat. Und wer will fie deß verdenken? Gie| Sprache, und liberum, In der Lateinifchen
thuns vor geoffer Liebe und Sorge für die] Sprache, daß im Concilio die Zungen und
‚ arme Chriftenheit, daß fie das Pabſtthum | Ohren frey feyn füllen, daß ein jedermann,
‚ folieb haben und ungerneverlaffen ; denn das | fonderlich Die verordnet werden zu reden, hu
Pabſtthum ift das Haupt der ganzen Ehri-|ven und handeln allerfeits,. frey mögen fas
ſtenheit und Herr der ganzen Welt, dazu eis | gen, Elagen und antworten, was zur Sa⸗
ne irdiſche Gottheit, die Chriftus Statthalter | chen dienet, Die Kirchen zu beſſern, Aerger⸗
auf Erden macht, daß er alle Seelen Iehre | niß und Mißbrauche auszureuten. So ha⸗
und felig mache, Das andere verſteheſt Du ! bene gemepnt und mepnens noch Die Deuts
—* h4i iX ; $ mm m 2
ſchen
1286 Cap. ıg. Donder durch Eonventen. Reichstöge gefuchten Religionsvergl. 1287 —
ſchen und Stände des Reichs, inſonderheit Chriſtliche Kirche ſagen, daß du die Grund
aber und vor allen Dingen, daß GOttes ſuppe aller Buben zu Nom verſteheſt; wenn
Wort, oder die heilige Schrift, Frey und |fie den Kayfer einen Sohn der Kirchen nen⸗
unverbunden (roie es doch ſeyn muß,) ihren nen, daß eg alfo viel ſey, als der verfluch⸗
Gang und Recht habe, nach welcher man |tefte Mann auf Eden, welchen fie wollten,
alles richten und urtheilen folle. Derhal⸗ daß er in der Holle ware, und fie hattendas
ben auch. gute Theologen da feyn muͤſſen, Reich. Wenn fie Deutfchland die loͤbliche
die der Schrift Verftand und — Nation nennen, daß es heiſſe, die Beſtien
haben. Das heißt frey, da das Concilium und Barbari, dienicht werth find des Pabſts
frey, und die Schrift, das ift, der Heilige | Mift zu freſſen; wie der Wahl Campanus
Geiſt frey ſind. (als man fagt,) that: da er in Deutſchland
14. Aber die Roͤmiſche Bubenſchule und geweſen (nicht mit feinem Schaden), und
der Schulen Meifter verkehret und fälfchet lan die Grenze des Welſchen Landes wieder I
das Wort alfo, daß frey foll fo viel heiſſen, heim Fam den Ruͤcken gegen Deutſchland
daß er und feine Bubenſchule frey ſeyn, nichts | kehrete, buͤckte ſich und deckete den Hintern
wider fie geredt, geandert noc) vorgenom- auf, und ſprach: Afpice nudatas Barharæ
men werdes fondern alles und alles, wie fie|terra nares: Gieheda du Beſtia, Fuchemie I
‚. jest Ieben und weſen, beftätigt werde. Daß in den Sta. al
alſo nicht das Concilium wider den Pabſt, 16. Alſo, das Woͤrtlein Ebriftlich, may"
fondern der Pabſt wider das Concilium frey nen die Fürften und Stände des Reichs ein⸗
fey. Das ift die alte Beige des Pabſts, in faͤltiges, aufrichtiges Gemuͤths, ein Con⸗
allen feinen Drecfeten und Drecfetalen,nem-|cilium, da man von Ehriftlichen a
lich er folle Herr und Dichter feyn uber das und durch Chriftliche Leute nach der Schrift”
Conecilium, und nicht das Concilium uͤber den] handeln follt. Denn fie gar wohl gewußt, |)
Pabſt, damit der Pabft Machthabe zu ver⸗ waͤs der Pabſt imgeiftlichen Recht von Guͤr⸗
dammen, zu reiffen und zu nichtigen, ob et-|teln, Rücken, Schuhen, Kafeln, Platten,
was vom Eoncilio wider ihn befchloffen wuͤr⸗ Kiechweihen, Fladenmweihen, von Pfruͤn⸗
de; ja, ehe ſie etwas vornehmen zu fchlieffen,|den, ‘Pralaturen, Pallien, Dignitäten und!
zuvor feine Gnade fragen müßten, obs ihm|des Narrenwerks unzahlig, gehandelt hats ı
fo gefallen wolle, auf daß ein Eoneilium|te. Sondern weil jest auf der Bahn was ?
nichts Anders fen, Denn ein Jaherr, der im ren erregt geoffe wichtige Sachen und Di⸗
Rath vbenan, zu nabeft bey dem Handfaß, ſputation, vom Ablaß, Fegefeur, Meffen;
an der Thor, fige und zuhüre, was die]? goͤtterey, Glauben und guten Werken
Gnade Junker uber dem hohen Tiſche ge⸗ und dergleichen, daß man folche Sachen ı
bieten. Das heißt Der Pabſt ein frey Con⸗ Ehriftlich, nach der heiligen Schrift, nicht t
ln Paͤbſtlich möchte verrichten, und dern ar⸗
15. Das ift die Sprache des Stuhls zulmen einfaltigen Mann helfen, daß er aud) )
Rom, wenn er ein frey Eoncilium gibt, Daß wuͤßte, wo er wäre und endlich mit: feiner !
du ihn fort auch Roͤmiſch verftehen koͤnneſt: Seelen bleiben follt. Ja, das beißt auf |
wenn fie frey fagen, daß e8 gefangen heiſſe, Deutſch, Lateinifch, Griechifch und in allen
bey ung Deutſchen; wenn fie weiß fagen,| Sprachen, Ehriftlich Eoneilium. Sol
daß du ſchwarz verftehen muͤſſeſt; wenn fie' ches roch dee Pabſt mit feiner ad |
j runde |
4
1288 V. Abfehn, Don den Reichstägen zu Speyer, Worms und Regenfpurg, 1289
Grundſuppe fehr wohl, und hatte den Pabſt und feine Roͤmiſche Bubenfchule find
Schnuppen nicht; aber nahm Nieſewurzel Chriſten. Nnu ifts ja viel beffer, daß GOtt
‚und macht ihm den Schnuppen, verkehret der Vater, Sohn und Heiliger Geift, amt
diß Wort, Ehriftlich, alfo: 0 feiner heiligen Kirchen, im Eoneilio als die
7. Ehriftlich heiffe nichts mehr, denn Ifehändlichften Keger verdammt tverden, denn
| en und was feine Höllifchheit, famt daß der hoͤlliſche Vater Pabſt und feine Herr
‚ feiner Bubenfchule Cach vergeb mirs GOtt, maphroditen follen — heiſſen.
‚ich hatte ſchier geſagt, ſamt feiner heiligen | 18. Solcher unchriſtlichen, ketzeriſchen Ar⸗
Kirchen!) zu Nom urtheilet und ſchleußt; tikel find noch viel mehr, die GOtt der Bas
was abet dawider vorgenommen wurde, fül- | ter, Sohn und Heiliger Geiſt in feiner hei⸗
‚Jeunchriftlich und Fegerifch feyn: nemlich, ligen Kirchen Iehret und halt; als, daß Fein
| 100 das’ Eoncilium wollte ſchlieſſen, man Fegfeur fey, da derhöllifche Vater zu Nom
ſollte beyder Geſtalt des Sacraments frey einen Jahrmarkt aus erdichtet hat, und une
‚offen sehen , wie es die Keger wollen has zählig Geld und Gutdamit geraubt. Item,
ben das foll durchs Concilium, aus ‘Befehl daß Ablaß eine lautere Beſcheiſſerey fen, das
‚feines Oberheren des Pabfts, verdammt feyn, mit der hoͤlliſche Vater alle Welt genarret
ı Und die, fo ſolches vorhätten im Concilio zu und ums Geld betrogen hat. stem, daß
‚erregen, füllen als Keser nicht zugelaflen die Meffe ein Opffer fen für die Lebendigen.
werden; wie der hoͤlliſche Vater dem Käyz und Todten. tem, daß der Eheftandfrey
fer fehreibt: Die Keser follen nicht Raum |fey, unddes Dinges vielmehr, da jest Paͤbſt⸗
‚im Coneilio, noch Theil mit der heiligen (liche Heiligkeit auf ſtehet; ich will fehtweigen,
‚Kirchen haben. Und ob Die Ketzer dem Simoney und Geiz, Pfrundenmarft, Per
Koͤhſer wollten vorhalten, ſolchen Artikel \dafterey, und was mehr der heilige Stuhlin
hatte GOtt der Pater durch feinen lieben Nom in feinem allerheilisften Leben: treibt,
‚Sohn felbft eingefegt, und aller Welt be⸗ und groffe Luft drinnen hat. Welches
fühlen, man ſolle den Sohn huren, Luc. 3. |alles der Heilige Geift, der unchriftliche Ke⸗
v 22. Matth.r7,5: Hunc audite; und der tzer, mit feiner Kirchen aufs höhefte vers
Heilige Geift hatte es hernach alfo erhalten dammt, und nicht hören nennen mag.
in der ganzen Ehriftenheit, Bis inaoo. Jah⸗ re. Hieraus folget, daß GOtt, fonder
zen, da der Pabſt folches verbot, und noch) |fich der Heilige Geift, der doch geruͤhmet
der mehrer Theil der Chriftenheit, fo unter wird, Daß durch ihn die Concilia verfamms
dern Pabſt nicht ift, folchen Artifel halt und IIet werden, und alles durch ihn drinnen ger
halten wird, bis an der Welt Ende, Sol⸗ handelt und befchloffen wird, ins Concilium
ches allesunangefehen und umgeacht, ſoll der zu Trident nicht Fommen kann, noch) infein
yſer alle Ketzer, fo ſolches mit GOtt dem Paͤbſtlich Concilium, und muß wolherauſ⸗
ater, Sohn, Heiligem Geiſt, und der ſen bleiben. Urſach, die heil. Jungfrau,
Chriſtenheit in aller Welt halten, verbren⸗ St. Paula Tertius ſchreibt dem Kaͤyſer
nen, toͤdten, oder verjagen, auch die in In⸗ Carolo, es ſollen die Ketzer nicht Raum noch
dien, Perſien, und im ganzen Orient. Aus Statt in feinem heiligen, freyen, Chriſtli⸗
der Urfachen, GOtt der Vater, Sohn, chen Eoncilio haben. Nun iſt jest anges
Heiliger Geift, famf feiner heiligen Kirchen, jjeigt, daß GOtt der Heilige Geift ein greu⸗
find Keger und Unchriſten. Alliin der licher Erzkeger fen, mit GOtt dem Vater
“ DMmm m 3 und
lus, auch ein groffer Keger (der alle Welt ſeine herrliche Zukunft zerſtoͤren. Ich
1290 ‚Cap. 18. Don der durch Convente u. Reichstaͤge geſuchten Religionsvergl,
und Sohn, darum, daß er zuwider der weil duͤcken und bergen in ſeiner eigenen
Paͤbſtlichen und Roͤmiſchen Heiligkeit hat serifchen Kirchen, daß ihn Paula Ser |
in feiner Kivchen geftiftet undeingefegt, auch, nicht. ergreife, er mußte fonft gervißlich als ein
noch, heutiges Tages in aller Welt halt und Erzketzer mit Feuer zu Aichenverbranntmers _
lehret, fein ganz heiliges Sacrament bey⸗ den. St. Paula, Die heilige Jungfrau
der Geftalt, und verdammt Diejenigen, ſo Pabſt, wird wol einen beſſern und fchünern,
ſpolches nach der Weiſe nicht halten, noch und viel Chriſtlichern freyern, heiligern Geift |
‚brauchen. Welches alles zugegen und wi⸗ finden in feinem heiligen, freyen, Chriftlie |
‚Der ift dem hoͤlliſchen Stuhl zu Nom, der chen Eoncilie Ber
ſolches mannigfaltiglich Durch feine Bullen) - a1. Möchte jemand bie denken, ich buͤſſe⸗
als Ketzerey verdammt hats denn tie feine te hiebey die Luft, mir fo fpoteifchen, ver⸗
Schutzſchreiber ſagen, iſt er auch uber die drießlichen, ſtachlichen Worten an dem |
heilige Schrift und uber GOttes Wort ein Pabſt. DO HErr GOtt, den Pabſt u |
. gewaltiger Herr und Richter worden, der ſpotten, bin ich unmaͤßlich zu geringe, Er |
da aͤndern mag, was GOtt ordnet undges |hat nun tool über ſechs hundert Fahr die
tee Belt gefpottet, und uber ihrem Verder⸗
20. Nun ware noch wol Rath und Huͤl⸗ ben an Leib und Seel, Gut und Ehre, m
fe vorhanden, daß der Heilige Geift, der die Fauſt gelacht; höret auch nicht auf, kann
arme Erzketzer, möchte zu Gnaden kommen, auch nicht aufhören ‚wie St. Petrus 2 Pet,
und in das heilige, freye, Ehriftliche Con⸗ 2. v. 14. ihn nennet "Araramavsov AIOTIG,
eilium gelaffen werden, wenn er nicht zu inceflabilem, inquietum, incorrigibiliter
halsſtarrig ware, fid) demüthigen und vor peccatorem. Kein Menfch kanns glauben, -
der heiligen Jungfrauen, St. Paula Ter-| welch) ein Greuel das Pabſtthum ift: ein |
tius, Frau Paͤbſtin, auf die Knie fallen Ehrift, der muß auch nicht geringes Geiftes
und die Fuffe kuͤſſen wollte, feine Ketzerey ſeyn, der es foll erkennen. GOtt ſelbſt muß
alda bekennen, bereuen und widerrufen. ihn fpetten in dem hoͤlliſchen Feuer, und una ı
Er kriegete geroißlich wol eine Ablaßbullen, ſer HErr Ehriftus, wie Sanct Paulus
ohne Geld und umſonſt, beyde für ſich und |2 Theſſal. 2, 8. ſagt, muß ihn toͤdten mit
|
feine heilige Kirchen. Aber der leidige Pau |dem dem feines Mundes, und duch |
irre machte, Apg.r7, 6. wie die Süden zu ſpotte allein darum mit meinem ſchwachen
Theſſalonich über ihn fehryen,) Nom, 11, 29. Spotten, daß die, fo jegt Ieben, und nad
fpricht: GOttes Gaben und Beruffung jung kommen, wiſſen follen, was ich vom \
‚mögen ibn nicht. gereuen, das ift, er Pabſt, dem verfluchten Antichrift, gehal⸗
- ändert fie um niemands voillen. Derfelbe ten habe, und, mer ein Ehrift feyn wi, ı
Ketzer Paulus macht den Heiligen Geift fich vor ſolchem Greuel laffe_vermahnen.
auch irre, daß er unbußfertig bleiben muß,| 22. Das dritte Wort, Deutfch, oder
and Eann feiner Suͤnde und Ketzerey Feine in Deutfehen Landen, drehet und martert
Gnade noch Ablaß finden. Darum muß er alfo: Kayfer Carolus folle fehaffen, daß
er ſchlecht auffer dem heiligen freyen Chrifts Feine Waffen zu fürchten feyn „das iſt es
lichen Eoncilio der heiligen Sau Paͤbſtin, ſolle Friede, und kein Krieg zu fuͤrchten ſeyn*
Paula Tertius, bleiben, Und mag ſich die⸗ Iubeas arma deponi. Nun weiß ber
? — a mi⸗
*
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18
j — VAbſchn. Von den Reichstaͤgen zu Speyer, Worms und Regenſpurg. 1293
miſche Schalk ſehr wohl, daß Rayfer Carol, aber der hoͤlliſche Vater täglich durch feinen
ſamt feinem Bruder König Ferdinando und (Seif wol zu erdichten weiß, Etliche will
allen Deutfehen Furften, fo machtigmolift, ich ruͤhren: er Bann wol zue Zeit etliche
daß er nicht allein zu Trident,in einer Stadt, Mann und Roß fertigen, die ein Geſchrey
ſondern auch in ganz Germania Frieden hal» ‚machen, es fey ein Volk vorhanden, und
ten kann, und aus Deutfchland Feine Ges ganz unficher worden. Item, der Turkift
fahr da ſeyn kann. Wohl weiß (ſage ich,) nun zweymal fein Schanddeckel gemwefen.
der Schalt Paula ſolches, und erdichtet Item, ev kann wol krank werden. Ach
ihm Gefährlichkeit, die nirgend ift, aufdaß ja wer will doch fürgen für den Teufel, tie er
das Concilium nicht koͤnne gehalten werden. Urſach und Ausflücht finde? Diefe aber iſt
Zugleich gibt er damit Kupfer. Carolo und ihm Die allerfeinefte, Daß er Frankreich aller
Deutſchen Furften die Schuld, daß Fein |zeit wider den Kaͤhſer hege; wie er dieſe
| Eoneilium koͤnne gehalten werden. Und feh⸗ zwanzig Jahr mit: hoͤchſtem Fleiß gethan,
ban ihm nicht, fündern am Kanfer und ſonderlich wenn das Concilium hat follen
Ständen des Neichs ‚die nicht Friedennoch angehen. Da kann er denn rühmen: Ach
Sicherung fchaffen, weil fie nicht das HErr GOtt, wie gern wollten wir ein Con»
Schwerdt oder Ruͤſtung ablegen; welches cilium halten, aber weil unfere liebe zween
doch Feines vorhanden ift, hoch feyn kann. Soͤhne, Kaͤyſer und Frankreich, uneins
' 93. Mit diefen Worten befennet er fein, find, koͤnnen wir nicht dazu Eommen; wie
daß en Eein Concilium wolle in Ewigkeit hals er jest auch thut, da er in feiner Bulla von
| ten in Deutfchen Landen. Denn wenn will groſſen Freuden finget , Daß die zwey Haͤu⸗
die Zeit kommen, da ein Pabſt nicht koͤn⸗pter vertragen find. Und ſetzt das Concili⸗
| ne Dichten und vorgeben, es waͤre gefaͤhr⸗ um an zu Trident. Aber ach HErr GOtt!
I, die Ruͤſtung nicht abgethan? Denn |mie leid ift es dem höllifchen Water, daß
!
ob der Känfer gleich ihn auf ‚der Landftvaß | Frankreich nicht hält den Berttag, und
fen au beyden Seiten mit hundert taufend wird Die Uneinigkeit aröffer, denn vorhin.
—
Mann lieſſe geleiten; fo ſpraͤche er doch: ja, 25. Hieraus verftehet man nun die Wor⸗
' wer will denfelben vertrauen? Thuts aber te des hullifchen Vaters zu Nom, daß ar-
der Känfer nicht, fo iſt aber da Die Klage, ma iubeas deponi, fü viel fey gefant: Du
ee gefährlich und nicht ſicher; daß, wie Kaͤyſer Caroſe follt fchaffen, daß Friedefey,
‚ es der Kanfer.macht, fo kann er doch den nicht allein, daß du dein Schwerdt ablegeft,
Pabſt nicht ſichern, und bleibt die Ruͤſtung ſondern auch ſchaffeſt, daß es Frankreich abs
doder Arma eine ewige Hinderung des Eons lege; welches er nicht thun kann noch foll.
eilii, welche der Käyfer, und wenn hundert |Denn wir wollen, daß Frankreich dir für
Kaͤhſer wären, nicht Fünnten wegnehmen. und für Unruhe mache. Darum foll es alfo
Denn es ftehet alles in des hoͤlliſchen Dar zugehen, ehe wir ein Eoncilium halten wols
ters Willen und Macht, tag da folle heiß len, daß du Earole folle immer Feuer_ I»
fen, Rüftung abthun, oder Ruͤſtung hal⸗ ſchen, und Frankreich fol immer anftecken.
ten, was frey und unfrey, Chriftlich und | Und wo Frankreich faul hierinn feyn wollte,
uncheiftlich ſey. rn ſo mollen wir felber zublafen und aufblafen,
24. Aud) bringe ſolch Wort viel andere|daß dur immer zu loͤſchen habeft, und zuletzt
mehr Ausflucht, Die nicht zu zahlen ſind, des Loͤſchens mude werdeft, Alſo wollen na
— = 1 !
fort rühmen, iube arma deponi, iub
1294. Cap. is. Don der durch Convente u. Reichstäge gefuchten Religionsvergl. 1295
dich lernen, wie Du follt mit deinen Deutfchen rey habe der Cardinal zu Mäynz zugericht.
Einen ein Eoneilium begehren von dem |Aber ich halts nicht; es waͤre feiner Kunſt
Roͤmiſchen Stuhl, und wollen. doc) — viel zw geringe Exempel, er ſollte es wolbeſ⸗
| e at- fer machen, ald mich duͤnkt; item er iſt der
ma deponi; wenn du Friede fchaffeft, fo vechte Meifter, aud) über Diezu Aom.-Ge |
wollen wir ein Concilium halten: das wird |find die zu Nom, ſolcher Spigbüberey und
und ſoll gefehehen, wenn wir aufhören Ar⸗ | Schalkheit nun uber 400. Fahr wohl ges
ma zu moviren, welches foil nimmermehr |ubt und durchtrieben; wie man fehen Fan;
geſchehen. | in des Pabſts Deeretalen, undinallen Hi⸗
26 Hie ſieheſt du, welch eine ſpitzbuͤbi⸗ ſtorien der Kaͤyſer. Denn ſiehe doch, wie
ſche Antwort dem Kayyfer und Ständen des die armen Juriſten geplagt find, daß ſie die
Rerichs gegeben wird auf ihre Bitte, die ſie Roͤmiſche Spisbuberen mit Gloſſen zuſam⸗
nun 2a. Jahr lang gethan haben um ein|men flicfen, reimen, fhlichten, ehe fie ihe.
frey Chriſtlich Concilium in Deutfchen Lanz |eine geringe Seftaltmachen Eönnen, gleich ais
den. Denn weil fich die Roͤmiſchen Spitz⸗ wenn ein Kürsner ſollte einen boͤſen Pelz flis |
buben dahin begeben, und wie fie allezeit cken, da weder Haut noch Haar gut if, dazu |
fich befliffen haben, die Sprachen zu ver |befpeichelt und beeytert und greulich befchmeiße |
wirren, daß der Spigbube zu Rom Roth⸗ ſet. | |
welſch antwortet, wo der Kanfer und des 28. Wolan ‚es gehe bin, fü lange esfann, |
Reichs Stände ſchlecht Deutfch oder Lateis der Kanfer und das Reich müffen folches: |
nifch reden: fo werden ſie der Sprache nim⸗ Spigbubenftück verbeiſſen; es ift nicht der
mermehr eins, ſchweige daß ein Eoncilium |erfte Kayfer ‚mit dem der verzweifelte Spies
werden koͤnne. Heißt das nicht fein Dem|bube zu Rom fo gefpielet. Sie habens kei⸗
Känfer und Standen des Reichs auf dem nem verfehen, fint der. Zeit fie zur Macht |
- Maul getrummelt und: gefpoftet, wie die kommen find. Mapimilianus Elagt nicht;
Narren? deß die Spigbuben in Die Fauft|mehr, denn daß ihm Fein Pabıt je harte
lachen; fehanden dazu und läftern ‚eben mit | Glauben gehalten. - Diefer Kayfer Carolus,
denfelben Worten, den Käyfer, als habe er achte ich, ſolls ja am Element 7. Leone 10.
ein unfrey, unchriſtlich, unficher Concilium und jegt am Paulo 3. ziemlich erfahren has
geſucht; fondern fie find die heiligſten Leute, ben. Summa, fie find Känfers Phocas |"
die ein freu, Chriftlich, ficher Concilium bes | Creatur und Erben, der hat zuerftdas Pabſt⸗
gehren. Alſo muß nun der fromme Kapfer |thum zu Nom geftiftet, Dem folgen fietreus ı
umd die Stände des Reichs den Namen bey lich nad). Derfelbe Phocas, als ein Kaͤh⸗
den Spitzbuben zu Nom haben, daß fie ein ſermoͤrder zu Conſtantinopel, ſchlug ſeinen
genoͤthigt, gefangen, gezwungen, unchriſt⸗ Herrn Kaͤhſer Moritz mit Weib und Kind)
lich, keheriſch, gefährlich, forglich Conci⸗ todt. Alſo thun die Paͤbſte auch; haben ſie
lium geſucht haben, und noch ſuchen. Go nicht ſelber koͤnnen die Deutſchen Kaͤhſer
ſoll man einem Käyfer und dem Reich die todtſchlagen, wie Clemens 4. das edle Blut
Zungen und Hörner ſchaben. Bitter nun |Conradinum, den Testen Herzogen zu
mehr um ein Eoncilium bey dem. heiligften| Schwaben und erblichen König zu Neapel,
Vater. EA, ließ mit dem Schmwerdt öffentlich. richten;
27. Es meynen etliche, diefe Spitzbuͤbe/ haben fie nicht mit Verraͤtherey und aller
; teu⸗
— ——
TEL — —
4
1296 V.Abfchn. Dondem Reichstägen zu Speyer, Worms ımd Regenfpurg, 1297
k sieben Dohei die Kayfer umbringen bringen, daraus man merken mag, was
Fönnen: fo ifts doch ja ihr voͤlliger Wine |von den heiligen Spisbuben und Mördern
und ihnen aliezeit leid geweſen, daß ihr biuts des Roͤmiſchen Stuhls zu halten. Anno
duͤrſtiger, mörderifcher, boshaftiger Wille | Domini CifE mir vecht,) ısıo. mar ich zu
gefehlet, und verhindert ift worden. Es ſind, Rom, da hoͤrete ich dieſe Gefchichte fagen :
mie geſagt des Käufers Phocas, ihres Stif- Es liegt ein Flecken, mit Namen Roncis
ters und Käyfermörders, Nachkommen , ver» |lion, etwan fieben Deutfcher Meilen herwerts
Weifelte, Durchtricbene Erzſpitzbuben, Moͤr/ von Rom; dafelbft iſt geweſen zur Zeit Pau⸗
der, Verraͤther, Lügner, und die: rechte li 2. (welcher vor 70. Fahren regieret hat, )
Grundfuppe aller böfeften Menfchen auf |ein Amtmann des Pabſts, der fahe das laͤ⸗
Erden ; wie fie felber zu Nom fagen. Schmuͤ⸗ |fterliche „ teufeliſche Weſen des Pabſts und
cken fish darnach mit dem Samen Ehrifti |jeiner Grundfuppen zu Nom, und gab dem
St. Petri und;der Kirchen ; fo fiedoch voll Pabſt nicht fein jahrlich Gebuhr vom Amt.
find. der allerärgften Teufel in der Hoͤlle; Der Pabft ließ ihn laden; er Fam nicht, _
voll, voll, und fo voll; daß fie nichts denn | Und was der Pabft gebot, das verachtere
eitel Teufel ausfpeyen fchmeiflen und fchneus|er. Endlich thät ihn der Pabft in den Bannz
zen koͤnnen. Solches wirft: du fagen, daß da fragte er nichts nach. Darnach ließ ihn
es die Wahrheit fen wenn du die Hiſtorien der Pabſt mit Glocken belaͤuten, und mit
liefeft, wie fie mit den Käyfern find um; Lichten von der Canzel ausgelöfcht, wer⸗
gangen. —— ffen und verdammen, wie die Gewohnheit iſt;
09. Wolan, wie ich gefagt, Kayfer Ca⸗ daran kehrete er fich nichts. Zulegt, weil
rol und das: Deich muͤſſen des Spisbuben | nun fold) verftuckter Lingehorfam gegen den
. zuRom, Pauli Tertii Rothwelſch verbeiffen, | Pabft in feinem geiftlichen Recht Keserey
ſchadet auch uns noch nicht ſehr; aber dem | heiffen muß, ließ er den Amtmann auf ein -
Stuhl zu Rom dienet es dennoch dazu, daß | Pappier mahlen, mit vielen Teufeln über
ie ſich ſelbſt hinten und fornen aufdecken, dem Kopf und zu beyden Seiten, und. vor
- und laffen ung in ihren Hintern fehen, daß Bericht bringen, verklagen, und als einen
wir fie kennen moͤgen. Denn bisher haben Ketzer zum Feuer verurtheilen, und. flugs
wir müffen glauben, der Pabſt wäre dag drauf mit dem Papier zum Feuer zu und
‚Haupt der a Alerheiligfte, der verbrannt. Der Amtmann ließ auch auf
Heiland aller Chriſtenheit; nun fehen wir, ein Pappier mahlen den Pabft mitten uns
er mie feinen Roͤmiſchen Cardinälen ter den Cardinaͤlen, und oben drüber und
)t8 andersift, denn ein verzroeifelter Spitz⸗ um ſie her alles voller Teufel, ließ Gericht
ube, GOttes und Menſchen Feind, der ſitzen, und den Pabft mit den Cardinälen
Ehriftenheit Verſtoͤrer, und des Satans verklagen, als die araften Buben, fo auf
lefbhaftige Wohnung , der durch, ihn nur Erden leben, und thätenunmäßlichen Schas
" Schaden thut,beyde, der Kivchen und ‘Pos |den armen Leuten, und wenn ihr Oberſter
licey, ‚wie ein Baͤrwolf, und fputtet und_\fturbe, fo festen fie mit Fleiß an deſſelben
Sachet in die Sauft, wo er hoͤret daß GOtt Statt den allerärgften, fofie unter ſich fins
vder Menfchen folches wehe thut., Davon den koͤnnten: wären wol des hoͤlliſchen Feu⸗
henad. 0 005 jers werth, und rourden dep viel Zeugen dars
3% Sch muß bie eine Hiftorie mit unters geſtellet. Da fuhr Richter, Amtmann mit
Lutheri Schriften 17, Theil, — Nnunn ge.
u cifio, und das Licht ſcheuen.
2298 Cap. 18. Von der durch onvente u, Kerzerägegefirhten Isa) 120 | J
RKlaͤgern zu und fprachen: Man foll fie ver⸗ daß Fein GOtt /keine Hölle, Fein Leben nad). |
: brennen; und flugs in tauſend Teufel Namen dieſem Leben —* fondern leben und ſterben
mit dem Pabſt und Cardinaͤlen zum Feuer zu wie eineKuh, Sau und ander Vieh Pet 2, |
“und verbrannt; bis ihn der Pabft mit Ge⸗ v.2. ſo iſts ihnen gar lächerlich daß fie follten |
walt vertrieb. | - Siegel und Briefe, oder. eine Reformation ı |
31. Diefe Gefchicht ift vielleicht lächerlich; halten. Därum wäre das befte, Kaͤyſer
aber. gleichwol zeigt fie ein ſchrecklich Unglück und Stände des Reichs Tieffen die läfterfr | I
an, daß der- Pabſt mit feinem greulichen, chen, ‚fehandlichften Spisbuben, und die
teufehifchen Weſen zu Rom trefflich ſchaͤdlich | verfluchte Grundſuppe des Teufels zu Rom/
Aergerniß gibt, und Die Leute, fo folchesfes | immer fahren zum Teufel zu; da iſt doch
ben, fich dran ſtoſſen und Epicuvifth wers |Feine Hoffnung einiges Gutes zu erlangen, |
i den, gleichmie fie auch felbft find. Denn Man muß anders hiezu thun; mit Concilien
auch faſt alle, die don Nom wiederkom⸗ iſt nichts ausgericht, wie wir fehen. Denn |
nen, bringen mit fich ein Dabftlic) Seroiffen, die unfinnigen Narren wollen waͤhnen, uns
Das iſt, einen Epicuriſchen Glauben. Denn ſey fo bange und hͤch nach ihrem Concilio, |
das ift geroiß, daß der Pabfkund E ardinal, und als Eünnten wir oder die Chriſtenheit
ſamt feiner Bubenfehule, gar nichts gläuben, ohne ihr Eoncilium oder Stand nichtsthung |
Jachens darzu, wenn fie vom Glauben hören! mennen alſo, man müffe ihnen immer mache J
ſagen. Und ich ſelbſt zu Rom hoͤrete auf laufen, daß fie uns wol ewiglich zu naͤrren
den Gaſſen frey reden: Iſt eine Hölle, fo und affen hätten. ber das iſt unfere Mey⸗
ftehet Rom drauf; das if, nach Den Teu⸗ nung nicht, und. ich will ihnen dafuͤr ein an⸗
fein ſelbſt iſt Fein aͤrger Volk, denn der Pabſt | der diedlein ſingen mit GOttes Gnaden.
mit den Seinen. Darum iſts nicht Wun⸗ Wollen fie nicht ein Concilium halten, mis
der, daß fie fich furchten vor Dem freyen Con⸗ gen fie e8 unferthalben sol laflen, wir bes |
Aber fie ha dürfen für ung Feines. Und wenn fie zor⸗
ben einen Grund, darauf fie fuffen, der ift: nig find, mögen fie in die Bruch thun, und |
fie meynen, ihr Stand, Amt und Lehre fey an den Hals henken, das waͤre ein The⸗ |
rechts darum, ob gleich. die Perſonen bofe
Sind, koͤnne man doch den Stand und die
Lehre nicht urtheilen noch verdammen. Al⸗
ſo fahren fie fort und thun nach allem Muth⸗
willen, als geroiß , daß mit ihrem Stande
Feine Noih haben kann; Davon wir hernach
weiter ſagen wollen.
32. Und wenns gleich wäre, daß fie. in
einem Concilio reformirt wurden, als nicht
ſeyn Fann, und der Pabſt famt feinen Car⸗
dinaͤlen folches mit Blut verfchrieben zu hal⸗
ten, fo waͤre eg doch verlorne Koſt und Ar⸗
beit: fie wuͤrden doch hernach ärger denn
zuvor, wie nach. dem Coſtnitzer Concilio ges
ſchehen iſt. Denn weil ir des Sroiksee find,
femapffel und Pacem für folche zarte Heili⸗
gen. GHOtt hält fie nicht werth, daß fiefih
ſelbſt follten beffeen, oder was Guts thun;
fiefind dahin gegebeni in verkehrten Sinn,
Momı, 28. da findeft du den
laß es bey bleiben.
33. Weiter ftehet ins Pabſts Daulihen
Briefe an Kaͤpſer Carol: Und du folle
wiffen, daß dirs nicht gebührt zu waͤh⸗
len, welche im Concilio ſeyn ſollen ſon⸗
dern e⸗ gebührt unſrer Turisdieriom,
Fahr ſchoͤn, liebes Paulichen! lieber Eſel,
Int nicht! ach Tiebes Pabſteſelchen, lecke
nicht! — Eßleim hu es nicht; —
8
Salender J
Paͤbſtlicher Tugend, auch 2Petr.2. Da
IN
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309 V&Abfehn, Von den KeichstägensuSpeyer, Wormsund Regenfpurg, 1308
toeil der Wind fill if getvefen, du möchs|Een, Daß ihr beffer feyd, denn geoffe, geos
teft fallen und, ein Bein brechen: wo dir be, ungelehrte Sfel und Narren, die nicht
Doch alle Welt dein lachen, und fagen: Ey ſchof, Kirchen, Känfer, ja was GOtt und
pfup Teufel, wie hat fich der Wabftefel be ſein Wort fey ? Du bift doch ein grober Efel,
biffen. Das wäre alsdenn ein geoßlimen du Pabftefel, und bleibft ein Ciel..
‚7 Creiz maieflaris, wider den heiligen Stuhl) 35. tem, uber Die vier hohe Concilig
$ Nm, welche Feine Ablaßbriefe, noch ſind viel andere geweft hin und wieder, in
"Das wäre ein gefährlich Ding! Darum bes |ca, welche den Biſchof zu Nom: nicht zuvor
denn im Fallen ein Forz entführe, fo wuͤrde wiſſen noch wiſſen wollen, was Eoneilia, Bis
nitudo poteſtatis pergeben koͤnnte; o Griechenland, Aſia, Syria, Egypto, Afri⸗
ET PT — EEE" "I
Eiß iſt DIE Jahr ſehr glatt gefroren,ftal willen? Was laßt ihr euch denn düns
———
Denkt zuvor euer ſelbſt groſſe Gefaͤhrlichkeit, haben Darum begruͤſſet; ſind gleichwol rechte
hoͤlliſcher Vater. Chriſtliche Concilia geweſt, fonderlich da St;
ei Be: warum ſollt der Ränfer nicht !Cyprianus und Auguftinus inte gemeftfind, _
Macht haben zu nennen, doch zum wenig auch Earolus Magnus zu Rom, zu Frank⸗
ten etliche, die im Conciliv ſeyn follten, ſo furt und in Frankreich, und fein Sohn Lu⸗
doch zu den vier höchften Concilien, Nicaͤ⸗ dewig zu Ach, und andere mehr Kayfer Con⸗
num, Conſtantinopolitanum, Epheſinum, cilia gehalten haben. _ Lieber, follten folche
- Ehalcedoneum, nicht die Paͤbſte (wiewol noch. feine Bifchöffe und Käyfer darum haben uns
kein Pabſt zu der Zeit gemwefen,) noch Bi⸗ recht gethan und verdammt ſeyn, daß Dex
ſchoͤffe , fondern allein die Kaͤhfer als Con⸗ Farzeſel zu Nom (was kann er fonftmehr?)
- fantinus, Theodoſius, junger Theodoſius, aus feinem:eignen tolen Kopf fest, und aus
- Martianus, haben die Bifchöffe verfammz | feinem garftigen Bauch farzet, es gebuhre
Ket, beruffen und genennet zum Concilio, dem Käyfer nicht, anzufegen ein Concilium,
find auch ſelbſe mit Drinnen gemefen. Fa, noch Perſonen dazu zu ordnen oder nennen?
wir habens hernach alfo gefest in unfern Dez | O wie ift dem groben Eſel fo wohl! er rine
erefalen, daß allein der Pabſt folle Eoncilia | get nach einem, der ihm einen Stecken auf
beruffen und Perſonen nennen.Lieber ifts aber den Sack leget, daß ihm Die Lenden ſich beu⸗
wahr? Wer hats euch befohlen alfo zu ſetzen? gen müßten. | Ä |
Schweig du Ketzer, was zu unfeem Mund| 36. Das iſts auch, da er in dem andern
ausgehet das ſoll man halten. Ich hoͤre es; Briefe an Kaͤyſer Carol ein Theologus (mit
welchen Mund meyneſt du ? da die Foͤrze aus⸗ Urlaub,) will feyn, und fuͤhret das Exempel
fahren? (das magſt du ſelbſt behalten) oder Clin Sam.2, 29. fgg, €.3,13.14. Daher, wie Der
da der gute Korſo einfleußt? (da feheis ein geftrafet ſey daß er feine Söhne nicht vermah⸗
Hund ein.) Ey du fehandlicher Luther! net habe um ihre Sünde; alfo fen er auch ges
jolle du mit dem Pabſt fo reden? Ey Pfuy zwungen den Käfer, alsfeinenerftgebornen -
wieder, ihr laͤſterliche verzweifelten Buben Sohn, zu ermahnen, damit er auch nicht
und geoden Eſel! follt ihr denn auch mit eis) geftraft werde s denn es zu beforgen, es
nem Rayfer und Reich alfo veden? a, ſollt möchte groffe Unruhe und Uneinigkeit entftee
‚Ihe folche hohe vier Concilia mit den, vier) hen in Der Kirchen aus dem groffen Uebel, .
Chriſtlichen groͤſſeſten Käyfern, fo läftern| das Kayſer Carol m Speyer aethan hatıc,
und ſchaͤnden um eurer Foͤrze und Drecke⸗ Da ———
— — Munn2 und
1300 Cap. 18. Von der durch Convente u Reichets ge:
und Boͤſewicht Paulus mit feinen Herma) &
phroditen, fein Rothwelſch; gerade, als wůß⸗
te Fein Menfch, was ihr hoͤlliſch teufeliſch
Weſen zu Rom fey, und wie er ſelbſt, der
unfättige, grundlofe Geizwanſt Paulus, famt
feinem Sohn, mit der Kirchen Güter ums
gehet. ein, fein Sohn thut nichts, fün-
digt nichts, das der Vater “Paulus zu ſtra⸗ be |
fen hätte; da find des Roͤmiſchen Stuhls |vielen Greueln um welcher willen GOTT
Cardinälund Gefinde, Dermaphroditen, 4] Sodom und Gomorren, auch fonft in allen
parte ante viri, à parte poft mulieres, ganz
rein, dürfen Feiner Vermahnung, und wie
der Poet Mantuonus vom Roͤmiſchen Hos
fe ſchreibt: a a
. Perrique domus polluta fluente |
Marcefcit luxu. Nulla hie arcana reuelo,
Non ignota loquor, liceat vulgata referre,
- Sie vrbes populigue ferunt, ea fama per
2 omnem.
Tam vetus, Europam, mores extirpat ho-
neftos,
Sanctus ager Scurris, venerabilis ara Cy-
| nedis, |
. Seruit honorande diuum Ganymedibus
—— . des.
Quid miramur opes recidiuaque furgere
tecta?
Thuris odorati globulos et cynnama
vendit.
Mollis Arabs, Tyrii veſtes, venalia nobis
Templa, facerdotes, — facra, coronz,
Ignes, thura, preces, calum eft venale De-
usque, |
Sed hæc vetera, nunc honefli mores funt.
37. Ung in Deutfchen Sanden fehilt man
Keser, daß wir die Kirchen, Klofter, Meſ⸗
fen, und die Roͤmiſchen und laͤſterlichen Ab⸗ land Fommen war: und hat daffelbe darum
goͤttereyen verwuͤſten. Aber fiehe mir da
zu, vie fie felbft, die folche Abgoͤtterey für| ken Widerſtand thun Eonnte, wie ein frome
rechten Gottesdienft lehren, zu Rom damit
umgehen. Siehe die Kirchen an St. Ha-
ge, Feine Furcht GOttes, daß fie moͤch
eratii,
und alle reiche Kloͤſter und
ſtehen, inwendig und auswendig Nom: i
haben alles der Pabſt und Eardinale t
fehlungen; Fommen nun zu uns hera
fen unfere Stift und Kloͤſter auch an
Palliis, Annaten, und viel anderer
berey und Schinderey. Syn diefen all
Landen viel Städte mit Feuer verfenkt, mit!
Waſſer erfäuft, mit Cröbeben umkeh
hie, fage ich, hat Die heilige Jungfrau St.
Paula, Pabftin, Fein Gewiſſen, Feine S
wie Korah von der Erden verfchlungen wer⸗
den, auch daß fie felbft fo viel Meffen, Bir,
gilien, Horas Canonicas und täglichen ı
Gottesdienſt, den fie fo heftig von uns fors
dern und drüber zuketzern, zunicht machen,
und fie faft alle viel grger denn Godoma |
find und leben, daß (handlicher nicht feyn
Tann; da hat St. Paulus Tertius nichts
zuvermahnen. a
38. Aber mas Kayfer Carol zu Speyer
gethan hat, da will Himmel und Er
den einfallen, da forget Paulus für feinen
Sohn Carolum, daß nicht groß Unglück |
uber ihn gehe. Was hat-er denn gethan
zu Speyer, der liebe Sohn Carolus? En, |
er wollt nicht ein Blutvergieffen in Deurfchen
Landen anrichten, da der Teufel, der Pabjt
und Eardinal mit Luft inne baden möchten, '
und damit ihre hoͤlliſche Grundſuppe geſchuͤtzt
wuͤrde; ſondern hat das Wormſiſche Edict
ſuſpendirt, daher aller Unfriede in Deutſch⸗
— — — —
gethan, daß man eintraͤchtiglich dem Tuͤr⸗
mer Chriſtlicher Kayſer thun ſoll, ſein Va⸗
terland zu verſehen mit gutem Friede und
gnetis, da zuvor 150, Nonnen inne geweft, L Schuß. Solches heißt der Spitzbube zu
Nom
—— ————
— Worms —
odroſſe Sunde Ja, was Glaube, Sodomen, Gimoney, Spötteren,
Bu en wohlgethan, ohne was fie Laͤſterung GOttes und feiner Ehriften, und
un ? darüber die Sonne hinfort jallen ihren Gottesdienſt. Vielleicht möcht
ft, und das Land (wie fie fich ihr Gott, davon Ct. Paulus fage
nicht mehr tragen kann. Denn 2 Eor. 4,4 Deus huius feculi, über ung
fh zu Rom felbft gehört fagen: Es ierbarmen.
ift unm lich, daß ſo ſoilt langer fiehen, | 40. Wilt du fchier eläuben, daß der Roͤ⸗ $
muß brechen. Imifche Stuhl, Pabſt und Cardinäl, mitals
9. © Ye — Stuͤck, das Kaͤhſer Car len Teufeln befeffen find, und ihr fpißbbife)
an hat zu Speyer, o darf ichs auch Rothwelſch keinen Grund, Ende, noch Maa
? horrefco reuerens mir. grauet das haben Fann? Willt du fehier gläuben, dab
ieber betet ein Valer Unſer fuͤr mich,
ich nicht wie Eli geſtraft werde; o liebe und aller. Menſchen Feinde ſeyn müflen ?
erſchrick nicht und werde nicht Hie ſieheſt du ja, daß der Pabſt lieber wollt
vor meiner Rede, daß ich von ſol⸗ ganʒz Deutſchland in ſeinem eignen Blut er⸗
ſſen Sünde fage. Das iſt die Sun⸗ ſoffen fehen, denn daß Friede drinnen waͤre;
ayſer Carl haͤtte gerne Friede und Ei⸗fund lieber root, daß alle Welt mit ihm ine
in der Religion, gleichroie er im Reich
‘gern Frieden ſaͤhe; meil er aber nun 24. | Seele follt zum rechten: Slauben bracht wer⸗
Jahr lang umfonft bey dem Pabſt um ein den. Daß nun ſolch greuficher, erfchrecklis
‚gemein Chriftlich Concilium gearbeitet, und cher Wille des Pabfts durch Kanfer Carol
nichts erlangen mögen, denn daß ihm der nicht vollbracht, fondern gehindert ift, Das
Pabſt auf dem Maul getrummelt, und als kann ihm der Pabſt nicht vergeben, ſondern
feinen Narren geaͤffet hat, iſt er zugefahren, draͤuet ihm mit Eli Exempel. Hie haft du
dem loͤblichen Erempel nach Conſtantini, nun eine Gloſſe über das c. Gi Papa, diſ.
Theodoſii jungen Theodoſii, Martiani, 40: Wenn ein Pabſt ſein ſelbſt und bruͤder⸗
Caroli Magni, Ludovici Primi, und viel licher Seligkeit vergeffen erfunden wird, uns
anderer Kayfer mehr, und wollen ein Natid⸗ tuͤchtig und laß in feinen Werken, und das
naleoncilium anfegens ob er wol Recht und Ibefte zu lehren fehweigend, welches ihm und
Macht hat, ein gemeines anzufesen, der jallen deſto fehadlicher 9 ift, (quafi talia fieri
Spisbube zu Nom fpeye was er wolle in |poflint in fide,) und gleichwol unzählige See⸗
- feinen Drecketalen. D vergebe mirs GOtt, len mit groffen Saufen mit fich zum Teufel
ſts anders zu vergeben, daß ich von folcher in Die Hölle führete, d ie ſamt ihm groffe Dein
grauſamen Suͤnde habe reden dürfen. O ewiglich leiden müßten: folche Sünde unters
daoß Kayfer Earolus nicht, heraus an die Iftehet fich Tein Iebendig Menfch zu ſtrafen;
‚Sonne ginge, Die Sonne möchte vor folchem denn er ift aller Richter, und von niemand
groffen Sünder vom Himmel fallen, und zu richten, er werde denn im Glauben irrig
R müßten wir fein entgelten, und alle ewiglich \erfunden, (poft annum Platonis,) fondern
im Finftern fisen. O daß die heiligen BA: die ganze Chriftenheit bittet defto heftiger fir
ter, Pabſt und Eardinäle mit ihrem Haus |feinen Stand, fo vielmehrfie merkt, dab ihre
fen, ihre guten Werke und Verdienft wollten Seligkeit, nächft HD, nn en Ä
‚ii ung ng ‚als da ei ihr Epicuriſcheꝛ er gelegen if. ſchaͤndlicher
Kann 3 4.Solch
ſolche Boͤſewichter eitel Epicurer, SD.
ewige hoͤlliſche Feuer führe, denn daß eine
ee 1306 zo 18. frchten Religion
41. Solch Deeret ſiehet jedermann, daß GOtt, da feine Berheffing. oder
es muß von allen Teufeln, fo alienthalben Iverashtet, und im Glauben. hi und rucht
ſind, mit einhelligem Ddem in den Pabſt gelebt wird, ohne alle Gottesfuccht. Das |
und: Roͤmſchen Stuhl geblaſen ſeyn. Und ander, daß fie ihr priefterlic Amt nichtache ı
ich, da ich vor 26. Fahren fol bes Tas, dacht ten, das iſt, wie ſie opffern und das Role
ich bey dem lieben GOtt, es wären yergeb- ehren ſollten; fondern, wie im Text fi ſtel il
liche Worte, wie die Donatio Conftantini, machten ‘fie e8 mit dem Opffer wie
und unmöglich, daß ein Pabſt folltejo ver fie twollten, und. mußte vecht ſeyn, — a
boͤſet feyn, Daß er ſich ſolches Decrets anneh> wider Das Geſetz ſuͤndigten daß auch da |
men oder drauf batıen wollte. Aberda Syl⸗ Volk fich hoch dran Argerte. Das dritte,
veſter und andere mehr wider mich ſchrieben daß fie unverfchamt Ehebruch trieben mit bes \
und wider mich ſolches fühveten, mußte ichs gebenen Witwen: denn fie hatten fell 4 N
wol glaͤuben; wie du hie auch ſieheſt im Weiber, und thaͤten das an heiliger Stätte
Briefe Pau iin. daß er auch ber Reunung be dem Stift vor GOttes Angeficht, der ſich j
iſt, und alle Welt gern: wollt mit fich zur daſelbſt gegenwaͤrtiglich zu wohnen verheiſſen
Hi len führen. Wer nun nicht glauben: ‚Hatte. Solcher Suͤnden machte fih Eli
will daß das Pabſtthum des Teufels Ei-!theilhaftig, damit, daß er fie nicht firafete : ı|
genthum und fein eigen Negiment fen, der er redete vos! drum um. der Leute willen;
mag mit ihm hinfahren. Wir hoͤren un⸗ aber doch nicht mit Ernſt: denn er. feßete
fers HErrn Wort Matth, 7,17: Huͤtet ‚fie nicht ab vom Amt, wollte fie nicht zu
euch vor falfchen Propheten. 1 Cor. 2, Sem aber machen, fieß fie fo bleiben in übe ı|
Spiritualis omnia iudicar. Davon hernach ivem Weſen. Das its, da GOtt ſaget:
weiter. Wir wollen und follen des Pabſts Eu habe ſeine Soͤhne mebr geebrer, denn ||
' Dichter DEN und foll ung niemand wehren. GOtt; denn er hat feiner Soͤhne Ehre, daß
er 2a. Aber fat ung auch feben, wie fich Der. fe ja im Amt blieben, Tieber denn SO |
Eſel in der Schrift verdrehet, da er Eli und Wort und Sehorfam. | ‚
feine Söhne einführe. Der Text ıSam.| 44. Diß Erempel hat eine feine Seftalt, \
2,12. ſegq. fagt alſo: die Söhne Eli wa⸗ und veimet ſich getvaltiglich : wo es Kayfer |
ven boͤſe Buben, und hatten drey Stück Carl umkehrete, und hielt e8 dem Pabſt vor
auffih. Das erfte: fie Eannten oder ach⸗ die Naſen, fo winde er. mif feinem eignen
teten des HErrn nicht. Das ander: fie Schwert auf feine Platten geſchmiſſen,
Fannten auch nicht das priefterliche Necht inemlich alfo: Hoöreft du, Pabſt Paule, du
an das Volk, Das drittes fie trieben Un⸗ haft erftlich Feinen Glauben, und achtefe
keuſchheit mit den geiftlichen Weibern, die | GOtt nicht famt deinen Söhnen, Cardinaͤe
Gott dieneten am Tabernakel; das waren len und Roͤmiſchem Hofgeſinde; denn ihr |
Witwen, dienach ihrer Männer Tode ſich ſeyd epieurifche Gäu, desaleichen alle Paͤb⸗
begaben zum Denſt des Stifts, wie Luc. ſte, deine Vorfahren: denn ſo man die Paͤbſt⸗
2,37. von der heiligen Hanna fehet, daß fie lichen Decretalen von forn an bis hinten’
nimmer vom Tempel kam, faſtete und be⸗ aus lieſet, ſo findet man nicht einen Buch⸗
tete ıc, fraben, der oa lehre was Ölauben ſey, oder
23. Das erfte Suͤck den HErrn nicht wie man Chriſtlich gaͤuben ſoll, kann auch N
kennen noch achten, heißt, nicht — anlEein Glaube in ein Paͤbſtlich oder At f
2
chn. © on den Reichstägen su Speyer, Worms und Kegenfpurg. 1309
Illen; das ift gewiß. „Zum ans ‚haben will; wie man fiehet, durchs "ganze
fo meiffeft du mit alle deinem Roͤmi⸗ Decretal hindurch. Urſach ift die: denn er
| ofe und Vorfahren nicht, was ein ift, wie die Juriſten fagen , ein irdifcher
priefterlich. Amt fey, roie man das Voſk mit Gott, Darum muß er zur Sünde und Vers
Gottes Wort und Gebot unterweifen oder dammniß machen, dag der himmlische GOtt
EHE loben foll: denn danon findet man für Tugend und Unſchuld hält; wie St.
nichts in allen Desretalen, daß man eine Paulus fagt 2 Thefl. 2,3. Menſch der
edigt hun koͤnnte; fondern es ift alles Sünden, und Rind des Verdammniß.
A
eitel-Abgötterey. Zum Dritten, fo treibeft \rächt allein in feinem Leben ein Sünder iſt,
du und deine Kinder fehändliche Unzucht, ſondern ſtiftet durch falfche Lehre Suͤnde,
denn die, Cardinäle und deines Hofes Pur daß andere muffen mit ihm fündigen; wie
feron und Hermaphroditen führen ein ſoſch Jerobeam, der König Iſrael, fündigte; oder
greulich Weſen, daß Himmel und Erden wie die Schrift fagt ı Kin 1a, 16. Iſrael
Davor beben und zittern. Solches ſieheſt ſuͤndigen machte, durch feine Abgötteren.
u und hörefts, und weiffefts wohl: ncch| 45. Alſo will bie auch dee Sodomiten
ſchweigeſt du ſtill dazu, ſtrafeſt und befferft| Pabſt, aller Sünden Stifter und Meifter,
nichts, fondern lacheſt dazu und haft Luft, Sünde und Verdammnig auf Käyfer Ca⸗
Deinnen, Rim. 1,27. Darum wird dirs vol treiben, ſo er doch wohl weiß, daß feine
nicht fo gut werden, als dem Eli, fondern fpigdubifche Zunge hierin fehändlich leuget;
mußt zu deinen Vorfahren in Abgrund deriund folche verdammte Bofewichter wollen
Hoͤllen. a, folcher Weiſe Fame dig Cxem⸗ alle Belt bereden, daß fie der Kirchen Haupt,
pel zu rechter Geftalt dem Pabſe auf den Mutter aller Kirchen und Meifter des Glau⸗
Kopf, und fünde ſich dabey, Daß der Pabſt bens ſeyn, fo. man fie dach an ihren Werken
md. feine Cardinaͤle grobe ungelehiie Eſel in aller Welt erkennet, wenn wir gleich
- find in der Schrift, : Steine und Klöge wären, daß fie verlor
45 Dun kommt er, der Dermaphroditen Ine, verzweifelte Teufelsfinder, dazu tolle,
Biſchof und Puͤſeronen Pabſt, das ift, des Igeobe Efel in der Schrift find. Es moͤcht
Zeufels Apoftel, und zeucht DIE Exempel jemand wol gern fluchen, daß fie der Blitz
wider Käfer Sarolen : und gleichiwie ee und und Donner erſchlüge, hoͤlliſch Feuer vers
feine Vorfahren ſpitzbuͤbiſch find in ihrem |brennte, Peſtilenz, Sranzufen, St. Velten,
WVeothwelſch, alfo will er auch GOtt zum St. Antoni, Auſſotz, Carbunkel und alle
Seitzbuben machen in der heiligen Schrift. Plage haͤtten; aber das find eitel Fuchs
Ergibt für, Kayſer Carol fey ein Suͤnder, ſchwaͤnze, und GOtt iſt laͤngſt zuvorkommen,
Daber das Wormſiſche Edict fufpendirt um und hat fie mit vielgrofferer Plage geſtraft;
Friedens willen, und wolle ein National wie denn GOttes Derächter und Läfterer
oncilium anſetzen; macht Sünde und Der; follen geftraft werden, Nön. 1,26. Nem⸗
dammniß aus ſolchen loͤblichen, Hohen, Fuͤrſt⸗ lich daß ſie bey geſunder Vernuuft o oͤf⸗
Hichen, Kanferlichen Tugenden. Denn das fentlich raſend und tolle find worden, daß ſie
AR unter andern abgöttifchen Greueln des nicht wiſſen, ob fie Diann oder Web find,
- Mabfis diefer auch einer, daß er Stiude oder bleiben wollen; ſich nicht chaͤmen doch
und Verdammniß macht, da GOtt Feine vor dem weiblichen Geſchlecht da ihre Mut⸗
En
Ei
LT,
& d:
Menfchenlehre und eigen Dinkel, welches iſt Menfih der Sünden heißt hie Ebräifh, dee
i glaͤuben, daß folche rafende und wuͤtende Biſchof nicht mehr ift denn ein Bifchof ger |
1310 Cap.ıg. Donder durch Conventen. Reichsrägegefuchten Religionspergl, kam.
ter, Schweſter, Muhmen unfer find, die ic) wieder an feine ‘Bullen und Briefe mich |
ſolches von ihnen hoͤren und fehen muflen, Imachen, und verfuchen, ob ich dem groffen, .
mit groſſem Schmerzen. Ey pfuy euch [groben Eſel feine lange, ungekaͤmmete Ohr |
Paͤbſte, Sardinäle, und was. ihr feyd im ren Fimmenmöge [4
Srömichen Mofe, daß ir euch nicht füche| —_— Sas Erſte.
tet vor. dem Pflaſter , Darauf ihr reitet, daß 45, Sehr leicht ifte zu beweiſen Daß dee;
euch verfhlingen möchte: — — | N) Mabftmicht fen der Oberfle unddas
47. Die Känferlichen Rechte fagen viel | Haupt der Chriftenheit,oder Herr der Welt,
de Furiofis, von. unfinnigen, tollen: Leuten, uber-Kayfer, Concilia, und alles; mie er |
wie man fie halten ſoll; wie viel groͤſſere leuget, laͤſtert Flucht und tobet infeinen Dres |
Noth wäre hie, daß man Pabſt und Cars cketalen, nachdem ihn. der hölliiche Satan
Dinal, und den ganzen Roͤmiſchen Stuhl, in |treibt: denn er felbft wohl weiß, und iftfe |
Stöcke, Ketten, Kerker legte, die nicht ger klar ale die liebe Sonne, aus allen Deere
meiner Weiſe raſend worden find, fondern |ten der alten Concilien, aus allen Hiftorien. |
fo tief geulich toben, daß fie jest Männer, und Schriften der heiligen Vaͤter Hieror |
jest Weiber feyn wollen, und deß Feine ge nymi, Auguſtini, Eypriani, und aller Chris
wiffe Zeit wiffen, wenn fie die Zaun anfoms ſtenheit, Die geweſt ift vor dem erften Pabſt,
men wird; gleichtwol ſollen wir Ehriften |genennet Bonifacius TIL. daß der Roͤmiſche
Roͤmiſche Hermaphroditen den Heil, Geiſt weſt, und noch fo ſeyn ſollte. Und St. Hier
haben, und der Chriftenheit oberfte Haͤupter, ronymus darf frey heraus fagen: Alle Bis
Meifter und, Lehrer feyn mögen. Aber ich ſchoͤffe find gleich, alleſamt der Apoftel Stuhl⸗
muß hie aufhoͤren, oder fparen, was ic) mehr jerben ; und ſetzt Cxempel, da einer Eleinen
wider die Briefe und Bulla zu fehreiben har | Stade ’Bifchof gleich ſey einer groffen Stadt
be; denn mein Kopf ift ſchwach, und fühle Biſchoffe, als Cugubii und Rom, Regii und
mich alſo, daß ichs vielleicht nicht moͤchte Conſtantinopel, Thebes ‚und Alerandria 5
binausführen, und doch noch nicht bin kom⸗ daß aber einer höher oder geringer ift denn
men dahin, das ich mir vorgenommen habe der andere, macht, daß ein Bißthum reicher
in dieſem Büchlein zu fchveiben: welches ich oder armer ift denn das andere, font find ſie
will zuvor ausrichten, ehe mir die Kraͤfte |alle gleich deräpoftel Nachkommen. Hecille.
gar entgehen. “Denn. drey Stück hab ıch Solches Cfage ich, ) weiß der Pabſt zufiom
mir vorgenommen. Cine, obs wahr fey, ſehr wohl, auch Daß St. Dieronymus fols
„daß der Pabſt zu Rom fey das Haupt Iches fehreibt, und iſt zum Wahrzeichenindas
der Ebriftenbeit, über Concilia, Röyfer, | Decret gezogen. 93. c. legimus. Noch darf
Engel, und alles etc. wie er ruͤhmet. Das |der Pabft dawider fo läfterlich und murhioile.
ander, obs wahr fey, Daß ihn niemand |liglid) lügen, und alle Welt betrugen.
koͤnne uerbeilen, richten, abfeen, wie er| 49. Dazu St, Gregorius, da es ihm an⸗
bruͤllet. Das dritte, obs wabr fey, daß geboten ward von etlichen groſſen Biſchoͤf⸗
er habe das Roͤmiſche Keich von den |fen, wegert er fihshart, und fehreibt, daß ſei⸗
Griechen auf uns Deutſchen bracht, wie ner Vorfahren Feiner ſo vermeſſen ſey geweſt,
er über alle Maaß. davon ſtolzirt und pocht. daß er folchen Titel hab annehmen oder fuͤh⸗
Bleibt mir etwas uber von Kraften, will |ren wollen, wiewol das fechfte u; He
: 0 Ka
2 V.Abfchn, Donden Reichstägen su Speyer, Worms und Regenfpurg. 1313
Chalcedon hätte folches ihnen angeboten. Unflat war, alsein Pabſt iſt, und wollte St.
- Sehleuft und fpricht Eurzum, «8 fole fich Gregori, feines nähelten Borfahren Bücher
Feiner den oberften Biſchof der ganzen Chris verbrennen, vielleicht daß St. Sregorius dag
ftenheit nennen ;_ wie auch etliche Decret| Pabſtthum nicht hat wollen leiden in feinen
mehr fagen, daß auch der Roͤmiſche Bir) Schriften. Nach demfelven ward Bonis
ſchof, ob er wol der gröffern einer fey, den⸗ facius der 3. erwaͤhlet. Da ging der Zorn
noch nicht vniuerfalis, der Oberſte über die GOttes an. Diefer Bonifazius erlangete
ganze Chriftenheit zu nennen ſey. Solches bey dem Kanfermorder Phocas, daß er follte
ift Die öffentliche geroiffe Wahrheit, unange- ‚fon Pabſt oder der oberfte über ale Bis
fehen wie er ſelbſt und feine Heuchler dieſe fehoffe in der ganzen Welt. Da ward die
Worte martern und creugigen ; denn fie, Glocke gegoffen, und. der Roͤmiſche Greuel
find zu Elar und zu gewaltig. So ift das nahm folches, mit, Freuden an, als der num
Merk auch am hellen Tage: denn er noch, ein Herr waͤre über alle Bifchöffe in der
nie ift uber die Bilchöffe in Africa, Gräcia, | Welt, Denn ſolches hatten etliche Vor⸗
Afia, Eghpten, Syria, Perfia ıc. geweſt, fahren lange zuvor gefücht, und gefeuchelt,
—
wirds auch nimmermehr werden ja er hat, aber nicht koͤnnen erhalten, weil St. Gregos
auch. des Welſchen Lands Biſchoͤffe zu der) rius und ekliche fromme Biſchoͤffe, feine Bors
Zeit nicht unter ſich gehabt, fonderlich May | fahren, nicht wollten ſolches leiden. Da has
Iand und Ravenna. ben wir nun den Urſprung und Anfang des
50, Diefer St. Öregorius iſt der legte) Pabſtthums, zu welcher Zeit, und wer dens
SBifchof zu Roy geweft, und hat nach ıhm | feiben geitiftet hat, nemlic), Rayfer Phocas
die Roͤmiſche Kirche Feinen Biſchof mehr der Kayfermorder, der feinen Heren Kayfer
‚gehabt, bisaufdiefen Tag, wird auch keinen Morig mit Weib und Kind Eopffen ließ,
mehr Eriegen, es würde denn eine rounders Solches alles wiſſen fie felbft wohl, daß die
liche Anderung; fondern eitel Paͤbſte, das Wahrheit iſt. ——
find des Teufels Larven, (wie du hoͤren wirſt.)) 52. Nun war bis Daher die Gewohnheit,
die haben daſelbſt regiert, und alle Kirchen | daß die Kaͤyſer alle Biſchoͤffe beſtaͤtigen muß⸗
geiftlich und leiblich verfioret. “Denn das| ten, alsdie Schutzherrn; denn auch St Gre⸗
ift gewiß, wie geſagt, Daß zu St. Grego- | gorius, da er zuNom vom Volk und Pries
rius Zeiten Fein Pabſt iſt geweſt, under ſelbſt ſtern erwaͤhlet ward, bat durch Schrift den
- auch (amt feinen Dorfahren Fein Pabſt hat! Kayfer Maur tium, daß er fol be Wahl nicht
tollen ſeyn, dazu: mit vielen Schriften das mollte beftätigen ; denn er ward ungern Bis
Pabſtthum verdammt, wiewol man ihn} fchof, alseindemuthiger frommer Mañ: aber
mahlet in der Pabſtskrone, und viel Lügen} es ward feine Schrift unternommen, und der
bon ihm erdichtet find; aber er ift Fein Pabſt, Kayſer Moritz beftätigte ſeine Wahl wider ſei⸗
und will auch Fein Pabſt feyn, tie denn ſei⸗ nen Willen. Hernach dachten die Paͤbſte,
ne Bücher folches zeugen, zu Schanden als | weil fie vom Kayſer Phoca das Pabftthum
len Paͤbſten, fo ſich feldft nach) ihm und wi⸗ haͤtten, moͤchts vielleicht ein andrer Kayfer wies
der ihn erhebt haben. | “ dervonihmnchmen. Denn fo muß 8 feyn -
52. Aber nach feinem Tod ward Sabinias | im weltlichen Regiment, daß, wenn ein Kaye
nus Biſchof, anderthalb Fahr, den rechne ich | fer aus Gnaden giebt, ſo mag ers wieder neh⸗
unter die Paͤbſte: denn er wohl fü ein groſſer! men, two die Bosheit Des Beſitzers ſolches
Lutheri Schriften 17. Theil, ‚2000 ver⸗
—
9 — a h 3 SEE RE
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‚1314 Cap. 18. Von der durch Convente m Reichstägegefüchten Religionsvergl, 1315 |
verdiene. Alſo haben unfere Deutſchen ſten gebührt, handeln wollten. Denndißift
Känfer, Friedericus Lotharius, Ottones die erfte Spitzbuͤberey des Pabfts und Got
oft den Furften genommen, wasfie gegeben tes Kafterung in feinen heiligen Worten. |
hatten, und nach der Buß auch wiederge-F54. Da ſie nun fahen, daß ihnen ſolche
geben; darum fuhren die folgenden Paͤbſte Spisbüberen gerathen war und gelungen hat⸗
zu, und wollten nun das Pabftehum nicht|te, durch fehrecflichen GOttes Zorn über ı
als vom Känfer, noch von Eoneilien, ſon⸗ die Welt, um der Stunde willen, und ſich
dern von GOTT felbft ohne Mittel haben; jedermann fürchtete vor ſolchen Worten wa⸗
machten Decrete, einer nac) dem andern, |ven fie wahrlich nicht faul noch ſchlaͤfrig dru⸗
rubmen, fehreyen und brüllen, die Roͤmi⸗ cketen getroft nach mit aller Schalkheit und
fehe Kirche und der Pabſt ſey nicht durch. Hilfe des Teufels, und fingen an ihr Pabſt⸗
Menfchen noch durch Eoncilien, fondern von thum oder Primat, welchen fie Durch ihre I
Chriſto felbft geftiftet über die ganze Welt; ſelbſt erdichtete luͤgenhafte Decret, und durch
ſonderlich ſchmuͤcken ſie ſich mit dem Spruch gotteslaͤſterliche, falſche und ſpitzbuͤbiſche Aus⸗
Matth. 16,18. 19: Du biſt Petrus, und legung des Spruchs Matth. 16. gruͤnden
auf dieſen Fels will ich meine Kirche wollten, alſo zu deuten, zu feharfen und zu I.
bauen, und der Hoͤllen Pforten follen fie|jtärken, daß der Pabft der Dberfte wäre, |
nieht überwältigen; und dir will ich die nicht allein der Ehren und Vorgaͤngs hal⸗
Schlüffel des Aimmelreichs geben, was |ben, ( welches ihm wohl gegoͤnnet wäre, ) auch
. du bindeft auf Erden, follgebunden feyn nicht allein der Superattendenz halben ‚daß ||
im Simmel ıc, Führeten aud) diefen Joh. er ein Aufſeher wäre auf die Lehre und Ken
2i. v.16.17: Pafce oues meas. Aber mit tzerey in der Kirchen (welches Doc) einem ei⸗
dem Spruch Matth. ı6. haben fie am mei⸗ nigen Biſchof viel zu viel, und unmoͤglich iſt
ſten gethan, die Welt erſchrecket, alle Bis⸗ in aller Welt zu thun); fondern der Gewalt
thuͤmer unterdruͤckt, auch die Kayfer unddas |halben, daß er die Biſchoͤffe moͤchte, als ihr
weltliche Regiment mit Fuͤſſen getreten. Herr, gewaltiglich und weltlicher, ja thran⸗
53. Nun wußten fie ſehr wohl, die fehand» Inifcher Weiſe unter ſich zwingen, fie mit Ey⸗
lichen Lügner und Läfterer göftliches Worts, den und Pflichten gefangen nehmen zu Knech⸗
und wiſſens auch noch fehe wohl, Daß dieſer ten machen, die Bisthümer ihm zueignen, dies
Spruch nichts zu ihren Sachen dienet, noch |felben zu fegen und verfegen, andern, raus
ſich daher veimet, der in allen Buchftaben!ben, nehmen, geben, fihagen, verfaufen, ,
wider fie ift und das Pabſtthum zu grunde dazu mit Ballen, Annaten und unzähligen \
ſtuͤrz t und zumichtemachet, wie ich das vor ſpitzbuͤbiſchen Sticken beſchweren aufs allers
25. Fahren in den Refolurionibus, und wi⸗ muthwilligſte; und wer Das nicht thate, oder ''
der D. Sauecken zu Leipzig geftritten habe nicht leiden wollte, mußte der Nömifchen ı
‚in öffentlicher Difputation, und hernach thun Kirchen Lngehorfamer und Ketzer ewiglich
will. Aber es bat den verzweifelten Spitz⸗ |verdammt feyn, alsder wider Matth.ı6. ge⸗
buben, den Pabften, im Herzen fanft gethan, ſuͤndiget hätte. —
daß ſich die Welt, beyde Biſchoͤffe und Ray-| ss. Es hat ein Männzifcher Canzler, mit |
fer, mit dieſem Spruch haben laſſen ſchre Namen Martinus Meyer, an den Aeneam
‚ Een und eintreiben, als die nicht gern wi⸗ Silvium, der darnach Pabſt Pius 2. heißt,
der GOtt und fein Wort, roigrechten Chris! gefchrieben ‚denn er fein guter Geſell > |
f 3 "Dies
|
am
Abſchn. Don den Reichstägenzu Speyer, Worms und Kegenfpurg. 1317
l ex hauffen etliche Jahr bey Känfer fo hat er gewonnen, und thut was er will,
rich 3. in Deutſchen Banden rar ‚und |treibt eine Buͤberey nach derandern, fonders
lager, daß der, Pabft die Stifte alfo bes [lich wenn GOttesZorn dem Teufelverhängt,
ſchweret und plündert mit Annaten und Pal⸗ daß er hebt und zufcheubt: denn CHriſtus
lien; darauf antwortet ihm der hochmuͤthi⸗ hat ung gnug gewarnet Matth. 24, 23.24.
‚ge Hypocrita unter viel andern bofen verdries: daß viel wuͤrden Fommen in feinem Yramen,
lichen Worten alfo: Es wäre Deutfehland |und fagen , ich bin Chriſtus; und Matth.
ſchuldig ſolche Laft zu tragen, meil der Pabſt 7. v. ig: Suter euch fuͤr den falſchen Pros
hätte das Roͤmiſche Reid) den Deutſchen zu, |pbeten, die in Schafskleidern zu euch
gewandt, und der Pabſt mußte viel Geld kommen. Alſo hat auch der Pabſt unter
‚haben, damit ev Eönnte wehren, wo der Kaͤh⸗ der Larven und Namen Chriſtiund St. Par
fer wollte Frankreich, oder Frankreich Ens|tri die ganze Welt eingetrieben und genarret,
gelland uberwaltigen. Da fiehe mir die ver- | wie er gerollt hat, und durch den. Teufel
Wweifelten Buben und Böferoichter an, was |groffe Andacht und. Geiftlichkeit vorgegeben,
fie im Sinn und ihrem heimlichen Rath ha⸗ |bis ers Dahin gebracht hat, daß er mit Ges
ben, nemlich, daß fie twollen Die zwey Haus walt in allen Laftern unverfchämt jegt öffent
pter uneins behalten, und eine Zwickmuͤh⸗ lich tobet und wuͤtet, Daßnunfogt Fein Weh⸗
len haben, damit fie fich jest zu Diefem, jegt ren da if. Aber der Bube Aeneas Silvius
zu jenem, darnach der Wind gehet, halten |hätte wohl verdienet, daß ihm die Gelehrten
mögen, daß fie dieweil ficher vor- den “Bes ausleuchteten; ruͤhmet gar herrlich daher,
ſtien feyn mögen, und vor der Reformation daß der Pabſt folle fich in Krieg zwiſchen
‚oder Concilium ſich wicht fürchten Dürfen. die Könige mengen, darum er billig die Stif⸗
Solches weifet auch aus das Werk und His te pfündert, Warum fuchet er nicht ander
ferien durch und durch, alſo daß auch zu re Mittel, als, durchs. Gebet und Predigen
unſter Zeit Clemens 7. Anno 1525. vor Pas |die Könige zu vertragen? Aber was gehet
via Frankreich Hulfe fehickte, wider unfern \dem Pabſt Beten und GOttes Wort anz
Kaͤyſer Carolum, und da es ihnen mißrieth, er muß feinem Sort, dem Teufel, dies
mifchete er das Maul, wie Die Hure, nen. | 3
Spruͤchw. 30. und fprach, er hätte esdem| 57. Aber das alles iſt noch das geringſte,
Käufer zu gut gethan. Alſo mußte ihm wiewol es unerträglich und unleidlich iſt.
Kaͤhſer Carl zum Spott und Schaden laſ⸗Diß iſt allererft die alleraͤrgſte Grundſuppe
fen auf dem Maul dazu trummeln; wiewol laller Teufel in der Hölle, daß er ſolche Ge⸗
ee darnach Anno 27. zu Rom überfallen und walt dahin ſtrecket, daß er Macht haben
gefangen ward, aber feinen verdienten Lohn will, Gefeke und Artikel des Ölaubens zu
nicht empfing, vor groffer Gute des Kayfers. Iftellen, die Schrift (welche ex nie gelernt,
56, Ach! wie kann auch ein Pabſt an Inicht Fann, auch nicht woiffen will, ) nach feis
ders thun; rechne du felbft, wenn ein ver⸗ nem tollen Sinn zu deuten; will alle Welt
weifelter, böfer, liſtiger Schalf , die Lars zwingen zu gläuben feiner Lehre, und lehret
ven und Namen Chrifti, oder St. Petri doch nichts denn eitel Abgoͤtterey, tie wir
auffest, und gewinnet ſolch Vortheil, daß die hernach huren werden, und zerſtoͤret alles,
Chriſten ſich vor ihm fürchten und fliehen, was der Sohn GOttes, une HErr, uns
um des Namens Ehrifti und Petri willen, Imit — Blut erworben hat; nimmt |
Be . Ä — Oood | en
Bus em ———— —— — RR
13:8 Fzrg 1. Don der nd Ch. u Kacerkgen ae n Arligis “ >” =
den Glauben, Chriſtliche Freyheit und rech⸗ dem Mörder und Vater aller om, |
teen guten Werke; und das heißt er in feinen ein Chriſt wohl wiflen, Joh.8, 44. | |
teufeliſchen, fpigbübifehen Drecketen wohl| so. Nachdem nun det DEE Si fr J
gethan, und Gehorſam der Kirchen; 1 und fe alfo hatte eingetrieben , gefangen und uns
bruͤllet daher, als befeffen und voller Zeus ter fich bracht; denn fie haben ſich ——— d⸗ ‘
fel, daß, wer ihm und feiner Nömifchen lich und lang gnug gewehret, wiedie A
Riechen nicht gehorfam ift, der Eünne nicht Ivien zeugen: nahm er vor fich die voeltliche I
felig werden: wer gehorfam ift, wirdfelig; | Obrigkeit, und hat nicht ruhen koͤnnen, bis ı
und ift alles darum zu thun, daß ihm alle er fi fie auch unter feine Gewalt gegwungen ‚bat, it,
Welt gehorſam und unterthan fey; nach eben mit demfelben Spruch Matth. 16. Auch
GoOttes und ChriſtiGehorſam fragt er nichts, ſo fern, Daß fie vor ihm gekniet, feine Fuͤſſe
faͤllet ihm kein Gedanken davon ein. hat kuͤſen muͤſſen, ja hat fie mit Fuͤſſen ge⸗
treten auf ihren Hals, hat ſie verfolget | mit |)
ss Du mußt aber durch das Wort, Roͤ⸗Schwerdt und Bann, Land und Städte!
mifche Kirche, beyleibe nicht verftehen die geraubet, etliche geföpffet, Sohn wider Bas ı\
rechte Nömifche Kirche, fonderlich die vor ter gehegt, einen Koͤnig wider den andern I
dem Pabftthungerveft ft, melchedas‘Pabft- |verbittert, eitel Zwietracht, Mord und Bluts ı
thum nicht hat vollen annehmen noch leiden, vergieffen unter den Koͤnigen angericht, als |
wie wir gehört haben in dem heiligen Gre? waͤre erder 2 Teufel felbft leibhaftig, der Hoffe ı
gorio / aud) Chriftus ohne Zweifel noch etz|nung, wenn fich Die Beftien (fo nennet ee
liche, Loth und feine Töchter, inder Roͤmi⸗ ſie, ) hätten untereinander — ſo
ſchen Sodoma hat, welchen das greuliche wollte er alsdenn auch Känfer, König und
Weſen des Pabſithums uͤbel gefaͤllt; ſondern der Welt Herr an ihre ledige Statt ſeyn.
Paͤbſtiſch, ſpitzbuͤbiſch und teufelifch mußt) Daher rihmet er fich, er ſey Kaͤyſer, und
dur es verftehen, Daß der Pabſt der heiligen habe Macht Kaͤyſer und Könige abzufegen, |
Roͤmiſchen Kirchen Namen braucht aufs! feines Gefalleng, Wiewol ihm folcherteus |
ſchaͤndlichſte und Yäfterlichfte, und meynet felifcher Anſchlag bis daher, durch GOttes
damit feine Bubenfchule, Huren und Her-| Snaden, nochnicht ganz gerathen, und nim⸗
maphroditenfirche, des Teufels Grundfup- mermehr gerathen wird: fo hat er duch Das
pe, gleichwie er Droben die Norte, frey durch groß Unglück und Herzleid oft und viels |
Shriflich, Deutfeh Eoneilium , fpiebii- mals geftift,, wie er noch jetzt thut und Dies |
biſch meynet. Und wo du nicht nach dies | her gethan hat, zwiſchen Käyfer und Frans
fer Weile die Decretal des Pabſts verfte-|veich; welche zwey Haͤupter wenn er nicht
heſt, fo iſts unmöglich, daß du des Pabſts ein Pabſt, ſondern ein Bifchof der rechten
Meynung erlangen Eönneft; denn das iftfeis Roͤmiſchen Kirchen wäre, wie St. Grego⸗
ner Roͤmiſchen Kirchen Sprache, und wer rius, wuͤrde er mit ganzem Ernſt verſoͤhnen,
mit dem Pabſt und Roͤmiſchen Stuhl zu und nicht ruhen koͤnnen, ſie waͤren dennrecht
thun hat, der muß ſolches wiſſen oder iſt herzlich eines, ſonderlich weil zu unſern Zei⸗
dewißiich beſchiſſen. Denn der Teufel, ſo ten der ganzen Chriftenheit dran gelegen iſt,
das Wabftehum geſtiftet, der vedet und wir: daß die groſſen Haupter herzlich eines waren,
ket alles durch den Pabſt und Roͤm Stuhl. Aber das iſt dem Roͤmiſchen Pabſt nicht ge⸗
Was man aber dem Teufel glauben fol, als Liegen; oder verträgt er fie, als er U |
ge⸗
Yon den Keichstägen zu Speyer, Worms und Kegenfpurg. 1321
alles fpigbübifch , pab»|daß auch an den Früchten wohl zu erkennen
relifch Widerſpiel geweſt unter iſt was für ein Baum fey, und wer den
Bene u man lb gepflanzt bat... - - 1.2 2 4.
Ind wenn man den Kayfee Phocas| 62. Denn,daß der Pabftliche Greuel nicht
eit hatte gefragt, obs feine Meynung |aus GOtt Fommen, noch in GOttes Na⸗
daß ein folcher Wuſt follte zu Nom men: habe angefangen, fondern durch GOt⸗
feinen Befehl geftiftet werden, der al⸗ |tes Zorn zur Strafe der Sünden, von dem
fhöffe, Stifte, Klöfter, Kirchen ums | Teufel geftiftet, und in feinem Namen in
) tourfe, viffeund fraffe alles, was da die Kirchen Eommen ift, zeugen diefe erzehls
re, ftiftete neue Lehre und Glauben, vers Iten Früchte; fo willichsauch weiter beweiſen.
ete Ehriftum und Ehriftlichen Glauben, 63. Erftlich, a fufhciente diuifione, und
teunzählige Abgötterey an, befrögeal- |unten anzufahen, ifts nicht von der weltli⸗
elt um Leib und Seele, und fchindete) chen Obrigkeit geftiftet ; und wenn fie es gleich
‚ihnen unzählig Gut ab, mit groſſer Trüges | gethan hätte, fo märe es doch vom Teufel.
vey, darnach träte die Kaͤyſer mit Füffen, | Urſach ift Diefe: denn meltliche Dberkeit hat
| verbannt, erſchlaͤget, verfolget fie, raubet | folches nicht Macht in dem Reich GOttes
ihr Land und Städte, fpottet ihr dazu, als zu thun. So haben wir gehoͤrt droben, daß
feiner Narren, und lachet indie Fauft, vers) Kaͤhſer Phocas Meynung freylich nicht ges
jehrets darnach und verprangets mit feinen weſt fen, eine folche Gewalt in die Kirchen
Huren und. Hermaphroditen; meyneft du, zu ſetzen, kanns auch nicht thun. Er hat
daß Phocas, wie boͤſe er wäre, hiezu Ja fas | vielleicht gemeynt, der Bifchof zu Rom ſoll⸗
gen wuͤrde? Ja, er ſollte vielleicht fo mit ih⸗ te allein ein Superattendent ſeynd, der auf
nen handeln, daß fie des Pabſtthums wol die Lehre und Leben der Kirchen acht haͤtte
ſchweigen und vergeffen würden. um Gottes willen, wie das Nicaͤniſche Con⸗
"61. Ja, fo gehets zu, und fo muß es zu⸗ cilium geordnet hatte. Denn auf aller Kir⸗
gehen, wenn man den Teufel über die This | chen und Bifchöffe Lehre und Leben in der
ve mahlet und zu Gevattern bittet. Es hat ganzen Welt acht haben, ift ein unmoglic)
noch Mühe gnug, daß es felig hinaus gehe, Ding. Summa, der Pabft wills auch
(wie Petrus fagt rEpift. 4, 18: Vix iuſtus ſelbſt nicht leiden, daß ers follte vom Kaͤyſer
luabitur,) wenn man ſich vor dem Teufel haben, fondern die Kaͤyſer und Koͤnige ſollen
ſegnet, in GOttes Namen und mit Gebet von ihm die Kronen und Koͤnigreich haben;
ein Ding anfaͤhet. Was ſollts denn ſeyn das iſt eins: und merks wohl, Pabſtthum
und werden, wo man ein Ding in des iſt nicht vom Kaͤyſer, kann auch nicht vom
Teufels Namen und wider GOTTes Kaͤyſer Fommen, der Pabft wils auchnicht
Willen anfaͤhet: da wird Fenſter und von ihm haben. =
Thür aufgethan, daß der Teufel mit aller) 64. Zum andern, fü ift das Pabſtthum
Macht hinein faͤhret. Alfo hat der Pabſt auch nicht von geiſtlicher Oberkeit kommen,
Auch fein Pabſtthum in des Teufels Na⸗ das ift, von der Chriſtenheit und Biſchoͤf⸗
men, mit allerley Lügen und Gotteslaͤſterung fen in der ganzen Welt, oder vonden Con⸗
Angefangen, und bis auf die hoͤlliſche Grund⸗ cilien: fie Fönnens aud) nicht hun, und ha⸗
füppe aller Safter und Schande bracht, die) bens nicht Macht; ja, wenn man die His
wir jegt zu Nom fehen öffentlich am Tage; 'ftorien vecht anfiehet, fofindet manfchier in |
— 7* * n
D00 03
ER 1
1322 177 i8. Von ber Such Tonsmnıen, Kerherkgegeficheen? Keligionen eral..
3 nen Biſchofnoch Ricchenin der ganzen Welt, nicht mehr denn mit Diefen Worten, 24
die den Pabft mit Willen angenommen, |der fchrieb: Es verwunderte Die Könige zu
ſondern haben faſt alle Biſchoͤffe und Kirchen Sicilien) ſamt ihren Raͤthen, daß fo Icher
fich dawider geſetzt und dgewehret. Wie auch Eyd von ihm wuͤrde gefordert, fo doch Chri⸗
bis auf den heutigen Tag die Bifchöffe und Iftus Matth. s,33. zu ſh woͤren verboten hät te,
Kirchen gegen ga DrientdenPabft nichtans |und man finde aud) in keinem Geſetz der
geſehen haben, und noch nicht anfehen. Dar- |Eoncilien, daß fo feyn ſollte. Da ergeime
um er zumal ungefehwungen laͤſtert und leu- Imete das heilige edle Kleinod Paſchalis;
get, daß er von GOtt ſey geſetzt uͤber alle denn der Biſchof hatte ihn mit dem Work ı
Kirchen in der ganzen Welt; welches Doch Chriſti fo hart getroffen, daß ihm das Hirn |
Gott nicht geredt noch gethan. bat, auch ſchwindelte, und nicht wußte, was und wie
nicht thun will: macht alfo aus EHEL einen er reden ſollte, und marterte die Worte Chri⸗ |
Luͤgner, und aus allen Kirchen Kegerthum ſti Match. 5,3 als ein Pabſt; mie ich
durch feinen boͤſen Geift, der in ihm tobet, denn vor 25. Jahren Lateinifch damider ha⸗
wider GOtt und ſeinen Heiligen Geiſt umd be gefchrieben, und hernach, wo ichs vorn
Kiechen. Auch da noch zu Rom Bifchöffe der Menge, fo mir zufället, nicht rgeſſe,
waren, ehe der Pabſt und Endechriſt vom Teu⸗ auch Deutfch thun will. Aber auf die an⸗
fel dahin gefehmiffen ward, befahldasCons Igezogenen Eoncilien fperret er feinen Rası'
eilium Nicaͤnum dem Bifehof zu Nom das Ichen auf, als wollt er gern Himmel und
Aufſehen der Kirchen um Rom her, machete Erden verſchlingen, und ſchreyet: Meynſt
aber keinen Pabſt draus, gab ihm auch keine du, daß die Concilia Macht haben, der Roͤ⸗
herrſchende Gewalt tiber einige Kirchen. So mifehen Kirchen Cvernimm feine Huren und ||
haben wir droben gehört, daß vor Känfer | Hermaphroditenficchen ‚) ein Ziel zu fegen? |
Phocas und Bonifacius 3. das Wabftehum| Weißt du nicht, daß alle Concilia find durch J
nichts geweſt, und die Kirchen in aller Welt die Roͤmiſche Kirche geſchehen, und Saba)
nichts Drum geroußt. St. Gregorius, alslihre Macht von der Roͤmiſchen Kirchen
ein frommer Chriſtlicher Biſchof der Roͤmi· 66. So, ſo, fo fol man fügen und laͤ⸗
fehen Kirchen , hat folches verdammt und fern, wer ein rechter Pabſt ſeyn will. Sen
nicht leiden wollen. - ber SH, mie garein überaus unverfchämt,
6. Was darfs viele Worte? Der Pabſt laͤſterlich — iſt der Pabſt; er redet
ſelbſt wills nicht haben ‚daß er von den Con⸗ gerade als wäre Fein Menſch auf Erden,
cilien oder geiſtlicher Obrigkeit der Chriſten⸗ der da wüßte, daß Die vier Haupteoneilia,
heit ſey geſetzt, und zuenet drum. Ey, wielund viel andere mehr, ohne die Nömifche
brullet, tubet, wuͤtet und fpruet er, recht: Kirche gehalten find; fondern denkt alſo:
als einer, der mit viel tauſend Zeufeln bes Wie ich ein grober Ghel bin, und die Buͤ⸗
ſeſſen fey ‚in feinen Decreten diſ. 16.19. 21.2. cher nicht leſe, fo ift auch in der Welt nies
Und de Elec, c. Sienificafti, da der Pabſt mand, der fie liefet, fondern menn ich mein. |
Paſchalis dem Erzbiſchof zu Palermo -in Sfelgefehrey Chika, Chika laſſe erſchallen,
Sicilia das Pallium ſandte, mit ſolchem oder gleich einen Eſelsforz laſſe fo muͤſſen ſie
Anhang, daß er ſollte dem Pabſt ſich mit es alles fuͤr Artikel des Glaͤubens halten:
einem Eyde vorgeſchriebener Form verpflich—⸗ wo nicht, fo wird St. Peter und. Paul, ;
ten; und der Biſchof ſehr demuͤthiglich, auch GOtt felbft mit ihnen zͤrnen. Denk ı
Gott |
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V Abſchn. Don den Reichstägen zu Speyer, Worms und Kegenfpurg. 1325
EHRE ift nivgend mehr GOtt / chn allein der hinein fptingen, und fagen: Der Pabſt waͤ⸗
Efel Gott zu Rom ‚dadie groffen groben Eſel re von allen Teufen aus der Höllen h die _
Woabſt und Cardinale) reiten auf beffern Kirchen gefehmifien; wie droben gefagt: denn
Ejen, denn fie find. derſelbe fchandliche, verfluchte Ketzer iſt in
67. Aus dieſem allem höreft du num, daß dem tiefen Irthum erſaͤuft, daß ev glaͤubet :
Roͤbſtlicher Heiligkeit Stand nicht ift geſtift Was GOtt thun will, das thut er gewiß⸗
vor inne von der heili- lich durch die zwey Regiment, und molle
‚gen Ehriftlichen Kirchen in der ganzen Welt/ Iniemand ein fonderliches machen. Wolan,
das ift, er ift nicht von GOtt; denn GOtt [Scherz lege dich. Wo kommt das Pabfts
wohnet in der Ehriftenheit ‚und wirket durch thum her? Ich ſage noch, wie vor, es kommt
fie: auch nicht von weitlicher Oberfeit ; und vom Teufel, tveil es nicht von der Kirchen,
Raͤbſtiſche Heiligkeit will Auch nicht vonder !die Chriſtus durch feinen Heiligen Geift ven _
einem oder beyden gefkiftet ſeyn, wie wirges giert, noch weltlicher Oberkeit kommt; fol
hoͤret haben, das ift, er beFennet hiemit ‚ ches will ich alfo mächtiglich bemeifen, daß
daß er nicht von GOtt/ das ift, von der auch die Hollenpforten nichts darwider ſol⸗
Kirchen herkommen. Und daffelbe ift auch len vermögen. | |
dewißlich die Wahrheit, und wir nehmens| 69. St. Petrus, ı Petri 4,11: So fer
allo an, find ganz eins mit feiner Heiligkeit Imand redet, daß ers rede als GOttes
in diefen zweyen Stücken. Wiewol er ſol⸗ Wort: fo jemand ein Amt führer, daß
ee
a
yıp
feffener, er meynet doch damit feine Luͤgen GOtt dsrreicht, auf daß GOtt inab
md Laͤſterung zu ftärken. un wills zur len Dingen gepreifet werde durch IE⸗
‚rechten Hauptiachen Fommen, weil GOtt ſum Chriſt ꝛc. Alfo auch St. Paulus an
auf Erden Feinen Stand mehr geordnet hat vielen Orten verbeutMenfchentehre fehr hart,
(id) vede jegt vom Eheftand nicht, und was ſonderlich Tit. 1,13. 14: Strafe fiefeharf,
dran hanget,) zu regieren, denn die zween, auf daß fie gefund feyn im Glauben, und
nemlich aeiftlich und. weltlich, dadurch er nicht achten auf Menſchen Bebot, wels-
ill helfen dem menfchlichen Geſchlecht, che abwenden von der Wahrheit; und
‚Durch den geiftlichen zum ewigen Leben im der HErr felbft Matth. 15,9: Vergeblidy
k ee den weltlichen zum zeitlichen |dienen fie mir mit Menſchengeboten.
Beben auf Erden‘, fragt fihs nun billig: Hie ifts verboten gewaltiglich, daß man in
Woher denn der Paͤbſtliche Stand Fomme, der Kirchen nicht ſolle Menfchenlehre predis
weil er nicht feyn roill weder himmliſch (das | gen noch hören, als die nicht GOttes Ehre
it, aus der Ehriftlichen Kirchen, da Chri⸗ und Preiß wirket, fondern vom Glauben
ſius ift,) noch ir diſch ( Das iſt, aus der welt abfuhret und Menfchen Ehre fucher. Denn
lichen Oberfeit,) aus Schlauraffen kann Gott will allein in feiner Kirchen veden,
er nicht Fommen: denn wer wollte ſo un⸗ wirken und regieren, auf daß er allein ges
vernünftig feyn, und fich fo hoch verfündi-|preifet werde; wie wirs, GOtt Lob, dahin
gen an dern heiligiten Vater Pabſt. gebracht Haben in unfern Kirchen und mit
68. Doctor Luther. if ein grober Geſell: GOttes Hilfe in den Schwang und Gang
he Wahrheit unwiſſend redet, als ein Ber jers'thue, als aus-dem Vermögen, das
wenn derfelbe fülches hören fllte, wuͤrde er, | kommen ift, daß faſt jedermann weiß, wie \
une,
wie ein Bauer, mit Stiefeln und Sporen lman ſich als vor Dem Teufel felbft ge
sen, daß Menfchenlchre und Werk in der| Hohe gefest. Darnach ſich aefehmückt mit
—— —— u — * —— 9
1326 Cap s8. Von der durch Convente u. Reichstaͤge gefüschtenReligionsvergl. ze
folle vor Menſchenlehre, und allein unfern redet und ſolch Werk gethan, und die Leute
HErrn und Heiland hören, wie der Vater fallen drauf, und glaubens und vertrauen
von ihm zu ung fagt am Jordan Matth. 3. drauf, als hatte es GOtt geredet und ges
9.17: Dißift mein lieber Sohn ‚an dem than; geben alſo ihr Vertrauen und Ehre, 4
ich Wohisefallen babe ‚den follt ihr bS- welche allein GOtt gebührt, der Lügen und
tens und er felbft: Johann 10,17. 5. Mei⸗ dem Teufel. Das heißt denn die rechte Ab⸗
ne Schafe hören meine Stimme, aber |gütterey und Gotteslaͤſterung, mallen Bros
der Fremden Stimme hören fie nicht, pheten durch und durch, als Eſ.2,8: Das
ſondern fliehen dsvon, denn fie kennen Land ift voll Bögen, fie beten an dası
der Sremden Stimme nicht. Diß lieb⸗ Der ihrer Haͤnde, welchesibre Singer‘
liche, Iuftige Bild, das der HErr hie|machen; Fer. 29, 31: Darum, daß euch
feget von den Schafen, magft du felbft fer Semajas bat geweiffager, und ich ihn
hen, wenn du willt, unter den Schafen. |niche gefandt habe, und bat gemacht,
Penn ein Fremder ihnen ruft, pfeift oder daß ihr auf Lügen vertrauet habt ꝛc. Da
Socket, Hermen, Hermen! fo Taufts und hoͤreſt du, wer nicht gefande ift, der hat
- fieucht, und je mehr du lockeſt, je mehr. es [nicht GOttes Wort, und dur) feine Men⸗
läuft, als waͤre ein Wolf daz denn es Eens |fchenlehre macht er ‚daß die Leute auf Lügen
net die fremde Stimme nicht: wo aber der |trauen; das heißt Abgoͤtterey treiben.
Hirte sin wenig fich hören läßt, da läuftes] 71. Die Eommen wir zuden rechten Büns
alles zu; denn fie Eennen feine Stimme. den. Das iſt nun gewiß, daß der Pabft und!
Alſo follen ja thun alle rechte Chriften, die ſein Stand ein lauter Menſchengedicht und
hoͤren keine Stimme, denn ihres Hirten Fuͤndlein iſt: denn, wie gehoͤrt, er iſt nicht
Chriſti, wie er ſelbſt auch fagt, Joh. 19,8: |und will nicht ſeyn aus weltlicher Oberkeit
Alle, die vor mir kommen find, find Die | Drönung. Er ift nicht, will auch nicht ſeyn
be und Moͤrder geweien, Aber dielausder Concilien oder Kirchen Drdnungs
Schafe haben ibnen nicht gehorchet. ſo weiß, man auch gewiß, daß Fein Bucher
ftabe goͤttliches Worts in der Schrift von
‚70. Hieraus und dergleichen viel Sprü- ihm finden wird, fündern hat fich aus eige⸗
chen,ifts Elarlich und gemaltiglich gnug bewie⸗ ner Hoffart, Durft und Srevel in solcher
|
Ehriftlichen Kir hen von GOtt ſtrenge und | GHDttes Wort, dadurch fehandlich Gou
havt verboten find, als die wider den Glauben | geläftert, fi) zum Abgott gemacht, und die
find, und vonder Wahrheit führen, dasift, fie) Chriftenheit mit feiner greulichen Abgöttereyı
find eitel fügen und Betrug vor GOtt. Und|erfüllet, belogen, betrogen, und zu abgöttian
we der Teufel zufchlagt, daß man fie mit| feben verdammten Leuten gemacht, die ſol⸗
GoOttes Namen oder der Apoftel Namen ches geglaubet und Darauf vertrauet haben, ,
ſchmuͤckt, und unter ihren Namen verkauft, als hatte es GOtt durch fein Wort alfo ge⸗
fo finds nicht mehr ſchlechhte Lügen und Be, |boten, und haben alfo den Teufel muͤſſen
trug, fondern auch GOttes greuliche Lüfte, fürchten und ehren, anbeten und dienen ain ⸗
rung und Wlbgötterey vder Greuel: denn ter GOttes Namen. Da haft duden Pabſt,
da macht der Teufel GOtt zum Lügner und was er fey, und wo er. herfomme, nem⸗
Betrüger, als habe GOtt folche Lügen ges Mich ein Greuel (tie Chriftus Match, 24.
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1328 V. Abſchn. Don den Keichstagen zu Speyer, Worms und Regenſpurg. 1329
9.15. ſagt Jaller Abgötterey, von allen Teu⸗ thum reden,denn Matth. 16. Hiezu huͤlfe auch
feln aus Grund der Hollen hervor gebracht. |dieLogica und parua Logicalia, als nulluser
m. Ja, ſprichſt du, er will wahrlich aus nemo mordent fe infacco, id eft, Papaeft
Gottes Wort und aus GOtt herfommen; |Caputet Dominus Ecclefix, Item, Propofi-
denn er führtin vielen Decreten den Spruch tio hyporhetica (id eft Papa,) indutaCappa
Matth. 16,18: Du bift Petrus, und auf|Cathegorica, (id eft,invrbeRoma,)Seder °
diefen Sels will ich meine Rirchen bau⸗ |in arbore Porphyriana, (id eft, Caput Ec-
en, und will dir die Schlüffelsum Him⸗ eleſiæ vniverfalis,) etdeuorat genera et ſpe
melreich geben ic. Das foll fo viel geſagt cies (id eft, habet poteftatem condendi Pi
ſeyn: Der Pabſt zu Nom ift Herr überdie |leges), und fo fortan, iſts in allen Creatu⸗
ganze Ehriftenheit. Traun, das möchts |ren, gefthrieben, gemahlet, ‚gegraben und
chun; wer hätte fich des hohen Verſtandes gebildet, daß der Pabſt zu Rom fey das
vberſehen zum heiligften Vater; man moͤch⸗ Haupt, Here, Nichter uber alles, was im
te doch einen armen Sefellen zuvor vermar: | Himmel und Erden iſt.
net haben ehe er fich ſo tief und hoch verfündis | 74. Denn auch Ex c. Solite, .demaiori-
Het, und den Pabſt einen Efel, Narren, tate, Der heiligſte Vater Pabſt folcher Wei⸗
Abgott, Teufel hieſſe. Wohl mir, daß ſe nad) die Schrift zu deuten, und das
ich heute mich hart habeeingeneftelt ‚es kaͤme Pabftthum zu vertheidigen, alfo fehreibt an
mich fehon der Schafshuften an für groffem |Kayfer zuConftantinopel: Haſt du nicht ge⸗
Schrecken, von folhem hohen Verftand |lefen, daß GOtt hat zwey groffe Lichter ge⸗
des Pabfts, und möchte leicht gefchehen ſeyn, ſchaffen, die Sonne (das ift, den Pabſt), und
wo ich niche Hoſen angehabt, ich hatte ee] Mond Cdas ift, den Kayfer). Wie weitnun
‚gemacht, Daß die Leute nicht gerne riechen ‚|die Sonne groͤſſer iſt denn der Mond, fo
Po bange und anaft ward mir für ſolcher weit uͤbertrift der Pabſt den Kaͤhſer; das
abftlicher, hoher Weisheit. ift, der Pabſt ift (nie die Stoffe fcharfauss
73. Doch wundert mich, warum. feine)vechnet ,) 47mal gröffer, denn der Käyfer: -
Heiligkeit fo einen dunkeln Spruch für fich | das will ein Pabftlein werden, wenns nun
‚genommen hat, ſo doch viel hellere Sprüche | ausgewachſen. Hoͤreſt dues Lefer , dumußt
inder Schrift zu Sachen gedienet hätten ‚| hie nicht lachen, oder moͤchteſt auch, wie ich,
als erftlich der LMof. 1, .2: Im Anfang den Schafshuften kriegen, und mo dir die
(das iſt zu Rom,) ſchuf GOtt (das ift, tif | Hoſen nicht hart anliegen, fullteft du auch
tete) Simmel (dasift, den Pabſt) und Er» | wol eine Unluft anrichten, die man mit:
den (das ift, die Chriftliche Kirche); die Er⸗ Trogifchen und Wacholdern müßte verja⸗
de war wüfte und leer (das ift ‚die Chriſt⸗ gen, und der heiligfte Water die folche ſtin⸗
liche Kirche ift Dem Pabſt unterworfen 2c.). | Eende Sunde nimmermehr vergeben möchte,
Diefer Spruch hätte vielmehr gethan. It. auch nicht in Tudesnöthen. Darum Hüte
Ef. 1,3: Der Ochſe kennet feinen Seren |dich für Lachen in folchen ernften Sachen,
(das ift, der Pabft zu Nom ift Herr über |und denke, daß der Pabſt nicht fcherzet noch
über alles,) undder Eſel die Krippen ſei⸗ fehlet in der Schrift Deutung, wie du hie
nes Seren (das ift, die Chriftenheit iſt des ſieheſt. 3
PabftsTeibeigen ),undder Sprüchediegan.| 75. Che denn ich den Ehriftlichen Ver⸗
. ge Schrift voll, die alle viel heller vom Pabjt- | ftand dieſes Spruchs anzeige, muß ich zus
Tucheri Schriften 17, Theil, Pppp vor
vor diefen Schrank erzehlen. Die Sof feiner Juriſten Urtheil ſchuldig
. so.c. Confiderandum, und Abbas c.Signi- iſt zu beweiſen, und kein Buchſtabe in der
Keaſlti, fagen, Daß diefer Spruch, Matth. Schrift von den. Schlüfleln vedet, ohn
36, 13. 19, nichts thue, das Pabftthum zu Matth. 16,19. ee
beſtaͤtigen, fondern der Spruch Soh.er,ız :| 77. Dieraus will folgen, weil der Pabſt
7aſece oues meas , weide meine Schafe. die Schluffel St. Petri zu fich aeriffen ‚cher
Alfo find fie uneins, der Pabft und feine denn das recht bewieſen ift, dagunimmermehen
Suriften, worauf das Pabſtthum gegrüns beweiſen kann, daß er als ein Boͤſewicht ges
det fen. Der Pabftfagt, es ſey gegründet raubt hat, das nicht fein iſt; oder muͤſſen
Matth. 16, 19. und fchreyet ſolches aus falſche gemahlte Schluffel feyn, die nichts
durch viel Decreten. Seine Juriſten fa- find, denn ein Gemaͤhlde, und wir frey find,
gen, nein; und Lügen fteaft hieuntereinans | ihm nichts zu gläuben,. als einem verzweifel⸗
der der Knecht den Heren, und der Herr |ten Luͤgner und Spitzbuben, ja als einem
den Knecht. Hie menge fich der Teufel zwi⸗ Teufelsgeſpenſt. Dazu mögen wir fein!
fehen diefen Hader. Indeß wollen wir fie) Wappen, da er die Schluffel fuͤhret, und
laffen hadern , und dieweil den Pabſt nicht feine Krone drauf, mit gutem Gewiſſen aufs
für den Pabſt halten, bis fieder Sacheneins |heimliche Gemach führen und zur unterm
werden. Zwar juriſtiſch zu reden (wenn ich ein) Nothdurft brauchen , darnach ins. Feuer
Auriſt fepn wollte), duͤnkt mich, die Juri⸗ werfen Cbefler wäre es den Pabſt ſelbſt):
fien haben eine beffre Sache, weder der Pabſt, denn in folchen groſſen Sachen, die ganze
- weil fie ſich daranfarunden , Ehriftus habe Chriftenheit, betreffend, mit GOttes Wort!
Matth. ı6. die Schlüffel St. Petro nicht faͤlſchlich, laͤſterlich handeln, das iſt, Abgoͤt⸗
gegeben, ſondern allein verheiſſen; darum terey anrichten; das kann Feine zeitliche
muͤſſe der Pabſt beweiſen, wo fie ihm gege⸗ Strafe gnugſam rächen, GOtt muß in der
ben ſeyn. Solchem Argument koͤnnen wir tieffeſten Hoͤlle ſelbſt ſtraſen. Indeß ſoll ein
Theologen, den Juriſten zu gut, (wo ſie Chriſt, wo er des Pabſts Wapen ſiehet,
der Pabſt verdammen wollte,) ſehr wohl hel/ dran ſpeyen und Dreck werfen, nicht anders,
fen, nemlich alſo. | denn fo man einen Abgott anſpeyen und!‘
76. Es ift den Ehriften nicht ouug, daß |mit Dreck werfen foll, GOtt zu Ehren
man fich beruffe aufdie Propheten ſo Chris | Denn fold) Wapen des Pabſts iſt eine oͤf⸗
ſtum verheiffen haben, fondern muß auch die fentliche Eugen und Teufelsgeſpenſt, davor
Apoſtel darftellen , die da zeugen, die Ver ſich die Leute vergeblich gefürcht haben , und!
beiffung fen erfüllet, und der verheiffene Darauf vertrauet, als waͤre es GOttes Be⸗
Ehriftus kommen und gegeben. Alſo ſey der fehl, fü es doch eitel Rügen und Gottesläan
Pabſt auh ſchuldig, nicht die Rerheiffung, |fterung, eine rechte Erzabgoͤtterey if. Soll
Matth. 16. zu führen, fondern hellen Text ches, ſage ich, folgetaus feiner Juriſten der
vorzulegen, daß folche Verheiſſung erfuͤllet beften, eignem Bekenntniß, da fiefagen, dee
fey, und St Petrus in die Poſſeßion ge) Tert Matth. 15, 19. thue nichts dazu, daß
weiſet fen. Hie werden dem Pabſt die Ho⸗ ein Pabſt ſey; das iſt ſo viel geſagt: Dee
fen ſtinken; denn wo will er immermehr den Pabſt luͤget und laͤſſert GOtt damit, daß
Tert finden, der da klaͤrlich ſagt; die Schlüfs \er den Text Matth. 15. auf fein nichtiges,
ſel ſeyn St. Petro gegeben von Chriſto, wie laͤſterliches Pabſtthum zeucht, und Baer \
A; | “el ars SON
fh
er nd zu verderben,
BR Denn der Pabft diefen Tert Math.
Ines, und c.
16. ſo hoch ruͤhmet für fich, daß er 20, e.
Sacrofandta,darfbrülfen, tie (wie er felbft ruͤhmet 40. Si Papa), und
| | IAca ve — Speyer, omsimd Koampurz, de 2333
erfluchtes — und Kronen macht, ellor pefimz fidei, er hats mit Fügen und und
It damit zu ſchrecken und unterfid)
werfen; die Gewiſſen, fo durch Ehriftiigen! er hats mit Gotteslaͤſterung und Abs
it erloͤſet und frey gemacht ſind, zu fan⸗
Truͤgen; ach was fag ich Lügen und True
goͤtterey dem Reich ſchaͤndlich geſtohlen,
geraubt und ihm unterworfen, und dafuͤr
zu Lohn in das ewige hoͤlliſche Feuer unzaͤh⸗
lige Seelen durch feine Abgoͤtterey verführt
| Veskörufheirde allein ‚(fonft Feine) ſeh von EHrifti Reich verſtoͤret; daher er heißt ein
‚82 et ſelbſt geſtiftet.
e der Nom. Kirchen ſolch Privilegiumvor
' Anden gegeben, daß fie Macht habe, über
andern Kirchen Abbruch thut; „der thue groß
chen thut, der ift ein Ketzer und dergleichen
m Weil nun hieʒu feine Juriſten Nein ſa⸗
noir Theologen thun, Die ſolche groſſe Luͤ⸗
\ m Sottesläfterung, ja Abgötterey ſey.
und ‚Lügen der Lehre, und noch viel eine ande⸗
re Lügen der bloffen Lehre ohne GOttes Wort,
und Lügen der Lehre mit GOttes Wort ge
hmückt. Denn ter alfo leuget in der Leh⸗
te, daß er GOttes Wort Dazu führet, der
| macht den Teufel zum Gott, und GH zum
Zeufel, als vede GOtt des Zeufels Lügen,
un verführe mich damit, daß ich den Teu⸗
fel unter GOttes Namen ehre, anbete,
und die Lügen für Wahrheit halte, Mit
Plchen Täfterlichen Abgöttereyen unzählig
hat der Pabſt die Welt erfuͤllet.
_ 79. D nun greife zu, Käufer, König,
Fürften und Herren, und wer zugreifen Eann,
Gott gebe hie faulen Händen Eein Stück.
Und erftlich nehme man dem Pabft Nom,
Nomandiol, Urbin, Bononia, und alles
was er hat als ein Pabft, denn er ift Pof-
Unrecht; aber wer es der Nomifchen Kir⸗
‚ und folches fir Kügen halten, was fol,
Die andern Kirchen [Greuel der Verftsrung, Matth. 24, 1.
e die Roͤm. Kirche geftiftet, und GOtt Darnach follte man ihn felbft, den Pabft,
Cardinal, und was feiner Abgoͤtterey und
Päbftlicher Heiligkeit Geſindel ift, nehmen,
bimmlifch und irdiſch Reich; und wer den und ihnen (als Gotteslaͤſterern,) die Zungen
hinten zum Halſe heraus reiffen und anden _
Galgen annageln an der Niege her, wiefie
ihre Siegel an den ‘Bullen in der Niege her
hängen. Wiewol ſolches alles geringe iſt
gegen ihrer Guttesläfterung und Abgütterey.
Darum lieffe man fie ein Eoneilium, oder
gen mit GOttes Furt geſchmuͤckt fehen wie viel fie wollten, halten am Galgen oder
in hören müffen? Wir fagen, daß es eine in der Hölle unter "allen Teufeln.
Denn
ſie haben nicht unwiſſentlich, noch aus Ge⸗
Denn, wie wir droben gehört haben, es ift |brechlichkeit, das leidige Pabſtthum anges
dar viel eine andere Lügen der bloffen That, fangen. Sie wußten ſehr wohl, daß ihre
Vorfahren, St. Gregorius, Belagius, Cor⸗
nelius, Fabianus, und viel mehr heilige
Bifchöffe der Nömifehen Kirchen, ſolchen
Greuel nicht hatten geuͤbet, wie droben ges
meldet. Sie mußten wohl, daß St. Cy⸗
prianus, Auguſtinus, Hülarius, Marti⸗
nus, Ambeofius, Hieronymus, Dionyſius
und viel mehr in aller Welt heilige Bifchöfz
fe, nichts vom Pabftthum gewußt hatten,
auch nicht unter der Roͤmiſchen Kirchen ges
weft. Sie mußten wohl, daß die vier ho⸗
hen Eoncilia, Nicaͤnum, Eonftantinopolis
tanum, Epheſinum Challedonenſe und viel
andere Concilia, ſolchen Paͤbſtlichen Greuel
nie erkennet hatten.
80. Ach was ſoll ich mehr ſagen? Sie
wußtens wohl, und wiſſens noch jetzt wohl,
Ppp p 2 daß
& EN 5 y
1334 Cap. 18. Don der durch Conventeu. ReichstägegefuchtenReligionsvergl,
daß die ganze Chriſtenheit in der Melt Fein] vecht Chriſtlich zu verfiehen find, und:
Haupt über ſich hat, ohn allein den Heiland | meifterlich fie der Pabft zum Grund fei
IEſum Chriſtum, GOttes Sohn, mwel-| Pabitthums zu führen weiß. oh. 6,
chen St. Paulus das Haupt nenner ſei⸗ ſpricht der HEır ; Heine Worte find ı
nes Coͤrpers, welches ift Die ganze Chris | Beift und Leben, Demnach müffen die
ſtenheit, Epheſ. a, 15. und mehr Dertern.|fe Worte Matth. 16. auch Geift und Leben ı
Gie wiffen noch heutiges Tages wohl, daß! feyn, nemlich wenn er fpricht: Ich will |
in ganz Drient, wo Ehriften find, nicht un: | meine Rivche anf diefen Selsbauen. Hie
ter. dem Pabſt find. Sie wiſſen wohl, daß | muß bauen ein geiftlich, lebendig Gebau ſeyn.
fie Fein GOttes Wort für ſich, ſonder al-| Sels muß ein lebendiger, geiftlicher Fels ſeyn
les wider fich haben. _ Noch find fie fo fre | Kirche, muß eine geiftliche, Iebendige Vers ı
velduͤrſtige, unverſchaͤmte, verftockte Kopf- | ſammlung feyn, ja alfo lebendig, daß es al⸗
fe, daß fie wider folche ftarke Zeugniß und| les erwiglich lebe. Denn Fleiſch ift Fein
Vermahnung ihres Gewiſſens aller Welt, Nutz 2. es ſtirdt und lebet nicht ewiglich
ganzer Schrift, das leidige, Yafterliche, ab-| So iftnun diefer Fels allein der Sohn GOt⸗
goͤttiſche Pabſtthum muthwilliglich, wiflentz| tes IEſus CHriſtus, und niemand anders
lich haben angericht, und halten noch immerz] wie deß die Schrift voll iſt, und wir Chri⸗
fort drüber, und verdammen zugleich als Ketzer fen wohl wiſſen. Bauen oder. gebauet wer⸗
alle ihre Vorfahren vor Bonifacio, auch die] den auf dieſen Fels, kann nicht mit Geſe⸗
ganze Ehriftenheit, fo uber 600. Fahre vor] Ben oder Merken zugehen; denn EHriftus |
em Pabſt geweſt, ſamt allen heiligen Vaͤtern wird nicht mit Händen oder Werken erarifz
amd Eoncilien, auch alle Ehriften, fo diefe| fen, fondern muß durch den Glauben und |
1500. Fahre find geweſt, und noch find in den Wort zugehen. Alſo Fann auch die Kirche
Morgenlandern. Denn wo das Pabft-| nicht durch fich feloft, oder eigen Werk, ſich
cthum ein Artikel des Glaubens ift, und fo| geiftlich oderlebendigmachen, fondern durch |
- ein hoher, nöthiger Artikel, wie der Pabft|den Glauben wird fie gebauet auf diefen
in allen Decretalen brüllet, und aus Matth. Fels, und alfo geiftlich und Iebendig, folanz
26, 18. 19. gründen will: fo ift gewiß, daß ge fie aufden Fels gebauet bleibt, das if,
Et. Auguftinus und Enprianus, jaalle Apo⸗ bis in Ewigkeit. Hieraus fieheft du, daß
ſtel mit der ganzen Chriſtenheit in aller Welt die Meynung Ehrifti in diefem Spruch eben,
“aber 1500. Jahr müffen Ketzer, und ewig die ift, da er fagt Joh. 11,25: Ich bin das
Herdammt feyn, auch EHriftus felbft, famt| Leben und Auferfiehung Wer an
ihnen, der fie durch feinen Heiligen Geift fol-| mich gläuber , wird nimmermebr ſter⸗
che Ketzerey gelehret hat. Und niemand fes|ben; item Joh. 8, sı: Wer mein Wort
lig noch heilig worden ift, ohn die Paͤbſtli⸗ bält, wird den Tod nicht feben. Und
chen Ehriften allein. Solch Urtheil ſte⸗ Summa, diefer Text Matth. 16. redet vom
het einem Pabſt wohl an, und folte nicht) Slauben, daß, wer da glauber, der ift ger
Pabſt feyn, wo er nicht folch Urtheil fpves) bauet auf diefen Fels, wie man fpricht:
then durfte, | Der GDtt trauer, hat wohl nebauet. Das
81. Nun diefes Zuriftifchen Verſtands merke wohl (fage ich), daß Chriftus Matth.
wider den Pabſt, fen jest gnug, wollen fer; ıs. vom Glauben, und nicht von unfern |
- ben, wie die Worte Ehrifti Marth. 16, 18. | Werken redet. Denn hieraus wird nr |
n⸗
— — — — —
— —
—
hn. Don den Reichstaͤgen zu Speyer, Worms und Regenſpurg. 1337
8. der Pabſt fuͤr ein Froͤmmichen dem HErrn, auf welchen auch ihr er⸗
u A bauet werdet zur Behauſung GOttes
Alſo deutet es St. Petrus ſelbſt (wel⸗ im Geiſt ꝛe. Solches alles iſt mit Fleiß
ben die Buben gern wollten zum Pabſt zu wohl zu merken, damit wir verachten koͤn⸗
Rom machen, auch EHriftum felbft, wie nen das unflätige Narrengewaͤſche, das die
Platina thut,) 1 Petri 2, 4.5.6.7: So ihr | Pabfte führen in ihren Decreten von ihrer
geſchmeckt habt, daß der HErr freund, Noͤmiſchen Kirchen, das ift, von ihrer Teu⸗
lich ift, zu welchem ihr Eommen feyd, als felsſynagoga, die fic) felbft fondert von der
au dem lebendigen Stein, der von den gemeinen Chriftenheit, und von dem geift-
Menſchen verworfen, aber bey GOtt lichen Geban, fo auf diefen Stein gebauet
iſt auserwaͤhlet und Eöftlich. Und auch iſt, und erdichtet ihr felbft eine fleifchliche,
ihr, als die lebendigen Steine, laſſet euch roeltliche, nichtige, verlogene, lafterliche, abs
bauen zum geiftlichen Zaufe, und zum |göttifche Oberfeit, über die ganze Ehriften-
beiligen Priefterchum, zu opffern geift- heit. Denn der zweyer eins muß wahr
liche Opffer, die GGOtt angenehm find feun: Iſt Die Römifche Kirche nicht zugleich
duch IEſum Cchriſtum. Daß aber, auf dieſen Stein mit allen andern Kirchen
fol) Bauen auf diefen Stein, oder Fels|gebauet, fo ift fie des Teufels Kirche; if
- EHriftum, Glaube fey, beweiſet bald’ dar⸗ fie aber zugleich mit allen andern Kirchen
nad) St. Vetrus, durch den Propheten |auf diefen Stein gebauet, fo Fann fie nicht
Eſaiam 28. v. 16. und fpricht: Drum ſte⸗ über die andern Kirchen Herr oder Haupt
het in der Schrift: Siebe, ich lege einen ſeyn. Denn EHriftus, der Eckſtein, weiß
auser waͤhlten koͤſtlichen Eckſtein in Zion, |nicht von zweyerley, ungleichen Kirchen, fons
‚wer an ihn gläuber, der fol nicht zu dern allein von einer Kirchen 5 wie auch der
febanden werden. Euch nun, die ihr] Kinder Glaube, das ift, der ganzen Chri⸗
Flaͤubet, ift er koͤſtlich, den Unglaͤubigen ſtenheit Glaube fpricht: Ich gläube eine
aber ift er ein Stein des Anftoffens, und heilige Ebriftliche Kirche, und fpricht
ein Fels der Aergerniß, die fich ftoffen nicht: Ich glaube eine. heilige Roͤmiſche
an dem Wort, und gläuben nicht an Kirche. Denn die Noͤmiſche Kirche ift und
den, darauf fie gefesst find." So oft zeucht ſoll ſeyn ein Stuck oder Glied der heiligen
Gt. Petrus das Wort Glauben an, daß Shriftlichen Kirchen, nicht das Haupt, web ⸗
kein Zweifel ſeyn kann, das Bauen aufdie-Iches allein CHriſto gebührt, dem Cekftein.
fen Stein, fey nichts anders, denn glaͤu⸗ Wo nicht, fo ift fie nicht eine Ehriftliche,
ben an Fefum Chriſtum. fondern eine uncheiftliche und widerchriſt⸗
83. Auch St. Paulus Eph. 2, 19. 20.21. liche Kirche, das ift, eine Pabftliche Buben
20, ftimmet mit St. Petro: So feyd ibriihule —
nun nicht mehr Goͤſte und Stemölinge,| 84. Hierauf laßt ung num ſelbſt den Text
fondern Bürger mit den Heiligen und) Matth. 16. vornehmen, und fehen, wie ftark
SGOttes Hausgenoſſen, erbauet auf den] er bey dem Pabſt, der foftolz und veft, auch
Grund der Apoftel und Propheten, da wider feine Juriften, Darauf pocht, ftehen
IEfüs Chriftus der Eckſtein ift, auf will. So fpricht Matthäus 16, 13.14:
welchen der ganze Bau in einander ges| JEſus fragte feine Jünger : Wer fagen -
fügt, wächft zu einembeiligen Tempelin| die Eeute, daß des Menfchen Sohn
° | Ppppz3 ik
1338 Cap. ıg, Don der durch Convente u. Reichstäge gefüchten Religionsverg E
ſey? Sie ſprachen: Etliche fagen ‚| auch imweltlichen und haͤuslichen Regimene
— nit Elias etliche du oder Syndicus, das Wort des Raths und
andern, du ſeyſt Elias; etliche, du Seimeine, nder Öefinde führet padu an: |
nicht der Stade Herr ift. Und ein Zurift
oder Canzler des Käyfers, Küniges, Fur
ften. Wort redet, darum aber noch Iange |
nicht felbft Käyfer, König, Fürft if, wie
der Pabſt aus Diefer Antwort St. Petri
will Here fern über die Apoſtel, und alle
Apoſtel Kicchen. Saul iſt das, fage ich,
und der Pabſt beſtehet übel, two er nichtein
beffers aufbringet, yoie er num ehun wirds
wie folget, | E ;
v0, 17.18.19. Und JEſus ſprach zu ihm:
du ſeyſt Johannes der Taͤufer; die
ſeyſt Jeremias, oder der Propheten
einer.
85. Diß gehe jetzt ſeinen Weg, und magſt
druͤber leſen St. Hieronymum der ſolches
fein auslegt, wie Fleiſch und Blut nichts
gewiſſes von CHriſto reden koͤnne, ob es
gleich die groſſe Wunderthat Chriſti ſiehet,
und hoch von ihm haͤlt. Weiter fragt er
nicht, was die Leute, ſondern was ſie, ſeine
Juͤnger, von ihm halten, und ſpricht v. 15. 16:
Der ſagt ihr denn, daß ich ſey? Merk
bie daß er fie allefamt in Haufen fragt:
Wer fagt ihr, daß Ich Fey) Defprach
Simon Petrus: Du bift Cariftus, des.
lebendigen GOttes Sohn. Solche Ant:
wort thut Petrus von allee Apoftel wegen:
denn wo ein Haufe wird gefragt, Eünnen
fie nicht zugleich alle antworten, fondern eis
ner muß das Wort von aller wegen füh:
- zen; wie man fpricht: Zween moͤgen mit
- einander fingen; aber mit einander koͤnnen
ſie nicht veden. Daher fagen die Väter
recht, Auguftinus, Eyprianus, und Chry⸗
foftomus, daß St. Peter fey geweſt der Apo⸗
ftel Mund, und babe in ihrer aller Namen
geantwortet; denn fie alle gefragt, und zu
antworten fchuldig geweſt find, |
86. Derhalben legt der Pabſt hie einen
trus, und auf diefen Feld will ich mei⸗
was du loſeſt auf Exden, foll auhim |
Se fie nicht in "Beutel, und wer Ohrenhat, |
4 j
En
N N
ET R
—
DE al,
tadtſchreiber
*
Selig biſt du Simon Bar Jona,
Fleiſch und Blut Hat dir das meht of
fenbart, fondern mein Bater im Him:
mel. Und ich fage dir, du biſt Per
ne Kirchen bauen, und die Pforten
der Höllen follen fie nicht übermältie
gen. Und dir will ich die Schlüffel
‚des Himmelveichs geben, Alles, was |
du auf Erden Bindeft, foll auch im |
: Himmel gebunden feyn : und alles, |
- Himmel los feyn.
‚87. Wer nun hier Augen bat, der ſte⸗ |
Bloffen, und bauet auf einen faulen Grund, der fehicke fie nicht über Feld, daß er fehen
dieweil St. Peter allein antwortet, ſey er und hören möge, vie der Pabſt hie zum
ein Here über die andern Apoftel, und der Heren uber Himmel und Erden, über Kira
Pabſt über alle Welt. Denn da ftehets chen und Kanfer gefegt wird: welchen ho⸗
klar im Tert, daß Ehriftus nicht St. Per hen Artikel des Glaubens doch die Chris
ter fragt, wer fagft du, Daß ich ſey? ſon⸗ ſtenheit vom Anfang bis auf den Pabſt nicht
dern alle Singer, und fpricht: Wer ſagt gewußt, auch) Die zween Furiften (wie dro⸗
ihr, daß ich ſey? Und hat St. Peter müf ‚den sefagt,) Johannes Teutonicusund Pas
fen für fie alle antworten, und feine Ant⸗ normitanus, als verzweifelte Ketzer verneis \
wort zugleich aller Antwort ſeyn; gleichwie Inen und dem Pabſt in Diefem Tert a \
Dr ; - geſte⸗
TRETEN EEE ERST”
Ir,
„Vonden Reicherägen zu Speyer, Worms und Regenſpurg. 1341
Aber was ift GOtt, EHri- Peters Worte; denn fie will fagen: dahab
e, Welt, Zuriften, gegen dem ich den Saamen, den rechten Mann, den
ſt Meßiam, den Jehova, dasift, der GOtt und
n Bar Johanna, (fpricht der GOttes Sohniſt, deresthun foll, was ung
Err ) du Bil fefi 5 jperbeiffen iſt. Aber fie fehlet an der Pers
HErr,) du biſt ſelig. n ber
ee Bi 2% daß du ſolches fon; fonft find ihre Worte fehr ahnlich den
88. Wohl bir, 0 — ER wi 5 je ZBerten St. Petri, an diefem Ort. Gies
Te En at di 06, Th groß “Ding it in den Worten Ct.
bendigen GOttes Sohn bin; dat Denn) Petri: Das ift eine vechte Apoftolifche Re⸗
dein Vater Johannes nicht A 2 de. Alſo haben hernach alle Apoftel, nicht
‚fo nennet er ihn Johannis ey EN Niet allein St. Peter, in der ganzen Welt gepre⸗
Simon Johannis haft du mich E;j,iot, und predigen bis an der Welt Ende,
Welches hie Matthäus c.16. Ebtaiſch Si Denn, wie gehört, nicht St. Peter allein,
ſondern die andern durch feinen Mund: fol
mon Bar Beh (as Mir noch Fans:
Bar Jona, das heist, Sohn Jona, DDEr He Hnemort gegeben dem HErrn auf feine
Sohn Sohanna. Ja, feichen hohen Betz] grage, an fie gethan, ee richt dr
ſtand haft du ‚von deinem Bu ln Err:
ie andern Juͤnger, ie, von Fleifh)“ I ; |
ee Vätern, noch Und ich fage Dir, du Bift Petrus, und
einigem Menfihen ; fondern mein Daterim auf diefen Feld will ic) meine Kirche
Simmel bat dirs offenbarer. Denn in) . bauen,
dieſen wenigen Worten Petri, Die er amt) go, Koh. r, 42. nennet er ihn Kepha,
‚den andern Füngern befennet, (denn fie ſte⸗ du ſollt Kepha heiffen. Keph Ebraͤiſch Res
‚ben alle für einen Dann in diefer Antwort hha Chaläifch, und Vetros oder Petra
Petri,) ift begriffen Das ganze Evangelium, |Gpiechifch, Ruͤpes Lateinifch), heißt auf
ja die ganze heilige Schrift. Denn was Deutſch Fels, als da find die hohen Telfen,
will die Schrift von Anfang , zum Ende da die Schlöffer auf gebauetftchen. Nun,
aus, anders, denn daß Meßias GOttes wil der HErr fagen , du bit Petrus, das
Sohn kommen follt, und durch fein Opffer, ſt ein $elfen. Denn du haft den rechten
als eines unfchuldigen Lammleins GOttes, | Mann erfennet und genennet, welcher der.
der Welt Stunde tragen und tvegnehmen, | zechte Sels iſt, mie ihn die Schrift nenner,
und alſo vom ewigen Tode erlöfenzuyetvigen| Chri@us. Aufdiefen Sels, das ift, auf
Geligkeit. Um des Meßia und GOttes mic, Chriftum, will ich meine aanze Chriftens
Sohns willen ift Die heilige Schrift ger | heit bauen; gieichwie du famt den andern
fehrieben, und um feinetwillen alles gefcher| Kingern drauf gebauet bift, Durch meinen
hen: mas gefehehen fl. Vater im Himmel, ders euch uffenbaret
89. Alf Iefen wir faft im Anfang der| hat. Auf Deutfche Weiſe redet fichs fein
Schrift, 1 Moſ. 3, 15: Des Weibes Saa⸗ alfo: Du fageft (von aller wegen), ich fey
men ſoll dir den Ropf zutreten; und Heva Meßia oder Ehriftus, deslebendigen GOt⸗
Moſ.4, 1. da ſie vom Cain ſagt: Ich hab tes Sohn; wolan, ſo ſage ich Dir wiederum,
den Mann den Jehova. Dieſe Worte du biſt ein Chriſt, und auf den Chriſt will
hauten ſchier der Meynung nach, wie hie St. ich meine Kirche bauen. Denn in —
er r
glaͤubt, der ift nicht aufdiefen Fels gebauet, daß er verdammt feyn foll. Ftem, nachdem
1342 Cap. i8. Don der durch Lonventeit, Keichstaͤge geſuchten Religionsvergl. ze
ſcher Sprache begreift das Wort Ehrift an Ehritum, damit: wir fein Haus und
beydes, den HErrn felbft, wie man ſingt: Wohnung werden, wie ı ——— iR l
Chriſt iſt erfianden, Chriſt fuhr gen Him⸗ Eph. 2, 15. Droben beweiſet ft. Weiter:
mel; und auch den, foan den HErrn Ehrift % en A:
giaͤubet, wie man fpriht: DubifteinChri;]0, 19. Und dir will ich die Schlüffel des |
fo fagt Lucas Apg. 1,26. daß die Jünger] Himmelreichs geben. Alles, wasdu
zu Antiochia am erften find Ebriften ges) Binden wirft auf Erden, foll auch ge⸗
eben it Ehrit — — u bunden feyn im Himmel: und alles,
eben IE, Shriſten Oyriſtenheit, Oriſt. mag du löfeft auf Erde im |
licher Stauberc. Ufo gibt hie der HERR] Himmel en “ ſol — |
92. Der HErr will feine Kirche, fü auf N
Simoni Sona den Namen, Felfer, oder
Chriſt, darum daß er den Fels oder Chriſt |
vom Dater erfennet, und ruͤhmet mit feinem ihn gebauet ift und an ihn gläubet, wohl |
- Munde, vonaller Apoftel wegen. verforgen. Denn weil fie das Evangelium
91. Hieraus ifts Elar gnug, daß Chriſtus vor der Welt predigen und befennen, und \
bie mit dem Bauen feiner Kirchen auf den | Damit regieren follen, daß Ehriftus JEſus
Fels, oder auf fih felbft, nichts anders nen, |fen GOttes Sohn, will er ihr Wort geeh⸗
net, denn den gemeinen Ehriftlichen Glau⸗ | vet und unverachtet haben; fondernmanfols
ben, (wie droben gefagt ift aus den Apo- glaͤuben, und in folchen Ehren halten, als
fteln Petro und Paulo, daß, wer da glaͤu⸗ | redete ersdurch fich felbft perfünlich vom Him⸗
bet an Chriſtum, der iftauf diefen Felsges mel. Wer nun das Evangelium von den
bauet, und wird felig, auch wider alle Pfor⸗ | Apofteln oder Kirchen hoͤret, und nicht gläuben \
ten der Höllen. Aber nicht an Chriſtum will, dem follen fie ein folch Urtheil ſprechen,
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und muß verdammt feyn mit den Pforten |er glaubig worden ift, fället, und nicht fich J
der Hoͤllen. Das ift der einfaͤltige, eini⸗ wieder zum Glauben bekehren will, dem ſol⸗
ge, gewiſſe Verſtand dieſer Worte, und len ſie auch ein ſolch Urtheil faͤllen, daß ſei⸗
Fann Fein andrer ſeyn, wie die Worte klaͤr⸗ ne Suͤnde behalten, und er verdammt ſeyn
lich und gewaltiglich geben, und reimen fich |fol. Wiederum, mer das Evangelium hir ı
mit dem Wort Marei16, 16: Wer glaͤubt ret und glaubet, oder von feinen Suͤnden
und getauft wird, wird felig werden; |fich Eehret wieder zum Ölauben, dem ſollen
und Fob. ı1. 25: Wer an mich. gläubt, |fie folch Urtheil ſprechen, daß ihm ſeine Suͤn⸗
wird nimmermebr ſterben. a, ſage den vergebenfind, und er folle felig werden.
ich, merks wohl und zeichne es fleißig an, Und über folchem Urtheil will er im Himmel |
daß der HErr hie Matth. 16. nicht redet von halten, als habeers felbft gefprochen. Gies ı
Geſetzen, Zehen Geboten, vderunfern Wer⸗ he, das find die Schluffeldes Himmelreichg,
Een, die wir thun follen oder koͤnnen; ſon⸗ und das iſt ihr Amt, auf daß man in der
dern von dem Ehriftlichen Glauben, oder Kirchen eine ervige Behaltung und Verge⸗
von dem Werk des Vaters, daß er mit |bung der Stunden habe: nichtallein zur Zeit 1
dem Sohn und Heiligen Geift in uns wir⸗ |der Taufe, oder einmal im Leben; fordern 1
ket, nemlich daß er ung geiftlich bauet auf ohne Unterlaß bis ans Ende, Behaltung
den Fels, feinen Sohn, und glauben Iehret |für die Unbußfertigen und in -
eis
>
1344 V:Abfehn. Don den Reichstägenzu Speyer, Worms und Regenfpurg. 1345
Bergebung für Die Bußfertigen und Glaͤu⸗ walt, dadurch die Biſchoͤffe uͤber die Kirchen
bigen. ä ich brüften und herrfchen ( benehcium non
J 93. Und hie merke abermals, und zeich⸗ dominium) moͤchten; fondern eine geiſtliche
er mit Fleiß in dein Herz, daß der HErr | Gewalt, den Cindern; u Gut und Heilges
| auch nicht redet von Sefegen oder unfern | geben, daß fie Diefelbige —* den Biſchoͤffen
Merken, die wir thun ſollen; ſondern von und Kirchen fuchen und finden mögen, fo oft
| E Werken, nemlic) von Behaltung uͤnd es ihnen noch thut, dadurch die Sinder ſe⸗
Vergebung der Suͤnden: denn Stunde. ber lig, und nicht die Bifchoffe Herren und Jun⸗
halten und vergeben, ift-allein der göttlichen Fer werden follen. Gleich als wenn ein Fürft
Majeſtaͤt Werk; aber er will ſolch fein: taufend Gulden feinem Diener gäbe, daß er
Werk durch feine Kirchen uͤben und vollbrins | Die follte unter etlichearmekeute theilen ; durch
gen; drum fpricht er; Was ſie binden oder |diefe tauſend Gilden foll der Diener nicht
bſen wird auf Erden, das ſoll bey ihm reich noch Herr uber Die armen Leute wer⸗
im Simmel ‚gebunden oder los ſeyn. den; fondern, wie fie der Herr befohlen
- Darum folgen im Kinderglauben auch die| bat, frey, umfonft von den armen Leuten
zwey Stück auf einander: Ich gläube ei- laffen fuchen und finden; er aber allein einen
ne beilige Chriftliche Kirche, Gemein; willigen Diener fich hierinn erzeigen, den
ſchaft der Heiligen, Vergebung der Suͤn⸗ armen Leuten zu Troſt und Nutz. Das mer⸗
den; daß wo die Kirche iſt, nemlich der ke wohl, es gilt dem Pabſt.
Bauauf dem Felſen da find auchdie Schü] 95. Zumdritten merke wohl und behalts
ſel zur Vergebung der Suͤnden. veſt, daß die Schluͤſſel nicht allein St. Der _
94. Zum andern merfe, daß die Schluß |tro, vielweniger allein dem Pabſt nach St.
fel und ſolche Macht, Sünde zu binden und Petro gegeben find. Denn, wiewol dee
zu loͤſen, nicht ift gegeben ? den Apofteln und! HErr allein mit Petro redet, {7 ſtehet Doch
Heiligen zur Herrſchaft uͤber die Kirchen; Petrus da nicht fuͤr ſeine Perſon allein, ſon⸗
ſondern allein den Suͤndern zu Gut undRutz dern an ſtatt und Perſon aller Juͤnger,
Denn wo nicht Suͤnden ſind, da darf man mit denen Chriſtus anfing zu reden und zu
der Schluͤſſel und ihres Amts: nicht. Denn| fragen; wie es alle Lehrer, ehe der Pabſt
„ man foll Sanct Paul und feines gleichens vom Känfer Phoca geftiftet, verftanden,
Heiligen nicht loͤſen noch abſolviren von! gelehret und gehalten habenin der ganzenChris
Sünden; dennftehaben Feine, ohne die taͤg⸗ ſtenheit, und noch heutiges Tages halten in
lichen und übrigen im Fleiſch, die bis ins Orient. Ach! was darfs viel Worte? Echt
bleiben; wie er ſagt ı Cor. 4,4: Ich kann nicht Finfterniß ſeyn. Matth. 18, 18.
bin mir nichts bewußt, aber damit bin) redet Chriftus nicht mir St. Peter allein,
ich nicht gerecht; und Röm. 7, 25: Ich ſondern mit allen Juͤngern: Wahrlich, ich
diene dem Geſetz der Sünden nach den] fage euch, was ihr auf Erden binden
Fleiſch; fondern foll fie dem Fels laffen be: | werder, das ſoll gebunden feyn im Him⸗
ſohlen feyn, auf den fie gebauet find. Aber mel; und was ibr auf Erden loͤſen wers
den Suͤndern find fie noch, die entweder der, ſoll los ſeyn im Himmel. Das ſi nd
nicht auf den Fels gebaust, oder vom Fels eben die Worte vom Binden und Loͤſen de
gefallen ſind, daß man ſie wiederum hinauf er droben mit St. Petro redet. Ja, das
baue. Darum iſts nicht eine weltliche Ger iſt der Text, da die verheiſſenen Schlüffel |
— Schriften 17. Theil. —* q (mie
vie die Zuriften wollen, ) chärtich, und de; Cr it der Gröffefte, Höchfteund Mäctige
fpriche nicht : Ich weil geben, fondern: |
ben Dr fagt er v. 19,20: Wo zween uns \andern Apoftel Macht zu binden und zu loͤ⸗
ſtum geglaubt, einem ganzen Haufen: wis
—
3346 Cap. 13. Don der durch Convente u. Reichstägegefüchten Religionsvergl, 1347.
s *
præſenti gegeben werden. Ich ſage euch ſte allein
97. Wenn nun der Pabſt gleich ſteifun d
Ich fage , und gebe es euch jetzt. And ob ſtol; ſtehen koͤnnte, als er nicht Fan, auf
hie Beine Meldung der Schlüffel geſchiehet, dem Spruch Matth. 16. fo ftehen wir dage⸗
fo ift doch das Amt der Schluffel, wie dro⸗ gen viel ſtoͤlzer und fleifer auf Matth. 1.
ben Matth. 15,19. gewaltiglich ausgedruckt, | Denn es iſt nicht ein andrer Ehriftus, dee
Und dazu redet er bie Elarlich von Suͤnden, Matth. 16. mit St. Peterredet, und Matth,
die man binden und loͤſen fol. Denn hart |ıg. mit den andern ungern eben diefelbe
davor fagt er von den Sundern, die nicht Worte redet; und nicht verheiſſet fondern
hören wollen, und fpricht: Solchen follt gegenwaͤrtiglich und thätlich die Macht gibt,
du halten als einen Heyden und Zoͤllner. Suͤnde zu binden und zu lofen. So fah
—
| re.
Flugs drauf: Wahrlich, ich fage euch, der Pabft hin mit feinem ‘Peter, binde und
was ihr binden werdet rc. Matth. 18, 17. loͤſe was er kann mit den verheiffenen Schluß |
96. Und das noch wol mehr ift, am fel- ſeln, die er nochnichthat. Wir wollender
ter each eins werden, warum esift, das fen gleich St. Veter halten, und wenn
ie bitten wollen das ſoll ihnen woiederz | hundert taufend St. Peter ein Peter, und
fahren von meinem Dater im Simmel. | alle Welt eitel Pabſt waͤre, dazu ein Engel
Denn wo zween oder drey in meinem Na⸗ vom Himmel bey ihm fund. Denn wir
men verfammlet find, da bin ich mitten |haben hie den HEren felbft über alle Engel
unter ihnen. Hie hören wir, Daß auch |und Ereaturen: der fagt, fie ſollen alle glei⸗
zween oder drey in Ehrifti Namen verſamm⸗ che Gewalt, GSchlüffel und Amt haben,
let, eben alles Macht haben, was St. Per | auch zween fehlechte Ehriften allein in feinem
trus und alle Apofte. Denn der HErrift Namen verfammlet. Diefen HErrn ſoll
ſelbſt da; wie er auch fagt Joh. 14, 23: uns Pabft und alle Teufel nicht zum Nar⸗
Wer mich lieber, der wirdmeine Wort ren, Luͤgner noch Trunkenbold machen;
balten, und mein Dater wird ihnlieben, ſondern wir wollen den Pabſt mit Fuͤſſen even
-und wir wollen zu ibm kommen und ten und fagen, er fey ein verfroeifelter Lüge
Wohnung bey ihmmachen. Daher ifts net, Gotteslaͤſterer und abgoͤttiſcher Teufel,
kommen , daß oft ein Menſch, der an Chri⸗ der die Schluͤſſel zu ſich allein geriſſen hat
unter St. Peters Namen, fo Chriftusdie
derftanden hat; als Paphnutius im Conci⸗ ſelben alten gleich insgemein gegeben hat, und
lio Vricäno, und wie die Bropheten den KRd- will den HErrn Mattb. 16. zum Luͤgner ma⸗
nigen Iſrael, Prieftern und allem Volk wi⸗ chen; ja, das müßte man loben. 2
derſtunden. Kurzum, GOtt will unver-| 98. Item Joh 20, 2r. 22, 23, ſpricht der
bunden feyn, an der Menge, Groͤſſe, Hoͤ⸗ HErr, nicht zu St. Peter allein, fondern |
be, Macht und was perfünlic) iſt bey den zu allen Apofteln oder Füngern: Gleichwie
Menfehen ; fondern willallein bey denen feyn, mich mein Vater gefande hat, fo fende
die fein Wort Tieben und halten, und foll\ich euch, Und da er das gefage, bließ
teng eitel Stallbuben feyn. Was fragt er! er fiean (nicht St. Peter allein), und fprach
mach hohen, groffen, mächtigen Herren ?!su ihnen ; Nehmet bin den Heil. Be;
we
1348 V. Abſchn Vonden Reichstägensu Speyer, Woormsund Regenfpurg 1349
welchen ihr die Sünde vergebt, denen] Heiligen Geiſt, wem du die Sünde vergibft*
find fie vergeben, welchen ihr fie behal, Siehe da Jacob, fiehe da Johannes,
tet, denen find flebebalten. Gern moͤch⸗ Thoma, Bartholomaͤe, Philippe, Si—
t ich hoͤren was der Pabſteſel hiewider fa mon Juda ꝛc. Eben ſoviel iſts (ſage ich),
a
gen koͤnnte: und wenn er taufend ſpitzbuͤbi⸗ wenn er fie alle anfpricht insgemein, als wenn
ſche Zungen hätte, ſo muͤſſen fie doch allzu, er einen jeglichen beſondes anſpraͤche. Denn
mal bie zu ſchanden werden. Demm klar ein jeglicher hat ſichs muͤſſen dem andern
find die Worte des HErrn: Wie mich mein zugleich annehmen, weil es zu allen gleich
Dater geſandt bar, fo ſende ich euch ‚|gefagt iſt; darum kann St. Peter mit den
‚euch, euch, nichtdich Peter allein; das iſt, gemeinen Sdhluͤſſeln und gemeinem Amt
was ich aus des Vaters Befehl gepredigt, der Schluffeln, welches ift Vergebung
1d auf mich Felfen gebauet habe, ebendaf|und Behatung der Stunden, nichte eineng
felbe, und Eein anders folle ihr predigen und noch fonderlichs verftehen noch haben, über
bauen: und ihr füllt alle gleiche Gewalt, und Die andern Apoſtel. Und ift hie Feine Es
die Schlüffel haben, Suͤnde zu vergeben und! cluſiva, mie die Roͤmiſche Efel flicken und
u behalten. “Denn das find eben diefelben|dichten. Es heißt nicht, tibi Petro ſoli. Und
Worte vom Binden und Lofen, die er wenns fchon fo ware, fo wäre duch die Er
Mattd. 16. von Schlüffeln zu Petro redet. cluſiva nicht wider die Apoftel, fondern
DIE iſt der HErr felbft, der foldyes redet; vielleicht wider Caiphas und das Moſiſche
darum fragen wir nichts darnach, was der Priefterthum. Sonſt bleibt Petrus an ſtatt,
Pabſteſel in feinen Drecketen hiewider tobet. aller Apoſtel, wie. dieſe zween Sprüche
99, Und bie iſt (daß wir den armen Ju⸗ Matth.18,18. und Joh. 20,21.fq. mit aller Ge⸗
tiften Johanni Teutonico und Panormita- walt beweiſen und zwingen. Das ift ges
no, auch helfen, ) der Tert, da die verheiſ- wiß.
ſene Schläffel Matth. 15. (wie ſie meynen,)| 100. Zulest ift auch da das Werk und
‚mit der That St. Peter gegeben, und erin die That. Denn St. Matthias ift zum
die Poffeßion geweiſet wird; aufdaß es klar Apoftel, nicht von St. Petro, fonderndurch
iR die verheiffenen Schlüffel Matth. 10 das Laos durch Chriftum vom Himmel bes
Sind nicht St. Peter allein verheiffen; denn ſtaͤtiget, und zu den. andern eilfen Apofteln
die Erfüllung folcher Verheiſſung wird nicht, geordnet, Apg. 1, 26. Iſts nun ein Artikel
St. Petro allein, fondern allen Juͤngern des Glaubens, wie ung die Roͤmiſchen Eſel
gegeben. Solches fage ich den armen Ju⸗ gern uͤberdraͤuen und überlügen wollten ‚daß
Anſien zu Dienſt. Denn wir Theologen ha⸗ St. Petrus allein die Schlüffel habe, als
ben ſtaͤrkern Grund, unddifputiren nicht de] ein Privilegium, (fo nennen e8 die Narren
verbo futuro und prefenti in folchen hohen) zu Nom,) fo ift hie St. Peter, famt allen
Sachen. Darum ift diß Wort, das der) Apofteln und Matthia, auch eitel Ketzer,
HErr zuihnen allen fagt, wem ihr die Suͤn⸗ daß fie wider folchen Artikel handeln, und
de vergebet, dem find fie vergeben, eben|laffen nicht St. Matthias von St. Peter
ſoviel, als wenn er einen jeglichen inſonderheit allein, der die Schluffel allein über Die gans
nach einander anfpräche: Siehe da, Peter, ʒe Welt haben foll, geordnet und beftatis
nimm den H.Geift, wem du die Sünde ver⸗ get werden; und Chriftus felbft wird indes -
gibftac, Siehe da Andreas, nimm bin den N Bann feyn muflen, daß er Er
Bi 9442 Ketze⸗
8
— "Den nDer Busch Comvenen, Kabadge —— Reigee⸗ er
Kegerey, mit St. Matthias begangen, be» |Apoftg. 1, 26. um Lügner und Rege
hi
oder Kirchen zu Stiften, noch Bifcböffe zu und Biſchoͤffe geordnet: ſo Fann’der zu Rom
Befehl; wie droben gehoͤret iſt, Joh 20, 23. get, in Aſia, Ponto, Cappadocia, Br
‚wie will er immermehr Vergebung ſeiner wiß m. hen, welchen Kirchen St. Betr
Ketzerey und Suͤnden erlangen bey dem
Roͤmiſchen Stuhl? Fch hätte fehier gefagt fe er geordnet hatte, Damit eu nicht gr
bey den Maulefeln? der andern Apoftel Kirchen und Bifchy
ter iſt mit ſeinem St. Peter, wie ſeine De⸗ auf Erden geſtiſtet, noch Biſchoͤffe geordnet,
ich meyne. nen eben ſowol, als der Roͤmiſche, ſich ruͤh⸗
ſtaͤtiget hat. O der arme Sünder Ehriſtus Das andere, ‚er muͤßte zuvor fuchen un
‚in der Welt gepredigt, und welche Biſh
ıcı. Und obgleich) Paͤbſtliche Heiligkeit, die allzumal fo aut und hoch find, als
dem HErrn Ehrifto die Macht laffen mol Roͤmiſche Biſchof. Denn fie alle zum
te, als einem Prinzen, : der. Feinem Geſetz geordnet find von folchen Apofteln, die-€
untertvorfen,, und mol mochte nach feiner | Peter in alten: Dingen ı gleich von. Chr
Himmelfahrt mehr Apoftel beruffen, denn geſetzt find. O hie wide der heiligfte B
erauf Erden beruffen hätte: fo Fannı doc) ter alfo zu thun Friegen, daß er auch m
Derfelben Apoftel Feiner auf Erden predigen dem Juͤngſten Tage nicht sum Ende Fam
oder Bifchöffe ordnen, fondern müßte aus wo bliebe dieweil der Roͤmſſche Stuhl, u
der Welt ins Schlauraffenland, daſelbſt der Mauleſel Regiment zu Rem
predigen, Kirchen ſtiften, und Bſſchoͤte 103. Zum dritten, müßte er auch dası e—
ordnen. Urſach iſt die: Der heiligfte Va⸗ wiß machen, daß St. Peter Feine Kirchen
ereta fagen, aller Welt Bilhef, und pres Jauch in Feiner Kirchen gepredigt hätte,
digt und bronet Biſchoͤffe niemand drin, allein zu Rom. Wo nicht, ſo ſollte der
nen, denn der Pabſt allein; darum muß Pabſt auch wol Ct. Peter mit Schluͤ— el
Et. Matthias und die andern 10. Apofteln und allem verlieren. Denn, hat St. Peter
Teinen Raum noch Statt haben , zu predigen etwa in der Welt mehr geprediger, Kirchen
ordnen in der ganzen Felt, fondern allein |nicht fich ruͤhmen, daß er allein fey St. Pe⸗
Die Paͤbſtliche Heiligkeit; berſtehet wohl, was ters Stuhlerbe, ſondern die andern alle koͤn⸗
ıc2. Oder ſollt es alſo ſeyn, daß ein je⸗ men: St. Peler iſt unſer Apoſtel, hat un⸗
glicher Apoſtel haͤtte gleiche Macht mit St. ſere Riechen und Bifchöffe geordnet, dar⸗
Petro und haͤtte ein jeglicher an feinem Ort um find feine Schluͤſſekunſer, und nicht des
in der Welt geprediget, Kirchen geſtiftet, Biſchoffes zu Rom. Nun its gewiß, daß
und Biſchoͤffe geordnet, ohne St. Neterg St. Peter zu Jeruſalem, zu Antivchia, iſt
Wiſſen und Befehl, fondeen aus Chrifti Apoſtel gervefen, Dazu, wie feine Spifteljens
So tuollte das daraus folgen ‚dab die Wählt ehinig, Salatia: Diefe alle mügen wider den
liche Heiligkeit Drey Dinge thun müßte: Bifchof zu Rom ( vielmehr wider den Pabft,
erjtlich feine Decreta als verzweifelte, ers | der nach den Biſcoͤffen kommen ifE, weder
ſtunkene Luͤgen verdammen, und ſich ſelbſt Biſchof noch Chriften, ) ruͤhmen: Lieber Bir
auf ſein verlogen laͤſterlich Maul fchlagen ‚|fchof, St. Peter iſt unfer Apoſtel, mir has
da er fich ruͤhmet der Hohepriefter und| ben von ihm die Schlüffel, und find uber
Haupt aller Kirchen auf Erden, und Ehris|die Roͤmiſche Kicche. Denn uns hat er
ſtum Matth. 16, 19. Joh. 20, 23. und Bi feine ſchoͤne, lange Epiftel gefchrieben;
J
— su Speyer, — Kegenfung, Ei
if — hat er — — da haͤnget ein Klaretlein vor, daruͤber ein
1 geringſten Buchſtaben gefchrieben. | ander Klaretlein, welches fie aufziehen, wenn
fallt dir der Schnitzer Pabftefel? |fie die Veronica weiſen; da Fann der arme
"%a, St. Beer ift zu Nom gemar-| Dans von Jena nicht mehr fehen, denn ein
St. Pauls , wie die Decret ruͤh⸗ Klaretlein vor einem ſchwarzen Bretlein:das
» Das thut nichts zus Sachen. Es heißt denn die Veronica geweiſet und gefehen.
gen viele taufend Märtyrer zu Nom, die Und hie ift groffe Andacht, und viel Ablaß
oft gemartert find, und dennoch Feiner bey folchen ungefehtoungenen "gen. So
chof zu Nom deweſen iſt. St. Stepha⸗ gar groſſe, unmaͤßliche Luft hat der ver⸗
iſt zu Jeruſalem gemaͤrtert, aber da⸗ dammte Pabſteſel und feine verfluchte Bu⸗
nicht Biſchof zu FJeruſalem worden. benſchule zu Nom, den armen Chriſten⸗
fragt nah St. Peters Amt, Predigt, mann zu Affen, naͤrren, fpotten, ja GOtt
nd wie er Biſchoͤffe geordnet habe zu Rom, im Himmel zu laͤſtern, folche Ahgstteren zu
daxauf fie Matth. ıs, 19. führen und fich ftiften in feiner heiligen Kirchen; lachet in
‘ genden. Wiewol bie find etliche Gelehr⸗ die Fauft „ daß er ſolche feine läfterliche, abs
die wollen, daß St. Peter nie gen goͤttiſche Rügen ‚angebetet fehen mag sraubet
fen Eommen, und follte dem Pabſt und ftiehlet dafuͤr aler ABelt Gut und Ge
\ fauer werden, ſich zu wehren wider folche ‚berfam, daß man greifen muß, das Pabfts
| Schrift. Ich will hierinn nicht Richter thum fen (wie droben gefagt ,) ein Luͤgenge⸗
‘ fon, St. Peter fey da geweſen oder nicht. ‚fpenft vom Teufel, darum in die Kirchen
' Denn wol allein St. Paul, der gewißlich geſetzt, x es nichtsandere thun folle,denn
da geweſen iſt (wie Lucas in Apoſtg. und er Lügen, Laͤſterung, Abgoͤtterey ſtiften, da⸗
ſelbſt in feinen Epiſteln ſchreibt), die Kirchen mit den Glauben und das Wort GHttes
und Bifchöffe zu Rom kann geordnet haben; zu flören, und dafuͤr alles. rauben, wag
\ aber das kann ich fröhlich fagen, wie ich ges die Welt, fo unter ihm iſt hat und ver⸗
ſehen und gehoͤrt habe zu Nom, daß mag, und alle Seelen zum Teufel führen.
man zu Mom nichtweiß, wo die Körper] 106. Nun, wie gefagt, Die Apoſtel St. Pe⸗
Sanct Petri und Pauli liegen , nder fer und St. Paul mögen zu Nom liegen
ob ſie da liegen. Solches weiß Pabſt und oder nicht, ſo thuts nichts zur Sache; ſon⸗
Cardinal ſehr wohl, daß fie es nicht wiſſen. der ‚wer daſelbſt die Kirchen und Bisthum
0105. Da ſtellen fie given Haͤupter aufan habe geftift. Denn St. Paulus liegtnicht
St: Petri und Pauli Tag, geden vor, und zu Corinthen, Philippen, Theſſalonich
laſſen den gemeinen Mann glaͤuben, es ſeyn Coloſſen und andern Kirchen, da er doch
der Apoftel natürliche Haͤupter: da laͤuft Biſchoͤffe geſetzt und Kicchen geordnet hat,
der andächtige Wooel zu mit Hannſen von daß, ſo es vieles St. Peter betrift, faft Feine
Jena. Aber Pabſt, Eardinal und ihr Kirche iſt Die ungewiſſern Anfang hat, als
Geſindlein wiſſen fehr wohl daß es zwey hoͤl⸗ eben die Roͤmiſche. Sie ſchreiben wol,
jerne, geſchnitzte und gemahlte Haͤupter ſind; St. Peter fen 25. Jahr zu Rom gefeffen; aber
gleichwie fie mit der Veronicken aud) thun „solche Li Luͤgen friſſet ſich felbft. Denn er iſt ja
geben vor, es ſey unſers HErrn Angeficht| noch zu Jerufalem geweſen, da St. Paulus
in ein Schweißtuͤchlein gedruckt, und iiber ‚3 Kahr nach des HErrn Himmelfahrt
nichts, denn ein ſchwarz Bretlein viereckt zu ihm kam, Gal.ı, 18. undc. 2, in. und ſoll
Oqq q3 7 . Jahr
Bi, =
— Top. 18. Don der. durch — Kercheräge v Ser ?
7. Sahr zu Antiochia gefeffen feyn, davon) dem groffen Apoftel, Apoftg. 9, 3- 6. da
noch das Feſt St. Peter Stuhifeher den von Himmel bey Damaſco niedergefchlac
Namen hat. Solche Zahl zufammen macht! ward, fagte ihm der HErr, er füllte in die
45. Jahr. Alſo wird Gt. Peter acht Fahr Stadt gehen, da würde man ihm. fagen , —
nach Nerone gelebt haben, von deme er. doch | was er thun ſollte. Iſt das nicht Wur mder? |
ſoll gemartet feyn. Denn Nero bat fich | Ein folcher Apoftel wird nicht gen er ie |
erftochen 37. Jahr nach Der Himmelfahrt Tem zu Gt. Petro und andern Apofteln ge⸗
Ehrifti. Sie lügen und dichten unter ein⸗ weiſet, ſondern zu einem ſchlechten Juͤnget,
ander von St. Peter, das hundert ing tau-| Anania, der die Hand auf ihn legte, daß
fend, daß ich den Mahn habe kriegt, daß er den Heiligen Geiſt empfinge. Was will
weder St. Peter noch St. Paul habe den hiezu der Lügenefel zu Nom fagen, der mit
erften Stein an der Kirchen zu Nom gelegt, feinem Petro will aller Welt Kirchen Here |
fondern ſey etwa ein Zünger der Apoſtel von und Meifter feyn? Diefer Apoſtel Paulus j
Jeruſalem oder Antiohia gen Nom Eoms thut ihn einen groͤſſern Stoß, denn Sankt |
men, und den Glauben Ehrifti in ‚etlichen Matthias und Die andern zehen Apoftel,die |
wenig Häufern gepredigt; oder, wie zu der der Pabft aus der Welt in Schlauraffens
Zeit Gewohnheit, find ettiche Fuͤben zu Rom land jagt, ſamt ihrem Apoſtelamt, weil —
wohnhaftig, als Aquila und Priſcilla ze. auf aller Welt Lehrer ſeyn will, Paulus deckt
Oſtern und Pfingſten gen Jeruſalem gerei⸗ den Schalk recht auf, hinten und fornen,
ſet, daſelbſt den Glauben gelernt und mit daß man unter feine Lügen ſiehet, wie in |
heim gebracht gen Nom unter ihre. Freund» des höllifchen Satans Weich. Denn da
lein, Süden und Heyden. Hiezu beweget find feine Epifteln wohl 14, die zeugen gewal⸗
mich das 16. Cap. Roͤm. da St. Paulus tiglich, was er für Kirchen und Bifchoffe |
- viel Heiligen zu Nom mit Namen artıflet ‚| geordnet Babe in der Welt ohne Ct. Peter,
und doch er felbft noch nicht dahin kommen freylic) auch. ohn den Pabſt, welche alle [as ı
war, St. Peter Luch nicht; denn hernach gen koͤnnen, St. Paulus ſey ihr Apoſtel,
Aauila und alle Juͤden wurden vertrieben und nicht St. Peter. Derohalben ber Pabſt |
aus Nom vom Slawdio, Apoſtg. 18,2. fo mit feinem Petro, ja mit feinem Teufel,
zuvor von St. Paulo gegrüfet waren. Inicht Recht noch Mocht uͤber ſie ‚habe, und )
107. Nun, das ift der Romifchen Kirchen! fein Luͤgenmaul verflucht ſeyn muͤſſe, da er
keine Schande: denn hernach, da St. Pau⸗ ſich ruhmet-aller Kirchen Haupt und Meis ı
Yus dahin kommen iſt, hat ers gewißlich als fter des Ehriftlichen Ölaubens, ja Roͤmiſch
les recht angericht und gebeſſert, wie er zu veden, Meifter aller Lügen, Laͤſterung
Nom. 1, 7. verheißt und ihren Glauben ſehr und Abgötteren.
raͤhmet den doch weder er ſelbſt noch St. 1c9. Ach, was will man viel ſagen? Es
Peter gepflanzet hatte; desgleichen hat St. heißt, wie St. Paulus ſagt Philipps 2, 98 '
Peter auch gethan, [ er anders gen Rom Non eft apud DEum perfonarum reſpectus,
kommen iſt. Denn auch in Creta der die Kirche zu Antiochia; ift von Feinem Apo⸗
Juͤnger St.Pauli, Titus, Kirchen und Bi. ſtel gegruͤndet, ſondern von Barnaba, oder,
ſchoͤffe geordnet hat, wie ibm St. Paulus wie Apoftg. 13, 2. ſtehet, von den Prophes
Tit. 1,5. Befehl thut. ten und Lehrern, Barnaba, Lucio, Simon, |
os. Ja, tung geſchieht mit St. Paulo! Manahenund Saulo, daß agewß if, er |
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135€ V. Abſchn. Donden Reichstaͤgen su Speyer, Worms und Regenſpurg. 1357
lus ſey noch nicht zu der Zeit unter die Hey geſchmelzt, und aus feiner Schulen find viel
‚den ein Apoſtel geordnet (wie bald hernach feiner Biſchoͤffe in Die Länder hin und wies
‚im felben Eapitel gefchieher). Nun ift die der geordnet, und St. Gregorius befenner,
‚Kirche Antiochia eine treffliche Kirche; daß feine Schriften gegen St. Auguſtini
geweſen, weit uber die Roͤmiſche hat Schriften feyn, mie Spreu gegen Waien.
‚aud) (tie man fehreibt,)- fo viel Maͤrty⸗ Und das ift wahr. Dazu iftdiefer Bifchof
‚zer gehabt, als Steine in der Ningmauer | St. Auguftin nicht geweſen unter dem Bis
‚find: wiewol Nom auch über die Maaffe fhof zu Nom, vielweniger unter dem Seel⸗
viel Martyrer gehabt, Aber ſolche Schule, moͤrder und Weltfreſſer, dem Pabſt. Dars
und ſolche gelehrte Leute hat fie nie gehabt, um ifts nichts, daß man will der Perfon oder
das iſt wahr, und kriegt fie nimmermehr, Larven nach in Diefer Sachen richten, und
. Darum iſts nichts geredet: Diefe Kirche) vorgeben: dieſe Kirche iſt gröffer, diefe hat
iſt von einem Apoftel geordnet; darum iſt einen Apoſtel, diefe ift reicher, dieſe iſt ed⸗
fie mehr, denn andere Kirchen, fo nicht von ler , dieſe ift einer Kaͤyſerl. Stadt Kirche.
‚einem Apoftel gegrunder find. Das find) Weltlicheu. zeitliche Dinge mögen und muͤſ⸗
leifchliche Gedanken, die GOtt nicht achtet, fen fich hiernach richten. GOtt fragt nichts
Dazu auch erlogen. Denn da widerſtehet Darnach, er will ungefangen ſeyn mit feinem
, Antiochia ‚die iftvon Feinem Apoftel gesruns, Geift und Gaben, fondern frey Macht has
‚ der, und übertrift viele andere, auch von ben, wie billig, einer geringen Kirchen zu
den Apoftel gegründete. gehen folche Leute oder Lehrer, die er allen
‚10, Allo, die Kirche Aerandria ift von! groffen Kirchen nicht gibt; wie Hippon ein
keinem Apoftel gegründet, fondern von St. Erempel ift, und unfer Wittemberg auch.
Marco, welchen etliche den Evangeliſten, Denn der Heilige Geift, und feine Gaben,
etliche anders nennen; gewiß ifts aber, daß | find nicht erbliche Güter, unter das weltli⸗
- Fein Apoſtel dahin Fommen ift: noch ift Dies che Recht geordnet, oder an einen Ort ges
felbe Kirche weit, weit über die Roͤmi- bunden: fein Reim heißt: Spirat vbi vult,
| ſche Kirche. Denn da iſt eine treffliche Schu⸗ und nicht: Spirat ve nos volumus,
e geweſen, ‚da vielen Landen aus geholfen iſt: ne. Der Pabſt meynet wol, der Hei⸗
daher iſt Athanaſius und viel andere groffe, lige Geiſt fey an Rum gebunden ; aber wenn
Lehrer kommen. Zu Nom ift nie Feine Schu e8 deß koͤnnte gute Siegel und “Brief auftes
Re geivefen ‚und nicht ſonderlich gelehrte Leute gen, fo hätte er gewonnen. Denn fer will
| ee Diefe ziwey Kirchen, An⸗ das Haupt aller Kirchen feyn (welches unz
Hochia, und Alerandria, find die beften und moglich) ‚muß er uns zuvor gewiß machen,
nüsliehften, fo man aus allen Hiftorien daß er und feine Nachfolger” den Heiligen
weiß doch niemals unter der Nom. Kirchen! Geift gewiß und erblich haben müffen, und
geweſen viel weniger unter dem Meifter( ich| nicht irren Fonnen. Sa, die Briefe und Sie
wollte fagen Lügener) aller Welt dem Pabſt gel möchte ich gerne fehen. Dem, daß er
1, Hippon iſt eine Stadt vielleicht ſo er Matt. 16, vorgibt, die Roͤmiſche Kirche
geß als ABittenberg, die har einen Bifchof| fey auf den Fels gegruͤndet, daß, der Hol
gehabt, nemlich St. Auauftinum ‚der mehr Ten Pforten nicht follen fie uͤberwaͤltigen, iſt
gethan hat beyder Kirchen, denn alle Paͤb⸗ droben Elar gnug beweiſet, Daß ſolches fen
ſe und Biſchoͤffe zu RJom auf einen Haufen. von der ganzen Chriſtenheit geredet, ei
Bi nicht
—
138 Cap. ı8. Don der durch Lonvente u. Reichstägegefüchten Religionsvergl. 1319.
nicht von dem Roͤmiſchen Paͤbſtlichen Stuhl.
Und in Summa, mie gefagt, GOtt fragt
in feinem Reich nicht nach Groſſen, Hohen,
Mächtigen, Dielen, Weiſen, Edlen sc. fon-
dern, wie Maria finget Zuc.ı,s2: Zr ſiehet
die Niedrigen an. Und, wie er feinen Apo-
all
ſteln Matth. 18, 5. und fonft oft ſagt: Wer Kirchen auf ſolchen Fels gebauet, Bei, daß |
groß will ſeyn unter euch, der fey der Be;
ringſte, und wer will der Sürnebmfte
feyn, fey euer Diener; wie ich kommen
bin, nicht daß man mir dienen folle, ſon⸗
dern ich unter euch bın als ein Diener,
Matth. 20,28.
113. Aber im Pabſtthum und allen De-
cretalien ifte Darum gu hun, daß er allein ia
der Groͤſſeſte Oberfte, Mächtigfte fen, dem
niemand gleich, niemand urtheilen noch rich;
ten folle,. fondern jedermann folle unterthan
fen, und ſich richten laſſen; und fich doc)
dieweil ruͤhme, er fey ein Knecht aller Knech⸗
erlogene Obrigkeit, uber alle Welt, wel } |
—
er in feinen Decreten alfo: Fels heiſſe micht
Chriſtus, ſondern die Gewalt und Oberkeit
St Peters, das iſt ſeine eigene, erdich
ſoll Chriſtus mit dem Wort, Fels, €
Peter und dem Pabſt gegeben haben;
fie alle müffen dem Pabſt gehorſam ſeyn,
oder ſeyn ewiglich verdammt, daß a
Chriſti Blut dafuͤr nicht helfen Eunne, Iſt
das nicht fein ausgelegt? Der HErr ſpricht:
Der Fels bin ich :. der ‘Bau drauf iſt dert
Slaube an mich. Damider der Pabft:
Der Fels ift meine Gewalt und Obrigkeit z
der Bau drauf, ift aller Ehriften Gehor⸗
jam gegen mir: führet alfo die Chriften je |
Slauben Ehrifti auf ſich felbft, und lehr—
fie an ftatt des Glaubens, Gehorſam gegen!
ihm; welches ift ein ABerk von Menfchen,!
ia vom Teufel geftiftet, darauf ſich die Chris
te GOttes, das ift, auf Roͤmiſch und Paͤb⸗ ſten verlaffen follen, das ift, den Teufel zum!
ftifch, Herr aller Herren, König aller Koͤ⸗Abgott haben und anbefen. Denn: wit
nige, auch uber alle Chriſten, das ift, über |Chriften wiffen, daß auch die Werke der
GOtt, Chriſtum, und den Heiligen Geiſt, Gebote GOttes, welches der heilige, rechte!
* finden Ehriften wohnet und lebet, Joh. Gehorſam ift, nicht gnug find, wo. das Ge
15,4. Welchen heiffet St. Paulus 2 Theff. |bau auf diefen Fels, das ıft, der Glaube an
2,3. den Menfchen der Sünden, und Chriſtum uns nicht erhielte: was follte denn!
Kind des Derderbens, den Endechrift, der |der Gehorſam den Pabft gethan das ift, er⸗
fich wider und uber GOtt fegt und erhebt. Dichte Menfchens ja vielmehr Teufelswerk
Denn die Ehriftenheit hat Fein Haupt, Bann und Abgötterey ung helfen ? a
auch keins mehr haben, denn den einigen | rıs. Denn der Pabft, oder vielmehr der
Sohn GOttes Ffm Chrift, der. hat Sie- boͤſe Geift in ihm, mußte das wohl, mo die⸗
gel und ‘Briefe, daß er nicht irven Eonne, und |fer Verſtand bleiben follte, daß der Fels!
ift an Rom, noch einigen Ort nicht gebunden. Ehriftus ware, und der Bau drauf der!
114. Dun, daß wir wieder zum Spruch | Glaube wäre; und die Wort fü follten ver⸗
Matthai ıs. Fommen, fage mir, wie Eonnte ſtanden werden: aufdiefen Tels will ich mei⸗
der Pabfteinen feinern, gewaltigern Spruch ne Kirchen bauen, das ift, meine Chriſten
aus der ganzen Schrift wider fich felbft uns |follen und werden an mich, Ehriftum, glaͤu⸗
weifen und in die Hande geben, damit wir ben; fo hätte er nichts Fünnen ausrichten,
jein laſterlich Pabſtthum zu grunde verdam⸗ | noch einen Pabſt machen. Denn was kannſt
„ men und zerſtoͤren möchten? Den Fels, da | du aus dieſen Worten machen: Meine Kits
Chriſtus feine Kirche auf bauen will, deutet che wird auf mich Felſen gebauet Bu
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‚1360 V. Abſchn. Don den Reichstägen zu Speyer, Worms und Regenfpurg. 1361
oder fie wird an mich glauben, fic) auf mich dazu Unzucht, fo fchändlich, wie jegt zuNom
' perlaffen undvertrauen ? Was Fannft du aus Jöffentlich vor Augen; dafür ie Bi
dieſen Worten (ſage ich,) machen, denn daß thum und alle Güter der Chriftenheit, fehier
alle Chriften, oder die ganze Ehriftenheit, Jauch der Könige dazu. Mas härte nun
und wer ein Ehrift feyn will, werde an JE⸗ der Pabſt mol verdienet, der aus diefem
ſum Eheiftum glauben, und fein Vertrauen ſeligen und tröftlichen Spruch, vom Claus
' als auf einen Fels fegen, daß ihm auch der ‚ben Ehrifti, einen folchen Greuel und Wuſt
Hoͤllen Pforten, das iſt, alle Teufel nichts aller Luͤgen und Absötterey gemacht hat ?
hun folen? Diefe Meynung Eann keinen Er gehört in jenes Gericht, alle Dein auf
Pabſt geben noch) leiden, weiſet ung auch Erden waren viel zu gering. |
weder zum Pabſt, Biſchof, noch einigem| 17. Weiter, das da folge v. 19: Ich
Menſchen, er fey Kayfer oder König; ſon⸗ will dir die Schlüffel des Himmelreichs
dern verfammlet uns alle unter den einigen |geben, was du binden wirft auf Erden,
Sohn GDttes, den rechten Fels unfrer Se |foU gebunden fepn im Simmel; und was
! Jigkeit: verfammlet uns fo gar allein auf du loͤſeſt auf Erden, foll los feyn im
Chriſtum, daß wir auch ung felbft und un⸗ Simmel, hat den Berftand, kann auch Feir
ſere guten Werke müffen verlaffen, und al nen andern haben, wie wir gehört haben,
' Tein durch den Glauben an ihn gerecht und daß ung der liebe HErr und treue Bifchof
I ig werden. 0. unferer Seelen hinter fich gelaffen hat die -
116, Darum mußte der böfe Geift einen | Macht, Sünde zu binden und zu loͤſen.
andern, falſchen Derftand diefem Spruch | Denn esmuß ja eine Zucht und Strafe feyn
machen und ſagen: Fels heiffe St. Veter in der Kirchen, um der rohen, -frechen Leute
| und Pabſt, oder ihre Gewalt Cift gleich vie): willen. Wiederum, auch ein Troft und
|
|
|
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Darauf bauen heiffe, dem Pabſt geborfam | Hoffnung, um der Gefallenen willen, daß fie
feyn. Da Eonnte ein Pabſt aus werden, nicht dächter, ihre Taufe wäre nun verlos
Daß es nunnicht mehr heiffe: Wer an Ebri- ren; wie die Novatianer, vielmehr aber der
ſium gläubet, wird ſelig; fondern: wer dem Pabſt, gelehret haben. tun, diefes Binden
Pabſt gehorfam ift, der wird ſelig. Eraber, und Löfen ift dem Pabft nicht gnug, und
der Pabſt felbft, als der Fels, niemand kann damit nicht über die andern herrſchen,
ſolle gehorſam noch unterworfen feyn. Da weil ſolch Binden und Loͤſen auch wol
haſt du des geiftlichen Rechts und aller Des |fchlechte Pfarrherren und Caplaͤn haben muͤſ⸗
retalen Summarien und ganzen Beritand, fen. Gumma, es gehoͤret auch zum Glau⸗
daraus du greifen Fannft, Daß der Pabft und |ben, und nicht zum Pähftlichen Gehorſam;
fein Pabſtthum fey ein Teufelsgefpenit, aus |mwie Droben gefagt. Darum hat ers anders
berkehrtem, verfälfchtem Verſtand Matth.|und beffer gedeutet , alſo: Was du bindeft,
16,18. das ift, aus Lügen, Gotteslaͤſterun⸗ was du gebeuteft, was du fegeft, was du
den, als dem Teufel aus dem Hintern ges | wille haben auf Erden, dag foll geboten, ge
boren: darum ift auch aus tem Pabſtthum ſetzt und gewollet feyn im Himmel, und wer
nichts guts kommen, fondern Verſtoͤrung des dir nicht gehorchet und folches halt, fol nicht
Glaubens, Luͤgenden, läfterliche Ahgoͤtte-ſelig werden ıc. Wie duͤnkt dich um den
ey, unſer eigen Werk, auch Zuruͤttung |Sefellen? Da fiehe, ob nicht die Roͤmiſche
weltlichen Standes, Mord und aller Sammer, Kirche, das iſt, Die Paͤbſtliche höllifche Grund⸗
Qutheri Schriften 17. Theil. Rrrr füppe,
-
® 1362 Cap. 1e. Don der durch Eonventen, Reichsrägegefüchten Religion svetr
ſuppe, billig ſich ruͤhme eine Mutter aller daß Der ganze Erdboden leiblich ſollt Dem
Kirchen und Meifterin des Glaubens, da Pabſt gehorfam ſeyn; fendern, mie wie
wir thun füllen, was ein alleemuthtoilligfter | Deutfchen fagen, bienieden, das heißter aı
— Bube auf Erden gebeut und haben will, un⸗ Erden; was wir ſagen, droben, das heißt
angeſehen obs GOtt verbiete, oder nicht has er im Himmel: damit iſt Feine Herrſchaft
benmole SER T gegeben, weder den Biſchoͤffen, noch Kits
118. Hiezu zwinget er nundas Wort Ehri-| chen auf Erden. Denn Ehrifti Reich iſt
fti unſers lieben HENNAN, Matth. 16, 19. | ein geiftlich und himmliſch Reich. Und obe ©
(Quodcungque, alles,) und machts ihm ſehr wol auf Erden ift, und im Fleiſch leben muß;
nuͤtze in feinen Deeretalen: Alles, was du ſo vegierts doch nicht fleifthlich, wie St.
bindeftic. Alles, fol heiffen nicht die Suns| Paulus fagt 2 Eor. 10, 4. Aber bie muß
de, davon Ehriftus allein redet; fondern al⸗ man den heil. Water ausnehmen, der hat
les, was auf Erden ift, Kirchen, Biſchoͤffe, einen höhern Seift, weder Ehriftus felbftifte |
Kaͤhſer, Könige, vielleicht auch alle Foͤrze al-| darum muß man feinen Decreten allein, und )
ler Eifel, und feine eigene Foͤrze auch. Ach nicht dem Heil. Geiſt, oder Chriſto, auch
mein lieber Bruder in Chriſto, halt mirs ja nicht GOtt feinem Vater glauben. Denn |
zu gut, too ich hie oder anderswo fo grober iſt wider und uͤber GOtt, wie St. Pau⸗
rede von dem leidigen, verfluchten, unge lus fagt 2 Theſſ. 2,3.4. =
heuren Monftro zu Rom. Wer meine Ger) 120. Und hie Fann man greifen, daß der ı
„danken weiß, der muß fagen, daß ich ihm Pabſt muß. befeffen und voller Teufel feyn,
viel, viel, viel zu wenig thue, umd mit keinen daß er fogar alle Sinn und Vernunft vers ı
- Morten noch Gedanken erlangen kann diejloren hat. Denn, die Wort Ehrifti von |
fcehändliche verzweifelte Läfterung, die er treibt den Schlüffeln find geroißlich göttliche, ſtarke
mit dem Wort und Namen Ehrifti, unſers Berbeiffung: was du bindeft, joH gebunden |
- lieben Herrn und Heilands, lacht darnach ſeyn; die muffen erfüllet werden. GOTT
in die Fauft, als habe er des Narren Ehri muß und kann nicht lügen, denn er ift nicht |
fi, und feiner Chriften, die ihm folche Gloſ ein Pabſt noch Eardinal; was er zufagt,
“ glaͤuben, fein gefpottet, und doch groſſe das hält erveft und gewiß, Pſ. 33,4. Nun
Pompa fuͤrgibt, als fen er Chriſti Vicarius, frage die Hiftorien, ob St. Peter fen Herr
und wolle alle Welt felig machen mit ſeiner geweſt über Die ganze Welt, wie der Pabſt
Heiligkeit. die Worte deutet. Hie muß entweder Chri⸗
119. Alſo, das Wort (auf Zrden,) mars ſtus ein Luͤgner ſeyn, der fein Wort nicht ge⸗
tert er alſo: ſo weit die Erden iſt, ſo weit halten habe; oder der Pabſt muß ein ver⸗
babe ich zu binden, das iſt, zu gebieten, zu zweifelter, gottesläfterlicher Boͤſewicht ſeyn,
fegen und zu thun, und ift mir alle Welt der unferm HErrn folche Lügen auflegt, Daß
ſchuldig gehorſam zu ſeyn. Der liebe HErr er St. Peter und ihm habe die ganze Welt
und Biſchof unſerer Seelen, IEſus Ebris |geitlicher Weiſe übergeben, ſo doch noch jetzt
ſtus, tie x Petr 2, 25. fügt, hats alfo ge, der Tuͤrke ſtark gnug Nein hiezu fagt, ohne |
mennet: Was ihr bienieden unter euch bins was ſonſt alle Welt thut. Sollte nun id),
det. oder Iöfet, das fol Droben gebunden und als ein Chriſt, und alle Liebhaber unfers |
los ſeyn, denn ich bin bey euch hienieden HErrn Ehrifti, nicht hie billig ungeduldig,
bis an der Welt Ende; hat nicht gemeynet, zornig und unfeidlich feyn, dazu dem — |
| - Buchten
Don denReichstägen zu Speyer, Worms und Regenfpurg. 1365
abſtthum nicht fluchen, und aufs| fondern foll fü viel heiffen: Allein die Roͤmi⸗
bite nennen, der ſich nicht ſchaͤmet | fche Kirche hat Chriſtus geftiftet, die andern
ern HErrn aufs allerfehandlichfte zu laͤ⸗ alle, das ift, die ganze Chriftenheit, hat nicht
1, und feine Verheiſſung zur Lügen ma⸗ Ehriftus, fondern die Roͤmiſche Kirche ges
- Denn bie ifts nicht alleine erlogen, ſtiftet. Derliebe HErr Ehriftus weiß nicht
Chriſtus mit dem Wort, alles, was du | mehr, denn von einer Kicchen in der ganzen
\ binden wirſt auf Erden, follt Gewalt uber | Welt, die er auf fih, den Fels, durch den
‚alle Welt Peter verheiffen haben; fondern Glauben bauer; aber der Pabſt macht zwey⸗
ft auch erlogen, daß St, Peter oder die erley Kirchen: die Nömifche, die foll alleine
aͤbſte folche Gewalt bekommen, ins Werk von Chriſto auf den Fels geftifter ſeyn; die
gebracht, oder in die Poffeßion genommen andern Kivchen hat Coielleicht der Teufel,
ı ee a oder daß wirs nicht viel beſſer machen,) nicht
\ "ser. Und daf nicht.jemand denke, ich ver Chriſtus, fondern fie, Die Roͤmiſche Kirche,
dete ſolches vom Pabſt aus zornigem beweg⸗ geſtiftet. Item, die Schluͤſſel ſollen nicht
|
|
”
\ tem Gemüthe, ſo laßt uns feine Wort felbft | die Stunden binden undlöfen, (wie der HErr
, hören. 22. dif. Omnes fpricht der Pabſt Ni⸗ ſagt,) fondern Macht und Recht geben dem
colaus (welches droben auch kurz gemeldet Pabſt uͤber alle irdiſcheKoͤnigreiche und Him -
iſt): Die Noͤmiſche Kirche hat gegruͤndet melreich. Ich muß aufhoͤren, ich mag nicht
und geſtiftet alle Kirchen, fie ſeyn Patriar⸗ |mehr in dem laͤſterlichen, hoͤlliſchen Teufels⸗
‚chen, Erzbißthum, Primaten und welcher⸗ dreck und Stank ſudeln; ein andrer leſe auch.
len Wuͤrden oder Ordens fie ſind; aber ſie, Wer GOtt will hoͤren reden der leſedie heilige
die Roͤmiſche, hat der allein geſtiftet und Schrift; werden Teufel will hoͤren, der leſe
auf den Fels des jetzgebornen Glaubens auf⸗ | res Pabſts Drecket und Bullen. O weh weh,
gericht, der Petro, dem Schluͤſſeltraͤger des weh dem, der dahin kommt, daß er Pabſt
wigen Lebens, die Macht und Hecht beyde oder Cardinal wird, dem wäre beffer,, daß
|
i
|
über irdiſch und himmlifch Deich befohlen er nie geboren ware. Judas hatden HErm.
hat; darum hat Fein irdiſch Urtheil, fondern |verrathen und umbracht, aber der Wabft
‚ das Wort, durch roelches gemacht ift Him verraͤth und verderbt die Ehriftliche Kirche,
mel und Erden, und alle Etement gefchaffen welche der HErr lieber und theurer, weder
| find, die Römische Kiche geftiftet. Denn |fic) felbft, oder fein Blut, geachtet. Denn
ſie hat von dein das Privilegium, der fie ger er fich felbft für fie geopfferthat. Weh dir
ſetzt hatz darum ifts Fein Zweifel, wer der | Pabft. ; =
‚andern Kivchen einer ihr Recht nimmt, der] 123. Daher kommt das angftliche Wuͤ⸗
hut unrecht; wer aber der Roͤmiſchen Kir⸗ten und Toben nach dem Roͤmiſchen Reich;
hen Privilegium, welches ihr das oberſte da nennen fie ſich Kaͤyſer und Herren über
Haupt aller Kirchen gegeben hat, nehmen | Könige und Känfer, fegen fie ab und ein, laſ⸗
will, der fallt in Kegeren : und wie jener ein ſen ihnen die Füffe Euffen, verbannen, mor⸗
Ungerechter, ſo iſt diefer ein Ketzer zu fihelten ꝛe. den und verfluchen fie. Wie haben fie mit
122. Hie höreft du, daß Ehrifti Wort unſern Deutfchen Käyfern gethan, Friede,
Guf diefen Sels will ich meine Ricchen rico dem Erſten, und dem andern, bis ſie
bauen), ſoll nicht heiſſen, daß die ganze Chris den einigen, Erben Conradinum mit dem
ſtenheit an IEſum Chriſtum glauben ſoll; sand öffentlich. richten, mit Philippo,
"a | Krrt.2\ mit
—
iges Ep. 1%. Da ea
mit Henrico dem Bierten und Fünften, mit der Band) davo
Ludovico Bavaro. KHättenimmer gern dag |den andern unfinnig.
Reich ohne Haupt gemacht, daß der Pabft Wahrheit halten; |
möchte Käyfer feyn. Aber Koͤnig Philippus ders: fondern gern wollt
in Frankreich evzeigete ein fein Syempel an Leute Fame, und alle Welt für AB
dem Pabft Bonifacio dem Achten, dem groſ |hielte, damit die Kaͤyſer und Kon
fen Hauptfehalt unter den Paͤbſten. Der⸗ Gewiſſen kriegten, daß fie ihre Königre
felbe Wuͤterich feete den König Philippum wider GOtt und Recht befafen, als dam
ob, verbot — die a. und Pabſt mit — Ehe und ger N
ab er, tüie ein Aa, vor groſſem Gen nen, thut er nicht — Nah m
und Ungeduld, Aber folche Strafe iftnoch Jam Binden und Loͤſen der Suͤnden gelegen |
viel zu geringe ‚-ohn daß es gut waͤre, daß ſey; fondern er mahlet damit diß Drecke %
man alfo den andern Paͤbſten und Cardind Omnes, den Koͤnigen vor die Augen, pres
len auch that. Denn es ift ein läfterlicher, digt und draͤuet ihnen, daß fie bedenken follen,
verdammter Stand, daß, wenn gleich einer wie mit groffem Frevel fie dem Pabft ihre
fromm feyn wollte, doc) Gottes Käfterer und | Künigreiche verhalten. Denn alle irdis
ein Feind Ehrifti jeyn muß, feines Stande ſche Kronen find fein, welche ihm CHri⸗
halben. ſtus durch die Schtüffel gegeben hat; wie
124. Sie haben aber geoffe, viel unflätis | Nicolaus Pabſt, Omnes, hie rafet und |
ger Heuchler, die fie zu ſolchem Toben reis |farzer.
jen, und fehveiben, daß der Pabſt mit al-| 125. Daher die Paͤbſtliche Krone zu
lem Recht König über alle Könige, Herr Rom nicht heißt ein Biſchofshut, ſondern
° über alle Herren fey. Unter denfelben iſt ei⸗ Regnum Mundi, der Welt Meich; davon
ner der ſchreibt, Daß der Kaͤhyſer Nero haͤtte St. Gregorius und fromme Biſchoͤff⸗ der
ſollen das Roͤmiſche Rech St. Petro aufge: Roͤmiſchen Kirchen nichts gewußt, ehe der
ben, und Eonftantinus Magnus fen fchuldig | Pabſt kam. Denn die Welt iſt in drey
gerveft, auch wider des Raths zu Nom Bes | Theile getheilet, Die nennet man Europa,
willigung, das Neid) Sylveſtro, dem Bir Africa, Aſia: das find die drey Kronen des
ſchof u Rom zu uͤbergeben. Daher iſt er⸗ Paͤbſts denn alle Reiche in dieſen dreyen
dicht die groſſe Ligen de Donatione Con- Laͤndern find des Pabſis, mie das Cap.
- ftantini, Dil. 96. und Ludouici primi, und |Omnes, und feine Heuhler (i hätte fchier
Ottonis primi Dif. 64. Ego Ludouicus, und, geſagt, wie des Teufels Forke) ruͤhmen,
tibi Domino lohanni. Solche Lügen und Daß er der ganzen Melt Herr fey. Diele
| a haben die Pabfte gern, waͤchſt ihnen Krone hielt der Teufel unſerm HErrn Rn
*
„me — —
—
onden R eichstägen zu Speyer, Worms und Kegenfpurg. 1369
Ai 4,8. da er ihn auf den nes rühmer, er habe auch Iura caleftis Im-
g fuͤhrete, und zeigete ihm als perii, Macht im Himmelreich zu ſchaffen.
e der Welt und ihre Herrlich“ | Und erlichermaffen ifts wahr, er hatim Hims
d fprach : Das alles will ich dir |melveich, das ift, in CHriſti Reich, in der
fo du niederfälleft und mic) anz| Kirchen, viel zu fehaffen und viel gefchaft,
‚ Aber der SErr fprach zu ihm: (gleichwie fein Gott der Teufel auch) denn
Sebe dich weg von mir, Satan. Wie er hat viel zu thun, daß er zubreche und
ee Pabſt? Komm her Satan, | zerftüre alles, was Chriſtus gebauer hatte,
und haͤtteſt du noch mehr Welt denn dieſe, und nuch bauer. Alſo hat fein Gott auch
cch wollte fie alle annehmen , und dich nicht | zu fchaffen im Haufe Hiob, da er ihm alle
allein anbeten, fondern auch im Hintern les | feine Kinder, Gefinde und Vieh erfchlug,
en. Das find die Worte feiner Decreten | und ihnfelbft auch plagte, Hiobı, 15.16.f99.
Decretalen, darinn nichts vom Glauben |eben dafjelbe Werk hat fein heiliges Kind,
ChHriſti, ſondern alles und alles von feiner | der Pabſt, auch zu thun, in dem Reich Ehri-
‚Hoheit, Majeſtaͤt, Gewalt und Herrichaft ſti; der wollen wir zum Exempel etliche
‚ über Kirchen, über Concilia, über Kaͤhſer, Stucfe erzehlen.. —
über Könige, und über alle Welt, auch] 128. Erſtlich, wie droben gehört, will
‚über den Himmel, gelehvet: wird; ift aber | der HErr feine Kirchen auf fich, den Fels, ges
alles mit Teufelsdreck verfiegelt, und mit bauet haben, das ift, an ihn follman glaus
Pabſteſelsfoͤrzen geſchrieben. ben, wer ein Chriſt feyn will. Dein, fpricht
7126. Wolan, das ſey jetzt in der Kuͤrze der Pabſteſel, es heißt, man ſoll mir gehor⸗
von dem erſten Schaden geredt, den der ſam ſeyn, und mid) für einen Herrn halten,
Pabſt mit feinem Binden geftiftet hat. Denn ſolch Werk macht ſelig; und ungehorfam,
‚ wer kanns alles erzehlen, was der Teufel| oder mich nicht für einen Herrn halten, das
durch den Pabftmit Königen und Kayfernzu | verdammt, |
morden und zu verrathen geübet hat? Sie] 129. tem, der HErr gibt fein Sacra⸗
find weltliche Herren, von GOtt geordnet, | ment ganz feinen Ehriften. Dein, fpricht
"warum leiden fie folches von einem faulen | Sarsefel Pabft, den Laͤyen iſt gnug eine Ge⸗
Wanſt, groben Pabſteſel und Farzefel zu | ftalt, den Prieſtern gehörets ganz. |
Rom? Warum fragen fie nicht GHDites| - 130. tem, das Sacrament will der
Wort und rechte Prediger? Aber GOttes | HErr hie gegeben haben zu ftärfen die ars
Zorn hat die Welt alſo geſtraft. men Gewiſſen durch den Glauben. Nein,
107. Der andere Schade, den der Teu⸗ ſagt Pabſt Farzeſel, man ſolls opffern für
fel durchs Pabſts, jadurchs Teufels Schluͤſ⸗ die Todten und Lebendigen, verfaufen, eine
el gethan hat, ift viel arger und groͤſſer; Handthierung und Jahrmarkt draus mas
denn meltlich Gut aller Koͤnigreiche ift nichts | chen, Daß wir den Bauch damit meiden, und
gegen dag geiftliche, ewige Gut. Hie hat [aller Welt Güter damit frefin. _
er fein Binden oder Gebieten dabingeftreckt,| 131. Item, der HErr will, daß, wer im
ins geiftliche Regiment, in aller Teufel Na- | rechten Slauben ftirbt, fol gewiß felig feyn.
men, daß es folle heiffen, Gefege ftellen | Nein, fpricht Efel Pabft, man muß zuvor
über die Gewiſſen der ganzen Eyriftenheit, [ins Tegfeur, und gnugthun für die Guns
wie Er Nickel Junker Pabſteſel im.c.Om-| de; denn nn Werke, die gnugthun Ne Die
‚vr 13 N⸗
an a nn; —
Suͤnde, ſo ich binde oder gebiete, muß man Urfach, wer. zu binden Macht bat, wird
ing Segfeur : da Kann niemand, * ————— —
mit —— und Meſſen, helfen; Chri⸗ Bde
ſtus un — kann hie nichts. a) az Ber nicht faſtet und feyret
132. Item, der. HErr will, daß feiner Heiligen, fo ich habe erfhaffen, Das ifteine ı
Taufe Kraft foll bleiben, fo oft wir wieder, Todſunde, und verdammlicher Ungehorſam
Eehren, fo lang wir hie leben. Sein, fpriche Urſach, ich habe Macht zu binden und zu ı
Efelfarz VBabft, die Taufe ift bald, verio- Tofen. Ja vielleicht auch: Wer nicht meis ı
ven; darum hab ich die heiligen Mönchen, nen Forz anbetet, das iſt eine Todfünde,
den der Taufe gleich und beffer zu halten laffen und die Hölle: denn er halt nicht, Daß ich
predigen, wiewol ich ſelbſt folcher Taufe Macht habe alles zu binden und zu gebieten.
nicht begehre noch Darf. 138. Wer nicht meine Füffe Fuffet, und)
53. tem, der HErr voll, wer da beiche| vo 0° fo binden mau de, mich im, Dintern |
tet oder feine Sünden befennet, und glaͤubet lecken woute, Das wäre eine Todfünde und |
der Abfolufion, Dem follen fie vergeben feyn. tiefe Hölle: denn CHriſtus hat mir die ı
Nein, fagt Eſel Pabftfark: Glaube thuts Schluͤſſel und Macht, allesund alleszu bins ı
nicht, fondern Deine eigene Neu und Gnug⸗ den, gegeben. , _, =
thun, auch Erzählung aller. heimlichen, ver⸗ .n.. Welcher König, Küyfer, oder Fürft |
geffenen und unerfannten Sünde. fh en en — und Herr⸗
4. Item, der HErr will, daß nach dem dammni J
Glauben und der bruͤderlichen die Pre — Re Se habe. (dee Mi
ve Creaturen Brauch frey feyn, dakdafelbft|" — Br
| een zu fuchen u abEauft sh ih u —9
ſey. O nein, ſpricht hie der allerhoͤlli a.
Ben, Chr nn, no A bn um Didesmacin,
rccht, hat vergeffen, mas er mir mit — —
ESchluͤffeln vor groſſe Macht zu binden n Farb Wer fülchen auf (das ift ja Feng)
neben hat. ich habe Mache u bin. un u heiffet Simoney, der fündigt tͤdt⸗
den und verbieten: Daß ) : Kinn N. Denn ich bins, der
u. Wer Mil) iffet am Freytage,]| 12. We IOIAJBI z wi
Sonnabend, an der Apoftel Abend, oder —— — uͤber Beſchwerung
- meiner Heiligen, Die ich gemacht habe, das] chen viel ei Si abftmonden, und Dergleis
- ift eine Todfünde und ewige Berdamme| Macht falches Ds Denn ic) habe '
ib; Doch daß ichfolches zu halten nicht fhut-| Di£, 19. in mern. inden. Das meynet er
| un — Kafe oder Eher iffet| gen en leiden mit. ven aa u ide i
an denfelbigen Tagen, Das ift eine Todfün?] € Ww Roͤmiſche
en ehe a a Stuhl aufeget, tes gleich unssägli lb,
136. Wer aber Fleiſch effe an folchen Ta- a vechten Stücken |
gen der iſt weit unter der Hoͤllen verdammt; wollen haben. Se us hat Die Che frey
en mich und meine Cardinäle, | zu Nom, Plieſter, de ei
Die find ſolchem "Binden nicht unterworfen, nicht ehelich ſeyn, und ift weit beffer, daßeis
a a
fondern andere
bfehn, Don den Reichstägen su Speyer, Worms und Regenfpurg. 1373
‚lebe, (nach) der Römifchen Paͤbſt⸗ ſchaͤnde, nemlich Gottesdienſt mußes heiffen,
:ardinalifchen Keufchheit, dargegen und heilige gute Werke, dadurch Verge⸗
Sodoma und Gomorra Jungfrauen feyn |bung der Sunden und ewiges Leben erlanz
möchten,Jdennehelihmerden. gaet werde. Das iſt fo viel gefagt, daß die
144. Item, Läyen follen aud) nicht eher Ehriften hiemit gefangen werden zu gläus
lic) werden oder Hochzeit haben in den vers |ben, daß der Pabft Macht und Gewalt ha⸗
bundenen Zeiten. Denn der hölifche Bas be, als ein Gott über die Kirchen, zu binden
| er und verboten, bey einer und zu thun, alles was er will; ja, feine Ge⸗
Todſuͤnde und ewigem Verdammniß. malt hat er damit geftärft, und une feinem
147. Darnach raffet er aller Moͤnche und Gehorfam unterworfen, dafür aller Welt
Nonnen Secte auf, mit alleihren Statuten, Gut und Geld geraubt, darnach gar fanft
on Kleidern, Speifen, Geberden ꝛc. und und froͤhlich in die Fauft gelacht, daß die
was ein jeglicher Narr erdichtet, beſtaͤtiget Chriſten ſolche groffe, grobe Narren find,
| ee ind unträgliche Gefese, kroͤ⸗ und Faffen fich fo Teichtlich naͤrren und Affen
net fie mie Ablaß und Gnaden daß die Chriſt⸗ um ihren Glauben, Freyheit, Leib und Sees
liche Freyheit und Glauben nicht mehr iſt le, Cut und Ehre, zeitlich und ewiglich.
| bekannt geweſt; fondern alle Welt, alle Fa, das mollte vornehmlich. der Teufel.
Winkel, alle Kleider, alle Perſonen, alle | Denn dasift (wiegefagt,) nicht der gröffefte
Speiſe mit Stricken und Banden uͤberſchuͤt⸗ Schade, Daß er unfer Leib, Gut und Che
tet und erfüllet ift worden, daß, wo es haͤt⸗ re unter fich geroorfen hat mit feinem ver«
te ſollen langer währen, vielleicht auch Stunde fluchten Binden; aber daß er die Gewiſſen
und Höllehättemüffen feyn, wo jemand haͤt⸗ oder Seelen damit verftricht und verknüpft
‚te gehuftet, gefehneust, genieffet, oder ſonſt hat, ale feyn es göttliche Gebot, Gottes-
‚feine Nothdurft gethan; ich ſchweig jest, |dienft und Werke zur Seligkeit, und Suͤn⸗
was er mit feinem verlogenen Ablaß, gulden |de macht, da Feine it; da find die Gewiſ⸗
Jahr, Weyhwaſſer, Agnus Dei, Chre⸗ ſen erfährecft und blöde worden, der Glaus
fem, Feuer, Wahs, Kraͤuter; ad) wer be geſchwaͤcht und endlich erwuͤrget und ers
fanns alles erjehlen ! item Wallfahrten, ſtickt, Chriftliche Freyheit verloren.
Bruͤderſchaften, geſtiftet hats es iſt faſt kei. 147. Da iſt erfuͤllet, was St. Paulus
‚ne Creatur blieben, daran er nicht fein Col. 2, ar. 22. ſagt: Was laſſet ihr euch
Strick und Gift gehenget habe, daß, mo ei- [fangen mit Sazumgen, als lebtet ihr noch
ner gangen, geftanden, oder was gethan in der Welt; (die da fagen,) du follt das
hat, da ift er in Gefährlichkeit der Stunden Inicht angreifen, du follt das nicht Eos
und Todes kommen. ften, effen, nochtrinken, du ſollt das nicht
146. GSolches alles aber hat er nicht dar⸗ anruͤhren oder anziehen. Das find die
um gethan, daß er eine Zucht oder gut Re⸗ |Eräftigen Irrthuͤmer, die GOtt fendet uber
giment damit in der Kirchen anrichtete, toie |die, fo die Wahrheit nicht lieben, fondern
das Predigtamt, Hausvater und meltlic) \gläuben den Lügen. Und wenn der Teufel
Schwerdt thut. Denn folche feine Ban ſelbſt zu Rom regieren follte, Eönnte ers doch
de und Stricke find zur Zucht Fein Nutz [nicht ärger machen: ja, wenn er felbft regier⸗
noch Noth; fondern es muß alles den hohen |te, Fünnten wir uns vor ihm fegnen und fliee
"Titel führen, daß es GOtt anlüge, laͤſtre und Ihen, daß er nichts fchaffen koͤnnte. ber
4 nun
i REN : ee
+ 1374 Cap.ıg. Von der durch Convente u Reichstaͤge geſuchten Religionsvergl. 1375
nun fich der Pabſt ihm übergeben hat u der Verwuͤſtung oder Verftörung, ein Abe -
Lorven, mit GOttes Wort geſchmuͤckt, dar⸗ goft, der wider CHriſtum alles. verſtoͤret,
unter man ihn nicht hat koͤnnen kennen, das was Chriſtus gebauet und uns gegeben hat.
it GOttes Zorn: da iſts gefhehen, alles, | O wie ſchrecklich iſt ſolcher Greuel anzuſe⸗
was fein bitter, teufeliſcher, hoͤlliſcher Groll hen und zu hoͤren. Das ſey kuͤrzlich geſagt
wider Chriſtum und feine Kirchen hat er⸗ vom andern Schaden, durch des Pabſts
denken mögen: da iſt er unſer Abgott wor⸗ Binderey, Seelmoͤrderey, Abgoͤtterey Liz |
den , den wir unter dem Namen St. Per) gen und des Glaubens Zerſtoͤrung, Chriſt⸗
tri und Chriſti haben angebetet, ſamt allen | licher Freyheit Gefängniß, und der Genie
feinen Ligen, Gottesläfterung und Abgoͤt⸗ | fen Verderbungerfülle. —
tereyen. Das mag ja gebunden heiffen, und 150. Als der Teufel nun in ſolche unmeß⸗
die Schluͤſſel brauchen zur Gewalt, nicht liche Gewalt ſich geſetzt hatte, und nichts
zum Glauben. denn binden, fangen, luͤgen, rauben, mor⸗
148. Hie magſt du ſelbſt leſen 2 Theſſ. 2. den und laͤſtern (wie feine Werk find, Joh,
v.4. und ſehen, was St. Paulus meynet,| 8, 44-) trieb, fing er nun auch das andere |
da er fagt, der Endechrift fise im Tempel Stücf an, nemlich löfen ; nicht die Stunde |
Gottes, das ift, in der Kirchen EHrifti,| vergeben, fondern folche feine Geſetze feil has ı
als fey er Ehriftus und GOtt felbft, wie benund verkaufen: denn erhat auch Macht |
ſeine Heuchler läftern, und fagen: Der zu Iofen, das ift, um Geld zu verkaufen; |
Pabſt fen nichtein pur Menfch, fondern aus | da hat er einen Markt und Kram ange
SH und Menfch eine vermifchte Perſon; richt in aller Welt, welchen (achte ich,) gabe |
gleichwie unfer CHriſtus allein ift. Und | er nicht um den Marke zu Venedig, uder |
was ein Menſch der Stunden fey, haft du Antorf: da hat er feil Butterbriefe,; Eier⸗
aus vorigen Stücken leicht zu vernehmen, | briefe, Mitchbriefe, Käfebriefe, Fleiſchbrie⸗
da er nicht allein für fich ein Suͤnder iſt, fe, Ablafbriefe, Meffebriefe, Ehebriefe,
fondern mit Sünden, falſchem Gottes | und alles, was er fehändlich gebunden hat,
dient, Gottesläfterung, Unglauben und | noch viel fchändlicher ums Geld Ios gibt. Da |
Ligen, die Welt, fonderlich den Tenipell it das Geſchwaͤrm und Ungeziefer feines
GOttes, die Kirchen, vol, vollgemacht, da⸗ Krams: Indulta; Priuilegia, Immunitates,
mit auch ein Kind iſt des Rerderbeng, das ohn alle Maaffe und Zahl: Alſo find feine
it, fich ſelbſt mit unzähligen Seelen zur Geſetze nicht allein Seelftricfe und Bande
Hoͤllen und ewigen Verdammniß gefuͤhret der armen Geriffen (wie gefagt), dafür er
Ya nr. [alles Geld und Gut geranbet und geftohlen 7
149. Der Türke verführet auch die] hat; ſondern auch Geldſtricke und Nege,das
Melt; aber er figt nicht im Tempel GOt⸗mit er, was noch übrig ift, auch raubenund I"
tes, Führer nicht den Namen EHrifti und ſtehlen moͤge. Hie haben wir unfre Chriſt⸗
St. Petri, auch die heil. Schrift nicht: | liche Freyheit, durch Chriſti Blut ung er⸗
fondern ſtuͤrmet auswendig die Chriſtenheit, worben und gnädiglich geſchenkt, muͤſſen
‚and ruͤhmet fich derfelben Feind. Aber die) um unfer Geld Eaufen, wie Klagl.s, 4. des⸗
ſer innwendiae Berftörer will Freund fenn, | gleichen klagt. a ie
will Vater heiſſen; und ift zweyfaͤltig arz] ı5r. Dennoch nicht gewiß ſeyn mögen, ob
‚ger, dennder Tuͤrk. Dasheißt ein Greuel wir wohlund recht dran thaten. Dennda
!
N 4
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*
2 6
6 Vv.Abfchm.
war kein Glaube, der uns verfichern Eonn- jeitel Loͤſeſchluͤſſel: da laßt er zu Nom undin
er nur das Geld kriegt, und feine Macht aller Büberey und Hurerey, daß auch So⸗
beftätiot. Was folk der. Pabſt und fein |doma gegen fie heilig feyn möchte; und er ift
Sort, der Teufel, nach der Seelen Heil fra⸗ | auch ſelbſt der Abt in folchem heiligen Or⸗
‚gen? . Denn ich der viel gejehen, bin felbft |den, Der Argfte Bube aller Buben auf Er-
auch einer getoefen, halt tool, ihr ſollen noch den. Daher koͤmmt die graufame Furcht
Biel im Babftthum feyn, die auf ſolchen vor einem rechten, freyen Eonciliv. Denn
Kauf und Losgeben des Pabſts nicht haͤtten er will ungereformirt feyn, wirds auch wol
. gebauet, wenn fie auch Die Welt follten ver-] bleiben ewiglich. Er will nicht die Schluß
' dienet haben. Und war viel eine groͤſſere el über fich leiden, fondern unter fich haben;
\ Sünde und tiefere Hölle, wo einer hatte] wie er in vielen Decreten tobet, daß ihn nier
Fleiſch am Freytag geffen, denn fo er hatte mand binden noch richten folle noch möge,
‚ einen Mord und Ehebruch begangen. Wo Daß alfo unmoͤglich ift, ein nüslich, Frucht
aber ein Mönch (wie oft geſchah, feine "Matz | barlid) Eoneilium zu halten. Dennerthuf
' ten, Rappen und Möncherey dem Pabft | doch hernach wie vor, und macht fich los
Woekauft hatte, den hielt man für. einen | vom Concilio, wie er allezeit gethan hat,
Apoſtaten, abtruͤnnigen Chriſten, deß Sees | und folcyes hinfort zu thun fich frey Daher
fe nimmermehr Fein Rath ware- ruͤhmet, Macht zu haben.
162. Alfo eine verzweifelte, tiefe, teuflifche) 154. Ach was plagen wir uns ſelbſt mit
Gift iſt Menfhenlehre,, wo fie das Gewiß dem verfluchten Pabſt; wie follte erdie Suͤn⸗
ſen recht ergreift, ſonderlich wo lange Ge⸗ de binden? Weiß er doch nicht, verſtehet
wohnheit und der Name GOttes faͤlſchlich er doc) nicht, Der grobe, groſſe Eſel und
| dazu Fommt, daß GOttes Gebot nicht eis) Narr, was Sünde fey, kanns auch nicht,
nen Faden geachtet wird, gegen dieſe eifer- | wills auch nicht woiflen. Ich weiß, daß
ne Ketten. menfchlicher, teuflifcher Lehre. |unfere Kinder, oder Catechumeni, das ift,
Wolan, das heißt ja meifterlich Die Wor⸗ die den Catechismum koͤnnen, gelehrter find,
| te Chrifti ausgelegt, was du binden und |denn Pabft, Cardinal und ganzer Nomis
Iöfen wirft auf Erden, fo gebunden fcher Hof, famt alle ihrem Anhang Denn
tie hie den Pabftejel mit einer Sack pfeifen; eſel mit feiner Nömifrhen Bubenfchule ein
aber laßt uns auch GOtt dankbar feyn, der | einig Gebot unter den sehen: verftehet, ‘auch
| uns von ſolchen Teufelsbanden erloͤſet hat, | nicht eine "Bitte im Water Unfer, noch eis:
daß uns nicht etwas Argers wiederfahre. nen Artikel im Glauben, oder wie Taufe
3. Der dritte Schade, den der Pabſt und Sacrament zu verſtehen und zu brauchen
mit den Schlüffeln gethan hat in der Kir⸗ ſey, wie ein Ehrift leben ſoll, mas gute Wer⸗
hen, ift erftlich der: da follt er binden, ban⸗ ke find, GOtt gebe, daß er die Zehen Ges
nen und ftrafen die rechten Suͤnden wider | bot Croill des Verſtands gern ſchweigen,)
Goltes Gebot, um welcher allein. voillen koͤnne nad) einander zahlen, tie unfere Kin
- der Herr die Schlüffel feiner Kirchen gege« |der von vier, fünf Fahren Fünnen. Denn’
ben hat, Math. 16,18. 19. undc. 18, ı8. Die] fie lefens nicht, gehen nicht damitum, ſo ge⸗
hat der Pabſt Feinen Bindefhlüffel, fondern!bens auch Ei Bücher, Decret, Der
Burberi Schriften 17. Theil, ern >
Don ben Reichsrägengu Sveper, Worms und Regenfburg. 1777 -
te, Da fragt der Pabſt nicht nach, daß |allen Stiften gehen ein ſolch frey Leben, in
und losfeyn im Simmel. Lieber, mahle dafuͤr daufjt du nicht ſorgen, daß der Pabſt⸗
# — — Ya dee SEE Are RE Er
= f SE 2. SR NR
1378 Cap. ıg. Von der durch Convente u. Reichstägegefüchten Religionsvergl. 1379 ;
cretal, Serti, Ciementin, Eytenvagant | die Sünden vergeben find, wir feyn denn u⸗
Bullen nicht. Nicht ein Wort Fannft du ‚vor gewiß, Daß wir durch unfer Thun der ı
aus allen diefen Büchern famt ihren Scri⸗ Vergebung würdig find und verdienet has ı
"benten finden, das dich lehren möchte das |ben: welches ift ein vergeblich, —
erſte Gebot zu verſtehen, oder eine Bitte im Ding. O das iſt eine ſchreckliche Plage in
Vater Unſer zu beten. Iſt auch nicht Wun⸗ der Chriſtenheit, daß man die Leute unges
der; fie haltens für Gaͤucherey und lauter roiß macht, und bleiben laßt auf ihren eignen ı
Narrenwerk, was wir Ehriften glauben :lungewiflen ABerken. . Ri:
beiffen ung bon Ehriftian, das iſt, groſſe 157. Unfer lieber HErr und Heiland gibt,
Narren, die ſolch Ding glauben mögen. uns mit dieſen Worten: Was ihr löfer,
155. Denn rechne du, wenn er ſollte vers ſoll los ſeyn, eine treffliche, tröftliche Vers
ſtehen, das erſte Gebots Du ſollt nicht ans heiſſung, wie droben geſagt, daß es ſoll los
dere Goͤtter haben, und was dawider Suͤn⸗ bey ihm ſeyn, was wir loͤſen, wie Joh, 20,
de heiſſen: fo müßte er alle feine Drecket, 0.23. klaͤrlich ſtehet: Mem ihr Suͤnde ver⸗
Drecketal und Bullen verbrennen, und ſich gebt, dem find fie vergeben. Das ſind
ſelbſt mit, famt allen Cardinälen. Denn, | Worte (fageich, der, Verheiffung, darinn :
. wie droben gehöret, fo find feine Decret eis \er Vergebung der Suͤnden verheißt. So
tel groffe Hauptluͤgen, fehreckliche Gottes che Verheiſſung fördert nicht unfer Werk,
loͤſterungen und greuliche Abgoͤttereyen. wie das Geſetz thut; fondern unfern Glau⸗
ie füllte der nicht andere Götter haben, ben. Denn GOtt will uns um unſer Ver⸗
der in aller Welt Abgötterey, Laͤſterung, dienſt willen nicht den Himmel geben, fon ı
Lügen ftiftet, wie ein Menfch der Suͤnden |dern aus lauter Gnaden und Barmherzigkeit |
and Kind des Verderbens thun muß? 2 Theff: durch Chriſtum. Und ſoll nicht heiſſen ( wie
2,3. Darum iſts hie nichts mit den Schluͤſ⸗ ſie lehren,) die Neu möchte ſo groß feyn, es
fein, Sünde zu binden, bannen und ſtra- fuͤhre einer vom Munde auf gen Himmel.
fen. Denn hie ift niemand daheim, der) Ja, wie Judas mit dem Strick an den
da wiſſe odererfenne, was &tunde fey. Man) Baum, und Saul in fein eigen Schwerdt, |
muß ihn laſſen fahren, mie er befeffen ift,| Aber der Pabftefel weiß nichts, meder vom |
immer zum Teufelzu; GOttes Zorn iftüber] Stauben noch Verheiſſung, noch von GOt⸗
fie kommen, und fündigen unbußfertiglich in| tes Geboten, hält die Kirchen für einen Eſel⸗
den Heiligen Geift. I ſtall oder Säuftall, da er mit feinem Dreck
156. Zum andern, da er nun koͤmmt aufl innen regieren müge. — ee
das Lofen der vechten Sünde, das ift, zu). 178. Das fey gnug geſagt von. dieſem
Vergebung der Stunden, wider GOttes ‚Speuc) Matth. ı6. habs zu viel und zu ı
Gebot gefchehen, da macht erden tröftlichen ‚lang gemacht; aber der. Paͤbſtliche Greuel
Loͤſeſchluͤſſel zunichte und Eraftlos in aller hat Feine Maaffe noch Ende. Und bie fies +
Belt. Denn fo lchret er mit feinen Schu: | heftdu, ( meyneich,) wiefein der Pabft weiß f
len, daß der Schlüffel nicht loͤſet, noch die die Worte Ehriftiauszulegen, und wie wohl
Suͤnden vergeben find, wo nicht die Reu, er fein Pabſtthum drauf gegründet hat. Das |
Beichte und Gnugthun da iſt; weiſet uns| heißt, wie EHriftus ſagt Matth. ı2, 37: |
alſo vom Glauben auf unfer Werk, daß | Aus deinem eignen Wunde wirft du vers
wir nimmermehr Funnen gewiß merden, ob dammt; und'ı Eon, 3,19; Die Worin i
\
Das ift die Meiftesfchaft des Heil. Geiftes, | te.fröhlich , wer zulegt den Sieg behalte.
daß er eben diefelben Worte nimmt, die von) 160. Der andre Spruch, der da ſoll be⸗
den tollen Geiſtern für ſich geführet werden, | teilen, daß der Pabft aus GOtt Eomme,
und führer fie wider fie felbft, und ſtuͤrzet iſt Diefer Joh. 21,16: Weide meine Scha⸗
‚fie mit ihren eigenen Waffen. Sch wuͤßte fe. Hie iſt in des Pabſts Element 3. extrade
ploͤtzlich nicht wol einen gewaltigen Spruch] ele®. c. fignificafti, diefe Gloſſe: Uns find
aus der Scheift zu führen wider den Pabft, die Schafe Ehrifti in St. Petro befohlen,
(wie droben gemelder,) denn eben dieſen, da der HErr fpricht: VDeide meine Schas
damit er fich gründen, bauen, fegen und fe, Joh. 21,16: Und macht Feinen Unter»
wehren wil und ift kuͤrzuch ergriffen und ſcheid zwiſchen diefen oder jenen Schafen,
erhafcht durch feine eigene Klugheit. Das auf daß ein jeder wiſſen foll, daß er nicht in
heißt auf Deutſch, in feiner Klugheit fich bes feinen Schafftal gehöre, fo er Petrum
ſchmeiſſen. Da liegt der Pabſt in feinem |und feine Stuhlerben nicht erkennet für feine
{
‚Regiment und Stand fey nicht von GOtt, und meynete traun, es donnerte fo fehr,
noch von Menſchen, fondern von allen Teu⸗ ſogar einen groffen feheuslichen Forz der
feln aus der Hölle, eitel Abgoͤtterey, Got⸗ Pabſteſel hie ließ fahren; er hat gewißlich
tesläfterung, Zügen, Seelenmörderey, Mord, mit geoffer Macht gedrückt, daß er ſolchen
Raͤubereyh Aufruhr, Feindſchaft wider GOtt, Donnerforz herauspaufthat. Wunder its,
Käyfer, Könige und ale Menſchen, ſonder⸗ daß ihm das Loch und Bauch nicht zuriſſen
lich wider die Chriſtenheit, viel aͤrger denn ſind.
der Tuͤrk. ae 161. Wenn ichnunbie fragte: Was has
159 Ja, ſprichſt du: Er fragt nichtsnach | ben denn die andern Apoftel ale, ſonderlich
deinem Schreyen und Schreiben, er. bleibt) St. Paul geweidet? Da wird der groffe
wol vor dir, er ift zu mächtig. Das bin! Forz des Pabftefels vielleicht fagen, daß fie.
ich wohl zufrieden; mir ift gnug, daß ich ſi⸗ vielleicht Ratten, Mäufe und Läufe, oder
cher fire mich bin, und wiſſe ihn zu urtheis| wenns gut wird, Saͤue geweidet haben, auf
den nach) dem Wort GOttes, das wider daß allein der Pabſteſel der Schäfer, und
ihn ift, und ich mit gutem Gewiſſen ihn fur | alle Apoftel Saͤuhirten bleiben, Sa, mas
‚einen Farzefelund GOttes Feind halten mag. |ifts aber, da Ehriftus nicht zu Se. Peter,
Mic) Fann er nicht für einen Efel halten: |fondern zu allen Juͤngern fprach Marc. 16,15?
denn er weiß, daß ich von GOttes ſonderen Bebet bin in alle Welt, und predigt das
Gnaden gelehrter bin in der Schrift, weder) Evangelium allen Eresturen. Da find ja
er und alle feine Eſel find; nicht allein ich, | die Schafe Ehrifti_ nicht allein St. Peter,
ſondern fehr viel feiner Leute mehr faſt in al⸗ ja nicht den Apofteln allein, fondern auch
den Landen. Er hat den Teufel für ſich;: den 72. Füngern befohlen. Hie mußt du
fo haben wir GOttes Wort für uns. Laß den Meifter und Hirten aller Schafe hören,
friſch hergeben; fterben wir drüber, fo le⸗ undden Tertrechtverfiehen. Denn es liegt
ben wir deſto herrlicher mit Chrifto: lebet er an einem guten Ausleger, fpricht man, wie
drüber, fo flirbet er defto greulicher mit als' du droben gehöret haft, daß Fels heiffe der
den Teufeln ;- Quia Emmanuel, hie iſt GGit Pabft, —— heiſſe, ihm gehorſam
\ ; i 8882 ſeyn,
st er durch ihre eigene Aiugbeit.| mit uns; dort der Teufel mit ihm Es gei⸗
eignen Dreck, und wird erfunden, daß ſein Hirten und Meifter ze. Sch bin erſchrocken,
— UN - 4 E37ERT
= u =
1382 er 18. Do der — —— u. —— Auen Reg
feyn, binden heiſſe, Känfer, Könige und ‚Sels will ich meine Rirchen bauen, n
alle Belt fangen. Du mußtin des heilig. ‚anders fhut, denn daß er den. Ei bſt
ſten Vaters Decreten nicht? Lateiniſch Grie⸗ Gott und Herrn macht uͤber Himme u
chiſch, Ebraͤiſch, ſondern die neue Roͤmiſche Erden, fo kann ſich Fein Buchſtabe i
Sprachelernen undverftehen; tie auch dro-|Sehriftermehren, er muß auch daffelbe: un 1
ben Jungfrau Paula Tertius dem Kayfer ja auch Virgilius nicht, da er fagt: Tity tyre
und dem Neich die NBorte, frey, he tu patule recubans fub tegmine fagi, das
lich, Deutſch ‚auf fein Roͤmiſch auslegt. iſt, du Pabſt ſitzeſt zu NRom; Sylveſtrem
— Alf iſt nun Roͤmiſch hie die Meynung: Ge Itenvi meditaris arundine mufam,, Y das ift, Y
bee bin (d. i. du Peter, gehe allein hin), biſt Herr über die ganze Chriftenheit. Und‘
in alle Welt Cd. i. gen Nom ), und predis Ovidius: Hane tua Penepole, lento tibi!
ger (d.i. fere einen Pabſt, der Gott und |mirtit Vlyfles, das ift, der Pabſt ift Herrund |
Herr fe, ) aller Ereatur. (D. i. der Macht Gott über Himmel und Erden. Nil miht‘‘
babe iiber Bifchof, ‚Käufer und Könige, über |referibas, artamen ipfe veni, das iſt, wer
Himmelreich und Erdreich c omnes,) Der |dem Paobſt nicht iſt unferthan mit. Leib und
da glaͤubt (d.i. wer dem Pabft gehorfam| Seel, Gut und Chr, der ift verloren
iſt ) und getauft wird (dem Pabſt die Fuͤſ⸗ Dinit dich ſolches lächerlich zu feyn ? War/⸗
ſe Füffer),der voird felig(bleibt unverdammt); um lacheft du nicht vielmehr des groben, roß
wer nicht glaubt nicht gehorſam ift), wird fen Efels Clemens 3. c. fignificafti, der Dies
perdammt, (iſt ein Ketzer.) fen Spruch Ehrifti, weide meine Scha⸗
162. Denn aus dem Spruch Matth 16. fe, auf feine Getvalt zeucht, der. ſich eben
haft du nun gnug gehoͤrt, wo Chriſtus ums |fo fein dahin reimet, a Isalfe Berfe im Vir⸗
fer HErr vom, Wort und Glauben vedet, |gilio und Ovidio. fo möchte dag Liedlein |
. daß folches müffe von der Gewalt, Geiz, auch hieher dienen: Der Kuckuck iſt zu todt
Abgoͤtterey und Gretel des Pabſts zu ver⸗ gefallen, (der Pabſt iſt aller Kirchen Mei⸗
ſtehen ſeyn. DIE iſt die Regel und, Griff, |fter,) von einer holen Weiden (das iſt gu
die Schrift auszulegen; daher der Roͤmiſche Rom Wer will ung den Sommer lang ı
Stuhl fich nicht unbillig Magiftram Fidei (das ift, die Chriſten find hufdig, ) Zeitund
ruͤhmet, das iſt, ders beffer toiffe und mas Weil vertreiben, Cd. 1. ihm die Fuͤſſe zu rip |
che, weder Chriſtus felbft und der. Deilige.fen. )
Geiſt die feine arme Fibuliſten ſind Daw| 163. Droben haben wir gehoͤret, wenn
um wo die Schrift vom Glauben oder Wort gleich St. Petern allein befohlen waͤre, al⸗
ðOties vedet, Da iſt alles zu verſtehen von le Schafe Chriſti zu meiden, wie es nicht f
Des Pabſts Gewalt und unferm Gefaͤngniß, iſt, auch unmöglich ift, denn wir müffen die ı
als Roͤm. 1,17: Der Gerechte lebet feines andern Apoſtel, fonderlich St Paul, nicht |
Glaubens das iſt der Vabftift Herr über | Mäufe oder Räufehirten feyn laſſen, uͤmdes
alles. Koh. 1, 14: Das Wort iſt Fleiſch Pabſts Forz und Drecket willen: fo folget |
- worden ( das iſt, dee Pabſt iſt Herr über doch daraus nicht, daß auch dem Pabſt, gleich
alles), und hat unter uns gewohnet. (das St. Petro, alle Schafe zu meiden befohlen N
it, wir find feine Gefangene mit Leib, Seel, ſind, haben fichs auch Die fcommen Biſchoͤf⸗
Gut und Ehre, dazu die ganze Welt. Denn fe der Roͤmiſchen Kirchen, ehe der Teufel
e OR ER Matih, 16: a diefen iden Pabft aufgeworfen hat, nie meet
er ( — en Fr
inverſchaͤmten Pabſteſels Artikel nicht Feruſalem auf die groſſen Feſte gezogen Die
gegiaͤubt,) ſondern wuͤrde das Wi⸗ Apoſtel daſelbſt gehört, und mit ſich gen Rom
jeldrausfolgen, nemlich, weil St. Pe das Wort heimgebracht haben.
cht die Roͤmiſche Kirchen allein, fon-| 165. Denn St. Paulus ſpricht Roͤm ıc.
; — geordnet dat, ‚Fonnen bier |
h
Me Me, Aa Nr EB von den he She eher habe. von
oſtel herkommen, und eben ſowol ruͤhmen nun Andronicus und Junias ehe Chriſten ge⸗
ſeine Epiſtel uns, nd nicht der Roͤmiſchen Pfingſten, zu Jeruſalem glaubig worden
\ Kirchen sugefehrieben wie geſagt. ESind ſeyn und das Wort unter Wegen erftlich den
nun dieſelben Kirchen nicht Hirten aller | Juden hin und wieder geprediget, und alſo
Schafe Ehrifti, woher wills denn der Pabſt⸗ deruͤhmte Apoftel werden feyn, follten wol
eſel zuRomfen? der nicht folch ftarf Zeug- 3000. ſeyn, die durch St. Peters erfte Pre⸗
‚ niß von St. Peter hat, als jene, ja gar kei⸗ digt befehret find. Apoft.2, gr. Nun ift
ne Zeugniß beweiſen Bann. von Dem Fahr des Leidens 5 Chrifi, bis aufs
164. Wir haben ja droben gehoͤret, daß
| fie St. Peters fehr ungewiß find, und die
Kirche zu Nom erftlich weder von Er. Pe—
ter noch St. Paul ‚gepflanget ift, fondern
von den ‚geringften ungern, Aquila und it
andern Süden, fo zu Nom gewohnet auch
wol da geboren find, wie fie in allen Landen
wohneten. Apg. 2, 10. Sie fagen allefamt,
St . Paulus fey bekehret daffelbe Jahr, dar:
innen Ehriftug gelitten und auferftanden ift:
. eodem anno Aftronomico ‚nonlegali, Ten
lich, Ehriftus habe gelitten den 25. Tag
Marti, und Paulus fey hernach befehret
den 25. Sanuarii, wie es im Calender fte
bet, da ıft das Jahr noch nicht herum. hen haben.
Das fey fo oder nicht, ſo kanns doch nicht) 166. Es ftiftet aber ein Juͤnger oder Apo⸗
weit Davon ſeyn, vielleicht kaum ein Fahr. ſtel eine Kirche, fo iſts eine rechte Kirche,
Hieraus folget, daß die Roͤmiſche Kirche und liegt an der Perſon nicht. Sal. 2, 8.
habe das Evangelium und Glauben gehabt! Denn GOtt aibt Feine andere- oder beffere
27. Jahr ehe St. Paul oder St. Peter) Taufe, Evangelium und Glauben, durch
gen Rom Eommen find; und meine Meys Peter ne Da un ‚denn Durch) Andeonicum,
sen Nom kommen iſt. Apg. 28,16. Dar
ber ruͤhmet ex den Glauben der Roͤmer,
Ba 1, 7. den er doch nicht gepflanzet hat⸗
Hiemit wills werden, daß der Roͤmi⸗
fen Kirchen erfte Stifter und Biſchoͤffe
oder Prediger find St. Pauli Vettern,
Andronicus und Junias; wo will der Pabſt
ſolch Zeugnis von St. Peter bringen? Und
iſt alaublich, daß die 27. Jahr uͤber auch
etliche Ehriften, jungund alt, getauft und
aeftorben, die erſten Heiligenzu Nom, zum
HErrn Ehrifto gen Himmel gefahren find,
n viel andere in Bithynia, Afia, Bon; v. 7. daß Andronicusund$ — ſeine Blut⸗
die weder St. Peter noch St. Paul geſe⸗
3 Ju⸗
nung il gerviß, —— Arno —
und ewig verdammt feyn, weil fie |andre mehr, Nöm. 16,3. faq. genennet, zu
nen: St. Meter der Apoftel, und nich: weft, 1 denn St. Paulus, fo müffen fiedafe
Kirche zu Nom, hat uns geftiftet, Dazu ſelbe Jahr Des Leidens CHrifti, bald nach
ander Jahr Neronis 27. Jahr, da Paulus
lich und gelindin ſolchen Sachen? Der Pabft| an, zu fluchen, der zu feanen ift berufen. Sch
Suniam, Aquilam, oder wie geringer Juͤn⸗ | Gott, vor allen&ngeln,vor Der liebenSat
ger er ſey. Droben haben wir auch gefagt, vor aller Welt darfſt heraus ſpehen ‚du feyfe
daß die Kirche zu Alexandria und Antiochia allein der Hirt aller Schafe Chriſti una
trefliche Kirchen geweſen find, mehr denndie|aefehen die. Evangelia und Spifteln der
zu Nom, mit fonderlichen Gaben und Leu: | Apoftel Petri und Pauli, dawider du ſ
‚ten begabt: wiewol fie nicht von Apoſteln wiſſentlich fpeyeft, und wirfft deinen Teu⸗
gepflanzt find, fonderlich die zu Antiochia; felsdreck aus. Denn esift Fein Kind nice,
welche ift, wie Apoflg. ır, 22. ſqq. ſaget, das nicht wiſſe von 12. Apofteln und Sk
von den zerftreueten ungern, unter dem Daulzufagen. | a.
Teübfal, der fich über St. Stephano er] 168. Was ifts, mein lieber Bruder, ge⸗
hub gepflanget , und. hat doch fo zugenom⸗ ſagt: ichbin allein Hirte aller Schafe Chr
men, daß die Slaubigen dafelbft, und nicht fti, und aller Kirchen Meifter ;denn fo viele '
zu Serufalem, am erften find Chriften ge| St. Paul und alle Apoftel find nicht Apo⸗
nennet worden. O wenn ſolch Vortheil ſtel; oder, find fie etwas, fo muͤſſen fie Res ı
der Pabft hatte, daß die Juͤnger zu Nom|ser, verdammt und falfche Lehrer feym,
am erften waren Ehriften genennet worden! weil fie wider diefen Artikel, da allein SE
fo würden alle gehen Himmel, wie die Aſtro⸗ Peter alle Schafe meiden foll, und fein |
nomi zählen, dem hochmuͤthigen Wanſt zul Stuhlerbe,der Pabſt, fich unterftanden has ı
Nom viel zu enge feyn, feinen Ruhm zu be⸗ ben, mehr Schafezu meiden, weder St. Per
greifen; und ift Doch nichts: denn in Chri⸗ | ter, und ihnen nichts befohlen iſt. Ich woll⸗
ſto find alle Kirchen gleich. Hie ift kein te wol gern bie ein Deutfch Wort reden:
Örieche noch Ungrieche, kein Mann, Daß dich Pabſt diß und jenes beſtehe! kannſt
kein Weib, kein Roͤmer noch Antio— du nichts mehr denn lügen, truͤgen, GHOHE |
chier, Kein Leibeigener noch Freyer; wir |läftern, die Apoſteln ſchaͤnden fluchen, Kir⸗
find allzumal einer in Chriſto, Sal. 3, 28. chen freſſen, leiblich und geiſtlich verſtoͤ⸗
167. Ohne daß der Pabſt muß Rotten an⸗ ren, Koͤnige vermaledeyen, mit Fuͤſſen tre⸗
richten, und ſchreyen: Ich bin Petriſch, und ten, Abgoͤtterey ſtiften, aller Welt Güter |
wer nicht Petriſch iſt ‚Der iſt verdammt: welz|verfchlingen , und ſolches alles unter Sanct
ches doch Paulus ĩ Corinth. 3,4. hart ver⸗ Peters Namen? daß dich Pabſt dig undjes
beut, und nennet fie fleiſchlich, Die da ſa⸗ nes beſtehe! Aber ſolch ſchoͤn Deutſch darf |
gen, ich bin Petriſch, ich bin Pauliſch, ich ich nicht reden, der Pabſteſel möchte zoͤr⸗
bin Apoſtoliſch. Ach was rede ich fo freund⸗ nen: fo ſtehets auch einem Prediger nicht
Clemens 3. ſpricht, daß alle Schafe Ehriftilrede aber meine groſſe Anfechtung mit unge⸗
in der Welt follen unter ihm ſeyn, und ſchickten Worten, das wird mir mein Here
ſich weiden laffen. Daß dich GoOtt fkras| Ehriftus verzeihen, um welches willen: ich
fel (ſchaͤnden darf ich nicht jagen, denn du alles ehue und rede. a, fpricht Element 3,
bift fchon allzuhoch geſchaͤndet, weil du ohn Ehriftus vedet indiftin&te, voeide meine )
Aufhoͤren GOtt fehandeft, und feine Apo⸗ Schafe, macht Feinen Unterfcheid zwiſchen
fiel, Kirche und Schrift; ) daß dic) GOtt diefen und jenen, drun muß ‚meine Schas ı
ſtrafe! fage ich, du unverſchaͤmtes Luͤgen⸗ fe Iheiffen alle Schafe. Ey dat ift einfEarper
maul, Läftermaul, Teufelsmaul, der du vor | Juriſt und Sophiſt, duch nicht
ö arp⸗
N 3—
EEE, k r 2 { FR
Pa * —*
1388 V. Abſchn. Von den Reichstaͤgen zu Speyer, Worms und Regenſpurg. 1389
ſryſten du heilige Jungfer St. Clemens; angeſehen daß er viele andere Prediger hin
wer dich Eſel, Schuͤtzen und Bachanten, und wieder hätte. Was ſollte man mir hie
‚mit Ruthen ſtriche, daß dir das Blut vom thun? Mit Ketten und Stricken muͤßte man
Arſe floͤſſe und den Donat, das pronomen zulaufen, und fügen, ich wäre rafend, tol
‚ meum Deeliniven Iehrete.. und thoͤricht worden. Alſo, vb wol der Pabſt⸗
‚165. Ich muß grobe Exempel geben dem eſel weiß, oder ja wiſſen fell, daß Chriſtus
‚ groben Efel: Wenn Käyfer Carol fprache nicht St. Peter allein, fondern zwoͤlf Apo⸗
‚zu feiner Hauptmanneinem, als in Bra⸗ ſtel und St. Paul, als feine Amtleute in
"bant oder Flandern: Ich befehle dir meine die Welt gefandt hat, feine Schafe zu weis
Beute, fiehe wohl zu, daß fie geſchuͤtzt wer⸗ den; Doch fahret er zu, und deutet die Wor⸗
‚den und jedermann vecht geſchehe und en, te Chrifti auf St. Peter alleine, weil Chris
‚ deine Leute, mit denen du thun wollteſt, ne Schafe zudiom. Denn Chriſtus konn⸗
ı was dich geluftet, wie fie oft pflegen. Da te auch nicht fo unterfchiedlih reden; ſonſt
gienge der Hauptmann hin, und ruͤhmete hätte e8 gelautet, als waren allein zu Nom
ſich, der Känfer Carol hätte ihm indiftin&te |Chriften, und nirgend mehr, und St. Pe⸗
‚alle feine Leute befohlen ‚und wolltedadurd) ter nicht allein der. Kirchen zu Nom Apoftel
‚Hauptmann feyn fo weit Käyfer Carol iſt, Sondern auch Cappadociaͤ, Aſiaͤ, Pons
Herr wäre, in Hifpanien, Stalien, Ger⸗ Iti, Bythiniaͤ rc. Noch will der unfinnige
manien ıc. und Doch wohl wuͤßte, daß Kaͤy⸗ Narr und Pabftefel den Apoftel St. Per
ſer Carol viele andere Hauptleute, hatte; |ter allein haben, und fein Stuhlerbe allein
wäre das nicht ein lieblicher, gewuͤnſchter ſeyn, Dazu alle Schafe in der Welt alleitn
Hauptmann? Alfo ein jeglicher Fuͤrſt und haben, die St. Peter nicht gehabt; und
‚Herr, wenn er zu feiner Amtleute einem wenn er fie gleich) gehabt hätte, Das unmoͤg⸗
ſpraͤche: Sch befehledir meine Leute oderlln⸗ |lich iſt und die andern Apoſtel mit Chrifto
erthanen fiche zu, und haltwohlhaus, und Nein dazu fagen, dennoc) nicht der einige
denke, Daß nicht deine, fondern meineLand und Biſchof zu Nom St. Veters Erbe feyn mag.
Leute find; fo wollt derfelbe Amtmann uͤber Bringe her Ketten, Stricke, Feffel und
Alle Leute deſſelben Fürften feyn. Storf, wir haben hie einen vafenden, un⸗
170.58. , ein jeglicher Pfarrherr, will mich ſinnigen Narren, den tollen Pabſteſel.
uch ſetzen: ch bin Prediger der Kiechen zu | 171. Aber es. ift GOttes Gnade in fols
zittenberg; nun muß ich mich dieſes Be⸗ chem groffen Zorn nicht gar aus geweſen,
fehls annehmen, da Ehriftus fpricht Joh. or. und hat den Teufel nicht Jaffen reden mit
v 16: Weide meine Schafe. Dennes trift ganzer freyer Zunge, fondern hat fie gebuns
alle Pfarrherren und Prediger inder ganzen |den, Daß er durch den Pabft mit halber
Melt, ſaͤmtlich und fonderlich. Weil aber und fehwerer Zunge hat müffen ftolpern,
mein HErr Chriftus nicht hätte unterfchied» |fhammern und allen, damit feine Ausers
lich zu mir geſagt: Weide meine Schafe wählten ein Zeichen und Warnung hatten,
m Wittenberg, fondern frey dahin: meide daran fie merken Eünnten, daß der Teufel
meine Schafe; fo wollt ich zufahren und im Pabſt wohne, und durch ihn redet,
in aller Welt die Schafe Chriftimir dient |die Schrift mit feinem Lallen fo ſchaͤndlich
barmachen, und Here über fie ſeyn, uns! ausleget, die Welt zu verführen, - ee
J N "der
‚fe, daß es meine Lande und Leute find, nicht ſtus nicht unterfehiedlich fan: Weide mei⸗
- a ET nr Maker ee oe
1399 Cap.ıg. Don der durch Convent u. Reichstaͤge geſuchten Religionsverg
der Zeufel muß es ja alſo machen, daß er einen Spruch finden fplte, der den
einen Stank hinter fich laffe, Dadurch man |machtiger tuͤrzte. Darum heißt es mit der
yoiffe, er ey da geweſhe. — Schrift: Noli me tangere, laß die Schrift |
172. Ach der liebe HErr Chriſtus hat an⸗ mit frieden, wenn du nicht willt den rechten ı "
ders zu thun mit dem Spruch, weide meis Sinn ſuchen, und laß fie ungedrehet, oder
ne Schafe, denn daß er einen Pabſt oder |fie wird dich in Abgrund des hölifchen Feu⸗
Zeufel wider ſich und feine Kirche Damit |ers, und bie auf Erden in alle Schande dre⸗
fiften wollte; wie es auch der Noͤmiſchen hen; wie bie Dem Pabſt geſchiehet. Sie iſt
Kirchen fromme heilige Biſchoͤffe ehe der ein verzehrend Feuer: wenn du meyneſt du
WMabſt in aller Teufel Namen zu Rom auf habeſt fie gefangen fir deinen Verſtand, fo
fund, gehalten und gelehret haben. Denn biſt Du zu Afchen verzehret, che du dich ume
er vedet mit St. Veto, und fpricht: Si-|fieheft. Was hat der Pabft nun gewonnen |
inon Jobannis, baft du mich lieb? (wel⸗ an diefen zweyen Sprüchen? Erſtlich das
ches Wort der Pabſt Clemens, als ſeine ewige hoͤlliſche Feuer. Zum andern, ewige
Gift, gartweislich ſchweigt,) ſo weide meine Schande hie und dort, als der erfunden iſt
Schafe. Hie iſt klar, daß wer die Scha⸗ öffentlich ein Falfcher der Schrift, ein Lüge?
fe Chrifti weiden fol, der muͤſſe Chriftum|ner., ein Gottesläfterer, ein Schander als
ieh haben; oder ob er weiden koͤnnte, und ler Apoſtel und ganzer Chriftenheit, ein verlos‘
hats nicht ans Liebe, fo geht ihn doch diefer |gener Boͤſewicht und Tyrann über Kaͤhſer
Epruch nicht an, derdie Liebe und Luft zu und Konige und alle Welt, ein Dieb,
Ehriſto fodert. Hie helft, und nun helft alle Schalt und Mauber, beyde der Kirchen⸗
Teufel aus der Hoͤlle eurem Pabſt! dieſer guͤter und der weltlichen Guͤter; ja, wer
Sdruch will ihm das Herz abſtoſſen darauf er wills alles erzehlen? Solches alles hat er
- fü hoch pochet und ſich gruͤndet. Denn wo durch dieſe zween Sprüche getrieben und)
er Ehriſium nicht liebet ‚foifter nicht Pabſt; ausgericht wie esift am Tagge.
wie ſie ſelhſt muͤſſen ſagen weil fie dieſen 3774. Weiden, heißt hie nicht, wie der
Spruch fit ich führen. Solange er nun| Pabftteufel Deuter, Pabft feyn, Oberherr
nicht beweifet, daß er Chriftum lieb habe ,|feun, Gewalt haben, und Chriften unter‘
Eann er nicht wweiden, noch Pabſt ſeyn, und ſich zwingen, Kayfer mit Fuͤſſen treten, Kos
ift alle Welt frey, nichts vom Pabftthum nige und Biſchoͤffe mit Eydespflichten_ fans
- zu halten noch zu wiffen. Denn er hat ſich gen umd unter ſich werfen, dem Türken
hie in dieſem Spruch felbft durch fein eigen und dem Teufel ftehen ſolche Werke zus
- Maul und Urcheil gefangen, verurtheilt, vers |fondern es heißt den geoffen Dienft, daß
damnmt, vom Pabftthum geſtuͤrzt, daß er mandas Cvangeliumund Glauben predige
gar nichts if, jeder mit Ernſt ſchaffe zu predigen, und aiſß
73. Da ſiehe abermal wie GOtt die die Kirchen aufden Fels baue, Matth.ıs, 18.
Weifen in ihrer eigenen Klugheit erhaſchet, den Seelen mit der Taufe und Sacrament
daoß fie ſich in ihrer LBeisheit bethun muͤſſen. helfe, ſchelte und ſtrafe die Unenubigen,
Der Spruch Math. 16. wie wir droben tie Paulus ſagt i Theſſ. 5.14. die Ungezo⸗
‚gehört, darauf fich Der Pabſt oruͤndet ſͤr⸗ genen, tröfte die Kleinmuͤthigen, trage
zet ihn in Abgrund. Alſo thut dieſer Spruch die Schwachen habe mit jedermann Ge⸗
auch, daß ich abermalimicht mußte, wie ich! duld. Item, Eph. 5, 20. lobe und —i |
\ tt
a
pn. Domi genfbiurg. 1393
tt ob ohn Unterlaß, tem, 7 fleißig |dich ſelbſt, und gingeft wo du binwolls
alle Belt, und führe ein süchtig Leben ſteſt; wenn Öuaber ale wirft, wird dich
zum« ıten Eempei⸗ ‚Petr 5, 2. Daß al⸗ ein anderer gürten, und dich führen, da
ſo durd ‚feinen Dienft oder Weide viel felig | du nicht bin willt. FJoh 21,18. Da fiehe,
werden, Sa, folche Hirten will der HErr [lieber Sefell, was es ſey, die Schafe
haben. Aber das wird niemand thun, er Ehrifti weiden, umfonft dienen, und predis
habe e denn Ehriftum lieb. Darum ifts gar | gen Das Evangelium, und dafuͤr gewarten,
‚ein groß Wort, Petre, haft du mich lieb, daß er geguͤrtet und gefuͤhret werden, das
ie meine Schafe. Denn fie find ift, Leib, Weib, Kind, Gut und alleg in
cheuer folche Hirten, und nicht ſo gemein, die Gefahr fegen, und wagen. er will
als die zweyfuͤßige Püffel und Pabſteſel zu das thun, er habe denn Chriſtum lieb, und
Kom. thue esum ſeinetwillen? Ein Geizhals, Ehr⸗
“m ESonderlich weil man ſolchen groſſen ſuͤchtiger und Bauchknecht wirds wol laffen.
| Dinft foll umfonft thun, wie er Matth. ı0.| Alfo haben die Apoſtel und Propheten ge
8 10.fagt: Umfonft babtibes, umfonft weidet; item, der Nomifchen Kirchen heis
\gebet es, das iſt, man foll durchs Predigt: lige Bi Ichöffe, Fabianus, Eornelius, Siys
‚amt nicht Geiz, Ehre, Wohlluſt, Gewalt tus und ihres gleichen, haben. ihr Blut. |
ſuchen — wirhabendroben im Sim: druͤber vergoffen, und find Märtyrer wors
mel reichen Rohn: ohne daß die Ehriften |den. Alſo meiden wir jest auch. Denn
wiederum auch umfont follen ihre Hirten der Pabft und feine Rotte haben unſer viel
naͤhren und ehren, um Chriſti willen; wie in dieſen 20. Jahren geguͤrtet und gefuͤhret
er daſelbſt ſagt: Eſſet und trinket, was zum Feuer, zum Waſſer, zum Schwerdt,
bey ihnen vorhanden iſt, denn ein As zum Kerfer, zum Land aus, von Hausund
beiter iſt feines Lohns werth, ı Cor.9. Hof, Weib und Kind, allein um des Weis
1814: DerhKrr bat verordnet ‚daß die, dens und Evangelii willen; und hören
Bam Evangelio dienen, ſich vom Ev, noch nicht auf: denn fie haben une fehon
‚angelio follen naͤhren: nicht als verkauf⸗ aͤnoſt alle zum Tode verdammt, allein um
‚ten fie , und die Ehriften Tauften von ihnen ſolches Weidens willen; hoffen aͤngſt⸗
das Evangelium; fondern alle beyde ſollens lich des Stündleins, vbs: einmal GOTT
‚umfonft und um Ehrifti willen thun , dies verhängen wollt, daß ſie (wie ſie oft
epredigen und jene naͤhren: der Echah ſt heftig verſucht Muns alle mit einander,
zu groß, Fann Feinen Kauf noch Handthie⸗ ſamt unfern Fuͤrſten, mit Landen und
Fo —* wie es im weltlichen Stand Leuten, Schulen und Kirchen, alſo möchten
ſeyn nmuß. duͤrten und führen ‚daß man mit einem Fe⸗
176, Und das noch mehr ft, nicht allein derwiſch hinnach Eehren koͤnnte. Sn folcher
| umfönft follen die Hirten meiden, fondern| Gefahr müffen wir gleichwol ſitzen, und füls
{ auch der Propheten Lohn. dafür gemarten, chen bittern, giftigen, teufelifchen Zorn,
wie hie der HErr zu Petro, zum Erempel Zaͤhnblecken und Meſſerzucken an ihnen
| aller andern fagt : Petre, haft du mich lieb, |fehen, wiſſen und gewarten. Thun wir
{6 weide meine Schafe. Der Lohn, fo das um Geld und Guts willen, um Chre
dir hie auf Erden dafür gewarten follt , wird und fleifchlicher Luft willen: fü find. wir Die
Bi feyn: Da du Jung wareft, gürteft du un. Leute, fo die Sonne über fünf
Lurcheri Schriften ı7, Theil, Tttit dam
/
Baar, zu Speyer, Dos: sms 8
—
due Tomventew, Reichsrägegefüchten Rel
taufend und fünf hundert Jahren befchienen |fen und ſuchen C die Chriſten meyne ich,
hat, das ift, von Anfang der, Welt her. |gerne felig waren ,) ſolche Hirten, un
. 177.) ‚wenn Kaͤyſer und Könige auch |nen iht nicht gnugfam finden. Denn,
einmal wollten Chriften feyn, «und dem die Burger und Bauern jest fagen: <
HErrn Ehrifto einen Dienft thun, wie fie ſoll sch meinen Sohn laſſen ftudieren? Er
tool ſchuldig wären, und mit dem Pabſt |wirdein ‘Bettler, muß ein Pfarrherr werden?
verfehaffen, daß er mußte ein Biſchof der | Chen fo mehr. laß ich ihn ein Handwerk jer⸗
Nomifchen Kirchen feyn, wie die geweſen nen, oder Kaufmann werden. Wolan,
find, fo vor dem Pabſtthum nicht Paͤbſte, wird auch die Kirche und Schule wüfte vom
fondern rechte Bifchuffe geweſen find, wie GOttes Wort, fü moͤgens die hie, undam
Droben genennet; und ihn dahin halten, daß | Juͤngſten Tage verantivorten, fo zu ſolcher
er dem Spruch, weide meine Schafe; Verwuͤſtung Urſache gegeben haben, es fey |
item, baue meine Kirche auf den Sels, |mit Naub der Kirchenguͤter, oder mit Abs
müßte gnugthun, nemlich weiden und haltung der Kinder von den Schulen, oder
‚bauen, weil er fo faft foldhes ‚begehrt und womit Du es hinderſt, ‚oder hindern hilfeſt,
ruͤhmet, darauf auch gewarten der Hüllen | GOtt der Vater, Sohn, Heiliger. Geifk |
forten Stürmen, oder des Gürtels und |jeugen, daß die Schafe weiden, fey ihm |
Führens, da er nicht hin wollte. Und da⸗ |das liebſte Werk, darum der Sohn fen |
mit er zum Anfang nicht zu hoch beſchweret Menſch worden, und fein Blut vergoffen,
wiirde, wäre es gnug, daß ‚er feine oberfie|daß die Leute follen felig werden. - Über ı
Pfarrkiche zu Kom, St. Fohannis Lateran das Werkthut, oder dazu hilft (welches oh⸗
dor ſich nahme, dafelbft zu weiden anfinge, ne Schulen und Kirchen nicht kann gefehen ı
oder doch für fich einen Hirten da hielte, hen), der foll ein groſſer Heiliger. im Himmel
und verfüchte, was da wäre Ehrifti Scha⸗ ſeyn, mit den Patriarchen, Propheten,
fe weiden, und des Guͤrtels gemarten. Apoſteln, Maͤrkyrern und allen Heiligen.
Was ailts? er würde nicht eine Stunde, | Gilt Das nichts bey dir, und haft deß Feine |
auch nicht .eine Seele weiden wollen, der Hoffnung noch Glauben: fo verhenge die
jest alle Welt meiden will, und verfluchet GOtt, daß du ein Pabſt, Cardinal, oder
alle, Die fidy nicht rwollen laffen roeiden ; ſo Roͤmiſchen Stuhls Glied werdeſt, fo haſt
doch die Welt fehreyet und ruffet nach fol-| du was du haben ſollt. Br
chen Hirten, die da weiden Eunnen, und| 179. Fa, ſpricht der Pabſt, fo verftehe
der HErr Chriſtus felbft Elagt, e8 manges| ich das Weiden nicht. Liebes Jungſerlein
le ihm an folchen Hirten. Groß ift die Paͤbſtlein, wie verfteheft du es denn? Alfoz |
Ernte (fptichter Luc. 10,2.), aber wenig|ich meynete, daß ich unter St. Deters Na⸗
ſind der Arbeiter: bitter den HErrn der | men wollte alle Könige und ale Welt ſchre⸗
Ernte, daß er Arbeiter fende in ſeine Een, daß fie fich unter mich zu_ weiden und |
> SERIE, on mir zu dienen ergaben, und ich dadurch ein: |
178. Ja freylich, die ganze Welt ſtehet Here der Welt würde, und alfo-das alte
offen, wer nur weiden wollte, wie St Pau⸗ Roͤmiſche Neich zu Rom toieder aufrichte, |
us fagt ı Tim. 3,1: Wer ein Bifchofsamt | mächtiger und groͤſſer weder es geweſen iſt
begebrt, der begehret ein koͤſtlich Werk; zur Zeit Augufti oder Tiberii, und ich der
man darf fie nicht zwingen, fie ruffen, lau⸗ vechte Roͤmiſche Kaͤyſer hieffe, Here elle
eh
ab N
on
®
6 Vo Abfbn Donden Rahchgenu®
Rönig aller Könige, Dffenb. |henum, ein Eöftlich Heilbad wider alle
, Wie mix, meine Propheten fagten.
en, fo fliche dich der Teufel undfeis
utter. Fuͤrchteſt du dich aber nicht vor
t daß er dich um folcher fehandlicher
alfchung und Läfterung willen feiner
Berte möchte mit Blitz und Donner vom
immel, Durch die Erde in Abgrund der
öllen fenfen? Da, ba, ba, bon profacit,
porko, mennet ihr Todeske Embrigek,
ß wir folche Narren feyn, als ihr feyd,
d ſolche Saucherey und Narrentheidung
von GOtt und eurem todten Chriſto glaͤu⸗
ben wollen? Ey warum fuͤhreſt du denn ſei⸗
ne Worte vom Fels, Schluͤſſel und Wei⸗
den? Ey Lieber, es iſt beſſer Beſtien regie—
ven, denn von Beſtien regieret werden.
Weißt du nicht, wer Meſen fangen will,
muß ein Mefenbein pfeifen, und wer einen
Chriſten fangen will muß reden lernen, twie ein
Chriſt. Darum müffen wir. euch, bon Ehris
ſtian, bey
bey kann man euch Deutſche Beſtien halten
und fuͤhren, wo und wie wir wollen, wie
man die Baͤren fuͤhret bey dem Ring in der
Naſen, daß ihr uns nicht abermal über den
Kopf wachſt, und mit uns ſpielet, wie eu⸗
ve Vorfahren, die Gothen „ Longobarden
und etliche Kayfer gethan haben, Grem-
merze, mifer aſine, prolabon informatio-
ne fataniflime Papa. |
180, Wolan, wenn ich Räpfer wäre,
wüßte ich wol was ich thun wollte. Die
Löfterlichen Buben allefamt ‚Dabft Car⸗
dinal, und alles Päbftliche Befinde zus |
fammen Eoppeln und gürten, nicht weis
ter, denn drey Meilen Wegs von Rom,
nu un
peyer, Wöormsund Regenfpurg. 1397
. mw
Seuche, Schaden, Gebrechen Paͤbſtli⸗
‚ Jungfer Päbftlein! bift du da ſcher Heiligkeit, aller Cardinäle und feis
nes onen Stuhls, dafelbft wollte ich.
fie ſaͤuberlich einfeen und baden. Und ob’
fie fich wollten fürchten vor dem Waſſer,
wie gemeiniglich Die befeffene und wahnfinnis
ge Leute das Waſſer fcheuen, wollte ich
ihnen zur Sicherheit mit geben den Fels, dars
auf fie und die Kirche gebauet ift; auch die
Schlüffel, damit fie alles binden und loͤſen
Eönnen, was im Himmel und Erden ift,
auf daß fie dem Waſſer zu gebieten hätten,
mas fie wollten: dazu follten fie auch den
Hirtenftab und Keule haben, Damit fie dns
Waſſer mochten ing Angeficht fehlagen ‚daß
ihm Maul und Naſen blutete: zulegt folls
ten fie auch die Weide mit fish haben, zum
Labetrunk und Lufttrunk im Bade,alle Des _
vet, Deeretal, Serti, Elementin, Extras
vagants Bullen, Ablaß, Butter⸗ Kafes
Milhsbriefe an den Hals gehengt, damit
eurem Glauben ergreifen, da- fie altenthalben ficher wären; was gilts,
menn fie eine halbe Stunde in demſelben Heil⸗
bade haͤtten gebadet, es ſollte alle ihre Seu⸗
che, Schaden und Gebrechen ablaſſen und
aufhören: da wollte ich Bürge für feyn, und
meinen HErrn Ehriftum zum Pfande fegen.
181, Es ift mir diß Büchlein zu groß uns
ter Handen worden, und tie man jagt, das
Alter ift vergefien und wafchichtz iſt mie
vielleicht auch alſo geſchehen. Wiewol des
Pabſtthums teufeliſcher Greuel an ſich ſelbſt
ein unendlich unausſprechlicher Wuſt iſt: ſo
hab ich doch, hoffe ich, wer ihm will ſagen
laſſen (fuͤr mich felbft bin ich geroiß „das erſte
Stuͤck, fo ic) droben vorgenommen: obs
wahr fen, daß der Pabſt uber die Chriſten⸗
gen Oſtia führen, (denn ungegürtet und |heit das Haupt, über Känfer, Könige, alle
ungeführe würden fienicht geben, dahin | Welt Herr ſey; fo klaͤrlich und gewalti⸗
fie nicht wollten ‚) dafelbft ift ein Waͤſſer⸗ | glich ausgeführet, Daß GOtt Lob Fein gut
x
das heiſſet Lateiniſch Mare Tyrr- Chriſtlich — anders glaͤuben kann,
denn
1598 Cap. 18. Von der durch Convente u. Reichstäge gefüchten Rı
denn daß der Pabſt nicht ſey noch ſeyn kañ das hoͤrt, iſt alleg gleich; ohne daf
Haupt der Chriſtlichen Kirchen, noch Statt⸗ 12. v. 8. faq. und Roͤm ı2, 16, fi
halter GOttes oder Chriſti; ſondern fey das | Prediger , oder auch wol ein Chrift
. Haupt der verfluchten Kirchen allerärgeften |Eers Glaubens ſeyn Fann, andere und ır
Buben auf Erden, ein Gtatthalter des Gaben hat, denn der andere. Als, einerf
Zeufels, ein Feind GOttes, ein- Wider⸗ beſſer die Schrift auslegen, diefer beffe
facher Chrifti und Verſtoͤrer der Kirchen gieren, Dieferbeffer-predigen , Diefer be
Ehrifti, ein Lehrer aller Lügen, Gotteslaͤ⸗ Geifter richten, dieſer beffer tröften,
ſterung und Abgottereyenz ein Erzkirchen⸗ mehr Sprachen haben ‚und fo fortan:
dieb und Kirchenrauber , der Schluͤſſel, al⸗ ſolche Gaben machen Eeine Ungleichhe
ler Güter, beyde der Kivchen und der welt-| Herrſchaft in der Kirchen: ja, fie m
lichen Herren; ein Mörder der Könige und wol feinen Ehriften, Matth. 7.22. 23. ſo
Hetzer zu allerley Blutvergieffen, ein Hu muͤſſen zuvor Ehriffen feyn. Aber der
renwirth uber alle Hurenwirthe, ‚und aller|efel will in der Kirchen Herr feyn,
Unzucht, auch die nicht zu nennen iſt; ein| wol Fein Chriſt ift, nichts mehr kann,
Widerchriſt, ein Menfch der Sünden und farzen, wie ein Eſle.
Kind des Verderbens; ein rechter Barroolf.| 183. Höre St. Peter felbft, der. doch
Ber das nicht will. glauben, der fahre im-) Apoftel ift, nicht des Pabfts Peter (wel
mer hin mit feinem Gott, dem Pabſt. Zch,\ift der hoͤlliſche Teufel unter St. Pe
als ein beruffener Lehrer und Prediger in Namen, wie des Pabfte Ehriftus ift
der Kirchen Ehrifti, und die Wahrheit zu] Teufels Mutter, unter Chriſti Namen):
ſagen fchuldig bin, habe hiemit das Meine |fondern den rechten heiligen St. Peter, dee
gethan. Wer ftinfen will, der finke: mer |fehreibt in feinen Epijteln zu feinen Biſchoͤf—
verloren feyn will, der fey verloren; fein|fen in Ponte, Salatia, Cappadocia, Afte, |
“Blut fen auf finem Kopf. - Bithynia, aljo, ı Petr.s,1.2: Die Aelteften, |
182. Wir wwiffen, daß in der Ehriften- |fo unter euch find, vermabne ic), der
heit alfo gethan ft, daß alle Kirchen gleich Mitaͤlteſte und Zeuge der Leiden, diein |
find, und nicht mehr denn eine einige Kirche Ebrifto find, und theilbaftig der Herr⸗
Ehrifti in der Welt ift, wie wir beten: Ich lichkeit, die offenbart fol werden, weis
gläube eine heilige Ehriftliche Kirche. det die Heerde Chrifti, fo bey euch iſtec.
Urfach ift diefe : denn eg fen eine Kirche wo | Siehe da, Sanct Peter nennet fich einen ı
fie Fann in der ganzen Welt, fo hat ſie kein Mitälteften, das ift, einen Mitpfarrberen, )
ander Evangelium oder heilige Schrift, Feiz |0der Mitprediger ; will nicht uber fie ſchwe⸗
ne andere Taufe und Garrament, Eeinen|ben, fondern ihnen aleich feyn, ob er mol!
andern Glauben und Geiſt, Feinen andern weiß daß er ein Apoftel if. Denn dag ı
‚Eyiftum und GOtt Fein ander Vater Un⸗ | Predigtamt oder Bifchufsamt, ift das hoͤch⸗
fer und Gebet, Feine andere Hoffnung |fte welches der Sohn GOttes felbft gefhtt
und ewiges Erben, denn wir bie in unſerer hat und alle Apoſtel, Propheten und Pa⸗
Kirchen zu Wittembergs haben; und findih- |triarchen Denn GOttes Wort und Gliur |
re Bifchöffe unfern Biſchoͤffen, oder Pfarr⸗ | ben gehet über alles, uͤber alle Gaben und
herrn und Predigern gleich: Feinesdes an: |Werfonat. Das Wort Aeltefte, Griechiſch
dern Sore noch Sinscht ;haben einerley Sinn Presbyter iſt einmal ein Name des Alters wie
und Herz, und alles, was zur Kirchen ges] man
|
l
-
alt Mann saber hieiftsein Na⸗ |die Engel richten werden ıc. Epheſ. 2, €:
1t8, weil man zum Amt genommen | GOtt bat uns famt Chriſto auferwecke,
‚und erfahrne Leute jetzt heiffen wirs | und famt ihm ins himmlifche Weſen ges
rren und Prediger, oder Seelforger. — Sch hoffe, dem ——
—— rs... en Tonne man richten, Teufel, —
y Dad andere Stud. Wbelt, Sünde, Tod und Hölle,
bs wahr fen, daß den Pabftefel nie / 185. Zum andern, fagt_alle menfchliche
mand urtheilen noch richten koͤnne, Vernunft, daß, mer ein Ding'nicht vers
malnicht in die Lange handeln, wills aber, fo|vichten , noch etivas nach demfelben urtheis
ch lebe ,hernach thun ‚ob GOtt will. Kuͤrze Ten, Ioben oder fihelten , verdammen oder
ich zu fagen ‚haft du droben im erften Stück preifen. Denn e8 muß erkannt und ver⸗
gehört , mas der Pabft vor ein Teufelsge⸗ |ftanden ſeyn, was man uvtheilen fol. Nun
ſpenſt, Gotteslaͤſterer und Stifter allerley | ift droben beweiſet, “und ift Die öffentliche
Abgotterey , und Menſch der Sünden, und Wahrheit, daß der Pabft, Cardinale und
Kind. des Verderbens fen; Darum ift hie auf ganzer Roͤmiſcher Hof und Notten, nichts
diß Stück zu antworten kuͤrzlich Daß den | anders find, denn ein Stall voll groffer,
Pabſt freylich niemand Macht hat: zu rich⸗ grober, tölpifcher, fchandlicher Eſel, die nichts
ten noch zu verdammen auf Erden, ohn allein | Eönnen in der. heiligen Schrift, nichts wiſ—⸗
alles, was getaufer ift, oder noch einemenfchlis |fen, was GOtt, was Ehriftus, was Kits
che Vernunft hat, und alle Creatur GDttes. che, was Bilchof, was GOttes Wort ,
- Denn ein Menich, fo getauft wird ‚muß zus |was Geift, was Taufe, mas Sacrament,
vor, oder feine Paten an feiner ftatt geloben ,
daß er entfagt dem Teufel und alten feinen
Wberken, und alle feinem Wefen. Yun
iſt des Pabſts Weſen und feine Werke nichts
denn des Teufels Werk und Weſen, wie
13
ſind da vorhanden ſtarke Zeugen gnug ihre
ge Buͤcher: ſo lebe ich Doctor Martinus
gnugſam beweiſet iſt: darum iſt ein jeglich noch, neben andern mehr der ich indes Pabſts
Kind in der Taufe nicht allein ein Richter Schule und Eſelſtall erzogen und Doctor
uͤber den Pabſt, ſondern auch über ſeinen Theologiaͤ worden, ja ein gelehrter guter
Gott, den Teuſel geſetzt: dazu ihm geboten, Doctor geruͤhmet, auch alſo geweſen bin,
daß es ſolle und muͤſſe den Pabft, Teufel, daß ich traun gar ſehr wohl weiß und wahr⸗
und alle ſein Weſen richten, verdammen haftiglich ſehr wohl zeugen kann, wie tief,
meiden, fliehen, und mit Fuͤſſen treten, wie hoch breit und lang ihre Kunſt ſey in der
D.91, 13. ſagt: AufdenLöwerund Ok: heiligen Schrift, nemlich, daß fie ſehr feind⸗
‚tern wirft du geben und treten auf den ſelige Eſel find.
jungen Löwen und Drachen ;ı Cor. s, und 186. So zeugen die Juriſten ſelbſt mit
2.3: Wiſſet ihr nicht, daß die Heiligen die | ffentlichen Worten daß das geiſtliche Recht
Welt richten werden? So nun die Wel | ftinfe nach eitel Geiz, Chre und Gewalt:
OU von eich gerichtet werden; feyd ihr |und ein Canoniſt fey ein Eſel: und ift bey»
‚denn. nicht gnug, geringere Sachen zu des wahr. Lieber woher baben fie fol
sichten? Wiſſet ibr nicht, daß wir über Urtheil anders, denn aus der menfehlichen, -
EST Ttret3 natuͤr⸗
In. und Regenfpurg. 1401
eer raſet in feinen Drecketen, kann ichdiß- | ftehet noch Fan, der koͤnne nicht daffelbe _
was Schlüffel, was gute Werke find; deß
Bücher, Decret, Decretal, Gert, les
mentin, Sytravaganten, Bullen und unzahlis
1402 Eap.ıg. Don der durch Eonvente u. Reichstägegefüchten Re
naturlichen Vernunft? Und richten damit| 188. Fa, was fragtder Pabſt nach f
den Pabft, daß er ſey ein ehrfüicheiger , ſtol⸗ Urtheil/ weit ihn niemand darf ftrafen uud
zer, unfättiger Geizhals, ein Bauchknecht abſetzen. Wolan, ich wollte nicht, daß
und Diener des Mammons, welches St. darnach fragte; er iſt nicht werth, daß en
Paulus nennet Goͤtzendienſt und Abgoͤtterey. darnach fragen ſollte. Balaam fragt auch
Gal.5, 20. Epheſ. 5, Wenn die Juri⸗ nicht darnach, daß er von feinem Eſel, und
- ften den Pabſt alfo ureheilen, Toben und preis |darnac) vom Engel geftraft ward. Die
ſen, wo wollen wir Theologen Worte ned» | Sodomiten fragten auch nicht Darnach, vo
men, Daß wir ihn verdammen und fehelten ?|fie von Loch geftvaft wurden. Wie, (ſpra⸗
Heißt das nicht den Pabſt recht gemahlet, chen fie,) bift du bie Nichter? Uns ift gnug,
daß er ſey mitder That und Lehre vom Teu⸗ daß wir wiffen, der Pabſteſel fey von GO
fel befefien und getrieben? Und findet fich, |felbft, von allen Engeln, von allen Ehriften,
daß er Magifter fidei, Regula Ecelefiarum |yon aller Vernunft, von allen Ereatuven,
fen, das ift, ein Lehrer des Mammons, Geiz von ihrem eignen Gewiſſen, auch von allen
und eitel Abgoͤtterey, ein Doctor in der Bu⸗ Teufeln verdammt; daß wir von ihm und
benſchule. So, lieben Zuriften, lobet den | feiner Abgoͤtterey und Gottesläfterung frey
Pabſt nur wohl und getroft, und machets mit frölichen Gewiſſen, wider ihn Iehren
fo verdrießlich ,, daß wir Theologen nicht | und beten, ihn anfpeyen dürfen, ihn meiden
Raum haben Fonnen, ihn arger zu urtheiz und fliehen, wie den Teufel felbft, und aus
len. Nun, das thut die Vernunft, die fo unſerm Herzen abfegen und in Grund dee
urteilt: Poollen ſenken; auch feine verfluchte Lehre
7. Zum dritten, fo Bann auch ein natuͤr⸗ da er ſchreyet, (wer dem Roͤmiſchen Stuhl
licher Eſel, der Saͤcke in die Muͤhle trägt nicht gehorſam iſt, kann nicht ſelig werden)
‚und Difteln friſſet, den heiligen Roͤmiſchen koͤnnen umkehren und das Widerſpiel fer
Hof richten, ja alle Creaturen mit ihm. gen und fagen: Wer dem Pabſt gehorſam
Denn ein Efel weiß, daß er ein Efel und |ift, der Fann nicht felig werden; wer abee
Feine Kuh iſt. Item, er weiß, daß ein will felig ſeyn daß er meide, fliehe und vers
Männlein ein Frauleinift; ein Stein weiß, damme den Pabſt, wie den Teufel ſelbſt,
daß er ein Stein ift, Waffer ift Waſſer, ſamt feinen Werken und Weſen; wie ung
und fo forten durch alle Ereaturen. Aber \unfere heilige Taufe Iehret und ermahnet,
die vafenden Pabftefel zu Nom wiſſen nicht, Laß dig Urtheil nur vorhergehen, der Nach⸗
daß fie Eſel find, ja, wiſſen auch nicht, obfie |vichter wird fich mit feinem Urtheil nicht ſaͤu⸗
. Weiber nder Männer find. Summa, fie\men, wie St. Paulus fagt 2 Theff.e, 8:
koͤnnen nichts, denn Stifte, Klöfter, und | Der HErr IEſus wird ibn tödten mie
der Welt Güter freffen, Königen die Krone |dem Odem feines Mundes, und zerſtoöͤ—
vauben und ftehlen, und eitel unnatuͤrlich, ren mit feiner hellen Zukunft, Be:
verkehrt, teufeliich Werk und Weſen fuhr| 189. 5a, du aber und dein Haufe ſeyd
ven; darüber alle Creatur erſchrickt, zittert, | verdammte Keger, euer Urtheil iſt nichts
bebet und fehreyet über den Eſelſtall, zu dem, | gegen des Roͤmiſchen Stuhls Urtheil; wie
der fie folchem verderblichen Dienft unter | St. Paul tertia an den Kayfer Earolfehreibt,
worfen hat, Roͤm. 8, 23. daß er fie wolle er⸗ daß ihr nicht follet im Concilio zugelaffen
Iofen, als er hun wird in kurzem. werden, Erſtlich antworte: ich Enreinilh &
706
bfehn, Dondem Reichstägen zu Speyer, Worms und Regenfpurg. 1405”
‚et appello omnium noftrum no- nicht Ketzer feyn koͤnnen, weil wir die Schrift
‚mine. ad fanttam fedem Romanam, illam |haben, gläuben und bekennen. Denn, fo
ilicet, in qua explorantur Papæ, an fint |die follen Keger und nicht Chriſten ſeyn, die
i vel mulieres. Si funt viri, oftendant |da glauben und bekennen die heilige Schrift
teftes contranos hæreticos. Sifuntmulie- wer find fie denn, die da Ehriften feyn ms _
‚res, dicam illud Pauli 1Cor. 14, 34 3:Mulier gen? Sinds die, ſo Marcolfum oder Dies
in Ecclefia taceat. Hoc facere cogit vul-|dric) von Bern, oder Wlenfpiegel Iefen ?
gata fama per omnem iam verus Europam, !oder, das gleich viel und noch ärger iſt, die
‚que mores extirpat honeftos. Reges enim |des Pabfts Drecf und Stanf lefen? Wol⸗
‚et Regin® in Curia Romana dicuntur, vt ſan, wir find Feine Ketzer, Das zeugen unfer
Widerpart ſelbſt; daher fie auch ung hin⸗
fort nicht Ketzer haben durfen nennen, fons
dern.etliche haben uns Schifmaticos, etliche
die Unbequemen, etliche die Deerung mas
"190 ) chen, bis fie ung nun die Proteftirenden
jet, daß die Pabſteſel des Roͤmiſchen Stuhls, | Stände nennen. Denn fie muͤſſen ſich vor
groffe, grobe Eſel find, über die Maaße un- |dem Wort, Keger, ſchaͤmen, als die fehr
gelehrt in der heiligen Schrift, alfo, daß ſie wohl reifen, Daß es. eine oͤffentliche Lügen
auch nicht das Vater Unſer, noch Zehen Ges | und Läfterung fey, welche fie nicht mit einem
bot, oder den Kinderglauben verfteben, wie Buchftaben beweiſen Formen; und Trotz fey
| plurimum effe, palam Hermaphrodite, An-
‚drogyni, Cynædi, Pedicones, er fimiliamon-
fra in natura, _ At illis non competit iudi-
eium de heretieis facere.
190. Zum andern, hab ich druben bewei⸗
ihre Bücher zeugen; darum Fanns ihres ihnen geboten.
Thuns nicht feyn, zu urtheilen, was Kege-] 193. Und hie wird der Pabſt auch von
ey oder Chriftlich fey. Denn zu folchem]| feinen Theologen geurtheilet und geſtraft als
Mecheil gehoͤret der heiligen Schrift Ver⸗ ein Lugener, daß er ung Ketzer fchilt, da fie
ſtand, weil Keserey nichts anders if, nach; Nein zu ſagen; gleichwie er droben von fels
ven Juriſten verurcheiit und geſtraft wird
als ein Luͤgener, Daß er die Schlüflel nicht
babe aus Matth. 16. weil fie dafelbft al
fein verheiffen, und nicht gegeben find. Alſo
gar gewiß ifts, daß ihn niemand- richten
noch fteafen kann. Sch richte und ftrafe ihn
traun auch nicht, ohne daß ich fage, er fey
vom Teufel hinten ausgeboren, voller Teu⸗
fel, Lügen, Gottesläfterung, Abgütterey,
Stifter derfelben, GOttes Feind, Wider⸗
chrift, Verſtoͤrer der Ehriftenheit, Kirchen⸗
rauber, Schlüffeldieb, Hurenwirth und
Sodomavogt, und was droben mehr geſagt
iſt. Das heißt aber nicht geuvtheilt, gerich⸗
tet noch verdammt, fondern find eitel Lobe⸗
fprüche und Ehrenworte, damit niemand zu
‚aller alten und neuen Lehrer Zeugniß, denn
ein halsftarriger Irrthum wider die heilige
Schrift. —
191. Zumdritten, da unſere Confeßion Anz
no 30.31 Augſpurg vor dem Kayſer und gan⸗
zem Reich verhövet ward, fragten jenes
Sheils Fuͤrſten ihre Theologen: Ob man
folches mit der Schrift verlegen Eönnte, ant-
worteten fie: Nein, mit der Schrift koͤnnte
mans nicht verlegen, fondern mit den Bär
tern und Eoncilienz Darauf etliche Groſſen
lächtend fprachen : Unfere Theologen ver:
theidigen ung fein, fagen, Daß jenes Theil
‚habe die Schrift für fich, wir aber für uns
die Schrift nicht haben. se
192. Aus ſolchem Bekenntniß und Zeug⸗ſ |
wuiß unfers Widerparts haben wir, daß wir loben und zu ehren iſt, ohne der S
u
atanif-
fimus,
I
1205 Caps. DonderBundh — TER RE REEEE svergl. 1a
fimus, der Pabſt; und märe fein, daß er fie jer dich nicht, fo nimm einen oder ee |
müßte an feiner Kron und Stien gegraben zu dir? &örer er die nicht, fo fage es der
und gebrannt fragen : das follt feiner Sarani- Gemeine. Hoͤret er die Gemeine nicht, fo
ati viel ehrlicher anftehen,, (weil es Die lau⸗ halt ihn als’ einen "Heiden und Zöllner,
tere reine Wahrheit iſt,) denn Daß er: ihm Wahrlich, ich fage euch, was ihr auf Er⸗
die Fuͤſſe kuͤſſen laßt. den binden werderac.: Was will hie wer⸗
194. Und wenn der Pabft fonftnichts hätte den? Hie wirft der HErr alle die, fo fündigen,
gethan, Denn daß er sich felbft gefegt hat uͤber unter die Strafe,erftlich feines näbejten Chr f
“alle Kirchen und Bifchoffe, aller Michter ſten, und will kurzum, daß er fich folleftrafen |
au feyn, Sich von niemand richten noch ſtra⸗ laſſen: wo er ſich nicht will ſtrafen laſſen,
fen zu laſſen und alſo dem Teufel und 5— ſoll ihn die Gemeine ſtrafen: will er die
den Zaum gelaſſen, und frey gemacht, allen auch nicht hören, (da merke was der HEIE
Muthwillen zu üben, wie am Tage ift, und jagt, ) ſo balt ibn für einen Heiden und
Juda infeiner Epiftelo. 4:Diefind Gottloſe, ʒoͤllner. Hie wird nicht allein Der Kirchen
und ziehen Die Gnade unfers GOttes auf und einer jeglichen Kitchen, fondern auch \
Muthwillen, und verleugnen GOtt und dir und mir geboten, daß wir den Pabſt
unſern HErrn JEſum Chriſtum, den eini⸗ follen vichten, . verurtheilen und verdame |
gen, Herrſcher; ſo waͤre doch das einige men mit einem Urcheil, als eines öffentlichen: N
Stuͤck Malzeichens gnug, dabey man den der Kirchen Richtſtuhls verdammt, einen |
Pabſt erkennen Eönnte, daß er gewißlich Heyden und Zftiner, Denn er soil! nicht
| der vechte endliche Greuel, der Endechrift feyn hören, noch fich ſtrafen laſſen, weder von. ei⸗
muͤſſe. Denn /rechne du ſelbſt, die heilige nem, noch von zween, auch nicht der Ger
Chriſtliche Kirche hat den Heiligen Geiſt meine, ja nicht von der ganzen Chriſtenheit,
und das Evangelium, oder GOttes Wort, wie er "tobet Durch viel Decret und Decre⸗
wie daſſelbe niemand leugnen, kann, damit ie tal; will dazu folches noch geruhmer ſeyn
ſoll das Gute Iehren, das Bofe ftrafen; wie und wohlgethan heiſſen, und die Chriſten
fie denn thut, und immer gethan hat, nach zwingen, ſolchem Greuel Gehorſam zu lei⸗ J
dem Spruch Chriſti: Der Heilige Geiß ſten, zu loben und anzubeten, als eine goͤtt⸗ N
wird die Welt ftrafen um die Sünde :c. |liche Wahrheit. | |
%oh.16,8. Weber diß Wort will der Pabſt/ 196. Hie darfs Feines Suriften, Proeeſſes ‚
figen, und vom Heiligen Geift ungeftrafet |noch des langen echten, Exception, Ap⸗
ſeyn: das heißt uͤber GOtt ſitzen, def das pellation; alle Sachen find notoria de far f
Woort iſt, wie St. Paulus ſagt 2 Theſſ 2,4: |&o er iure, offenbarlich iſt die That des
der ſich ſetzt wider und uͤber alles, das Pabſts, offenbarlich iſt das Mandat —9— J
GOtt beißt, oder Gottesdienſt. „Yun ſers Heren JEſu Chrifti. Ach hie ſchwei⸗
kann man GOtt nicht hoͤher dienen , Denn |ge ftill, Juriſt, Theologen, Kaͤyſer, Könige, ,
mit feinem Wort, darüber der Pobſt ſitzet, ja auch die Engel im Himmel und alle Crea⸗ |
und dawider tobet, wie alle feine Decrete turen; es redet hie und richtet, der nicht
- brüllen und rafen. Frauenmiſch, ſondern Fungfrauenmiſch ger
195. Was ſagt weiter der HERR ſelbſt ſogen hat, und am Ereuz ſo arm geweſt, daß
hiezu? Matth 18, 15218. ſpricht er: Suͤndigt er nicht hatte Raum fein Haupt zulegen, und
dein Druder, ſo firafe ihn alleine. Hoͤret [doch dafelbft das Paradies und ——
—4
J ſch
Avbſchn. Don den Reichstägen zu Speyer, Worms und Regenfpurg, 1409
dem Schächer, und in der Krip- Bullen, das ift, Alles Teufelsdrecks und
allen Engeln in Himmel angebetet- Stanks, damit die Chriſtenheit erſtickt und
ward; ja, derfelbe HErr ifts, der hie urtheilt / erwuͤrgt iſt. Mir ifts gewiß, daß, wo der
‚und fpeicht : Der Pabſt fol ein Heyde feyn, | Pabft nicht waͤre der Tüirfe Cvelches Teu⸗
fel des Pabſts Teufels Vetter, Schwager
ve en — ae ——
als eine groſſe Heiligkeit ſolchen ſeinen und Schweſter iſt,) hätte ſolche groſſe Ge⸗
ſtockten Ungehorſam Denn eben alſo walt nicht bekommen. ar, —*
ahl er. den Apoſteln, fie ſollten alle Melt] 199, Neil num der Pabft Fein Chriſt iſt
fen um der Abgoͤtterey willen, die of⸗ noch heißt, ſondern aus der Kirchen verwor⸗
enbarlich da war, und nicht zuvor ſich ins fen, durchs Urtheil und Gebot Chriſti ein
he begeben mit den abgoͤttiſchen Hey⸗ verdammter Heyde, nicht ſoll Nichter noch
sen; fonft waͤren fie nimmermehr zum Pre⸗ Herr feyn in der Kirchen Chrifti, viel wweni-
digtamt Eommen. 2.2.2... [ger ein folcher verteufelter Menfch der Suͤn⸗
197. Demnach nehme ich der heil. Chriſt⸗ den und Kind des Berderbens : fo find alle
liche Kirchen, ja des HErrn JEſu Chriſti Kaͤyſer, Koͤnige, Bifchöffe ſchuldig, ihren
Irtheil an, und verkuͤndige es mit dieſer gethanen Eid und “Pflicht zu laſſen, und da⸗
Schrift, wie ich auch oft gethan, allen, die wider mit aler Macht zu thun; welchen auch
BnichEtviffen oder verftanden, daß der Pabſt, der Pabſt, wenn er gleich ein Biſchof zu
a das Pabftehum felbft, welches nicht hu-| Nom waͤre, nicht Recht noch Macht hätte
ren will noch kann vor feinen Decveten, ei⸗ zu fodern. Denn ein Bifchof der Kirchen
"tet Heyden und heydnifch ſuͤndlich Ding, von kann nicht Eid noch. Pflicht nehmen von
‚SHE verdammt und aus feiner Kirchen|fremden, freyen, weltlichen Herren, noch
berworfen, das ift, des Teufels und un⸗ |von einem andern Bifchoffe, weil alle Bi⸗
heiftlich Regiment fey, davor fichjedermann ſchoͤffe und Kirchen gleich find Cer Härte denn
-eonen, und zu fliehen, dawider zu beten und [auch voeltliche eigene Unterthanen daneben), .
u ehun ſchuldig fey. [Und weniger hat folches der Pabſt Mache
. 198. Denn wir nun folch Urtheil wiſſen, und Recht, der Fein Bifchof noch Chriſt
ſvothun wir wahrlich nicht fein, ſonderlich Kay⸗ | feyn Eann, noch je geweſt, fondern des Teu⸗
er und Könige, Furften und Herren, (denn fels Frucht ift, ein verflucht, verdammt,
die Prediger und Bifchoffe der Kirchen wer⸗ fremd Regiment, Bas nichts, denn der
ER BR — 2 x s * en. ur
den fich wohl recht hierinn halten, daß fie, Chriftenheit Verderb und Verwuͤſtung iſt
den Pabſt für einen Teufel ſchmuͤcken loben! Es kann niemand einen Eid wider GOtt
1D Jieren wwerden,) Daß fiedoch fo gar ſchaͤnd⸗ thun, und ob ers thate, iſts eben fo viel als
h hnen Yaffen im Maul mähren, trum⸗ dem Teufel ſelbſt gerhan, welches man fol,
ein und affen,, fo fie Doch) (wo fie Chriſten wo es erFannt wird, flugs zuveiffen, wiedie
f tonllten,) fich billig follten ſchuldig er⸗ Jura felbft auch fagen, und dawider thun
ennen, Den verfuchten Heyden zu Nom, wie aus Kraft des erften und andern Gebots :
‚et derdienet hätte, zu handeln: fie machen) Du follt einen andern Bott haben, und
ich theilhaftig alle der Stunden, ſo der heyd⸗ feinen Namen nicht mißbrauchen. Alſo
niſche Teufel zu Rom in der Kirchen geuͤbt find Kapfer und Könige und. Biſchoͤffe ih—
‚bat, fo viel hundert Jahr, und aller Bücher, |ves Eids los, fo dem Pabft gethan ift, und
Deereral, Sort, Clementin, Extravagant, ſchuldig dafuͤr dem Pabſt roiderzuftehen, in
Lutheri Schriften 17. Theil, Uuu u ur allen
57
——
1410 Cap.ıg. Don der durch Convente u. Reichstäge geſuchten Religionsverg!
allen ſeinen Werken: denn ſolcher Eid iſt Schluͤſſeln geſtohlen, geraubt und in
Kirchen gethan haͤtte. Denn gewißlic
wahr, daß des Pabſts Schluͤſſel ſind
crilegium et ineffabile fpolium, ein Kirchen
raub, desgleichen von Anfang der Welt nie
gefchehen ift, wenn alle Kirchenraub aufeiz
nen Haufen Fommenfollten. Hie ſollte nun
der Kaͤyſer nehmen Nom, Urbin, Bone⸗
nia, und alles, was der Pabſt hat vom Reich
geſtohlen z denn es iſt alles Durch die erlogene
wuͤſtet, und die Schluͤſſel der Kirchen zu Schluͤſſel geſtohlen und geraubt: darnach
auch zwingen, daß er alle die Seelen wie⸗
In, ſondern St. Peter allein verheiſſen der erſtattet, Die er. durch die Schluͤſſelver⸗
find, wie die Worte Matth. 16. klaͤrlich | führer hat in die Holle; wiewol ihm fol
dem Teufel gethan, als wenn die Schafe
dem Wolf geſchworen hatten, unter dem
Namen ihres frommen Hirten. .
200, Und hie follten die Juriſten Cdenn
der. Pabſt will ein Juriſt feyn und Lehrer
aller Zuriften, )repetundarum mit ihm fpie-
len. Denn weiler nicht ein Biſchof, noch
Ehrift, fordern ein Heyde, ja ein ungezaͤhm⸗
ter Baͤrwolf iſt, der alles zureiſſet und ver⸗
ſich geriſſen hat, welche ihm doch nie befoh⸗
jauten, und die Juriſten de fururo verſte⸗
ben; wir Theologen aber weiter hiezu ſagen:
Wenn fie gleich St. Peter verheiffen, Dar
zu aud) gegeben waͤren, daß Dennoch damit
nicht beweiſet ware,
St. Peter mehr Kirchen hätte geftiftet, denn
die Roͤmiſche Kirche, Chat er fie anders geſtif⸗
tet, welches ungewiß und unbeweiſet blei⸗
bet ewiglich, ) weichen eben ſowol die Schluͤſ⸗
fel von St. Peter, ihrem Apoftel, als der
Roͤmiſchen Kirchen müßten gegeben feyn:
der Pabſt aber, nachdem Fein “Bifchof mehr
zu Rom geweſt, folche Schluffel, ehe fie
St. Peter gegeben, seftghlen und geraubt,
ſich derfelben unterwunden, damit geberdet,
als waren fie fein allein und eigen, ſo er doch
als in fremd Thier und Baͤrwolf in die Kir⸗
chen ſich gedrungen hat, und von Chriſto,
wie gehoͤrt, verdammt iſt
20ꝛ. So ſollten nun die. Juriſten ihre
Herren, Kaͤyſer, Koͤnige, Biſchoͤffe, Fuͤr⸗
und Herren vermahnen, wie ſie ſchul⸗
ig ſind, Croo fie Chriſten und ſelig werden
wollen,) und nicht aufhoren, bis fie den
verdammten Pabſt zwingen ad reftirurio-
nem, alles wiederzugeben und zu erftatten,
unmöglich ift, und in dem ewigen hoͤlliſchen
icht ben daß alleindie Roͤmiſche
Kirche ſolche Schluͤſſel haben koͤnnte, weil
| nu ten, |fchof wiederum zu Nom eingefegt, der das
was er von Anfang Des Pabſtthums mit den! Evangelium rein und lauter predige, Be
N !
Ä
Feuer muß erſtattet werdhen.
202. Doch das zeitliche Gut Eonnteman \
ja wiederum von ihm nehmen, und drauf |
rechnen, wie viel er ſo viel Jahre ein Schi
ſeldieb und Kirchenraͤuber, als von frem⸗
dem, geſtohlnem Gut, vernuͤtzt, verthan ver⸗
praſſet, verpranget, verhuret und verb
hatte. Und son ex ſolches nicht zu bezahlen
noch zu erftatten hatte, daß man mit ihm
und allen Cardinaͤlen und ganzem Hofe des |
Fuchsrechten fpielte, die Haut über, Die
Köpffe ftreifete, und alfo mit der Haut be
zahlen lehrte, darnach die Strümpfe, in |
das Heilbad zu Oſtia oder ing Feuer warfe
Siehe, fiehe, swie wallet mein Blut und
Fleiſch, wie gern wollte e8 das Pabftthum I
geſtraft fehen: fo doc) mein Geiſt wohl weiß,
daß Feine zeitliche Strafe hiegnug fey, auch |
nicht für eine Bulle nder Deere. Aber |
gleichwol ift das die Summa davon: dert
armen Roͤmiſchen Kirchenund allen Kirchen 1"
unter dem Pabftthum kann weder gerathen 1
noch geholfen werden, das Pabſtthum 9
fein Regiment, ſamt ſeinen Decreten, wer⸗
den denn weggethan, und ein rechter Bir
TEE ERBE ZEN
|
,
\ *
Abſchn. Von den Reichstaͤgen zu Speyer, Worms und Regenfpurg, 1413
ju predigen, und laſſe die Kronen und Vorzeiten gabens die Paͤbſte umfonft, und
iche mif Frieden, welche ihm nicht gebotens umſonſt zu geben, wie die Decre⸗
ohlen find zu vegieren, noch mit Eiden tal noch fagen, Tieffen ihnen genügen, daß
unter fich zu werfen; und er fey ein Bischof, ſie damit die Herrſchaft und Gewalt über
andern Biſchoͤffen gleich, nicht ihr Herr, andere Biſchoͤffe kriegten. Hernach haben
‚noch ihre Kirchen zureiſſe und ihre Guter ſie Eidspflicht und Geld darauf gelegt, als
raube, noch fie mit Eiden fange, oder mit die verzweifelten Buben. 2%
Pallien und Annaten um Pabſtmonden be⸗ 204. Nun fagt man, das Pallium zu
hwere Aut pe Maynz Eofle 26000. Gulden; fo heuer iſt
29. Man kann wol Bifchof feyn zu der Hanffaden zu Nom. Etliche meynen,
"Kom und in alier Belt, ob man nicht das man bring es nicht unter 30000. Guͤlden von
Pallium verfaufe, oder Annaten ftehle, und Nom. Gold) Pallium Eonnte der Bifchof
andere Schinderey treibe, Könige mit Fuͤſ⸗ nicht bezahlen. Da ließ er mit dem Ablaß
| © free und Fuͤſſe Euffenlaffe. St. Peter etliche Beuteldreſcher ausgehen, der Leute
war ein Apoftel, meines Achtens fo gut als Geld zu erheben, Das nicht fein war; Die
‚ein Biſchof, ohne Ziveifel auch beffer denn Imachtens ſo grob, daß ich dawider mußte
‚ein Pabſt: noch wollte ers nicht leiden, Daß |predigen und fehreiben. Alſo hat fich das
‚der Hauptmann Cornelius vor ihm nieder Spiel gehaben uber einem hanfen Faden,
fiele, fondern richtete ihn auf, und -Tprach : [Und weiß noch niemand des Gpiels Ende.
Stebe auf, ich bin auch ein Menſch, Moͤchte kommen, der Pabft follte wol an
Apg. 10, 25. 26. und ließ fich gern richten demſelben Faden erwuͤrgen und erfticken ; das
und ftrafen von St. Paul, Gal. 2, 14. und zu helfe mein lieber Herr JEſus Chriſtus,
‚von den Apofteln und allen Juͤngern, Apg. unſer aller Heiland, gelobet in Ewigkeit,
11, 3. Und weil ichs Pallium gedenfe, muß |Amen: 3a, fage ich, man Fann wol Bi⸗
ich Die Hifforie fagen, was es hat gewirkt. ſchof feyn ohne Das Pallium, und ift nicht
Diefer Hader, der fich zroifchen mir und noth, daß man den Erzkirchendieb, Stifte
‚den Pabft hat erhaben, hub fich über dem raͤuber, Kiofterfreffer, Seelmörderzudiom, _
Pallio an. Pallium ift ein hanfen oder ſo groß Geld laſſe zufehens rauben, und da⸗
| achfen Faden, geftrickt und gewirkt alsein fuͤr uns feinen Teufelsdreck und Stan, es
Creuz, das man hinten und fornen tiber die |tel Luͤgen, Gorteslafterung, Abgötterey und
Caſel werfen kann, wie die Ereuje an den |ewiges Berdammniß zum Lohn geben: wir
| aſeln gemeiniglich find, iſt etwa Dreyer | Deutfchen wollen folch Geld wol fonft an⸗
‚ Singer breit, foll alles und alles bey 6. oder legen, daß uns der Pabſt nicht durfe fo
7. Löwenpfennig oder eines Schwerdtgro⸗ fchandlich ftehlen. ;
j ens werth feyn; fo Eüftlich Ding iſts. 205. Diß fey Fury von demandern Stuck _
‚6 Iches fegnet der Pabſt auf dem Altar zu |gefagt, ob den Pabſt niemand oder jemand
‚Rom, und luͤget dazu, daß es über den |richten, urtheilen und abfegen koͤnnte: und
| Körpern St. Petriund Pauli geweyhet ſey: iſt gewiß erfunden, daß nicht allein die Kirz
‚ denn fie haben weder St. Petri noch St. |chen, fondern ein jeglicher getaufter Chriſt,
| zuli Körper: darnach verkaufet ers den |ihn richten, verdammen, und zum wenig⸗
Biſchoͤffen, einem höher denn demandern, ſten aus feinem Herzen abfeßen mag, alseis
darnach die Bisthümer groß und reich find, 'nen eg und Barwolf, als age
—* uuu2
ET : EEE
1414. Cap. 18. Don der durch Convente u. Reichstägegefucht
GOttes, als Chrifti, als aller Ehriften und ſey. Denn wo ers verftu
aller Welt Feind ; und daß alſo urtheilen wiſſen, dab GOttes Wort
and Iehren , fingen und fagen muffe, (wer ter ſey uber, alle Creaturen: |
ein rechter Chriſt feyn und felig werden will, ) im rechten Glauben hat, verheißt ıCort
daß, wer dem Pabſt gehorfam feyn will, |2, 15. geiftlich, der alles richten
wiſſen foll, daß er dem Teufel wider GOtt ihn niemandrichten kann; nichtfeine
gehorſam ift, hilft den Pabſt ſtaͤrken in feiz fon halben, fondern des Worts und
nen Greueln; wie St. Johannes 2 Epift. halben, der in ihm wohnet, und Dun
9. ſagt: Wer ihn gruͤſſet, mache fich redet und richtet, wie St. Paulus d
theilbaftig feiner böfen WDerke, Zudem v. 16. ſagt: Wir haben Chrifti Sin
hat ihn der Herr felbft Matth, 18, 17. 8f | Darum ifts nichts, denn eitel grobe R
fentlich gerichtet, und aus der Kirchen und ſche Efeley, mit Pabſt und Cardinaͤ
Chriſten Zahl geworfen, daß ernicht folbein] u ae re
i 207. Alſo vennet fich der Pabſt felbf
ungerichtet und ungeftraft, das iſt, einfreyer richtet, urtheilet und fest Dee
: und
der heißt
Chriſt heiſſen, wie gehört iſt: weil er will
e. 4
Teufel und Barwolf feyn, fo muß er von Chriftlichen Kirchen, eben mit dem, d
Gottt und aller Creatur verdammt feyn öfz|nicht wili gerichtet feyn, und macht ſich ſelb
entlih | zʒum Heyden, und gehet, wieder HE
„206. Ja Wahrlih, GOttes Sohn muͤß⸗ ſagt Luc. 19,22: Ausdeinem eignen M
te darum geſtorben ſeyn und ſein theures de wirſt du verdammt. Denn weil du
Blut vergoſſen haben, daß ein muthwilli⸗ willt geſtraft ſeyn, wie alle andere C
Bube zu Rom, in aller Teufel Namen, ſten, Matt, 18,17. fo bift du gewißlich Fein |
ſich ruͤhmen möge, erfey durch Chriſti Blut Chrift. Biſt du Fein Ehrift, fo mußt du
und Tod frey gemacht, und, Gewalt em⸗ gewißlich in aller Teufel Namen Endechriſt
pfangen habe, zu ſuͤndigen, zu toben, zu oder Pabſt unter den Chriſten ſeyn. Ja,
wuͤten und zu thun was er wolle, dawider fo wollts der Pabſt haben, darnach hat er
Fein Chriſt, auch der Heilige Geiſt in ſeiner gerungen. Daß, wer ein Chriſt ſeyn will
Kirchen felbft nicht zu reden noch zu richten] fol und muß den Babft für des Teufels Ge⸗
habe, wie dift 40 Si Papa, uns lehret: ſo ſpenſt, Stift und Eigenthum halten, davoe
doch St. Paulus Gal. 1,9. den Ehriften) man fliehen, dawider man beten und mit al⸗
die Macht zuſchreibt, Daß ſie auch einen En⸗ lem Ernſt dawider leben und thun fol, wie ©
gel vom Himmel zu richten und verdammen| wider den Teufel felbit; fügar fein hat ex
haben, vos derfelbe wollte einander Evange⸗ fich verpafteyet mit feinen Drecketen daß
Kumpredigen. Was iſt aber gegen einen En⸗ ihm niemand ſolchen Schaden thun koͤnnte,
gelvom Himmel der Pabſt, Cardinal und al⸗ als er ſelbſt, da er ſich will aufs beſte ſe⸗
le Teufel auf einen Haufen? Ohne daß hiemit tzen und ſchuͤtzen; gleichwie er droben mit den
der Pabſt nicht allein feine Gotteslaͤſterung zween Sprüchen, vom Bauen auf den Fels
und verfluchte Luͤgen und. Abgoͤtterey muß Matth. 16,18. und vom Weiden der Si
offenbaren, ſondern auch feinen groſſen, gro-' fe Joh. ar, 17. darauf er ſich gruͤndet, a Bi
ben Eſelskopf muß aller Welt zeigen, als hat geſtuͤrzt ſelbſt, daß Fein Schreiben wider
der gar nichts verſtehet, was ein Chriſt, ihn ſo gewaltiglich ihn ſtuͤrzen konnte. Das
Kirche, GOttes Wort, Geiſt und GOtt ſey vom andern Stuͤck — ————— |
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er doch ſelbſt zu Nom nicht ficher vor den Lon- | e
’ gobarden, Die dazumal 206. Jahr in Ita⸗Da es. nun mit Rom und Welſchland auf
des Pabſtes Farzen nichts gilt: Da Conftan-
tinus der Groſſe den Kaͤyſerlichen Sitz von kommen ſeyn, wollte auch den Namen, Roͤ⸗
Io n zu Speyer, Worms und Kegenfpurg. 1417
8 dritt ʒu Tag geringer worden, bis die Gothen
r Pabſt das Roͤmiſche Reich kamen, und unter dem Kanfer Honorio Rom
von den Griechen habe auf uns. gewonnen mit dem Welſchen Lande; dar⸗
ıtfchen gewandt: das ift doch ja zumal nach Famen die Wenden, darnach A
grobe, öffentliche Lügen, die jedermann |gobarden, daß Nom innwendig 100; Jah⸗
undgeeifenmag. Erſtlich, wo mollte ren wol viermal gewonnen und verftöret iſt,
Pabſt ſolch Reich nehmen? und wie woll⸗ allein von den Gothen und Wenden: davon
ev geben, das er ſelbſt nicht hatte? War mußt du die Hiſtorien leſen. Die Gothen
und Longobarden ſind Deutſche geweſt.
lien regiert hatten. Wie eine feine Gabe die Hefen und todte Neige kommen war,
ſollte mir das ſeyn, wenn ich Prediger zu und die Kaͤhſer zu Conſtantinopel nicht retten
Wittemberg, wollte das Koͤnigreich Boͤh⸗
men oder Polen dem Churfuͤrſten zu Sach⸗ ‚mit. Go!
fen geben. Und daß ich ein Exempel cenen, und nun die Zander, Deutfch, Frank:
unſrer Zeit führe: war es nicht eine feine reich, Hiſpanien, vom Nomifchen Neich
noch helfen konnten, weil fie felbft zu thun
gnug hatten mit Gothen, Perſen, Sara-
Gabe, da Pabſt Leo ro. dieſem Könige Fran⸗ weg waren, auch Italia den Longobarden
\ eifenzu Frankreich das Kaͤyſerthum zu Con⸗ unterthan, daß Rom nichts mehr war, hien⸗
ſtantinopel gab? Wo der König nicht kluͤ⸗ da fi
| ger ware geweſt, denn der Pabſt, und deſ⸗ ten, daß Carolus Magnus ein mächtiger
ſelben Narrheit nicht hatte veracht, wie ſoll⸗
teer mit dem Kaͤyſerthum zu Conſtantino⸗
pel einen Schimpf und Laͤcherey angerichtet
gen ſie ſich an den Pabſt: und da ſie hoͤre⸗
Koͤnig war, als der Deutſchland und Frank⸗
reich unter einer Krone hatte, lockten ſie ihn
zu ſich wider den Longobarder Koͤnig, wel⸗
haben. Sie find wahrlich recht toll und ehö-| he nun wol 200. Jahr in Welſchen Lanz
richt, Die Römifchen Efel, bey gefunder Ver⸗ |den hatten ſaͤuberlich und ınäßigregiert,und
nunft, Dasift, einMonftrum. *» . .(Rettern, Muhmen, Söhne und Toͤchter,
209. Der Teufel hat uns durch GOt⸗ Schwager unter einander worden waren,
tes Zorn über unfre Stunde mit groſſen davon das Land Longobardey noch den Na⸗
boͤſen Narren und groben Efeln zu Rom bes |men hat. =: a
tünget,, Die nicht anders denken, denn alfo:| aı. Da Fam Carolus dem Pabſt zu Huͤl⸗
ir Iefen Feine Bücher, darum wird ſie fe wider den Longobarder König, Chureftdu
auch niemand Tefen, fordern was wir Eſel es, Tiefe die Hiftorien, ) und Carolus wer
farzen und tungen, das. müffen die Beſtien nun ein frommer andächtiger Chrift: da er
wol fuͤr Artifelhalten. Urſach, fiegläuben, \zu Nom: am Chriſttag in der Kirchen iſt,
daß wir St. Peters Erben find, und Fünz|ruft der Pabſt, Carolus ſey Noͤmiſcher
nen nicht irn. Kaͤhſer; ohne fein Wiſſen und Willen. Denn
210: Die Hiſtorien ſagen alſo, dawider Carolus hernach geſagt: Wo er ſich deß ver⸗
ſehen haͤtte, wollte er nicht in Die Kirchen
Nom gen Eönftantinopel wandt, C welches miſcher Kanfer, auch des: Pabſts Geſchrey
ein Zeichen war, daß Nom ſollte ar fein nicht annehmen noch führen, bis die zu Con⸗
Ende kommen,) ift danach Nom von Tag a ae gefragt und drein bewillig⸗
en BU 3 2° ten.
Br
=
rere Zeit Das Roͤmiſche Reich in zwey oder Dritte, und hat dazu Otto der Andere feinen
1418 Cap. 13. Don der durch Conventeu, Reichstäge gefuchten Religionsve:
ten. Alſo ward Carolo der Name gegeben, | Dertrag hat erſtlich mit Carolo auf
daß er Nömifcher Kaͤyſer follte heiffen gegen | die Kayferin Irene, nach ihr Nice
Abend, wie die zu Eonftantinopel gegen | und Michael; und zum Wahrzeichen
Morgen, weil doch die zu Eonftantinopel| im Vertrag Venedig ausgenommen, daB -
nunmehr das eich gegen Abend verloren, | es fir fich ſelbſt follteeine Herrfchaft, weder
undnichterhaltenEonnten. Und folche Thei⸗ diefem noch jenem Kayfer unterthan feym.
lung des Roͤmiſchen Reichs iſt dazumal nicht Solches fehreiben auch des Pabſts Hiller
a a s — ci ſelber, als Platina ꝛc. — ———
doſius ſeine zween Soͤhne, Arcadius un Be — SEE
me item, dee geoffe Conſtantinus 3: —— Iagen m daß Otto der An⸗
feine Söhne, Eonftantius, Conftans, Con-| dere, unſer S eutſcher —— Kayfer,
ſtantinus, auch alfo in das Weich getheiler — ttons Sohn, habe des Re
hatten, ja auch Auguftus und Antonius ;| Milben aͤyſers —— ‚au Conftantinz |
item, Zulius und Pompejus, Diocletianus e Schweſter er — Namen Theo
und Marimianus, und fofortanift die meh⸗ Lania, von welcher Eommen ift Otto der
te voor | Schwager, Känfer Johannem zu Conſtan⸗
| a Bl — eu tinopel wieder eingefest, Da er abgeftoffen
012, Aber des Pabſts Korte lauten, ars | Wars daß alſo Otto der Dritte, von Dee
hätte er das Reich von den Griechen genom; Nutter ber, auch hatte das Romiſche Kane
men und den Deutfchen zugewandt; das iſt — — — dar⸗
erlogen und ganz ein paͤbſtiſch Gewaͤſch. Erſt⸗ UM Der Da ſt nicht ein Haar breit hat von
ich daher, daß er nichts bat vom Geiechiz der Griechen auf die Deutfchen gewandt,
fchen Reich nehmen und weggeben koͤnnen, wie feine unnugen Worte narren. #
fondern das Roͤmiſche Neich gegen Morgen] 214. Zum. andern, hat der Pabft viel wer
iſt zu Eonftantinopel blieben, und hat fich | niger vom Roͤmiſchen Neich, des Theile ges
derſelbe Kayfer zu Eonftantinopelimmer für | gen Abend, auf die Deutſchen gewandt oder
und fir Roͤmiſcher Kaͤyſer genennet und| gegeben. Was follt er geben, der ſelbſt
geſchrieben; gleichwie unſer Kanfer ſich Roͤ⸗ nichts harte? Carolus hatte zu der Zeit
mwiſcher Kayfer gefehrieben hat, ohne daß] Deutfchland und Frankreich erblich von feis
man jenen hat Conftantinopolifc), unfern|nem Dater Pipino, und kriegete mit den
den Deutfchen Kaͤyſer geheilfen, darum, Sachen 30. Fahr: denn diefe Länder,
daß ihr Feiner zu Nom den Sig hatte; ſon⸗ Deutichland, Frankreich, Hifpanien (tie |
dern jener zu Eonftantinopel, dieſer in gefast), waren langft vom Roͤmiſchen Reid
Deutſchen Landen geſeſſen iſt; aber es iſt gefallen, und Carolus mußte Welfchland
beydes einerley Roͤmiſch Reich geweſen, gez| mit dem Schwerdt gewinnen von den Lonz
theilet (wie gefagt, Dein Theil gegen Mor⸗ gobarden und den Pabſt retten: darnach ge⸗
- gen, das andere gegen Abend. Und haben | wann er Hungarn auch; daß es die Wahr⸗
ſich beyderfeits deß alles vertragen. Denn! heit ift, Earolus habe vom Pabſt nichts,
Carolus hatte feine Botſchaft bey dem zu ohn den bloffen ledigen Namen Roͤmiſcher
Eonftantinopel, und wiederum, jener feine) Käufer, welchen er Doch auch nicht hat wol⸗
Botſchaft bey Carolo zu Achen. Undfolchent'Ten annehmen Binter dem Sn m
on⸗
ee
2 ER la ! |
—— —
11420 V.Abfchn. Donden Reichstägenzu Speyer, Worms und Regenfpurg. 1401 _
| Sonftantinopel; wie wir gehört haben, Aber| 216. Aber wol fein mare e8 geweſt, daß
ſolcher lediger Name hat die Deutfchen viel|die Kayfer hättendem Pabft feine Schmiere
geftanden: denn die Pabſte hernach unfere|und Krönung gelaffen. Denn ſie wol Kaͤh⸗
Käyfer zu Knechten gemacht haben. Wenn fer koͤnnen ſeyn, ohn des Pabftes Schmies
ihnen etrons gemangelt, haben unfere Kay: re und Krönung, welche machen Feinen Kaͤh⸗
fer auf ihre eigene Koft den Päbften und|fer, fondern die Churfürften machen einen
Welſchem Lande muffen zu Huͤlfe Fommen, Kaͤhſer, ob er. gleich nimmermehr vom Pabft
dafuͤr fie ihnen hernach gelohnet und gedan⸗ geſchmiert würde; wie Ludovicus 3, Coͤnra⸗
‚ fet mit aller Schalkheit und Buͤberey, et⸗ dus 1, Heinricus 1, Conradus Suevus, Rus
liche Käufer. vergift, etliche gefüpft, oder dolphus, Martmilianus, und etliche mehr
ſonſt vereathen und umbracht; wie denn vom Pabſt ungefchmieret find blieben. Denn,
Päbftliche Heiligkeit und Zeufelsgefpenft|der Pabſt macht mit feiner Schmier zu viel
hat follen und muͤſſen thun. iiUnluſts und Unglücfs im Reich. Sind
5. Aber mit den iedigen Namen und|doch wol auch etliche Biſchoͤffe ohn Pallien
Diteln haben gleichwol die Klauen je laͤn⸗ blieben allein die Wahl der Stifte macht
ger je mehr eingefehlagen; darnach mit der VBiſchoͤffe, wie es auch recht ift, und gnug
| Krönung und Salbung folches geſtaͤrkt, im ⸗ mare, daß ihm die näheften Biſchoͤffe die
| mer weiter und weiter nad) dem Deich ges | Hande auflegten, und lieffe das Yafterliche,
\ trachtet, auf daß fie nehmen möchten, alsDie|freffende , baͤrwoͤlfiſche Monſtrum zu Kom
. Stifträuber und Käyfermörder „ was die|feine Schmier und hanfene Faden brauchen,
Deutſchen ererbet, oder mit dem Schwerdt | wozu er koͤnnte. E
gewonnen haben; nach dem Spruͤchwort un ⸗⸗
jers HErrn, Joh. 4,38: Ein andrer ar⸗
beitet ein andrer nimmts. a, fage ich, |
fie wären gern Känfer durch unfrer Deut⸗ maul, die Deutfchen haben das Roͤmiſche
ſchen Gut und Blut, die faulen fehandlis | Reich nicht von deinen Gnaden, fondern von
chen Wänfte. Alſo hätten fie auch gern Carolo Magno, und von den Känfern zu
die Election an fich bracht, Ey. de electio. c.|Eonftantinopel; du haftnicht ein Haarbreit
Venerabilem; item Cajetanus verſuchts davon gegeben; aber unmaͤßlich viel haſt du
auch) mit dieſem Kaͤyſer Carolo: haben groß davon geſtohlen, mit Lügen, Truͤgen Got⸗
Undlück damit geſtiftet, abgeſetzt die Käufer |tesläfterung und Abgoͤttereyen; wie du mit
durch den Bann, und geboten andere zu den Biſchoͤffen auch zuerſt Durch Zügen, dar⸗
. wählen, aufs allermuthroilligfte. Zuletzt nach mit Pallien, Eiden, Schaͤtzungen,
haben fie auch die Kayfer mit Cidespflichten |haft als ein Teufel gehandelt. Aber hie
. Anter Sich bracht - welches fie der Teufel hat muß ichs laſſen, wills GOtt, im andern
' geheiffen ; aber alles darum, daß fie wol⸗ | Büchlein will ichs beſſern. Sterbe ich ins -
» Jen felbft Käufer feyn in fremdem Gut; ha-|des, fü gebe GOtt, daß es ein andrer tau⸗
ben auch oft verſucht, Den ledigen Titu] wie⸗ |fendmal Arger mache. Denn die teufelifche
der von den Deutfehen auf Frankreich zu Paͤbſterey ift das legte Ungluͤck auf Erden,
‘wenden, aufdaß fie mit demfelben Koͤnige und das nähefte, fo alle Teufel thun koͤn⸗
auch fpielen möchten, wie fie mit den Deut⸗ nen mit-alle ihre Macht. Gott heife ung,
ſchen Käyfern gerhan haben. BT |
$
217. Hieber nun Pabftefel mit deinen
langen Efelsohren und verdammtem Lugens
— 1419, wir
3 22. Cap. 18. VDond F r E ve — — — — zu — — — — RR}:
an hen ne Convente u. Reichsrägegefchten Religionsvergl, 14
rn N "en Bergebıng bir.-Simoe; Onaber@me
Wittembergiſche Reformation oder Auf⸗ kei Ye — a Serien
fass der Proteitantifchen von Ebeiftlicher Re Sohn JEſum Ehriftum er — ejen fein |
formation und Rirchenregiment auf zukänf: mit gewiffen Zeugniffen } bat. er auch hern h
tigen Reichstag, zuſammen getragen und von allezeit Die Kirche Got gelande, und IE ale
"Burhero, Pomerano, Crucigero, Wajo |Cftiftum, und auf d ee
re und Melanchthone unter der So 1, und auf Dafjelbige Wort, dadurch
RB ER schrieben. Fee t, gegruͤndet. Wie ——
Sechte — Kirchenregierung Arien den ı Ca. ie rn |
rchenregierun tun? ee ia uch rn u SEE
IE rennt in Haken (inf Orhan > in, Dee orege if, weiter IR J@Tnodbrh
Ecſilich, in rechter reiner Sefre, die GOtt NW. Umd’Epgefe 2: Ihr Ds ee 4
Pi an gegeben, geoffenbarer und befoh⸗ Set und GOttes Dolk, —
en “ TOD: [auf den Brund der Zipoftein und Prophe:
Zum andern, in rechtem Bra⸗ S.|ten, : Bi und Propber
ee a an On m
"Zum dritten, in Erhaltung des Predige- faßt, aufiwachl lern nmen ges
amts, und des Gehorfans — ae nn ne ee Tempel durch
gern, wie GH das Minſſterium Evangelii bauer feyd zur Wohnung ——— iht era
N „ und felbft gewaltiglic) er- fgen Be es im Zei⸗
DE ae Aus dieſen und andern ſehr vie ichen
Zum vierten, in Erhaltung recht iſt klar ehr vielen Spruͤchen
ES Ba a En er
gs ; Die Propheten, Durch den HE A.
Zum fünften, in E ER ars 2Eren CHriſtum
pn, in tn in a De
So Gobflen fo if Leber Schug und Mrnehmfte Köfefte Gebet, bie Und itbas
ziemliche Unterhaltung vonnoͤthen. - |Sopn G9ttes hören m ne
St : | Dom erften. ‘ — me er ee et vom Di
FOtt Kat das menfihliche Gefchlecht vor⸗ vochen: Diefesift meinlieber Sohn,
G nehmlich zu dieſem Werk Ne ee — ‚babe, dieſen folk |
fhaffen, daß es ihn erkennen, anruffen und den Soh ; und wie Pfalm 2. ſtehet: Zuͤſſet
ewiglich preifen ſon — Den Sebring; bas If netenriün Deralillii
Darum er auch vor dem Ball Adã umd nach mit Sreuden an und hoͤret feine seht. |
dem dall ſich dem menfhlichen Geſchlecht in ge; Wer num diefen Sofn JEſum CHriftum |
giffen Zeugniffen geoffenbaret, und eine a nicht Hören will uno das Evangelium verach⸗
fondere Lehre und Wort gegeben hat, und dar. tet, verleugnet oder verfolgee, ganz ober.etliche |
an ein he Erfeuntiß griner, daß Bft. Das 1 öffentlich Datum nun zuls fon
gen follten feine Kirche und fein Volk feyn fir as iſt öffentlih. Darum zum erſten und)
and für, fo diefelbige feine Lehre und fein Wort zum hoͤheſten vonnoͤthen ift in Ehrifticher Kir ;
lehren, lernen, annehmen und befennen wuͤr⸗ De das Evangelium ganz und vein zu er A.
den, und daß fonft niemand GOttes Bolk und, ae wie GOtt oft geboten Bat, und unfer r le hi
Kirche feyn follte oder möchte, der daffelbige land Epriftus ſpricht ob. 14: Wer mich lieb )
MWortnicht haben, oder verfolgen würde. ge| bat, der wird meine Rede bewahren und
Und Bat nemlich fich alfo nad) dem Fall ge⸗ ua Dater wird ihn lieb haben, und wie ı
offenbart, daß er wolle feinen Sohn fenden, n en zu ihm kommen und Wohnungbep |
i | ibm mad
Se ——— und um deſſelbigen wil⸗ Darm fl dieſes in Chriſtlicher Nefi
Reforma⸗
Br 20 2
— An 3 2 =
hn. Don den Reichstägen zu Speyer, Worms und Regenfpurg. 1305
as erfte Stück feyn, daß dag heilige Ev» no und Chalcedonenfinorhdürftiglich und recht
—— unverfaͤlſcht in Kirchen und erklaͤret find. | B H
im Schulen erhalten werde, mie auch die erften| Und zu Erklärung der Artikel in Symbolis
" umdalten Concilien vornehmlich von der Lehre von Eprifto, und von den hohen unermeßlichen
‚wegen gehalten find, als Apoftg. 15: Und das Gütern, fo uns unfer Heifand und Haupt Chri⸗
| ein m Goncilium ein loͤblich Symbolum ſtus erlanget, find die Artifel, fo weiterin der -
jemacht, zu Erhaltung des rechten reinen Ber- Confeßlon gemeldt find, zu roiffen allen Chri⸗
‚ Atands vom Sohn GHttes. N ften noͤthig: Bon der Erbfünde, von Gnade,
Und wiewol hernach in dieſen legten Zeiten Glauben und guten Werfen, und vonden Sa⸗
E eformationes vorgenommen, fo ift doch |tramenten,
don fürnehmen. Artikeln Chriftlicher gehre dar-| Memlich, daß gewißlich wahr fey, daß alle
‚ Ann wenig gehandelt, fo doch öffentlich am Tag |Menfche, fo aus menſchlichem Saamen empfan-
ift, Daß viele Mißbräuche eingeriffen, dadurch) 'gen find, Erbſuͤnde mit ſich bringen; und der-
das Evangelium verdunfelt worden. balben alle Menfchen, fo nicht zu Chriſto ge-
Nachdem aber etliche Vertheidiger der Miß- bracht und durch die Taufe neu geboren wer⸗
Bräuche vor wenig Jahren Uſſach gegeben die den, in ewigem Zorn GOttes und verdammt
—J—— zu ſtrafen, hat GOtt feine Gnad bleiben. Ba
ı »Perließen,, daß alfo in diefen Strafen die Lehre | Item, daß man junge Kinder Laufen fol,
des Evangelit in allen nötßigen Artikeln erflä: und daß ihre Taufe recht und kraͤftig fey zur
|
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— «
——
nn uU
K 4
*
tet. Davon wir eine Confeßion zu Augſpurg Gnade und ewigen Leben. R
"Anno 1530. Käyferlicher Majeitär überantwor-| Item, daß_Erbfünde ſey Mangel der Ge:
tet; bey welcher wir durch GOttes Gnad noch) rechtigfeit, Die in Adam gepflanzt gemefen, die
, "zu bleiben gedenfen, tie diefelbe in ihrem rech⸗ ‚im uns-feyn follte; und diefer Mangel iſt ſchuld
ten Berftand lautet, und in unfern Kirchen ge- an Zerftörung der menfchlichen Kräften, des
halten und verftanden wird, - Denn wir zivei- Verſtands, Willens und Herzens, daß der
feln ganz nicht, diefelbige unferer Kirchen Leh⸗ Wille nicht zu GOtt gekehret iſt, und das
ve fen gewißlich die ewige, einige, gleichlauten- | Herz wider GOttes Gefes jammerlich geneigt
de Sehre der wahrhaftigen Catholifchen Kirchen it; um welcher Schuld und Zerftörung willen
‚GHrtes, gegeben durch die Propheten, Chri⸗ (der Menſch in GOttes Zorn und verdammt
ſtum und die Apoftel; und ſey einträchtig mit iſt, fo er nicht davon erlöfer wird durch die Wie:
den Symbolis; Apoftolico und Niceno, und |dergeburf. u ge
mit den alten heiligen Conciliis, und dem Ver- Diefes ift gewißlich allezeit der Heiligen Ca⸗
ſtand dererften reinen Kirchen. tholifchen Kicchen GOttes, der Propheten, Apo-
Darum wie auchfür nöthig halten, zu GOt- ſtel und Chriſtlichen Seribenten Lehre und Ver-
tes Ehre und rechter Anruffung, zur Seligeeit ftand geivefen, von dem groffen Schaben, in
. Dielen Menfepen , zu Pfianzung und Stärkung welchen Das menfchliche Geſchlecht durch Adams
eechtes Glaubens und rechter Anruffung in den Fall gefommen. — ; act
Nachkommen, daß der Verftand verfelbigen] Daß aber etliche Diefen Artikel anfed)ten, die
sehre, ‚die wie in unfern Kiechen, Confeßion thun fehr unrecht, denn fie jtreiten wider öffent»
id Catechismis bekennen und lehren, ein- lich GOttes Wort und ftärfen die Blindheit in
- rächrigfich in allen Kirchen gepredige und ge- Menſchen, daß man Sünde, Gnad und Glau⸗
halten werde; nemlich von allen Artikeln des ben nicht veche verftehen ann. \
- Glaubens, wie die im Symbolo Apoftolico} Denn aus diefer Wurzel ift der grofle Zwei⸗
‚und Niceno erzehlet und gefaßt find, und wie |fel im Herzen von GOtt; item, daß das Herz
dieſelbigen Artikel von den alten Keiligen Con⸗ faul und kalt ift in Furcht und Liebe gegen
eilüs, Niceno, Conftantinopolitano, Ephefi-| GOtt; item, daß es viel mehr geneige ift
Lutheri Schriften 17. Theil, ji Erer auf
| willen dur
“feinen Sohn alſo will erledigen von Sünden licher Lehre zu unterweiſen. Dazu möchte die .
23
1326 Cap.ıg. Von der durch Convente u Reichsrägegefuchten Rel
ja für Sünde erkennen und dawider ſtreben,
Kur —
Wa
en > ———— — POOL
und. seben im Herzen, Gottesfurcht, &i
ten Borfaß nach allen Geboten GOttes.
Und iſt alfo GOttes ernftlicher Wille, d
wir in guten Werfen leben, und die Gef
fe, Gnad und Bergebung behalten, un
verfehtirrem. lc 2 RES 0
* =
auf fichtbare Dinge zu vertrauen, denn auf
tt, —* en A ur
Dieſe und andere böfe Neigung muß man
welches nicht gefchieht, fo man ven Artikel von
der Erbfünde verdunkel. |. | TOBEREISS EINEN
Darnach folger der Artifel von Gnade und | Und nachdem redjte fchre von guten Werken
Erlöfung von Sünden, nemlid) daß wir Ber: lin ganzer Welt fee verfälfche geweſen, und
gebung der Sünden, Gnade und Heiligen noch in vielen Landen verfaͤlſcht wird, iſt die
Geiſt erlangen, und werden mit GOtt verſoͤh⸗ hohe Nothdurft, Die Kirchen recht und einhel⸗
net, gerecht und Erben des ewigen Lebens, nicht |liglid) darvon zu unterrichten , welche Werke "
aus Verdienſt unferer Werke, ei um des GOtt fordert, wie ſie GOtt gefallen, fo doch
Glauben an noch Suͤnde in dieſem elenden Leben in allen
hriſtum. 00 1Menfchen bleiben; item, vom Unterſchied der |
Diefer Artikel ift durch GOttes Gnade in Suͤnden x, 4
unſern Kirchen reichlich erfläret; und daß von) Don. diefen Hohen. Sachen geſchiehet eg
noͤthen ſey, dieſen Artikel rein zu lehren, wie licher Unterricht in unſern Kirchen, den wir
er in unſern Kirchen gelehrt und verftanden|nicht fuͤr unnoͤthige Schuldiſputaion halten, dar⸗
wird, das iſt ganz öffentlich, Denn alfo und um wir nichts darinn zu ändernwiflen.
nicht anders lehret uns GOtt von der Ehrel Soes aber jemand für Schuldiſputation haͤlt,
Chriſti, und von Vergebung der Suͤnden; mie und meynet, es ſeyn Gabeln, die man zu jedes
Apoftg. 10. gefchrieben ſtehet: Diefem geben Gelegenheit Deuten und wenden und mit Wor⸗
aue Propheten Zeugniß, dab man Derge-|ten färben und verftreichen Eönne, der. wirdfele
bung der Sünden habe in feinem Namen, Inen Richter Baben. —
alle, die an ihn glauben. Aus dieſem Artikel folgen nun die andern Ar⸗
Und wo diefer Artifel nicht rein erhalten ſtikel, die von echtem beilfamen Brauch der Sa
toird, Da folget viel Blindheit; die Herzen blei-Icrament reden. er a
ben in Zweifel, wie die Heyden, und haben; Lind erftlich von der Taufe, iſt die Kinders
Feinen gewiſſen Troft, fliehen vor GOtt, und Jtaufe mir Ernft zu fihügen und zu handhaben;
haben Feine rechte Anruffung ; erdichten darnach Fund wäre zu Erinnerung deren, fo.bey der
eigene Berdienft, Möncherey, und dergleichen Tauf find, nüglich, daß die Taufe an jedem |
‘Werk, damit die Lehre von Chriſto und Glan: Ort in befannter Sprach gehalten würde, und |
ben viel mehr verdunfele wird. s ift nicht north, dazu mehr oder länger. Ceremos '
„Und iſt in Summa dieſer Artikel, wie er nien zu ordnen, dennjeßt gewoͤhnlich.
nad) der Länge in unfern Kirchen erfläret, bie Be |
Hauptlehre des Evangelii, die Feine Creatur Confirmation. 2 2
“im Himmel und auf Erden zu ändern hat, fon- Sir: wäre hochnoͤthig, in allen Rirchenden
dern es ift GOttes unwandelbarer Rath, der) = Catechismum auf beftimmfe Tage zu hal⸗
uns aus -unermeßliher Barmherzigkeit durch ten, die Jugend in allen nöthigen Artikeln Chriſt⸗
und felig machen, durch Berfrauen auf diefen |Confirmation angerichtet werden; nemlich, ſo
einigen Heiland, SEfum Chriſtum. ein Kind zu feinen mündigen Jahren fommen,
Darnach folget die Lehre von guten Wer: oͤffentlich fein Bekenntniß zuhören, und zu fra⸗
fen: daß, fo der Glaube und das Vertrauenigen, ob esbey diefer einigen göttlichen Lehre und
auf Epriftum Vergebung der Sünden empfa- | Kirchen bleiben wollte? und nach der Bekennt⸗
bet, gibt GOtt feinen Heiligen Geift in das niß und Zufage mit Auflegung der Hände ein
glaͤubige Herz, und zündet an ein neues. Licht | Geber thun. Dieſes wäre eine nüßliche Cere⸗
Mn | monie
N
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t allein zum Schein, ſondern viel⸗ neten erfennen uno großachten, daß GOtt durdy '
Erhaltung rechter Sehre und deines Ver- die en Beruf und Diefes Amt gerofßlich miten &
und zu guter Zucht dienlihe will, und das Minifterium liebten und Hülfeh
Grdination. erhalten; wie wir wahrlich alle, ein jeder nah
feinem Stand, ſchuldig find; wie oft geboren ”
\e ol hernach weiter zu fagen von der Or· id
I Hinarion und Erhaltung des Predigtamts iſt, und Chriſtus ſpricht: Wer euch verach⸗
\ober Minifterüi Euangelici: fo ift doch hiefürg tet der verachter mich, VER
Itich au erinnern, daß dieſes Werk hoch und greß Es iſt aber die Ordination in den groͤſten
zu achten.‘ » Und: wierol GOtt das Predigt. Mißbrauch fommen, da man rechter Lehre nicht
Jane erhält und tuͤchtige Lehrer waͤhlet/ wie ger mehr geachtet hat, und der Jerthum eingerifs
‚fehrieben ſtehet Ephef. 4. fo find: doch die Re⸗ fen iſt, man müßte Priefter haben, die für das.
senten fchuldig, ihre Arbeit Dazu zu tun, daß man Volk opffern, und Mehrung diefes Opfers fey
Prediger und: Priefter Haben möge, und daß der höhefte Gottesdienft, el
Idiefelbige an gewiſſen Orten von gelehrten, So man nun wollte Einigkeit machen und
gottesfürchrigen Leuten, dazu verordnet, verhoͤ⸗ den Biſchoͤffen die Ordination ernftlich befeßlen,
ent oder verworfen werden. muß zuvor Einigkeit der Lehre ſeyn; wiegefage
© Diefe Arbeit iſt den Bifhöffen. befoplen ge: iſſt. ———
‚wefen ; nun haben fie nun lange Zeit die gött- Dazu müffen die Befehle der Ordinationauf
liche Wahrheit verfölger, und laſſen die Kir: das Predigtamt und Reichungder Sacrameng
chen inißren eignen Gebieten ledig ſtehen, wuͤſte geftellet werden, nicht auf andere Werke, für
und heydnifd) werden: darum iſ vonnöthen, | tebendige und Todte zu opffern. F
"su bedenken, wie der Chriſtenheit zurathen ſey; Man ſoll auch die Gewiſſen nicht beladen
und fo ihnen die Ordination befohlen werden mit dem unchriſtlichen Eheverbot, das allezeit
fol, müffen fie ſich erſt von der Lehre erflären. | zu groffen ſchrecklichen Sünden vielen Men.
. Denn wo fieBerfolger Chriftlicher Lehre blei. ſchen Urſach gegeben; und ift daraus im Price
ben, und nicht wollen ordiniren ohne Berpflich: |fterlichen Stand öffentliche heydnifche Unzucht
tung zu falfcher Lehre, und zu Verfolgung der und Frechheit gefolget, welcher Sünden fich al-
"Wahrheit; fo Fann man die Ordination bey le theilhaftig machen, die diefes Eheverbot hel⸗
ihnen nich ſuchen: fo fie aber rechte Lehre wol. fen ftärfen und Bandfaben. 3
‚len annehmen und Helfen erhalten, und tüdjel: Don der Buß und Beicht,
"ge Perfonen zur Berhör verordnen, koͤnnten fie Se iſt ganz öffentlich und unleugbar, daß
viel Gutesthun. Denk wahrlich groß und merk. die Mönchlehre von der Buß fo verwir-
lich dran gelegen, daßdieDrdinationnorhdürf: |ret und voll Irrthum ift, daß fie nicht Allein
\ tiglich beftellet fey. ' das Volk, fondern auch die Scribenten nicht
„Und fo die Regenten bedächten die groſſe verſtanden haben. Sie Haben eine Reu gedich.
Wohlthat GOttes, die auf das Minifterium tet und geſagt, Diefelbige verdiene Vergebung,
gegründet, nemlich, daß GOtt ihm durch die⸗ noch wifle niemand, wenn diefelbige Reu gnug«
es Amt, und nicht anders, feine eroige Kir, fam fg.
; hen ſammlet; und dat uns elenden Menfchen | Won Sünden Haben fie auch ſchreckliche Jrr⸗
befoßlen, Perfonen, die Ehriftliche Lehre — Die groſſen innerlichen Suͤnden ach⸗
fießen, zu beruffen, durch welcher Stimm und ten ſie nicht, Zweifel und allerley innerliche Uns
Dienft im Predigfamt und Sarramenten er reinigkeit; dagegen Kaben fie eigne Findifche
gewißlich mitwirken und Seligfeit geben will: Sünden erdichtet, aus Mlenfchenfagungen ꝛc.
- omürden fie gröffern Fleiß haben, Die Ordi· Darnach von der Erzehlung, Gnugthuung,
nation recht und ftattlic zu beftellen. Indulgentien, haben fie fo grobe Irrthuͤmer,
Davon fellte man aud) das Volk fleißig un: daß man fie greifen möchte; und ift am Tas
errichten, daß fie dieſe Wohlthat GOttes ler⸗ Ige, daß fie er Wort geredr haben vom Glau⸗·
P:- ® ERF2, 8 va
y ben
1430 Cap. ıg. Von der ducch Conventen. ReichstägegefüchtenAeligionsergl. 1431° 7
ben und Vertrauen, dadurch man Vergebung der Beichte, Privatabfolution und. vom Glau⸗ N
- der Sünden erlanget; und iſt alſo ihre Lehre von ben, dermaſſen zu predigen und zu handhaben, ı
der Buffe im Grund:eine heydnifche Lehre, die wie wir nun oft gründlichen und Chriſtlichen
das Gewiffen im Zweifel von Vergebung ſte⸗ Bericht davon getham ee —
cken laͤßt, oder bauet auf Gnugthuung, wie Vom Bann aber, und von der Strafe, fo |
der Alcoran fagt, was man für jede Sünde hun | dem Bann folgen follte, wird hernach aefagt h
mie. in Rirchengerichfen. Denn jeßund reden wie. 1%
Nun ift die Lehre von der Buffe, von Er⸗ noch vom Ehrifttichen Braudyder Sacramente
kenntniß der Sünde, von wahrbaftiger Ren] Yon der Communio und Meß.
und vom Glauben an Epriftum, und von rech⸗ Salt erſtlich GOTT Eeremonien durch
ter Beſſerung, der fuͤrnehmſten Stuͤcke eines Adam, und hernach durch Abel angerich⸗
in Chriſtlicher Leyre, und iſt hoch vonnoͤthen, tet, Kat Cain und feine Nachfolger, und alfo \
daß fie rein erhalten werde. Und ſollten wir forthin alle Gottloſen die göttlichen Ceremonien
billig GOtt dankbar fern für dieſe groſſe Woßl-| verfehree, und mandyerley Abgötteren anges
that, daß GOtt diefe Lehre wiederum rein und | richtet: alfo ifts aud) gangen im Volk Iſraeh
klar feiner Kirchen hat feinen laſſen, Daß got: | daß die Ceremonien, von GOtt geordnet/ ver⸗
tesfürchtige Kerzen befler wiſſen, was Sünde kehret find,; und find andere, als: Baal und
iſt und nicht Sünde iſt, und erkennen ihr Elend | die Excelfa auffommen. ee
und. göftlichen Zorn mehr denn zuvor, undfu-| . Nun fiehee menfchliche Wernunft nicht, daß
chen Gnade und Troft durch Chriſtum, und |diefes Verkehren oder neue Gottesdienſte erdich⸗
wiflen, tie fie Vergebung erlangen follen. ten, Sünde fey, fondern hält diefe Werke für
Wer diefe Erfenntniß nicht hoc) und: wertß hohe, groffe Heiligkeit. uf
achtet, der ift weit von dem Chriftlihen We| Als, va Iſrael viel Kapellen auf allen Ber⸗
fen und Verſtand wegfommen. _ .: |gen feßte, menneten fie, fie meßreten gute Were
Diewell denn alle Berftändige willen, daß| fe und die fürnehmften Gottesdienfte, tie auch i
eben diefer Artikel ganz treulich und reininun-| bey ven allerweifeften Heyden in Gräcia alle
° fern Kirchen gelehret und erfläret wird, und| Winfel voll Kapellen waren. a
daß ganzer Epriftenheit Nothdurft ft, daßer| Diefe groffe Sünde und diefes Abweichen
rein erhalten werde: fo wollen und Eönnen wir| yon der einigen rechten Antuffung , werden die |
feine Aenderung, feine Berdunfelung und fein| Menfchen im legten Gericht und im Fünftigen |
Flickwerk an der Lehre dieſes Artikels willigen] seben Elar verſtehen; jegund aber follten wir dien +
- oder zulaffen. ſjſes wiffen, daß man bey göttlichen Befehl und
Und wiewol die jegigen neuen Gaufler, die Wort zu bleiben ſchuldig ift, und daß man die |
den alten Irrthuͤmern neue Tärblein anftrei-| Sommunion und Meß nicht in anders Werf
chen, grübeln und fuchen, daß fie unfere Leh verkehren follte, denn wie ſie von Chriſto geord⸗
re tadeln: fo wiffen doch. alle Berftändigen, daß net, und wie diefelbige Ordnung von der Apo⸗
diefer Artikel in allen Stuͤcken bey uns recht ſteln Brauch und Haltung in dererften Kirchen
und feliglich geleßret wird. So find wir ſelbſt Zeugniß Hat. | E
geneigt, die Beichtein rechter Chriftlicher Sorm| Nemlich, daß das Volk zuſammen kommen
zuerhalten, das Volk darinn zu lehren, zu ver-| foll; denn GOtt will, daß feine Kirche öffent“ +
hören; item, daß der Verſtand bleibe, und liche ehrliche Verſammlungen halte, daß ſein
diefes Zeugniß der Kirchen, daß das heilige] Eyangelium öffentlich vor allen Ereaturen ges »
Evangelium Vergebung der Sünden gewißlich predigt und gehörct, und er und der Heiland )
verfündige, insgemein und infonderheit. Epriftus öffentlich gepreiferund angeruffen wer⸗
Und fo man eine heilfame Reformation woll-| de; wie viel Sprüche fagen: Ze follen Voͤl⸗
te vornehmen, wäre befondersnöthlg, dengan | Fer und Rönige zufammen Fommen und |
zen Artikel von der Buſſe, auch die Lehre von! dem Herrn dienen, Pfalm 102, i gm
ri
„4
\
gemeiner Noch annehmen.
ı 1432 V.Abfchn. Don den Reichstägen zu Speyer, Worms und Regenfpurg. 1433
dieſer Berfammlung foll man zum Ge: |und Communion, wie fie Chriftus eingefege
bet und zur Lehre etwas ausgörtlicher Schrift |und geordnet, und wie fie von den Apofteln in
. fingen oder lefen, wie foldyes allezele in der |der erften Kirchen gehalten; wird aud) alfo,
‚ Epriftlichen Kirchen gehalten. durd) GOttes Gnade, in unfern Kirchen mit
stem , man ſoll auch eine Epriftliche Predigt I Andacht und Chriſtlicher Reverentia gehalten.
ı hun, wie Ehriftus geboten bey feinem Abend- | Und ift Hoch vonnöthen, daß alle Chriſten,
‚ maßl, feinen Tod und feine Auferftefung und jund befonders die Hohen Regenten, Helfen zu Er⸗
ı Gaben zu verfündigen , das ift, zu predigen. (haltung diefer vechten Communion und Meffe,
Und follen die Leute fämtlidy zum Gebet ver« |und betrachten, wie graufame Mißbräuche da⸗
mahnet werden, wie denn Chriſtus eine fonder- | gegen eingeführer.
ı Hiche Berheiffung zu ſolcher Verſammlung Ge: | Erxftlich,ift öffenelic) und unleugbar, daß der
\ bet gegeben. gröfte Theil Priefter in aller Welt allein um der
Denn er ung dazu treiben und anhalten will, | Nahrung willen Priefter werden und Meſſe
daß wir Diefelbigen Berfammlungen gerneihels |balten, und bleiben im Unverftand, wiſſen nicht,
fen erhalten, dazu kommen, und ung ſaͤmtlich wozu diefes Werk eingefege iſt, und üben Die
Ceremonien wie die Kinder; viele auch find
und verharren in öffenstichen Laſtern.
Nun ſind diefes ſchreckliche Suͤnden und Vers
unreinigung goͤttliches Namenst, wider das ande⸗
re Gebot, und wider dieſen Spruch Pauli zun
\
4
Darum foll man da beten für geiftliche und
‚ weltliche Regiment, um Srieden, Fruͤchte und
| eigene Nothdurft, geiſtlich und Teiblich ıc-
Dabey foll denn die Communion gehalten
I werden, nemlich alſo: daß der Priefter nach | Eorinthern : fie machen fich ſchuldig am Leib
dem Gebet den Befehl Chriſti ernftlicd) und
und Blut Ebrifti; Item: fie nieffens ihnen
ı mit Andache fpreche, und mifle, was er thue, zur Derdammniß.
‚und bernad) den Leib Eprifti und das Blut Diefe Sünden bringen ewige Berdammniß,
Cbhxiſtlaustheile zu nieffen ihm und andern, fo und viel zeitlicher Strafen, Kriegund Zerſtoͤh⸗
\ zue Eommunion zugelaffen, und vorhin ver |rungen. Und find alle Regenten, geiſtlich und
“ hört und abfolvirt find, ‚und nicht in oͤffentli. weltlich, ſchuldig, diefe grobe öffentliche Ver⸗
chen Saftern verharren; weldye aud) rechten | unreinigung des Sacraments, fo viel möglich,
Verſtand haben follen, was diefesSacrament| zu verhüren. Das ift ganz gewiß und öffent
ſey, nemlich Nieffung des wahren Leibs und |lich. B
Bluts Chriſti, und wozudiefe Nieffungzurfun,] Zum andern, wird die Meſſe gerüßmer, und
‚ nemlich daß der Glaube erweckt und geftärfe Jift durch diefen falfchen Ruhm alfo in ver
werde, diemeil uns Chriſtus durch diefe feine | Welt gemeßret, nemlich, daß der Priefterein
' Srönung feinen Leib und Blur gebe, daß er POpffer halte, dadurd) er den Lebendigen Ders
uns gerißlich zu Gliedmaffen mache, vergebe gebung der Sünden, und den Todten Erlöfung
uns unfere Sünde aus Gnaden um feines To- Jaus dem Fegfeuer verdiene, wenn gleic) der
des willen, nicht von wegen diefes unfers Ger | Priefter in öffentlichen Laſtern liege, 5:
berſams, wolle uns gnaͤdiglich erhören, und| Naun iſt öffentlicy, daß die Communion der
regieren ac. Meſſe nicht für die Todten eingefegt iſt, denn
Item, daß wir für feinen Tod und Yufer- |der Tert gebeut ausdrücklich, man foll dabey
ſtehung und alle Gaben hie danfen. des Tods Chriftigedenfen ac. welches nichtauf
em, daß wir hlebey aud) erkennen, daß Idie Todten zu ziehen.
' wir eines Heilandes Chriſti Gliedmaſſen find, | So ift auch öffentlich, daß die Lebendigen
und follen gegen allen Gliedmaffen Liebe und [nicht Vergebung der Sünde erlangen von we⸗
Gutes erzeigen, unferm Heiland Chriſto zu gen diefes oder eines andern Werks anderer
gefallen ꝛtc. | Menſchen; fondern allein um Eprifti willen,
Diefes iſt die alte und reine Form der Meg |durch ge Glauben; laut der hohen heilſa⸗
7x—x3 men
1434 Cap. i8. Don der durch Convente u. Reichsrägegefüchten Religionsvergl. 143;
men Lehre vom Glauben, wie der Spruch fagt: | x Diefe Laſt der Gemiflen find alle Pote
Der Gerechte lebet feines Blaubens. ſchuldig weg zu thun. Darummäre hoch von⸗
Mun hanget die Welt an der Meffe, alsei- noͤthen, beyde Geftalt wiederum anzurichten.
nem folchen Werk und Berdienft‚undmeynen | Alfo ifts aud mic den Prieftern an vielen
bie gtoffen Herren und andere, wenn fie eine | Orten. Biel wiffen, daß fie unrecht thun, daß
‚ Meifegefehen haben , fo Haben fie Gnade, Gluͤck ſie um der Gewohnheit willen und aus Zwang‘
und Heil, ob fie gleich ſonſt in öffentlichen |Privarmeß und Todtenmeflen halten, und were,
- Sünden verharten; und fommen viel ‚groffer \ven doch alfo Kart durch die Herrfyaften gear
Urſach zufammen, daß die Welt veſt ob diefen drungen, daß fie ſolche Meſſe halten.
Jerthuͤmern und Mißbrauch ver Meſſe haͤlt. . Diefen betrübten Gemiffen follten billig die,
Erſtlich, find viel hoher weiſer Regenten, Poteſtat Helfen, laut der Regel, daß Feine
Die fagen, man foll alle Aenderung meiden ;| menfchliche Saßung in der Kirchen zu re
und fodie Meß nachgelaſſen würde, haͤtte das derb dem Gewiffen, und Verhinderung götte
Volk Feinen Gottesdienft ‚ bliebe ganz aus der | licher Anruffung undrechter von GOtt geboten:
Kirchen, würde heydniſch ꝛc. ner Werfe, geftärft werden foll; wie Paulus
Weiter, find Gewohnheit, Genieß, Autori⸗ ſpricht. Uns ift Bewalt gegeben, nichtzum.
» tät des priefterlichen Stands groffe Urfach ‚| Derderben,, fondern Beſſerung zufcbafenz;
daß man fo veſt ob der. Meſſe hält. Darum und Epriftus ſtrafet die Phariſaͤer Matth. 15.5
wilfen wir wohl, daß die Reformation der|daß fie mit ihrem Menſchengeſetz göttliche Gen
‚Communion und Meffe fehr fehwer ift. bote verhinderten. — —
Dieweil aber die gedachten Irrthuͤmer und) Ach GOtt! gib Gnade, daß die hohen Pos
Mißbroaͤuche fo ganz grob und greiflich find, ift| tenfaten auch Diefe groffe Sachen befrachten,
hoch vonnöthen, daß foldye Verunreinigung | und darauf gedenken ‚daß Abgötterey und Vera,
des Sacraments nice verachtet werde. unreinigung göftliches Namens und der Sa⸗
Und ift dieſes allein der fichere Weg, daß crament abgeitellet , und dem Zweifel der Gott-
man den erften und alten Brauch der Commu⸗ ſeligen Troft gegeben, und rechte GOttes Era
nion und Meß wiederum anrichte, und Kauf: kenntniß und Anruffung, rechte Gottesdienft
meß und Privatmeß fallenjläßt; fondern halte] und Beſſerung angericht werde. Es find die⸗
an Sonntagen und andern Fenerfagen ‚und an ſe Sachen nicht alfo verborgen oder fubtil, daß
andern Tagen, fo jemand der Communion bes | fie: ein goftesfürchtiger Chriftlicher Menfch nicht
gehrt, eine Chriſtliche ehrliche Meffe, darin: richten koͤnne, fondern die Wahrheit iſt klar
nen der Priefter etlichen verhörten und abfol- | und leicht zu verflehen, dem, der fie von Her⸗
virten Perfonen , wie gefager ift, den $eib und | zen begeßre. —
das Blut Chriſti reiche. Weiter, fo iſt ganz oͤffentlich daß die Verfol⸗
Weiter iſt dieſes auch zu bedenken, dieweil gung wider beyde Geſtalt, wie auch wider an⸗
der gemeine Mann nun dieſes weiß, daß recht dere oͤffentliche Wahrheit, eine groſſe Suͤnde iſt,
und von Chriſto geordnet iſt, daß man beyde die GOttes Zorn und ſchreckliche Plagen ver⸗
Geſtalt des Sacraments reichen und nieſſen urſachet, wie Chriſtus Matth. 23. geſprochen
ſoll: fo find viele, Die mit Beſchwerung des hat, es werde über die Verfolger alles Blut
Gewiſſens und in Zweifel, ob fie recht tun, der Gerechten kommen, das vergoſſen iſt
die eine Geſtalt allein empfahen. Und iſt da- von Abel an bis auf Zachariam ꝛc.
von in vielen Landen, Baͤyern, Oeſterreich, Wer nun GOOtt fuͤrchtet, und ſich der Verfol⸗
Juͤlich und Niederland groſſe Klage. gung nicht will theilhaftig machen, und nicht will
Nun verhindert dieſer Zweifel rechte GOt- ſchaͤdliche Irthuͤmer und Verunreinigung des
tes Arruffung, und macht das Herz unwillig goͤttlichen Namens helfen ſtaͤrken;: der ſoll billig
gegen GOtt, und ſcheuend vor dem Sacra⸗- zurechter Reformation in dieſem und andern
ment, und folget oft endliche Verzagung. Artikeln helfen; und nemlich in digfem ; wi x
| ahin
‘
arbeiten, daß die Kirchenrecht vom Sa- fagen, die Halligen möge man anruffen als
crament des Leibs und Bluts Eprifti unterwie⸗ |Sürbitter, nicht als Schöpfferoder Wirkerder
fon, mas da gereicht werde, und wozu diefe Gaben. A ERTL, 2
Meſſung eingeſetzt und nüslich fey, und die] Darauf ift eine klare Antwort, daß man in
Eommunion mit rechtem Berftand und Glan: GOttes Volk Feine Anruffung predigen, aufs
ben ‚und mit rechter Zucht. gehalten werde: richten oder betätigen fl, die in GOttes
daß nicht das heilige Sacrament den Säuen Wort Fein Gebot oder Erempel hat. Nun
vorgeworfen werde; wie es, leider, fehrecflich weiß man, daß durchaus in der Propheten
| ie ‚aller Welt, bey dem groffen und Apoſtel Schriften Eein Gebot und Exem⸗
Haufen der ungelehrten und goftlofen Pfaffen |pel von folcher Anruffung zu finden.
und Mönche, die mit ihrem Meßhaltenallein | Item, was nicht aus Blauben iſt, das.
dem Bauch) dienen. 7 liſt Sünde, Rom. 14. Nun ift Fein GOttes
Item , ‚bey ven Anabaptiften und andern, fo | Wort von diefem Anruffen, darum foll man es
Die Sacrament läftern, und fagen, man rel nicht beſtaͤtigen. —“
che allein da Brod und Wein, und ſeyen al.| Leber das, ſo iſt dieſes wahr, daß der Men-
lein Zeichen, damit die Chriſten unter ſich ihre ſchen Herzen erkennen, und Anruffung in ale
Einigkeit ergeigen, und feyen nicht Zeugniß ler Wele hören, allein dem allmädytigen We⸗
| göftlicher Gnaden gegen uns; vertilgen alfo fen gebuͤhrt. Wer nun die verftorbenen Heili«
‚Die Sehre vom Glauben ıc. gen anruft, der gibe ihnen diefe Ehre und mache
Soc ift Elar aus den Hiftorien der alten Kir⸗ daß fie die Herzen erfennen und Anruffung in
Ken, daß bey dreyhundet fahren nad) der aller Welt hören; damit wird ihnen Allmaͤch⸗
Apofteln Zeit die Privatmeflen noch nicht ges |tigfeit gegeben. Das ift ja öffentliche Abgoͤt⸗
woͤhnlich geweſen, und find hernach eingefchli» |ferey. Darum find alle Regenten, geiftlic)
‚hen aus, Unverftand, und aus Geiz gemehret und weltlich, ſchuldig, diefen Irrthum und
‚worden. ENTER Mißbrauch abzutfun. Ei,
Es waͤre auch gut, ſo GOtt Gnade gäbezur) Bas ift doch diefes vor eine Haͤrtigkelt, daß
Einigkeit, daß eine ziemliche Gleichheit der man der Heiligen Anruffung noch beſtaͤtigen
Meß gehalten wuͤrde mit ehrlichen Ceremonien, will, ſo man doch die grauſamen Mißbraͤuche
mit vorhergehender Beicht der Communicanten, vor Augen ſiehet, und daruͤber weiß, daß gan
mit dem Stehen vor dem Altar; daß nicht kein Wort oder Exempel in goͤttlicher —
‚eine ſolche Unordnung, wie an etlichen Orten ſtehet, daß dieſe Anruffung GOtt gefaͤllig ſey?
iſt, daß die Prieſter hinter dem Tiſch ſitzen ic. — a uns 2 = —
BR 3 : geben, daß mwir die Heiligen nicht ehren, oder
Vom Anruffen ‚der verflorbenen neben: item, daß wir viel-alte Sefte zunichte
J ie: x Heiligen. machen. ER
nie wollen wir diefen Artikel auch anhaͤngen; GDreund unferm Heiland Chriſto, als dem
) denn es iſt ganz öffentlich, daß die Welt \allmächtigen Wefen, gehöret die Anruffung,
voll Abgötteren ift, mit dem Helligendienft. aber den Heiligen gehört andere Ehre. Und
‚ED fprichtja flar Matth. 4: Du ſollt den kann ein gottesfürdjtiger, gelehrter Prediger,
SErrn, deinen GOtt, anbeten, das ift, |viel Hoher nüßlicher Lehre aus ihrer Hiſtorie den
der ſich die durch fein Wort und Zeugniß ge- Leuten vortragen. RR
offenbaret Bat ,und dem allein dienen. Jun | Erftlih, daß an ihnen zu lernen von der
weiß man, wie eine Zuflucht zu den Heiligen hoͤchſten Gnade und dem höchften Werk GOt⸗
‚ift, gleich als geben fie zeitliche oder ewige Gir |tes, daß fi) GOtt geoffenbaret Kat, und ihr
ter, welches doc) öffentliche Abgötterey ift. nen, nemlich den Propheten und Apofteln, fein
Es wollen aber etliche diefe graufame heyd. Wort gegeben, und gewiſſe Zeugniffe dazu ges
ale Gewohnheit färben und ſchmuͤcken, und than; und hat ihm durch diefe Perfonen “er
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S a ee N N ——
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Davon ift.aber jetzund der Streit, ben
efonen des Chefand juglafen: ob au |
|den Prieftern und Perfonen, fo in Klöftern \
geweſen, die Ehe zuzulaflen ? De
tir ‚fen ein nörhig Stück der Reformation, daß
der Eheftand denfelbigen Perfonen, Prieftern ı
| und Kiofterperfonen zugelaffen werde, und das
alte ſchaͤndliche und ſchaͤbliche Verbot abgethan
und ausgetilget werde; wie St. Paulus klar
— — Ehe nennet Teufelsießt:
o ift vor Augen und befanne in Hiftorien,
.. 3 > „ 22 da dieſe 4 ——
Zum vierten, wie er feine Heiligen geſtraft, — F u Bleu — 4
erreitet, unter das Ereuz geworfen und dabey dere taufend Hienſchen verurfachet eler hun-
‚getröfter.hat. Daran follen mir erkennen ‚tole| ewigen Elend fehuldig find ie en , —
er die Heiligen veglet. u au; DIMS Werboe igemälhe Ta geoiligpe 5
Zum fünften, find fie felbit aud) zu loben, und find forthin an der — en;
daß ſie GOttes Gaben fleißig behalten haben, Suͤnben und — — und ünftigen |
‘ein süchtig geben gefuͤhret 2c. haben (kubiert,| (98 Verbot fehligen ben fchuldig alle, ſo dies
Goltes Wort gelernet und geuͤbet; welche Tu-|. ind ij - AN En,
genden uns ein Erempel und Bermahnung ſeyn gg mir a, —— ae
follen. ° _ ER j UN ‚wie man wei
— "Don dieſen Stücken kann und ſollte man re- — Priefter getöber find, allein aus dien
ven ,. fo man der Heiligen gebenft. Daraus R rſach, daß fie ehelich worden. Und iſt
auch rechte Ehrerbietung und Liebe gegen Hei⸗ st ſehen, daß diefes Verbot vom
tigen im Himmel und auf Erden folge. | eu ift, wie Paulus ſpricht; dieweil man
5 Bag ift (höners einem vernünftigen Men- es mit Morden zu erhalten unterſtehet.
fchen zu feßen, denn einen folchen Mann, wie Es find. nun in Deuefchland über zehen a
1438 Capı18.
Kirche geſammlet. Dieſe Wohlthat ſollt man]
preiſen betrachten und dafuͤr danken, ſo man
1
von Heiligen ſagen wolle
Zum andern, iſt in aller Heiligen Hiſtorien
das ganze Kirchenregiment zu bebenfen, daß
er ihm für und für eine Kirchen verſammlet,
diel beruffet, ſtaͤrketꝛ c.
Zum dritten, find allerley Exempel goͤttli⸗
cher Gnade an ihnen zu betrachten; wie GOtt
David, Petro, Paulo und allen andern , ih⸗
ve Sünde vergeben, alfo will er auch gewiß-
lich ung vergeben 2c. —
Joſeph oder David. Erſtlich daß man GOtt fend eheliche Priefter, die fo viel frommer ehe |
“e ihnen erfennet, der ſich durch fie geoffenba⸗ licher Frauen, und viel mehr At. in
ret. Darnad), daß man bedenkt an ihnen | deren viel find, Die GOtt recht und feliglic) die⸗
inie GOte feine Kirdye fammiet und ‚regiert. | nen, GOtt recht anruffen und preifen,, undäu
gun dritten, daß. man die fehönen Tugenden | ewiger Seligfeit fommen, und ervige Glied«!
In ihnen mit groſſem tuft und Sehnen anfchau. | maß, Ehrifti bleiben werden. A folchen Glied»
et, Das bringet aud) Ehrerbietung und Liebe maffen Chriſti ſich zu vergreifen und Blutveret
gegen Heiligen auf Erden. · gieſſen anzurichten, waͤre ganz fchreckli 31
vet u Dom Eheſtand. Es iſt auch ferner gemeine Rothdurft ber
Slie wird auch des Eheftands gedacht, die Kirchen zu bedenken. Denn fo man das ah
I) weitihn etliche unter den Sacramenten verbot nicht abthut, werden die Kirchen er
zaͤhlen; und ift Davon fein Zwieſpalt, was der Seelforger und Prediger haben, Denn gets‘
Eheftand fey, wie mönniglic. mei ‚daß durch tesfürchtige Leute fließen jegund den Pri u
Gdttes Gnad in unfern Kirchen von diefen| ftand, derwegen, daß fie ihr Gemiffen nice!
dreyen Ständen nöthiger, Chriſtlicher und beil-| mit diefem Verbot und Sünden oe ;
fanıer Unterricht geſchehen, nemlich vom Ehe⸗ bringet, beladen wollen; wie man weiß daß
ſtand, Kirchen Amt und Fuͤrſten Amt von wel⸗ loͤbliche Fuͤrſten, Grafen und Edlen ihre Car
chen Doch die Pabſte und Monche viel Jrrthum nonicat verlaffen haben, damit fie nicht in Mn-
Ä 2 Bee.
1440 V.Abfehn. Don den Reichstägenzu Speyer ‚Worms und Regenfpurg. 1441
von geringen, doch gottesfürchtigen Perfonen | Nun folger das drirte Stück von dem Pre-
nd qufen Singenlis. arte digtamt, oder Minifterio Euangelii, darinn von
Weber diefes alles iſt ja ſchrecklich, daß man |den Perfonen und von den Bifchöffen zu fagen,
fieber ehelofe, leichtfertige, unzüchtige, unge · Dom Predigtamt und Biſchoͤflichen
ehrte Priefter Haben will, denn eheliche, got⸗ Regiment, %
tesfuͤrchtige, gelehrte Priefter. LS Wie die hohen weiſen Regenten weltliche Koͤ⸗
Was ferner zu Erhaltung des Eheſtands in nigreiche faffen, mit Hohelt der Perfo-
rechter Cpriftlicher Zucht zu bedenken, iſt den Inen, Ordnung der Wahl und Succeßion, Ber
geiſtlichen Gerichten zu befehlen, fo diefelbigen |ftimmung der Städte mit Öefegen, Gerichten,
recht angerichtet würden. 8% Erecution, Schuß und Gütern. Und folche
Blics anher ift geredet von Chriftlicher Lehre, | Saffungen gerathen einem und dem andern nicht.
und vonden Sacramenten; weldye Stücke erft- | Als, Eyro, Yugufto und etlichen mehr ifts gera⸗
lich und vornefmlic) in Chriſtlichem Leben und then. Es ift aber vielen, als Pififtrato, Pomprjo,
‚der Kirchen Regierung noͤthig zu wiſſen und zu [und andern nicht gerathen; denn es muß auch
Balten, und ereulich zu pflanzen und zu Band: Gttes Will und Gabe dabey feyn.
Haben. 2 Alfo vielmehr im Kirdyenregiment, haben
- Und dieweil Fein Menfch und Fein Engel die Weifen viel groffe Mühe und Arbeit ges
Macht hat, den ewigen unmwandelbaren Wil: habt, Hoheit der Perfonen, Wahl und-Suc«
‚len GOites, dener im Evangelio geoffenbaret, | ceßion zuordnen, und Bisthümer aufzurichten
in der Lehre, Geboten und Sacramenten, von |und zu handhaben, der Kirchen zu gut. Es
ihm befoßlen, zu ändern: follen auch wir nichts iſt aber ſehr ungleich gerathen. Denn, wenn
‚daran verändern, und auseigner Weisheit an |fie gleich folches wohl gefaßt Haben, fo find die-
‚ders, das dem Evangelio zumider, oder unge: |felbigen Bifchöffe und reglerende Perfonen felbft
wiß if, aufrichten. | Zerſtoͤrer der Kirchen worden; wie man öffent»
Der Teufel hat dieſe Anfechtung im Paradies lich ſiehet, daß nun viele hundert Jahr die Bi⸗
angefangen, und hernach die Heyden, auch Iß ſchoͤffe und ihre Hoͤfe die Chriſtliche Lehre we⸗
tael und das Chriſtenthum alſo geplaget, daß nig geacht haben.
‚fie GOttes Wort aus den Augen gethan, und Eott hat ſelbſt einmal auch ein Bisthum
‚eigene Gedanken von GOtt gedichtet. Dahe- gefaſſet mit Aaron, das iſt etwas über tauſend
ro haben die allervernuͤnftigſten Heyden, Egy- Jahr geſtanden, und Bat doch mancherley une
pter, Syrier, Chaldaͤer, Griechen, Roͤmer, tuͤchtiger Biſchoͤffe gehabt. 5
‚fo mandyerley Gottesdienft aufgerichtet, und | Zuvor ift GOttes Wort und Kirche länger
‚ihre welcliche Regiment damit gebunden. denn 2000. Jahr geblieben, obgleic) Feine ges
- Das foll die rechte Kirche GOttes nicht thun, faßte Bisthümer an gemiffe Orte und Succee (
fondern foll bey GOttes Wort bleiben, und den ſion gebunden, zu der Zeit gemefen. Und her⸗
einigen ervigen Berftand der Propheten und nad) im Judenthum find oft Propheten und
Apoftel bewahren und erhalten, wie al.ı. ges Prediger von GOtt erweckt, die durch die ho⸗
fehrieben fteßet: So ein Engel vom Himmel | hen Biſchoͤffe verfolger find,
"ein ander Evangelium predigen wuͤrde, Darum ift Unterfchied zu merfen zwiſchen
denn ich euch gepredigt habe, fol er verban- |dem Predigtamt, das GOtt zu aller Zeit der
Inet fegn. Und iſt allen Menfchen geboten, | Kicchen gegeben Bat und gnaͤdiglich felbit für
) die einige ewige Wahrheit zu lernen, zu Band. | und für erhält, und der Biſchoͤflichen Hoheit,
| Haben und zu befennen, tie der ervige Water an geriffe Orte und Perfonen und Succeßion
' vom Himmel fpricht von Chriſto: Diefen ſollt |gebunden. A
ihr hören; Jiem Matth. 10: Wer mich bes] Paulus fagt Epheſ. 4. der HErr Ehriftus
| Eennet vor den Menfchen, den willich auch | fige zurrechten Hand feines ewigen Vaters,
bekennen vor meinem bimmlifchen Pater. und-gebe feiner Kirchen Baben, nemlich,
Quctheri Schriften 17. Theil, Dyy y - Pros
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1442 Cap, ı8. Don der durch Convente u. Reichstäge gefüchtenReligionsvergl. 1443
Propheten, Apoſtel, Hirten und Lehrer; daß Fein GOttes Volk, Feine Auserwäßlten find,
und feßet weiter dazu, daß Chriſtus Darum die: ohne allein in dem Haufen, da die Stimme des ı
fe Prediger fende und erhalte, daß eine ein. Evangelii und die Sacramente find. |
traͤchtige geroiffe Lehre in der Kirchen bleibe; wie Zum andern, iſt weiter diefe groffe Wohl: |
fie auch von Adam bis auf dieſe Zeit in der rech⸗ that zu erfennen und dafür zudanfen, daBGHHE |
ten Kirchen blieben ift. Und daß die Kirche ‚der Kircyen befoßlen hat, daß fie felbft Perſo—
nicht von GOttes Wort abgeführer, ‚und -in nen zum Predigtamt und Dienft der Sacra« \
mancherley Irrthum getrieben werde, wie die mente wählen foll, und will durd) diefelbigen |
Henden täglich neue Gottesdienfte erdichten ıc. von der Kirchen erwaͤhleten Derfonen Eräftig N
Hie zeuget St. Paulus Flar, daß durch Chri- ſeyn: erwecket viel unter denfelbigen, und er⸗
ſtum das rechte Predigtamt in der Kirche erhalten leucht ſie mit beſondern Gaben, zu Beſſerung
wird: nemlich alſo, daß Chriſtus ſelbſt für und für der Kirchen, wie Paulus, Tito befohlen, daß
rechte Prediger erwecket und erhält, die ſein gege⸗ er Prieſter in die Staͤdte ſetzen und verordnen
ben Evangelium rein lehren, und fo es verdunkel. ſollte, und wird der Ordination zu Timotheo
te, wiederum Flar machen, Undift Eräftigmitdem auch gedacht. | Se
Predigtamt, fammlet ihm feine ewige Kirchen, | So weiß man, daß gewöhnlich gemefen,
gibt feinen Heiligen Geiſt; erhältalfo felbft fein daß die Kirche, das iſt, ehrliche und gotfee= '
Bud, Prediger und Schüler, wie im Eſaia ge» fürchtige Perfonen aller Stande, haben Bir
fchrieben ftehet, c. 51: Ich habe meine Wor⸗ ſchoͤffe beruffen und erwaͤhlet. —
te in deinen Mund gelegt, und will dih| Zum dritten, iſt wahr, daß man den Were
ſchuͤtzen unter dem Schatten meiner Hand, |fonen, die zum Predigtamt und Dienftder Sas |
daß du mic den Simmel pflanzen ſollt ze. cramente beruffen find, und alfo das hohe goͤtt⸗
Und ift diefe Verheiſſung oft wiederholet, al» \lihe Werf ausrichten, das Evangelium recht
Ien Ehriften zwgroffen Troft, daß wir wiffen, lehren, und die Sacramente nad) goͤttlichem Ba
dag GHrr feine Kirche, Lehr und Predigtamt fehl reichen, fie Beiffen Bifchöffe, Pfarrer, Seele |
felbft erhalten will. Denn fo es auf menfchlis |forger oder Paftores, aus GOttes Befehl Gen |
che Vorfichtigkeit, Fleiß, Macht und Schuß |horfamin allen Sachen, die das Evangelium ger
gebauet wäre : fohättees einen ſchwachen Grund, beut oder verbeuf, fehuldig ift, bey Wermel« 7
und wäre bald ganz vertilget, mit den Städ- |dung ewigerBerdammniß ; laut dieſes Spruchs:
ten und Königreichen, die zerriffen werden, wie | Wer euch börer, der höret mich, und wer ”
Die heydniſchen alten Religionen mit ihren Städ- | euch verachtet, der verachtet mib..
ten und Königreichen vertilgee find. Weiter ift man ſchuldig, denfelbigen Seele
Aber Gott ſpricht in gedachtem Capitel Eſaiaͤ, ſorgern gehorfam zu ſeyn in den Kirchengerich⸗
‚er wolle fein Predigtamt und Evangelium um ten, welche mit der Kirchen ſollen beſtelit ſeyn,
fin ſelbſt willen und feines Namens willen er⸗ alſo daß der Beklagte erſcheinen, und ſo er über 1
Balten, und nicht vertilgen laffen. wiefen ift, die Strafe annefmen fol,
Alſo ſpricht Chriſtus auch im andern Palm, | Darnad) find äufferlice Ordnungen der Zeit
er wolle predigen von diefem Wort: Der 5Err und Lection, foin rechtem Ehriftlichen Berftand |
Hat zu mir gefagt, du bift mein Sohn ꝛc. |von den Geelforgern, nad) Gelegenheit jeder I
Diefe feine Dredige wird Ehriftus für und Orte, gemacht werden. Darinn ift dag Volk Il
für thun, durch ſich und feine Diener, und | Gehorfam ſchuldig, fo fern, daß es nicht aͤ⸗
nicht unterdrucken laffen. ir gerlich Dagegen Handle, zu unnoͤthiger Zertren⸗
Das fey erſtlich gefagt vom Predigtamt, daß nung der Kirchen, - wen. |
man wiſſe, daß mirbefennen, wie es auch ewi · Und in Summa, dem Predigtame, oder Mir
ge unmändelbare Wahrheit ift, daß das Pre-| nifterio Euangelü, dadurch) Gtt wirket und
digtamt und Dienft der Sacramente noͤthig iſt; bey ung iſt, iſt man rechte Kerzliche Ehrerbie⸗
und daß die Kirche Daran gebunden iſt, und | tung mit rechter Demuth fehuldig; und
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Abſchn. Von den Reichstaͤgen zu Speyer, Worms und Regenfpurg. 1Aas
Gortesdienft, diefes Minifterium Pel- und wuͤnſchen von Herzen, daß die Bifchöffe
alten, mit Nahrung, Schutz und alfer und ihre mitregierende — ihr —
ee a ot en lich Amt thun wollten. Und erbieten uns auf
"Darum auch GOtt reiche Belohnung ben dieſen Fall zu Gehorfam, nemlich, fo fie Ber-
esfürcheigen, fo dem Minifterio Gutes er- folgung Chriſtlicher Lehre nachlaffen, und find
n, verbeiffen; wie Chriſtus ſpricht: Wer niche Tprannen und Mörder unferer armen
‚m Beringiten unter den Meinen einen Priefter, fondern fahen an zu pflanzen reine
Trunk Waffer gibt, um der Lehr willen, Lehre des Evangelii, und Epriftlihe Reihung
dem foll es belobnet werden, ©. der Sacrament, und helfen folcheshandhaben.
Was ift insgemein geredt vom Prebigeamt,) Iſt Doc) die Spaltung diefer Zeit erſtlich
das iſt, von allen Seelforgern, fo in der Lehr von den Biſchoͤffen verurfacht, die ung verban-
") and Reihung der Sacrament ihren Beruf, je-|nef und unſre Driefter ermordet haben, die ih⸗
der an feinem Ort, recht ausrichten. nen nicht arges gefhan, fondern für fie in der
Darüber fpricht man weiter: unter dieſen Kirchen nüglic und ſeliglich gearbeiter Haben,
| Seelforgern muß dennoch eine Ordnung feyn, und haben ohne Zweifel vielen Menfchen zur.
\ fie Haben nicht alle gleiche Gaben, Fonnen niche, Seligkeit gebiener. | su
| alle Kichter feyn in ſchweren Artikeln der Lehre, Und fo die Biſchoͤffe fortfahren mit Verfol⸗
| fie Fönnen nicht alle die Gericht ordnen und hal gung Ehriftlicher Lehre, wie fie bisanher ges
| fen; und dieweil in diefer elenden Natur für than: fo Fonnen wir Priefter und Lehrer Feine
nd für‘ allerley Gebrechen vorfallen, müffen) Tinigkeit mit ihnen machen. Bas unfere Für-
etliche befondereDrteund Derfonen feyn, da man ften und Dberfeiten thun wollen, mögen fie
| fich Rache zu erholen wifle; item, die auf an- febit bedenken. Wir aber, die wir jegund im
dere ein Aufſehen haben. Und diefelbigen Orte Minifterio Euangelü find, werden mit den
müffen mit Perfonen und Unterhaltung alſo Berfolgern Feine Einigkeit machen, und wol⸗
\ verforgetfeyn, daß es, fo viel menfchliche Vor⸗ lens GOtt befehlen, der der gerechte Richter iſt,
\ fichtiakeit bedenfen kann, eine beftändige Ird- und zugefagt Bat, das Minifterium Enangelü
nung fey. Darum müfler Bifchöffe, als ein, zu handhaben, welchen Theil, und wie er uns
Grad über andere Priefter, feyn; und diefelbi- erhalten will, wie die Apottoli von. GOtt ha⸗
‚ "gen müffen beitellte Regiment haben, und be) ben warten müfjen, wie er fie und die Kirche
Dürfen viel Perfonen, zur Ordination, zu Un- für und für erhalten wollte. Denn, wie zuvor
feriveifung der Ordinanten, zue Vifitafion, zun geſagt, wir wiſſen woßl, daß das Minifterium
‚Gerichten, zu.ratfen, zufchreiben, zu botichaf- Euangelii nicht auf menfchlihen Willen und
' en, zu den Spnodis und Concilien; mie zu Macht gebauet ift, fondern unfer Heiland Chri-
' feben, daß Athanaſius, Bafıllus, Ambrofius, ftus will es wunderbarlid) erhalten, wie im Dfea
' Muguftinus viel zu thun gehabt, ihre und frem-| geſchrieben ſtehet: Ich will ihnen belfen, aber
\ de Kicchen ber vechter Lhre wider allerley Ke⸗ nicht mit Bogen und Schwerdt, ſondern
ger zu erhalten. Zu diefer ihrer Arbeit haben durch den SErrn ihren SOtt ee.
fie viel Derfonen brauchen und ſchicken müf| Und ift in Summa zu Chriftlicher Concor-
ſen ꝛc. — dia und Einigkeit kein andrer Weg, denn al⸗
S nun die jetzige Form der Epifcopat zer⸗ lein dieſer, Daß bie Bilhöffe rechte Lehr und
riſſen würde, wollte eine Barbaren folgen und Chriſtlichen Braud) der Sacramenf pflanzen,
ein? Berwuͤſtung, der niemand Fein Ende fe-|und daß wir alsdenn ihnen, als Kicchenprälas
en Eönnte, Denn die weltliche Poteftat und ten, unterthan ſeyn.
Faͤrſten find beladen mit.andern Sachen, und Welches wir uns zu fun erbiefeh; mehr und
"wenig find, die der Kirchen gchten, oder der hoͤher koͤnnen wir ung mit gufem Gewiſſen, und
Sehe nachdenken. - | ohne Verlegung göttlicher Ehre, nicht erbieten
> Antwort: Wir fehen nicht gen Unordnung, oder thun. * „ |
——— —
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*
18. Don der durch Tonvente u.Reichstäge gefüchten Religionsvergl. E
1446 Cap. zeſu
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Aus dieſem unferm Erbieten ift auch öffent: | gierung und den Studiis Verhinderung
lich, daß wir und alle unfere Kirchen gnugfam | get; und iſt vor Diefer jeßigen Zeit von
entſchuldigt find, fo man uns auflegt, wir rich⸗ geFlaget, Daß Praͤlaten der Kirchen mit
‚ten Ungehorfam und Spaltungen an. - |licher Regierung und Gütern zu viel zu
Darauf ift diefes unfere Antwort: daß wir haben.
ung zu Gehorſam erbieten, fo man ung nicht | Gleichwol, weil die Regiment und Güter :
zu Verleugnung göftlicher Wahrheit dringen nun alfo geordnet find, und goftesfürchtige Bie '
‚will. Und fo fie vorgeben, die Sachen bedür= fehöffe Eönnten fie recht brauchen : fo laſſen wie
fen noch Erfenntniß, fo follten fie uns aud) |diefe Ordnung, mie fie ft, Und mollten, daß
nicht vor einer rechten Chriſtlichen Cognition gleichwol aud) diefe Biſchoͤfſtift, Herrfhaften
verdammen und verfolgen. Viel aber unter und Landfchaften zu rechter Beilfamer Lehre und
ihnen felbft wiſſen, Daß unfere Lehre in dem| Erfenntniß Chrifti gebracht würden, und daß
Berftand, wie fie durch uns nun oft auf den | nicht das heydniſche Wefen, fo jegt in Stiften
Reichstaͤgen und fonft bekannt und erkläretift, ift, alſo bliebe; wie es, leider, vor Xugen, daß
und fine calumnia zu verftehen, recht und Be Domherren gemeiniglich nichts willen von
hun ı
lich iſt. Chriſtlicher Lehre, find freche unzuͤchtige Leute
Weiter, fo nun die Biſchoͤffe Chriftlicheseh-| und über das verachten fie das Minifterium
te pflanzen wollten, und alfo Einigkeit wuͤrde, Euangelii ganz, welches ihr fürnehmeft Werf |
welche forthin der Chriftenheit nuͤtzlich dienen ſeyn follte. - .. SE
wollten , die follten aud) ihre nöthige Aemter| Denn erftlid) find die Stifter zuͤchtige ehr⸗
beſtellen. Und wiewol etliche die Reformation | liche Verſamlungen der Beiligjten und gelehte
der Bifchöffe auf Die alten Canones richten: teſten Männer auf Erden gemwefen, famt ihren
fo ift doch zwifchen nöfhigen und von GOtt Schuͤlern. Alſo haben Johannes der Evange
gebotenen Werfen, welche die Zeit und Ber- lift, und hernach Polycarpus und viel andere,
änderung der Königreich nicht ändern follt, und ſehr ſchoͤne Berfammlungen der Beiligften und '
zroifchen menfchlichen Ordnungen, die fich mit| gelehrteften Männer um fichgehabt, Und waͤ—
. der Zeit und Königreichen für und für veraͤn⸗ re nichts fchöners auf Erden zu fehen, dennfo
dern, Unferfcheid zu merken. | che Eollegia. ce
Wie alle Berftändige willen, daß göttlih und] Wie aber dagegen jeßund die Capitel eine
ewig Recht ein ander Ding ift, denn menfchli-| Geftalt haben, das wollte ein jeder felbft be
che vergängliche Drdnung von mittlen Dingen. trachten. —
Als, wenn der Rath zu Sparta, die jetzund Nun find gleichwol viel in Capiteln, die
noch ftehet, die alten Geſetz Iycurgi wiederum nicht Epicurei find, fondern fürchten GOttes
aufrichten wolle, daß man alle Aecker insge- Gericht. Diefen wollten wir auch gerne zur
mein bauen müßte und die Früchte nach eines! Seligkeit dienen, und fo viel GO Gnad ver
jeden Hausvaters Nothdurft austheilen, das; leihen wollte, diefe jeßige Bißthiimer zu Beh
wäre ein unnoͤthig Ding und brächte viel Zer⸗ ferung bringen. Denn diefe Ießte Zeit der
ruͤttung; daß aber ein Rath zu Sparta goͤttli⸗ Welt wird nicht mehr aus den Domcapiteln
che Gebot halte, ftrafe die Mörder ıc. dieſes Eliaͤ oder Eliſaͤi Schul machen; dod), fo fie
it vonnoͤthen. Alſo, in diefer Reformation, wollten, Fönnten fie dennoch der Kirchen nüße
weiß man, daß alle Regierung bedürfen Güter) lich dienen, mit Erhaltung nötbiger Aemter und
und Unterhaltung vieler Perſonen. der Hürer, dazu man aud) Seufe bedarf,
. Sollen nun Bifchöffe feyn, die auf ande:| Arm feyn ift nicht Helligkeit; reich feyn iſt
re ein Aufſehen haben, fo müffen fie Guͤter auch nicht Sünde; meltliche Herrſchaft haben
haben. liſt nicht Sünde, obgleich ſchwer iſt, zugleich
Und iſt wol wahr, daß weltliche Regierung weltliche und geiſtliche Regierung zu fragen.
und Ueberfluß der Güter der ggiftlichen Ne-| Doch Fönnre ein gottesfuͤrchtiger Biſchof n
a ES | recht
| bfehn. Donden Reichstägensu Speyer, Worms und Regenfpurg, 1449
rein ſchicken, wie David, Czechlas ,|nicht ohne Urfach ‚nicht allein zu Erhöhung des
a Tpeodofius, und jehund viel Standes, fondern vielmehr ee 3
he Herren zugleich ihrer weltlichen Re⸗ | fer Fleiß geſchehe mit dem Examen und mit der
ing warten, und dennoch ein ziemlich Auf- Unterweifung, daß untüchtige Perfonen nicht
ehen auf die Kirchen Haben. | zugelaffen würden, fondern allein tüchtige; wie
1 St. Paulus hat nichts mit den Känferlichen| St. Paulus fpricht ı Tim. 5: Du ſollt nies
Sachen zu thun gehabt, hat allein feines Amts | mand bald die Hände auflegen zc.
we Aber St. Ambrofius har neben fel-) Und fo das Eramen und die Unterweifung
nem Amt auch zwifchen dem Känfer Dalentl- recht gehalten wird, Hilft foldyes zu Verſtand
niano dem Andern, und Marimo, ein Hand- und Einträchtigfeit in der Lehre.
er feyn müflen; wie aud) jegund ein frommer) Zum dritten, iſt diefes aud) GOttes Gebot,
Pfarrherr viele Sachen zwifchen feinen Nach: | acht haben für und für aufdie Pfarrherren und
e hören und vertragen muß. Und St.|Prädicanten, saß fie recht leßren und regieren.
Bernhardus war Händler zwifhen dem Käy-| Dazu vornehmlid) die Bifitation vor Alters ges
‚fer Eonrado und dem Känfer Lothario. Gol: halten, und jegund hoch vonnoͤthen iſt; nem«
ches iſt nicht unrecht. lich, daß die Biſchoͤffe etliche gottesfuͤrchtige
Und man mache Canones wie ſtreng man gelehrte Männer haben, vom Capitel oder ſonſt,
wolle, wenn die Perſonen nicht gottesfuͤrchtig die im Land und Dioͤceſi zu gelegener Zeit die
find, und das Minifterium verachten: fo iſt Kirchen beſuchen, und die geringen Praͤdican⸗
der Kirchen durd) die Canones nichts geholfen. | ten abermal verhören und untermweifen, dergleie
- Dagegen fo die Perſonen gottesfürchtig find, | hen auch fich erfunden, was das Volk verſte⸗
und gern zu Erhaltung des rechten Minifterii| her und lernet ; Item, Erfundigung halten von
dienen wollen, und die Kirchen nicht für einen! des Pfarrherrns und der Leute gutem und bös
Säuftall Halten: fo koͤnnen fie im jetzigen fem !eben. f
Stand der Fürftentfum und Guͤter recht thun, Denn diefe zwey Werke find die hohen goͤtt⸗
und der Kirchen nad) ihrer Maaß dienen. De | lichen. Werfe des allerhöchften Stands in allen
rohalben ſtehet diefe unfere Reformation nicht) Creaturen : rechte Jehre von GOtt, und qute
auf Menfchengeboten, fondern allein auf den Sitten erhalten ‚welches die fürnefmften Wer-
noͤthigſten örtlichen Geboten. fe des bifchöflichen Standes find; follen nicht
Erſtlich iſt bey ihnen felbft befanne, daß Glocken taufen und Fladen weyhen ıc. »
Gott den Biſchoͤffen vor allen Dingen geboten, Wiewol nun die Bifcyöffe die Ceremonien
das Predigtamt durch ſich felbft oder andere| der Ordination Halten, fo gut fie eshalten : fo iſt
recht zu beftellen, und rechte Chriſtliche Cere⸗ doc) öffentlich, daß Fein recht Eramen, Feine
‚monien zu halten. rechte Unterweiſung da gefchiehet, und machen
- Darum follen die Bifchöffe gottesfürchtige) die Welt vol ungelehrter, leichtfertiger, gotelofer
gelehrte Männer in ifre Stift und Herrfchaf-| Priefter. Darum GOtt die Welt mit grau⸗
ten verordnen, Die recht lehren; dazu Fünnen! famen Kriegen und allerley Plagen ftrafer.
fie wol Präbenden finden, fo der Wille gut und) Weiter ift es öffentlich, daß ganz Feine Vi⸗
Cheiſtlich ift, und follen die Mißbräuche in fitation gehalten wird, ohne was etliche neulich
Eeremonien adfehaffen. vorgenommen haben, zu Unterdrücdung des
Zum andern, willen fie auch, daß GOttes Evangelil,
Gebot ift, daß fie die Ordination mit rechtem] Zum vierten, ift GOttes Gebot, daß die
Ernſt, nemlich mit gebuͤhrlichem Examen und| Kivchengericht gehalten werden, wie Chriſtus
Unterweifung Balten follen. Es wiſſen die Bi.) Matrh. 18. gelehret, und Paulus ı Tim. 5.
ſchoͤffe felbit wohl, daß die Ordination vor Al-| nemlich, daß falſche Lehre und die Laſter mit dem
ters für das einige befondere und eigene Werk Bann geftraft und rechte Lehre und gute Zucht
der Bifcyöffe gehalten worden; ohne Zweifel] erhalten on den n die weirliche Ober feit ach⸗
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1450 Cap. 18. Don der durch Eonventeu. Reichstäge gefüchten Religionsvergl, ı
tet der Jehre wenig, und erzeigt Feinen, Ernſt me Reformation ins Werk gebracht wiirde
voider öffentliche Unzucht und Ehebruch. zum hoͤchſten vonnoͤthen, daß die Biſchoͤfl
Wie aber bisanher dieſe Gericht gehalten, Wahl forthin alſo gehalten würde, daß ſolche
und wie der Bann mißbraucht ſey, iſt am Biſchoͤffe erwaͤhlet würden, die man nicht al⸗
Tag: denn, daß fie Unzucht nicht geſtraft ha⸗ lein zur weltlichen Regierung geſchickt achten;
ben, beweiſt ihr Leben; und wird hernach von ſondern auch, die einen ziemlichen Berftend ı
dieſen Gerichten und dem Bann weiter zu fa Chriftlicher Lehre hätten, und die Kirchenre⸗
‚gen feyn. 2 ner - - fgierung nicht verachten, fondern erkenhoten
Zum fünften, fo iſt beymeilen hohe Dotb- vechten Bifchöflichen Aemter und hätten einen”
Durft Synodos zu halten, und ift nicht eine ges guten Willen dazu, es
ringe Weisheit, merken, wenn fie zu Balten| Wiewol aber die alten Canones von der.)
amd wie fie zu guberniven feyn; denn es iſt auch Wahl viel geordnet, welche Perfonen und.
nicht gut, Daß man harte, ſtolze Köpffe ober | Stände in der Wahl Stimmen haben follens‘
practiciriſche Leute, die factiones und Meute: fo achten doch wir, daß die Wahl beyden Cm ı
rey machen Fönnen, oft auf den Markt führe, |pirefn zu laffen, fo fie Chriftliche Sehre annefel
Den a —— men würden; und was weiter die Fuͤrſten dar⸗
nodos zu } „ode - — an a
Ben ötbigen & Sen migl de An Mn — haben, daß ſolches unverändert
‚haben ; wie die Apoftoli Synodos gehalten. Se
u fee, ln ie OäTt, au, mn ner ee Bot RE
feher auf die Lehre, befondern guten Fleiß thun, die Sim ehmiten aller Stände ihre Si Kan
Daß die Univerfirären und Particularfchulen eben folkten "Das hat S lee 5 — I
recht beftellet und verforget werden. Denndie an mache, Bird ae a — ER:
A een a Di — er⸗ 9 „ würde jetzund auch) uruhe ger
ſten Capitel und Eoflegia, Cuſtodes Doctrinæ, ” J
— Chriftliche Lehre bewahren ſollen, und fol.) Sind auch die Capitel durch dieſen gelinden
len Zeugen feyn, woher die Lehre kommmt, die Weg, fo ihnen alle ihre Hoheiten, Dignitaͤten,
ſie den Kirchen austheilen. rd a Güter, Adminiſtration und Herrlichkeiten un⸗
Und wäre hoc) vonnoͤthen, ‚daß geiſtliche und verruͤckt bleiben zu einer Chriſtlichen Reſor⸗
weltliche Obrigfeie ihnen die Studia und Zucht mation, Die allein auf Gottes Gebot gegruͤn⸗
Her Sugend beffer lieffen befohlen feyn, daß det, nicht zu bewegen, wie mol zu achten;
das junge Volk nicht fo wild aufmüchfe, fon, denn der gröfte Theil find verftockte Leute, wie”
dern hätte eine ernflere Zucht, die fie zu Chrift- Pharao und die Juden, find Epicurei, voll”
chen Uebungen gewößner. > |Troß und Unzucht: fo wird man fie viele
Zu diefen Werfen allen gehören gortesfürch. | weniger zur Neformation bewegen, fo man ſie
‚tige gelehrte Männer, die man mol haben wiederum unfer die alten Canones bringen, "
möd)te ‚fo man diefen Fleiß ihäte, daß zu den und ihnen ihre Hoheiten und Herrlichkeiten i
Drälaturen und Präbenden ſolche Männer, die nehmen wollte ec. | u)
man brauchen Fönnte, gewählet würden. Wollen ſie denn Verfolger des Heiligen Es,
Denn rote viel gelehrter Leute jesund aufden|angelii bleiben, nie fie bisanber gemefen ‚und, j
Stiften zu finden, das fiehet man wol, und noch find: fo müffen wir GOtt laffen Richter 1’
‚befonder find wenig ‚die einen gründlichen Ver⸗ feyn , und find diefe Handlungen vergeblich;
ſtand Haben in Chriftlicherfehre. Und ſo man denn wie follen das Heilige Evangelium nicht
ehrliche Männer haben wollt, müßfe der Ehe. | verleugnen, und das Minffteriun Evangelik
fand den Canonicis und Stiften frey gelaffen Seh I — und ſollen Schuß und Aula"
werden. fe von unjerm Heilande Ehrifto Hoffen und war⸗
- Meber dieſes alles, fo eine Ehriftliche Keilfa- Iten. heiſto hoff J
J Don
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Abſchn. Don den Reichstägen zu Speyer, Worms und Regenfpurg. 1453
Von Ricchengericheen, [fe Zeßrung erreichen Fonnen, in Bisthümern
* — of “ — er — das und Landen gewiſſe Gerichte und Eonfiftoria
9) he weltlicher Dberfeit, bie ba: ‚geordnet werden, welche die Eheſachen Chriſt⸗
I Schwerdt führet, Befehl gethan, auf |. ' | Ban
8 Sb lich richten ‚nad) dem Evangelio und denen ehr
fetliche eprliche Zucht nad) en rar ÖLEN iichen Gefegen, die in der Chriffenheie von
ı [hügen und zu erhalten / und mit lei wen goftesfüchtigen und verftändigen Chriften, von
zwang, alle, fo wider äufferliche Zucht und Apoftel Zeit an, für ehrlich und GOtt ge⸗
Ijtölpee gemeinen Seieberi handeln, zu flrafen; Irigzg gende find, Daß nicht Keybnifhe ‘und
1 n weiß maͤnniglich, was in diß Gericht zu Türkiiche Unzucht. einreiffe,
jarenen. © > Stem, daß die Pfarrer eines jeden Dres
| Welter ‚Hat GoOtt auch ein Gericht geordnet |, gufdigen Richtern “ öffentlichen Yergerniß
in der Kirchen, und dieweil daffelbige ein eg in ißren Pfarren anzeigen. —
| feom foll zur Buſſe, fo tͤdtet es ben ae Darauf das Eonfiftorium die Angegebenen
| nicht mit dem Schwerdt, ſondern ſtrafet mi citiren und Die Sache verhoͤren, und die Schul⸗
\ SOues Wort, und Sonderung oder Auswer⸗ digen ftrafen foll, als nemlich in dieſen Faͤl⸗
: fung aus der Firchen jo it dieſes Gerichts En, welcher weitliche Oberkeit nicht achten will:
„nd nad) dem Evangelio iſt dieſes Ger Ss So einer falfche Lehre vorgibt; fo eine Chriſt⸗
# —— Se gehre und öffentliche |, Religion oder die Sacrament —
ENDE BAER ; v jemand in einem Jahr nicht beichtet und nicht
| „ Darüber ſind nun bie Eheſachen in an ee un h a Pfarr⸗
nen gezogen; welches. nicht übel herrn oder andern Kirchendienern Gewalt und
bedacht ift. Denn es fallen oft Sragen vor, Frevel uͤbet; item: fo jemond ein "unzüctig
da ber Richter den Gewiſſen rathen muß, wel- Ion ig bey fich Hält; item: fo jemand des Ehe«
ches die weltlichen Gerichte nicht achten. ſlerley bruchs alfo berüchtiget wird, daß ſtarke Ver⸗
"Daß aber nun viele Bundere Jahr aller 2 muthung wider ihn find; item, Die Wucherer ;
Schuldſachen in, dieſe Gerichte gezogen find; item, junge Leute, fo öffentlichen Trotz gegen
item, daß die Paͤbſte bie Kaͤyſer in San 9° hren Eltern, oder andern, welchen fie befoß-
tan, ihre Mache in Jealta und Neapolis zu ‚ üben, und ihre verbotene Spiele und
H erhößen, und daß der Bann und Kirchenge- Saufereyen nicht laffen wollen.
richt nicht gebraucht wird, Unzuche, Chebruch, Und follen Diefe Richter Befehl Haben, fen-
| Ungeherfam der Jugend gegen den Eltern, tentiam excommunicationis ju fprechen, und
, Verachtung Chriftlicher tehre und Sacrament foll das Urtheil in der Pfarr, da der Thaͤter
au firafen. Diefe Mißbräuche ſollen forthin iſt, oͤffentlich verkuͤndigt oder angefchlagen
obgeſchaft werden. sen.
Und ift hohe Nothdurft, die Kirchengerich“ | Und follen die Seute vermahnet werden, nach
te mit Ernſt zu beftellen und zu handhaben. der Lehre Pauli, daß fie ihr nicht zur Taufe
Und erſtlich, willen alle Berftändigen, daß Ehe: · und dergleichen Chriſtichen Gefellſchaften zie=
ſachen ein groß Stück menſchliches Lebens find, hen wollen.
und fo viel und mancherley vorfallen, daß fie | Ad märe noth, daß weltliche Oberkeit, nach
einen eignen Gerichtsftußl bedürfen. Nun |Gefegenheit der Sadyen, die DVerächter des
| ann niche ein jeder Pfarrer fo viel Verftands Bannes in ihre Strafe aud) ebene
' Haben, foldye Sachen zu urtheilen. Denn die weltliche Oberkeit iſt ſchuldig der
| Denn es find oft fo verwickelte Sachen ‚daß Kirchen zu helfen, zu Erhaltung Chriſtlicher
auch viel Verſtaͤndige und Gelehrten ſchwer⸗ Zucht, wie Röm. 13. geſchrieben ſtehet: Die
/ fich, bey ſich fehlieffen koͤnnen. weltliche Oberfeit OU gute Werke ehren,
' Darum ift noch, daß an etlichen bequemen und die böfen firafen; und, Eſaiaͤ 49. fteher:
' fürneßmen Orten, welche Die Leute ohne grofe | Die Rönige werden der Birchen Me
PN R 2 I
RN RE N P:
= |
- 1454 Cap. 18. Donder durch Convente u. Reichstäge gefüchten Religionsverg
Teyn, das ift, fie follen den Predigern Hüfte Yon leiblicher Unterbaltim
ee mit Schuß und Verordnung der Un-| — En — Unterhaltung
terhaitung, und Foͤrderung des Evangelii. See SH will, daß feine Kirche
Doch follen in alleweg Die Sachen vorhin |”. fem Leben und auf diefer Erden für ı
gehört und mit ordenelicher Weiſe geuetheiter fuͤr ſeyn und bleiben fall, wiewol er felbft Lege‘
werden: zu welcher Verhor nicht allein die Prie- ter erweckt ‚und die Gläubigen) wunderbarlich
fter zu ziehen, fondern aud) gottesfuͤrchtige ge» ſchuͤtzet und erhält: fo gibt er Doch diefer ſeiner
iehrte Derfonen aus den weltlichen Ständen ,| Kirchen Herberg, daß etliche Könige, Sürften,
als fürnefme Gliedmaſſen der Kirchen. Denn Städte den Kirchen Raum geben, obgleich
da unfer Heiland Chriſtus ſpricht: Gage es viel andere Könige, Fürften und Städte, die”
der Rirchen, und chat mit dieſen Worten Be) Kitchen verfolgen. | Y
fehl, daß die Kirche ver hoͤchſte Richter feyn) Welche nun gottesfürchtige Regenten find,
foll; folge, daß nicht allein ein Stand, nem-| die follen ihnen die Kirchen laffen befohlen ſeyn,
lich die Bifchöffe, fondern au) andere goftes-| alfo, Daß fie vor allen Dingen auf Erdendası
fauͤrchtige Gelehrte aus allen Ständen als Ridy-| Minifterium Evangelüi efren, und den Seel
ter zu fegen find, und voces decifinas haben forgern Unterhaltung verordnen, und der Lehr
folfen ; role auch noch im Concllio zu Epheſo zu) Förderung thun follen ; wie folches in Efaiage:
finden, da Priefter und Diaconi voces decifi-| ſchrieben: Die Könige follen deine Naͤhter
uas gehabt. a fepn. Es en — — böfen Welt alſo
sangen, daß die Herrfchaften nicht lang der"
Ä don den Schulen. Kirchen gute Herberg geben; en da ofen 1
SI“ ift ganz öffentlich, daß zu Erhaltung] in Egypten mar Hatte die Kirche eine Zeitlang
/ Chriftlicher Lehre und Regiment die] zjiemlichen Aufferlichen Frieden; darnad) Fam
Schulen noͤthig find, und wäre ſehr müglic) ‚der graufame Pharao, der verfolgte fie, vaß
daß Chriftliche verftändige Bifchöffe auf die] fie eine andere Herberg fuchten mußte. Alf!
Schulen ein befonder Auffehen Hätten, von we-| hernach oft. Darum folgen aud) Strafenund
gen ie — — id — Veraͤnderung in Reichen.
Erſtlich, daß die Chriſtliche Lehre von den) Damit aber bey den Nachkommen für und!
ee rein und einträchtiglich gelehrt wuͤr⸗ en — ad, ir Lie 2
, | - öffentliche eßrliche Berfammlungen in Kirchen”
a sonnhen, daß die mal
ünften un ufg, wel⸗ [ichen Pote or
che zu. Erklärung Chriſtlicher Lehre nörhig Herpa ſtat ihren treuen — Dr A
find. - : i %
Zum dritten, daß Ehriftliche Zucht in Uni.) -- e
an aufgericht würde, daß das junge Volk don Rloͤſtern. u
nicht in dem freyen unordenklichen Weſen ler Ofeugꝙ iſt, daß die Geluͤbden unrecht
be, wie jetzund leider, in Univerſitaͤten zu ſehen, und Bande vieler Sünden find, als Uns
- daß fie leben, wie mäßige muthwillige Lands» | zucht und falfcher Gottesdienſt; und gehöre die—
knecht, und wird die Jugend nicht allein nicht fer Artikel in die Lehre, daß man die Kiofter:
zu geiftlichen Uebungen gehalten, fondern ach. | perfonen unterrichte, Daß dieſe erdichte Ge⸗
en auch weltlicher Tugenden wenig. luͤbden nidytig und von GOtt verworfen find.)
So denn ſolche fredye Leute hernach in die) Darum aud) die Poteftaten zulaffen follten,
Regiment Eommen, die ohne geiftliche Uebun. | daß diejenige, fo fid) aus den Kiöftern zu ehun
gen, ohne GOttes Anruffung und Geber, und bedacht, folches unverhindere thun moͤch⸗
ohne gute Sitten erzogen, was kann da Gu⸗ |ten.
tes folgen? x. Wollten nun die Poteftaten etliche a: |
| a ei
— 32
stägen
V.Abfchn. Von den Reich
»d erhalten, Das ſtuͤnde bey ihnen ꝛtc.
1 MWeartinus Luther, D.
0 Tob, Bugenhagen Pomer, D.
> Caſpar Ereuziger, D.
Georgius Major, D.
Philippus Melanchthon.
Bun 1420,
‚Schreiben der Theologen, welches fie
mit vorftehendem Aufſatz an den Churfürften
uu Sachfen überfchicker. d. 0.14, Januar,
Anno 1545.
Gottes Gnade durch feinen eingebornen Sohn F.
Eſum Chriſtum, unſern Heiland, zuvor.
a auchrigfter, hochgeborner, gnaͤdigſter
N. Ehurfürft und Herr! Auf E. C. F. G.
Befehl haben wir in Unterthänigfeit vongan«
zen Kirchenregiment und Chriſtlicher Reforma⸗
tion unfere einfältige Meynung zufammen
durch GOttes Gnade endlic) zu bleiben geden-
fen. Und obgleid) nicht zu hoffen, daß die Bi-
ſchoͤffe und die ungelehreen, gottlofen, ſtolzen
Capitel, Chriſtliche Sehre und Eeremonien zu
Jewigen Zeiten annehmen werden: fo haben wir
‚doch ein Demüthig Erbieten gethan, und ihnen
"eine gelinde Reformation vorgegeben, daraus
gnugſam zu verftehen, daß ung nicht aufgelegt
"werden kann, daß wir ihnen nach ihrer Hoheit
und Gütern frachten, ober Der Spaltung Ur:
ſach find.
IR
menſchlichen Nach begegnen, fondern wollen
[4
dagübrige Gtt befehlen
Wirf deine Sorge auf GO
—
— —
| ‚Here Doctor Georgius
" den andern Relation gethan.
Derhalben wir auf den fürnehmften Artife
} deſſelben Buchs, von Anfuchung bey Nom.
Maj. unfer unterthänig Bedenken geſtellt, wel.
Lutheri Schriften 17. Theil.
Y
»
zu Spiyer, Worms und Regen urg. 1457
bracht, und aufs äuflerfte angezeigt, wobey wir
ir Fönnen nicht aller Gefährlichkeit durd)
unſerm Berufnac) fhun, das uns geboten ‚und
‚wie der Pſalm fpricht :
tt.
-Uns hat aud) der achtbare und Kochgelaßrte
Brück, unfer lieber
1 Gevatter und günftiger Here, ein fremd Buch
zugeltelle, das von unfer etlichen gelefen, die
NHL, —
= >
1 Zucht der Jugend, als Schulen, ohne ches wir hiemit auch überfenden, alles E. €.
. ©. höher und weiter zu bervegen. |
C(6) E. C. F. G. fügen wir auch in Unterthäs
nigkeit zu wiſſen, daß wir uns von einem tuͤch⸗
tigen Mann zur Pfarr zu Liebenwerd unterre⸗
det, und zeigen E. C. F. ©. in Unterthaͤnig⸗
feit einen an, Martinum Gibertum, der ung
feßr wohl befanne ift, und ift bey acht Jahren
alhie in der Univerfitat gemejen. Darnad) hat
‚ \er-die Schul zu Luckau regiert, und von ders
felben ift er auf den Marienberg als Prediger
erfordert, und ift bey 40. jahren, und wie
achten ihn für tuͤchtig. ar
-, ©) Diefer Artikel iſt erlediget.
Doch ſtellen wir in Unterihänigfeit zu E. C.
®., was E. €. 5. ©. feinethalben ſchlieſ⸗
jen werden. Der ewige GOtt, Vater unfers
Hellands JEſu Ehrifti, bewahre E. C. F. G.
allezeit gnaͤdiglich. Datum Wittenberg,
Mittwoch den 14. Januar ‚ Anno 1545.
* +
unterthänige
Martinus Lucher, D.
Joh Bugenbagen Pomer, D.
Caſpar Creuziger, D.
Georgius Maſor, D.
Philippus Melanchthon.
1421.
Der Heßiſchen Theologen Bedenken uͤber
die Wittenbergiſche Reformation.
gs in dee Wittenberaifchen Theologen _
SD Bedenken, fo zur Reformation geitel-
let, alle Ding ziemlih erklärt iſt, fonder«
lich aber der Biſchoͤffe halber,
daß felbige
follen Leute von reiner Chriſtlicher Lehre ſeyn;
dann der hoͤchſte Knote an rechtſchaffenen Bis
fhöffen und Urtheilern in geiftiichen Sachen
gelegen ift: noch dennoch fo Fann, wie mat
ſaget, eine überflüßige Verſicherung nicht ſcha⸗
den, folge dermegen hernach in welchen Pun«
cten des Rathſchlages, fo die Witeenbergifchen
Theologen zu einer Ehriftlichen Reformation ge⸗
ſtellet, wir etwas Bedenfen haben.
Der Taufe balben |
Stehen dieſe Worte, daß alle Menfihen, fo
3355 niche
x
ſo viel minder befchwerlich, fo fern daß Die welt. dertaufe auch etwas verunrelnige gem
Dann daß die Geiftlichen allein, weldye vermaf- |zufommen, vonder Chriſtenheit Schug zu rath⸗
nus und Lutherus über den 29. Pfalm, i
-willen,, muß angehänget werden, foiches auch wollten, denn es wird der Tuͤrke doch Elen
- auf GOtt fehen, und rad; demaöttlihen Wort) Und mwiewolder König Ferdinandus den Hun⸗
1458 Cap.ıg. Von der durch Eonventeu. Reichstäge gefüchten Religi
nicht zu Chriſto gebracht und durch Die Tau» und tanden gewiſſe Gerichte und Ce
fe neu geboren werden , im ewigen Zorn GDt- |georönet werden, welche die Ehefache
tes und verdammt feyn ꝛc. 7, |lich richten nady dem Wort GOttes und
Da feyn wir mit einig, daß die Taufe ein angelio und den ehrlichen Gefegen, fo'in de
nothwendiges Ding den gungen und Alten zur Chriſtenheit von gottesfürchtigen Chriſten be
Seiigfeit, und daß ein jeder, fo die veracht , |Zeitder Apoftel und hernach für ehrlich und GO
darunıdes Gerichts erwarten muß; doch unbe» |gefällig geachtet feyn. —
geben ber göttlichen Macht und Gewalt in nach⸗ —
folgendem Fall, nemlich, wenn ein Kind von] 122...
Eltern im Mutterleibe oder fonft nach der Ge | Der Churfächfifchen Theologen Antwort
burt fo zeitig ftürbe, Daß es nicht möchte zur| auf der Heßiſchen Bedenken über- die Wir
Taufe gebracht. werden: fo haben wir diß ‘Be tembergiſche Reformation.
denfen bey ung, daß diejelbigen Kindlein dar Don der Ebriften Kinder, — —
5 & ’ I
um nicht verdammte feyn; wie dann en Tan Br
Druck An. 42. ausgangen,welchesErflärung dies | iewol wir auch von Herzen gerne Einige
fer. Artikel von der Taufe ‚um vieler Irrthuͤmer $33 keit der Chriftenheit und Frieden Ken
ds
gefehrieben und öffentlich im Druck Haben laf- allzuviel machen, und den Chriſtlichen Namen ı
fen ausgehen. Jin einen engen Plag treiben : fo fehen doch E.
a ; €. $. ©. daß der Gegentheil jelänger jegrims
Belsngend die Miniſteria der Kirchen, |miger wird, und find diefes Johe fo-viel Seute
Daß die Biſchoͤffe diefelbige follten ihres Ge- |verbrannt, allein von wegen der Religion ‚rede!
fallens in unfern und. andern Landen zu beftel- |fe, verftändige, gelehrte Chriſten, unbefleckt
len haben: folches ift wohl zu bedenfen; doch |von der Wiedertaufe, und auch daneben etli=‘
wenn fie die reine Sehre annähmen, fo wäre eg che andere, die aus Unverſtand mit der |
lichen Obrigkeiten mit Aufſehens haben mögen, | Öleichwol ft die Grauſamkeit fo groß, un
daß fie die Biſchoͤffe dißfals nicht koͤnnten han⸗ chen Die Regenten nicht, wie diefem groffener-
deln, wie hiebevor im Pabſtthum gefcheßen üftzc. or ker aa hu belfen ‚dab
a a voß Herzleid von folhem Elend haben
Der geiftlichen Gericht halber in nicht offen, daß die Bifchöffe I des Ka—
RN ae fers Mönche und Theologen ziemliche Mittel!
Muͤßte in allwege die Borfehung feyn, daB zu Ehriftlicher Vergleichung vorfchlagen. oder
in ſolchem Eonfiftorio fäffen fromme Leute, die hören mwerben. ——
und Evangelio in allen Sachen Beſcheid geben. garn zugeſagt, jetzund auf ihre Berfammlung)
fen nicht gefchaffen und gethan wären, follen ſchlagen: fo ift er doch nicht dahin Fommen.
ſolche Gewalt haben: das wäre aus frefflichen Und wiewol er von andern Sachen wenig Be⸗
Urfachen und Bewegniſſen zum boͤchſten be. fehl dahin gethan: fo hat er dennoch Edicka nal
denklich, und muͤßte der owegen derſelbige Punct, der das Evangelium da laſſen vortragen, daß
welcher von ſolchem Conſiſtorio ſaget, geſetzt die Hungarn ſelbſt vor ſolchem Anfang des Ke
werden, wie folget. ges erſchrecken.
Darum iſt noth, daß an etlichen bequemen, | Das Chriſtliche Blut wird gen Himn
fuͤrnehmen Oertern, welche die Leute ohne groſ⸗ ſchreyen, und iſt zu beſorgen, es werden groſe
fe Zehrung erreichen koͤnnen, in Bisthuͤmern fe Strafen und Zerſtoͤrungen folgen; J
fee
r Kummer iſt Urſach, daß unfere Re:
Chriſtlicher Einigkeit und zu GOttes Lob
ef, 2 .
Wir haben wiffentlich viel groffer geſchwin⸗
der Difputationes unangezogen, umgangen,
daß ein jeder Gutherziger merken Fönnte,
daß wir nicht Zanf fuchen, fondern zur Einig-
ſie etwas wollen nachgeben.
pflanzen wollen, zu eßren willigen, und ung zu
Gehorſam erbieten ıc. Di
Won der Lehre, die ein eroiger unmandelba-
geben.
‚ ben, da doc) gewißlich allezeit Mißbrauch nad).
folget; dringen fie auch nicht zu Haltung der al»
ten firengen Canonum. |
- Darum, fo ihnen ernft wäre, GOttes Eh»
geroiefen. Denn ihre Politica, Dignitäten
d Güter,
bleiben. - | N |
Es gefchehe nun, was GOtt will, fo wollen
Mine, und wollen Bericht thun von der Lehre,
viel uns GOtt verleihet.
‚rer Rath Oottes iſt, koͤnnen wir nichts ver⸗
Von der Chriſten Kinder, fo ſterben vor der | Artikel zu beſſern ſey.
tufe, ift derhalben in diefem Buch nichts ge: ſo die Bifchöffe die Drdination beftellen follen,
"melde , wie auch viel mehr Fragen ausgelaffen. | es werde wenig Fleiß,
| ‚Denn diefes Buch redet vom gewöhnlichen und | fiirgewandt. i |
F ‚eingefegten Minifterio, und vonder NRegel,und| Diemeil_aber wir etwas wollen nachgeben,
a 3n.Don den Reichstägen zu Speyer, Worms und Regenfpurg. | 1461
jorden und Brennen Fann die Lange nicht |
ſteh N % ‚ne Difpenfation neben der Regel fuchen muß.
redet nicht von den Morhfällen, da man eis
Und ift recht geredet, die Taufe ift nöthig,nem= .
‚tion fo kalt und Eurz geftelle, und ift nur lich nach Art des Minifterii, das ift, woman fie
fen, auf E. C. F. G. und der Bewand, haben mag, und daß fienic)t verachtef werde,
eiter bedenfen und erwegen; und ift uns | Diefer Berftand bringet die Difpenfarion-
t entgegen, daß andere ifre Meynung auch mit fih, daß gleichwol der Chriften Kinder,
eigen, und beffern, was man bedenft, daß ſo vor der Tauf fterben, nicht verdammt wer-
den; doch alfo, daß für diefelbigen Kinblein
dennoch der Name EHrifti angeruffen, und
ernftlich erbetet werde, unddie Taufe nicht aus
Verachtung unterlaffen werde. Denn diefes iſt
wahr, und muß erhalten werden, daß der us
den und Türken Kinder, das ift, wo der Na⸗
keit, fo fern fie immer möglich, geneigt find; me Chrifti über die Kinder nicht wird angeruf-
und Haben uns aufdas äuflerjteeröfnet, ſo doch fen, fondern verfluche, Die gehören nicht in die
der Gegentheil ſich ganz nicht läßt merfen, od Erbſchaft Chrifti und in ewige Seligkei.
Darum hat CHriftus deutlich gefprochen: |
" Und dünke uns wahrlich ein groß Weichen | Laßt die ARindlein zu mir Fommen, denn
ſeyn, Daß wir die Bifchöfliche Autorität, wiege ſolcher, das iſt, die zu Chriſto bracht werden,
melde ift, fo fie rechte Lehre annehmen und iſt das Himmelreich. a
Und diefen Verſtand Kaben wir dem ver-
nünftigen Leſer gerviefen, doch ſehr Eurz: denn
in gedachtem Buch), das wir uͤberantwortet,
ftehen diefe Worte (und derhalben alle Men«
fehen, fo nicht zu Chriſto gebracht, und durch
Item, daß wir nicht anfechten wollen, daß |die Taufe neu geboren werden), Im Wort
fie weltliche Hoheiten 2c. und fo aroife Güter ha: |gebracht, haben wir denfelbigen Fall, davon -
die Frage redet, begriffen, doch nicht ausge«
druckt. - Denn wir dem Käyfer und andern
nicht Urfac) geben tollen zum Argwohn, als
linderten wir der Wiedertaͤufer Irrthum.
‚te und Frieden zu fördern, Hätten wir den Weg | Und achten wir, daß nicht nuͤtzlich noch noch
fey, diefe Frage in diefe Schrift zu fegen, die
darum fie vornehmlich ftreiten, eine gemeine Anleitung zur Bergleichung feyn
Jürden laut dieſer unfer Form unangefochten ſoll, und nicht weitlaͤuftige Diſputationes erre=
gen ſoll.
- Bom andern Artikel.
dir uns an diefe Worte des Pfalmen halten ,| Don Heftellung der Rirchenämter und
M 69: Ego vero orationem meam.ad teDo- |
Ordination.
u iſt nicht entgegen, daß E. Chur- und
- Fürftl. On. fleißig erivegen, wie diefer
Wir bedenfen felbft,
Treu oder Ernft darinn -
3335 2 jo
> Dom dritten Artikel, 1
nemlich, von Ehefächen.
Nach ifts, daß es fer forglich ift, die Bi⸗
fo muß dennoch daffelbige einen Dramen haben,
und iſt zu Einigkeit das allerbequemeft, daß
ihnen diefes Werk, das fie allezeit für das ei-
nige Bifchöfliche Werk gehalten, nemlich Die
Hrdination, zugeftellt werde. |
Doc; bleiber einem jeden Patron feine Ge:
rechtigkeit mit der Präfentation, wie folchesin
unfer Schrift gemeldet; doch mag man es flä-
- rer im Artifel von der Drdination ſetzen, alfo
- oder mit dergleichen Worten: Und fo den Bi-
fchöffen die Ordination zugeftelle wird, foll
gleichwol einem jeden Patrono feine Gerechtig:
feit bleiben, wie vor Alters, zu neminiren und
zu präfentiren ıc.
Und fo Gott eine Einigkeit gäbe, und die
Biſchoͤffe wollten ihre Kirchenaͤmter mit from-
men gelehrten Leuten beftellen: fo wäre es des
Koftens halben nüslich, daß fie die Drdination,
Viſitation und Kirchengericht hielten s Denn
es gehet Jahres ein merfliches auf folche Wer⸗
fe, das fonft Pfarrer und Legaten nicht ertra-
gen Fönnen: fo find die Sürften fonft beladen,
daß ſie nicht gern viel auf Kirchen Nothdurft
wenden,
. Und fo man gedenfe die Kirchen inskünftig
ziemlich mit Derfonen zu beftellen, wie GOtt
.. geboten und zum höchften vonnöthen ift: fo
muß man die Ordination an jedem Ort mit ei-
nem ftattlichen Examen beftellen ; alfo, daß
‚man die Ungelehrten, da Hoffnung zu haben,
daß fie fich unterweifen laften und beffern Ber-
fand erlangen mögen, etliche Wochen aufhal-
te und fleißig unterrichte. :
Wahrlich, Kirchen regieren zu GOttes Lo- . Re —
be und Studia erhalten, find groſſe ſchwere Laſt, Nun wollen wir Feine weitere Difpufation
dazu GOttes Gnad, groffe Borfichtigkeit, Ro- |erregen; denn diefes Wort, Evangelium, gibt
ſten, Perfonen und Arbeit gehören. Und ob |felbit dem Artifel gebuͤhrliche Maas. il
gleich) Menfchen lang difputiven, wie fie es] Unſer Heiland Chriſtus wolle feine Kiche
ordnen wollen: fo gehet es Doch nicht nach |und Chriſtlicher Zürften Regiment gnaͤdiglich
Menſchen Gedanken; fondern, wo GOtt fei- |feibft regieren und erhalten. Denn menfchlie
ne Huͤlfe dazu thut, und fromme Diener, Bre-|he Kraft Fann nichts beftändiges oder lang
diger und Dberkeit erweckt, da gehet e8 ziem- wieriges ordnen, oßne GOttes Huͤlf.
lich fort. Was follen wir aber viel davon reden, 5
Es ift aber öffentlich, daß die Bifchöffeniche [RT doch den Bifchöffen und vielen andern Fein
darauf gedenken, daß fie wollen recht regieren, |Ernft, der Kirchen zu helfen; es find eitel Ber- |
fondern gedenken allein ihre Herrlichkeit und ſuchungen, diefte vornehmen, das gnadenreihe
Drache zu erhalten, sicht, das GOtt aus groffer Dan |
fchöffe alfo wiederum auf den Richtſtuhl
zufegen, und damit ihre Gewalt wiederum ftät-
Fen und erfößen, 1.2. 020 8 vn
So man. aber von Bergleichungen reden foll, \
müffen wir etwas anbieten. Und ift unfer Er
bieten nicht ein bloffer Schein, fondern dem
Bifchöflichen Regiment wären unfere Vor
fchläge fehr annehmlich, fo fie fie recht bedenten
| — — 4—
Nun geben wir ihnen die Ehegericht, dem
fie haben doch Güter dazu, und koͤnnten ſie
recht befteflen, wenn fie wollten, ja wollten: ;
fo auch eine ziemliche Bergleichung ins Wert |
bracht würde, müßte dennoch die Dderfeit, als
1
|
|
\
die fchuldig ift, Daß Zucht erhalten werde, ein
Auffehen Haben, daß man die Ehegericht Chriſt⸗
lich erbielte. Und wie insgemein zu fprechen
feyn follt, in Fällen, die oft vorfallen, Darin
wir die Päbftlichen Gefeg nicht Halten, Eünnte
man fich alsdenn leichtlich vereinigen. ———
Und iſt uns nicht entgegen, daß die Worte,
wie fie in der Sandgrafifchen DBerzeichniß ge
ſtellt find, alfo ins ‘Buch von Wort zu Wort
geſetzt werden, Dennzu unſrer Form iftallein
diefer Zufaß angehängt, (nach GOttes Wort)
denn unfere Form lautet alfo: Weiche die Ehe⸗
fachen Thriftlich richten nach dem Evanges
io. In der Sandgräfifcehen Form fteher ala:
Welche die Eheſachen Ebhriftlih richten,
nad dem Wort GOttes, und dem Eve
angelio ıc. ee
*
|
|
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'B
1
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2
3
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|
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J
i-
einen
‚rechter Gottesdien
Ott, auszulöfchen.
retten und ſchuͤtzen wolle,
artinus Luther, D.
oh. Bugenhagen Pomer, D
J Caſpar Ereusigr.D,
Georgius Major, D.
Philippus Melanchthon.
My a
Dar. 2423. | |
Abſchied des Reichstags zu Woems
Anno 1545. aufgerichtet,
Gegeben und ge:
ſchehen Worms den 4. Yug. An:
no 1545 - N
8880 Carl, der Fuͤnfte, von GOttes Gna⸗
den, erwaͤhlter Roͤmiſcher Känfer, zu al⸗
len Zeiten Mehrer des Reichs, König in Öer-
manien , zu Caftilien, zu Arragon, zu Legion,
bender Sieilien, zu Jeruſalem, zu Hungarn,
" zu Dalmatien, zu Croatien, Navarra, zu Öra-
naten, zu Toleten, zu Valentz, zu Gallicien,
| Majoricarum, Hifpalis, Sardinia, Cordu-
ba, Corfica, Murciaͤ, Giennis, Algarbien,
Algeziraͤ, zu Gibraltaris und der Inſulen Ca⸗
Wir wollen aber Gott ernfklich und emfig Stadt Worms, denerften Tag
| "bitten, daß er feine Ehre und Erkenntniß fel ſt
bfehn. Donden Reichstägen zu Speyer, Worms und Regenfpurg. 1465
laſſen, zu Erkenntniß des Evange-| Speyer gehaltenem Reichstag, aus viel treffli»
ft, und rechtem Troſt | hen ehehaften Urſachen, einen gemeinen Reichs-
0.0. jeag anhero in unfer und des
an Reichs
t Yctobris, naͤchſt
verſchienen, vorgenommen und angeſetzt: So
haben wir gleich im Eingang obberuͤhrts Mo⸗
nats Octobr. unſere Commiſſarien und Gewalt⸗
haber mit ſtattlichem Gewalt und Befehl zu fol-
chem Neichstag verordnet, und denfelben aufs
gelegt, neben der Stände des Neichs Verord⸗
nefen, Die unerledigten Puncten, fo auf diefen
Reichstag verſchoben worden, vor die Hand zu
nehmen , und fo viel möglich, zu billiger Ber:
gleichung zu bringen,
1. Und wiewol wir unferer zugeftandenen
Libesſchwachheit Balben auf den erſten Tag
Decembris, naͤchſthin, unferm gethanen Erbie=
fen und gnaͤdigem Vorhaben nach, perfönlich
nicht erfcheinen mögen: fo haben wir doch aus
der. fondern väterlichen Siebe und Zuneigung, fo
wir zu Deutfcher Nation und dem heil, Roͤ⸗
mifchen Reich haben und fragen, unfern freund«
lichen lieben Bruder, den Kömifchen König,
dahin bewegt und vermöcht, daß feine Liebde,
wiewol mit grofler Lingelegenheit und Beſchwer⸗
den feiner Liebden und derfelben Königreichen
und Landen, damit fie in dieſer Zeit in mehr
Wege beladen freundlic) und brüderlich be=
willig, vorneßmlid) dem heiligen Römifchen
zu Mecheln, 2. Befennen und fhun Fund al)
kermänniglichen: nachdem wir auf jüngft zu
‚naria, aud) der Inſulen Indiarum und Ter⸗
ra Firma, des Meers Dceani, ꝛc. Erzherzog Reich Deutſcher Nation, und dann auch feiner
‚zu Defterreih, Herzog zu Burgund, zu Lot⸗ Liebden Königreichen und Landen zu Wohl«
terich, zu Braband, zu Steyer, zu Kärndten, fabre und Guten, fich hieher zu begeben, und
u Krain, zufimpurg, zu tügelburg, Geldern, Ineben unfern verordneten Commiffarien die
MWürtenberg, Calabrien, Athenarum, Neo-| Sachen alfo zu handeln und zu fördern, Damit.
patriaͤ, Graf zu Habfpurg, zu Flandern, zu |diefelben zu unferer Anfunft wirklich und zum
‚Tyrol, zu Görs, Parſiloni, zu Arthoys, zu |förderlichiten befchloffen werden möchten.
Burgund, Dfalzgraf zu Haͤnigau, zu Holland, | 2. Wie Dann aud) feine Liebde darauf fürs
zu Seeland, zu Pfierdt, zu Kyburg, zu Nas |derlich erfchienen, und mit ſamt unfern verord«
mur, zu Roßilion, zu Ceritan und zu Zuͤt⸗ neten Commiffarien an ihrem guten und ge
phen; Landgraf in Elfaß, Marggraf zu Bur⸗ [treuen Fleiß, Mühe und Arbeit, nichts erwin⸗
gau, zu Driftani, zu Gotiani, und des heiligen den laſſen.
Römifihen Reichs Sürft zu Schwaben, zu@a:| 3. So haben wir auch, fo bald wir unferer-
talonia, Afturia, 2c. Here in Frießland, auf! sugeftandenen Leibesſchwachheit halben immer
der Wendrhen Mark, zu Portenau, zu Bif | gemoͤcht, ung aus eigner Perſon erhebt, und uns
caja, zu Molin, zu Salins, zu Tripoli, und verbindert anderer unferer Königreichen und
| Erblanden vielerley Sadıen undDbliegen, anher
begeben, des gnädigen väterlichen Gemuͤths,
33553 | Wil
—
Willens und Meynung, mit ſamt unferm lie: tigen Reichs Frey » und Reichsftädte ihre v
ben Bruder, dem Römilchen König, und dann |mächtige Borfchaften und Gewalthaber mit
mit zeitigem Rath und Zuthun unfer und des |vollfommenem Gewalt, ohn Binter ſich bringen,
Reichs Ehurfürften, Fuͤrſten und gemeiner gewißlich ſchicken, und dafelbft die gemeinende
Stände, allerley des heiligen Reichs Deut: | heiligen Reichs Sachen, fonderlich auf die Bun:
ſcher Nation und gemeiner Chriftenheit, und |cten und Artikel, fo auf Diefem Reichstag alhie
fonderlich die alhie verfchobene Sachen und erlediget und verriche werden füllen, ſtattlich
Obliegen zu Handeln und durch fügliche Mit- berahſchlagen, fehlieffen und zu wirklicher Eye
tel und Weg zu erledigen, damit unter allen |cufion, Vollziehung und Handlung bringenhe-
Ständen des heitigen Reichs Fried, Ruhe und | fen follen.
Einigkeit erhalten, und die obliegenden Be—
Te sh
6. So feyn foir auch auf folchen obbeftimm
ſchwerungen abgewende werden möchten; wie ten Tag zu Negenfpurg eigner Perfon, ver '
wir uns dann deß alles die Zeit unſerer Regie⸗ | mittelft görtlicher Gnaden, einzufommen, und |
rung väterlich und gnädiglich befliffen, und fo|mit Rath und Zuthun gemeiner Neichsftande |
viel immer möglich, an uns Feinen Mangel er=| alles, das zu Erled
fcheinen haben laffen.
igung und Abwendung ges
Reiche Beſchwerden, und |
meiner des heiligen
4. Und feynd auf ſolchem Reichstag bey uns| zu Dflanzung und Handhabung Fried, Ruße,
auch Ehurfürften, Fürften und andere Stande, | Einigkeit und Recht im heiligen Neich, dienſt
in Eleiner Anzahl eigner Perſon, und der meh⸗ | lich und förderlich feyn mag, zu handeln und }
rere Theil durch ihre Borfchaften erfchienen, zu verrichten, gnädiglich entfchloffen.
©
. unter welchen aber etliche zu den £refflichenwich-| 7. Dieweil wir aber aus fonderm gnäbigen |
tigen Sadyen , fo alhie verrichter follen werden,
niche mit vollfommenem Gewalt und Befehl
verfaßt gewefen: So fennd auch die Sachen
und Obliegen der Chriſtenheit, und fonderlich
Des heiligen Nömifchen Meichs Deuffcher Na⸗
“tion, fo. auf diefem Reichstag erlediget und ver-
glichen follten werden, zum Theil alfo gefihaf:
fen und geftalt, daß fie one perfönliche Gegen⸗
waͤrtigkeit mehrerer Reichsftände nicht wohl er-
fediget, oder verglichen mögen werden.
5+
Dem allen nach haben mir, aus erzehlten | gierig gewefen, die Sachen der flreitigen Ne
und andern mehr erefflichen Urfachen und Ehe: |ligion auf gegenwärtigem Reichstag zu Chrifte
haften, unfer Känferlih Gemuͤth bitig Dazu | licher Union, Neformation und Bergleichung,
bewegend, Diefen Reichstag erftrecft und ver-|fonderlich zu befördern: Es ift aber allen ı
legt: erftrecken und verlegen auch denfelbigen | Ständen guter Maaflen bewußt, auswas Ehe
hiemit wiſſentlich, in Kraft Diefes unfers Ab⸗ haften und michtigen Urfachen folche Verglei⸗
ſchieds, auf der heiligen Drey König Tag, in un⸗ chung dieſer Zeit auch fuͤglich nicht vorgenom⸗
fer und des heiligen Reichs Stade Negenfpurg, | men, noch erlangt werden mögen. Darum
alfo daß Chuͤrfuͤrſten, Fürften und andere Stän- | und damit wir dennoch ſolche nothwendige Ber
de des Neichs, in Anfehungder unvermeidlichen | gleichung vermittefft gorslicher Gnaden nach
des heiligen Reichs beſchwerlichen Sachen und | mals mit guter Ordnung ehefter Möglichkele Il
Obliegen, auf obbeftimmten Tag zu Regen: | befördern, erheben und ins Werk bringen mo« )
ſpurg felbit in eignen Perfonen erfcheinen: und) gen: haben wir zur Beförderung angeregeet
die, fo ihrer Fündlichen und offenbaren Leibes- Vergleichung für nüglich und gut angefehen,
ſchwachheit und Vermögens halben nicht erfchei- | abermal ein Chriſtlich Gefpräc und Collo—
nen mögen, und dann auch unfere und des hei- qulum von etlichen frommen, gottesfürchtigen,
väterlichen. Gemüth, fo wir zu dem heiligen |
Reich Deutfcher Nation tragen, nichts hoͤ—
hers begehren und fuchen, dann den Zwie
ſpalt unferer Beiligen Religion nachmals zu |
Epriftlicher Einigkeit und gleichem Berftand
zu bringen: fofeyn mir, als Chriſtlicher Kayfer
und Befchirmer unfers heilwaͤrtigen Glaubens,
in. Kraft unfers obliegenden Käpferlichen Amts,
auch unferm Biebevor befcheenen gnaͤdigſten
Erbieten nach), gnädiglich wohl geneigt und bee
gelehr:
— en
zur *
Abſchn Von den Reichstaͤgen zu Speyer, Worms und Regenfpurg. 1469
ae Sroitien » fchiedlichen,, ehr⸗und Abfthied, wie die Stände folche allenthal⸗
riedlie enden Perſonen, in geringer An⸗ ben angenommen, oder wir von der Obrigkeit
zahl zu Halten, und obberuͤhrtem Reichstag vor⸗ wegen bis anhero verordnet und gefegt, hie⸗
gehen zu laſſen. 0.0000. [mif vernenert und beftätiger, audy allen und
8. Alfo und dermaffen, daß wir, als das |jeden unfern und des heiligen Reichs hoben und
Haupt, einen oder mehr Präfidenten, und niedern Ständen und Unterthanen, weß Wür«
dann unferer althergebrachten Religion vier)den oder Weſens die find, in Kraft viefes Ab-
| Eolloquenten und vier Auditores verordnen: ſchieds ernftlic) auferlege und geboten haben,
desgleichen die Stände der Augfpurgifchen Con⸗ daß fie die in allen ihren Puncten und Artle
feßion auch fo viel, nemlich vier Colloquen- ein zu alien Theilen veftiglich und unverbrüch«
ten und vier Auditoren, erfiefen, und uhs die lic) halten und vollziehen ‚und einander darwi⸗
hiezwiſchen dem funfzehenten Tag Septembris |der nicht dringen, noch beſchweren, alles bey :
naͤchſt benennen. 2 Bermeidung der Pön und Strafen, darinnen
9, Und follen folche Brafidenten, Colloquen- |verleibt und begriffen. ee
‚ten und Auditores auf St. Andrea Tag des|. 12. Und nachdem auf jüngft zu Speyer ge
heiligen Apoftels, den legten Tag Novembr. haltenem Reichstag, zu Leiſtung und Vollzie⸗
u Negenfpurg gemißlich einfommen, und als⸗ hung der Defenfionshülfe wider den gemei—
‚bald die Sachen und Puncten der ftreitigennen Seind der ganzen Chriftenheit, den Türken,
Religion mit GOtt angreifen ,-fich auch in al-|der gemeine Pfenning bewilliget, auch ber
lem dem, fo der heiligen Schrift gemäß feyn, |halben, vermög folches Reichsabſchieds, Maaß
und der Kirchen zu Gutem und zu Abftellung|und Ordnung gegeben, wie vderfelbe gemeine
‚ der Mißbräuche dienen. möchte, fo_viel mög:|Pfenning eingezogen; und aber aus vorgefals
lich, Ehriftlich und freundlich vergleichen, und |lenen Urfachen und Verhinderung dißmal
‚bierinn allein auf die Ehre GOttes und wah⸗ nich endlich berathfchlager, noch befchloffen, wie
‚ re Ehriftliche Union und Reformation der Kir-|vermeldte Defenfionshülfe in das Werk ge
‚chen fehen, und fiedaran nichtsirren, noch ver⸗ bracht und geleiftet werden möge, und des»
| Bindern laffen. halben neben andern Artikeln auch auf Fünfti-
10. Gie follen auch aller ihrer Gefpräch|gen Reichstag eingeftellt und verfchoben wor⸗
R Handlung, wie fich die in alliveg zroifchen ihnen |ven: Demnach haben wir uns mit Churfür-
utragen wird, uns und gemeinen Ständen/ften, Sürften, auch Ständen und der Abwe⸗
auf bemeldtem fünftigem Neichstag vollkom⸗ ſenden Botfchaften verglichen, daß an Orten
mene Relation thun, damit wir uns der.Collo-Jund Enden, da foldyer gemeiner Pfenning ein⸗
quenten verglichnen und unverglichnen Artikel gebracht, daflelbige Geld unverruͤckt und un«
mit gemeinen Ständen ferner vergieichen, be-|verändert zu einem Fünftigen Vorrath bey
denken und erwegen mögen, was Derhalben zu jeinander behalten, durd) feinen Stand darinn
handeln und zu thun fey, damit alle Sachen zu |gegriffen,, noch fold) Geld zu andern Dingen,
freundlicher, Chriftlicher und vollfommener dann darzu daffelbige bemilliget und verordnet,
Einigkeit und Bergleichung der Nothdurft nach verwendet, und an welchen Orten gerüßrter-
befördert und gebracht werden möchten, darzu |aemeiner Pfenning bisanher noch nicht einge⸗
‚wir dann Amts halber mit allen Gnaden und |bradye, daß derfelbe zum foͤrderlichſten, ver
vdaͤterlichen Treuen zu verhelfen gnädiglic) geneigt moͤg obberüßrten Speyerifchen Abfchieds , ein«
ſeyn. wi gejogen, und bis weitere Verordnung befchie=
m. Damit nun im heiligen Reich Deutfcher | bet, wohl verwahrt beyeinander behalten wer-
Mation Fried, Ruhe und Einigkeit defto beffer |den foll. —
und ſicherer erhalten werden: fo wollen wirun-| 13. Und wiewol wir ung auch verſehen, un⸗
fern Biebevor aufgerichteren und verfündeten fer Kaͤyſerlich Cammergericht foll auf daten
andfrieden, auch alle und jede Sriedftändel Reichstag und zu Anfang deffelben wiederum.
Fi
af
Sandfrieden, oder Recht vergewaltigt, und Die
Churfuͤrſten, Fürften und gemeiner Stände |aufrichtig und unverbrüdhlic) zu Halten und zu
ſerer Wille und Freundſchaft unter ihnen, den Churfuͤrſten ꝛc. ꝛc. ıc.
- 1470 Cap. 18. Von der durch Conventen. Beicysräge gefüchten Religionsvergl, 1471.
at a la ee en yet, 1, Se
. zogen werden mögen: damit dann bis aufnädjft
kuͤnftigen Reichstag den Appellanten ihre 3a
und Adminiftration continuiren. Wollen auch, fentlich, daß (aufferhalb beruͤhrtes Artikels,
‚gemeldten Sachen gehandelt, hiemit beftätigt | ferlihe Majeſtaͤt, unfer allergnädigfter Herr,
tag der ftreitigen Seßion , Stand und Stimm| Ordnung geben Fonnten, wie dann wir der
ſchwerungen auf diefem Neichetag angeregter| chen feyn,) dieſer Abſchied und darinn angezo⸗
— F EIER \ BZ ES ; —— EEE
aber folches aus allerley Urfachen und Verhin⸗ ben, und ung Käyfer Carln betrift, gereven -
derung nicht befcheßen, nod) in das Werf ge: und verfprechen wir, ftet, veft und unvers ı
brüchlic) zu halten, darwider nicht zu thun ges
da. ſtatten, in feinen Weg. Deß zu Urkund Has ı
talia nicht verlaufen ‚auch niemand wider den ben mir unfer Kaͤhſerlich Inſiegel an diefen ı
Abſchied thun haͤngen. Be: a
ausftändigen Anlagen eingebrad;t werden: jo] 18. Und wir Ehurfürften, Fürften, Praͤſa⸗
wollen wir unfern Käyferlichen Cammerrichter, ten, Grafen und Herren, aud) der abweſen.
famt die Benfiger, fo wir ihm zugeordnet Ba-|den Churfürften, Fuͤrſten, Prälaten, Grafen
ben, und werden, bis zu foihem Reichstag ‚| und Herren, und des Beiligen Reichs Freys
da daſſelbige Cammergeridjt wiederum aufge: |und Reichsſtaͤdte Geſandten, Borfchaften und ;
richt und befeßt werden foll, in ihrem Befehl Hewalchaber, hernach benennt, befennen oͤf⸗
was fie vom erften Dctobris bis auher in ob. |vom Colloquio meldend, fo die Römifche Kaͤh
en | für fich ſelbſt geordnet, und wir Stände der
14. Und nachdem aud), in Erwegung gegen. | alten Religion verwandt, nicht willigen, und
waͤrtiger Zeit und Läufte, auf diefem Neid;s.|dody ihrer Mojeftät darinn nicht Maag, noch
Balben nichts gehandelt werden mögen: ſo ha⸗ Augſpurgiſchen Confeßion verwandte Staͤnde
ben Churfuͤrſten, Fuͤrſten und Stände, auf an dem juͤngſt Speyeriſchen Reichsabſchied
unſer gnaͤdiges Geſinnen, ihre Klage und Bes hiemit auch nichts begeben, noch davon geile
Seßion, Stand und Stimme halben in Au-|gene Fried und Sriedftände, in Maaſſen die hie
be geftelle, und ſich darinn gefelliglich und |bevor durd) Die Stände allenehalben bewilliget
ungefährlich gehalten. und angenommen, mit unferm guten Willen
15, Demnach wollen wir, daß ein jeder Chur. und Willen vorgenommen und befchloffen ; miles
fürft, Fuͤrſt, Präiat, Graf und Stand, fic) ligen aud) denfelben hiemit, und gereden und
mit feiner Klage und Befchwerung auf nächft|verfpre hen, in rechten guten wahren Treuen,
Fünftigen Reichstag gefaßt mache, fo wollen | folchen Abſchied, fo viel einem jeden feine Herr⸗
wir alsdann dieſelben Staͤnde alle in ihren Be⸗ ſchaſt, oder Freunde, von denen er geſchickt,
ſchwerungen, Klagen, Antworten und Berichten, oder gewalthabend iſt, betrift, oder be£veffen ı
gnaͤdiglich hören laſſen, und folgends mit Rath mag, angeregter Maaſſen, wahr, ſtet, veſt,
darüber gebuͤhrliche, gütliche, oder endliche Er. | gedulden, auch niemand dargegen zu beſchwe⸗
ledigung thun ‚damit einmaldiefer vieler Stän: |ren, ohn alle Gefährde, S
de Beſchwerungen abgeholfen, und fo vielbef-)| Und find diefe hernach Gefchriebene wir die:
Ständen, gepflanzet werden möchte. Deß zu Urkund haben wir, die Mäynzifchen
16. Wir wollen aud),daß einem jeden Chur- Raͤthe, unfers gnädigften Herrn des Cardis |
fuͤrſten, Fürften , Prälaten, Grafen und Stand, |nals und Erzbifchofs zu Maͤhnz und Magdes '
ſolche Diefes Reichstags ungefäßrliche Sefion ‚|burg ꝛc. Secret, von feiner Shurfürkttichen
aud Stand und Stimme, ſamt der Subſcri. Önaden: Und wir Friederich, Pfalzgraf beym |
ption, an feinem hergebrachten Gebrauch und Rhein, Herzog in Bäyern, ChHurfürft ıc,
Gerechtigkeit in Feinem Weg nachtheilig, ver: | unfer Inſegel von feiner und unfern Mitchur⸗
greiflich, oder ſchaͤdlich ſeyn foll. - |fürften, Trier, Coͤlln, Sadjfen und Bran«
den,
- —— #
Carolus.
Ft,
u
V id tägen zu Speyer, Doms und Regenmurg. 1473:
enburg wegen. Wir Melchior, ermäplterund, 3. Zum andern, fo iſt jehr vermurhlich,
— Biſchof zu irzburg, von un⸗ *
ee. und der geiſtlichen Fuͤrſten wegen. Ich Ge· Cyriſtlicher Freundlichkeit zuſammen gehal⸗
8 gnädigften Seren Herzog Wilpelme in (€, daß auch groͤſſere Zerrüttung in der
Sen Fürften wegen. ch Gerwig Abe zu Wein. | Wahr ft, Daß GOtt den Anfang diefer groß
Br 2. * Hi anderer Prälaten me. | fen Veränderung in der Welt gemacht hat,
on der Grafen und Herren wegen. Und wir) wiederum fcheinen laffen, Daß er ihm in Dies
son unfer und der andern Srey-und Reichs. und uns rechte Anruffung Iehre,und zugleich
Radte wegen, unfere Secret und Innſiegel an die alten Paͤbſtiſchen Irrihtmer ftrafe,und
ſchehen in unferer und des Heiligen Reichs 28 A
| = auf den Eh To des Mo.| geriffen,, abwende, daß e8 nicht in Deutfch-
ats Augufti, nad) der Geburt Eprifti unfers| land und weiter veiflen ſolle: Co ift doch
fünf und vierzigften Jahr, unfers Kaͤyſerthums, |ben der göttlichen Lehre der Teufel auch vies
m ſechs und zwanzigften und unferer Reiche je freveler Menfehen erveget, als Münzern
angelii groffe Irrthuͤmer ausgebreitet, Auf
ruhr und allerley Aergerniß angerichtet has
Ingenia, und laßt der Teufel nicht nach,
genhagens , D. Georg Mlajors, D. Caſpar gr ſuchet, wie er Zerruͤttung machen kann;
\Seage: ob der Schmalkaidiſche Bund fortzu; nicht zuſammen gehalten, fo haften dieſelben
fegen feye? worauf fie mit Ja antwor⸗frevelen Leute mehr Raum und Freyheit ges
EB LL 5 Inigfeif zertrennet würde, (das GOtt gnaͤ⸗
ES vbiel wir verftehen, und noch zur Zeit diglich verhute,) da wuͤrde wiederum ein
Chur und Fürften, und anderer Ständeund|on und Secten. |
. St Lehre 4. Zum dritten, ſo beweiſet das Werk
digen, Verſtaͤndniß und Einigkeit gut und ſelbſt jetzund, daß
Gott gefaͤllig ſey. gnaͤdige Huͤlfe erzeiget, dann man weiß,
durch der Seinen Zuſammenhalten Krieg und practiciret und gemacht ift, darinnen nicht
Zeſſtoͤrung gnaͤdiglich verhuͤtet hat, und wo geringe Fuͤrſten geweſen, Koͤnig Ferdinan⸗
ſich ohne Zweifel auch etliche geringe Fürs Braunfchreig. Nun find fie der mehrere
vielmals unterftanden. N. der fich für einen Hauptmann aufge
| mo nicht die Herrſchaften felbft. alfo mit:
yeg Stockheimer, der Rechten Doctor, von
mein | Lehre vorgefallen w D ewol
— und der weltli⸗ 9 are. Dann wiewol es
jen. Ich Marthlas Raſchs, der Rechten D.| und aus groſſer Barmherzigkeit ſeine Lehre
Burgermeiſter und Rath der Stadt Worms ‚| fen Iegten Zeiten noch eine Kirche fammle, -
‚diefen Abichled thun hängen. eben und ger das epicurifche MWefen, das in Ftalien eins
teen Herrn, im tauſend fünf hundert und|öffentlich, daß, wie allezeit geſchehen, ne⸗
im dreyßigſten Jahr. und andere, die unter dem Samen des Eb⸗
ben. Nun bleiben allemege fuͤrwitzige böfe
—— Befehl geftelltes Bedenken über die und wo die Chur / und Fuͤrſten und Städte
teten. habt, Und ift nicht Zweifel, wo diefe Ei⸗
Bam Verke befinden, halten wir, daß dieſer graufam Ausreiffen mit mancherley Opinis
adte, fo reine Chriftliche Lehre laſſen pres
felbft jetzund, daß GOtt diefer Einigkeit
2, Dann euftlich ift ͤffentlich daß GOtt \daß ein Gegenbund mit groffer Kiugheit
dieſe Gegenwehr nicht aufgehalten, hätten dus, Herzog Georg, Baͤhern, Maynz,
ſien und Stände groffe Unruhe zu machen |Theil todt, und ift der frevele Menſch von
&urberi Schriften 17, Theil, Aaaaa wor⸗
x
—
1474 Cap. is Von der durch Convente u. Reichstaͤge geſuchten Religionsvergl. 1475
worfen, gefangen. Welches alles GOt⸗ | Sürften, Staͤnde und Städte, fo jerund ı
tes Werke find, und ſtimmen mit der Re⸗ bey einander find, zu gemeinem Schuß der
gel: Was nicht aus GOtt ift, das fteht nicht Kirchen mit einander Koften und Arbeit zu ı
veſt, und fället bald von fich felbft in Haus tragen ; wie gefchrieben ſteht oh. 3: :
fen. Wie auch) die gemeine Kegel fonft Daran erkennet mandie Liebe, wie Chris
‚heißt; Was gut ift, das, halt ſich zuſam⸗ ſtus fein Leben für uns gegeben bat; als ı
men, und das Bofe jerftöret fich felbften. |fo follen wir auch unfer Leben für unfes
Dargegen ſiehet man, daß die Kirche und re Bruder geben. Diß find alle Chriften
Herrſchaften, fo das heilige Evangelium eh⸗ zugleich ſchuldig, wofern fie einander Net
ven, wiewol fie groffen Koften, Arbeit und tung thun Fünnen. Und wo Buͤndniſſe u:
Sefährlichkeit tragen , gleichwol durch ſolchem Ehriftlichen Schuß gemacht wer
GHttes Gnaden noch fliehen, und ift ihre den, damit die Hilfe eine Ordnung habe, |
Autorität nicht gefallen; fondern erhoͤhet. ſo find ſolche Buͤndniſſe Chriftlich
5. Diefe Urfachen bervegen uns, daß wir GOtt gefällig. i en
nicht rathen, diefe Einigkeit zu zerreiſſen: 7. Und fo andere Chriftliche Fuͤrſten,
bitten vielmehr, daß der allmächtige GOtt Staͤnde, oder Städte fehen , daß ihnen!
- herzliche, beftändige, unzertrennliche Einige |diefe zu gute Koften und Arbeit tragen, ſol⸗
keit in der Fürften und Negenten Herzen ger len fie ſich auch bilig zu ihnen thun, und
ben wolle, wie unfer Heiland, der HERR Inicht diefe alleinarbeiten laſſen. Aber es iſt
Chriſtus, vor feinem Leiden mit groſſem Ernſt nicht ungewohnlic) in der Welt, daß ana!
gebeten hat, daß GOtt den Lehrern und dere arbeiten und foraen, und andere Genieß
Regenten in den Kirchen wahrhaftige Eir davon haben, ohne Muͤh und Sorge.
nigfeit geben wolle; welches wir auch von) 3. Es bedarf aber auch Weisheit,
SHerzen mit Ehrifto, unferm Hohenprieſter, man Buͤndniſſe mache und brauche: nem⸗
bitten und begehrten. Dann esift Fein Ziveir lich, Daß die Herzen GOTTES Ehre!
fel, fo bald die jegige Einigkeit zertrennet zuförderft fuchen. tem, daß man vors
‚wird, fo werden neue Secten und Opinio⸗ |nehmlich auch GOit vertraue. Alſo hat
nes mit Haufen folgen. Man fiehet, wie GOtt den Stamm Juda aeftraft, daß er
die Chriſtliche Kirche ein bloß ſchwach Eor- Aus
us iſt, Das Feichtlich von einander faͤllet, ſo das Maccabaͤus den Bund mitden Nomern
man es nicht mit groffer Weisheit, Geduld machte, war fein Gluͤck aus. Item, G Ott
und Freundlichkeit zuſammen halt. Dieſes ſtrafte den Joſaphat, daß er ſich mit dem
iſt wohl zur bedenken, und man darf nicht Achab verbunden hatte, = Chron.1o. Dero⸗
eilen zu Zertrennung und Zerftorung: wir halben wohl zu bedenken ift, welche Leute
haben geoffe Furcht von Fünftiger Zeit, dann Janzunehmen find, oder nicht, N
es wird der Teufel allzubald ein Loch füchen, | ; | al
die nen u — die jest in} Martin uber D, ‚
ziemli er Einigkeit ſeynd, von einander zu Johann Bugenhagen, Di
— a | Berg Mir, dm
N. |
.Dieſes iſt nun gefagt, daß wir fuͤr Chriſt⸗ Caſpar Erusiger,D,
lich und nuͤtzlich achten, daß dieſe Chur⸗ und Philippi Melanchthon.
RL | er
4
ir
VAN
24
— Reichstägen zu Speyer, Worms und Regenfpurg. 1477
wie ihrs vor mie redet, foredet folches auch in
derKinchen,inlettionibus,concionibus et pri-
uaris colloquäis, undftärfet eure Bruder, und
a 23. 1425: °° TOR
D, Martin Luthers Geſpraͤch, welches
an: ri — ar ‚ u. die⸗
| "fer als bejtimmeer @oTocutor zum Souo⸗ helft den Irrenden wieder auf den rechten
® age mesenjparg abgereifer, Meg, und miderfprecht den muthwilligen
octor Major iſt Damals aus Rath und Geiſtern: fonft ift euer Bekenntniß nur ein
—3 Gutduͤnken Lutheri gen Regenſpurg Larvenwerk, und nichts nuͤtze. Wer ſeine
auf das Colloquium an ſtatt Philippigeſchickt Lehre, Glauben und Bekenntniß für wahr,
worden; denn D. Lutherus iſt wegen der recht und gewiß alt, der kann mit andern,
Schwachheit Philippi ſorgfaͤltig geweſen, ſo falfche Lehre fuhren, oder derfelben zuge
und hat an Ehurfürjten gejchrieben mit die-| than find, nicht in einem Stalle ſtehen noch
fen Worten: Weil es ein nichtig und ver- | immerdar gute Worte dem Teufel und feis
geblih Colloquium feyn wird, da keine nen Schupen geben. Ein Lehrer, der zu
Hoffnung iſt, fo ſey des Philippi, der wahrlich den Irrthuͤmern ſtille ſchweigt, und will
krank ſey ‚zu ſchonen: fo ſey D. Major mehr gleichwol ein rechter Lehrer ſeyn, der iſt aͤr⸗
denn genug darzu, wenn er gleich nichts ger, denn ein oͤffentlicher Schwaͤrmer, und
sunte, denn Nein oder Ja dazu fagen.|chut mit feiner Heucheley gröffern Schaden,
So fey Schnepfius und Brentius auch da, | dennein Keger, und iſt ihme nicht zu vertrau⸗
die ihnen nichts lieſſen nehmen ꝛc. enzerift ein Wolf undein Fuchs ein Mieth⸗
RN | ling und ein Bauchdiener 2c. und darf Lehr
ve, Wort, Glauben, Sacrament, Kit
chen und Schulen verachten und übergeben:
er liege entrweder mit den Feinden heimlich-
unter einer Decke; oderift ein Zweifler und
Windfaher, und will fehen, wo es hinaus
wolle, ob Chriſtus oder der Teufel obſiegen
S
Da aber D. Major gen Negenipurg
verreiſen wollen, iſt er zuvor zu D, Zuthero,
ihn zu ſegnen, kommen, und im Eingang
feines Studierftübleins diefe Worte mt D.
Lutheri Hand angefchrieben gefunden: No-
ftri Profeflores examinandi funt de Cena
Domini,d. i. unfere Profeffores follen exa⸗
wminirt werden vom Abendmahldes HErrn.
‚Hat derowegen angefangen und gejagt : Ehr⸗ | Schüler, will geſchweigen ein Lehrer heiſ⸗
twürdiger Here Vater, was bedeuten dieſe fen folle, und will niemand. erzuͤrnen noch
Worte? Darauf der geoffe Doctor ihm Chriſto fein Wort veden, noch dem Teufel
geantworter: Was ihr leſet, und wie ſie und Der Belt wehe thun ꝛc. Golches hat
auten, alſo iſts die Meynung, und wenn D. Major erwogen, dafür gedanket, und
he wieder heimkommen werdet ‚und ich auch, | zu folgen treulich zugeſagt, und alſo Luthe⸗
wird man ein Examen müffen anftellen,|rum geſegnet; hat auch folche ernfte Rede,
daqu ihr. eben ſowol als andere erfordert wer- |die der groffe Mann GOttes zu ihm gethan,
den ſollet. Als fich aber D. Major von] oftmals felbft nachgeſagt und erzehlet.
| dem Verdacht mit sroffem Betheuren und
arer Bekenntniß los machen wollen, hat
erendlich zur Antwort bekommen : Ihr
macht euch, mit Stillſchweigen und Bemaͤn⸗
teln ſelbſt verdaͤchtig: fo ihr aber glaͤubet
ungewiß, und nicht wuͤrdig, daß er ein
1
h
%“
DER
1426,
Innhalt der Rede Petri Malvendaͤ, wo⸗
mit er das Regenſpurgiſche Colloquium den 5.
Februar. Anno 1546. eröfnt.
Yaraaz2 1. Daß
werde; oder iſt ganz und gar bey fich ſelbſt
ra
⸗
ordnet, GOtt danketen, daß er in ſolcher Zwie⸗ zweyen Sachen bedinget und bezeuget h ab
ſpalt und Uneinigkeit der Religion , durch wel⸗ erſtlich, daß fie in dieſem Colloquio nichts fa» ı
gen noch verffeidigen wollten, welches der Beil, |
merlich geplaget würde, dieſen Känfer gegeben, Schrift, der Apoftel Tradition, und der Ca—
welcher heilig und zum Srieden geneigt wäre, tholiſchen Kirchen Decret und Sagungen ente
als man einen Käyfer Eönnte wünfchen, wel-|gegen wäre; und im Zall, dafie, ausmen
cher allezeit allen möglichen Fleiß vorgewandt, licher Schwachheit und Unvorfichtigkeit |
"he nun bey dreyßig Jahren Deurfchland jaͤm⸗
damit ſolche Zwiefpale und Uneinigkeit beyge-
legt, und das edle Deutfche Volk in gutem Frie⸗
den und Einigfeie leben möchte, wie dann fol.
ches fo viel Reichstaͤge und bisheran gehalte-
ne Colloquia, aud) DIE, fü jeßund angeftellt
und in Ehrifto follte angefangen werden, bezeu⸗
2: Daß ſie auch Känferl. Majeft., ihrem al-
lergnaͤdigſten Heren, nicht allein um jeßt er-
zehlte Wohlthat, fondern aud) darum unterthä-
nigft danfeten, daß er dieſe zween Herren zu
Präfidenten verordner, und fie dieſe Sacheauf
fi) genommen, und diefelbige mit ſolchem ho⸗
ben Fleiß förderten und regierten,, in welcher
Mühe und Arbeit, role fie angefangen, alfo
ſfortzufahren, ſie unterthaͤnig wollten gebeten kenntniß und Erörterung vorbehalten und heim⸗
haben
3. Was aber ihre Perſon belanget, häfteman| —
zuvor wol in vielen andern Sachen geſpuͤret,
und wuͤrde es auch im Fortgang dieſes Werks
weiter ſpuͤren, wie Chriſtlich und treulich ſie gebene neun Theſes, worüber das Colloquumm
die Sache der Religion meyneten.
4. Sie fönnten aud) das bey GOtt und mit
gutem Gewiſſen fagen, daß fie zu Diefer Hand-
lung nicht mie haͤßigem Gemuͤth kämen; fon-
dern daß fie nichts höhers begehrten, denn daß
das Deutſche Volk, welches Ehriftus JEſus,
unſer HEre, mit feinem theuren Blut erloͤſet
hatte, wiederum zu Fried und Einträchtigfeie
Be Chriſtlicher Religion gebracht mörhte wer-
en. a |
5. Es wäre auch ihr Wunfch und herzliche Be-
gierde, wie wir fie da vor Augen fehen, daß |aleich mit der wahrbaftigen Lehre, fo in unfern ı
1478 Cap 18. Von der durch Tonvente m ReichsrägegefüchtenReligione
a rn. fell, und Einträcheigfeit möchte aufgeri
DS fie, die Catholiſchen Eollocutores, von wrde..
Känferl. Majeſt. zudiefem Col oquio ver 6. Sie wollten aber alhie anfängli
felbigen zu entgegen was reden würden, 7
wollten fie daflelbige jegt im Anfang mwiederruft,
und als von ihnen nicht geredf geachtet, und
dem Erfenntniß der heil, Kirchen unerworfen,
und von diefer Zeit demüthiglich folches gebeten
haben.
7. Das andere, daruͤber ſie proteſtiren war |
ve das, was alhie in der Artikel Bergleichung
oder Bewegung gehandelt würde, dag ſollte
alfo verftanden und angenommen werden, nicht
Daß fie Dadurch was wollten übergeben, ange
nommen oder befchloffen, fondern allein, als "
durch ein freundlid) Gefpräch, Davon diſputiret
—
und geredt, und alſo Känferl. Maj. und den
Ständen bes Reichs folcher aller Sachen Er= ’
geftelle Haben,
weit r
| 1427. Bi lun
Die von Malvenda aufgefezteund über
follte gehalten werden, mit D. Georgü N
Majoris Widerlegung —
J. — ——
g8WSdenn der Sünder gerecht wird, ſ
wird ihm die Sünde durch Chr
fium den Mittler vergeben, und wird |
ihme die Gnade eingegoffen, und daffek
bige gefchieber aus lauter Gnade GOt⸗
tes, obne unfer Derdienft. er
Diefe Propofition fcheinet, als ftimme fie |
mi
wir alfo auch ifre Herzen, Sinn und Gedan- | Kirchen geprediget wird, und find Worte aus
fen feben möchten: da würden wir erfahren ,|Auguftino genommen; aber der Sophiften Ber:
was vor ein herzlich und brünftiges Verlangen |ftand ift fern von der Wahrheit, und iſt erſt⸗
fie Hätten, daß gemeine und Catholiſche Einig. lich dieſer Fehler hierinn, daß fie nicht Kant,
[|
h Ir
'W@
V. Abſchn. Donden Reichstägen zu Speyer, Worms und Kegenfpurg 148:
Menfchen Gewiſſen die Vergebung nem Verföhner gefandt babe, für unfere
16; fondernreden von einem Werk GOt· Sünde, und daß wir Vergebung der
Menfchen, gleich alsredten fie von So- Suͤnden durch fein Blut haben, ift in
Baptifta, da in ihm, inder Mutter eib, der Rechtfertigung von den Alten vons
neues Wunderwerk gefchahe, und reden nötben Ex RE -
‚nichts vondem Ölauben, der da ein Ber- | u
n ift auf Ehriftum ; fondern , wie hernach Da hoͤreſt du mas Malvenda ſamt feinen
ar gefagt wird, verwerfen fie denfelbigen Slau. Pfaffen und Mönchen vor einen Glauben Hat,
ben ausdruͤcklich und öffentlich. Gnade aber, nemlich den Glauben der evangeliichen Hiſto—
| Beiffen-fie, eingegoflene Siebe, und dichten, der |tien, daB GOtt feinen Sohn gefandf Babe ꝛc.
Menſch fen angenehme von wegen folcher Hiebe. | welchen Glauben aud) die Teufel haben, wie
' Daraus ift zu merken, daß ihr Verſtand niche Jacobus fpricht; und doc) nicht felig werden.
‘ glei ſtimmet mit der-vechten Lehre. Wir aber lehren, daß der Glaube nicht allein
2 1 er —— a fey, ig du glau⸗
ie. N, ee Rbeſt, es fey wahr, alles, was die Propheten .
3 R are gung gehst! auch | und Apoftel von Ehriſt⸗ fehreiben ; fondern wir
in den Alten, der freye Wille, welcher Iehren, daß es auch ein gewiß, beftändiges und
| bewegt wird durch die Bnade,, die zuvor |lebendiges Vertrauen fey der Onaden und
) gegeben wird, und auch mit wirker, ee — A an — Em \
In Diefer andern Propofition iſt ihr Wer, Men, DaB IC) grande, Da tt Der Vater
ſtand auch anders, dennderunfere. Dann fie IEſum Chriſtum, feinen Sohn, mir zu mel-
' wollen Berdienft machen, nemlicy, daß der NEM Verſoͤhner gefandt abe, und daß ich durch
Menfc) mit dem Werk des freyen Willens fein Blut und Verdienſt allein, nicht durdy mei⸗
verdiene Vergebung der Sünden, und weifen |1e Werfe oder Berbienft, Vergebung der Süns
das Geriffen von dem Mittler Chrifto, fagen, den und ewiges teben habe, und folcher Slau«
man foll zweifeln und nich€ auf Chriftum ver- be ift allein auf Chriſtum, den koͤſtlichen Eck
| trauen; Einben der freye Wille foll fich fleißig
! bereiten mit den Werfen, und doch ungewiß
| —— GOTT werde wol wiſſen, wenn es
gunug ſey. SE
> Dip iſt eitel blinde Gefeglehre und Phariſaͤi⸗
ſche Heiligkeit, wider den Glauben.
Was fie fonft weiter rühmen vom freyen
|
dann mann ic) auch auf Die Werfe mich foll ver⸗
laffen, die der H. Geiftfin mir wirket, dieweil
fie noch mit Sünden und Schwachheit befleckt
und unvollfommen find: fo wird ſolch Ver⸗
frauen und Bauen auf den Sand nicht lang
beftehen ; fondern ich werde zur. Zeit der An⸗
Willen, daß er dem göttlichen Geſetz Fünne fechtung bald dahin in Berzweifelung fallen.
. gnugehun, davon wird hernach gefagt werden. | Dann es gemiß ift, daß GOtt nicht um mei
Daß aber in der Bekehrung des Menfchen nesBerdienfts, fondern aus ÖnabenundBarm: ⸗·
fol Reue und Schrecken feyn, und dagegen herzigkeit, um des HErrn Chriſti willen, die.
herzlicher Glaube und Bertrauen aufden Sohn | Sünde will tilgen, unddas ewige geben geben,
| ee das er ae der Heil. Geift — ee: As an
im Herzen durd) die Predigt anfäher, und ift | Arbeit gemacht in deinen Sunven ,
| — ——— mic Mühe gemacht in deinen Miſſethaten.
ch ‚ich (als wolle er fagen, nicht Du, ) tilge
IE deine ee — a ( k Po
en - .. Ium deiner Helligkeit, Werk oder Verdienſt hal⸗
Der Ölaube, durch welchen wir die |pen ) —— deiner Suͤnde nicht.
evangelifche Hiſtorien glauben, und daß Malvenda aber ſamt feinen Pfaffen und Moͤn⸗
OOtt der Vater uns feinen Sohn zu eis chen safe nicht, was Glaube iſt, und Er
aaaaz se 2138
der Wille des Menfchen auch mit, Das ift
nicht flreitig. : |
ftein, und nicht auf mein Verdienft gebauet;
y RS N / — a —
145: Lap.ıg. Von der durch Conventen, Reichstäge geſuchten Religtonsvergt
nicht zu, Daß es elne Zuverfiche fey der Barın- daß fie den Glauben nicjt verftehen, die
Berzigkeit GDttes, daß er um des einigen Mitt- |verficht der Barmherzigkeit GOttes durch
ers JEſu Chriſti willen die Sünde nicht zu- \ffun IEſum; ſondern wenn fie Glauben nen
. rechne und das ewige Seben gebe, —_ |nen, oder Hören nennen, fo verſtehen fiedas i
Dann wiewol fie alfie in Diefer Propoſition Erkenntniß der Hiltorien von Chriſto JEſu,
fegen, Daß wir Vergebung der Sünden durch ‘bey welchem auch Hoffnung und Liebe fey, ae —
das Blut Chriſti haben; jedoch verſtehen ſie durch man ſelig werde. Mengens alſo durch
ſolches nicht alſo, daß der Glaube allein ſich auf einander, und wiſſen nicht was ſie ſpielen. Wie
das Blut und Verdienſt Chriſti, ſondern auch aber, wenn wir das Wort, Slauben nena
‚zum theil der Menſch ſich auf feine Werke, nen oder nennen hoͤren: fo ſehen wir nicht Yen
als Hoffnung und Siebe, verlaffen foll, und |be oder Hoffnung, oder einige Tugend in ung
heiſſen Glauben nicht eine Zuverfiche der Barm- Jan; fondern fehen an, und verftehen Cpriftum,
herzigfeit GOttes, fondern eine Erfenntniß der [das Lamm GOttes, welches der Welt Sin:
Hiftorien, und eine folche Tugend, bey wel⸗ de traͤgt und getilget, und uns Önade und Bar
her auch die Soffnung und tiebe ſtehe, durch |herzigfeit, Bergebung der Sünden und Selig,
‚welche der Glaube lebendig, Eräftig und thä- keit bey GOtt dem Vater erworben Kat, und
tig fen, und ſtehet alfo ihr Vertrauen zum theil |verlaffen uns alfo nicht auf einig Werk in ung; \
auf Eprifto, zum theil auf ihren Werfen, Hof- ſondern allein auf die Barmperzigfeit GI,
fen und &ieben, wie fie ſich im Colloquio erklä- Imelche uns durch Chriſtum erworben. eh
vet haben: fo zeiget auch folches ihre folgende | Wir wiſſen auch, undfehrwohl, undlehrens
‚ Dropofition an, da fie alfo fprechen; auch, follens aud) alfo lehren, Daß inder Bufa
— fe vonnoͤthen iſt Erkenntniß der Sünden, Glaus
| ; IV, be, Hoffnung, tiebe, und andere Chriftlihe
Jedoch iſt folcher Glaube allein nicht Tugenden; wir fagen aber fat den Propheten
genug zu der Rechtfertigung des Men⸗ und Apofteln, daß nicht durch ſolche Buffeund
ſchen; fondern die Hoffnung und Liebe ihre folgende Tugend, fondern allein um Erle
find auch vonnoͤthen und eine folche Buſ⸗ jti willen, aus Gnaden und Barmherzigkeit,
Icher die Liebe folge | die Sünde erlaffen, und das ewige Leben und
fe, me | : gegeben wird; darum wir dann auch alfo leh⸗
Malvenda ſamt feinen Mönchen und Pfaf-|ren, daß allein der Glaube gerecht mache, niche
fen und dem ganzen Pabſtthum, ftecken voller daß wir hiemit die Chriſtliche Tugend, fondern
greulichen Irtthuͤmer, dann fie nicht wiffen‘, |allein das Verdienſt der Vergebung der Sün:
was die inftificatio, die Nechtfertigung, was den und der Geligfeit von foldyen Tugenden
Glaube, Gnade. und Gerechtigkeit iſt und in wollen ausſchlieſſen. Du folle Hoffen, lieben,
der heil. Schrift genannt wird; felgen allein keuſch, züchtig leben und allerley Tugend hae
ihrer Schulfunft und Sopdifterey , wollen ihre ben, das will GOtt von dir haben; du folle aber °
Jerthuͤmer durch der Beil. Väter Schrift ſchmuͤ⸗ auch das wiſſen, daß dir GOtt nicheum folcher Tu:
en, welche ſie oftmals nicht verſtehen und oft. [gend und deiner Buſſe, fondern allein um Chri
mals mit den Haaren auf ihre Meynung zie. ſti JEſu willen, den er dir und uns allenzu
ben, daß, wenn die Patres, welcher Schrift einer Verföhnung gefeßt, deine Sünden vorge
fie brauchen und verfälfchen, noch leben ſoll. ben, und did) felig machen will, — 1
ten, wuͤrden fie Zeter Mordio überfolche Ber- |. Iſt ein Menſch auf Erden geweſen, allen
fälfcher ſchreyen. Sch will aber hernachmals Chriſtum, und vielleicht auch Marlam ause
anzeigen, was fie, und aud) mas wir iuftifica- genommen, welcher groffe Buffe von wegen
tionem, Glauben,’ Gnade und Gerechtigkeit der Sünde, welcher auch ein geftreng $eben,
heiſſen. 22, jelel Herzleids, Heulens und Weinens,Elends
In diefer Propofition fießeft du ja klaͤrlich, und Jammers erlitten: fo ifts Adam Be |
| wel⸗
u“
EN N ,
—
2184 ; 7. Abfehn. Don den Reichstägen gu Speyer, WormsundRegenfpurg. 1489
— nachdem er von wegen der Sünden in noch Siebe verlaſſen, wie unſere elende Pfaffen
Tod,
=
K ‚ h
in allerley Sammer. und Elend gefallen,| und Mönche und Papiften fun, - |
) wäre er. ohne allen Zweifel folches Betrübniß] Da St. Bernhards, ein groffer, frommer, hei⸗
halben geftorben, wo er nicht durch die Ber-| ligrMann,der auch ein fehr geftreng Leben gefuͤh⸗
beiflung, fo ihme von des Weibes Saamenge-| vet, jetzt fterberfoll, fpricht und beichtet er ale
geben, geſtaͤrkt und erhalten wäre, ſo: Ach mein GOtt, du findeft nichts Gu⸗
An; tes an mir , welches du mir belohnen fouft!
i Da nun feine Soͤhne einer den andern er-Jich habe mein Leben vergeblich zubracht,
mordet, da fiehet er, daß diß Herzleid durch dann ein fündlich Leben geführt, und ich
ihn erftlich in die Welt gebracht; heulet und | kann jegt folches nicht büffen noch bezahlen,
weinet, und enthäle fic) von feinem Weibe 130. | Dei troͤſte ich mich aber ‚daB du, GOtt, ein
Jahre. Als follte er fagen: Soll es alfo zu-| geaͤngſtes und zerfchlagen Herz nicht wirft
sehen, will ic) Feine Kinder mehr zeugen; und |verachten, Gebet, da hat St. Bernhard eis
würde vielleicht Feine Kinder mehr gezeugt ha⸗ nen andern Glauben, denn unfere Möncheund
ben, wo er nicht durch das Gebot GOTTes, |Pfaffen, nemlic einen ſolchen Glauben, der
wachfer und mehrer euch, dazu gedrungen waͤ⸗ ſich nicht auf die Hoffnung und Liebe, und an⸗
re, GErführeteein fold) geftreng eben, als Fein dere Tugenden, wiewol fie St. Bernhard hat,
Menfch auf Erden, daß aller Mönchen und |verläffet ; fondern allein auf die bloffe Barmher⸗
Einſiedler Leben lauter Narrenwerk und Affen⸗ zigkeit GOttes. Davon wäre wol viel zu ſchrei⸗
fpiel gegen. diefem unferm erften Water ift:|ben, es wird aber in diefem Bericht zu viel,
irinket lauter Waſſer, iffet fein $ebenlang Fein | und ift von andern reichlich befchrieben, wenn
Fiſch noch Fleiſch; fondern allein die Fruͤchte es beyden Papiften helfen ſollte. Es gehet aber
der Erden: liegt unter dem Himmel auf der |alfo zu, wie der 38. Pfalm von diefen Leuten
bioffen Erden: ift allein mit Ziegenfell bedeckt: |fpricht: Ihe Wären ift gleich wie das Wüs
leider Kälte und Hiße, Schnee, Regen, Un:
gewitter: thut groffe Arbeit, faſtet, betet, wa⸗
chet: fuͤhret diß geſtrenge Leben 930. Jahr in
der Wuͤſten, unter den unvernuͤnftigen Thie—
ten und bey feinen Kindern : iſt geſchmuͤckt mit
groſſer Hoffnung, Liebe, Geduld und allerley
derrlichen Tugenden, D was haf erfolchelan-
ge Zeit, und wie groffe und mannigfältige
— — —
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em ee ni Anz Wenn ana reiner senden
ter, die ihr Oht zuftopft, daß fie nicht hoͤ⸗
redie Stimme des Zauberers, des Beſchwoͤ⸗
rers , der wohl beſchwoͤren Kann.
Kurzum , ſie verharren,als die Berftocten,dars
auf, wie albie ihre Propofition lautet, daß mir
nicht allein durch den Glauben, das ift, aus
Barmherzigkeit GOttes, um JEſu CHrifti
Schlangenbiffe, groffe geiftliche Anfechtungen| willen, fondern auch durch unfere Hoffnung und
„leiden müflen. Jedoch ſtehet des trefflichen, Bo: | Liebe und andere gute Werke, Vergebung ver .
ben und heiligen Mannes Hoffen und Vertrau Sünden haben. Das ift ihre Lehre, welche fie
en nicht auf ſolchem feinem Karten und ftren: | mit Schwerdt, Feuer und Mord, als Teufels
gen Jeben, welches er alfo viele Hundert Syahre Gliedmaffen, wie du jetzt ſieheſt, vercheidigen.
' jammerlic) zubringen hat müflen; noch auch Damider fprihe St. Paulus alſo zIim.ıs
> auf den hohen Tugenden, mit welchen ihn GOtt Der uns bat felia gemacht, und beruffen
begabet und geſchmuͤckt Hat, fondern er troͤſtet miteinem hen. Ruf, nicht nach unfern Wer⸗
und freuet fich in feinem ganzen Leben allein Een fondern nachfeinem Dorfagund Önade,
Des Weibes Saamen, unfers lieben HErrn die uns gegeben ft in CSriſſo IEſu vor
Seh Chriſti, daß er durd) denfelbigen wie- der Zeit der Welt. Rom.3: So baltenwig
der die Verſohnung, Wergebung der Sün- es nun, daß der Menſch gerecht werde, oh⸗
ben und das ewige teben hat. Alfo haben al. ne des Geſetzes Werk, allein ducch den
IE Heiligen GOttes gethan, ſich allein auf Chri· Blauben. Tit. 3: Nicht um der Werke wil⸗
Rum JEſum, und auf Feine ihre Hoffnung len der Gerechtigkeit, die wir gethan hat⸗
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a BER |
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ten einer Schlangen, wie eine taube Ot-
* — , ı ı«
1485 Cap.ıg. Don der durch Convente u Reichstägegefüchten Religionsvergl. 1487
sen; fondern nac feiner Barmherzigkeit, ‚verlaffen werden, durch Das Hlıc Des
machte er uns felig. len. | verNöbners vergeben werden; jedoch,
Wenn man nun folche klare und helle Spruͤche ſo jemand veftiglich und gewiß glaͤubet
den Pfaffen und Moͤnchen vor die Augen ſtel⸗ daß ıbme feine Sünden vergeben find, >
- let, fo fühnzieren fie Kmit Züchten zu reben,) | no nicht feine Schwachbeir und (ae) .
folchen Geifer und Rotz darüber, daB einem rechtigkeit betrachtet, derjeldige folger ©
Davor efelt und grauef. Jedoch find etliche br feinen vermeffenen Gedanken denm
Eiel, welche diß alles für lauter Zucker und mebr feinen ver CORIGEN, SEHE iu
Honig halten; wie aber das Vieh iſt, (mie je der beil. Schuift, u 0
mer fagte,) fo iſt auch der Stall. Difputire| Da ſieheſt du, was vor eine fehöne troͤſtliche
und colloquire nun mit ihnen, wer dazu Luſt Lehre der Pabſt und die Sophiſten in ihrer
hat, ich Habfeingnug, denn alles vergebens, und Kirche tüßten; — höreft du, daß fie
ift nichts beſchwerlichers in folchen Colloquiis, befennen, dag alle Sünde durch das Blut des
denn Daß man greuliche Verfaͤlſchung der goͤtt · Verſohners verlaffen werden ; und ſagen doch,
chen Siheit und Pr ———— — 3
der verſuchs, und erfahrs. ſolle, — ————
— he pen find. Ich foll glauben, dag
V. Durch das Blut des Verföhners die Sünden
Die Werke der Buſſe, welche zu der vergeben werden; ſoll aber doch beyfeib nice
-Rechrfertigung,, eines alten Menſchen, glauben, daß fie mie vergeben find; fondern J
* icht die ich ſoll in ewigem Zweifel ſtehen, ob mit
vonnoͤthen ſind, verdienen nicht die ich DC BE €
efertigung, | Sünde erlajfen, oder niche erlaſſen find. Denn |
Ach — dieweil ich noch ſchwach und gebrechlich bin,
Die Sophiften gebrauchen nicht Rede und ‚fo wäre es eine greſſe Vermeſſenheit, wenn ich
Sorache der deiligen Schrift, ſondern rühren glauben wollte, dag mir die Sünde vergeben
eine Kotwelfche Sprache, Die fie aus aller Bar⸗ ‚werde; und fegen Die Gottesläfterer Dazu, daß
- baren felbft erdichtet, und ſelbſt auch nicht alle- Diches nicht in der Beiligen Schrift gegründet '
zeit verfteßen; und mit Fleiß alfo reden, daß, daß ein Menfch der Vergebung feiner '
man fie nicht verfteßen foll, und fie ihre Rede, Sunden möge gewiß fepn, | j
wie fie wollen deuten und lenken mögen, dar« | Da fiehe und betrachte nun, was des Da |
um bös mit folden Leuten zu reden. Es iſt ind der Seinen vor eine erſchreckliche und greue »
ein alt Spruͤchwort: Veritatis oratio fimplex: iche Seßre iſt, davon Fein Menfch einen bes -
Was wahr ift, Das iſt leicht, richtig und „ET ſtaͤndigen Troft Haben Fann, und fiers fein ı
ftändlih, was falfh, das ift dunkel, und dorf Sehenlang bisim Tod im Zweifel an der Gina |
viel Flickens und Bermäntlens. den GYttes und Bergebung der Sünden ftes
In der naͤchſten Propoſition haben ſie ge⸗ hen ſoll, und ſolchen Zweifel halten fie fuͤr eine
ſetzt, daß der Glaube nicht gnug ſey zu der ſonderliche Tugend, und heiſſens eine Furcht
Rechtfertigung der Menſchen, fondern daß Gtes, und allegiren den Spruch Spruchh
auch Hoffnung und Siebe vonnoͤthen find. Al⸗ ‚28: Beatushomo,qui femper eft Pauidus,qui ve- -
Bie aber fagen jie, daß ſolche Werke die Recht „— Imentis ef durz, corruet inmalum: DohE I
fertigung nicht verdienen; vermengen alfo eins ‚dem, der fich allweg fürchtet, wer sberhals- =
in das andere, und willen nicht, was fie ſa⸗ Harrig ift, wird in Unglüd fallen, |
gen; darum iſt auch nichts beftändiges in ihrer Da hoͤreſt du ifre Grammarica und Kunſt,
$ehre. daß fürchten, Seiffet an feiner Gnade und Ver-
7
u .e_ ‚|gebung der Sünden zweifeln. mai
Wiewol das gewißift, daß alle Sin, —— zweifeln. Wenn du
= —
——
alles gethan haſt, das d k
den, welche je verlaſſen ſind, oder noch rer denn dich der Dabit, See =. In
aeg V.Abfehn, Von den Reichstägen su Speyer, Worms und Regenfpurg. 1489
bung deiner Suͤnden follft zweifeln, und nicht daß ich mic), du dich, befeßren von unferm
willen, ob dir GOtt gnädig oder ungnaͤdig ſey, Weſen, und leben. Und daß er kein Gefallen
das iſt, du folft zum Teufel mit ſolchem Zwei- Ian meinem oder deinem Tode Habe, das ift, daß
R fet, mit dem Pabſt und allen den Seinen in Ab» ler uns unfere Sünden will vergeben, und fellg
grund der Hölle fahren. 0, machen: das gebeut und betheuret GOtt durch
17 Diefe Lehre des Pabits, dag man zweifeln einen groffen Eid, durch fich felbft gefchworen,
ſoll an der Vergebung der Sünden, iſt nicht daß ich esja gewiß und veftiglichglaubenfoll,
des Dabits, fondern des leidigen Teufels felbft,| Was fagt aber und gebeut der Pabſt und
* ſtracks wider die heilige Schrift und Ver⸗ die Seinen? Die ſagen, wie du alhie in dieſer
deiſſung GOttes. Davon wol viel wäre zu Propoſition hoͤreſt, daß du ſolches nicht gewiß
i reiben, wenn es in Diefem Bericht, der furz Iglauben, ſondern daran zweifeln follft. Ey
i
1 £
ſehn foll, nicht zu lang würde. daß dich GOtt ſtrafe, du Gortesläfterer! fol
en im Pabftehum fein anderer Greuel ich GOtt nicht glauben, der mir fo theuer
noch Irrthum, denn diefer allein waͤre, fo wäre ſchwoͤret, und der da die Wahrheit felbit iſt
es doch Urſach gnug, warum jedermann das und niemand befreuget, wem foll ich denn glau-
Pabſtthum, als den Teufel felbft, fliehen und ben? Sa, vielleicht dir, und deinem Vater,
vermeiden fole. > Imelcher von Anbeginn ein Bater der Lügen, und
Sag mir ber, du Paöftefel, warum gibt ein Mörder ift und bleibe. 22
Gstt der HErr die Verheiſſung von feinem) - Da fieheft du, was des Pabfts Lehre vor ei⸗
I Soßne Adam, Abraham, Iſaac, Jacob und ne Gottesläfterung ift, welche GOtt zum Luͤg⸗
‚allen ihren Nachkoͤmmlingen, daß in Abra= ner machen will, und gebeut, Daß ic) nich ge«
dams Saamen alle Voͤlker auf Erden follen wiß glauben foll, dem, das mir GH ſchwoͤ⸗
geſegnet werden ? Thut er e8 nicht Darum, daß ret und verheiſſet. Wäre es doch Fein Wun⸗
' Abraham, du und ich und alle Menfchen auf der, daß fi) das Erdreich aufthät, und das
| Erden gerißlich glauben follen, daß wir durch Pabſtthum famt allen den Seinen lebendig in
SJEſum Epriftum, Abrahams Saamen, den | Abgrund der Höllen verfchlünge; noch willman
Y
i
en
Segen der Vergebung der Sünden und des ewi⸗ jetzt mit Schwerdt und Krieg Deutfchland da-
‚gen Lebens haben, wie er hie verheiſſen, und dar⸗ | hin dringen und zwingen, daß fie die rechte GOt⸗
nach durch denTod und Auferſtehung des HErrn tes Lehre verlaffen, und foldye, des Pabſts und
Chriſti erfuͤllet ift, und durch die ‘Predigt des Ev⸗ | Teufels Lehre wieder annehmen foll- ei:
angelii ausgebreitet wird ? GOtt der HErreßut) Chriſtus, derda fistindem Schoosdes Va⸗
einen groſſen ſchweren Eid bey fich felbft, da er ters, und allein weiß, was der Wille des Va⸗
Ezech. 33. alfo ſchwoͤret: So wahr als ich ters gegen mir und Dir fey, derfelbige fpricht als
Iebe, fpricht der HErr, ich babe Fein Be ſo: Das ift der Wille des Daters, der mich
fallen am Tode des Bottlofen, fordern geſandt, daß, wer den Sohn fiehet, und
daß fich der Bottlofe befehre von feinem glaubet an ihn, babe das ewige Heben, _
\ Wefen, und lebe. RUN + 1Da höreft du und ich, daß wenn ich und du an
Das iſt ein groſſer Schwur, und eine groffe | SEfum: Epriftum glauben, daß mir gewißlich
Verheiſſung, welche GOtt mir und dir, die das ewige $eben haben. Das ſagt Chriſtus,
ie leider goftlos find, zu unferm Troſt und GOttes Sohn, die ewige Wahrheit, und vers
Seligfeit gegeben hat: Daß, fo wahr, als ſiegelt ſolche Verheiſſung durch feinen eigenen
Gott lebt, (welches je gewiß und nicht zwei: Tod und Blut, und beftärige fiedurd) feine Auf⸗
felhaftig iſt, ich geroiß wiſſen und glauben ſoll, erftehung und Himmelfahrt. a
wie mie alfier und in dem erſten Gebot gebo-| Was fagt aber der Pabſt famt feinen Collo-
ten wird, daß ich einen folchen GOtt Habe, cutoribus? Diefelbige, wie du gehöret Haft, ſpre⸗
‚ welcher Feinen Gefallen an meinem und deinem, | chen alfo, daß du glauben follt, daß die Suͤn⸗
' oder eines jeden Sünders Tod Babe, fordern |den durch Das Blut des Verſoͤhners verlaffen
Lutheri Schriften 17. Theil, . Bbbbb wer⸗
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1496 Cap. i8. Von der durch Conv
247
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werden, du follft aber nicht glauben, daß feinem oner werden; wie Ct. Paulus
‚die auch, durch folch Blut, werlaffen werden;
‚denn folches wäre eine groffe Vermeſſenheit,
unddaß du folches deiner Schwachheit und Ge⸗
brechlichkeit halben nicht thun ſollſt; Chriſtus
aber ſpricht: Wer an mich glaubet, er ſey,
wer er wolle, der hat das ewige Leben.
“ Da magit du nun glauben, wem du willt;
ich will Ehrifto glauben, der wird mid) nicht
betriegen, noch verführen, deßbinichgewiß.
Sag mir, warum gibe uns GEOtt folche
Berheiffung? Thut ers.nicht darum, daß ic)
und du diefelbige follen durch den Glauben
annehmen, und ihn für einen freuen und wahr:
Haftigen GOtt Halten, der geben kann und will,
‚alles das, fo er uns verheiffet und zuſagt?
Henn id) denn an feinen Berbeiffungen und Zu-
- Tagungen noch foll zweifeln, wie mid) dieſe
Collocutores lehren, was thue ic) anders ‚denn
Daß id) GOtt nicht für wahrhaftig, fondern
für einen Luͤgner halte, welchem nicht gewiß |
zu frauen, noch zuglauben fey ? N.
Ja, ſprechen fie, alfo gewiß die Vergebung
der Sünden zu glauben, Das ift eine Vermeſ⸗
ſenheit. Dazufageich, Daß wahr wäre, wenn ich
"ohne GHttes Wort und Verheiſſung, oder
meiner Verdienft halben, mie fie hun, glau-
‚ben wollte, daß ic) Vergebung der Sünden
a Kr
Sr de f} Ste J Reliator
ſpricht: Daß etlibe nicht giauben, ı
GOtt geredet hat: wasliegt daran
ihr. Unglaube GOttes Glauben
ben? Das ſey ferne. Es bleibe vi |
alſo, daß GOtt fey wahrhaftig, und Ale |
Wenſchen falfch ‚wie gefchrieben ſtehet: auf
daß du gerecht feyelt in deinen Worten,
und uͤberwindeſt, wenn du gerichter wirfk
Ich weiß, leider, wohl, daß groffe Schwach. -
heit und Gebrechlichkeit noch an mirift, und be⸗
meine fie taͤglich; aber ver Schwachheit hat
ben will ic) Dennoch nicht verzagen, noch ver⸗
zweiflen; Dann eben datum gibt mir GOtt der
der Here ſolche Verheiſſung feiner Gnaden
und Barmherzigkeit, daß ich nicht , wie Sat
oder Judas, verzweifle, und ſoll mich meine
Gebrechlichfeit dahin nicht bringen, daß ik
derfelben halben Die Verheiſſung der Gnaden ı
GOttes follte verlaſſen.
Und: wiewol Angſt und Schrecken in Ehre
lichen Herzen fuͤr und für bleibet, von wen
gen eigner Unreinigkeit: ſo ſollſt du dennoch
dagegen die Verheifſung faſſen, und ven Schres
cken uͤberwinden, und nicht von wegen eigener |
Unmwürdigfeit von der Verheiſſung fallen; -
denn, wie man fpricht, wir finds nicht wuͤr⸗
dig, aber nothduͤrftig: fondern
hätte. Das wäre wol eine Bermeffenheit.\ ic) und du das thun, daß wir
fieße zu, daß
foiche unf ir |
Diemeil aber mir da GOttes Wort und Ver: | Schwachhelt und Sünde erfennen, dieſelbige
heiſſung vor Augen ftehet, und mir bey Ver⸗ bemeinen, und GOtt unferm HEern klagen,
luſt meiner Seelen Seligkeit, durch das er: | Bufle ehun, und uns beſſern; darnach, mie er uns
ſte Gebot, geboren wird, daß ih GOtt, mei: |in feiner Verheiſſung verfprochen, und ſich ges
nem Herrn, glauben foll, was er mir jagt gen uns, durd) fein feibft End, und hernach⸗
- and verbeiffets fo foll es Feine Vermeſſenheit; mals durch die Sendung feines Sohnes, ger |
ſondern ein feyuldiger Dienft und Gehorfam!gen ung verbunden, dag wir glauben, daß |
gegen Oott heiflen, daß ich ihn füreinen freu. ‚fein Wille nicht fey, daß wie follen fterben und |
‚en und wabrhaftigen GOtt in feinem Wort verderben; fondern leben und ſelig werben,
and Berbeiffung halte. hd wie dann Ehriftus Joh. 3. auch fpriche: Ale
Ja , fpredien fie ferner: Es ift noch viele; fo hat GOtt die Welr gelieber, daß er ſei
groſſe Schwachheit und Gebrechlichfeit an uns| nen einigen Sohn aab, aufdaß alle, diean 1
alten ‚welcher halben niemand der Vergebung ihn glauben, nicht verloren werden, ſondern
- feiner Sünden kann gewiß ſeyn. Es heiſſet, Das ewige Neben haben, - — |
Schwachheit hin, Schwachheit fer , fo follund! Das iſt die erfte Urfache, warum man nicht
‚muß gieihwol GOttes Wort und Berbeiffung zweiflen; fondern der Gnaden und Vergebung '
wahrhaftig und beftändig ‚bleiben, und foll der Sünden gewiß, und diefelbe veitiglich
Ssit nicht durch meine Schwachheit zu ei⸗ glauben fol, nemlich, die Berkeiffung Ode"
Ta
*
Sünde, um feines Sohns wiuen nicht \Önade GOttes und Vergebung der Sünden
4 nen: Dann wenn ich an folcher Zu: zweifeln foll; tie denn der Teufel in ſolchem
irde ich GOtt den HEren zu einem Lügner ſten, und werden datum aud) fogenannt, daß
hen wollen; wie dieſe Collocutores ſamt ih⸗ wir gewiß wiſſen und glauben, daß wir am
sem Pabft thun. Da behuͤte mich GOtt vor! De- |ÖDE einen gnädigen Water durch unfern
zohalben ſieheſt du, daß Diefe alle Gotteslaͤſterer HErrn Epriftum Haben welcher uns nicht will
- find, melche lehren, daß ich an GOttes gnädl- |verwerfen; fondern unfer Gebet erhoͤren / fchü«
m Willen gegen mir foll zweiflen, fo er doch | Gen und: felig machen. | *
nen Willen mir, durch feinen Sohn, dur) | Die dritte Urſache, warum ich nicht zwei—
bare. x | Kind GOttes fey, it das Amt der Predige
Die andere Urſach, warum ich nicht zweif-⸗ [des götelichen Worts und die Reichung der Sa«
den fol, ift Chriſtus JEſus, GOttes Sohn , |eramenten. Denn je das gewiß, daß die Pre=
der mie und der Welt gefande iſt. Dann je digt des Evangelii nicht vergeblidy von GOtt
das gewiß iſt, daß dieſer HErr in diefe geeu- |muß befoßlen und en ſeyn; es muß ja
.) liche Marter und Pein, und in den Tod des |fold) Amt eine fonderliche Kraft und Wirkung
Ceeunzes, nicht vergeblich gefande iſt; ſondern haben, wie St. Paulus daſſelbe gar herrlich
daß folches darum gefinehen, wie St. Paulus ruͤhmet, da er fpricht: Ich ſchaͤme mich des
1,Galat. 3. und 4. fpriche, auf. daß er die, ſo Evangelii von IEſu Ehrifto nicht, denn
| die Rindfehaft empfiengen. Item: Chri⸗ chet, alle, die daran glauben. ( Röm. 1,16.)
ſius ift darum ein Stucht für uns worden, | Denn das iſt je gewiß, daß der Kicchen,
Wenn ich denn num nicht gewiß und vefti- deshalben gegeben und zu erhalten. befohlen,
glich gläuben ſoll, Daß ich unter der Gna— daß die Seute ihr Sebenlang in ſtetem und ewi⸗
„den, und nicht mehr unter dem Fluch Des Öe- |gem Zweifel von der Gnade GOttes und von
\ eis; daß ich ein Kind, Erbe GOttes, und |Bergebung der Sünden bleiben follen : dann
| Miterbe des HEren Epeifti fey: ſo iſt Chriftus | foldyes Zweifeln iſt uns, leider, von Natur anz
) vergebens geftorben, und find alle Wohltha- |geboren, und der gröften und ärgften Stuͤcke
“ten des HEren Chriſti vergeblich, und mir |eines,der Berderbung unferer Natur und Erb-
nichts mug. Dann despalben it Chriftus, |fünden; derohalben nicht vonnoͤthen, daß
" mad) den Verheiſſungen zuvor Den Vätern, und |man die Leute lehre an GOttes Gnaden und
" nad) den Weiffagungen der Propheten, von | Willen gegen uns zweifeln, dieweil wir ſolches
' ißme gefcheben, in Die Weltvon GOtt geſandt, leider, ſelbſt von Natur thun: fondern GHFE
dat gelitten, iſt geftorben und von den Tod: hat darum das Predigtame eingefegt, daß. er
' ‚ten auferftanden; auf daß jedermann gewiß dadurch der, verderbten Natur Helfen, und. fol«
wuͤrde, daß durch ihn Die Berföhnung geſche⸗ | hem Zweifel ffeuren und wehren wolle. _
hen , und wie Paulus zun Coloſſern fpricht, ung] Dann Gott der HErr fieher, daß Die Ges
' alle Sünde geſchenkt, und die Zandſchrift fo wiſſen, fo ihre Sünden erfennen, und vor fei«
| . wider uns war, ausgetilget, Gerechtigkeit nem Zorn erſchrecken, entweder an feiner Gna⸗
und ewiges Leben, durch ihn uns gegeben fen, wie |de und Güte zweifeln, oder in greuliche Wera
er Roͤm. 4. ſagt: Chriſtus ift um unſertwil⸗ achtung GOttes, oder ganz in Berzmwelfelung, -
1 len bingegeben, und. um unſer Berechtig: |wie Cain, Saul und Judas, fallen. Auf
keit willen auferwedt. | daß nun ſolches nicht geſchehe, beruffet er durch
—4
Derohalben find nicht Chriſten, ſondern Teu- das ———— geuse zur Buſſe, und an
| N bb 2
und Verfeiffung GOttes zweifelte: | Zweifel fteher. Dann deshalben find wir Chri.
feine liebe Propheten und Apoſteln Hat geoffen- fein; fondern gewiß wiffen foll, daß ih ein
daß er uns vom Fluch des Brfeges erlöfete. |der Gemeinde GOttes, das Predigtamt nicht
heifa
‘
"ung zugefagt hat, daß: er uns uns |fel, melche die Seufe.lehren, daß man an dee
unter dem Befeg waren, erlöfere, und wir es ift eine Kraft GGttes die da feligma.
1 294 Cap. 13. Donder durch Tonvente u.Reichsräge ge 495
eiſſet und giebet ihnen zugleich Vergebung der alſo fpricht Paulus Gal. 3: Ihr feyd ale
—— JEſu Chriſti ſeines Sohns willen. GOttes Rinder durch den Glauben an
Ueber das gibt er ihnen, zu mehrerer Ver. Chriſto IEſu, denn wie viel euer getauft
ſicherung und Stärfung ihres Glaubens, die find, die haben Ehriftum angezogen.
Sacramenten und den Heiligen Geift , als ge
wiſſe Pfandzeichen feiner Güte und Gnade ge- | foll nicht gewiß feyn, ob fie auch Gnade und
en ihnen, auf daß fie durd) die Stimme und
Predigt des Evangelüi, als Brief, und durd)
die Sacrament und den Helligen Geift, als
Siegeln feiner Gnaden, der Vergebung der
Sünden und Seligkeit reichlich und über:
fluͤßig verfichert werden,
Wo nun niemand der Gnaden OOttes, ‚der
Vergebung der Suͤnden und Seligkeit gewiß
ſeyn ſoll, wie uns die Collocutores lehren: ſo
iſt die Predigt des Evangelii ganz vergebens,
und find die Sacrament nichts anders denn
vergeblicheSpedtacula. Da iſt auch Beicht und
Abfolution vergeblich. Denn du böreft, daß
du daran zweifeln follft , ſo doch Ehriftus an
vielen Dertern felbft ſpricht: Welchen ihr die
Suͤnde erlaſſet, denen find fie erlaffen ‚und
welchen ihr fie bebaltet , denen find fie be»
halten, Item: Weib, dein Blaube bat dich
felig gemacht.
angenommen fey.
— an Ba
uchten Religionsvergl. 1496
nf
5 Fr
de f
Sie lehren „die Taufe wirfe Gnade, ich aber
Vergebung der Sünden in mir twirfe: morgu
iſt mir denn die Taufe nug, wenn ich nie
wiſſen foll,. daß mir meine Sünden dadurd
abgewafchen werden? Der Kämmerer ver
nigin aus Moßrenland wird nicht deshalbe u
von Philippo getauft, daß er glaube, dur
die Taufe werden die Sünden um Chrifti will
len vergeben, und die Leute zu Gnaden von”
Gott angenommen; fondern daß er glaube,ı
daß durch ſolche Taufe ihme feine Sünden ab."
gewafchen, und er felbft zu Gnaden von Sa
“a
Zum legten fagen fie in diefer Propofition,
daß nicht in der heiligen Schrift ſtehe Dagdu
Durch deinen beftändigen und veſten Glauben”
an en Vergebung der Sünden haben!”
moge * IM m
Ad) du Fieber HErr GOtt! wol arme elen
de, verftockte und verblendte Leute find das, und I”
Dann diefe ihre diftindtio, quod Sacramen-| wollen doc) Häupter und Lehrer der Chriſten⸗
ta., quoad autoritatem et virtutem DEI ope-| heit feyn; wiſſen nicht, was Chriftus, Glauı
‚rantis in illis, certum effectum gratie ope-|be und Gerechtigkeit, Furcht, oder Siebe, diß
rantur; ſed quoad fufeipientem, incertum|oder jenes ift. Das mögen fie ihren ſophi⸗
‚operantur, das iſt, Die Sacramenten, dieweil ſtiſchen Lehrern danken, welche fie allein,
Gott durd) diefelben Fräftig ift, fowirfen fie] und nicht die Heilige Schrift felbft, gelefen.
die gewiſſe Gnade; deraber, fodie Sacramen- |
Sage mir, was lehret die ganze heilige
ten empfäßet, der kann foldyer Gnaden nicht Schrift anders, aufferhalb des Gefeßes Jehre,
gewiß feyn: das ift lauter Sophifteren und| dann daß du und ic), und alle andere, fo füla |”
Teufelslehre, welcher feinen Zweifel roider die) ches gläuben, Vergebung der Sünden durch
Lehre des Glaubens in die Kirchen hat wollen) SEfum Epriftum, unfern Mittler, haben? 7
‘einführen. Dann je die Sacramenten deshal-| und daß ınan durch den Glauben den Heiligen
ben eingefeßt, daß fie nicht allein in genere ‚| Geift empfahe, welcher ung nicht in Zweifel, /
in der gemeine, Gnade wirfen follen; fon-] alsdie Papiften ihre Leute lehren, ftehen laͤſſet;
dern daß ein jeder, fo fie empfäher, der Gna⸗ fondern ung gewiß machet, daß wir Berges
den GOttes, fo ihm durch das Sacrament zu⸗ bung der Sünden, und dag ewige Leben durch
gefagt und gegeben wird, gewiß fenn ſolle; IEſum Ehriftum aus Gnaden, ohne unfer Berz
wie auch die Worte der Einfeßung der Taufe) Dienft Haben.
lauten: Wer da glauber und getauft wird,
Und daß das die Summa, und die Haupt
ver wird felig. Wenn ich nun glaube und) lehre-der ganzen heiligen Schrift fen: fo Höre,
‚getauft bin, fo foll ich gewiß fenn, daß ic) die) nicht mas ich, fondern der Heilige Apoftel Pes
Seligkeit durch Chriftum JEſum Hab; dann! teus fager, der fpriche Apoftg, 10. alſo: 4!
P * \ £ 183
— — — —— — — — — — —
u — VAbſchn. Don den Reichstägen zu Speyer, Worms und Regenſpurg. 1497
deſem zeugen alle Propheten, daß durch lehren, daß alle Sünden, welche je verlaffen
feinen Namen alle, die an ihn glauben, |feynd, oder nod) verlaffen werden, durd) das.
Vergebung der Sünden empfaben follen. Blut des Berföhners vergeben werden, Und
Da haſt du aller Propheten Zeugniß auf einem [lehren doc) hernach, Daß niemand feiner Bers
Haufen ‚daß du Vergebung der Sünden durch |gebung der Sünden ungewiß feyn-foll, dann
den Glauben an JEſum Ehriftum haft. Mod) das wäre eine Vermeſſenheit, und hieß, GOtt
ſeynd diefe fehändliche Parififche und Loͤviſche nicht fürchten; wie fie fagen.
Sophiſten fo unverſchaͤmt, daß fie dürfen fa-| Da höreft Du, was ihre Lehre von Verge⸗
gen, diefe Lehre fey nicht in der heiligen Schrift |bung der Sünde if. Ich fol glauben, daß
gegründet. in genere, in der gemein, die Sünden durd)
Da iſt nun feines Zeugniß der Heiligen Ehriftum vergeben werden; ich foll aber nicht
Schrift mehr vonnoͤthen, dieweil alle Prophe- wiſſen, ob fie auch Mir gewißlich vergeben wer»
‚ten foldjes zeugen, und der Heiligen Apoftel\den; das ift des Pabfts und diefer Collo⸗
‚Stimme und Lehre, mit der Propheten Schrift cutoren Glaube. |
— Jedoch will ich allein ein, Was ift aber das für ein Glaube? fag
oder zween Sprüche, alhie mehr anzeigen. her. Glaube nicht auch der Teufel, daß. die
Alſo fpricht St. Paulus Röm. 8: So ift Sünden um JEſu Chriſti GOttes Sohns
! us nichts verdammliches an denen, die willen vergeben werden? Ja freylich glaͤubt
‚in Ebrifto JEſu ſeynd, dienicht nachdem ers, darum wuͤtet und tobet er auch fo heftig
‚steif wandeln; fondern nach dem Beift. wider diefen Glauben. Er glaubet aber nicht,
Item: Wer Ehrifti Beift nicht hat, der daß ihme, dem Teufel , feine Sünden um Chri⸗
iſt nicht fein, fti willen vergeben werden, das kann und will
Item Welche der Beift GOttes treiber, er nicht glauben. Darum fieheft du, daßgar _
die feynd GOttes Rinder, denn ihr habt | Fein Unterfcheid ift zwifchen des Pabits und
nicht einen Inechtlichen Beift empfangen, der Teufel Glauben.
daß ihr euch abermal fürchten mäfler; fon»| Der Engel fpriht: Euch ift heute der Sei⸗
‚dern ihr habt einen Findlichen Beift em. | Iand geboren, welder ift Chriſtus der
pfangen, durch welchen wirruffen, Abba, SFr. Wenn id) nun nicht glaube, daß
lieber Dater , derfelbiae Beift gibt Zeug: Chriftus GOttes Sohn Mir, und zu meiner
if unferm Beilt, dab wir SGOTTEGS Gerechtigkeit und Seligkeit fey geboren, habe
Binder ſeynd. Seynd wir denn Rin:| für meine Sünde müffen leiden und flerben,
‚der, fo ſeynd wir auch Erben, nemlich daß ich meiner Seligfeit durch feinen Tod und
GOttes Erben, und Witerben Eprifti. Auferftehung gewiß fen: fo ift mir Chriſtus
Gal 3: hr feyd alle GOttes Rinder nichts nuß, Dann auch alfo fpriche St. Bern-
‚ durch den Blauben an JEſu Chriſto. hardus in fermone de Annunciatione Marix:
Da böreft Du, was das vor klare und helle Wann du glaubeft, daB deine Sünden
’ Sprüche find, welcher die ganze Schrift voll nicht Fönnen getilget werden, denn von
it, die da alle anzeigen, daß die Gerechtigkeit, deme, wider welchen du allein gefündiger
Vergebung der Sünden und Seligkeit durch) haft, fo thuft du recht. Es ift aber auch
den Glauben an JEſum Chriſtum komme, das vonnötben, daß derfelbige auch dir,
; und daß wir diefer herrlichen Güter gewiß feyn, |deine Sünde vergebe, dann das ift das
‚ und beyleib niche daran zweifeln follen, denn | Seugniß, welches der Heilige Beift uns in
dern Ölauben nichts fo zuwider ift, als zweif: |unfer Herzgibt, dir feynd deine Sündenver- -
len. I, geben. Und das ift die MeynungSt. Pauli,da
In diefer Propofition aber iſt noch ein fon-|er ſpricht: Wir halten, daB der Menſch aus
derlich Gift, welches den Unverftändigen aud) | Enaden gerscht werde durch den Glauben.
vonnoͤthen anzuzeigen; nemlich Das, Haß fie] Da fieheit du nun, was die Papiften und
lt Bbbbbz Sophi⸗
4
Pa
1498 Cap.ı8.Von der ducdyConvente u. Reichstäge gefüchten Bel
‚daß es dem Pabft und den
ſchwer ſeyn wird.
Sophiſten von der Vergebung der Suͤnden
lehren, Daß du glauben ſollſt, daß alle Sünden,
fo jemals vergeben feynd, oder vergeben wer»
den, die werden durch Das Blut des Verſoͤh⸗
ners vergeben ; du follt aber nicht gewiß
"glauben, daß auch die deine Sünden durch
ſolch Blut des Mittlers vergeben werden;
ſondern in ewigem Zweifel alfo bis an dein En-
‘de ftehen. Was das für eine Lehre und Nelis
gion fen, achte ich, daß (GOtt Lob!) unfere
Deutſchen, welche das Evangelium nur ges
bhoͤrt und gelernet, follen richten und urcheilen feln. Wenn er fchon höret „daß Suͤnden du
konnen, daß alfo durch des Pabfts Lehr Die das Blur des Verföhners vergeben werd
- Berkeiffung GOttes von feiner Önade, Barm: |foll er dennod) nicht gewiß ſeyn, fordern
herzigkeit und Vergebung der Sünden, die |feln, ob aud)
ehre des Evangelii, der rechte Brauch Der |werden.
Saccramenten, die Gabe des Heiligen Geiftss,
ganz rein aufgehoben, und die Jeute in ewigen
weifel, das ift, in Abgrund der Höllen zum
Teufel geführee werben. |
Dann wir je, (GOtt ſey Job!) wie oben ge:
hört, wiſſen, daß die Berheiffungen GOttes,
Die Predigt des Evangelli, die Secramenten,
und die Gabe des Heiligen Geiftes, darum
uns von GHrE gegeben, daß nicht in genere
"und in der gemein eine Bergebung der
Sünde geglaubet werde; fondern daß Ich auch,
‚and Du, und ein jeder infonderheit, von ſich
ſelbſt, feiner Sünden Vergebung, Gerechtig-
keit und Seligkeit alfo gewiß fey, als GOtt
im Himmel Iebet, und daß diß alles, zu Ver⸗
ſicherung und Stärke dieſes Glaubens, von
Gott aifo anbefohlen und eingeſetzet.
Darum Feine menfchlihe Zunge ausreden
‘re. vor eine gotcesiäfterifche und verdammili:
und Befehl ſtreitet, und nichts niche, dann ein
Seelmoͤrdergrube ift, welche fo viele unzäßlige
Seelen janmerlich in Abgrund der Hölle gefüh.
ret hat, daß alle Ereaturen darüber wehklagen,
“und Zeter Mordio über folche greuliche See»
lenmoͤrder ſchreyen follten; wie fie dann am
Juͤngſten Tag fehreyen und Flagen werden: ja
wie St. Paulus Roͤm. 8. fpricht, jegund
ſchon ſich darüber zerängften und zermartern,
kannſt du wol thun. Wille du aber auch goͤttliche
kann, was des Pabſts und der Sophiſten Seh:
das ſtehet auch bey dir. Waͤhle nun zu welchem du
che Lehre iſt, welche ſtraks wider GOttes Wort willſt, fo wirft du alles zu feiner Zeit finden und
| innen werden, Das willich did) hiemit erinnert!
‚haben. Nun folget Die fiebente Propoſition
—
en)
Dann wer des Pabfts Lehre folger
gehört Bart, dieweil er zweifeln und der
gebung feiner Sünden nicht gewiß ſeyn
Itvie fie lehren; dee kann keinen bef
Troft haben, er thue, mag er wolle,
wann er fchon all fein Gut um GOttes mil
gibt, wann er ſich ſchon zu tode faſtet, oder:
Ruthen und Geiſſeln, wie die Hiſpanier
tode hauet: ſo ſoll und muß er dennoch
Ihme ſeine Suͤnden ver
as kann mir eine Lehre und Leben
das die Papiſten und Sophiſten fuͤhren
ches in ewigen Zweifel, wie der Teufelsek
daher gehet. Noch will man jest, zu Ver—
leugnung der rechten teinen Lehre JEſu Ehtie!
fi, GOttes Sohns, daraus wir bejtandigen und
gewiſſen Troſt unferer Seelen Seligfeit has
ber’, und zu Anynehmung dieſer teufeliſchen
und feelenmörberifchen Lehre, Sand und Leute
mit Gewalt, Krieg und Mord, zwingen und
dringen, a
Darum fehe und betrachte ein jeglicher fleife
fig, mas ihme hierinnen zu thun fey. Die Lh⸗
ven ſtehen div alie berde Da klar vor Augen,
daß du darvon, fo du willt, durch SſSc
Gnade wol richten und urteilen Fannft, Willſt
du nun thun, was du GStt ſchuldig bift, un
was deiner Seelen Seligkeit nüßlid) ift, das
Das
Wasrheic verachten, und Zeufelstepre folgens“
VII.
Der Menfch ‚welchem die Suͤnde ver⸗
geben feynd, derfelbige Bann ‚durch Huͤl⸗
fe der Gnaden GOttes, alſo die Gebo⸗
te GOttes halten und erfuͤllen, daß er
GOtt und ſeinem Naͤchſten geben
tun
———
—*
N -
Fan, was er ſchuldig. Dieweiler dann
hut, fo thut er nicht allein Beine
', fondern ift vielmehr gerecht bey
| ‚Leute find wahrhaftig gerecht bey
Stt, und erfüllen das Befen, Da
fie haben die Bnsde, welche gänzlich die
Suͤnde tilger, und ihnen Rraftgibt, das
fe zu halten und zu erfüllen, nicht
alſo, daß ihnen die Sünde nicht
nl
y
ugerechnet werde, welche, nachdem fie
da bleiben, oder deshalben allein, daß
* die Gerechtigkeit, welche nicht ſie,
ſondern Chriſtus gethan hat, ihnen durch
Chriſtum wird zugerechnet.
Siehe da haſt du aber eine ſchoͤne ſophiſti⸗
und Papiſtiſche Lehre, von der Erfuͤllung
des Geſetzes, welche dich aber von Chriſto auf
dein Werk und Verdienſt, das iſt, in Zwei—
felung und in Abgrund der Hoͤllen führe. Wir
che
Jund die
erklären, daß jedermann fehe, was diß vor ei.
‚ne Sehre fey, welche fie von Erfüllung des Ge-
ſetzes führen. i
Erſtlich fprechen fie: Daß der Menfch ‚wel.
chem die Sünde vergeben find, derfeibige Fön.
die Gebote GOttes halten und erfüllen. Daß or
Bor und feinen Nachſten geben und fhun
|fann, was er fchuldig it. Das iſt der erſte
| Theil dieſer Propofition.
wer der Menfch fey, welcher ſolches thun kann?
Denn denſelbigen wollte ich herzlich gerne ſehen.
Sc finde aber keinen, und dieſe Collocutores
5 bit Baben in der naͤchſten Propofition alfo ge-
Sagt: Daß die Sündedurd das Blur des Ber-
ſoͤhners wol vergeben werden, es folle abernie-
mand gewißlich glauben, daß ihm feine Suͤn
den vergeben feynd. Dieweil denn in diefer Col⸗
locutoren und des Pabfts Kirchen Fein Menſch.
nad) ihrer Lehre, ift, welcher gewiß fagen und
glauben dörfte, DaB ihme feine Sünden vergeben
ein Erfuͤller des Befenzes, und |
die Gerechtigkeit empfangen haben, noch die Sünden vergeben find, der kann das Geſetz
Da muß ic) die Collocutores fragen, 100 oder | dh
fchn. Don den Reichstägensu Speyer, Worms und Regenfpurg. 1501.
werden. Dann folchen Glauben verbieten fie;
fie felbft wiffen aud) nicht, welchem die Sün«
den vergeben feynd: fo werden fie mir auch den
Menfchen nicht Eönnen mweifen, von welchem fie
bier unverfchämt fpeyen ‚ weicher die Gebot GOt ⸗
tes koͤnne vollfommen halten und erfüllen, Dann -
fie haben in ihrer Kirchen Eeinen folchen Mens
ſchen, meldyer gewiß feyn follte, daß ihm die
Sünde vergeben wäre, dieweil fie einen foldyen
Menfchen in ihrer Kirchen nicht leiden. Da
muß je auch folgen, daß fie aud) Eeinen haben,
welcher das Geſetz vollfommen halte.
Denn alfo fprechen fie: Der Menſch, welchem
‚erfüllen. Ja, wo ift der Menfc) in eurer Kir⸗
chen, der da dürfte gewiß fagen, daß ihm die
‚Sündenfeynd vergeben? Verbietet ihr doch ſol⸗
ches und mollets nicht leiden, und lehret die Leu⸗
te, daß fie an der Gnade GOttes und an der
‚Vergebung der Sünden follen zweiflen. Dies
weil ihr dann feinen foldjen Menfcyen, welchem
die Sünden gewiß vergeben wären, unfer euch
habet noch feiden wollet, fo habt ihr auch ven
‚wollen aber diefe Propofition vor uns nehmen, | Menfchen nicht, welcher das Gefeß erfülle.
felbige ein wenig von Stüd zu Stüd| Sa, fprechen fie, das laffen wir Ott rich“
een, welcher Vergebung der Sünde habe, und
das Geſetz erfülle; davon Fünnen wir nichts
gewiß fagen. Das danfe euch euer Vater,
Sehet, ſolche Lehrer der Chriftenheit feynd das,
welche dahin in ven Wind von Vergebung der
Ine durch Hülfe der Gnade GOttes alfo die Sünden und Erfüllung des Gefeßes lehren,
und die Leute alfo in der Irre und auf ungewiſ⸗
fem Sinn und Wahn im Zweifel ftehen laſſen;
das heiffee die Gewiſſen nicht gelehret noch ge«
troͤſtet, fondern mehr verführen und irre ma«
en. |
Sie lehren dich, daß duder Vergebung deis
ner Sünden nicht gewiß feyn ſollſt, denn fol-
ches wäre eine Vermeſſenheit; und feßen doch
hernach, daß, welchem die Sünden vergeben
find, Derfelbe Fönne das Gefeg erfüllen. Sie.
fagen aber dir nicht, Daß du das Gefegfönneft
halten; denn daran liege der Knoten, id) und
du wollten gerne wiſſen, ob ich das Geſetz fönn- -
te vollfommen halten und damit vor GOttes
Gericht beftehen, das ift mein Herzleid und:
heimlich Leiden; wie fie aber mich lehren, ee
I)
1502 Cap. 18. Don der durch Conventen. Reichstäge gefuchten Religionsvergl. 1503
ich nicht gewiß foll glauben , daß mir meine Sün:] wollte helfen ſchuͤtzen und handhaben, er wolle:
den vergeben ſeynd, alfo auch lehren fie mic) ‚| dann fame ifnen zum Teufel fahren. -»
daß ich nicht gewiß feyn Fönne, ob ich das Ge- Wolan, wir haben gehört, daß diefe Collo⸗
ſetz GOttes erfülle oder nicht. Was iſt mir|cufores, und ihr Abgott, der Pabft, Feinen ı
“Dann mie folcher Lehre geholfen ? ſie machet mich | Menfchen in Ihrer Kirchen Haben , welcher die I
nur irrer und betrübter, und bringt mich end» | Vergebung der Sünden gewiß Haben koͤnnte
lich in Verzweiflung. Jedoch feßen fie, Daß | oder follte, und daß daraus auch folge, daß ſie
-Ärgend ( vielleicht in Schlauraffenland oder im auch wider ihre eigene Propofitiones, feinen das"
Calicut,) ein Menfch fey, welchem die Suͤn⸗ ben, welcher das Gefeß erfülle.
den vergeben find, weldyer aud) das Gefeg er-| Am Fallaber, und alſo zu fegen ‚daß einer uns |
fülle? Was hilfe mid) das? Mir ifts darum] fer ihnen wäre, welcher Vergebung der Suͤn⸗
zu thun, obid) gewiß wiſſe, ob mir meine Suͤn⸗ den gewiß hätte, welches fie Doch leugnen und
den vergeben feynd? Ob ich das Gefeg Eönne!niche zulaffen,, swie dann (GOtt fey Lob!) wir
erfüllen, das fage mir? Dafprechenfie: Das} in unfer, der Catholifchen und waßrhaftigen !
kann und foll Fein Menfd) gewiß wiſſen. Sie-| Ehriftlichen Kirchen, fo gewiß willen, daß mie I
he, da haft du des Pabits und diefer Eollocu-) Vergebung der Sünden aus Önaden, um un⸗
toren Lehre: da hoͤreſt du je Elar von ihnen ſelbſt, fers HEren Epriftt willen haben, als GOtt le⸗
daß Eein Menſch in ihrer Kirche der Vergebung] bet: nod) ift das eine falfche und verführifche |
der Sünden gewiß fenn foll: fo folget auch, Lehre, daß ſie fagen: Ein folcher Menfch ‚ wel⸗
daß feiner unter ihnen ift, welcher das Geſetz hem die Sünden vergeben feynd, derfelbige I
erfülle? noch ſagen fie, Daß einer fey, fie wil-|Fünne, durch Hülfe der Gnaden GOttes, al⸗
fer aber nicht, wo und wer er ift. fo die Gebote GOttes halten und erfüllen, daß |
Sag mir, mas ift dag vor eine Lehre? Siete- VOtt und feinem Nachſten geben und gun‘
Ä Ä fönne, was er ſchuldig if.
feynd blind und Blinden Führer, derhalben Lefäche iſt An bob m. Geſetz niche allein
wer ihnen folget, ber fället micißnen in den Ab-\nje äufferfichen Werke, fondern and) die intets!
u Holen. ABolan, wir feßen, daß (che Keinigkeit des Herzens und ganzen voll⸗
Den DON eh Dane hr fommenen Gehorfam erfordert, da des Pabſts
2 Theſſ 2: Darum wird ihnen tt kraͤf⸗ Heuchler und Dfarifäer allein von den aM
nen : RB jr — 7— lichen Werfen des Geſetzes reden. Denn ale
ügen, auf daß gerichtet werden alle, Die eye oe. 1
der Wabrbeit nicht glauben , fond serrhaben| Priht es: Du follt GOtt, deinen ZEren, ”
ARE von aanzem Yerzen, von ganzer Geelen,
Luſt an der Lingerechtigkeit. Solche greu:| „nd aus ganzen Aräffen lieben, und den
liche Irrthuͤmer wollen jeße die Potenfaten mit| v7: . |
‘aller Macht und Gewalt vertheidigen, und die ee ke '
Seute mit Krieg und Blut, Die anzunehmen, griihen Gehorfam der Werke ‚, fondern daß |
kinden. ee nehme fie aber le ſamt Hu mit deinemganzen Herzen, mit deiner Set |
$men an, wir wollens, mit GDttes Hülfe,| je und mit allen Kräften an igme allein Kat
u a, es gehe uns Darüber, wie der gen, dich allein fein eröften ‚zu ihm allein del⸗
jebe DOLL will, | ne Zuverficht haben, und dich aufnichts andet®, |
Dann diefer Lehre Kalben haben wol an=|dann auf ihn verlaffen follft. Dein Herz foll )
u — En 2 Fran — rechter und vollkommener bruͤnſtiger I
en un ben, ‚ die heiligen "Pro=|be, Furcht, Glauben und Trauen gegen GOEE |
pbeten, CHriſtus, GITTES Sohn felbft, ſtehen ſoll an nichts zeitliches — da ſoll
und Die Apoſtel, und unzählige Maͤrty⸗ | im Herzen keine böfe Luſt, noch Begierde, Fein |
ver. Es foll ſich aber niemand diefer gottes. Mißtrauen oder Zweifel, fondern alles rein
laͤſteriſchen Lehre theilhaftig machen, Daß er ſie und Heilig ſeyn , wie er dann aud) ſagt 9—
ei⸗
TERBREN N? |.
soy V.Abfcyn. Donden Reichstägen zu Speyer, Worms und Regenfpurg. 1705-
heilig, denn ich bin heilig. Ja, wo findeft 32. alfo: Sur die Miſſethat ihrer Sünden
du einen ſolchen Menſchen? Daiftkein Menſch werden dich alle Heilige bitten, zu rechter
auf Erden je fommen, ausgenommen einen, | Zeit. ; |
Efum Epriftum, welcher alſo und ohne alle| Diefe groffe Heiligen GOttes, wiewol ſie den
ünde wäre; denn alfo fpriche die Schrift :| Heiligen Geift Haben , jedod) befennen fie frey
GOtt hat alles unter die Günde befchlof- oͤffentlich von fich felbft, daß nody Sünde und
fen. Pfalm 14: Der HERR (bauer vom groſſe Schwachheit und Gebrechlichkeit in ih⸗
"Zimmer auf der Wenfeben Rinder, daß er nen fey, mit welcher fie fechten und darüber weh⸗
1 ehe, ob jemand klug fey und nach GOtt Elagen, dadurch fie dann auch befennen, daß
frage; aber fie feynd alle abgewichen,, und | fie nicht das Gefeg GOttes vollfommen fönnen
allefamt untüchtig, da ift Feiner der Gutes halten und erfüllen, wie es follgehalten und er⸗
thue, auch nicht einer. Diefer Zeugniffe iſt fület werden ; wie oben gehört.
1
|
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die Beil. Schrift voll. Ä Wiewol aber ſolche Gebrechlichfeiten in den
| Und auf daß du nicht fageft, die Schriftre-| Heiligen feynd, jedoch werden fie ihnen um JE⸗
de allein von den Gottloſen: fo follft du wiſſen, fu Chriſti willen nicht zugerechnes, welche fonft
daß fie Hiermit auch die, fo da getauft und | von Natur verdammlicheSünden wären. Hier«
eilig feynd, meynet. Dann obwol Paulus | neben foll man dod) das aufdiefe Meynung ver⸗
und Johannes getauft feynd, und den Heiligen! ftehen, daß in den Heiligen nidye Sünden wis
Geiſt Haben, und alfo durd) die Taufe und den der das Gewiſſen ſeyn koͤnnen. Dann wo Sün«
Glauben an JEſum Chriſtum, das, fo an ih⸗ den mider das Gewiſſen, als Gotteslaͤſterung,
nen, von wegen der Erbfünde, und auc) der) Gottesveracheung, Ehebruch und dergleichen
"Sünden, welche fie ſelbſt gethan, verdammlich feynd, da hoͤret die Heiligkeit auf, verlöfchet
"war, nun hingenommen iſt; jedoch bleibet noch | der Glaube und wird der Heil. Geift verloren;
die angeborne Schwachheit, die wider GOttes diejenigen aber, welche ſich wieder zu GOtt be«
Gebot ftrebet, in ihnen; die Furcht ift zu ges | kehren, die nimmt GOtt auch wieder an; da«
ring, die Siebe zu Eale, das Vertrauen auf| von dann ferner zu reden zu lang feyn würdes
Gsit zu ſchwach, und ſeynd da Zweifel, fleiſch Wiewol nun der Pabſt foldyes feugnet, und
liche Sicherheit, viel Unmiflendeit, und ſehr feine Sophiften über ſolche Elare und Belle Zeug«
viel unordentlicher Flammen und Begierden | niffe der heiligen Propheten viel Geifer und,
wider GOttes Gebot, welche alle zu erzehlen Rotz ſchmieren: jedod) willen wir, ( GOtt Lob!)
bie zu lang feyn wuͤrde. Wie dann St. Pau-| daß das die rechte Catholiſche göttliche Wahr-
Ius von fich felbft befennet und öffentlich) beich- | Heit iſt, melche der ganzen Beiligen Schrift, ja -
tee, ja auch, als über ein bös und erſchrecklich aud) eines jeglichen frommen gottesfürchtigen
Ding, in feinem Fleiſch und Natur fehreyer) Menſchen Herzen felbft Zeugniß hat. -
und wehklaget, da er zun Rom. am 7. alfo fpricht:
Ih ſehe aber. ein ander Befeg in meinen
Sliedern, das da widerftreiter dem Geſetz
in meinem Bemüthe, und nimmt mich ge:
' fangen in der Sünden Befeg, welches iſt
in meinen Bliedern. Ich elender Menſch,
wer wird mich erlöfen von dem Keibe
dieſes Todes? Und ver heilige Johannes
| ſpricht von fic) ſelbſt und allen Heiligen GOt—⸗
tes: Wenn wir fagen, daß wir Feine Sum:
\
|
|
|
de haben, fo verführen wir uns felbft, und
Dann wenn Du nicht ein verftockter Heuchler
und Hypocritabift und rechte Erkenntniß GOt⸗
tes haft, fo mußt du, wenn du auch ſo heilig
wäreft als Johannes der Täufer felbft, jebefen«
nen, daß nod) viel Schwachheit und böfe Luft
und Neigung in dir feynd, welche, obwol du
den Heiligen Geift und die Hülfe dee Gnaden
GOttes (davon die Sopfiften reden,) haft,
dic) verhindern, daß du, wenn du fchon gerne
folches thun wollteft, GOttes Gebot nicht hal⸗
ten und erfüllen, und alfo GOtt und deinem
iſt keine Wahrheit in uns. Und David, ver) Nächiten, wie diefe Heuchler fagen, nicht ge⸗
groffe Heilige, König und Prophet, fpricht Pf. ben Fannft E das du ihnen ſchuldig biſt. Dann
a: 6 | du
Kurheri Schriften 17. Theil.
cc
1506 Cap. i8. Donder durch Convente u. Reichstäge gefüchten Religionsve
du je nicht ein folch Herz, wie gehört, und! Dasfoll unfer Gegenfchluß feyn, welche
Gtt von dir fordert, GOtt geben kannſt, du ſie recht und die göttliche Lehre ——
wolleſt dann dieſe Sprüche falſch machen: ich hiedurch, daß die Epiſtel zun He
SGott bat alles unter die Sünde befcblof ſpricht: Ohne Glauben iſts unmoͤguch
ſen ze. und. meyneft, Du wäreft fo fromm, daß gefallen: und Paulus Roͤm. 14: Wa
du nicht mehr mit allen Heiligen GOttes be |aus dem Glauben gebet, das. ift Sünde,
‚ten müfleft: Vergib uns unfere Schuld. . Das Jacob. 2: So jemand das ganze Befeg
- fey alfo Fürzlich (denn davon wol viel zu fagen haͤlt, und fündigt an einem, der ifte ganz k
mwäre,).von dem erften Theil diefer Propoſition ſchuidig. 1‘ vage at
gefagt. Nun fahren Die in ihrer gortlofen Pro: | Dann unfer, der Beiligen Kirchen. Lehre ik
pofition fort, fprechen, colligiren, und fchlieffen \die, daß, wenn man das Gefes will anfahen
alle: a zuu Balten, und gute Werke thun will, fo gehö«
Dieweil der Menfch dann folchesthut ren drey Stüce dazu. Be ı)
(nemlich GOttes Gebot erfülled: ſo thut Erſtlich, folt du glauben, daß du Berges)
er nicht allein keine Todfünde, fondern ift Sünden um Jen EHrifti willen, |
vielmehr gerecht bey GOtt, und ein Er⸗ — Inaden, ohn bein Verdienſt und Waͤr
Et: igkeit habeſt, und um Diefes Mittlers willen
fuͤller des Gefenes, und folche Leute GOtt gefaͤllig und angenehm feyeft. I
feynd wabrbaftig gerecht bey GOtt, und Zum andern, follt du die Berderbung ders)
erfüllen das Ben. ner Natur erfennen, daß du aud) mit Huf)
Alſo ſchlieſſen ſie. Dieweil wir aber das Ge⸗ |göftlicher Gnaden, mie oben gehört, Das Geſet
gentheil bewieſen, daß Fein Menſch das Geſetz nicht vollkommentlich Halten kannſt. Und folk!
erfüllen Fann, dann alfo ſtehet geſchrieben: che deine Verderbung und Schwachheit, wel
Chriſtus iſt die Erfuͤllung des Geſetzes, und che auch in den Heiligen in dieſem Leben "bier
zun Roͤm. 8: Denn das dem Geſetz unmög- bet, ſollſt du GOtt dem HErrn klagen, und
lich war (ſintemal es durch das Fleiſch ge: dieſelbige beweinen, daß er folcher Verderbung
ſchwaͤcht ward), das that GOtt und fand- |durd) fein Wort und Heiligen Geift wollte hel:
ge feinen Sobn, in der Beftalt des fündti- |fen und fie heilen, _ na
eben Fleiſches, und verdammte dieSünde| Zum dritten, ſollt du gleichwol Die Zeh
‚im Steifeh,, auf daß die Berechtigkeit, vom bot GOttes vor dic) nehmen, und darnad)
Geſetz erfordert, in uns erfüller wuͤrde x. |und leben, und glauben, daß folch dein $
Col. 2: Ihr feyd vollkommen in ihm; dann und gute Werfe GOtt dem HErrn um Je
in diefem Seben Haben wir Feine Bollfommen: ſu Ehrifti feines Sohns willen, in wel
heit, noch Erfüllung des Gefeges, denn allein | Glauben du fie thuſt und GOtt dem NH
Durch den Glauben in Chriſto JEſu ꝛc. ſo zu Dank Chriſtum opffereft, gefällig und q
- wollen wir aus diefen beitändigen und einheflis | nehme feyen. | a:
‚gen Zeugniffen der Beil, Schrift das Gegentgeil| Alſo lehren wir die Leute, daß fie wiſſen fl
ſchlieſſen; und fagen alfo: len, daß ihnen unmöglich, das Geſetz vollkom⸗
Dieweil der Menſch GOttes Gebot nicht mentlich zu halten, welches fie doch ſchuldig, und
vollkommentlich halten kann, da er nicht an SE- wuͤrden auch des Ungehorſams halben ver⸗
ſum Chriſtum, welcher die Erfüllung des Ge⸗ dammt ſeyn; dieweil aber JEſus Ehriftus,
. feßes iſt, glaͤubt: fo thut er nicht allein Fein gut | wie St. Paulus zun Galatern ſpricht, uns von
Werk und lauter Todſuͤnden; fondern ift viel-|dem Fluch des Befeges erlöfer har, da er
mehr ungerecht bey GOtt, und erfüllee das ein Fluch für uns ware: fo lehren wir die
Geſetz nicht, und folche Leute feynd wahrhaftig Leute alfo, daß fie fich nicht auf die Erfüllung!
ungerecht, und verdammt vor GOtt, und hal-|des Gefeges, welche fie nicht Kalten Fönnen, '
ven das Geſetz nicht. verlaffen; noch aus) des Geſetzes balben une |
.. weil
Abſchn. —— ee |
e8 nicht vollfom ichstögen zu Speper, We |
a Fommenelich Halten Fönnen, , eper, Worms und Kegenfpurg, RR
—* — — den De IE ei at feine Gnade s —
J6 ke zum Bere |ni nde tilge, und d ex Kraft in uns, Die
daß fie Berg — follen, und. re Gnade od af ſolches micht um einer die
fung von dem Fluch ung der Sünden, ( au- (feiner Dar er Öaben GOttes ———
ung van dem Sluch des Gefeges,, nn, Exlö- | JE emferzigfeit un ‚ fonbern um
ia Oele nd in De dh SEE lichen; mi Ban
Bee Bee ot Siefeme-Seber : haben, tr . Sch, ich tilge deine
in oe — er — * ande meinten, und gr eben
allen, ’ ie jetzt gehoͤ 4 seu zeugen t. Apoſt = enke dei⸗
#3 Ei / —* oͤret, GOtt ge: TI gen alle Prophete g. 10: Don dieſe e
j — mel Die Papiften, wie duhe —— alle, die an durch —
— Epriftum uörfi, ſb die San Be Dergee
a Er TE Sees ——
lung ‚des Geſe d vertrauen auf bi ndern Folget das le en durch Schrift fuͤllen,
nicht allein u De ua fagen, da ie Erfül-] Und Ste Tpeildieferißrer P bewiefen,,
vor Gott ge Chtiſt willen, fo v Die Senke] dapı gefchiebt folchesni — 5
gerecht werden daß ndern Dadurch aß ihnen die Sünde ı nicht deshalben,
tigkeie Halten. Bor ne das Geſet werde welche, n. e nicht zugerechnet
ko fl n. Vor welcher © keit ‚nachdem fiedi echnet
iwie von ne bet exe. | Felt empfüngen b edie Gerechti
J ſſen wollen, d keit en allein, daß di eibet;
ch an Gerechtigkeit. ge Im — ee,
fition. das Dritte Theil an — geve Bet nenducch Chriftum a *
Denn * Er O⸗ Da € * d ⸗
‚gänzlich % baben die Gnade ſich —— wie dieſe Collocutores ſich
Kraft ie ar tilger, eh Iche in — daß die inte
— — eferz su bal nen Wbrig bleibet ni noch vorhand F2
Ati 23 zu halten und zu doß Nie i nen nicht Dadurch geiget we und:
Di BE Laer n x a) gefliget
Die Sophiften bleiben bey i | — era Seh Chillen niche |
gen, welche fi en bey ihr „,felbft rden; fondern de illen nicht
je er Se an Geh se Cine u eingegofenen ——
der ropheten n aben. D >, Bricot ner Rei OMA Erfüller des ‚ganz vein
gen Schůler und Mpofteln, fonden fie nicht &ollocı nigkeit zu fepn, ve Ghefeges in eige
‚der Apoft een derfelbi- pec locutores find de a Die
IM onie n Sprach fü fie ifre und. nicht peccata propter ( n Worten: non i er
— e u nicht ; an Chrift n ımpuüt
Barmherzʒl ie po I n. _Benn fie eu Sünde ihr Dan un? um Chris
—— nenne
el ale Derbien BE ee Dt t
im; die Sü erdienft, um J loquio erfah ann im gehalten: ren
| Biinir Seeland Su eigen, ven, und fie alßie ſelb —
Pndern verſt gefällig und a geben werden „fi gen, und wenn fie es ſa e felbft folches an⸗
‚ &ine einge eben das W ngenehme fennd, fie Epriftum wol fagen dürften, lie
eu egoffene K ort, Gnade und, Chriſto in gar aus ihrer Se ‚ liefen,
ı Sünde tilge raft SSties fey, w daß es |die, d nwendig im Herzen fei hre, und find
| das Gefeg A L und durch wel Y, welche die ? aß fie die Lehre hi 5 n feind. Urſach iſt
| der bießeili rfuͤllen möge che der Me wollen, daß wir alfei icht hoͤren, noch lei
‚ der die eilige Schrift i .. Welches nfch unfere W allein um Chriſti wi eiben
zeuget, wie ob rift ift, denn di dann wi- Si erk und Verdi ifti willen, ohne
I. en auch gehöre n Die Beil, Sch 1 Sünden und Sell ienft, Vergebung
1. t, daß GO rift halben igkeit haben Di g der
ee felbft, haben fie viel . Diefer $
: ſt, sollen, Hurch welches Blut di
Ecccc2 nun trunken wor ·
4
Gr
les mit unfchuldigem Bluterfüllen wollen ;denn| Bolfs Sünde, da er am 9. Cap. alfo
- ftellet, daß e8 zu verwundern, durch Chriftum halten. Wir haben gefündiger, un
\
15:0. Cap.18. Don der durch Eonventen, Reichstäge gefüchten Aelig
den , daß fie nicht allein die ganze Welt, fon-(vifäer fid) durſtiglich rühmen
Rloͤſter, Macht und Gewalt, und aller ihr uns an dir verfündiget haben. Dein.a
- ron Werfen, die fie, die grofle fromme Heili⸗ hat er feine Zuflucht? Zu der Barmher
- Danieliftjeder groſſen H. Propheten einer ge: | willen.
mige Loͤwen nicht Schyaden thun fönnen. Noch iſt bat noch Baben Fann, nemlich, durdy melde
Sr
- ’ 2
ne ——
dern auch alle hoͤlliſche Kraft und Macht wi⸗ alſo betet er in feinem und des q
der Ehriftum und die Seinen erregen, und al-| Namen, und befennet feine und
| po
alfo treibet fie ihr Vater, der Teufel, welcher | Ach lieber HErr, du groffer und fi
nicht leiden Fann, daß ihm fein Reich, welches | cher GOtt, der du Bund und Bnadeh
er fo herrlich und veft durch das Pabftthum be-\denen, die dich lieben und deine Beb:
und feine Predige zerftört werde, - getban, find gottlös gewefen und abtr
" Dann, wann dieſe Lehre gehet, daß manal-|worden, wir find von deinen Bebote
fein durch das Berdienft unfers lieben HErrn Rechten gewibenz. Du HErr bift ge
CHriſti SEfu Gerechtigfeit und Seligfeit ha- wir aber müffenunsfbämenz. Ja, HE,
be, fo muß das Pabſtthum dahin fallen, des-|wir, unfere Rönide, unfere Sürften, un
gleichen der Cardinälen, Bifchöffen, Stiften, unſere Vaͤter, müffen uns febamen ‚daß:
luͤgenhaftiger und erdichterGostesdienft,der muß HErr, unfer GOtt, ift die Barmherzi
wie Schnee, vor dem groffen Feur der göttli- und die Dergebung. Dann wir feyn
chen Sonnen und Wahrheit, zerfchmelzen. truͤnnig worden , und gehorchten nicht dee
Deshalben fperret und wehret ſich der Teufel Stimme des HErrn, unfers GOttes, daß
auch) zu Diefer Zeit, und will do nicht aus fol: wir gewandelt hätten in feinem Geſetz
chem guten Neſt und feifter Küchen, welche er | welches er uns vorlegt; durch feine Knech⸗
nun fo lange Zeit gewaltiglich befeilen, austrei- |te, die Propheten; fondern das ganze Iſt
ben laflen. Es wird aber doch nicht helfen, \übertrar dein Geſetz. —
er wird fort muͤſſen, denn CHriſtus, der ftarfe| Da hoͤreſt du, ob auch dieſer Heilige Pros
Held, ift fehon vor der Thür, der wird fort: Iphet fid) auf feine Gnade verlaffe, daß er da⸗
dringen, Das werden fie erfahren, denn GOt⸗ durch die Sünde tilge. Denn er fpricht, daß!
tes Wort wird nicht lügen nochbetrügen. er, famt der Priefterfchaft, die Könige, Fürs!
Derhalben, daß fie nun in diefem legten |ften und ihre Väter, ja das ganze Iſrael ge—
Stuͤck ihrer Bropofition Chriftofeine Ehre aud) |fündiger, und GOttes Gefeg nicht gehalt
nehmen, und gebens der Gnade, das iſt, ih. ben. Worauf verläffet er fi) dann?
gen, thun, daß diefelbige die Sünde tilge und GOttes, um des Mittlers, des HErrn
das Gefeg erfülle: das find lauter Sottesläfte: |fti willen, weldyen er alhie den Herrn nen
rung, und falfche erdichfe Worte, . Denn, wie Denn alfo fpricht er: Dein aber SErr, u
‚oben gefagt, wiewol die Heiligen GOttes den | GOtt, ift die Barmherzigkeit, und die Per⸗
Heiligen Geift, die Gnade GOttes und man-|gebung x. Item: Und nun unfer GOtt,
cherley Gaben Haben, jedoch ift Fein Heiliger|böre das Beber deines Bncchts, und ſein
je geivefen, welcher ſich auf folche Gnade hätte) Steben, und ſiehe gnädiglich an dein Heilige I
verlaffen. tbum, das: verftörer ift, um des ZErmi.
ae
—
weſen, und hat viele groſſe Heiligen beyfichindem] Diefe Collocutores, und ihr Abgott, der!
Babyloniſchen Gefaͤngniß gehabt, auch ſolche, Pabſt, erdichten darum allein ſolche Gnade,
daß ihnen der feurige Ofen, und ihme die grim:|( welcher fie ſich ruͤhmen, und doch keiner nicht
er nicht fo vermeffen, daß er fprädje, er, oderer die Sünde tilge, und das Geſetz vollfome
fölche feine Heiligen, tilgeten die Sünde und|mentlid) halten Fonne,) auf daß fie ifre Irr⸗
hielten das Geſetze, wie diefe des Pabfts Pha- thuͤmer und Abgöttereyen damit Fönnen: ver⸗ m
? { \ - mans t
|
Ba ’ \ x * 4 —
hn Don den Reichstägenzu Speyer, Worms und Regenſpurg. ı513
J n und beſchoͤnen, und dem gemeinen ‚gen, daß uns, die wir an Chriſtum glauben,
- Mann alfo einen Reif vor die Nafen machen, die Sünde um Chriſti willen nicht zugerechnet
ihn Dadurch zu betriegen und zu verführen. werde. Denn GOtt, fpricht er, war in Chri⸗
% Denn fie wider fich felbft-lehren, wie es ſto und verföhner die Welt mit ihm felber, .
denn dei zuͤgnern zu gehen pflege, Daß wenn Jund rechnet ihnen ihre Sünde nicht zu.
1 $ügner eine $ügen getan, fo muß er dieſel. Dann gerecht feyn und das Geſetz erfüllen , iſt
bige zu bedecken, zehen andereerdichten ‚und Hilft |nichts anders, Dann daß uns unfere Sünden
doch nicht. Dann fiehaben oben gefagt, Daß nicht zugerechnet werden; wie denn aud) der
- niemand der Bergebung derSünden durch den |32. Pſalm fpriche: Wohl dem, dem die
Glauben Fönne gewiß feyn; alhie aber fpre- Uebertretung vergeben find, dem die Suͤn⸗
chen fie, daß fie die Gnade ‚haben, die de bedecket iſt; wohl dem Menſchen, dem der
Suͤnde gaͤnzlich zu tilgen, und das Geſetz zu SErr die Miſſethat nicht zurechnet. Fol⸗
Muͤllen. So müffen fie ja der Vergebung der get die achte Propofition.
Suͤnden gewiß feyn? ni S
VIII.
iY. ae fprechen he — a die eingegoflene =
Gnade werden wir es gewiß, und tilgen Die an — —
Saunde damit, und der Glaube Fann ſolches Wir bekennen, daß die Werke, durch
——— Darauf antworte ich: daß ung al. welche die Gerechten das Geſetz erfuͤllen,
ein der Glaube, und nicht die eingegoſſene und GOTTES Willen folgen, alſo
Lebe ‚der Vergebung der Sünden gewiß macht. das ewige Leben verdienen, daß wie auch
J— Ba = — a St. Paulus zeuget, ihnen die Krone der
ung GOttes von der Wergebung der Sünden|, ietkei Ä 1,
durch Chriftum SEfum ergeeife, und fid}Dar. Gerechtigkeit muß gegeben werden.
auf verläßt; welches je gemiß iſt, und nicht] - Diefe Propofition Hat drey Stück. Das er⸗
triegen kann, dieweil GOtt wahrhaftig iſt, und ſte ift : daß die Gerechten Durch Werke dag
haoͤlt, was er verheiffee und zuſaget. Du EGeſetz erfüllen; das anderes daß man aud)
er Fannft nimmermehr gewiß feyn, daß du durch diefelbigen das ewige eben, und zum
Vergebung der Sünden durd) deine eingegof- |dritten, die Kroneder Gerechtigkeit verdiene.
ſene Liebe,die du feibft traͤumeſt und erdichter, ha-| WBom erften Haben wir oben gefagt, und
beſt. Dann alfo fpriche der heilige Mann ‚Imird in diefem Bericht zu viel, zu wiederho⸗
welcher mehr und geöflere Siebe gehabt, dann |Ien.. * — — |
"alle Sonbilten jo gehabe Haben und noch Haben| Das andere ift: daß fie durch die Werfe
werden: Gehe nicht ins Bericht miitdeinem |das ewige Leben verdienen. Das wird aber
dann vor dir iſt Fein Lebendiger ein jaͤmmerlich ewig Leben ſeyn, das fie, die
ne. Und ift erſchrecklich zu hören, daß Papiften,mit ihren Werken verdienen. Das
‚fie ihrer erdichteten Gnade das zumeſſen, wel. | vor behüte uns GOtt! Dann ich habe Sorge,
hes allein Chriſto gebüßre. es werde ihnen allzu heiß in folchem ewigen de⸗
Alſo iſt auch das ſchrecklich zu Hören, daß ben feyn.
| fie fagen : die Sünde werde nicht dardurch ver. | Wir wollen aber- hie Fürzlich zeigen, wor⸗
geben, und das Gefeg erfüllet, daß uns, die durch man das ewige Leben erlange. Sanet.
wir an JEſum Chriſtum glauben, feine Ge | Paulus zeuget zu. den Gal. am 3. und 4. Cap.
rechtigkeit und feine Erfüllungdes Gefeges wer: | daß das Erbe, das iſt, die Gerechtigkeit und
de zugerechnet; fondern der Menfch der muß| ewiges teben ‚nicht durch des Befeges Werk;
' eine eigene Gnade haben, durch welche er ge=| fondern durch die Derbeiffung gegeben wer:
xecht werde, und bas Gefeg vollfommen Bal-|de, und daß die Schrift alles unter die
te Dann je St. Paulus 2 Cor. 5. fpriche: Suͤnde befchleflen babe, auf daß die
daß wir Vergebung der Sünden daher Fame durch den —
* cec63 Ai 1
/
el,
bfeyn. Don den
Sefehl des Eolloquii wegen.
4:5 1 an! ,
Du},
tenberg und Helligenberg, haben KRänferliche
Majeſtaͤt für gut angeſehen, diefen beyden Drä-
ſidenten den Hochwuͤrdigen Fuͤrſten, Herrn
Julium, Biſchoffen von Naumburg, ‚zum
J um Praͤſidenten zu verorönen , alſo, daß
dieſe drey Präfidenten, oder, da ihr einer aus
beweglichen Urfachen bey der Handiung nicht
ſeyn Fönnte, die andere zroeen, dem Eolloquio
praͤſidiren mögen und follen.
2, Zum andern, iſt Kaͤyſerl. Majeftät Wil⸗
le und Meynung, daß Feiner über die Zahl,
ſo auf naͤchſtem Reichstag zu Worms benannt,
weder der Eolloquenten, noch Auditoren, diß
oder jenes Teils, zur Handlung diefes Collo.
quii foll zugelaffen werden. Da aber etliche
andere, über folche ernannte Zahl, Theologi
"vorhanden wären, die follen allein zu Rathe
gezogen, und zu dem Colloquio nicht gelaffen
werden. Es wäre dann, daß etliche von den
Eolloquenten, fo allein zu dieſem Coflaquio
verordner, aus bittigen Urſachen nicht erſchei⸗
nen, o 1!
ten, auf ſolchen Fall möge einer aus folchen
Adhunctis des Abweſenden Statt zu vertreten
benannte Zahl gefchritten werde.
3. Zum dritten, ift Kaͤhſerl. Majeftät Mey-
nung, daß die Verordnung der Notarien zu
dieſem Eolloquio allein bey den Präfidenfen
ſiehen foll, und daß Feine andere, dann wel |fommene Nelation thun;
Majeſtaͤt alfo verftanden
che ſie benannt, zu dem Colloquio gelaffen
‚werden follen.
ae * 1429.
icher Majeſtaͤt Reſolution und
LI jeität anfänglichen zu dieſem Colloquio
allein zween Präfidenten verordnet‘, als nem-
id), den Hochwürdigen Fürften , Herın Mau⸗
itium Bilchoffen zu Aichftäet, und den Wohl⸗
gebornen Herrn Sriederichen, Grafen zu Sür-
| genommen werden, jedoch daß nicht über die
Reicherägen zu Speyer, Worms und Regenfpurg. 1517 :
jeftät, daß beyde die Präfiventen, und auch
die Colloquenten und Auditoren, famt den
Adjuncten, vereidet merden follen, daß fiedie
ne En © von | Kandlung Diefes gegenwärtigen Colloquii,
Sseftlichen, nachdem die Känferliche Ma: |bey guten Treuen, Heimlich Kalten, und kei—
nem Menfchen eröffnen wollen, ehe dann die
Nelation Kaͤyſerl. Majeftät und den Ständen
des Reichs geſchehen, und fie von Kaͤyſerlicher
Majeſtaͤt darüber Bewilligung empfangen ha⸗
ben : welchen Eid die Prafidenten erſtlich von
den Eolloquenten, Auditoren und Adjuncten,
anſtatt Kaͤyſerl. Majeftät, darnach fie auch, Die
Dräfidenten, einer von dem andern erfordern
und annehmen follen, bey den Pflichten und
Treuen, mit welchen ein. jeglicher Käyferl,
Majeftat und dem Reich zugethan.
‚5. Jedoch foll das vorbehalten feyn, da was
in ſolchem Eolloquiv vorfallen ſollte, Davon
Känferl. Majeftät zu erinnern, oder Antwort
zu geben, vonnöthen feyn wird, daß foldes
den Präfidenten folle geflattet und zugelaflen
werden.
6. Dergleichen will auch Kaͤyſerl Majeftät,
daß anſtatt und von wegen ihrer Majeſtaͤt die
Präfiventen die Notarios, fo zu Verzeichniß
der Händel diefes Eolldquii angenommen und
verordnef werden, zuvor vereiden follen , nem⸗
lich daß fie die Acta treulicyen verzeichnen und
auffehreiben , und in geheim Balten, und fel-
nen Menfchen eröfnen wollen , bis fo lang Kaͤh⸗
ferl. Majeftät oder Die
ſchiede des naͤchſten Neichsrags zu Worms,
begriffen: a —
Sie ſollen auch aller ihrer Geſpraͤchshand⸗
lung, wie ſich die in alle Wege zwiſchen ih—
nen zutragen wird, uns und gemeinen Staͤn⸗
— J
2 Praͤſidenten ſolche zu
der bey der Handlung nicht ſeyn Fönn- publiciren befehlen werden. RE
7. Zum fünften, diefen Artikel, in dem Ab⸗
den, auf bemeldtem Fünftigen Reichstag, volle
un;
Will Kaͤyſerl.
haben, daß nicht alle Gezaͤnke und Geſpraͤche,
4. Zum vierten, dieweil auch zuvor nicht Ihin und wieder über einen jeglichen Artikel ge—
‚Heine Befihwerung , der Religion Sachen, Ifhehen, von Wort zu Wort jollen aufge :
das gebracht, daß, was im Colloquio gehan- ſchrieben und referirt werden, (dann daffelbi-
delt, bald unter den gemeinen Mann ausge ge würde lang und ſchwer, auch unfruchtbar
fragen wird: derohalben will Känferliche Ma⸗ ſeyn,) ſondern wenn die Colloquenten eines
a | oder
=
|
1518 Cap.ıg. Von der duch Convente u. Reichstäge gefchten Keligio asvergl. ıxıg
oder mehr Artifel Halben einträchtig worden, | wort zu thun, und in Die Acta zu bringen, da-
daß ſolche Einigkeit und Bergleihung, in Ge⸗ mit uns in Diefem hohen Artikel, von der Ju.
genwaͤrtigkeit beyderfeits Eollocutoren und Aus flification , in welchem fie, das Gegenrpeil,ige
ditoren, zu einem jeglichen derfelbigen Artikeln re Difputation vollfuͤhret, niche Berkürzungges ı
verzeichnet werde, und fie ſich beyderſeits un« ſchehe. RE EN RR 0
terfihreiben follen. A i 4. Zum andern, dieweil wir zuvor Durchges
8. Bon welchen Artikeln aber, darüber Ge⸗ wifle Zeugniß bewiefen und Dargerhan, dag |
fpräd) und Difputation gehalten, Eeine Bergiei: dieſer Artikel, vonder Juſtification und Recht ·
chung unter den Colloquenten hat koͤnnen ge» fertigung, in dem vorigen Colloquio, zu Re⸗
ſchehen; ſondern Darüber ſtreitige Meynung ge- genſpurg gehalten, verglichen; und gebeten, |
blieben , über ſolche unverglichene Artikel ſoll daß dieſelbige den Actis inſerirt wuͤrden, als
ein jeglicher Theil feine Meynung, Argument nemlich, Kaͤhſerl. Majeſt. ſelbſt, darnach der
und Grund, auf das kuͤrzeſte ſchriftlich und zu . Churfuͤrſten und Stände des Reichs, zum
vor unterſchrieben, uͤberantworten, welche dann dritten auch der Colloquenten Zeugniß: ſo waͤ
die Notarii in ihre Verwahrung nehmen fol: re ſolches nachmals unſere Bitte.
len, auf daß alſo jedes Theil Verſtand und Mey: | 5. Was aber die Reſolution, und in derfel« |
nung über folchen ftreitigen Artikel, Kaͤyſerl. bigen den erften Artikel belanget, —
Maj. und den Ständen des Reichs, auf ſolche Maj. Herrn Julium Pflug zum dritten Präfte I
Weiſe, wie diefer Verſtand überantwortet, denten verordnet, haͤtten wir unferer Ban f
och
kuͤrzlich und wahrhaftig möge referirt werden. halben Feine Beſchwerung, wollten aber d
uͤrzlich e möge kef hierinnen unfern Herren nichts begeben haben, |
.., 1430. MR a — — — — des
Evangelii, nicht allein vor dieſen Praͤſidenten,
Der en gel ifchen Antwort auf vorfte fondern vor dem ganzen Reich Deurfcher Na—
— — ehe ien welche fie den ion möchte gehandelt werden. Da wir abet
— Präfidenten Eu überantwortet. be ger en, bob au fe Calle a eine
Bi J heils Praͤſidenten, welche unſerer Lehre ver⸗
a" wir Kaͤyſerl. Maj. Befehl und Brief, wandt mären,zugeordnet möchten — |
des Colloquii halben, in Linterthänigfeit | ung niemand verdenfen , jedoch wollte uns nicht
erlefen und bewogen, und mit allem Bitten und | gehüüßren , Könferl. Majeft. Ziel und Monk
Sleiß willig wären, in diefem Colloquio und |geben. N : —J
allen andern Sachen, ſo viel uns moͤglich, 6. Was den andern Artikel, von den Ab- |
Kaͤyſerlicher Majeftät, unferm allergnädigften | juncten, belanget, wäre unfere unterthändge |
Seren, gehorfam zu feyn. Bitte, dieweil derfelbigen allein drey Perfonen,
2. Diemeil aber diefe Sache, fo im gegen daß fie bey dem Colloquio möchten geduldet ı
wärigen Colloquio zu Handeln, Die allerhödh- | werden. Dann bierveil Känferl, Befehl mit« \
fte und toichtigite: ſo erforderte unfer Amt und |brächte, daß fie zu Nach gezogen, undimSall |
Pflicht, damit wir erftlich GH dem HEren |der Nothdurft an ſtatt der Collocutoren fol I
und feiner Kirchen, darnach Känferl. Majeft. |ten gebraucht werden, würden fie zu foldyen Sas 1
und unfern Fuͤrſten und Obern, verwandt waͤ⸗ | chen deſto bequemlicher und nüßlicher zu gebratte I
ven, daß wir ißnen, den Herren Präfidenten,|chen feyn, da fie bey dem ganzen Colloguioges ©
unfere hohe Noth von vorgehaltenen Artikeln |duldet würden und aller Händel Gelegenheit
anzeigten, und in Unterthaͤnigkeit baͤten, etlie|wüßten. Dann diefe Sache des heiligen Ev⸗
che Dinge uns nadyzugeben, und etlicher Ar-| angelii alfo gelegen, daß fie in Gegenwärtig. (
tikeln, fo ung aufgelegt, uns zu erlaflen. keit vieler Seute, im Licht, und niche im Win:
3Erſtlich, daß uns vergönnt würde, auf| kel follte gehandelt werden. N 4
des Gegentheils Einbringen vollkommene Ante| 7. Bon ven Notariis, im dritten Meier
grif⸗
20 V.Abfchn. Donden ReichstägensuSpeyer, Worms und Regenfpurg. ısor
riffen, wäre unfere Bitte, daß aud) von den fonderliche Befehl von ihnen empfangen, alles
nſern etliche zu Notarien möchten verordnet /ihnen zu vermelden c.
erben; dann dieweil ſolches auch in Profan:| ıı. Es wäre uns zuvor von den Herren Prä-
chen zugelaffen würde, wie vielmehr follte das |fidenten zugelaffen, unfern Herren davon Bes
ı der Sache, welche GOttes Ehre und fo'vie- |riche zu thun, und fonften die Sachen nicht aus»
xLeuteSeelen Seligkeit belanger, geftatterwer- |zubreiten: das wäre noch unfere Bitte und Er⸗
en. So wäre foldyes auch zuvor im Eolloqufo zu |biefen , mie wir dann bishero alles in guter Ges
vBorms gehalten, daß ein jeglicher Theil feine heim gehalten, _
Notarios gehabt. Derhalben bäten wir, daß| 12. Den Eid zu thun wäre uns auch des«
nfere Motarii, welchebisheran verordnet, bey halben beſchwerlich, daß, da die Sadjen viel.
chen Amt bleibenmöhten. leicht Durch andere ausgetragen würden, moͤch⸗
18. Auf den vierten Artikel, Daß die Hand- |te uns die Schuld gegeben, und wir als treu«
ung biefes Colloquii Feinem Menfchen eröf- los und meineidig gefcholten werden; wie wir
et, und wir Dazu mit Eiden beſchweret mer: dann ſchon erfahren, daß etliche Reden aus«
en follten, darein müßten wir ung, ohne Bor. |gefragen und uns angezeigt worden, von wel⸗
hiffen unferer Herren, nicht zu begeben, es chen niemand Wiſſenſchaft tragen konnte ‚denn
re aud) folches in den vorigen Eolloqulis nie |fo bey diefen Händeln geweit. Sollten wir
liche gefchehen. Dann, daß die Sachen des |nun uns in foldye Gefäßrlichfeie begeben, fo
Fyangelii alfo-in geheim follten gehalten wer⸗ thaͤten wir je ganz unmeislich. |
hen, welche die ganze Chriftenheit belangen,| 13. Wir haften auch von unfern Herren Bes
as wäre wider den Befehl des HErrn Epri- |fehl, daß wir ung nicht ferner einlaffen follten,
ti, da er ſpricht: Gehet bin in alte Welt, dann die WormfifcheProrogation mit ſich braͤch⸗
irediget das Evangelium aller Ereatur 2c. |te, welche dann Feine Meldung thäte, daß wir
stem: Was ich euch fage im Sinfterniß, das mit Eiden follten beſchwert werden. Es haͤt⸗
leder im Licht, und was ihr hoͤret in das ten ſich auch unfere Herren deß nicht verſehen,
hr, das prediger auf den Dächern. So daß wir in einem ſolchen Chriſtlichen Geſpraͤch
aͤre auch zuvor der Gebraud) bey der alten mit folhem Eide, alles heimlich zu Halten,
Spriftlichen Kirchen geweft, daß ſolche Sachen |follten beſchwert werden. ——
Öffentlich vor jedermann waͤren gehandelt wor-| 14. Derhalben bäten wir, Daß fie unfer
er. Denn dieweil fie. Rinder des Lichts waͤ⸗ | mit foldyem gefährlichen Eid verfchonen woll—
en gemwefen, häften fie auch das Licht geſucht, ten, weldyes wir unferer Herren halben, denen
md daffelbige nicht gefcheuer. wir ſolche Handlung anzuzeigen verpflichtet,
. Diemell auch wir Collocutores das. Ev- nicht thun koͤnnten. —
angelium Chriſti oͤffentlich zu predigen beruf/ 15. Was den fünften Artikel belanget, waͤ⸗
fen wären, und wir in dieſem Colloquio nichts re noch unſere Bitte, daß alles, wie bishero,
anders handeln ſollten, denn das wir oͤffentiich moͤchte verzeichnet werden.
Be: wie follten wir ung denn alfo hare} 16. Solch unfer Bedenfen und Bitte wolle .
durch Eide verpflichten laſſen, die Sache des Ev- |ten wir ihro F. ©. und ©. unterehäniger Mey«
/angelüi alfo heimlich zu halten, welche indiefem |nung, unfer unvermeidlichen Noth halben ‚an
Colloquio follte gehandelt werden. gezeigt haben , bäten derhalben, wolltens gnä«
"10. Weber das, fo wären wir allefamt, Au: |diglich vernehmen. |
ditores und Coflocutores, verpflichtet, unfern] 17. Diemeil wir aber unferer Herren Bes
Herren alles dasjenige anzuzeigen, fo ihnen zu |fcheid und Befehl, diefer Nefolution halben,
wiffen vonnoͤthen. Nun erfordert ja die höch- müßten erwarten, damit wir Diefelbige Zeit -
ſie Roth ihrer Seligfeit und ihrer Sand und Leu⸗ |nicht vergeblich) zubrächten, waͤren wir erbötig,
te, daß unfere Herren müßten, was in diefem in dem Colloquio, wieangefangen, fortzufchreie
Colloquio gehandelt; welches halben wir dann ten. Jedoch dergeſtalt: PL
Lutheri Schriften 17. Theil. — Odd dd 18. Erſt⸗
1
1sıg Cap.ıg.
oder mehr Artikel Halben einträchtig worden ,
daß folhe Einigkeit und Vergleichung, in Ge⸗
genwaͤrtigkeit beyberfeits Kollocutoren und Aue
Ditoren, zu einem jeglichen derfelbigen Artikeln
verzeichnet werde, und fie ſich beyderſeits un
terfchreiben füllen. es
8. Bon welchen Artikeln aber,
fpräc) und Difputation gehalten, Feine Berglei-
chung unter den Eolloquenten dat Eönnen ge-
fehehen ; fondern darüber flreitige Meynung ge- gen ſpur
ſchehe.
4
daruͤber Ge⸗
Vonder ducch Tonvente u. Reichstöge geſuchten Religionsvergl. 1519 |
wort zu thun, und in die Acta zu bringen, dau-
mit ung in diefem hohen Artikel, von der Ju⸗
ſtification, in weldyem fie, das Gegentheil,ih⸗
re Difputation vollführet, nicht Verkürzung ge⸗
. Zum andern, dieweil wir zuvor Durch. ge«
wifle Zeugniß bemiefen und dargethan, daß
diefee Artikel, vonder Suftification und Rechte
ferfigung , in dem vorigen Colloquio, zu Res
gehalten, verglichen, und gebeten,
blieben , über folche unverglichene Artikel fol daß dierelbige den Adtis inferire würden, als
ein jeglicher Theil feine Meynung, Argument
und Grund, auf das Fürzefte ſchriftlich und zu-
vor unterſchrieben, uͤberantworten, welche dann
Die Notarii in ihre Verwahrung nehmen ſol⸗
fen ‚ auf daß alſo jedes Theil Verſtand und Mey⸗
nung über folchen ſtreitigen Artikel, Kaͤyſerl.
Maj. und den Ständen des Reichs, auffolche
Weiſe, wie diefer Verſtand uͤherantwortet,
nemlich, KRänferl. Majeſt. ſelbſt, darnach der
Churfuͤrſten und Staͤnde des Reichs, zum
dritten auch der Colloquenten Zeugniß:
ve folches nachmals unfere
fo waͤ⸗
Bitte.
5. Was aber die Reſolution, und in derſel⸗
bigen den erften Artikel belanget, daß Kaͤyſerl.
Maj. Herrn Julium Pflug zum dritten Präfi«
denten verordnet, hätten wir unferer Perfon
- Fürglich und wahrhaftig möge referirt werden. halben Feine Beſchwerung, wollten aber doch
=: 1430. a
Der Evangelifchen Antwort auf vorſte⸗
bende Käyferliche Befelurion, welche fie den
Praͤſidenten fchriftlich überantwortet.
AR 2
ao" wir Ränferl. Maj. Befehl und Brief,
des Colloquii halben, in Unterthänigfeit
eriefen und bewogen, und mif allem Willen und
Bierinnen unfern Herren nichts begeben haben,
und-Fönnten wohl leiden, daß dieſe Sache des
Evangelii, nicht allein vor diefen Präfidenten,
fondern vor dem ganzen Neid) Deutfcher Na:
tion möchte gehandelt werden. Da wir aber '
begehrten, Daß zu diefem Colloquio auch eines |
Theils Präfidenten, welche unferer Lehre vere
waͤndt wären, zugeordnet möchten werden, koͤnnte
ung niemand verdenfen, jedoch wollteunsniht
gebüßren, Känferl, Majeft. Ziel und Maapzu
Fleiß willig wären, in diefem Colloquio und |geben.
allen andern Sachen, fo viel uns möglic),
Kaͤyſerlicher Majeftät, unferm allergnädigften
Heren, gehorfam zu feyn.
2. Diemeil aber diefe Sache, fo im gegen.
wärfigen Colloquio zu handeln, bie allerhöd)-
fie und wichtigſte; fo erforderte unfer Amt und
Pflicht, damit wir erſtlich GOtt dem HEren
und feiner Kirchen, darnad) Känferl. Majeſt.
und unfern Fürften und Obern, verwandt wä«
ren, daß wir ihnen, ven Herren Präfidenten,
unfere hohe Noth von vorgehaltenen Artikeln
anzeigten, und in Unterehänigfeit bäten, etli.
che Dinge uns nachzugeben, und etlicher Ar-
tikeln, fo uns aufgelegt, uns zu erlaffen.
6. Was den andern Artikel, von den Ab-
juncten, belanget, wäre unfere unterthänige
Bitte, dieweil derfelbigen allein drey Perfonen,
daß fie bey dem Colloquio möchten gebuldee
werden. Dann dieweil KRänferl, Befehl mit«
brachte, daß fie zu Rath gezogen, undim Fall
der Nothdurft an ſtatt der Collocutoren ſoll⸗
ten gebraucht werden, würden fie zu foldyen Sa⸗
chen defto bequemlicher und nüglicher zu gebrau«
chen feyn, da fie bey dem ganzen Eolloquio ges
duldet würden und aller Handel Gelegenheit
wüßten. Dann diefe Sache des heiligen. Ev—
angelii alfo gelegen, daß fie in Gegenwärtig.
keit vieler Leute, im Licht, und nicht im Win:
3. Erftlic), daß uns vergönnt würde, auf kel follte gehandelt werden.
des Gegentheils Einbringen vollfommene Ante| 7. Bon ven
Notariis, im dritten Artikel be⸗ |
grif⸗
0 V.Abfehn, Don den Reichstägen su Speyer, Worms und Regenfpurg.
* r
—
| griffen * wäre unfere Bitte, daß aud) von den fonderliche Befehl von ihnen empfangen, alles
Unfern etliche zu Notarien möchten verordnet / ihnen zu vermeiden ıc.
werden; dann dieweil folches auch in Profan-| ı1. Es wäre uns zuvor von den Herren Prä-
fachen zugelaffen würde, wie vielmehr follte das |fidenten zugelaffen, unfern Herren davon Bes
in der Sache, welche GOttes Ehre und fovie- richt zu thun, und fonften die Sachen nicht aus»
för Leute Seelen Seligfeit belanget, geftattetwer- |zubreiten : das wäre noch unfere Bitte und Er«
den. So wäre folches auch zuvor im Colloquio zu |bieten , wie wir dann bishero alles in guter Ge⸗
Worms gehalten, daß ein jeglicher Theil feine | heim gehalten. |
Motarios gehabt. Derhalben bäten wir, daß| 12. Den Eid zu fun märe uns aud) des.
unfere Motarli, welchebisheran verordnet, bey halben beſchwerlich, Daß, da die Sachen viel
ſolchem Amt bleiben möchten. | leicht durch andere ausgetragen würden, moͤch⸗
8. Auf den vierten Artikel, Daß die Hand. |te uns die Schuld gegeben, und wir als treu«
fung dieſes Eolloquii keinem Menſchen eröf- |los und meineidig gefcholten werden; wie wir
“net, und wie Dazu mit Eiden beſchweret mer: dann fchon erfahren, daß etliche Reden aus«
den follten, darein müßten wir uns, ohne ‘Bor. |gefragen und uns angezeigt worden, von wel«
wiffen unferer Herren, nicht zu begeben, es chen niemand Wiffenfchaft tragen konnte, denn
‚ wäre aud) ſolches in den vorigen Eofloqulis nie ſo bey dieſen Händeln geweſt. Sollten wir
niche geſchehen. Dann, daß die Sachen des nun uns in ſolche Gefäßrlichfeit begeben, fo
Evangelüi alfo-in geheim follten gehalten wer⸗ thaͤten wir je ganz unmeislich. |
den, welche die ganze Chriſtenheit belangen,| 13. Wir haͤtten aud) von unfern Herren Ber
Das wäre wider den Befehl des HErrn Epri- fehl, daß wir uns nicht ferner einlaffen follten,
ſti, da er ſpricht: Gehet bin in alle Welt, dann die WormfifcheProrogation mit ſich braͤch⸗
prediget das Evangelium aller Creatur zc. |te, welche dann Feine Meldung thaͤte, daß wir
Item: Was ich euch fage im Finſterniß, das mit Eiden follten beſchwert werden. Es hät,
redet im Licht, und was ihr böret in das ten ſich auch unfere Herren de niche verſehen,
. Ohr, das prediget auf den Dächern, So |daß wir in einem ſolchen Chriſtlichen Geſpraͤch
waͤre auch zuvor der Gebrauch bey der.alten mit ſolchem Eide, alles heimlich zu Halten,
Chriſtlichen Kirchen geweſt, daß ſolche Sachen ſollten beſchwert werden.
dffentlich vor jedermann wären gehandelt wor-| 14. Derhalben bäten wir, Daß fie unfer
| "und daffelbige nicht geſcheuet.
der. Denn dieweil fie. Rinder des Lichts wä- | mit foldyem gefährlichen Eid verfchonen woll-
von geweſen, hätten fie auch das Licht geſucht, ten, weldyes wir unferer Herren halben, denen
mir ſolche Handlung anzuzeigen verpflichter,
9. Dieweil aud) wir Colfocutores das. Ev. nicht thun Eönnten. EN
angelium Chriſti öffentlich zu predigen beruf»| 15. Was den fünften Artikel belanger ,. waͤ⸗
fen wären, und wir in diefem Colloquio nichts re noch unfere Bitte, daß alles, wie bisgero,
anders handeln follten, denn das mir oͤffentlich möchte verzeichnet werden.
predigen: wie follten wir ung denn alfo har} 16. Solch unfer Bedenken und Bitte wolle .
durd) Eide verpflichten Taffen, die Sache des Ev- ten wir ihro F. ©. und ©. unterehäniger Mey«
angefii alfo heimlich zu halten, welche indiefem |nung, unfer unvermeidlichen Noth halben, ans
Colloquio follte gehandelt werden. gezeigt haben , bäten derhalben, wolltens gnaͤ⸗
ı0. Ueber das, fo wären wir allefame, Au: |viglich vernehmen. Ä
ditores und Eollocutores, verpflichtet, unfern]) 17. Diemweil wir aber unferer Herren Bes
Herren alles dasjenige anzuzeigen, fo ihnen zu |fcheid und Befehl, diefer Reſolution halben,
wiffen vonnoͤthen. Nun erfordert ja die höch- | müßten erwarten, damit wir Diefelbige Zeit -
fte Noth ihrer Seligkeit und ihrer Sand und keu- |nicht vergeblich) zubrächten, waͤren wir erbötig,
te, daß unfere Herren wüßten, was in diefem in dem Colloquio, wieangefangen, fortzufchreis
Colloquio gehandelt; welches halben wir dann ten. doch dergeſtalt:
“Eutberi Schriften 17. Theil. nn Odd dd | 18. Erſt⸗
7
102 Cap. ıg. Donder durch Conventen. Reichstäge gefüchten Religionsvergl. 1523
18. Erftlich, daß uns vergönnet würde, voll-[ten. Dann, daß wirung mit ſolchem Eide foll-
fommene Antwort zu fun, auf dasjenige, fo|ten beladen, das Fünnten wir (wie auch
das Gegentheil de artieulo inftificationis häffe oben vermeldet,) ohne fonderlichen ‘Befehl une -
eingebracht. ? ferer Fürften und Dbern nicht thun. So far
19. Zum andern, daß bey der Befchreibung |hen wir auch nicht, wozu dasdienen follte, daß
der Acten unfer Notarius, roie bishero, möch-|die. Sache des Evangelii fo heimlich und ver-
theil, da in dem Geſpraͤch ein Artikel nicht fönn-
\
sen fie anzeigen, welches fteäflich und verwerf-
te geduldet, oder anftatt deffelbigen, ein ande: |borgen follte gehalten werden, dieweil fie die.
zer aus den Unſern verordnet werden. Ehre JEſu Chriſti und der ganzen Chriftene
- 20. Zum dritten, dieweilbefohlen, das Col: |heit Heil belanget. ehe wer
loquium nad) den Artikeln der Yugipurgifchen| 24. So wird auch) fein Eollocutor das begeß= _ -
Sonfeßion zu vollführen, daß fie, das Gegen: Iren, daß dasjenige, fo er für göttlich und recht in
feinem Gewiffen hält, und in dig Colloquium
te verglichen werden, ihre Argumenta und bringet, heimlich follte gehalten werden.
- Gründe, Damit fie vermeynten folchen Artifel| 25. Zum fechiten, daß die Acta alfo andem
umzuſtoſſen, fchrifelic) überantivorten, und uns Ort, wie bishero, verwahret würden, dann fie
dagegen diefelbigen auch fchriftlich zu verlegen |jezu nichts anders follten dienen, oder gebraucht
vergonnet würde, Damit eines jeden Grund werden, dann, wie die Wormfifche Drorogas
gegen einander deſto Flärer möchte gefehen tion anzeigt, daß daraus vollkommene Relation
werden. JS Kaͤyſ. Mai. und den Ständen des Reichs ge⸗
21. Solche Form und Weife zeigfe die Berz|fchehen möchte.
aunft an; welche, dieweil fie in Profanſachen/ 26. Aus dieſem allen ſaͤhen und erkenneten
alſo gehalten würde, wie vielmehr ſollte fie in die Herzen Praͤſidenten je wohl, daß wir nichts
dieſen hohen göttlichen Sachen alfo geuͤbet wer: Ihierinnen unbilligs, ſondern allein das begehr⸗
den, So wäre auch das Käyf. Majeſt. Be⸗ſten, das zu Erklärung göftlicher Wahrheit, und
- fehl, daß die Augfpurgifche Confegion vor die zu Fried und Einigkeit im Reich zu ftiften, nuͤtz
Hand genommen und davon gehandelt, was lich und vonnöthen wäre. si
darinnen anzunehmen, oder nicht anzunehmen] 27. Dann, daß wir nicht follten auf des Ge⸗
wäre. Dieweil wir dann alles für göttlich und gentheils Einbringen unfere nothdürftige und
recht hielten, was darinnen begriffen , fo müß- vollkommene Antwort hun, oder bey den Actis
feinen Notarien von unferm Theil haben, oder
lich ꝛc. uns mit dieſem Eide, wie gemeldet, des Still:
22. Zum vierten, daß die Gegencolloquen- |fchreigens halben verbinden, oder die Acta
‚ten einen gemwiffen Artikel aus der Konfeßion nicht, wie bishero gefchehen , verwahrt wers
“dor fich nehmen, und zuvor im freundlichen |den follten: in diefe vier Puncte Fönnten wie -
Geſpraͤch Erklärung aller Wörter von uns nef-|von megen der Befehl, fo wir von unfern Füre
men, damit fie uns verftehen, und nicht fo ver:
ften und Obern bereits empfangen, nicht bes
geblich, wie etliche Tage von ihnen gefchehen, |willigen, welches wir ihren 5. G. und G. jetzt
in Wind difputirt würde. Wo ſie nun unfern | Elärlich, weitere Difputation hierüber zu vermei⸗
Berftand gefaßt, und den irrig zu ſeyn ver⸗ den, unterthäniger Meynung wollten angezeigt
mehnten, Daß fie alsdann denfelbigen mit be⸗ haben.
fländigen Gründen anfiengen zu ſtreiten ꝛc. | 28. Solches aber alles, bäten wir, ifre $.
23. Zum fünften, daß die Herren Praͤſiden-G. und ©, wolltens gnädiglichen vermerken.
ten daran Genügen haben wollten, dazu wir Wir erböten auch hiemit in aller Unterthaͤnig⸗
uns zuvor erboten und bishero auch gehalten ‚|Eelt gegen Kaͤhſ. Majeſt. unferm allergnädige
daß wir bey guten Treuen und Glauben „uns, ſten Herrn, und ihrer F. G. und G. ihrer Kaͤyſ
als ehrlichen deuten gebuͤhret, die Handlung /Mojeſt. verordneten Praͤſidenten, alle unſere
dieſes Colloquii nicht anszutragen halten wolb|pflichtige Dienft und Gehorſam, ꝛc. |
43.
h 3524 . Abſchn. Don den Beichstaͤgen zu Speyer, Worms und Regenfpurg. 1525
RL N, Saga. Mutz gebracht, und zu Nugfpurg, da fie nicht .
Der evangeliſchen Eollocutoren fehrifts gehalten, Schaden unt: Verhinderung gethau,
liche Proteftation, den 20. Mart. den Herren auch in diefem, fo vor dem alhie im 41. Jahr
Praͤſidenten übergeben, worauf fie noch |gebaltenworden. So dienet ſolch Auffchreiben
00. denfelben Eagabgereife. der Notarien auch dazu, daß defto füglicher
F Gnad und Fried durch Chriſtum JEſum, un⸗ Relation Kaͤyſerl. Majeft. und den Staͤn⸗
fern Heiland, neben unfern willigen und un⸗ den des Reichs von dieſen Haͤndeln geſchehen
ierthaͤnigſten Dienften. | möge wie die Wormſiſche Prorogation vers
» P 5. Es wiffen aud) E. F. G. und ©. da wir
— in GOtt, ehrwuͤrdiger, edler uns der Form des Colloquii mit den Notaris
und wohlgeborner, gnaͤdige und guͤnſti⸗ und Beſchlieſſung der Acten verglichen, und
ge Herren! E. 3. G. und ©. tragen ſonder das Colloquium angefangen, und darinnen fort-
Zweifel noc) in gnädiger und guter Gedaͤcht⸗ gefahren, daß wir folches allein unſerthalben,
niß, was role anfänglich in diefem Colloquio und nicht von wegen unferer Herren und Obern,
gebeten, daß alle Argumenta und Antıvort, und gewilliget; wie wir dann Darüber ſolche Zeit pro⸗
‚die ganze Handlung, fo zur Sachen dienftlich, |Ceftiret und angezeigt, daß wir hierdurch un-
durch vereidete Notarios regiftriret und auf- fern Herren und Dbern nichts wollten begeben
gezeichnet, und zu folchem Werf auch zween haben, und ihrer ‘Befehle mittlerweil erwarten.
von den Unfern verordnet, auch ung zu unferer | 6. Solche Befehl, da wir fie empfangen,
Noaothdurft die Acta je zujeiten, uns darinnen zeigen an, Daß unfere Herren und Obern lie-
der Handeln zu befehen und zu erinnern, möch- |ber gefehen, Daß wir auf unferer vorigen Bitte
ten verfrauet werden. Was wir auch Diefer |verharret, nemlich Daß uns aud) ein Eremplar
unſerer Bitte dazumal vor Urſach angezeigt, |der Acten des Colloquii wäre verfrauet, wer _
werden fi) auch E. 3. ©. und ©, noch wohl ches wir ifnen, nad) Ausgang Diefes Colloquit,
gnädiglich wiſſen zu erinnern, hätten mögen überantivorten, daß wir auch in
2. Erſtlich, dag die Sachen, fo in diefem die Befchlieffung der Acten nicht follten gemil-
Colloquio follten gehandele werden, geofler |liget Kaben; jedoch, Dieweil nun diß Gefpräch
Vorſichtigkeit und Fleiſſes bedürften, und nicht alſo angefangen, lieſſen fie es geſchehen, daß
° heimlich gehalten, fondern allen Chriſtlichen wir alfo fortführen. Durneben aber wird ung
‚Menfchen, infonderheit aber unfern Herren und |befohlen,, eine Abfchrift der Acten von E. F.
Obern, follten Fund und offenbar werden, da:|&. und ©. da das Colloquium vollendet, zu
mit fie ſich defto füglicher von diefem Handel bitten, und ſolches ihnen zu überantworten. _
berathſchlagen, und deſto beftändiger auf dem! 7. Darzu haben fie auch befoßlen, daß wir
kuͤnftigen Keichstag ihre Meynung und Rath |uns zu nichfs ferner foiten begeben, dadurch
davon darthun moͤchten. Denn in diefen Arti⸗ die Acta alfo heimlich und verfchloffen gehalten,
keln, davon in diefem Colloquio ſollte gehandelt oder dadurd) wir ihnen diefelbigen zu jeder Zeit
werden, ſtuͤnde die Lehre unferer Seligfeit. zu uͤberſenden möchten» verhindert merden.
3. Darnach, daß auch der Gebraud), mie, Dann, wozu Dienet Doch folche Befchlieffung
wir von den Notariis gebeten, bey der alten und Verhaltung der Neligionsfachen? Chris
‚Kirchen in ven Concilils und andern geiftlichen ‚tus fpricht: Wer die Wabrbeit thut, der
Handlungen ftets wäre gehalten. Sa, a ans Lit, daS feine Werke offene
auch in Profanfachen, bey allen Menfchen al⸗ bar werden, denn fie ſeynd in GOtt ge⸗
Ienthalben, in wichtigen Händel alfo gehalten | than. | \ iS
wuͤrde. — SEN 8. Nachdem fie aber bie Artifel der KRäy-
4. Zum dritten, daß dieſe Form mit den | ferlichen Reſolution, und darauf unfere E. F.
Naotarls in dem Colloquio zu Worms, viel G. m en Aberaebng ANREDE bo:
a EL, ; en.
126 Cap.ıg. Don der durch Convente u Reichstaͤge geſuchten Religionsvergl. 1527
ben fie vernommen, daß wir in dieſem Collo- [unfere Bitte nichts anders geſucht noch begehrt,
quio fruchtbarlich fortſchreiten nicht koͤnnten, denn daß endlic) einmal ein folch Kolloquium
wie wir dann foldyes auch zeitlich vermerft,) | verordnet werde, Dadurch die Ehriftliche. Ge—
es würde Dann von Käyferl. Majeft. unferm |mein möge gebejfert, und. nicht mehr und grof-
allergnädigften Herrn, folche Weiſe und Form |fere Irrthuͤmer und Uneinigfeit eingeführet
des Colloquii zu halten erlanget, welche un⸗ werdhen.
fere Fürften und Obern, aud) wir, nad) Ge-| 11. Derhalben werden hochgedachte unfere
- fegenheit der Sachen, fo in dieſem Colloquio | Sürften und Dbern, wie fie uns vermeldet, oh⸗
follen gehandelt werden, nach gemeiner Kir- |ne Zweifel, entweder vor, oder ja auf diefem
‚hen und natürlicher Recht und Gebrauch be |Neichstag allen möglichen Fleiß fürmenden,
‚gehrt haben. Ai damit fie Kaͤhſ. Majejt. ihre Beſchwerung in
9. Dieweil wir dann zu dieſer Zeit nichts bemeldten Artikeln anzeigen, und Linderung der⸗
fruchtbarlichs alhie ſchaffen koͤnnen: haben un⸗ ſelben erlangen moͤgen; welches, da: eg geſche⸗
ſere Fuͤrſten und Obern fuͤr gut geachtet, daß hen, werden hochgedachte unſere Fuͤrſten und
wir, ein jeder zu feinem Amt, Dazu er gefordert, Obern, ſonder Zweifel, uns und andere zu
wiederum heimziehen ſollen, bis fo lang fiebey |diefer vorgenommenen Handlung Bieher auf
Kaͤyſ. Majeft. Linderung deren Artikel, welche | das allerförderlichfte zu verordnen wiſſen; denn
ifnen und uns befchwerlich, und eine folche |weder unfere Fuͤrſten, noch Dbern, nod) auch
Form und Maaß des Colloguüi erlangen, da= wir, das Licht ſcheuen, undift unfrer aller herz⸗
durch was für die Chriſtliche Gemein nuͤtzlich liches Begehr, Daß die ftreitige Artikel Chriſt⸗
und fruchtbarlich gehandelt, und wir alsdann licher Religion Chriſtlich mögen erwogen, ver⸗
zu angefangenem Werk wiederum anher ge einiget und verglichen werden; welches dann
fehicke.mögen werden, Welche Sinderung von hiebey abzunehinen, daß das groͤſte Theil un⸗
Kaͤyſ. Majeft. unferm allergnädigften Herrn, ſerer Derrichaften fo zeitlich) ung hiehergefandt,
nach ihrer Majeſtaͤt angeborner Güte, und Dann unfer eines Theils fechs Wochen vordem
nad) Billigkeit diefer Sachen, daß unfere Für: | Anfang des Colloquii aldie gemefen
ften und Dbern leichtlid) erlangen werden, wir) 12. Derwegen fein Zweifel, unfere Fuͤrſten
in guter Hoffnung ftehen. | und Herren werden ihre Colloquenten und Au⸗
10, Nachdem wie aud) vor E. F. ©. und |ditoren, da im Colloquio fortgefchritten werden
G. von Anfang diefes Colloquii, und hernach ſollte, auf das allerforderlichite wiederum an:
zum öfternmal profeftiret, daß wir uns allezeit | her verordnen, welches auch in Furzen Tagen,
unferer Fürften und Obern Befehl vorbehalten, mit GOttes Hülfe, gefchehen mag, daß da nicht
und durch unfere Handlung ihnen nichts woll: | langes Harrens, oder Verzugs vonnöthen. -
ten begeben haben; E. Sn. aber gnugſam wif:| 13. Soldyes haben wir €. F. ©. und ©,
fentlid), Daß wir zu einem folchen Gefpräch,| von wegen unferer Fuͤrſten und Obern, auch
welches Chriftlicher Gemein nüßlich feyn möge, | unferthalben, freundlich und unterthäniglich une
ung allezeit willig erboten, uns auch nie nicht fers Amts halben follen und wollen anzeigen,
deß gewegert, fo zu Bollfüßrung und Endung | davon wir auch hiemit wollen bezeuget haben.
angefangenen Werfsdienen möchte: bitten E. Bitten auch Bieneben E. 5, ©. und ©. von
+8. ©. und ©. wir freundiich und unterehäniaft, wegen hochgedachter unferer Fürften und Obern,
da wir unferer Fuͤrſten und Obern Befehl müf | und unferthalben, freundlidy undunterthänigft,
fen gehorfamen, €. F. ©. und ©, wollten ſol- E. 5. ©. und ©. wollen für fic) felbft dig al⸗
ches nicht dahin deufen und vermerfen, alsbe-| les gnädiglic) und im beften verneßmen, und
- gebeten, oder wollten unfere Zürften und Obern, Käyf. Majeft. unferm allergnädigften Herrn,
oder wir, diß angefangene Werf verhindern | unterthänigfter Wohlmeynung vermelden.
oder zerfchlagen; Dann folchesunfere Meynung| 14. Da aber von Kaͤhſ. Majeft. eine folche
in Eeinem Wege nicht, und wird durch ſolche Sorm des Colloquii, wie zuvor gebeten, würde
| ⸗ ver⸗
“ WU) AH 1 0 ch AT A
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Brake, * x *
*—
1328 V.Abfehn. Von den Reichstaͤgen zu Speyer, Worms und Regenſpurg. 1529
verordnet, Durch welches uns Die beſchwerli⸗ ſchen Gemeine verſammlen, damit wir ihn in
chen Artikel würden gelindert, ift an E. $.©. [einem Geift recht mögen anruffen, und in Ewig⸗
und ©. unfere unterthänige Bitte, E. F. ©. keit loben, ehren und preifen, Amen. Ders
und ©. wollen dem Herrn Cammerer diefer felbige auch wolle E. F. ©. und ©. welcher
‚Stadt Regenfpurg davon gnädige Anzeigung wir uns hiemit befehlen, gnaͤdiglich ſchuͤtzen
thun, welchen wir gebeten, da ihme was von und erhalten. Gegeben zu Regenfpurg, den
E. F. G. und G. unfere Fürften und Obern, 20. Marti, Anno 1546.
‚oder uns, diß Colloquit Halben belangend, be| _____ En
-foßlen würde, folches auf das förderlichfte un]
‚fern Fuͤrſten und Obern bey eilender. Bot: | | 1432,
ſchaft zu vermelden, welche oßne allen Zweifel \YYartini Buceri Eurze Erzehlung von
Hlche Verſchaffung thun werden, damit Kaͤyſ. dem Regenfpurgifchen Colloquio.
Majeſt. und E. ©. auch jedermänniglic) fehen N, |
und lien möge, mit was nr Gnad, Fried, Stärfe und Muth, von GO,
muͤth fie begierig, Chriftliche Colloquia und | unferm himmliſchen Bater, und unferm ges
Bergleichung der Cpriftlichen Religion zu für | Maltigen Hirten und Könige JEſu Eprifto,
‘dern und zuvollenden. mebre ſich euch allegeit, Amen.
4 ein ee ai — ee a 5
unterthaͤnige Bitte, da wir durch Befehl unfe: |- ’ 5 ;
Be ne rk een Au A cr on 8
‚gefordert, von Binnen abreifen würden, E. 8. | rn vom Re enfpurgifchen Colloquio, und
©. und ©. wollen folches nicht anders verneß- thun
N anders ne unſerm Abreiſen darvon, dieweil der geiftliche
men, dieweil noch zur Zeit keine gewiſſe Form uͤchtige Mann, D. Eberhard Billick, Car⸗
nl aus IE, Detın Eop eo minor heit hs die Gokoquenten dieſes Tdeils des⸗
ſey, unſerer befohlenen Aemter daheime zu war⸗ halben fo fehmerlich und mit offenbare J Un
ten, dann alhie in Müßiggang vergebliche Zeh- wahrheit hat ausgefchryen und geläftert Ä
rung und Unfoften zu treiben; ungezmeifelt, da | a | RN
die beſchwerliche Artikel Känferl. Nefolution | 2. So wiflet, daß wahr und ermeislich ift
‚gelindert und ein wenig leidliche. Maaß des durch die Präfidenten und Auditoren. Diefes
Geſpraͤchs wird verordnet werden, wie vor an- Colloquii, und viel andere glaubwürdige Leute,
gezeigt, unfere Herren werden fich in diefem al- daß wir, Die Yuditoren und Colloquenten der
len gegen Kaͤyſ. Majeftät und dem Reich un- Chriſtlichen Augfpurgifchen Confeffion, die Kaͤh—
Lerthaͤnigſt und unverweislich wiſſen zu halten. |ferliche Majeftät, auf Anzeige unferer Chur⸗
Dann wir, mit GOttes Hülf, nichts, fo zu fürften, Fuͤrſten und Ständen, zu einem
Ehriftticher Einigkeit dienftlidy, an uns haben Chriſtlichen Geſpraͤch verordnet, feynd zum
erwinden laffen; welches wir aud) mit. diefer | Theil vor, zum. Theil zu gefeßtem Tag, den
Schrift, gegen E. F. ©. und ©. wollen bezeu: |14. Decembris alle zu Kegenfpurg erfchienen,
‚get, biemit auch denfelbigen aller Förderung [ausgenommen allein einen Auditor und einen
und gnädigen Willens unterthaͤnigſt bedankt, | Colloquenten, welche zum Theil aus Leibs Blö-
und denfelbigen, nach unferm Bermögen, wie- |digfeit, zum Theil aus andern wichtigen Ur⸗
derum zu dienen, uns erboten haben. ſachen verhindert; und aber doch auch, ehe
16. Wir bitten auch GOtt den Vater, durch | dann man das Colloquium angefangen, zue
Chriſtum JEſum, der Ehriftlichen Kirchen| Hand Eommen find. Dahn wir erft den 27.
- Ershirten, daß er ung, welche wir feine Schäf-| Januarii durch die Prafidenten zum An⸗
fein feynd, wolle durch feinen Heiligen Geift|tang des Colloquit find beruffen worden. Aus _
in einträchtigem Glauben und Sinn verglei- |diefem unferem zeitigen Anfommen zum Collos
- hen, und in den einigen Stall feiner. Cheiftti-\quio , und langem Haren auf deſſelbigen Ans
2 8 | D0900d3.. | fang,
1130 Cap.ıs. Donder durch Eonvente u Reichstäge gefüchten Religionsvergl.
fang, ſiehet man wohl, ob wir $uft oder Un—
luſt darzu gehabt Haben. — ER
3. Nun wir auf jegt gemeldtem Tag erſt fa-
- Ken, was Gegencolloquenten wir müßten Ba-
* nemlich Leute, zu denen wir uns anders
nichts zu verfeßen haften, denn daß fie die ftrei-
tigen Artikel dev Religion mehr in weitere Ver⸗
wirrung, dann zu Chriſtlicher Vergleichung
wuͤrden ziehen, auch alle unſere Reden aufs
alleruntreulichſte verkehren: (wie ſie dann ſol⸗
ches zuvor, und hernach in jo vielen ihren
Schriften und Predigten gethan;) Haben wir
aus hoͤchſter Nothdurft, zu gut den Kirchen
Chriſti, begehret und gebeten, daß alle Hand:
lung des Colloquii Durch geſchworne Notarien
(unter denen man uns auc) einen follte zulaffen,)
würden aufgefchrieben, damit hernach alle
Handlung des Gefprächs von der Känferlichen
Majeſtaͤt und allen Ständen des Reichs defto
beffer möchten erfehen und erörtert werden.
Denn einmal, wo aus unfers Gefprächs Hand-
Iung etwas zu Chriftlicher Vergleichung follte
gefchaffet worden feyn, das haͤtte müfjen durch
die Fürften und Stände des Reichs gefchehen.
Bon diefen Colloquenten war deß nichts , fon-
dern gänzlich das Widerfpiel zu erwarten.
Wie fie das in allem andern, und darinn je
klar genug haben errviefen, daß fie den Artikel
yon der Suftification, im vorigen Negenfpur-
gischen Colloquio Chriſtlich verglichen, nicht
daben wollen als verglichen Kalten, noch den
laffen, wie wir ihn, mit der Kaͤyſerlichen Ma-
jeftät, der Churfürften, der Grey» und Reichs⸗
ſtaͤdten, und unferer Fuͤrſten Ständen Zeug:
niß, eingebracht haften, in die Acta fehreiben.
. Nun diefer Weile Gefpräch zu Balken,
daß alle Reden und Gegenreden (die nemlic)
zum Kandel dienen, deren Auffchreiben wir
‚auch allein begehret,) aufgefchrieben werden,
Haben die alten lieben heil. Vaͤter in den gemei-
nen Coneilien und befondern Handlungen mit
den Kegern allemal gebrauchet; wie Das die
Acta der Concilich, und des $. Auguftini be:
eugen. So hält man diefen Gebrauch auch
I alfen meltlichen wichtigen Sachen. Was
bat man dann uns in dem zu verweifen, oder
als unrecht aufzußeben, Daß wir ſolche Öray: | fie Das und bringen herfuͤr diefelbigen ihre fpi-
famfeit auch in den hößeften GOttes Sachen
zu gebrauchen begehret Haben? Nemlich, dies
weil wir zu tun haften mit folchen giftigften,
arimmigften Seinden, nicht weniger des heilt-
gen Evangelii, denn unferer Merfonen; das.
fie in ifren vorigen und nach dem ausgegane
genen Schriften von ifnen ſelbſt überflüßig |
zeugen, und deß aud) wollen beyden Shren ger
ruͤhmt feyn. So fiehet man aud) aus jegiger
Kriegsrüftung wohl, was Colloquiums man
vorgehabt, und was VBergleichung der Nele
sion man gefucht Babe, —
5. Noch nichts deſto weniger, damit man
fich 06 ung nicht zu beflagen hätte, Baben wir
berilliget, ung mit ihnen, auch mit freyem
Gefpräche, fonder Auffchreiben zu verfuchen,
welches wir auch zween Tage gethan, undgleich |
die Unrichtigfeit bey denen Leuten, die fie, als |
fie in die Feder geredf, erzeiget, befunden, ders
halben wir den dritten Tag ja wieder wollten
in die Seder geredet haben. Da aber dem Ge⸗
gentheil und Praäfidenten gefiele, die Sadıe
noch einen Tag zu verfuchen, haben wir ung
in dem nirgend fo ſchwer gemacht, als es der
Billick läftere. Ich zwar wollts alsbald be⸗
willigen, das weiß er, gezogen auf die Praͤ⸗
ſidenten und ihres Theils Auditoren.
6. Daß der Billick aber laͤſtert, wie wir in
dieſer Diſputation, beyde, die wir in die Feder
geredt und mit freyem Geſpraͤch gehalten, ſo
uͤbel beſtanden, und ſie die Sachen ihres Theils
fo wohl ausgerichtet, auch der Peter Malven-
da (der den frommen Martyr Diazium zu ſei⸗
ner Herrlichkeit treulich befoͤrdertz) mich mit
ſeinem ſcharfen Diſputiren ſo genothdraͤngt,
und ſo unbillige Dinge zu bekennen gezwungen
habe, ſag ich alſo: Was in die Feder geredt
iſt, deß ſind die Acta von geſchwornen Nota⸗
rien vorhanden, da halten ſie an als fleißig,
als wir gethan, daß die Kaͤyſerliche Majeſtaͤt
diefelbigen laffe an Tag kommen; fo Fann ein
jeder Chriſt dann richten, was in dieſem Ge:
fpräch jeder Theil feiner gehre Grund oder Uns
grund vorbracht habe. So viel dann das un-
aufgefchriebene Gefpräch belangee, befcyreiben
Sigen
wie die Sache geſtalt fey. 2
7. Das feynd aber diefelben ungefchicften
Reden alle, zu denen Malvenda mit feinen
- Argumenten mic) getrieben hat. Er fagte :
Zodfünde, das ift, Sünde wider das Gewiſ—
» fen, Eann bey dem Glauben ſtehen, darum
mag nicht feyn, Daß der Glaube allein fromm
und felig mache. Das widerfprac) ic) ihm,
J
bey wahrem lebendigem Glauben ſolche Sünde
es wäre in einem jeden, der Sünde thut wider
den wider das Gewiſſen den ervigen Tod und
VBerdammniß bringen, und daß fie Darum
mehr zu fliehen feyn, Denn der leibliche Tod.
Der aber Ehebruch, Mord, Diebftahl und
A und die ungefchickten ‘Befenntnif-
fen,
ge
rechtes lebendiges Glaubens glauben, Daß der
dergleichen Sünde. Denn der wahre Glaube
ehebrechen, morden, fteblen fey dißmal gut
Ki zu hun, dann fonft thäte er ſolches nicht ;
- darum zerftöre folche Sünde den wahren
Glauben, und möge. bey und neben ihm nicht
ternmal für: Wer glaubt, daß JESUS,
und mag nicht fündigen, denn der Saanıen
GOttes ift bey ihm. Darauf aber Eonnte
1532 V, Abfehn. Donden Reichstägen zu Speyer, VormsundRegenfpurg. 135.
unferftunde es auch nicht, warf etlichemal die -
Erfahrniß vor. Darauf ic) im antwortete,
Malvendä Erfahrniß ſchlieſſe nichts in der gött
lichen Lehre, er follte Schrift vorbringen. Zus
legt brachte er das Erempel Pauli vor, und
fagte: Der hätte GOtt geglauber, und doch
die Kirche verfolget, und alfo in Todfünden
gewefen bey dem Glauben. Dagegen aber
warf ich ihm vor Paulum-felbft, ı Zimorh, 2.
der von ſich ſchreibt, daß er folches nicht im
Ölauben, fondern im Unglauben gethan habe,
Darum feine Verfolgung bey dem wahren
Glauben an GOtt nicht beftanden wäre, den
doch, wie der HERR felbft gefagt, niemand
haben kann, der nicht auch zugleich an ihn glau⸗
be, und ihn als feinen einigen ewigen Heiland
erfenne und liebe. Davon Paulus, wie er
Chriſtum verfolgte, noch gar fern ware, -
10. Welche Wahrheit, daß ja Feiner, dee
einen wahren lebendigen Ölauben Bat zu GOtt
und unferem Herrn Chrifto, in einiger wiſſent⸗
lichen Sünde wider das Wort GOttes mag
ſtehen und bleiben, Hab ich damals mit viel An«
zeigen exFläret, und genugfam erwieſen, daß
diefe unfere Bekenntniß der Beiligen Schrift
und allem rechten Berftand ganz gemäß und
eben ift, und mit nichten abfürda , ungereimet
und unfauglih, Sonſt müßte auch ungerei-
met und unfauglich feyn, daß. der heilige Jo⸗
bannes gefchrieben hat, 1 Joh.2: Un dem
merfen wir, daß wir ihn kennen, fo wir
feine Bebote halten. Wer da fagt, ich Fen=
ne ihn, und haͤlt ſeine Bebotenicht, der iſt
ein Luͤgner, und in folchem ift keine Wahrs
beit; Item 1Tim.5: So aber jemand die
Seinen, fonderlich feine Zausgenoſſen nicht
verforget, der hat den Blauben verleugs
net, und ift ärger denn ein Zeyde; Item?
Sie baben den Schein eines aöttfeligen
Wefens; aber feine Rraft verleugnen fie
2 Timoth.3. a ungereimet und unfauglich
Chriſtus ift, der ift aus GOtt geboren : | müßte feyn alle Schrift GOttes, die da zeuget,
wer aus GOtt geboren, fündiger nicht, |daß der an unfern HErrn Ehriftum glaubet,
\ Babe das ewige Leben, und bleibe in Chrifto,
dabey je feine Siinde wider das Gewiſſen be⸗
ſtehen Fann. og
Sigen Argumenten, damit der Malvenda mic)
‚die ich folle aus ſolchem Nothdringen für-
eben ‚haben, fo Fann man abermal feßen,
und widerſprechs noch, ſagte und fage, Daß
nicht flehen möge; ja, fagte und fage weiter,
bei ne, der in folcher Sünde liege, Fönnte
Pater unfers HErrn JESU Ehrifti wahrer
9 fen.
8. Da warf er für: Der Glaube würde
nicht zerftöref, denn Durch ein gegen = und wi⸗
derwärfiges Halten, per aſſenſum contrarium,
ſolch gegen= und widerwaͤrtiges Halten waͤre
nicht in einer jeden Todſuͤnde. Ich ſagte aber,
ſein Gewiſſen, als Ehebruch, Diebſtahl, und
Chriſti hielte alle Worte GOttes fuͤr gewiß
er er und hielte aus dem, daß alle Sün-
dergleichen Sünven thäte, der fchlieffe bey ſich,
ſtehen. |
9. Darzu warf ic) ihm die Schrift zum öf-
der Malvenda nie einiges Wort antworten,
nicht wiffen. Wir haben doc) darum fo fleiſ⸗
RT er
; x
Fr — Tap ıg. Don der durch Eonvente u, Reichstäge gefuchten Religionsvergl. 1535-
"11. Die Gefinde, damit es erhalte, daß die
verruchteften gottlofen Seute mögen Pabit,
Cardinäle und Bifhöffe der Kirchen Chriſti
feyn, ja die Kicche felbit, fo bringen fie diß gott⸗
löfe Gedichte vor, daß alle die Chriften feyn,
die nur mie todtem Glauben glauben ; oder mehr
allein fagen, fie glauben, was fie zu glauben
vorgeben. Der wahre Glaube aber ift, durd)
den man, erleuchtet durch den Heiligen Geift,
dem ganzen Evangelio wahrlich glaube, und
es in allem für ganz gewiß und wahr erfennet
und hält, und darum allen Troft und Hoff.
nung auf unferen HEren JEſum Ehriftum fe-
get}, den lieb hat, feiner Gebote fid) befleiffer,
- alle Sünde haffet und fleucht. Wer nicht al»
fo glaubet, der hat aud) feinen wahren Chriſt⸗
lichen; fondern einen todfen,. oder ftüclichen,
oder vielmehr gar Feinen Glauben, weß er ſich
doch mit Worten befenne und rübme,
"12. Daß ich aber in diefer Difputation mit
dem Malvenda weiters noc) anders nichts be
Eennet habe, das fen gezogen auf. die Präfiden-
ten und Auditoren bender Theilen. Und wiſſen
die Colloquenten, daß ſichs anders Halte: fo
zeigen fie es an. Sie haben den Glauben. des
Stillſchweigens doch gebrochen. So erlaube|
ich ihnen zu fagen und zu fehreiben von diefem
Colloquio, und allen unferen Reden, was fie
wiſſen; allein wollte ich, fie ſchwiegen, das fie
fig gebeten, daß alle Rede und Gegenrede im
Eolloquio wuͤrde treulich aufgefchrieben, damit
die niche allein vor unfere Fürften und Dbern;
ſondern vor alle Welt hätten fommen mögen.
Dann wer die Wahrheit fucht, begebret des
sichts. Es follen aber, ob GoOtt will, die
Acta noch wol yon ven Sachen zeugen, dahin
ich das übrige von der Handlung im Eolloquio
yaren will. - RE EN
an Nun von unferm Abrelfen; das ift al-
fo geſchehen. Auf den 26. Februarii haben uns
die Präfidenten eine Känferliche Schrift er-
öfnen laſſen, in deren die Käyferliche Maje-
ſtaͤt das Auffchreiben aller Reden und Gegen:
reden abfchniede, und forderte, daß man al⸗
lein auffchreiben follte, weß man ſich vergiel-
den wuͤrde, und wo man fic) ineinem Artikel
wir erlangen.
nich vergleichen würde, daß alsdann jeder
Theil feine Sentenz und Grund veffelbigen für h
ſich aufſchreiben, und den Präfidenten über»
antworten follte. Auch daß die Auditoren und
Colloquenten einen Eid thun follten, nicht eis
nigem Menfchen, der lebt, id eft, nulli mor-
talium, etwas von des Geſpraͤchs Handlung
zu eroͤfnen, auch daß allein die Prafidenten
ſollten Notarios fegen, und nicht die Parten.
14. Daraufhbaben wir ung, damit an ung
nichts erwinde, recht wollen des Auffchreibens
aller Handlung begeben, wiewol wir das der.
Sachen und der Kirchen Chriſti Hoch nachthei⸗
lig erfenneten: allein fo man fid) eines Arti-
Fels nicht würde vergleichen, daß die Gegen⸗
cölloquenten alsdannihre Meynung und Haupt. _
geünde auffchrieben und ung zuftelleten, auf.
daß mir auf jedes richtig und ordentlich möch-
ten antworten, welche unfere Antwort wir ih«
nen dann haben, fo ihnen geliebte zu replie -
ciren, wiederum auch zuftellen wollen, damit _
fein Theil dem andern feine Worte verkehren
könnte, auch nicht ein Theil feine Rede gen
Drient, der andere gen Occident richtete.
15. Des Eides aber des fo erniten Vers
ß
fehmeigens, haben wir uns geweigere, und ale
lein darum, daß wir nicht dann von dem hei«
ligen Evangelio zu handeln hatten, das man
allen Ereafuren folle predigen und niemand ver-
ſchweigen. Begehrten auch, man wollte ung
zugeben, unfere Antwort, auf das fie, die Ge⸗
gencolloquenten, wider unfere Confeßion, in die
Acta ſchon gebracht hatten, (die wir erſt ange⸗
fangen,) zu vollfuͤhren. Und begehrten auch,
daß man doch einen Notarien von uns zu den
Acten verordnete; deren keines aber mochten
16. Nachdem wir
thun konnten, und uns auch mit ſolchen unſern
dann gedachten Eid nicht
und des heiligen Evangelit ſchaͤrfeſten Feinden,
ohne Zeugniß der richtigen und ordentlichen
Schriften gegen einander, nicht mußten einzu⸗
laſſen, (wie wir dann hiemit anders nichts ge-
ſchaffet, dann ihnen das eheure GOttes Wort
zum Hohn und Spott Hingegeben hätten ,) und
mir aud) bis auf den 16. Tag Marti auf Er⸗
fedigung ermeldfer NN.
ar⸗
—
1536. V.Abichn, Don den Beichstägen zu Speyer, Worms und Regenfpurg. 1537
u feynd aud) etliche aus. uns Colloquen= nichts liebers geſehen, und noch, denn daß die
ten und Auditoren von ihren Obern anheim er» | Känferlihe Majeſtaͤt und alle Fürften und
fordert worden. Da wir dann jeder von fei- | Stände des Reichs Hätten folhem Geſpraͤch
jen Obern Befehl hatten, alles gemeinlic) |felbft wollen vorfeyn, und. das hören; darum
zu-bandein, haben wir auf den 19. Tag Mare. ſie auch auf fo viel andern Neichstägen anges
‘den Präfidenten, Die zugegen waren, eine ſucht Haben, und bitten noch für und für dar=
Maoteſtation überanfworter, in. der wir ihnen um. ‘Desgleichen haben aud) wir, die Predi⸗
bie Billigkeitunfers Forderns mitguten Grün: Iger, von Anfang unferer Predigt, begehret
ben dargethan, und uns bejeugef, daB wir |und gebeten, wie das unfer fo viele Bücher be⸗
- das Stillſchweigen in Sachen unferer Chriſt⸗ |weifen. Ä | r
lichen Religion, die man doc) auf allen Canz-| - 19. Der Pabit aber und fein Haufe Has
- den und bey allen Efriften aufs Flärefte pre» |bens dahin nie wollen fommen laffen. So ha⸗
digen folle, mit feinem guten Gewiflen könn: |ben wir aud) im jegt angefegten Colloquio an«
- ten ſchwoͤren, und auch nicht wüßten, ohne Zeug: |ders nichts Dann Das Licht geſuchet, und dar⸗
niß glaubwürdiger richtiger Schriften, mit un: |um allein fo ernftlich begehret und gebeten, daß
ſeren Gegencolloquenten etwas zu handeln. |man alle Handlung liefle auffchreiben, und zus
Erboten uns aber dabey, alsbald wieder zu gebe, daß ein jeder die ſchicken und geben moͤch⸗
kommen, fobald die ermeldten Beſchwerungen |te, wen er wollte, und als meit er. Fonnte,
erledigee: würden. - - Bom Gegentheil aber ift Fommen, daß man
077» Dabey haben unfere Dbern auch das be» zu Diefem Gefpräd) fo wenig Colloquenten und
dacht, Dieweil die andern Stände des Reichs Auditoren verordnet, und dann ob dem beeis
in das Colloquium noch nicht. bemilliger, daß digten Sillſchweigen, auch Abſtrickung des
alle Handlung des Gefprächs würde ohne alle gaͤnzlichen und richtigen Auffchreibens alfo hart
Frucht ſeyn, wo man nicht zuvor auf dem |gehalten hat. ind
Keichstage erlangete, daß auch die anderen | 20, Mun aber von dem Billif zu res a
Stände des Reichs in folches Eolloquium bes den: hat er fo guten Suft mit uns zu di—⸗
willigten, und die Ihren Dazu verordneten, ſputiren, warum hat er dann nicht mit feinen
und aud) folche Leute, die Ehriftlicher Eoncor» |Mitcolloquenten bey der Känferl. Majeftät er-
die und Reformation begehrten. Darauf ba langet, daß uns die hätte vor allen Ständen
ben fie auf diefem Reichstag zuvor mit allem des Reichs zur Derantwortung der Neligion
- Steiß handeln wollen: als fie aud) gethan, und |gegen ifn kommen laſſen, dahin wir ung,
anihnen gar nichts erwinden laffen., Damit vor ihnen felbit, fo oft erbofen, oder hätten
‚fie es dahin brächten, daß eine rechte, aufrichtige, doch die Präfidenten dahin erbeten, daß ſie uns
Chbriſtliche, fruchtbare Handlung, um Ver: des Eids des Verfchweigens erlaſſen, und die
gleichung der Religion und Reformation, wür- Gegenſchriften einander zu übergeben, vergön«
de vorgenommen und gehalten; wie das ihre net, und zu ſolchem Geſpraͤch hätten praͤſidi⸗
Antwort auf das Käyferliche Vortragen gnug- |ren wollen? Auf welche Maaffe mir doch im
ſam bezeugek. K ‚Eolloquio gern wären forfgefahren. Dann wir
. 18. Da richten nun fromme Chriften, wer je anders nichts, denn das Winfel-und zeug«
das Licht undrechfe Epriftliche Colloquium, oder ioſe Difputiren mit dieſen Leuten, und das
auch Difputation, geſucht, oder geflohen ha⸗ Verſchweigen des Evangelii Chriſti, das man
be? Unſere Sürften und Obern haben vor zu allen Creaturen predigen folle, gefcheuet und _
Worms, da man von vielem Colloquio zu Balz |gefloben haben. ES a:
ten gehandelt, fid) mit allem Fleiß dahin. be-| - 21. Ja, was foll ich fagen, weiß fich diejer
arbeiter, daß man von “allen Ständen des Billick wider die Wahrheit Chrifti, die wie
Reichs follte Colloquenten und Yuditoren ‚und |befennen, fo wohl gefaſſet, warum hat er feinen
die in guter Anzahl, verordnen. Ya, hätten! Gropperifhen Haufen zu Coͤlln nicht dahin ver-
NQutheri Schriften 17. Theil, Eee ee mocht
—
4 j —
1538 Eap. 18. Don der durd) Convente u. Reichstäge gefüchtenReligionsvergl, 1139
mocht, ‚daß fiemir, für fie ſelbſt zu Coͤlln, hät» | ben, deme ift alfo. Die Gnade GOttes ſey
———— und Lehre gegen u mit euch. allen, Amen. BERN ER ER
und männiglic) zu vertheidigen, gegeben, wie RR * —
id), als ic) zu Bonn ware, Das Domtapifel Martinus D veerne
SE EINE an un
um ſchriftlich, jeden Theil für fih, aufsfleife| | ,. .. 1433. Bi.
ſigſte erfucht und gebeten Habe. Oder hätte | Sriederici Myconii Schreiben an D.
Das zu Bonn mit mir angenommen, vor den Matth. Aasebergen, d. d. 6. Jan. 1546. darins
Ständen des Erzſtifts Coͤlln dazu ich mich nen er dieſem ſeinen merkwuͤrdigen Traum,
auch fhrifelich und mündlich zu meßrmalen er. | denerin feiner Brankheit vonder Kegenfpukz _
boten und. beruffen haben, wie ich mid) aud) gifchen Colloquio gehabt, erzehlet.
noch erbeut, wohin und vor wem fie wollen, OB h 3
da man allein ung frey und richtig, und mit ge⸗ Sr und Sriede von GOtt unferm Bar
bührender Rundfchaft hören will. | ter und dem HErrn Chriſto JEſu! Mein
- 22. Das fihreib ich nicht, als ob ich mich fo ; Aufferlichee Menſch verwefet durch Krankheit
gelehrt, oder gefhmind zum Difputiren achte: | und keibesbefchwerung von Tag zu Tage, fo,
- se, (dennich weiß wohl, wie gering indem mein | daß der innerliche, den jener bisher beherbers
Pfuͤndlein ift,) fondern Haß die Sache des H. get, wünfchte, jener würde wiederum beſſer;
Evangelii fo klar und gewiß ift, Daß fie ein je | oder er nicht dermaſſen aufgehalten, entiveder
der Chrift, Der dazu beruffen und den HErrn GDtt zu dienen, oder aufgelöfee und bey Chri⸗
um feinen Heiligen Geift bittet, genugſam ſto zu feyn, bis der äufferliche erneuere und vers -
vertheidigen mag, wider aller Welt Kluge! Eläret in die Kraft und Klarheit CHeifti, wieder _
Beit und Sophiſterey, wie eg der HErr felbit| angezogen und zu allem fertig würde. Aber
verheiffen hat, Matth. 10, Man hat aber hie»! hievon ſchreibet D. Pancratius, Mir ift fehr
vor alleweg gefehen, und ſiehets jegund in der! leid, daß id) nicht dem Befehl und Beruf ger
That auch, daß diefe Feinde Chriſti Eeine richti· maͤs, in der Kraft, die ung der Sohn Ge
.. ge und ordentliche Berhör und Erörterung der tes uͤber alle Teufel und Macht des Feindes
Chriſtlichen Religion, und deß ſie dagegen gegeben, mit den verfchnittenen, ausgewadnes
eingeführet, und in ihrem Mißbrauch haben! ten, entkraͤfteten und entfeelten Teufelslare
mögen leiden. Greuuͤch fchelten, und nichts; ven auf dem Colloguio zu Regenfpurg mic)
bewaͤhren; alles mit loſer Sophifterey —* einlaſſen kann. Allein, dieſer Sieg wird dem
ren, und Feine Antwort darum geben; dieseu-) Lamm vorbehalten, nad) meinem Traum, den
te greulich verflagen, und fie zu Feiner Ver⸗ ic) vor 4. Tagen gehabt und alfobald Panerds >
antmortung darüber kommen laffen, und dann: tio erzehlet, mit dem Beyfaß: mid) verlange
Krieg und Mord fliften, damit, die von der! auf Nachricht von Hofe, daß ich meinen Traum,
Wahrheit zeugen möchten, von der Erden ver-| welcher der Schrift fo gemäs, verftehen möge.
tilget werden, und fie in ihrem woiderchrifti-) 2. ch ward nemlich in diefem Traumnad)
ſchen Thun von maͤnniglich ungehindert und! Hof berufen; und als ich dahin Fam, kannte
ungeirret bleiben, das ift diefes Gefindes Vor⸗ ich den Ort nicht, denn er. weder Gotha noch
Baben und Thun, wie es deß zwar aenugfam| Torgau äßnlich war. Dafelbft waren alle Rath⸗
von ſich ſelbſt ſchreibt. Unſer HErr JEſus wird) fehläge fehr verwirrer, und einige kamen herzu,
ihnen aber wehren, und feine Glaubigen von) berichtend, der Churfürft fey fo traurig, daß.
ihren blutgierigen Zungen und Schriften erret⸗ man fürchte, er werdein eine Krankheit fallen.
ten, dem fen !ob und Preiß, und fein. Geiſt Da ward ic) nun zu ihm beruffen und empfan-
erhalte uns in feiner Befenntniß, Amen. |gen; nachdem ich aber vernahm, daß eg Feine
23. So viel wollte ich euch von dieſem Ges Leibes⸗ fondern Gemuͤthskrankhelt fey, welche
ſpraͤch dißmal fchreiben, und was ich gefchrie-| aber auch Leibesgefahr nach fich ziehe, sr
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1540 V.Abfehn. Donden Reichstägen zu Speyer, Worms und Regenfpurg. 1541
amd applicirte ich Arzney und Troſt aus der | Winfel der Kapelle eine ſehr tiefe Grube, ba
Hporhef Chriſti, befonders aus dem Pfalmen : hinunter zwey oder drey Wendeltreppen gingen,
Warum betcübft du dich meine Geele „und dahin frieb das Lamm diefen Hoͤllenhund, und.
biſt P unruhig in mir, harre auf GOtt, |ftieß ihn mit feinen Hörnern mic folder Gewalt _
dann ich werde ihm noch danfen, daß er hinunter, daß ich im Traum hörte, mie ſich
meines Yngefichts Yülfe und mein GOtt |die abfcheuliche Beftie im Hinunterfallen Bin
if. Der Churfürft veränderte immer den Ort, |und Ber an die Wände diefer Gruft mit groffem
und molltejego indem Hof, jetzt indem Schlaf» Geheul anftieß. Hierauf Fam das Lamm zu
zimmer, denn auf dem Rathhaus, unter freyem |mir, gleichfam liebEofend und andeutend, ich
Himmel fih auffalten, bis eine Rufe und Er» |foll mic) nicht fürchten, der Sieg fey erhalten,
quiefung, Friede und Sicherheit Fame. Da wir dürfen nur friumpbiren.. —
ieß er mid) an einen gewiſſen Ort gehen, da⸗ 3. Ich erwachte hierüber, und wunderte mich,
bin er aud) kommen wollte, Derſelbe war al⸗was dieſe Unruhe in dem Haufe des Grabes
lenchalben, aud) oben und ungen von Stein, Chriſti und der Streit des fammes mit dem
in deſſen Mitte war, wie mic) deuchte, das Hoͤllenhund bedeute. Mad) dreyen Tagen aber
‚Grab Eprifti; aber leer, woraus er erftanden |empfange id) auf meinem Bettlein, worauf ich
war, und mar nichts trauriges Dafelbft, auf: hart ſtumm an dem Halswehe darnieder liege,
fer daß Feine Bank da war, da man fid) ſetzen Briefe von Hof, und werde zu dem Colloquio
möchte, fondern man mußte ftehen, oder auf-|nach Regenfpurg beruffen, daß ich) mitdem
und abgehen. Der Eingang war beftändig of: Bann wider Diefe Hunde, die wieder freifen,
- fen, und harte feine Thür, die man ſchlieſſen was fiegefpeyet, und alles Heilige zureiflen und
-fönnte, auch Feine Riegel nody Schlöffer. Ich beflecken, ftreiten folle. Ad, wollte GOtt!
fahe dafelbft ein jäßrig fehr ſchoͤn ſchneeweiſſes Daß ich fo ftarf am Leibe wäre, als ich am Ge—
. tamm mit Erummen fpißigen Hörnern verſehen. müch und Geift bin: wieangenehm wuͤrde mir
Diefes war allein in dieſer Kapelle, und id) |zu fehen feyn, wie das Lamm GHrres diefen
erwartete den Churfürften mit feinem Gefolg, Hoͤllenhund auf den Kopf, Gefichte und Len—
daß wir uns mie Tröftungen der Beil. Schrift den floffen wird. Ich weiß, daß der ſtaͤrker
aufrichten mödjten. indem aber fehe ic) ei⸗ iſt, der in uns ift, als der in der Wele ift;
nen geoffen abfcheulichen Hund mit langen Haa⸗ | und wäre meine Luft zu fpielen mic dem Saͤug⸗
ven, role die ftinfende alte Böcke haben, Kalb ling der Jungfrauen bey dem Loch diefer Dfa
gran und gelb von Farbe, Bereinfreten: feine |tern und Drachen. Ich weiß, daß alleirdene
Hugen brannten von Zornund fein Maul ſchaͤu⸗ Gefäffe gegen den Fels nidyts vermögen, als
meie, doch höreteich ihn nicht bellen ; diefer ging | mit groſſen Bäuchen fich brüten, aber wenn
gerad auf das Lamm zu. Ich erſchrack heftig, | fie auf den Fels gefchlagen werden, fo feyn es
und ward mir für mic) und das Lamm bange,| Scherben und unnuͤtze Stüde; mo aber der
‚dann ich hatte ganz Feine Wehre, ihn abzutrei⸗ Fels auf fie fällee, werden fie zu Staus
ben. Damit ich ihn aber doch von mir unddem) 4, Fuͤrchtet euch nicht, wann euch oder D.
Lamm zuruͤck triebe, ergriff ich ohngefehr ein Baſilium der HErr ſendet. Gehet tapffer mie
Scheit Holz, und wartete alſo, was er werde dieſen Blaſen und Toͤpffen an den Kampf. Der
anfangen. Das Lamm aber, als es den Hund lebet und herrſchet, welcher ihn vom Himmel
ſahe, erſchrack ganz nicht; fondern war erhitz⸗ geftoffen, und ihn jego aus der Welt in die Höl«
ter, fo, daß feine Augen wie gluͤend Erz fhim-) le hinunter ftürzen wird, und alle Ereafur von
merten: es gingfo fort auf den Hund los, und der Berderbung und Eitelfeit, der fie ohne ih⸗
ſtieß ihn in die Seite, daß der Hund mit Bel-| ren Willen unterworfen ift, und lang genug
- fen und Heulen fuchte ſich zu verkriechen, das die Erlöfung wartet, und ängftlid) geſuchet Bar,
Samm aber ftieß nochmals auf ihn und warfißn) erlöfen wird. Leb ich, fo will id) eud) wieder.
faſt code darnieder. Endlich fahe ic) in einem| um — werde ich aber zu unſern Vaͤtern
J * ee ee 2 Ke⸗
1542 Cap.ı8, Vonder durch Convente u Reichstäge gefuchten Reli ons
‚ gefammtet, fo will ich doch mit euch fehreyen , len Zeiten Mehrer des Reiche, König
daß er nicht immer Geduld Habe, fondern uns |manien, zu Caftilien, zu Arragon, zu Leglon,
von dem Uebelerlöfe. Ka, das damm hat uns |beyder Sicilien, zu Serufalem, zu Hungat 4
ſchon erloͤſet, welchem allein gebüßret Kraftizu Dalmatien, zu Eroatien, zu. Navarra, ji
— rd * — ER
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3 — — RAS ara
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und Sieg, Hell und Ehre, Amen. Öranaten, zu Tolleten, zu Balenz, zu Galle“
5. Ich Erieche wieder zu meinem Bettlein, cien, Maioricarum, Hifpalis, Sardınız, Cor-.
und warte, daß GOttes Wille an mir gefche-|dubz, Corficz, Murciz, Giennis, Algar⸗
he; aber fein guter, väterlicher, Kimmlifcher| bien, Algezire, zu Gibraltaris, und der In.
Wille, von welchem gefchrieben ſtehet: Das ſulen Canariæ, auch) der Inſulen Indiaram und
Leben ftehet ganz in demfelbigen. Lebet wohl, Terrz firmæ, des Meeres Deeani ꝛc. Erzhere
lieber Here Ratzenberg, und ftärfee den gnä-| zog zu Defterreic), Herzog zu Burgund, zu
digſten Churfürften und alle Väter in dem|Lotterich, zu Braband, zu Steyer, zu Kaͤrnd⸗
HErrn. Die Zeit iſt kurz, und fie werden fe-|ten, zu Krain, zu Limpurg, zusüßelburg, Ge.
ben, in welchen fie geftochen haben; dann fie, dern, Würtenberg, Calabrien, Athenarum,
fein Bein gebrochen. - Denner muß drauftre|Neopatrix, Graf zu Habfpurg, zu Slandern,
ten, und will nicht auf Kruͤcken gehen ꝛc. Ad; zu Tyrol, zu Goͤrtz, zu Parfiloni, zu Athoys,
komm, HErr JEſu, bald, und erlöfe uns von] zu Burgund; Pfalzgraf zu Hänigau, zu Hol⸗
dem Uebel, Amen. Geben zu Gotha 1546. land, zu Seeland, zu Pfierdt, zu Kyburg,
am Tage der Erfcheinung Thrifti. hr —— RE I —— zu
Re zuͤtphen; Landgraf in Elſaß, arggraf zu
en — Burgau, zu Oriſtani, zu Gotiani, und des
| | unnüßer Knecht. heiligen Romifchen Reichs Fürft zu Schwaben,
= | ‚ Izu Catalonia, Afturia ꝛc. Herr in Srießland, _
Ich habe gethan, was ic) gefonnt, und bin| auf der Wendifchen Marek, zu Portenau, zu
doc) ein unnüger Knecht; dann wer follte ei Bifaja, zu Molin, zu Salins, zu Tripoli
nem fo groflen HEren und einer fo groffen| und zu Mecheln ıc. Bekennen und rhun Fund
rauen, der Kirche, der Braut GOttes, wür- allermänniglid) mit diefem Brief: Als wirauf
dig genug dienen? Worinnen ic) aber nicht ge-| näcyftem in unfer und des heiligen Reichs Stadt
than, was ich gekonnt, glaube ic) eine Verge-| Worms vorgenommenen Reichstag, aus et.
bung der Sünden durd) den Sohn GHftes ‚| jichen erefflichen ehehaften Urfachen, unfer Räyı
der alles getan, der mic) geliebet und ſich felbft | ſeriich Gemuch dazu bewegend,denfelben Reiche
für mid) dargegeben Bat. Ich werfedie Gna- fag anbero in unfer und des heili |
‘ Ich N sen Reichs
de OOttes nicht weg. Cr ift ein wahrhaftiger Stadt Negenfpurg, auf der Beiligen 3. König
DBerfprecher, und ob ich wol ein luͤgenhafter Tag, mäcyft verſchienen, erſtteckt und verlege
Thaͤter, ja ein Uebertreter des Gefeges bin; fo Baben, alfo, daß Churfürften, Fürften und
werde id) doch) wahrhaftig, getreu, gläubig,| andere Stände des Reichs, in Au der
ergreifend, haltend, beharrend feyn, daß ich unvermeidlichen des Beiligen Reichs beſchwer—
ergreife, in dem ich ergriffen bin; da folls bey jichen Sachen und Obliegen, auf a
bleiben ewig, Amen. Tag alhie in eigner Perfon erfcheinen, und die, |
fo ihrer Fündlichen und offenbaren Leibesſchwach⸗
,.,1434 heile und Unvermoͤglichkeit halben niche erfcheiz
Abſchied des Reichsragssu Regenfpurg nen möchten, dazu auch des heiligen Reichs
Anno 1546 aufgerichtetr, Gegeben und gefche:| Srey- und Reichsſtaͤdte ihre vollmächtige Bote
—
ben zu Regenfpurg den 24. Junii fchaften und Gemalthaber, mit ‚vollfommenen _ -
Arnno 1546. Gewalten, ohne Hinterſichbringen, gewißlich
SCH Carl der Fünfte, von GOttes Gna ſchicken, und die gemeine des heiligen Reichs
AI den, ermählter Römifcher Kaͤhſer, zual- Sachen, ſonderlich aber die Puncten A
| ikel,
—J— elfen ſol en. Ba U —— —
.So wollten auch wir auf ſolchem Neicher
tag, vermittelſt göttlicher Gnaden, in eigner
1den Keichsrägen zu Speyer
"
; Worms und Regenfpurg. 1545
— *
En —
bſchn. Vo
EN NETTE
| | wirklicher der Abmwefenden Näthen und Botfchaften uns
ollziehung und Handhabung bringen ter die Hand genommen, und diefelbe, wie ſich
ee 0 gebührt, vorzubringen und Kandeln zu laffen,
angefangen. Bew
5. Diemeil wir aber in foldyer Handlung des
Perſon ankommen, und mit Rath und Zuchun Reichs Sachen nicht weniger Beſchwerd und
gemeiner Stände alles, das zu Erledigung Wichtigkeit befunden, dann wie die auf jünge
und Abwendung gemeiner des heiligen Reichs ſtem Wormfifchen Keichstag vor Augen
&
72. Demnad) wären wir gnädiglich geneigt
ig Tag uns anhero zu foldyem Reichstag zu
uns in unfern Erblanden wohl und billig. här-
3. Wir haben uns aud) mit unferm Herzie⸗
- Ben und fonft dermaffen gefördert, daß mir vor
einkommen, und eine gute Zeit albie gewohnet
8 ſch und foͤrderlich ſeyn möchte, handeln und
verrichten.
hindert worden, aber ſobald es unfers Leibs
Gelegenheit halben immer feyn mögen, haben
- wir uns anfero verfügt, unangefehen aller an-
ſchieds, erfcheinen, auf Daß wir Inden angezo
Obliegen und Sadyen, mit Nutz und Frucht,
ſonen, und etliche durch ihre Gefandten und.
- ferm zu Worms gegebenen und aufgerichteren
Reichsabſchied gar ungemäs.
gnädigen und väterlichen Zuneigung und Liebe,
N und zu Handhabung Fried, Ru⸗ geweſen, als daß mir aus Mangel der
inigfeit und Recht im heillgen Neichdienft- |abmefenden Churfürften, Yürften und
Ständen, und daß auch etliche Zürften , fo
gleichwol alhie gehorſamlich erfchienen, aus ih⸗
ren ehehaften Urſachen und Nothdurften, mit
unſerm Vorwiſſen und gnaͤdiger Bewilligung,
und darneben auch der proteſtirenden Churf.
Fuͤrſten und Staͤnden Botſchaften ſo alhie gewe⸗
ſen, gar nahe, ohn unſer Vorwiſſen, oder Er⸗
laubniß, wiederum anheim gezogen, in obbe⸗
ruͤhrten unfern und des heiligen Reichs Oblie—
gen und Sachen (welche zu beſtaͤndiger ihrer
2A»
—J
geweſen, auf obberuͤhrten der heiligen drey Ko
verfügen: Wir feyn aber unferer zugeſtandenen
geibsihwachheit halben daran eine Zeitlang ver:
derer unfer und unferer Erbfönigreiche und San:
de hochwichtigen Dbliegen und Sachen , weld)e genwaͤrtigkeit der Neichsftände erfordern,) mit
den übrigen gegenwärtigen Fürften und Staͤn⸗
den, und der Abmwefenden Raͤthen und Bot«
fchaften, auf diefem alfie eigenen Reichstag
gleich fo wenig, als auf dem jüngft zu Worms
vorgenommenen Reichstag, mit Nuß und
Frucht ferner fortfahren und handeln Haben
mögen, wie gar gnädiglicy und gern wir es,
ung felbft und dem heiligen Reich Deutfcher
Nation, unferm Vaterland zu Nuß und Gu⸗
tem gethan hätten: welchen Fried, Ruhe und
Einigkeit wir von Anfang unferer Känferlichen
Regierung allmeg zum Böchften begehrt und
gefucht, und zu Erlangung derfelben zum öf-
mit ihnen voraefen, und Erledigung thun hät: |ternmal langrvierige Reiſen, mit unfern, auch
ten mögen. Es ift aber von den Churfürften Junferer Königreichen und Erblanden trefflichen
niche mehr dann einer, und der andern Fürften Ungelegenheiten, Beſchwerden und merfli-
und Stände eine Eleine Anzahl in eignen Per- |hen Unfoften vorgenommen und vollbracht,
und hinfuͤro auch allen dem, daß dem beilie
ten aufdalten mögen.
allen Ständen des Reichs zum Reichstag alhie
und verharret, der. gnädigen Zuverſicht, es
follen auch Churfürften, Fürften und Stände
Des Reichs gleichermaffen in eignen Perfonen,
vermöge obberuͤhrts jüngften ABormfifchen Ab.
genen des Neichs erefflichen und hochwichtigen
Gemalthaber erfehlenen, alles obgedachtem un⸗ |
Dffanzung und Erhaltung Fried und Rechts,
nuͤtzlich und beftändig feyn mag, vorzunehmen,
und vermittelt göftlicher Onaden zu verrichter,
‚nd an aller unferer Bermöglichfeit nichts er⸗
Eee eez win⸗
4. Nichts deſtoweniger haben wir aus der
uf obgebachtem Reichstag zu Worms fo wir zu dem Reid) Deutſcher Nationtragen,
erledige und verricht feyn ſollten, ſtattlich be: |die Sachen mit den erfcheinenden Ständen und
rat Ben, fehlieffen und zu wirklicher Exe⸗
x fotl N
Bergleichung viel eine mehrere perfönlicye Ges
‚sen Reich Deutſcher Nation zu Wohlfahrt, _
-
“.
1546 Cap. ıg. Donder durchConvente u. Reichsräge geſuch
winden zu laffen, gnädiglich und väterlich ge- | ferlichen Cammergerichts abermalen nicht ver.
neigt ſeyn: dem allen nad), aus jeßt oberzel-|glihen, und dann uns ferner zu geftatten und
ten und andern mehr wichtigen Urſachen, un · zuzuſehen Feinesmweges gelegen noch gemeynt
fer Kaͤyſerlich Gemüch Darzu bewegend, Haben lift, DaB jemand rechtlos im Reich) Deutſcher
"wir Diefen Reichstag, in Maflen, wieden vorl- Nation gelaffen werde ;fo feynd wir gnadiglih
- gen zu Worms, aud) verſchoben und erſtreckt. bedacht und entfchloffen, auf obberührtem era
Erſtrecken und verſchieben aud) denſelben hie ſtreckten Reichstag, vermittelft goͤttlicher Gna⸗
mie wiſſentlich, in Kraft dieſes unſers Abſchieds, den, endlich und gewißlich dermaſſen Ein- und
bis Purificationis, den andern Tag Februarii, Vorſehung zu thun, Damit die hangende uner⸗
nächft£ünftig, in unfer und des heiligen Reichs ledigte Reichsſachen, wie Recht iſt, vollfuͤh⸗
Stadt N. fo wir Churfuͤrſten, Fuͤrſten, und ret und erlediget, und der taͤglichen vorfallen⸗
gemeinen Ständen des heiligen Reichs, zuvor den Irrungen und Spaͤn halben niemand
zeitlich ernennen und zu wiſſen machen wollen, an Gericht und Recht Mangel leide. 8
ferner zu Balten und zuverrichten ; alfoundder-| 3. Und damit aud) den appellivenden Para
maflen, daß Epurfürften, Fuͤrſten und ande⸗ teyen hiezwiſchen und Fünftigem Reichstag ih⸗
ve Stände des Reichs, obberüßrter des Beili-|re Fatalia nicht verlaufen, und anders der Ge—
gen Reiche beſchwerlichen Dbliegen und Sa⸗ buͤhr nad) verrichtee und gehandelt werde: fü
chen halben, auf jeßt beftimmten andern Tag wollen wir unſern Käyferlihen Cammerrich⸗
Februͤarii, in eigenen Perſonen erſcheinen, und ter, ſamt den Beyſitzern, fo wir ihm zugeord⸗
die, ſo ihrer kuͤndlichen, offenbaren Leibes⸗ net haben, und ferner zuordnen werden, biszu -
fhmachheit Ealben nicht erfcheinen mögen , dar- |obangeregtem Reichstag, in ihrem Befehl und
zu auch unfer und des Heiligen Reichs Frey. Adminiſtration continuivens wir wollen auch,
und Reichsſtaͤdte, ihre vollmaͤchtige Raͤthe und mas fie von der heiligen drey König Tag bis
Botſchaften, mit vollfommenem Gemalt , ohn anhero in obbemelöten Sachen gehandelt, hie⸗
Hinterſichbringen, zu Kandeln und zu fhlief- | mit beftätige und befräftige haben.
fen, gewißlich ſchicken, und alsdann die gemei⸗ 9. Als aber allerley unerörteree rechtliche Sa⸗
ne unfer und des heiligen Reichs Sachen und chen, welche oßne fondern Nachtheil eine fol-
Obliegen, und vornehmlich die Puncten und|che Zeit und fo lang niche wohl ferner. verſcho⸗
Aerifel, fo vormals aufjüngftem Reichstag zu ben und unerfediat gelaffen, und aber noc)-
Worms, und jetzo alhie erledige und verricht mals an unferm Kaͤhſerlichen Cammergeriht, -
werden follen, unter die Hand nehmen, be |von wegen Mangel der Derfonen, fo laut une
rarhfchlagen, ſchlieſſen, und zu wirklicher Boll: |ferer und des heiligen Reiche Drönungen zu
ziegung und Handhabung bringen Belfen fol-| Berfaffung einer Endurtheil erfordert, nicht
Ien. : erledige werden mögen: demnach wollen wie.
6.50 wollen auch wir, mit Gnade und zu Beförderung der Gerechtigkeit, auf Anruf⸗
Hülfe des Allmaͤchtigen, folchem jest erftreck» |fen der Recht begehrenden Parteyen, in fol«
ten Reichstag in eigener Känferlicyen Perſon chen Sachen auch mitlerweil ſolche Verord⸗
ſelbſt gnaͤdiglich beywohnen und vorſeyn, und nung und Vorſehung thun, wie bey unſern
mir Rath und Zuthun der erſcheinenden Staͤn⸗ Vorfahren am Reich, Roͤmiſchen Kaͤhſern und
de des Reichs, alles das, ſo zu Abwendung Koͤnigen, gebraͤuchlich geweſen und herkommen
gemeiner des heiligen Reichs Beſchwerden und iſt. A a
zu Dflanzung und Erhaltung Fried, NRuße,| 10. Und als auch die Churfuͤrſtl. Raͤthe, Fuͤrſten
Einigkeit, und Rechts dienſtlich und gut iſt, und Stände, auf unſer gnaͤdiges zu Anfang Dies
andeln, ſchlieſſen und verrichten. ſes Reichstags beſchehenes Geſinnen, ſich ihrer
7. Und nad) dem auch auf dieſem alhie jetzo Seßion, Stand und Stimme halben geſelliglich
vor genommenen Neic;stag die Staͤnde des | und ungefäßrlich gehalten : demnach wollen wit,
Reichs ſich von wegen Beſetzung unfers Kaͤy daß einem jeden Ehurfürften, Sürften, Prär
% ' | » 2” aten,
-
1548 V.Abfehn. Von den Reichstägen zu Speyer, Worms und Regenfpurg. 1549
Taten, Grafen und Stand , ſoſche dieſes Reichs: | ſchwerungen abgeholfen und fo viel defto befe -
; ‚tags. ungefäßrliche Seßion, auch Stand. und
ferer Wille und Freundſchaft unter ihnen als
"Stimme, an feinem hergebrachten Gebraud) | Ienthalben gepflanzet und erhalten möge werben.
und Gerechtigkeit in Feine Weg nachtheilig, Deß zu Urkund haben wir unſer Kaͤhſerlich
vergreiflich , oder ſchaͤdlich ſeyn foll. Wir fol- ae an diefen oki thun a *
len und wollen auch, nad) Uebergebung eines Pan und geſchehen in unſerer und des heiligen
| jeden Gerechtigkeit, Nothdurft und Befehl, | Keichs Stadt Regenfpurg , auf den vier und
und gnugfamer Berhörung aller Theilen, mit ae Tag DE Monats — nach
Rath Churfuͤrſten, Fuͤrſten und gemeiner Chriſti unſers lieben HErrn Geburt, funfze⸗
Erledigung thun, inmaſſen dann durch uns in (ers Känfertfums im ſechs und zwanzigften
etlichen hiebevor ausgegangenen Abfchieden , : |
auch unferer auf dieſem Reichstag gethaner ER Zeige Im. ein und Drenpiäfien
Mropofition gnaͤdigſte Bertröftung gefchehen HH u
iſt, damit einmal dieſer vieler Staͤnde Be⸗ Carolus.
Das neunzehente Capitel.
Von zweyen Feldzuͤgen, deren einen die Proteſtanten
wider Herzog Heinrich zu Braunſchweig, den andern Kaͤyſer
0 Easl der Fünfte wider die Schmalkaldiſchen Bundesverwandte
Re - vorgenommen.
Der erſte Abſchnitt.
Bon dem Seldzug der Proteftanten wider Herzog Heinrich zu |
Braunſchweig.
Haͤndel und Practiken erfahren ſeyn, abermal
1435. . h ” .
Ergruͤndete, beftändige , erhebliche, |ein Druck, welchen der Ehurfürft von. Sach⸗
wahrhaftige, göttliche, Ehriftliche, Sürften: )
md Noeiliebende Duplica des Durchlauchti: |gehen laffen, zukommen. Und ob eg vielleicht
gen, Aochgebornen Sürftenund Herrn Heren | für unnöthig möchte geachtet werben, daß
Zeinrichs des jüngern, / Herzogen zu Braun |mir uns mit dem von Sachſen in meitere
ſchweig und Lüneburg ‚wider des Churfür- | Mechfelfchriften einlaſſen follten, über das wir
fen an euer $, und gegen ung öffentlich hat auss
ER fürftens von Sachfen andern Mb: _ Taibereit gethan und jüngft zu nothduͤrftiger
ra Errettung unferer Ehren wider den Landgra⸗
ee N fen ausgefchrieben haben, darinn gar nahe
ER \nfere freundliche Dienfte, und was alle und jede des von Sachfen vermeinte, unbes
S® mir mehr Liebes und Guts vermö- |ftändige, nichtige Anzüge wider uns, zu gu⸗
N gen, allezeit zuvor, Hochgeborne |tem und beitändigem Grund veſtiglich verant⸗
©) Fürften, freundliche liebe Herren, wortet und abgelehner worden fern: &
7 Iheimen,, Vater, Schwager,| 2. Gleichwol aber, dieweil wir mit dem.
- Brüder und Gevatfern! Uns iſt von etlichen von Sachfen, feines und der Seinen, wider
unfern Herren und Freunden, die uns mit Ch. \ uns und die unfern Verordneten, unrecht maͤßi⸗
ten und Outem meynen, und der Gegentheil |
gen Haltens, ſonderlich zu thun; weiches “
| m
ERS BER,
— ſchweifender, ausgedehnter Schrift, nicht oh⸗
“
7
Cap. 9. Don sweyen Feldzgen der Proteflanten und des ſe
die Zeit beſtimmtes Datums fertig geweſen,
26
550
mit langer, weitlaͤuftiger, undienſtlicher,
ne fondere Mühe (wiewol es alles vergeblich ‚)
abzufeßnen unterftanden , auch etliche Geſchich⸗
te auf Die Bahne gebracht, Die der. Landgraf Ä
zu ſchrelben nicht hat Fühne feyn dürfen; fo ha unterſtehe fid) der von Sadıfen glei, E. Lieb»
ben wir nichts deſtoweniger, was wir an dem den einzubiiden, was er will, fo bleibt es und
det, wahrhaftig und beftändig ‚gehalten, ge⸗
Sachſen haften koͤnnten, weiter verfuchen wol- ift nichts Deftomweniger wahr, daß unſere vorl⸗
fen ; erſtlich dadurch unſer Gerüdjte und Leu⸗ ge Antwort, auf die Zeit des beſtimmten Da⸗
Zee)
zuth zu verantworten, und darnach, daß es |tums verfertiget, wahrhaftig, ergruͤndet und
: :s‘%
nicht Dafür möchte gehalten werden, (in wel- 'beftändig iſt.
em Argwohn er fid) denn felbft. hält,) daß
wir wider fein Werleumden nicht gute, beftän-
dige, erhebliche und wahrbaftige Antwort ha:
ben Fönnten.
7. Daß aber der von Sadıfen wider uns
ſchlieſſen will, daß wir ihn zu feinem Druck ger
Drungen: damit thut er uns Gewalt, und foll
fich befinden, was wir ihme und dem fand»
3: Demnach wir aber E. L. und dem Leſer grafen (als daß fie zu Fried, Ruhe und Eis
mit der Laͤnge nicht verdrießlich ſeyn mögen:
fo feyn wir entſchloſſen, allein das , daran ger
degen , und darauf die Sache am meiſten be⸗
ruhet, an die Hand zu nehmen und zu verant-
orten, und die undienftlidye, unnothdürftige
Ueberflüßigkeit, damit der von Sachſen fein |
Schreiben gelaͤngt, fahren zu Taffen.
4. Wo auch der von Sachfen etwas angereget,
das vom Landgrafen in feinem nähern ausgan⸗
5 nicht geneigt), auferieget, daß ſolches
von uns auſſerhalb Grundes und Wahrheit
nicht geſchehen iſt. Denn demnach wir aus
deſſen von Sachſen geheimden mit uns gewech⸗
ſelten Schriften vernommen, daß feine Die-
ner und Reuter, aus feinem Befehl und Ge—
x
‘
daran iſt wenig gelegen, die eure Fiebden audy
(ſonder Zieifel,) nicht andersals für gegrüms
achtet, und noch dafuͤr achten und halten. Es
heiß, uns und unfern Dienern, auf Kaͤyſerli-
chen freyen Reichsſtraſſen, der Zeit wir in
Känferliher Majeſtaͤt Vorbeſcheide und der
genen Druck vorgebracht, wollen wir uns al» Chriſtlichen Nürnbergifchen Buͤndniß Gefchäf
lewegen auf unfere, dem Landgrafen gegebene,
beftändige und wohlergründete Antwort folcher
Sachen kaiben referirt und gezogen haben ‚dar:
inn dann Diefelben nad) aller Nothdurft abge:
lehnet worden. Wir wollen aber dadurch dem
»- Ehurfürften das wenigſte, wie undienftlich es
auch iſt, Daser wider uns geſetzt und vorbracht,
nicht geſtanden, noch) eingeräumt haben.
5. Daß er uns aber wider alle Ehrbar⸗ und
‚Billigkeit, wider Recht und die Wahrheit
fchmäbet :fagen wir jegt insgemein, daß der
von Sacıfen uns mit allen und jeden denfelben
* Auflagen und unrehtmäßigen Sleichniffen un-
verſchuldet beleget, und er biefelben die Tage
feines febens auf ung mit Grund und Be⸗
ftand nimmer wird wahr machen fünnen, und
daß Diefelben Auflagen, Gleichniſſen, nicht uns;
fondern ihme von Sachſen zugehören, die er
alle allein mit Haufen an ihme hat. |
‚6. Daß nun der von Sachſen nicht glauben |
will, daß wir mit unferer vorigen Schrift auf
ten geritten, vorgehalten, und daß fie an ung
und die Unfern unrechtmaͤßigen, friedbrü-
chigen Gewalt, Frevel und Hand anlegen
und üben wollen: fo haben wir je nicht uns
billig uns ſolches ‚ehätlichen , friedbrüchigen
Gewalts und Vornehmens, fonderlidy Dies
meil er an foldyem unerfättiget, dergleichen Ord⸗
nung und Verſchaffung, als wir nach) und vor
Nürnberg, nad) aufgerichteter Chriftlicher
Bindniß und da wir vom Tag zu Pilſen ab⸗
geritfen, auf uns und die Unfern beftellet,, als
les wider Recht, die güldene Bulla, die Reichs⸗
ordnung, und den hochverpoͤnten ausgefüne
digfen Sandfrieden, an unfere Bundsverwand« |
ten, auch an eure Liebden und andere zu befla-
gen gehabt; daß: dennoch ohne Schmäßen,
und allein zu unferer Nothdurft, damit mir |
binfüro deß von dem Ehurfürften und den Gel
nen Vertrag haben mödjten, von ung beſche⸗
ben if. Dann was wir uns aus foldyen vie⸗
len geſuchten, ununterläßigen, gewaltigen ar
; noͤthi⸗
1
|
|
me a: 1.Abfehn, Dom Seldzug der Proteftanten wider Herzog Seinvich. Me 1153
noͤthigung gegen dem von Sachſen zu verfehen jallein verantwortet, daß wir Feine Gegenwehr,
u: \ \ \ “ 4 , B P -
gehabt: das können E.?. und ein jeder Bernünf- |zu erheblicher Rettung des Leibes, Guts, oder
tiger nicheunleichtfam verftehen und abnefmen. | Ehren gebraucher haben follten, fondern folge
8 . Und ift aud) euer Liebden fonder Ziveifel Daraus, daß wir sem von Sa
) zu feinen Schr
unverborgen, als uns derfelbigen Zeit auch der |M
- Landgraf unfern Secretarien, wider GOTT, | -
Ehr und Recht, auf Käyferlicher freyer Neichs- |rude Feine Urſach gegeben, und vielmeniger
ſtraſſen, gewaltiglich niedergeworfen, ihm feine |Darzu gedrungen haben, und daß er und fein
Briefe, Eredenz und Berzeichniß genommen, |vermeynfer Bruder, der Landgraf, zu Fried,
eröffnet, verlefen, und darmit feines Gefallens Ruhe und Einigkeit gar nicht geneigt feyn.
gebaret; daß er daran niche begnügig, fondern| 11. Wie der Gegentheil uns auch zu weitern
‚ Darüber wider uns an E. $. und andere feine | Schreiben bewogen, gereist und gelocfer, das
unwahrhaftige, erdichtete und Schmäbefchrift |Haben E. L. aus der Vorrede unferer vorigen
allenthalben ausgefprengt, daß wir zu Erret- Jausgegangenen Antwort gnugfamlich vernom.
- fung unferer Ehren, und zu Anzeige, wie bös. |men. Dannod) darf man Füßn feyn, von fi 9
lich mit uns und den Unfern gehandelt würde, zu fehreiben, daß wir ung follten aus fonderlie
einen Gegenbericht an E, $. und-andere ausge: | chem Luſt und Willen zu den Widertheilen ge⸗
ben zu laffen, Köchlicd) verurfacht und gedrun⸗ drungen haben. Wiewol wir uns auch zufoͤr⸗
gen worden fern. derft gegen Römifche Käyferliche und Koͤm⸗
9. Dieweil uns dann nicht allein Gewalt zu- gliche Majeftär aller und jeder Schmäße, In⸗
jurien und Beſchwerniſſen beflager, daß wir
gefnoben ; fondern wir aud) darzu an Ehren, d Seit ent
nicht zweifeln, ihre Majeftär werden darinnen
Gerücht und Leumuth, nicht mit geringer (mie.
wol unwahrbaftiger ) Verletzung angegriffen |gebührliches Einfehen zu thun wiffen: fo nimme
worden feyn: fo iſt ung je ſolchen Gewalt zu uns Doch nicht wenig fremd und Wunder, daß
klagen und unfere Ehr zu verantworten zuge- |der von Sachſen uns auf gebüßrliches Rechts _
laſſen, und daß wir darzu zu ſchweigen nicht Erſuchen weiſet, fodod; Grund und Wahrheit,
ſchuldig geweſen. Und wiewol wir es an fol das Gegenteil von Sachfen Feinen Richter lei»
hen unſern Berantwortungen hätten bewen- |den, oder erdulden kann, wie dann folches aus
den und bleiben laffen: fo find_fie doch beyde, feinem vorigen Schreiben, in welchem er ihm
der von Sachſen und Sandgraf, mit gehäuften \einen bequemen Richter wuͤnſcht, klaͤrlich an⸗
vielen Injurien und Schmaͤhen, dDiegegenwär- |zumerfen iſt. Wir geftehen aber darneben kei⸗
ner Laͤſterung, die wir gegen dem von Sad):
tige Difputation gar nicht anlangen, in undan
Eausgegangene Schriften und Druck, gegen |fen gebraucht Haben follen, und iſt wahr, daß
er und fein vermeynter Münfterifcher Bruder
uns ausgefallen, und uns dermaflen angegrif:
der Landgraf, aller dieſer Irrungen, Schrei:
fen, daß wir ohne Verlegung unferer Ehren '
darzu nicht Haben ſchweigen Eönnen , deffen wir |bens und Handels Anfänger und Urfacyer ge»
doch, wo es immer hätte ſeyn koͤnnen, viel lie» |wefen und noch fey. |
ber wollten übrig geweſen ſeyn, dann daß mir
uns in öffentlihen Druck gegen E. $. nicht al»
- ‚fein, fondern aud) gegen männiglic) häften ver:
antworten dörfen.
| 10. Und das ift, das wir in unferer vorigen
beſtaͤndigen Schrift gefegt: daß wir ein Be: |
denken gehabt, uns foldyergeftalt mit unfern |feyn, daß je wider uns in altero genere de-
Freunden in Schrift elnzulaffen: welches Durch |licti, deren mir doch Feines gefteßen, noch über-
den von Sachſem auf eine andere Meynunz wunden feyn, nicht Fönnte präfumire oder ver-
ill hie ausgelege werten. Und damit iſt nicht muthet werden, noch daß ſich die Gegenteil .
uͤtheri Schriften 17. Theil. Fffff er
12. Und obſchon Gegenrheil fagen wollte,
fie hätten fich derfelben. zu ihrer Verantwortung
und Anzeige unfers böfen Grunds gebrauchen
mögen, fo ift doc) Die unverneinliche Wahr⸗
heit, daß wir derfelben Geſchicht gar nicht uͤber⸗
wunden, auch unfern Sällen gar nicht gleich.
2 \ ; ARTEN ee 2? —— 3 a
=
LE
und des Räyfers
3754 Cap.ı9. Don sweyen Seldzügen, der Proteftanten
folcher Ding wider uns ohne Schmähe, Inju-
rien und Laͤſterung haͤtten gebrauchen und befel- | Schaden zu thun nie geſucht oder voraehabt.
fen fönnen, daß wir ung zu Recht thun zie⸗ Darum koͤnnen wir es aud) für Feine gebüßrlis
hen. Wo wir es davor gehalten hätten, daß|che Maaß Balten, da die Dbrigkeit (mie in
der von Sachſen in feinen Schriften, Die er, | diefem Fall,) ihre Diener auf unfchädliche Leut
die geheimde, nennet, unfere Klag, feines und |ausfertiget und verordnet, fonderlich daß fiedie
der feinen friedbrüchigen Verhaltens, halben, Unſchuldigen beleidigen, vergemwaltigen und nie⸗
tie er fich Dennoch ruͤhmen darf, niebergelegt|derwerfen follen. Ob es auch möge für einen
hätte, und daß wir ung zu ihmeguts in feinem | Srevel und Gewalt geachtet werden, da jemand.
Fürftentfum verfehen follten: fo foll er es da- durch eines andern Fuͤrſtenthum unfchadlich und
vor gewißlich achten, Daß wie folche feine und | mit weniger Anzahl Pferden, (als wir getjan,)
derSeinen Handlung nicht an unfere Bundsver= | und zu feiner Nothdurft reifet, ober ſchon gleich
wandten, noch andere wollten gelangehaben. um Fein Geleit anſucht, wollen wie in®. & und.
13. Daß nun weiter und anfänglich der Trun⸗ Imännigliches unparteyifches Bedenken geftelle
fenbold. von en viel Urſachen, warum ih ˖ haben, wir glauben und Halten es Davor gar
a 5 ein ing en J Unſern vor⸗ nicht.
zuhalten gebuͤhrt, zuſammen ſucht, müffen wir| 6, e Bar
in und — ob he auch — auf — ee
erde on un — — daß Reichs, Geleit zu ſuchen fehuldig geweſen ſeyn ec.
14. Wir neßmen a für hekannt an, daß mag auch nicht befteben. Dann es oftmals
der von Sachfen geftändig, wie er feine Reu⸗ fid) begibt, Daß einer durch des andern Für-
ter und Diener auf ung und die Unſern fonder- Henchum vefer und doch um Geleit bey dem
„ lic) ausgefertigt. Und fände je einem Chur⸗ Sandesfürften nicht anfarcht. AS wir denn an
fürften übel an, das zu verneinen, welches er suzeigen wuͤßten, welche ſich unfers Fürften-
‚felbft in Wahrheit gehandelt, beftellt und ge ums mit durchpaßiiren gebraucht, und doch
heiſſen hätte, wiewol er e8 gern wiederum at un Gefeitnie bey uns angefucht. Und haben
einem andern Ort feiner jüngften Schrift ver= doch bisher nie gehört, Daß es dem nicht An⸗
drehen und auf eine andere Meynung auslegen fuchenden wäre peinlich und fträflich geweſen.
and deuten wollte, wie er dann dergleichen auch diewen es bisher von etlichen gefucht, von
un feinem vorigen gedruckten Ausfchreiben ge ortichen aber nicht gefucht werden, fondern uns
San; dahin und auf unfere vorige Schriften |eofaffen bfieben ift: fo mages für feine beftän-
‚gezogen. Ä
15. Die erfle- Alrfache HE: daß eine jede 19° Gewohnheit angezogen werden. Varia
: — — ne ede im rerum obſeruantia non dieitur conſue-
Dbrigfeit ihre Diener auf fehädliche, see tudo. So wir auch, feiner eigenen Bekennt⸗
und widermwärtige Leute, (welches Der von Sad): |; A . EN:
‚ten gleichfolgende erfläret,) vie übelthätig, und ER ler — a |
vorhabender Uebelthat verdächtig, in ihren Lan⸗ 8 p Gele N MO
den und Gebieten Xuffeßen zu haben, und ge- ie odne Ben eitgeritten, und er, auch fein
Bes Mae gen benennen Tan wi ine Km Den due
gen, verordnen möge; wie wir dann felbiten Br a
follen-befannt Haben zc. welches wir doch nicht Sl A a
weiter „ dann wie rechf, und —— wir da⸗ RD gesogenbaben.
von geſchrieben, geftändig feyn ꝛc. kann wider) 17. Daß wir aber das Raͤdlein zu Kriegund
uns gar nicht ftatt haben. Dann es ift je Die | Chriftlichem Blutvergieffen wider feinen Bater,
Ei ee.
em Fuͤrſtenthum Sachſen gefrevelt, Jan bei eine Obrigkeit gegen Dreßden po—
delt, oder einigen Schaden getan; daß wir flire Haben, ꝛc. Daran thut er ung a a; |
| \ Unre k,
1556 1. Abfehn. Dom Feldzug der Proteftantenwider Herzog Heinrich.· 1557
Anrecht, und roird es auf uns nimmer erwei-tfein und der Seinen Meynung, ung und die Uns
fen men 0.0 - [fern zu befchädigen, nicht geweſen, wer will es
18. Und zu mehrerm Anfehen feines böfen hme glauben? Dieweil, wie er befennf, feine
| Bornehmens fagt er: Daß wir uns fremder Reuter auf uns verordnet und ausgefertigt wor⸗
Baleltung, zu Berachtung und Verkleine- den ſeyn, und inbiefer und vorigen feinen Schrif⸗
rung fein und feines Bruders, und zu Schwa- | fen, mehr als aneinem Ort, fehreibtund fürgibe,
> hung feiner Ober- und Gerechtigkeit gebraucht | Wie wir ben Landfrieden gebrochen und Feine Si«
haben. Nunmages feyn, daß wir etran von | berung haben follen; alsdann ſolches Flärlich in
Herzogen Georgen feligen durdy Grimm geleit einem Schreiben, welches er und der Land⸗
worden feyn. Daß wir uns aber folcher Ber graf, ſaͤmtlich an unfern Vettern und Bru—
aleitung ifme zu Berdrieß, und Abbruch feiner dern Herzogen Ludwigen in Bäyern gethan,
‚ Ober und Gerechtigkeit gebraucht, geftehen wir zu erſehen it, und doch wohl Bat wiflen Fon
nicht, und hätte-es mit Herzogen Öeorgen fe-|ten, daß wir ifme, ober feinen Linterthanen,
ligen und nicht mit uns zu thun gehabt, wel⸗ mit unferm Durchreiten Feiren Schaden thun
cher unsder Ende durch die Seinen hätte beglei- | würden. Aber er hat gemeynet, wir würden
en kaflen. Wir Haben aber nie gehört, daß wiederum mit wenigen Pferden durch fein Für
ſich der von Sachfen, welchem Diefes altes | ſtenthum poftiven (als wir dann gethan hätten,
wohl bewußt gewefen, je darum angenommen we wie auf dem Wege in der Wiederreiſe fel-
L)
hätte. Sesunder, nach Abfterben Herzogen | ner friedbrüchigen Verordnung nicht gemat
Georgen feligen, bringe er e8 allererft hervor, en darın wollte er uns rechtſchaf⸗
und will folches mit uns zu thun haben, wel: ener Weiſe empfangen haben, melches er auch
ches Doch ung gar nicht angeben ann, und in vielleicht, wo ihm ſolcher Anfchlag gerathen,
einer geheimden feiner Schrift ift er nicht ab- mol Hätte vollenden mögen. - Diemweil aber
redig, daß die Gleitung derfelbigen Ende SHer- |folcher Anſchlag ihm nicht forfgangen, und die
zogen Georgen feligen mit zuftehe, mit dieſen Seinen gefeßen, daß mir ung geftärft, Haben
Worten: So hätte E. $ nicht unbillig ge |fe fich bedünfen laflen, wo fie uns würden an⸗
büßee, uns in gemeiner Sürftlichen Obrigkeit, ‚greifen, fie möchten daran nicht viel geroinnen,
mic unferm Vettern gleich fo wel, als fein und find alfo ohne befcheßenen Angrif abgezu-
Sieb, um vergleitliches Ducchbringen anzulan= Es. Wer will anders fagen, denn aus laue
Bene | x 3a Dei welches Noir Ihnen ür
| e i 5 mit öffentlicher Wahrheit zulegen. Wer
19. Daß wir aber bey ihme um Geleit an-|" |
zuſuchen nicht ſchuldig gervefen, ift aus oban- 3 u DR ir — dann daß es mit
gezeigten Gründen genugfam vernommen. Zu- = nung folder Reuter bie Meynung ge:
dem, fo hat ifme unfer nicht Anfuchen um Ge- En — Eis — — en?
leit, Eeinen Abbruch) an feiner gerühmfen Ober- 5 a = ae De und zu fangen ?
und Gerechtigkeit gebären Fönnen, wie ein je-| cn pi 8} ‚x manmoge dergeftaltge-
der gutes Berftandes nicht unleichtſam zu ver⸗ gen bie, jo.ohne eines andern Sur-
fkehem hat. Mit mas guten Efren, Fugen — reiten, handeln, vornehmen und ge⸗
und Recht, und dem Landfrieden unvergreif— oe a > :
lich, Bat er dann folche feine böfe Beftallung| 2, warz auch fer Finbife) Ding, eu
auf ung und die Unſern verordnen mögen ? ter auf jemand gu verordnen und zu befehlen,
“2 D. ee fie denfelbigen, oder diefelbigen gefehen,
en der Gegengett viel Ana spn Mil
- haben wol u e u beyden
koͤnnen, wenn gleich feine Reuter zu ſchwach Seiten der Mulden geſeſſen, daß es die Sei⸗
geweſen, oder ihnen an Mannheit gemangelt |nen wol zweymal beſſer haͤtten haben koͤnnen.
haͤtte: und damit zu verſtehen gibt, als ob es Denn wer weiß, woran es denſelbigen geman⸗
NE: Sffff2 gelt?
— ne
*
pe + 1 ae —— BEN i Br y
—
gelt ? ob fie auch) fo bald hätten aufſeyn und ten, daß er uns aus verdrüßlichem Gem
Tap.19, Don swveyen Seldsügen, Der Droteflanten und des Räyfere, 179
ith
folgen koͤnnen? Und ob fie ſich nicht vor ihren keinen vermaͤhrten Krieger nennen dürfte, und
*—
Naͤchbaren, Herzogen Georgens ſeligen Unter⸗
chanen zubefahrengehabt? —
22,
männlicher getan, weder. er gedenken darfıc.
ya 25. Wir haben uns zu Drefiden mit feinem
Daß ung von Herzogen Georgen feligen | Gleit verforget, fondern da wir auf dem Wer
u
etliche Reuter vom Adel und andere zugeord: |ge in der Wiederreife etliche Meil Weges lang
net worden, die uns allenthalben durchbringen | von Drefden gemwefen, und in Erfahrung ge _
follten, das find wir geftändig, und in Feiner | kommen feyn, Daß die berüfrte friedbrüchige
Abrede. Daß wir aber dadurch wider Recht, | Beftellung auf ung und die Unfern vom Chur -
der Känferlichen Majeftät Landfrieden, die gül- | fürften verordnet, da haben wir uns allererft
dene Bulla, und alle andere des Reichs Con: | mit den zugegebenen, verorbneten vom Adel,
ſtitution, freventlich, thaͤtlich und gewaltbar | und andern verfehen, daß wir mit und durd)
ſollten gehandelt haben, wird fich aus obange- | Beyftand und Vergleitung derfelben, ohne
zeigten unfern Urfachen viel anders befinden, | Schaden, Nachteil und Verhinderung durch
und fonderlich da wir des von Sachfen feind: |fommen möchten, als wir denn (GOtt Lob)
lichs Vorwarten, wider Recht, die Güldene ohne des von Sachſen Meynung und Gefal⸗ =
Bulla, der Känferl. Majeft. tandfrieden und len durchkommen feyn.
des Reichs ;Eonftitution, vermerdt: fo haben] 26. Und darnach ift genugfam abgelehner,
wir uns derfelbigen Zugeordneten vom Adel, daß wir uns in des von Sachſen Gebiet Feiner
und Reuter, zu Errettung und zugelaffener und | Sicherheit getroͤſtet, und deren nicht fähig ges
erlaubter Gegenwehr wohl gebrauchen Fönnen |acht, und daß uns aud) folches unfer verzagt
und follen. | Gewiſſen überzeugt haben ſollte. So ſeynd
23. Es wäre aber fürmahr von uns ganz wir auch gehört, daß wir es aus Frevel und zu.
thoͤrlich geweſen, da mir des von Sachfen feind- | Berunruhigung feiner Obrigkeit nicht gethan,
liches Bormwarten vernommen, daß wir die zu⸗
‚geordneten Neufer von uns gethan, und uns
den Feinden hätten in die Hände gegeben: das
wird er ung anders-fchrerlich überreden, und
mag alfo aus anaezeigfer und andern vorgemeld-
ten Urfachen, für feinen Frevel, noch Gewalt
geachtet werden, daß mir uns derfelbigen Reu—
ter zu gegenmwehrlicher Sicherung gebraucht.
Darum haben wir noch guten Fug, Urfach
und Ölimpf, dermaffen wider den von Sachfen
zu ſchreiben, die befchriebene und Voͤlckerrecht,
die güldene Bulla und den $Sandfrieden wider
ihn anzuziehen.
- 24. Sreventlic) find wir durch feine Obrig-
£eit nicht geritten, auch von ihme Geleit zu neh:
men nicht ſchuldig gewefen. Warum wir auch)
folften fein Fuͤrſtenthum umritten haben, die:
weil e8 damal unfere Gelegenheit nicht gewe⸗
ſen, und er, vermoͤge des Landfriedens und al—
ler Rechten, uns ſicherlich durch ſein Gebiet
ziehen zu laſſen ſchuldig geweſen, koͤnnen wir
nicht gedenken. Wir haben uns bisher (ohne
Ruhm,) in kriegiſcher Uebung dermaſſen gehal:
ſondern daß ſolches unſer und der Unſern un—
vermeidliche Nothdurft erfordert hat. Alſo
Bat ex-bie betmennte eie— wie⸗
wol er Aeſopus taımen corpore et non in-
genio if, —
eer ein agnum (Lämmlein,) für den
fest haberr
Zu
durch des von Sachfen Gebiet fommen, deß
mögen wir Herzogen Georgen feligen, und den
ehrlichen, frommen, fapffern vom Adel, die uns
©. 8. zugeordnef, und uns felbften, und nicht
dem von Sachfen dankbar feyn. Aber dem-
nach ihm feine Anfchläge nicht vor fich gangen,
fo wendet er diefen vermeynten Schein für :
daß er uns allein habe zeigen laflen, daß eruns
hätte unfern Stolz vergelten koͤnnen ıc.
chen Handel glauben ? Und mo wir uns der
Xefopifchen Sabeln gebrauchen wollten, fo wäre
und gemahnet uns fehier dabey, als da der
Fuchs an den Baum ſchluge, und nichts da-
von befommen möchte, ſagt: Er wollte ji
08
Mer
will aber folches in folchem ernftlichen feindli⸗
8 wir unverhinderlich mit dem Werk
x
‚Abfehn, I er Proteftanten wider Herzog Heinrich. 1561
das nichts Darvon ıc. Und fo jemand nach er nichts unehrliches, noch unmeislic)s gehan-
einem ſchlaͤgt, oder wirft, und fehler, Darnach | delt, und das Wörtlein, ausfpehen, auf zwey⸗
fuͤrgiebt, er wollte ihn gefchreckt Haben. Denn| eriey Sinn, daß ihme folches niche follt feyn
wer hat ihme in unferm Sürftenthum vorgehal⸗ | zugeleget worden, interpretirt und ausleger,
‚ten, oder verhalten wollen? Auch willen wir | laflen wir auf feinem Unwerth berufen. Aber,
‚ung keines Stolzes, den wir darinn gegen ihm | fintemal die Wahrheit, daß gedachter Zedwitz
gebraucht, zu erinnern, oder zu berichten. Db| auf des von Sachſen Befehl (mie der von
auch möge mit Beftand gefagt werden + Wo Sachſen dann ſelbſt gefteher, ) in folcher böfen,
man jemand vorfeglicher Weile vorkält, ob friedbrüchigen, mutkwilligen und gewaltigen
ſchon derfelbige nicht wird mit dem Werd an⸗ Verordnung, auf uns und die Unfern die Aus:
gefochten, daß man ihn unverhinderlich reiten | ſpehung gethan: fo bedürfen wir feiner weitern
laffen : das ftellen wir in &, & und männig- | Beweiſung, und mwiffen ihne, in Bedenfen, daß
lichs Urtheil. Iiweber der von Sachſen, noch er, unfer öffent«
28. An diefem Dre legt uns der von Sach- licher Entfagter gewefen, und ihre Ehre an
fen zu: daß wir einen unuͤberſchwenglichen uns und die Unſern nicht verwahrt, denfelbigen
Durſt zu Chriſtlichem Blutvergieffen, damit: nicht beffer, als vor einen Exploratorem, oder
wir nun lang ſchwanger gemwefen, tragen follen. Ausfpeher zu halten, eb er ſchon unfer Diener,
Und an andern Drten: daß wir Doctor Del⸗ "welcher unfer Geheimniß den Feinden, vermö-
Ungbaufen follen Haben fangen und umbringen |ge des Nitterrechts, nicht offenbaret, auch uns
affen, And daß wir das Haus Sachen an | mit Lehenspflichten, oder fonderlichen Dienften
einander hängen wollen. Daß wir viel zufa- nicht verwandt geweſen. Unſers Erachtens fo _
gen, verfchreiben, und Doch nichts, weder Brief | wird ihn auch Fein Ehrliebender anders, als
nod) Siegel halten follen. Und wirft ung auch
vor des Kaͤyſerlichen Kammergerichts ausge:
gangene Citation, auf deren von Goßlar, und
‚fein, aud) des tandgrafen, und Hanfen Koch
des Boͤſewichts, Angeben, Bermährung und
Anftiftung. Dergleichen aud) : daß wir uns
der Erz- und Stift, ‘Bremen und Verden,
gern angemaft, und unfere Pfaffen und Mönche
fchaben und fehinden follen, und daß wir Käy-
- ferlicher Majeft. fonderlihs Gleits nicht ver-
ſchonet.
29. Dieweil wir nun auf alle dieſe angezo-
gene Puncten in unferer beftändigen und wahr⸗
Baftigen Antwort, dem Sandgrafen gegeben,
uͤberfluͤßig und gnugfamlic geantwortet: fo
wollen wir in diefer unferer Verantwortung
darauf weitere fonderliche Antwort nicht geben,
fondern uns Kürze halben auf unfere jüngfte
Schrift, an tandgrafen ausgangen, referirt
haben, fagen doch insgemein, daß der von Sach-
fen uns mit allen und jeden Denfelbigen und
dergleichen Stuͤcken ungütlih und unrecht
m Daß der von Sachfen feinen Diener,
Zedwitz genannt, feßr fromm machen will, daß Ban en fellien zu beiweifen, daß tie an-
J 3
vor einen Ausfpeher halten und erfennen.
31. Es wird aber das Wort, ausfpehen,
nicht allein in den berührten ziweyen Meynun⸗
gen, fondern auch in andern Fällen, fo jemand
etwas auszuforfchen und zu erfunden-befohlen-
wird, gebraucher. Gezogen auf den $. Filius
familias. gr
32, Und als er uns hie anfticht: ob wir uns
gleich einem treuen Diener. geftellt, und doch
heimlich das widrige getrieben und practiciref
hätten, 2c. wollen wir den von Sachfen auf die
Antwort, die wir dem Landgrafen jüngit-gege-
ben, gerwiefen haben. Und thut zur Sachen
nichts , daß viel trefflicher Kriegsleute für Boͤ—
fewichter müßten gehalten werden, wo vie, fo
in Kriegsläuften auf der Feinde Bornehmen
und Anfchläge achtung zu haben verordnef
und abgefertiget werden. Denn in Kriegs-
fäuften feyn die Abfagung und Difidationeszus
vor geſchehen, aber in unferm Fall ifi weder
Kriegsübung, noch einige öffentliche Abfagung -
gemwefen, darum fomag es den Örgentheit nicht
releviren, erheben oder erleichtern. =
33. Es vermeynt der von Sachſen: daß wir
dern
’ ERS:
Cap. 19. Don zweyen Seldsügen, der Proteftänten unddes Rayfers. 196
1562
dern vom Adel einen folhen Befehl von ifm Mannheit fuͤrwendet, it ganz Feiner Antwort:
überfonmen, daß fie uns und die Unſern an würdig: denn fo wir in feinem Fuͤrſtenthum
"Ehren, Leib und Gut verlegen follten, ꝛc. da- |Feine Sicherheit haben follen, (mie er an vielen
vor wir es doc) nicht halten, wiewol es dennod) |Diten feiner vorigen und jeßigen Schriften,
im norhdürftigen Fall dargethan und ermiefen und fonderlich in dem Schreiben an unfern
werden mag. Denn dieweil es offenbar, Daß der! Better und Bruder, Herzog Ludwigen in
von Sachfen diefelben vom Adel auf uns, wie Bayern, ausgangen, zu verfteßen gibt, und - _
er denn gefteht, verordnet , und wir des Her: wir doch nicht geftändig ſeyn, und foer auchder
kommens (ohne Ruhm,) nicht ſeyn, Daß wider Urſachen Halben (tie er nicht abredig, nochabz
ung wäre zu vermuthen geweſen, fonderlich in redig feyn Fann,) feine Reuter und Diener auf _
Herzogen Georgen feligen Vergleitung, daß uns verordnet: wer Fann, will, oder magdenn
wir dem von Sachſen, oder den Geinigen ei anders fagen, denn daß es die Meynung ge
nigen Schaden hätten zufügen wollen: fo fol habt habe, uns und die Unſern, als die keiner
und kann nicht anders gehalten, vermuthet und Sicherheit faͤhig ſeyn ſollten, zu beleidigen, zu
geachtet werden, denn daß ihr Vornehmen, verletzen, niederzuwerfen und zu beſchaͤdigen.
uns und die’ Linfern zu befchädigen, | 36. Wir feynd aud) hieoben gehöret, Daß es
‘ auch aus allen Anzeigungen, die wir hleoben ver⸗ nichts arguiret, daß er in Eile fo viel zu Roß
meldt, fo lang er und die Geinen ſich deß, wie und Fuß Kätte aufbringen mögen, daß man
vecht, nicht erledigen, als fie denn nimmer wer⸗ unſer berühmten Sreudigfeit defto weniger haͤt⸗
den thun koͤnnen. te beforgen dürfen. Denn mir feynd es dem
34 Wir feynd niche geneigt, vedlichen Gefel- von Sachſen nicht geftändis. So iſts au)
len vom Adel ehrliche Sachen böslicy aufzu:Jungewiß, ob es füglich und mie Bequemlich-
ruͤcken, fondern mehr zu preifen, zu ruͤhmen und keit hätte von ihm, oder den Seinen gefchehen
zu loben; anders wird niemand unpartheyiſch koͤnnen. Er möchte es fonder Zweifel auch)
von ung fagen Fünnen. Wir feynd auch Fei- nicht unferlaflen haben, wo er gewußt, daß
nem Aelfchänder die Tag unfers Lebens je hold wir uns mit mehrern Keutern verforge und ge=
worden, und (ohne Ruhm,) haben wir mehr ſtaͤrkt hätten. Aber nach des Ausſpaͤhers ges
Gnad und Cuts denen vom Adel erzeiget, und Ibrachter Kundfchaft haben fie fich nicht vermu-
fie geehret, als er je feine Tage gethan, oder Ichet gehabt, daß wir ifnen aljo ftarf unter Yu-
thun wird, die er ihm ganz eigen zu machen |gen Fommen würden, welches denn feinen und °
fleißiglich vorhat. Aber wie er uns gern da: |der Seinen wirklichen Fortruck verhindert hat.
mit bey dem Adel in Ungunſt bringen wollte,| 37. Aber daß er uns die Süneburaifche
ift daraus leichtlich zu fpüren. Die doch als] Schlacht, und die Belagerungder Stadtfodena
Ehrliebende, fonder Zweifel, fich) gegen uns dar- [in Welſchland, Daß uns dafelbft die gelben
durch nicht werden bewegen laffen. Denn die-| Sporen übel follten gerathen feyn, 2c. fürmirft,
weil der Adel vornehmlich in guten Tugenden | fagen wir, (ohne Ruhm,) daß wir uns inden
beſtehet, fo werden die Ehrliebenden, nicht we=|beyden berüfrten Kriegsübungen, Schlacht
niger als wir, ſolches an dem von Sachfen und | und Belägerung, nicht anders, als einem ehrli⸗
den Seinen fchelten , daß fie unverwahrt ihrer | chen, redlichen Kriegsfuͤrſten eignet, gebuͤhrt und
Ehren, alfo feindlich, boͤslich und friedbruͤchig wohl anftehet, gehalten : das werden uns alle ..
uns und den Unfern vorgehalten. ‚und jede ehriiebende vom Adel, die an und über
35. Wie freudig und männlich fi) die GSei-|gewefen, gut Zeugniß zu geben miffen, als
nen geftellt, daß fie gegen uns feindlich fürmar: |unter andern Matthias von Velthem, Chri-
tet und doch nicht angreifen Dürfen, bedarf ſtoph von Quitzau, und Luͤdeck Hane, und er⸗
nicht viel Diſputirens; darum, was der von bieten uns ſolches mit Hand und Mund, wie
Sachſen zu Verantwortung der Verzagtheit der es uns mag zuerkannt werden, wahr zu ma=
Seinigen, und zu Pruͤfung ihrer vermeynten chen. J
———
38. Und
w u ’ Yo EAN: — A — —4 * DR Ä ® ’
1564 1. &Abfehn, Dom SeldsugderDroreftantenwoider Zerzog Heinrich 165.
738. Und einerdicht Dingift es, wie er weiter davon jederzeit guten Bericht und ehrlich Zeuge
vorgibt: daß wir des Wieder wegs ihm und feine, niß geben koͤnnen: wie mag er dann vorgeben,
Berwandten ganz und gar verjchlingen woll:| daß wir des Segens in berüßrter Schlacht nicht
tenꝛc. Und nimmt uns Wunder, mo doch der | erwartet ? Daß wir auch ſolches in der Unterhand⸗
hi en folche Worte hernehmen mag.
Hiſpania poftirt, um Seid und Leben hat brin-
gen wollen, mit weldyem mir doc) nichts zu
- £hun gehabt, darum mag er feinen Bruder, den
$andgrafen, der uns folc)es angezeigt, fragen,
a
ten Reutern anzufangen, Bat gar nicht gebüh-
ren wollen, denn wir der Meynung nicht Dar-
- geritten feyn, daß wir Unluft anrichten oder
- die Seinen find dergeftalt, wie angezeigt, aufuns
und die Unfern ausgefertigt geweſen, und ha
>
dann fie fich des feindlichen Vorwartens, und
dileſelbige nicht in das Werfgefommen, Bat ei⸗
ner dem andern ſchuld gegeben, und ſich alſo
darinnen gezweyet.
04
lung der dreyer Churfürften, gegen dem von
Süneburg, (deß Mannheit er jeßunder fehr-preis
ſet,) ernſtlich und mit Wahrheit verantwortet,
das hat unfer Ehren Nothdurft erfordert, und
find dazu höchlicdy gedrungen worden, als wir
jeßt es auch berantwerten, und hinfuͤro zu je—
der Zeit zu verantivorfen gedenfen, und frauen
auch, was wir darwider gered£ und geſchrieben,
beftändig und wahr zu machen, Daß er uns die
berührte, unfere ernftliche und wahrhaftige Vers
anfwortung vor den dreyen Churfürften zum
ärgften und böfeften (jedoch faͤlſchlich,) nicht
auslegen dörfte,
42. Es ift feltfam zu hören, daß er unſert⸗
halben die Zagheit beweifen will, durch, daß
dag wir feine Meuter nicht angeſprengt, ges
rechtfertiget, oder von ihnen Befcheid genommen,
Dann ob fid) ſchon foldyes nach gewoͤhnlichem
Gebraudy in der Vergleitung gebüßren mag,
fo Hat dennod) weder ung noch) den andern ges
bühren wollen, wiſſentlich deffen vonSachfen aus⸗
gefertigte Diener, in feinem Gebiet, obfchondie
Mitvergleitung Herzogen Georgen feligen (wie
wir Dann mit Beſtand angezeigt,) mit zuges
ftanden, zu rechtfertigen, Gezänf und Unluſt
zu machen, oder zu ſuchen und anzufangen,
fonderlich Dieweil reir zu niemands Schaden,
Nachtheil oder Verlegung daſelbſten durchzu⸗
reiten vorgehabt, als wir auch gethan. Aber
dieweil es in feinem Gebiet, darinnen er
erzogen Georgen fellgen Feiner Mitvergleis
ung jegunder will geftändig feyn, geweſen iſt,
und. die Seinen darum da geweſt, Daß fie ung
und die Unfern angreifen folleen, und folches
nicht gefchegen, auch Die Vergleitung nicht iſt
Wie böslicdy er uns aber, da wir erftlich aus
fo wird er folches mol berichtet werden,
39. Uns den Kandel mit feinen verordne⸗
Schaden thun wollen; fordern haben oßne maͤn⸗
nigliches Beſchwerde und Verlegung durchrei⸗
fen wollen, als wir dann auch gethan. Aber
ben es dennoch Zagbeit halben nicht wagen dör.
I AN
j 40. Daß der von Sachſen nicht glauben will,
daß die Seinen des friedbrüchigen Nachftellens
befennig geweſen ıc. iſt Daran wenig gelegen,
* dann wir es gar nicht erdichtet haben. Uno ift
nicht wider einander, Daß die Seinen darob
ruͤhmig, und doc) ihrer Zagheit irrig geweſen,
boͤslicher Rachſtellung geruͤhmet. Daß aber.
.Daß er abermals der ruͤneburgiſchen
er uns nimmermehr dieſes wird zeugen und
" Heybringen fönnen, und vielehrlicher vom Adel
— uͤns ee die an —
„‚gervefen, geben koͤnnen, daß wir uns nicht an · gewehret worden, fo folgen daraus zwey Ding:
“Ders (ohne Ruhm, ) als einem Kriegsfürften ge Grfttih, daß ſiees Zagheit halben unterlaſſen:
ru rn * Be — am andern auch, daß die Vergleitung der En⸗
wir auch nach allenthalben verlorner Schla it suaeftanden ift,
“noch aufder Wahlſtatt geftanden, und uns be- De Nergogen ee r ie 1 ſ
wiefen, wie ſich einem Kriegsfuͤrſten zu bewei-| 43. Daß wir aus zankgierigem Gemuͤth vor⸗
fon gehoͤrt, und die neben uns auf der Wahl. geben ſollen, Daß wir in Herzogen Georgen ſe⸗
fatt geftanden, feyn es befennig, und werden, ligen Bergleitung geritten, und felbfleh anders
wife :
z e
1566 Cap. ıg. Von zweyen Seldsugen, der Proteftanten und des Räpfers, 167 ©
unüberredet. In Gleichniß wir uns auhnide
überreden laflen, daß mir ihn, gleich feinem Bete
tern Herzog Georgen feligen, um Geleit follten
zankliebender Unart, fondern aus gutem Grund angefucht Haben, ıc. daß er mit Herzog Geor⸗
gen feligen, und nicht mit ung hätte zu thun ge⸗
wiſ en ſollen damit thut der von Sachſen uns
al Gewalt und Unrecht. Denn daß wir
“ derhalben gefchrieben, iſt aus Feiner neidiger,
geſchehen
44. Es iſt aber fremd zu hören, daß ihme habt; ziehen uns auf Das, wie hleoben darvon
die Obrigkeit durch) des Biſchofs von Meiffen geſetzt, und auf unfere vorige, wahrhaftige, bee n
Gebiet, Wurzen, zuſtehen ſollꝛc. ſo doch unver»
neinlich wahr, und mit vielen Urkunden und
Käyfer!. Majeft. ſelbſt Schriften, zu befhönen
und darzuthun ſtehet, daß bemeldfer Biſchof
ein Fürft des Reiche, und dem von Sachſen
gar nicht unterworfen ift, der auch allwegen ein
Keichsftand geführt, gehalten, und noch füß
ret und. hält. Was vor Gewalt er aber ſich
gegen demfelben zu gebrauchen unferftanden ,
und nod) unterſtehet, iſt ver Kaͤyſerl. Majeſt.
andern, und uns nicht unbewußt, der Zuver⸗
ſicht, daß darauf durch Die Kaͤyſ. Maj. gebuͤhr
lichs gnugſam Einſehen beſchehen ſoll und werde.
45. Obſchon auch der von Sachſen ſich be:
duͤnken laͤßt, wiewol wir uns auf Herzogen Ge.
orgen alte Raͤthe gezogen, daß es doch Feiner
derfelbigen geftändig feyn würde, und ob fiees
ehäfen, mit taufenden und aber faufenden könn
ten überzeugt werden: laffen wir ein leer Bor-
wenden bleiben. Daß wir aber folche alte Her-
zogens Georgens Näthe follten haben nam:
haftig angezeiget, achten wir diefer Zeit, und
daß fie ſonſt befanntlich ſeyn, unvonnöchen ge-
weſen zu feyn. Und daß der ven Sachſen nicht
glauben will: wo Herzog Georg ſeliger gewußt,
daß er des Gleitens befugt — daß —
iebd ſeli rs, als durch Flaren, bel. 5 Bel. A Ä
en Gegenbericht nicht hätte Anzeige halben, nicht gejtändig feyn koͤnnen.
ſtaͤndige Schrift. -
daß wir gefagt: Es wäre Herzog Georgen fes.
Sadıfen bergebracht, daß einer durch des an⸗
dern Theil Hätte geleiten mögen: feyn wir nicht
ohne Linterfcheid geleiten mag, und der andere.
wolite es da anders verftehen oder deuten, als
für ein Mitgeleit? wo es ſchon nicht ſaͤmtlich ge⸗
ſchlehet, oder gefchehen fol. Und ausdiefer vor
geftalt und alfo wollen wir verftanden haben,
feynd wir niche ſchuldig geweſen, bey dem von
a aud) um Geleit defjelben Orts anzu⸗
uchen.
48. Alſo kann auch das vermeynte Spruͤch⸗
ſucht und macht, da iſt keiner gut ꝛc. bie nicht
ſtatt haben; und ficht uns darum wenig an,
was derhalben etwa zwiſchen beyderſeits Raͤ⸗
then darvon mag geredt worden ſeyn, das wir
aufhalten laſſen ıc. iſt uns wenig irren, dann Dergleichen auch nicht, Daß dadurch die Ans
fein glauben oder nicht glauben, tfuf zur Sa- wandungen der Obrigkeit zu. boden gehen moͤch⸗
“che nichts. - Werwortte aber hinwiederum niche | » die Doch zwiſchen beyden Theilen bisher, oh ⸗
glauben, wo Herzog Georg feliger der Gegen |11€ folche oem oder Haltung, dennoch ſeyn
heit nicht zu vergleiten gehabt, Daß der von beftehen biieben,
Sacıfen die Bergleitung unfer und der Unfern | 49. Und was auch der Irrung des Geleitens r
Is gegen ©. & nicyt widerſprochen, oder |halben angezogen, laffen wir aus gleichem Grund
en hätte. ' ein nichtiges und unerfindliches Worgeben bieis
-46. Auch daß mir willen follten, daß die |ben. Und folches zufegen, (dod) gar nicht ge⸗
segleitung berüßrter Ende dem von Sachſen \ftanden ,) fo hätte dennoch der von Sachſen ſei⸗
an — ſollte, damit thut er uns Ge- Ines feindlichen Vorwartens gegen ung und bie
walt und Unrecht, und feyn es von ihm ganz |linfern gar nicht Zug gehabt; wie —
nehmlichen Urſach, wie E.L. zu ermeſſen, (dere ⸗
wort: Wo man in einer Landart viel Wege
47. Daß auch wider einander ſeyn ſollte,
ligen der Ende die Vergleitung zukimmen;
und dann, daß es zwiſchen den Fuͤrſten von
N
geftändig. Dann wo ich durch desandern Thel
dergleichen in meinem Theil hinwiederum, wer
das wir hieoben von der Mitgleitung geſagt,)
dem Gegentheil, aller erzehlten Urfachen und
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RS de Be - TERN.
Hr
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1568 1.Abſchn. Dom Seldzug der Proteftanten wider Herzog Heinrich. 1569
angezeigt und weiter wol wird angezeigt wer⸗ derwegen fey er nicht fchuldig geweſen, ung
an... Es: 4Durchzug zu verftatten, und daß wir billig in
= 50, Daß aber die Bergleitung auf folche feinem Gemuͤth unficher feyn folleen. Dann,
Meynung, wie der Öegentheil es deutet, ge» wie Bat er ung für feinen wiſſentlichen und offe-
ſchehen feyn follte, geftehen wir nicht: und da nen Feind halten koͤnnen, fo wir ifm Doc) we⸗
wir folches hievor in den geheimen Schriften, |der Schaden inn noch aufferbalb feines Fürs
auch wider den von Sachſen, dergleichen an⸗ ſtenthums je gefhan, nicht zu ihme ausgefallen,
gezogen, ift Herzog Georg feliger noch im Le⸗ nicht befehdet, nicht befriege, aud) nicht abge»
ben geweſt, hat folches wohl gewußt, aber nie
widerfprochen. \
51% Daß aber Herzog Georg den von Sad):
ſen des Borwartens halben zu bezeißen wil⸗
lens geweſen, thun wir uns auf unfer voriges.
fagt haben? Darum hat die angezogene Corres
fatlon in gefegtem Fall gar nicht ft
wir ung zu Recht, aller Vernunft und Billig⸗
feit wollen gezogen haben.
55. Es waͤre zudem auch der evangeliſchen,
Schreiben referiren, welches die Wahrheit iſt göttlichen Wahrheit nicht ähnlich, wo wir je—
und bleiben wird. | |
‚52. Daß wir auch Schaden gefhan, oder
Schaden thun wollen, und den Frieden ver-
wirkt häften, geftehen wir dem von Sachfen
ganz feinesweges; Darum fo mag auch feine
Gleichniß, von friedbrüchigen und fhädlichen
Lcuten, gar mit nichten befiehen, und hat die
Poͤn des Landfriedens wider den von Sachfen
noch ſtatt. 2
53. Wann gleich auch aus unferer Raͤthe ge:
gebenen, bedaͤchtigen, unmeigerlichen und un.
betrüglichen Antwort, unfer widerwärtiges Ge⸗
muͤth (wie wir dann nicht gefteben, ) zu verfte-
ben geweſen: wollte darum folgen, daß der
- yon Sachſen in unferm Gebiet Hätte unficher
feyn follen? Das glauben wir aber nicht. Wie
“er denn nichts deſtoweniger an einem Ort uns
ſers Fürftenthums durchgeritten, und gleid)-
wol ficher geroefen ift. Und märe gleich, mo
cch gegen jemand nicht Liebe oder Gefallens frü-
ge, daß derhalben nothwendig folgen müßte,
wo ich denfelben in meinem Gebiet antraͤfe, Hand begegnen.
daß ich ihn würde perfequiren, verfolgen, ſchla⸗
manden im Gemuͤth widerwärtig wären, daß
derhalben demfelben uns zu ſchlagen, zu fahen,
zu verlegen und umzubringen, follte nachgege⸗
ben und zugelaffen feyn.. Denn diefelbige leh⸗
vet uns, daß wir nichtallein Freunde, ſondern
auch Feinde und Widerwärtige lieben follen,
und nicht perfequiren oder verfolgen. Und thun
dennoch die angezogene Erempel, von den Rös -
nigen der Völker Edom, auch) der Amoriter,
welche den Kindern Iſrael Paß und Durd)-
zug geweigert, wider ung nichts, Die auch un—
feem Ball ungleich und nicht ähnlich feynd.
Dann der von Sachſen nicht das auserwählte
Volk Ffeael ift, der auch nicht in des HErrn
Sachen, (wie er ſich dennoch zu rühmen,nach Are
und Gewohnheit aller Eigenfinnigen, Fühn ſeyn
darf, ) fondern in eigennüßigen Handeln zu Tas
gen gen Braunſchweig gezogen iſt, welchem
wir aud) nicht wiederboten, wie Edom den Kin⸗
dern Iſrael: Er folle nicht durchziehen, ſonſt
mollten wir ihm mit Gewalt und gemafneter
Wir find auch nicht wie
der ihn, wie Edom gethan, mit gewafneter
gen, fahen oderumbringen. Das ſchleußt aber Hand und Heereskraft ausgezogen, auch nicht,
Ri. nicht neceffario oder nothwendig.
Durchzug und Sicherheit nicht gemeigert nod)
wie Sifon, der ſich darum mit ihme geſchla⸗
4. Nun haben wir dem von Sachſen Paß, | gen.
56. Es iſt je im Rechten verfeßen ‚und in
abgeſchlagen, deß wir uns auf unfere vorige gehaltenem Gebrauch unter Chriſten herkom—
beſtaͤndige Schrift referiren, und an ſeinem Ort men, daß einer den andern, ohne vorher⸗
darvon weiter folgen wird; und eben fo. wenig gehende Verwahrung und Abſage, es geſchehe
reimt es ſich aud), wie der von Sachſen ar» dann aus Geheiß oder "Befehl des Dbern ‚nicht
guirt: wir haben ein widerwärtiges Gemuͤth, |offendiren, verlegen, befehden oder bekriegen
Ind keine Lieb oder Gefallen zu ihme getragen, ſoll, und fo er es daruͤber ohne Verwahrung
Lutheri Schriften 17. Theil,
sg 98 ober
at; de
15770 Eap.ıg, Don sweyen Seldsögen, der Proteftanten und des Röpfers. 1571 a
oder Abfage thut, iſt der Verletzer für einen
Proditorem zu achten und zu halten. Dieweil
Dann der von Sachſen, ohne vorhergehende eini-
ge Verwahrung, uns und den Unfern alfo (mie ber
ruͤhrt,) feindlid) fürwarten laſſen, mit was Eh—
ren oder Fugen mag oder Fanner ſich Dann ent⸗
fchufdigen? Ä :
37. Daß er aber dargegen mit befchönlicher
Meike fuͤrwendet: Wir hätten uns zuvor für
feinen Widerwärtigen erklaͤret, und darüber uns
in feine Obrigkeit mit Frevek begeben, ıc, mag
mit Grund und zu Recht gar nicht beftehen.
Dann wann wir uns für feinen Feind und
Widerwaͤrtigen erflaret hätten, fo müßten wir
ihme je angezeigt haben, daß wir fein und der
- Seinen mit faben, ſchlagen, fangen, brennen
und nehmen, Feind und Widerwaͤrtiger feyn
volken, Daß wir aber folches nicht allein
nicht getan, fondern Daß auch weder wir noch)
die Unfern ifme entgegen gezogen, fürgebalten,
noch zu begegnen, fürzußalten, Schaden zu
thun, zu offendiren und zu verlegen, mwillens
gervefen, it offenbar, Grund und die Belle
Wahrheit, roelcher der von Sachfen mit kei—
nem Grund noch Beſtand miderftreben Fann.
: Dann welcher Bernünftiger will aus dem, daß
unfere Käthe gefehrieben: Sie wollten fein An—
fuchen an die Königliche Majeſtaͤt gelangen laſ⸗
fen; fihlieffen, daß wir ung Damit für feinen
Feind und Widerwärtigen, der ihm und den
Seinen hätte Schaden thun wollen, erklärt
.. ‚Hätten ? ee
58. Und dieweil der von Sachſen felbft ver-
nimmt, daß er fein Intent durch unferer Raͤ⸗
the Antwort nicht befräftigen mag, fo fagt er:
Wir haben ihme Paß gemeigert, und feyn fre-
ventlich durch fein Fuͤrſtenthum geritten. Das
ſeynd wir ihm aber nicht geftändig, und tft bie
oben abgelehnet, und wird anfeinem Dre mei:
ter abgelehnet. Denn ee mag mit Wahrheit
nicht fagen, daß wir auf den Fuͤſſen gemefen,
wie Edom gethan, und daß wir ihme den
Durchzug haben wehren wollen; oder auch), def
wir willens ung zu erheben geweſen wären. Und!
obſchon für einen Frevel müßte geacht werden,
(als wir Dach nicht befennig feyn, ) Daß wir
durch fein Gebiet, unſchaͤdlich maͤnniglichs, oh⸗
Ar a ER
ne fein Geleit geritten, wollte ihm darum ges
buͤhrt haben, daß er. uns, der ihm und den Sei:
nen nicht ſchaͤdlich geweſt, häfte ohne Verwah⸗
tung feiner Ehren ofjendiven, angreifen und
verlegen mögen? Daraus ift nun allbereitver-
antwortet, was dem weiter angehängt- wird:
daß dem befehdeten Zürften nicht Noch thue,
fich gegen dem Befehder hinwiederum zu ver-
wahren. Dann wir fennd Feine Landsbefchär
diger, noch auch keine Befehder gewefen, und
daß er und die Seinen haͤtten in unſerm Fuͤr⸗
ſtenthum unſicher ſeyn muͤſſen, darum ſo haͤtten
wir uns gegen ihme auch Feiner Sicherheit zu
vermuthen gehabt, ꝛc. Und darnach gibt der
von Sachſen auch gnugſamlich zu verftehen,
daß er uns und den Unſern nachgeftellt und ge=
trachtet, auch daß feine Meynung und Befehl
gewefen, uns und Die Unfern zu offendiren und
zu verlegen, wiewol er es hieoben hefftiglich
verneinf und miderfprochen Bat, Aber wir neh⸗
men an, daß er allegirtz Quod tibinon visfie-
ri, was ein jeder oil gethan haben, daß er fols
ches dem andern wiederum auch thue, ꝛc. Denn
demnach fagen wir, daß wir dem von Sadjfen
nicht feindlich fürgehalten , und ihm durch un»
fer Fuͤrſtenthum einen guten Weg, ficherlich |
und unverhinderlich, reiten laffen. Derwegen
fo hätte ihm wiederum auch gebührt, daß er ung
und den Unſern in feinem Gebiet auch nicht
feindlich firgehalten hätte, und daß er unsund
den Unfern, unverhindertichund ficherlich, einen -
geringen Weg, in feinen Fuͤrſtenthum durchzu⸗
fommen, follte vergönne haben,
59. Daß wir erfllic) des von GSachfen 7
Freundſchaft verwirkt, Celeit und Vaß ge-
weigert Baben folfen, und daß derhalben, aus
Eigenſchaft der Correlation, uns wiederum in
feiner Obrigkeit Paß und Sicherheit wire
verboten gemefen, ſeynd wir nicht gefländig,s
und iſt allbereit abgeleßner worden, Daß es meh⸗
rere und weitere Verantwortung nicht bedarf,
Darum ob wir ſchon durch feine Obrigfeie ges
ritten, ſo waͤre es Doc) feinem vermeynten, nich⸗
tigen und unbefugten ſtillſchweigenden Ver—
bot, noch auch des heil, Reichs angezogenem,
unbeftändigem und unbewährtem Gebrauch
und dem Landfrieden nicht zu entgegen, Zu
ſetzen
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FADEN) )
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3, Abfehn: Dom Seldzug der Proteftanten wider Herzog Heinrich
—
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ſehen aber (doch wider Recht gar nicht geſtan⸗ tia cum telo ambulauit, quaın qui oceidit. Und
den, welches Puncten halben wir uns auf die obſchon Speculator ſagt, (wie es auch Gegen⸗
Antwort, an den Ort, das Streifen und Recht: theil fürwendet,) daß durch eine gemeine Ge—
fertigen anlangend, Kürze halben referiren) daß wohnheit alle Poͤn, damit das Vornehmen
ihme in feiner Obrigkeit zu jeder Zeit, nach ſei· oder conatus gleich der vollbrachten That ge-
ner Gelegenheit und Gefallen, reiten und hal⸗ ſtraft werden ſoll, abgethan: fo tt doch folches
ten zu laflen erlaube wäre, und daß folches (wie Bartolusfagt,) von dem Gebrauch, wel-
- feine Strafe oder Vermuthung einiges Gefäße: Icher in Italia ift, zu verftehen, daſelbſt dan
des hätte: fo Eönnte es doch in dieſem Fall gar nahe alle Mißhandlung nad) den Statu-
dem von Sachen wenig fürtragen, angefeben ten, fonderlihen gemachten Satzungen und
daß er aus fonderm Borfag feine Reuter und | Stadtrechten geftraft werden. Alſo ſehen wir
Diener (mie er denn ſelbſt bekannt,) auf unsund in fäglicher Erfahrung, daß die Feinde in Deuf-
die Unſern verordnef und ausgeferfige, die uns ſcher Nation, ob fie fehon nicht angegriffen,
- und bie Unfern feindlicy fuͤrwarten und halten nicht weniger, als ob fieangegriffen und Scha=
ſollten, wie fie dann ung dergeſtalt fürgehalten den aethan häften, geitraft werden. |
173
haben. 62. So ſeynd zudem auch keine Anzeige de
60. Aber ganz fremd und ſeltſam iſts zu hoͤ⸗ Poͤnitenz oder Reue für den Churfuͤrſten, wel—⸗
von, Daß er fuͤrgibt: Wo er gleich der Meynung cher durch feine abgefertigte Reuter und Diener
mit feinen Reutern, als wir ihn mit Grund be⸗ in actu exteriori, in einer aͤuſſerlichen Wirkung
zuͤchtigen, auf uns und die Unſern haͤtte halten
und warten laſſen, daß er dennoch die Poͤn des
Landfriedens (dieweil nichts thaͤtliches erfolget,)
dadurch nicht verwirkt. —
nung und Gemuͤth gnugſam erklaͤrt iſt. Non
enium verbis ſolum, ſed et fadtis.animi volun-
tas declaratur. Alles zu Recht gezogen. Auch
— vorhanden, dadurch auch feine Mey⸗
- 61. Dann der Landfriede nicht allein von Reuter zu verordnen, pflege in ſolcher Geſtalt
Thaten und Handeln, fondern auch vom Un⸗
terſtehen zu handeln, redet: Dafelbft diefe Mey:
nung gefchrieben ftehet: Dd jemand wider den
Irnnhalt des Sandfriedens handelte, oder zu
* Handeln unterfiehen wuͤrde, Daß derfelbige oder
Diefelben follen mit der Ihat von Recht, zu:
ſamt andern Bönen, in Käyf. Majeft. und des
heiligen Reichs Acht gefallen feyn. Und dann
auch fo vermag Die guldene Bull, daß die, fo
feindlich fuͤrwarten, haͤßig vornehmen, anzu⸗
greifen und zu beleidigen unterſtehen, in Don,
fo darinn verleibt, gefallen feyn follen. Und
an einem andern Ort: Daß der Will mit
Haͤrtigkeit, sole das Werk, zu peinigen fey.
- Daraus nun mehr als Elärlich erfcheinet, daß
die beruͤhrte Kaͤyſerl. Majeft. und des Neichs
Ordnung und Gonftitution nicht allein von
Sachen die wirklich vollzogen werden, fondern
auch von unerfolgten Haͤndeln redet. So ſtra⸗
nicht zu geſchehen. |
noch erlaubt, wer willes denn dem von Sach⸗
fen nicht zum ärgften auslegen? Es ift esnoch
nicht erwiefen, Daß wir je eines Böfen überwuns
feyn, daß die Regel: Qui fenıel malus, etc,
Einmal bös, ꝛc. wider ung nicht ftatt haben
mag. Der von Sachfen bat fein Gemuͤth,
Will und Meynung gnugſamlich Durch feine
aͤuſſerliche Handlung geoffenbaret und erflärek,
durch Das, Daß er uns durch feinen Diener Ze—
dewitz ausfpehen, feine Keuter und Diener auf
uns und die Unſern verordnen und ausfertigen
laffen, bey nächtlicher Weil aus feinem Hof-
lager zu Torgau mit Speis und Haupthar«
niſch ausgelaffen, feine Linterhanen auf Erre-
gung des Glockenfchlaas auf zu feyn und zu
folgen ermahnet hat. Und demnach er „alfo
einmal fein Gemuͤth, durch angezeigte Auffer-
liche Handlung, eröffnet, fo iſt auch veſtiglich
fet das Gefeg nicht weniger den, welcher mit zu vermuthen und Davor zu halten, daß er
Waffen auf einen umzubringen gehet, als einen, ſolchen feinen einmal böfen, murhroilligen, fre⸗
der allbereit todtgeſchlagen hat. Lexenim non |ventlichen und friedbrüchigen gefaßten Wil«
Minus cum punit, qui occidendi hominis gra- | len AN veränderf, welchen auch die Seinen
BR, i 99992 : |
vol
Iſt zu dem weder recht )
1574 Cap.ı9. Von zweyen Selösügen, der Proteftanten und des Baͤyſers. 1775
vollzogen hätten, wo wir nicht ftärfer worden, weigert worden, wie wir hieobendavon gefagt,
daß fie der Gegenwehr gefürchtet. Semelenim |und nod) meiter an feinem Ort folgen wird,
declarata voluntas non prxfumitur mutata: | Darum kann wider uns nicht ſtatt haben: Wer
zu Recht gezogen. ee: nicht Bäle ‚dem ift man In gleichen Sachenwie:
63. Es mag auch dem von Sachfen der derum nicht verhaft ;und der ruffe umfonftdas
Sacbfenfpiegel nicht fürtragen. Dann wir Recht an, der im gleichen Fall darwider ges
hie nicht in einem ſolchen Fall feyn, da einer than Bat 2c. denn wir ihm nie etwas der Vera
-dem andern draͤuet zu fehlagen,; und doch mit gleitung halben weder verfprochen, noch zuge
der Hand nicht nachdruckt; fondern da Gegen: ſagt haben, das ung doch nicht wenig befrem.
theil gegen ung und den Unfern feindlich fürge: der. Daß er durch den Spruch: Wer nihe
wart, und auf freyer Käyferlicher Reichsſtraß but, was er foll ꝛc. die leibliche Begleitung
fen, mit Gewalt und gewafneter Hand, uns
und die Unſern zu fangen, niederzumerfen, zu Nechtsgelehrten ſolchen Spruch gebrauchen
offendiren , zu verlegen und umzubringen un follen, thut zu unferm Handel nicht ein Meit -·
—
decidiren und erörtern will, und eben wie die
terffanden, und auch nachgedruckt hätte, wo
wir in dem Reiten nicht ftärfer worden, daß
er hätte feinen erflärten Willen vollziehen mö-
‚gen, welches dann zu Recht eben — als
das vollzogene Werk zu ſtrafen iſt. So gefte-
hen wir auch nicht, daß wir den Saͤchſiſchen
Rechten unterworfen ſeyn, und ſeyn dazu hie
nicht in Saͤchſiſchen Rechten, ſondern im Land⸗
frieden und des Neichs Berfehung und Ord⸗
nung, daß es des ungegründten Anziehens
aus dem Sachfenfpiegel, daß er allein dreyf-
fig Schilling Pfennig verwirkt, die er uns
hatte durch einen Anwald geben koͤnnen, gar
nicht bedürft. Er wird aud) langfam durch
den verblichenen Sachfen wider Magdeburg.
fein vermeynt Intent, Des Banns halben, be=
Eräftigen mögen. Jurisconfultus autem non
lin, aus obangegeigtem Grund, mie ein jeder
Bernünftiger nicht unleichtfam zu verftehen Bat.
65. Daß er uns aber ferner zulegt, daß wir
nach Unfrieden und Unluften im Reich trade
ten follen, und daß alle unfere Gedanfen,
Rennen und Poftiren dahin geben, das ifter
uns darzuthun fchuldig. Wäre era ieds
‚lich, wie er ſichd uͤhme
e
ſtet haben, und fich nicht unterſtehen,
re Unterthanen gegen uns aufwegig zu machen,
und andere Angeſeſſene an ung zuftiften, und zu
verhegen. Dieweil wir dann (wie angezeigt,)den
Sandfrieden wider den von Sachſen gehalten,
‚und nicht gebrochen, wie Fann dann beftehen, _
|
|
}
|
daß
tam eum teneri putat, qui percuſſit, quam men aber an, feiner ſelbſt Bekenntniß nach,
qui manum ad percutiendum eleuauit. Was
auch diefen Puncten anhanget, ift allbereitver-
antwortet, Dabey wir es bewenden laffen.
64. Wir haben mit dem von Sachſen nicht
convenirt, oder überfemmen, daß einer den
andern durch fein Gebiet, fo er von dem an-
dern erfücht wird, geleiten folk Aber mol nehmen zu widerftreben.
wahr iſts, daß wir, vermöge des Landfriedens,
niemand zu befehden, zu befriegen, zu berau-
daß fein Vater, und er, uns viele Zeit oßne
Gefahr und ohne alle Contradiction haben
‚durd) ihre Gebiete reiten und paßiren faffen,
Dann deftomeniger hat er jegunder uns folches:
zu wehren Fug gehabt, und wir deſto mehr
Glimpfs, ihme in feinem böfen erklärten Bor-
nehn iden Aber daß wir ſollen
in boͤſen ungoͤttlichen Practiken, und wider ihn,
Durch fein Gebiet paßirt haben, daran thut ee
der von Sachſen gegen ung liberas zdes,
‚oder gute Freyheit Haben möchte? Wir neh»
ben ‚zu fahen , zu überziefen und zu belagern sc. |uns Gewalt und Unrecht. Hieoben haben wir
beroilligt. Nun mag der von Sachſen feines auf das geantwortet, daß ein jeder den andern
diefer und dergleichen Stüce, welches wir ge» [erheben foll, weß er von ihm will verhaben
gen ihme gebrochen, mit Beſtand und Grund ſeyn, damit ift nicht noͤthig, weiterer Antwore _
wider uns anziehen. So iſt ihme auch die Si- | auf das folgende, quod quisque iuris in alum -
sherheit des Landfriedens nie gewehret, oder ges |fatuerit &c, Dann eben aus’ Diefer Billigkeit
| hat
1. Abſchn Dom Feldzug der Proteftanten wider Herzog Heinrich. 1577
e dem von Sachfen gegen uns und die Un-!als zu allem der Ränferl. Majeftät Gehorfam
n feindlich vorzumarten nicht geziemet. und Folge aufzuziehen und anzuhalten, daß
Bas der von Sachſen, bey Leben feines Vet- ihnen (0b GOtt will,) als fie dann zu thun
8 und Vaters, wie gehöre: daß etliche fich ſchuldig, mehr Förderung, als Hinderniß, ges
Men unferitanden haben ‚ die Ehurfürftliche Ibären und bringen wird. Ob des von Sad)»
rrlichkeit und Würde von denfelben, und |fen, oder unfere Gedanken mehr ungöttlicher
1 fich zu bringen ꝛc. das wird uns wenig, ſeyen, oder.nicht, Darüber wollen wir ven Er⸗
oder gar nichts irren, Dann wir feiner Chur-|Eenner aller Herzen urtheilen laſſen, und gefrös
fuͤrſtlichen Wuͤrden nie begehret, darnad) me; 'ften uns, daß durch feine Allmaͤchtigkeit uns
der geftanden , nod; practiciret. Warum mir mehr geholfen, als entholfen, und daß das
uns aber, Herzogen Heinrichen den jüngern , Roͤßlein auf unferer Seiten mehr ergänzt, denn.
ſchreiben, das haben wir dem von Sachſen ftrümpffiger gemacht werden fol. Daß wir
nicht anzuzeigen. 2 aber feiner Eitern mit Wahrheit gedenfen müfs
66. Db fehon nun Herjogen Heinrichen dem | fen, ift aus feiner Verurſachung, wie wirhies
auen, unferm Vorfahren feligen, feine Sande |oben vermelder, gefcheben, welches wir auch
und Leute von Käyfer Friederichen andern | andern dies Namens und Stammes Fürs
ausgetheilet worden ſeyn: fo. haben wir uns ſten, unfern Dheimen ‚zu Feiner Verkleinerung
doc gegen Kaͤyſerl. Majeſtaͤt die Zeit unferer wollen gefchrieben Haben.
Regierung in ſolchem Gehorfam (ohne Ruhm), 68. Dbfchon der von Sadıfen nicht glauben
dergleichen nicht weniger unfere Vorfahren fe- will, daß wir in Känferl. Majeſtaͤt Geſchaͤf⸗
ligen, fo Herzogen Heinrichen dem Lauen auf|ten geritten; fo ift uns doch Daran wenig gele«
uns gefolget, gehalten, und noch halten, daß gen, dann wir koͤnnen und mögen foldyes ohne
weder fie, noch wir je einiges Uingehorfams von Beichwerde, im Fall der Nothdurft, wohl bea
ihrer Majeſtaͤt (als Gegentheil) bezüchtiger wor⸗ weiſen. Aber wenn die Kaͤyſerl. Majeftät ſei⸗
den, und auch alſo, daß wir das weiffe Roͤß⸗ nen Practiken nicht wilRaum undStatt geben,
lein, aus jegiger Kaͤyſerl. Majeftät Befehl, und wir und andere, von ihme und feinem
Geheiß und Zurhat, wiederum mit. einem |bemeldten vermeynten Bruder, des Gewalts,
Odhr ergänzt haben, welches wir durch Hülfe|Uebermurfs und Frevels mollen vertragen
des Allmächtigen, aud) mit Zutat der Kaͤh ſeyn: fomüffen wir ein angemaßter Befehlha⸗
ſerl. Majeftät, zu behalten getrauen, ber, und derjenige feyn, welcher Uniuft ans _
67. Wo aud der von Sachſen in Unge- richten will. Aber damit hat er Die Kaͤyſerl.
horſam, wie er bisher gethan, zu leben fujt Majeftät gar nicht überredet, die uns noch Dies
träge, und uns von wegen Känferl. Majeftär ſe Stunde einen ſolchen ehrlichen ‘Befehl, mel:
den Ungeborfam zu ftrafen helfen befohlen schen wir von ihrer Majeftät empfangen, geben
würde: fo wüßten und Fünnten wir es ihre Ma wuͤrde, wo wir denfelben nicht allbereit von -
defkätuner rocken ehen, ihme feinen hrer Majeſtaͤt bekommen hätten. So fern iſt
tat unerſchrocken uns unterſtehen, ihn
en a DBraunfchmeigfh|darvon, daß ihre Majeftäe den gegebenen Bes
geiefen, zerreiffen beifen, und wiederum ei: fehl widerruffen fellten.
nen Tup zum Noplein zu bringen, daß er den] 69. Daß der von Sadıfen anzeigt? daß un⸗
wenigern Iheil bebalten föllte. Daran folltelfere Handlungen nicht darnach geftalt, daß die
uns des von Sachſen Mannheit nichts irren ‚| Ränfer!. Mojeftät uns ihre fonderlidye Händel,
noch abſcheuig machen; und mag ifme eben wohl bericht, moͤchte vertrauen, und daß wir
unfers Vorfahren feligen Herzogen Heinrichs} auch bey etlichen vielen Chur- und Fürften nicht
des dauer, ein gut Erempel und Beyfpielfeyn| beglaubt, etwas Guts und Nutzes auszurich-
laſſen, daß ifme feines Ungehorſams Balber|ten, und daraus fhleußt: er Hätte gute Ente
dergleichen auch nicht wiederfahre. Wir ge ſchuldigung und Unroiffenheit gehabt, wo ung
denten aber aush unfere Kinder anders nicht, einſt die Kappe von der Naſen gerusft wäre
J 86 —
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2: _ 1 . 2 & Er “ *
1578 Capırg. Donzweyen Feldzůgen, der Proteſtanten und des Räyfers, 177.
worden etc. Darauf fagen wir, was uns von der ſo reden und ſagen die Rechte, nicht wir, ı
" Räyferl. Majeſtaͤt in ihren Gefchäften und dawon, 0
Handlungen befohlen, DaB es aus gufer vor-| 72. So werden auch den Botſchaften Cre⸗
gehabter Berichtung und Betrachtung geſche⸗ denz und glauhwuͤrdige Schrift nicht an die,
ben. So haben wir (ohne Ruhm) dieſes Ber: durch welcher Land fie reiten; ſondern an wel—
trauen bey ihrer Majeftät befommen, welches |che fie gefohicke werden, ihrer befohlnen Ges
dem von Serhfen fein Lebtag lang fehlen wird, \merbe, mit gegeben und zugeftelle. Reimt fich
Daß uns ihre Majeftät mol ein mehrers und derohalben foldye Allegation und Anzug Kleber
oröffers vertrauen dörfen; und follte der von |wenig, oder gar nichts. Auch fo ift es Feine
Sachſen alfe ſchmaͤhlich nicht anregen, ob fie |befländige Gewohnheit, oder Herfommen, daß
ihre Sachen und Handel unbedaͤchtiglich, un- | Rom. Känferl. und Königl. Majeftät Bot⸗
beſonnen, und nicht wohl bericht, zu versrauen |fchaften die Dbrigkeit um Geleit, durch des
pflegten. ven Sand fie paßicen wollen, allıwegen ange
70. So liege auch wenig Daran, was der langt, oder anlangen; fondern ſtehet bey eines
‚son Sacdıfen wider uns, anderer Ehur: und jeden Willkür und Gefallen. “
- - Zürften halben, angibt. Dann diefelbenung | 73. Daßes aber ung, der wenigs Verfrau«
ungezweifelt nicht anders, als einen auftichti. \en haben foll zc. noͤthig gemefen feyn fellte, ÜE
gen Kürften erfannt, und nichts unehrlicyes keiner Antwort, als wir bereits gethan, weiter
von ung fagen werden; achten auch, Daß er |mürdig. Keines Böfen feyn wir je uͤberwun⸗
denfelben mit diefem Anziehen wenig Gefallens |ven worden, haben aud) dem von Sachſen,
‘werde gethan haben, und daß fig erleiden moͤch⸗
ten, daß er oßne fie feine Handlung zu ver:
antworten vorgenemmen hätte, die er nimmer
. zu eigen Zeiten mit Beſtand wird verant-
worten Eönnen: was für gute Entſchuldigung
haͤtte er denn haben Fönnen, wo ung die Kap-
pe durch) die Seinen von der Mafen wäre ge-
ruckt worden? Aber daran wollte aud) feyn ge⸗
legen geweſen, ob wir es den Geinen geſtat⸗
tet und vertragen. Und fpüren E.L. hieraus
nochmals, in was Meynung er uns durch Die
Seinen alfo feindlich hat vorbalten laffen,
71. Auch fo mag fid) der von Sachſen mit
Feiner Unwiſſenheit entſchuldigen, dann es an
dem, daß er Doctor Mathiaſen Helden, unfer
and anderer Zufammenfunft, und daß Diefel-
bige von wegen Röm. Kaͤhſerl. Majeftät ge⸗
weſen, durch den Zedwitz Bat erforfchen, er:
Funden und ausfpehen laffen. Daraus nun
feine Argumentation nicht allein gar zu boden
fällt: daß ein jeder deß, fo in der That fleher,
eine Billige Unwiſſenheit habe; fondern erfchei-
net auch), daß er uns ein ſolch Panfer, mit fei-
nem feindlichen Vorwarten, zu Ehren Roͤm.
Kaͤhſerl. und Königl. Majeftät geſchenkt; dar-
um iſt von uns ganz unerdicht, daß ihn Die Lin»
soiffenheit nicht oatſchuldigen möge. Dann als
7
oder den Seinen, feinen Schaden zugefüge,
daß ihm das Sprüchmwort nicht vortragen mag:
die Mauß in der Taſchen ꝛc. Und fuͤrwahr eine fül«
che ernſtliche Sache will mit ſolchen und der⸗
gleichen Spruͤchwoͤrtlein nicht ausgericht ſeyn;
ſondern es gehoͤrt viel mehr dazu. a:
74. Daß wir durch einer Obrigkeit Fuͤrſten⸗
thum geritten, diefelbige um Geleit begrüffer;
aber unerwarfer Antwort foregeritten fern ꝛc.
iſt unfere Antwort, dem Landgraſen juͤngſt ges
aeben, verantwortet, und Diefelbige Obrigkeit
ift mie uns wohl friedlich. Allein unterftehee
fi der Churfürft von Sachſen fein Gift dar⸗
unfer zu fprengen, und Unkraut Darzwifchen
zufüen, Er wird aber damit gemißlich nichts °
ausüben, wenn er e8 gleich noch einmal fogern
thäfe; und das iſt der Sruche eine feines ge=
rühmten Evangeliums und Cheiftlichen Ges
muͤths. Wer will, oder kann es aber anders
jagen, dann daß es jornige Anſchuͤndung feyn,
die fehr übel foldye (role der von Sachſen einer -
zu ſeyn vermeynt,) evangelifche, Chriftliche
und unbeſchuldigte Leute zieren? |
5. Der Römer und Griechen Gebrauch,
7
daß Die Legaten Eiſenkraut gefüßree, damit fie
niemand beleidigten, thut aus obangezeigter
Urſache zur Sachen nichts, und gebet a |
ee
a}
— = En 2 — * u nenn — — EEE TE Te m.
Abſchn. Dom Feldzug der Proteſtanten wider Herzog Heinrich. 1sgr
Do drig. Dann wenn fie ſchon gefehrieben : daß fie des
Illatlon gar zu boden. lvon Gachfen Schreiben unfers Abweſens era
76, Folgends ſo ſetzt der von Sachſen fein Ipfangen, und daß wir foldyes würden an die
" Schreiben um die Gleitserſuchung, und unfe |Königliche Majeflät gelangen laffen: fo wi
rer Raͤthe Antwort, macht.es feinethalben fehr [dennoch hieraus nicht zu fehlieffen feyn, daß
gut; richtet aber dennoch damit nichts aus, wir nothwendig, Der Zeit fein Schreiben an-
- wenn er gleich die Dinge auf unferer Seiten |fommen, einheimifch müßten geweſen feyn.
noch einmal fo ſehr fälfcher und verkehr. Nun Und Fönnten es unfere Raͤthe felbft darfür ges
ſeynd wir nicht abredig, daß er bey uns um halten haben, daß wir, der Nothdurft nad),
Gelelt angefücht, und daß ihme von unfern fein Anfuchen nach geftalter Sachen an die
Raͤthen Antwort worden, in Maffen, mie die | Königliche Majeſtaͤt müßten gelangen laſſen;
- felbe beyde Schriften infinuiret und eingeleibe |wie dann ihr Schreiben folches Flärlich mike
ſeyn. Allein an diefem Dre: Und förder ſi⸗ bringet. Ä
. cher faͤhlich und unbefchwere ꝛtc. ftehetindem | 79. Und ob wir gleich dem von Sachſen
“Schreiben an ung ausgangen: In Geleit füh: die adtus humanitatis, oder Zeichen Der Freund⸗
lich und unbefchwert, nad) Braunſchweig brin- ſchaft, (mie wir dann ans angezeigter Urſache
gen laffen zc. daß er aber fein Aufuchen freund. nicht gejtehen Fönnen,) entzogen häften, und
- Tich und gut. gegen ung gemeynet, und Feinen daß darum zu vermuten, daß mir fein Wis
Verdruß noch Unmillen gegen uns getragen, derwaͤrtiger wären: fo Eönnte doch ſich ſolche
das mag ihme glauben, wer da will; wir) Bermurhung fo weit nicht erſtrecken, daß wie
aber gar nie. Dann fonft würde er die un- ihn darum bäften In unferm Fürftenefum pers
- göttliche Tagleiftung freventlich und muth fequiren, offendiren, oder vergewaltigen wol⸗
williglich, uns unbegrüflet, und aus felbft Ge- len, und darum ifme erlaubt gemefen wäre,
walt; in Stadt und Fürftenthum Braun. gegen uns und die Unſern alfo feindlich in feis
ſcweig nicht gelegt haben. Welches allein Ur- nem Gebiet vorzuwarten; fondern allein moͤch⸗
fache anug, darum wir ihne nicht follten in un. |fe er uns repelliren, ober verwerfen, als feinen
fers Stadt und Fürftentfum haben einreiten Widerwaͤrtigen, wie die Rechtsgelehrten da⸗
jaſſen, welches wir ihme dennoch nicht geweh⸗ von ſchreiben, und hie von dem Sachſen, aus
KR ıböfem Grund, angezogen wird. air,
77. Wider feinen Vater feligen und wider) 80. Und wenn der von Sachſen nod) eitts
ihn auch felbft, wiffen wir Feine Practifen, die mal unfere gegebene Antwort, auf unferer
wir getrieben. Aber das willen wir wohl, daß Raͤthe Antworesfchrifte, fo fehr thaͤte ver⸗
wir mit feinem Water feligen allwegen in qu= merfen: fo mag dennoch mit Beftand und
ter Freundſchaft aeftanden , und wo ©. Liebd. Wahrheit daraus nimmer erzwungen wer«
Im toben, daß fie uns defien Feineswegs be|den, daß wir ihme Paß und Sicherheit, we⸗
zuͤchtigen würde, wie der von Sachfen uns je |der mit flarken, oder gefchweiften Worten
hunder vermäßrer.: AR geweigert. 2
78. Und iſt ganz feltfam zu hören, daß der | 81 Dannzufegen, daß der von Sachſen ge⸗
son Sadıfen arguirt: wir hätten ihm felbft nicht |beten, daß wir ihne wollten geleitlich anneh⸗
wiederum gefchrieben , fondern durch unfere|men, und Durchbringen laffen; und Antwort
Raͤthe Antwort geben laſſen; derowegen darauf gefallen: daß fein Anfuchen follte an
fo müffen wir einen fonderlichen Werdruß ‚| Rönigl. Mej. gelangt werden sc. ſo waͤre den
. Meid, und Haß zuihme getragen haben. So|nody foldye Antwort Fein ander fremd Thun; ſon⸗
wie ung doch nicht miffen zu entfinnen ‚| dernginge ſtraks auffeine Bitte und Frage, nenne
daß wir irgend mit ihme darvor viel fonder-| lic), daß mir gelelten oder nicht gelelten wolten;
Hiches Schreibens je gehabt. Huch) iſt unferer| wie wir foldyes in Königlicher Majeſtaͤt Rathe
Kaͤthe gegebene Antwort in ihr felbft nicht wi-| befunden, und iſt dadurch dem von Sachſen,
N. ® men
f vermeynte nichtige, und unbeftändige
*
RIESEN, J———
1582 Cap. 19. Von zweyen Feldzůgen der Proteſtanten und des HZaͤyſers 1783
weder Paß noch Sicherheit geweigert oder die goͤttlichen Aemter, und die Chriſtliche, löb«
aufgehalten worden wie er dann fich in feinem liche, lang Bergebrachte Geremonien, gänzlich,
iehen und Reiten unfers Fuͤrſtenthums ohne und gar niedergelegt. Wo wir nundergleichen
einige Hinderniß und Verlegung ficherlic) ger thaͤten, und in des von Sachſen Fuͤrſtenthum,
braudit. EN 25 -: [OD feinen Danf oder vorgehende Begrüflung,
82. Aber daß die Koͤnigliche Majeftät nicht auch in Erfurth (welche Stadt doch ihn nicht
ſollte Recht, oder Fug gehabt Haben ‚zu ver⸗ angehet oder zufommt, ) tagleiſten wollten, zu
ſchaffen, daß ihme weder Paß noch Geleit wä- was groſſem Gefallen würde es ihme gelangen ?
ec verſtattet worden: das glauben wir ſchwer | Nun haben wir es ihme dennoch zu gut gehal⸗
(ih, und wollte davon viel zu reden ſeyn. ten. Er £omme aber nicht wiederums fonft
2.83, Iſt aber dem von Sachfen fo viel an |mürden wir es ihm ſchwerlich zum andernmal
unferer leiblichen Annehmung gelegen geweſen, uͤberſehen koͤnnen, und würden unfers Erach⸗
- und die Sache keinen Verzug hat erleiden koͤn⸗ tens darum von keinem Unparteyiſchen zu vers
ten, wie er an Diefem Ort in effectu vorgibt: |denfen feyn. |
marum fat er uns Dann um Vergoͤnnung der 85. Daß aber ver von Sachſen der Kön,
Malitadt nicht begrüffee, und zuvor zeitlich | Majeft. Antwort in Mangel fteherc. das mag
genug angezeigt, daß wir vor feinem Einrei- | wol feyn, iſt aud) daran wenig gelegen. Dann,
een von der Königlichen Majeftät Antwort demnach er, unerwartet folder der Koͤn. Maj.
hätten erlangen und befommen mögen? Db er | Antwort, nichts deſtoweniger forfgegogen : mas
auch ſchon nicht auf Deuli einkommen wäre, fo |aben mir ifme dann daran zu halten gehabt,
wäre er auf Laͤtare, oder Judica, Dennod) zeif- | oder nicht ? Und wäre darüber ein unnöthig Ding
ich gnug fommen. Wie kann dann der von |gewefen, auch die Koͤn Majeft, weiter anzu
Sacjfen vorgeben :es feyein lauferer Uugeund, | langen, wiewol es ihrer Maj. nicht unverhal⸗
daß wir ihme Paß und Sicherheit abgefchla» | ten blieben iſt.
“gen. Er hat je notwendig auf den Sonntag) 86. Biel feltfamer aber ift weiter von dem
Zeuli zu Braunſchweig nicht ſeyn duͤrfen, und Sachſen zu vernehmen, daß er durch ausge-
Daͤre zeitlich genug darnach wol einfommen, ſtrichene und cancellirte Wörter beweiſen mil,
Wir ſagen aber vor allen Dingen, daß wir ih daß unſere Meynung mit unferer Raͤthe Ant⸗
me durch unſerer Raͤthe Antwort den Paß wort geweſen, ihme Paß und Sicherheit zu
und Sicherheit nicht aufhehalten. Aber man weigern. Dann, wenn gleich mit dem Orie
muß fürmahr ſolchen Leuten gleich alles ihres ginal (dod) der Wahrheit zu Nachtheil nichts
Gefallens feyn, die in unferm Fuͤrſtenthum geftanden,) zu beſcheinen wäre, daß an ſtatt
und Stadt, ohne alle Begrüffung,, ohne uns der Wörter, nemlich: Linverhalten bleiben; ge-
fern Danf tagieiften wollen, uns zu Beratung, | ftanden wären diefe Worte, als nemlich: Foͤr⸗
und nicht zu geringem Nachtheil. derlich zu willen gethan werden zc. fo möchte
. 84. Dann eg an dem, und die öffentlicye dennoch daraus des von Sachſen verfehrte,
Wahrheit ift, daß der von Sachſen, Heflen, böfe und falſche Meynung nicht allein nicht zu
und $üneburg, Diejenigen ſeyn, welche uns un= | fchlieffen feyn, fondeen vielmehr dee Widerſinn.
fere Unterthanen zu Braunſchweig aufmwegig | Dann fonft hätte es der Cancellirung nicht bes
gemacht, zu allem Ungehorfam gegen uns be» dörft, wo diefelben Worte folder Deutung -
wegt ‚gereizt, noch bewegen und reizen; die uns (wie Gegentheil davon meldet,) feyn follten.
aud) aus ihrem Anftiften (mie Dann Die von Ob wir ſchon dem von Sachſen zugefchrie-
Braunfehweig unverfolen befennen,) in un |ben, was wir in Autwort befommen würden,
fer Gerichte, Freyheit, Vogthey und Obrig- daß felches ihm unverhalten bleiben follte: fo
feit, inundvor der Stadt, gefallen, beydeun- iſt doch wahr, daß ſolches von ihme nicht iſt
fer Stiftfirhen , Sandtorum Blafü und Cy- angenommen worden, fondernift darüber fort⸗
riaci, zugeſchloſſen, das Leſen, Singen, und gezogen; was Zaben wir Daun mit ihme con⸗
| tra⸗
184 1. Abfehn. Dom Feldʒug der Proteftanten wider Herzog Zeinrich.
trahfret oder gehandelt, das jich darum hieher Bat er ung noch nicht überredet, daß wir fürs
teimen fönnte, daß aus. Unverftand allegirt baß mit diefer unferer rechtſchaffenen Deutung
wird: Wenn einem Handel feine Zeit beftimmt ſtillſchweigen follten.
wird, daß gleichwol folcher Handel infic) eine] 89. Dbwol auch der von Sa
u.
he Ä Gar 2, | en ung be
ſolche Zeit begreife, innerhalb welcher das Thun | Roͤm. Kaͤyſerl. und Königl. ee gern 4
‚mag erledige werden? Was derhalben darauf Ungnad ziehen wollte, als ob wir ihre Majeſt.
eingeführt wird :-daß unfere Antwort ein laute: |bey den Ständen des Reichs verunglimpffen
rer Abſchlag Paſſes und Geleits fenzc. mag und ſollten, fo thut er doch folches auch fälfchen und
fann mie nichten befteden. verkehren. Dann, wenn wir ſchon fein An—
87. Wir haben auch von feiner vermeynten [fuchen um Geleit, nad) Gelegenheit der Sa«
Religion nicht geredt, an dem Dre, da wir che und zu unferer Nothdurft, an die Rönigf,
geſchrieben: Er meyne, daß fein Zürgeben das |Maj. gelangt, Haben wir darum mollen zu vera
Evangelium ſey ꝛc. dahin wir ung ziehen. Der-
wegen ihme des gefehmückten groffen Anziehens,
- von feinerseßre und Bekenntniß, dieer zu Aug⸗
urg gethan, nicht vonnöthen gewefen, reimt
det und beitändig fey: |
dieſelbige vo ä jeſtaͤt
: Babe umſtoſſen koͤnnen, wie ſich der von
Sadjfen ruͤhmt, wiſſen wir (GOtt $ob!) bef:
fer, und dep foldh fein Ruͤhmen ein uſchtig und
RK Sürgeben tft. Und (gleichtwiejener Gram⸗
maticus, ) roehet das ungeſchlachte Wolf, in-
tempeſtiue und ganz ungereimf,als einenSfaub, |
feine vermeynte Religion männiglic) unter Au:
gen.
88. Es doͤrfte der von Sachſen ihme fo felt-
ſam nicht feyn laſſen, daß wir gefehrieben : Wo
unferer Raͤthe Antwort für eine Weigerung
des Gleits follte verftanden werden, Daß dann
ſolches von der leiblichen Bergleitung zu verfte
ben feyn müßte. Dann wie aus feinem Schrei»
ſtehen geben, daß einer dem andern ohne Vor⸗
wiſſen ihrer Majeft. Paßund Sicherheit zu ver«
ſtatten nicht Macht habe? Das geſtehen wie
aber gar nicht. Es Fönnten aber ſoiche Haͤn⸗
del und Sachen vorlaufen, Daß darinnen ohne
ihrer Majeſt. Bormiffen und Nachhängen nies
mand Förderniß mit Vergleiten, oder in ans
dere Wege, zuffungebüßren wolle, Will der
von Sachſen fo gern in feinem Reiten und
Thun gefördert feyn, fo müßte er darnach ein
Wefen und Handel führen. Wir haben ifme
feinen Tag (mie er uns gethan,) in fein Für
ftenthum gelege, feine Unterthanen auch zu feis
nem Uingeforfam bewegt, wie er und andere
uns Die Unfern aufivegig gemacht, noch aufs
wegig machen und zu Ungehorſam reizen.
90. Es ift and) wenig Kühmens werth, wie
er und andere in GOttes Sadyen zufammen
fommen. Wir haben ſolches auf dem gehalten
nen Tag zu Braunſchweig nicht gefpüre, dafie
es alfo grob gemacht, daß die Prädicanten, oder
ben, welches er an uns gethan, zu erfehen, fo Clamanten, aufden Kanzeln gnug daran haben
hat er jefeine andere, als eine leibliche Verglei⸗ | zu verftreichen gehabt, und dennoch gleichwol
tung gefonnen, und damit iſt nicht geftanden , nicht verflreichen Fönnen. Was für Unfried ift
daß er Paß und Sicherheit indem Reifen nad) | dann von uns im Neid) angerichtet worden, oder
Braunfchweig faͤhig geweſen. Und zu en ‚sie Haben wir ung der fohen Häupter und an«
(doch. der Wahrheit zu entgegen nichts geftan- | genommenen Befehls wider den Nuͤrnbergiſchen
den ,) daß er der Sicherheit möchte fähig ger | Srieden und Stillftand gebraucht ?
weſen feyn, als doch nicht ift: fo Käften wir) gı. Heißt das Unfrieden angericht, daß wie
dennoch nicht unbillig ein Bedenken gehabt, des von Sachſen Gleitsbegefrung an die Koͤ⸗
daß wir den von Sachſen in folchen Sachen, nigl. Maj. gelangt? Aber ein jeder wird billis
uns aud) zu Nachtheil, Hohn und Spott, viel| ger den Unfrieden und Unruhe dem zulegen , der
befördern follten. Und derwegen es nad) Ge: ſich vongemeiner Ehriftlicyen Kirchen und une
ſialt vorftehender Sachen, des Anlangens an |ferer wahren Religion abgemworfen , der andern
die Koͤn. Majeft. wohl bedürft Bat: Darum fo das Ihre mit Gewalt und de facto hinweg
5 Rutheri Schriften 17. Theil. Hhhehh nimme,
4 24
nimmt, und andere Practleirung, die allem ausrichtet. Dann welcher Churfurſt oder Fuͤrſt
Gehorſam zumider feyn, übee und treibt; und |bey den andern um Gleit anſucht, der ſucht mehr
*
Majeſt. Nuͤrnbergiſchem Frieden und Stillſtand
der in ſolchen Sachen anderen in ihrem Für. die Ehrerbietung, Gepraͤng und anders, (wie
ſtenthum, undegrüffet und unvergönnt, Taglei- dann folches die Erfahrung gibt, ) als fichern
1586 Eap.ıg. Don swoeyen Seldsügen ‚der Proteftanten und des Räyfere. 1187
u
ftung lege. Derwegen mag und foll unferer und vehligen Paß, der ohne fold) Gepräng, _
Raͤthe gegebene Antwort noch nicht anders, einem jeden frey und unverhindere offen ftehen
als die gemeiner Wohlfahrt des Reiche nicht fol. Zu fegen aber, (doch der Wahrheit zuwi⸗
widrig, gehalten werden. der ganz nicht geflanden,) daß die Dualität
92. Darneben ift aud) gewißlich zu vernei- oder Weife der lebendigen Bergleitung oßne.
die Subftanz, als (mie er fagt,) Paß und
| und Sicherheit, nicht ſeyn kann: fo iſt doch
zuroider fey. Aber was will ſich der von Sad): unverneinlich wahr, daß die Gubftanz,als Pag
nen, daß unfer angenommener Befehl Känf.
fen viel ſolches Stillftands erfreuen, den er und Sicherheit, ohne berührte Qualität bes
verbrochen und nie gehalten ? fteßen und vergönnt werden möge; dergeſtalt,
93. Des Paß und Sicherheit halben Haben daß die Subftanz, oder Paß und Sicherheit,
wir uns, laut des tandfriedens, einmal gnug«| nicht nothwendig in der lebendigen Bergleitung
ſamlich erklärt, daß, unfers Erachtens, wir (alfo ‚daß der Paß und Sicherheit ohne folche
neue und fonderliche Erklärung gegen ihm zu Weife nicht feyn Fonnten,) befteher. Als wie
thun nicht fchuldig geweſen. Wo wir aber haͤt⸗ Fein Diebſtahl (welcher die Subitanz ift, ) oh⸗
ten wiflen Eönnen , wie wir nun verftehen , daß er ne den Betrug ( derdie Qualität ift, ) ſeyn kann.
ſich gefürchtet, das wir uns Damals gegen dem Derwegen fo will nicht folgen, wo ic) jemand
von Sachen nicht vermuthen koͤnnen nod) ſol⸗ die Dualicät, darinn die Subſtanz dennoch
fen, und er uns foldyes haͤtte zu erkennen geben :|fann vergönnt und gegeben werden, mweigerte,
fo wollten wir ihm dann weiter unfer Gemuͤth daß ich darum die Subftanz abgefehlagen haͤt⸗
und Meynung, in dem das ſich gebührt, wollte. Aber Bimwiederum wäre wol wahr, wo
eröfner haben. Hätten wir auch einem ſolchen ich die Subftanz abfchlüge, daß ich dadurch
ſtattlichen Churfürften, der mit einem fo gewal⸗
tigen reiſigen Haufen gezogen, ein ſchwaͤchlich Ge
leit zugegeben, das moͤchte ein Unformund Un⸗
te, durch und ohne welche die Subftanz nicht
er
aud) die Dualicäten, Weiſe und Form weiger⸗
bleiben Eönnte, vt remoto fubiecto remouere-
ftand geweſen feyn. Hätten wir auch darauf tur et qualitas. Demnad) dann Pak md Sie
viel wenden follen, gegen dem, der uns zu Nach: | cherheit ohne lebendige Annehmung fönnten ver ⸗
theil und Troß, ohne unfere Bewilligung, Ta- | ftattet werden, fo Fönnte daraus, wo ich die
ge in unfer Fuͤrſtenthum angefeßf, Das waͤre lebendige Vergleitung abfchlüge, nicht noth⸗
uns nicht räthlich, noch dienftlich, oder nüß-| wendig’gefchloflen werden, daß ich darum nicht
lich gewefen. Daß aber unferee Raͤthe Ant, hätte Daß, Durchzug und Sicherheit verftate
‚wort eine Weigerung allee Sicherheit und| ten wollen. Deß wollen wiruns zu Recht ge⸗
Daß. gewefen ſehn foll, ift noch bisher von zogen haben. Daß wir aber dem von Sad)»
dem von Sachſen nicht erwiefen. Demnach ſen Paß geſtattet, ijt Hleroben angezeigeiworden,
er aber mit der Regel: Wer niche thut, was welches je mehr zu achten feyn follte, dvunnwas
er thun foll zc. nicht beftehen mag, und das; aus unferer Räthe gegebenen Antwort zu vera
von den Verwahrern durd) die Kerhtsgelehr.|ftehen ſeyn möchte, die doch nicht anders, als.
für rechtfchaffen Fann oder foll gehalten werden.
94. Es iſt auch bey den Rechtsgeleßrten zu
ten gefchrieben,, ſich aud) zu unferm Fall wer
nig ober gar nichts reimt, wie wir danın fol-
ches. klaͤrlich, und aus gutem Grund, in unſe⸗
finden, fo einer zwey oder mehr Ding feßt,
rer vorigen erheblichen Schrift dargethan: er und der andere gibt fimpliciter, oder ohne Un⸗
bringe er auch etliche Sophifterey herfür, de terfcheid Antwort darauf, fo wird verffanden,
qualitate et fubftantia, damit er eben ſowol nichts daß er nicht auf ein jedes, fondern allein auf
‚das,
—
IA4
—
88 1.Abfehn. Dom Feldzug der Proteſtanten wider Herzog Heinrich. 1589
‚das, fo vornehmlic) gehandelt wird, geantwor« wir vor fofe, friedbrüchige, ungoͤttliche und un
. tet habe: Refponfio enim folum adid refertur, ehrliche Händel getrieben, datob die Ränferl.
_ in quo principalis queftio ct. Diemweil dann Majeftät Ungefallen tragen fönnten, wie er
der von Sachfen vornehmlich gefucht, daß mir dann gern folchergeftale ihre Majeft. gegen uns
ihn Teiblic annehmen follten, fo follte und moͤch · verbittern und bewegen wollte. Aber wir feynd
te auch unferer Raͤthe Antwort nicht meiter ungezweifelt, ihre Majeft. Babe unfere Handel
als von der leiblichen Annehmung zu verftehen nie anders, als auch noch, dann für friedſame,
ſeyn; alfo mögen die vermeynte wider uns an⸗ |gftliche und ehrliche Handel erfannt, und noch .
gezogene Erempla niche beftefen. erkennen.
95. Was wir aber Dellinghauſen und Dit. 99. Uns irret ganz wenig, ob es ihme moͤch⸗
ferihs Schnellen halben ‘geantwortet, ift in te rathſam gemwefen feyn oder nicht, fich aufdes
jüngfter unfer Antwortſchrift, die wir dem |Sandfriedens Sicherheit zu verlaffen. Daß
Landgrafen gegeben, zu finden, dahin wir auch wir aber venfelben in Gleichniß, oder auch in
den von Sadyfen wollen gewieſen haben. anderer Geftale follen gebrochen haben, das
Aber welcher Theil, wir, oder Goßlar, den |find wir nicht von ihm überführt. Und was ,
andern wider Recht, die Nechteerdnung,, | will er fich mit der Kaͤyſ. Cammergerichts aus:
und den hochverpönten ausgefündigten Land, gegangenen Citation, auf die Purgationarti:
frieden befchädiget , vergewaltigt und ver kel, behelfen ? fo doch die unmiderfprechliche
lege hat, das befinder fid) nunmehr aus der | Wahrheit ift, daß zur Zeit des gehaltenen Tags
Kaͤyſerl. und des Reichs Acht, in welche die zu Braunfchmweig die Citation, oder auc) die
von Goßlar ihres muthwilligen, böfen, frevent- | Durgationartifel, gar nicht auf der Bahnege:
lichen, geübten Friedbruchs, gegen uns und die weſen, viel weriger daß die Citation ausgan-
Unfern erfannt, erklärt und denuncirt worden |gen wäre, daß er in Ermegung folcher Artikel
feynd; und wo fienicht albereit in der Acht wä- uns auf den Landfrieden nicht hätte zu vertrauen
ven, fo möchten fie noch einmal auf das böfe gehabt. Wir haben dem von Sachſen in un«
frievbrüchige Anftiften und Schünden des von ſerm Fuͤrſtenthum und Stadt zu fagleiften nicht
Sachſen und Heffen, in die Acht erlangt wer- |befohlen,auch ihme feinen Boten gefchickt, darum
den. Alfo fein wiflen es ſolche Leute zu eref- wo er uns auf den Landfrieden oder auch fonft
fon und zu temperiren. Ye nicht haͤtte vertrauen tollen, fo hätte er feine Tag»
- 96. Was der von Sachſen, der Gewohnheit jleiftung wol an andere Derter legen Fönnen, da _
Balber, die mit der leiblichen Annehmung im man ihn gern gehabt Härte. Hat er auchauf un-
Reich feyn foll, weiter mit ſich diſputiret, bedarf |fere leibliche Vergleitung nicht viel Troftes zu ſe⸗
Feiner ferneen Antwort. Dann als er hieoben von En gehabt, was iſt er ſich Dann rider ung zu
der Gleits begehrung aus gleichem Grund difpu- beſchweren, wenn wir ihme gleich die leibliche
tiret, ift folches alles gnugfamlic) verantwortet | Annehmung gemeigert hätten? Br
und abgelehnt, dabey wir es dißmals wollen beru⸗ 100. Daß wir uns aber allein in Worten
hen laflen. berühmen follen, daß wir bisher nichts in un=
97. Und ob wir wol wiſſen Eönnen, daß der !ferm Fürftenthum unterlaffen, das. zu gufer
Lutheriſchen Churfürkten, Fürften und Staͤn- Handhabung des Landfriedens dienlich, und
de im Reich nicht wenig: fo haben wir doch daß mir anderer Fürften, Herren und Staͤd⸗
mit dem mehrern Theil derfelben für unfere Per. |te Sandsbefchädiger und friedbrüchige Leute,
fon anders, alsin Lieb, Gut und Freundſchaft, wiſſentlich gehauſet, geheget, und ihnen Un—
nichts zu thun, Die ſich auch unfers gaͤnzlichen terſchleif zu landfriedbruͤchigen Haͤndeln ver
Verſehens über uns im wenigſten nicht beſchwe⸗ ſtattet haben ſollen, ꝛc. das geben wir ihme in
ren werden, daß dem von Sachſen dieſes un⸗ keinerley Weg zu. |
nöthigen Anzugs wohl übrig blieben wäre, 101. Und demnach) der von Sachſen diß ſein
98. Gern hätten wir vernehmen mögen, was Angeben N ne weiß, fo —
= 2 ch
1590 (ap. ı9, Don zweyen Selösügen, der Proteftanten und des Raͤyſers. N
ſich auf verftorbene Leute, als weilend Herzo-] 103. Daznasıersebliper von Sachfen eine |
‚sen Hanfen feligen von Juͤlich. Aber wir (Sefchichte, ich mit einer Su ie |
zweifeln nicht, wo ©. L. im $eben, fie würde |unfer dem E RK fie ben, nere |
dem von Sachfen das gar nicht geftändig feyn. |loren, zugetragen haben fol. Damit er ung |
Es weiß uns auch deß Herzog Wilhelm, unfer | dann anregt, und macht darneben viel groſſer
Oheim und Sohn, in allwege unfchuldig. So Affect und Mitleiven. Nun muß ihme enfe |
wird es fonft niemand auf uns mit Wahrheit | weder folches getraͤumet haben, oder vonandern |
reden mögen, und wollten gern vernehmen, wer | verjtändige worden feyn. Ob aber ifme, der |
doc) diefelben waͤren, die wir alfo wiſſentlich, ein weifer Churfürft vor andern feyn will, ge
- dem von Juͤlich zumider, fürgefchoben hätten :|bühre, mit folchen Fabeln und Mäprlein umzus
dann follte er weitere Antwort auch befom: |gehen, deren er fich doch. billig enthalten follte, -
men. Meynet er den Zweifel, fo thut er uns | das haben E. 2. und männiglic) ganz leichtſam
Damit öffentliche Gerwalt und Unrecht. Dann | zu ermefien. Und wiewol wir uns für einen.
ob wir wol demfelben, ehe er Feind worden, | Sünder erkennen, fo thut er uns doch mit fo-
Tagſatzung ausgebeten, fo iſt doch ganz unge: cher Bezüchtigung Gewalt und Unrecht, da er
fährlic) wahr, daß wirdemfelben, als er nach⸗ ſich doch billig felbft zu urtheilen, und ihme
mals Feind worden, unfer Fürftenehum, das | und feinem Bruder, dem $andgrafen, ven Bal-
er nicht Hat rühren dürfen, verboten, Aber diß ken zuver aus den Augen ziehen follte. Dann.
iſts in Summa, das ihn verdreußt, daß wir wo wir von folchen Sachen reden wollten, fe
mit unferm Oheimen und Sohn, dem Herzo⸗ müßten und Fönnten wir mit Grund und Wahr-
gen von Sülich,in guter KRundfchaftftehen. heit wol anzeigen, mie er felbft, fein Brue
‚202. Was Kolhafe befannt oder nicht, ift |der, und die Seine, ein Leben geführte, und noch
uns wenig irren. Dann wir feiner nie zu thun | führen.
gehabt, ihn weder gefehen, noch gekannt, noch 104. Diemeil fie fi) dann in dieſem Arg«
"ihm einige Unterfchleif gegeben. Das fchreiben, | mohn halten, daß ihnen die Wahrheit niemand
reden und fagen wir mit Wahrheit. Damit | fehreiben duͤrfe: fo müffen wir dennoch für die
iſt auch verantwortet: daß wir anderer Muͤt⸗ lange Weile auch etıvas Davon melden. Und
ger Kinder zu ihrem felbft und anderer Leuten follte fürmahr dem von Sachfen mit aller Ehr⸗
Verderben ziehen, und ihnen zu Uebelthaten
Linferfchleif geben , und daß mir fremde Land- |feyn, an Büro der Sandgrafe, (wel
befchädiger andern zu Schaden in unfer Land ches von Feinem Fuͤrſten des Reichs je erhörf,
pflanzen follen, ꝛc. Dannes wirdder von Sach: | und heit
fen zu ewigen Zeiten weder folches beweiſen, erſchroͤckli
a8 zweyte Weib genommen,
noch einigen, den wir alfo fürgefchoben, anzei- |umd alfo zuglei mn Epeoäien, ib Baur R
gen Fönnen. Und wenn unfere widerwärtigeAech- | die Won gezweyfachter Ehe verwirfe hat, Ton=
fer von Goßlar (wie fie dann thun müffen,) die | der Zweifel nicht mit geringen Schmerzen feis
Wahrheit befennen wollen, fo mögen fie an-|ner erftenehelichen, ehrlichen, löblichen Sürflin, —3
ders nicht ſagen, denn daß wir ihnen je und Aber demnach der von Sachſen, neben E.
allewege, nicht wider wenige ihre Feinde, die dem Churfürften von Brandenburg, und Here
wir auch oftmals one Mühe nicht anfommen | zogen Heinrichen zu Sachſen, nicht allein ven
mögen, Rechts halben ergehen laffen, welches | tandgrafen darum nicht hat wollen befchicken,
fie fi) vielmals gegen ung bedankt. Was als der loͤblichen ehrlihen Fürften blutsve
koͤnnen wir nun dazu, daß Kolhafe des von | wandter Freund; fondern daß auch fein i
Se
Sachſen Feind gewefen, und daß andere et⸗ gelehrten, feiner Univerfita
war auch Feind befommen? Es möchte Kol⸗ fol
Bafen folch Recht wiederfahren ſeyn, Daß erge-
gen dem von Sachen, wie wir davon hören fa-
gen, einige Feindſchaft nicht vorgenommen haͤtte.
ı Wittenberg, -
en, (wie wit dann
aläublich berichtet worden feynd,) melghes er al=
les bis in dieſe Stund geduldet und ————
Wer
bar⸗ und Billigkeit ein groß Herzleid geweſen
wiſſen und Willen, gefchehen feyn müffe ?
Ba : —
2
N:
92 1. Mbfehn. Dom Seldsugder Droteftanten wider Herzog Seinvich.
’
en wol ſchlieſſen, oder fagen, als Chriſti — und fuͤrgeben, ſondern was
ß es nicht ohne ſeinen heimlichen Rath, Vor⸗ lin der Kraft Chriſti gehandelt wird. Ob wir
ihm nun damit unguͤtlich thun, das wollen wir
105, Uns nimmt nicht wenig Wunder, mie in eines jeden wahrhaftigen Chriſtglaͤubigen
doch das unnüge und vergebliche Geſchwaͤtze Bedenken, und in unfers Seligmachers JE—
- dem von Sachfen wohl fhun mag, daß er ung fu Chriſti felbft Urtheil ftellen.
Und dieweil
auf den Landfrieden nicht zu vertrauen gehabt: er nicht will in dem Gehorfam der Epriftlichen
er mag ſich vielleicht felbft gern hören wachen. | Kirchen feyn, wider das Symbolum apoftoli-
Denn wenn dem alfo wäre, warum haf erdann cum, wie er täglich zu beten pflege, oder billig
feinen Durchzug, oßne unfere leiblidye Anneh⸗ beten foll: Ich glaube in die gemeine heilige
mung, durch unfer Fuͤrſtenthum, als wir bie Kirche zc. und den Allmächtigen GOtt dafür
oben angeregt, genommen ? Das würde er |bitten thut: fo mag er in Ungehorfam der reus
wol unterlaflen haben, wo er uns- (mie er oft⸗ feli Kirchen ewiglich ſeyn und bleiben
—
mals meldet, nicht hätte vertrauen duͤrfen? Dann daß er mit feiner vermennten Confeßion
106, Aber daß wir den von Sachfen damit und derfelbigen Apologien vor der Känferlichen
gemeynt: Wer in Sachen des Ungehorfams Majeſtaͤt, Ehurfürften, Fürften und Staͤn⸗
- der Chriftlichen Kirchen auffen ift, 2c. welches |den follte wahr gemacht Haben, und bewiefen,
[
ihn nicht wenig ſchmerzt und verdreußt, feynd daß er in der wahrhaftigen GOttes und Chris
wir gar in feiner Abrede, wenn er uns noch |fti Kirchen fey, wird gar nicht geftanden, und
einmal gleich fo fehr verdammte und ſchuͤlte. kann daraus beſtaͤndiglich nimmer beygebrache |
Denn daß wir ihm mit folchem nichts wider
ä die göttliche und. offenbare Wahrheit zugelegt,
das müffen alle Chriftgläubige, gutherzigeund
unparteyifche Menfchen befennen. Und liegt
daran ganz nichts, daß er fich einer wahrhafti⸗
gen. Chriftlichen Kirchen rühmet, und etliche
Schrift, oder einen Drf aus dem heiligen Apo⸗
ſtel St. Paulo führe. Dann folches ift aller
hereticorum und eigenfinniger $eute Natur, |
ewohnheit und Eigenfchaft, wie der H. Mar:
tyr Cyprianus Chriftlich und wohl davon res
- ‚det; welche, gleich den Affen, wiewol fie nicht
Maenſchen, gleichwol die menfchliche Form und
Geſtalt entwerfen: alfo auc) thun die hereti-
02
J
2%
kr
ei und eigenfinnige, abtrünnige, goftlofe Men:
fen, eignen ihnen zu die Geftalt der gemei-
nen
Kirchen, und legen ihnen die Auctorität,
Gewalt und Wahrheit zu , und feynd doc) in
"der Kirchen nicht. ‚Sie benedeyen, und feynd
Doch von GOtt vermaledeyet. Verheiſſen das’
«geben, und find doch todt. Ruffen GOtt an,
und ſeynd Gottegläfterer., Adminiftriven und
verwalten zwar das Sacerdotium, oder Prie⸗
AMerthum, und feynd doch nicht geweyhet. Bor
den Altar ſetzen fie Opffer, und ſeynd doch Sa-
crilegi, oder Kirchenräuber. DL
nicht gleic) annehmen, was unter dem Namen fuͤr thut 6 — durch Moſen und das
— | : I
Aber man foll
und erwiefen werden.
107. Daß aber die beftändige, göttliche,
Epriftliche, mit Beiliger hellen Schrift wohl⸗
gegründere Confuration und Widerlegung
folcher des Gegentheils goftlofer Confeßiondem
Gegentheil nicht zu handen iſt geftelle wor⸗
den, Das ft der Meynung (mie der von
Sadıfen folhes ausleget ) nicht gefchehen,
daß man fic) derfelbigen Chriftlichen, wohlge⸗
gründfen und erheblichen Confutation ges
ſchaͤmet: (denn warum man fich einer Chriſt⸗
lichen, in aller Schrift gegründeten Widerle:
gung, auf Die goftlofe und eigenfinnige ver
meynte Befenntniß fhämen füllte, mögen wie
nicht bedenfen,) aber wozu es haͤtte nuß feyn
mögen , bey denen, die fo oft erinnert, er⸗
mahnet, und doch nichts deftomeniger verblen-
det und verftocke, in ihrem Jerſal zu verhare
ren und zu bleiben bedacht gewefen, das kann
ein jeder Herzgütiger, Sphriftlicher und Ber-
ftändiger wohl abnehmen.
108. Reinen goftesfürchtigen Priefter Baben -
wir die Tage unfers Lebens je angegeben, find
es auch noch nicht zu thun willens, Daß
wir aber den eigenfinnigen Häreticis und Schi⸗
fmaticis nicht pafrociniren , oder beyfallen —
ge
em⸗
2
st
1194 Cap. 19. Don zweyen Seldsügen, der Proteftanten unddes Räpfers.
empel in Korah, Dathan und Abiram ‚genug. ‚anders, als zu Gehorfam und allem Guten
ſamlich verwarnen, Daß wir uns ihrer Sünden
nicht theilhaftig machen ſollen.
gerichtet, darum werden ihre Majeftät Fein |
ander Einfehen fun. Der von Sachſen thut
109. Sein Ölauben, ober nicht Glauben, ſich dardurch vergeblich bemühen, ifre Ma- |
was wie uns wider Die Reichen Lutheriſchen !jeftät wider uns zu bewegen. Auch gefeben
unterfteßen doͤrfen, irret uns wenig. Aber
.-
Abkrünnia
Kajeltät [wiedann
örtlich und rechtlich gethan wäre,) werhängen
2 ſo wuͤrde der von Sachfen ſolches ei⸗
nem geringern, als wir ſeynd, nicht wehren
moͤgen, wenn er ſich ſchon noch einmal fo ſehr
aufbiedet. MR |
110. Nun dürfte fi) der von Sachſen auch
ob dem fo hoch nicht befehmeren, daß er ein
Ungehorfamer der Kaͤyſerl. Majeftät geſcholten
würde; denn eg ift die helle und unverneinli-
che Wahrheit (er troge gleich was er will), daß
er in keinem der Käyferl. Majeftät Gehorfam
geleifter ; Derohalben hätten mir ihme damit
gar nichts angedichtet, ob wir es ihme ſchon zu-
gelegt Hätten.
111. Daß wir von Gewiſſen nichts wiſſen
follen, das thut wider uns fo nichts, Dann wir
£eine verdammliche und ungoͤttliche Händel ge-
trieben.
112. Des Eonfervatoriums halber über die
Erzund Stift Bremen und Verden, Baben
ir dem tandgrafen geantwortet, dergleichen |
per wir nicht, Daß mir der Känferlichen Majeftät
nia würde der fiindigen, welcher die würdige |Geleit gebrochen, und (vie wir gehört) I
u Oele mie die Keßer und |feynd role leiblich zu gleiten niche ſchuldig Hase |
hfrinniden un ven Chriſtlichen Glau⸗ |ben aud) dem von Sadıfen Pag und Sicher |
Dens erequiren und vollftrecfen huͤlfe; und mo heit nicht gemeigert. Wie kann und mager
Iche Strafe Die Käyler!. denn fagen, daß ihn unfer böfe Gemiffen zu
Mißtrauen verurfacht? daran er ung doh&a
walt und Unrecht thut. Wie aber unfer Ges
wiſſen geftellet, das weiß der Erfenner allee
Herzen, und daß uns Unrecht geſchiehet; und
iſt zu dem oben angezeigt, Daß die vermeynte
äufferliche Zeichen den von Sachſen nicht vor=
fragen Fönnen. ER
113. Dbfchon der von Sachſen einen Um»
zug durch ©. !ebden des Maragrafen tand
genommen, fo hat er dennoch in und ausune
iſt er nicht einen Eleinen, fondern guten ziemlia
chen Weg, und weiter denn wir in feinem Ge⸗
biet, geritten, und der Enden audy, da unsdie
Bergleitung zuftehen. —
114. Daß wir aber den Laſt auf €. $. den
Margarafen follen gedrungen haben, daran
thut er ung zu viel: Dann wer hat ihme vers
aönnt, in unferm Fürftentfum und Stade
Braunſchweig, aus felbft Gewalt, Srevelund
ferer Stadt Braunſchweig anders als durch
unfer Gebiet, nicht kommen Fünnen, darlın
auch von wegen unferer Geiftlichen, daß mir
diefelben fehinden und ſchaben follen, dahin
wollen wir den von Sachſen auch remittirt ha-
ben. Aber mir find in allwege nicht geftändig,
daß mir gern Die berühtte Erz.und Stift hät.
Muthwillen, zu tagleiften ? Erhätte andernin
ihre Land, die esgern gehabt, Tagleiftung, und
nicht uns in unfee Fürftenehum legen Finnen,
dann wir haben daran Fleinen Gefallen empfan= *
gen mögen. Daß er aber vermeynt, er fey
ten verfehlingen wollen. So ift zu dem auch uns zu verfrauen nicht fhuldig gemwefen, ira
fauter Sabelwerf, daß unfere Geiftliche von |vet uns wenig, dann wir feynd ißne viel mente
ung ausgeben follen, das der von Sachſen hie ger Teiblih) annehmen zu laffen verpflichtee
einwendet. Aber hinwiederum iſt es glaublic) | geweſen, bedarf derohalben nicht weiter viel“
und wahr, daß er und andere Theilung auf) difputirens: fo ift ihme hieoben nad) Noth-
beyde Erz. und Stift Bremen und Verden | durft geantwortet auf das, daß uns der Paß
vor dieſer Zeit gemacht. Die Anfchläge aber weder mit noch ohne Gleichheit in feinem Ge⸗
haben fie bisher nicht durchwirken koͤnnen. Der biet hat verboten fenn Eönnen. ee.
Kaͤyſerlichen Majeſtaͤt ift unfer Vorhaben) 115. Die Stadt Braunſchweig iſt unverneine
gruͤndlich und wohl bewußt, und Daß es niche| lich in unferm Fürftenegum ohne alle —
| | | geles
ee — Pr —* ah v
‚gelegen. Burgermeifter, Rath, und Ein-
Dom Feldzug der Droteftanten wider Herzog Heinrich· 1597
ihne und die Seinen zu beleidigen nicht wil⸗
van, haben unfern Vorfahren und lens geweſen, und gleichwol uns hat in einer
hergehende Begrüffung, Tag in unfer Fürften-
uns, als Innhabern des Haufes Wolffenbüttel, rechtmäßigen Herzogen Georgens feligen Bere
und niemand anders, je und allmegen init auf- gleitung feindlich vorwarten laffen: fo kann es
gerecften Fingern, zu GOtt und den Heili⸗ nicht fehlen, fein Gewiſſen müffe ihm überzeu«
n, treu, hold und unterehänig zu feyn ‚ ge= gen, daß er gegen ung und die Unſern gefre⸗
ſchworen. Mit was Grunde dann hat der von |velt und unrecht gefahren fey, und mo der von
Sachſen die güldene Bulla recht erfehen hätte,
Sachſen, ohne unfere Erlaubniß und vor-
fo würde er wol unferlaffen haben, wider uns
chum legen koͤnnen? Und thut uns nicht anfech- ſo oft anzuziehen, daß wir bey ihm um Fein
- fonderlichen Druck zur Nothdurft auch Ant:
Sachſen, daß wir gefchrieben, daß die Anſu⸗
leicht fein boͤſes Gewiſſen möchte verführet haben.
. foldyes hat uns nirgend geträumt, und ift aud)
ten, daß unfere u Lüneburg ung fol» |&eleit angeſucht. Dann viefelbige vermag
ches nicht geftändig ſeyn ſollen, dann fie des ausdruͤcklich, daß man gegen niemand feindlich
Widertheils feyn, und in ihren eigenen Muß |vorwarten fol, er habe Geleit begehet,oder nicht.
redeten. Wir wollen aber denfelben in einem |Dahin wir uns thun’ ziehen. ET
119. Daß wir nimmer verleugnen koͤnnten,
wort geben, daraus dann ſich ganz Flärlich be |ivo der von Sachfen gewollt, daß er ung für
finden fol, daß der von Sachſen der Sachen das verweigerte Geleit hätte Vergeltung thun
nicht bericht, oder berichtet feyn will, und daß koͤnnen, feynd wir gar nicht geftandig ; dann
er ungegtündete Dinge vorgegeben. (wie wir hieoben vermelder), hat es ihme an
. 216. Öanz verfehrter Weiſe ſagt der von einen Anfchlägen, und dag wir ftärfer wors
den, allein gemangelt und gefehlet, und fein
Wille ift durch dem äufferlichen Actum wohl
| erklärt; davon wir allbereit gehört fen, Die
in unferer Antwort nicht zufinden. Dann des |Seinen hätten es auch mit feinem Nutz, Bor«
angezogenen Umzugs halber ift allein geſchrie⸗ theil, Bequemlichfeit und Nachtheil mic ung
ben, auch unter einem Zweifel, daß ihn viel- und den Unfern wagen und verfüchen Eönnen,
wiewol fie Darum ausgefertiget worden, wie
7.8 ift ganz ohne Noth, dem von Sad)- der von Sachſen bekennet, und wir allbereit
fen auf die weitläuftige, undienftliche und un: \gnugfamlid)e Anzeige gethan, alfo daß es da⸗
chung um Öleit böfes Gewiſſen bedeuten foll:
geſchickte Difputation, welche er mit fich ſelbſt fuͤr nicht zu achten, oder zu vermuthen feyn
- von unferm Gemüch, Herzen und Gewiſſen kann, daß er es hätte thun Fünnen, und doch
macht, wie daſſelbige geftanden feyn foll, der ſein Gemuͤth zu vollbringen nicht geftanden fey.
Zeit wir durd) fein Gebiet geritten , zu antivor- |Naın non videtur potuiffe, quod fine difpen-
ten: denm aus allen unfern bisher gegebenen |dio facere quis non potuit. Wer ein Ding
Antwortungen erfcheinet, daß er es mit feiner mit Bequemlichkeit, ohne Schaden, und nüßs
‚ Deutung, Auslegung und Erklärung unfers lich nicht ausrichten kann, (wie dann in dies.
Gemuͤths nicht getroffen, und redet die Bulla ſem Fall,) wird nicht gehalten, ober geachtet,
+ einer andern VBergleitung, als in dieſem daß er es wol hätte hun koͤnnen, wie die Rechte
Fall. Dahin bezogen. Auch ift hieoben angezeigt |und Rechtsgelehrten darvon ſagen. Ueber das
*
worden, daß Herzogen Georgen feligen der wir noch in einem ſolchen Fall ſeynd, da einer
eines Dings willens iſt, aber doch nicht voll⸗
Ende zu gleiten gebuͤhrt.
bringen kann: Vbi quis voluit, ſed non po⸗
18. Aber demnach der von Sachſen aus fre⸗
ventlichem ſelbſtdurſtigem Gemuͤth, wiſſent tuit. Darum haben wir uns noch nicht un⸗
lich, uns unbegruͤſſet, in unſerm Fuͤrſtenthum billig Vorwartens halber beklagt, und noch be⸗
und Stadt Tag gelegt, und ohne unfere Ver⸗ Elagen thun, und iſt das Woͤrtlein (in Mey⸗
binderniß ſicherlich durch unſer Fuͤrſtenthum ge: nung,) allbereit gnugſam aus den Rechregrün«
itten, und an ihm ſelbſt befunden, daß wir ven erwieſen, und kommt unferer er i
auch die güfdene Bulla zu Steur, daß wir). 122. Der Inquiſition feyn wir und die Uns
\ - z J > Ta 5 2
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Cap. 19, Don zween Seldsugen ‚der Proteftantenund des Aäyfere. 19 |
hieoben von dem Willen und den Werfen ge: Ifern wenig erſchrocken, tragen verfelben wenig
fest, Daß der Wille nicht weniger alsdie Wer: |Schen, wo fie gleich follte vorgenommen wer«
ke mit Härtigfeit zu peinigen feyn ſoll. + [den; aber daß er fagt: eg fey an ihn glaublich
120. Paß und Sicherheit ift dem von Sachſen |und vertraulich gelangt worden zc. damit ifter .
nicht geweigert worden ; fondern geflaftet. Aber uns ganz nicht entgangen, wie er Dann gemey-
ihm Teibiich annehmen zu laflen, ſeynd wir we net, fich dadurch auszureden; fonder fagen,
der von göftlihen, der Voͤlker befchriebe: |es Babe ihme darvon geträumt. Wir geftehen
nen Rechten, Guͤldnen Bulle, noch dem Land⸗ auch gar nicht, daß unferer Raͤthe gegebene
friede, und durch Gewohnheit ſchuldig geweſen; Antwort ein Drau fey, oder darvon foll vers
darauf wir dann dem von Sachſen gufe, be |ftanden werden; darauf Kürze halber gezogen.
ſtaͤndige, erhebliche und ergründete Anfwort| 123. Wenn der von Sachſen gleich feinen
gegeben. Und daß ung die Güldene Bulla die) Umweg durch die Mark genommen, dennoch)
Bergleltunganders, dann in WBahlfachen eines hat er ohne unfer Fuͤrſtenthum inund ausder
Roͤmiſchen Käyfers ‚einbinden follte, gefte- | Stade Braunſchweig nicht kommen mögen.
hen wir gar nicht. Auf die Güldene Bulla ge: | Derowegen haͤtte der Nachdruck feines Umzie⸗
gezogen, die der von Sachſen je.billig,. als hens halber nicht verbleiben dürfen, wo wir je
der. ein Churfuͤrſt feyn will, beffer wiſſen follte. |willens geweſen wären, - ihne und die Seinen
Derbalben was er ſich auf das berüßree und zu beleidigen. Wir möchten doch gerne hören;
vorgeſetzte Fundament einzuführen unterfte-|ob ihme auch jemand unter Augen fommen,
bet, mag gar nicht beftehen, und fälle ganz zu der ſich ihme den Paß zu weigern unterftanden?
boden. Dann wo die prafuppofita falſch Und ob auch Neuter auf ihne wären verordnet
feyn, (mie in dieſer Difputation,) foift auch ge-/gewefen? Wie dann folches, noch ein anders
wißlich die Eonelufion, oder Einfüßrung, falſch erſchienen iſ. Was für. einen Willen önnten
und bodenlos · wir dann von ihm und den Seinen gehabt haben.
i2r. Wir haben feinen Chur⸗oder Fuͤrſten 124. Daß er aberin GOttes Sachen gegen
des: Reiche, noch jemand anders, ohne vorge | Braunfchweig gezogen, glauben wir nicht Dann
hende Verwahrung, wie fich folches zu Recht was ſeynd feine Sachen anders, als ein lau«
und der Gewohnheit nad) erfordert , offendirt, terer Ungehorſam der Kirchen ; und alfowider
verlegt, ober überzogen, daß ſich der me. und GOttes Work l
Sachſen je gegen uns dergleichen auch zu 125. Dem von Sachſen ſeynd Feine Fallftrie
verfehen gehabt. Und daß der von Sachſen cke gelegt worden, wir ſeynd es auch zu thun
mit langen und vielen Worten von einem An:|nie bedacht gewefen. Daß aber fein Baree
ſchlage, welchen wir gegen ihne follen vorgehabt feliger ung mit freundlichem Willen gern ge«
haben, vermeldet und praͤoccupirt, und fich Diener zc. iſt nicht ofne, daß wir mit ©. Liebd.
mehr als zu einemmal, daß er nicht für: ſich feligen in guter Freundfchaft geftanden, deß
ausgeſonnen, enefehuldiget und fehr fromm wir uns gegen derſelben thun bevanfen. Wir
madjt: fagen wir, wer nicht wüßte, daß es ein wiffen aber von Eeinem Muß, oder Vortheil,
Öffentlicher Ungrund wäre ‚der Eönnte es leicht · welchen wir von ihme, oder feinem Vater felle
lich ob ſeiner Präoccupation und fergfältiger|gen, empfangen; fo haben wir feinem Water
- Enefhulbigung abnehmen, als es dann (mie feligen aud) nichts verfprochen, das mir nicht
wir mit Grunde der Wahrheit ſchreiben,) noch verfolgee, oder fich auch nicht gebührt haͤtte.
im wenigften erwieſen iſt, wenn er gleich noch Dergleichen geftehen wir nicht, Daß wir ihme
eins präoccupirt, und ſich derfelben Erfindung und feinem DBater böfe Practiken follten berie«
entſchuldigt. Ziehen uns deß auf den Augen- fen haben, und möchten doch gern hören, was
- Schein. Wie wäre es auch möglich, in einer) fürPractifen und Tücke folches geweſen waren ?
J =
fo geringen Zeit folche Graben aufzumerfen? | 126. Was nun zum drittenmal MR
ii "2 | Be
1601
heydniſchen Königen und Voͤlkern angezogen | Einigkeit vorgeben, und doch eben die Urfache
ift, bedarf weiterer Antwort nicht: Dann es Vie [alles Unfriedens, Zerrättung und Zwiefpaltin
Meynung gar nicht geweſen, daß wir ihm Durd) beyden, ewigen und zeitlichen Sachen, vornehm«
unferer Raͤthe Antwort den Durchzug nicht lich im Reich Deutfcher Nation fennd, die
gönnen und Kinterliftig begegnen wollen, es nach Unfrieden, Unruße und Uneinigkeit trach⸗
habe feine Anfuchung gleich angangen Leib, ten das ift an dem offenen Tag.
‚leben, Haab und Gut, oder anders; darvon | 128. Der Heilige Apoftel Paulus gebraucht
mie dann oftmal feyn vernommen worden. ſich mehr als zu einemmal der Heyden
Wie dann aud) die Belle und brunnlautere Spruͤch. Nicht daß er ihrer Lehre, Lebens
MWaßıheit ift, daß Inunferer Raͤthe gegebener | und Glaubens wäre, fondern, daß er diefelben
recheichaffener und gebührender Antwort nichts | defto beffer Durch ihre eigene Schrift und Lehre
dunkels, fonderlic) das zu Schaden des von überwinden, beffern und ſtrafen möchte. Wie
Sachſen Ehre, oder auch $elbs gereichte, vor⸗ | dann nicht beffer Die Widerwärtigen, als durch
gewandt iſt. Dann die Wort je hell, verſtaͤn⸗ ihre eigene Bekenntniß und Schriften koͤnnen
dig unſchlipfferig und Elar fennd: daß fein An⸗ convincirt und überwunden merden, wiewol
fuchen follte an Die Königl. Majeftät gebracht] die Sprüche, fo wir geführt, nicht des Luthers,
werden. Darinnen je Feine Verlegung feines | fondern des heiligen Propheten Davids ſeyn.
Geruͤchts beftehen Fan. Daraus dann auch Diereildenn folche Verdeutſchung anderer Ge—
meiter erfolge, daß ſolch unferer Raͤthe Ant-| ftait, denn zu befferer Erinnerung, Strafe
wort für Feinen gefährlichen, böfen Betrug, und Hebermindung des von Sachfen, von uns
oder Vorhaben, mag oder foll verftanden | nicht ift gebraucht worden, und auch die Spruͤ—⸗
werden‘, den der von Sachfen zu ermweifen| che des heiligen Davids, und nicht des Luthers
ſchuldig, aber noch nicht erwieſen hat, und nim⸗ feyn, was haben mir denn hierdurch an feiner
mer wird erweiſen Fönnen, Und gebührt uns,| Dolmetſchung, Schrift und Lehre geftehen „
und nicht Dem Gegentheil, die Deutung zu ma- | Fönnen ? Ob ſchon Martin Luther und mit ihm
chen. Dann ohne daß wir nichts dunfels vor: | feine Bücher verdammt feyn, und wir deren
geben, (mie angezeiget,) fo harten wir auch mit] etliche unter Handen hätten, (als wir doch nicht v-
unferer Käthe Antwort je nicht mit dem von|haben,) und Daraus, was fein Irrthum, und
Sachſen contrahirt, daß ihme möchte zugelaf| wovor wir uns zu hüten, defto beffer erlernes.
ſen feyn, die Auslegung unferer Rärhe Ant-|ten, wie denn gleicher Weis die Erkenntniß
wort nad) feinem Gefallen und Berftande zu| einesabgethanen Gefeges nicht undienlich ift, zr.
machen, welche auch der Meynung nicht aus⸗ das wäre Darum fo fehr pfedtlich nicht, und
gangen, Ihn, oder die Seinen zubetrügen ‚und | damit wird nichts angenommer,nod) gebilliget.
ÄÜtdem Gegentheil ohne allen Schaden gemweft, Wiewol dennoch Scripta Origfiis, ratione bo-
und wie fie geftelle, alfo und nicht anders iſt næ ſententiæ, adprobata feruntur, qui poft
- fie auch) gemeynt worden, mortem fuit condemnatus. Und aus Diefem
127. Derohalben thut wider ung garnichts ‚nun Fann nicht gefchloffen werden, daß wir
das aus den Pfalmen angezogen wird: hr | darum nicht gelehrte Leute in unferm Fuͤrſten⸗
Mund ift glätter denn Butter, und baben|thum hätten, deren ſich Gegentheil viel vor
Krieg im Sinne x, Item: fie balten zujandern zu haben gedacht und vermeynf, Das.
- Haufe und Iauren zc. denn es ift fern von] ihm doch, wo ers recht felbft bedenfen wollte,
ung, daß unferer Raͤthe Antwort betruͤglich, nicht wenig fehlet, und beffer fuͤr ihn, daß er
gefährlich und argliftig geben fen, und daß mir | derfelben (Dieer für Gelehrte achtef,) Feinen, als
- auf ihne gelauret 2c. Aber welcher Geſtalt der | einen bey fich Hätte; Denn was guts er damit
von Sadjfen, und fein Bruder, mit gelinden, |in der Chriftenheit angerichtet, die er folder
glatten und gefchmierten Worten, das Evan-| Geftalt um Glauben und alle Wohlfahrt zu
delium und Wort GOttes, Fried, Ruhe und! bringen vorhat, liegt oͤffentlich am Tage, und
CLutheri Schriften 17. Theil. EEE SL es
roteſtanten wider Herzog Heinrich,
1602 Cap.ıs. Don zweyen Seldsügen, der Proteftanten und des Kaͤyſers. 1603
es iſt nicht glaublich, noch vermurhlich, daß nen, und er auffeinem einmal en ith⸗
er. viel um GOttes Wort (mie er ſich dennoch willen verharret, und der von Heſſen unſern
rüßmet,) miffen koͤnne. ‘Denn wo wollte er es Secretarien niedergeworfen, und beyde ung I
gelernet haben? Er möchte auch der Schriftimit fhmäßlichen Schriften darüber angetaſtet:
fo wohl erfahren feyn, er würde ſich von der|find mir nicht unbillig bervogen worden, ung |
gemeinen heiligen Kirchen, der Apoftel und |folcher ehärlichen Handlungen an unfern Blutss
Altväter heilfamen Lehre nicht abgemorfen verwandten (die Tag zu Verhoͤr vor uns anz
‘haben. geboten,) und andern zu beſchweren, welches
129. Daß wir der Geiftlichen Nutzungen anjdoch von ihm nicht hat wollen angenommen
uns nehmen follen,ift uns noch nicht erwieſen, wie werden; fondern mehr uns darzu an Ehre, Ge—
wir Bieoben dann davon gnugfame Antwort ges [richt und Leumuth angegriffen, Darzu wir. dann.
geben, darbey wir es laſſen. Aber Daß er die ſzu Errettung unferer Ehre, und Ablegung der
Klöfter und Kirchengüter zur Beflerung der [uns zugemeflenen unerfindlichen Auflagen, Dil»
Ehriftenheit angelegt, dardurch er fein Sacrile-Ilig nicht haben ſchweigen follen, daß wir ſol⸗
‚gium und Kirchenraub gern befcehonen wollte, cher Schriften, wie wie im Anfang angezeigt,
geſtehen wir gar nicht. Und fo er viel Guts in keine Lirfacher feyn, dahin wir uns thun vefes
der Chriſtenheit anrichten wollte, fo müßte er[viren. Und ob wir fchon Dem Widertheile vor-
es von dem Seinen nehmen, und andere desigeworfen, daß fie wider Ehre, Recht, ven
Ihren nicht berauben. Auch andere Pfarrer, Landfrieden, Güldene Bulla, und die Reiche»
Prediger und Kirchendiener, als die Seinen ordnung unrühmlich gehandelt, wie denn un=
feyn, (die nichts gutes üben,) unterhalten. fere errestliche Nothdurft nicht anders, zu Ab-
130. Wir tragen noch ganz feinen Zweifel, wendung alles ihres aufgelegten Unglimpfs und
- Doctor Matthias Helde werde dem Gegentheil Verleumdens, haterfordern fonnen, und damit
gute richtige Antwort auf ihre vermeynte ge⸗ ſolche That verhaſſet, und in gebüßrliche Strafe
gen uns angezeigte ‘Befchwerniffen zu geben möchte genommen werden, und dann ſolche ihre
wiſſen, fie tragen gleich derfelben Scheu oder |begangene friedbruͤchige Handlung offenbar,
nicht; andere Leute werden fic) vor ihm auch und an dem lichten Tag: in was Poͤn wären
tenigentfegen mögen. Wir möchten doch) gern wir denn Darum gefallen ? fo uns doch folhes
erfahren, was wir unbilligs gehandelt, daß waͤre zugelaffen, propter public falıtis cufto-
unferthalben gebührlichs Einfehen follte gefche- | diam , damit folche Uebelthat nicht möchten uns
hen feyn? und aus was Urfachen folches an|geftraft, und von andern in ein bös Erempel
feinem Dre (wo mir fträflich gewefen,) wider gezogen werden. Er
ung hätte Fönnen erlangt werden. Wenn wir) 132. Wahrlich, es ift Feiner Antwort wuͤrdig,
gleich unrecht gehandele, und ſtraͤflich geweſen was der von Sachfen zu einem Glimpf, und
‚wären ; als mir doc) aus allen obangezeigfen | ung zu Unglimpf, wie wir ihm unferer Schrift
-- Gründen nicht geftehen mögen. eine beygebrachk haben follen, an diefem Ort,
152. Dem von Sachfen haben wir unfere feines reitenden Boten halben, anzeigt, dar⸗
Befchwerniß, die wir ob feinem feindlichen) von er feiner Gewohnheit nach, ein lang undiens
Borhalten getragen, ohne feine Verlegung zu lich Gefchwäß macht, welches nicht einer Ha
erkennen gegeben. Aber wie er uns Darauf be- | felnuß werth ift, und fich deflelben mit guten
gegnet, alſo ſeynd ihm aud) ven uns wiederum Ehren wol enthalten haͤtte. Es ift wol wahr,
Antwort zufommen; und folches ift mit geheim: | Daß er einen reitenden Boten mit feiner andern
den Schriften gefchehen, Daß er fich nicht zu! Schrift gegen Wolffenbüttel an uns gefertigt;
befchweren hätte, wo er mit gleicher Muͤnz daß wir aber Mann und Roß follten behem⸗
waͤre von uns wiederum bezahlet worden. | men laſſen, daran thut er uns Gewalt und Un⸗
Aber da mir vermerfe, daß unfer Beſchweren recht, Wir haben ung gegen dem von Sad): -
und Klagen wenig Anſehen Bat erlangen Fön- | fen zu Feiner gewiſſen Anzahl SIR ir
— Pflicht,
5 —4
1605
— F daß eben ihm die legte Schrift billig ‚dig. Aber er ift verpfliche gemwefen, daß er ung
4 hen utilen, darauf ift auch. unter durch fein Gebiet ficherlich und — 5 haͤt⸗
uns beyden keine Ordnung aufgeſetzt worden, te reiten laſſen, wie wir ihm denn ſichern Paß
und iſt je unter Fuͤrſten nicht ungehoͤrt oder neu, in unſerer Obrigkeit auch vergoͤnnt, ob er ſchon
⸗
ſondern gemeiniglich gehalten wird, wenn einer deſſelben nicht würdig geweſen. “Aus dem denn
dem andern fehreibt, daß er denfelben wieder⸗ erſcheinet, daß nicht ſtatt hat, was hie de jure
um mit feinem eignen Boten (mo er es an|retorguutionis contrariorum correlationis (da⸗
der Gelegenheit haben mag,) beantwortet. mit Gegentheil ſich nicht wenig martert,) ti»
Dilieweil tie nun mit unferer Schrift, un⸗ der uns angezogen wird, und ift auch hieoben
terdemder Botedes Trunks gewartet und fröß-| verlegt worden. IND
lich geweſt, fertig worden, warum follten wir) 134. Und demnach der von Sachſen aus dem
ihm nicht wiederum unfere Antwort zugeſtellt Landfriede die Gegenfchanz feines Gefallens
haben? Hätte der Bote auch angezeigt, daß er | nicht bemeifen kann, fo will er davon nicht di⸗
unfere Antwort anzunehmen Fein Befehl gehabt, |fputiren. Sagt aber, der Landfried vermöge-
wir würden ihn Damit nicht beladen haben, im Grund, daß niemand mit Frevel, oder Ge-
walt fahren, noch auch vornehmen fell, Uns
ſondern nee mit einem eigenen Boten den⸗ w
noch gleichwol im unfere Antwort zugefertige. |hie befennt er, und muß befennen, daß ver«
Wir möchten auch gern vernehmen, mer ihm möge des Sandfriedens das Vornehmen ſo⸗
verboten, daß er nicht Hätte zu feinem Pferd mol, als das Werk, ſtraͤflich, welches er doch
kommen können? Wenn das jemand gehem: |fieoben in feiner vermeynten Confuͤtation der
met heißt, woman ihn guter Ding und fröhlich Wörter (in Meynung,) vernein. Nun iſt
mache, welches doc) in eines jeden Gefallen weder Srevel noch Gewalt von uns geübt wor⸗
fteßer: fo müßten fuͤrwahr dieſer Zeit viel Be- den, haben dem von Sachſen Feine Sicherheit,
Hemmungen gefcheßen, davor es Doch Fein Uns oder Paß gemeigert. Und ihn eben gleitlic)
-parteyifcher halten wird. Wie unfürftlih und anzunehmen jeynd wir niche fehuldig geweſt;
| unlöblic) ift demnach folches zu Halten, welches daß alfo aud) aus feinen ungereimten Rechts«
Ehren halber dem Boten, und nicht wider ſei⸗ gruͤnden Paß und Sichereit, zuvorab in Her-
if die Ehre nicht allein deß, dem fie geſchieht, derum verboten hat feyn Fonnen. |
ſondern vielmehr, der fie bemeift; thut alfo die| 135. Es fey des von Sachfen Gleitſuchung
gemachte Bermuthung des Gegentheils nichts geſtellt und gefchaffen geweſen, mie fie wolle,
‚ Ders, alsdas gewußt, fo möchte er folches auch wir durch unferer Raͤthe gegebene Antwort
wol unterwegen gelaſſen haben. Derwegen ihm allen Paß und Sicherheit geweigert; wie
mag nicht geſagt werden, daß wir feinem Bo⸗ denn hieoben im Grund geantwortet, und er
ten keinen freyen Abtrit vergoͤnnet. wird es daruͤber mit eingefuͤhrter ungereimter
3. Daß wir mit unſerer Raͤthe Antwort Vergleichniß, die er aus dem $. Item ait, ges
derurſacht, Daß dem von Sachfen wider Recht, | zogen, nicht ausrichten. Denn wo wir gleich
die Guͤldene Bulla,die Reichsordnung, und den | davor zu Halten wären, (Doch der Wahrheit zw
! u ausgefündigten Landfrieden ge-| Machtheil nicht geftanden,) daß wir dem von
. bühreehätte, uns und den Unfern feindlich vorzu⸗ Sachſen die leibliche Annefmung gemweigert,
Balten, nad) Leib, Ehren, Haabe und Guf zu dennoch ware ihm Vaß und Sicherheit nicht
stellen, geftehen wir keineswegs. Denn mo geweigert oder abgefchlagen worden, sis
- pie die leibliche Annehmung geweigert, der Ur⸗ diefelbige Subſtanz ohne die leibliche Verglei⸗
fachen halber hätte ihm gleichwol nicht geziemet, | tung feyn kann, als mie denn ſolches Kleoben
1 na verbotene Wege gegen uns vorzunehmen. | an feinem Dre weiter deducirt haben.
enn wir wärenleiblich zu begleiten nicht ſchul· 136. Am — auch iſt durch ung gnugſam⸗
* Jiit 2 lich
[4
nen Willen oder Anzeig wiederfahren ift? Und zog Georgens feligen Bergleitung, nicht wie⸗
zur Sadyen. Und fuͤrwahr, wenn er nichts an⸗ ſo iſt es gleichwol öffentlicher Ungeund, daß
1606 Cap.ı9. Von zweyen Seldsögen,
lich dargethan worden, daß wir leiblic) zu ver⸗
da wir leiblich zu gleiten fehuldig wären, ft
uns Feine gewiſſe Zeit eingebunden; fondern der,
der Proteftanten und des Räy
|
gleiten nicht nothwendig verpflicht, und im Fall, nicht für einen Ehriftenmenfchen achten
damit er ung doch Unrecht thut. Aber daß ie '
a ED Zr Zt 5 ES RT AR —— * BERN
: Ban? * ven, —
*
Sachſen gern ſchlieſſen, daß wir ißn, unse
gefagt, ein Chriſt fol nicht rachgierig ſeyn,
fo um Gleit anfuchen wollte, wäre fehuldig | damit Haben wir ihn für feinen Chriſten halten
uns zeitlich foiys zu vermelden, Damit wir
nach Nothdurft möchten bereit werden. Der-
megen fo reimt ſich die Gleichniß aus angereg-
tem $. gezogen, gar nichts. Alſo: da der
Scheidesrichter dem Part ein Gebot thut, in-
wendig den Calenden zu bezahlen, daß er zwey⸗
erley verfafle, nemlich Bezahlung zu thun, und
diefelde zwiſchen den Calenden zu thun, ıc.
Denn die Gleichniß haͤlt in ſich Gebot, und
eine gewiſſe Zeit. Aber in dieſem unſerm Fall
ſtehet weder Gebot, noch gewiſſe Zeit. Der—
Wwæegen fo kann auch die Verordnung des Rech⸗
ten, in beruͤhrter vermeynten ungereimten
Gleichniß, auf unſern Fall nicht gezogen wer—
Den. Und auch weiter, daß ich durch des
Sceidesrichter Gebot die Bezahlung —
ſchuldig, derwegen fo wäre ich aus dem fol⸗
genden Berzug ex pofteriori mora bußfällig.
- Aber in unſerm Fall wird uns nicht aufgelegt,
ſichern Daß zuzufchreiben, allein daß wir un:
verlegt einen jeden durch unfer fand reiten und
er hievor, vermöge des Landfriedens, vergeroif:
fere und verftändigt, daß wir ihm meitere und
neue Bergeroifferung zu thun unverpflicht ſeynd.
Nam eum, qui certioratus eft, amplius cer-
tiorari nonoportet. Zu Recht gezogen. Daß
er aber auch Sicherheit in unferm Sand gehabt,
muß er felbft befennig ſeyn: was vielen Difpu-
‚tievens bedarf es denn ? Oben haben wir ange-
zeigt, daß fein Anfuchen vornehmlich auf-Der
leiblichen Annehmung auf der Gränz, und für:
baß zu bringen beſtehet, wie denn fein inferirt
Schreiben ſolches klaͤrlich mitbringt. Mem-
lich: gleitlich anzunehmen, und im Gleit foͤrter
zu bringen; wie wir aus dem Original, an uns
ausgangen angezeigt. Darum ſo muß auch
unſerer Raͤthe Antwort darauf, und nicht auf gerichtet. Was kann dann des von Luͤneburg
Das andere verſtanden werden, tie wir hieoben vermeynte Mitbewilligung (der Feine
denn Davon gefagt, Zu Rechte gezogen.
137. Dürd) das wir gefagt: Es gebühre kei⸗
nem Chriſten rachgierig zu ſeyn; wollt der von ſtaͤndige Antwort vernehmen mögen von unſern
|
oder achten wollen. Denn wie Fönnten wie”
den für einen Chriſten adjten, der fich von der
gemeinen Beiligen Kirchen und den Chriſtlichen
Ordnungen und Satzungen abgeworfen hat?
fondern dieweil er fich in dem Wahn hielte, daß
er ein guter Chrift ſeyn wollte und wäre, (das
wir doch nicht geftehen, ) undden Spruch: Mi-.
hivindidtam, etego retribuam, dermaffen fon=
der Zweifelannehmen und verftehen würde, wie .
er durch uns angezogen, daß ihm, feiner eiges
nen Meynung na), audı. nicht gebühre hätte,
alforadıgierig wider ung zu feyn. Und folche des
von Sachſen Rachgierigkeit ift wider ung era
ſchienen, ehe und zuvor mir einige Schrift mit ,
einander gewechſelt. Was für Rachgierigkeit
kann er uns Dann vormerfen (deren wir Feiner
geftehen,) und fagen, wir müßten ven Balfen
zuvor aus unfern Augen walzen. Daß aber
fein Borbalten eine Rachgierigkeit geweſen, iſt
gnugfam von uns dargethan worden.
138. Daß aber die von $üneburg can der
wandern laffen. Solcher Sicherheit aber iſt Stadt Braunfehweig mit berechtigt feyn folk |
ten, geſtehen wie nicht, die Zeit wir, unfes
re Nachkommen und nähers Stammes, im
Seben ſeynd. Und demnach der von Lines
burg wider ung einen Druck (der doch ihme gar
nicht fürtragen kann,) hat ausgeben laſſen: fo
ſoll derſelbige auch ſonderlich beantwortet wer⸗
—
TE ’
———
07
——
RL:
foltten,
den, aus dem Dann ſich das Gegenfpiel klaͤr⸗
lich befinden foll, und weiß der von Sachſen
um Die Gelegenheit der Sachen gar nichts. Es
hat aber ver von Lüneburg weder Gemähr,
Poſſeßion oder Gerechtigkeit. Und ift wahr,
daß Die von Braunſchweig unfere gelobte, ge»
ſchworne und gehuldigte iinterthanen feynd, die
fid) je und allwegen nad) niemand anders, als
den Innhabern des Wolfenbüttelfchen Theils
Sachen tfun? Er \
139. Wir haben in diefer Stunde Feine be=
Uns
bat,) zur
;
\
'&
h
5
i
= |
Uneerthanen von Braunfchtveig, warum ihnen len, da ifts demfelben gemwehret worden, als
gebuͤhret häfte, den von Sachſen, und ande: fie bereit zu Halberftadt gewefen, daß fie wie⸗
R
N
J
re, ohne unſer Vorwiſſen und Beliebung, in
unſere Stade und Fürftenthum einzunehmen ?
wlewol wir fie darum befprochen , und fie auch
gern vor der Känferl. Majeſt. vielhätten anzel-
gen wollen, wenn fie es gekönnf hätten.
Es
A 1.Abfehn. Vom Feldʒug der Proteftanten wider Herzog Heinrich.
1609
der zurücke Haben ziehen müffen. Darum doͤrf⸗
fe es dem von Sachſen jegunder nicht Wunder
nehmen. Und demnach dem von Sachſen von
aufgerichtetem Vertrag, zwiſchen unſerm Herrn
Vater ſeligen, und unſerer Stadt Braunſchweig,
waͤre denn dieſe Verantwortung: Der vonSach⸗ nach geendigter Vehde wenig bewußt, und ders
ſen und Heſſen haͤtten die andern in die Stadt
beſchieden, das ſie ihm nicht wohl haͤtten wei⸗
gern koͤnnen. Als fie dann ſolche Verantwor⸗
HM
—
tung gegen uns gethan. Wie eine ſolche Ant:
wort aber die von Braunſchweig, die uns ge
J
lobt und geſchworen, und in Bin Fuͤrſten⸗
thum ohne Mittel gelegen ſeynd, vortragen moͤ⸗
ge: das hat ein jeder wohl zu verſtehen, daß
es gar nicht will lauten, Weiß der von Sach⸗
ſen auch nichts um der von Braunſchweig Ge⸗
rechtigkeit, wie kommt er dann darzu, daß er
Tag in unſerer Stadt Braunſchweig ohne un:
ſere Begruͤſſung gelegt? fo er doch wo
Daß die von Braunſchweig unfere Ge
huldigte und Geſchworne feynd.
Hlaemußt,
lobte, Ge»
140. &s ift auch denen von Braunſchweig durch
unſere Borfaßren nie nachgegeben worden, Daß
—
ſie mit andern Staͤdten, und ſonderlich wider
ihre Landsfuͤrſten, als Innhaber des Wolfen-
vuͤttelſchen Theils, Buͤndniß Haben eingehen
mögen; es wäre auch ihrer Pflicht, Eid, Ver⸗
wandtniß und Huldigung zu enfgegen, und wi⸗
der Ehr, Recht, Ehrbar⸗- und Billigkeit, als
ſie dann je und allwegen darum unangefochten
icht ſeynd fißen blieben, und nod) jegunder von
ey
uns darum befprochen werden: das dann ihm
fuͤrwahr eine Eleine Ehre wäre, und fie in dem
und andern nicht vortragen Fönnte. . Und woll⸗
te daraus gar Feinesiwegs zu ſcheſſen fen, daß
— —
der von Sachſen auf ihr Nachgeben haͤtte Tag:
leiſtung in unferer Stadt und Fuͤrſtenthum mit
Fugen legen Fönnen. In Summa, es ift ein
lauterer Trotz, Frevel und Muthwill geweſt,
—
a
sek
2
g:
anders wird niemand fagen Fünnen.
141, Und bey Zeiten unfers-Herrn Vater fe
ligen löblichen Gedenken, da des von Sad):
fen Vorfahren, fein Vater und Vettern, und
Biſchof Ernſt, auch darinnen haben ohne ©.
m; Begruͤſſung und Vorwiſſen Tag leiften wol«
—
ſelbige uns wenig oder nichts nimmt, ſo wollen
wir darvon kein vergeblichs Wort verlieren.
142. Alſo befindet es ſich, daß unfere Vor⸗
fahren, auch wir, der Profan- und weltlichen
Sachen halben je und allwegen gegen vie:
von Braunſchweig ſich nicht wenig beſchwert,
und wir uns dergleichen dieſe Stunde auch nicht
weniger beſchweren, wie denen von Braun⸗
ſchweig ihrer hinter und wider uns angenomme⸗
ner Buͤndniſſe halber mit den Proteſtirenden
bewußt iſt. Daß aber dieſe Verſtaͤndniß das
Wort GOttes und der Innwohner zu Braun⸗
ſchweig Heil antreffen follte, Eönnen wir niche
geftehen ‚ dieweil man ſich dadurch von gemeie
ı ner heiligen Kirchen und den Ehriftlichen Drd=
nungen abgemerfen, Und wenn es gleich alfo
wäre, (doch nicht geftanden,) Dennoch) dem von
Sachfen, auch denen von Braunfchweig Tag in
unfere Stadt und Fürftenrfum zu legen, nicht
gebuͤhret. Aber fuͤrwahr ein fein Ding tft,
daß man unter foldyem aufgelefenen Schein
die Leute lehren will, weder Eide noch Pflicht
zu halten, welches überaus ganz erſchroͤcklich zu
vernehmen iſt. Wir oder Fein anderer, der
eines Chriſtlichen Gemürds iſt, wird esnimmer
billigen koͤnnen, und Davor achten mögen und
follen, daß ifre Sachen und Händel GOttes
Worts Sachen feynd, dieweil je Gegentheil fich
von gemeiner Kirchen und den Chriſtlichen Ord⸗
nungen abgeworfen und ein Eigenſinniger iſt.
143. So geſchiehet es den von Nuͤrnberg zu
keiner Verkleinerung, daß wir unfere Chriffiie
he Buͤndniß die Nuͤrnbergiſche Buͤndniß
nennen. Sie werden es auch dergeſtalt gewiß⸗
lich nicht verſtehen. Wie ſollten wir dieſelbige
anders, dann von dem Ort, da ſie iſt aufge⸗
richt worden, bedeuten? Wo wir ſchon ſeither
des von Sachſen feindlichen-Borwartens auf
uns und die Unfern in Erfurth gelegen,
als
Jii ii 3 wir
- \ E
1610 Cap.ıg. Don zweyen Seldzügen, der Proteſtanten und des Röyfers. ı6ı -
wie nicht abredig ſeyn, was ging e8 darum den ermorden. Und daß folches wider Ehr, Recht
Sachſen an, fo die Stadt je nicht fein iſt Mit und Die Guͤldene Bulla, die Reichsoronung,
denen von Erfurth iſt durch uns der Ehriftlichen | Känferl. Hochverpönten ausgefündigten Sande
Nuͤrnbergiſchen Bündniß nichts zuentgegen ge- frieden, und alle Ehrbar- und Billlgkeit, von
handele worden, mie er von uns hie vormais ihm, ohn alle Verwahrung feiner Ehre gefche«
aͤuch gehört: Welchergeſtalt aber, ob es gleich hen, und er in die Don und Straf ausgekuͤn⸗
dem von Sachſen verborgen, iſt daran wenig digten Sandfrieds gefallen. #
gelegen. Und uns genügt Daran, Daß dievon| 146. Und daß wir dem von Sachſen Si- .
Erfuͤrth ſolches anders, als fuͤr ehrbar, göttlich, |<herheit nicht gewelgert, nicht abgefchlagen,
recht und billig nicht erfennen werden, er mag|fondern verſtattet, vergoͤnnet und zugelaſſen.
ſich gleich, daß wir übel gefehlet haben folkten, | Und daß mir ihn und die Seinen leiblic) anzunef-
rüßmen und freuen, wie er will. Cs wiſſen men nicht ſchuldig: ifm auch in unfere Stadt
auch die von Erfurth, Daß ſich Die beruͤhmte und Fuͤrſtenthum Braunſchweig Tage zu ler
Erbvertraͤge dahin, ‘wie esder von Sachfen ha- |gen, und darinn ohn all unfer Begrüflung,
ben will, nicht erftredfen. Allein fuche er und | Bormiffen und Willen zu tagleiftennicht gezle⸗
‚nimmt dutch diefe und andere Wege vor, wi-jmet habe. Daß wir uns auch aller und jeder
der Ehr, GOtt, Recht und. alle Billigkeit, erzehlten Buncken und Artikel, mit allen Fur
daß er die Löbliche Stadt Erfureh und die Ein |gen und Billigkeit befchwerer, und der Sachen
wohner derfelben ganz unter fi) bringen, und nicht Anfänger geweſen ſeyn. en
gar zu eigen machen möchte. Wir verhoffen) 147. Darum, was Dagegen der von Sach—
aber, die von Erfurth haben davor wohl ges ſen in feinen Drücken geſetzt, daß folches alles
bauet, und noch bauen follen, daß fie vor ihm weder zu Recht, noch zu einiger Ehrbar- und
mögen figen bleiben. | Billigkeit beftehen möge. - Daß mir auhdem
. 144. Es dörfte auch unfere Gerechtigkelt ge· von Sachfen, weder Beimlich, noch öffentlich,
gen unfere Stadt Braunſchweig nicht weniger nachgetrachtet: und daß nicht wir den von Sachs.
als feine vermeinte Gerechtigkeit gegen Erfureß |fen, fondern er und fein Bruder, der Sandgra-
achten. Weil doch Erfurch des von Sad): |fe, uns unverfchulde gleich mit frledbrüchigen
fen nicht ift. Aber unverneinlih wahr, daß Thaten und Schriften unterftanden haben ; und
Braunfchweig unfer, und Bürgermeifter ‚Rath was wir ihm hinwiederum zugemeffen, daßes
und Gemeinheit uns, alsifrem Sandesfürften, |anderer Meynung und Geftalt, als zu noth⸗
gehuldiget, geſchworen, gelobt, und wie ihrem duͤrftiger erlaubter Errettung unferer Ehren und
Sandsfürften,. zu Reife und andern Wegen, Glimpfs nicht gefchehen. ;
folgen und zu — fhuldig fern. Das ſeh⸗148. Nun wollten wir auch gern wiſſen, wer
let aber alles dem von Sachſen an Erfurth. Die feiner Irrungen, und Gränz, und anderer Ges
berühmte Exrbverträge werden ein ſolches an Er. |brechen, die er mit feinen Nachbauren Kar, je
. fureh dem Sachſen nimmer geben. gedacht, Daß er jeßunder davon ein fo lang
145. Aus diefem nun allen werden E.$.und Geſchwaͤtz machen koͤnnte. Wir reden und.
ein jeder Berfländiger fonder allen Zweifel bey |difputiren von den Sandfrieden, der Straffen
fic) felbft erwegen, verftehen und urtheilen mö- | Sicher- und Unſicherheit halber: fo verdrehee
gen, Daß dem von Sachſen aus feinem Grund |er daflelbige, und ſagt von feinen nachbaurli-
zu Recht und fonft gebüßre hat, gegen uns und chen Graͤnz und andern Gebrechen, undnimme
den Unfern, in gebüßrender Herzog Georgs fe: |die Urſach an die Hand, daß er den Kardinal,
ligen Bergfeitung,aufder Känferl. freyenXeichs: | Erzbifchoffen zu Magdeburg und Mäynz, ıc.
ftraffen feindlich vorwarten zu laffen, inerflär- \unfern Heren, Dheimen, Schwager und Ge⸗
ter und verftändiger Meynung, Willen und |vatter, antaften möge, ft folches niche ein.
Gemürh, ung und die Unfern zu fahen, zulungereimter und imperfinenter Anzug? Wer
ſchlagen, zu beſchaͤdigen, umzubringen und zu hat auch anders die Diſputation der —
beſeh⸗
——
1. Abfehn. Dom Seldsug derProteftanten wider Herzog Heinrich, 1613
fehlung halber zu Hall erftlich auf die Bah-jbenen Nugungen und Sntereffe foldye Haͤu—
me, alser, de Iſt er feiner Sache ſo ſer wieder zugeftelle, oder nd Ole mit ib»
ſehr befugt, fo wird es ihm am Känferlichen |nen getroffen haben, als er dann von Nechts
- Cammergericht wohl vonnöthen feyn; dafelbft Jund aller Billigkeit wegen zu thun ſchuldig und
folle ee den Handel tractiren und difpufiven.Ipflichtigift. Ks |
Aber es graut ihme ab der Jaugen, Darf vor) 151. Und ob er fehondie Sachein ven Nuͤrn-
rechtſchaffenen und verftändigen Leuten nicht in |bergifchen Friedftand zu ziehen vermeynt, (als
das dicht fommen, (dadurd) wollen wir aber gewißlich fich feine Antwortungen dahin lenden
- niemand anders zu nahe geredt Haben, ) dar-|werden,) fo ift doch mehr als gewiß, daß der-
> um ſucht er Ausrede, recuſirt; deß er ſich bil-felbige nicht nachgibt, jemand fein genommen
fig follte enthalten. | ; Gut zuvorenthalten, oder noch zu nehmen. Wir
149. Daß wir aber den Herzogen non Luͤne⸗ geſchweigen deß, fo feither der Frankfurtiſchen
- Burg, unfern Bettern, den Städten Goßlar und | Abrede von ihme gefchehen it. Wir Fonns
> Braunfchweig, nicht zu nahe ſeyn, erfcheint|ten ihme noch mehr vermelden, wo wir es der
- ‚Daraus, daß die von Goßlar in die Acht kom⸗ Laͤnge halben zu unterlaffen nicht gedachten.
men, von wegen ihrer gewaltfamen, freventli⸗ 152. WBie unbillig der von Sachfen uns zus
‚chen, friedbrüchigen Handlung, Thaten und|lege: daß wir uns in fremde Sachen mengen
Vergewaltigung, die fie uns und den Unſern ſollten 2c, erfcheint daraus, daß wir feiner nicht
. zugefchoben. er habender Gerechtigkeit, des "Burggraftfums -
350, Und demnach der von Sachſen, (wie zu Magdeburg halber, erſtlich nicht gedachk,
er fich angibf,) fo verträglich, fehiedlich und |fondern er hat diefelbige wider uns anfaͤnglich
unbeſcholten feyn will, weiß er nicht, welcher- |angezogen, und uns zur Ankwort gedrungen,
geſtalt aus felbft Gewalt, wider GOtt, Ehr Deß thun wir uns auf fein und des Landgra—
- und Recht, er unferm Herrn und Freund, dem|fen fämtlich) ausgegangene Schriften referiren. _
Deutſchen Meifter und feiner Siebd Orden, in|Daß wir aber darauf in unferer beftändigen
die eilf oder zwoͤlf Haͤuſer, die etliche hundert Segenfchrift geantwort, Der von Sachfen moͤ⸗
tauſend Gilden werth feynd, zu Weimar ,|ge nicht beweifen, daß das Burgarafthum
Plauen, Aldendorf, Reichenbach, Adorf, und ſein alte Würdenlehen und feudum dignitatis
andern Derfern feines Fuͤrſtenthums genom=|fey, das vom heiligen Reich zu Sehen rühre,und
men? Und ©. !. und dem Drden diefelben dem alten Churfürften zu Sachfen des vorigen
- noch im heutigen Tag, nicht ohne fondere merf-|&efchlechts (deß fremder Einſetzling einer, und
liche groſſe Befchwerung, vorenthäle? Und wie |infititius, diefer von Sachfen ift,) je zu Sehen ge=
er durch Chriſtoph von Taubenheim, und ande: |liehen fey, hat er felbft verurfacht, und ift da⸗
re, die Compter- gewaltiglich, freventlich und durch von uns wider die Wahrheit nichts ge-
muthwilliglich ab den Haͤuſern dringen, ftoffen, jfchrieben worden.
verfaſſen, aud) etlicdyen ihr eigen Geld in etli-] 153. Dann damider mag oder Fann die infe-
che tauſend Gilden, per fors nehmen laffen ?|rierte vermeynte erronea inueſtitura Käyfer Si⸗
- Und obwol eines Theils darüber ein Vertrag gismunds, die aus Irrthum beſchehen, gar
aufgericht, verfiegelt und befchloffen, fo ift es nichts Fechten. Dann obwol in folcher Beleh⸗
Doc) die unverneinliche Wahrheit, daß der von nung diefe Worte befunden werden, nemlich?
Sachſen demfelben nie gelebt, oder nachkom⸗ Als dann die vor Alters dazu gehört haben, ge«
men iſt. Wie nun das dem von Sachſen ruͤhm⸗ hören füllen und mögen, und von uns und dem
lich, der unbefcholten und verträglich feyn will, Reich zu gehen rühren; welche Worte der von
hat maͤnniglich zu ermeflen, daß wol anders) Sachfen ganz und vollfömmlich zu feßen uns -
waͤre, mo fein Ruͤhmen den Thaten und Wer-|terlaffen: fo Bat doch Kaͤhſer Sigismund da-
ken gleich wäre. Dann fonft würde er entwe⸗ [durch folches nicht fehlecht, fondern auf ein vor⸗
der dem Orden mit Erftattung aller aufgeha⸗ hergehendes, befannt, Dieweil aber — *
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1614. Cap. 19, Von zweyen Seldsügen, der Proteſtanten und des Kaͤyſers. 15 _
Sachſen nicht erwieſen, auch nicht erfiheint, daß | 155. Es thut ſich Gegenthell auf die Ehro-
das Burggrafthum und Öravending zu Mag: Inifen referiren. Wir wiflen aber von keiner,
deburg und Halle je durch) die vorigen Käyfer die Gegentheil möchte vorgebrachthaben koͤnn -·
den Churfürften von Sachſen, oder jemand ten au) fonderlich Dem dritten zu Nachtheil
zu Sehen geliehen, oder daß fie des Thurfür- Inichts beweifen. Chronica enim, prefertimin
ſtenthums Zubehörungen feyn, fondern das |caufis magnis et magni preiudici, et ımaxi-
Widerfpiel, daß es nicht gefchefen, und auch me in tertii prxiudieium, non probant, Und
nicht alfo fen, aus zweyen Känfer Carls Sehen |wo ver Chroniken follte geglaubt werden, ff
briefen augenfcheinlich und mit Wahrheit er⸗ ſeynd Magdeburgifche und Saͤchſiſche Chro:
findet: fo folgt, Daß Die obgedachte vermeynte niken vorhanden, Die Elärlich fagen, daß die
Belehnung, aus Irrthum beſchehen, erronea, Burggrafichaft zu Magdeburg dem Erzftift
und nichtig. Licet enim illa verba: Als dann Magdeburg vor viel hundert Jahren durch
die von Alters: id eft, prout, et fecundum ; Kaͤyſer Dtten gegeben und zugeftelle fey. Dar
alias non faciant conditionem, fed intelligan- aus nun euer Lieb und männiglich zu ſehen,
tur cauflaliter , quando illud, ad quod fit rela- mit was Unfugen er fid) des Burggrafthums
tio, non apparet; tamen fecus eft, quando fa- zu Magdeburg Anzumaffen unterfiehet, daß
un, ad quod relatio fit, apparet; fed non vt wir ihm feine vermeynte Gerechtigkeit nicht
relatum eft, Vt in caſu prefenti ſunt adtus zweifelig machen doͤrfen. Hätte er dieſe Di-
inueftiturarum, de quibus extant aliquæ feriptu- \fputation felbft roider ung, oßne Berurfachung,
r2, maximz duæ, Caroli Quarti Imperatoris, nicht auf die Bahne gebracht, fo hätten wir es
quæ folum de ducatu Saxoniz, item de digni- auch mol unterlaffen koͤnnen: dennoch darf er
tate Principis Electoris, et de Palatinatu ac of- |vorgeben, daß wir zu folder Difpufation aus
ficio Archimarefchalatus etc. mentionem fa- |Meid und Haß gefommen feyn , deren er do,
ciunt, et quod primum Rudolphus, deinde |und nicht wir, (wie ang.zeige,) ein Anfänger
Wenceslaus, de his fuerint inuefliti, comme- |gewefen ift, und ein jeder wird jeßt ganz leichte
morant. DeBurggrauiatu vero et Graueding lich urtheilen koͤnnen, ob wir folcher Sachen
“in Magdeburg et Halle, quod ad ducatum et einen rechten Grund wiffen, oder nicht; Dar«
‚dignitatem commodi pertineant, et quod ve- bey laflen wir es dißmals berufen. _ 5
teres illi duces Saxoniæ prioris familiæ de his| 156. Aus ſolchem gefaßten Zorn kann der
“ int, vel fuerint inuefüiti, nihil penitus cauetur. von Sachſen nicht unferlaffen; fondern muß
Et ideo confequens eſt, dictam inueftituram unſerm freundlichen lieben Herrn Dheimen,
“ £uiffe et efl& erroneam et nullam. dem Cardinal, Erzbifhoffen zu Magdeburg
154. Wo aud) Känfer Sigismund wäre ver- und Maynz, Churfürften ıc. zulegen, daB
ftändigt oder berichtet geroeft, daß Carolus IV. ©. L. gern rider eidliche, verbriefte, und ver⸗
der Zeit er etwan Herzogen Rudolph von Sach⸗ fiegelte Zufage handeln, und die Sache in eine
fen des alten Gefchlechts mit dem Herzogehum neue Rechtfertigung führen mollte, und unfer
zu Sachſen belehnet, nicht allein denfelben mit darneben auch nicht verfchonet. Was ihne dar⸗
ſolchem Burggrafthum und Gravending nicht zu bewegen möge, in dieſem Streit ſolche Din⸗
inveftiret, ſondern auch einen andern, als Bur-|ge vorzubringen, koͤnnen wir nicht gedenken.
‚chardum,‚BurggrauiumMagdeburgenfem, (wie | Dann will er fagen, daß wir ihn Daran ge
folches Gegentheil auch anzeige), folcher inuefti- bracht, und Daß mir ihne verurfachen, feine
tur oder Belehrung hatte zu einem Zeugen un Recuſation, und anders öffentlich an den Tag
terfchreiben laſſen: fo wäre es Känfer Sigis- zu geben: fo thut er uns damit feßr unguͤtlich.
munds Will und Meynung gar nicht gewefen, Dieweil aber öffentlich wahr, daß die Kaͤhſer⸗
mit einem Ding, fo nicht im Reich wäre ver liche Majeftät, als ein dominus feudi, oßne -
ließen worsen, Herzogen Sriederichen zu Inver|des Erzbifchofs zu Magdeburg einige Zuthat,
ftiren, oder Erfuchen, fich folcher Sachen unterfan-
| | | gen
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N 1 3
1616 1. Abfehn, Dom Seldsug der Proteftanten wider Herzog Heinrich. 1617
gen und angenommen, auch diefelbigen dem gung der Belehnung, und mehr als die ver.
Kaͤhſerl. Cammergericht zu erörtern (als der |meynte Mannheit, gethan hätt,
Lehenherr, und mie ihre Kaͤyſerliche Majeftät] 160. Und obſchon der von Sachfen fih dar.
wohl hat thun mögen,)befoßlen, fo ift. er ©. 2. job verwundern, und etwas feltfam ftellen moͤch⸗
mit ſolcher Auflage nicht wenig zuwider, mie te, fo redeten wir doc) Damit nicht, das der
Kaͤyſerl. Majeſtaͤt Schriften, mo diefelben an Wahrheit unaͤhnlich. Dann man finder nicht
den Tag kommen, fein anzeigen werden. |viel von groffer Mannheit in den Gefchichtbiis
_ 157. Der von Sachſen vermeynt uns mit chern, die diefes Gefchlechts Herzogen zu Sach
Kaͤyſer Sigiemunds Briefe zu übermeifen ‚daß ſen, oder Sandgrafen zu Thüringen , je bey
wir feinen. Vorfahren unrecht gethan, daß fie Roͤm. Känfeen und Königen bewieſen. Das
"das Churfuͤrſtenthum mehr mit Geld, als mit |mit wollen wir aber: niemand diefes Geſchleches
Mannheit erfauft und erworben, und zeige Jaufferhalb des von Sachfen zu nahe geredet ha:
doc) barneben an, daß fie dafür dem Mlarg- ben. Die Dinge feynd aud) fo alt nicht, dag
grafen zu Brandenburg in die zwanzig faufend |man nicht eine gute Wiffenfchaft haben Eönnte,
Guͤlden geben und bezaßlen müffen, daraus | 161. Was fid) aud) die von Sachſen, En.
unfer Anzeigen gnug erwieſen. Daß es aber |gern und Weſtphalen ꝛc. je und allwege
einen blinden Namen haben mag, als: für |folcher Belehnung halben beflagt und noch be.
Koften und Schuld; thut uns wenig irren. |Elagen, das iſt unverborgen. Und nach Aus-
Quia plus valet quod agitur, quam quod fi- weiſung der Chronifen würde der von Sach⸗
mulate concipitur. RE . [fen am wenigſten darzu berechtiget feyn, wel-
158: Nun aber haben mir hieoben dargethan, ches feine Vorfahren auf ihre vermeynte und
daß Diefelbige Conceßlon und Beleihung aus unrecht befihehene Narration erlangt, wie
Jerthum beſchehen, und vermuthlich, Daß ſie droben darvon iſt geredet worden. Aifo thun
auf Herzogen Friederichs Bericht und Poſtu- wir feine Vorfahren, daß fie beruͤhrtes Fürs
Iation ausgebracht, Wie dann ſolches zu ver- ſtenthum mehr mit Geld, als fonft erlangt,
ftehen gibt, daß Herzog Friederich, Landgrafe nicht mit Ungrund befchmweren, und zuförderft
zu Thüringen, alsbald darnad) vom Känfer Si. |Känfer Sigismunden Feiner Unwahrheit ftra-
gismund folcher vermeynten Belefnung, auf fen. Aber dieweil an diefem Streit nicht viel
feine Narration und Angeben, Conftrmation |gelegen, wollen wir esdarbey dißmals
erlangt. Dadurch wir Käyfer ron je laſſen. a Ey
nicht zu nahe veden, odergeredet haben wollen. | 162. Wie es fehr rühmlich feyn Eann, ein
" Daraus €. $. und männiglidy zu verftehen ha- |Ding mehr mit Geld, als Mannheit an ſich
ben, mag er auch wider uns mit feiner erro- \zu bringen, fonderlic) denen, Die männliche
nea inueftitura beweifen und befräftigen mo» |Kriegsfürften feyn wollen ‚Eönnen wir garnicht
ge. edenken. Und warum wir verneinen ſollten,
beruhen
98% :
— 159. Aber man nehme darinn gewahr der daß unſerer Vorfahren einer, als Herzog Hein⸗
Urſache, warum Kaͤhſer Sigismund feinen des
von Sachſen Uranherrn mit dem Herzogthum
Sachſen belehnet: fo moͤchte einer nicht un⸗
ſchicklich daraus ſchlieſſen und inferiren, daß wiederfahre.
rich dev Loͤwe, feiner Land und Leuten entſetzt
worden, wiſſen wir uns nicht zu berichten. Er
ſehe aber zu, daß ihme dergleichen auch nicht
Dann iſt ſolches unſerm Vor⸗
der von Sachſen eben aus widerwaͤrtigen Ur. |fahren, Herzogen Heinrichen, einem viel maͤch⸗
ſach
nung
lig nicht
en und Handlungen weiter ſolcher Beleh: |tigern wiederfahren, um feines Ungehorfams
und = Herzogehums zu Sachſen bil. | willen, fo ftehet ein foldyes dem von Sachſen
fähig fenn follte, oder genieffen. Und auch darauf, der Luft Bat, in Ungehorfam der -
- würde auch wenig der Sachen fehlen, daß fein | Känferl. Majeftät zu leben. |
vermeynter (wiewol auch unrechter) Bericht
mit Darftrefung Geldes, viel zu Ausbrins Inem alten
Lutheri Schriften 17. Theil.
163. Was will der von Sadıfen viel von fei-
Herfommen ruͤhmen: fo er doch
Rereh“ nicht
N
.
Cap; 19. Von zweyen Seldsügen, der Proteftanten und des Räyfers. 1619 ı
richt bemeifen Fann , oder wird ‚Daß feine Bor- wermeynten Religion ſchwerlich kommen, van
faßren Fürften, ober au) geringeres Standes, fie GOtt und feinem Wore zumider if -
der Zeit, da unfere Vorfahren auf ‘Braun«| 165. Nun iſt der von Sachſen nicht allein in
ſchweig und Luͤneburg geherzoget worden ſeyn, den beruͤhrten Edicten, Mandaten und Abs
geweſen. Wir koͤnnen und wiſſen auch unſer ſchieden der Kaͤyſerl. Majeſtaͤt; ſondern auch
Herkommen vor viel hundert Jahren her, vor in den Rechtsordnungen, Nuͤrnbergiſchen
der Entſetzung Herzog Heinrichs des Loͤwen, Friedſtand, Frankfurtiſcher Abrede, und in
bis auf uns ‚in einem ſteten waͤhrenden Stam. Summa, in allen bisher von ihm auch ſelbſt
‚mer und Blut zu beiveifen und darzuthun, dar angenommenen, gepflegten Handlungen unge:
unter gar Feine Einfegling, als er des Herzog. |horfam, deren er Feinem gelebt, oder nach⸗
ehums Sachſen befunden. wird; das fehreiben |fommt. Das bezeugen alle feine böfe und”
wir aber ohne maͤnnigliches Berfleinerung und widerrechtliche Händel und Sachen an dem
ohne Ruhm. BT KKaͤyhſerl. Cammergericht, und möchten gern
164. Daß auch in der Kaͤyſerl. Majeftär doc) Kören, in weldhen Sachen (tie er die
Mandaten, Edicten und Abfchiede, das Ev: Jaud) achten mag,) er einigen . Gehorfam der
angelium Chriſti, unfers Seligmachers, als Känfer!. Majeſtaͤt geleifter Hatte? Darum wo
ungoͤttlich follte angeruͤhrt worden feyn, daran er ſchon hören muß, daß er ein Lingehorfamer
thut er ihrer Majeſtaͤt öffentlich Unrecht und der Kaͤyſerl. Majeftät fey, fo geſchiehet ihm
Gewalt, und redet es aus Unbeſonnenheit. doch darum nicht unguͤtlich, ſondern vor GOtt
Koͤnnte er auch die Kaͤyſerl. Majeſtaͤt, ſeine von und der Welt recht. 9
Osott gegebene Obrigkeit, Höher angreifen, er| 166. Daß andere, und wir, der Kaͤyſerl.
thaͤte es auch. Wir nehmen aber feinen öffent: | Majeſtaͤt Mandaten und Abfchiede gehorfamen,
lichen befannten Ungehorfam an ‚welchen er da- |das erfennen wir uns vor GOtt und der ganz
- ‚mit, mit Beitande, vor GOtt und der ganzen zen Welt ſchuldig; Daß wir es aber allein mit
Welt nimmermehr zu ewigen Zeiten wirdent: | Worten, und nicht den Werfen fhun follten,
ſchuldigen mögen: daß man GOtt mehr dann |geben wir Dem von Sachen nicht zu. Hätten“
den Menſchen gehorchen fol. Dann die Kaͤh⸗ wir nun folches Gehorſams halben einigen Ga
» Kerl. Maieftät Haben je wider GOtt und fein nuß, das mwiederführe uns als einem Öehorfa»
ſeligmachend Wort in ihren Kaͤyſerl. Man- men nicht unbillig. Und wiewol Die Kaͤyſerl.
daten zu halten nichts befohlen; fondern Das Majeftät ung zu einem Conſervatoren der bey⸗
goͤttlich, ehrlich, recht und Chriftlich, und das den Erz. und Stifte Bremen und: Verden ge
dafuͤr vongemeiner Chriftlichen Kirchen bis |geben: fo haben wir. doch deffelbigen um fei-
her gehalten, geachtet noch gehalten und ge⸗ nen Heller in diefe Stunde genoffen, wir bee
. acdıtet wird, Und ift des von Sachen |gehren es auch nicht zu genieſſen. Aus gleichem
vermeynte Religion nicht dermaflen bewaͤh. Gemuͤth redet der von Sachſen, daß die Bäs
vet, daß fie mit gufem Grund im wenig: ter unfern alten wahren Ehriftiichen Glauben
ſten darwider befteßen möchte, Wir möchten nicht gewußt, und daß demfelben der Geiftlicyen -
aud) gern verneßmen, wer es ihne überredet , Chriſtliche Gefänge und Ceremonien nicht. ne
daß feine vermeynte Religion alfo bemäßrt feyn |Bören foilten: mo wir dann für uns felbjt bey
fol, und welcher Unparteyiſcher ihme deß ei- unſerm wahren Chriftlichen Glauben verhar⸗
‚nen Beyfall gethan hätte? Dann daß er und Iren, andere dabey auch laſſen, ſchuͤtzen, ſchir⸗
. bie Seinen foiches fagen, daran iſt nicht ge= men und Bandhaben, wie wir (GDre will,)
nug; fondern es will darzu auch gehören, daß anders nicht wollen befunden werden ‚wie fönne
fie dafur folchergeflale durch vie gemeynte ten wir. darum Könferl. Majeſtaͤt Abſchiede
Chriſtliche Kirchen , nad) bisher gehaltener und Mandaten nicht gnug thun? Es iſt Ray
Srönung, erfannt, approbirt und angenom: |ferl. und Koͤnigl. Majeftät von andern. gefor-
men werde: Dahin wird es aber mic feiner ſamen Fuͤrſten und uns, Das ihrer Dune
| 3618 >
*
——
ſein groſſer Gehorſam?
167. Aus dieſem allen nun iſt zu verſtehen:
Erſtlich, daß die Kaͤyſerl. Majeſtaͤt in Glau—
bensſachen gar nicht verfuͤhret. Und zum an-
dern, daß der von Sachſen ifrer Majeftät
darinn zu geforfamen fehuldig. Und verftehen
alſo recht, wie ein Orthodoxus, Haß die Känfert. |
Majeſtaͤt ein Vogt der Kirchen fey, weiches
fhn, Dom Feldzug der Proteftanten wider Herzog Heinrich,
Neiche zu Nutz und Wohlfahre Hätte] Hinwegnehmung der geiftliihen Güter bey
eyen mögen, nie etwas geweigert worden ;| dem Gegentheil geftoffen? Und wiewol das un⸗
in iſt allmegen, und, noch, der Mangel bey | verneinlich wahr, fo Haben doch Gegenteil auf
dem Öegentheile erfchienen. Das mag der von | foldye damals bewilligte Verglelchung, jüngft
Sachſen mit reinen Gewiſſen nicht verneinen.
Iſt dem von Sachfen fo herzlich leid, daß er
ſich in ſchuldigen Sachen niche mit miehrerer
Unterehänigfeit, als andere , und wir (die er
Schein und Genieß wartende nennet) "gegen
der Kaͤyſerl. Majestät erzeigen follte, warum
thut ers denn nicht? und wo bleibe denn folcher
—
zu Hagenau auf die andere unverglichene Ar»
tifel und Duncten nicht Bandeln wollen, wie
E. 8. fonderlich dem Pfalzgrafen , (fo gegen.
wärtig gewefen ,) wohl bewußt if. Wie mag
denn der. von Sachſen fagen, Daß niemals mit
ihm und andern auf. Chriftlihe Vergleihung
% gehandelt worden? Derfelben Zeit auch der
äbftlichen Heiligfeie Legat gegenwärtig geme«
jen iſt. Und mie koͤnnen uns aud) Die Reichs⸗
füge, und andere Händel des Widrigen uͤber⸗
zeugen? Daß aber die Sachen auf ein Chriſt⸗
lic) Concilium gefchoben, das ift Ihrer Maje⸗
ftät Schuld gar nicht; fondern deren Gegen⸗
theilen, und vornefmlic) des von Sachſen,
die Feine gütliche Vergleichung ( mie auch juͤngſt
‚wider GOtt, feine Ordnung und die Schrift! zu Hagenau geſchehen,) annehmen wollen.
nicht feyn Fann, Dann es fagt der Beillge Au:
auftinus, daß es den weltlichen Chriftlichen
Koͤnigen zuſtehe und gebüßre, daran zu feyn,
daß in ihrer Zeit die Mutter, ihre Kirche, ru:
. Big und unbetrübt bleibe, von welcher ſie geift-
‚lidy geboren feynd. Und fo die Könige an der
Beſchuͤtzung fänmig, mögen fie ercommuni;
cirt und. verbannet werden. Daraus der von
Sachſen wohl zuvernehmen was der Känferl.
Majeſtaͤt Amt und Officium, und was ihrer
Mojeſtaͤt ſich in folhen Sachen zu halten ge—
buͤhre und zuſtehe.
= 168. Eine vergebliche und langweilige Di⸗
i fpufation führee der von Sachſen der Verglei⸗
- ung halben, jo den Chriſten ziemet. Und
| meynet, wir verftehen nicht, was eine Chrift-
liche Bergleichung fey? Und wahrlich, daß wir
es auf feine Meynung verftehen follten, Das
thun wir garnicht, Er fage, ob nicht viel:
- mals mit ihme, und andern, vonder Verglei—
chung auf vielen gehaltenen Reichstaͤgen und
ſonſt geredet, difputire und gehandelt worden,
| oder nicht? Und ob nicht auf dem: gehaltenen
Reichstag zu Augſpurg die Difputation fona-
Be zufammıen gerückt worden, daß man fid) im
mehrern Theilder.ftreitigen Artikel verglichen,
und fich vornehmlich an. der Reſtitution und
Und da gemeine Concklien ausgefihrieben wor«
den, haben fie in mancherley Wege Dargegen
gefochten , geftritten, proteſtirt, alles aus kei⸗
ner erheblichen Urfad). —
169. Alſo kann ſolche Anſtellung den Ge-
gentheil in keinen Weg vortragen, und erſchei⸗
net der Vergleichung halben je und allwegen,
der Mangel habe bis in den heutigen Tag bey
den Widrigen geftanden. Das wolle der ge⸗
meine Mann wohl vernehmen, und dem Ver⸗
führer Ehriftlichen Bluts ganz feinen Glauben
geben; und was wir jegt geichrieben, ift je
lang vor der Srankfureifchen Abrede gefchehen,: .
melche die Kaͤyſerl. Majeftät nie bemwilligee,
oder angenommen hat. Mit was Grund und,
Beftand will nun der von Sachſen fagen ‚daß
die Sache bey der Kaͤyſerl. Majeſtaͤt anhaͤn⸗
gig bleiben fey? und daß wir offentlich ſollten
gefeäle Haben. _
170. Wie förderlich auch die Abrebe zu Frank⸗
furt zue Ehriftlihen Vergleichung bäfte feyn
koͤnnen, Darinn folhe Perfonen (wie fie qua⸗
lificirt feyn ſollen,) beftimme worden, die nicht:
gemefen und nimmer feyn werden, wollen wir
darüber den fehönen Chriftlichen herrlichen Dias.
logum, der des Mürnbergifchen Sriedftands _
und folcher unbewilligtey Ybrede halben ausgans.
Dr 2: | gen,
162r
—
1622 Cap. 19.
en, befagen und bezeugen laſſen.
— wenigers ift, daß die Vergleichung
bey ihme allein nicht beſtehet, dennoch will er
diefelbige feines Gefallens und nach feiner gu-
ten Gelegenheit haben. - Deromegen darf es
nicht viel Difputirens, us
171. Wir haben ge
ann, ober mag er ihme GOttes Wort anlie-
gen laffen , der GOtt und feiner Kirchen zumi-
der ift; und Der unter einem bloffen Schein des
Don zwepen Seldsügen, der Peoteftanten und des Aäpfere, 102
Und ode, gen felbft angezeigt. So wiſſen
—
wir darinnen
nichts, das wider GOttes Ehr, Recht und
Billigkeit ſeyn moͤchte, oder dafuͤr ſollte oder
möchte geachtet werdhen.
174. Wo nun darauf, was ehrlich, göttlich
und billig geweft, der Känferl. Majeftatwäre
ratben worden, wie unrecht hätte man dar⸗
an gethan? Und müflen darum, Die folches ge
rathen, Verhetzer und Abgünfkige feyn? Das
glauben wir gar nicht. Und warum Karte en
uns durch fein Gebiet nicht follen paßiren laſe
fen? Und obaleid) hernadimals nad) etlichen
Jahren die Käyferl. Majeftat auf des von
. Evangeliumsder Geiftlihen und Kirchen Gi-
fer fovirt; und in die Religion alle feine un»
‚gerechte, weltliche und zeitliche Sachen zu zie:
ben, und darunter dieſelben auszuüben fid)
Sachſen und anderer vielfältiges ungeftüm
Anhalten einen: Frieden und Stillftand zw
Mürnberg und Regenfpurg mit ihme und. an⸗
dern aufgerichter: und ob ihme auch von Sa»
uͤnterſtehet; auch die Kaͤyſerl. Majeftät, feine |vilian aus gnädig iſt gefchrieben worden; fü
von GOtt aegebene Obrigkeit, zu verfchmäben , |Fann dennoch daraus vonnoͤthen nicht geſchloſ⸗
und ungehorfam zu feyn, Fühn feyn Darf? fen werden, daß der gegebene Abfchyied zu Aug⸗
172. Ein ſeltſam Argument ift auch das, ſo ſpurg der Känferl, Moͤjeſtaͤt Gemuͤth oder
der von Sachſen vorgibt: es ſey feinem Vater Meynung nicht gervefen feyn follte. Er vers
feligen, und andern, ein Epriftlicher Abichled |ftche den Friedftand und Negenfpurgifche
zu Augfpurg gegeben worden. Daraus er ftill- | Mandat recht, wie diefelben durch den Dialos
ſchweigend einführen will: daß es ihme nicht gum, obangezogen, erFlärt werden, ſo wird er der
um Nutz und eitele, Ehre zu thun, wie erdann | Känferl. Majeſtaͤt Gemürh mol gewahr wer⸗
> folches alfo folgends felbft erklärt. Das willlven. le Mahl min PAR
aber nothwendig gar nicht fehlieflen. So iſt auch 175. Dervon Sachſen rühme von feines Vet⸗
der Wahrheit zumwider, Daß feine vermeynte tern feligen, Herzog Sriederichs, Churfuͤrſten
Eonfeßion unwiderlegt blieben fey. Und wä I;u Sachſen Weisheit, Bernunft und Ber»
re fehr nöthig, Daß er den Augſpurgiſchen Ab-|itand, und weit er vor ung bey den hohen
ſchied feiner Schrift Hätte inferiren laflen, die-| Häptern Gnade. gehabt ıc. das wir aufifm
weil man denfelben nicht weiß, welchen die ſelbſt beftehen laffen. Er mache aud) die Sa⸗
Känferl. Majeftät mit gutem zeitigen Rath che feinerhatben fo gefährlich, wie er will, fü
- aller gehorfamenChurf. Sürften und Stände, be |meiß man dennod) das wohl, wo die beyden Erz⸗
ſchloſſen und geben laffen,, deß man ganz feine Jund Stift Magdeburg und Halberftadt nicht
Scheu träge. Dann er ehrlich, redlich, gött- |gemefen ‚und diefelben rad) feinem Willen und
lich und billig ift, und fremd, daß die Ränferl. | Anfchlägen hätten mit Bilchöffen verforgr were
Majeftät felbft jemals darob einige Befchwer: |den koͤnnen, nad) Abfterben Biſchofs Ernfts
niß gehabt, als der von Sachſen gern den Ein- |feligen, er würde folchen Zorn, Unmillen und
fältigen einbilden wollte.
173. Wo der von Sachſen nicht mehr, oder
weiters hätte haben Fünnen, als die Deffaui-
ſche Handlung; fo hätte er derfelben mit guten
Ehren aud) fehmeigen fünnen. Dann dafelbft ſen ift.
iſt nichts heimliches, noch verborgenes gehan-
delt worden, und man hat es feinem Bater fell:
Grimmigfeit nicht gefaßt Haben, daß er füle
chen graufamen Irrthum in feiner Obrigkeit
hätte erſtehen laffen, dem er feibft (mie wie
berichtet ) fo fehr anhängig dennoch nicht gewe⸗
f Was will dann der von Sacyfen das
mit feine eitele Ehre, Hoffart, und Eigennuß ent⸗
ſchuldigen ? Heiffer das and) die Glorie und —
1
4 1 2&b
Gsttes Worts geſucht? Können wir nicht wiſ⸗
fen, wie groß aud) der von Sachfen die vor-
ſtehende Soraniß immer machen kann. GOtt
wild es ſonder Zweifel anders nicht erkennen,
und ein jeder Verſtoͤndiger dieſer Ding und.
Unmparteyiſcher wird es anders, als wir, nicht
bedenken können, BES Ve
176. Wir halten dafür, es fey durch uns In
poriger und diefer, auch jüngft dem Landgra⸗
ar)
J
le
-
fen gegebenen Antworten, gnugſam ausgedruckt,
worinn der Eigennuß, welchen er ſucht, ſtecke?
Und wo wir es auf die Kirchen und andere
Guoͤter gedeutet, das hätten wir nicht böslich ;
- fondern wahrbaftiglich erfunden, darauf er nim-
mermoehr beſtaͤndige Antwort geben kann, er ruͤh⸗
me was er willl 0. ER
177. Es mag wol feyn, daß wir feinem Ba-
ter feligen‘, und. ihme, mit Treuen gerathen,
(wie wir dann derfelben Zeit mit feinem Ba:
ter feligen in guter Freundſchaft geftanden, )un-
Sefaͤhrlich, entweder die geiftlichen Güter zu re⸗
ſtitulren, oder ſequeſtriren zu laffen. Daß uns
Darauf auch Antwort worden. Ob aber dieſel⸗
bige auf dieſe Meynung, wie der von Sachſen
meldet, eben gelautet, wiſſen wir uns nicht zu
entſinnen. Wir wollen aber die Augfpurgi-
ſche Handlung darüber befagen laſſen, daß Ge-
gentheil weder reſtituiren, noch die Güter ſeque⸗
ſiriren zu laſſen bewilligen wollen. Was be—⸗
darf es dann des vielen Schmüdens ? Und wenn
gleich (Doc) unvergreiflich der Wahrheit,) der-
maſſen die Antwort gelautet, fo Bat fie doch
folche Conditiones und Anhänge, daß Ge:
gentheil wohl gewußt, daß in foicher beſchwer⸗
ichen Geſtalt die Sequeftration nicht fönnte,
N 1. Dom Seldsug der Proteftanten wider Zerzog Heinrich.
1625 %
eigung zu hun, und uns mit vergeblicher Mühe
zu beladen.
178. Wie elende Güter die genommene Geiſt⸗
lichen und Kirchyengüter ſeyn, dadurd) er gern
den Leuten einen Wahn madyen wollte, daßes
ihm um die Güter nicht zu thun wäre, haben:
wir bieoben an einem Dre angezeigt, Daraus
das Widerfpiel fi Elärlidy befindet. Sofeynd
auch feine Lehre und Ceremonien, und nichtdie -
unfere verfuͤhriſch, unchriftlich und ungöttlich.
Und iſt die Meynung ( wie wir allbereit. ange⸗
zeigt, ) feines Vaters feligen, oder auch fein,
nicht gewefen, die Sequeftration der genome
menen Güter einzuräumen, oder mit Willen
zu geftatten. Derbalben ftefet unfer Urteil
noch in allwege recht, daß es ihm nicht um
GOttes Wort, fondern fein eigenen Nutz und.
eitel Chr zu chun ſee
179, Er will mit: der rechtmäßigen Erobes
rung der Güter vom Stift Hildesheim bewei⸗
fen, (welches fürwaßr ganz ſeltſam zu verneh«
men ift,) daß wir weder nach GOtt noch Ge⸗
wiſſen fragen follen. Das thut er uns aber wie
der unfer Berhoffen zulegen. Dann E. !bd,
wiſſen fid) zu erinnern, welchergeſtalt die Kaͤh⸗
ſerl. Maj. unfer allergnädiafter Herr, aus gnaͤ⸗
digem Känferl. Gemuͤth, etwa zu Worms auf
gehaltenem Neichstage, vie Kriegsirrungen
zwifchen Bifchof und Capitel der Kirchen zu
Hildesheim, Herzogen Heinrichen dem jüngern,
zu Luͤneburg, und ihren Anhängern, eines, und.
unferm Better feligen, Herzogen Erichen, und
uns, andern Theils, in Handlung und Verhoͤr
genommen, und da die Güter ihrer Känferl,
Majeft. ben den Widerwärtigen entftanden,
oder würde angenommen werden. Dann of da damals ihre Kaͤyſerl. Maj. mit Rath, Wife
ne das wird man nicht weniger, dann wie all-\fen, Willen, geiſt icher und meltlicher Chur
wegen, die Reſtitution, oder auch Sequeftra: fünften , Fürften und Stände des Reichs, ein
- tion geweigest haben. Dann die Vergleichung | Decret promufgirt, darinn beyden Theilen,
der mehren Artikel bat ſich fo weit, als Diege- demfelben bey Pön der Privirung und Entſetzen
machte Anhänge gelauter Haben follen, nicht aller Lehen und Regalien, auch bey Vermei⸗
erſtreckt. So wir num daraus weder vie Ne- dung des Känferl. und des Reichs Bann, zu
itution zu thun, nod) auch ohne Geding die geleben ‘geboten worden. Als aber die Gegen⸗
Sequeſtration einzuraͤumen, und alſo auch fei- heie au ihrer Vergewaltigung und Mißhand⸗
ne Sequeſtration nachzugeben, feinen Vater lung verharret, ſeynd fie des Ung⸗hor ſams hal⸗
feligen und ihne geneigt befunden: fo iſt ganziben von ihrer Kaͤyſerl. Maj. in die Acht era
ohne Noth geweſen, feinem Vater weiter An: kannt, nn — denunclirt worden, und
3 hat
626 Eap.19. Don zweyen Selösügen, der Proreftanten unddes Räpfers, 1627 _
bat die Kaͤyſ. Majeſt. König Chriſtiern m Dän« weiter will vorgeben. . Iſt mehrere Antwort
nemark, unfern Vettern feligen, Herzog Eri- derowegen garnicht vonnoͤthen.
chen, und uns, zur Execution verordnet. Afo| 182. Ob wir den Domherren von Hildes.
was unſer Vetter ſeliger, und wir, darinn ger heim haben kuͤnzeln wollen, daß wir hrer Nie⸗
than, Daß ſolches aus Befehl der Kaͤyſerl Maj. derlage gedacht, ſtellen wir in eines jeden Be⸗
und nach Nach der Churfuͤrſten, Fuͤrſten und denken. Dann der von Sachſen Bat uns die
Ständen des Beil, Reichs geſchehen tft. Unſicherheit unſerer Straſſen (wiewol one
180. Nun kommt der von Sach ſen allererſt Grund,) fuͤrgeworfen; dargegen mir ihm (ſei.
ganz unzeitlich hervor, und will Kaͤyſerl. Maj. nen ſelbſt Schreiben nach,) der Domherren er⸗
und dag ganze Reich ſtrafen, und waͤre ſeiner innert, daß er ſich ſeinethalben ſelbſt zu berich⸗
Meynung nach ſo viel, als ob die Kaͤyſerliche ten, und zuvor aus feinen Augen den Balken
Majeſt. und andere Stände auch Feines Glau. wälgen follte, ehe er etwas an uns haͤtte firafen
- bens feyn follten. Darf alfo die Kaͤhyſerl. Maj. wollen, das er doch mit Feiner Vergeltung ge⸗
und andere nicht weniger ‚als ung, Damit an» than. Daß aber zween Fremde von Adel in:
regen, Daran er doch ihrer Majeſt. andern und Verſtrickung follten fommen fern, willen wir -
uns Gewalt und Linrecht thut. Und dieweil uns nicht zu_befiheiden, dieweil er diefelben,
nicht allein Bifchof, fondern auch Capitel mit | mer fie geroefen, nicht meldet, und wir nieges
einhelligem Rath delinquirt und mißhandelt, hört, daß jemand von ihm um foldye Sache
welche dann (wie Baldus fagt,) ecclefiam res |wäre geftraft worden. I, r
präfentiren: To hat jeum folchesdelicti willen die] 183. Daß wir geſchrieben: Man folledienon
Kirchen von Kaͤhſ. Maj. alsdem Domino Feudi, | Erfurtd und andere umliegende Nachbaren fra« _
der schen und Megalien privireund entfegt wer-|gen, wie ficher feine Straffen feyen, fo werde
den mögen, und die Kirche billig den Schaden |man nicht viel Ruͤhmens davon hören; folches
empfangen und fragen follen. Alſo ordnen es |fagen wir noch, und ganz unerdicht, und follte
die geiftlichen Rechte, Darinn wird der Gegen⸗ es die Wege erlangen, daß feine umliegende
£heil nicht viel ſtudiert haben, wie er Dann auch Nachbaren ihres Wiffens Kundſchaft darvonges
darvon nichts Hält, fonft wärde er ſolchen Un» |ben follten, fo wird man es gar fein finden und _
grund nicht ausgefchütfet Haden, erfahren. ER. OR
181. Daraus erfcheinet. nun, daß mwir der) 194. Wir ſeynd auf des Kohlhaſen Urgicht,
SHildesgeimifchen Güter ein rechtmäßiger Be⸗ die er ſoll gethan haben, nichtangelangt werden,
figer, nicy£ wider unfer Gemiffen feyn. Und ſo wiſſen wir aud) nicht, was es fürein Urgicht
» was thut eg zur Sachen, wo wir ſchon wider | ift: was haben wir Dann Darauf zu dringen?
unfer Geroiffen ſolcher Güter ein Innhaber waͤ⸗ Wir möchten aber leiden, der von Sachfen Hüte
ven, alses doch gar nicht iſt? Wären wirdar- |te uns diefeibige angezeigt, was es für ein Ur
um eines andern Ölaubens, als bisher in ge- gicht wäre, fo wollten wir ihm mit rechter Ant⸗
meiner Kirchen gebraucht, gehalten und anges | wort gezwaget haben. Wir fagen aber, daß
nommen worden ift? Das achten wir xicht. wir Kohlhaſen nie gekannt und aud) von feinem
Mo uns mehr an den berüßrten Gütern, als Weſen nichts gewußt, wie aud) diefer Zeit den
an unferm wahren Chriſtlichen Glauben gele« von Sachſen und andere uns gern zulegen wol⸗
gen wäre, alfo, daß wir derfelben Güter Fein len, daß wir des Mordbrenneng ein Beftele
‚gerechter Befiger ſeyn follten,, mo mir anders ler und Anrichter feyn folleen, die fi) diefer
uͤnſers Glaubens feyn wollten, (als doc) nicht | Zeit her begeben, (wie auch etlicheißrer gottlom
ift,) fo hätten mir den Weg, welchen der Ge⸗ fen Elamanten uns und andere deffen. öffentlich) —
gentheil gebraucht, wol an die Hand nehmen |auf dem Predigtſtuhl bezüchtige haben, dar«
konnen. Aber Davor wolle uns der allmaͤchti⸗ an doch diefelben uns und die andern unbeſon -⸗
ge GOtt behüten. Derhalben weiß der von nen befihuldigen. Und wie uns anlange, ſo
Sachſen nicht, was gr den einfältigen Leuten follen der von Sachfen und Heſſen dec 2
PR KEIN ren⸗
—
—
16:38. 1,Abfehn. Dom Selösug der Proteſtanten wider Herzog Heinrich. 1629
brenner, die derhalben zu Haften kommen, haͤr⸗ ein Land auf und das andere nieder ſollen po⸗
tiglic) aufung und bie Alnfeen peinigen, mar, | ftirr Haben. Uns nimmt Wunder, wie doch
tern und jaͤmmerlich zureiſſen laſſen, daß fie foll. | folche ungeſchickte Anziehungen den Leuten wohl
ten viel auf ung bekennen und ſagen, daß wir! tun mögen. So iſt ung auch von keinen draͤu⸗
fie mie Geld erkauft Härten. Wo nun dfefe bey⸗ lichen Worten etwas bewußt. Was für tägliche
de aud), und andere, folches über uns und die) Wahrzeichen feynd es dann, daß unfer Vor—
Unfern ausgieffen wollten, ober thären: fo fa.) haben aufruͤhriſch feyn fol? daran er Doc) ſei⸗
gen wir, daß ſie uns (auch unſern Raͤthen,
nen lautein Muthwillen ſchreibet.
Dienern und Verwandten, vie fie gleicherge⸗188. Daß niemand ſeither des von Sachſen waͤh⸗
ſtalt antaſten ſollen,) mit ſolchen böfen Aufla
renden unziemlichen, unbilligen und unchriſt⸗
gen nicht wenig Ruͤgens und Beſchaͤmens zuzie-
lichen Buͤndniſſen oder Conſpiration, ſey von
‘dm und andern beleidigt worden, davon has
ben wir noch nicht ſattſamen Bericht einges
nommen. Die Sachen mie dem Deurfchen
Meifter, dem Biſchof von Meiffen und Mer⸗
feburg, dem Capitel zu Minden, und die wir
mit Goßlar und. Braunſchweig Heben, und
das darvor, undnoch, wider die Erz» und Bi-
ſchoͤffe, Mäynz, Würzburg und andere geiſt⸗
lichen Aebte und Prälaten, und alle andere, die
am Känferl. Cammergericht ſchweben, bezeu⸗
gen das Widerfpiel, Daß eraud) nicht weiter
Krieg, Fehde, Empörung erregt und zugegrifz
fen, ift aus feinem friedfamen Gemüth unter=
wegen blieben; fondern allein, daß man der
Gegenmwehr bat Sorge fragen müffen. Wer
aber ihme zu thätlichen Handlungen, aud) ans
derm je Urfach gegeben, das mödjten wir gen
hören, und ohn allen Zweifel fo wird er mie
Beftand niemanden anzeigen fönnen. Was
täglicher Wahrzeichen feynd dann vorhanden,
die für iin, und ung des widrigen überzeugen
ſollen? Seine Bündniffe und Confpirationes
mögen nicht, noch follen darvor gehalten oder
angefeßen werden, Daß fie zu Schutz und Ret⸗
fung aufgericht,, wie wir allbereit angezeigt.
189. Es wird ſich (wills GOtt!) nimmer be«
finden, daß wir uns wider GOttes Wort An⸗
haͤngigen je untergeſteckt. Wie wir uns aber
ſollen untergeſteckt haben, hoͤrten Dir gern;
dann Darauf ſollte er gute Antwort befommen,
Daß wir auch zu eitelem Ungutem und Ver—⸗
derben des Reichs geneigt ſeyn ſollten, darinn
ſtimmen wir nicht zuſammen.
190. Der von Sachſen hat ſich von der Ord⸗
nung der gemeinen Chrſſtlich Kirchen abae-
worfen, und dat Feine Neiigion, — was
| r ! —
hen. |
7 185. Wiewolder von Sachfen nicht geftedet,
daß feine Verſtaͤndniß aufruͤhriſch, fo fagen wir
doch nochmals, daß wir ihme dadurch wider
die Wahrheit nichts zugelegt. Das findet ſich
aus diefer und der andern Antwort, die wir
dem Landgrafen geben, ganz reichlich und über:
fluͤßiglich. Dann, nefmen, ungehorfam feyn,
Muthwillen treiben, vergemaltigen, niemand
Des Rechten zu feyn, draͤuen, ſcharren, pochen,
Knechte verfammien, aufmahnen, Geld auf
die Hand geben, Uneinigfeit und Zwieſpalt im
Olauben und unter den Gliedern Des Reichs
zu erwecken, und fid) röider Gehorfam und
Recht zuverbinden, Fann anders, als nad) Em.
poͤrung, Krieg und Uneinigfeit zu fliehen nicht
geacht oder gehalten werden. Mi
. 186. Daß aber andere ihn zu ſolchen unchriſt⸗
lichen widerrechtlichen Bündniffen ſollten ge,
drungen haben, Damit thut er Denfelben, auch
ung, gewißlich Gewalt und Unrecht. Lind für-
“ wahr, es reimet ſich wohl: Der von Sachſen
Über Muthwillen und Gewalt, und niemand
will foiche von ihm dulden; Darum dringt
man ihn zu ungöttlichen,, widerrechtlichen und
> unbiligen Bündniffen oder Eonfpiration.
187. Ee weiß freylich viel, wie unfer Reim,
den wir bleher und noch an unferm Hofe füß:
ren laffen, Beiffer, und was derfelbige bedeuten
ſchlafen haben, bis er folches erfahren. Aber
es bat es gleichwol nicht getroffen. Den.
fol, und fonder Zweifel wird er niche viel ge-
woch darf er davon fo ein groß undienftlid)
Geſchwaͤtz machen, daß wir uns um Ruhms
und eigen Nutz willen geängftigt, und
N; E ı i Kr ;
{ X y
4 ‚2
BEE RENZ
Cap. 9. Donzwepen Seldsügen,der ProteflantenunddeoRäyfers. 183
1630 ! E —
er handelt, das muß in die Religion gehoͤren, chen und weltlichen Rechten retten und fchüßen
wie ſolches immer auch von der wahren Neli- will, ſtellen wir in E. 8. und männigliches Bes
Kon geiheilt ift, die bey dem von Sachfen nicht |enfen. Daß aber wir und unfere Bundes- |
ſt. Das beweiſet die tägliche Erfahrung. Wie verwandten ihn und feine, Mitverwandten
göttlich, ehrlich und unverweislich ift denn ſeine gern an Seib, Gut, Ehr, Sand und Luten,
Eonſpiration? Und wie Fönnte fie dergeſtalt zu wider GOtt, feines. fetlgmachenben Worte hab
Unfeiede nicht gemeynt feyn? Was vor groffe |ben, ohne Urſach beſchaͤdigen wollten, da Fon» |
Beſchwerniß und Sorgniß dem von Sachſen nen wir auch mit einander unsniche darum ver:
zeither vorgeitanden, oder. gedrauet worden feyn, |aleichen. . KANTE Sn
Fönnen tie nicht wiffen, Daß es der vielen ge-| 193. Der Abfchied zu Deffau ift zu Nusreu- |
pflogenen Berathfihlagung, anders, denn zu tung Des heiligen Kvangeliums mit dem |
offenbiren, beduͤrft Hatte, — Schwerdt in keinem Weg gericht geweſen.
ıgr. Keine Practiken haben mir getrieben. Wir ſeynd aber der Ketzerey, ungoͤttlichen, aufe |
So feynd unfere Anfhläge und Vorhaben an: ruͤhriſchen und unchriftlichen Sehre, und aud
ders, als redlich, nicht gervefen, die wir vor⸗ gewaltſamen und unrechten Thaten Raum zu
zulegen ganz feine Scheu tragen, wo im Öleich- geben nicht fchuldig. Auf diefe Mennung un-
niß der Gegenteil feine geſchwinde gefahrliche ſere Chriſtliche Buͤndniß gericht und geftellet
Nractifen und Anfchläge auch vorlegen wird. If Welchermaffen haben wir uns denn in
uͤnd trüge der von Sachſen feiner Eonfpiration ‚midermärtigen Reden felbft verftrickt, oder ger
nice Scheu, er würde nicht fagens wo esnuß fangen? Vornehmlich ift aber zu erwegen, daß
und gut feyn follte, fo wollte man diefelbigen des von Sachfen vermeynte Neligion und Lehre
weifen. Man würde auch Doctor Helden die ⸗GOttes Wort zu enfgegen: und daß fein Bor- |
felbige wohl gezeigt haben: Und dann zweifel- haben auf Gewalt, damit. er feine vermeynte
ten wir gar nicht, es wuͤrde ſich fein befinden, Religion (unangefehen, ob er fchon darum nicht
daß des von Sachſen Handlungen und Practi⸗ | viel angefochten worden,) auszuführen gedenft,
cirungen zu eitelem Muthwillen Aufruhr und |geftelle iſt: und Daß er eine einzelne Perſon.
Zuruͤttung gemeiner Deutfchen Nation Wohl: Alfo, wo gleich feine vermeynte Religion (als
farth dienſtlich geweſt feyn, und noch feynd, gar nicht iſt,) rechtfchaffen wäre, daß dennoch
192. Mit Grund und Wahrheit mag der ihm gar Feineswegs gebüßren wollte, mit dem
von Sacfen nicht fagen, Daß wir jemand| Schwerdt diefelbige zu verfechten. - Wie wir
böfe Tuͤck bemiefen, und Muthwillen im Neid) | denn deffen ein fein Exempel an Petro Baben,daß
getrieben hätten. Aber daß er uns an diefem man ſich aud) in diefen Sachen des Schwerdes |
Set mit angezogener Gleichniß zulegt, Das ge- niche gebrauchen foll, die GOttes Nach erfor-
hört ihm ſelbſt zu. Denn ifts nicht wahr, daß | dern, wie es denn "Theophylactus, Archiepi- |
er und andere feines gleichen den Leuten Das |fcopusBulgariz, verftehee und auslegf, welches:
Ihre genommen und noch nehmen? Und wo Gegentheil gar mit nichten thut verantworten,
‚fie darum verurfheile, oder in die Acht erlangt | fondern eine ſtillſchweigende unausgedruckte
werden, fo fagen fie: Man gebe zu Empörung Diſtinction oder Unterfcheid anregen, die doc |
Alrfach, man wolle Rrieg im Reich erwecken. in feiner Perſon nicht ftatt Baben Fann. Aber |
Exempitun ift das Ausfchreiben von wegen der auf unferer Seiten feynd Die Käyferl. und Kö- |
yon Minden, und das iſt rechtſchaffener Weife nigl. Maj. die Haͤupter und die Obrigkeit felbft. |
Mand an den Hals gefihlagen, und. gefage : Was will er nun dazu fagen ?_ Denn er muß
Wo man fid) darwider fegen wolle, werde |je befennen, daß uns folchergeftalt, von wegen |
Hader und Aufruhr daraus entftehen. Erund der Obrigkeit, fonderlic) in einer folchen goͤtt⸗
feines gleichen aber follten niemand das Seine |lichen, Chriftlichen und guten Sadıen, die
nehmen, fo möchte ſolches und anders mol | Handhabung der Kirchen und GOttes Worte, |
verbleiben. Ob ein folches nun möge genennt und ihm und feinem Anhang, als einzelnen Per-
- werden, Daß man ſich nach göttlichen, natürli= fonen, gar nicht gebüßre, Derbalben 7— |
und
t
H 2 . Abſchn. Vom Selözug der. Droteftanten wider Herzog Seintich. 1633
und feynd wie für feinen Aufrüßrer zu halten.|. 195. Was darf es viel Anzeigeng deren, die
Daß: aber unfere Chriſtliche Buͤndniß offenfiua | fich nach dem Augſpurgiſchen Neichstage zu ih⸗
ſeyn follte, das ift dem von Sachfen vielleicht | nen in ihre Buͤndniß gezogen ?. fo-es doc) öf« -
unbeſonnen entfallen, hätten gerne feine Erfla: | fentlich, wiffentlich und notorifch, daß wir we⸗
tung derhalben gehört, denn follte er gewißlich |der das, noch ein anders erdicht haben, der
14
‚gute Antwort wiederum eingenommen und em«
pfangen haben, und foldyes mie Wahrheit, ob
ſie ihm gleich nicht gefallen hätte,
194. Der Biſchof von Meiffen unddie Stadt
Muͤhlhauſen feynd nicht als Unterthanen in
dem Chriſtlichen Nuͤrnbergiſchen Buͤndniß,
noch auch als Schutzverwandten, ſondern als
Staͤnde vor ſich ſelbſt, wie denn der Biſchof
von Meiſſen ein Fuͤrſt, und Muͤhlhauſen eine
Stadt des Reichs ſeyn. Wir geſtehen aber
gar nicht, daß durch den angezogenen Artikel
der Buͤndniß, die, ſo einem allein zu verſpre⸗
hen nicht zuſtuͤnden, ausgeſchloſſen ſeyn foll-
ten, wie es auch die Meynung gar nicht iſt.
So iſt Erfurth dem von Sachſen auch nicht un⸗
terthaͤnig. Und was vor groſſe Gerechtigkeit
er und andere an Muͤhlhauſen ſich beruͤhmen
koͤnnen, das weiß: man wohl. Sie werden
ein anders bald erfahren.
haufen in die Chriſtliche Buͤndniß bemogen,
wiſſen die von Muͤhlhauſen wohl, und wo mir
es gethan, fo wüßten und koͤnnten wir es des
von Sachſen, noch auch anderer halben gar
nicht verneinen, denn wir haͤtten daran recht und
wohl gethan. Was wir uns aber gegen die
Wer die von Muͤhl⸗
von Sachſen ſage von widerwaͤrtiger Bewei⸗
fung mit den Potentaten gleich was er will.
Wir fagen auch nicht, Daß diejenigen, welche
(wie berührt,) nach dem Augfpurgifchen Reichs⸗
tag in feine Conſpirgtion kommen, feiner ver-
mennten, neuen , unbemäßrten Neligion
nicht feyn, fondern daß fie wol nimmermehr ih⸗
rer Religion worden wären, wo. das Prackiciren
verblieben wäre. r PER:
196. Der von Sachſen dürfte es fo weit nicht
werfen, und uns darum fehr fchelten, daß
wir gefchrieben : daß feine und feines gleichen
Sachen müßten Religionfachen feyn, koͤnnten
£ein ordentlich Recht leiden ıc. en wir ha⸗
ben ihm und feines gleichen damit Fein Unrecht
gethan, deß thun wir uns an das löbliche Kaͤy⸗
fer. Sammergericht referiren, Dafelbft des Ge—
gentheils und feines gleichen Handlung, nichts
anders als unrechtmäßige Proteftationes und
Recuſationes. Wie unterwerfen’fie fich denn
dem ordentlichen Gericht? Alſo ‚befmden wir
täglich bey ihm und feines gleichen, fo fie mit
J® |
hen fie ſich mit geoffer Noch und Angſt, wie
fie den Sachen einen Schein ihrer vermeynten
nd zu thun gewinnen, fo fuchen und be⸗
‘von Muͤhlhauſen erboten, daran foll (0b GOtt | Religion geben koͤnnten; es reime: fich gleich
will,) an uns gar nichts mangeln ; und ob wol wie es kann oder wolle, fo müffen es Religion«
ſie allererft nach der Frankfurtiſchen Abrede \fachen feyn. Der Erempel, die auch ung be-
‚von fich ihre Derfchreibung gegeben, fo fennd |gegnen, müßten wir viel zu deduciren, wo es
fie Doch Davor in der Verbuͤndniß geweſen. ſonſt nicht allenthalben offenbar und Fündlich
So iſt aud) die Frankfurtiſche Abrede weder ware. — | — *—
bewilligt, noch angenommen. Daßerabernach | 197. Und zu ſolchem ihrem widerrechtlichen
derſelben Zeit dem Deutſchen Meiſter etliche Vornehmen mag ſie weder der Nuͤrnbergiſche
Haͤuſer genommen das wird er nimmer ver- |Friedftand, noch Feine andere Handlung fuͤr⸗
neinen mögen. Was uns auch von feinen Itragen. Deß wollen wir uns auf den fehönen,
Bundsverwandten etlichen begegnet, ift ung ehrlichen und Chriſtlichen Dialogum, ſo des
weder verborgen, noch vergeffen. Mit was |Nürnbergifchen Sriedftands, Negenfpurgifchen
Beſtand Fann nun der von Sachſen fagen, daß | Ränferlichen Mandats, und der Proteſtieren⸗
wir Damit unſerer Buͤndniß und Känferlicher den Ausſchreibens halben wider das Känferl.
Majeſtaͤt Handlung zuwider gehandelt? oder Rammergericht, ausgangen, Kuͤrze halber
auch, mie koͤnnten wir darum nicht ein gehorſa⸗ |referirt und gezogen haben. Und mwasifts, daß
“mer ober friedliche Fuͤrſt feyn? Gegentheil in Den Unterhandlungen des Nuͤrn⸗
Lutheri Schriften 17, Theil, sun bergis
3634 Cap.ı9. Don sweyen Seldsügen, der Proteftanten und des Räpfers,. 16%
bergiſchen Sriedens etliche Sachen ausgedrucft ?; 199. Ob nicht feine Handlung proteftatio- -
fo Doch die Kaͤyſerl. aa feine infonder- | nes und recufationes feyn in. Röpfetl, Cam
heit bewillige, und fie fic) auch felbft deſſelbi⸗ mergeriche : das mollen wir diefelben Sachen
‚gen nie gehalten. Dermegen fich hieher fehr | felbft bezeugen laffen. Und ob er feiner Con⸗ \
übel reimt: quod Exceptio confirmet regu- | fpirationsverwandten Huͤlf Darinnen verhoffe
lam; und fönnten die vermeynten Derzeichnif | oder nicht: Bat ein jeder ganz leichklich zu ver⸗
fe den Gegentheil aus angezeigten Arfachen !ftehen. Und demnach fehen wir noch nichtatte
gar nicht fürfragen. Und wird aud) fällchlich | ders, denn daß es dem von Gachfen nidie um
dem löblichen Kammergericht zugemeflen , daß GOttes Wort, fondern eitel Ehr und rigen ”
ihm und feines gleichen der Nürnbergifche Fried» | Nuß zu thun iſt. ; ra
fand dafelbit nicht fey gehalten worden. 200. Welchergeftalt der von Sachſen fih
- 198. Und ob ſchon feyn mag, daß die vonder Wahlfachen halben bey feinen Eonfpiras
* Solar und etliche andere aus ihren weltlichen | tionsvertwandten zu bemühen hatte: das mögen
Sachen Religionfacdhen zu machen, fich nicht | wir keineswegen gedenken. Darum wird er
unterſtuͤnden. Nam vna hirundo non facit ſich damit nicht ſchoͤn machen. Aber des Car-
ver, Auch feynd diefelbigen Sachen vor iß- dials und Erzbifchofs zu Maynz und Mage
ger vermennten Confpiration am Cammerge⸗ deburg ꝛc. unfers freundlichen lieben Heren
richt anhangig worden. Sonft hätten die von | Dheims, Schwagers und Gevatter halben ifts
Goßlar nicht-unterlaffen, ſolche Sachen in bie | geroiß ‚, daß er ordentlich Recht nicht leiden
Religion zu ziehen. Wie E.L. und. männig- — denn ſonſt wuͤrde er die Känferl. Maj.
lich hie wohl verneßmen, wie gern der von Sad): | oder ihrer Majeftät Commiflarien, das Cam:
fen diefelben in feine vermeynte Eonfpivation | mergericht zu recufiren, nicht unterftanden has
und Religion nachziehen wollte, da er fehreibt: ;ben. Aber was iſts vonnöchen, viel von dem
Er und andere werden denen von Goßlar toider | zu Difputiren, daß er und feines gleichen Fein
uns Huͤlf mitzutheilen, nicht unterlaffen. Daß | ordentlich Recht leiden mögen: fo folches der
‚sole aber die von Goßlar befchweren und be= | Hagenauifche Abfchied ganz Bel, Elar und aus '
drängen follen, an Zu: und Abfüßren, an Gehölz | genfcheinlich uns mitbringt, dahin wir ung Kürze
zen, und in andere Wege, das wird der ven | halber ziehen. a
Saͤchſen auf ung nicht drängen Fönnen, und} 201. In welchen Sachen das Kaͤhſerl. Cam»
wird öffentlich Durch die Kaͤyſerl. ergangene Acht | mergericht bisher wider die Confpirationsvere
wider die von Goßlar überwiefen. So weit | wandten fortgefahren, und noch fortfähret, vie
hat er und andere die von Goßlar ung zu enf- |feynd durdy der Känferl. Majeft. Handlung,
gegen fürgefchoben, und daß fie darüber in die |oder Befehl angeftellt worden. Und daß es
Acht denuncire und erklärt worden feynd. Mit wahr, fo thun wir uns auf den gedachten Chriſt⸗
was Zug und Ehren er und andere ihnen |lichen und göttlichen ehrlichen Dialogum refea |
nun Beylegung hun mögen, wider die Käpy- |riren, der folches nach aller Nothdurft, und |
ferliche Majeftat und des Reichs Acht, und in [alfo gründlich und beftändigtich declariret, daß |
feiner vermeynten Neligionfachen : das ge |es der von Sachfen mit dem wenigſten nie |
ben wir männiglich zu bedenfen. Aber gut |ablefnen Fann, Iſt derhalben ein lauferer Un- ° |
ifts, daß wir des von Sachſen guten Willen | grund, Daß in folchen Sachen das Kammer: |
vernehmen. Denn Dargegen wollen wir uns gericht nicht Richter feyn koͤnnte. Der Gegen⸗
wol zu halten wiſſen. Lind wiewol er auch gern theil haͤtte es wol ſolchergeſtalt gern, aber mit
€. und andere Churfuͤrſten, Fuͤrſten und keinem Grund noch einiger Ehrbarkeit kann
Stände, der von Goßlar halben wider uns be |und ſoll es auch nicht dahin gebracht werden.
wegen wollte, fo zweifeln wir. doch nicht, E.L.) 202. Daß auch foldye des Cammergerichts
und andere. werden fich aus ſolchem Grund |taugliche, unverdächtige, qualificirte, redliche
wider uns nicht verhetzen laffen, Imnd ehrliche Perſonen, mit einigem en
ru
—
—
‚Dom Seldsug der Proteftanten wider Herzog Heinrich. 163%
nd und Urfachen möchten oder follten re» 1lichen Defenfivbindniß von wegen des Wa
t werden: das wird Fein unparteyifcher, Per gefeßt : Unter was Schein der Keli-
aͤndiger und eßrliebender Menſch bey ſich gion, oder Daß es der Religion anfangen, oder
ffen mögen. Darf dennoch ſagen: daß ;nachfolgen follte, jemand von ihnen betrübe
e:alfo verdächtig, daß fich die natürliche Ele: | würde, daß man ſich defenfive dargegen feßen
ment billig vor ihrem Verdacht enefegen möch- | wolle, nicht Datum, Daß ſolche Sachen der Re⸗
ten. Das heißt fuͤrwahr grobe Span gehauen. 9* anhaͤngig, oder nachfolgig ſeyn muͤſten.
= Mas er auch redet: wie nicht der unweigerſte Alſo iſt noch von uns mit Beſtand beſchrieben
Theil von Churfuͤtſten, Fuͤrſten und Staͤnden, worden; Daß © il |
den berüßrten Sriedftand follen beroillige Haben, | tem
ohne daß es den Widertheil aus angezeigten Ur⸗ Je
fachen nicht releviren oder erleichtern mag: fo
iſts auch ein folches bloß, leer und nichtig Fuͤr⸗
—*
N
mn. ©
je en Dialogum,
Und Daraus erfindet ſich weiter, Daß Gegen«
theil ordentlich Recht nicht leiden Fann, und
geben, Daß es Feiner Antwort wereh it.
203. Und daß Kaͤyſerl. Majeft. durch das
Cammergericht Fein Ungehorfam iſt geleiftet
daß wir ohne Falſch gefagt: daß er den Ka er
müßte Kaͤyſer bleiben laffen c. Und a
er die Käyferl. Majeft. für Feinen Richter
da
. worden, ift alibereit gehört. Derhalben auch — oder leiden will ꝛc. Was er ſich gleich
ohne Noth für das Cammergericht weiter, oder auch Dem zu entgegen hie ruͤhmet und. verneh⸗
mehr Wort zu verlieren, und wird das Cam⸗ | men läffet, welches eitel Ieere und bloffe Wort
mergericht darum, ofne allen Zweifel, gute|feyn sc. Aber er iſt ung mit diefen Worten :
- Antwort an gelegenen gebührenden Drten |daß mir Fnechtlichen, eigennüßigen und ruhm⸗
wol zu geben wiſſen. Igeizigen Gehorfam der Känferl. Majeft. leiſten
264. Was will aber der von Sachfen fo viel | follen, 2c. feßr zumider. Cr thut auch den hel⸗
von der Rechtsverfehung fagen: was von |ligen Päbften Gewalt und Unrecht, daß fie
Hauptpuncten verordnet, Daß es auch von dem, nicht haben GOttes Wort GOttes Wort feyn
fo daran hängt, oder billig daraus erfolgt, ver⸗ laſſen ec. Und fo aber in ifren Satzungen
ftanden werden foll: fo doc) das Känferliche | das Widerfpiel befunden wird, wollen wir es,
Mandat flärlic) vermag, daß alle Bergewal-| als unvonnöfßen, zu difpuriren unferlaflen, -.
tigung, fo es Glaubens halben gefchehen, im| a Ba
‚Rechten beflagt, und mit Pön des fandfrieds| 206. Der von Sachfen fehe eben recht an _
verfolgt werden folfen. And ob wol der Pro⸗ unſer vorig Schreiben. So Haben wir geſagt:
teſtirenden Sachen daraus flieflen, Daß fie in das Reich fey nicht fo Frey, daß er und der von.
‚die Kischen gefallen, und derfelben Renten, | Heffen darum nicht fhuldig wären, demſelbi⸗
Zins, Guͤlten und andere Güter, ‚mit Ge⸗ gen die gethane Pflicht und Eide zu halten.
talk eingenommen ; fo feynd doc) folche thätli-| Ob er nun feine Pflicht und Eide gehalten,
che Sadhen darum nicht geiſtlich, ſondern |darvon feynd wir albereit gehört, und er mag
vermoͤge der Rechten, lauter temporal umd Sa-|es am beiten wiffen, wo er es anders wiſſen
erilegia. BR | will; Daß er aber die Kayſerl. Majeſt. feinen
| Richter und Oberherrn nicht will laſſen,
205. Mit unſerm Buͤndniß mag er ſich auch
nicht ſchuͤtzen, denn darinn lauten die Worte] das bezeugen feine Handlungen, und iſt der
alſo: Sn der Religion, und mas derſelben von| Kayf. Majeſt. ſelbſt mehr und beſſer bewußt,
— anhangen und nachfolgen ſollte ꝛc. alfo Daß es unſers Antragens gar nicht bedarf,
"Daß der Öegentheil Sacrilegia aber von Rechts | dann feine tägliche ungehorfame Händel bes
wegen der Religion weder anhangen, noch nad): | Elagen ihn felbft bey der Kayf. Majeſt. Wir-
folgen fönnen, und daß fie in dem Sriedftand | feynd ganz ungezweifelt, die Kayſ. Majeft,
- nicht begriffen feyn mögen, haben wir allbereit | haben uns bisher (ohne Ruhm) nie anders,
vermeldet. Und feynd die Wort unfers Eprift- | dann ——— aufrichtig und m,
rs | — 2 funden,
1638 Cap. i9. Von zweyen Feldzuͤgen, der Proteftanten und ‘des Räyfers. 169.
unden, und ung alfewege (wills GOtt) nicht diger und Unpartepifcher wird es auch Davor
. anders: befinden ſolen. TRETT lachte OR nt ee a, ce Mer
“ 207. Unfere Händel find (ohne Ruhm,) ge | 209. Wir haben nod) feine redliche und goͤtt
recht, ehrlich und redlih, und gar nicht ge- liche Urſach gehört, warum der Pabſt, die Car⸗
mwaltthätig, wir haben auch von wegen Käyf, dinaͤl und Bifchöffe nicht: Fünnten oder follten
Majeft. nichts unehrlichs gehandelt, over zu über Öegentheils vermeynte und ungöttliche Re⸗
Handeln angenommen, Niemand ift auch von ligion Nihter fg 9.0.
der Kaͤyſ. Majeft. wider Recht oder Freyheit 210. Weder Cammerrichter oder Benfiger
gedrungen worden, und es ift ihrer Majeftät |feynd von uns gefegt oder verordnet worden,
hochloͤblich, daß fie. Tuftitiam adminifiriren, und uns iſt auch diefelben zu ordnen und zu ſetzen
einem jeden, was recht ift, wiederfahren laffen, | wenig befohlen. Was gibt'er uns dann damit
Das Gute handhaben, und das Liebel ftrafen, Schuld? Daßaber diefelben der alten, bewaͤhr⸗
. als ihre Majeſtaͤt bisher Töblich gethan, und ten, göttlichen und Chriſtlichen Religion feyn
Binfüro (fonder allen Zweifel,) thun werden; füllen, das ift göttlich undreche.. Dann warum
denn werden ſich auch alle Sachen wol finden follte man die unruhigen, abfrünnigen und hx-
und ſchicken. Mi? El © [reticos Dazu verorönen? ft nun Caſpar von
“ 208. Cammerrichfer und Beyſitzer feynd Seidewitz dergleichen einer, ſo hat er fih des
darum nicht unfaugliche, unbequeme und ver- Nichtzulaſſen halben: mit Sugen nicht zu be-
dächtige Richter, Daß fie des von Sachfen ver: ſchweren. Derhalben aber, (mie wir gehört
meynter, ungöttlicher und unbewährter Neli« feynd,) mag der von Sachſen dag Cammerge-
gion und Glaubens nicht ſeyn, Daß Derhalben richt. nicht recufiren. Auch in Bedenken, daß
der von Sachfen fie mit einigem Grund zu re⸗ die Sacrilegia, Kirchenplünderung und andere
cuſiren, Fug hätte Dann daß fich der von |friedbrüchige Ihaten nicht für Neligionsfa«
Sachſen von unfeen wahren, alten, Ehrift- |chen Fönnen oder mögen verflanden werden.
lichen Glauben abgeworfen, feynd Sammer: | Das reden wit je aus feinem Haß, fontern be:
richter und Beyfiger nicht pflichtig, daß fie der daͤchtlich⸗ und aus gerechtem göttlichem Eifer,
halben feine geübte Sacrilegia und friedbrüchi- | Wir Haben num fo viel zu den Sachen gereöt,
ge Miphandlung loben und billigen müßten, \dap Feiner Antwort die folgende Argumenta-
wider bisher [ößlichen, rechtlichen, und gerech- |tion a minori ad maius würdig ffir
ten Saßungen, Drönungen und Eonftitutio-) ‚ zı1. Micht allein das Cammergericht, fon-
nen. Es reimt ſich zumal fehr übel, wo’ je- dern die Kaͤyſ. Majeſtaͤt felbft, Fann der von
mand mißhandelt, daß demſelben darum fei- Sachſen für feinen: Richter leiden. Das be-
‘ner Mißhandlung halber, den Richter, ſo zu |zeugen feine Drüce mehr als an einem Drt.
ftrafen des Böfen und Handhabung des Gu- Wir wollen aber gern miffen oder hören, weß
ten geſetzt, zu recufiren, als verdächtig, gebüß: | Statt Cammerrichter oder Beyſitzer hielten ? ob
- ‚ren wolle. Alſo auch will es nicht lauten, daß |fie nicht Die Känf. Majeſt. repräfentiren? ©
den von Sachſen Cammerrichter und Beyſt nun Der von Sachſen mit ſeiner vermeynten,
tzer als fuͤr verdaͤchtig zu recuſiren und zu ver⸗ unrechtmaͤßigen Recuſation zu verſtehen gibt,
‚werfen erlaubt ſeyn füllte, deshalben, daß er. ge⸗ daß er Cammerrichter und Beyſitzer nicht zu
frevelt, mißsandelt und geſuͤndiget hat. Zu Richtern leiden. will: wer kann dann anders
dem er nicht ermeifen Fann, daß etwas wider fchlieffen, Dann daß er. die Kaͤhſ. Majeft. und
ihn, fo den Rechten und Räyf. Majeft. zu ent- |derfelben "Cammergericht, nicht feinen Ober-
gegen gemeft, je durch Cammerrichter und Bey \richter und Gericht will feyn laſſen? wie auch
ſitzer wäre gefprochen worden. ' Geben: wir die Öleichniß ſich reimer, alfo if fie aud) ge=
"dann Damit unrecht für, daß der von Sachfen |druckt. Niemand weiß, was es iſt. Derwe⸗
das Cammergericht zu recufiren Feine Fug ha⸗ | gen fo it folches guter, beftändiger, und nicht
‘be? Das glauben wir nicht, und Eein Verſtaͤn⸗ boͤſer Weife von ung arguire worden, - —
9 gi IE Er Eh wu 3
ch, Dom: Seldsug der Proteftanten wider Jerzogeintich. 1641
fe unrecht, daß man dem von Sachfennicht nen Händen geftanden feyn foll. Und was ar⸗
- Cammerrichter und Benfiger ordnet und feßk, guirt darum, daß wir der Kaͤyſ. Majeft. nicht
die ſeiner unbewaͤhrten Religion und unchriftli- angenehme und getreue Dienfte follten bewie⸗
n Gemüthe feynd;, die alle feine Händelbil- fen Haben ? Und doß ihme derhalben follt nach⸗
aber die Kaͤyſ. Majeft: werden fich der |gegeben feyn, allen Ungehorfam und Muth-
Gebühr wol zu Halten wien. - ., Wweillen unfträflich zu üben, halten wir gar nicht,
"212. Wie wir jegunder das Cammergericht Und möchten wol erlitten haben, daß er hätte
. 3uloben, nad) ausgegangener Citation der Pur⸗ ausgedruckt, was es vor ſchimpfliche und un⸗
dationartikel halben, unterlaffen, das hat er chrliche Wort geweſen, deren wir uns zu Aug⸗
wohl vernommen. Bir ſeynd (one Ruhm) ſpurg gegen ihme folcher Sachen halber follten
> ein folcher nicht, der um eigener Sachen wil⸗ |haben vernehmen laſſen. Dergleichen wiflen
len das Gute fchelten und das Böfe loben foll: wir uns nicht zu befcheiden, daß wir ihn foll-
> te. Aber daß wir den Doctor in Kaͤhſ. Ma: ten ermaßnen laffen, daß er nicht follte in Wahl
jeſt. Geleit niedergeworfen, gefterbt, auch an- des Römifchen Königs confentiren oder bewil-
dere Ding begangen haben ſollen, das feynd |ligen. Darauf wir dem Sandgrafen Antworf
wir ihm nicht geſtaͤndig. gaethan, dahin wir uns dann auch referiren.
3. Weiter, da er vermeyntlich von der Wahl⸗ 216. Mit ven angezogenen aufgerichteten
ſache diſputirt und redet, thut er ſich ruͤimen, Vertraͤgen zu Cadau und Wien, wird eben
wie er dem Reich die gethane Pflicht und Ei- das Widrige deß, fo der von Sachſen hie für«
de ehrlich geleiftee, welches wir doch Dem von gibt, beriefen. Dann im Cadauifchen Ber-
Sachſen nicht gar zugeben. 00.00 frag wir befinden, daß er unter Geſtalt der
2.214. Daß aber der von Sachfen diefe Wege Wahlfachen erlangt, daß ihme und feinem
geſucht, und noch ſuche, Dadurch) des Neichs ge- Bruder Die Sehen und Regalien verliehen, und
mieiner Stand und Kath, auch die hergebrach- daß auch der Vertrag zwifchen ihme und Yü-
te Freyheit und Gerechtigfeie möchten erhalten lich durch Die Kaͤhſ. Majeſt. fol confirmirt und.
bleibenꝛc. mögen wir. nicht begreifen, gejtehen |beftätige werden. Das heiſſet nicht eigenen
es aber auc) garnicht. Dann, weil vermöge Nutzen; fondern allein des Reichs Wohlfahrt
der Güldenen Bull die Wahl, fo durch die meh: Igemennet. " Und dafelbft befindet fich auch fei-
rere Zahlgefchieht, Davor zu halten und zu feha- Ine vorhabende vermeynte Neformirung der Guͤl⸗
Ben ift, als ob die von ihnen allen , durch nie: |denen Bullen. Er bringe nun dieſelben Ver⸗
miand mißßellig , einmüthiglich vollbracht wor- träge an Tag oder nicht, fo werden fie ihme
den fey: jo Bat hieraus _männiglic) nicht un- |wenig fürträglich feyn. Daß mir aber folches
leichtlich zu fhlieffen, daß der von Sach: Inerurfachen follen, thuter ung Gewalt. ar
> fen.der Rom. Königl, Majeft feinem qu: | 217. Er mag ſich von fattlichen Gründen,
ten Grund ihren Titel weigert ‚ und nicht zule= Contradiction, und von feinem Bettern ; Her:
gen will Was er aber Damit meynet und fu: zog Sriedrichen feligen, in diefer Sachen rüßmen,
het, Dieweil es vielen offenbar: fo achten mir was er will: fo Haben wir es bisher von andern
unmnoͤthig, folcjes weiter an Tag zu geben. Den: wenig ruͤhmen oder loben hören. Dagegen wird
noch will er für einen folchen angefehen ſeyn, er auch wol gute Antwort vernehmen, 100 e8 zu
der allein des Neichs Wohlfareh meyne und fu: |Werhör fommen würde. Aber er Fann in fol-
he Und ift die Güldene Bull fo Elar für ihn her Sache, wie in allen feinen andern, auch
vicht, als er fürgibt; wie wir. dann ‚gehört keinen Richter lelden oder finden, der ihme be«
| ſeynd. BIKE: quem feyn will, dennoch müffen feine Sachen
215. Esift nicht alſo eben lauter und Elar, wie ſo gut und rechifertig feyn, Daß ihme Rechts
5 Vettern feligen, Herzog übrig bleiben muß. ; ;
5 bigeder Kayſ. 218. Nichts weniger erfchrecflich ifts auch
ieber gönner, Die in fei- von ihme zu vernehmen, daß er meynet und.
— A vor⸗
ART x N — ES
nten und Des Kaͤpſer
vorhat, ihme Gunft, Beyfall, Adhaͤrentz, auf: macht, das ift er und fein ‘Bruder, vor denn
ſerhalb dem Reich, bey fremden Potentaten, das Volk feufzet aus dem Geift GOttes.
wider — Koͤnigl. Majeſtaͤt und das 221. Was wir nun hinwiederum dem von
Reich der Wahlſachen halben zu machen. Es Sachſen auf die Sachen, die er fremde nennet
iſt aber nicht allein Unbeſonnenheit, ſondern un: und doch ſelbſt verurſacht hat, und pertinem-
treulich gemeynt und gefuche, feinem Eid, tes und gereimt feynd, zu unferer Gegenwehr
Pflicht, auch geruͤhmten Gehorfam ganz und und Beichügung, wahrbaftiglich, ohne Liſt,
gar ungemäß. a Ruhm, Gnade, Gunft, Nus, und Erjagung
210. Daß ung Widerwärtigfeie von ihme groſſen Wohlgefallens, aus bedränglichen Urfae
und andern feines gleichen, um unfers (ohne chen und Rechten (ohne Ruhm), Eifer GH
Ruhm) en Balben und daß wir feirlees Worts, der Gerechtigkeit und Käyf. Mas
nen böfen Sachen feind feyn, begegnen, deß jeſt. Reputation, Auckorität und Präemineng
ſeynd wir wenig erfchrocken, und irret unsaud) |halben, in Antwort gegeben, Haben wir &.&
wenig. Was uns aber neulich von wegen un⸗ (wiewol fiees felbft wahr wiſſen,) dennoch, dar
ferer Händel (wie wir nicht anders, ohne Ruhm, mit der von Sachfenbeffer feines Unfugs moch ⸗
als die, ehrlich und wahrhaftig ſeynd, miflen,) |te erinnere werden, und ob er mürdige Frucht
am Känf. Hofe von einem wiederfaßren ſeyn derReue thun wollte,nicht mögen verhalten. Und
ſollte, dadurch) das Vertrauen bey der Käyf. demnach wir ung allbereit im Anfang bedinget,
Majeft. unferthalben fchier gar abgelegt ſey, da mo wir etwas als unnoͤthig auf des von Sach⸗
von ift uns ganz nichts bewußt. Dann (oßne |fen Schrift zu verantworten unterlaffen würe
Ruhm, GOtt Lob!) wiſſer wir uns aller böfen den, daß wir dadurch dem von Sachſen nichts
und uneßrlichen Sachen frey und unſchuldig, wollten eingeräumt oder geftanden haben: foift
die uns bey den hohen Haͤuptern in einigen |hie ohne Noth, weitere Bedingung zu machen,
Verdacht ziehen möchte: fo geben die Käyf.Iund behalten uns nicht weniger, als Gegene
Majeſt. ipme und feines gleichen fo bald Glau-|cheil, vor, auch weitere Antwort in norhbürftte
ben nicht, ehe dann ihre Majeft. (mie dann gem Fall zu hun. Daßer fich abereiner weis
Löblich,) der Wahrheit beſſer erkundet, und uns |cern Verantwortung, die er zu thun auf unfer
auch Darauf gehört; deß wir uns dagegen ihrer |neu Augfchreiben (davon er Bericht und einen
Majeftätin Unterthaͤnigkeit billig zu bedanken | Abdruck empfangen,) bedache zu feyn beruͤhmt,
‘Haben, und auch an ihrer Majeft. hoͤchlich zu damit hätte er ung ſchier erſchreckt, daß wir
rüßmen zu preifen ift. Der tandgraf Bat ſei⸗ unſere beftändige und wahrhaftige Antwort uns
nes falfchen Anziehens von uns gute beftändige | terlaflen hätten. Aber es ift ganz ein kindiſch
Antwort befommen, daß der von Sachfen hie Ding, daß er vermeynt, ung mit Dräuenabe
‚wenig auf des Landgrafen falfc Anzeigen zu |fcheuig zu machen. Nun gibt. er felbft öffente
bauen hat. | 2 (ich fein Gemüth an den Tag, dann wir feine
‚220. Seines Beruͤhmens, wie er ſich gegen | nähere Schrift, der Zeit fie datirt, und Dana
Kaͤyſ. und Königl. Majeft. gehalten, bedürfte | ang, nie gefehen, oder empfangen, auch unfere
es nicht, dann es ihrer Majeft. wohl bewußt, | diefe beftändige wahrhaftige Antwort vor werke
fo weifen es feine ungehorfame Händel Elärlich| ger Zeit allererft fertigen zu laffen angefangen.
aus. Was follte es auch vor ein bös Zeichen) Aber es ift gut, daß wir fein Gemüch daraus
feyn? und warum follte das Volk aus dem verſtehen; und fell nicht pochen feyn, fondern
Geift GOttes ſeufzen? fo wir ſchon im Ver-| im Werk fich befinden, mo weiterer Verante
trauen bey den hohen Haͤuptern ftehen; welches wortung vonnötßen, daß er Diefelbige jederzeit
ißme nur überaus ſehr verdrießlich und peinlich | reichlich, und üherflußiglich von uns bekommen
it. Was vor Unruhe haben wir je im Reich fol. BE RR Ben.“
angerichtet? Aber der das Reich unrußig und| 222. Daß mir aberden Beſchluß unfers vos
zroiefpaltig in fich felbft gemacht, und noch rigen Schreibens zu dem Urtheil des
— | Eap.ı9. Donzweyen Seldsügen, ger , der Protefta
Pi
v0 Dr un are BEN a H Bu 5 he Zi —
1644 1Abfehn. Dom Feidʒug der Proteſtanten wider Herzog Seinrich. 1645
Gottes geftellt, der ein Wirker alles guten | TEN
Friedens und Cinigfeit fey ıc. das haben wir |D. Mart. Luthers vorftehender Duplic
4 it riſtlichem Gemuͤth, und reinem guten Herzog Heinrichs zu Braunſchweig entgegens
Gewifen (ofne Ruhm) billig gethan denn daß | geferste Schrift, unter dem Titel: wider
wir GEott laftern, und ein unchriftlich Säftern, Hans Wurſt. |
und unfriedſam Schelten angefangen haben fol«
* IN, L } 42
Ten, darinnen thut der von Sachfen ung etwas | (2x 3 Kat der ann R » -
| = viel, und befindet fich aus dieſer unferer be: SG hat der don Braunſchweis zu Wolf⸗
Bench ’ — uttel jetzt abermal eine Lafterfchr:
(Enden und maßeefigen AntreD fen (ounchen Banlın cr. an mei ©
der uns allegirt, und darauf weiter feget, Eann Deren, des Ehunfürften zu Sachfen, Ehren,
und mag gegenuns ganz Feine Statt gewinnen. feinen Grind und Gnatz zu reiben vorgenoms
‚Aber, wie wir Bie.oben aus Cypriano angezeigt, men, auch mich zweymal angetafter und ge⸗
fo rühme fich der von Sadıfen GOttes, feines locket. Erſtlich da er fehreibt: Ich habe
Worts, und ſtrebt doch demſelben zumider, M. G. H Hans Worſt genennet; darnach
HR davon, dag mir wenig zweifeln, die ganze Hauptfache des Glaubens angreift,
er werde billige und ummürbige gebüßtende der ich mich muß bekennen der fürnehmften
| arte (igung GOttes Namens Igspyer einen zu Diefer Zeit. Da flucht,
.r EHER ae | i laaͤſtert, plerret, zerret, ſchreyet und ſpeyet
223. Möchten und ſollten wir E. L unferer er alfo, daß wenn ſolche Worte mündlich
Nothdurſt nad) hinwiederum nicht verhalten, von ihm schöret würden, fo toiide jeder
und feynd ungezweifele, E. $. werden uns hier- Z :
innen anders, als unferer Notdurft nach, nice | Mann mit Ketten und Stangen zulaufen,
vermerken, und fich gegen uns Bierinnen freund- als zu einem, dev mit einer Legion Teufel
lich bewelſen en a He E. 8. (wie der im Evangeliv Marc. 5, 9.) befeffen
= feynd wir jederzeit freundfich und gutwillig zu waͤre, daß man ihn binden und fangen muͤß⸗
berdienen willig. Dafum Wolfenbüttel, te. Wiewol ich aber den unflätigen Dann
Dienſtags nad) Omnium Sanctorum, Anno nicht werth achte, daß ich ihm einen Buchs
me. ei, —— ſtaben antworten wollte; doch weil ers nicht
Von GHttes Gnaden, Zeinrich der allein iſt, till ich Den Unſern etwas zu reden
Jüngere, Herzog zu Braunſchweig geben. | I
“ und Luͤneburg ac. 2. Fur mid) aba zu — ps ich Kr
Den ebornen Fuͤrſten, Herrn Ludwigen ‚Herne, daß ſolcher Art Sucher tiber mie
en ben CH Me Kant. gefehrieben werden; Denn es thut mir nicht
ſchen Reichs Erztruchſeſſen, Herzogen in allein im Herzen, fondern auch in der Kniekeh⸗
Bayern; und Heren Soahim, Marggra⸗ le und Ferfen fanfte, wenn ich merke, daß
fen zu Brandenburg, des Beil. Römifchen |durch mid) armen elenden Menfchen Gtt
Reichs Erzfämmerern, zu Stettin, Vom⸗ der Herr beyde, die hoͤlliſchen und weltlichen
mern, der Caffuben und enden, auch in Fuͤrſten alfo erbittert wid unſinnig machet,
2 nl su near Denon uegprafen daß fie vor Bosheit ſich zureiffen und zuberften
ee a eben: roollen ; und ich Dieweilunter des Ölaubens
A Churfürften, unfern freundlichen Tie= |!" IH :
En eh ; nn —— und Vater Unſers Schatten ſige und lache
Schwagern und Geyattern ſaͤmtlich und fon- [der Teufel und feiner Schuppen in ihrem
je
„ dach we - Igroffen Zorn, Plerren und Zerren, Ba:
nr
2 nlin
-
Yin IE a re he —
EEE — EDDIE ———
von m
Cap. 19. Vonzweyen Seldsügen der Proteftanten und des Ayfere
1646. 8. 1647
- doch nichts ausrichten, ohne Daß fie ihre Sa-| andere Urfachen hat; ohn daß es muß ſeyn
che täglich Auger, und meine (das iſt GOt⸗ | wie man ſpricht: Wer gern Iachet, der füs |
es) Sache fordern und beffermachen. UndIselt fich ſelbſt; alfo aud), wer gern leuget,
wenn fie es koͤnnten leiden oder verſtehen, der muß auch lügen, wenn er die Wahrheit:
wollt ich ihnen dafuͤr gedanket haben, und ſagt, roie Chrufippus faget. Denn, du zora |
bitten, daß fie ohne Unterlaß ſolche Bücher |niges Geiſtlein weiſſeſt wohl, dein befeffer
wider mich fehrieben, folch Zerren und Pler⸗ ner Heinz auch, famt euern Dichtern und
ven trieben, famt allen Teufeln in der Höllen.|Schreibern, daß diE Wort, Hans Worſt,
Wie koͤnnt ich fie beffer plagen? denn das |nicht mein ft, noch von mir erfunden, ſon⸗
von werde ich jung und frifch, ſtark und |dern von andern Leuten gebrauchet widerdie
fröhlich. Re groben Tölpel, fo Elug feyn wollen, doch
3. Denn folche Bücher alle, wenn ders |ungereimt und ungeſchickt zur Sachen reden
felben fo viel tauſend wären, als der zu Wolf⸗ ſund thun. Alſo hab ichs auch oft gebraucht,
fenbuͤttel Lügen und Untugend an ſich hat, fonderlich und allermeift in der Predigt. Und
und alle Tage und Stunde fo viel gefhrier|weiß mich nicht zu erinnern in meinem Ges
ben würden, find fie doch leichtlich zu wiſſen, daß ich jemals eine Perfon inſon⸗
verantworten mit einem Woͤrtlein, das derheit gemeynet hätte, weder Feind noch
beißt: Teufel du leugſt. Wie denn der| Freund; fondern wie die Sachen fich zuge
bhochmüthige Bettler, Doctor Luther, in feis tragen, fo babe ichs gebraucht. Denn eg '
‚nem Liedlein ſtolziglich und verdrießlich ſin⸗ſollt mich nicht hehl haben zu befennen, wo
‚get: Kin Woͤrtlein kann ibn fällen. Der⸗ [ich mir bewußt wäre, welche Perſon ihger
“ halben weil der Teufel in feinem Heinzen zu meynet häfte, wenns gleich dein Heinz von
Wolfenbüttel fo zernig ift, und die Luͤgen Wolfenbuͤttel felbft ware mit allem feinem
ſo genau fucht, daß er. an mir auch mit dem Anhang, ich wollts zu Recht vor euch allen '
Wort, Hans Worſt, will Richter werden, |von GOttes Gnadenmwohlvertheidigen.
gedenke ich nicht viel noch befonders feinem| s. Aus dem folget nun, weil du und dein
verdammten gefangenen Heinzen zu antwor⸗ | Heinz fo unverſchaͤmt Iüger, und die Ligen
ten, als der nicht würdig bey mir geacht, daß ſo genau ſuchet, daß auch durch euer ganz
ich an ihn denken wollt; ſondern will denſel-Buch in groͤſſern Sachen nichts denn eitel
‚ben feine Ehre laſſen fuchen, wie er Fann.|Lügen feyn wird; ie unfer HErr fpricht |
Denn er ſoll wol taufend Jahr fuchen, ehe Luc. ı6, 10: Wer im geringenuntren ift,
er ein Eleines Haͤrlein davon finden wird. der iſt auch im groſſen untreu. Wer ſich
Dom Hans Worſt will ich erſtlich ein wer | Eleiner unnoͤthiger Luͤgen nicht enthalten kann,
nig ſagen. wie kann ſich der aller andern groſſen Luͤgen
. Wie gar gern von Grund aller feiner enthalten? a, weil dein Heinz und dufole
Kraͤften der Teufel leuget, zeiget er bier |che grobe Toͤlpel ſeyd, daß ihr gemennet,fole |
auch damit.an, daß er ſo aus der Maaffen | cher fauler lahmer Zote follte in Diefen Sa |
‚genau Durch feinen Deinzen zu Wolfenbuͤt⸗ | hen mir Schaden hun, oder euch Glimpf
tel zu lägen fucht, da ich wahrlich gemey-| bringen; fo feyd ihr beyde Die rechten Hans
‚net, und mich nicht verfehen hätte, Daß der| Worſt, Toͤlpel, Knebel und Nübe: und
hochmuͤthige Geift follte folche Lacherliche,,| will hiemit euch beyden geantwortet haben,
Tindifche Urſache zu luͤgen ſuchen, fo er wohl daß ihr alle beyde, Vater und Sohn, ſeyd
> h ver⸗
1648 . 1, &bfehn, ) Dom Feldzug der Pröteflanten wider Herzog Heintich, 1649
ver weifeſte, ehrlofe, verlogene Boͤswichter, wuͤnſchen wollte (nicht zu feinem noch einiv
Dieihe ſogt / ich habe meinen gnadigjten Herrn |ge8 Menſchen Verderben, I
Hans Worſt genennet. Keiner Antwort [nichts geholfen, noch der Sachen gerathen,)
darfs mehr auf folcher woͤrſtlichen Kunft. denn daß er mit den Seinen mußte obn 11
Bol mepnen etliche, ihr halter M. ©. D.|terlaf folche Bücher fhreiben, und ich di
darum für Hans Worſt, dab er von GOt⸗ weil ſtill und fröhlich figen und zufehen, wie
tes (dem ihr feind feyd,) Gaben ſtark, fett |vergeblich der Teufel mit feinem Hanfen,
und voͤlliges Leibes iſt. Aber meynet was | Deinen, Wuͤrſten und Ealdaunen ich aͤng⸗
ihr wollet, fo thut in die Bruch, und: hans ſteten, marterten, zuzerreten und zuplerre⸗
get ſie an den Hals, und machet davon euch ten, damit Doch nichts bey ung denn ein Ges
ein Galreden, und freſſet, ihr groben Eſel und laͤchter anrichten, und bey den Ihren die
— 6sche wur aͤrger machen. Ja, ich wollte,
6. Das ſey vom Hans Worſt geredt. daß fie ſolche Bücher muͤßten auch mündlich
Was aber mehr in feinem Läfterbuch vom reden, fo wuͤrden Die Leute mit Ketten und
Geleit und. Landfriede 2c. gehandelt wird, | Stangen zulaufen, (tie droben gefagt,) und.
das gehet mich jegt nicht an, und iſt zuvor [aus Mitleiden, als die Befeffenen, binden
beyde, duch M. G. Heren und den Sands |und fangen; oder wo die Leute nicht zulies
grafen, alfo verantwortet, daß Hans Worſt fen, würden zulegt vielleicht aus, GOttes
von Wolfenbüttel vergeblich feine Ehre, fu | Eingeben, Ochſen und Schweine mit Hör
chen undiretten wird, wie alle vernünftige nern und Fuͤſſen fie zu tode treten.
Leute zeugen, und die Schriften gewaltige| 8. Denn auf alle ſolche Laͤſterworte, weil
lich) bemeilen, daß hinfort niemand kann wi⸗ es arme, nackete, bloffe Laͤſterworte find,
der ihn eine ehrenrügige (wie fie reden, ) ohn Grund. und Urfach daher geplerret, auch
Schrift ftellen ; und wenn die Schrift fo |nicht ein einiger Artikel vermeldet, fo laͤßt
lang wäre, daß fie zur Welt hinaus reiche⸗ man fie ſich heiſch oder zu tode fehreyen, und
te, Eonnte fie doch nichte von feinen Ehren antwortet dieweil mit einem geringen, Teich»
rühren: Bas nichts iſt Fann man nicht ten Woͤrtlein: Teufel du Teugeft! Hans
ruhren; daß Heinz von Wolfenbuͤttel un, | Wurſt, wie Teugeft du! o Heinz Wolfen⸗
ſchen möcht, er Eönne bey dieſen Ehren bleis |büttel, welch ein unverfchämter Lügner bift
ben, dag er Hans Worſt möchte bleiben du! fpeyeft viel und nenneft nichts, Täfterft
und heiflen: denn ichs auch nicht ihm zu Eh⸗ und beweiſeſt nichts. Die Kunft Fann auch
zen thu, daß ich ihn Hans Worſt heiffe, eine Angſterzhure auf der Saffen, wo ſie ei⸗
ſpondern aus lauter Gnaden und Barmhers ne ehrliche Jungfrau balget, ſaͤcket, huret
iigkeit, der er nicht werth iſt. Aund bubet, da fie duch allerdings Feinen
7 Zumdeitten, da er nun uͤber fich hauet, | Grund noch Urfache, fondern wol das Wi⸗
md die Hauptfache angreift, und M. G. derſpiel weiß, fich felbft feindfelig, und die
H.Keser, abtruͤnnig, aufruͤhriſch, Mon | Jungfrau den Leuten lieb und werth macht;
ſtrum Nabal, Cain, und dergleichen ohn und einer ſolchen Angfthuren ſollts nicht
Maaſſe laͤſtert, darinn ich und wir allemüflen | fauer werden, ein ſolch ‘Buch zu reden, mie
mit verftanden werden: antworte ich. aber⸗ Hans Worſi hie von Wolfenbuͤttel geſchrie⸗
mal, wie droben, daß ich für meine ‘Ders | ben hat. ee
Fon nichts liebers dem befeffenen Hans Worſt/ 9. Wenn aber der Teufel und fein Hans
© Butheri Schriften 17, Theil, Mmm mm Worft
-
1650 Cap.19. Donsweyen $ md des Räpfers. 165L
Wborſt Eönnten alfo fehreiben oder fagen: lerley arges wider euch um meiner wil
Aus der und diefer Urfachen ift der Chur⸗ len, und lügen; ſeydfroͤhlich und freuer
- fürft ein Ketzer, ein Abteimniger zc. fo wär |euch, euer Lohn ift groß im Zimmel,
ze er nicht ein Hans Worſt, und man koͤnn⸗ Ohne Zweifel roiederum , erſchreckt und
te alsdenn zur Sachen antworten. Aber trauret ihr Lügner und Läfterer wider Chr
das ift nicht allein Hans Worſt und feinem ſtum und die Seinen, euer Verdammniß
Vater, fondern auch dem. Pabſt , aller iſt groß ia der Holen. Hier haben wir das
Welt, und allen Teufeln zu hoch und uns rechte Urtheil und Gebot, daß wir fröhlich
möglich : habens nun zwanzig Jahr verfucht, |feyn follen , wenn wir gelaftert werden um
und je langer je weiter gefehlet. Das fen Chriſti willen; und füllen getroft fagen, daß
dem elenden Heinzen und Hanfen Worſt in fie lügen. Nun Eönnen alle Teufelfamtals
dieſem Stuck geantwortet Die nichts mehr ler Welt nichts anders fagen, dern daß wir
Eünnen, denn, wie die böfen Huren, bloffe nicht um Mord, Ehebruch, oder andere Untus
Scheltworte fpeyen: denn wo fie etwas gend ſo ſchaͤndlich zukegert und geläftert wer⸗
‚mehr koͤnnten, wuͤrden fie daſſelbe zuweilen den; ſtehet auch der keines in Heinzens Buch,
mit untermengen, und nicht bloß ledige, und Trotz, Daß fie Die nennen: ſondern um
vergebliche Laͤſterungen fehreyen. des Evangelüi voillen. Denn fie felbftzu
10, Aber insgemein allen Teufeln, Pa |Augfpurg auf dem Neic;stage bekannt has
piften, und ihrem Anhang, antronrten wir, ben, daß unfere Confeßion ſey mit der heili⸗
über das, fo wir jegt gethan, daß fie in fol gen Schrift nicht umzuftoffen. Und ihrer Fürs
‚chen Büchern und Reden, wie ſich Teu⸗ |ften eins Theils haben geſagt van ihren Thens
feln und Teufels Gefind gebühret, unver» liogen: Wie fein vertheidigen uns unfere.
ſchaͤmt luͤgen, dag zuvor langft für uns| Theologen; fie befennen, daß jener Sadı
alle der. Heilige Geift geantwortet hat, |in der Schrift, unfere nicht in der Schrift
Spruͤchw. 26, 2: Wie ein Vogel dahin |gegrundet ſey. Als denn auch) wahr if,
föbrer, und eine Schwalbe davon und noch heutiges Tages fie uns darum vers
fleucht, alſo trift ein unverdienter Stuch |dammen, daß wir nicht über und auffer der
‚nicht. Hier lehret Salomo, daß mir die Schrift die Concilia, Vater und Deecret ih⸗
Laͤſterworte, oder Flüche, fo unverdienet rer Kirchen wollen annehmen. u.
und ohne Grund oder Urſache uns wiederfah / 12. Wolan, da ftehet unfer Grund und
‚ven, ſollen nichts achten; denn fie ſahren Trotz, und find nicht (wie Hans Worſts)
voruͤber und treffennichts. Solches bewei- ledige bloffe Worte; die Biblia und GOt⸗
fen alle Hiſtorien und Crempel. Wo find tes Wort ‚und ihr eigen Zeugniß fteherbey
dieLaͤſterungen Arii und aller Ketzer wider die lung. Ber ihnen flehet etwas anders, denn
Kirchen? Wo ſind diefer Zeit Laͤſterer Em⸗ GOttes Wort, nemlich der Menfehen
fer, Ecke, Rosleffel, Wetzel? ihre Bucher | Wort; die wir nicht haben wollen, find
find dahin, und zunichte worden, GOttes auch aufs hoͤchſte verboten von Chriſto ſeibſt
Wort aber bleiber ewig, Eſ. 40.0.8. , |und den Apofteln, Matth. ı5, 9: Siedies
1m Noch viel herrlicher urtheilet undtros nen mir vergeblich mit Menſchenlehre;
let ung hierin der Herr felbft, Matth. s, n:|&al. 1,8: Wer ein ander Evangelium
Selig ſeyd ihr, wenn euch die Men⸗ prediget, wäre es auch ein Engel vom
ſchen laͤſtern, verfolgen, und reden al⸗ Simmel, ſo ſey er verflucht. are
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eldsügen, der Droreftanten
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und Fluchen unſerm HErrn Chriſto Urſache und Schelten buͤſſen koͤnnte: denn den
gibt, ung zu fegnen und troͤſten; wiederum Splitter gern zu Balken, und feine Ba
aber, fiezu verfluchen und zu verdammen, ‚als |Een zu Splitter machen wolte. ° Das mer⸗
Lügner, Diebe und Mörder wider Goit ket man daran, wu er nicht kann Lafterfine
den, da ſucht er fie, und nimmt für fich di
Shriftlichen und Fürftlichen: Tugenden Tür
und feine heilige Kirche , - daß wo Hein
ſpricht, der Churfuͤrſt ſey ein Ketzer, nichts
anders vor Chriſto gilt, denn ſo viel: du
Heinz ie mit deinem: Habſithum ein ver⸗
dammter Lügner und Boͤſewicht.
6. Das wolltenfie haben. Nun verſte⸗
be, was das gefagt .ift, Pf. 37, 15: Der
| Sottlofen Swerdt wird in ihr eigen
Herz gehen. Wol hat Heinzens Laͤſter⸗
buch bey ihnen den Verſtand, daß es ein
ſtert ſie und wollt ſie gern zu Laſtern machen
mit Lügen wider fein eigen Geriffen, und
und uns, das uns auffreflen folle im Augen⸗
eine Gloffe bey einem jeglichen Laͤſterwort in |der und laͤſtert, und wollte es gern‘ u Sum
Heinzens Buch haben fo fchreib dabey: Hier |de machen, das doch nicht Stunde iſt wie a
Bann nicht. Das ift die Art der Kinderdes
Teufels, der Darum Diabolus, —— 4
d. i. Teufel oder koͤſterer heiße
— Denn der Zeufel, ihr Gott und Va⸗
tee, iſt auch nicht darum -den- Menfehen
ſcharf Schmwerdt fen wider den Ehurfürften gram, daß fie Sunde und Lafter haben,
fondern der Creaturen Gtles und GOtt
blick; aber nach dem rechten Verſtand ſelbſt, und bat Luſt daran, daß er ſie mag
Chriſti Croie jegt gefagt ,) iſt das die Meys | dadurch zu fehanden machen , ‚löftern, vers
nung? fein Laͤſterbuch iſt ein ſcharf Schwerdt, klagen und verdammen, tie er zu ſchanden
das dem Heinzen ſamt feinen Teufeln und worden iſt. Darum, wo er ſie nicht kann
Papiſten ſelbſt durch ihr Herz gehet, uns zu Sünden bringen oder Suͤnde bey ihnen
aber nicht ein Haar, Erümmet: ob ers jegt |finden, ifts ihm gar bitter leid, verdreußt
. nicht fühlet, wie ein Unfinniger, foll ers ihn, daß: fie fromm find, faͤhret zu, und
‚Doch bad hernach fuͤhlen. Willt du nun greift das Gute und die Tugend an, fhän- Ri
ſticht Hanns Worſt für GOtt fich ſelbſt und |die Schrift von ihm allenthalben fügt. Fins
alle Papiften, durch ihr eigen Herz, und det er aber etwan eine Suͤnde, da lacheter
ſegnet und ehret damit. aufs hoͤchſte den in die Fauſt und iſt ihm lieb; bemuͤhet fich, wie
Ehurfürften zu Sachfen , und. die heilige er fie groß und greulich mache: daß man wol
Ehriftliche Kirche. Und der barmberzige ſagen mag, Heinen Buch ſey eine vechte
GHtt behite meinen G. Heren, Cjaallevers| Copey und Formular, aus des "Teufels
i
EEE
— —
—
nuͤnftige Menfthen ‚) daß fie ja nimmermehr Canzeley genommen. Fromme Leute, mw.
etwas thun noch reden, Das dem Heinzen |fie Sünde an jemand finden , iſts ihnen N
and feinem Geſellen gefalle, oder aut duͤn⸗ leid um die Menfchen ‚find der Suͤnde feind AN
fe: Denn auch das, da aM. ©. H. einen | wollten lieber , fie ware nicht gefchehen das
Trunkenbold und Nabal ſchilt, thut er nicht find GOttes Kinder, Die ſtrafen das offem⸗ —
darum, daß er dem Laſter feind fen , fon |liche Böfe aus Mitleiden, oder too ſie nicht
dern der Perfon und Ereatur GOttes ift er | wollen hören und zu Teufeln werden, offen
gram, und ift ihm leid, daß er nicht Lafter | fie fie fahren, und urtheilen fie zur Hoͤllen
on ihm findet, fo viel als er gern toollte, da⸗ I oder geben. fiedemQeufeh -
von
1656 1, Abfehn, Dom — 3er Drot a or gen EA 1657
7 2 —7— 4 *
—— vorlegen, nicht um Heinz
ens willen oder die ihn auflegen; ‚denn fie find: | beweiſen wollten, warum fie doch Die rechte
n der # Ricchen. —* — da find Kirchen, darinn fie lehren. Sind
$ fü T dan wir aber nicht Die Zeit gan zus Die Propheten falfch, ſo find die Kirchen
u ° bringen mit des Heinzens Teufels |a
* falfch ‚ die den Propheten gläuben und
— — etwas nuͤtzliches undbefe [fi
folgen. Yun haben-wir bis daher noch. *
koͤnnen von den Papiſten erlangen, daß fie
{uo iudicio condemnati, aures ‚habent; et | Kirche feyn; fondern ftehenauf dem Sprud)
von audiunt, (Pf. 137, 17.) wollen wir Matth. 18, 17. man foll die Kirche hören,
die Sache felbft vor: ung nehmen, nemlich oder muͤſſe verloren feyn: fo doch Ehriftus
warum ung die. Papiften durch ihren Hein⸗ daſelbſt nicht ſagt: Wer, wo, oder was die
zen Ketzer ſchelten? Und iſt dieſe, daß ſie Kirche ſey; fondern,, wo fie ift, da fol man
- vorgeben, mir find von der heiligen Kirchen fie hören. Das befennen und ſagen wie
gefallen, und haben: eine andere neue Kir⸗ auch; aber wir fragen ‚wo und wer die Kir⸗
de angeriht. ‚Hierauf iſt zu antworten: che Ehrifti fey? non de nomine, nicht vom
Weil fie ſich felbft ruͤhmen, ſie fenen die | Namen, fondern- vom Weſen fragen wir.
Kirche, ſind ſie ſchuldig daſſelbe zu beweiſen. 20. Gleich ais wenn ich einen Trunke⸗
Wenn ſie das mit einigem Grund (begeht nen, Halbfchlafenden, ‚oder einen Narren
nicht vie Gruͤnde,) beteifen, fo wollen. wir. fragte: Sieber fage mir, wer oder 100 iftdie
— geben, kommen und ſagen, Kirche? und er mir zu zehenmal nichts anders
— — —
ſo iſts vergeblich, daß ſich ein Theil die Kir⸗
| ehe ruͤhmet und. das andere Theil Reber
Denn es find zwenerley Kirchen: von der
Welt an bis zu Ende, die Sanct Auguſti⸗
eccauimus, ‚milerere, noftri. Wo fie e8 drauf antwortete, denn alfp: Man ſoll die
* nicht konnen deweifen, ſo muͤſſen ſie be⸗ Kirche hoͤren. Wie ſoll ich doch die Kirche
kennen, (ſie thuns gern oder ungern.) daß hören , ſo ich nicht weiß wer und. wo fie iſt?
ſie nicht die Kirche find, und wir nicht Se | Sa, fagen fie, wir Papiſten find blieben in
zer ſeyn moͤgen, daß mir von. der nichtigen der alten vorigen Kirchen, ſint der: Apoftel
Kirchen fallen: jaweil da Fein Mittel iſt, ſo Zeit her; Darum find wir die rechten aus der
muͤſſen wir die Kirche Chriſti, und ſie des alten Kirchen kommen, und bis daher blies
| Teufels Kirche feyn ‚oder: wiederum. Dar⸗ | ben; ihr aber feyd von: "ung gefallen, und eis
um liegts gar an den Punct, daß man bes | ne neue Kirchen worden wider uns. Ant⸗
weiſe, welches die rechte Kirche ſey. wort: Wie aber, wenn ich beweiſete, daß wir
79. So lange die Beweiſung nicht da iſt, bey der rechten alten Kirchen blieben, ia: daß
wir Die rechte alte Kirche find; ihr aberpon
ung, Das ift, vonder alten Kirchen abtruͤn⸗
nig worden eine neue Kirchen angerichthabt,
wider die alte Kirche, Dos laß uns hoͤ⸗
ren.
21. Erſtlich, wird das niemand —
koͤnnen, daß wir ſowol als die Papiſten her⸗
ſchilt sein Theil muß falſch und unrecht ſeyn.
nus Cain und Abel nennet. Und der HErr
Preise gebeut ung, daß wir nicht die fal-
ſche Kirche annemen ſolien und unterſchei⸗ kommen aus der heiligen Taufe, und Chriſt⸗
det ſelbſt zwo Kirchen, eine rechte und fal⸗ ſten aus derſelben genennet ſind. Nun iſt
ſche, Matth.7 ‚15: Hüter euch für den fal⸗ die Taufe nicht ein neues, noch zu dieſer Zeit
fchen Propbeten, die zu euch Eommen in | von uns erfinden; fondern es ift eben dies
Shoſotleidern ae ꝛc. Wo Propheten find, |felbige alte Taufe, die Chriſtus eingefest,
MN Mmm mm 3 dar⸗
1658 Cop. 9. ; en
darinnen die Apoftel und erfte Kirche, und ben, und fie nicht anders brauchen, denmzu
‚alle Chriften heenach ‚bis daher getauft find. |binden und zu Iöfen die Sünde, fo wider
‚Haben wir num diefelbige Taufe, Die erſte GOttes Gebot geſchehen wie fie Epriftus
alte Cund wie im Symbolo ſtehet, carho-leingefest, Matth. 16, 19. Fol. 20, 23. Die.
licz , das iſt, der gangen Ehriftlichen ) Kies | Apoftelund ganze Ehriftenheitgebraucht hat,
chen, und find eben in derſelben getauft: bis daher; haben alſo einerley Schlüffelund
fo gehören wir gewißlich in Diefelbe alte und | ‘Brauch mit der alten Kirchen: darum wir _
ganze Chriftliche Kirche, Die mit ung gleich, \eben Diefelbe alte Kirche oder je drinnen find.
und wir mit ihr gleich aus einerley Taufe Denn wir machen Feineneue Schluͤſſel ma⸗
herkommen, und ift der Taufe halben Fein|chen nicht neue Geſetze, ſchlieſſen damit auch
Unterſcheid. Die Taufe aber ift das für [nicht Könige und Herven aus und in ihre welt⸗
nehmſte und erſte Sacrament, oͤhn welche liche Herrſchaften; fondern allein die Suͤn⸗
die andern alle nichts find: wie fie bekennen der aus und in das Himmelreich: gleichwie
miüffen. Darum koͤnnen uns die Papiften|die alte Kicche gethan bat, aus Befehl des
nicht mit Wahrheit eine andere oder neue HErrn. Daß ung die Papiften abermal
Kirche fehelten oder Eegern, weil wir der als | fälfchlich anfügen, jadie alte Kivchen, Apo-
ten Taufe Rinder find, ſowol als die Apo⸗ ſteln und Chriſtum ſelbſt in ung Fegern und
fiel felbft und die ganze Chriſtenheit, Epheſ. laͤſtern. | Bei elle
40. 5. einerley Taufe. 24. Zum vierten, Bann dasniemandleug
oe. Zum andern, wird Das niemand leug⸗ nen, daß wir das Predigtamt und GDttes
nen, daß wir das heilige Sacrament des Wort rein und reichlic) haben, fleißig leh⸗
Altars haben, gleich) und eben, wie es Chri⸗ ren und treiben, ohne allen Zufaß neuer eis
ftus felbft eingefegt, und Die Apoftel her⸗ gener, menſchlicher Lehre, gleichwie es Chri⸗
nach und die ganze Ehrijtenheit gebraucht | ftus befohlen, die Apoftel und game Chri⸗
haben; und effen und trinken alfo mit der |ftenheit gethan. Air erdichten nichts news
alten und ganzen Ehriftenheit von einerley|es, fondern halten und bleiben bey demalten
Tiſch, und empfahen mit ihnen daffelbe eis) GOttes Wort, wie eg die alte Kirche gu
nerley alte Sacrament, und haben darinn habt: darum find wir mit Derfelben diereche
nichts neues noch anders gemacht: derohal⸗ te alte Kirche, als einerley Kirche, Dieeinere
ben wir mit ihnen einerley Kirche ; oder, wie ley GOttes Wort lehret und glaubet. Darı
St. Paulus ı Eor. 12,13. einerley Beib ‚um laͤſtern die Papiſten abermal Chriſtum —
emerley Brod find, die wir von einerley ſelbſt, die Apoſtel und ganze Chriſtenheit,
Brod eſſen, und einerley Kelch trinken. wenn fie ung neueund Ketzer ſchelten. Denn
Darum ung die Papiften nicht koͤnnen Ke⸗ |fie finden nichts bey uns, denn allein das Al/
ger, oder neue Kivchen fehelten, fie muͤſſen te der alten Kirchen, Daß wir derfelbengleich,
zuvor Chriſtum, die Apoftel, und die gan⸗ und mit ihr einerley Kirchen find. 4
Chriſtenheit Ketzer ſchelten; wie ſie denn auch |
don zweyen Seldsügen,, der Proteftanten und des Räpfers,
dennauch! 25. Zumfunften, Fanndasniemandleug
in der Wahrheit thun, denn wir find mit nen, daß wir der Apoftel Symbolum, den
der alten Kivchen einerley Kirchen, in einers ‚alten Slaubenderalten Kirchen, aller Ding
ley Satrament. (gleich mit ihr halten, glauben, fingen, be
23. Zum dritten, Bann das niemand leug⸗ kennen, nichts neues drinnen machen, noch
nen, daß wir die vechtenalten Schluͤſſel ha⸗ zuſetzen, Damit wir in Die alte Kirche eb |
4 | | —
ae mie — ——— Fe haider die a md haben
diß Stück auch nicht von den Papıften | den nicht aufs neue von ung erdichtet, auch
> mit Wahrheit gefeholten werden, als Ketzer, nicht den Brauch deſſelben aus uns aufsneu
oder, nee Kirche: denn wer mit der alten! erdacht, vielmeniger als neue Lehrer verbo-
Kirchen gleich glaubet und gleich hält, der ten; fondern gleichwie den. GOtt von Anz
iſt von der alten Kirchen. beoinn geſchaffen, Chriſtus beſtaͤtiget, die
26. Zum ſechſten, kann das niemand leug⸗ Apoſtel und alte Kirche geehret und gelehret
"nen, daß wir mit der alten Kirchen ein gleich haben: in derſelben alten Regel und GOt⸗
| Gebet daſſelbe Vater Unſer haben, Fein tes Ordnung find wir blieben, und damit
neues noch anders erdichten, diefelben Pſal⸗ |der alten Kirchen ähnlich, ja eben derfelben
men fingen, mit eintächtigem Munde und|rechte artige Glieder fi nd. Daß man hie
NHerzen GOtt Ioben und danfen, gleichwie ſiehet, wie die Papiften abermal faͤlſchlich
es Chriſtus gelehret, die Apoſtel und dieal: | uns Neuerung auflegen.
gelKicche felbft gebrauchet, undunsdem Ey⸗
\ empel nach zu thun befohlen. Und die Papi⸗
ſten hievor abermal ung nicht koͤnnen ketzern,
noch neue Kirche ſchelten, fie muͤſſen Ehri-
ſtum zuvor ſelbſt ſchelten ſamt ſeiner lieben
alten Kirchen ꝛc
27. Zum ſiebenten, Tann niemand leug⸗
nen, daß wir mit der alten Kirchen lehren
J und halten, man folle die weltliche Herr.
ſchaft ehren, und nicht verfluchen noch zwin⸗
gen dem Pabſt die Fuͤſſe zu kuͤſſen. Solches
haben wir auch nicht aufs neue erdichtet, ſon⸗
dern St. Petrus 2 Epift.2, 10. verflucht die,
‚fo folches neu erfinden, und Fünftig thun wuͤr⸗
29. Zum neunten, kann niemand —
daß wir eben daffelbe Leiden (wie St. Pe⸗
trus ſagt ı Epiſt. 5,9.), das unfere Brüder
in der Welt, baben; da verfolge man ung
an allen Drten, da erwuͤrget, ertraͤnket,
erhenket und legt uns alle Magen an, um
des Torte willen, und geherung gleich wie
der alten Kirchen, und ſind in dem derſelben
uͤber die Maaſſe gleich, dag wir wol mis
gen ſagen: Air find die alte rechte Kirche,
oder je ihre Mitgenoffen und gleiche Geſellen
im Leiden; denn wir folches nicht erdichten
aufs neue, fondernfühlensmwohl. a, wir
den; und Et. Paulus Rom. 13, 1. faq. ſte⸗ find (wie diefelbe alte Kirche auch, ) dem
het ben uns, und die alte und ganze Ehri-) HErrn Ehrifto felbft am Ereuzegieich. Da
ſtenheit deß ‚wir hierinn auch nicht neue) ſtehet vor dem Erenz Hannas und Caiphas,
Dinge feyn oder heiffen mögen, wie die Pa⸗ famt den Prieſtern, und laͤſtern den HErrn
piſten GOtt ſelbſt in uns läftern; ſondern dazu, über daß fie ihn gecveuziget haben;
ſind und gehören in die alte, heilige, apo⸗ gleichwie ung der Pabſt, Cardinäle und
ſtoliſche Kirche, als die rechten Kinder und Mönche verurtheilt, verdammt, ermordet
» lieder derfelben. Denn mir unferer Ober⸗ und unfer Blut veraoffen haben, und läftern
Zeit, es ſey Rayfer oder Fuͤrſt, allegeit aufs) ung noch dazu. Da ſtehen die Kriegsleute,
| treulichfte gehorfam zu feyn gelehret, ſelbſt das ift, die weltlichen Herrſchaft zum theil, .
euch alfo gethan, und herzlich für fie gebetet. und läftern ung auch; dazu auchder Schalk,
‚28. Zum achten, Fannniemand leugnen, der linke Schächer, Heinz Wolffenbuͤttel,
daß wir den Eheftand loben und preifen, als famt den Seinen, den GOtt ſchon verurtheifet,
ein göttlich, gefegnet und wohlgefaͤllig Se in Banden zur Hiöllen gehenkt hat muß fein
bWieffe und Hrdnung, zur Leibesfrucht und Loͤftern auch dazu thun, daß diß Stück, als
ein
ER NENNE SER Bi: —— ER EEE
=
A
2 1602 | aͤyſers (166
ein. alt Zeichen der. alten Kirchen, veichlich Iſt ein Stück an den Papiſten von dernews
an uns gefehen wird... fen Kirchen, fo.ifts, daß fie.nicht faften und
30. Zum gehenten, kann niemand leug⸗ im Sauſe leben, auch auf den Faſttagen,
nen, daß wir nicht wiederum auch Blut vers |ehe denn auf den Feyertagen. Fa, wirfar
gieffen ‚morden, henken und ungvächen , wie |ften nicht allein, ſon dern leiden (mit St. Pau⸗
wir oft wol hätten hun, und noch koͤnnten; lo ı Cor. 4, rı.) Hunger; welches wir wol
fondern wie Ehriftus, die Apoftel und alte an unſern armen Pfarrberren, ihren Weib⸗
Kirche gethan, duldentoir, vermahnen und lein und Kindlein täglich fehen, und andern
bitten für fie, auch öffentlichin der Kirchen, viel Armen, denen der Hunger ausden Aus +
in den Ritanien und Predigten, aller Dins|gen fiehet,, kaum das Brod und Waſſer ha⸗
ge, wie Chriftus, unfer HErr, gethan und ben, und dazu fingernackend gehen, Fein
Zeiehret, die alte Kirche auch alfa; Daß wir eigens haben. Der Bauerund‘Bürgergibt
hierinn auch alle des alten Weſens deralten nicht, der Adel nimmt, daß unſer wenig
Kirchen ung halten. find, ‚Die etwas haben, und doch nicht allen
31: Weil nun die Papiſten wiſſen, daß |helfen Eönnen. Da follten Stift und Kir
wir in allen ſoichen Stücken, und was der |jter zu dienen; fogeizen die andern; mußal
mehr find, der alten Kirchen gleich find, Ifo Lazarus Hungers fterben. Deß lachen
und mit Wahrheit die alte Kieche heiflen die Papiften: aber damit zeugen fie, daß
mögen; (denn folche Stücke nicht neue ſind, wir Die alte Kirche, die von den Teufelskin⸗
noch von uns erfunden;) ifts Wunder, dern den Spott zum Schaden leiden.
"warum fie ung fo unverſchaͤmt dürfen belis| 33. Hiemit haben wir nun beweiſet, daß
gen und verdammen, als die von der Kir⸗ wir die rechte alte Kirche find, mit der ganzen
chen gefallen, und eineneue Kirche angevich- | heiligen Ehriftlichen Kirchen ein Körper und
tet haben: fo fie Doch nichts neues an uns eine. Gemeinde der Heiligen. Beweiſet nun
finden mögen, das nichtinder altenumd rech⸗ |auch, ihr Papiften, daß ihr Die rechte alte
ten Kirchen, zu der Apoſtel Zeiten, gehalten] Kirche, oder ihr gleich feyd. Aber das Fünnt
fen. Daß ich furwahr achte, DIR ſey die ihr nicht hun; fendern ich will beiweifen,
" Zeit, davon Dan. ,9.fagt: Der Alte, An- daß ihr Die neue, falfche Kieche feyd, Die
tiquus dierum, faßte fich, nachdem das klei⸗ immer von der alten rechten Kirchen abtruͤn⸗
ne Horn ausgeläftert hatte, und das Ge⸗ nig, des Teufels Hure und Schule wird.
zicht gehalten. Denn die vorige alte Kire 34. Erſtüch bleibt ihr nicht bey der ers
che Ieuchtet wieder hervor, (wie die Sonne ſten alten Taufe. Dennihrhabt euchaufs
nach den Wolfen, hinter welchen Doch Dies Ineue viel andere Taufen erdichtee, und leh⸗
felbe Sonne war, abernichthelle,) und Das|ret , Die erſte Taufe fey durch Sünde ber
Köfterhorn will untergehen und alles ein En-Inach verloren: man müffe gnugthun durch
de werden, wiedafelbitftehet, unddas Werk eigen Werk, fonderlich durch Klöfterey wer⸗
fich eiget; davon hier nicht Zeit zu handeln. de man fo rein, als ging einer aus der Tau⸗
"32. Aber jemand möchte fagen: Esfehlet\ fe Chriſti; Daher ihr die Welt vol Kirchen
noh an einem, 'nemlich am Faſten: Denn und Kiofter gemacht. Und dig Stück, die
ihr Keher foftet nicht (ſprechen fie). Ad) \Satisfa&tio, Gnugthuung, iftder Anfangund
HEn GH! iftein Stück an uns von der Urſprung Thuͤr und Eingang zu allen Greu-⸗
alten Kirchen, fo iſts, leider, Die Faſten. eln im Pabſtthum; gleichwie ——
TE
a AN De 4 — [er
y ————
1664
die Taufe der Anfang und Eingang iſt zu
allen Gnaden und Vergebung der Suͤnden. geſtiftet, zu verdienen Ablaß oder Verge⸗
| Denn 100 die Taufe nicht ift, da hilft Sa⸗ | bung der Suͤnden: welches, weil es ohne _
crament, Schluffel und alles nichts., Wo | Schluffelamtgefchieht,durch eigen Verdienft,
die Önugthuung nicht erſtanden ware, fo iſts auch eine neue andere Taufe, oder Ab»
ware Ablaß, Wallfahrt, Bruͤderſchaft, waſchung der Sunden Wer hats euch
Meſſe, Fegfeuer, Klöfterey, Stift, und |befohlen? Wo ftehets gefchrieben ? Wo fin⸗
' Das mehrere Theil aller Greuel nicht erfun⸗ | det ihrs in. der alten Kirchen, daß ihr folche
1, 2fbfehn. Dom Seldzugder Proteftantenwider Zersog Zeintih. 1665 |
37. Zum: vierten, habt ihr Wallfahrten
‚den, und das Pabſtthum nicht ſo dick und neue Vergebung oder Taufe follet fliften? -
fett worden. Darum haben fie diefelbetvol | Wer ift hier die neue abtruͤnnige Kirche?
| ‚eine Taufe in ihrer Kiechen genennet, die) 38. Zum fünften, habt ihr Bruͤderſchaf⸗
viel Taufen, Sarrament und Vergebung |ten geſtiftet, ohne Zahl, fo viel, daß ihr auch
‚ der Sunden, jaauch Hohe Heiligkeit gewirkt alle Welt voll Siegel und “Briefe gemacht,
hat. Das ıft fie, Die eigene Gerechtigkeit, |alles zu Ablaß und Vergebung der Sünden
die Werkheiligkeit, Davon wir viel gefehrier und zu Verdienſt, welches allein der heiligen
ben? Wer hats euch befohlen? oder wo fe | Taufe und Sacrament Amt iſt. Wer hats
hets gefehrieben? Wo findet ihr in der alten euch befohlen? Wo ſtehets aefchrieben? Wo
Kirchen, daß ihr ſolche neue Taufe und Heis findet ihrs in der alten Kirchen, daß ihr fol.
digkeit erdichten möge? Wer ift hie Ketzer, che neue Vergebung oder. Verdienft ftiften
abtruͤnnig und neue Ricchet moͤget? Und wer kanns erzehlen, wie mans
35 Zum andern, habt ihr den Ablaß in |cherley neue Weiſe ihr aufs neue erdichtet
alle Welt getrieben, als eine Taufe, ja, habt, die Stunde zu vergeben, um Geld,
als eine Simdfluth, das Stunde abwafche; der. um eigen Verdienſt? Wer ift bie die
daß kein Winkel in der Welt, da euer Abs neue Kirche, mit neuen Lehren und Sacıa>
aß nicht hin verkauft, oder gegeben ift, als |menten, Davon weder Ehriftus, Apoftel,
le Welt vollSiegelund Briefe. Werhars Schrift noch die alte Kirche etwas gewußt
‚ ‚euch befohlen? oder wo ſtehets gefchrieben? |haben? nu: ie
Bo findet ihrs in der alten Kirchen, Daß | 39. Zum fechften, wer will erzehlen alle
he folche neue Taufe und Abwafchung der die greulichen Neuerung, Die ihr erdichtet
Suͤnden moͤget ftiften? Wer iſt hier die ke habt, in dem hochwuͤrdigen heiligen Sa⸗
eriſche, neue Kirche? Seyd ihrs nicht, die erament des Leibes und Blutes CHriſti.
Hurenkirche des Teufels? Wer hats euch befohlen? Wo ſtehets ges
1735. Zum dritten, habt ihe das Weyh⸗ fehrieben? Wo findet ihre in der alten Kir⸗
woaſſer und Sal nicht allein in alle. Kirchen, | ben? daß ihr erſtlich diß Sacrament der
- fondern auch in ale Winkel getrieben, als. ganzen Kirchen nehmen und rauben möget,
eine Abwafchung (oder Taufe) der Sins jund allein Die eine Öeftalt laffen, und das
den auch geoffe Zauberen darinn gelehret, ganze allein den Prieſtern zueigen? Zum ".
wvie diftinEt,3. Aquam fale, beiveifet. Wer andern, darzu auch diefelbige.einige®eftalt,
hats euch befohlen? Wo ſtehets gefehrieben? nicht den: Hlauben zu Ihren und ‚mehren,
Bo findet ihes in der alten Kirchen, oder ſondern in ein Werk des. Gehorſams der
Einfesungder Apoftel? Wer iſt hier die neue Kirchen: zu verkehren. Zum Dritten, Das
abteinnige Kirchee anʒe Sacrament (ron «8 anders alsdenn |
Lutheri Schriften 1. The, | Nununn TE
pe
!
1666 (ap.ig, Don gwwepen Seldsügen, der Proteftanten unddes Räyfers. ö 1667.
ein Sacrament ift,), nicht zum Gedaͤchtniß Juͤden find weit nirgend fo eine böfe Mir
EHER, von ihm öffentlich zu predigen, dergeuben, als Die Paͤbſtliche Kirche in die
umd ihm für fein Leiden zu danken, fondern ſem Stücke ; denn fie verleugnen allein Ehris
zu einem Pfaffenopffer und- eigen Verdienft ftum, und Fehren den Rücken ‚gesen ihm:
eines boͤſen Buben, den andern zu verfaus aber Diefe nehmen ihn, hierin ‚für ſich, ver
fen, und ins Feofeuer den Seelen mitzu⸗ſpeyen, verſpotten, laͤſtern, befudeln und
theilen, und für alle zeitliche Notb, -wie eis |martern ihn, und fpielen eine viel. greu⸗
sen heydnifhen Goͤtzendienſt, ja wie einen |lichere Papion mit ihm, weder ihm leib⸗
ſchaͤndlichen Grempelmarkt, auf das aller⸗ lich von Juͤden geſchah. Ja, gehet nun hin,
greulichſte und laͤſterlichſte verwandelt, ruͤhmet euch die heilige Kirche, von der wir
damit EHrifti Gedaͤchtniß (dazu ers duch: gefallen ſind. Der Teufel bleibe bey euch
geſtifftet,) geſchweiget und ausgetilget habt. |in fülchen Kirchen , und alle die, fo Heinjen
Und. wenn ihr fonft fo eine reine Kirche waͤ⸗ ſeyn wollen. GOtt behüte ung dafür, wie
ret, als der Apoftel felbft, und noch) viel reis er Denn ung gnaͤdiglich herausgeriffen hat,
ner: ſo macht euch doch DIE einige greuliche, dafuͤr ihm Lob und Dank fey in Ewigkeit.
ſchreckliche Stücke, welches ihr aus des| Ar. Zum fiebenten, wer hat euch befoh⸗
Teufels Rath aufs neue erdichtet habt, len diefe Neuerung zu machen, Daß ihr. neue
zur neuen abtrünnigen, Eeserifchen Kirchen, | Schluffel, ja zween falfche Dieteriche ger
‚fem Reben Feine Zunge ausreden, Fein Herz Kirchen: fondern ftiftet aufs neue Suͤnde
begreifen Fann, bis daß der FJuͤngſte Tag ſund Mord, da fonft Feine find, in eurer neuen
erſcheine. abtrünnigen, ‚mörderifchen Kirchen, Damit,
Jaa zur an des Teufels, und zur hoͤlli⸗ ſchmiedet habet, damit ihr nicht Suͤnde ver⸗
ſchen Schulen. Denn es if diß Stücke) gebet noch behaltet, tie die alten Schü
| ſo verzweifelt, grundlos bofe, daß esindie,|fel thun, bey uns und in der ganzen alten
— —
x
40. Leſet, ſammlet, klaubet alle das Boͤ⸗ daß ihr mit unträglichen, unzähligen Sees
fe zufammen, fo der Teufel mit euch allen gen die Ehriftlichen Gewiffen fahet und bin⸗
wider uns erdichten kann, und luͤget tauſend⸗ det, ſchrecket und toͤdtet, in Eſſen, Trinken,
mal ſo viel dazu, dennoch wirds nicht ein Kleidern, Stätten, Tagen, und deraleis
klein Splitterlein werden gegen diefem Bal- chen äufferlichen Dingen, die Ehriftus frey
Een, daran nicht einer, fondern ohne Zwei⸗
geboten, Eol.2,16. und Die alte Kirche alfa
fel "alle Teufel und alle aͤrgſten Buben in! gehalten, ohne alle Sünde und Gefahr;
fechs hundert Fahren, gezimmert haben. [dazu Könige und Fürften abſetzt, als woͤrer
Das iſt der rechten Stücke eins, das Chri⸗ ihr GOtt ſelbſt? Wer raſt hier abtruͤnnig
ſtus einen Greuel heißt in heiliger Staͤtte, und neue Ricche? Der Teufel bleibe in dies
Matth.24,15: Darum nicht allein wir von ſem gottesläfterlichen, moͤrdiſchem, ſuͤndli⸗
euch ſollen und muͤſſen fliehen, als von dem chem, verderblichem Stuͤcke bey euch, dee
gröften Zorn GOttes, fondern Himmel und bleibt auch bey euch; mir find wieder zur ale
Erden entfegt und feheuet fich vor folcher|ten Kirchen kommen, GOtt Lob und Dank.
Mordgruben ; denn diß Stück laͤßt nichtal-| 42. Zum achten, wer hat euch befohblen
lein Feine Kirche bleiben, fondern macht das uͤber der alten Kirchen Weiſe, und wider
örgefte Stankgemach des Teufels draus, Chriſti Befehl, anders zu predigen, denn er
das auf Erden jſt. Der Tuͤrke, Tartern, befohlen bat? Mach, 28, 20; — wi
1068 1.%Abfehn. Vom Seldsug der Droteftanten wider Jerzog Seinrich. 1669
und Iebret fie halten, was ich euch be⸗ und ſich ftellen als fey er B®rr. Denn
fohlen habe, ſpricht nicht was euch recht er laͤßt ſich auch von euch nennen irdiſchen
und gut duͤnket. Joh. 14, 26: Det Heilige Gott. So hat auch Daniel geſagt c. 11,37.
Geiſt wird euch alles lehren und, erins | er wuͤrde die alte Kirche und den GOtt feiner -
nern, was ich euch gefagt. hr. aber | Väter verachten, und einen andern neuen.
habt alle Kirchen und Schulen fü voll euers Gott und neue Kirchen (die ihm feinen neuen
Drecks, das ift, Menfthenlehre und Lügen | Gott helfen ftarfen,) ſtiften. Wer hat nun
gefehmiffen, und euers Koͤckens fo voll ge⸗ eine neue abtrünnige Kirche? Habens die
fDenet, Daß (wie Eſaias fagt c. 28, 8.) Fein) Alten und wir, fo bey dem alten rechten
Raum mehr da iſt; und wollt noch die Kir⸗ Haupt blieben find, und den neuen Teus
hegeruhme feyn. Und diß Stück ift neben felsEopf fliehen und meiden? Oder findgdie,
der Winkelmeſſe auch der araften Greuel io den neuen Teufelskopf anbeten, die Füffe
einer, deß Schaden und Plage nicht auszu-| füffen, von feinen zween Fingern fich fegnen
Senden noch zu zählen iſt, Damit ihe eine, laffen, feine Lehre über das Wort Gttes
neue Kirche dem Teufel: gebauet, und dem⸗ heben, und das alte vechte Haupt nicht mit
felben damit gedienet, Daß es iſt eitel Seel⸗ einem Kniebeugen ehren, auch wol nimmer
morderen worden, umd der vechte Kinder-|an ihn gedenken, und feines Seegens, den
freſſer Moloch, der nicht die Seelen (wie er mit feinem ganzen Leib und Blut ung ers
jener Moloch,) der Kinder felig werden laͤßt, worben, nicht achten? Aber diefer Greuelift
ob fie leiblich verbrannt wurden; fondern|zu greulich greulich, daß wenig davon reden
- wiederum ‚den Leib eine Eleine Zeit Iebendig nichts hilft, und doch recht davon zu reden
läßt, und die Seele verbrennt eroiglich. | Feiner Engel Zungen gnugift. Was GOt⸗
Ich Fann vor Schrecken nicht viel an den|tes eigen Mund Greuel nennet, das muß
Kammer der unzähligen falfchen, abgöttis|ein gröfferer Greuel feyn, denn alle Zungen
ſchen moͤrdiſchen Lehren im Babftthum, das|reden Eünnen. | €
ift, in eurer neuen ſchoͤnen Kirchen, gedenken. | 44.Zum zehenten, wer hat euch befohlen,
"43. Zum neunten, wer hat euch befohlen|diefe neue Abgoͤtterey aufzurichten? daß ihr
dieſe freveliche Neuerung zu machen in der| Heiligendienft ftiftet, Heiligen canonifiret,
- Kirchen, die ein geiſtlich Reich iſt, daß ihr Safteltage und Feyertage feget, fie zu ehren,
ein leiblich Haupt feet, und nennet es den) gleich als waren fie GOtt felbft, daß man
Allerheiligften? fo doch Fein ander Haupt|auf ihr Verdienſt fich verlaffen und vertroͤ⸗
ion kann, denn ein geiftlichs, welches iſt ſtet, mehr denn auf Ehriftum felbft, und
beiftus. DiBift der Dritte arofte Greuel in auf alle fein Blut und Verdienſt; welchen
eurer allerheiligften,, ja alerhöllifchftenneuen ihr zum Richter ung fürgebilder habt, den
Firchen: denn die alte Kirche weiß nichts|wir durch feiner Mutter und aller Heiligen
"davon, ift bey ihrem Haupt blieben, gleich] Nerdienft und Surbitte, famt unferm Heilis
ie wie. Daß es aber des Teufels eigen|gendienft, verfühnen, und Gnade erwerben
Geſchaͤfte iſt, und Eommen follte um derImüßten. Daß euer Kirche in diefem Stuͤ⸗
Suunden willen, das weiß fie, und hats vers cke nichts anders ift worden, denn der Hey⸗
Eindigt klaͤrlich 2 Theſſ 2, 3. 4: Der Menſch |den Kirchen, die Fovem, Junonem, Bes
der Sünden, und Kind der Derderbniß|nerem, Dianam und andere -verftorbene
wird fich fesen in den Tempel GOttes,l Menfchen anbeten, und wie die Roͤmer ein
Nnuninn 2 Dans
7 —
ne
1670 Cap.ıs. Von sweyen Se roteſta aͤyſets
Pantheon in ihrer Stadt Rom; alſo habt derſelben herkommen; ihr aber aus der ver⸗
ihr auch ein Pantheon in der Kirchen ge ufenen Teuf |
bauet, dag ift aller Teufel Kirchen. Das riſchen Luͤgenkirchen herkommt. .
werdet ihr nicht finden in der Apoſtel Schrift, | 47.88 find noch vielmehr der neuen
[dsügen, der Proteftanten und des Boͤyſers
laufenen Teufelshuren, eurer n
45. Zum eilften, wer hat euch befohlen, Iftel. Denn wer Fann die Menge dieſes
dieſe Neuerung zu machen, daß ihr den Ehe- | Sands oder Drecfes, ja Gift und Deus
fand verdammt laͤſtert und verurtheilet ihn |felslugen, alle erzehlen? An dieſem fey es diß⸗
unrein und untuchtig zu Gottesdienſt? Habt mal gnug, zu beweifen, tie fehändlich die
ihr das von den Apofteln, oder von der erften | Papiften Durch ihre Heinzen fügen, wennfie
Stv,
noch in der jungen Kirchen hernach, Die vor⸗ cke, als Fegfeuer Heilchum ‚Kirchen —
zeiten auch der. Heiligen Bilder nicht leiden hen, und des Geſchwuͤrms ganze Drecket
wollt, und viel Bluts druͤber vergoſſen iſt: und Dreckental, und ſonſt unzählige Bir
ſchweige daß fie ſollten die Heiligen anbes cher voll, von eitel neuen Fuͤndlein da die
fen oder anruffen, das allein GOtt gebühret. alte Kirche nichts von gewußt, noch die Apo⸗
alten Kirchen? Sa freylich, denn St. Pau⸗ uns die neue abtruͤnnige, ketzeriſche Kirchen.
ten Kirchen abteennen und verlaufen wuͤr⸗ daß fie die alte Kirche und ihren alten Braus
den, als eine vechte Teufelshure, die wuͤrde tigam, als eine Erzteufelshure, verlaffen, ade
vom Teufel folche Lehre empfahen, und pres |trunnig worden, und nicht allein Fegerifch,
digen rider den Cheftand, und doch felbft in| (denn das Wort ift zu geringe und zu ehr⸗
falfcher Heuchelkeuſchheit, das ift, in aller-|lich folcher Schandbübin,) fondern die wi
Jey Unzucht leben. Diefe Neuerung fehen! derchriftifche und gofteswiderige, ja die ſich
wir mit ihren edlen Früchten, daß euch die) über GOTT erhebt, (tie ihr Bräutigam
Erde nicht länger tragen will, und GOTT im Himmel auch thun wollt) des Teufels
mit feinem Bericht angefangen drein zu greis letzte und fehandlichfte Braut if. Wir
fen, und folche neue heilige Kirche zu weyhen aber, weil wir alle folche Teufeley und Neue⸗
zum höllifhen Feuer hinein, und wird fich\rey meiden und fliehen, uns wieder zu der ‘
alten Kirchen, der Sungfrauen und reinen
nicht abwenden laſſen; das wiffen wir, GOtt
46. Zum zwoͤlften, wer hat euch befohlen,
- weltlichen Schwerdf regiert und Erieget, und
das am meijten braucht, unfehuldig Blut zu
vergieflen? Habt ihre gefehen, ihr fcharflich-
tigen Fledermaufe, daß die Apoftel oder alte
- Kirche mit Schwerdt die Welt bezwungen,
oder mit Krieg die Kirchen gemehret haben?
Wo kommt ihr denn her, Die ihe euch ruͤh⸗
met Erben aus der alten Kirchen, und uns
Die neue abtennnige Kirche ſcheltet Bi
wirs mit der alten Kirchen halten, und aus
ſet hat.
Braut Chriſti halten, ſind wir gewißlich
die rechte alte Kirche, ohne alle Hurerey und
ſolche Neuerung zu machen, daß ihr mit dem Neuerey, die bis auf uns daher blieben und
wir aus derſelben kommen, ja wiederum
aufs neue von ihr geboren ſind, wie die Ga⸗
later von St. Paulo, Gal. 4, 19.
ftecft mit ganzem Ernſt, das uns leid ift, ſo
viel Zeit und Mühe in dem Roche fehändlih
zubracht. Aber GOTT Lob und Dank,
der uns von der rothen Laͤſterhuren erloͤ⸗
lus fagt ı Tim. 4, 1. ſqq. daß ihr kuͤnftig kom⸗ feheltens fondern folch ihr verlipt Schwerdt
- men würdet, die fich vom Glauben und als durch ihr felbft Der; gehet, und fich erfinder,
ter 4, Dem
wir find weyland auch der höllifchen Huren,
des Pabſts neuen Kierhen, im Hintern ges
as Wen
&
672 1,%bfehn, Dom Seldsug der Proteftanten wider sher30g Zeintich.
von Babylon, mein Volk, daß ihr nicht
gen; denn ihre Sünde reichen bis in‘
—
72 ‚1673
. Wenn doch folche Neuerer im Pabſt⸗ hinunter fabren beyde, ihre Herrlichen
een) ware, oder feynEönn- und Pöbel, beyde ihre Reichen und Froͤ⸗
te, fo mären fie noch etlichermaffen um lichen. Iſts aber plumps oder fcherzend als
Friedens willen zu leiden; gleichwie einer ſo gerathen, fo iſts ein fehr wohl gerathen
feinen neuen Roc trägt oder leidet : aber| ‘Bild, dem einfältigen Dann die Pabftiiche
num klebt dieſe teufelifche Gift und hoͤlli⸗ Kirche vorzuftellen, davor fich zu hüten, und
ſcher Mord dran, daß es Gebot der Kir-⸗ | Davon zu fliehen, die alles verfehlungen hat,
chen und heiliger Goftesdienft, gut Leben,|ohn Die jungen getauften Kinder 5 davon
geiſtlich Weſen heiffen muß, darinn man| hernach weiter.
Guade und Leben, (ſo mans haͤlt, oder Zoın] Fo. Hier werden und mögen fie fagen ®
und Tod (fo an nicht hält) verdienet; Warum fehilteft du ung alfo ſchaͤndlich als
das heißt aus Lügen Wahrheit, aus Teu-| neue abtruͤnnige Kirchen, fo wir doch auch
fel Gtt, aus Hölle Himmel machen, und| die Taufe, Sacrament, Schlüffel, Sym⸗
wiederum. Darum iſt des Pabſts Kirche bolon und Evangelium haben, ſowol als die
voller Lügen, Teufel, Abgötterey, : Hölle, | alte Kirche, von der wir herkommen find,
Mord und alles Unglück‘, daß es wimmelt, | und-du felbjt droben befannt haft, daß wir
“und ift hier Zeit zu hören die Stimme des ſowol als ihr aus der alten Kirchen herfoms
Engels, Offenb. 18,4. 5: Gebet heraus) men? Antworte ich: Es ift wahr, ich beken⸗
& | ne, daß die Kirche, darinn ihr figt, von dee
alten Kirchen herkoͤmmt, ſowol als wir, und
eben diefelbige Taufe hat, auch die Sacras
mente, Schlüffel und Text der Biblien und
den Zimmelie. Evangelien; till euch noc) höher Ioben, und
49. Vorzeiten, da die Mahler das Juͤng⸗ befennen, daß wir aus der Kirchen unter
ſte Gericht mahleten, bildeten fie die Hoͤllen euch Cnicht von euch,) alles empfangen haben;
einen geoflen Drachenkopf mit fehr weiten | mas wol ihr mehr? Sind wir nicht fromm
Rachen, darinnen mitten in der Glut fun» |gnug? Wollt ihr uns nun nicht hinfort uns
den, der Babft, Cardinäle, Biſchoͤffe, Dfafr | gekesert laſſen ? Wir wiſſen euch für Feine
fen, Mönche, Kaͤhſer Könige, Fürften, aller⸗ Türken noch Juͤden zu halten (wie droben
ey Mann und XBeiber, doch Fein jung Kind, | gefagt), Die auffer Der Kirchen find; fondern
Sch wußte fürwahr nicht, wie man ſollte wir fagen, ihr bleibt nicht Dabey, und werdet
oder Fünnte des Pabſts Kirchen feiner, Fürs | die verlaufene, abtrünnige, hurifche Kirche
tbeilbaftig werder ihrer Sünden, daß
ihr nicht empfaber etwas von ihrer Plas
ger. und deutlicher mahlen, oder befchreiben. | wie es Die ‘Propheten pflegen zu.nennen,)
Denn gewiß ift fie der Höllen Schlung, der] die nicht bleibt in der Kirchen, daraus fie
jufoͤrderſt den Pabſt felbft und alle Welt geboren und erzogen ift. Lauft aus derfels
verfchlinget in Abgrund der Hoöllen, durch) ben Kirchen, und von dem rechten Mann
des Teufels Rachen, das ift, durch ihr teu⸗ oder Brautigam (wie Hofen c. 1,3. ſagt von
feliſch Predigen und Kehren. - Es muß nicht| dem Volk Iſrael), zum Teufel Baal, Mo⸗
ein alber Menſch erdichtet haben, vielleicht loch, Aftaroth. Verſtehet ihr das nicht?
aus Eſaia s,ı4. da er fpriht: die Hoͤlle Ach wills euch ſagen. a 5
bat ihre Seele weit aufgefperrt, und den zı. Ahr werdet alle gewißlich getauft,
Bachen ohn alle Maaſſe aufgethan, daß in der rechten Taufe der alten Kirchen, wie
—* NIS wir,
7
1674 Cap.19. Don sweyen Seldsügen, der Proteftante
koir, fonderlic) in der Kindeitz und toas|ihe lefen, f6 ihr roiffen wollt, was für ei
felig worden, und wird ſelig; daran zroeifeln |heit vechte Chriften getauft, anf den lieben
wir nicht. Aber wenn es groß wird, und HERRN erliche Jahr gelebt, wie die alte |
eure Lügenpredigt, von eurer teufelifchen |Rieche 5 darnach wenn ihr gruß worden,
Neuerey hoͤret, glaͤubt und folgt, fo wirds hair zu der Bernunft Fommen, Croie ichjelbfE
n mit eud, let ab von Imit allen andern auch gethan,) ſehet und bir
feiner Taufe und Bräutigam, wie mir mit |vet ihr Die fehönen Eeremonien der Paͤbſt⸗
andern gefchehen, bauet und trauet auf feis lichen Kirchen, dazu den Genieß, Ehre
sur Teufelshuren mit euch, und faͤllet ab von
ne Werke, wie ihr Hurentreiber in euren |und Gewalt, die Drinnen gleiffen, ja die
Hurenhäufen und Teufelsficchen predigt: |prächtige Heiligkeit und groſſen Gottes⸗
fo esdoch getauft ift, zu trauen und zu bauen |dienft, und fürgeplaudertes Himmelreich;
auf feinen einigen lieben "Bräutigam und |vergeffet ihr euers Ehriftlichen Glaubens,
HErrn JEſum Chriſtum, der fich felbft| Taufe und Sacrament, werdet der Lenz,
faͤr ung gegeben hat. Und gehet gleich, als der Erzhuren, fleißige Schhlerlein und junge
rund des Räyfers, 1675
- s J .g ® » — ns . \ N —— — me |
. alfe getauft lebet und firbt, bis in das fies Hure euere Kirche iſt. Denneinefolche Hue |
bente oder achte Fahr, ehe denn e8 die Hus re meyne ich, wennich eich eine abtruͤnmge,
renkirche des Pabſts verfteher, ift geroißlich |verlaufene Hure fehelte, die ihr in der Kinds
menn ein frommer Gefell ein arme, junges, | Hürlein, (ivie die. Comodien fagen,) bis ihe
betteliſch, leibeigen Mägdlein auferzoͤge, zur [alte Huren wiederum junge Hürlein machet,
kuͤnftigen Braut, und fich mit ihr verlobete, |und fo fortan des Pabfts, ja des Teufels
und fie fich fein keuſch bielte, big fie manns | Kirche mehret,, und viel von den rechten
bar wuͤrde: alsdenn verfehrete fie die Aus| Sungfräulein Chrifti, fo aus der Taufe
gen, ſaͤhe andere Gefellen an, die ihr baß geboren, immerfort auch zu Erzhuren mas
gefielen, ließ fich bereden, wuͤrde brunftig|chet. Solches, haltich, ſey Deutſch geredt,
> aufdiefelben, verlieſſe ihren herzlieben treuen Faß ihr und jedermann verſtehen kann was |
Bräutigam, der fie erlöfet, ernähret, erzo⸗ wir meynen. Denn ob ihr folche Preuerey
gen, gekleidet, geſchmuͤcket und ſchoͤn ge⸗ bey euch für Scherz haltet, die ihr keinen
halten häfte, und lieſſe fich von jedermann /GOtt habt noch achtet, ſo iſts doch vor SO
sur Huren machen. Diefe Hure, fo zuvor fehrecklich, geeulich, Abgötterey, Mord, Hoͤlle
eine reine Jungfrau und liebe Braut war,|und alles Unglück, das GOtt nicht leiden
ift eine abteimnige, verlaufene Chehure,, ei⸗
“ne Haushure, eine Betthure eine Schluͤſſel⸗
hure, die im Haufe Frau iſt, Schluffel,|
Bette, Küchen, Keller und alles hat in ih-
verdammen will,
diefe iſt Die rechte Erzhure, und eigentlich ei | reisen durch unzüchtiges Leben zur welt
ne Teufelshure.
gar viel geöblicher , und fchier zu gröblich muͤſſen, verbeiffen ibnen Freyheit, Derger
der Prophet Szechiel.c. 23,3. 9. Das moͤcht bung und Ablaß, fo fie felbft en |
. | er
Fan, daß er darum die Erzhure ewiglich “=
— | - [lichen Luſt, diejenigen, fo rechtentrunnen _
s2. Don folcher Huren faget Hofea, und |waren, und nun in Irrthum wandeln
en, ; id alles hat ın 53. Davon meiffaget auch St. Petrus,
rem Befehl; fo boͤſe, Dagegen die gemeinen | da er von euch, foldhen neuen Propheten und
feenen Huren, Puſchhuren, Feldhuren, Land | Kirchen vedet, 2 Petr. 2, 18.19: Siereden
huren, Heerhuren, fchier heilig find: denn | prächtige Worte, da nichts hinter ift, und
| ider Herzog Zeinrich. 1677
dee Derdammniß find. Stemv.2o.21.22: Sammer und Herzenleid aller derer, fü
Sie waren dem Unflat der Welt entflo⸗ |folches mit geiftlichen Augen fehen und ers
ben, durch die Erkenntniß des HErrn, kennen.
und Heilandes IESU CHriſti, undwers| ss. GOtt aber iſt es, der durch feine wun⸗
1676 .Abſchn. Dom Seldsug der Proteſtanten w
‚den wiederum in diefelbigen geflochten |derbarliche allmächtige Macht bey euch uns .
und überwunden, wird alfo das leste|ter fo viel Greueln und Teufels Hureren,
ärger mit ihnen, denn das erfte war, (dennoch die jungen Kinder durch Die Tau⸗
Es wäre ihnen beſſer, daß fie den Weg fe erhaͤlt, und etliche Alte, aber gar wenig,
der Berechtigkeit nicht. erkennet hätten, |die an ihrem Ende wiederum zu Chrifto ſich
denn daß fie ihn erkennet haben, und fich | aehalten haben, der ich denn viel felbft ge
‚wiederum kehren von dem beiligen Bez |Fannt habe; daß doch die rechte alte Kirche
‘bot, das ibnen gegeben, Es if ibnen!mit ihrer Taufe und GOttes Wort unter‘
wiederfahren das wahrhaftige Spruͤch⸗ | euch bleibt, und euer Gott, der Teufel ‚Durch
“wort (Sprüchtw. 26, 11); Der Hund bat} fo viel neuer Abgötteren, mit alleeurer tw _ -
‘ausgefpeyet, und friſſets wiederum; dielfelifchen Hurerey, fie nicht hat Eönnen ganz
Sau iftin der Schwemme gewafchen, und gar vertilgen. Gleichwie zur Zeit -
„und waͤlzet fich wieder im Koch, Das|Cliä, 1 Kön. 19, 18. da alles (wiewol es al⸗
ſeyd ihr; fo bin ich auch geweſt: da habt les GOttes Volk, das iſt, Die heilige Kirche
ihr euere neue aberunnige, verlaufene Kir⸗ hieß, und den GOtt, der fie aus Egypten
hen Deutfch gnug beſchrieben, und Elar.gnug| geführt ‚rühmeten,) voll und eitel Baal ‚br
‚vor die. Augen gemahlet. Tgötterey und Hurerey im ganzen Landewar,
54. Denn wir bekennen nicht allein, Daß| dag GOtt nicht einen Altar behalten hatte, _
ihr mit uns aus.der rechten Kirchen Fom-| dennoch fieben taufend Mann übrig blieben,
men feyd, und mit ung in der Taufe ge⸗ von allen den vielen taufenden, da die groͤſ⸗
ſchwemmet und gewafchen feyd, durch das feften und beften unter waren ‚und zum Teu⸗
Blut unfers HErrn und Heilandes FEfu fel fuhren. Und in der Wuͤſten unter Mo⸗
Chriſti, wie St. Petrus hie fagt : ſondern fe alle ſturben, ohne die zween, Joſua und
"fagen, daß ihr auch in der Kirchen feyd und| Caleb. GOttes Werk heiffet, Conlum-
bleibt; ja wol, daß ihr drinnen fißet und| mans et abbreu:ans, daß er etliche wenige
regiert, wwie St. Paulus 2 Theff.2,4. weiſ⸗ aus Gnaden erhält, wenn der ganze Haus
_ faget, daß der verfluchte Endechriſt im |fen im Zorn untergehet ‚davon St. Paulus
Tempel GOttes (nicht im Kuhftall,) ſitzen Roͤm. so. veichlich ed.
wird ꝛc. Aber von der Kirchen oder Glie⸗56. Alfo hat auch Daniel ı2, 1. lange zu⸗
der der Kirchen ſeyd ihe nicht mehr ; ſon⸗ vor gerveiffaget: daß unter dem Endechrift
dern in folcher heiligen Kirchen GOttes rich⸗ follte eine Zeit des Zorns feyn, und foldye
tet ihr auf ſolch eurer neuen abtruͤnnigen Trübfal, als nie geweſen ift auf Erden.
Kirchen Teufels Hurenhaus, und unzählige Und St. Paul. 2 Theff. 2, 11. der feine
Hurerey und Abgöfterey oder Neuerey, da-| Weiſſagung aus Daniel dafelbft nimmt,
durch ihr die gefauften und erlöfeten Seelen | fpricht auch, GOtt werde erzürnen, und kraͤf⸗
mit euch verführet, und durch den hoͤlliſchen tiger Irthuͤmer Iaffenfommen ‚darum
Nachen in Abgrund der Hoͤllen verfehlinget,| daß man die Wahrheit mit Liebe nicht ans
mit unzähligen Haufen, mit ſchrecklichem genommen hat zur Seligkeit. Lieber, we
-
1678 Eapl 19. —— — der — und de⸗ — Er
uns unfer, das iſt, der Chriftenheit Hiftor| Ciwierwol auch daffelbe nad) nieihr Ernſtge⸗
rien anfehen. Unter Conftantiv ‚dem Sohn weſen und uns nur abzureiſſen, und zut
Conſtantini, war der Zorn GHttes ſo nen gemeynet): dennoch ſiehet man darinn
groß, daß die Ketzer Ariani alle Kirchen in ſo viel, wie fie ſich uͤber GOtt, als die en⸗
der Welt inne hatten, bis auf zwey, und dechriſtiſchen Laͤſterer, gefesthaben: denken,
waren doch dazumal die Bifchöffe, auch die die Lehre folle fo lange vecht feyn, fü lange fie
Arianer ſelbſt, gelehrte, Fromme, ehrbare, wollen; wenn fienicht mehr wollen, folle fie
fleißige Leute vor der. Melt. Bas ſollt nicht mehr recht ſeyn. Denn fie wollen
‚denn ſeyn unter dem Pabftthum da Fein Bis die Macht haben, etwas davon nachzuges
ſchof fein Amt kann noch übet, epieuriſch ben, oder nicht; und wie ſie es geben oder
“amd ſaͤuiſch leben? da muß es doch gar det |nicht, follen wirg annehmen muthen ung eis
Teufel ſeyn; darum die Papiftifchen Hein⸗ ne fülche lafterliche Unkeufchheit an unvers
zen, und Heinzifche Papiften , viel weniger ſchaͤmt, ohne allen Schein, ganz offenbar,
eeftehen, was Kirche oder GH fey , wes |damit fi e ſich felber Dargeben, daß fie Feis
der eine Kuhe oder Gau verſtehet; es iſt nen behenden Teufel mehr. haben, der fie
ein hoch, tief, verborgen Ding Die Kirche, reitet, wie vor etlichen hundert Fahren, ſon⸗
daß ſie niemand kennen noch ſehen mag, ſon⸗ dern den greiflichen Toͤlpel, groben Teufel,
dern allein an der Taufe, Sacrament und der fuͤr Bosheit fich nicht mehr feömüken
Wort faſſen undgläuben muß. Menſchen⸗ koͤnne. |
lehre, Seremonien, Matten, lange Roͤcke, 58. Denn teil fie fich erbieten nachzuge⸗
Biſhofshut und dag ganze Paͤbſtliche Ge⸗ ben, und desgleichen von uns begehren zeu⸗
praͤnge, Fühvet nur. weit davon in Die Hölle gen fie, daß ihnen gleich viel gilt, GH
hinein, ſchweige daß es die. Kirchen anzei⸗ Wort und Menfehenlehre. Lieber, GOt⸗
gen follt: denn zur Kirchen gehören auch tes Wort nachjugeben oder ändern, ſtehet
nackete Kinder, Mann, Weib, Bauer, bey GOtt ſelbſt nicht: denn er ‚Tann fich
‚Bürger, die doch weder Platten, VBſſhofe⸗ ſelbſt nicht leugnen noch aͤndern, 2 Tim. 2,13.
hut, noch Meßgewand anhaben. und fein Wort bleibt ewig. Eſ 40,8. Wer
57. Hier möchten die Papiſten vieleicht es aber ändern oder nachlaffen fol, deemuß
begehren , ja fie wollens mit Gewalt haben, | eine höhere Machthaben, weder SHrtfelbft
daß man folche neue Artikel ihrer neuen Kir⸗ hat: denn er auch Mofis Geſetz nicht baue
chen folle neben den alten Artikeln der alten) geändert, wo ers nicht zuvor durch fein
Kirchen halten oder dulden; wo. nicht, ſo Wort verheiffen ‚hätte zu ändern. De
wollen ſie uns Keger und code haben: Denn! unterftehet fich auch niemand, denn der En
der Pabftefel ift ſolch ein grober Eſel, daß dechriſt mie Daniel 11,36. und St. Paul. .
er nicht kann noch) will lernen unterfcheiden , ſagen 2 Theſſ. 2,4. der fich über GOtt er⸗
zwiſchen GOttes Wort und Menſchenleh⸗ hebt, nemlich dag Pabſtthum. Was on
‘ve, fondern halts beydeg gleich. Das ber man nun mit folchen Leuten, ja mit ſolchen
weiſen fie damit, daß fienun oft. mit ung eis | groben Heinen, und geoffen Eſeln handeln,
ne Veraleichung, oder Vertrag vorgenom⸗ | die da meynen, BHrtes Wort ſey ein Rohr,
men, ſich geſtellet, als wollten ſie etwas das der Wind hin und her webet, Math,
nachgeben, wir follten auch etwas nachgez |ır, 7. deß fie mächtig ſeyn; oder g: das ſie
— und alſo beyde aufammen eintreffen vielmehr meynen), es ſey ein N
1680 — T. Abfehn. Dom Seldzug der Proteſtanten wider Herzog Seincich, 1681
der nach ihrem verdammten Frevel müffejte wanken und zweifeln Ihren? Wie der-
gelten, darnach fie ihn auf den Linien heben | Papiften Theologia Tehret ‚man müffe zwei⸗
oder legen. Alſo fein verstehen fie, was die |feln an der Gnade; Davon fonft gnug iſt ge⸗
Kirche ſey, ja eben Damit uͤberweiſend, daß ſchrieben. Denn wo fonft die Papiften in als
fie GOtt und fein Wort hoch verachten ‚Ifen Sachen hätten gewonnen, find fie doch
€
dazu fich uber GOtt ſetzen, und feine Kirchen |in diefem Hauptſtuͤck verloren, da fie Ich»
nicht ſeyn Eönnen. Und der grobe Filz Ruͤlz ren, daß man zweifeln müffe an GOttes
und Tolpel,der Eſel aller Eſel zu Wolffenbuͤt | Gnaden, wo wir nicht zuvor würdig gnug
‚tel, fehreyet Daher fein Eſelgeſchrey, urtheis | find durch unfere eigene Gnugthuung oder
et und ketzert, fo. er doch nimmermehr ler⸗ Verdienſt, und, Fürbitte der Heiligen.
. efel, oder bey dem Heinzen, Klögern und
ee —
nig. Mein, fie wanket nicht, und gibt nicht
Kirche; Die, wie eine Chebrecherin, mennet,
ſie muͤſſe nicht vefte,halten bey ihrem Ehe⸗
manne ſondern möge wanken, nachgeben,
nen kann, wenn er hundert Fahr ſtudirt, Da find ihre Bücher, Briefe und Siegel,
und feine Meifter im ganzen Pabſtthum hoͤ⸗ Kloͤſter, Stift, und auch noch ihre jegige.
vet, was sek Keger, was ein Platten und Meffen. a
ee ee rn 6, EB be di Chr up
nen fen, das koͤnnte er feine Meifter, auch ſie auf ihren Werken und Zweifel ſtehen
den Pobſt feibſt wohl lehren. wie ſie nicht anders Tonnen: ſo iſt es gewiß,
5. Die heilige Chriſtliche Kirche (ich daß fie des Teufels Kirche ſeyn miffen,
denn es find und Eünnen nicht. mehr. Wege
ſeyn je nr Br : Kg auf Bine
Eteinen „ ift Feine Vernunft ‚ Sehen noch) (9. Gnaden ſich verlaßt ; ber andere, fo au
Hören, iftnicht ein Rohe noch Zahtpfen,)unfer Berbdienfeund Werr bauet. Der ers
| fte ift br 9 et ur | er
—* —— chen, Propheten und Apo zeg, tie die
nad) , wie Des Teufels Hure die Paͤbſmiche Schrift zeuget; der andere ift des Pabſts
und feiner Kirchen zdas Fann niemand, auch
rede jegt mit den Unfern, Denn bey dem Pabſt⸗
die — 9— alle un ei yo 9—
—— — nen. Da ſtehet (wie oft gefagt ,) Zeugniß,
zulaffen, toie eser Auzenjager haben — Buͤcher, Bullen, Siegel, Brief, Stifte,
bondern fie iſt Cfpriche St. Paulus 2 Tim. Doſter dag mans aller Melt betveifen
3.0.15.) einPfeiler und Grundvefte der |
Wabrbeit. Cie ftehet vefte, (ſpricht er,) Ann: | ?
ft eine Grundvefte und vefter Grund, das| 6r. Und da ftehet St. Petrus Apofig. 4.
u nicht ein falfcher oder Luͤgengrund, fon v. 12: Zsift kein andrer Flame gegeben,
dern ein Grund der Wahrheit, leuget und ‚dadurch wir mögen felig werden, ohn
truͤget nicht , gehet nicht mit Lügen um. Was allein IEſus Chriſtus. Dagegen ſpricht
aber wanket oder zweifelt, das kann nicht Pabſt Heinzzu Nom: Nicht alſo, ſondern
Wahrheit ſeyn. Und wozu ware nuͤtze oder find viel andere Namen, da die Leute durch
notch in der Welt eine Kirche GOttes wenn muͤſſen felig_rerden, ſonderlich mein Na⸗
hi
wäreein folcher Gott nüge ‚der unsalfo wolßIzun Fuͤſſen legen: hier ift Heiligkeit und
Do 00 Se⸗
ſie wollte wanken und ungewiß ſeyn in ihren |me,. darnach alle, die ich will, St. Frans
Worten, oder alle Tage was neues ſehen, ſcus, Dominicus, und alle eigene Werk,
jeßt das geben, jetzt das nehmen? Fa, woozu|die mit Geld tragen, Könige und Käfer
u Kurberi Schriften 17, Theil,
Der Tempel BÖttes ift heilig, derfeyd| ung felbft koͤnnten Wege finden? Denndas
1632 Cap.ı9, Von zweyen Seldsügen ‚der Proteftanten und des Räyfers, 1683 |
Seligkeit; Chriſtus ift nicht mehr noch noch noch ärger machen, weder 'nachlaffen nodh |
nuͤtzee 0. 00, Fandern. Daher wir in den Propheten als ı |
62. Aber daß wir wieder kommen zu uns| Ienthalben Iefen, wie fie die Könige, Prie |
fer Sachen: daß die Kirche Chriſti nicht luͤ⸗ fter und Volk firafen, daß fie immer neue
‚ge noch truͤge, muͤſſen fie felbft ohne ihren) Wege erfinden, und nicht auf dem Wege
"Dan bekennen ; wo wollten fie fonft bleis| und einiger ‘Bahn blieben. (a a
ben? Sie müffen felbft fagen, fie fen ein 63. Denn was neben abtrit von dem Wort |
Fels, Matth. 16, 18. dawider der Hoͤllen GOttes (das allein der Weg ift), wie er.
Pforten nichts vermögen, oder, wie Gt. fpricht Joh 14, 6: Ich bin der Weg,
Paulus ſolches gloßirt r Tim. 3, ı5. ein) die Wahrheit und das Keben, es gleiffe
Pfeiler und Grund. der Wahrheit. Sol⸗ wie gut und ſchoͤn es Fann, fo ifts geroißlich |
"ches Cfage ich,) danken wir ihnen nicht) Irrthum, Lügen und der Tod; denn es
daß fie es bekennen, So ſagt auch der Kin⸗ ift ohne GOttes ort, das ift, ohne Weg,
derglaube, daß es fen eine heilige, Chriſt⸗ Wahrheit und Leben. Und was dürften
„liche Kirche: und St. Paulus 1 Eor. 3, 17: wir des Worts, wenn wir ohne daffelbige
—
ihr; wer aber den Tempel GOttes ver⸗ Wort iſt allein das Licht unſerer Süffe,
derbet, den wird GOtt verderben. Dar-|und Schein unferer Wege, welches
um Tann und mag die heilige Kirche Feine] leucht im finftern Ort diefer Welt, wie
Eigen noch falfche Lehre Teiden, fondern muß St. Petrus ſagt. Wer daffelbenichtftets
eitel heilig, wahrhaftiges, das ift, allein) und fleißig in den Augen halt, wu kann der
GOttes Wort lehren; und wo fie eine Lu anders hingehen, denn ins Finfterniß, fü
gen Iehret, ift fie ſchon abgoͤttiſch und des das Licht Darum da ift im Finfterniß,, daß
Zeufels Hurenkirche. Was halfs die Koͤ- wir ung darnach richten folen im Finfters
nige Iſrael, daß fie ruhmeten, fie dieneten niß. a
. dem Gott Iſrael, der fie aus Egypten ger) 64. Nun laßt uns die neuen Stücke alle
führet hatte; damit nenneten und meyneten nad) einander anfehen ‚die in der neuen Kir⸗
fie den rechten GOtt ihrer Väter, hielten! che des Pabſts auffommen find, ſo finden
auch Das ganze Geſetze Mofis: aber teil fie| wir, daß fie alle ohne GOttes Wort, dus
darneben auch die Kälber oder ‘Baal ehreten, |ift, ohne ABeg, Wahrheit undLebenfind,
oder je damit aus menfchlicher Andacht neu allein aus menfchlicher Andacht oder Gut⸗
eigen Gottesdienſt flifteten, dem rechten] dünfen, oder des Pabſts Bosheit, erdiche
GoOtt zu Ehren, fo war es alles verkoren:|fet. Darum wie die Kirche des Pabftsift |
denn dawider ftund GOttes Verbot, du) voll Ablaß ‚eigen Verdienſts, Bruͤderſchaf/
ſollt keinen andern GOtt neben mir has| ten, Heiligendienft, Moͤncherey Meß
ben. Und Mofess‘B.c.g.und iæ. hart verboten fen, Gnugthun, und dergleichen. dros
hatte, fie follten nichts neues, noch anderes, | ben erzehlten Stücken, als Gottesdienſt iſt
nichts eigenes vornehmen, und ſprach: Was ſie damit voll Irrthum, Lügen, Abgoͤtterey,
icch dir Gebiete, das follt du thun, du Unglaubens, Mords, ımd Summa aller
‚follt nichts davon, noch dazu thun. It. Teufel Kivchen. Denn fie koͤnnen nicht ſa⸗
Du ſollt weder zur Linken, noch zur Rech⸗ gen, daß folche Stücke GOttes Wort leh⸗
ten davon weichen, Das iſt, weder beſſer ret. Nun ſie aber bekennen muͤſſen —
| - Ei 3 , R / 22 BR; \ ie
—
1684 1. Vom — der nen wider Herzog ee 1685 |
de ine chriſtiche Kirche muͤſſe te wie fie im Dater Unfer bekennet, ver-
und ein Grund der Wahrheit feyn, ohne gib uns unfere Schuld: und 1%oh, 8:
Serthum und Lügen , quia Ecclefa non So wir fagen, daß wirnicht Sünde has
‚poteftı errares fü müffen fie zugleich befen- ben, ſo luͤgen wir, und machen GOtt
nen, daß fie folche heilige Kirche nicht find zum Lügner, der uns allzumalSünder
noch) ſeyn koͤnnen, a fie voll folcher, greu⸗ ſchilt, Roͤm. 3,23. Pfalm 14,3. und sı, Te
licher Irrthuͤmer, Luͤgen und Abgoͤtterey Aber die Lehre muß nicht Sünde, noch ſtraͤf⸗
find; ſondern ſeyn die rechte verlaufene, abs lich ſeyn, und gehoͤret nicht ing Vater Uns
truͤnnige fchandliche Hure des Teufels, fer, da wir fagen, vergib uns unfere
dem fie infolchen greulichen Rügen folget und Schuld: denn fie nicht unfers Thuns,
diene. fondern GOttes felbft eigen Wort ift, der
65. Möchte aber ein Gutherziger (vie nicht ſuͤndigen noch unrecht thun kann. Denn
mans nennet,) fagen: Mas ſchadets denn, ein Prediger muß nicht das Vater Unſer
daß man GOttes Wort hielte, und fieffe beten, noch Vergebung der Sünden fuchen,
daneben dieſe Stücke alle, oder je etliche, wenn er geprediget bat (mo er ein: I vechter |
fo leidlich wären, auch gleichwol bleiben?) “Prediger ift); jondern muß mit Jeremia
Antworte ich; Es moͤgen gutherzige Leute ſagen und ruͤhmen, Jer. 17,16: Hrr, du
heiffen, fie find aber ivreherzige, und vers | weiſſeſt daß was aus meinem Munde,
führetherzige ‚Leute: denn du hoͤreſt, daß |gangen iſt, das iſt recht und divgefällig;
nicht feyn kann/ neben GOttes Wort eis ja mit St. Paulo, allen Apofteln und
2008 anders lehren, neben GOtt einem an⸗ Propheten trugiglich fagen: Hæc dixit Do-
Deren dienen, neben dem Licht, im Finſterniß minus, das hat GOtt ſelbſt geſagt. Et ite-
von GoOtt geſtellet, ein anders anzuͤnden. |rum: ich bin ein ‚Apoftel und Prophet JE⸗
Es iſt gewißlich ein Irrewiſch und Irrthum, ſu Chriſti geweſen i in dieſer Predigt. Hier
wenns gleich ein einiges Stück ware: denn lift nicht noth, ja-nicht guf, Rergebung der
die Kirche foll und kann nicht Lügen nod) Suͤnde zu bitten, als waͤre es unrecht 98
Irrthum lehren, auch nicht in einigem Stuͤck lehret; denn es iſt GOttes, und nicht mein
lehret ſie eine — ſo iſts ganz falſch, wie ort, das mir GOtt nicht vergeben fol
Chriſtus fpricht Luca in, z5: Schau drauf, noch Farın, fondern beftätigen, ‚loben, Frös
daß nicht das Licht in der Finſterniß ſey. nen und fagen: Du haft recht gelehvet, denn
Wenn nun dein Leib ganz Licht ift, daß ich hab Durch Dich geredet, und das Wort
es Fein Stück vom Finfterniß hat, fo wird iſt mein. Wer ſolches nicht ruͤhmen kann
er ganz licht ſeyn: Das heißt, es muß ganz |von feiner Predigt, der laffe das Predigen
% Licht und Fein Stick Finfterniß da ſeyn. Eitel — an er Keugt gewißlich, und las
Gottes Wort, oder Wahrheit, und kein ſtert G
Irrthum noch Fügen muß.die Ricche lehren. 67. en das Wort follt Sünde oder
Und wie Eönnte esauch anders ſeyn? Weil unrecht feyn, wornach wollte oder Fönnte fich
Gottes Mund der Kirchen Mund iſt. Und|das Leben richten? Da würde gewißlich ein
wiederum: GDtt ser ja nicht lügen, al | Blinder den andern leiten, und beyde indie
fo die Kirche auch nicht. Grube fallen, Matt. ıs, 14. Wenn die
66, Wol ifts wahr, nach dem Leben uu Bleyſchnur, oder Winkeleiſen falſch oder
er, ift Die heilige Kirche nicht ohne Suͤn⸗ Erumm follt in was wollte oder. ———
oo 00 2, eis
— Dee ss ah
— BEI ;
Meifter danach arbeiten?- Da würde eine diger, und GOTT rede durch ung. ac. ſo
Kruͤnme die andere machen, ohn Ende und |wirsdoch gewißlich find, weil wir fein Wort
Maaffe. Alfo auch bier, kann das Leben gewißlich haben und lehren. Solche Bi
wol Suͤnde und unrecht feyn, ja ift leider |digfeit koͤmmt daher, daß wirs ernſtlich
allzu unrecht; aber die Lehre muß fehnur> |gläuben, GOttes Wort fey fo ein herrlich
recht und gewiß ohn ale Sünde feyn. Dars majeſtaͤtiſch Ding, daß mir uns allzu uns
um muß in der Kirchen nichts, denn allein wuͤrdig erkennen, daß durch uns fold) groß
dasgemwifle, reine und einige GOttes Wort Ding ſollt geredt und gethan werden, die
geprediat werden, Wo das fehlet, fo iſts wir noch im Fleifeh und Blut eben. Aber
- nicht mehr die Kirche, fondern des Teufels \unfere Widerpart, Teufel, Papiften, Note
‚Schule. Gleichwie eine fromme Ehefrau |ten, und alle Welt, die find freudig und
(wie die Propheten folches Beyſpiels immer |unerfchrocken, Dürfen Fecflich heraus ſagen
brauchen,) muß nichts mehr hören, denn ih⸗ fuͤr groſſer Heiligkeit: Hie iſt GOtt, wirfind
ves Mannes Wort im Haufe und zu Betr GOttes Kirche, Diener, Propheten und
tes hoͤret fie.eines andern Wort, der nicht Apoftel; gleichwie alle falfche Propheten als
in des Mannes "Bette gehoret, iftfie gewiß: lezeit gethan, alfo, daß auch Heinz Wurſt
Äheneäun darf fich einen Ehriftlichen Fürften rühmen.
63. Das ift nun alleg dahin geredt, daß |Aber Demuth und Furcht in GOttes Wort
die Kirche muß allein GOttes Wort lehren, iſt allegeit Das rechte Zeichen der rechten hei⸗
und deß gewiß ſeyn, Dadurch fie der Grund ligen Kirchen gervefen:; Durft und Frevel
"und Pfeiler der Wahrheit, und auf den Fel⸗ in menfhlicher Andacht, das rechte Zeichen
fen gebauet,, heilig und unftraflich heißt, das der Teufel gemeft, mie man auch in des
ift, tie man recht und wohl fage: die Kir- | Pabfts Drecketen greiflichmerkenmuß.
che Bann nicht irren; denn GOttes Wort, 70. Diß ift geredt von der Lehre, wel
welches fie lehret, kann nicht irren. Was che muß rein und lauter feyn, nemlich, das
‚aber anders gelehret , oder Zweifel ift, obs liebe, felige, heilige und einige Wort GOt⸗
GOttes Wort fey, das Fann nicht der Kir⸗ tes, ohn allen Zuſatz. Aber das Leben, fü
chen Lehre feynz fendern muß des Teufels |fich täglich nach der Lehre richten, veinigen
Lehre, Ligen und Abgoͤtterey ſeyn: denn der |und heiligen full, iſt noch nicht ganz veinoder
Teufel Fann nicht ſagen: (weil er ein Lüge-|heilig, dieweil Diefer Diadenfack, Fleifchund
- ner, und Vater der Lügen ift:) Diß ſagt Blut lebet. Doch, weiler iſt im Werk der
Gott; fondern, wie Chriftus Joh. 8, 44.| Reinigung oder Heiligung, und immerfort
ſpricht, ex proprüs, von und aus fich ſelbſt ſich heilen Iaßt durch den Samaritan, und
muß er reden, Das ift, Iugen. Alſo muffen |nicht fich weiter mehr und mehr in Inreinige
auch alle feine Kinder, ohn GOttes Wort, |Eeit verderbet, wirds ihm gnädiglich um des
aus fich felbft reden, das iſt, lͤgen. Worts tillen, dadurch er fich heilen und
69. Nun fiehe, mein lieber Freund, |veinigenläßt, zu gutgehalten, geſchenkt und
welch ein wunderlich Ding das iſt. Wir, vergeben, und muß rein heiffen: denn das
fo gewißlich GOttes Wort lehren, find ſo durch wird die heilige Chriſtliche Kirche Feier
1686 Cap. 19. bonzweyen Seldstgen, der Droreftanen unddes Räyf
ſchwach, und für groſſer Demuth fo blöde, |ne Hure noch unheilig, weit fie am Wort
daß wir nicht gern uns ruͤhmen, wir ſeyn (das ihr Heiligthum ift,) rein und veft halt
GOttes Kirchen, Zeugen, Diener, Prelund bleibt, br feyd rein (ſpricht ur
e — Prorefionen SE —— —
%; a6 oh. 1,3.) — um euretwillen ſon⸗ chen ſchreiben, weil ſie keinen beſſern wiſſen
dern um des Woris willen, das ich zu |denn er ift ein trefflicher Mann, in der hei⸗
x euch gereöt babe, ligen Schrift fertig, behende und laͤuftig,
7 Denn die Heiligkeit des, Worts und | wie eine Ruhe auf dem Nußbaum, oder eis
Kenigfeit der Lehre ift alfo mächtig und ges | ne Saue auf der Harfen, der fülche groffe
wiß, daß, vb auch Judas, Caiphas, Pilg Sachen wohl fuͤhren kann, wie ihr denken
tus Pabſt, Heinze, und der Teufel ſelbſt, koͤnnt. Sa, wenn es fügeng, läfterns und
3 daſſelbe predigte oder recht taͤufete (ohne Zu: fluchens fol gelten, Sind auch war nicht
ſatz vein und recht), dennoch das rechte rei⸗ werth, daß fie einen beffern haben follten :
ne Wort, die rechte, heilige Taufe empfans | es iſt Vieh und Stall, fprach der Teufel,
gen wide; wie denn immer müffen Heuch⸗ | und trieb feiner Mutter eine liege in den
ler und falfche Ehriften in der Kirchen, und Hintern, Wo nun die Papiften werden
ein Judas unter. den Apofteln feyn. Wie⸗ oder koͤnnen beweiſen, daß ſie die rechte hei⸗
derum, ift Die Unreinigkeit der Lehre, fo nicht lige Kirche find, und der obgezehlten neuen
oder ohn GOttes Wort iſt, ſo vergift boͤſe Hurenkirchen Artikel und Fuͤndlein keine
Ding, daß, wenns auch St. Petrus, ja
ein Engel vom Himmel predigt, dennoch
verflucht ift, ‚Sal, J—— Darum, falfche
Lehrer und Täufer, oder falfche Sacraments
meiſter Eünnen nicht feyn noch bleiben in der
Kirchen, wie der: Pfalm ı, 5. fagt: denn | weifen, fo müffen fie wiederum auch beken⸗
diefelben thun nicht allein wider das Leben, |nen, daß fie Die vechte Teufelshurenkirche
welches die Kirche leiden muß, fonderlich find, die von Ehrifto ihrem HErrn verlaus
wo es heimlich iſt; ſondern auch wider die fen, fich den Teufel durch neue und andere
Lehre, welche: ‚öffentlich leuchten und ſchei⸗ Rehre hat laſſen zu Schanden machen. Sol _
nen muß, das Leben darnach zu richten. cheg, acht ih, folle gewiß feyn, wenn aud) -
Solches hat man von Anfang gelehret, wie] Süden und Heyden, oder was noch menſch⸗
St. Johannes 1Epiſt. 2,19. ſagt: aus uns| liche Vernunft hat, zwiſchen uns urtheilen
find fie, aber nicht von uns; und, in Ee ſollten.
eleſia — fed non de Ecclefiz as item, nu-| 73. Sind fie nicht die Kirchen, fondern
mero, non merito, und "dergleichen. des Teufels Hure, die nicht an Chrifto blies
Daraus man hat diefen Unterfcheid: Es feyn] ben iſt: fo iftsgrimdlich und gewaltiglich bes
nicht alle Ehriften, die fich ftellen, als waͤ⸗ ſchloſſen, daß ſie nicht ſollen die Kirchengu⸗
ren ſie Chriſten. Aber wenns koͤmmt, daß ter innen haben, vielweniger, dieſen Zank
man der Lehre uneins wird, da feheidet fichs| (damit fie bisher Känfer und Deich bemuͤ⸗
von einander, und finder ſich wer Die rech⸗ | hen,) erregen, Daß man fie bey uns ſolle wie⸗
ten Shriften find, nemlich, die GOttes Wort | der einfegen, und die Güter veftituiven,
haben, rein und fein. Denn das ift eben, als wenn die Teufel
772.Das fen dißmal gefagt von der rechs | von den Engeln begehrten, man folle fie wies
ten Kirchen, davon viel zu fagen iſt. Wol⸗der in den Himmel ign, fo fie Loc) wiſſen
len fie weiter hören, wer fie find, fo mögen] und bekennen, daß fie nicht GOttes Engel
hie * Heinzen weiter laſſen von der Sa⸗blieben A fondern GOttes Feinde. —
| 09003 _ find,
nicht der vechten alten Kirchen. Artikel find,
alg die wir nicht erfunden noch erdichtet; ed
müffen wir wol bekennen, daß wir Reber
und Abtrünnige find, Wo fie das nicht bes
nicht gelehret noch haben, oder unfere Artikel _
1690 Cap. 19. Don zweyen Seldzügen, der Proteftanten und des Baͤyſers. 1691 . \
find, die in das hoͤlliſche Feuer gehören. ben , damit eitel Teufelshuren. oder Age
Der, daß ich von Menfchen rede, iſts eben, terey zu ftiften, zu fehmücken, und zu ehren;
als wenn ein Dieb oder Moͤrder wollt wie⸗ viel weniger, daß ſie damit Seelmörder,
der fordern das Geld und Gut, fo er geftohr | Kirchenräuber, Heinen und Mordbrennee
Ien und geraubt, ihm aber abgejagt, und lerziehen, oder unterhalten wollten: fondern
nun im Gericht Füge, oder den rechten Er⸗ die lieben Kirchen und Schuten, das ift,
ben wieder geben ware; wo nicht, fo Dräuer |dag heilige GOttes Wort, Predigtamt, und
feer, ein Hein; Mordbrenner zu werden. andere Kirchendienſt, Theologen, Mare |
74. Weil aber auf Erden in Diefer Sa: herren, Prediger, Daneben auch armeLeute,
en Fein Nichter iſt; denn fie ſind Part Witwen, Wänfen und Kranken zu unfers
worden, fo vorhin die oberften Nichter fich halten, GH zu Lob und Ehre,
felbft gemacht, und gilt ihr Urtheil nichts, 76. Denn e8 heiſſen nicht Hurenguͤter,
nach allen Rechten und ja ſo wenig, als un⸗ Moͤrderguͤter, Gotteslaͤſterer Heinzen Mord⸗
ſer Urtheil, die wir das ander Part ſind, brenner, noch Teufels Guͤter; ſondern der
bey ihnen hiſt; muͤſſen wirs ſo laſſen gehen, Kirchen Guͤter: welche doch jekt nicht allein -
und des vechten Richters erharren Sonſt, von den geiſtlichen Teufelshuren in der
wo ein Richter auf Erden in dieſer Sachen Paͤbſtlichen Mordgruben, aufs allerſchaͤnd⸗
waͤre, wuͤrde ſich diß Urtheil finden, daß ſie lichſte, durch Simoney und allerley Laſter
(jenes Part,) nicht allein Feine Reftitution gekauft, verfauft, geftohlen, geraubt und _
billig zu fordern hatten, fondern werth waͤ⸗ verthan werden; fondern auch von denleibs
ren, daß man fie zur Belt ausjagte, und lichen Huren und Buben aufs allerunver⸗
thäte ihnen, wie der König Jehu den Baa⸗ ſchaͤmteſte verpraffet und verpranget wer⸗
liten, Koͤn.io, 25. und wie der Koͤnig Jo⸗ den; viel aͤrger weder es zu Sodoma und
ſia den Hrieſtern zu Samaria und Bethel, Somorra geſchah, daß fie nicht einem ar⸗
o Kön, 23, 20. gethan. Denn fie find (wie Imen Prieſter, Schuͤler, noch armen Men⸗
droben beweiſet,) vor GOtt nach der heiligen ſchen einen Heller zur Steuer geben: denn
Schrift Urtheil, Die vechte Mordgrube, und fie auch niche werth find, fo ein gering Guts
Teufelshure. Daraus folget, daß fiedie Kir⸗ zu thun; ſondern daflıe, als die verruchten.
chen,-das ift, der armen Ehriftenheit Guͤ⸗ Epicurer, beyde, SH felbft, und feines
ter (als die Erjkicchenräuber, und GOttes Worts und ſeiner Kirchen ſpotten und ver⸗
Diebe,) zu ſich geriſſen, mit Frevel innen lachen. Ja, das iſt die ſchoͤne, heilige Kira
halten, dafuͤr noch zu ihrem Schaden verfol Iche, Die noch dürfen fich heilig ruhmen, dee
gen, fie an Leib und Ehre zeitlich und ewig⸗ Kirchen Güter für ihreigen achten, und Re⸗ |
lich verderben. ftitution fordern. Aber er foll nicht lange:
75. Denn das kann wolein Kind von ſie⸗ ausbleiben, der folchen verzweifelten muth⸗
ben Jahren, ja wol ein grober Mare an|willigen Spöttern und wuͤtrigen Moͤrdem |
den Fingern zahlen und rechnen; wiewol der die rechte Neftitution geben volede
grobe Pabſteſel famt feinen verdammeen 77. Aber indeß wir feinen Richter haben _
Heinzen nichts verftehen Fönnen; daß dielöbs| auf Erden, fo wollen wir, über das, da wir
lichen vorigen Kaͤyſer, Fuͤrſten Herren und GOttes des hoͤheſten Richters urtheil bar
feomme Leute, ohn Zweifel nicht gemeynet, ben in feiner heiligen. Schrift, auch ihr ſelbſt,
noch willens geivefen find, ihre Güter zu ger der —— eigen Urtheil und —
R 1092 1 fh "Dom Feldzug der Proteftanten wider 5 Semi: 1693
| r eil für ung wider fie brauchen. Denn als
ih, geſagt: Er wiſſe faſt wohl, daß viel
in ihrer Kirchen geſett, geſtiftet, gelehret,
geehret, gehalten hat, daß man Goltes
Geſchoͤpffe, Werk, Ordnung und Segen
hat Herzog George, unſeliger Gedaͤcht⸗
— Mißbraͤuche ſind in der Kirchen eingeriffen, folle verdammt, verflucht, und für die groß
saber'daß ein einzeler Mönch aus einem Loch] fefte Stunde halten: was böfes Fünnte der
,
ſolche Reformation folt vornehmen, ſey nicht Teufel, GOttes Feind, felbft ftiften, wenn
- zu leiden. Wolan, der bekennet, Cohn|er GOtt zuwider etwas ſtiften wollt? ie
‚Zweifel er nicht allein,) daß euere Kirche vol hat eure Kirche bey ſolchem Greuel koͤnnen
Mißbraͤuche iſt: das heißt ſo viel, es iſt nicht heilig ſeyn, wenn ihr gleich alle eitel —
die reine rechte Kirche, denn die ſoll heilig) Jungfrauen gelebt, und doc) ſolchem ©
und rein feyn, ohn allen Zuſatz, fhrveige| Gen gedienet hättet? Denn Gott hatte pr
denm ohn alle Mißbraͤuche wie der Ölaube| euch verboten, als eine Lehre des Teufels,
fagt: ich gläube eine heilige Chriſtliche Tim. 4, 1. ünd was fuͤr Frucht und Hei⸗
RKirche. ligkeit folcher Abgott und fein Gügendienft
28: So habe ihr euer Parts allefamt gewirkt hat in euer Kirchen, das müßt ihr
z auf dem Meichstage zu Augfpurg den Kay | felbft Hagen: denn da iſt Kom, die Stif⸗
- befennet ihr ſelbſt, Daß das Ablaß ein ver-
acht Ding fen, Das heißt ein Mißbrauch Greuel fo greulich zur Huren gemacht iſt
fer gebeten, er wollte bey dem Pabſt ſchaf⸗ ter, Der ganze geiſtliche Stand, die zeugen;
‚fen, daß er Fein Ablaß mehr in Deurfchland | ja ihre Sünde hat Himmel und Erden mie
Schicken ſolle, weil es verachtet fen. Hier] Schanden und Blutgefchrey erfuͤllet. Wo
iſt hier eure heilige Kirche, die mit ſolchem
und Abgoͤtterey: denn wo ihrs für recht und durch den Teufel?
gut hieltet, als einen reinen Gottesdienſt,
80. Und was habt ihr ſelbſt gethan, daß
ihr jetzt ein Concilium begehret; jetzt ver⸗
heiſſen, jetzt verzogen, jegtverfagt ? eue⸗
ve Kirche heilig, wie fuͤrcht fie fich denn vor
einem Concilio? Was darf fie Neformis
rens oder Eoncilii? Darf fie eines Conci⸗
koͤnntet ihrs mit gutem Gewiſſen nicht ver⸗
achten, noch abzuſchaffen bitten. Da zeu⸗
get euer Gewiſſen durch euer eigen Wort,
daß euere Kirche ein Goͤtzenhaus und unrei⸗
ne ſey, diemit falſchem, nichtigem, betruͤg⸗
lichem Ablaß, dem Teufel, und nicht GOtt, | Tiums, wie ift fie heilig? Wollet ihr euere
F gedienet babe und noch diene, Heiligkeit auch reformiven? Wir für uns -
79. Zum dritten, hat dafelbft der Car⸗ haben nie Feines Eonciliums begehrt, unfere
J dinal u Maͤynz gefagt: Was wollen wir | Kirchen zu reformiren, Denn GOtt der
viel difputiven, fie haben einen Artikel, mel | Heilige Geift hat durch fein Heiliges Wort
hen wir roiffen, und nicht leugnen Eonnen, | unfere Kirche laͤngſt geheiliget, ja vielmehr
daß er recht ſey, nemlich den Eheftand; noch alle Paͤbſtliche Hurerey und Abgöttereyauss
‚ Eönnen wir denfelben nicht annehmen. Und] gefegt, daß wir alles, (Gtt Lob!) rein und
obs der von Mäynz nimmermehr fagte, fo | heilig haben, das ort rein, die Taufe
feyd ihr nunmehr felbft fo überwunden, daß |rein, das Sacrament rein, die Schluͤſſel
‚euer viel, fo die beſten ſeyn wollen, ſolches rein, und alles, was zur rechten Kirchen ges
öffentlich bekennen. Nun fage mir, mey⸗ hoͤrt, haben wir heilig und rein, ohn allen
neſt du, es fen eine geringe Teufelshure, die menfchlicher Lehre Zufag und Unflae Das
Rn schrecklichen I ſetikel (dn3 ſt, Goͤtzen) Leben (wie droben geſagt,) ui nicht, ae
-22,0.30. die gehören nicht in eure: Teufelshurenkire
weifeltes Lichtſcheuen uns ſchrecken, oder
nen, daß es unrechte Artikelfind. Solches
c p Don zweyen —— der — des Räyfers. 1006
liglich hernach, wie wir gernefähen und woll⸗ ift der rechte. Kern, der befte Haufe, wel
ten, darüber die Propheten und Apoftel ſelbſt chen ihr vornehmuch eure Kirche heißt, ohne
zuch klagen: denn das gehoͤret dorthin , da! was dazu euers Anhangs if von. —
wir den Engeln gleich ſeyn werden. Matt). | Ständen. Denn denen, fo folches leid iſt
81. Aber wir begehren ‚eines Concilii,
darum, daß unfere Kirchen verhoͤret undun-
fere Lehre frey ans Sicht kommen möchte, da⸗
mit eure Hurerey im Pabſtthum erFannt, Zeugniß und Urtheil haben, fo koͤnnt ihrung
verdammt, und jedermann, der dadurch vers | nicht Ketzer noch Abtruͤnnige fehelten, fon
führer, zu der rechten heiligen Kirchen mit = müßt uns recht geben, als der rechten
uns und famt ung befehret und gemehret Kirchen, die folch eure befannte Greuel und
möchte rverden. Aber da habt ihre und euer] unvechte Artikel verlaffen: wiederum, euch
Gott, der Teufel, nicht den Schnuppen; | felbft als die rechte Teufelsfirchen,, weil ihr
fondern ihe Fteddermäufe, Maukwürfe, Uhu⸗ | von euch felbjt bekannte Greuel und unrechte
hen, Nachtraben und, Nachteulen, die ihr Artikel vertheidigt, haltet und dazu zwinget / be⸗
das Licht nicht leiden koͤnnt, wehret mit aller Eennen, daß ihr der Kirchen Güter nicht zu
Macht und mit aller Schalfheit, daß ung fordern habt, als ein Spolium riederzuges
ja nicht dazu komme, Daß Die Wahrheiti im ben; fondeen, daß ihre die Guter, ſo ihr noch
Licht verhöret und gehandelt werde. Doc habt, ſchuldig ſeyd, als Die Gotlesdiebe und -
ches fondern in unfere, das ift, in Die al⸗
te rechte heilige Kirche.
83. Weiter, weil wir folch, euer eigen. |
faͤhret GOtt auch immer fort, und bringt und Rirchenräuber, zu verlaffen, und der rech⸗
das Licht, je mehr ihr wehret, je mehr her⸗ ten Kirchen zu reſtituiren und einzuräumen.
vor, daß zuletzt doch werdet mit allen Und wenn ihr noch ſo eine unverſchaͤmte Hu⸗
Schanden und Schaden leiden muͤſſen: und
renſtirn haͤttet, wie die Propheten reden,
was ſolch euer feldfluͤchtiges, verzagtes, ver⸗
die ſich nicht ſchaͤmen kann, muͤßt ihr den⸗
noch hierinn ſelbſt ſagen, daß ſolches Urtheil
euch trotzig machen koͤnne, das laßt euch euer recht ſey. Denn auch Hal, Stein, Dreck
Gewiſſen und eigenes Herz fagen. und Mift würde zulege wider euch fehreyen,
82. Weil ihr nun, ſage ich, ferbft bekens | weil da Eein anders feyn kann, denn daß eis
net , und auch. befennen müffet, welch eine | ne verzweifelte Hure nicht Fan eine fromme
unflätige Kirche ihr habt; nicht vede ich jetzt züchtige Jungfrau feyn: darum füllt fie auch
vom Leben, fondern von der Lehre, daß ihr Feine Kirche feyn, Feine Kirche regieren Feis
fo viel. greuiiche Luͤgen und falſche Lehr habt, ne Kirchenguͤter haben; das iſt die Summa
dazu nicht Taffen wollt: ſo müffet ihr fols |davon.
gends auch bekennen, daß ihr nicht die heil] 34. Daß Heinze weiter den Churfuͤrſten
ge, ſondern des Teufels Kirche feyd, fon das if, ung alle — ſchilt, iſt auch
derlich die, ſo druͤber halten, und dazu zwin⸗ gleichergeſtalt zu verantworten, nemlich, daß
gen: denn diefelben ‚beten wiſſentlich den | er fich felbft in die Backen hauet, und leug⸗
Teufel an, in feinen Lügen, weil fie been» |net, als ein. fhändliches Rügenmaul, oder
vielmehr, mie droben aus dem 37. Dalmv.
hut‘ ihr aber oben vom Pabſt herab, bis |15. oefagt, fticht er ſich felbft mit feinem
auf mag) Priefter und Mönch: das Schwerdt durch en De Wiewo ee
%
1696 1, Abſchn Dom SeldsugderProteftanten wider Herzog Heinrich, - 1697
aber weiß, daß er fein Lebenlang noch nie |nie von fich, oder aus der Hand gegeben,
gewußt, noch jemals erfahren habe, was wie der 6o. Pfalm v. 8. zeuget: GOtt res
Gehorſam oder Ungehorſam ſey, derhalben det in feinem Heiligthum. Wurde
auch nicht wiſſen Fan, was Aufruhr oder| 86. Darum müffet ihr Papiften folche
Landfriede fey, wie das feine Schrift und | Stucfe des Gehorfams mit GOTT felbft,
‚ganzes Leben weifen: doch, wenn ers gleich nicht mit ung ausfechten, und ung zuvor fis
- wüßte, wie böfe Ding es fen, fo ift er den- cher und gewiß machen, daß wir (wie ihe
noch fo voller Teufel, daß ers gleichwol ſelbſt thut,) dem Kayfermögengeben, was GOt⸗
duͤrfte thun und andere damit beluͤgen. Aber tes iſt: ſonſt thun wirs nicht; ſondern neh⸗
Gott zu Dienft und dem Heinziſchen Teu⸗ men euer Laͤſtern und Luͤgen zu groſſen Freu⸗
fel zu Verdruß, bekennen wir dieſe Wahr⸗ den an, damit ihr ung Zeugniß gebet und
beit, Daß unſere Fuͤrſten und Herren dem bekennet, daß wir nicht GOtte das Seine
Kaͤhſer allezeit von Herzen und treulich ges nehmen und dem Käfer geben, und helft
horſam geweſen find, wie das ganze Neic)| uns alfo mit euer giftigen Luͤgen dieſe Wahr⸗
‚öffentlich muß zeugen. „ Denn wo fie berufs | heit rühmen, daß wir nicht in eurem vers
‚fen find), auf Neichstage, oder zu Felde, fluchten Gehorfam leben. Denn GOtt hat
ſind fie die erften gewefen, daß du Worſt⸗ dem Kaͤyſer, ja. allen Engeln und Ereaturen
teufel zumal eine grobe Worſt bift, wider | verboten, daß ftein feinem Himmelreich ‚das
solch des Reichs Zeugniß fo fehandlich zu iſt, in der Kirchen, follen Fein ander Wort
Fügen, - lehren, wie Ct. Paulus Sal. ı, 8. einen
8 Meynet aber dein Heinze, daß unſe⸗ ſchrecklichen Donnerfchlag hut, undfpriche:
‘ve Fürften nicht gehorchen den Känferlichen | Wenn ein Engel vom Simmel ein an»
Edieten, darinn unfere Kirchen und Lehre|ders Iehret, weder ihr empfangen babe,
verdammt find, da ruͤhmen wir und danken] der fey verflucht. Nun haben wir droben
Gott, der uns gnaͤdiglich erhalten hat, daß jeliche Stücke der unzahligen, neuen andes
wir nicht mit euch in folchem ‚verdammten |ven Lehre erzehlet, (das iſt, wie es hie SE.
Gehorſam erfunden werden. Denn dafte | Paulus nennet, anathemara, Rerfluchung,
het GOtt, ders ung verbeut, und ſpricht Verdammung, DBermaledeyung, )damit eu⸗
Matth. 22, 21: Gebt dem Raͤyſer, was re Pabftlicheneue Huren» und Teufelskirche
des Kaͤyſers iſt und GOtte, was GOt⸗ erfuͤllet ift. Darum kann uns der Kaͤhſer,
tes iſt; und M.us,ı6; Er hat den Him⸗ noch Feine Creatur zu ſolchem verfluchten Ge⸗
mel dem SErrn gegeben, aber das Erd⸗ horſam zwingen: ja, er ſoll ſich ſelbſt mit
reich den Menſchenkindern. Der Him⸗ uns davon halten, will er nicht durch St.
mel oder Himmelreich gehet nicht zu Lehen! Pauli Donneraxt in Grund der Hoͤllen vers
vom Käfer, und GOtt kann nicht des Kaͤh⸗ flucht und zerſchlagen werden. |
ſers Lehenmann ſeyn, fondern der Räyfer fol] 87. GOtt hat dem Käyfer gnug befohlen,
und muß GOttes Lehenmann beiffen, und! mehr weder er Fann ausrichten, nemlich das
wie Sirach c. 17, 14. ı5. auch fagt: GOtt Erdreich, dasift, Leib und Gut, da hat ſein
bat in den Ländern Herrfchaften verord,| Amt ein Ende: greift er darüber auch in
‚net, aber in Iſrael iſt er felbft der HErr. GOttes Neid, ſo raubet er GOtte das Sei⸗
Eott will allein und felbft in der Kirchen ne, das heißt Sacrilegium, Gottesdieberey,
Iehven und regieren; folch Negiment bat er uder wie es St. Paulus Phil, 2, 6. nennet,
utheri Schriften 7. The, Ppppp Ra
; ’ & ö — * [8
* ? ar
1968 Cap.ı9. Don swepen Seldägen , Der Proteftanten und des Ahyfers,
1699 |
Rapinam diuinitatis ‚wenn einer will GOtt |Eennet, daß wir, die Braut C.Hrifti, dem
gleich ſeyn, das er nicht feynkann, das muß HErrn Ehrifto rein, undfein Braurbetterein |
er rauben wollen; derm gegeben kanns ihm |laffen, als die getreuen gehorfamen Joſeph,
nicht werden. Es iſt hiezu allein ein einiger | dienen hierauſſen fonft in unfern befohlnen
Erbe, der hats nicht geraubet, noch rauben Aemtern: wiederum, daß ihr, als die bruͤn⸗
wollen, (wie der. Teufel im Himmel und ſtigen Hutentreiber und Ehebrecher, das iſt,
Adam im Paradiesthäten, ) fondern iſt ihm verdammte Gottesraͤuber oder Himmelsauf⸗
vom Vater in Ewigkeit gegeben, und ange⸗ ruͤhrer, dem HEren in feine Brautkammer
boven von Natur. Die nun den frommen \brechen,, und ihm feine Braut zur Huren |
Kaͤyſer Carol hiezu reizen, oder unter feinem |machen wollt; aber er fchlägt euch mit Blind»
Siegel folches thun, das find eben fo from |heit, wie die Sodomiter, dafihrdie Chur
me Thierlein, als die Schlange im Para- Inicht findet, CL Mof. 19, m.) laͤßt eud) dafür.
dies. Der Känfer foll unter GOtt bleiben, |finden euers gleichen, Huren und Ehebrecher,
und feines gemefienen Befehls Cals wohl die euch gehorchen, und mit euch zum Teus
als’alle Creaturen,) warten; denn GOit fel fahren. Und Summa, wiegefagt,fech-
- willalhier, das ift, in der Kirchen, allein tets zuvor aus mit GOtt, daß wir moͤgen
reden und Eeinen andern leiden. etwas anders hören und lehren in der Kir⸗
88. Gleich (daß ichs deutlich gebe,) als chen, weder GOttes Wort; item, daß eu⸗
ein Ehemann oder Braͤutigam kann wol re oberzehlte neue Stuͤcke GOttes Wort fen,
— im Daufe'beftellen, mageiijund DaB; ihr Die heilige Sieche jeyd, ToME?
nen Knecht Kanfer, den andern König hei ihr recht haben , "und wir tollen gern gehor⸗
fen, und befehlen alle feine Guͤter, dieſem ſam ſeyn. Wasifts dochnüse, daß ihr das
den Acker, jenem den Weinberg, Vieh, |Confequens fo hart fehreyer, und laßt das
Fiſch, Kleider, Geld und Gut; aber inder |Antecedens ſtehen? Iſt doch der Krieg nicht
Kammer oder im Brautbette, da laffe fich ums Confequens, wie ihr unſinnigen Wars
Fein Knecht finden, er heiffe Käufer oder Kr |ven ſchreyet, fondern um das Antecedens.
nig; denn das ift der Tod (fpricht Salo⸗ |Ponatur Ecclefia certo, et obedientia fe-
mon Sprüchw. 14,12.). Hieher “gehört |querur neceflario. ' Econtrat Non poſita
allein der Bräutigam, und hier foll die Braut |Ecclefia, nullafequitur.obedientia; ex na-
Fein Wort hören noch wiffen, ohne allein ih⸗ tura relatiuorum, ift anders noch ein Funk
res Bräutigams, wie Kohannes der Taus Dialecticæ in euch. ra AR dis
fer fpricht, Soh.3,29: Wer die Braut hat, 90. Das fey dißmal von der. Kirchen ges ı
der ift der. Braͤutigam. Alfo kann und ſagt, wider das Laftermaul der Papiſten;
will GOtt in der Kiechen Feinen andern nes ein andrer kanns tool beffer, und ich, foich
ben fich leiden: da foll man nichts denn als |Iebe, tool mehr machen. Darnach fähret |
Sein ihn felbfkundfein Wort hoͤren, oder fol \Heinz Mordbrenner fort und ſchaͤndet auch
je eine Hure, und nicht feine Braut ſeyn. unſer Leben, und dafjelbe mancherley Wei⸗
89, Hieraus kann man. num wohl verftes fe: zeucht meinen ©; Heren und den Lands
hen, was ihr Heinzen und Heinzlinge ma- |grafen an mit vielen, groffen Schmachwor⸗
het, wenn ihr ung Aufrührer fcheltet, daß ten, Der er Doch Feinesberveifet, wieder Luͤg⸗
wir nicht mit euch den Kanferlichen Edicten ner Art ift. Ich habe aber droben bekannt,
gehorchen; nemlich, das macht ihr, ihr be⸗ Lund muß leider befennen, obwir wol die rei⸗
2280 1 {0 Ka Ks NG Ryan BEER
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333 BE,
38 —
Abſchn Dom Feldzug der Proteſtanten wider Herzog Heinrich.
1701
‚me Lehre göttliches Worts, und eine feine thun in ihrer Kirchen, als Salomo fagt,
reine heilige Kirche haben, wie fie zur Zeit Spruͤchw. 2, 14: Sie freuen ſich Boͤſes
der Apoſtel geweſen, in allen Stücken, fo zu thun, und find fröhlich in ihrem vers
zur Seligkeit nus und noth ſind, fo find wir kehrten Weſen, wollens dazu mit euer
doch nicht heiliger noch beſſer, denn Jeru und Schwerdt vertheidigen. a
ſalem, dieheilige GOttes eigene Stadt, dar⸗ 92. Ach was darfs viel Worte! Leber
inn fo viel boͤſer Leutemitunter waren; doc) welchen fo aroffer Zurn GOttes kommen iſt,
allezeit das Wort GOttes durch) die Pro: daß er muß feinen GOtt und HErrn ſchaͤn⸗
pheten rein erhalten ward. — den und verfluchen, (tie Jeſaias c. 8, 23-
91. Alfoift bey uns auch Fleiſch und Blut, [von den Juden ſagt,) der wird freylich nichts
. ja der Teufel unter Hivbs Kindern. Hiob ungeſchaͤndet noch unverflucht laſſen, was
12.6 Der Baueriftwild, Burger geizt, GOtt fchaft, thut oder redet: denn folcher
Adel East: wir fehreyen und ſchelten getroſt Menſch ift geroißlich zum Teufel worden:
durchs Wort GOttes, und tvehren, was Nun iſt es gewiß, daß die Heinzen befens
und fo viel wir Fünnen, (GDOtt Lob!) nicht nen muͤſſen, daß wir GOttes Wort lehren,
ohne Frucht; denn was von Bauer, Buͤr⸗ und unfere Kieche nichts anders lehret, denn
ger, Adel, Herren ıc, fich lehren laͤßt und was GOtt befohlen hat. Das ift am Tas
hoͤret, das ift (GOtt Lob!) überaus gut,|ge, und Fanns weder Heinze noch Teufel
und thut mehr denn man begehret, etliche |leugnenz; dennoch laftern und verfluchen fie
mehr denn fie vermögen; ob ihr wenig find ‚|folche Kirche und Lehre, fehelten ung Ketzer
da liegt nicht an. GOTT kann um eines | und Aufrührer:c. Welches nicht anders feyn
- Marines woillen einem ganzen Lande helfen ;| Tann, denn GOtt felbft Cdeß fulche Lehre
wieducch den Naaman Syrum 2 Kon. s,n./und Kirche ift,) Fegern, laͤſtern und verfius
und dergleichen. Summa, esdarf des Le⸗ chen. Muß nun Gott ſelbſt und fein heiliges
bens halben keines Diſputirens; denn wir be⸗ Wort alſo geſchaͤndet werden von ſolchen Teu⸗
kennen gern und frey, Daß wir nicht fo hei⸗ feln; was ſollten ſie unſerm Leben und Wer⸗
lig find, als wir ſollen: allein, daß wir ſolch ken nicht thun? Setzet GOtt ſich ſelbſt, fein
Vortheil haben, daß uns die Heinzen nicht Wort und Lehre in die Schmach ſolcher
mit gutem Gewiffen, weder vor GOtt noch) Heinzen? fo moͤgen wir vielmehr unfer Les
der Welt tadeln koͤnnen, fie feyn denn zu⸗ ben hinein fegen, das doch fonft nicht gang
vor frömmer weder wir finds; ſonſt hat fielbeilig if. HU I -
Chriſtus ſchon verdammt, da er fpricht Lue.] 93. Doch ein wenig zu antworten um der
69.42: Du Heuchler, zeuch zuvor den | Unfern willen, (denn Heinz Teufel zu Wolf⸗
‘Balken aus deinen Augen. Sollen fie|fenbuttel nicht werth ift, daß ein frommer
aber den ‘Balken zuvor herausziehen, und bes | Menfch feinen unverſchaͤmten Luͤgen antwor⸗
weiſen, daß fie froͤmmer find weder wir, fo ten oder ſich darum bekuͤmmern follte, ) will ich
find wir wol ewiglich ſicher: denn wir nicht auf eins oder zwey antworten ſo kurz ich kann:
wider fie allein vom Splitter, (ſo das Leben Erſtlich, Da er ſchreibet: Dieſen Lermen
betrift,) fondern auch von den groſſen Bal⸗(ſo durch Luther erregt, ) hab Herzog Fried⸗
Een (ſo die Lehre betrift ,) zu thun haben; wie rich angericht, darum, daß er nicht gernges
droben erjehlet. Und wir lachen nicht das |fehen, daß diefer Bifchof, Albrecht, fey Bis
iu, daß Boͤſes bey uns geſchiehet, wie ſie lſchof nel worden ac, da —
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1702 _Cap.ıg. Don zweyen Seldsügen, der Proteftanten und des Räpfere. 1703
denloblichen frommen Fuͤrſten entfehuldigen droß ihn übel, daß er den Pfaffen ſo gelobt,
and fagen, daß.nicht.allein Heinz, fondern umd doch gefehlet hatt. ——
auch Mein (aus dem ſolche Lügen wol an| 95. Und id) mag das auch ſagen, daß
mehr Ort fommen ), bierinn lügen, als die mir Fein Herr, auch meine eigene. anadige
verzweifelten Boͤswichter: deß fey Zeuge ihr ſte Herren Ehurfürften zu Sachſen nie:
eigen Gewiſſen. Denn fo viel ich zu der ſo gnadig allggeit geantwortet, und fo viel
Zeit erfahren habe, hat Herzog Friederich zu gut gehalten haben, als eben der Biſchof
mit allem Fleiß dazu geholfen Daß der jesis Albrecht, ich dachte firwahr, es twäre ein
ge Biſchof zu Magdeburg Biſchof wuͤrde: Engel. Er hat den rechten Meifter Teufel,
denn dazumal war Fein Herzog zu Sach» der fich fo ſchoͤn putzen kann, und doch dars
fen vorhanden, deshalben Herzog Friederich unter ung Lutherifche Buben fihalt, und:
hätte mögen practieiven, denfelben Biſchof was er wider diefe Lehre vermocht zu thun,
zu machen. —— * nicht unterlaſſen hat. Ich meyne ja, ich
Pit | | | ſey auch befchiffen in meinem hohen Ver⸗
94. Aber dem fen wie es wolle, das weiß trauen auf folchen bofen Menfchen. Wol⸗
ich zu fagen, ſo ich zur Locha einmal gehoͤret an, hin ift hin, er fol und muß auch das
(denn ich feine Stimme mein 2ebenlang| bin, mein HErr Ehriftus ift vor ihm bier
J — ſein an — ben; ich auch.
zu Worms auf dem Reichstage,) daß der: an a 1. 4
— he fromme Herzog Friederich den Biel Anfang des Lutherifihen Lermens,
ſchof Albrecht fo gelobet hat, und fich fein|96, Weiler aber nicht wiſſen will, wer
fo gefreuet, als der ein troͤſtlicher Fuͤrſt dem > diefen Lutheriſchen Lermen (wie
eich feyn würde, Daß nur viel gervefen iſt. ers nennet,) hat angerichtet, roillich es hi
Denn da er wieder von Zerbſt kam, Dafelbft mit öffentlich fagen, nicht feinem Heinen,
eine Handlung gefchah zwiſchen dem Lunes Inoch ihm felbft , denn er weiß es viel bag,
burg und Braunfehweig nach der Schlacht, weder ich felbft. Es gefchah im Zahı, da
darinn Heinz; das SHafenpanier ergriffeniman 17. fchrieb, daß ein Predigermoͤnch,
und mit Zerfen hinter fich gehauen hatte: mit Namen Johannes Tetzel, ein groffer
cdenn da waren nicht arme wehrlofe Ko: Shamant ‚welchen zuvor Herzog Friederich
che und ‘Boten, die ſich unverfehens erſte⸗ hatte zu Inſpruck vom Sacke erlöfet, denn
chen laſſen wollten) danun (fage ich, Her Maximilian hatte ihn zu erfaufen geurtheilt
309 Friederich dafelbft als ein Vicarius des |in der Inn ( kannſt mol denken, um feiner
Reichs, nac) Abfterben Marimilianus, ne⸗ groſſen Tugend willen). Und H. Friederich
ben dem Biſchof Albrecht gehandelt hatte ließ ihn deb erinnern, da er ung Witten⸗
und heim Fam, hatte er ſolchen Gefallen und berger alfo anfing zu laͤſtern: er befanntees h
Hoffaung zu dem Biſchoffe, daß erdißfrohr auch frey. Derfelbige Tegel fuhrete nun
liche Wort hat gefagt: Laßt mirden Mann das Ablaß umher, und verkaufte Gnade
maufen, er wirds thun. Aber nichti ums Geld, fo theuer oder mohlfeil er aus
tange hernach, da er das Krautlein erkennen! allen Kräften vermochte. Zu der Zeit war
Vernte, hat er alfo gefagt bey den Geinen: ich Prediger albier im Klofter und ein juns
Nun hat mich mein Lebenlang Fein Menfch | ger Doctor, nemlich aus der Eſſe Eommen,
alfo befihiffen, als der Pfaf; denn es ver⸗ hitzig und luſtig in der heiligen Schrift. 3
ah 97. Als
A
— — —
Abſchn. Dom Se
s das Ablaß wäre, wie es denn Fein Menſch
nicht wußte : fingich füuberlich an zu predi⸗
gen, man, Fonnte mol beſſers thun Das
gewiffer wäre weder Ablaß Iöfen. Solche
4 1, %bfehn. Dom. —* R der Droteflanten wider Herzog einrich. —
97. As num viel Volks von Witem eben die Önade, dadurch der Menſch mit
berg lief, Dem Ablaß nach gen Juͤtterbock und
Zerbſt ae. und ich Cfo wahr mich mein)
DErr Ehriftus exlöfet hat,) nicht wußte
1708 -
GOtt verföhnet wird.
103. Item, es waͤre nicht Noth, Reu
noch Leid oder Buſſe fuͤr die Suͤnde zu ha⸗
ben, wenn einer das Ablaß oder die Ablaß⸗
briefe kaufete Cich ſollt fagen, Iöfete), und.
verkaufte auch Funftige Sünde, Und des.
Dinges trieb er greulich viel, und war ale
Predigt hatte ich auch zuvor gethan hie auf les ums Geld zu thun.
dem Schloffe, wider das Ablaß, und bey
Herog Friederich damit chlechte Gnade vers
Diener: denn er fein Stift auch fehr lieb hat:
te. Nun, daßich zur rechten Urſachen des
Lutheriſchen Lermens komme, ließ ich. alles
alſo gehen, wieses ging. Indes kommt
vor mich, wie der Tetzel hatte, gepredigt
greuliche ſchreckliche Artikel, der ich dißma
etliche will nennen, nemlich: ,
08. Er hätte folche Gnade und Gewalt
vom Pabſt wenn einer gleich die heilige
Jungfrau Maria, Gottes Mutter ‚hätte ges
ſchwaͤcht oder gefehwängert, fü Eünnte ers
vergeben, wo derfelbe in den Kaften legte,
was ſich gebührt, NR
99. tem, das rothe Ablafereuz mit
des Pabfts Wappen, inden Kirchen aufges
richt, wäre eben fo Fraftig, als das Creuz
Chriſti. Item, wenn St. Peter jegt hie was
re, hätte er. nicht groͤſſere Gnade noch Ge⸗
walt, weder er hätte, |
300, Item, er wollt im Himmelmit St.
Peter hicht beuten: denn er hatte mit Abs
Taf mehr Seelen erlöfer, weder St. Peter
mit feinem Predigen. ——
101. Item, wenn einer Geld in den Ka⸗
ſten Tegt, für eine Seele im Fegfeuer, fo
‚bald der Pfennig auf den Boden fiel, und
Hlünge, fo führe die Seele herausgen Him-
102. Item, die Ablaßgnade waͤre
104. Ich wußte aber zu der Zeit nicht,
wem ſolch Geld ſollte: da ging ein Buͤch⸗
lein aus, gar herrlich unter des Biſchofs zu
Magdeburg Wappen, darinn ſolcher Ar⸗
tikel etliche den Quaͤſtoren geboten wurden
zu predigen. Da kams hervor, daß Bi⸗
ſchof Albrecht dieſen Tegel gedinget hatte,
weil er ein groſſer Clamant war, denn er
mar zu Maynʒ Biſchof erwaͤhlet mit ſol⸗
chem Pact, daß er zu Rom das Pallium
ſelbſt ſollt Faufen, (loͤſen, ſage ich,) denn es
waren zu Maynʒ neulich drey Bifchüffe ,
Berthold, Facobusund Vriel kurz nach eins
ander geftorben ‚daß dem Bisthum vielleicht
khmwer war, fo oft und kurz auf einander
das. Pallium zu Faufen, welches gefteher,
wie man faget, 26000. etliche fagen 30000,
Guͤlden; denn fo theuer Fann der allerheis
ligfte Vater zu Rom Flachsfaden (der fonft
Faum fechs Pfennig werth iſt,) verfaufen.
105. Da erfand nun der Bifchof WE
Fuͤndlein, und gedachte das Pallium den Fo⸗
ckern zu bezahlen C denn die hatten das Geld
vorgeftrecft), mit des gemeinen Stang
Beutel, und ſchickte diefen groffen Beutel-
drefcher in Die ander ; der draſch auch weid⸗
lich Darauf, dab es mit Haufen begunt in
die Kaften zu fallen, zu foringen, zu Elingen,
Er vergaß aber fein felbft Daneben nicht. Es
hatte dazu der Pabſt dennoch die Hand mit
im Sode behalten , daß die Helfte füllte ges
fallen zu dem Gebau St. Peters Kirchen zu
Kom. Alſo singen die Geſellen hinan mit
DpPP pp 3 Freu⸗
#
benyde gedacht haben, der Pabft würde mir, |sanzen verdammtend
1796. Cap. 19. Don zweyen Feldzůgen der Proteftanzenund des Räyfen
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1707
X , ——
Freuden und groſſer Hoffnung, unfer Die Mayhm durch feinen Beuteldreſcher d
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Beutel zu ſchlagen und zu dreſchen. Gol | Beutelfehneider, Tegel, ja vielmehr durch
Che fageich, toußteih Dapumalaniht, __|Defiiben Kfeniche Peebiary. wie gehöree),
106. Da fehrieb ic) einen Ref mit den den Leuten ihe Geld zu ftehlen und zu raus
Propofitionibus an den Biſchof zu Mag⸗ ben, fein Pallium und Pracht zu erfaufen,
debuͤrg, vermahnete und bat, ermollte dem |angefangen hat; und er doch von mir vers
Tegel Einhalt thun, und ſolch ungeſchickt mahnet dem Tegel nicht mehren wollt, fons
Ding zu predigen wehren, es mochte eine dern viel hoher das Geld, fo er unter des
Unmut daraus entftehen ; folches gebuhrte ihm Ablaß Schein geftohlen hatte, noch fkahl,
als einem Exzbifchoffe. Denfelben Brief kann |und weiter ftehlen wolle, weder die Wahr⸗
ich noch auflegen, aber mir ward Feine Ant, |heit und Seelen Heil geachter hat. Und
wort. Desgleichen fehrieb ich auch dem |folcher unverſchaͤmter Pfaf, der ſolches al
Biſchof zu Brandenburg, als Drdinario; an les wohl weiß, will dag dem loͤblichen vers
dem ich fehr einen gnaͤdigen Bifchof harte. |ftorbenen Fürften auflegen ; fchmeift und
Darauf er mir antwortete; ich geiffe der ſchneicht folche feine Lügen in feine Heinzen
Kirchen Gewalt an, und wurde mir ſelbſt unverſchaͤmt. Iſt nun den Lafterheinzen,
von. Ich kann wol denken, daß fie alleimen, den versagen Schelmen, und ihrer
>
Muͤhe machen; er riethe mir,ich Fieffe da- \den Schandimainen , den weibifchen Mems
votten ‚ein Lermenoder
folchem elenden Bettler, viel zu mächtig feyn, | Unluſt daraus kommen: das mögen fie dem
107. fo gingen meine Propofitiones aus |Bifchof zu Maynz danken, der hats durch
wider des Tetzeis Artikel; wie man im ge feinen verfluchten Diebifchen Geiz, und durch
druckten wol fehen mag. “Diefelbigen lie⸗ feinen gottesläfterlichen Tetzel, den er ges
fen ſchier in vierzehen Tagen Durch ganz ſchickt und vertheidigt, angefangen, - Und
Deutfehland: denn alle Welt klagte über Imo gleich der Luther nicht hätte des Tetzels
das Abiaß, fonderlich über Tesels Artikel. laͤſterliche Predigt angegriffen, fo war es
{md weil ale Bifchöffe und Doctores ſtill⸗ |dennoch zu der Zeit an dem, und alfo über
fchwiegen, und niemand der Kasen die macht, daß Stein und Holz hatten Bi
Schellen anbinden wollte (denn die Ketzer⸗ dawider fehreyen, Daraus nicht fo ein faus
meifter Predigerordens hatten alle Welt |berlicher Lutherifcher ‚fondern ein teufelifcher
mit Dem Feuer in Die Furcht gejagt, und greulicher Lermen worden ware; denn fie
Tetzel felbft auch etliche Prieſter, fo wider ſind bis Daher unter unſern Schutz und
feine freche Predigt gemuckt hatten, einge |Schivm, das it, unter GOttes Wort fir
trieben): da ward Der Luther ein Doctor cher geweſen, wenn fie die Wahrheit bes
seruhmet, daß doch einmal einer Fommen kennen möchten; die Nottengeifter hätten
ware, der drein geiffe. Der Ruhm war fie fonft wol Mores gelehret.
mir nicht lieb, denn (tie gefagt Jichroußte| . 109. Der andere Anfang Diefes Lermens
ſelbſt nicht, was das Ablaß ware, und das iſt der heiligſte Vater Pabft Seo, mit fer
Lied wollte meiner Stimme zu hoch werden. nem ungeitigen’Bann. Dazuhalfen Doc
108. Diß ift der erfte rechte gruͤndliche Sau und alle Papiften, auch etliche grobe
Anfang des Rutherifchen Lermens, den nicht Eſel, da jedermann wollte Ritter an mir
Herzog Friederich, fondern der Biſchof zu werden; fehrieben und ſchryen rider mi,
| wu
170R 1, Abfebn. Dom Seldsug Bo Disnflamen weiber Zergog Seintich.
: ._1709 i
as nu Feder vegen Eonnte. Ich aber hof⸗ zuvor verdammt, dazu nichts zu lehren ven haͤt⸗
we Pabſt ſollte mich ſchuͤhen, denn ich ſten, wenn unfere Bücher thäten. /
hatte meine | -Dilputation. alfo verwahret und | - sır. Iſt nun ein Lermen hieraus kommen,
gewapnet mit Schrift und Pabſtl lichen Dres |der ihnen wehe thut, deß müffen fie ihnen
dfeten, daß ich ficher war, der Pabſt wuͤr⸗ |felbft danken. Barum haben fie die Sa⸗
de. den Tegel verdammen und mich fegnen; chen fo unvernüunftig und ungefchickt getvies
fehrieb ihm auch. zu ‚Die. Nefolution mit eis |ben, wideralle Recht, Wahrheit, Schrift
Semüchiaen Schrift, an, ‚gefiel folch mein | und ihr eigen Drecketen? Sie dürfens Eeis
" Bud) auc 5 vielen Car inalen und Bifchöf [nem andern Schuld geben, denn: ihnen felbft.
fen ſehr wohl. Denn ich dazumal beffer Wir wollen ihres Klagens in die Fauft las
Paͤbſtiſch war, weder Maynz und Heinz | chen, und ihrer zum Schaden fpotten, und
ſelbſt je geweſen ſind, noch werden moͤgen/ uns eröften, daß ihr Stundlein Eommen fen.
und die SPäbftlichen Drecketen klaͤrlich da | Denn fie auch noch heutiges Tags nicht auf
ftunden daß die, Quaͤſtores die Seelen nicht hoͤren, als die verblendeten, verſtockten,
aus dem Fegfeuer mit Ablaß loͤſen koͤnnten unfinnigen Narren, die Sache alfo zu han⸗
Aber da ich des Segens wartete aus Rom, |deln, als wollten fie muthwillig zu grunde
da kam Blitz und Donner uͤber mich; ich gehen. GOttes Zorn ift über fie Eommen,
mußte das Schaffeyn, das dem Wolf das | wie fie verdienet haben.
Waſſer getruͤbt hatte; Tetzel singfrey aus,| 1m. Denn nun es (GOtt Lob!) an Tag
ich mußte mich. feeflen laffen. kommen iſt, wie das Ablaß eine Teufelsluͤ⸗
0. Dazu. gingen fie mit mir Armen folgen ift, thun fie doch Feine Buſſe, denken
fein Bäbftifch um, - da ich zu Nom wol |fich auch nicht zu befiern, noch zureformiven |
16. Tage verdammt war, ehe die Citation | jondern mit dem blinden bloffen Wort, Rirz
mir zukam. Aber da der Cardinal Caje⸗ſche, wollen fie alle ihre Sreuel vertheidigen.
tanus auf den Reichstag zu Augſpurg kom⸗ Und wenn fie fonft Fein Boͤſes gethan hät
men war, erlanget Doctor Staupitz, daß ſten, fo waͤre allein das Ablaß gnug dazu,
derſelbe gute Fürft, Herzog Friederich, ib darum fie GOtt ins hoͤlliſche Feuer vers
zum Eardinal ging, und erwarb, daß mich dammte, und fie alle Menfchen zur Welt
der Cardinal hören wollt. Alſo kom ich. gen ausjagten. Denke doch ‚du Fieber a
- Augfpurg zum. Cardinal; derſelbe fteliete | erſtlich, wie der Pabſi Cardinaͤl,
ſich freundlich, aber nach vielen Handeln |fchöffe und alle Geiſtlichen die Welt mit em.
erbot ich mich. hinfort zu ſchweigen, fo,fern! verlogenen Ablaß erfüllet und betrogen bar
mein Widertheil auch. ſchweigen müßte. | ben: Zum andern, daß fie es die Gnade
Da ich das nicht erlangen konnte, appelliv- | BOttes laͤſterlich genennet: haben ‚fo es doch
te ich vom Pabft zum Concilio und zug da-| nichts ift, noch feyn kann, denn Remiflio
von. Alſo it die Sache hinfort auch auf Satisfattionis, id eft, nihil.._ Denn man
die Reichstaͤge kommen, und.oft gehandelt; nun weiß, daß Satisfactis nichts ift. Zum
davon jetzt nicht zu fehreiben, denndie Hifkoria dritten, daß fie es als eine Gnade GOttes mit
er zu lang. Indeß gings mit ſchreiben wider greulicher Simoney und Iſchariotherey um
einander aufs heftigfte, bis es nun dahin Geld verkauft: haben, fo GHttes Gnade
kommen iſt, daß fie das Licht unverſchaͤmt umfonft muß gegeben werder. Zum vier⸗
a ſelbſt jet lehren, das ſie ten, daß fü ie dadurch der ganzen Welt Fb
im
1 ee PAR I)
i710 Cap. 19. Von zweyen Seldsügen, der Proteftanten und des Räyfers. ı7ı1.
und Gutfchandlich geftohlen und genommen doch kann ichs dem Teufel auch nicht fo laß
haben, und das alles unter GOttes Na⸗ |fen gut feyn, ich muß ihm fagen, wie erfeis
men. Zum fünften, das ailerärgefte iſt, ner Art nach leuger, auch wenn er gleich die
daß fie ſolcher Tafterlichen Lugen zur ſchreck⸗ | Wahrheit foget. Und erfllich, Eann ich
lichen Abgotterey gebrauchet haben; denn; das nicht ganz entfchuldigen, daß mein gnaͤ⸗
viel taufend Seelen, fo ſich darauf berlaffen, digfter Herr zuzeiten über Tiſch, ſonderlich
als waͤre es GOttes Gnade, und darauf mit Gaͤſten, einen Trunk zu viel thut; das
geſtorben, Durch ſolche Seelmoͤrder verlo⸗ wir auch nicht gern fehen: wiewol fein Leib
ren find. Denn roer auf fügen trauert und eines geöffern Trunks mächtig iſt, vor an⸗
bauer, ift des Teufels Diener. | dern. ber das wird Heinz nicht beweiſen
u3. Solche Seelen ſchreyen ewiglich Ze⸗ fondern muß lügen, daß er ein Trunkenbold
ter über das Pabſtthum, die fie fehuldigfind|fey, oder unordig Weſen da folge. Es
GoOtt wieder zu bringen. So find ſie auch muß Heinz, Mäinz und alle Teufel befen»
ſchuldig, alle das Geld und Gut, fo fie da⸗ nen, (tie leid es ihnen auch iſt,) Daß der
mit aeftohlen, wieder zu geben. Auch GOt⸗ Ehurfürft ein groß Fuͤrſtenthum zu regieren,
te fördert feine Ehre wieder zu erftatten,| viele Sachen zu handeln, dazu mit der Res
die fie ihm Durch Ablaß fchandlich geraubt|ligion und des Neichs, neben andern Sa
haben. Wenn roolien fie das thun? Ja, chen, uͤberſchuͤttet daß da wenig Muffe noch
wenn befürnmern fie ſich darum? Aber doch, Nude übrig, fondern Arbeit über Arbeit iſt;
100 fie es nicht thun werden, mit was Schein wie das am Tage und das ganze Neid
- wollen fie eine Ehriftliche Kirche. heiffen,Imeiß. Zu folchen hohen, groffen, vielen,
und die Kirchenguͤter befigen oder fürdern ?| wichtigen, täglichen und unablaßlichen Sas
- Soll das eine Kirche heiffen, die voller Ab⸗ chen ift freylich Fein Trunkenbold nuͤtze noch
laß, das ift, voller Teufelslügen , Abgöt-| geſchickt; wie das wol ein Kind und Narr
terey, Simoney, Iſchariotherey, Dieber| verftehen kann, ohne daß es das giftige kLuͤ⸗
ven, Seelmoͤrderey ift, wie jegt geſagt iſt? genmaul zu Wolffenbuͤttel nicht verſtehen
Wholan, wollen ſie nicht, fo muͤſſen ſie. Er kann; mie ihn denn GOtt geſtraft hat, daß
iſt ſtark gnug, Ders ihnen wird abmahnen, er keine Wahrheit noch Ehre verſtehen
zum wenigſten mit dem ewigen hoͤlliſchen kann, ſondern iſt uͤbergehen dem Teufel,
Feuer. Indes ſollen fie Feine Kirche, ſon, alles zu luͤgen, ja alles Boͤſes zu thun, alles
dern des Teufels Schule ſeyn und heiſſen, Gutes zu verſtoͤhren. ee
und wenn gleich alle Heinzen und Mainzen 115.Coift auch da (GOtt Lob!) einzuche
tol und thoͤricht wurden. 0 Ftiges, ehrliches Leben und Wandel, ein
14. tem, da Teufel Heinz den Chur⸗ wahrhaftiger Mund, eine milde Hand,
fürften einen Trunkenbold, Nabal ze. laͤ⸗ Kirchen, Schulen, Armen zu helfen; ein
ſtert, und, als wäre er felbft ein nüchtern] ernſtes, beftändiges, treues Herz, GOttes
Chriſt die Schrift führet :Sauft euch nicht, Wort zu ehren, die Boͤſen zu flrafen, die
voll Wein, daraus ein unordentlich! Frommen zu fihngen, Fried und gut Res
Weſen folget ꝛc. Eph. 5, 18. wiewol mirs giment zu halten; und ift der Cheftand fü
uͤbel anfteher, meinen Herrn zu loben ; denn] rein und loͤblich daß es ein fehun Erempelfann
der Heinzifche Teufel kann wol Darauf ſa⸗ ſeyn allen Fürften, Herren undjedermann, ein -
gen: Deß Brod ich eſſe, deß Lied ich ſinge; Chriſtlich ſtill Frauenzimmer, das —— |
lo⸗
ra 1.Abfehn. Dom geldsug der Droteflanten wider Sersog Zeinrich.
Klofter (wie man zu ruͤhmen pflegt ,) gleich die arme Diesen, als verftorben, mit deis
iſt: da hoͤret man täglich GOttes Wort, nem heiligen Gottesdienſt, Meſſe und Bigis
gehet zur Predigt, betet und lobet GOtt, lien, laſſen verbergen: das haft du von dei⸗
diull nicht fagen, wie viel der Churfuͤrſt ſelbſt nem Geſellen zu Maynz gelernet, der auch
lieſet und ſchreibet alle Tage. Hoͤreſt du es ſeine Hurerey und Ehebrecherey unter dem
Teufel Heinz, und Heinz Teufel, Solches Schein des Heiligthums treiben mußte. Doch
Chriſtliches, Churfürftliches, ehrlich Leben |Fannft du wol von dir felbft folche Tugend
wirſt du nicht koͤnnen ein unordig oder erdenken. Fuͤrwahr, ihr feyd ordentliche Leus
Trunkenbolds Weſen ſchelten, du wolteſt es te, Die ihr fein wiſſet von Trunkenheit und
denn thun mit dee Zungen, damit du GOrt|unvrdigem Weſen zu predigen.
felbft und Menfehen ſchaͤndeſt und laͤſterſt. _ 117. Wie gleich bift du nun dem Chur⸗
Denn ausgenommen den Trunk uber Tir}fürften, an dem alle Tugend feheinen, ohne
ſche, wirft du nichts finden anders, denn daß ein Splitter, der Trunk über Tifche, dich
‚eitel groffe Gaben GOttes und allerley Tus |( der du fonft voller Teufel bift, und nicht
‚gend eines. Ioblichen, Chriftlichen Fürften, |einiges armes Tuͤgendlein an dir haft, ) muß
‚auch eines keuſchen, zuchtigen Chemannes, | zum nüchtern, Heiligen, Chriftlichen Dans
Die Früchte zeugen vom Baum: - Nun) machen. Hiemit will ich das Hofleben niche
muß man leiden, ob etwa an-einem fehonen entſchuldigt haben, das fie felbit ein Saͤu⸗
Leibe eine Warzen oder Grindlein ſey, wo leben heiſſen. Es iſt Teider dieſer Hof nicht
mans nicht kann wenden, als man gern allein, fondern ganz Deutſchland mit dem
Dun; Selina. © Gauflafter geplagt; wir Prediger fehrenen
1713 J
\
116. Dagegen, wenn du folches hörefk, und predigen Damider, es. hilft Teider wes
lieber, was fagt dir Dein Herz (haft du ans nig; es ift ein böfes alt Herfommen in Deuts
Ders ein Herz) vondeinem nüchtern, heili⸗ ſchein Lande, wie der Nömer Cornelius
gen, Eeufchen, ordentlichen Weſen, das du fchreibt, hat bisher zugenommen, . nimm
aͤhreſt? Denn du weiffeft, daß alle Welt | noch weiter zu. Da follten Käufer, Koͤni⸗
von dir weiß, wie du deine loͤbliche Fuͤrſtin ge, Fuͤrſten, Adel zuthun, daß ihm gefteus
haͤlteſt, nicht allein als ein voller, toller |vet würde, dazu will es noch Arger wers ⸗
Fißz und Trunkenbold, fündern als.ein un den (ohne Zweifel zur Strafe) , daß num
finniger wütiger Tyrann, der. fich nicht voll auch Welfche Sittenfichin Deurfchen Lan:
Weins, fondern voll Teufel gefreflen und | den beginnenzu pflanzen, durch die verdamm⸗
© gefoffen habe, taͤglich und alle Stunde, ten Eardinal und Heinen, daß zu befürgen,
wie Judas im Abendmahl. Denn du fpeieft| Deutfchland ſey geweſen, Davon jest nicht
auch eitel Teufel aus deinem ganzen Leibein Zeit zu reden. 2
alle deinen Werken und Weſen, mit Got⸗ 118. Und rooher hat das Reich Unru⸗
- tesläftern, Fluchen Lügen, Chebrechen Wuͤ⸗ he? Nicht vom Ehurfürften, der ſtill und
ten, Schinden, Morden, Mordbrennen ac. | gehorfam ift, fondern von dir, (Samt deinen
‚daß man deines gleichen in Feiner Hiſto⸗ Teufelsgenoſſen, der du mit Wuͤten, Toben,
rien findet (wie hernach). Dazu Eannftdu| Mordbrermen al Ungluͤck im Reich anriche
deine ſchaͤndliche Hurerey, ja Ehebruch ‚|teft, und deine eigenen Unterthanen auffriſ⸗
- nicht vallbeingen, mußte mit göftlihes Na⸗ fe, nichts anders Tag und Nacht denkeſt,
mens Schmad) und Schande thun, und denn Mord und.alles Unglück anzurichten:
das
utheri Schriften 17. Theil, a9
1714 Cap. 19. Von sween Seldsügen, der Proteftantenumd des Räyfers. 171g
Das heißt bey Dir Ruhe und ordentlich nüch- leuget, meuchelt, zweyzuͤnget alles, was er
‚tern Weſen. Wber dir hierinn nicht redet und thut: davon (ſage ich,) will ich
‚gleich will ſeyn, der muß aufruͤhriſch, un⸗ nicht viel dißmal reden: der Landgraf iſt
ruhig, unordig, trunken heiſſen. Ja, ſo Manns gnug, hat auch gelehrte Leute bey
thut dein Vater auch; weil GOtt nicht ſich. In Heſſen weiß ich von einer Land⸗
wollt im Himmel thun, was er wollt fuhr graͤfin, Die da iſt und ſoll heiſſen, Frauund
er zu, und wollt GOtt nicht Taffen GOtt | Mutter in Heflen, wird auch) Feine andere
feun,, wills auch noch nicht thun: fo thuft du |mögen junge Sandgrafen tragen undfäugen ;
auch, du ſchoͤnes Ebenbild deines Engelifchen ich meyne die Herzogin, Herzog George zu
(hoͤlliſchen) Vaters. ESachſen Tochter. Daß aber ihr Fuͤrſten
19, Von den Kirchengutern hab ich zum theil den Holzweg gehet ‚ da habt ihrs
droben gefagt: fo hat der Ehurfurft (GHDtt leider dahin bracht mit eurem boͤſen Exempel,
Lob) was derfelben vorhanden, ganz Ehrifts daß fchier der Bauer nicht mehr will für
lich angelegt, und noch thut, als an Kir⸗ Sünde halten, und habt ung zu thun ger
chen, Schulen, Armen, :c. und dürfte ders macht, daß wir mit aller Mühe ſchwerlich
felben wol mehr in folchen groffen Unkoften, den Eheftand fir loͤblich und ehrlich erhalten,
fo über ihn gehen. Aber Heinz, das heilige ja wieder anrichten Eünnen. ET
gehorfame Kind der heiligen Kirchen, Batı rer. Aber von Anfang hat nie Feiner den
das Bißthum Hildesheim gefreffen , fraͤſſe Eheſtand lafterlicher gefchandet, denn Heinz
wol gern Magdeburg und Halberftadt dar von Wolfenbüttel, der heilige, nüchterne
zu, und gabe nicht einen Heller einem ar⸗ Mann, als der feine fehandliche, unbußr
men Menfchen, ſchweige daß er Schulen fertige, verſtockte Chebrecherey, unter dem
und Kirchen helfen folle. Uber er bat eine |fchrecklichen Urtheil und Zorn GOttes nem»
Föftliche Entfchuldieung: die Kirchen und|lich dem Tod, der alle Menfehen frißt, daß
- Schulen find ketzeriſch, er aber ein Ehrift- uns auch allein GOttes Sohn davon hat
licher heiliger Drann, darum mag er freffen muͤſſen helfen,) ſchmuͤcket und Berger, dazu
mas er kann; wiewol feine Kirche felbft Drum unter feinem Gottesdienft, Meſſe und Bir
zuͤrnet und geben jest für, fie wollens ihm gilien; machet alfo ein Delefeplin, ja eine
abbannen. Aber obs Ernft oder Spiegel: | Narrenkappe, beyde, aus GOtt und dem
fechten fey, dafuͤr will ich nicht forgen, laſſe Chriftlichen Glauben, als wäre der Tod,
die Buben untereinander machen mas fie Auferftehung und eroiges Leben ein Scherz
machen, es ift alles eitel Kügen und Mord, | und Geucherey, und GOtt ware nichtgnuge
- was der Teufel thut. | fam damit gefchandet, daß fein Verbot vom
120. Vom Landgrafen, den er zweywei⸗ Chebruch verachtet wird, fonden muß das
big, wiedertaͤuferiſch, felbft auch wiederge⸗ zu noch alsein Schanddeckel verſpottet wer⸗
tauft ſchilt, doch mit folchen Cardinaͤliſchen, den, daß nicht Wunder waͤre, ob GOtt
wetterwendiſchen Meuchelworten, daß, wo ein Land drum verfinken lieffe, wie Sodom
es zum bemeifen folt kemmen, er frey koͤnn⸗ und Gomorra; und ſolcher Gotteslafterer
ge feine Zunge wiederum lenken und fagen, und Spoͤtter darf noch andere Jöbliche Fürs
er. hätte es nicht befchloffen, daß fo fey, ſon⸗ ſten richten und fchmahen. Der Türke
dern einen Argwohn gehabt z denn er iſt (ſagt man,) hat wol uber hundert Frauen,
ein Meuchler, Lügner, Zweyzuͤngiger, und Inoch iftfein Weſen nicht fomit GOttes Na⸗
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141, BB
17716 1.Abſchn. Do
m Feldzug der Proteftanten wider Herzog Heinrich. 1717
men und Werk als mit einer Narrenkappen |beg, und anderstvo, Durch deinen '
geſchaͤndet, mie diefes Heinen. — brand vergoffen, fehrenet gen Himmel fo
192, Dom Wiedertaͤufen laſſe ich die ſtark, daß dichs ſamt deinen Gefellen gar
- Bücher dem aiftigen Maul antworten, dar⸗ |bald (ob GOtt will,) in Abgrund der Hoͤl⸗
inn man lefen kann, was der Landgraf nes len fhreyen fol, wird auch nicht ehe aufs
ben dem Ehurfürften wider die tollen Leute hoͤren. N rag
zu Münfter gethan haben. Kann er dar⸗ 124. Daß du aber das Maul mollteft
über ein Wiedertaͤufer werden und heiſſen, wiſchen, es feyn Boͤſewichter und Schalke,
ſo kann er auch wol ein Argers und grofferg |die folches von dir, deinen Ehren zu nahe, far
- werden und beiffen. - Und was follt bey fol» Igen, ift in dem wol recht geredt, und gaͤ⸗
chen boͤſen Mäulern nicht werden, auch der |beft ihnen deinen eignen rechten Namen.
heiligſte Menſch auf Erden, wenn unfere Leh⸗ Denn darumfind fie gefchmeucht mit Feuer,
ve, die fie felbft bekennen müffen, Daß es daß fie folche Boͤſewichter und Schalte ges
Gottes Wort fey, Keseren, Ungehorfam, weſt, die ihren Haupt und Erzmordbrenner
Aufruhr, und alle büfe Namen leiden muß. gedienet haben, und der Henker, der fie ges
Denn weil fie zu Teufeln worden find, woll richtet, hat damit dir vorgemablet, was du
ten fiealles, ihnen gleich, auch gern zu Teu⸗ |verdienet hatteft, wenn man Dir follt dein
fein machen. Aberdamit machen fie unfere Recht thun. Nolan, du mußtdenfen, es
Sache (wiedroben gefagt,) nichts ärger, und ſey eben fo mehr in die Hole gerannt, als
ihre Sache nichts befler. etrabet; du hafts doch dahin geſetzt, daß
123. Und daß ich auch zum Ende komme, du GOttes und Menſchen Feind bleiben
achte ich für mich, dab Heinze Teufel dar⸗ |willt; und wo du GOtt ermorden Eünnteft,
um ſolche bofe, laͤſterliche Luͤgenbuͤcher vore ſo wuͤrdeſt du fein ja fo wenig fchonen, als
genommen habe zu ſchreiben. Er weiß, daß der Menſchen; wie dein Wort zeuget, da’
er bey aller Welt viel ſchaͤndlicher Namen | Herzog George geſtorben war: Eh nun wollt
hat, und ſtinket wie ein Teufelsdreck, in ich lieber, daß GOtt im Himmel geſtorben
Deutſchland geſchmiſſen: wollt ev vielleicht waͤre. Davon jetzt nicht alles; denn es iſt
gern, daß er nicht allein vor andern fo ſcheus⸗ zu greulich zu hoͤren, daſſelbe auszuſtreichen:
üch ſtuͤnke, ſondern auch andere loͤbliche Fuͤr⸗ du haft Dir ſonſt ewiges Gedaͤchtniß gnug ges
ſten beſtaͤnkern, ob man feines Stanks da⸗ ſtift, daß man Judas, Herodes, Nero
mit ein wenig vergeſſen mochte , oder doch und aller Welt Boͤſewichter gegen dir ſchier
7
nicht fein Stank allein alle Naſen füllen wird heilig ſprechen müffen.
- müßte, zuvoraus weil DIE Fahr dee Mord | 125. Denn obwol Nero auch Nom an⸗
- brenner Öefchren gar über ihn Zeter ſchreyet. ſteckt, that ers dennod) offenbar, und wa⸗
- Denn ſolch Zetergefehren zu uberfchreyenmit gets als ein Mann, wie es zulegt gehen würs
leiſen Worten, das wills nicht thun, dar⸗ de; und die andern Mordbrenner ſtecken
um muß ee ſich alfo zuzerren und zuplerren, | ‘Briefe, zeigen ihren Namen, warnen ihre
mit Fluchen, Laͤſtern Lügen, Wuͤten und Tor | Feinde, wagen auch, daß fie dem Henker
ben, obs helfen wollt; aber es hilft nicht. \in die Hande Fommen: aber diefer verzage
Heinz, du ſchreyeſt vergeblich, und wenn du|ter Schelm und feldflüchtige Memme thuts
wittern und donnern koͤnnteſt wie GOtt alles meuchlings. Er waͤre beffer ein’
ſelbſt. Diß arofie unfehuldige Blut zu Eim⸗ Ra der nichts thun follt, denn wie -
Ben 19499 2 ein
wet rise zweyen — der —— und des: arfers. m
ein Eunuchus, das iſt, ein Frauenhut ſtehen bel voll Mitch; oder, wenn er fie inan ge
in einer Narvenfappen mit einem- Siegen» |führt: Aller Sandsknecht Mutter iſt noch nicht
weddel, und der Frauen hüten, und deß, geſtorben. Item GOtt mit uns, der Teu⸗
davon fie Frauen beiten (wie es die groben fel hol die andern; und dergleichen. Me
Deutichen nennen). ch. habs von feinen cher Ehrift, ja twelche Vernunſt a R
Kriegsleuten gehört, wie ein verzagter nicht, was für-ein Herz da fen,
Schelm er key, iſt auch noch nie Feines freu- | dem ſolche Worte Fommen. Ste ne ei
digen Manns That von ihm erhörer, fon | wahr, das ich droben gefaot habe, er’ hab
dern was er gethan hat, das hat er heim⸗ ſich voll Teufel sefreffen und gefoffen, md
lich oder meuchlings, aufs Leugnen gethan, ſpeyet alfo eitel Teufel aus ſeinem bin
oder gegen die, ſo übermenget oder uber Nahen? | H
mannet: feines gleiches, oder einen Mann, | 127. Dom Nerone ſchreibt Suetoniug,
laßt er wol zufrieden. . Das beweifet er da einmal bey ihm ſtund auch ein ungeheuer
nicht allein mit feinem läfterlichen Meuchel⸗ Unmenſch und ſprach: Ich wollte daß. nach
ehebruch ſondern auch mit dieſem jaͤmmer⸗ meinem Tod die Welt im Feuer verdoͤrbe
lichen Meuchelmordbrand, ‚oh was der da antwortete Nero: Ja ich wollte, esges
Stuͤck noch mehr find. ſchoaͤhe, weil ich lebe. Diefer Nero iſt den⸗
126: Denn alſo ſagen alle Buͤcher: wer noch fo kuͤhne und männlich, daß er mit an ⸗
ein Meuchler iſt, der iſt verzagt, und ſchlaͤgt dern will des Verderbens warten. Unſer
keinen Mann redlich; wie der Kaͤhſer Maus verzagter Frauenhut wuͤnſcht wol, daß der
ritius von ſeinem Mörder Phocas: ‚Si eſt ti· Teufel alle andere hole, aber er will die
midus, eft homieida. Ein freudiger Dann Flucht behalten und feines Lebens fparen,:
fchamet fich, etwas: meuchlings, oder gegen| als ein Fühner Held, der mit IBorten auch
feinem: ungleichen woehelofen Menfehen vorzu⸗ GOtt Fann todefehlagen, ſchweige denn afle :
nehmen 5. das doch dieſes Heinzen hoͤchſte Menfchen. Aber es iſt die Iegte Stunde
Tugend. if. Und ich halte, Daß dieſen da, wie wir Ehriften wiſſen darinn das:
Meuchelmordbrenner eine jornige Rage ſollt Pabſithum mit feinen Gliedern fol, wie
aus dem Felde jagen, wo er allein ware. | Daniel c. 1, 36. und Paulus 2 Theff 2,4:
Darnach wenn foiche Thraſones ihre Meu⸗ jagen, das orenlichfte Exempel des göttlie |
an begangen, werfen fie den Ruͤſſel auf, chen Zorns ſeyn, und der rechte endliche
und find kuͤhne Eiſenfreſſer mit ſchwoͤren Greuel, ven keine Gewalt auf Erden, auch
und martern, GOtt und Menſchen läftern| die heilige Kirche felbft nieht, fondern der “
und ſchaͤnden: und iſt ihre Freudigkeit im HErr Chriftus ſelbſt mit dem Geiſt ſeines
Maul mit fehandlichen Worten. Denn Mundes toͤdten, und mit feiner Zukunft zus
kannſt du denken, welch ein mannhaftiger ftören fol; darum ‚muß auch folcher endls
Achilles Deemuß feyn, der GOit (den er für|cher Greuet den fchändtichften Menfhen zum
nichts halt.) im Himmel den Tod wünfchen! Diener haben, den die Sonne befchienen
and fluchen kann; oder wo da etliche hun⸗ hat. Denn in folche Kirche gehoͤret fotchee
dert in der: Schlacht bleiben, da er aus Becks Kirchner und ſolcher Heilige. Lind wir wiſ⸗
lich geflohen iſt hernach mit ſolchen Worten fen (GOtt Lob!) wohl, wem Heinz mit ſeinem
ein Held und theurer Ritter wird: Ha, fol Meuchelmeröbrennen Diener, und mo Das!
cher Leute zeucht man ui aufmiteimi Geld herkoͤmmt. Aber dagegen wollen Pi |
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0 1.Abfehn, Dor der Proteftanten wider Sersog Heinrich. _ 17ar
keck und unverzagt feyn, als die wir wiffen, Richter wäre ein Schalk. Und o HErr
wen fieesthun, das ift, demrechten Mann.|HDtt, wenn diß Leben jo felig wäre, daß
Laß fie nur getroft anlaufen, und eilen zu ih⸗ der Richter fo fromm woaͤre, als das Recht,
rem Berdammniß ‚wie St. Petrus fagt|fo dirften wir Feiner Juriſten, ja wol Feiz
2Epviſt. 2, r. es foll folch Mordbrennen nicht |ner Herren, weder König noch Käyfer. Aber
allein dem Heizen heimkommen;; das weiß | man frage die Furiften Darum, was fie für
ich fürwahr, (denn der ift nicht werth, daß Urfache haben, daß ihre Bucher fo Hagen
> man fich damit-befümmere,) und. wir wol- uͤber die hohen und niedrigen Nichter, Daß
en einmal fehen, daß diß unfer Weinen und |fie muffen da feyn, helfen und mehren, was
Trauren verwandelt fey in eine Freude, Der|und womit fie koͤnnen. Sa, frage die Fürz
ſie nicht fo lachen ſollen, wie fie jest lachen; |ften und Herren felbft drum, was fie doch
was gilts? RETTEN machen, wenn fie ihre Ameleute abfegen und
108. Es verlaßt fich Heinz und fie allelftrafen. Iſt doch das Amt recht und fromm?
- darauf, Daß der Pabſt uns verdammt hat, Und warum haben die Fuͤrſten vorzeiten et⸗
und der Käyfer auch Ediet wider ung geftels liche Käufer abgefest, fo doch, das Kaͤhſerl.
det, darum fie niemand Fonne tadeln noch|Amt von GOtt iſt, und heißt (wie billig,)
Urtheilen, weil fie Pabft und Känfer gehor⸗ das heilige Roͤm. Reich, um GOttes willen,
ſam ſeyn, moͤgen alfo thun, was fie wollen |der heilig ift und ſolches geordnet, und alle
uns zu leid. Dasiftdie Bruch und Spinn- | Fürften ihren Stand ruͤhmen, von GOttes
web gemacht, (wie es Efaias nennet,) Damit Gnaden das iſt, heilgß. |
\ fie gefehmückt find, als iener, derfic) nacket| 130. a, warum heißt man der Huren
mit einem Netze anzog, daß man ſeine Leib GOttes Creatur, fo fie eine boͤſe Hus
Schaam nicht fehen follte. Aber die Bruch re ift, und alle fromme Weiber fie ſcheuen,
ift nun oft.von ung zuriſſen. Doch weilfie\die Doch Feine beffere Ereatur find, des
tol und thoͤricht find, tollen wir fie jetzt Leibes halben, Und der Exempel ift alle
abermal zureiſſen: nicht umder Heinen wil⸗ Creatur voll. Alles darum, quod eft diffe-
len, die nichts verftehen, meynen nicht anz|rentia inter Rem et Perfonam, das iſt ſo
ders, ihre Spinnweb fen ein-gülden Stück, viel gefagt , Res illa, dag Mecht ift allezeit
ja ein Kuͤriß, Harniſch; fondern die Unſern ein fromm Mann; aber Perfona, der Rich⸗
u teöften, und (welche es nicht wiffen,) zu ter, ift oft ein Schall, Daß nundie Heine
unterrichten. | zen trotzen darauf, daß Pabſt und Kaͤh⸗
129. Man ſpricht auf Deutſch, das Recht ſer, das iſt, die Perſonen, ung verdammt
iſt allezeit ein fromm Mann, der Richter iſt haben, und nicht das Recht, darum has
oft ein Schalk. Und ic) gedenke, da Her⸗ ben wir verloren, und fie gewonnen: dag
3409 Friedrich einmal einen Klagzeddel Friegt |ift eine foiche Dialectiea, darum man die
von einer armen Frauen, darinn fie bat, Knaben von zehen Jahren ſtaͤupet in der
Seine Ehurfürftliche Snaden wollte ihr bel) Schufen, und heißt aud) bey ihren Sophi⸗
fen zu dem rechten Diecht, daß der gute Fuͤrſt ſten a baculo ad angulum. Und daß iche
ſchr guter Dinge drüber voar, daß die Fran | Deutfch rede, obs die Pabſteſel auch vera
Wweyerley Recht anzeigte, fo er Doch nichts ſtehen Fonnten. Die Frau ift ſchoͤn; dar⸗
wußte von einem unvechten Rechts verftunds! um ift fie Feine Hure. Heinz iſt ein Furftg
aber bald, daß es wahr geredt, ſo viel, Der! darum iſt er fein Ehebrecher, Mörder, noch:
ee. gg dd Mord⸗
|
nicht in einander gemenget foll ſeyn; alſo
Seldgügen, der Proteftanten und des Räyfers. 1723
&
Irea Cap, 19. Don weyen fers. 723
Muordbrenner. Caiphas iſt ein Hoherprie fo veichlich durch den Catechiſmum offenbart
ſter, darum creuzigt er Chriſtum nicht. Ju⸗ iſt. Was hilft doch unfer predigen, wenn
das ift ein Apoftel, Darum iſt er Fein Ders Iman diß Stuck noch nicht lernen will oder
raͤther. Lieber, wie follmanfolche Leute nen⸗ kann: wenn das fol vecht feyn, was die
nen, die alfo veden? Sind fie nicht tollund |Perfon, fü im Amte fist, will und thut, a
thoͤricht? ——— iſts ir — Bern — Seinjen und n
— — „Teufel, und iſt GOtt undfein Gebot ſchlecht
131. Und Di rede ich noch alles von De dehee Aıfochr bach, der-hene
Weſen hienieden auf Erden, nemlich daß um @ebichenfteinrakeb s-harer —
Recht und Dichter, Res und Perfona, nicht Schenitz ermordet; er wollte der Richter
für ein Ding, fondern unterfchieden und felbft, und das Recht felbft feyn, und GO
daß man nicht fehen und achten ſoll, was mußte nichts und fobf —
der Nichter, fondern mas das Recht thut; 133. Und daß wir gröblich mit Groben
wie. aud) der Heyde Seneca fagt: Non |davon reden, fo iſt auf Erden mehr
quis, fed quid dicatur, attende, Und die |denn das Känferliche Hecht Dadurch ich
ganze Schrift verbeut, Perfon anzufehen. will das ganze Gericht meltliher Obrigkeit
Sie haben aus unfern ‘Büchern gelernet, und was die Juriſten lehren, verftanden har
daß man die Obrigkeit und Herrſchaften ben). Denn der Käyfer fol un) muß herz °
- foll ehren. Das ziehen fie dahin: was die Junter in Die andre Tafel, ins vierte Gebot,
Perſon Heinz thut, foll man ehren; fo wir hoͤher Fann er nicht (der Teufel führet ihn
dorh allein das Amt und Recht gemeynet denn). Dazu, wie geſagt, iſt er auch der
und verftanden haben, und zum Wahrzei⸗ andern Tafel ganz unterworfen, und fhule
chen viel Fürften und. Herren (wie auch noch,) |dig zu halten, was GOTT in derfelben ger
geftraft haben, daß fie ihre Amt nieht thun: beut, ſowol alsder geringfte Menfch auf Er⸗
fo mengen fie es fo fehandlih, und mey⸗ den: aber in der erften Tafel hat erdoh fo
nen, alles was die Perſon will und denkt, gar nichts zu thun, (ſpowol als Fein Engel
das fen der Obrigkeit oder Amts Werk. noch Creatur,) daß er aud) nichts anders
Gleichwie auch Herzog George fich felbft vermag, denn ſich fürchten und zittern vor.
- und viel mit fich bereog, daß er auch inNe GOTT, feinem Namen und feinem ort,
ligionsſachen möchte gebieten, was er woll⸗ ſchweige denn, daß er hierinn was ändern
te, und die Unterthanen waͤrens fchuldig zu follt. Denn hie vegiert GOtt allein. Und
halten. Das ift eben des Pabſts Meynung wiewol er in der andern Tafel, auch nicht.
und Regiment. | Dad GR a zu andern, fo Tann |
132. Aber dagegen ftehen die Zehen Ges N \ air Bi — 71—
bot GOttes , die werfen unter ſich nicht ben Geboten und nicht daroider gebraucht, H
allein Ränfer ımd König, fondern auch Pror| is Water und Mutter im Baufe 9
pheten, Apoſtel und alle Creatur, und zwin⸗ Macht haben uz
gen fie zu thun was vecht ft, nach) ihrem |" ; | :
Amt, und läßt ihnen nicht zu, was fie ger| 134. Wenn nun die Heinzen fehrenen, der
Lüfte nach ihrer Perſon. Lieber GOtt, iſt Pabitund Käyferhabens alfo geboten, denen
die Welt noch fo blind, nachdem ſolch Licht ſoll man gehorfam ſeyn; itOasdieDfnkmabe |
i Ausge⸗
1724 L.Abſchn. Dom Feldzug der Proteftanten wider Herzog Heinrich. 1725
Ausgenommen die Zehen Gebot und Evan» |lekten Noth fo vieler, foll und muß man
gelium GOttes, welchen der Pabſt und; gläuben, till man anders GOtt felbft glaͤu⸗
KRänfer neben uns follen felbft auch gehorfam ben. Wenn einer allein da wäre, oder in
md umfertoorfenfeon. Dhun fie das nicht, einem Gericht, oder wäre, twie zu Mes,
fo ſtehet das Spruͤchwort: Der Richter ift|vom Denker übermartert, fo hätte man wol
. ‚ein Schalk, dem gehorche der Teufel und ſmoͤgen fehlen, doch nicht lange. „Aber hie
feine Heinzen; wie wollen dem frommen|find viele, denen man gläuber. muß, als
. Mann, dem Rechte gehorchen. Drehet SHOrt felbft, der es heißt gläuben, als ein
‚ euch, wie ihr wollet, fo müßt ihr zulegt wahrhaftig Urtheil und vieler Herrſchaften
‚zum Necht, die Perſon wird euch nichts]Serichte, die man muß für Necht und von -
helfen, wenn euch das Recht verdammt, und GOtt vernrönete Gerichte halten, daß fie
wenn ihr hundert taufend Kaͤyſer und Paͤb⸗ [recht gethan haben, und jene recht auf dich
„ee auch —— Dr ne befannt haben, '
3 keiner, nun an un & 136. Da ſteckeſt du mit Ketten goͤttliches
Pabſt nicht fromm ſprechen, und huͤlfe ihn — und ng aur ag gefangen,
nichts, ob er ihm die Käyferfron auffest ;| — A . — aus *
denn es waͤre doch die ſpinnwebige Bruch, ——
urch jeder luͤſtet dichs fo komm wieder, und nimm
das iſt der nn m a —
55. Nun aber diß Jahr der Heinze durch o a
\ GHties Gericht ift offenbart und era a u zu Dir, auf daß
re, ein Erzmeuchelmörder und Bluthund, |): id En at, a N berftehen
desgleichen nie erhöret ift unter der Sonnen, ei une en och, ob Gott will, dem
und der Vabft, Künfer, Kammergericht zu Maynz un andern mit ihm alfo fagen,
"nicht koͤnnen oder wollen ihn auch alfo vers daß — muß; denn a nicht ſo
Elören, hilft es ihn nichts; GHDttes Gericht eine Worſt noch — ——
ehet uͤber alles, trit Pabſt und Känfer mit Heinze; Adi en a was hun fellte,
Süffen. Das ift aber GHOttes offenbart eich ” EN an — und koͤnnte dem
Gericht, daß nicht einer, fondern viel in der on us thun,Civelches.Derzng Sries
Urgicht bekannt, und darauf, als auf den derich auch gemerfe,) denn du verzweifelter
böheften Eid, ihren Tod genommen, als ein] Veuchler Srauenhut und verzagter Schelm
eiwig Gericht GHDttes, daß der Aagſtboſe, SHaden gethan haft. Aber er folls nicht
wicht und Meuchelmordbrenner, der zu) werth fun, und muß mir Ieid feyn mein
olfenbüttel, den Mordbrand habe ange, treuher iges Gebet, das ich fo ernftlich und
richt, Aus dieſem Urtheil und Gericht mirp| Oft für Den beillofen Pfaffen ihn zu bekeh⸗
dic) Fein Schreyen, Zerren noch Plerren, ken, verloren babe, wie Samuel an feir
Fuuchen noch Läftern, Chebruch noch Ders] NM Saul. 1 Sam.ıs, 35.
jagen, Kapfer noch Pabſt, Teufel noch/ 137. Und du fehändlicher Heinz laͤſſeſt dich
‚Engel erretten Eünnen, wenn fie Dich gleich | nicht allein zu folchem jammerlichen Mords
zum Heiligen canonifirten: denn da ftehet| brand, fondern.auch ſolche Bücher zu ſchrei⸗
Gottes Wort und Urtheil, das fpricht ;|ben brauchen, und zu laͤſtern folche hohe _
Zweyen oder dreyen Zeugen (vielmehr der! Sachen von Kirchen, Kebern, Sa:
i | Um
de fie felbft, und Du auch weiſſeſt Daß dulihr Prediger thut das Dazu, — dem
‚ein unverlköndiger Pate hiegubift; und uns BolE füget, wie mit folhem Gericht nich
feibft, fr Tag und Nacht fo viel Jahr Damit \allein Heinz, fondern Pabſt Cardinal,
umgangen, dennoch hoch bleibt. Du, fol Biſchof, Pfaffen, Moͤnch und ihr sonen
teſt nicht He ein Bud) ſchreiben, du häfteft | Körper von GOTT gemepnt fe. Denn -
denn ein Forz von einer alten Sau gehoͤret, Hein; ift ihe aller Diener bierinn, wie er
‚da follteft du_Dein Maul gegen auffperren ih in feinen Büchern ihrer Kirchen und
‚and fagen: Dank babe du ſchoͤne Rachti⸗ Gehorfam rühmet, ob wirs wol ohne ——
‚galt, da höre ic) einen Tert, der iſt fuͤr wiſſen und gleiches Urtheils find verdamme
‚mich. Halt veſt Rüden, das wird guf in alle, Dieihm dienen, es ſey Speier, Drücker,
ein Buch zu Drücken, nirgend denn zu Wol⸗ Adel, und wer er fey, ſo Drein gewillig Re
fenbuttel, wider Die Schriftler, und den Gefallen dran haben. Hierift nicht Wabfts
Churfuͤrſten. O wie follen fie die Naſen noch Räyfers Bann, fondern GOttes Bann,
der Proteftantenundde
Davor zuhalten und werden muͤſſen befens wie über den Teufel ſelbſt.
‚nen, daß Heinz Potzenhut auch ein Schrei⸗ Me
her fey worden; ja, ‚fo follteft du Bücher SS Auch muͤſſen wir ſolch Gericht und
fehreiben, die Eönnteft du veuftehen. |. Ottes Werk unfer Noth halben aus
138, Zulese bitte ich. erftlich alle Fromme ſchreyen und ruhmen, auf da uns GO
- Chriften und ehrbare Herzen, Die-diß leſen bicht auch (weil wirs wiſſen und dayı
oder hören, wollten das mit Ernſt wohl mer ‚fehtoeigen wollten, ſolch groß Blut und Jam⸗
Ten, DE GHLE der HERR (wie gehört,) mer zurechne, ſo bey uns gefchehen, Durch
durch ſo viel Urgicht und Gericht diefen Hein solche ver maledeyete Bluthunde und Meus
zen verdammt hat, als einen Mörder und chelmordbrenner, Heinzifche Papiften und
luthund, Erzmeuchelmörder, zum hoͤn, Pabitliche Heinzen. Gedenkt, wie ernſtlich
ſchen Feuer wo er hie nicht geſch meucht kann Se in Moſe 5°B. cı u faq. gebot, und -
werden: daß ein jedermann Gott diefen Dienſt den Todten ſo auf dem Felde funden tward,
chue ruͤhme und preife fold) göttlich Gericht, DEN den naͤheſten Staͤdten wollt gefordert
soo er kann, öffentlich und ſonderlich, fpaye und gereinigt haben: 100 wollten wir bleis
auf die Erden, GOTT zu Ehren, wo en ben, weil er felbft durch fein öffentlich Ges
Heimen fieher, der haltedie Ohren zu, 10 richt und Werk uns meldet und mit Fin⸗
gr ihn hoͤret nennen, gleichwie er wollt ge⸗ ‚gern zeiget die greulichen Mörder Heimen,
gen dem Teufel ſelbſt thun. Und fonder, und ihre Geſellen. Es foll ums wol die Er⸗
+
0; lich ihr Pfarrherren und Prediger, Iaffer de verfchlingen, oder der Tuͤrke freſſen, wo
eure Ctimme getroft hierin. fehallen, und 0 fol) groß Blut und Mord nicht mit "
goiffer, daß vis folhes — ſind zu shum, eenſtem groſſem Zettergeſchrey von ung weis
autoritate divina, und GOtt einen Diengt ſeten auf den Heingen, auf den es GOtt vor
dran ehun, Dennman fol und muß &Hr MNfEen 2ugen toeifet, und ung veufücht, ob
ses Gericht und Wert preifen und rühren, nr fihreyen, oder mit Schweigen ung theil⸗
ie Be —— 7 fehren r Du hie hat yaftig machen wollen. 0
fich GOtt Aber Heinen offenbaret, wie) 140, Gie find vorhin allzeit groffe % ee
* Pharqo m Eoypten ‚Daß wir gewiß hunde geweſen, und haben ef Ed 2
ie h v : a URS NR AIR % fi
J. Abſchn. Dom Seldzug der Proteftanten wider Herzog Heinrich 1729
fie GOtt in- ihrem Heinen vecht offenbart] Der 64, Palm.
und verurtheile® hat. Denn zuvor haben| &Asre GOtt, meine Stimme in meiner
fie es gethan, als Nichfer, da GOtt ſtill ge⸗ RKlage, bebüte mein Leben vor dem _
ſchwiegen; aber nun thun fie es als Meu⸗ grauſamen Seinde, Verbirge mich vor
‚chelmprdbrenner, daß fie nicht Richter, fon, |der Sammlung der Höfen, vor dem
dern Part und Feinde, nun dem Richter | Saufen der. Uebelthaͤter. Welche ibre
inter Die Hand von GOtt verurtheilet ſind. Zungen ſchaͤrfen wie ein Schwerdt, die
Alſo fol GOtt feine Feinde ſchaͤnden, die ohn mic ihren giftigen Worten zielen, wie
Aufhoͤren gelaͤſtertund gemordet haben, auch mit Pfeilen. Daß fie heimlich ſchieſſen
wider ihr Gewiſſen. den Frommen, ploͤtzlich ſchieſſen ſie auf
ER —— ihn ohne alle Scheu. Sie ſind kuͤhne
„141. Zum andern, bitte ich unſere Fuͤrſten mie ihren böfen Anfchlägen, und fagen,
und Herren, wollen hinfort weniger Sorge wie fie Strike legen wollen, und fpres
und Muͤhe haben, fondern froͤhlicher Geduld chen: wer kann fie feben? Sie erdichs
ſchoͤpffen als die nun fehen, wie GOtt felbft\cen Schalkheit und baltens beimlich,
drein greift, und unfer Gebet erhoͤret, dem ſind verfehlagen und haben geſchwinde
Pabſtthum will fein Recht thun in kurzem Raͤnke. Aber GOtt wird fie plöglich
wie Re jagt). Denn dieſer ſchieſſen, daß ihnen webe thun wird,
einz ſoll ihnen mit dieſem Mordbrand den | pre eigene Zunge wird fie fällen, daß
rechten Dienft gethan, und fie ihm den rech⸗
ten Lohn gegeben haben. Es fiehet GOt⸗
—
— — wird, — — ſiehet. Und
en hab VW alle Menſchen, die es ſehen, werden ſa⸗
tes Urtheil da oͤffentlich Der Die Mordbren⸗ gen: das bat GOtt gethan, und ek
ner, Heinzens Diener, uber alle unfere Sor⸗ | daß ſein Werk fey. Die Berechtenwers
ge und Fleiß hat ins Gericht bracht, und den fich des HErrn freuen, und auf ihn
wie Heinz und Pabſt verdiene, fie verur⸗ trauen, und alle fromme Serzen werden
theilet. Deß fen GOtt gelobt, der keinen ſich deß rͤhmen. |
Mord ungerochen, und der Seinen Gebet — Se 3
nicht veracht laßt feyn. Die verzagten Po⸗ DI Heinen haben viel Fahr hee mit Hers
genhüte wolltens heimlich thun ;_fo hats] SS j09&eorgen mancherley Raͤnke gefucht,
Gott an die Sonne bracht, daß fie muͤſſen und heimliche Dractifen gemache wider ung,
verftummen. Seine göttliche Gnade wollt bis fie zulegt haben Fuhne und frech, ohne
fortfahren, und fein angefangen Werk vo, |SHDttes Scheu und Furcht, losgedruckt,
enden, dem fen Lob und Ehre in Ewigkeit, |und plöslich mit dem Mordbrand geſchoſſen
men - Jund meyneten, folhe Stricke und Raͤnke
.: $ | follt niemand fehen: als denn niemand ſe⸗
142. Hieher gehoͤret nun der vier und ſech⸗ hen Fonnte ſolche Meucheley. “Denn Die
| bi Pfalm, den wir predigen und fingen) Heinen dachten: der Känfer thut uns nichts,
tollen, GOTT zu Lob und Ehren, wider das Cammergericht viel weniger; der Pabſt,
foldhe meuchelmördifche Heinzen; denn da dem wir dienen, wuͤrde e8 auch nicht leiden:
ſeheſt du fie fo eben gemahlet, als hätte Da⸗ wer will ung denn thun? Hier ift auf Erden
Bid von diefen legten Heinzen vorfeglich wol⸗ kein höher Gericht uber uns; fo ıfE GOtt
len predigen. geftorben, von Heinzen zu tode geflucht,
= Kutberi Schriften 17. Theil, Rrrerr Darum
*
1730 Tap.ıg. Don zweyen Seldzügen, der Proteftanten und des Raͤyſers. 173
Darm laßt uns plöglid) ſchieſſen, brennen müffen ſolche Gerichte für Kaͤyſerliche Ge⸗
und morden ; doch meuchlings, fü haben wir richt halten, denn es find weltlicher Fuͤrſten
zweyerley Vortheil, fie koͤnnen uns nicht| und Herren Gerichte, Die vom Kayfer Caber
"Schuld geben, noch ung verklagen : ob fie alles obenher von GOtt,) zu Lehen Eoms
es gleich Elagen Fünnten, fo, ift der Richter, men. Ulf ift Doch Heinze durch Paͤbſtlich
der heiligſte Vater Pabſt, fur uns, und find | Kayferl. Cammergericht Cdeß erficher zu ſeyn
- al froͤhlich und ficher. vermeynet,) verurtheilet und verdammt
Was dacht aber dieweil der verſtorbene Denn Trog ihrem Dale, daß fie folche Ge⸗
and von Heinzen zu tode gefluchte GOtt? richte anders denn Kaͤhſerliche, ja goͤttliche
Der ander Palm fagt v. 4. er habe gelacht, Gerichte fehelten. Ob die Mittelgerichte
und folher Meuchelmordbrenner gefpottet. nichts haben gethan, fo habens die hohen Ges
So fagtdiefer Palm, er habe gedacht, auch richte GOttes und Die Üntergerichtedes Kaya
ploͤtzlich fie zu ſchieſſen und durch ihre eigene, fers gethan. ö
Zunge zu fallen, daß fie vor aller Welt zul Dasfind die Wunderwerke GOttes, die
Spott und Schanden folten werden. Denn diefer Pſalm ruhmet und ruhmen heißt, daß
da er fahe, daß Fein Richter da war, nahm] er die Heinzen Mordbrenner ploglich geſchoſ⸗
er fich felbft des Amts an, und richtete auf) fen und durch ihre eigene Zunge gefallet hat,
viel Sammergericht, zu Wittenberg, in der Denn eben diefelben Zungen, die zuvor heim⸗
Mark, Eimbeck, Nordhaufen, und hin und| lich mit einander gerathfchlagt, und den Meus
wieder. Als nun Feine Kläger, Juriſten, chelmordbrand befchloflen, haben fie felbft bes
noch Zeugen da waren, fpielet er des Furzen, | fagt, verflagt, verurtheilt, und ins Teuer
und ließ ein fchleunig Recht gehen, die Mord« gefället, undden Hauptfchalf, ihren Haupt⸗
brenner mußten uber fich felbft Klager, Zus| mann, offenbaret, und vermelder, daßereben
riſten und Zeugen feyn, und ihr eigen Wort daſſelbe Feuer verdienet, und nunmehr vor
felbft reden. Alſo fallet fie GOtt durch ihr | der Welt mit Feinen Ehren Fann ein Fuͤrſt
ve eigene Zungen, und fprach: In ore tuo-| heiffen, fondern durch GOttes Urtheil ein
zum, et iterum, aus deinem Munde bift du Erzmeuchelmordbrenner gefprochen ift und
verdammt, Mattb. 12,37. gehalten foll werden. |
Denn mas fraget GOtt nach Pabſt, Und daß ich auch mich deß verwahre, da
Käyfer, Könige, Kammergeriht, Juri⸗ im Pfalm ftehet, fie find Fühne und ohne
fien? Wollen fie nicht fprechen, ſo mögen| Scheu, und id) zuvor gefagt, Daß Heinz
fie ſchweigen; wollen fie nicht fort mit ihrem ein verzagter Schelm fen, müchte er oder die
Proceß, fü mögen fie dahinten bleiben. Er Seinen ihrer Efels Dialectica hie brauchen,
iſt ein groſſer HErr, der aus Erden und | und vorgeben, der Palm mare wider mich, )
Steinen fannMenfchenswiederum, aus Men: | und Lügen ſtrafen meine Worte, weil er ſagt,
fehen kann Stein und Erden machen; er Fann | fie feyn kuͤhne. Darauffage ich noch, wie
Darren Flug, und Kluge zu Narren ma⸗ vor: Kein Meuchlerift ein Mann, und kein
chen. Alſo hat er hie indem Kerker hinund Mann ift ein Meuchler, fondern wer da
wieder Kaͤyſerliche Cammergericht gemacht, | meuchelt, der ift gewiß ein feldflüchtiger
und hat jeneszu Speyer laſſen ſitzen und das Heinz und verzagter Frauenhut, wie dasals
Nachſehen haben; und ift das allerfeinefte,| Te Hiftorien zeugen. Denn fie ſtehen oder
Daß beyde Pabft, Kaͤyſer, Cammergerichtl begegnen nicht, wu es Gefahr hat, ur
ſicher
agte ihm nach bis mittenins Meer. Aber
da ſich GOtt nur wendete und ſich umfahe,
V—
J9
ſſcher find, daß da Feine Gegenwehr ſeyn | Dag du viel frommer Menſchen durchs Feu⸗
kann oder will, Aber wo fie gewiß find, daß er haft morden Jahn?
man fich nicht wehren, Fan, ober wo fie es Deß wirſt du inder Hülle leiden groſſe Dein,
‚hbermannet haben, da find fie kuͤhne, doch | Lucifers Gefelle mußt du ewig ſeyn, Kyries
nichts Guts, fondern nur Schaden zu thun. elehſon.
Als, daß ich Exempel gebe: Die Schrift Ach verlorne Papiſten! mas habt ihr ge⸗
‚gibt den Gottloſen allenthalben, daß ſie kuͤh⸗ than,
ne find wider GOtt, und fürchten SOTT | Daß ihr Die rechten Ehriften nicht konntet les
nicht, denn GOtt fehläft und verbirgt fich, ben lahn,
ja er iſt in den Seinen allerding ſchwach, Deß habt die groſſe Schande, die ewig blei⸗
als von Heinzen zu tode geflucht. Da ſind ben ſoll,
fie denn fehr kuͤhne, und jagen den leiden⸗ Sie geht durch alle Sande, und ſollt ihr wer⸗
her I Haben, J—— an Dom den toll, Kyrieleyfon.
ie fühlen Feine Strafe, iderftand nod) |; Bar a
Zorn GOttes; wie Daran war Fühne im u N — einmal voll mache,
rothen Meer, wider den GOtt Sfrael,und]| em zu Maynʒ feine Leiſen auch
fprach: Ich weiß von feinem GHtt, und) finden. |
Laß ſie nun fahren und hoffen! Weil
fie der Kaͤyſer, Pabſt, Cammergericht „
da fehmiffen fie in die Schuh und ins Meer, noch nicht verdammt, wollen fie ficher
undfchriens Laßt uns fliehen, GOtt ſtrei⸗ ſeyn. Hier iſt GOttes offenbar Bericht,
tet wider uns. 2Moſ. 4,9. Alſo haltich, |das beißt Pabſt, Kaͤyſer und alle ſchwei⸗
daß Meuchel Heinzenicht ſo kuͤhne ware, Daß gen. Sollte Chriſtus nicht ehe recht ges
er einem Bauer duͤrfte einen Zaun anblaſen, ſprochen, noch Judas mit feinen Juden
wenn er wüßte, daß ein Flegel hinter der verdammt ſeyn, es hätte es denn Pila⸗
hie ftünde, er wuͤrde die Ferfen gar mann⸗ tus, Herodes und das priefterliche bar
lich aufheben, als fehneyete es mit Flegeln he Berichte zu Jeruſalem gethan: ſo muͤß⸗
hinter ihm ber. Aber GOtt kann er wol te Ehriftus noch am Ereusehangen, und
fluchen im Himmel; denn er ift ficher, Daß | Judas wäre vielleicht laͤngſt Hoherprie⸗
Fein Gott fey, der fich mehren koͤnne oder ſter worden. Aber da Chriſtum niemand
Born Raum geben, und Gttes Gerichte
Gott zu Lobe und Dank, fingen das Fur
wolle , achtet dieweil nicht des Stuͤndleins, wollte recht ſprechen, ſondern die Rich⸗
das kommen wird. ter ſelbſt ihn verdammten, mußte es der
Wolan, ſie ſind verſtockt, verblendet, dem Dater ſelbſt thun. — —
Zorn GoOites übergeben, wir müffen dem] Alſo mögen die Prediger, wenn ſie
richte das Volk lehren, wohl vermahnen, daß
laffen gehen; wollen auch nicht mehr für ih⸗ ſie GOtt fürchten, und auch heimlich
te Stunde bitten, (mie uns St. Johannes keinen Mord noch boͤſe That vornehmen,
ehret,)) ſondern von ihnen und wider ſie, Denn GOTT ſiehet es und bleibt nicht
auffen, fondern wenn mans zu grob
möcht, und unbußfertiglidy noch für
recht vertbeidigen voill, fo koͤmmt erges
wiß, und koͤmmt wohl, Und mögen
Rrrrr2 | alſo
daslied, auf Heinzen alſo gedeutet:
Ach! du arger Heinze, was haſt du ge⸗
| | gethan,
2
erg)
1734 Cap. 19. Von zweyen Seldsügen, der Proteftanten und des Räpfers, ı
alfo diefe Meuchelmoröbtenner , neben [genannten Juͤngern von Braunfchweig Handeln -
Heinzʒen und Jude, wol zum Exempel und vornehmen wollen, eintraͤchtiglich handeln
fürbilden, Denn es beißt: 'Nihil oper- und ffun wollen, ſich auch in ihrer Hauptmann ⸗
tum, quod non reueletur, Deo fit lauset ſchaſft dermaflen beweifen und erzeigen, als in
gloria in fecula feculorum, qui facit mife- einer Geſamtſchaft , und wie ihnen beyben ger
— di lic ihr an meldte Hauptmannfchaft zugleich) zuftändig it. “
FICOor as et n 1cıum 1NıUrıam patienti- 3 Es will aus) d arinnen £ einer v or d em Alla I
bus, Amen. 2 dern einige Ehre, Ruhm oder Vortheil am Ges
— - winn und Bertuft fuchen, fondern fic) dermafe
1437. ſen halten, daß ſie fuͤr einen Mann freundlich
Eiſenachiſcher Vertrag zwiſchen Chur⸗ und getreulich ſtehen wollen, was einen ange
fürft Job. Friedrich zu Sachfen eines, und het, Daß es den andern, wie feine eigene Sa⸗
S.andgraf Philipps von Heſſen andern Theils, he, Leib, Ehr und Bermögen, aud) belangen
wie es zwifchen ihnen in vorhabendem Kriegs⸗ |und angehen folle, Ir i
zug wider Herzog Heinrich zu Sraunfchweig | 4. Und nachdem ihre Chur« und F. G. ih⸗
des Kriegsregiments halben gehalten werden re Hauptleute und Raͤthe ſtattlich abgefertiget,
folle, Eiſenach am Donnerftag, dem Tage eine ftattliche Anzahl Keuter und Knechte ana
Margarethaͤ 15420 zunehmen, und auf eines jeden betagten Mus
SR % fterplaß, vermöge des Weimariſchen Abfdyieds
u wiſſen, nachdem die Durchlauchtiaften , zu bringen ,. und aber ungewiß, ob fie die vera '
Durchlauchtigen, Hochgebornen Fürften |glichene und bemeldte Anzahl fremdes Volks be⸗
und Herren, Herr ‚yobann Friedrich, Herzog kommen und erlangen werden: J
zu Sachſen, des heil, Roͤm. Reichs Erzmar-| 5. So haben ſich ihre Chur- und F. Gm
(all und Ehurfürft, Landgraf in Thüringen, freundlich verglichen, welcher unter ihnen mehe
Marggraf zu Meiſſen und Burggrafzu Mag |Reuter und Knechte befommen würde, daß ee
deburg ıc, und Herr Philipp, Sandgrafin Eh fie mit dem andern foll theilen, und Eein Theil
fen, Graf zu Eaßenelnbogen, zu Dies, Zie- jeinigen Bortheil, oder nieht von Neutern und
genhayn und Nidda ıc, zu Foͤrderung dieſes Knechten haben, als der dr.
Werks und vorgenommenen Jugs, nicht für] 6. Es foll aud) ihr Feiner, fo fie mit einane
eine geringe Morkdurft bedacht, daß, Uneinig- der in einem Zug feyn werden, nichts für fih
feit und Zwietracht zwiſchen ißren Chur» und jfelbft ordnen, fchaffen, gebieten oder verbie«
5. ©. als Dberfauptleuten, desgleihen auch) |ten, fondern es foll alles ſaͤmtlich und dur iße
dem Kriegsvolf, verhütet, Einigkeit und fried- |rer Chur» und F. G. einträchtigen Beſchluß und
lic) Wefen aufgericht und gepflanzet wuͤrde: des- | Bergleichung gefchehen. J
gleichen daß nutz und gut ſey, daß ihre Chur] 7. Wäre esaber, daß Sachen vorfielen, da
and 3.6, ſich freundlich und brüderlich mit ein- | ihre Chur - und F. G. nicht einer Meynung waͤ⸗
ander vereinigen, wie fie und ihre Erben ſich ren, und ziveyerley Bedenken hätten :"fofollen
in diefem vorgenommenen Rothwerk zu Aus: |fie die KRriegsräche darum, vermöge der Bere
führung deffelben Kalten mögen: fo haben fich | faflung, Hören, und welchem Theil fie,die Kriegen
derhalben ihre Chur « und F. ©. zu Erhaltung räche, oder- der mehrere Theil, zufallen, der |
deſſelben, nachfolgender Puncten mit einander | Meynung follgefolge werden. Be;
vereinigt, und endlid) verabſcheidet: 8. Db auch) fonft Irrung unfer ihren Chur⸗
2. Erſtlich, Haben fich ihre Chur- und 5. |und F. ©. vorfiele, der fie fich nicht vertragen
G. freundlich und brüderlidy verglichen, daß | könnten, die follte auch auf Bergleichung dee
fie einander freundlich und gefreulich, auch herz | Kriegsräthe geftelle fenn, und darum zwifchen
lid) meynen, eßren und fördern wollen, und ihren Chur« und 3, On. fein Widerwill oder
alle dieſe Handel und Sarhen, fo fie gegenden | Verdruß ſeyn. 6
9.0.
Sa —
—
Abfbn. Dom Seldsug der Proteftanten wider Zer30g Seintich. 1737 -
7% So aberin Eil vorfiele, (das doch, foes,oder fein Kriegsvolf an dem Proviant, oder
die groffe Noch nicht verurfachen ehur, nicht |feiner Zuführung, vor dem andern einen Vor⸗
ſehyn foll,) daß einer der oberften Hauͤptleute et · theil haben ſolle; fordern die Gleichheit fol uͤber ⸗
was gebieten oder verbieten würde, ohne des all gehalten werden. ee
> andern Willen, und der andere Fäme folches
13. Es folle auch, von welches Fürfter oder
Verbots in Erfahrung, und hätte derhalben ein | Dberhauptmanns Reutern etwas für den Fein⸗
"Bedenken oder Ungefallen, folltedoc) von dem=|den gewonnen, der gefpaitene Fuß, und mas
. felbigen Feine Veränderung gemacht werden, dem Dberften zuftehee, unter ihre Chur» und
ſondern er folle des andern oberften Dauptmanns F. ©. zugleich getheilt werden, undin dem kei⸗
Urſachen gernehmen, warum folche ne
12. Desgleidyen foll es mit dem Proviant
.
Ei I obgemeldt, durch die Kriegsräche befche,
ben. RN
- 10, Ob ſich auch zufrüge, daß von einem
Kreys, es wäre dem Oberländifchen oder Saͤch⸗
ſiſchen, die Erlegung des Gelds, der Doppel:
der Kriegspolf mit Dem Gelde, fo vorhanden,
und ihre Dfenningmeifter und Geldkaſten zu-
ſtreckt, oder daß fie beyde fäntlid) vom Gelde
ner einen Zugang vor dem andern: haben.
14, Desgleichen foll eg mit den Gefangenen
gefcheen. Senn dann die Urfachen vermaf: | |
auch gehalten werden, daß fie ihren Chur» und
fen, daß der andere Hauptmann ihm dieſelbi⸗
gen gefallen läßt: fo hates feinen Weg; foaber F. ©. An zuftehen follen.
Beranderung darinn vorzunehmen, follen die] 15.
e Paßporten und Paßbriefe, fo den
oberften Hauptleute fich ſolches mit einander. |Örafen, Herren, Edelleuten und Befehlsleu⸗
freundlich vergleichen, und auf den Fall, daß ten gegeben werden, follen von ihren Chur⸗
und 3. ©. zugleich gegeben, und mit ihrer bey⸗
der Perefihaft verfiegele werden, und welche zu
unferfchreiben für ee angeſehen, foll
von ihren Chur» und F. ©. zugleich gefchehen.
16. Was von den Paßporten genommen,
foll in eine Lade gelegt werden, und nad) Ende
ten oder einfacdyen Monate ungleich vorfallen , des Zugs getheilt, und jeder Chur» und Fürft«
und würde an einem Kreys mehr, dann dem licher Theil feines Gefallens damit zu Handeln
andern, einfommen, follen unfere gnaͤdigſte haben.
und grädige Herren, die Oberhauptleute, ihr bey | ı7. Es follen auch die oberften Hauptleute
bey ihrem Seldmarfchall, Dberften über die
Knechte, Zeugmeifter und allen andern Befehls⸗
leuten, die ——— Verſchaffung
ndl
ſammen verordnen, und in dem feiner vordem thun, daß fie freu nd gefelliglich miteins _
die Bedenken widerwärtig, die Vergleichung,
es fen in welchem Kreys es wolle, befolden,
andern mit feinem Kriegsvolk einen Wortheil |ander Handeln und leben follen, und fich nicht
fuchen, fondern fid) in dem gleichmäßig hal⸗ anders beweifen, als ftünden fie alle einem
ten, und Feiner einen Vortheil vor demandern | Deren zu. Auch fo fich Unmill zwiſchen dem
haben. Kriegsvolk zutruͤge, kein Lermen machen laſſen
ı. Würde auch von den Oberhauptleuten et» unter einander, und daß ſich eines Herrn Dies
was der gemeinen Berfländniß zu gut vorge. Iner gegen des andern nicht roffen, fondern fie
follen fid) eintraͤchtiglich, und als lägen fie als
etwas aufbringen und zu dieſem Zuge fürfegen |le unter einem oberften Hauptmann, Balten.
würden, follen fie für folch Geld zugleich ver=| - 18. Und auf daß deſto beffere Freundfchafe
haft ſeyn, und fo fie an dem, fo von dem Fein. und Einigkeit erhalten mag werden, wird be
de erobert, wiezu GOtt zu Hoffen, ſolches nicht dacht, daß der Vor⸗ und Nachzug von bey⸗
‚ erlangen möchten, follen fie folches bey gemei-|der oberften Hauptleuten Reutern zu beftellen _
ner Verſtaͤndniß zugleid) einmahnen, einfor= ſeyn foll, auf daß fein Reuter vor dem andern
dern und einbringen, und fi) feiner von dem einigen Vortheil haben möge. Und wann ums
gewechfelt wird mit dem Bor» und Nachzu⸗
e, Daß allwege die Gleichheit gehalten, daß
bevor Herren Leute vor and nachziehen: wel⸗
Rrrurr ches
andern ſondern, oder vertragen.
auch gehalten werden, daß kein Hauptmann,
— 3
‚fen, und das andere von des Landgrafen Ne
738. Cap. 19. Don zweyen Seldsügen, dev Droteftanten und des Baͤyſers 179
ches alfo zu verfteßen: Wo zwey Fähnlein teus ſoll er dem andern nicht vorenthalten werden,
te vorziehen, daß Das eine von Des Churfuͤr⸗ ſondern gleich folgen laſſen. Was auch zu wei⸗
terer Eintracht unter beyden Regimenten dienſt⸗
J—
giment genommen, und alſo fort und fort um: lich ſeyn mag, fell von dem Oberſten über die.
gewechſelt. Desgleichen fo es noth, ſell es mit Knechte weiter bedacht und unter ifnen verglie
Dem Kriegsvolk aud) gehalten werden, auch mit Ichen werden.
dem Nachzug. |
19. So man in einem Lager liegen würde, ernſtlicher Lelbesftrafe verboten feyn, daß ein
24. Uber vor allen Dingen fol bey ſchwerer
foll es dermaſſen gehalten werden, Daß der bey: | Regiment feine Empörung gegen dem andern
der oberften Hauptleute Gezelt und Quartier zu erwecken foll, oder daß ein Regiment fih ane
naͤchſt an einander geſchlagen follen werden, maſſen wollte, dem andern zu Nachtheil, das
fo fie dermaffen liegen, daß fie nicht zwey La⸗ Geſchuͤtz abzulaufen und in das andere Kegie
er vor Städten oder Schlöffern machen dörs ment zu ſchieſſen; fondern fie follen-fic) gegen
Fi fo man fid) aber an zwey Orte legen einander halten, als Brüder und Gefellen, die
wollte, würde dDaffelbige eine andere Verſehung unter einem Heren liegen und einer Nation ſeyn.
haben wollen, 25. Es foll auch feiner Lermen ſchlagen, ruf?
20, Es foll ein jeder fein Gefchlis bey feinem |fen oder blafen, es fey dann, daß Feinde vor⸗
Kriegsvolk laffen: ſo man auch auf zweyen Der- handen ſeyn, bey Verluſt des Lebens.
—
tern ſchoͤſſe, ſoll jedes Geſchuͤtz allein liegen. 26. Es ſoll alle Brandſchatzung und Siche⸗
Darnach werden auch die Laͤger zu richten ſeyn. rung von beyder Oberhauptleuten wegen beſche⸗
21. Die Reiſigen ſollen ihre Quartiere der⸗ hen, auch ſo Salvaguardi angeſchlagen, ſoll es
maſſen austheilen, daß ein Rittmeiſter um den uͤnter ihrer beyder Wappen geſchehen.
andern loſiert werde mit feinen Reutern, und) 27. So ſoll auch mit Ernſt darüber gehal⸗
alfo, daß der Reiſigen Sager für ein Lager , als |ten werden, daß die Salvaguarden,fo von Herren
lägen fie unter einem Seren: und warn man | Bernhard von Mile, Ritter, vor der Chur⸗
$ermen machen mürde, und zufammen auf den und Fürften Ankunft, gegeben, nicht weniger
Platz fie zum Lermen Verordnete rucken, folle |gehalten werden, als wann fie vonißrer Chur⸗
jedes Faͤhnlein Reuter dahin rucken, wiees von |und F. ©. felbft gegeben. |
den oberiten Hauptleuten, oder ihren Feld:| 28. So Städte oder Schlöffer, auch font
marſchallen verordnet wird. Und follen beyder die Feinde befichtiget follen werben, follen bey⸗
Chur» und Fuͤrſten Feldmarſchall über beyder- |ve Hauptleute zugleich Dazu-verordnen, und fo
feits Reuter zugleich zu fehaffen und zu gebieten vonnoͤthen, daß ihrer einer bey folcher Beſich⸗
haben. Es auch von den Reutern, unter tigung feyn folle, foll der andre mittlerweil das
welches Für
ften Feldmarſchall nicht weniger gehorſam fenn, | Befehl haben.
en Regiment fie legen, des Für: |Lager und die Haufen Reuter und Knedjte in
als feines oberſten Feldhaupfmanns Selomar-| 29. So es aber die Zeit Haben mag, follen
fallen, unter dem fie liegen, und foll in dem |georönete Stürm und Schlachten mit gemei⸗
allenthalben Gleichheit gehalten werden. Sol: nem Beſchluß gefihehen.
ches follte auch in beyder Herren Säger und if! 30. Wie aber die geornete Schlacht oder
rem Namen umgeblofen werden. Stürme verordnet follen werden, follen ſich die
22, Die Oberften über das Fußvolk follen ihr \oberften Hauptleute neben den Kriegsraͤthen und
Regiment neben einander ſchlagen, oder aufje- hoͤhern Aemtern zu vergleichen haben. Und
des Dre Des fagers, eins, mie ſolches weiter nachdem verfäumlid) , auch gemeiner Verſtaͤnd⸗
—
bedacht wird. Und ſollen ſich auch eintraͤchti⸗ niß mehr nachtheilig, denn förderfam ſeyn wollte,
glich halten. fo zu allen Rathſchlaͤgen alle Kriegsraͤthe ſollten
23. Und fo eine Perfon unter einem Negi- |gebraucht und gefordert werden, und ohne diefele
ment etwas verbricht und zu dem andern fleucht, !bige, was In Eil zu bedenfen feyn Ve “
Ä a
Schlachten, Sturm und Scharmüßel vor-
I. Abſchn Dom Feldzug der Proteſtanten wider Herzog Heinrich. 1741
ſchatzung, oder Sicherung halben mit ben teu«
fen handeln, darauf bedacht feyn, daß in fols
zunehmen , nicht befchkoffen folle werden. De
rohalben ift bedacht, ſechs Käthe zu ordnen ‚Icher Handlung der oberften Hauptleute Küche
- Feiner ins Zager gelaffen, oder vergleifet wer:
den, ohne fämtlihen Befchluß und Verglei⸗
chung der Haupfleufe und Kriegsrärhe, follen
und Fürften keiner vor dem andern nichts ver-
' bergen; fondern in dem freundlich) und ver-
mit deren Willen und Bedenken folche eilende und Keller gefpeift werden: mas alfo den Haupt⸗
Händel vorzunehmen feyn möchten. Und feyn leuten, Der Proviant halben, zu gut gehan-
fuͤr gut angefeßen: Herr Bernhard von Mila, |delt, folle ihnen beyden zugleich zu gutem kom⸗
Ritter, Lippolt von Stocfhelm, Herman von men und Feiner vor dem andern nichts zum
der Malsburf, Chriſtoph von Steinberf, die Bortheil haben. ‘ tr
Oberſten über die Regiment. 37. Es follen ſich auch beyde Chur⸗ und Fürs
31. Weil die Feldmarſchaͤlle, Dberfte über ften Feiner von dem andern in einiger Hand⸗
das Fußvolk, und die Zeugmeifter auch in lung nicht fondern, oder verfragen, ofne ges
Kriegsrath muͤſſen gezogen werden, foll esauf-| meiner Stände der Ehriftlihen Einung, ‘Bes
ſerhalb diefer Fälle im Feld, mit den Kriegs:
raͤthen, fo In gemein von ben Ständen verord-
net, vermöge der Verfaſſung und Coburgi.
ſchen Abfchieds gehalten mwerven.
ſchluß und fümtliche Bergleichung ; fondern ſol⸗
len, es gerathe zu Glüd, (darum man den
Allmaͤchtigen GOtt treulich bitten will, ſolches
auch in keinen Zweifel ſetzen,) oder zu Ungluͤck,
32. Was für Kundſchaft und Schriften ein⸗ in aller Noch und Widerwaͤrtigkeit freunde
kommen, den Krieg belangende, ſoll der Chur⸗ lich bey einander und für einen Mann ſtehen
und bleiben, wie es der ewige GOtt ſchicken
wird.
traulich Handeln, 38: Was aud) fünftig aus diefem Zug für
- 33. So von Römifcher Känferlicher,, oder) Gefahr und Nachteil bey den Ehur- und Fürs
Königliher Majeſtaͤt, einigen Potentaten ‚|ften entftehen mögen, follen ihre Chur, und F.
Ehur- oder Fuͤrſten, oder Commun, inn⸗ oder auf-| ©, zugleich gewärtig feyn, und bey einander
ferhalb des Reichs, Borfchaften zu ven ober} darüber ihr $eib und Gut, Sand, Leut und
ſten Hauptleuten geſchickt würden, ſoll ihrer] Vermögen zufegen, und bey einander treulich
bleiben, ganz freundlich), getreulich und ohne
Gefäßrde. |
39. Ob einer, ober mehr, in beyden, oder
auch ſaͤmtlich gehört und abgefertigee werden. in einem $ager zufammen fommen würden, fo
34. Es folle auch) niemand von dem, das Unwillen mit einander hätten: fo follen
eroberf, oder gewonnen, und gemeiner Ber«!fie doc) ſolchen Unmillen abftellen, bis tiefer
ſtaͤndniß zuftändig, nichts verfagen, vergeben,| Krieg aus, und einer gegen dem andern der⸗
oder fordern, und daß es gefcheße, verſchaf⸗ wegen in Ungutem nichts vorneßmen ‚bey hoͤch⸗
fen, ofne des andern Wiffen und Willen ‚fter Strafe. _
und follen fih in dem freundfid) und] 40. Zum erften, till vonnörhen feyn, daß
gleichmaͤßig Halten: würde es aber einer dar⸗ dem Kriegsvolf zu Roß und Fuß bey Hoher und
F ar Ba en fol es ifme an feinem Theil der| ernftlicher Strafe verdoten werde, Feine Unei⸗
Beut abgeben. 1
nigkeit, Zwietracht und Unruhe anzufahen, oder
35. tem, es foll feine Handlung einge- mit einander zu zanfen. Wo auch einer zu
räume, auch nichts mie den Senden gehandelt dem andern, Zanks, Haders, Zwietracht,
Ben, oßne beyder Hauptleut fämtliche Ver⸗ oder dergleichen Sachen halben Forderung Bat,
gleichung.
daß er dann denſelben vermeiden, unterlaſſen
tem, weil jeder oberſter Hauptmann und Damit ganz ſtill ſtehen ſolle, bey hoher und
36.
300, Werd auf feine Koften führen wird, die ernftlicher Strafe.
mit Futter und Mahl unterhalten werdenmüf:) 41. Ob fich aber dermaffen dafelbft begäbe ,
fen, ſollen die Befehlsleute, fo der Brand-\und zwey zuſammen Famen, ober en
———
— N .e an r a RE — — —— — >
2 pe einem Egal Da or Sehkefelung Tode ud I Kran Dilkhen
— we —— ſondern in beyden und —— in. Ihren Dill
I emeine $eufe, und Scheidens hal. de, her unfer den Ober.
ben da ſehn, unangefeßen in mel |ften, vorgemeldter Geftale, Friede geböte ,
< E ſi t
Dale sen, by Gras Da ie Or ne a —
ee es follen bey Leibes Str * r Darüber Uebertretung
ei — in — an Dur ——— Verbot nicht geforfamere,
— — zu ſpielen gehen, ſolite iſelbe an dei und ben geſtreſt werben
ch im andern ager ſpielen, und w ec 2 es a;
—— ſoll man den, wie ei, bi, ren A di —
an | Duartiermeifter, Wac ; DaB Selhmmaeihalzt
42. Zunrandern ‚daß fie ſich auf den Spiel. | Shultfei n. bachmneifter,: ProfoB.unguil
— Mumplaͤtzen gleichergeſtalt friedlich * — ee, nr vn i
Be Re auszufßeilen, Damit m Boteheil fon 7
ie 43. Zum dritten, und wiewol maͤnniglich dern Die Gleichheit hier * —
— was Unraihs aus dem übermäßigen] .*7- Ob fich aber — d0ß einer unter d
Sutein en folget, daß dann das Zutrinken Oberſten mit feinem 2 olE auf. einen er * i
— Vollſaufen bey ernſtlicher und groſſer gers halben einen Vortheil haͤtte, daß d ag La⸗
Strafe verboten wuͤrde. Dann daher blieb andern den andern Tag auch de a
das Volk in deftomehr Einigkeit und dadurd) werden und wiederfahren möcht re
viel Unraths verhuͤtet. Nachtheil einen Tag um den — —
44. Zum vierten, ſo ſich ein Auflauf wuͤrde ſelt, und es alſo brüderlich gehalten en |
BO nen ob: Oberſten allein mit : pet auch Gleichheit —
Ren rabanten , fo auf ihren A, halber gehalten w | Fre
— beſcheiden, aufwaͤren Ai au. Rn Proviantmeifter mit a bie
Ss Sried zu halten geböten, und alfo ben Proviant beyden Laͤgern zugleich zufchaffen ;
Aal und Zank ftilleten, und. aud) Feiner damit nicht einem Tell böjer, und Dem an:
er Oberſten feinem Volk Zufallegäte, fondern dern Theil guter Proviant zugefchafe werde
hlerinnen zur Beförderung des Auflaufs eine Daß fie aud) alle feile Provlant auf den Diaß
gleiche gemeine Perfon feye. Und dag fonft füßren laffen, und die alsbald zugleich auschei«
alle Reuter und Knechte bey ihrem Geſchuͤt len. Damit abermal Fein Teil vor dem an ⸗
——— bleiben und nicht fort. BAER Serra Baer
rücken, oßne Befcheid der Oberſten, In fei 49. Was aber ein jegliche |
eg, au) Dep ber Höchften Straf , Ehren an dus feinem kart migefühte Die, oa
und Cipen; und follen beybe Oberften bey it Holen laffen würde, die mag er für ſich b vn
: — und Treuen einander zu: Sen. Dergleich | —
fügen, fo bald ein Sermen würde, in beyd 50. Dergleichen foll auch auf der Fütterung
— das fie allein zufammen bee Ordnung gemacht, und dies a a
und beyde gleich unparteyiiche Friednehmer der Fütterung, fo viel möglic), gefßeile wer« “
und Sriebgebieter feyn wollen, ohne alle Ge: den, inmaffen wie die Duartier, Kann e8 i
faͤhrde | be Gelegenheit nicht Haben, fo foll man —
45. Im Fall aber, da beyde Oberſten nicht au hren und Ciben gebieten, Daß Feiner den
zugegen feyn möchten, fo ſollte nichts. deſtowe⸗ sa auf der Fuͤtterung verhindere, oder ver ⸗
te gleichergeftalt zu ge- — * a in er Hand lege, bey
nee = aben; iund wird data ; : was fid) alfo unvichtiges
2 3 | auf noth begäbe, das ſoll ſtehen zu Erkenntniß Beh
deu
* Sn nl De RE —
Zu U U La 2472 u Han ann.
den Oberſten und der Kriegsräthen, und'was| lieben HErrn Geburt, taufend, fünfhundere
Dieerfennen, Dabey fol es bleiben. * |und in dem gwen und biergigflen Jape ı-
3:58 Und die obgemeldten Artikel follen:die | Job. Sciederihh, Philipp, Zandg,
beyde Sager ſchwoͤren und halten, und: welcher Churfuͤrſt Heſſen.
der Kriegsraͤthe an Leib und Leben geſtraft wer⸗
» J radio 'n iabrt ng 9 RN v * fr N
. Weiter, Haben ſich ihre Chur · und Sürftt.
le,) gefangen würde, daß alsdann der andere
mit dem Kriegsvolk aus dem Feld nicht ziehen, | "Tager zu Holsmin am Donnerſtag nacy
r — su A
gegangene Fuͤrſt in feinem Teftament für Ver⸗
IE en —
4 1Abfehn. Dom Seldsu der Proteftanten voider Zersog Zeincich. _ 174
das übertreten wird, der foll nach Eckenntuißßm. vp. ſſt. mm pp. ſſt.
— Seren Philipps, re
dnaden mit einander freundlich und brüderlich |34 Beſſen 2C. den Perfonen, jo ſich anmaflen,
———— nein lem Zug ( BR * re erde HERR —
EL 727 ———— —— Mr f unfoͤ i 3
für der allmaͤchtige GOtt gnaͤdiglich ſeyn wol- Bugs wider Herzog Heinrichen zu Braun:
fehweig belben gegeben. Datum im Feld⸗
oder feinen Friede, oder Süßne machen, ode
Ben Iahe ai len Dan Dekandere wieder | nn nn ve at ee
umlame,,; (da der allmaͤchtige GOtt gleicher- BE Me
maffen für ſey,) fo ſoll der BSR bogen, ——— a ie ehe
ten Welb und Kinder und Käthe, bie ber ab- ee eh dieſer a das
| / | > im | Känfer! icht zu befigen und zu
walter gefegt Hüfte, aud) Sand. und Leute in |" 1er, 1° a | 08
freunblichem unb brüberlichem Befehl Haben, ——— ee een na |
. Es follen aud) des abgegangenen Erben |am vierzehenten Tage bes Monats Juli, nach
in Diefen Rriegsfachen gleich forool verwandt biel. Chriſti unſers HErrn Geburt fun — hun»
n,auıch fie und ihre Bormünder-und Bermwalter, dert und im zwey und vierzigften “Jahr; Das
nmaffeni wie der abgegangene Vater Härte chun an Die Hochgebornen Fürften, Herrn Johann
offen, den aueführen zu helfen, und fonderlich | Friederich, Herzogen zu Sachſen, Des peiligen
In der Geil hen Bereinigung mit. ifren San. Roͤmiſchen Fe marſchall und Chur⸗
fedia Wenn Fan oir — 1 I RE SR
ledig und los: und ob ihr einer abging, oder gs: Hhluipp von GOttes Guaden, Sands
Eu: all its
den und Leuten zu bleiben, und das Wore | fürften, Sandgrafen zu —— Marggra⸗
Sdttes zu handhaben ſchuſdig fern.
A. Und wir obgemielbten, Johann Friede · Heig und Siineburg, unfere liebe Wettern,
"ih, Herzog zu Sachſen, Ehurfürft, und) Brüder, Oheimen und Schwaͤger; Bürger
fen zu Meiffen und DBurggrafen zu Magde⸗
burg; Heren Ernften, Herzogen zu Braun⸗
Burggrafe zu Magdeburg sc. und Philipp, | meifter und die Stadt Braunfhweig, auch
gandgrafe zu Heſſen ꝛc. bekennen fonderfich| andere, fo der ehrlichen, loͤblichen, a |
Biemit, daß die obgemeldte Abrede und Ber-| Römifchen Reich nuͤtzlichen, friedfamen, Chri
gleichung für betraͤchtiglich, mit unſerm guten | lichen Vereinigung und gegenwaͤrtiger Noth⸗
iſſen, Willen und Zuthun gemacht, abge- wehre, wider Heinrichen der fid) nennet, den
redet und gefchloffen It. Gereden auch dar⸗ Yüngern, Herzogen zu Braunfchveig und fü-
Auf bey unfern Fuͤrſtlichen Treuen und wahren |neburg, anfangen, und anuns ausgangen und
Morten, das alles ftet, veftund unverbruͤchlich durch einen Cammergerichtsboten zůgeſtellet
zu haften, ohne Gefaͤhrde. Zu Urkund mit | worden iſt, zugefchicke Habe: a
anferm anhangenden In ſiegel wiſſentlich befie]| 2. So _mögen mir nicht unterlaſſen, euch
gele, und gegeben zu Eiſenach, Donnerftag|darauf gebüprliche, nothdürftige und ehrliche
- am Tage Margaretha, nad) Chriſti unfers en geben; niche, DaB wir damit die
58 ss Ri
utheri Schriften 17. Theil, Kaͤh⸗
1745 Cap.19. Donzweyen Seldzügen, der Proteftanten unddes Räyfere, 1747
Käpferliche rechtmäßige Furisdietion, Gewalt | gefucht und begehrt, auch wie Hoch wir zu Sries
ch wie hoch wir zu Sries
de ermahnt und gerathen haben, erſcheinet aus N
dem Ausſchreiben, in Gleichniß, fo gemeldter
Churfuͤrſt imd wir duch im Ramen unferer
Mitverwandten und unfer, wider eure und an⸗
dere Perfonen, fo der Zeit an dem Kaͤyſ. Cams
mergericht gef ffen und geweſen feyn;, gethan
baben, welches Datum ftehet: am 13, Nod
vembr. Anno 38. und aus vielen andern Han:
deln, begeßren , bitten und ermahnen, fo wir
zu gebüßrlicher Zeit, mit GOttes Hulfe dan |
bringen mögen. Wiewol ipr nun bilfig roiffen
follt, nachdem wir fo viel Schreiben und Kla-
gen Davon gethan haben, daß der genannte Juͤn⸗
gere Herzog Heinrich die Stadt Goßlar und
Braunfchweig In viel Wege hart befchwerf,
Goßlar und derfelben Bürger und Einwohner
ihre Zehenden, -Zins, Gehoͤlz, Berg: und Hüte,
tenwerk, genommen, ihnen abgejaat, fie fir
Yeshter zu halten und zu verfolgen, gegen und
wider die Kaͤhſ. Sufpenfion, Declaration, Ri?
nigl. Konfirmation, Mandata, auch wider
Wwiſſet auch, Daß unfere Mitverwandten, und wir, | GOtt, Necht. und alle Billigkeit, und auhmit
den Fried und Einigkeit in Deurfcher Nation | der Thar, auf folche Abfagung ‚ verfolger und
je. und allivegen, mithöchftem Ernft, Bitt und | angegriffen: denen von. Braunſchweig Ge
ee ‚ gefucht und begehrt, und. darum viel | meinfchaft zu Baben, Zugang der Proviant ver⸗
. Koftens verloren und aufgewendet haben, von | boten, und viel andere befehmwerliche Dinge ge-
- welchem wir gute Rechnung thun Fönnten; fo handelt hat, alfo, daß weder den Städten, noch
möchten. wir auc)-folches mit, vielen Handlun⸗ |uns, ſolches nicht langer zuzufeßen geweſen iſt;
gen, Reichs- und. andern Abfihieden,, auch |fondern Damit gemeldten Shurfürften und ung
Känferlichen und Königlichen Schriften, Sur | zu dieſer vorgenommenen Gegenmehr und Net-
fpenfion der Goßlarifchen: vermeynten nichtiz | fung gedrungen hat. So habt ihr doch an ung,
gen Acht, Känf. Declaration, auch Koͤnigl. als gehorfame Fürften des Reichs, ſoſch bee
don und Mandaten, beweifen und | fchiverlich Mandat ausgehen laflen, da ihr. bile
redlich darthun. Inmaſſen auch ihr folches | ligervor langem dem gemeldten genannten Yüns
zum mehrern Theil aus diefem hieneben über- | gern von Braunſchweig und Luͤneburg geboten J
ſchickten des obgemeldten unfers freundlichen | haben ſolltet, ſich des Landfriedens und Rech⸗
Neben Vettern und Bruders, des Churfürften|tens, auch der obgemeldten Kaͤyſerl. Suſpen⸗
zu Sachſen, und unferm Ausſchreiben, im|fion, Declaration , Königlicher Confirma-
Namen der. obgemeldten unferer vereinigfen |tion und Mandaten, gemäß. zu halten undfol
Stände, feiner.tiebe, und unferm, gefchehen, che Unruhe nicht.anzurichten. Be
welches Datum ſtehet: Montags nah Mar-| 5. Diweil dann wir aus göttlichemund allen
garethä, naͤchſt vergangen; vernefmen werdet, |menfchlichen Rechten. folche unfere genothigte
und darzu aus was Urtachen fein Heb und wir, | Defenfion zu thun fchulsig feyn, auch dielelbe -
im Namen, wie obgemeldt, zu diefer Gegen-|dem heiligen Roͤmiſchen Reich ehrlich und nuͤß⸗
wehr gebrungen worden feyn. 2 fi), und aus Kraft. der Kaͤhſ Sufpenfion,
4 Solches, daß wir je und allwegen Friede Declaration, Königl. Confirmation und Eee
unferm allergnädigiten Herrn, in einige We⸗
ge anzufechten gedenken; fondern euch euren
Muthwillen und Mißbrauch, fo ihr bisher ge:
gen der alten, ehrlichen, des Belligen Reichs
Stadt Goßlar, auch uns und unfere Mitver-
wandten, (ohne Verlegung eurer Ehren zu rer
den,) zu aroffem Schaden und Nachtheil ge-
uͤbt, auch welchergeſtalt ihr Die hochgedachte
Känferliche Jurisdiction, Macht und Befehl,
gegen den gemeldten von Goßlar, andern und
uns mißbraucht habt, und noch taͤglich miß-
braucht, und daß ihr unfere Mitverwandten
und ung mit foldyen geſchwinden Mandaten
billig verfchonegehabt haͤttet, anzuzeigen.
3. Dann wir mögen mit Wahrheit fagen,
Daß unfere Einungsverwandten. und wir hoch⸗
gemelöter Känferlihen Majeftät in. allen und
- jeden ehrlich und billigen Sachen bisher ge:
huͤhrlichen Gehorſam geleiftet haben, und den:
Ten folches zu thun bis in unfere Gruben. Ihr
3, Abfchn. Dom Feldzug der Proteftanten wider Herzog Heinrich 1749
baten und andern redlichen Urſachen, rechtmäf (habt, die auch an euch nicht hat devolvirt mer
fig, allein zu Exrettung, wie die Nothdurft den mögen, angenommen, darauf Inhibition
ber Sachen diefelbe hat erheiſchet, und alfo und Citation Habt ausgehen laſſen; fo ihr doch
durch ung Eein Krieg; fondern allein Beſchir⸗ ohne Zweifel die Goßlarifche Purgationsartis
mung und Nothwehr vorgenommen ift: So kel gelefen, und Willen gehabt, wie er mit vie:
will unfeen Mitverwandten und uns, folchem |fen mördlichen,, frieobrüchigen Stüdfen, der
Mandat, das wider GOtt und Recht ausge- |und mehr graufamer Taten wir ipn über. fel«
bracht ift, zu pariven nicht gebühren, Dann ſol |nen Hals zu überweilen in Arbeit geftanden,
cher Gehot ſam wäre im Grund Einem Srieb- beruͤchtiget geweſen ift, da euch, nach unſerm
bruch gemäß, dadurd) die armen verdruckten | Anfeßen, vielmehr Bet bäfte, folche KRäy«
Städte und-Leufe-verlaffen-und zu grund eroig ſerl Commißion zu fordern, als darzu Känferliz
verdorben feyn müßten. en —— * Diener, die ihr ihnen verſagt
6. So wiſſet ihr auch, daß auf juͤngſt ge⸗habt, zu leihen Bu Sr
Baltenen Reichstägen zu Regen ſpurg und Spey-| 9. Und wiewol, daß ihr uns auf Angeben
er, auf vorhecgebende Klage, beyde Keligiong- des Widertheils u daß unfer jegiges
ſtaͤnde verordnet, daß von eurer Perſon follte — hi — und eng waun
inquirirt und viſitirt, auch Reformation und Bi BE Aus eDs — ſeyn ao doc)
Beränderung gefchehen, laut derfelbigen Ap- deſſelben keinesweges geftändig, fondern wir
fehied,, und darauf gefolgten Declaration und Laben für uns göttlich, natürlich und aller Men«
Verfid ehr ni. ſchen Rechte, fonderlich die Känferl. Suſpen⸗
— RT | ſſion, Königliche Confirmatienund der armer
\ 7. Albietveil nun Diefelbe beroilligte und ab | Zetruͤbten Verdrückung; haben aud) famt un
geredte Bilitation nicht geſchehen Üt, fo_tmer: ſern Helfern gegen gemeloten genannten Sün
den und Fönnen mir euch für Fein Käyferlic) nern von Braunfhweig und Süneburg, wie
Cammergericht halten, oder etwas auf euer |Tum. 3. obgemelöt, keinen Krieg angefangen:
Gebieten oder Berbieten geben, in Zuverſicht, den von Goßlar das ihre genommen, und auf-
andere werben bergleichen fun. [Begehren und ernftlich Manbiren Rönigl. Ma=
"8. Und ob das nicht wäre, als es doch in der |jeftät nicht wieder geben wollen, fondern. ih⸗
Wahrheit ift, fo wären dennoch eure Perſonen nen abgejagt, Daran alle fein Haab und Bere,
in biefem Handel zum allerhöchften verdächtig, moͤgen zu fegen, fich bey der Achturtgeil zu hand⸗
und wirdiefelben zuhören nicht fchuldig. Denn haben, und alfo fie weiter zu verfolgen, als er
eure Perfonen, fo das nichtige Achturtheil wi⸗ öffentlich gethan. Iſt mit gewapneter Hand
der die von Goßlar, unfers Bedünkens wider zugefahren,, ihr Holz; und Efelgenommen ‚und:
Recht, auch) vormals andere mehr dergleichen, viel der Ihren durch die Köpf fchlagen laſſen
und fonderlich noch in Fugen Tagen, über die Gegen den von Braunſchweig, als auch ge⸗
Käyf. Sufpenfion, der Erpens halben, wi⸗ melde, mit Berveften ihrer Bürgermeifter, Sex:
der Diefelbigen von Goßlar gefprochen, und das; crefarien, Bürgerund Diener, Faffen, Marz:
mit den Gegentheit zu feinem ——7 Vor⸗ tern, Schlagen, und Friedlosiegen der Ihren,
nehmen muthig gemacht und geftärft Haben, nicht aufgehört, fondern fürund für fortgefaß-
‚werben uns fir Richternunmehr nicht zu erlei. ren. Haͤtte er Das unterlaffen, fo ware in.
‚den feyn. Zudem fo haben wir wohl befun⸗ Deutfcher Nation fo viel mehr Frieds erhalten
ben, wie ihr dem gedachfen genannten Juͤngern worden, uns und unfern Verwandten Friede:
von Braunfchreig und Luͤneburg gewogen ſeyd, zu gebieten ohne Moth gemeft, den wir ohne
indem, daß ihr die vermennte Appellation, von Gebot williglich wol wollten gehalten Haben,
‚der Känferl. und Königl. Commißion aus red⸗ Aber daß unfere Einungsverwandten ftillfigen,
lichen Urfachen Zeugen zukünftiger Gedaͤchtniß ſolchen feinen graufamen Gewalt mit Schmer« :
zu hören gegeben, Damit Ihr nichts zu thun a —— Sfutpergiepen — era
rt 2 - follten:
— —
* —
follten: das wäre wider GO, wider gute
Sitten, auch alle Efrbar- und Billigkeit, -
© 10. Daß aber folche unfere Defenfion zubie:
ſer Zeit, da das Reich in fehwerer Handlung
fteßer, wider den Feind der Chriftenheie vorge:
nommen worden, derwegen iſt uns nichts aufzu--
legen ‚ dieweil Herzog Heinrich nicht har ftille
stehen wollen, fündern 9 hoͤren laſſen, Goß⸗
lar zu verfolgen, Braunſchweig friedlos gelegt,
und denſelbigen Zugang, Proviant und anders,
verboten, ſonderlich auch darum, daß Goßlar,
- als vormals, durch langwierige Moleſtation
und Frettung oͤde und bloß von Leuten, und
aller Nothdurft gemacht, nicht haͤtte halten moͤ⸗
gen; ſondern welche Zeit er gewollt und da⸗
vor geruckt wäre, feiner Abſagung nach, fo haͤt⸗
te die Stadt ſich ehe, denn wir derſelbigen haͤt⸗
ten zu Hülfe kommen koͤnnen, in feinen Ge:
walt ergeben müffen, und wenn er die fchon
nicht begehrt, fo hätte fie Doch unbelagert folche
Anfechfung über ein vierfel Jahr nicht leiden
mögen, fondeen fich ergeben müflen. Zudem
ſo hat er angegriffen, fich einen Feind decla-
chem Gewalt zuzufehen, GOttes und Ehren
halben unmöglich gemefen ift. Daraus wohl
ericheinet, wer folcher Unrichtigkeit und Beſchaͤ⸗
Bigung, fo aus folcher Gegenwehr folgen moͤch⸗
te, Aefacher fen, daß demfelbigen, und nicht
- uns, folches zugerechnet werden ſoll.
22 Demnad)Balten
und wir an die Kaͤyſ. S
tion, Koͤnigl. Confirmation und Mandata, fo
von ihrer Kaͤyſ. und Königl. Majeſtaͤten eige-
nen Derfenen , aus Hochwichtigen Urſachen
und rechtem Wiffeniausgangen, und feyn nicht
fchuloig, eurer Perſon in dem Fall, wider Kaͤh⸗
ferliche und Königliche Gefchäfte und Willen,
zu gehorfamen, oder
Cap. 19. Von zweyen Feld oͤgen der Proteftanten und dee
Des Roͤmiſchen
A. Naar R
4 RN — POT TUR i
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ers.
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Kar unfere, weitere Nochdurfe vorbepalten
Faden, —F 9
PER BEER Sn
12. Wir hätten auch noch viel andere Dinge
———— NE
‚anzuzeigen, welche wir bis zu e
unſerer Nothdurft nicht verhalten. - Datum un
!
ter unferm Secret, in unſerm Feldlager zu
am Donnerftage nach Sacobi Anno
var das ne
Holzmin,
1439.
Verficherung , Churfuͤrſt Job. Friedrich zu
Sachſen und Landgraf Philipp su Heſſen such,
RISIKEN ARE
Se
| i ir ner andern Zeit
ſparen wollen. Solches wollten wir euch aus
an Fe
3 Fa
—
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Königs, Ferdinand ll,
\
J
ihren Einnungsver wandten des Btaunſchwei⸗
— J 2 *
SF Serdinand von GOttes Gnaden,
gifchen dugs belbengegeben, Su Nuͤrn 4
berg den 24. Aug. Anno ısae. 00
5 dt Roͤ⸗
miſcher Koͤnig, zu allen Zeiten Meh⸗
—
rer des Reichs in Germanien, zu Hungarn,
nien ꝛc. König, Infant in Hiſpanien, Erzhere
Boͤhelm, Dalmatien, Croatien und Sclavo⸗
et derbalben ung länger zu warten, und fols| zog zu Defterreich, nen alhaen Eat
—
Caͤrnthen, Crain und Würtenberg,:c. Graf zu
Tyrol, befennen mit dieſem offnen Brief und
thun Eund allermänniglich : Als diebochgebornen
Johann Friedrich, Herzog zu Sadıfen, Sand»
graf in Thuͤringen/ und Marggraf zuMeiffen,
des Heil. Roͤm. Reichs Erzmarſchall; und Dhie
durd) ihre
geſandte Botſchaft vor uns, auch
den Si & tſchaft vor uns, auch
richen- den Süngern, H
ommiffarien und gemeiner Neihe:
‚verfammlung die Urfachen ihrer Kriegsübung,
fo fie gegen und wider den Kochgebornen Hein?
sü erzogen zu Braune
} ſchweig und Lüneburg, unſern lieben Dfeim
für rechte Cammergerichts- |und Fuͤrſten, vorgenommen, vorbracht, und fi
lipp Sandgeaf zu Heffen, Graf zu Caßenelne
fid) unfere Verwandten begen, Dies, Ziegenhayn und Sba - unfere A
Kaͤyſ. Sufpenfion, Declaras liebe Oheim, Chur⸗ und Fuͤrſten, diefer Tage
Y
perfonen, fü Gerichtzwang haben, zu erfennen, | zuvor in ihrer Antwort, unfern und der Stäne
davon wir uns auch hiemit — bezeugen de Commiffarien gegeben, erboten umd bemill-
und proteftiren. Mögen aber derwegen an|get'haben, daß fie ihrer Handlung Balben ge
gebiißrlichen Orten Recht wohl erleiden : in |gen bemeldten Herzog Heinrichen vor der Rom.
Zuverficht ‚ihr werdet uns ſamt unfern Zuge: | Känf. Maj. ꝛc. unferm Heben Bruder und’
wandten bey gebuͤhrlichen Nechten bleiben laf| Herrn, auch unsund gemeinen Neichsftänden,
fen. Gefchieht das nicht, fo wollen wir uns zu Antwort ſtehen wollen, und gegen fein,
| it S 33 88% er⸗
nn ET — u u nn —
fon zu Heſſen, ſamt ihren Einigungsverwand⸗
Acher Erörterung derſelben, gegen ihren L. 2.
1 *
Vom Fel r Proteſtanten wider Herzog Heinrich. 1753
dern und Erben vor un⸗ laſſen, und nach ihrem beften Fleiß, auch ſo viel
immiſſarlen unvergreiflicye ‚Uns ihnen möglich iſt verhüten, daß foldy Kriegg-
gleiden mögen ; wie fie fich Dan Der volk wider Die Käyf. Majeſt. nicht beftellt, noch
n Unterfanblung gegen der hochgebernen, /ju beftellen geftattet werde, ohne Gefährde,
ilhelmen und Ludwigen, Gebrüdern, Pfalz Mit Urkund diefes Briefs. Geben in unferer
‚grafen bey Rhein, Herzogen in Ober-und Nie⸗ |und des Reiche Stadt Nürnberg. Den 24.
derbaͤhern, unferer Heben Bettern und Fuͤr⸗ Tag des Monats Augufti, Anno 1542, unferer
fen, geſandten Botſchaften freundlich und Reiche, des Roͤmiſchen im 12, und der andern-
utwillig angeboten haben: daß fie ſich auch im 16. —
darneben bey ihren Fuͤrſtlichen Worten ver⸗ SFerdinan ee
pflicht, mit ihrer Kriegsruͤſtung weiter gegen Ad mandatum domini Regis pro-
‚niemand zu verfahren, noc) zu handeln, und| d rium.
darauf begehrt, J.Luͤnd lan Einige Wienger, Bicecanzler.
verwandten vor thäklicher Gegenhandlung ul 4... 0...
-verfichern, und ißnen deſſen norkbürftiigen 0.0.
ſchriftlichen Schein zu verfertigen und mitzu-] — mp.
m.p.
theilen. pre. HERIRO. Tinte, 15,
Daß wir demnach, anſtatt und im Namen D. Mart. Luthers Schrift an den Chur⸗
der Kaͤyſ. Majeft. und für uns ſelbſt, auf fol-|fürften zu Sachfen und Landgrafen zu Beſſen,
she ihre unterthaͤnige Entſchuldigung, Bitten) von dem gefangenen Herzog zu. Braun⸗
und Erbieten, zu Berhütungund Vorkommung . fehweig, Anno 1345 0°.
mehrers Unraths und nachteiligen Weiterung, | Dem durchlauchtigften, durchlauchtigen, hoch⸗
fo aus dieſer angefangenen Kriegsübung folgen) gebornen Fürften und Herrn, Herrn Jo⸗
möchte, und fonderlic) Damit das vorbabende bann Friedrich Herzogen zu Sachſen, Des
De an ie Werf wider den) Heil. Römifchen Reichs Erzmarſchall und
rbfeind der Chriftenheit in Feine Zerrüttung) Churfuͤrſten, Sandgrafen in Thüringen,
oder rn gebracht werde, den obge-] Margarafen zu Meiffen und Burggrafen
tigungsbertv grafen zu Heflen, Grafen zu Catzenelnbo⸗
ten, auf obbeitimmte ige Erbieten Irer bisher] gen, Ziegenhayn, Dies und Nidda, meinen
geübten Kriegsübung halben, der Nom. Käyf. —
Maj. unſere und des Reichs Sicherheit bewil⸗
liget und zugeſagt haben. Und thun das hiemit
wiſſentlich, in Kraft dieſes Briefs, alſo daß von
wegen ihrer bisher geübten Kriegshandlung, vor
gebuͤhrlicher Verhoͤr, auch guͤtlich oder recht⸗
gnaͤdigſten und gnaͤdigen Herren.
| I.
Se Snade und Barmherzigkeit in
CHriſto SEfu, unſerm HErrn und
Heiland, und mein arm Gebet, und unter⸗
thaͤnigen Dienſt. Gnaͤdigſter und gnaͤdi⸗
and ihren Einungsverwandten mit: der That ge Sperren! Sch bin oft vermahnet und gebe⸗
‚nichts vorgenommen nod) gehandelt werde, ten von vielen auch groffen Leuten, alfo daß
- fondern fie derhalben hiemit geſichert feyn michs gleich fehr verwundert hat, ich wollte
ſollen; doch daß ihre 2.2. noch ihre Einungs- und ſollte Euer Churfuͤrſtl. und Fürftl.Gnas
verwandten roeifer gegen niemand nichts thaͤt⸗ den ſchreiden, vermahnen und bitten, daß
ſichs handlen oder vornehmen, dergleichen ih— fie den gefan En H u Braunfehmei ”
tem Erbieten als obſteht, nachfommen, daſ⸗ ie gerang Iosf 8 dů be m.
felbe wirklich erftasten, und dein Vollzlehung nicht wiederum loslaſſen toollten, weil GOtt
ehun, Daß fie auch ihr Kriege voik ohne män. |felbft ſonderlich und wunderlich feiner un⸗
| niglichs Schaden, fo viel an ihnen, RL N und Wuͤteren einmal ge⸗
3
ſteu⸗
; —
1774 Cap. 19. Von ziwepen Seldsügen, ber Droreftanten und deb Mäypfers. ı
4
fieuret: denn fie ſich beforgen, wo er wieder Weiſe iſt zu Eriegen mie Phavan,
los füllte werden, wurde das letzte aͤrger, herib, Benhadad, und auch) mit W
[2
denn das erfte, fintemal Feine Hoffnung da |jeuget 3 Mof. 265,36: Ich will
der Eardinal zu Maynz ſich gebeflert, ſon⸗ ſoll fie erfchrechen,
dern ungebüft in feinen Sünden geftorben,| 3. Aber dawider hat man mir fürgehale
und eroiglic) verdammt feyn muß; iſt anders ten, ob E. Churf. und Fuͤrſtl. Gn. ſolches
der Chriſtliche Glaube recht. Und ob und viel mehr ſelbſt wohl wuͤrden bedenken:
gleich der H. zu Braunſchweig ſich ſtellen ſo waͤre dennoch ein treu unterthaͤnigſt Ver⸗
wurde, als wollt er buͤſſen und froͤmmer mahnen nicht zu verachten, angefehen daß
werden, bat er doch durch feine vorige uns JE. Eh. und Furftl. On. wie zu vermuthen,
erhoͤrte Thranney bende Trauer und Glau⸗ gar mit ftattlicher gewaltiger Fürbitte bes
ben bey frommen Keuten verloren, daß rannt, beſtuͤrmet, verfucht, und auf alle
man binfort ihm nicht frauen wird, noch Weiſe erfücht werden moͤchten. Denn die
Fann. ondern allein, darum vielleicht | Freundfchaft it groß, als Die das ganze
Buſſe und Beflerung fürmenden wuͤrde, Deutfchland und vielmehr begreift. Denn
daß er wiederum zu Ehren, Land und Leu⸗Braunſchweig der Löblichen Fuͤrſtenhaͤuſer
ten kommen möchte: welches gewißlich nur eines ift, und noch heutiges Tages viel fein
falfche fuͤchſiſche Buffe feyn würde, wie die ner Chriſtlicher loͤblicher Fürften hat, wer
Schrift uns mit Worten und Erempel ders chen nicht übel anftehen teil, auch nicht zu
gleichen viel lehret. ! verdenken feyn wollen, ob fie für ihren Freund
2. Auf folche an mich gethane Bitte ha⸗ treulich und ernftlich bitten wuͤrden; wiewol
be ich bey mir am erften gedacht, was es ers nicht verdienet noch werth iſt, ‚als Der
noth thate, folche Schrift zu fehreiben, nach» von dem loͤblichen herrlichen Stamm zus
dem freylich und ohne Zweifel eure Churf. mal ein ungerathen, ftörrig, wilde, ungejo⸗⸗
und Fürftl. Sn. als die Hochverftändigen'gen Zweig iſt, fonderlich mit dem Dienſt
e
und duch viel Erfahrung wohl gewitziget, des Gogen zu Nom, darüber er in groffe
fey, daß er fich follte beſſern, ſo wenig als verzagt Herz geben, ein raufche nd öl t
allerley Gelegenheit, fonderlich diefer Gas Läfterung GOttes und andere böfe Thaten
chen, beffer wiffen, denn ich und meines gefallen, und dafur jest feinen Lohn anfas
he zu Eriegen. Darum es wohl noth fey,
E. Ch. und Furftl. Sn. zu vermahnen, beit N
9
gleichen bey ſich ſelbſt aufs fleißigſte beden⸗
ken wuͤrden, was Gefahr, Sorg und
Unluſt, aus ſolcher des von Braunſchweigs und ſtark zu bleiben gegen ſolche ſtarke
Erledigung erſtehen wuͤrde, auch viel from» | Sturmwinde, die groſſen und maͤchtigen
mer Herzen ſehr betruͤbt, und dadurch ihr Schein der Billigkeit haben. Und bereit⸗
lan groß Bitten vonetlichen feinen Verwand⸗
gegen GOtt matt und Ealt würde. Denn ten für ihn gefchieht, auch gegen GOtt, daß
diefen Sieg, der fo gar leicht und ploßlich, er feine Sünde erfenne, und wieder zu ans
ohne groffe Schlacht und Blutvergieſſen den und Leuten Eommen möchte. Aber ih
Gebet für E. Churfürftl: und Fuͤrſtl. On.
u BE —
kommen, ift gewißlich durch herzlich Gebet) forge, fie beten nicht recht, davon jest nicht \
des Glaubens yon GHDtt gegeben, der fie, Zeit zu reden.
wie der 75. Pſalm 0.4.9, finget, vom Him-/ 4- Wir find, GOtt Lob! auch nicht fleis |
mel herab erſchrecket hat ; wie denn feinel nerns Herzens, oder eiferns Gemuͤths Ich
Bin: goͤnne
1756 1,Abfehn, Vom Selösug der Proteftanten wider Herzog Heinrich, 1757
‚go ame niemand Boͤſes, fonderlich fol ja kein nigen c.20,33. daß GOtt den Koͤnig Ben⸗
Chriſt einem andern den Zorn GOttes wuͤn⸗ | hadad gab in des Koͤnigs Ahabs Hand mit
ſchen auch den Türken und Juͤden und Feis | einer groffen Schlacht. Hie wollt nun
nenn Feinde nicht : ja, auch den Cardina- | Ahab auch gerühmet feyn, Ehre und Preiß
Ten unddem Pabftnicht. GOttes Zorn ſoll bey dem Syrer verdienen, als ein gnädiger
“auch Eein Teufel dem andern fluchen; es iſt Konig in Iſrael, und fprach: Lebt er noch,
| zu ’viel)'erviger Zorn, dawider jedermann ſo ſoll er mein Bruder feyn, und feste ihn
für jedermann ernftlich bitten fol, und iſt zu ſich auf den Wagen, machte einen ‘Bund
ſchuldig alfo zu bitten. Gerne hätte ich den mit ihm, und ließ ihn los wieder in fein Koͤ⸗
Eardinal zu Maynz felig gefehen, aber da nigreich. Da Fam ein ‘Prophet, der fprach
war kein Hören, und iſt alfo dahin gefahren. zu Ahab v. 22: Darum, dag duden Mann,
GOtt behuͤte alle Menfchen vor folcher Fahrt, |pon mir verbannet, haft von dir gelaf
— Na nt 9 | - Ifen, fo foll deine Seele für feine Seele
Gleichwol muffen wir alſo lieben unſere ſeyn, und dein Volk für fein Volk ſeyn.
Feinde alſo vergeben, alfo gnädig feyn, daß Und es geſchah alfo, wie im 22.0. 34. folgete
die Liebe und Gnade nicht falfeh fey, oder} Diefen Koͤnig Benhadad harte GOtt unter
wir ung nicht mit fremder Stunde beladen, denen 100000. Die dazumal gefehlagen tours
darüber wir famt Dem, fo wir lieben, zum|den, auch Fonnen mol finden, und etwa mit
Teufel fahren. Ich toollte, der Gefangene|einem Pfeil laſſen treffen, oder felbft mit
von Braunſchweig mochte König zu Sranks| Schrecken tüdten, wie er reichlich und ſehr
veich „fein Sohn Koͤnig in Engelland ſeyn: wohl verdienet hatte; denner hatteden GOtt
was ſollte mir ſolches ſchaden oder hindern ?] Ffrael zuvor greufich verachtet und geläftert,
Aber daß ich folte rathen, ihn los zu geben, | wollte auch Samaria zu grunde vertilgen,
das Fann ich nicht hun, er hat das Ver⸗ alſo, daß er ruͤhmete, es füllte zu Samaria
trauen verloren. Weil nun GOtt ihn hat nicht fo viel Erden feyn, daß feines Volks
in ſeine Strafe genommen, wer will fo kuͤh⸗ ein jeglicher muchte eine Hand voll davon
ne feyn und ihn herausnehmen, ehe denn da tragen: Aber GOtt wollte den König Ahab
rechtichaffene Buſſe und wahrhaftige Bef-]verfuchen, was er thun wollte um GOt⸗
ferung gefchebe,und das Vertrauen gepflanzt |tes und feines guttlichen Namens Ehre wils
und wohl erfanne werde, daß GOtt verſoͤh⸗ len. Darum gab er ihm in die Hande den
ner ſey? Sonſt würde es heiffen, GOTT |argeften Feind Benhadad, der nicht allein
verfuchen; das ift nicht zu rathen. Er iſt das Rolf Iſrael, fondern aud) ihren GOtt
von vielen Fahren her in-fteter boͤſer llebung |rein auffceffen wollte. | 2:
verderbt, damit den guten Namen und dag] 7. Alfo hatie jest unfer HErr GOtt auch
Vertrauen verloren. Darum nicht un-|wol Funnen den von Braunſchweig laſſen
biig ſich beforgen fromme Leute, und ihm |treffen, etwa mit einem Geloͤt oder Spieß,
nicht trauen Fünnen, noch GOtt verfuchen | wie er doch mit & chrecfen und Verzagen iſt
wollen. | getroffen, ehe es ift zur Schlacht kommen;
6. Und bie iſt wohl zu merken die Ges! denn ers auch wohl verdienet hat bis daher,
ſchichte zwifchen Ahab, dem Koͤnig Ffrael,| mit Löftern und Schänden, beyde, GOtt
und Benhadad, dem Konig zu Syrien dar | und Menfchen : ift Dazu erariffen jest in Diez '
von man hieſet im erften Buch von den Ri fem Zug, im Werk feiner Dande, wie Pſ.
\ 9, 17.
1758, Cap... Don zweyen Seldsügen, der Proteftansen und Des Räyfers.
5,17. tagt; Der Bortlofe if ergriffen im| Benhadad SjEuns zu wohl, und Finnen
Bolt eine hide. Denn er rien] ine Önadenih sten, nu he Dal
geniefen, | Danfen, (D none ir den Ben hadad losoe⸗
Non und. treuer Diener wie fein Titel ben; fo kann GOtt wol Unruhe und Sor
lautet, der Poͤbſtuchen Deiligkeit,, einen se aus Durch ih wiederum fehaffen , unſe⸗
weidlichen Benhadad wider uns arme Iſrae⸗ ve | — — N a
fiten und unwuͤrdige Chriſten (Ketzer folt| 9. Auch ift hiebey das gar mohlzu beden«
ich auf Roͤmiſch fagen,) fich zu erzeigen, Daß | Een, daß GOt dißmal nicht alleine die Per⸗
nicht eine Hand voll Exden uberblieben ware. | fon. des H. von Braunſchweig, fondern dem
8. Aber GOtt hat, fi unfer angenoms | Pabft, und den ‚ganzen Koͤrper des Pabſt⸗
men und erbarmet, foldhen zornigen, wuͤten⸗ thums (melches vornehmlich Glied und Heer⸗
den Benhadad in unfere Hande gegeben, das | führer fich Derfelbe von Braunſchweig allen
mit ung verſucht, was wir thun tollen für\zeit willig erboten, und fi) oft auch, ſelbſt
feines heiligen Namens Ehre, wider feine | Dazu genoͤthiget, und vor andern der Aus—
Laͤſterer und Veraͤchter. Hie iſt nun wohl bund hat ſeyn wollen, )-gemennet, getroffen
su fürchten und ſich vorzuſehen DaB uns| und geſchreckt hat. Wir wiſſen ja wohl,
Dt nicht laffe des Königs Ahabs Exem⸗ ſollten ja auch gnugſam erfahren haben, wie
peltviederfahren, welchem hernach über drey viel geichtwinder Rankeund Practiken, heim⸗
Jahr ein Pfeil durch fein Herz gehen mußte, liche Tucke und Stuͤcke, fo oftmals wider
eben von deifelben Königs Bol, ‚welchen er uns iſt vorgenommen, ſint dem Reichstage
- hatte wider. GOtt, aus unzeitiger Önaden, zu, Worms, da das erſte Ediet wider das,
Yosgelaffen; wie ihm der Prophet zuvor ge⸗ heilige, Evangelium ausging, Anno 1521.
fagt hatte: Darum, daß du haftden Mann, Welches der Pabſt und fein’ Körper auch
von. mie verbannet, laſſen gehen, ſoll dei⸗ noch nicht will abgethan oder ſuſpendirt ſeyn
ne Seele für feine Seele, und dein Volk laffen, obs der Kayfer gleich gerne hätte zu,
für fein Volk ſeyn. Und iſt ja ein jaͤm⸗ Speyer ſuſpendirt. Item wie fie hernach
merlich Ding auf Erden, Daß oft ein from⸗ auf dem Reichstag zu Augſpurg, Anno:
mer Menſch muß verderben, nicht um ſeiner 1130 zuſammen wollten fegen Gut und
eignen. Sunde willen, sondern um frem⸗ Blut rider ung, wie fie brülleten, und:
der Sünde willen, der er fi) theilhaftig
— —
——
—
758
dafur
N
J
|
immer hernach Bund über Bund gemacht,
macht, aus groffer Geduld und Gunſt, und. nichts unverfucht gelaffen, damit fie uns zu:
allzumilder Barmherzigkeit ; wie dem from⸗ grund vertilgen moͤchten wo GOtt nicht
men König Joſaphat ſchier auch geſchehen gewehret und allezeit die Schanze gebrochen
woͤre eben uͤder dieſem Könige Ahab, 1 Kon. | hatte» Und weil fie den Kaͤhſer nicht Tonne
20,32. Cs darf wol Betens und Fleiß har ten erregen, fuhren fie zu, und fehrieben ein⸗
bens, daß. uns GOTT behüte und. regiere,| ander zu, fie mußten mit dem Käfer, wie
fonft. ifts bald -verfehen.
Gott behüte E. mit einem todten Falken baizen. Golche
Ch; und Fürftl: On, vor dem Pfeil Ahabs, Schriften find jenesmals zu Wolfenbuͤttel
davor mir grauet: denn GOtt hat uns diß⸗ funden ‚ und öffentlich im Druck ausgan⸗
mal aus groffer Sorg und Gefahr. erlöfet,\ gen. Jetzt fiehets eben alſo, als hätten fie:
nicht ohne fonderlich Wunderwerk, auch| den Kayfer für einen todten Falken aufges
Fried und Sicherheit verfehaft vor Diefem | worfen, weil fich der von ————
ER einem
\
{
ben, Känferl, Majeft. und des Ruͤrnbergi⸗ Krone, auf der andern des Koͤnigs Kronen,
ſchen Bunde, und der alten Religion ober⸗ wiſchen den Seulen ein lediger Stock oder
fer Hauptmann. Feſſel, mit zwo Ketten, fir zwo Perſonen
60. Denſelben Bund nennen fie Defen- gemacht; achte wol, folch befehiffen Pros -
* fiaum, gerade als waren fie in groffer Ge⸗ phet toill den Churfücften und Landorofen
fahr, daß man fie wollte angreifen‘, fo doch drein feßen. Die Umſchrift heißt: ad alli-
weder Kaͤyſer, Pabſt, noch jemand vorhan⸗ gandos Reges eorum in compedibus. Auf
den war, der ihnen gedachte ein Haar zu der andern Seiten ftehet ein zweykoͤpffiger
kruͤmmen. Und wir diefes Theils ohne Un⸗ Adler, der ‚hat in feinen Klauen die zwey
terlaß gebeten, geflehet, geruffen, geſchryen, Schwerdt uͤberſchrenkt wie fie im Churfürfts
um Friede, wie fie ſehr wohl wiſſen, wel⸗ lichen Wapen ſtehen: die Spitzen — RN
chen wir von ihnen nie Feinmal haben ganz leine Jungfrau, fo drunter auf der Seiten
lich und endlich erlangen Eünnen, nichts ans |liegt, zu tode, und regnet eitel Feuer
ders von ihnen haben täglich gemarten muͤſ⸗ Jauf fies Die Sungfrau aber heißt, Infideli-
fen, denmeeitel Offenfion, Angrif und Ver⸗ tas, Die Umſchrift: ad faciendam 'Vindi&am
derben, wo es die Zeit ihnen geben wollte, |in Nationibus. Damit fie anzeigen, was
und Raum dazu koͤnnten haben. Denn ſie heimlich uͤber uns geſpielet haben, und
| nicht fie, ſondern wir find durch Paͤbſtl. und wie ſie den Defenfionsbund häften verftanden
Känferl. des Reichs Edicten bis daher ver» und verklären wollen, wenn fie ſolch Ge⸗
dammt geweft. Noch haben wir armen maͤhld ins Werk hätten brachf, unangefes
Ketzer, und derneuen Religion albere Men: hen daß folches durch ein Ranfer- und Pos
ſchen niche miſſ en verſtehen, was die klugen nalmandat verboten mar. Aber fie find
| fe en — und —— * zwo Seulen, auf eine des Sins,
|
|
fenfionbund meyneten, nemlich, nicht den ob fie gleich Goit und Kaͤyſer mit Süffen
Chriſtlichen Glauben, fondern die Lande treten; wir find Sünder, wenn wir gleich
des Churfuͤrſten und Randarafen. Auch |um Goit und Kayfer wollen Leib und‘ Le⸗
muͤßte GOtt ſelbſt ſamt allen Engeln mit ben wagen.
Gewalt den Schnuppen haben, und folchen] 12. Ach wie gerne haͤtten ſie gewehret, daß
Braten nicht riechen, was da hieſſe Der uns Fein Fußvolk wäre zugezogen, da ſie
fenſionbund, bis jetzt am or. Tag Novem⸗(darunter etliche Aebte waren, ) ihren Unters
bris, da hatte er zuvor Mieferourzel genoms thanen verboten fih annehmen zu lafien.
mien, und das Hirn gereiniget, und ließ ſich Und weil fie wol gedachten, die Knechte
groͤblich merken, der Schnuppe wäre ihm |würden fich nicht Daran irren, ob man fie
vergangen, und verjtumde wohl, was Des wollte abſchrecken mit des Pabfts Namen.
f fenſi onbund hieſſe. - Darum erdichten fie dieſe Lügen auf Die Une
1m tem, diß Jahr ift ein Gepräge, wie fern, als follt es wider den Känfer selten.
Schaugrofhen, ausdem Niederland herauf| Die rafende blutduͤrſtige Verroͤcher ‚und
- Eommen,welchesder Papiſten treffliche kunſt Bluthunde haben gehoffet, unsalfo zu uͤber⸗
beweiſet, aud) den zweyen Herren, Chur⸗ eilen, daß wir gar bloß, ohne Prehr, Leus
fuͤrſten und Sandgrafen, famt ung allen |te und Hülfe, follten untergehen, ehe wir
greulich draͤuet. Auf der einen Seite ſte⸗ uns umſehen koͤnnten. Aber wem ſie den
ruhen Schriften 17. Theil, Tttett —— Stock
Lehrer der alten Religion durch den Der die lieben Kinder, die nicht ſuͤndigen Eönnen, >
1762 Cap. 19, Don zwseyen Seldsügen, der Proteftantenund des Räyfers. 1763 |
Stock und Feſſel gemahlet —— ſehen wirſ gott zu Nom ihr endlich Urtheil kriegen
nun, GOtt Lob! der nach dem Spruch werden.
Palm 7,16. gerichtet hat. Siehabeneis|) 14. Das fage ich darum, daß wir wiſ⸗ |
ne Gruben gegraben, und find felbft| fen, und wiffen follen, es fen nicht um des
drein gefallen, ihre Bosheit ift auf ih⸗ zu Braunfchmweigs Perfon und feine pers
ren Ropf kommen, und ihr Srevel auf fünliche weltliche Sachen zu thun, fondern
ihren Schedel gefallen, Dep danken um den ganzen Behemoth und Körper des
wir dem allmaͤchtigen und gerechten Pabſtthums, der ſich an ihn gehänger, und
BOTT , und loben den Namen des er wiederum an fie, und haben unter dem
EAcrn des AllerbSchften, Amen, Schein feiner Sachen fich zufammen ges
3 tem, da nun der Herzogu Braun⸗ flickt und gerottet, wider unfer Evangelium,
ſchweig meuchungs ploͤtzlich und unverfe das iſt, wider GOtt und feines Geiſtes Sas
hens war angezogen, und Feine Feindes Ichen. Waͤre es ihm gerathen, ſo waͤre es
Briefe ausgeſchickt, und zu Felde Daher ihnen allen gerathen. O Fluge Sue Dd
fube; hilf GOit, welch eine Freude, Tro⸗ weiſe Leute! O treff liche Leute da ein jegli⸗
gen, Pochen, Ruͤhmen, Jauchzen, Tiumphi⸗ cher wuͤrdig waͤre Pabſt zu ſeyn, wenn man
* war da an allen Drten. Nun, nun, nun koͤnnte mehr denn einen Pabſt hab en. Wie
ifts geſchehen da, da, da haben fie es vermochte doch der Pabſt felbft unfern
und war dennoch ein trefflich Bitten, auch | HErrn Ehriftum fo fubtil taufchen und af
öffentlich in Kirchen und auf den Canzeln \fen, als die Leute unter ihres Eommiffarien
mit Namen fir den Herzogen zu Braun⸗ Perfon gethan haben? ob er gleich der ale
ſchweig, daß, ihm GOtt wollte Glück und IIerheiligfte, Elügefte und weiſeſte Mann iſt
Sieg geben, damit die Ketzerey ausgerottet Jauf Erden? ergebe mir GOtt, daß ih
und vertilget wurde. Das war (als fie |fo grob undernünftig rede von dem Pabſt,
hoften,) das Stuͤndlein, Ri dem fie fich lich hätte fehier allzu weislich und Eeserifch
über 24. Jahr zufehnet und zukrunkt haben. |geredetund gefagt. Pfuy dich Pabſteſel!
Hie wollten fie Den Brey einmal anrichten, | 15. Diefe Gemeinfchaft des Pabfts, dar⸗
daran ſie ſo viele Jahre ſo aͤngſtlich gekocht über ihn GOtt ergriffen und gefangen bat,
hatten. So fähret GOtt auch plöglich zu, als feinen Feind, und des Pabſts Diener, S
und fehmeißt in den Breytopf, daß beyde wirds nicht Teiden, daß man ihn fo leichtlich
Scherben und Brey ihnen unter die Naſen koͤnnte los geben. E⸗ iſt die Gotteslaͤſterung
ſpruͤtzen, daß ſie verzagt den Kopf haͤngen, zu viel und groß im Pabſtchum, welcher
und nach der Morderfarb verblaffen müffen wir ung nicht müffen fheilhaftig machen , eg
Sa, fo wollten fie es haben; denn fie komme denn zuvor gar viel zu andern Ke⸗
nun (tie geſagt,) wol 24. Jahr immer, |den, weder wir noch jetzt hͤren. Damit
dar ſich getrotet: fo oft der Käyfer ſich 9er unfer Gewiſſen nicht befchmweret mit fremden
aD LEW SEN
zent, vder kommen hat füllen, oder ein Stunden, und auch dem Ahab gleich vor
Reichstag angefest ift, fo oft find fie aufs GOtt gerechnet werden. Denn too er füllt
neu ſchwanger worden (wie Palm 7. fagf, ) los werden, fo wird es gewißlich gefchehen,
und doch einen Fehl geboren, hören auch daß die Papiften merden aufs neue unfern
nicht auf, und koͤnnen nicht aufhören, bis GOtt laͤſtern, und fich ſelbſt ruͤhmen: ſie⸗
an den Juͤngſten Tag, da fie mit ihrem Ab⸗ he da, ob uns nicht GOtt habe ie |
— —
Braunfhroeig, aber Goit hat ung mit
Geduld bewährt, und gleichwol erhoͤrt. Denn
aber wol Herzog Heinrich hat in der Ke-
Ber Hande gegeben, uns zeitlich zu ftrafen,[verfolgen. Daher hoffen fie immerfort fb
Dennoch haben fie ihn nicht koͤnnen behalten,
ar GoOtt har fie gegwungen, daß fie
‚ihn haben müffen loslaſſen. O Dank hab
unſer lieber GOtt, der feine Kirche und die
alte Religion nicht verlaffen hat, und den
Kesern nichts guts will feyn Taffen.
16. Und ift wahr, diß Argument bewegt
wich am höchften: denn wir voiffen, daß der
Pabſt und feine Schuppen nicht zu befehren
find. Darum Fünnen fienicht anders thun,
denn fich felbft tröften, ſchmuͤcken und pu⸗
gen, auch in ihrem groffeften Unfall und
argeften Sunden. Sie müffen immer recht
haben, GOtt muß immer unrecht haben,
welches wir. (als ichs achte, ) folltenja wohl
erfahren haben in diefen 24. Fahren. Soll;
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— — — — * * — — — — — * == u - * —— * = 4
1764. 1.bfet 1. Vo Feldzug der Proteftanten wider Herzog Heinrich, 1
ir haben gebeten für Herzog Heinrich zu | aber darnach herrlicher werden, weder fieje
gewefen iſt. Solcher Prophezey glauben
fie, wie fie denn nichts anders werth find,
weil fie GOttes Wort und heilige Schrift
angftlich, folche Zeit foll kommen, daß fie herr⸗
licher werden, weder fie je geweſen find;
verstehen des Teufels Spott nicht, der ihr
ſchaͤndliches, Tafterliches und unbußfertiges
Lehren und Leben mit folchem falſchen
Troſt ſtaͤrket und verftockt. Denn ihre Leh⸗
ve zu laffen, und Leben zu beffern, ift ihnen
Fein Ernft noch Willen; der Teufel wills
auch nicht, Aber der Strafe wollen fie ſi⸗
her ſeyn: das will aud) der Teufel, der
weiß, daß nicht ſeyn Fann, und fie alfo nars
vet in ihrem fehandlichen Leben, und laßt,
ja heißt fie immerhin ſchaͤndlich leben, und
doch hoffen herrlicher zu werden, weder fie
gewefen find. Das ifts, fo wir jeßt auch
fehen, mie fie auf ihren Commiſſarien der.
ten wir nun hiezu Urſach geben, daß der alten Neligion fo groſſe Hoffnung geſetzt,
Pabſt und Papiſten ſolche Lafterung wis | und für ihn gebetet haben. Noch wollen fie
‚der unfern HErrn Ehriftum follten öffentlich | nicht fich um ein Haar beſſern, ob fie wol
in Kirchen und daheim in Haufern ſpeyen, GOttes Wunder greifen, der fie jest ſamt
° Dazu fich in ihrer Abgotteren, Lafterung,} ihrer Hoffnung, Prophezeyen und Beten in
Irrthum ftärken, und fich rühmen, fiehät-| Dreck getreten hat, daß fie dißmal ihr laͤ⸗
. tens durch ihre Heiligkeit, als Die rechten] fterlich Ruͤhmen laſſen muͤſſen. Und wo ſie
Chriſten, von GOtt bekommen: da wäre| hinfort nicht anders thun werden, wird er
es beſſer, e8 ware nie Fein Pabſt geboren ‚| ihnen wol beffer Fommen. %
Ja er auch Eein Fürft zu Braunſchweig je ge⸗/ ıg. Damit fie aber nicht ung ſchuld ges
weſen. Denn folche Läfterung iſt zu groß, | ben mögen, wir feynd unbarmherzig und
unnd folche Berftockung zu hart, Die wir doch| nicht mitleidig, tie dag Evangelium lehret,
auf uns nehmen muͤſſen, und hernach der deß wir uns doch ruͤhmen; wiewol fie au
Reuel allzuſchwer, auch vielleicht umfonftz bisher gegen ung Feine andere Barmherzig⸗
ſeyn würde, a keit geubet, und immerfort üben tollen,
17. Sie haben eine Prophezey, „die ich| denn wie Kain an feinem Bruder Habel,
vor 40, Fahren gehoͤret, auch in Büchern, und Caiphas an unferm HErrn Chriſto ges
- als der sollen Brigitten, Arnold, Lichten«| über haben, wollen gleichwol Chriſten und
berg, und andern mehr gefehrieben, darinn| die heilige Ehriftliche Kirche ſeyn: Sofa
ſie ihr Abgott, der Teufel, troͤſtet, es werde] ge ich, erſtlich, von der weltlichen oder leibli⸗
eine Verfolgung über die Cleriſey gehen, Kchen rss daß unfere en
SS | SHEt2 un
— "Cop. 19. Don a een mddesR aͤyſers —
und Herren eine groſſe und wweyfaͤltige wie er mit Goslar Doctor Em eck, Mort
Barmherzigkeit üben am Herzogen zu brandre. hat handeln laffen: folchen Salen
Braunſchweig, daß fie ihn gefangen haben, der er am beften weiß, und GOtt beka en⸗
und nicht losgeben. Kine iſt Diefe, daß B fie nen und fagen muß, daß er viel und 9
ihm damit ſteuren und tehren, feine Tips die ‚Hölle: verdienet, viel auf dem Made lies
ranney, Sortesläfterung und boͤſe Thaten, Igen, die feiner täglichen Sünden kaum zwo
daß er muß aufhoͤren und ablaſſen; ſolches gethan, Denn vor Gott gilt nicht das
iſt ihm felber geſund und gut. Die andere Imenfchliche Recht, de illuftri perfona, ez
iſt, daß fie damit feomme und unfehuldige achtet den Geringen eben fo boch,,. als. den
Leute retten und ſchuͤtzen, daß fie Friede und /Sroffen, und wiederum ic. Hie ift Fein An⸗
Gemach vor ihm haben, ficher wohnen und fehen noch Unterfchied der Perfonen.
fich nähren Eunnen, auch Gottes Wortler-| 20. Daß ernun gefangen und aus fein
nen. Diele zwo “Barmherzigkeit preifen |nem Fürftenthum geftoffen, fol er nicht deu⸗
Sankt Paulus Nom. 13, 4. und ı Petr. 2. |ten, daß es fey die rechte Staupe ſo er ver⸗
v. 14. am weltlichen Regiment, und nennens dienet, ſondern ein Fuchsſchwaͤmlein da⸗
daher einen Gottesdienſt; und auch fo it, Imit er fauberlich und gnaͤdiglich vermahnet
wo es gefuͤhrt wird, nach ſeinem Recht umd iſt zue Buſſe, und fol alfo fagen: Lieber
Art. Tyrannen aber machen einen Teus GOtt, weil ichs mol ärger verdienet, und
felsdienft Daraus, wie der Herzog zu Braun⸗ du doch mit folchem Eleinen gnaͤdigen Reis⸗
ſchweig gethan. Denn es ſoll beiffen, zur lein mich. haft geftäuipet, fo will ich dieſe
Rache über die Boͤſen (fpricht Ct. Per | Strafe gerne tragen mein Rebenlang ,. und
trus), und zu Lobe den Scommen. St. mich des Fuͤrſtenthums verzeihen und fahren
Paulus fpricht: Obrigkeit ift GOttes Die- laffen , welches ich mit allem Recht, ja mit
nerin, Dir zu gut, eine Röcherin über groſſer Gnaden von Dir entſetzt bin, und habs
dem, der Döfes thut ıc, billig verloren: ich taug nicht dazu, wie ichs
19. Zum andern, von der geiſtlichen nun wohl ſehe. GOtt du biſt gerecht, Du
Barmherzigkeit zu reden. Sie will ich ihm haft mir. recht, und viel zu wenig gethan.
einen treuen koͤſtlichen Rath aus der en (wie gefagt, ) mit GOtt muß man
Ä geben, nemlich daß er fich mit ganzem u aus rechtem Grund des Herzens handeln,
demuͤthige vor GOtt, und rechtfchaffeneBuffe | und uns ihm gehorfamlich ergeben in feine
thue, nehme zu ſich Leute, Die ihn lehren, |Strafe. Io mir nicht fo thun, fo merkt
- wie man recht buffen fol. Denn er muß ers, als ein Herzkuͤndiger, dem nichts vere
wahrlich das Blutgeſchrey und Zeterger| borgen ift, und auch niemand ihn täufchen
ſchrey, Damit er Himmel und Erden erfüls|nod) betrugen Fan. Und wer fiche unters,
let, und über feinen Kopf erwecket hat, zus|ftehet, der macht feine Sache gar böfe,
por wieder ſtillen mit tiefem Seufjen und heiß wenn ſie gleich halb gut wäre; mie wie
fen Thränen, und fich williglich in den Stich Chriſten folches alles wohl wiſſen, oder ja
geben, mit ſolchen oder dergleichen orten, wiſſen follten. J
mie in dem Gebet des Könige Manaffe ſte⸗1. Darnach müßteer auch ſich demuͤthi⸗
het. Denn feiner Stunden find viel am Ta- |oen, gegen alle, die er beleidiget hat, und
ge, durd) den Drucfausgebreitet, auch vor bitten um Rergebung, und fich mit ihnen.
dem Ds au Regenſpurg vorgetragen, verſoͤhnen; der find fan viel, wie Spa —
- be und feinen Tempel, Spricht er alſo:
| —— er kbn. Vom, a Sure wider ) erzog —
emuft. ® ‚Denn — HErr ſein oberſter Rath, fich felbft erhenken, je
n Wort um niemands willen roider- das ganze Reich Ifrael, das wider ihn. ges
en. Daer ſpricht Matth.s,33: Wenn ſtritten hatte, und Kuda von ihm gefallen,
du deine Babe zum Altar bringeft, und wollten fich jueeiffen um den David, und
| — eingedenk, daß dein Bruder holeten ihn mit groſſen Ehren wieder.
etwas wider dich babe, fo. laß alda vor| 23. Alfo Fam der König Manaffe auch
dem Altar deine Babe, und gebe zuvor wieder von Babylon heim gen Sserufalem,
| bin und verföhne dich, mit deinem Bru⸗ da er Buffe thäte, fich ſehr demuͤthigte und
der. Und ſolches thut gewißlich ein recht ſelbſt verdammte, 2 Chron. 33,13. Item, der
reuig Herz ‚das mit Ernſt Buffe thut. Wer) verlorne Sohn im Evangelio Fuc, 15,19. 21.
es aber nicht thut , der hat nicht vechte Reu wollte nicht mehr Sohn heiffen noch feyn,
naoch Buffe, darf auch nicht hoffen, daß übergab fein Erbe gänzlich und ſprach: Va⸗
Gottt fein Gebet höre, oder ihm gnadig ter, mache mich wie einen deiner Tags
ſeyn moͤge. Löhnen ıc, Damit gewann er des Vaters
| ani; Wo num der 9. u Braunſchweig Herz, daß er ihn auch mit Freuden wieder
dieſem Rath folget, und alſo thut nach nahm; wie daſelbſt zu leſen iſt. Denn wir
Gottes Wort, ſo wird ihm GOtt gewiß⸗
lich gnaͤdig feyn, und fo er zur Hoͤllen ges
‚fahren wäre, müßte er doch wieder herauf. Hochmurh leiden, Wie St. Petrus fpricht
Und ſollte wol gefehehen, daß man ihnhor 1 Epif 5, 5: GOtt widerftebet den Hof⸗
. den, und mit allen. Ehren zwingen muͤßte faͤrtigen. Und Chriſtus ſelbſt Luc. 14, 11.
| {bieder i in fein Fürftenthum, daſſelbe wieder) Wer fich erböber, muß geniedriger were
anzunehmen. Def fichedas SyempelDa-|den; und fo finget feine liebe Mutter Luc.
vids an, 2 Cam. ı5, 25.26. da er durch feiz|r. v. 12: Er ftöffer die Bewaltigen vom
nen Sohn Abfalom , des Neichs verjage|Stublc. Das ift feine Natur, und-thut
und entfeßt war, und ins Elend fliehen nicht anders. Wiederum, kann er auch nicht
mußte, zu Suffe meinend und verhuͤllet, leiden noch verlaffen die Demuth, er hebt
Chriſten wiffen und haben einen ſolchen
GOtt, der nicht will und nicht Fann den
ſprach er zu den Prieſtern, die ihm mit der/die Niedrigen empor. Und wer ſich
Lade des Bundes nachfolgten: Kehret um niedriget, ſoll erhöhet werden. Deß iſt
in die Stadt mit der Lade, will mich die S drif mit Srempeln und orten. voll
GOtt zum Könige haben, fo wird er und uͤbervol. Wer malte ſolchen GOtt
nicht wuͤnſchen und lieb haben ? Aber auſſer
der Ehriftenheit oder GOttes Volk lehret
Ich babe nicht Luft zu dir; fiebe, hie man nicht, und wei nichts von ſolchem
mich wol wieder holen, daß ich ſie ſe⸗
‚bin ich), er mache es mit mir, wie es Gott, als die Süden, Türken, Pabſt,
ihm gefäller. D welch ein Herz if das ge⸗
Sardinal: darum wiffen fie auch nicht
weſen, wie tief demuͤthiget es ſich, gibt ſich von rechter Buſſe und Demuth.
in den Stich, und nimmt GOttes Strafel 24. Nimmt der Herzog zu Braunfehrveig
mit voilligem Gehorfam an. Damitbrach|diefen Nat an, und folget genanntem Ex⸗
er aud) GOtt fein Herz, ermweichte und geslempel, und ergibt fih mit David in
wann ihnalfo gewaltig, daß Abfolom muß,
GOTTes Gehurfam, und laßt ihn mas
Shen, fo, wird man ſehen, daß ihn 83
AU
Ttttt3
ie real hernach erftochen ſeyn; Ahitophel,
1770 Cap.19, Donzweyen Seldzügen, der Proteftanten und des Käpfers, _ 1771 |
wird ehren; obs hie nicht gefehähe ‚fo wirds geilen feyn will mit dem Loslaffen des gefan»
Dort gefchehen viel herrlicher. Gefchiehts Igenen Herzogen zu Braunſchweig, als viele \
nicht, ſo iſts gewiß, daß da Feine rechte Neu, |Teicht die ſtarken Fürbitten gerne wollten |
auch Fein Vertrauen u GOtt if. Wie Die Gedanken der Herzen find nochnicht ofe
Eönnen aber wir ihm denn vertrauten und | fenbaret ‚und GOtt hat noch nicht feine Che
fosgeben, der nicht vertrauet noch buffet? re, die ihm in dieſem Werk gebührt. Man |
Und wie will er feine Seele ewwiglich GOtt weiß wohl, daß Herzog Heinrich den Zug
vertrauen, Der nicht fein zeitlich Fuͤrſtenthum |nicht vermochte: man weiß wohl, daß aus |
und fein vergänglich Leben ihm vertrauen] Welfchen Landen treffliche Nuftung in das
will? Darum hoffe ich, diefer mein Rath, | Deutfchland gefchickt und verordnet gervefk
ja vielmehr des Heiligen Geiftes Rath in Wirds laut, Daß der Pabſt, oder wer es
feiner heiligen Schrift, follte uns Zeugniß |gerhan, kann man drauffich berathfchlagen,
gnugſam geben, daß wir nicht unbarmher⸗ und in die Sache fich weiter fehicken.
zig, oder fteinern Gemuͤths find, gegen eins] 26. Summa, wir wiffen alle, Daß der
gem Menfchen, auch unfern Feinden; wie Pabſt und die Papiften wollen uns alletode
fie, die Papiften, wider ung ohne alle Urfache Ihaben, an Leib und Seele. Wiederum,
find, wie der Herzog von Braunſchweig auch wir wollen fie alle mit ung an £eib und See
geweſen. Gondern gern wollten, daß jer |Ie felig haben. Welch Theil vor GOtt 9
dermann felig wuͤrde auch hie zeitlich in recht ſeyn werde iſt leichtlich zu urtheilen. Wir
Friede und Ruhe leben moͤchte. Aber al haben ein gut Gewiſſen vor GOTT; und
ſo barmherzig zu ſeyn, daß wir uns mit wenns moͤglich waͤre, daß ſie uns alle koͤnn⸗
fremden unbußfertigen Suͤnden ſollten ber |ten toͤdten, wie fie als die tollen Narren hef⸗
ſchweren und theilhaftig machen, das iſt tig begehren, ſo haben wir doch den Troſt
nicht menfchlich, ſchweige denn Chriſtlich. und Trotz zuvor, daß wir um GOttes und
Denn damit wuͤrde ic) durch meine Barm⸗ ſeines Worts willen gemartert waͤren.
herzigkeit gegen den Menſchen, GOttes O HErr GOtt! wie ſelige und hohe Ehre
Baͤrmherzigkeit gegen mich verlieren Das haͤtten wir damit erlebt: denn wir ohne das
thuts nicht. Hilf dir zuvor felber mit Neu | fihuldig find dem Blut unfere HErrn Chri⸗
und Treu gesen GOtt um deine Suͤnde, ſti, auch unſer Blut darzuftrecken. Aber
ſo ſollt du Barmherzigkeit vollauf finden, |fte, der Pabſt und feine Papiſten, batten
oder denke und trage deine Sünde allein, und damit ihre Sache wie fie doch hoffen, Jnichts-
laß mich damit unbeſchweret, und mache |beffer, fondern viel ärger gemacht.
feinen Ahab ausmir. 27. Denn unfer GOtt heißt Schöpffer
as. Solches habe ich, gnaͤdigſter und ana- | Himmels und der Erden, das ift, der alles
diger Herr, wollen an E. Chur und F. Gn. | aus Nichts, und alles wieder zunicht machen
ſchreiben, Damit ich den guten Leuten ſo von | kann; wie wir vor Augen täglich feine Wer⸗
mir folches begehrt Haben, zu dienen undzu | Ee fähen, wenn wir Augen hätten. Dar⸗
willfahren geneigt und bereit erfunden rour- um, wenn der Pabft und feine Schuppen
de, wie ich mich ſchuldig erkenne. Weber | gleich uns alle hatten dißmal duch ihren
das, fo ich bey mir gedacht, €. Ch. ud F. | Commiffarium aufgeräumet, fo ware doch
G. wuͤrden von ſich felbft beyde diß und an · GOTT der Schöpffer gewißlich SOTT
ders mehr, wohl bedenken, daß es nicht fo zulder Schoͤpffer blieben, und hätte wieder⸗
Pi um,
4 72 L. Abſchn Dom Feldzug der Proteftanten wider Herzog Heinrich· 1773
um ,nach Art und Weiſe feiner allmächti- unſere Macht und Wuͤrdigkeit erlanget, und
gen Gewalt, einen neuen Luther, oder damit uns ſelbſt ehren, und GOtt undank⸗
andere neue Ketzer (wie ſie uns nennen,) |bar werden; gleichwie Moſes fein Volk auch
— Be Nichts machen Eonnen, die dem lehret ; Mof. 9,6; Sowiffenun, daß der
Pabſtthum viel anders wuͤrden zufprechen. HErr, dein GOtt, dir nicht um deiner Bes
Denn da der Teufel die Welt mit Blind: rechtigkeit woillendiß gute Land gibt eins
| 4 befeffen und wider GOtt den Triumph zunehmen, fintemal du ein halsſtarrig
hatte, faft alle Gottesfinder unterdrückt, |böfe Volk biftz und Pf. 33, 16.17: Ei⸗
‚weckte GOtt den Noa auf, daß er mußte |nem Könige hilftnicht feine geoffe Macht,
die ganze Welt erfüufen. Und zur Zeit Boſſe belfen auch nicht, und ibre grofs
Abrahams, da auch alle Welt finfter war in ſe Menge erretter auch nicht. Alſo ſinget
des Teufels Reich, mußte Abraham ein
. Licht werden mit feinem Saamen, den Ki
sig Pharao erfäufen, und fieben groſſe Voͤl⸗
ker in Sanaan ermurgen. ;
98. tem, da Eaiphas GOttes Sohn,
Chriſtum, gecreusigt hatte, da hatte ers ger
macht, wie er wollte, und der Teufel meyn⸗
te, er hätte nun Das rechte Licht ausgelöfcht.
Ja wol ausgeloͤſcht! da ſtehet er auf von
den Todten, ſendet den Heiligen Geiſt, und
zundet ein ſolch Licht an, daß die ganze Welt
voll Eiche ward, von Morgen big gen Abend.
Und da der Teufel gedachte der fehune Gott
zu bleiben, ward er offenbart ein heßlicher
Teufel, Caiphas mit dem Juͤdenthum jer-
ſtoͤrt und zunicht ift worden. Hoͤret auf,
ihr tollen Narren, Pabſt und Papiften!
blaſet nicht ın fol Feuer, das GOtt ange
zuͤndet hat! ihr werdets wider euch felbft auf
blaſen, daß euch Afchen und Funken werden
auch Pf. 144,10: GOtt iſts, derden Koͤ⸗
nigen den Sieg gibt, ja, nicht allein den
Sieg, fondern aud) das Königreich oder Fürs
ftenthum. Dan. 4,22. fpricht Daniel zu
Nebucad Nezar: Bis du erfenneft, daß
der Hoͤchſte Gewalt bar-über der Mens
fchen Rönigreiche, und gibt fie wen ee
will. Alſo fprach auch der junge König in
Iſrael, Jonathan, Sauls Sohn, 1 Sam.
14,6: Es ift GOtt nicht ſchwer, durch
viel oder wenig zu helfen. Welche Wor⸗
te auch Judas Maccabaͤus wiederholet, ı
Maccab. 3,19: GOtt kann eben ſowol
Sieg geben durch wenige, als durch vie⸗
le: denn der Sieg koͤmnmt vom Simmel,
und wird nicht durch groffe Menge ers
langer. | —
30. Solches haben auch die Heyden er⸗
fahren, (wie noch täglich auch erfahren wird,)
und nicht gewußt, wie es doch zuginge, toeil
. indie Augen ftieben. Ja, GOttes iſt ſolch ſie von GOtt nichts geroußt, und habensau
Feuer, der fichein verzehrend Feuer nennet. |nennet Fortunam, undVariam fortunambel-
Idhr wiſſet, ſeyd auch in eurem Getviffen |li, Gluͤck thue mehr, denn Stärfeim Streit
überzeuget und uͤberwunden, daß ihr boͤſe Alſo fehen wir, daß jest GOtt bis daher.
und verlorne Sachen habt, und ftreitet wir \dem Türken groß Glück gegeben hat wider
der GOtt; das wird euch nicht wohl gelin die Chriften und andere mehr Volker, fü
gen, wie ihr oft und jest aneurem Commifs jer Doch tool fo ungläubig und bofer ift, als
ſarien gewitzigt und gewarnet feyd. der Koͤnig zu Babel, der auch GOttes eis
29. Am legten, muß ich auch mit uns |gen fonderlich Volk um ihrer Sunde willen.
. felber reden auf daß wir ungnichtruhmen oder bezwang. Und dab der Türke, und zuvor -
erheben, als hatten wir folchen Sieg durch die Saracenen ung Chriſten immer find obs
* ge⸗
Gouͤlden haben, fluss damit in den Handel ſeyn ohne Früchte und gute Werke, wie
Sn
1774 Cap.ı9. Don zweyen Seldsügen, der Proteftanten und des Räyfers. 1774 ı
delegen, und nach obliegen, foIL uns nicht wir habens freylich nicht verdienet, daßung |
‚wundern: denn wir find’ im Pabſtthum mit GOtt um unſer Gerechtigkeit willen diefen ı
ſolchen Sreueln der Meffen und unfaglichen Sieg, und bisher manche Woehlthat und |
Abgöttereyen erfullet, dazu Ehriften ſeyn Schug gegeben hat, wider den Teufel und |
rollen, und Ehrifti Namen geführt haben|feine Schuppen. ———
mit allen Schanden, daß nicht Wunder waͤ⸗ 8 N AN ee in
ve, eg ginge ung, ‚nie Mofe feinem SolE| 32, Einen Vortheil haben wir, ders thut,
auch gedräuet, Mof.z2, 30: Wie gebetsinemlich, GOttes Wort haben wir, heilig,
zu, daß einer (Feind ) tauſend jaget, und rein und lauter, durch feinen Heiligen Geiſt
Ween zwey taufend flüchtig machen ?|daß in der Lehre gewißlich Feine Lügen, noch
Darum liegts gar an dem, wem GOtt der) Falſch, noch Abgötterey ift. Und wenn uns
HErr den Sieg geben und gönnen will, und fer Leben und Werk fo heilig, vein und lau⸗
nicht an dem, wer mächtig und ſtark iſt. Es ter wäre, nicht als das Wort, (welches iſt
heißt und bleibt alfo, der Sieg kommt vom unmoͤglich,) fondern als wohl und fo ferne
Simmel. Und BBte ifts, der den Boͤ⸗ es feynfollte und koͤnnte, fo wollten und koͤnn⸗
nigen Sieg gibt. Wiederum auch, den! ten wir dem Teufel wol die Hölle, und dem
‚Sürften den Muth nimmt, und ſchreck⸗ Türken und Pabftdie Welt zu heiß, zu Falk
lich ift unter Rönigen auf Erden. . |undzwenge machen, wie wir wollten Doch,
31. Alfo hat GOtt auch jegt unsden Sieg | wie GOtt fpricht Efaiä ss, iu: Mein Wort,
“gegeben wider das Pabſtthum und feinen das aus meinem Wunde gehet ſoll nicht
Sommiffarium, nicht. durch unfere Starke, ledig wiederfommen, fondern Frucht
noch. um unfer Froͤmmigkeit willen. Denn, bringen dazu ichs gefandt habe. Dar⸗
jeider! auf unfer Seiten heimlich viel Pas um müffen dennoch unter ung feyn 'etliche
piften find, die ung von Herzen ungunftig ‚rechte, fromme, heilige Kinder GOttes und
und diefen Sieg mit groffer Ungeduld und vechte Chriften, wie wenig derfelben find;
Trauren gefehen haben und noch fehen. Auch ſonſt müßte GOttes Mort vergeblich unter
viel find, Die GOttes Wort ſchaͤndlich vers ung feyn, welches unmöglich if. Darım
achten und undankbar gnug fich erjeigen. muß auch das gewiß feyn, daß der Heilige:
So ift der Geiz und Wucher ſolch ein dicker, Geiſt bey uns fey, der fein Wort rein lehrer
fetter, herrlicher, geoffer Gott, Daß man auch und erhält, und uns mit rechtem Chriftlis
hört, wie Hirten und geringe Leute, wenn chen Glauben begabet, und mitandern mehr
fieeine Summa Gelds, fünfzig oder hundert Gaben zieret. Solcher Glaube kann nicht
"Jaufen, und 15.20. Floren Gewinn ſuchen Chriftus ſpricht Yob.ıs,s: Wer in mie -
und nehmen: ohne was noch Die Klage iſt bleibt, und ich in ihm, der bringe viel
. über die Handwerker, über die Werkleute, gruͤchte. Sonderlich ift der Glaube niche
uber Gefinde und Nachbaren, Bauer und ohne das Gebet oder Vater Unfer, durch
Bürger, da man nichts fiehet denn eitel welches er alles vermag; nieder HErr ſagt
Muthwillen, aufs hoͤchſte geſtiegen; ſchin⸗ Joh. 14, 13.20: So ihr in mir bleiber,
den, fehägen überfegen, ftehlen, taͤuſchen, und meine Wortein euch bleiben, ſo moͤ⸗
frügen und lügen, daß wol zu wundern iſt, get ihr bitten was ihr wollet, und ſoll
- pie uns die Erde noch traͤgt. Ja, fageich,| euch wiederfabren. Und Marciu, =; er
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TRER > —— 2% e
1776 1.Abfchn. Dom geldsug der Proteftantenwider Herzog Heinrich. 1777
Alle Dinge find möglich dem, der da ‚bet muß zur Sünden werden, und wen
gläuber, ia Die Le rec ſie Iehren, dee muß verdammt feyn. Und
33 Solch Vortheil hat und kann niche iſt gewiß ihr Gebet gleich tie dee Teufel
haben der Pabſt und feine Heilige unchriftti- elbſt auch ihr fpottete: Da einmal eintruns
che Kirche. Denn da ift nicht allein Ver⸗ kener Pfaf im Bette feine Completen betete,
achtung des Worts, fondern auch Verfol⸗ und im Gebet fpeyete er und ließ einen groſ⸗
gung deſſelben, und aller, die es bekennen ſen Bombart ftreichen: D recht, fprach der
und lehren; wie fie untereinander ſelbſt wohl Teufel, wie das Geber ift, fo ift auch der
wiſſen, auch etlicher viel bekennen. Denn) Weyhrauch. Eben ſo iſt alle ihr Lehren in den
ihre Abgoͤtterey und Greuel find offenbar, Stiften und Kloͤſtern. Denn ſie koͤnnen nicht
daß ihre Lehre allerding wider GOtt, un⸗ beten, wollen auch nicht beten, wiſſen auch
rein und voller teufeliſcher Luͤgen iſt, daher nicht, was beten ſey, oder wie man beten
ſie auch Feinen rechten Glauben Fünnen ha⸗ ſoll, weil fie dag Wort und Glauben nicht
ben. Denn too die Lehre unrein und falfch haben. Ohne daß der Pabſt zu Nom mit
iſt, kann der Glaube nicht recht noch rein feinen Proceßionen und Litanien (welches
feyn. Wo der Glaube nicht recht iſt, da ihm andere nachthun, )den Königen und Hers
koͤnnen Feine gute Früchte oder gute Werke |ven gerne wollte eine Naſe drehen und ſtroͤher⸗
feyn, fie gleiffen wie fie wollen; wie der neBaͤrte flechten, daß fie glauben follen, er fey
HErr ſagt Matth. 12,33: Setʒet den Baum |fehr andachtigund heilig. Will aber nicht ein
gut, und feine Srüchte gut, oder fegerden | Haar weichen von feinen Greueln und Abs
Daum faul, und feine Srüchte faul; und goͤttereyen. Ach es iſt fein Gebet, des truns
c.7,17: Zin guter Saum bringer gute kenen Pfaffen Completen, und fein Weyhe
Stüchte, ein böfer Daum bringer böfe rauch. Fa, wenns nur fü gut ware, ſo
Fruͤchte. Es iſt alles um die Lehre zu thun; waͤre Hoffnung er moͤchte nuͤchtern werden,
wo die recht iſt, ſo iſts alles recht, Glaube, und fuͤr ſolche ſtinkende Completen eine beſ⸗
Werk, Leben, Leiden, gute und boͤſe Ta⸗ re Metten beten. Davon jest gnug.
ge, eſſen, trinken, hungern, dürften, fehla-| 35. So fage ich nun den Unſern, Daß fie
fen, wachen, gehen, ſtehen ꝛc. Wo die | fich nicht follen ruhmen uber diefen Sieg, ſon⸗
Lehre nicht recht ft, da iſts umfonft, alles verz | dern GOTT die Ehre geben, ihm danken
Toren und alles ganzlich verdammt, Werk, und preifen, der. allein Der vechte Krieger
Leben, Leiden, Faften, Beten, Almofen,\ift, und heißt doch ein allmachtiger Krie⸗
Kappen, Platten und was der Päbftlichen| ger, wie ihn Mofe nenner in feinem Lobge⸗
Kirchen Heiligkeit mehr iſt. fang 2Mof. i5, 3. dem auch der Sieg nims
34. Darum darf man ſich vor ihrem Ge⸗ mermehr fehlen kann. Nicht, daß man
bet nicht fürchten, noch beſorgen, fo wenig) darum follte die Ruͤſtung nachlaffen, wo
als ſich Elias fürchte vor dem Gebet der Pro-| man fiehaben kann; fonderndaß mandarauf
pheten Baal, 1 Kön.20,27. fondern wieer| fich nicht laffen, fondern allein auf GOtt vers
fie fpottet, famt ihrem Gebet und Gott: fo] trauen fol, der beyde, durch Ruftung, 100
_ mögen wir der Papiſten Gebet, ſamt ihrem man fie haben kann, auch ohne Ruftung,
Gotte auch fpotten. Denn wir wiſſen, daß ihr) mo man fie nicht haben kann, den Sieg ge
Gebet verfluchtift, wieihre£ehre und Slaus| ben will. Denn wo man Die Ruͤſtung has
be, nach) Dem 109. falm v. 7: Ihr Bes| ben kann, foll manderfelben, als feiner Ga⸗
Lutheri Schriften 17, Theil, YUnu un ben,
1778 Cap. 19. Don sweyen Selözügen, der Proreftanten und des Baͤyſers 1779.
ben brauchen, darunter er ſich verbergen, darunter ihnen den‘ uch genommen und mit
und alfo wunderlich den Sieg geben: will. Schrecken zunicht gemacht. 4
Bo man aberdieNuftung nicht haben Eann, 37. Darum fpricht If. 44,4: Unfere
da wird er fie zur Roth wol verfehaffen reich⸗ Vaͤter haben das Land nicht eingenom⸗
lich den Seinen, wie er dem heiligen Koͤnig men durch ihr Schwerdt, und ihr Arm
Eyechiä that für Serufalem wider den Kaͤy⸗ half ihnen niche, fondern deine Rechte
ſer zu Aſſyrien, Sanherib. Und doch Mo⸗ und dein Arm, und das Licht deines As
fe fhreibt 2Mof. 12, 34. Daß die Kinder Iſ⸗ |gefichts, denn du batteft Wohlgefallen
rael geruft oder geharnifcht aus Egypten zo⸗ an ihnen ec. Wie darf er das > fagen ? Ste
gen, ob fie wol in Egypten ohne ihre Ruͤ⸗ het nicht da die Schrift, daß Joſua mit dem
ſtung errettet wurden, durch des HErrn Volk Iſrael geruͤſt und zu Felde geordnet
Gang oder Phaſe; auch im rothen Meer zog, mit Fauſt und Harniſch, die Bolker Car
ohne ihre Nüftung vor Pharao frey und fir naan fchlugund gewann? Wie, half ihnen
cher wurden. denn ihr Schwerdt und Arm nicht? Fa ,das
ifts, Davon wir reden: wo nicht SD mit
36. Alſo fpricht auch St. Paulus ı Cor. feinem Antlitz, Licht und Wohlgefallen bey
3.0.6: Ich babe gepflanzt, Apollo har ihnen geweſt ware, tie er hie faat, fie wuͤr⸗
begoffen, aber GOtt hat das Gedeyen den mit ihrem Schmwerdt und em zu allen -
‚gegeben. Er Eünnte wol ohne Pflanzen | Schanden worden ſeyn; wie ihnen geſchah
‚und Besieffen das Gedeyen geben, und oh⸗ Sof. 7, 3. da fie vermeffen waren, verachte⸗
nediß Gedeyen ift Pflanzen und Begieffen| ten die Stadt Hai, und fprachen: Das
umfonft; aber er wills nicht geben, man ſoll das ganze Volk wider ſo wenig Leu⸗ |
— pflanze denn und begieſſe. In der Wuͤſten te ſich bemuͤhen, laß zwey oder drey tau⸗
und in der Noth macht Chriſtus der HErr ſend Mann binzieben, und die Stadt.
aus fünf Broden fo viel, daß zwoͤlf Körbe Boll) verderben. Aber die zu Hai fielen heraus |
Brocken überblieben, den fünf taufend| und fehlugen fie in die Flucht, daß ein fehr
Mann, die da affen und fatt waren worden, ! groß Schrecken und Zagen in das ganze
Joh. 6, 13. Aber den Baurenaufden Bel, Volk, und uber Kofug fel bft auch fam,und
dewill. er ſolch Gedeyen nicht geben, iſt auch mit geoffer Mühe fich wieder ermanneten.
nicht noth; fordern er foll pflügen, egen,| Eben fo gefehahe den vermeffenen Iſraeliten
ſaen, dasift, brauchen def, fü vorhanden auch Richt. 20, 1.25. da ſie zuvor lernen muß⸗
und GOtt dazu geordnet hat, fü will er den ten, nicht auf ihr Schwerdt zu pochen, und
Segen u und Gedeyen geben. Sonſt heißt es zweymal von einer Stadt, Giben, Bü
GOTT verfucht. Er Eönnte auch wolden gern, den Benjamiten, gefthlagen wurden, .
Heiligen Geift geben, ohne das Wort und und 40000. Mann verloren.
Prediger: aberer wills nicht ohne das Wort 38. Das will der Prophet, da er free
thun, oder wird auch hieheiffen, GOtt ver⸗ im genannten 44. 0.5.6. ſinget: Bde, E
ſucht, wie die glaublofen Werkheiligen thun. | du bift mein Koͤnig, der du Tacob Alla
Alfo Eönnte er wol jest auch gethan haben, fe verbeifjeft, durch dich wollen wir un ⸗
und die Popiſten mit hren Commiffarien obs ſere Feinde umſtoſſen und in deinem Na⸗
ne Müftung zu ſchanden machen: aberer hat men wollenwir unterereten,, die fid; wis
Die Een laſſen feine Larven ſeyn, und der uns ſetzen. Denn ich verlafe mich
ish nie
" J VON } Ä
2 | b k
1780 1. Abfehn. Vom Seldsug der Proteftanten roider Herzog “einrich, 1781
nicht auf meinen Bogen, und mein GOtt bat Wohlgefallen an denen, die
Schwerdt kann mir nicht helfen, ſon⸗ ihn fürchten, und feiner Büte trauen;
dern du bilfeft uns von unfern Seinden, | damit Friegt er die Ehre und Ruhm, die
und macheſt zu ſchanden die uns bafjen. | ihm gebühret,, Pſ. 147, ır. Sonft gehet 8,
Er ſpricht nicht: Sch habe. Feinen Bogen wo es der DVermeffenheit geräth, daß des
noch Schwerdt. Sa, ich habe wol (ſpricht Ruͤhmens und Prangens Feine Maaffe if,
er,) Bogen und Schwerdt: denn es iſt ja| da will ein jeglicher das befte gethan haben,
mein Schwerdt und mein Bogen. Man|ja ein jeglicher wollte gern allein die Ehre
ſoll und muß geruͤſtet feyn mit Wehre und| haben, daß GOtt muß vergeffen feyn und
Waffen, wo man fie haben Fann, auf daß dahinten bleiben, als hätte er nichts gethan,
man Gott nicht verſuche; fondern, ich vers | oder nichts darzu thun koͤnnte; fo doc) die
uſſe mich nicht (fpricht er, auf meinen | Senden durch viel Erfahrung, und nichtohne
Bogen, oder auf meine Rufkung: das Ber- | Schaden gelernet haben, den Sieg dem“
laſſen und Vermeſſen, oder Vertrauen auf Gluͤcke oder ihren Göttern, und nicht ihrer
eigene a ers Ai ii Klugheit oder Starke zuzueignen.
gar, und iſt rechte Abgoͤtterey. Denn vers ui —
trauen und vermeſſen, oder verlaffen, ge⸗ iu gehoͤret nunder Pf. 76. GOtt
hoͤrt alleine GOtt zu, daß er damit als ein y ran danken, der uns dißmal zum
rechter GOtt erkeimet und geehret wird, aha er Papiſten bufem Vornehmen
daß der Sieg feine Gabe fey, und nicht uns [99 iglich errettet und befchußet, und fiemit
ſere Macht oder Klugheit. ihrem Trotz und Bermeffenheit zu Schan⸗
39, fo fehleußt er daſelbſt 6. 9: Wir den gemacht hat, Und wo fie nicht auf hoö⸗
wollen täglich ruͤhmen von GOtt/ und ren werden [fü ferne auch wir in GOttes
immerdar deinem Namen danken, Sela. — und Trauen bleiben], ſoll unſer
Das heißt, allein GOtt ſoll man ehren, ruͤh⸗ Herr GoOtt hiermit die Poſaunen wider fie
men und danken, der alles thut und gibt, angeſtimmet haben. Verſehen fie es, Daß
ſonderlich den Sieg: denn er will der beyde er die Poſaunen aufblafet, und in die Trom⸗
Feines nicht leiden, verfuchen und vermeſſen; mel ſtoͤßt fo wird Pabſt, Teufel, ſamt ih⸗
ſondern wir ſollen die Mittelſtraſſe gehen, | Anhang über einem Haufen liegen im
weder zur linken noch zur rechten Seite aus⸗ Abgrund der Holen, Laſſet uns alle Buſſe
weichen. Wer nicht Ruͤſtung fücht, wo er ne Men Un, relan wir
| i | ® freuen gnaͤ⸗
fie haben kann, der brauchet deß nicht, Das digen GOft fen Sob und Dan, —
HD gegeben hat, der weicht zur linken Pa: |
| a a 2 will [nie .. Est, mie Ruhm, Durch feinen lieben Sohn, mit GOtt
dem Kopffe verfegen, und verfucht Gott; dem Heiligen Geiſt in Ewigkeit, Amen.
und werden auch getroſt und billig über den] E. Chur⸗ und Fuͤrſtl. Gn.
Kopf gefehlagen. Wer auf feine Rüftung, unterthäniger
Klugheit oder Starke ſich verlaßt und vers Martins Lucher,
miſfet, der weicht zur vechten Seite aug,| — — —
und verachter GOtt, dem er allein vertrauen 1441 |
und fich feiner bloffen Güte und Gnade vers ⸗ Herzog Moritzens Verantwortunges
meffenfollte. Die Mittelſtraſſe aber heißt: ſchrift wider Herzog Heinrichs Vorgeben, als
a 2 Yuu un 2 waͤre
—
J. F
SCH achten ofne Noth, die Gelegenheit je-
fie an ihnen felbft alfo geſchwinde und gefähr-|die Römifche Kaͤyſerliche Majeftät, unfer als
{ Fuͤrſte, zu ſolcher der — hoͤchſter Noth⸗ Uebden dermaſſen, wie auch unfere Vorfahren, |
.. benannten, oder eines zum Schein gerüßmten |felben Defenfion zuzuziehen, erhoben,
ſchrieben, und fo viel feiner Liebd derhalben vor-
ı7g2 Cap.ı9, Von zweyen Seldösügen, der Proteflanten und des AA 1:
wäre er wider gegebene Treu gefangen genom:|te, eine Unruhe in Deuffcher Na dee)
men worden. Datum Leipzig den 5. April |re Wege zu erwecken, welches dann nichtallein I)
“ Arnno 1546. dgem Ehurfürften zu Sachfen und Sandgraf zu
Heffen, als unfern Freunden; fondern auch ung ||
und andern nachtheilig haͤtte werden mögen. ||
Giger Säufte jemand zu-erinnern, denn Sonderlich und zuvor, weil wir gewußt, daß
lich, daß Gtt um feine Grade förderlich zu lergnaͤdigſter Herr, Herzog Heinrich Sriede ges |
bitten, und diß zum höchften vonnörken, daß boten, und aud) gnädigit geneigt und erbörig |
folcher Kufte dermaffen wahrgenommen, da-|geweft, fein Land mit einer billigen Maaß zu |
mit den ausmendigen Seinden mit Widerftand fi zunebmen a | Bi
begegnet, und die innerliche Kriege in dem heil. 6. Dieweil wir denn von obgemeldfenunfern |
Rom. Reiche, vornehmlich Deutfcher Nation, | Freunden, dem Churfuͤrſten zu Sachfen und. |
fo viel möglich, verhuͤtet werden, andgrafen zu Heffen, um Hülfe, zu Rettung |
2. MWelchergeftalt aber wir, als ein junger ihrer Liebden Lande, angefuche, und wir ihren |
durft geneigt: dag wollen wir unfere ordentli-|verwandf, daß wir fie in ſolchem Falle nicht zu: |
che Obrigkeit, und andere, Die davon Willens verlaflen geruußt: haben wir uns, wiewol mit |
Haben, befagen laffen, ſunſerm merflichen Unftatten, vornehmlich un« |
"3. Und nachdem in folchen Laͤuften eine jedelfers Leibes Schwachheit Balben, mit etlichen
bes Kriegspolfs Berfammlung, da die in Feines|Reutern und Knechten, ihren Liebden zu ders
Herrn Dramen gefchieht, billig verdächtig, und og: ——
denn des nähe verfbieneren fünf und ne Pe
zigften Jahrs, indem Sand zu Hadeln, Rriege-| a. 3% Mai EL LINE ſchen
volf su Roß und zu Fuß verſammlet, und erſt⸗ Känferl, Majeftät gnädigft Erbieten diefe Une
Yic) den Herrn nicht nennen wollen, darnac) ruh N oder da er Davon wäre abe
aber den Konig zu Sranfreich als ihren Heren IV en 1 N M Dann Berpalden al DI *
— Int uns folher Berfammlung und — unſern allergnaͤdig⸗
erdachts halben der Landgrafe zu Heſſen ge⸗ u ni
en ale zu Dallen 9 3. Als wir aber mit unferm Kriegsvolk in
unfere Stadt Pegau Fommen, bat uns Marg:
graf Hans zu Brandenburg gefchrieben, ob
Dacht mehr benn in einem Weg zu bedenfen wir uns neben feiner Liebden einlaffen, wollten, \
gerveft, fo ift doch letztlich an Tag fommen, dag die Sache zwiſchen den Chur · und Fuͤrſten, ſo
obgemeldt Kriegsvolt Herzog Heinrichen von die mit Belangen thut, an einem, und Herzog
Braunfchtveig zuftünde, ihme gemehret, und Heinrichen von Braunſchweig anderm Thell,
ſich in feinen Dienft verfprochen hätten, unge- ütlich zu vertragen; darauf, wiewol wir deß als i
acht ob Chriftop von Wrisberg, als der Ober-|lerley Bedenken gehabt, feynd wir dieſer Mey ⸗
fte und andere, ſolches zuvor zum höchften ver: nung worden, wo beyde Theil unfere Unterhand»
eine. lungen leiden Fönnten, Daß wir an unferm
5. Diewell dann nicht vermuthlich, daß in|Sleiß nichts wollten ertwinden laſſen; wie wir
Herzog Heinrichs derfelben Zeit Wermögen, ein denn Marggraf Hanfen und aud) dem Jand« -
Solch flartlich RriegsvolE zu befolden , ift leicht. grafen zugefchrieben. a
lich zu erachten geweſt daß entweder Herzog) 9. Mach diefem feynd wir nicht allein von
kommen, vermeldet.
4. Und wiewol folder Berfammlung Ver⸗
Heinrich zu folcher Befoldung einen Vorlegerfunfern Grafen, fondern auch unferm lieben
Haben, oder fonft des Bornehmens feyn muͤß⸗· Schwager, Herzog Erichen zu a
| | a | un
—
1784 1.Abfehn. Dom Seldsugder Proteftanten wider Herzog Heinrich. 1785
und feiner Liebden Mutter, um folhe Untere, 13. Welchergefkalt aber folcher Anftand bey
Handlung angeſucht. denm Landgrafen fehrerlich zu erhalten, und wie
10, Als wir aber förder des Zugs gegen ſein Liebd, und Die andern, zu dem gütlichen -
WMuͤhlhauſen kommen, hat Herzog Heinric) von | Handel ſchwerlich zu vermögen gewefen: das
Braunſchweig an ung gefchrieben,, und wiffen koͤnnen fein Lieb und die andern, fo davon Wiſ⸗
* * *
auf wir ihme zur Antwort geben, fein Land ge⸗ deß für unſer Perſon auch gut Wiſſen.
Be ung nichts an; und da er unſere Unterhand- | 14. Wir aber haben uns in ſolcher Unter⸗
lung, aud) billige Weifung nicht leiden woll⸗ handlung, als einem Chriſtlichen, ehrlichen Fuͤr⸗
te, Fonnten wir unfere Sreunde und Nach nicht ſten gebührt, und anders nicht, verhalten, und -
verlaſſen; mie folcher Briefe Copey am Ende, |beyden Theilen allerley Umftände, vornehmlid),
Herzog Heinrichs mit 24. und. unfere mit B. die vorftehende Gefahr, des Türfen halben
gezeichnet zu finden. x mit Fleiß erinnere, und ihnen zu dem Vertrag
m. Nach diefem feynd etliche mehr Schrei: treulich und fleißig gerathen. ER
ben zwifchen uns und Herzog Heinrich ergan-| 15. Wir haben auch unfere Vorſchlaͤge zu fol“
gen, in welchen er ung güfliche Handlung ein: | hem Vertrag alfo gerichtet, daß Freundſchaft⸗
geräumt: darauf wir iäme zugefchrieben, daß Sriede und Einigfeit dadurch wieder Hätte aufs
gerichfet, und der vorftehende Schaden und
‚wollen, weß er fich zu uns follte verfehen. Dar- ſens Haben, gründlich berichten; fo haben wir
wir unfere Käthe auf Sonnabend den fieben-
zehenten Detobris zu ihme ſchicken wollten ; tie Nachtheil mögen verhuͤtet werden,
er denn ihrenthalben ein ſchriftlich Geleite über:
ſendet. Cs hat aber Herzog Heinrich folches
> nicht erwartet; fondern mit eines Theile feines
Kriegsvolks an demfelben Sonnabend des Land⸗
grafen Lager nahe gezogen, in Willen, fein
Heil zu verfuchen, dadurch er ung wohl Urfac)
‚geben, von der Handlung ab und unfere
Sreunde mit Hülf und Rath nicht zu verlaffen ;
wie wir ihme von Muͤhlhauſen aus gefchrieben,
"Wir haben aber bedacht, die gefährlichen Laͤuf⸗
“ ge, die des Türken halben vorftehen, und daß
—
viel guter Leute auf beyden Seiten geweſen, Die
. billiger gegen den Türken follten gebraucht, denn
dergeſtalt von einander befchädige werden,
Darum wir Herzog Heinrichen weiter geſchrie⸗
ben, befage der Copey mit C.
‚12. Und obwol Herzog Heinrich, ung wie⸗
ber gefchrieben, und unfern -Räthen Das Ge-
leite erneurt, Inhalts der Copey unter dem
Buchſt
ahen D. fo hat er doch derer aber-
mals anders nicht erwartef, denn daß er des
Genntags mit allem feinem Kriegsvolfe zu Roß
und Fuß des Landgrafen Lager nahe gezogen,
und fein Heil mit aller feiner Macht verſucht;
aber ungeachtet deß, haben wir unfere Käthe
- zu ifme reiten und einen Tag Anftand machen
Jonlich unferreben:
jaſſen, Damit wir ung mit
ihm möchfen per-
Ruhe geſchehen
16. Denn es wird Herzog Heinrich, und al⸗
le diejenige, ſo er am Montage hernach in dem
Kloſter Wybershaufen in der Handlung bey
fich gehabt, befennen müffen, wie getreulich
wir ihnen der vorftehenden geſchwinden Laͤuften
erinnert. Daß wir auch, als der Unterhändler,
diefe Vorſchlaͤge gethan, Dadurch er, unfers
Berhoffens, zu feinen Landen und $euten, auch
mit unfern Freunden , und den andern in vori⸗
ge Freundſchaft und Einigkeit Hätte Eommen
moͤgen; wie denn ſolche unſere ſchriftlich ihme
uͤbergebene Vorſchlaͤge thun beſagen.
17. Was ihn aber verurſacht, dieſelben unſe⸗
re billige, gleiche, friedſame und freundliche
Vorſchlaͤge nicht anzunehmen, das koͤnnen
wir nicht ermeſſen. Wir aber koͤnnen mit
Wahrheit fchreiben, daß wir unferm Herrn
Bater, feliger Gedaͤchtniß, mo fein Liebd noch
am $eben wäre, oder unferm leiblichen Bru⸗
der, oder auch uns felbit, wo ihren Liebden
ober ung unfere Sachen, da GOtt vor ſey,
alfo zuftünden, wie Herzogs Heinrichs Sachen
damals geftanden, folche Borfchläge nicht wüß-
ten zu widerrathen. Alſo ganz freulich und
freundlich haben wir dieſe Sachen zu beyden
Theilen gemeynt. Denn unfer Gemuͤth iſt dahln
gericht geweſt, ſo viel mit allerfeits-Sried und
mögen, Herzog Hein⸗
un un 3 rich
— — — RER — — — — —
1786 Cap.ıs. Don sweyen Feldzůgen der Proteſtanten md des Räpfers, . 1787.
vich feine wiederbegehrte Sand und Leut, auch ſchicken wollten, Sprache mitigm zu halten; und
unferer Freunde vorige Einigkeit und Sreund- iſt Hllmar von Mönchhaufen mitgefommen,
[haft zu gönnen, und darzu nach) unferm beften |uns feiner Sachen halben, weil er,. als unfer
Fleiß zu foͤrdern. RN beſtellter Diener, von ung abgefordert, on |
18. Daß uns aber darauf die Folge entſtan⸗ ſprechen: als Haben wir etlichen unfern Raͤthen
den, das müffen wir dahin ſtellen. Waͤre aber |befoßlen, fie zu hören, denen haben fie dazu⸗
ſjemand, der ung ſolche uͤnſere treue Wohlmey- |mal vermeldet, daß ſie auf unfere in den Klo⸗
nung zu einem gefaͤhrlichen Verzug, oder ſonſt ſter vorgeſchlagene Mittel die Sache gern ver⸗
anders deuten wollte: der thut uns daran oͤf⸗ tragen ſehen wollten. Mic Bitte, daß unſere
fentlich unrecht, und nicht wie einem ehrlichen, Raͤche wollten Belfen verfüten, daß fo viel
redlichen Manne gebüßrt, darinnen wir einen Chriſtlichs Gebluͤt nicht vergoffen würde, wer
De u. |e$ uns unfere Nätge alfo berichtet. Darauf
19. Als ung aber, mie obgemeldt, die Folge wir, als der Fuͤrſt, fo alle ſchaͤdliche Weiterung
unferer wohlmennlichen Vorſchlaͤge und Hand-|dißfalls, aus obgemeldter Urſachen, auf fold
fung an dem Montage in dem Kloſter ‘ent | Anfuchen nochmals zum Liebften Hätte vorfom-
ftanden, haben wirs, in Wahrheit, nicht gern |men helfen, nach dem Landgrafen geritten, das
vernommen: und ob wir mol zuvor aus Müpl-|felbft feiner Liebd anzuzeigen. Es hat uns aber
haufen Herzog Heinrichen unfer EL ONE. fein Liebd, folches von ung zu Bören, etmasauf:
fehrieben, Daß wir auf den Fall unfere Sreun-|gezogen, und iſt felbit zu Friedrich Spethen
de mit Hulfe und Rath nicht müßten zu verlaf-|und Hilmar von Mönchhaufen, die auf Ant
- fen; fo haben wir doch neben unferm freundli⸗ wort gewartet, geritten und angezeigt, wo ſich
hen und lieben Bruder, Heren Auguft, Her-} Herzog Heinrich und fein Sohn, an ihn,
zogen zu Sachſen ıc. noch eine Verwahrung] den Landgrafen, nicht ergeben wollten, dürfte
stellen laffen, und die Herzog Heinrich bey un⸗ es Feiner Handlung: das follten fie ihren: Seren,
erm Trommeter folgenden Dienftags zugefchickt,| Herzog Heinrich, vermelden. Darauf fie uns
und feynd deftelben Dienſtags mit unferm|gebeten, daß wir wollten Kelfen, damit fie eine
Kriegsvolk in des Landgrafen Lager gezogen. |befjere Antwort von dem Sandgrafen befom-
20. Bemeldfen Dienftags haben Herzog men möchten. Als Haben wir ihnen geankwor-
Heinrich an unfere Raͤthe, und unfere Raͤthe tet: Ihr habt gehört, was euch der Landgraf
wieder an fie gefchrieben, wie unter dem Buch⸗ zur Antroort geben Bat. Iſt nun Herzog Hein«
ſtaben E. zu befinden, Und ift aus derfelben|vich etwas daran gelegen, daß er uns anfpre=
unferer Rache Antwort deutlich und klaͤrlich zu chen will, fo feynd wir unbefchwert, zu ihm
vernehmen, daß der Sandgraf und die andern| über den Graben zu reiten, und ung mit iim
zu Feiner gütlichen Handlung weiter zu vermoͤ⸗ zu unterreden; welches fie angenommen, Her-
gen geweſen; fo hat auch Herzog Heinrich aus| z0g Heinrich anzuzeigen. !
unferer anderweiten Verwahrung zu verſtehen 22. Und als Herzog Heinrich und wir bey
gehabt, daß wir ferner zu handeln nicht bedacht derfeits einer von dem andern biefen Berftand
gewefen. a gehabt, daß wir zu und von einander ſicher
21. Nach diefem feynd wir mie dem Land⸗ Fommen follten, feynd wir Herzog Heinrichen
gtafen, und dem ganzen Bellen Haufen, nach| durch den Graben entgegen geritten.
Herzog Heinrichs Lager gezogen. Und als die) 23. Als wir aber zufammen kommen, hat
aufen einander nahe fommen, und die feind:|ein Theil den Anfang der Reden machen wol⸗
che Handlungen beyderfeits angegangen, ift len; als haben wir legtlich diefe Wort gegen
einer, der ſich nennet Sriedrich Speth, mit ei⸗ Herzog Heinrichen gebraucht: Henre, was ſeyd
nem Trommeter vor unfers Teils Haufen ihr zu thun bedacht? Denn wir ung wohl ver=
„Eommen, und ung durch denfelben Trommeter ſehen, Speth und Mönchhaufen würden Her-
- bieten laffen, daß wir unfere Raͤthe zu ihm zog Heinrichen nicht verhalten haben, daß der
N Sand-
—
a wit TR girl — u, we a
1788- 1.%Abfehn. Dom Seldsug der Proteftanten wider Herzog Zeinvich. 1789
Sandgraf begehrt, daß er und fein Sohn fich merkt, daß er Herzog Heinrich Fuͤrſtlich Haben
um Liebd ergeben follten, ! As hat ung | wollte, Mittlerweile ift Herzog Heinrich jenfeits
Herzog Heinric) geantworter mit diefen Wor-]dem Graben ficher, fonder Gefährde, Halten
ten: Sch bin bedacht, alles zu thun, das mir |blieben, und Härte feines Gefallens abreiten,
nicht unehrlich iſt. Darauf wir weiter gefragt, |auch ſich nochmals ftattlich und wohl bedenfen
was er denn zu thun bedacht? Darzu er geant⸗ koͤnnen; wie denn gefehen worden, daß er mit
wortet: Sch wäre bedacht, die Artikel anzuneh⸗ etlichen ver Seinen , die Damals bey ihm ge= -.
“men, die euer Liebd in obgemeldtem Klofter | halten , mittlerzeic Hin und wieder geritten, und
vorgeſchlagen, und darauf dieſe Sache vertra- ſich mit ihnen unterredet. Hernach haben wir
gen zu laffers Darzu wir zu Stund: geant-| einen unferer Käthe zu ihm gefchickt, und ihm
wortet: wir wüßten Darauf nicht zu handeln, anzeigen laffen, two er das zu thun bedacht, wie
denn wir vermerkten, der Sandgraf wollte in|er uns legtlich angezeigt, und wir von ihm ab⸗
keinen andern Weg willigen, denn daß er und !|gefchieden , fo möchte er Eommen. Darauf ift
fein Sohn fich an ihn ergeben, er würde auch | er gutwillig fiber den Graben geritten, und ſich
auf diefen Tag ſchwerlich eine beffere Richtung! zu dem Sandgrafen und uns genäßert, da er oh—
befommen. ne das, und wo eg feine Meynung nicht gewe⸗
. 24. Wir haben ifm auch nach geftalten Sa⸗
jen nicht anders zu rathen wiſſen; denn er
wird in Feiner Abrede feyn, daß ihn Wris⸗
fen wäre, fich zuergeben, hinter jich zu den Sei⸗
nen ficher haͤtte reiten mögen. }
27. Aber die Zeit, weil wir mit ihm jenfeit
berg £urz zuvor, vielleicht der nicht Bezahlung |des Grabens geredt, Kat der, Landgraf mit fei-
halben, in einem Klofter zroänglich gehalten, nem Kriegsvolf Hart hernach gedrungen und
"darum er ſich auf feinem Abzug nichts beflers | feindlic) gefchoflen ; darum mir. in einer Unge-
bey etlichen zu. verfehen gehabt... Wie denn | duld zurück gefchickt, und anzeigen laffen, daß.
Herzog Heinrich und feine Befehls Leute am fein Lebd gemad) thun wollte: Denn wir haben
beften wiſſen, ob fie den Abend zuvor zum bedacht, weil Herzog Heinrich und wir auf un-
|: Theil zwenfältig würden, und einander abge:
Weg gemacht, und dern Haufen den Ruͤcken ge- |
Landgrafen gehandelt: zudem haben wir fein
allerley Umftände, die wir alhie nicht erzehlen,
und fonderlich diß bedacht und vor Augen gefe-
dankt haben oder nicht. So haben wir au
gelegen, Daß fich feine Knechte zeitlich auf den.
wandt; wie er fic) Denn Bernach beklagt, daß
der Wrisberg an ihm ärger, denn an dem
befümmert Gemuͤth, bis an die Ihränen fei-
ner Augen, vermerkt, Denn er ohne Zweifel
gefährlich Zu = und Abreiten zufammen geritten,
da ifm darüber einiger Gewalt füllte begegnen,
daß folches wider das Zuentbieten, fo wir ein-
ander, wie oben gemeldt, des fichern Zu- und
Abreitens halben gethan, feyn würde. Es har
auch Darauf der Jandgraf gemach gerfan, und
ift Herzog Heinrich Feine Gewalt noch Gefahr
begegner. |
28. Als aber, mie gemelöf, Deryog Heinrich
nach unferm von ihm Abreiten ‚mit einem un-
ferer Käthe, den wir (nachdem wir erſt zu
ben, daß fein Wolf und er deß Tages fich dem Landgrafen geritten,) wieder zurück zu ihmn
keines Siegs zu verfröften gehabt. -
gefchickt, qutroillig, ohne einigen Zwang, Noth
2.25 Er iſt aber bey uns ficherer, denn wir oder Gefahr Hernach geritten, feynd wir ihm _
. bey ihm geweft, denn er einen Graben zwi: einen Theil des Wegs, Ehrerbietung halber,
ſchen gehabt, durch den wir zu ihm, und er nachdem er älter ift, denn wir, entgegen, und
nicht zu ung geritten. mit ifm zum Sandgrafen geritten. /
26. Als er fich aber endlich gegen uns ver-| 29. Da aber Herzog Heinrich, fein Sohn,
nehmen laſſen, daß er ſich famt feinem Sohne |der Jandgraf und wir zufammen fommen, ba-
an den Sandgrafen ergeben wollte, feynd mir ‚ben fie, Herzog Heinrich und der Landgraf, gez
zu dem Sandgrafen geritten, feiner Liebd fol- gen einander gevedt, wie fie fic) deß beyderſeits
ches angezeigt, und von derfelben fo viel ver- wiſſen zu erinnern. a
ee — 3% an 5
RR.
ER, 7 =
==
1790 Cap.ı9, Don zweyen Seldösügen, der Proteftanten und des Räyferes, - 1798
30. Nach welcher Linterrede der Landgraf trüben Sürften, mitleidlich, und der andern hal ı
dieſer Wort gebraucht : So will alfo Herzog ben, damit die Sache nachmals beyderfeits moͤch⸗
Heinrich und fein Sohn ſich an mich ergeben ?; te ihre Endfchaft gewinnen, und zu Vertrage
Darzu wir, auch Herzog Heinrich ſtill geſchwie⸗ gebracht werden, ung weiter in Handlung eine
gen, und Fönnen nicht wiſſen, ob es Herzog | zulaffen, und derhalben nad) gefchehener Era-
Heinrich gehört oder nicht, Es Bat aber der gebung, unfere Närhe zu Herzog Heinrich und
Landgraf zum andernmal die vorigen Wort er⸗ feinem Soßne gegen Ziegenheim und Caffel ges
neuret, und gefragt: ob fic) Herzog Heinrich) ſchickt, ihm folhes und unfern freundlichen
- und fein Sohn an feine Liebd ergeben wollten ?| Willen angeigen, deß er ficd) gegen uns freunde
Darzu hat Herzog Heinric) oßne allen Ziwang lich bedankt, und gebeten, daß wir das Beſte
oder Noͤthigung gefage: Sa. ich will mic) famt | thun wollten, daß die Sache zu einem gufen
meinem Soßn an Dich ergeben. Und wir haͤt⸗ Ende möchte gebradje werden. -
ten leiden koͤnnen, wäre es fein Gemüch end-| 34. ‘Darauf haben wir unfern Fleiß nicht gea
lic), ſich richt zu ergeben, geweit, daß er uns, ſpart, und nichk allein dem Landgrafen derfals
- oder dem Landgrafen ſolches angezeigt, fo Häfte ben gefchrieben, ſondern unfern Secretarien
‚er wiederum zu den Seinen ficher kommen | mehr denn eins, hernach unfere Käthe zu feiz
ſollen. — | ner Liebd mit fleißiger Schrift, Werbung,
31. Darauf hat der Landgraf etliche vom Adel) Bitte und Anhalten geſchickt; und als fein Liebd
verordnef, die auf Herzog Heinrichen warten) den Handel von fidy auf die einungsverwands
follten, welcher eines Theils gehört, daß er ſich ten Stände gefchoben, haben wir nicht unters
gegen uns beklagt, wie böslih Wrisberg an laſſen, unfern Gejchickten gegen Frankfurt am
ihm gehandelt. — Mayn zu derſelben Ständen Raͤthen und Ge⸗
32. Aus dem allen hat maͤnniglich zu verneß- fchteften anzufertigen: da wir aud) hätten diß
men, Daß wir uns auf obzemeldter Herzog Vorwiſſens haben fönnen, daß uns derfelben
Heinrichs die Zeit Diener Anſuchen nicht an: | Stelle und Zeit Handlung hätten follen geſtat⸗
Ders, denn einem ehrlichen, redlichen Fürften, | tet werden, wollten wir ung eigner Perſon da-
Dem der Fried geliebt und nachtheilige Weiterung hin derhalben verfügt Haben. 4
und Blutvergieſſen in dem Beiligen Reiche, 35. Wir haben aber durch folche mannigfal-
Deutſcher Nation zum Böchften entgegen iſt, tige Schriften und Schiefung, und allen möge
verhalten, und Herzog Heinrichen mit feinen lichen vorgewandten Fleiß, noch zur Zeit Feine
gefährlichen Worten in Noth bracht, noch ei-| andere Antwort erlangen mögen, Denn daB
nen gefährlichen, verfänglichen, oder boͤsliſtigen wir um Antwort weiter anhalten follten, twels
Rath gegeben; fondern was Durch uns gefche=| ches wir ung der Unfoft, auch des perfünlichen
ben, das ift ganz gufer, auch freundlicher, ehr⸗ Machreifens halben , nicht wollten beſchweren,
-Jicher und gar keiner andern Meynung beſche⸗ mo wir Dabey gelaſſen wuͤrden. i
ben, und wir Fönnten leiden, wo man uns in| 36. Wir vermerken aber, daß von etlichen
einen unebrlichen Verdacht ziehen wollte , daß in freue gute Meynung als verfänglich und
wir an der Mittwoche von Herzog Heinrichs | gefährlich, und alles, das wir zum Beſten ge«
Dienern wären unangelanget blieben, und die chan und geraten, ganz verkehrlich will ges
Ding alfo ergangen, wie es des Tags fchein- | Deuter werden, ungeacht daß wir feine llrfacheer
lich vor Augen geweſt. Doc) hätten wir mit denken fonnten, welcher halben ung folches mit
den ehrlichen Leuten Mitleiden, die unfere auf⸗ Wahrheit möchte zugemeffen werden. Dennwir,
richtige und Fürftliche Wohlmeynung erwegen,| GOtt Lob! des Fuͤrſtlichen, ehrlichen Sa =
und uns darum unterthänig dankbar feyn|mens und Gemuͤths feyn, Daß unferer Ankunft
möchten. _ / und Gemüths halben folches bey uns nicht zu
53. Wir Haben auch dazumal den Willen ges | vermuten: fo werden wir auch um Gelds wil-
Babe, Herzog Heinrichs Balber , als eines be⸗ len, fo wir deß Orts verthan, und nicht ing |
2
1792 1. Abſchn. Dom Selösug der Proteftanten wider Herzog Heinrich. 1793
men, oder. auch groffen Guts und Nutzes Hals wo fie obgemeldten unfern wahrhaftigen Bez
ber, jo. deß Drts nicht zu erlangen geweſt, deß richt zu Beförderung ißrer Erledigung nicht an ⸗
nicht fehuldig geachtet werden koͤnnen; nod) we⸗ ders werden deuten, wie es fid) denn auch in
niger, Daß. wir unferer Freunde Gunft halben Wahrheit nicht anders hält, noch anders mit
ſolches hätten hun dürfen, wie denn auch un- Grunde gedeutet werden kann; fo wollen wir
ſere Freunde folches dergeſtalt nie begehrt, und ihnen ihr wiederbegehrte Sand und Leute noch:
ſo ſie es gefucht, als fie darzu zu ehrlich feynd, mals gerne gönnen, und darzu, fo viel an ung
wollten wir es nicht freundlich vermerkt, nod) und mit Friede und Nuhe allerfeits gefchehen
fie für unfere Freunde gehalten Haben. Go kann, treulich und fleißig fordern, uns auch
Bat es auch diefe Meynung nicht, daß wir aus unfers perfönlichen ,. Darzu Machreifens , nicht
einigem Neide oder Haß zu folcher unehrlichen. beſchweren; würden fie aber ſolches nicht thun,
That uns wollten haben bewegen laffen: denn und den Handel anders deuten, fo wollen wir
deß Tages folche Bequemlichkeit gewefen, daß fie in nachfolgender unferer Verantwortung
wir unfern feindlichen. und ernften Willen ge- , auch mit eingezogen, und darinnen nicht ausge⸗
gen ihm undden Seinen durch ehrliche Kriegs: nommen haben. - i
| Hebung wol hätten erzeigen mögen; und ob folz| - 40. Und fagen Demnach, meldyer ung zumißt,
che Bequemlichkeit nicht geweſen, wollten wie, nachfinget, ſagt oder von fich fchreibt, daß, wir
gleichwol lieber des Unfalls erwartet, denn ung, ung Herzog Heinrich zu gefährlichem DBerzug
in ſolche ſchnoͤde und ‚gefährliche Handlungen oder Berfang, und nicht rechter, treuer, fried-
‚ eingelaflen haben. ; licher und guter Meynung in gütliche Haud-
. 37. Dieweil wir aber für ſolche unſere wohl⸗ lung und Unterrede eingelaffen, oder anders,
meynliche, friedfame und fleißige Erzeigungen, | denn zwifchen beyden Theilen die Güte, Frie⸗
von etlichen nichts.anders, denn unwahrhaftige, den und Sreundfchaft dermaffen zu handeln, wie
faͤlſchliche und erdichte, fchimpfliche und fchmäß: |einem ehrlichen Fürften gebührt und wohl an-
‚ liche Nachrede erlangt : fo ift unfere Norhdurft, ſtehet, wie auc) folches von unfern redlichen
uns derhalben mit Grunde der Wahrheit zu und ehrlichen Eltern, Boreltern und Anherren,
- verantivorfen , nicht der lofen Leute halber, die) Fürften zu Sachfen, uns, als Fürftliche Tu—
uns folches:zumeffen,, Die denn folcher Berant-|gend angeboren ift; oder, Daß unfere Raͤthe
worfung nicht würdig ſeynd, fondern ehrlicher |vor Herzog Heinrich auf die Knie gefallen,
Leute halber, vor die ihre unmwahrhaftige, er-!oder da wir Herzog Heinrich und feinen
Dichte,und unerfindlicheKeden fommenmöchten: | Soßn zu ung auf Trauen und Glauben. be-
+38. Aber erftlich wollen wir diefen Unter⸗ ſcheiden, und dadurd) ihr Gefängniß verurs
ſcheid öffentlich hiemit gemacht Haben, daß ohne |facht; oder daß wir Herzog Heinrich an der
Zweifel unter (die Zeit,) Herzog Heinrichs | Mittrooche zugefagt, feine. Sache .auf unfere in
Kriegsvolk viel ehrlicher, redlicher Kriegsleute dem Klofter vorgefchlagene Mittel zu vertras
feyn, denen die Wahrheit mehr, denn die er-|gen, und daß er darauf mit uns zu dem fand»
dichten Neben gelieben, Die uns: auch unfers, |grafen-geriften; oder daß wir fonft mit ifm, |
ihrenthalben gnädigen Sleiffes unzweiflich, un=|oder feinem Sohn, durch uns, oder die Unfern, _
terthaͤnig und gebührlich werden dankbar feyn:\deß Tages, oder fonft die Zeit unfers Lebens,
darum wollen wir diefelbigen auf folchen Fall anders, denn ehrlich, Fuͤrſtlich und aufeichtig
mit diefer unferer Verantwortung nicht gemeyne gehandelt, oder ihnen in dieſer Kriegsübung
haben, fondern feynd ihmen mit Gnaden ge⸗ |vorfeglich in einige Beſchwerung, durch unſe⸗
neigt. — ve Unterhandlung, Rath, oder Unterredung ge⸗
‚39. Zum: andern, koͤnnen wir glaͤuben, daß führt; oder daß zwiſchen uns und ihm einiges
Herzog Heinrich und fein Sohn berrübte Für-| Eides je gedacht: der dichter uns boͤslich,
fen feyn, und daß fie durch uns auf Erledi⸗ | fälfchlich, unwahrhaftig und unredlich an, nicht
gung zu dringen Hofnung haben möchten : und | mie einem_adelichen, ehrlichen, mahrhaftigen
NAuctheri Schriften 17. Theil. Err re und
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—
ve
*
1794 Cap. 19. Von zweyen Feldzuͤgen, der Proteſtanten und des Kaͤyſers. 1795
und redlichen Manne gebuͤhrt und wohl anſte⸗ Herzog Heinrichs Sache waͤre vertragen worden,
het, hierinne Feine Perfon, weß Standes die| wo er ſich nicht ergeben; ſondern daß ſie ferner
fey, ausgenommen; und wir wollen (ob GOtt Uneuße in dem Heiligen Reich verurfadyen, und |
will,) unfere anererbte Fürftliche Ehre , fo weit | weiter ihr Heil verfuchen wollten, ob fie dar⸗
fid) all unfer Vermoͤgen thut erftvecfen, mit] durch zu einigen vermieynten Ehren oder Gut
Grund und Wahrheit gegen diefen lofen Leu⸗ hätten fommen mögen: was aber der Deut
ten und ihren Anhang Fürftlid) und gebüßrlich | ſchen Nation daraus erfolgen hätte koͤnnen, das
verantworten, vertheidigen und erhalten bis an iſt leichtlich zu erachten, und nochmals nicht
unfer Ende. von unnöffen, daß auf fie gufe Achtung ‚gegen
41. Denn das wiffen wir, GOtt Lob, mit) ben werde. BER A
Wahrheit zu fehreiben, daß fo viel ehrlihs,| 45. Und wir koͤnnten leiden, da die loſen Leu⸗
Fuͤrſtlichs, auch männliche Geblüts ben unfern | te von uns wollten reden, daß fie zugleich von
Freunden und unferm dig Theils Kriegsvolf| uns und von fic) felbft die Wahrheit fagten,
deß Tages gewefen, gefpürt, vermerfe und er⸗ und bekenneten, was Ihr Vorhaben nad) diefer
zeigt worden, daß nicht noch gewefen, den un-| geendten Sache gegen den Stiften Magdeburg
wahrhaftigen Leuten zu ihren er und Halberftadt, und vielleicht andern, gemeft,
Reden Urſach zu geben, welches wir eben fo wenig | oder was fie fonft im Sinne gehabt: darauf
wollten gethan haben, wo mir mit a würden fie vermerfen, was die Roͤmiſch⸗ Kaͤh⸗
volke allein im Felde geweſen, fondern lieber| ferliche, auch die Rom. Koͤn. Majeft. und die
des Streichs erwartet haben. | Stände des heiligen Reichs ob ihrem Vorha⸗
42. Damit aber derfelben loſen Leute Ungrund ben würden vor Gefallen Haben, oder tie gen
‚augenfcheinlic) anden Zagfomme, wird Achim horſamlich und ehrlich ihnen folches würde era
Ryba, und andere, die ſolches gehört, nicht fprieflen. | u
in Abrede feyn Fönnen, daß nad) gefchehener| 46. Demnad) Ift an hochgemeldte Kaͤhſerl.
Herzog Heinrichs und feines Sohns Ergebung, und Kön. Majeft,, auch Churfürften, Fuͤrſten
els fie fich mit etlichen verdrießlihen Worten| und alle des heiligen Reichs Stände unfreun«
haben wollen vernehmen laffen, der Landgraf] terthänigfte,aud) freundliche Bitte, gütliches und
zu ihnen gefagt: Wollten fie ſo böfe feyn, Daß | gnädiges Gefinnen und Begehren, obderfeiben '
fie nochmals ihren Herren hinnehmen, und fich| lofen Leute in diefer Sachen Neden, Gedich⸗
fo böfe machten, als fie Fönnten. te und Schriften, vor ifre Maieft. Siebven,
43. Darauf follten fie billig Herzog Heinri· oder die andern fommen wären, oder Fünftig
chen, wo fie den Fuchs zum theil fo gerne ge») Fommen würden, fiewollten denen weder Statt
biſſen, als fiejegt von ſich ſelbſt ruͤhmen, mit nody Glauben geben: ihre Majeftär Siebven,
fich genommen, oder fich fonft Haben verneh, und bie andern wollten fie aud) in ifren Sana
men laſſen, wo fie gemerfet, daß anders, wie den und Gebieten nicht leiden, noch) fie Haufen,
- oben gemeldet, mit ihm gebarer. hegen, oder ineinige Wegebefördern, fondern
44. Wir muͤſſen aber derfelben loſen Leute die für lofe, unmahrbaftige, uneßrlide, aufe
unerfindlich Zumeffen, die uns mit Unwahrheit rüßrifche Leute und Meutmacher achten und ale
dermaffen austragen, dahin deuten, daß ſie ih, ten, und uns die zu gebührlichem Rechten eine
re Zagheit und Untreu, die fie den Tag an ih⸗ nehmen und alfo verhaften laffen, damit wie
rem Herrn bemiefen, tie er ſich alsbald und her-| Rechts an ihnen befommen, und männiglichen
nach felbft- beflage, damit gern bedecfen woll-| offenbar werde, was es vor Seutefeyn, und was
ten; und daß fie ohne das mit unadelichen und| Ihr Vorhaben geweſen, und wie böslich, fälfche
unehrlichen Thaten, und denn mit verurfachter] lich, und mit Unwahrheit fie ung an unfere Zürfte
Armuth, zum theil alfo beladen, daß fie ver⸗ liche Ehre geredtundgedicht haben. Dennwie
hoft, das gemachte Raͤdlein weiter zu treiben ‚| haben uns (ohne Ruhm zu ſchreiben,) in Dies
Bd es Haben nicht bewenden laflen, wenn gleich fer Kriegsuͤbung und ſonſt die Sage unfee =
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m I. Abfehn. Dom Seldzug der Proteftanten wider Herzog Heinrich. 1797
bens SHE $ob! dermaffen verhalten, als ei- E. L. famt andern in groffer Nüftung feyn fole
nem ehrliebenden, wahrhaftigen Fürften ge» len, uns an folcher rechtmäßigen ling *
vuͤhrt und wohl anſtehet, und wollen uns, ver⸗ möge des Landfriedens, erlaubter Defenſion und
muittelſt goͤttlicher Gnade, bis an unſer Ende al⸗ Recuperation des Unſern zu verhindern. Die -
ſo verhalten, daß man erkennen und befinden ſoll, weil wir aber ſolches um E. L. die Zeit unſers
daß wie um keinerley Sachen willen auf Er⸗Lebens nie verurſacht, auch mit derſelben in Un⸗
den, anders denn fuͤrſtlich, ehrlich und wahr: | gutem nichts zu thun wiſſen, noch anders oder
haftig, wie uns von unſern ehrlichen Eltern und mehrers, als allein unſer Vaterland, ſamt an⸗
Vorfahren loͤblich angeboren iſt, handeln wol⸗ gezogenen Koſten, Schaden und Intereſſe, zu
len, und daß es ung gegen hochgedachten Küy: erlangen begehren: fo koͤnnen wir ſolchem An«
ſerl. und Kön. Maj. Churfuͤrſten, Fuͤrſten und |dringen feinen Glauben zuftellen, wollen ung
' Ständen des heiligen Reichs, mit guten Eh⸗ auch deshalb verfehen, E. & werden ſich wider
ren zu verantworten, und gegen männiglich un: | uns Feinesiweges bewegen laffen, fondern viele
verweislich feyn foll. Das erbieten wir uns ge⸗ mehr ung zu Handhabung des Reichs Landfrie⸗
gen ihre Majeft.unterthänigft, gegenihren tieb-| den, als ein gehorfamer Fürft des Reichs, vers
‚den freundlich zu verdienen, und es gegen den| möge deffelben Convention, darzu förderlich und
andern in Gnaden zu bedenken und gnädig zu|behüfflic fern. Und wiewol wir uns ob dem
‚vermerfen. Datum in unferer Stadt Leipzig, gar feinen Zweifel machen : fo bitten wir doch
den fünften Tag des Monats Aprilis, Anno hierauf E. 2. richtige wwiederbefchriebene Ante
1546. wort bey gegenwaͤrtigem, was wir um dieſel⸗
ROTER”, ben freundlich zu verdienen geneigt. Datum
Folgen die Beylagen. in unferm Feldlager vor Wolffenbiittel ‚am
' A. fuͤnften Tag Octobris, Anno 45.
1m freundliche Dienfte und was wir fonft Bon GOttes Gnaden, Heinrich dee
a mehr Liebs und Guts vermögen, zuvor. „Jüngere, H. zu Braunfchweigund
Hochgeborner Fürft, freundlicher lieber OHheim! Luͤneburg. Br a
MWelchermaffen wir, wider GOTT, Ehr und 5.3.B. uU.L. D. J. meine Hand,
Recht, des heiligen Roͤmiſchen Reichs Drd-
ae und lach. ofnne einige gegebne,) Dem bochgebornen Fürften, unferm freundfi.
Uefach, feynd von unfern Sandenundgeutenge.) Gen lieben Oheimen, Herrn Morigen, Hera
waltiglid)verdrungen worden, deſſelben, alget.) zogen zu Sachſen, Landgrafen in Thüringen
ner offenbaren notorifchen That Handfung, bej nd Burggrafen zu Meiflen.
Dürfen &. 8. Feiner Erinnerung. Nun hätten wir 3u ©. 2. eignen Yanden.
wohl verhoft, unfere Widerwärtigen follten fic) 5 BL
uletzt zu ſchuldiger rechtmaͤßiger Reſtitutlon be- J—— |
bannt und uns allerdings veftituire haben ; weil Antwort an Herzog Heinrich von Braun⸗
- fie aber. folches über vielfältiglich mit ihnen ges fehweig zc.
pflogenen Handlungen nicht gethan haben, no nfere freundliche Dienfte, auch was wir tiebs
I nn e DOCH un u und Gufs vermögen, zuvor. Hochgebor⸗
89 feynd wir, zu Verhütung unfer und unfe-| ner Fürft, freundlicher Leber Oheim! Uns iſt
rer Rinder ewigen Verderb, gedrungen wor⸗ Beute Dato von E. 8. ein Schreiben, das ge«
den, dieſe unfere gegenwärtige Defenfion allein| ben iſt den fünften Tag diefes Monats, alhie
zu Wiedereroberung berüheter unferer abgedrun.| zu Muͤhlhauſen zukommen, darinn uns et.
gmer Sande und Leute, zuſamt erlittenen Ko⸗ anzelget, In was Kriegsuͤbung E. 2. dieſer Zeit
Ken, Schaden und Sntereffe, vor und an Die) ſeynd, aud) mas E. 8. unferer Rüftung halben.
Hard zu nehmen, > Fin Erfahrung fommen, mit angehefter Bitte,
Nun Eommen wol, aber in Erfahrung, daß es unfere richtige Antwort bey ihrem a
Er Er 2 ner,
| 1798 Cap. ı9. Don sweyen $eldzügen, der Proteftanten und des Räyfers. 1799 )
ner, weh ſich E. Cdißfalls zu uns follten zuver- | Erörterung alfo erwarten; €. & würde. esda- ı
BT DEN En
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ſehen haben oder nicht : ſolches EL. Schreiben ha: | bey bewenden laffen, und Eeine Unruhe daruͤber
1
.E.$ unſer Gemuͤth allenthalben vernehmen,
ben wir feines Innhalts verlefen,und wollen E. 8. verurſacht haben, denn es würde ohne Zwei⸗
nicht verhalten,daß wir gleich dieſe Stunde, da ung | fel die Käyf, Majeft. der Sachen guͤtlich oder
E.L. Schreiben zufommen, eine Schrift an®. rechtlich abzuhelfen gnädigft nicht unterlaſſen
$. thun laſſen, weldye wir E. 8. hierneben bey|haben, en
unferm Trommeter zufchicken; daraus werdeni Weil aber &, $. folches alles nicht geachtet,
auc) der Kaͤhſ. Maj. Gebot dergeftalt hintan
geſetzt, und fich eines foldyen gewaltigen Vor⸗
nehmens unterftanden, feynd wir von obge⸗
meldten unfern Freunden um Hülf und Rath
erfucht , darauf wir auch. etlich Kriegsvolf aus
Ermwegung allerley Umftände und Gelegenheit
diefer Sachen verfammlet. BR.
Weil wir aber zum liebften Trieden gefoͤr⸗
dert und Weiterung verhüten, erfahren woll⸗
ten, wären wir nicht ungeneigf,, wo uns E.L.
zwiſchen hie und Freytags naͤchſt fehriftlich be=
richten würde, daß &. 2. unfere Unterhandlung,
auch billige Weiſung leiden wollte, Fleiß vor⸗
zuwenden, wo mir allein, oder neben andern,
den Vertrag diefer Sachen in der Güte befürs
dern Fönnten, wie wir dann bey obgedachten
und feynd E. 2. freundlich zu dienen willig. Da:
tum Mühlhaufen den 12. Octobris, Anno2c.45.
Moritz, Herzog zu Sachfen,
25, 2,
Die erfte Derwarnungsfebrift an Serzog
Heinrich von Braunfchweig.
Kb hesb freundliche Dienfte, und was wir $iebs
4% und Guts vermögen, zuvor, Hochgebor-
ner Fürft, freundlicher lieber Oheim! Wir feynd
glaublich berichtet, daß E. 2. Diefer Zeit erlich
Kriegsvolk zu Roß und Fuß verfammlet,und da-
mit in einer Rriegsübung feynd.
> Nun haben wir es dafür gehalten, weil die
hochgeborne Fürften, Herr Johann Friedrich,
Herzog zu Sachfen, des heiligen Römifchen
Reichs Erzmarfchall, Churfürft, Landgraf in
Thüringen, Marggraf zu Meiffen und Burg»
grafzu Magdeburg; und Herr Philipp, fand»
graf zu Heſſen, Graf zu Eagenelnbogen, Die
Ziegenhain und Nidda, unfere freundliche lie,
be Vettern, Vater und Gevatter, und diean
dern ihrer Kebden Einigungsverwandten, ſich
gegen der Rom. Kaͤyſerl. Majeſt. unſern aller-
gnädigften Heren, Darein begeben: daß ihrer
Maj. ihre Kebden das Fuͤrſtenthum Braun-
ſchweig fequeftersmeife zuftellen wollten; und
darauf die Ränferl. Maj. E. $. bey Pön. ihrer
Majeft. Känferl. ausgefündigten Landfriedens
‚geboten: daß E. L der indem Mandat erwehn⸗
ter Abrede und Capitulation zumider nichts
handeln, und vor gätlicher oder rechtlicher er«
folgter Erörterung der Sachen durch &. 2. feibft,
noch andere, mitder That und in Ungutem we:
der heimlich noch öffentlich in keinerley Weife
noch Wege gegen obgemeldfen unfern Freun-
den und andern ihren Janden und $euten, aud)
‚den Inhabern, Einfaffen, nichts vornehmen,
fondern guͤtlichs oder rechtlichs Austrags und
ne mit dem Gebluͤt, fondern der Erbeinung,
noch zur Zeit mit E. 2. in Ungufem nichts zu
hun haben, auch &. 2. Lande uns nicht —
den 12, Octobris, Anno ꝛc. 45.
in Zerzog Seinrich von Braunſchweig ec.
5——— freundlicher lieber OHheim!
Nachdem wir heut E.?. zugefchrieben, daß
wir
*
unſern Freunden derhalben auch wollen Erkun⸗
digung nehmen, und an unſerm Fleiß nichts
erwinden laflen; wo aber E.L. in Wegerung
feyn würde, ung güfliche Handlung und billie
ge Folge einzuräumen, hat E. L zu ermeflen,
mweil nie denfelben unfern Freunden nicht allei-
ben. And wollen &. 2. folches gufer Meynung "
niche bergen, der wir ofne Das zu freundlichen
Dienften geneigt feynd. Darum Müplbaufen
Morig, Herzog zu Sachſen.
welche die Roͤmiſche Känfer und Könige beftar
tiget, und unfere Vorfahren geſchworen, ver⸗
wandt, daß wir nicht umgehen Fonnen, ifre
Siebden mit Rath und Hülf nicht zu verlaffenz
wiewol wir aufferhalb deß für unfere PWerfon
Tanz
—
IE — J9 * fi » / J RE
\
1
800 1.Abfeyn; Dom Feldzug der Proteftanten wider Herzog Heinrich. 1801
wie heut unſere Raͤthe zu E. 2. fehicfen wollten, haͤtten bey uns. bewogen, daß zu fhleuniger
eynd wir dem Folge zu leiften geneigt geme- Foͤrderung geflriger gepflogener Unterrede und
fen. Dieweil wir aber vernommen, daß E. 8. | Handlung falt dienfkiich wäre, mo (* und wir
etliche Fahnen Reuter vor unfers freundlichen |ung zufammen verfüger, und Darauf uns nad)
lieben Bettern, Vatern und Gevattern, des aller Nothdurft berede hätten, Wo nun fol«
Landgrafen zu Heffen ıc. Lager heut haben rıi= ches gleichergeftalt euch auch gefällig, fo thun
cken laffen, daraus wir Bedenken genommen,
unſere Räthe abzufertigen; wo aber E.?. deß
. nochmals gefinnet, und leiden koͤnnte, wollten
wir mit goͤttlicher Verleihung, vermittelt Er-
ſtreckung E. L Geleits unferer Raͤthe, diefelben
Morgen früh zu E.L. verfertigen: bitten der⸗
wegen, E.L wolle uns ihr Gemuͤthe, was ihr
gefaͤllig, vermelden. Das ſeynd wir um E.L.
‚zu beſchuldigen geneigt. Datum im Lager vor
Northeim, den 17. Monats Dctobris, "An-
NO Me ;
dige Herren geftern gewefen, erheben. Seynd
wir geneigt, alsbald dafelbithin gegen euch auch
Gn. H, Kriegsvolf verfügen laffen, daß euch
folches unbefärt feyn folle, und gleicher Weiſe
auch vorfehend, daß ihr bey dem Gegentheile
und deflelben Kriegsvolf auch beftellen und ver=
fchaffen werdet. Das wir euch, Denen wir freund⸗
liche Dienfte zu erzeigen geneigt, nicht möchten
verhalten. Datum im eldlager vor Calvel-
de am 20. Tage Dctobris, Anno ꝛc. 45.
Alerdt von Horden, oberfter Feldherr,
Moritz, Herzog zu Sadjfenc.
An Serzog Mori zu Sachſen. ⸗
nſere freundliche Dienſte, und was wir Liebs Stopler, Doctor Canzler, und
I und Gursvermögen, zuvor. Hochgeborner Achim Aybe.
Fuͤrſt, freundlicher Dheim! Wir Haben &, $.|Den ehrenveften, ebrbaren und hochgelahrten
Schreiben, daß diefelbigen heut Morgen frühe) Herrn, Georgen Summerftadf, der Rechten
ihre Käthe an uns abfertigen wollen ıc, alles] Doctor, Ernſten von Miltisen und Chrie
Innhalts freundlichft verftanden, Nun dürfen| ſtoph von Ebeleben, unfern befondern lieben
Er — unſerer — feiner Erinne⸗ Freunden.
rung, dabey wirs nochmals beruhen laſſen, und RT a
* wir einmal von uns geſchrieben, feynd Serzog Moritz zu Sachſen Raͤthe Antwort.
wir veſtiglich zu halten geneigt, mögen darum
E. $. Räthe Anfunft wol erleiden, wollen auch
denſelben ‘voriges unfer gegeben Geleit Biemit
nochmals zu angebotener Unferrede auf Heute
verneuet, und erftrecfthaben. Das wir E. 2. hin:
wieder zu freundlicher Antwort nicht wollen ber-
gen. Datum in unferm Lager zu Calvelden
am 18. Tag Detobris, Annoxc, 45. °
DS Don GOttes Gnaden Heinrich der
1; Jüngere, 9. zu Draunfchroeig
und $üneburg.
03.3:3,8.D.2.D.J. meine Zand,
Ehrenveſte und hochgelahrte, befondere gute
Freunde! Wir haben euer Schreiben an uns
verleſen, darinnen ihr anzeiget, daß ihr der
geſtrigen gepflogenen Unterrede und Handlung
dienſtlich achtet, daß wir uns neben euch in das
Kloſter, darinnen beyde Fuͤrſten beyſammen
geweſen, verfuͤgt haͤtten, und das aller Noth⸗
durft ferner unterredet. Nun iſt es ungezwei⸗
felt an dem, wie ihr zum theil felbft Habe gefe=
ben, daß unfer ©. H. Herzog Mori und wir al-
| Kriegsübung in der Güte vertragen und bey-
E. gelegt haͤtte werden moͤgen: wo auch euer Herr
| re freundliche und ganz willige Dienftezu-| die geftrigen von unferm ©. H. zugeftellten Ar⸗
8% vor. Ehrenvefte, ehrbare und Bochgelahr-|tifel Hätte annehmen wollen, hätten wir gar
te, befonders günftige und liebe Freunde! Wirl kein — es haͤtte ſolche BÄREN
FEFF3 bey
wir freundlicd) bitten , ihr wollet euch förderlich
in das Klofter, darinnen die beyde unfere gnä«
zu fommen, und zu der Behuf bey diefemunfers
len möglichen Fleiß vorgemwandf, damit dieſe
Ebert von der Recke, Johann
_
Linke freundliche und willige Dienſte zuvor!
FWRTRE
1802 i Cap. oo, Don sween Selösügen , der Proteflantenund des Räpfere. | : Er: 3
bey dem Sandgrafen zu Heffen, und den an- [ter erlangen mögen; fondern S. F. ©. haben
dern Mitverrandten Statt gefunden, und waͤ⸗ deß gar feine fernere gütliche Handlung einraͤu⸗
re angenommen, oder gewilliget worden: Dies |men wollen, welches wir wieder zur Antwort
‘weil aber daffelbige nicht gefcheßen, noch feyn nicht roiffen zu verhalten. Datumim Feldlager
ie ‚ fo hat =“ — * — bey Northeim den 20. Octobris, Anno ꝛc. 45..
zog Moritz, und auch dergleichen wir, auf allen * | —
"möglichen "porgewandten Fleiß, fo wie auf En . en ER |
diß euer Schreiben Dargerfan, bey dem Land⸗ und Adyim Rybe ’ RR
grafen zu Heſſen Feine gütliche Handlung wei. ; N
Des neunzehnten Eapitels zwepter Abſchnitt.
Von dem Zwieſpalt des Churfuͤrſten Johann Friedrichs zu Sachſen
und Herzog Moritzens wegen der Stadt Wurzen, und von dem Feldzug Kaͤh⸗
ſer Carls des V. wider die Schmalkaldiſche Bunde: ——
1442. Mauris, angenommen, und gemeynt hat, die⸗
Vertrag des Kriegs, Unwillens oder weil das Bißthum Meiſſen mit feinen Schloͤß
- Bebrechens, welcher ſich zwiſchen Churfuͤrſt fern, Staͤdten, Unterthanen und Zugehoͤrun⸗
Johann Friedrichen zu Sachſen an einem, und gen, in beyder Theil ſaͤmtlichen Schutz, Schirm,
Serzog Moritzen zu Sachſen am andern Vertheidigung und Handhabung, lauf der alte
Theil, über Einnehmung des Biſchofs zu vaͤterlichen Theilung, gehoͤrete, daß ſolch Ein⸗
Meiſſen Schloß, Stadt und Amt Wurzen er- en feiner, Herzog —— Liebd und der⸗
hoben. Gegeben Montag in Gftern, ſelben Erben nachtheilig und abbrüchig ſeyn ſoll⸗
we Arnno 1542. te: derhalben fie beyde zur Rüftung und Ger
— 1J. genruͤſtung kommen ſeyn, und wol darauf ge⸗
ir Philipp von GOttes Gnaden, ſtanden haͤtte, daß fie zu weiterer thaͤtlichen
NV, —— ge ei 2 a zu Handlung kommen wären. \
9 Zasenelnbogen, Dies, Siegen) ,, Demnach haben wir ſolchen groffen Un⸗
hayn und na 7 — rath, der beyden ln een ürftenehite
I, an biefen Briefe, als die hoche nern, Sanden, Linterthanen und $euten, Biere
gebornen Zürften, Herr Johann Friedrich, des aus, fo er zu Weiterung fommen, entftanden
Be Nom, Reichs Erzmarfchall und hurfürft, wäre, zu Herzen geführt, und ung aufs för
urggraf zu Magdeburg, und Herr Mauriß, derlichite zu beyden ihren L. verfügt, mit allent
beyde Herzogen zu Sachſen, Sanögrafen in|;.in zwiſchen ihnen gehandelt, und nad) vie⸗
Thüringen, und Marggrafen zu Meiffen , un: |, geübeer Handlung bie Sachen gütlich hin⸗
fere freundliche liebe Vettern, Brüder, Sohn gelegt und vertragen; wie bernach folgt. —
und Gevatter, von wegen der Anlage und
Steur wider den Tuͤrken, fo da gemeldter] 3. Daß erſtlich unſer Better und Bruder,
Churfuͤrſt in Stade und Amt Wurzen, als eir|der Cpurfürft zu Sachfen und Burggraf zu
nem Stuͤck des Bißthum zu Meiffen, begehrt, Magdeburg, Schloß, Stade und Amt Wurs
und, auf Weigerung des Bifchofs zu Meiffen, zen, famt dem Vorraͤth, und was der Bifchof
Schloß, Stadt und Amt Wurzen eingenom-|darinnen hat, ausgefcheiden was ohngefähr
men, in Irrung geivachfen, alfodaß ſich deffen |veräger wäre, in unfere Hand ftellen, undwie
unfer Better, Sohn und Gevatter, Herzog Jalsdenn diefelben dem Viſcheſe an PRAIRDATE
| onft
1804 . 11. Abſchn. a) Ehurf. Job. Sriedrichs und Herzog Moritzens äwiefpalt. 1805
ſonſt niemand anders, wiederum zuftellen und; len die Straffen und Bergleitungen, im Amt,
einraͤumen ſole ESchloß und Stadt Wurzen, dem Churf. Theil,
4. Und ſoll num hinfuͤro ein Biſchof zu Meif und in andern des Stifts Schloͤſſern, Staͤd⸗
fen, mit feinem Bißthum, Stift, Schloͤſſern, ten, Aemtern und Zugehoͤrungen, dem andern
Staͤdten, Dörfern, Unterthanen, Leuten, Guͤ⸗ Fuͤrſtlichen Theil zuſtaͤndig ſeyn und bleiben.
fern, Zu⸗ und Eingehoͤrungen, beyden Fürftl.] 8. Auch der Religion halben foll es im
des Hauſes Sachfen Theilen, mit Schuß und al- | Schloß, Stadt und Amt Wurzen, famt def
len andern bergebrachten Gerechtigkeiten zu: |felbigen Zugehörung, und auch in der Dome
| ‚gleich, wie folches herfommen, zuftandig feyn ; kirchen dafelbft, nach unfers Bertern und Bru⸗
alſo daß ihrer beyder L. von _beyden Theilen, ders des Churfürften, und in des andern, des
auch derfelben Erben, auf Ewigkeit, an fol- benannten Stifte, Domkirchen, Aemtern,
chem Bißthum, famedeffelben Xemtern, Städ- | Schlöflern, Städten und Zugehörungen, nad)
‚sen, Schloͤſſern, Häufern und Wohnungen, |unfers Bettern, Sohnes und Gevattern, Her
wo Die gelegen, dero Feins ausgefchloffen, glei- zog Morigens und feiner L. Bruders Bifitas
chen und famtlihen Schuß, Schirm, Ver: |tionsordnung gehalten werben,
theidigung und Handhabung Haben follen, inn-| 9. Es foll aud) ein Bifchof zu Meiflen in
halts der altwäterlichen Theilung, und wie her: Nothfaͤllen, zu Beſchuͤtzung diefer tande, ſei⸗
nach ſolgt. Eh ne und feiner Alntertbanen $andfolge auf der
5. Nemlich, daß ihre $. und derjelben Er- Chur - und F. zu ©. fämtlichen, oder eines
ben, nad) ihrer Gelegenheit felbft, auch derfel- Fuͤrſtlichen Theils fonderlicd) Ausfchreiben, jedem
bigen Sreunde, Verwandte und Unterthanen,: Theil feine gebüßrende Helfte, doch feinem
die des Haufes zu Sachfen Feinde nicht feyn ‚| Theil wider den andern zufchicken, auch fonften
oder die ihre 2. an Ehren und Glimpf öf-jin des Reichs Huͤlf die Anlage in feinen
fentlich oder beweislich nicht verlegt hätten, die| Schlöffern, Städten, Aemtern und Zugehöruns
nicht Zoll oder Gleit zu geben, und derhalben gen, freulich und fleißig einbringen, und den
der ordentlichen Straffen auf Eilenburg oder halben Theil folcher eingebrachfen Anlage zu
Grimme zu gebrauchen fehuldig, durch des Wurzen, den andern halben Theil zu Sto!pen
genannten Stifts, Amt und Städte, und fon- |verwaßrlic) bey etlichen von den Ständen des
derlich durch der wilden. Furt zu Wurzen, ei⸗ Stifts Binlegen: davon follen die Neuter und
nen freyen Paß, aud) Macht haben in des! Knechte, fo das Stift auf folche Anlage zu des
Etifts Schlöfern, Häufern, Wohnungen ‚\Neichs Hülfe ſchicken wird, befoldet, und Dies
Städten und Flecken, wie die benannt werden |felbigen Keuter und Rechte, einem jeden Fuͤrſtl.
‚mögen, und wo aud) die gelegen, auf ihrer L. 1 Theil die Helfte, zu ven andern ihren Leuten
Unkoſten, ihr Nachtlager zu Haben. Doch daß und Unterthanen zugefchickt werden. Und was
es dem Bifchof zu Meiffen ohne Schaden fen, hieruͤber von der Anlage indes Bifchofs Schloͤß
‚ und hieran foll ein Fürftlich Theil dem andern ſern, Städten, Aemtern und Zugehörungen ein⸗
feine Berhinderung thun. bracht, übrig: dasfoll zu Schuß und Nothſa⸗
6. Dieweil aud) fein Theil durch das Stift hen beyder Fürftlichen Theil Sande, wie ob-
zu Meiffen feinen Paß haben Fann, ohne Be⸗ |gemeldt, gebraucht roerden, und mittlermeil an
uͤhrung des andern Fürftenrfums, auch auffer- | berührten Orten Bingelege bleiben, und foll der
halb des Stiftes: fo foll ein Theil dem andern Biſchof allmegeder Anlag Regiſter und gruͤnd⸗
ſolchen Paß, von einem Amt des Stifts zum lich DVerzeihriß den Chur- und Zürften zu
‚andern, undalfo Durchaus, fo weit ſich berühr-! Sachfen überfchiefen. Und dergeftaltfolles mit
‚tes Stift erſtrecket, Durch fein Fuͤrſtenthum oß- der jegigen Tuͤrkenanlag auch gehalten werden.
ne Sleitsfuchung freundlich geftatten, unddar-| 10. Wenn auch der Ehur- und F. zu S. Aus⸗
an feine Verhinderung fhun. fchreiben der bemwilligten Anlagen zu des Reichs
b
7. Aber aufferhalb deß, wie obgemeldt, ſol⸗ Sachen, oder aber ihrer & Ming: und a
gebo
VITERTVTERE
— vr TER
——
gebot und andere oͤffentliche Ausſchreiben, nicht der Churfuͤrſt, an der Domſtiſtkirchen zu Mei
gleichförmig, oder eines Innhalts feyn würden : ‚fen-Gerechtigfeit zu Baben vermeynt; welches.
fö foll ein Biſchof, oder das Stift Meiffen, ſich aber unfer. Better und Sohn, HerzogMorig,
in Amt, Stade und Schloß Wurzen nad) des nicht geftändig: fo haben mir 'diefelbigen auf
Churf., und in den andern des Stifts Nemtern, dißmal nicht abhandeln mögen; fondern es foll
Schloͤſſern und Städten, nach des andern in dem einem jeden Theil fein Recht und Ge—
Fuͤrſtl. Theils Ausfchreiben halten, und nichts |vechtigfeit unbenommen feyn. ra
deftoweniger mit den Anlagen, freyen Paß, 18. Und Hierauf foll die Kriegsrüftung, 6
. Durchzug und Lager, wie oben gemeldt, ges |jeßo vorgenommen ift, von Stund an vonbeys
halten werden. ven Theilen zugleich abgeftellet, aller Unmille
ır. So foll auch der Bifchof Hinförter der gefallen und beyde Fürftliche Theile wieder vers
beyden Chur- und Fürftl. Theil Landtäge, wenn ſoͤhnet und Freunde feyn, auch beyder Theil
er durch 3. 8. befehrieben wird, wie es ber: Raͤthe, Unterthanen, Diener und andere, dar⸗
kommen, befuchen oder befchicken. | um, daß ſie ihren $. in diefer Sachen räthig, ges
12. Der Bifchof zu Meiſſen und feine Tach: | folgig und dienftbar geweſen feyn, Feiner Ungnas
fommen fol die Berfchreibung, fo ex dem de gewarten, in Feine Weiſe. —
Ehurf. und weiland dem hochgebornen Fuͤrſten, 19. Und mas unabgeredter Irrung wären,
Herrn Heinrichen, Herzogen zu Sachſen, ꝛc. die ſollen, wie ſich gebührt, gehandelt: und bey—
loͤblicher Gedächtniß, gegeben hat, halten, und | gelegt werden.
darwider nicht thun. 120. Damit foll diefe Sache, und alles, dag
° 13. Auch fol unfer lieber Vetter, der Chur: | fich Darinnen begeben hat, gänzlich gerichtet und
fuͤrſt, oder feiner L Befehlhaber, die Seute der | vertragen feyn und bleiben, ohne Gefährde.
Stadt Wurzen, aud) die vom Adel und alle 2. Und deß zu Urkund haben wir unfer Ser
Unterthanen des Amts, ihrer gethanen Gelübde | cretinfiegel an diefen Brief gehangen. Und
mieber loszählen, doch daß fie Dem Haufe zu mir von GOttes Önaden, Johann Friedrich,
Scchfen, Innhalt der großväterlichen Thei- des Heiligen Römifchen Reichs Erzmarfchall,
fung und diefes Vertrags, zugefhan bleiben. Churfuͤrſt, Burggrafe zu Magdeburg, und
14. So foll aud) der Biſchof famt dem Ca-| Moris, beyde Herzogen zu Sadjfen, tandgras
pitel zufagen, die teute zu ABurzen, vom Abel, fen in Thüringen und Marggrafen zu Meiſſen,
Bürger und Bauern, darum, Daß fie dem befennen auch an diefem Brief, für uns und
Ehurf, in diefer Handlung gefolgig geivefen unfere Erben, daß dieſer Vertrag mit unferm
feynd, mit Worten, Werken oder Strafen, ‚guten Wiſſen und Willen abgerede und zuges
in feinem Weg zu befehiveren, oder das fonften gangen ift. —
in Ungutem zu ahnden. 22. Gereden und verſprechen auch bey un⸗
15. Es ſollen auch beyde Chur⸗ und Fuͤrſtli⸗ ſern Chur⸗ und Fuͤrſtlichen wahren Worten,
che Theil den alten Erbverbruͤderungen, Erb: denſelbigen in allen feinen Clauſeln, Puncten
einungen, Erbtheilungen und Verträgen treu: und Artikeln ter, vet, unverbrüchlich zu hale
lich nachkommen, ſich aller thaͤtlicher Handlung, |ten, dawider nicht zu handeln, oder zu thun, in
Junhalts derfelben Einnung und Verträge, ent: |Feine. WBeife, auch ohne Gefährde, Ri,
Balten, und einander ihre ©erechtigfeit freund-| 23. Und deß zu Urkund haben wir unfer June
lich und £reulic) helfen behaͤrten und beſchirmen. ſiegel an diefen Vertrag, welcher zweene glele
16. Da auch ie zuzeiten zwifchen ihren L. | ches Lauts gemacht und jedem Theil einer über-
Irrung vorfiele, Darum follen ihre 2. einander | reicht ift, wiffentlich auch thun bangen, derger
- freundlich) erfuchen, und im Sallder Nothdurft macht und aufgeriche ift, am Montage nad
fich folcher ihrer Gebrechen, Innpalts obge- |dem Oftertage, im Jahre nad) Cprifti unfersiier
meldter Verträge, entſcheiden lafien. ben Seligmachers Geburt, taufend fünfpundert,
17. Nachdem aud) unfer Vetter und Bruder, zwey und vierzig, 2c. AR |
508 Cap. 1. Don weyen Seldzügen, der Proteftanten und des Röyfers,
2
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1443
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D. Mart. Luthers Vermahnung zum
Friede an Ehurfürft Johann Sriedrichen und
Herzog Moritzen zu Sachſen, der plöglichen
. Empörungen halben, fo um Wurzen ent
% landen, Anno 1542:
Heine unterfhänigen Dienfte und mein armes
> Pater nofter zuvoric.
Kiste, gnädiger, ehrwuͤrdige, wohl:
geburne, edle, geftrenge, vefte, und
wie einem jeden fein Titel gebührt.
iſt ſolch ernft Vornehmen und plöglicher Zorn
zwifchen benden, Euer Chur⸗ und Fuͤrſtli⸗
1808 " IL. Abfchn. a) Churf. Job. Sriedrichs und Herzog Moritʒens Iwiefpalt, 1809.
er
fonderlich weil Ew. Chur⸗ und Fürftl, Gna⸗
den, ſamt beyden Landfchaften, das Evan⸗
gelium angenommen und bekannt, Chrijten
feyn, das ift, Chriſti Wort hören und ge
horchen wollen und follen. Und freylich
weil ich bey beyden Seiten geacht, daß ich
Ehrifti Diener und Prediger des Evange⸗
lii bin (als die Wahrheit ift), wer mich hoͤ⸗
vet, hoͤret GOtt, wie er ſpricht Luc. ro,16:
Wer euch hoͤret, der hoͤret mich, wer
Mir euch verachtet, der verachtet mich; wer
mich aber verachtet, der verachtet den,
ſo mich geſandt bat: da behuͤte GOtt fuͤr,
chen Gnaden, ſowol als andern, heut erſt Amen. Ba
vecht Fund worden. Und wiewol mir, als| 4. Er fpricht aber: Selig find die
Nrediger und geiftlichen Amts, hierinn we⸗ Seiedfertigen, denn fie follen GOttes
der zu richten noch zu handeln etwas gebührt, | Kinder beiffen. Matth.s, 9. Ohne Zwei⸗
weil es fogar eitel weltliche Sachen find, |fel wiederum wirds heiffen: Dermatedeyer
da mir auch nicht viel zu roiffen befohlen ift; ſind Die Sriedbrecher, denn fie müffen des
fo fleher doch da GOttes Wort ı Tim.2,ı. | Teufels Kinder heiſſen. Solcher Spruch,
welches ung Vredigern und Der ganzen Kir- [weil er GOttes des Allmächtigen iſt, wird
hen gebeut, fur die weltlichen Herrfchaften zu | Feinen Unterſchied der Perfonen achten,. wie
ſorgen, und zu beten um Friede und flilles hoch fie ſeyn, fondern alle unter fich haben,
Weſen auf Erden, rider den Teufel, alles und gebieten Friede zu halten, bey Verluff
Unfriedes Stifter und Anfänger. ewiger Seligkeit, oder (das gleich fo viel ift,)
2. Nun, das eine Stück unſer Sorge ift |der Kindſchaft GOttes. Be
geſchehen, und gefchieht noch täglich vongam| 5. Darum ift diß dag erfte Gebor GOt⸗
zem Merzen, nemlich das Gebet, wie das tes, daß Ew. Chur⸗ und Fürftliche Gnad
beyde Bucher und Gefängezeugen, fonderlic) ſchuldig find, vor allen Dingen zum Fries
jetzt, weil dee Teufel fo eilend und plöglich diefe |den zu trachten, zu vathen und helfen, und
Unfuft erveget hat. Das andere, daß wir |follts auch Leib und Gut gelten, will gefchtveis
auch muͤſſen GOttes Wort und "Befehl an- gen folches Tiederlichen und geringen Schar
eisen in allerley Anfechtungen, es fen zu|dens, fo jest in diefem gegenwärtigen Fall
feöften die Betrubten, oder zu vermahnen |mag vorftehen. Denn ohne Verlegung des
Die Angefochtenen, oder zu ſchrecken Die Hals» |Seroiffens, ja Gefährlichkeit ewiger Ders
ſtarrigen und dergleichen. — dammniß, werden Em. Chur, und F. Gm.
3. Damit ich nun hierinne, das meine |in dieſem gefehreinden Zorn und Unfriede wi⸗
auch thue, und vor GOtt mein Geroiffen |der folch göttlich Gebot nicht koͤnnen forte
entſchuldigt habe: fo bitte ich aufs unter- |fahren. en;
thänigfte, Ei. Chur und Fürftl. Gn.woll-| _ 6. Ja, mag man fagen, niemand Tann
ten mich gnadiglich hören. Denn ich will langer Friede haben, denn fein Nachbar will.
nicht mein, fondern GOttes Wort veden,'Das ift wahr. Darauf fagt GOtt aber
Lutheri Schriften 17, Theil, Dyıy | alfa,
180 Ba 19. Don — Sei — | der Dane und des Rlsfers, | Er.
alfo, Roͤm. ie, i8: So viel an euch if, fo, ten hoͤren und bewegen, zuletzt auch Die abe
babtmit allen {Ist iſchen Friede. Dem vereinigte Fuͤrſten, und vielleicht mehr denl!
nach muͤſſen euer Chur⸗ und Fuͤrſti Gu. ich weiß; bey welchen man zuvor beyden
ſamt beyder Landſchaften hierinn GoOtt auch Theils Mecht oder Unrecht Einnte erforfchen
Gehorfam fehuldig ‚fein bey ewiger Ver⸗ | und fehlieffen, Damit man nicht roider GOtt
dammniß, und en Theil dem andern Frie⸗ und eigene Seigkeit hineinführe, und uns
de und Recht anbieten. Penn alsdenn das! verfüchtes, unverhörtes und. unerfanntes
Hecht und Urtheil gegangen, fo mag ſich Rechts, Land und Leute, Leid und‘ u. |
denn wehren wer da kann. Denn auch die-alfo dem Teufel zu, — ud GOTT zu
Mechte fagen: Niemand foll fein ſelbſt Rich⸗ Unehren opffern müßte.
ter ſeyn, vielweniger ſein ſelbſt Raͤcher; und/ 9. Iſt doch das Saͤdtlein Wurzʒen nicht
wer wi ederſchlaͤgt, iſt unrecht, ausgenoms werth der Unkoſt, (fe bereit Darauf gegangen
men die einige elende Nothwehr. ift,) ſchweige ſolches groſſen Zorns ſo groſſer
7. So hat wahrlich GOtt die Rache hart mächtiger Fuͤrſten und trefflicher Landſchaf⸗
verboten, Roͤm 12,9: Die Rache iſt mein, ten, und wurde bey vernuͤnſtigen Leuten
ich will vergelten. Wer nun GOtt das nicht anders angefehen, Denn als zween volle
Gericht und Rache nehmen till, den wird) Bauren fich fehlügen im Kresfchmar um ein
fein Urtheil treffen, Rom. 13. Und wenn subrochen Glas, nder zween Narren um
mir jemand meinen Vater oder Bruder er⸗ ein Stück Bode, ohne Daß der Teufel und
fetüige, fo bin ich dennoch uber den Mörder! feine Glieder aus plchem Funken gern ein
nicht Richter noch Raͤcher. Und was darf groß Feuer aufblieffen, und alſo den Feinden,
man der Recht und Obrigkeit, ja was darfleine Freude, dem Türken ein Gelächter,
man GOttes, wenn ein jeder will felbft dem Evangelio eine fonderliche Schande aufs ;
Richter, Raͤcher, ja Gott ſelbſt ſeyn wider thaͤten, auf daß der Teufel ruͤhmen moͤchte
und uͤber ſeinen Gleichen oder Naͤchſten, durch feine Loaͤſtermaͤuler: ſiehe da, das ſind
ſonderlich in weltlichen S Sachen? Denn in Evangeliſche Fuͤrſten und Randfchaften, ſo
geiſtlichen Sachen iſts ein anders, da ein aller Welt den Weg zum Himmel weiſen
Chrift wol über Welt und alle Teufel! wollen, und ale Menfchen die Wahrheit
Nichter, das it, GOttes Worts Berk lehren, "und find folche Narren und Kinder 7
zeug oder Zunge ift. Denn fein Wort iſt worden, daß fie felbft noch nicht wiſſen, auch
GOttes Wort, der Eeinen Gleichen noch | geringe weltliche Sachen, mit Mecht und J
Naͤchſten hat, fondern über alte Richter, Bernunft vorzunehmen ; pfuy Die Cvanges 7
Macher und Herr if. liſchen an. Ja freylich, ſolches wuͤrden wir
8. So iſt in diefer ploͤtzlichen Zweyung hoͤren muͤſſen vom Teufel und aller Welt.
noch kein Recht weder Handlung vorgenom⸗ Das wurde GOTD trefflich uͤbel gefallen, 7
men, bielweniger ein endlich Urtheil geſpro⸗ daß fein Name fo fole um unſertwillen ent⸗
den, darauf man möchte mit. gutem Gewiſ⸗ heiliget werden, Roͤm. 2,24.
ſen die Rache oder Strafe vornehmen, ſo 10. So waͤre auch diefer Krieg, wie bey⸗ =
doch vorhanden ſind das feine Kleinod, das de Theil wohl wiſſe en, (wo ſie es bedenken, ) —J
Fürftl. Hofgericht; item, fo viel feiner loͤb⸗ Fein Krieg, fondern eine rechte Aufruhr, fa
licher Grafen, Herren, Ritterfehaft, und ge-| wol ein Hausaufruhr, da Vater und Sohn, an
lehrte Juriſten, Die ſoſches wol zuvor koͤnn⸗ Bruder und Vetter in einander Dam n
mn
— * F —
Sm Die behde Fuͤrſtenthum ſo nahe unter Moͤgen auch wol daſſelbe thun was fromme
einander verwandt find, daß es billig Ein Herzen find, in beyderfeits Landſchaften: die
| Haus, ‚Ein Geblüte möchte beiffen, von oben andern tollen Hunde mögen dieweil fluchen,
an bisunten aus. Da find beyde Fürften und ihr Herzeleid haben mit ihrem Gott dem:
unter zweyer Schweftern Herzen gelegen, Teufel, dem GOtt, unfer Vater, wol ſteu⸗
darnach der Adel unter: einander gevettert, ren kann.
geſchwiſtert, geſchwaͤgert, gefreumdet, ja] 14. Und, da GOtt für ſey, Catan mich
faft ‚gebrudert, gevattert, geföhnet, daß es ja du, mein lieber HErr ZESU Chriſte,
wolmagheiffen: Ein Haus, Ein Blut, auch ſamt allen, die mit mie beten, gnädiglich bes
/ Buͤrger und Bauren gegen einander Si hüten twalleft,,) daß ein Fürfte oder Lands
ne und Tochter gegeben und genommen, daß fchaft Friede und Recht wegern, und mit
es nicht näher ſeyn koͤnnte. dem Kopf wider GOTT laufen, und dem.
ız. Und folche Naͤhe ſollte durch den lei⸗ rachgierigen Zorn nachgehen wollte: in dem
digen Teufel fo in einander geſtuͤrzt und ge⸗ Falle, den GOtt gnaͤdiglich abwende trete
menget werden, um einer Lauß oder Niſſe ich zu Dem Theil, es fey mein gnaͤdigſter
willen? Denn was Fann Wurzen mit al- Herr, der Shurfücft und, Landfchaft, oder
ler feinee Biſchoͤflichen Herrlichkeit feyn, ger] mein gnädiger Herr Herzog Morig und
gen folchem theuren Adel und fo viel Blut, Landfchaft, (denn es gilt hie Feines Heus
denn eine nichtige Laus? Sollt doch SH chelns, ic) rede vor Gott auf mein Gewiſ⸗
mit Donner und Blitz ploͤtzlich darein fehla- fen, ) ich trete, fage ich, in dem Fall zudem.
gen, fonderlich weil wir Ehriften fo unſin⸗ Theil, das Friede und Hecht Ara leiden
nige Teufel ſeyn wollen, und wäre beffer| Fann und begehrt.
Türken und Tattern im Rande leiden. 15. Denn wenn gleich dag andere heil
12. Ich gedenfe Herzog Friedrichs, feliger | das höchite Recht haͤtte, und billig Zorn
Serächtnik: da er mit Erfurt übel fund, fuͤrwenden Einnte, fo verdammt fihs doch
wollten ihm etliche Krieger Erfurt erlaufen, ſelbſt damit, Daß e8 GO in feine Gewalt
wo er fünf Mann wagen wollt. Es wäre greift, fetbft Richter und Macher ſeyn will,
zu Biel, ſprach er, an einem Mann; ſo doch ‚und Damit das Gegentheil zur Nochwehre
Erfurl viel ein andrer Brate in die Küchen, dringet, und Daffelbige mit der That recht
ware, denn Wurzen. Das war ein Se! (richt, und unſchuldig machet, fich ſelbſt
2:83 Demnach) ift mein unterthänig Bit⸗ Jaber ı an dem Rechten ſtuͤrzt; wie droben ger
ten, euer Churs und Fürftliche Gn. wollen fagt ift. Denn fo heißts: Quod iuftum eft,
ðGottes Ehre, ihre Seligkeit betrachten, iuſte exequaris. Et, mea eſt vindicta, Und
Die ewige Schande und N Nachrede nicht auf ‚alsdenn foll das 3 Theil, fo Recht und Friede
ſolch herrlich, loͤblich Fürftenthum ererben, ſucht, getroſt und froͤhlich ſich wehren; und
auch die armen Unterthanen bedenken, das ruͤhme nur, daß ichs an GOttes Statt ge⸗
Creuzʒ wider den Teufel für ſich Tehlagen, heiffen, serathen und vermahnet habe. Denn
und doc) meiner armen Bitte in Gnaden fo! ich will folch Blur und Verdammniß jenes
viel thun, in ein Kaͤmmerlein allein gehen, | Theile auf mich. nehmen, muß es auch wol,
und mit Eruſt ein Vater Unſer beten: ſo thun. |
wird, 0b GOtt will, der Heil. Geift euer] 16. Und wo es dahin kaͤme, da SOTT
\ Er, und Furl, Gnaden Denen andern.| vor fen, Daß man zu Sam zoͤge, oder font
4 Bu Yyy yy 2 zum
2814 Cap.ı9. Don zwegen $eldsägen , der Proteftanten und des Ahpfere.
| / 444 —
und Rache, GOttes Wille geſchehe: wer | Eytraet_ eines Schreibens Lutheri an
—
ter ſolchem unfriedlichen Fuͤrſten kriegt, er) Lehre getoͤdtet, erſaͤuft, verbrannt worden?
leiden und haben wollten, und Damit auc) [rechte Einigkeit erwecke, mie wir ung eines a
Leib und Seel. Denn fie nicht allein ohne | oder das Predigtamt nichts an. Wo wir
und Herren geherfam zu feyn, oder Eide zu) und Schmach unferer Lehre. Wiewol der
zum Anorif geriethe, fo biicfet eure Haͤupter ſſes fagt, ; Mof. 8, 25. daß fie durch fieben
hieher gegen Wittenberg zu ung, und em⸗ Wege fliehen, da fie durch einen heraus
pfahet unfere Hande, die ich hiemit auch |Eommen find, Amen. "Der barmberzig
verheiffe zu Vergebung eurer Sünde, als GOtt fehicke feinen friedlichen Engel, der
die ſich aus Noth wehren, und gerne Recht |beyde zwifchen Fürften und Sandfchaften
in en Id, —— Glaubens und Evangelii ruͤhmen. Amen.
unſerer Abſolution. arnach ſeyd getro | D, Martinus Luther.
und unerfehroeken, laßt. Spieß, Buͤchſen Abe“ ” hi
jehen in die Kinder des Unfriedes, Zorns i
—
ſtirbt, der ſtirbt ſeliglich, als im Gehorſam Nicol. Amsdorfen, fo viel die Wurziſche
und Nothwehr, ſeinen Fuͤrſten und Land zu Sache betrift. d. d. 13. Apr. 1543.
ſchuͤtzen. Wir muͤſſen uns nicht zu tode > Wurziſche Sache ift ganz weltlich,
fürchten vor einem lebendigen Teufel, viel nemlich von der Anlage, und weiß
weniger vor fterblichen armen Menfchen. Inicht was mehr. Denn ich babe die Arts
17. Dem andern rachgierigen unfriedlis|Eel gefehen, unter welchen fiehet: Das
chen Haufen verkündige ich biemit, daß fie] Wort GOttes fol nach der Churfächfifchen
wiſſen, und fich nicht entfchuldigen follen am | Rifttation in Wurzen geprediget werden.
Juͤngſten Tage und Gericht, daß fie ſich Diefes hat Herzog Moritz felbft vorgefehla«
-felbft in Bann gethan, und in GOttes Ra⸗ gen. Der ganze Streit fol darauf anfoms
che gegeben, und, wo fie im Kriege umkom | men, daß Herzog Mori einen freyen Durchs
men, ewiglich verdammt feyn müffen mit zug durch Wurzen habe. Das gehet ung,
Glauben Friesen, fondern auch in weltlichen | fonften Die Urſach feyn müßten alle des Ue⸗
Hecht bife Gewiſſen in die Schlacht|bels, fo rider ung vorgenommen worden:
bringen. Lieber GOtt, wie viel Blut Bätten wir vers
18. Und rathe auch treulich, daß wer uns | goffen, da fo viel heilige Bekenner unferer °
laufe was er laufen Fann aus dem Felde, ers | Chriftus mag felbft zufehen, der mit feinem
vette feine Seele, und laſſe feinen vachgieris) Wort, auf folche Weiſe, Urſache ift fo viel ”
gen, unfinnigen Fürften allein, und ſelbſt Uebels und Haffes in denen Teufen, Müns "
mit denen, fo mit ihm zum Teufel fahren | zern, dem Koͤnig zu Münfter 2c. durch wer
wollen, Friegen. Denn niemand iſt ger | che er fo vielllebels gethan und fü viel Blutz
zwungen, fondern vielmehr verboten, Fuͤrſten vergoffen, zum Aergerniß (wie fie denken,) ”
halten zu feiner Seelen Verdammniß, das Undank für die Gnade GOttes fo groß, die
ift, wider GOtt und Recht. Es heiſſet: Derachtung des Morts fo heftig, das
Hoc poflum, quod inre poflum. Und bitte, Wachsthum der Laſter, Geizes, ABuchers,
und hoffe, daß GOtt werde dem rachgieri- | Prachts, Haſſes, Falſchheit, Neides,
gen Haufen ein verzagtes Herz, zitternde Stolzes, Gottlofigkeit, Gottesläfterung fd
Hände und bebende Knie geben, wie Mo, ſtark, daß GOtt unmoglich Deu |
| ende
86 ] Abſchn a) Churf. Joh, Seiedrichs und Zer30g !Morisens Zwwiefpalt, 187
endlich fehonen und überfehen kann; fondernjans Ende. Beinen dürfen wir ſuͤr die
es wird ung entweder der Tuͤrk ſtrafen, oder | Feinde des Creuzes Chriſti; fie aber Tachen
ein folc) innerlich Uebel heimfuchen. Wir uͤber unfere Thranen. Darum wollen wir
fühlen zwar die Strafen und Klagen darz|unfer Trauren uͤber ihr Elend mäßigen, mit
über, gehen aber in greulichen Stunden (wo⸗ [einer heiligen Freude im HEren, der ung
durch der «Heilige Geift betrübet und GOtt zu gutem fröhlich von den Todten auferſtaͤn⸗
in finem Herzen befummert wird,) einber. |denifl. Denn wollen wir mit den Juͤngern
Was foll es under feyn, wenn GOTT
auch einmal unfer lachen wird, wenn wir
in unſerm Untergang heulen und fchreyen, da
anfchauen und uns freuen und fröhlich feyn
am Tage unfers Heils, Amen, Der HErr
wir ihn, ob er gleich immer fehreyet, feine
Gnadenhaͤnde ausitrecket und gleichfam über
uns weinet, doch weder anfehen noch hören.
ir. müffen alfo diefen Anfang des Jam⸗
mers leiden, die Unbußfertigen haben ein ars
gereszu erwarten. Wir duͤrfen auf nichts
Gutes warten, es Fann nicht kommen, da
unfere Sünden Hinmel und Erden mit ih.
rem Geſchreh wider ung erfüllen. Und wenn
man Deutfchland mit aeiftlichen Augen ans
fiehet, fo fichets zur Friedenszeit ſcheuslich
aus, indem fo viel Unthiere die Ehre GO
tes ſchaͤnden, Kirchen und Schulen zerſtoͤ—
ren. Wiewol der Krieg auch wenig beſſert,
fo verfehret er doch Das Lachen der Narren
“in Trauren, der die Weiſe mit der Ruthe
feines Zorns heimſuchet. GOtt nehme uns
in Frieden vor dem Unglück hinweg. In⸗
deflen wollen Doch wir unfere und Deutſch⸗
lands Sünde beweinen, beten, unfere See—
Yen vor. ihm demuthigen, und anhalten mit
Kehren, Strafen, Troͤſten, mit allen Rräften.
Mas fünnen wie anders thun? Deutfch-
and iſt taub, blind und einesverftockten Her-
‚eng, daß wir nicht hoffen dürfen, da nichts
zu hoffen iſt. Ihr aber fevd ſtark und dan⸗
ket mit uns den HErrn für feinen heiligen
Beruf, durch den er ung gewuͤrdiget hat,
von diefen verlornen und verführifchen Leu⸗
ten uns abzufondern, und hat uns durch fein
heiliges veines Wort rein und unfträflich ber
fey mit euch, Der erhalte und tröfte euch mit
uns. Gonft ift auffer Ehrifto nichts, als
lauter Trauren zu fehen und zu hören in dem
Deich des reiffenden Teufels. nr
— 1445, -
Röyfer Carls des V. Refeript, ſo er an
die Reichsftädte abgeben laffen, worinnen er
fie. von allen gefährlichen Anfchlägen wider fich
und das Neich ab, und zu fchuldigem Gehor⸗
fam und Beobachtung ihrer Pflicht anmahnet,
auch fie aller Enade und feines und des Reichs '
Schuses verfichert, d. d. Regenſpurg
den 17. Jun. 1546.
Carl von GOttes Gnaden, Roͤmiſcher Ränfer,
zu allen Zeiten Mebrer des Reiche, ıc.
T,
Gefefamen, lieben Getreuen! Wir ftelfen in
LI Feinen Zmeifel, ihr tragef in guter ‘Bes
haltung, mit was väterlicher gnädiger Treue
und Zuneigung wir dem heiligen Reich Deut⸗
feher Nation, als dem gemeinen Vaterland,
von Anfang unſerer Känferl. Regierung bis
auf biefe Stunde zugethan und gewogen, alfo,
daß wir nicht allein der Deutſchen Nation Ehr,
Nutz, Aufnehmen und Wohlfahrt gnaͤdig zu ber
trachten und zu befördern, und Die bey friedli=
chem Wefen, treuer, rechter Einigkeit zu erhal⸗
ten; fondern auch alle Unrichtigfeit, und vor⸗
nehmlich die hochbefchwerlichen forglichen Ste
rungen des Zwieſpalts der ftreitigen Religion,
zu Epriftlicher friedlicher Vergleichung und Ei-
niqung zu bringen, uns zum höchften und mit
allem äufferften Fleiß bearbeitet, und uns Bier-
innen weder Mühe, Arbeit, Unfoften, oder
woahret, und wird uns auch bewahren bis) Darftrecken unfers Vermögens, bereuen laflen ;
PYyy yy 3 unan-
+
1318 Cap.ıg. Don zweyen Feldzuͤgen, der Proteſtanten und des Räyfers. 1819 )
unangefeßen unferer Perſon, Desgleichen unfeTiwol begegnen mögen, und die alfo verhängen
ver ehrlichen Königreiche, Bürftentdum und und gedulden muͤſſen (tole ihr denn deſſen in
fand höchite Ungelegenheit, Unftatten und kurzer Zeit noch welter Bericht empfangen
Nachtheil, welches alles wie zurück geſtellt, werdet): fo iſt doc) folches unfer Verhaͤngen
und folche, oder einige andere unferer Ungele- |und Nachfehen allein in Hofnung, beftänet- |
genheit, eigenen Nuß oder Vortheil Klerinne gen Fried und Ruhe im Beiligen Reich zuerlan-
Feinesiweges bedacht oder gefucht Haben, auch gen; aber Daneben nicht ohne merklicye Be
vielweniger des Willens oder Vorhabens ge- ſchwerung, Schimpf und Berfleinerung un⸗
weſen, oder noch feyn, einigerley Zweyung, ſerer Kaͤhſerl. Nepufation geſchehen. Denn
"Spaltung oder Zerrüttung im beiligen Reich | wir je und allwege in Hofnung geftanden, die
Deutfcher Nation (mie uns von etlichen, glei) Sache follte, in Anſehung ſolches unfers vielfäl«
wol mit Ungrunde und Unwahrheit, unbilliger tigen guädigen Willens und Nachfehens, zus
Weiſe zugemeffen wird,) anzufliften oder zu er⸗ [legt (vermittelft göttlicher Gnaden,) dahin gea
wecken ; fondern vielmehr allen Emporungen |langen, daß man dardurch zu endlicher Ber
oder Aufrufe zuvor zu Fommen und abzuftel- |gleichung und Einigung gekommen feyn follter
Ten. Wie denn nicht allein unfer Känferlicyer | wie das ohne Zweifel vor diefen Zeiten geſche⸗
gemeiner Sandfriede, den wir zu Eingange un hen wäre, mo uns nicht andere im Wege gen
ſerer Degierung aufgerichtet; fondern alle an- ſtanden, und mit allem möglichen Fleiß die
dere nachfolgende Sriedftande, Gebet, Man: | Sache durd) geſchwinde Mittel und Wege das
Daten, die wir nachmals zu mehrmalen auf hin gerichtet und getrieben, daß die DVergleie _
gemeinen des Neichs und andern Berfamm- chung und Einigung bisher Feine Statt fine
lungen gemacht, und aflenthalben in das heili- |den mögen; fondern hat alfo zurück ftchen und
ge Reich ausgehen und verfündigen laffen , fol verbleiben müffen, nicht von wegen oder aus tieb
ches alles Elärlich mitbringen und bezeugen. und Zuneigung, fo diefelbigen Berhinderer und
Darbey wir auch nicht unterlaffen haben, un- Zerftörer folcher Vergleichung zu unferer Beil
ere und des Reichs Freye und Reichsftädte | wärtigen und Chriſtlichen Religion, oder der
inſonderheit gnädiglid, zu bedenken und der⸗ Ehren GOttes, Die fie allein zu einem Ded-
maffen zu befördern, damit fie vor allen unz| mantel und Befchönigung ihres unbilligen Bor
billigen, gewaltfamen Handlungen und Unter- nehmens, allentdalben vorwenden ; fondern vie.
Drückungen, fo andere Fuͤrſten und Stände,|mehr, um daß fie alle andere Stände des hei
welche vielleicht eines Theils, mo fie Die Gele ligen Reichs, fie ſeyn geiftlich oder weltlich,
genheit erfehen und haben möchten, (mie ihr hohen oder niedern Standes, unter felchem
jelbit als die Verſtaͤndigen aus vorlaufenden) Schein der Religion, unter fich bringen, und-
Handiungen leichtlich abnehmen koͤnntet,) ges ſich ihrer Güter mit Gewalt unterziehen mögen;
gen ihnen, ben Städten, vorzunehmen nicht] wie-fie Denn auc) derfelbigennunmals einen gu⸗ Y
übel geneigt wären, um fo viel deſtomehr | ten Theil anfich gezogen und eingebrachtheben,
und ftattlicher verhütet, gehandhabt und ge-| und nod) gemwaltiglic) innehalten, zu hohem be«
ſchuͤtzet werden möchten. ſchwerlichem Nachtheil, Schaden und Verder⸗
2. Und ob gleichwol nicht ohne, daß ſich zu ben vieler armen verjagten Parteyen, die ſol⸗
mehrmalen vielerley geſchwinde, forglicye „ges | cher entwandten Güter halben weder Recht
fährliche, dem. Beil. Neid) Deutſcher Nation, noch Billigkeit von ifnen befommen mögen,
derfelben Gliedern und Ständen, und infon=| dieweil fienunmals die Sache fo fern gefrieben,
verheit euch und andern Neichsjtädten, auch daß fie meder Gericht noch Hecht im Beiligen
uns felbft und Känferl. Hoheit und Reputa- Reiche, welche fie lange vor diefer Zeit, foviel
tion nachtheilige und ſchaͤdliche Practiken, anißnen, geroaltiglich unterdrucket und umgeftok
Borfchläge und Anftiftung fich erzeiget, denen fen, zu beforgen haben. Und deß alles unerfät
wir zu jeder Zeit ohne merkliche Zerruͤttung nicht, tiger, unterſtehen fie ſich gleichermaflen, uns
| | an
| 1820 11,bfehn, b) Don des Käyfers gFeldzug woider die Schmalk. Bundsverw. 1gor
am unferer Känfer!, Hoheit und Obrigkeit in Ders nichts erfolget und zu gewarten ift, denn.
‚ meßrerley Wege ganz freventlicyer Bermeffen- |daß gemeine Deutfhe Nation und alle derfel-
u greifen und nachzutrachten, ohne Zwei⸗ | ben Glieder und Stände, in Noth, weitere Zer⸗
fel feiner andern Meinung, denn damit fie ruͤttung, Unrath und Abfall, und endliches
. weitere Förderung, und alle Stände, aud) vor=| Berderben, Zerftörung und Verwuͤſtung kom⸗
: neßmlich gemeine Frey - und Reichsitädte, eins | men, und aus ihrer hergebrachten Siberrär und
Theils mit chätlicyer Gewalt, und zum Theil Freyheit in befchmerliche öffentliche Tyranney .
mit andern gefchroinden Practiken unter ſich und Dienftbarfeit gezogen und gedrungen wer:
. bringen, und dieſelben ihres Gefallens unterdru= den müßten. " @
cken und tyrannificen mögen. Zu dem uns| 3. Welches uns aber länger zu gedulden oder
nicht eine geringe Anzeigung und Vermuthung zu geftatten keinesweges gebührt, noch geziemet,
‚ giebet, daß fie ſich nun mehrmalen viel unnü= Jauch weder vor GOtt, noch vor der Welt, ver»
Ber. muthwilliger Rede und Bedräuung (rie antwortlich feyn will. Lind find dergalben zum
‚ uns glaublich angelangt,) hören und vernehmen hoͤchſten verurfachet und dahin endlich beweget,
laſſen, als ob fie gefinnet wären, das Schwerdt — zu Erhaltung unſerer Kaͤyſerl. Hoheit, auch
gegen uns in die Hand zu nehmen und uns al- Friedens Rechtens, Rufe und Einigkeit im
ſo mit Kriegsgewalt anzugreifen: deß uns auch heiligen Neihe, Verhütung und Abwendung
| Ühreerdichte,aufrührifche, ehrenrührige Schmäg-|des befchwerlichen forglicyen Laſts und nachthei
und Schandbuͤcher und Gemähld, die fig al- | ligen Unraths, fo euch und andern Städten des
lenthalben Hin und wieder in ihren Fuͤrſtenthuͤ⸗ Beiligen Reichs erfolgen möchte, endlich enfe _
‚mern, Landen und Gebieten, im Druck und ſchloſſen, die bemeldte unfere und des Reichs
fonft ausgeben laffen, den gemeinen Mann da⸗ | ungekorfamen, ungetreuen und widerfpenftigen
Durch gegen uns zu erbiftern und zu Empörung Berauber und Zerftörer gemeineg Friedens und
\ und Aufruhr zu beivegen und zu reizen, zu gu: | Rechts, durch Verleihung göttliher Gnaden
tem Theil öffenetich genugfame Kundſchaft und | und Hälfe, zu gebuͤhrlichem Gehorſam anzu=
Zeugniß geben; an maffen, daß wir aus diefen | Balten , zumeifen, und dardurch gemeine Deuts
und allen andern ifren Handlungen und Er— ſche Nation in Friede und Einigkeit zu ſetzen,
zeigungen Feine Befferung bey ihnen ſpuͤren und uns hierinne nicht anders, dann wieeinem -
‚ oder befinden, noch auch verhoffen Fönnen, daß Chriſt ichen Kaͤyſer, Liebhaber, Beſchuͤtzer und
fie durch einige unfere Geduld oder Guͤtigkeit Beſchirmer der löblichen Deutſchen Nation und
‚ von ihrem Ungeforfam, aud) freventlichem und | derfeiben Freyheiten, gebüßrer und zuſtehet, ganz
muthwilligem Vorhaben immer abftehen, oder gnaͤdiglich und väferlich zu erzeigen und zu hal⸗
ſich der Billigkeit unterweifen und berichten-laf: | ten. :
fen werden ; dieweil alles obberühre unfere gnä- | . 4. Und haben aus Diefen und andern mehr
dige väterliche Erzeigung, auch Geduld und ‚beweglichen Urſachen nicht wollen unterlaffen, _
‚Güte bey ihnen fo gar nicht angefehen, nod) je euch ſolch unfer Vorhaben gnaͤdiger Meynung
‚anders verfahren, denn daß fie ſich Deren fuͤr anzuzeigen, Damit ihr deß Willen habt, und
und für zu ihrem Vortheil mißbrauchen und euch fo viel deſto weniger abwenden, „bereden
überheben, und dadurch in ihrem Ungehorfam oder berichten laſſet, als ob wir eines andern
‚und freventlichem muthwilligem Borhaben um geſinnet und bedacht wären, dann daß wir bey
fo viel defto mehr geſtaͤrkt und verftockt, und unfern Käyferl. Worten und Würden behalten,
ſich von Tag zu Tag, je länger und dürftiger und euch deß verfiehert Haben wollen, daß un⸗
gegen uns und unferer Kaͤyſerl. Gewalt, Ho- |fer Gemürh und Meynung anders nicht gerich—
beit und Obrigkeit erheben und aufbäumen. tet ift, dann ihr hiebey vernommen habet. Wir
Daraus denn legtlich (wo dem länger alfo zu: wollen uns auch) hierum Deffen dey euch gaͤnz ·
geſehen, und mit ftattlichem ernſtlichem Einfe- | lic) verſehen, und euch hiermit gnädiglich und
ben zeitlich nicht begegnet werden follte,) an ernſtlich erfuchet und ermahnet Baben, m m
«
1322 Cap.ıg. Donzweyen eldsügen der Proteftanten und des Aäpfers,
wuͤrden, daß ihr demfelben Feine Statt oder dein und unfer aller geliebtes. und angene f
Glauben geben, fondern hierinne zu uns gehor- | Vaterland, -gottlofer, tuͤckiſcher und. a rolifels
ſamlich und treulid) feyn, und unferm fondern ‚ger Weife geprasticiet und angerichtet worden.
Bertrauen nach, euch qutwillig erzeigen und Welches alles endlich dahin angefehen, das,
"galten werdet. Und fo ihr deme alfo nachkom · Deutſchland zu fchleifen, auszurottenundindag |
met, wie wir uns dann deflen bey euch gänzlich äufferfte Berderben zu bringen, ungeacht wie
verfehen, daß ihr deme alfo nachſetzen, und ob- ‚die Worte und verblümte Vorgeben, unfer ers |
gedashten Ungehorſam, auch freventlich muth— dichtem Schein, (als ob man allein etliche un⸗
willig Vornehmen zu widertreiben und abju- gehorſame Fürften und-Stände trafen mwolle,): :
ſtellen, aud) euch und andere Stätte und Stän- ſauten. Dann hie findet ſich offenbar, daß die
de des heiligen Reichs Deutſcher Nation, bey ſe beſchwerliche Kriegsruͤſtung unſers Wider⸗
euren Freyheiten, und darneben Fried, Recht theils nicht allein etlichen ſonderbaren Fuͤrſten
durch jemand, wer der waͤre, anderer Ger |ge was füreln Contract und Bündnig, ja wol |
ftalt bey euch angetragen werden, oder noch | zu melden Conſpiration und Meuterey, uͤber
und Einigkeit im heiligen Reich zu erhalten, ihr und Ständen, fondern allen Bekennern des 9
mit allem eurem Ernſt und Fleiß verhelfen wer⸗ heiligen Evangelii und unſerer wahren Chriſt⸗
Det: dargegen habt ihr euch dinwiederum, alles |lichen Religion zumal, und.alfo auch darunter
gnädigen, geneigten Willens bey ung zu gefrö- dem gemeinen Vaterland gelten follen, zu wel⸗
ften; wie wir Dann folches alles, fo ferne euchs chem blutduͤrſtigen Vornehmen den Antichrift
‚gelegen , derhalben jemanden zu ung abzuferti-- nicht Elein verurfacher, daß die Deutſchen ver«
gen, deme oder denfelbigen euren Geſandten, gangener Jahren die Stade Rom belagert und:
denen wir aud) frey, geſtaͤrkt, ſicher Geleit zu /geplünderehaben. Re \
uns zu Eommen, und wieder von uns bis an — wolleſt hinfuͤro um ſo viel wach⸗
ihr Gewahrfam, zugeſchrieben Haben wollen, wei· ſamer ſeyn, Ohren und Augen aufthun, Damit.
ter und eigentlich anzuzeigen erboͤtig ſeyn. Und du die Welſchen Tuͤcke und Raͤnke des Anti⸗
wollten euch ſolches alles gnaͤdiger Meynung chriſts und ſeiner Mitgehuͤlfen hernach erken⸗
nicht verhalten, euch darnach wiſſen zu richten. nen lerneſt, den Schmeichelworten, ſo ſie vor⸗
Gegeben in unſerer und des heiligen Reichs geben werden, nicht Glauben gebeſt; ſondern
Stadt Regenſpurg, am 17. des Monats Junii vielmehr dahin geneigt ſeyeſt, all dein Vermoͤ
Anno 1546. unfers Käyfertfums im 26. und gen, Leibs, Bluts und Gurs ungefparet, dar
unferer ER im 43. zuſtrecken, damit dem gotlofen Haufen und ale
arolus. lem feinem Anhang, ihr ungetreuer Rathſchlag
- Ad mandatum Cxfar. Catho-| gebrochen; Dargegen aber die Ehre des Allmäche
licz Maiettatis proprium. tigen, ſamt feinem aöftlichen ort. befärbenk
J. Öbernburger. — göttlichen Wort, befördert,
—— — und dann die Deutſche Nation, unſer aller Va⸗
Den Ehrſamen und des Reichs lieben Getreu⸗ terland, vor Blutvergieſſen und Verderben,
en N. Burgermeiftern und Kath der Stadt vermittelſt der Gnaden GOttes
errettet und.
.M. gehandhabt werden moͤge. —
| 1446. Des Pabfts und Baͤyſerlicher Majeftät ,
Buͤndniß zwifchen Kaͤyſer Earl dem V. BSönoni., _.. 0
* *
and Pabſt Paulo dem III. wider die, ſo wider
das Concilium zu Trident proteftiret ha⸗ Al
ben. Rom den 26. Jun. Anno 1546.
— Vorrede.
No
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—
s ſich dann das Deutſchland, genannt Get-
u nun Bi ——— in groſ⸗
em Irrthum un glauben erfunden, und
hriſtlicher Leſer und Liebhaber Deutſcher nun etliche darinnen verharret, — zubefore
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Nation! Hierinnen findeſt du nach der fän- |gen, DaB groffer Schaden, Verderbuß und,
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1824. 11. Abfehn. b) Don des Räpfers Feldzug wider die Schmalkald. Bundsv. 1925
Jerſtoͤrung des Deutſchlands ſich zufragen moͤch | 4. stem, daß feine Kaͤhſerliche Majeft. kei»
tes und als man nun etliche Zeit allwegen fol: nen Vertrag noch Ueberfomniß, mit denen, fo
em Mißglauben eine Borfehung Hat ehun wider das Eoncilium proteftirt haben, oder mit
‚wollen, damit Spän und Irrungen zu vermei · dem Schmalfaldifchen Bund, noch mit Eeis
den und das Deutfchland in guter Einigkeit zu nem andern, foindiefem Mißglauben find, an⸗
behalten, hierauf ein offen und gemein Conch- nehmen noch aufrichten folle, das, fo diefem
lium zu Trient beruffen und gehalten worden iſt; Rriege, oder Glauben der Heiligen Chriſtlichen
da aber die Proteftirenden, mit famt dem Kirchen widerig, oder derfelbigen zu Nachrheil
| Schmalkaldiſchen Bund, geredt, daß fie fich ‚gereichen möchte, ohne Erlaubniß und Bewil«
‚nicht in ein ſolch Concilium ergeben, noch drein ligung Päbftlicher Heiligkeit, oder der Legaten
kommen mollten; welches Concilium auf den des heiligen Stußls.
3. Sonntagim Advent naͤchſt verfchienen, an=| 5. tem, daß Pabftliche Heillgkeit fchuldig
gangen, darnach mie der Gnaden GOttes ger und pflichtig fey, in Monatsfrift, nach Beltä-
handelt, damit: es einen Fortgang nehmen |tigung diefer Eapitel, zu Venedig in gute Ge-
moͤchte. wahrſame zu erlegen, nemlich hundert tauſend
2. Hierauf hat Paͤbſtl. Heiligkeit und Kaͤyſerl. Kronen, welche mit ſamt den andern hundert
Majeſt. für gut und fruchtbar angeſehen, daß tauſend Kronen, fo feine Heiligkeit gen Aug⸗
ſie mie einander diefe nachgefchriebene Eapitel ſpurg gelegt hat, durch feiner Heiligkeit Negen-
und Artikel aufgericht und angenommen haben, |ten, auch zu dem Krieg verbraucht werden fol«
und die ganz in allen Treuen einander zu hal-|len, und fonft zu Feiner andern Sache: ſo aber
ten und nachzukommen, und das zu Ehr und |der Krieg nicht einen Fortgang nähme, fondern
sob GO: dem Allmächtigen und zu guter Ei. |gemendetwürde, alsdann mögen feine Heiligkeit
nigkeit allermänniglichen,infonderheit dem Deut. |folche zweymal hundert faufend Kronen wiede⸗
ſchen tand, fo man Germaniam nennef. _ jum zu ihren Händen nehmen.
"3. Zum erften, daß feine Kaͤyſerl. Majeſt. 6. Sstem, daß Pabftliche Heiligkeie verpfliche
indem Namen GOttes, und mit Huͤlfe und Bey⸗ tet feye, Daßer 12000. SStaliäner zu Fuß beſol⸗
ſtand Paͤbſtlicher Heiligkeit, folle anfahen auf den folle, und 500. ringe Pferde in feinen Kos
naͤchſttkuͤnftigen Brachmonat, ſich zu rüften und |ften, und die fechs Monate zu diefem Kriegune
ſich mie Keiegsleuten , auch was zum Kriege ge: terhalten, und bey Ihnen haben einen feiner Le⸗
\ Börer, zu verſehen, wider Die, fo wider das Con- gaten, der fie reglere und perfönlich bey ihnen
cilium proteftire haben „ und wider den Schmal. |fey, ſamt den übrigen Hauptleuten; foaberder
kaldiſchen Bund, auch wider alle die, ſo in Krieg vor ſechs Monaten geendet würde, als»
| diefem Mißglauben und Irrthum ſeyn in|dann hat feine Heiligkeit fo viel bever.
Deutſchland; und das mit aller feiner Gewalt] 7. tem, Päbitliche Heiligkeit Hat auch ver«
und Macht, damit er fie wiederum bringe in |milliget, daß Känferl. Majeft. folle und möge
den alten, mwahrhaften, ungezweifelten Glau- den halben Theil aller Kirchen in Hifpanien,
\ ben und Gehorfam des heiligen Stuhls. Doc), jeinen Jahrs Eingang oder Nutzung, einnehmen,
zwiſchen diefer zulaufenden Zeit foll feine Käy- |und foldy Gut zu dem Kriege verwenden; wie
ferliche Majeft. allen möglichen Fleiß und Ernſt dann der Käyferl. Majeſt. die Briefe oder Bul⸗
anfehren, ob erdie Widerfpännigen guͤtiglich, len worden feyn, in gemeiner Form, wie ge»
ohne Krieg, möchte wiederum zu dem alten |bräuchlich folche Bullen zu geben.
, Glauben und Gehorfam des heiligen Stußls) 8. Item, Päbftlihe Heiligkeic hat auch) ver⸗
bringen. Dec) nichts defto minder foll er ſich rü- |williger, daß Kaͤyſerl. Maj. folle und möge -
" fen, fo in der obgemeldten Zeit folches in der |für fünfmal hundert taufend Kronen Rent,
Wauͤtlichkeit nicht geftillee möchte werden, daß | Zins, Gülten oder Sehen der Kiöfter in Hie
alsdann feine Kaͤhſerliche Majeft. zudem Krie⸗ ſpanien verkaufen, und fold) Geld an diefen
ge geruͤſtet und gefertiget fey. Krieg legen und brauchen, und ſonſt zu keinem
Lutheri Schriften 17. Theil. 333 33
Me 7
1826 Cap.1y, Donswepen Seldsügen, der Droteftanten und des Mäyfere, 1827
andern Mus, Jedoch mit diefem Anfang, läutert, daß Diefer Krieg folle angefangen wers-
daß feine Kaͤyſerl. Maj. folle den Klöftern,, de» den durch Kaͤhſerl. Majeftät auf —
nen er dann ihre Guͤter, Zins oder Lehen ver⸗ Brachmonat, verſtehet ſich in dieſem Brach⸗
Fauft, aus feiner Majeſt. Zinfen, Lehen oder monat, als man zaͤhlet nad) Ehrifti Geburt,
*
Einkommen, fo er hat, es ſeye fo man nennet 1546. Jahr. Dann dieſe Capitel find vorlaͤngſt
Intrada, oder andere ſeiner Guͤter Nutzungen, geſchrieben und ſich deſſen vereinbart; aber fie
als viel dargegen verfeßen in Geld, daß fiedem | find erftlich zu Rom unterfchrieben durch Päbfte
Berfauften vergleichen möge. Und darum, |liche Heiligkeit, auf den 26. Tag Brachmonats
daß feine Heiligkeit in unerhörte Sache vermwil- |1546., in Beyweſen des hochwuͤrdigſten Heren,
‚ Kiget ſoll folch Berbriefen ver Kioftergüter Ver, |des Cardinals von Trient, und des Herrn Don.
änderung, fo ifnen entfeße foll werden, ge-|Gien. de Vbna, Käyferl. Maj. Rath, Legaten
ſchehen, mit allen guten Mitteln und nad) ſei- und Sendeboten, ;
ner Heiligkeit Gefallen, und mit Berwilligung) Adum und befchloffen zu Nom, den 26.
ſeiner Commliffsrien, angefehen daß folches | Brachmenats, Anno ꝛc. 46. wie oblaufet.
viel antreffen thut. —
9. Im re es ar Er — 1447. |
einiger Fürft oder Herrſchaft fich erhübe, ohne
befondere, billige, eßrliche Urfachen, und fid) Se — RE
vornebmiic Pabftliche Heiligkeit und Känferl.| Yyogeftanten ertheilet Era ufom =
Maj. in dieſem ifrem Vornehmen unterftün-] den 4. Jul, 1546. \ :
de zu ine gi — zu —— ale» E y
dann feine Heiligkeit und Känferl, Majeft. ei. ' ; ——
ner dem andern ſchuldig und pflichtig ſeyn , ein- —— ein us) Re tes zu
ander mitallen Mitteln Beyftandzutfun, nady| Fünftigem Gedaͤchtniß dieſer Sachen.
allem Bermögen, ſolche Berhinderung einhelli⸗ I Geift des allmächtigen GOttes, deß
glich zu rächen, damit fie an dieſem ihrem gu« göttliche Macht und Verſehung, bey feis
ten Bornehmen nicht geirret noch gehindert wer. ner Kicchen allmeg gegenwärtig ift, laͤſſet niche
den; welche Verpflicht foll atdieweil in Kraͤf nach, uns durd) unfer Hirtename zu erinnern
ten ftehen, als lang diefer Krieg währe, und und zu ermaßnen, daß wir Fleiß anfehren,
noch 6. Monat darnach. die giftigen KReßereyen, fo in der Kirchen ge«
0, Item, fie laffen aud) jedem Chriſtlichen wachſen, auszuroften.
‚ Sürften oder Herrfchaft, fiefeyen geiftlic oder) 2. Darum uns auchdiefe Sache von Anfang
weltlich, des Deurfchlands, und gemeinlich al. unſers Pabſtthums tief zu Gemuͤth gegangen
len andern Fürften, Ständen und Communen |und ftetig angelegen ift, wiewirden Weingars
des Ehriftlichen Ölaubens, freye Wahl, daß ten des HErrn reinigten, und das Unfrautder
fie zu ihnen mögen in diefe Buͤndniß Fommen, |gottlofen Lehren, welche die Keger durch Deutſch⸗
jeder nad) feinem Stand und Vermögen, mit land gefäet haben, ausreuteten. —
der Beſchwerd und Ehr, die dann darzu von-| 3. Ohne Unterlaß haben wir erſeufzet und
noͤthen feyn mag. Schmerjen erlitten in unferm innerlichen Herz
20. Item, zumehrerer Erläuterung und Si⸗ zen und Gemuͤth, als wir gefehen fo viel gott⸗
cherheit der obbefchriebenen Artifelund Capitel, feliger Seelen, die unfer Herr Ehriftus mie
fo follen fie angenommen und beftätiget, und |feinem allerwertheften, Foftbarften Blut erlöfee
durch das ganze Confiftorium der Cardinäle, bat, durch die giftigen Lehren der. Keger, von
auch durch feine Heiligkeit und Känferliche Ma- |der Schoos und Gehorfam der Heiligen Mut⸗
jeſtaͤt, treulich und ſtet, ohn alle Gefährde, ter, der Kirchen, abgefüßrewerden. Und Baden
gehalten werden. 3 | ung nicht allein unterftanden, die irrigen Soͤh⸗
32. „em, als dann im erſten Capitel fich erz Ing wieder auf den rechten Weg zu —
der
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# 4 A *
1828 II.
ch. b) Dom geldsug des Riyfers voider die Schmaltald.
dsv. 1929
R den auch, ob mir in einige Wege der Ketzer | des Eoncilii Anfehen nicht follen bewegen laſſen.
Gemuͤth felbft heilen mödıten.
- ben wrftlic) das gethan, das die
5 daß fie fich befehren.
5.4. Mg aber die geringe Arzney nichts gewir⸗
ket und all unfer Wornehmen vergebens gewe⸗
fen , haben wir das allgemeine Concilium aus-
gefchrieben , und verhoft, vaßdeffelben Gewalt
ſollte ihnen ganz angenehm geweſen, und fein
gebührend Anfehen bey ihnen gehabt haben, dann
wir diefes Eoncilinm in der Stadt Trident dar-
um verſammlet haben, Daß es; unter der Ge—
walt und Obrigkeit der Deutſchen Nation ge:
legen, damit fie fich defto fiherlicher und Fühn-
licher dahin Karten verfügen und daſſelbe halten
moͤgen.
Die Sachen ſeynd aber ihrenthalben alſo
gefallen, daß ſie durch die Mittel, ſo haͤtten ſol⸗
len dienen, ihre Gemuͤther wieder auf den red)-
ten Weg zu richten, ja mehr verhaͤrtet worden
ſeyn, als die nicht aus menſchlicher Irrſal, fon-
dern aus teufeliſcher Hartnaͤckigkeit, von dem
auf deß Theils abgewichen ſeynd: denn ſie uͤber⸗
‚all nichts haben beherzigen wollen, nicht das An⸗
fehen des gemeinen Concilü, nidye die Berfamm: | möge
fung fo vieler Biſchoͤffe aus fo mancherley Na:
tionen, nicht Die Würde fo vieler Könige und
Voͤlker, die allmege den gemeinen Coreilien ha-
ben gefolget; ja, alfo gar haben fie das in Wind
geſchlagen, Daß nun in vielen Monaten, nach—
dem nun das Concilium eröfnet iſt, und endli
che Seßienes gehalten ſeynd, ihrer noch Feiner
in das Concilium bat wollen fommen; ja, Ba:
ben vielmehr diß Concilium alfo veracht, wie:
wol es rechtmaͤßig und im Heiligen Geiſt ver⸗
ſammlet iſt, daß fie oͤffentlich geſagt und aus»
gekuͤndet haben, daß fie des Concilii Erfennt-
niß Feine Folge thun und feinen Schlüffen fei>
nen Ölauben geben, noch feinem Anfehen etiwas hab
weichen wollen; ſondern verharren in ihrer Hart⸗
naͤckigkeit, und unterftehen fi), wie fie abge»
wendet, auch andere abzumenden, daß fie ſich innern — vaͤterlich, daß ſie in jedem Lan⸗
—ã— Verkeh i K
Freundlichkeit Verkehrung in der Kirchen ſollten länger ge-
unferer Art nad) erfordert, und verſucht, ihnen * —
mit geringer Lindarzney zur Geſundheit zu ver-
helfen in dem wir auch unferm HErrn haben mol»
len nachfolgen, welcher der Suͤnder aus feiner
Sanftmuth und Barmperzigfeit lang erwartet,
Derhalben, fo wir diefer Leute fo langwierige
dulden, fehen wir nicht, wie wir entfliehen moͤch⸗
ten dem ſchweren Zorn und Gerichte GOttes,
oder was für Rechenfcyaft wie dem HErrn am
Tage des jüngften Gerichts fir fo viel See
len, die von dieſen Leuten in den Fall und Tod
gezogen werden, geben müßten. Als wir nun
an der Leute Beflerung verzweifeln, und ſehen,
daß fie. verftockte Feinde feynd der Kirchen
Gottes, aud) Daß fie alle Gottſeligen mit greu«
lihem Krieg anzugreifen vorhaben, und un«
terſtehen ſich mit aller Macht, die andern alle
in den Schlamm der Goftlofigfeit zu freiben,
darein fie gefallen ſeynd. J
6. Hat es ſich begeben, aus Eingebung des
Heiligen Geiſtes, daß unſer liebſter Sohn ih
Chriſto, Carolus, Nömifcher Känfer, allzeit
Mehrer des Reichs, ein ganz großmuͤthiger
und geiftlicher Fürft, fich entfchloffen Bat, das
Schwerdt gegen diefen Gottes Feinden und feinen-
Ungehorfamen zu gebrauchenzdes gottſeligen und
loͤblichen Borhabens und vortrefflichen Eifers,
zu Wohlfahrt ver Chriftenheit, wollen wir zu
"Deförderung des Heils der Gottſeligen, zu
Schutz der Religion, zu Ehren GOttes, zu ge—
meinem Fried und Nutz beholfen ſeyn, mit al⸗
lem unſerm und dee Roͤmiſchen Kirchen Ver⸗
gen.
7. Sintemal aber uns alle gute Gaben von
GOtt, dem Vater der Lichter, Berabfommen,
und der heilige und heilſame Sriede, deß mir be-
gehren, und den wir der allgemeinen Kirchen
vorhaben miederzubringen, uns muß aus
der Hand GOttes gegeben werden; und mir
auch aus der heiligen Schrift erinnert werden,
daß unfere Väter Durch ihre vielfältige Thraͤ⸗
nen und ernftlich Geber, Das fie zu GOtt aus
rechtem Glauben und reiner Andacht ausgegofe
fen, den Zorn göttlicher Macht verföhner, die
Zwietracht ausgelofchen , Einträchtigfeit ere
langt, Krieg geftillee, Sieg und Sriede erlangt
aben:
8. Derhalben fo ermahnen wir im Herrn
afle Epriftgläubigen beyder Gefchlecht, und ers
55552 de,
IE —F — * Era RT RE
1830 Cap.19. Donzweyen Feldzugen, der Proteftanten.und des Kaͤy a8
de, Reich und Obrigkeiten, und an allen Dr- dem Stuhl zu Rom vorbehalten feynd; Doch |
ten, dahin diefe unfere Meynung und Innhalt ausgenommen die, fo in der Bulla, die man
diefes unfers Briefes durch Die ordentlichen Bi: | auf den Gruͤnen Donnerftag liefee, begriffen |
fchöffe jedes Dres wird kommen, wollten ſich |feynd; auch von allem Bann und Strafen, in
mit demuͤthigen Herzen zu demſelbigen unferm | die fie folcher Miſſethat Halben gefallen feynd,
HEren befeßren, und in diefem Zug helfen |fo ferne doch, daß fie ihre Miſſethat von Her⸗
durch ihr Gebet zu GOtt und gorefelige Al⸗ zen bereuen und ihnen felbft fürgefege haben, |
mofen gegen den Armen befördern, und auf hinfort recht und wie Chriftenleuten ziemet, zu |
die Mitewoche, Freytag und Samſtage, fo| leben, und die Dinge verrichten, die ihnen die
naͤchſt folgen, faften , wo fie daran nicht durch | Priefter zu Gnugthuung für ifre Sünde auf: |
rechtmäßige Berbinderung verhindert werden, legen. {it a
auch ihre Gewiſſen mit lauterer Reu ihres Her-| 10. Und aus demfelben unferm Gewalt, ge |
zens und gruͤndlicher Beichte reinigen, und da=| ben wireinem jeden ſolchen erwaͤhlten Priefter; |
mit fie ihnen GOtt defto mehr verföhnen, auf|daß er die Gelübde der Gläubigen in andere |
. den nächften Sonntag fich auch fpeifen laſſen milde Werf verändern möge, ausgenommen |
mit dem heiligen, auch Beilfamen Leib unfers | die Drdensgelübde und der Keufchhei. Weir |
HEren, und wollen alfo ernftlich beten und fle= | ter, Damit wir die Chriftgläubigen zuderhimm: |
‚ben mit aller Andacht, daß GOtt aus Barm⸗ lichen Belohnung -anreizen, fo verleifen und |
Derzigfeit gegen feinem Volk, das er mit dem geben wir im HErrn, verfröftet auf'die Madıt |
Blut feines Sohnes erlöfet hat, bewegt, wol⸗ des allmächtigen GOttes und der Apofteln Pe⸗
le es erreften von gegenmärtiger Worb, und die |tri und Pauli, den allervoiifommentlichiten Abs
Zwietracht hinnehmen, Friede und Einigfeit| laß und Verzeihung aller Sünden, allen und jee
geben, damit die goftlofen Keßereyen ausge: | den, die diefe vermeldte Dinge hun, und dem
rottet und der Zwiefpalt hingenommen werde, | heiligen Domp oder Proceßion, Dieman ihnen
und alle feine Gläubigen, frey und los von der | verfündigen wird, nachfolgen, ihr Gemuͤth
Frucht der ungläubigen Feinde der Chriſtlichen und Gedanfen zu GOtt Eehren, und mit. dem
Religion, feiner Majeftät ihre Ehre und Dienft | Gebet, zu Ausrottung der Keßereyen und um
-bemweifen mögen, Ä —— gemeinen Fried anhalten werden; oder, fo je- |
= 9, Ferner, damit die Leute mit reuigen Her: |mand durch Krankheit oder andere vedlichellee |
zen und mit mehrerm DBertrauen das Himmel: | fachen von der Proceßion verhindert, einem |
brod des heiligen Sacraments empfangen mö- | armen Menfchen um Chriſti willen ein Almo-
gen, und durch Feine ſchwere Saft oder Beſchwer⸗ | fen geben; oder, fo fie felbft arm feynd, fünf
lichfeit der Abfolution von der Gemeinfchaft | Vater Unfer, und fünf aue Maria fprechen, von |
des Sactaments abgehalten werden, auch da⸗ GOtt Fried und Einigfeit und Ausrottung der |
mit ihe Gebet GOtt fo viel angenehmer und| Kegereyen von der Kirchen zu erlangen,
kraͤftiger fey, und die göttliche Barmberzigkeit| 11. Demnach haben wir geboten allen Prie⸗
‚dem Ehriftlichen Volk zu erlangen, fo vieles aus | ftern , fie feynd weltlich, der bifchöflichen und
reinem Herzen gehet: fo geben wirs zu aus der andern Stiften, oder Negulirter und Kloflere
"Macht, die wir von Gott Baben, allen und | leuten; desgleichen allen Heiligen Nonnen, weß
jeden Chriftgläubigen, Die dDiefe Dinge, fü wir Ordens die feynd, daß fie, folang Diefer Krieg
befehlen, thun werden, daß fie ihnen felbft ei⸗ währet, wider die verftocften und gottlofen Ke=
nen Prieſter wählen mögen, einen weltlichen] ger, damit es durch GOttes Half guͤckſelig
oder Drdensmann, weß Drdens der fen, dem vollendet werde, alle Montag, Mittwoch und
ſie ihre Sünde beichten, der fie nach gehörter| Freytag, Die Litaney fingen, mit Gebeten und
Beicht und aufgefegter Gnugthuung für die|Collecten, die dazu dienlich feyn,
begangene Sünde möge abfolviren von allen| 12. Und auf daß dieſe Ding fo vielmehr
Sünden und Mifferfaten, auch denen, die|den Epriftgläubigen Fund gethan werben, a |
2
4
Bi
N
ex
Pit
weyen: fo gebieten und befeßlen wir, in Kraft |
des Beiligen Gehorfams , allen Patriarchen , \ergreife fie, und frete mein eben zu boden, und
Erzbiſchoͤffen undandern Prälaten der Kirchen, lege meine Ehr, Sand und Leut, und alles,
Daß, fobald fie diefen Brief empfangen, oder was du mir gegeben haft,inden Staub. _ |
3 J Feldzu 28 Rapſers wider die Schmaltaid Bundsv. 1933
‚man ihr fo viel mehr finde, die. GOtt bitten | zufrieden tieffen, und bin zu dieſem Vorneh⸗
um gemeinen Fried und Bertilgung der Ketze⸗ Ri Ä —
So verfolge mein Feind meine Seele, und.
men nicht gedrungen :
| deſſelbigen Copey, unterfehrieben mit einer Hand | Aber mein GOtt, d erfenneft beyder Theil
eines Praͤlaten, oder der Perſonen, fo in geiſt⸗ Herzen, darum ſtehe auf, HErr, in deinem
; lichen Würden ſeynd, denfelbigen alsbald zu Zorn, erhebe dic) über den Grimm meiner
prubliciren, und zu verfchaffen, daß in allen fan- | Seinde, und Hilf mir wieder in das Amt, das
4 den, Bißthümern, Kirchen, Schlöffern und du mir befohlen Haft.
Dörfern, ohne Betrug oder Genieß, mit allen) Daß ich in meinem Sand, bey meinen Un:
; ri bemeldten Ablaß und Gnade foll um: thanen in Friede bleiben, und fie fi) zu Die
E ſonſt gegeben werden, dagegen nichts gelten fol: ſammlen, dein Wort hören, deinen Namen
Ten, weder Päbftliche Sagungen oder Ordnun⸗ anruffen, ihre Kindlein und Häufer nad) dei⸗
Zip se er
nem Willen ziehen und regieren mögen: um
derfelbigen willen fomme empor, und laffe
gen, oder etwas anders, Das dem zuwider feyn
013. Bey dem toir aber doch das erlären, daß dich feßen, daß du ftärfer ſeyeſt Denn-unfere
die erzehlten Gnaden nicht mehr gelten follen, |Seinde. |
—
wenn die vorbemeldten und beſchriebenen Tage,
.. ber Mittwoch Freytag und folgende Sonn-
tag, die nächften nac) der Ankündigung gegen
waͤrtiger Bullen, inden Reichen, Landen, Herr-
Iſt doc) fonft, lieber GOtt, in der weiten
Welt, in allen Königreichen unter der Sonne,
Feine öffentliche Kirche, oder Berfammlung, da
man dein Wort öffentlich recht prediget, Die
ſchaften und Städten, und andern Dertern, je: |Sacrament nad) deiner Einfeßung reichet,und .
| — erzehlet, oder nachdem dieſe Ding zu den dich ewigen Vater in deinem Sohn, dem HErrn
hren der Chriſtglaͤubigen kommen, verſchie⸗ Chriſto JEſu, durch deinen Heiligen Geiſt recht
nen feynd. Gegeben zu Rom bey St. Mary, anrufet, ohn was bey uns und unfern Glaubens⸗
von der Menſchwerdung Chrifti in 1546. Jahr verwandten iſt; um dieſe Kirche iſt es jetzt zu
aus 1448.
in Chriftlich Bebet, darinnen der Chur:
den 4. Julii, im 11. Jahr unfers Pabſtthums.
thun.
Kaͤyſer noch Pabſt wollen ſie nicht leiden
noch dulden, ſondern gedenken fie mit Gewalt
zu tilgen, und anftatt reiner Sehr und rechtes
Gottesdienſts Kügen und Abgötterey aufzurich-
fuͤrſt von Sachfen feine Unſchuld jegiges 1 iſſen
ee win je ten: ſolchem greulichen Bornehmen wiffen wir,
Briegs vor BÖtt und aller Welt öffentlich be: daß mir, fo vielung möglich, unferer Untertha-
ennet, aus dem fiebenten Pſalm ges
An dich HErr, traue ich, mein GOtt, hilf
errette mich. |
nen und Nachkommen halben zu wehren ſchul⸗
dig find: wagen deralben alles, was wir ha⸗
ben und vermögen, auf daß ja der Gnaden⸗
ſchatz, dein liebes Wort und heiliger Name, bey
ung bleibe und auf unfere Nachfommen gerele
chen möge.
nommen.
Sf mir von allen meinen Verfolgern, und
Daß fie nicht, wie Loͤwen, meine Seele er:
- Bafchen, und zureiffen, weil fein Erretter daift. | Darum o HErr, du bift der rechte Richter
Here mein GOtt, hab ich ſolches gethan, uͤber die Seute, richtemich, in dieſem Fall, nach
wie Käyfer und Pabſt mic) befchuldigen, ich |meiner Gerechtigkeit und Unſchuld, denn je we⸗
verfechte unrechte Sehr, und wolle den ſchuldi—
der Kaͤyſer noch Pabſt feines greulichen Vor⸗
nehmens Fug bat. si u
So laſſe nun der Goftlofen Bosheit ein En⸗
335 35 3 ne de
gen Gehorſam nicht leiſten.
Hab id) Boͤſes vergolten denen, bie mich
x f BEE ERTT * Kr Da 573
1834 Cap. 19. Don swveyen Seldsügen, der Proteftanten unddes R ——
de werden, ſie haben lang genug wider dein erhalten, und in aller Anfechtung A Fehn
Wort gemutßtoilliget, und fordere die Getech- ten, und wolleft dem Türken, Debft, Rinfer
ten, fo dein Wort lieb und werth haben: denn und allen Feinden Deines Worts wehren und
—
Du gerechter GOtt, pruͤfeſt Herzen und Nieren, deine arme Chriſtenheit gnaͤdig befrieden, durch
Du ſieheſt ins Herz hinein; fie koͤnnen mit ih⸗ IJEſum Chriſtum unfern HErrn, Amen.
ren glatten ſanften Worten dich nicht teuſchen — — ——— % ———
en 2 — Ss Menfchen — | 1440:
. Mein Schild ift GOtt, der den ſrommen ....n ne ii
gay ic Senken, 6 Mr nen Unerrin, Was Di Dartbersn dr
‚Herz * — Schalkheit Fünftlich ber⸗ — ‚gen
-gen, ift er feind, | : de ei
GOTT ift ein rechter Richter, und ein! ii ra Rd —
GOtt, ver durch fein Wort täglich ſich läßt I
follen, in Herzog Morigens Aanden und
n dem
hören, und mwarnet für und für; wo man es| Bon GOttes Gnaden Georg, Fürft zu An⸗
aber nicht annehmen, noch fich bekehren will, Balt, sc. Coadjutor in geiftlihen Sachen zu
role Känfer und Wabft jetzund eine lange Zeil Merfeburg, Domprobit zu Magdeburg.
auf ihrem Vornehmen beharren: wolan, mein Si: ‚ Barmberzigfeit und Friede, von
G0Ott iſt auc) ein Krieger, und hat auch fei- GOtt dem DBater und unferm HEren
nen Harniſch, fein Schwerde ift fehon gewe⸗ SEfu Chriſto, und unfern günftigen Gruß zu -
get und fein Bogen geſpannet, und zielet, - vor, Mürdiger, lieber Andächtiger ! Der
Er Hat aber rödtliche Gefchoß aufgelegt, und| Hochgeborne Fürft, Herr Moris, Herzog zu
wo folche Pfeile treffen, muß ewiges Verder⸗ Sachſen, Sandgraf in Thüringen und Marg«
-ben folgen. graf zu Meiffen, ꝛc. unfer freundlicher Here
Siehe, Känfer und Pabſt habens bös imjund Oheim, hat ung ſchriftlich zu erfennen
Sinn, und gehen mit Unglück ſchwanger; aber gegeben, dieweil die Läufte alfo geſchwinde vor»
fie follen einen Fehl gebären. fallen, daß bey unfern Zeiten nie höher vonnoͤ⸗
Sie haben beyde zufammen eine Grube ge-Ithen geweſen, GOtt um feine Gnade zu bitten
graben und-äusgeführet, follen auch beyde in fol: Jund ©. $. ihr Darauf gefallen lieffen, daß wir
che Öruben fallen, die fie haben gemacht. hallen Superintendenten, ung zugethan, und fie
Ihr Ungluͤck wird über ihren eigenen Kopf ffoͤrder allen Pfarrherren und Predigern befeh⸗
fommen, und ihr Frevel auf ihren Scheitel leten, daß fie in allen Predigten GOtt fleißig
fallen. bitten, weil die Kaͤyſerl. Maj. wider etliche ih⸗
Sch aber danke dem HErrn um feiner Ges |re Unterthanen bewege feyn folle, daß GOtt
rechtigfeit willen , und will loben den Namen ver Altmächtige ihrer Majeft. Gemüthe wolle |
des Herrn, des Allerhöchften, - lindern, auch den Unterthanen ein ſolch Ge⸗
€ müth verleifen, daß Ehriftlich Blutvergieffen
Salomonis Geber ı Kon. 8. verhütet, und fie gegen einander zu feinem $ob
Se Herr, unfer GOtt, fey mit uns, wie er |friedlic leben, daburch fein göftlicher Name
geweſt ift mit allen feinen Heiligen; er |gepreifet, und dem Erbfeind des Creuzes und
verlafle ung nicht und ziehe die Hand von uns Namens Chriſti nicht Raum gelaffen, ſondern
nicht ab, daß wir wandeln in allen Wegen, jeinmüthiger Widerftand geleiftet werde. Und
Sitten und Rechten die er ung geboten bat. damit man dem gemeinen Geber fleißig und
Durch JEſum Chriſtum, unfern lieben HErrn, mit Ernft ebliegen möge, Daß darzu zween .
- Amen. 5
HErr Gott himmlifcher Vater, wir bitten und Sreytag, verordnet, an welchen aud) die
dich, du wolleſt deinen Heiligen Geift in unfere Leute fih mit Mäßigfeit in Effen und Trin⸗
Herzen geben, und uns in deiner Gnade ewig ken und Chriſtlicher Abftinenz, oder Faſten, in
l
fonderliche Tage in der Wochen, als Dienftag
186 11.Abfeh. Vondes Käyfers Seldsug wider die Schmallald. Bundesv.
| mie fie zum Geber defto gefchickter, erzeigen lichen $andsfürften, unferer geiftlichen Obrig⸗
1837.
keit, folgende Ehriftliche Weiſe und Form vor⸗
mo en. * Mi s
Auf ſolch Chriſtlich Begehren hochgedachtes |geftellet , nemlich alfo:
loͤblichen Landsfuͤrſten, wollen wir einen jeden| 2. Daß in Städten des Morgens und in
infonderheit, kraft unfers befohlenen Amts, | Dörfern zu Mittag, da das Volk am bequeme
mit Ernft ermahner und auferlegt Haben, fol- |ften bey einander feyn mag, auf die zween Tas
chem alfo in diefen vorftehenden groffen Nö-|ge, Dienftag und Freytag, nach gethanem ge=
then freulich nachzugehen, auch die ermählten | bührlichen Lauten, das Volk zufammen kom⸗
‚ ziveen Tage, Dienftag und Freytag, in Städ-\me, und denn der Dfarrherr, neben Chrifte
4
—J
ten und Dörfern, dem Volk, wie beruͤhrt, be⸗ lichen Geſaͤngen, darzu dienlich, eine Vermah⸗
nennen. nung thue und die Litaney halte, darzu aus
Und damit ihr eigentlich wiſſen moͤget, was jedem Hauſe zwo erwachſene Perſonen, wo an⸗
dem Chriſtlichen Volk ſoll vorgehalten ſeyn, ders ſo viel Perſonen in ſelbigem Hauſe ſind,
Haben wir daſſelbige hierbey ſtuͤckweiſe vermel= |mo nicht, doch zum wenigſten eine, darunter
den wollen, daß ihr foldyes dem Eriftlichen jentweder der Hauswirth, oder die Hauswir⸗
- Bolk auf der Canzel wollet vorlefen; und auffer thin in der Kirche zue Predigt, Litaney und Ge=
dem ungeriffe Zeitung, und andere Reden, bet, neben den Kindern und der Jugend, fo fie
ſo zu Berbifterung dienen, auf den Predigt: hierzu mitbringen, erfcheinen follen, dafelbft
ftuhl niche bringen, fondern vielmehr zur Beſe das göttliche Wort hören, und famt der Chriſt⸗
ferung, Anreizung des Gebets, Liebe und Ei: |lichen Gemeine für die gegenwärtige Noth fleife
nigkeit richten: und fo ihr demſelben nach eu⸗ |fig und emfig bitten: und nad) gethanem Ges
tigen ©
res Amts Erforderung alfo treulich und fleiß bet ſoll der Kuͤſter zum Beſchlus etwan einen
ſig — werdet, thut ihrs dem allmaͤch⸗ geiſtlichen Pſalm, oder das Vater Unſer, oder,
Det zu ſonderlicher Ehr, und dem Lands⸗ erhalt uns HErr bey deinem Wort, und ver⸗
fürften und ung zu Gefallen. Gegeben Mer: ſeih uns Frieden gnadiglich, fingen, und alfo
feburg, Dienftagnach Vifitetionis Marix, menfe das Gebet auf gedachte zween Tage allwege
lulio, Anno 1546. | vollbringen.
RT I“ 3. Die andere Tage aber foll man allmege
Unterricht, was die Pfarrherren dem Dolf zu Mittag eine Glocke läuten, (bis es wieder
in diefen gefehwinden Aäuften vortragen |\abgefchaft,) wie etwan in Tuͤrkenzuͤgen auch ges
ai — ſollen. ſchehen, das Volk damit zum Gebet erinnern,
I ; und alsdenn foll man die Kinder und dag jun⸗
ir Freunde, nachdem ihr jeßo höret, daß |ge Wolf, und mer fonft muͤßig, in die Kirchen
v groffe und gefährliche Kriegsrüftung vor- kommen laffen, etwan ein geiftlich Lied, oder
handen, und zu beforgen, daß folche Gefähr: Pſalm zu fingen, ein Water Linfer zu- beten,
üchkeit ganzer Deutſcher Nation, fo dag GOtt und darnach mit dem Liede: Verleihe ung Frie⸗
nicht würde gnädiglic) abwenden, zu Verderb den gnädiglich, befchlieffen, BD h
gereichen möchte, von megen unfer groffen| 4. Dergleichen aud) alle Sonntage die Lita⸗
Sünde, und zuvor der greulichen Verachtung ney, nad) der Epiftel unter dem Amt, nicht we⸗
goͤttliches Worts, Gebets, Dankfagung, und niger Kalten, und in allen Predigten für die
unfers unbußfertigen Lebens: So will uns al⸗ | vorftehende Noth ernftlich bitten.
len, als die wir dadurch in die hoͤchſte Gefähr-| 5. Zuförderft, Daß der allmächtige GOtt
lichkeit Leibs und der Seelen geſetzt möchten ſein heiliges goͤttliches Wort bey uns wolle gnaͤ⸗
werden, hoch vonnoͤthen ſeyn, uns zu beſſern. diglich erhalten, und ung daſſelbe keineswegs
Und damit ein einfaͤltiger Menſch eine Anlei- |laffen entzogen werden. ee:
tung haben möchte, wie er ſich zur Befferung | 6. Und nachdem der Allmächtige aller Koͤ—
ſchicken fol: fo ift uns auf Befehl unfers 166: |nige und Sürften Herzen in feinen Haͤnden u
" und
yſers 1839
und die nach ſeinem goͤttlichen Willen zu beu- nern, auch den Zorn GOttes durch Exempel,
gen weiß: wolle Känferl. Maj. und anderer Durch Schrift ernſtlich einbilden rer |
Ehur- und Fürften, und Untertanen. bes die grundlofe Barmherzigkeit GHftes über ae |
Feichs, Gemüthe aud) gnädiglich zur Epriftl. (diejenigen, fo mit — Haren men |
Einigkeit und Triebe lenken, und des Satans, durch feinen lieben Sohn, unfern HErrn JE—
auch böfer und biufgieriger geuf®*Anregen und ſum Chriſtum, fuchen, fo er uns verdienet, vor⸗
Anfchläge, nicht vorgängig feyn (affen, fondern |tragen, damit fie in Erkenntniß der groffen
zunichte machen, und Chriſtlich Blutvergieß Noth ſo viel deſto hitziger und getroſter beten
ſen und Verderb Deutſcher Nation, ſo hieraus moͤgen, auch fie unterrichten, daß in unbußfer- |
erfolgen möchte, gnädiglich verhüten , hernach= tigem und unverbeflerlichem $eben das Gebet |
mals auc) gemeiner und-fonderlicher Nothdurft, von Herzen nicht gehe, noch GOtt angenehm
in folchem Gebet die Leute zu erinnern. ſeyn Fann, und darum fleißig vermahnen, von
7. Se denn auch oßnerechtfchaffene Erkennt: ſolchem geben abzufteßen und GI zu bitten,
niß der Sünde und wahre Neue und Buſſe daß er zu ſolcher Beflerung feine Gnade verleie
ein herzliches. ernftliches Gebet nicht gefchehen hen wollte.
fann, und am Tage, daß um unferer grofien | 8. Alsauch durch überflüßig Eſſen und Trin-
und mannigfaltigen Sünde willen der Zorn fen unzählige Laſter folgen, auch oftmals das
GOttes vor Augen, und ſchwere Strafe, infon= göttliche Wort verfäumet wird, und es zum |
derheit iiber Deutſche Nation zu befahren, dar- | Gebet und allem Guten ungeſchickt macht; dere |
um, daß alle tafter, als Gottesläfterung, Zau⸗ wegen wir in der Schrift vielfältiglich zucMäf |
berey, Ungehorfam, Mord, Neid und Haß, ſigkeit und Nüchternheit, welches die rechte
Ehebruch und allerley Unzucht, unordentlich | Chriftliche und von GOtt geborene Faſten ift,
Freſſen und Saufen, Wucher und Vervorthei⸗ ermahnet werden, auch fo vorftehende Noth
lung des Nächften, , und. Unteröruefung: der |vorgefallen, neben dem Gebet zu folchem Fa⸗
Venen ıc. greulich überhand nehmen, zuför- ften Das Volk angehalten worden it, als unter
derft aber. die. groffe unforchtfame ‚Sicherheit, | andern aus den Propheten Jona und Joel ers
und Undankbarkeit für. die unausſprechliche fcheinet, nicht der Meynung, als würde durch
Gnade GOttes, daß er.den reichen Schatz ſolch Werk die Sünde gebüffer und GOttes
feines Heiligen Evangelii in Deutfcher. Nation | Zorn verfüßnet; fondern daß die Leute: fo viel.
wiederum verliehen, und doch leider , von wies | mehr zum Gebet Iuftiger und gefchickter ges
- Ten wiffentlich verfolget, auch verachtet, und | macht, aud) die leibliche Caſteyung das ein
nicht ohne geringe Yergerung vieler gufen und |fältige und junge Volk fo viel; mehr der |
ſchwachen Gewiſſen mißgebraucher wird, und |obliegenden Nord erinnert, die Betrübniß, teid
zu beforgen, daß der allmächtige GOtt über |und Furcht über die Sünde und göttlicher Zorn » |
die zeitlichen ſchweren ‘Dlagen der Tpeurung, und Strafe angezeigt, und higiger zu bitten
Peſtilenz, innerliche Kriege, Daraus Ber: | gereizet werden: RR
derbung Land und Leut, Unehre und Schmad)) ‚9. Demnach, fo wollet je das Bol ereulih |
Weiber und Kinder, aller Zucht und Ehr-jerinnern, folchen undyriftlichen Leberfluß in |
barkeit Berftörung zu erfolgen pflegt, und Eſſen und Trinfen zu meiden, und daß berhal-
des Türken graufame Tyranney, aud) legtlic) |ben die göttlichen Aemter nicht verhindert oder |
die Höchfte Straf über ung verhängen möchte, verfaumet, zu Chriſtlichem Faften, Mäßigkelt
daß wir wiederum ſolcher Gnaden und feines |und Nüchternheit anhalten; und fonderlich, |
Beilfamen Worts beraubet werden möchten, daß fie Die Seyer-und Predigttage, auch Die ber |
über welches ung nicht höhere. Befchwerungen |rührten zween verordnete Bettage zuvor, ſol⸗
begegnen koͤnnten: ſollen die Pfarrherren derwe⸗ che Maͤßigkeit beweiſen, auch ein jeder Hause |
gen auch in ihren Predigten, und fonderlic) in | vater fein Gefinde mit ziemlicher Abbrechung |
den beftimmten Tagen, das Volk folches erin- |überflüßiger Speife und Trank nach der De
on
188 Cap. 19. Von zweyen Seldsügen, der Proteftanten und des Rövf
%
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ur ——— Tages e
De
gem. Zeßren- abbrechen, daſſelbe nach, Bermö-
a
und Bettage hochzeitlicher Freude und Tänze,
ei
- in diefen beerübten Läuften enthalten.
Mar er
40 I.N0fh. Don des Bäpfere Saldsug wiber bie Schmalkalb. Bundes. gr
Gelegenheit deſſelbe ntziehen, da⸗ | von ihm und feinem heilſamen Wore fcheider
‚mit ſolch Chriſtlich — a — oder reiſſen laſſen. r ie ſch >
fördert, und was fie des Tages von überflüßi- | ee... in
fördert, und was fie bes Tag ana Es mögen auch die Pfarrherren dem Chriſt⸗
Ä lichen Volk Ddiefes nachfolgende Gebet
02 alwege nach der Predigt vorfptechen. -
‚gen den. Yemen mittheilen, und ſonſt in Nei-
‚Hung der Almofen die Liebe zum Mächften be-
weifen, und daß nach der Kegel Tobia, wer da SA mächtiger, eroiger, barmherziger, gütiger
wenig. hat, doch aud) von dem wenigen wenig
gebe * 45
3520: Daß ſie ſich auch Spielens und aller
GOtt, der du mit deinem fieben Sohn
JEſu Eprifto, unferm HErrn und Erlöfer, Game
dem Heiligen Geifte, in dreyen unterfchledlichen
Perfonen ein einiger wahrhaftiger GOtt bift!
der du uns in Dielen legten gefährlichen Zeiten
der Welt dein Heiliges görkliches Wore aus
© 11. Meben dem aud) die Leute vermahnen, | fonderer väterlicher Liebe wiederum haft gna—
das unchriftliche Fluchen und Gottesläftern ab» | Diglic) leuchten laſſen, aber wir ung deſſelben
Lichtfertigkeit, und fonderlic) auch die Feyer⸗
zuftellen, auch fid) fpißiger, unnüßer Wort (leider,) wenig annehmen noch beſſern, damt
> wider die Obrigkeit, dadurch Unwille und Un-| wir In, deinen eufchrecklichen Zorn und fehmere -
einigkeit erregt werden möchten, enthalten. | Straf greulic) gefallen find, derhalben du auch
22, Weil aud) zu befahren, daß einmal der dieſe gegenwärtige Kofle Gefährlichkeie über
u Allmaͤchtige, zur Strafe der Unbußfertigen, und! uns und Deutfche Nation ohne Zweifel haft
zu Prüfung der Frommen, ein Creuz und Ber- | fommen laſſen. i
folgung über. uns verhängen möchte: follen die| ‚Dieweil du aber aus grundloſer Guͤte
> feufe auch zur Epriftlichen Beftändigkeit, bey| und Darmberzigfeie Gnade und Bergebung
—
— —
und alles: Zeitliche verlaſſen und daran wagen, eſt
denn daß fie den theuren Schag goͤttliches Miflerhat, damit wir jemals wider deine goͤtt⸗
Worts, daran unſer aller ewiges Heil: und liche Mejeftät und unfern Naͤchſten geſuͤndiget
Secligkeit gelegen, verlieren follen ; ſondern den haben, und zur Beſſerung unſers Lebens deinen
unverruͤckt erhalten und auf die Nachkommen Heiligen Geiſt gnaͤdiglich mittheilen, auch vor
bringen.
1773. Unfer lieber HErr Chriſtus, der wahre
Keiedefürft, wolle diß ungeftüme Wefen, um] erhalten, und davon durch Feine Widermärtige
- feiner lieben Kirchen willen, fo er mit. feinem keit abfallen laflen. j2
Blut erlöfee und erfauft, gnädiglic) ftillen, und
die arme Deutfche Nation, darinnen er ange»
fangen durch fein heiliges Wort zu wohnen, ke
nicht verlaflen; fondern bey uns bleiben, und|lichem Fried und Einigkeit durch deinen Heilie
4 ——— Ausbreitung feines goͤttlichen Worts|gen Geiſt gnaͤdiglich leiten, auf daß Blutver⸗
feinem’ göftiichen Wort vefte zu bleiben, mit der Sünden haft zugefage allen, fo dich von
troͤſtlichen Wermahnungen aus der heiligen | He
- Schrift und Erempel der heiligen Märtprer| men Chriſti ernftlich.anruffen: ⸗
ergen fürchten, an dich gläuben und im No⸗
So bitten wir dic) erftlich, daß du ung wol⸗
eſtaͤrkt werden, damit fie lieber Leib und Gut bie
a f left gnaͤdiglich vergeben: all unfere Sünde und
allen Rotten und Ketzereyen behüten , und dein
heiliges Wort bey uns rein und rechtſchaffen
Darzu Röm. Räyferl. Maj aller Churfür⸗
ſten und Sürften Herzen und ee 2
kenntniß deiner göttlichen Wahrhelt und Cprift-
de verleifen. And daß mir ein geruhiges | gieffen und Berderb Deutſcher Nation verhüs«
und ftilles Leben führen mögen in aller ottfe- tet, und wir in aller Gottſeligkeit und Ehrbar«
Ugkeit und Ehrbarfeit : und fo er uns je (wie wir Feit auf diefer Welt leben, und das Ende uns
- wohl verdienet,) vaͤterlich züchtigen molle, uns| fers Glaubens, nemlich unfer Seelen Heil und
‚Gnade verleihen, foldyes mit beitändigem | Seligfeit, davon bringen möchten, durch JE⸗
Glauben zu ertragen, und uns durd) niemand ifum Chriſtum unfern HEren, der mit dir und
Lutheri Schriften 17. Theil. Yoaasa dem
—*
TE Bann Dan zuge — —
dem Heiligen Geift Iebet und vegieret in Eiwig- |
keit, Amen.
21
1450000
Abſchied wiſchen Churfuͤrſt | Johann
Friedrich zu Sachſen und Landgraf Philipp
zu Heſſen, wie es im Feldzug zwiſchen ihnen,
zls Oberhauptleuten des Chriſtl. Verſtaͤndniß,
ſoll gehalten werden. Ichtershauſen
* den 4. JZulii, 1546,
I, ;
855° von GOttes Gnaden, Wir Johann
Friedrich, Herzog zu Sachſen, Chur
fürft,2c. und Burggraf zu Magdeburg: Und
wir Philipp, Landgraf zu Heflen, Graf zu Ca-
2... ogen, ꝛc. als Oberhauptleute unferer
Chriſtlichen Verſtaͤndniß, uns mit einander
verglichen Baben.,
2, Alle Keuter und Knechte, fo wir beyde
annehmen, in Sold und in das Feld bringen,
wollen wir mit einander zugleich theilen, auch
. Zugleich bezahlen. Und das Geld, fo die Stän-
de diefer Verftändniß erlegen, von Dberlän-
‚dern und Miederländern ; item, Dingzapl,
Brandſchatzung, ꝛc. foll auch neben unfer bey»
den Doppelmonaten in gemeinen Kaften gele-
‚get werden,
Dfenningmeifter verorönen, welche zugleich
Schluͤſſel darüber haben, alles Geld ſaͤmtlich erften Braunfchmeigifchen Zuge des 42. Jahrs,
| freundlich mit einander verglichen, (Innhalts
einnehmen , und ſaͤmtlich ausgeben follen.
3. Was unfer jeder je8o auf Reuter und
Knecht, auch Kundſchaft aufgewendet, das foll
ihm an Erlegung feines Doppelmonats ab»
e n. 8 -
n > Das Kriegsvolf, fo wir in unfere Beftun-
‚gen annehmen ,; wollen wir auf unfer eigen,
und nice der. Berftändniß Koften halten, auf| gegangen und gelebt foH werden.
daß andere Stände und Städte dergleichen
sbun. ;
a Zum wenigſten mellen wir 4000. beſold⸗
ter Dferde haben, darüber will unfer jeder 500.
Pferde feiner eigenen Landſaſſen mit fid) neh. | Vergleichung der Nothdurft nach meiter ger |
Würden wir aber fo | troffen werden, darnach ſich unfer jeder Habe
viel Soldreuter bekommen, nemlidy über die! zu richten. Was aber in diefen Artikeln erfläs |
vet wird, indem darf manaufdiefelbe Eifenachle ||
14. Wir
men in ſeinen Koſten.
4000, noch 1000. oder mehr Pferd, alsdenn
foll bey ung ſtehen, unfere tandfaflen anhei⸗
Darüber foll unfer jeder einen]
—
ft, will unſer je
‚6. So fern es möglich ift, m jeder
fechzehen Faͤhnlein Knecht, jedes 500. ftark, ha⸗
Ir
EM
EV
ar
De
mifch zu laffen ; ober Derer Deftonweniger miezu ·
‚nehmen, oder mit unszubringen:; —
ben: welcher fein Anzahl nicht aller, und dee
ander mehr befäme, foll unfer einer die übrigen |
Knecht dem andern folgen laflen; fünnten wir |
aber mehr Knechte bekommen, follen wir die . |
auch behalten. | sk
ar,
7. Wir wollen die hohen und andere Aemter
zugleich mit Befoldung Halten, und foll Feiner
mehr, denn der andere, folcben Aemtern geben,
8. Aber den Rittmeiftern foll jedem, wo er
400. Pferde führet, 200. fl. gegeben; doc) ſoll
mit ihnen gehandelt werden, was man ihnen!
aufs nächte zu Befoldung geben ſolle. Aber
einem Nittmeifter über 50. Pferde nicht mehr:
r
Denn 25.fl., auf 100. Pferd 50, auf 200, Pferd
100, fl. und alfo forf, nad) Anzahl ‚gegeben
werden.
9. Geſchuͤtz und Artillerie will unfer jeder:
mitnehmen, Inhalts eines fondern Verzeich⸗
niß, davon wir Abſchriſt haben.
10. Salva Guarden follen unſer beyden
Wappen haben. Zu Wittenberg follen dero
4000. gedruckt, und davon uns, dem Landgra⸗
fen, 2000. gefchicft werden. A
12 Nachdem wir ung auch zu Eiſenach, im
eines verfiegelten Abfchieds,) wie wir es gegen
einander, da wir perfönlich zu Felde ziehen, im |
Zug halten follen: und aber diefelben Artikel
in der Eil alhie nicht haben mögen befunden |
| werden : foift durch ung bende abgerede und ver- |
abſchiedet worden, daß denfelbigen Artikeln nach |
13. Da aber darinn etliche Artikel wären, die
ſich auf das Braunſchweigiſche Land, und nicht
in dieſem jetzigen Zug hinauswaͤrts gegen dem |
Feinde ſchicketen: darum foll freundliche
fehe Vergleichung nicht feßen.
rı.Unfer jeder foll haben 700. Schangbauren. 3
—
1.1944 114 &bfch.b) Von des Raͤyſers Seldsug widerdie Scymalfald Bundev, 1845
4 Wir haben uns mic einander freundlich ‚en, Herren, Rittern, Knechten, Hauptſeu⸗
verglichen , daß wir uns, vermittelft görtlicher ten, Landvogten, Vitzthumen, Voͤgten, Pfle«
.. Hüife, den 20. Tag des Monats Julii, mit gern, Verweſern, Amtleuten, Scuicheiffen,
allen Reutern und Knechten, fo viel wir deren Buͤrgermeiſtern, Richtern, Raͤthen, Buͤr⸗
koͤnnen und mögen erlangen, ſamt allem Ge- igern, Gemeinden, und fonft}allen andern une
ſchuͤtz, wie das unjere Bergleichung mitbringet, fern und des Reichs Leheumannen, Untertha⸗
um Meiningen oder um Fulda , welches fürs |nen und Getreuen, in was Würden, Stande
beſte angefehen wird, wollen zufammen kom⸗ oder Wefens die ſeyn, auch fonderlich Johann
1 1 WE H Friedrich, Herzogen zu Sachſen, Ehurfüriten,
015 Und wo uns mittlerzeit der Herzog zu und Philipſen, tandgrafen zu Heilen, Furſten⸗
Wouͤrtenberg undOberlaͤndiſchen Staͤdte zuſchrei · thum und Landſtaͤnden, Unterihanen, Zugehoͤ⸗
ben werden, daß ihnen unſer Vorſchlag gefal- |rigen und Verwandten, fo dieſer unſer Kanfere
- len würde, wie wir ihnen von Bieraus gefchrie- |licher Brief oder glaubwuͤrdige Abfchrift dar⸗
ben; als nemlich, wo der Känferl. Haufe mit |von zufommnt, oder damit erfucht und vermah⸗
< Seiner, des Käyfers, Perfon berzeucht, daß |net werden, unfere Gnade und alles Guts.
Wuͤrtenberg und dieoberländifchen Städte, da} 2. Ehrwuͤrdige, kochaeborne, liebe Meven,
uu uns, und wir zu ihnen ziehen, (wie das un-⸗ Oheim, Churfuͤrſten und Fuͤrſten, aud) Wohl⸗
fer Schreiben weiter ausweiſet,) fo wollen wir |g:borne, Edle, Ehrſame, Liebe, Andaͤchtige
uns daran nichts verbindern laffen, dem An⸗ And Getreue! Wiewol wir von Anfang unfes
‚else nachzugehen, ob wir uns gleich müffen|rer Kaͤrſerl. Negierung, darein uns der Alle
beſorgen, daß der Feind in unfer and zoͤge. maͤchtige, vermittelft ordentlicher Chur und
Actun Ichtershauſen, den 4. Julii ⸗ unter] Wahl gnätiglich gefeße, aus angeborner Lieb -
unſern hierauf gedrugften Secreten, Anno Do- und Zaneigung, fo wir zu dem Heiligen Kelch
mwini 1546, — Deutſcher Nation, als unferm geliebten Va—⸗
AUS REN ae teriand, je allwegen gefragen und noch tragen
nis Sigilli Ele- Locus Sigilli Land-| RT ; ⸗
en. ra Hate al en u Weber at
— der Deutſchen Nation Ehr, Nutz, Kramer
Job. Stiederich, —— 5 : f — und Wohlſahrr, allein er eier en Ders
©; Eier täntt Def, np, fr gen rad), gnädiglich zu betrachten, vorzu⸗
nehmen und zu befördern, und die bey herges
— |brachten löblichen Libertaͤt und Freyheiten ‚auch
| RR 1451. - allem friedlichen Weſen, Ruhe, Recht und Eis
Raͤpſer Carls des V. Declaration der Acht nigkeit zu erhalten, und derhalben mehrmalsuns
‚wider Churfuͤrſt Joh. griedrichen zu Sachfen ſere erbliche Koͤnigreiche und Lande, mit hoͤch⸗
und Landgraf Philipp zu Helfen, ſamt den rs ſter unſerer Ungelegenheit und Unſtatten, auch
ſachen derſelben ꝛc. Gegeben zu Regen Vernachtheilung derfelben, verlaſſen, und end«
purg den 20. Julii Anno 1546, lic weder unferer Ränferl. Perfon, nod) Ver
ne. | ic mögens bierinn verfchont. =
‚5 Carl der Sünftevon GOttes Gnaden, 3. Zudem wir uns aud) nun viel Jahr in der
TAI Römifher Käyfer, zu allen Zeiten Meh⸗ hochſchaͤdlichen, gefährlichen und forglichen Ir⸗
rer des Reichs, in Öermanien, zu Hiſpanien, rung des Zwieſpalts der ſtreitigen Reiigion , Das
beyder Sicilien, Jerufalem, Hungern, Dal- mit Deucſche Nation diefer Zeit beſchwerlich be⸗
matien, Eroatien, ac. König; Erzherzog zu laden, ganz gnädigft und vaͤterlich bemüßer,
‚Defterreic), Herzog zu Burgund ꝛc. Graf zu|folchen nachrheiligen, und Deuticher Nation
- Habipurg, Slandern und Tyrol ꝛc. enebieten|ververblichen Zwiefpalt zu Epriftlicher Ver⸗
allen und jeden Churfürften, Fuͤrſten, geiftli-| gleichung zu bringen, und der Stände einge
chen und weltlichen, Pralaten, Grafen, Frey⸗ kill) Mißtrauen in freundliche Berfohnung
aa ana 2 und
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an Tan 8* F - x INT NE
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SER. Z
" Cap. 19, Donsweyen Seldsügen, der Proteftanten und des Mayer
7
und Gutwilligfeit zu verwenden; inmaffendann und nimmermeßrinbem Kath, zu feyn, da wi⸗
unfer Gemürh, Will und Meynung, anders der unfere Perfon, Ehr, Würde oder Stand
‚nie geweſen, und noch nicht ift, dann. daß fol- |gefandelt wird , noch darein zu bewilligen;
€
she beſchwerliche Irrung, vermöge viel ergan- \fondern unfer und des heiligen Reichs Chr,
genen Neichshandlungen und gemeiner Stän- Nutz und Frommen zu fordern und vor Scha⸗
de felbjt gethanen Bewilligung, durch ein ge-
mein, Chriftlich Concilium, oder andere gebuͤhr⸗
liche Wege und Mittel, mit dem allereheften
Ehriftlid) erörtert, hingelegt und vergleicht wer-
den zu warnen und zu wenden, und foißr einer
verflünde, daß wider unfere Känferl. Majeſt.
oder Perfon etwas vorgenommen ober gehan⸗
delt würde, dem getreulic) vor zufeyn undung
den folle: darinn wir dann mit Rath gemeiner |unverzüglic) zu warnen. Darzu auch in une
Stände, und für uns felbft, bis anhero al.
lerley Mittel vorgewendt, fo wir zu Erlangung
angerührter Vergleichung für dienſtlich geach-
tet, und uns indem, und fonft aller unferer
Kaͤyſerlichen Regierung, dermaflen gnädiglid)
gehalten, Daß uns mit Grund nicht aufgelegt
werden mag, daß wir die wahre Chriftliche Re⸗
AUigion, oder Deutſcher Nation Libertaͤt, in ei-
nigerley Wege zu ſchwaͤchen, zu mindern oder
zufchmäßlern, vielmeniger zu unterdrucken ( wie
‚ang eklihe, Doc) ohne Grund, mit gefparter
Wahrheit und ihres eigenen Willens, unterfte-
ben zuzumeffen, ) je in unfer Gemüch genom-
“men, nod) in dem allen unfern eigenen Nuß,
fondern vielmehr und einig des heiligen Reichs
Deutfcher Nation gemeines Gedeyhen, Fried,
Auge und Wohlfahrt gefucht , unp endlich nio-
manden zu einiger Kebellion und Ungehorfam
mit dem weniaften Urfach gegeben , fondern je al⸗
wegen allen gnädigen und möglichen Fleiß vorge-
wendt, damit wir Krieg und Unruhe in Deurfcher
Nation verhüten, und vielmehr allunfere Macht,
mit gemeiner Stände und anderer Potentaten
Zuthun und Hülfe, wider gemeiner Ehriften:
heit Erbfeind, den Türfen, und andere Unglaͤu⸗
bigen , fonderlid) diejenigen , fo der Deutſchen
und andern Chriftlihen Nationen nunmehr
gar zu nahe an die Seiten fommen, defte ſtatt
licher anwenden und fie von uns und der Chri⸗
ſtenheit abtreiben möchten.
4. Dargegen aber (wie eure Sieb, Andadır
und männiglid) unverborgen, ) alle und jede ho»
he und niedere,des heiligen Reichs Stände, Glie⸗
der und Unterthanen, uns herwiederum, als ih⸗
rem natürlichen einigen rechten Herrn, Haupt
ferm gemeinen Känferl. fandfrieden, und date
auf erfolgten Friedſtaͤnden, lauter begriffen,
daß weder in Religion= und Glaubensfachen,
noch auch Feiner andern Urfach Balben, in was
Schein das gefchähe, fein Stand den andern.
befehden, befriegen, überziehen, befchädigen,
nod) des Seinigen vergemwaltigen oderentfeßen,
auch Fein Stand den andern zu feiner Religion
dringen, noch dem andern feine Unterthanen
abpracticiren, oder wider ifre Dbrigkeiten in:
Schuß und Schirm annehmen folle: unddann
auch vornehmen, wie ung als Roͤmiſchem Kaͤyſer,
Haupf und Dbern, dem durch goͤttliche Schi⸗
Kung und Ordnung die hoͤchſte Gewalt im
heiligen Reiche, - über alle deflelden Stände,
Ölieder ae Auter Runen, gegeben und —
er I Rufe (alchog nd bes
foßlenen Amts und Sue — och
net, ob dem allen, mie obfiehet, zu baiıı
aud) die Gehorfamen bey Fried und Recht zu
handhaben, und vorallem unrechtmäßigen Ge
walt ſchuͤtzen und zu behüten, und die Ungehor⸗
famen, Widerfpenftigen, Betrüber und Verbre⸗
cher deg gemeinen Landfriedens, durch alle bes
fugte Wege und Mittel zu gebührlicher,, ſchul⸗
diger Gehorfam zu meifen und zu halten; eber
dagegen jemand andern, in was Stand oder ,
MWefen, aud) was Religion oder Slaubensder
oder die feyn, weder in göftlicyen noch aud)
menfchlichen Saßungen, mit nichten erlaube
noch zugelaffen iſt, fich eigener Gewalt gegen
uns, als der höchiten Obrigkeit, zu feßen und
aufzuleßnen, noch ung feinen gebührenden, ſchul⸗
digen Gehorſam, feiner ſelbſt gethanen Pflicht
und Eid zuwider, freventlicher Weiſe zu ent -
und Obern, verwandt, gelobt und geſchworen: ziehen: welches auch ohne das aller ordentli⸗
ung getreu, gehorſam, Bold und gewaͤrtig, chen Regierung merkliche Zerruͤttung —
ER | | ss
QAux *
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und forglich Erempel und Eingang bringe und |beläftige und vergemaltige. :
gebaͤren kann, One ru 173
—
}
umdsv. 1849.
——
338 117Mbfeh. 6) ones Käpfers Seldsug wider die Schmalta1b.2
ſidrung rung, aud einem jeden felbft bey feinen Uns ſuchter Anforderung, eigenen Bornehmens ſich in
\ ferthanen ( ——— gegen ihn, als der nach Kriegshandlung und Werbung zu begeben , dies
und unter uns gefegten Obrigkeit, gleicher⸗ jfelben Glieder und Stände eines Theilsdarun
maſſen auch zu thun und ſich wider ihne zu fer ter mit Abſchatzung £refflicher Summen Gelds,
— —— viel deſtomehr verur- und eines Thells mir thaͤtlicher Entſetzung und
€ und gereizt werben ‚ein ganz beſchwerlich Einnehmung ihrer Land und Leute beſchwert,
7. Und ſich daran nicht ſaͤttigen laſſen, ſon⸗
5. So haben doch, unbedacht und unangeſe⸗ dern ſamt und neben obgenanntem Johann Frie⸗
hen dep alles obgemeldt, Johann Friedrich, jderichen, Churfürften zu Sachſen, wiber ihres
Herʒog zu Sachſen, Ehurfürft, und Philipp, gleichen Fürften und Mitglied einen ofnen
Th Zr
$gandgraf zu Heffen „ nunmehr lange
Zeit und Krieg, unerlaubt, auch unverfucht und unerfolg-
Jahr her, dem entgegen, aus eigenwilliger,
freventlicher Vermeſſenheit, alle unfere gehabte
. Mühe und Arbeit, aud) vielfältige, fleißige
+ Handlung, die mir bisher, als obftehet, zu
Förderung Friedens und Ruhe im heiligen Reich nes, inmaffen feine Vorfahren bis auf ihn von
und zu Abftellung des hochbeſchwerlichen Laſts alters ber zu gehen rechtlich getragen, mit Heeres-
der Sperrung und Spaltung vorgewendt, ſamt
ten Rechtens, fonderneigner Gewalt und thaͤt⸗
licher Weife vorgenommen und geübt: denfels
‚ben Fuͤrſten, fo fein fand von ung und dem hei⸗
ligen Reiche, als unferer hoͤchſten Negalien ei⸗
gewalt überzogen, von Sand und Leuten verjagt;
aller fruchtbarer Handlung und Beförderung wie fie dann fold) Land mit der That noch inne
des heiligen Reichs Deutſcher Marion gemei. ‚haben.
nen Obllegen, Nutz und Nothdurft, fovielan| € | |
ihnen und fie Statt und Folg finden mögen, und andere geiftliche Stifte und Prälaruren,
——
und geweigert; und ſich nicht allein wider uns
8. Darzu auch etliche gefürftere , biſchoͤflich
zu verhindern, und uns ir ſelbſt gebuͤhrlich und auch Grafſchaften und Herrſchaften, fo von Al⸗
fehuldigen Gehorfam mannigfaltiglich entzogen * her ihre Regalia und Lehen von unſern loͤb⸗
lichen Vorfahren am Reiche und uns empfan⸗
und unfere Kaͤyſerliche Hoheit aufgelehnt, fon- gen, auch für Ständeund Mitglieder des Reichs
dern auch andere unſere und des heiligen Reichs erkannt worden, ihre Seßion und Stimm in _
Stände, Glieder und Unterthanen , zu gleich Reichsraͤthen gehabt, und in allen Reiche Ob»
mäßiaem Ungehorfam und unziemlichen und legen und Anfchlägen mitleidig geweſen, und
In Rechten verberonon Eonfpiration und An: uns, als Römifchen Kaͤyſer, allen Gehorfam
hang aufgewiegelt, angemiefen, gereizt, be geleiſtet und noch zu leiften erbietig feyn, fie
wegt und wirklich gebracpt, und uns dardurch auch bey uns und dem heiligen Neichezu Bande
an ordentlihem Gebrauch und Uebung unfers haben uns und gemeine Reichsftände, auf et -
trag und Irrung zu thun, und fich deffelben mit
Känferl: Gewalts in mehrerley Weg Ein- (lichen hlevor gehaltenen Reichstaͤgen, oft unter«
tkäniglich erfucht Babe, uns und dem heiligen
der That vermeynelich anzumaffen unterftanden. |Neich gewaltiglich mit der That zu entiwenden,
6: Wie dann anfänglid; der fandgraf, un:
bedacht und unangefehen daß ihme, als einem
- Stand und Glied des Reichs, founs und dem-
felben Reiche unterworfen, feinem Stand und
Weſen nach nicht gebuͤhrt, eigener Gewalt, oh⸗
ne unſer Vorwiſſen und Erlaubniß, gegen an-
dern ſeinen Mitgliedern des Reichs einige Fehd
oder Krieg vorzunehmen ‚ nichts defto minder
unferfangen, gegen etlichen des Reichs fuͤrnehm⸗
ſten Gliedern, unfer erdichtem Schein und ge:
-
und die neben dem löblichen von unfern Vorfah⸗
ren, Roͤmiſchen Käyfern und Königen , gefreh⸗
ten Adel und Ritterſchaft, unter fich zu ziehen
und zu dringen fich gewaltiglich unterfangen;
wie fie dann aud) deren etliche gemaltehätlicher
Weiſe eingenommen, und rider unfern Befehl
und Gebot, mit freventlicher unverſchaͤmter
Weigerung Geborfams und Nechtens, nod)
vorenthalten. Meben dem auch fonft ändere
mehr hoch und niedere Stände ihrer Obrig
aaaaaza kei⸗
keilten, Güter, Renten und Gülten, eigens |fie zu einem Deckmantel aller.
Gemalts- vielfältig. entſetzt, und noch unauf⸗ den, ungetreuen ind unrechtmaͤßigen Han
hoͤrlich entfegen. gen fürwenden, da fie doch nichts we
18:0 Cap.ı3. Von sweyen Seldsügen, der“ häpfere
dentlichen Dbrigfeit Verwilligung, durch ge: Ifer Nation Lbertaͤt ſuchen, nod) leiden. "Zudem,
ſchwinde Weg und Practifen , unter dem daß fie bey der loͤblichen wahren Chriſtlichen
'9. Und eiche Stände, und Derfelben Un: |:Bergteichung der wahren Epriftichen Religion;
erihanen-, über und wider unfer und ihrer or⸗ Joder Erhaltung Frieds, Nechtens, oder Deus
Schein der Religion, dahin. bewegt, daß fie | Religion mit feinem Grund befinden, oderdare
fic) in igren Schus und Schirm begeben, die hun mögen, Daß fich ügnen gegen ihrer höhe
Ik auch alfo darein angenommen, aud) noch ften Hprigfeit freventlid) zu fegen in Ph —
ftuͤndlich practiciren, bewegen und annehmen: ley Wege gebuͤhren wolle, dieweil je ſolches der
alles in Meynung, dieſelben uns und dem hei⸗ Chriſtlichen Religlon ſtracks zuwider; aber
gen Reich, und andern ihren rechten natuͤrli⸗ das Gegenſpiel in der heiligen goͤttlichen, auch
chen Herren und Obrigkeiten zu entziehen und ih⸗ |andern glaubwuͤrdigen Schriften und Hiſtorien
nen felbit zuzueignen, und wider fiezu bringen. ſich Elärlich befindet, daß die erften wahre -
10. Öleichermaffen fie auch aus. vermeffent: | Chriſtglaͤubigen, die ſich ihres Glaubens be
\
licher Keckheit nicht unterlaffen haben, mit et- | allein mic bloſſen Worten berühmt, ſondern mit
lichen Ständen zu practiciren und fie Dahin zu | Wandel und Werken, auch Vergieflung ihres
weifen , diefen unfern gemeinen Reichstag nicht | Bluts bezeugt ‚Haben, auch den heydnifchen
- zu befuchen ; fonder Zweifel Feiner andern | Kayfern, Königen und Se
Meynung, dann uns zu böchiter Verachtung, |geleifter. Derhalben dann diefe unfere Unge⸗
und damit indes Heil. Reichs beſchwerlichen horſamen, Untreuen, um fo viel Deftomenigee
Obliegen deftoweniger fruchtbares ausgerichtet) Fugs haben, ung, als ihrer ordentlichen Öbrige
| keit, ihren fehuldigen Gehorfam, unter dem
"werben möchfe, Ri:
= 1 Welches fie auch um fo viel geringer und) Schein der Religion, zu entziehen und fich ge⸗
ohne Sorg unterftehen, thun und verrichten | gegen ung zu erheben und aufzubaumen; fon«
mögen und dürfen, Diemweil fie weder Gericht|dern geben Dadurd) allermänniglich zu erfen-
noch Obrigkeit erkennen, nochentfeßen ; fondern Inen, Daß ihr Gemürh und Vorhaben vielmehr
den gemeinen Srieben und Yöminiftration dev dahin gerichtet ft, uns endlic) nach unferer
- Auftirien dahin turbirt und verkindere Haben, | Ränferlichen Hoheit, Auctoritaͤt, Hron und
Daß auch wohl gefprochene Urtheil zu vollziehen | Scepter. zu trachten, und die fame ver religion,
geſperrt, und leßtlic) aus ihrer unbefugten Ber« | Sried, Recht und Libertaͤt zu unferdrucfen, und
urfahung unfee hoͤchſtes Käyferliches Gericht | darunter ihren Eigennutz und Erhößung un-
im heiligen Reiche Deutfcher Nation gar aufs | rechtlicher 2Beife zu fuchen und zu befördern,
gehaben, und männiglich.nunmeßr über Jahr |und alfo maͤnniglich unter ihr gewaſtſam Joch
und Tag vechtlos gelaffen worden, und noch |und Tyranney zu dringen, aud) folgends (mo
wird; das doch nicht allein an ihme ſelbſt ber | fie Die. Gelegenheit erfehen,) Fehd und Kriegs⸗
ſchwerlich, und vielen armen unferdruckten und | gemalt vorzunehmen; wie dann ihre frevent⸗
- fpolüivten Parteyen zum hoͤchſten nachtheilig, ſon⸗ liche vermeſſene Reden, deren fie ſich hievor
- dern.aud) bey allen Nationen und Völkern ganz vernehmen laſſen, dergleichen auch die laͤſterli⸗
erſchroͤcklich und unfoblich iſt. Und das aber chen Schand und Schmähfchriften und Ge—
zum allerbeſchweruchſten iſt, fo üben und frei- maͤhlde, die fie im Deuck und fonft in ihren
"sen fie foßches alles des mehrern Theils allein | Fuͤrſtenthuͤmern, Landen und Gebieten ausge:
unter dem berühmten und verwendten liebli- | Ben und allentHalben in das Heilige Reich, oßn al-
hen anmuthigen Schein der Religion, aud) | le Scheu, öffentlich umfragen und ausbreiten laf
- fürgervendter angemaßter Erhaltung Sriedens, | fen,darinnen wir zum ſchmaͤhlichſten, verächtliche
- Rechtens und Deutfcher Nation Siberrät, die ſten angezogen, angerafter und vinan
De,
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fel in Meynung, den gemeinen fung, Ungehorfam und Rebellion, auch Ans
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; ben, (oßne Sie
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ſolches ihres untreuen aufrührifchen Gem
darneben bey fremden Potentaten und andern,
ihrer Pflicht und Eid zumider, nicht allein al-
lerley Dacta, Bünde, Confpiration und ans
9 Räy ſers Feldsug wider die Schmaltald, Bundsv. 1853
Mann durch ſolche und andere Weg und Mite
tel wider uns zu bervegen, zuerbittern, und da- |f
durch zu Empörung und Aufrufe zu veigen,) ‚allerhöchften, erfchrecktichften Laſters der belel-
maflen und Antaftung unferer Käyferlichen Ho⸗
gnugſame Anzeig und Zeugniß geben die Pon und Straf vefielben, ſamt berüßrtes
12, Datneben fie auch nicht unterlaffen, auf Landfriedens, mit der That gefallen feyn; wie
ihren Conventiculn und Nebenverfammlungen, dann folches alles fo offenbar und Tautfündig,
daß einiger fernern noch mehrern ausführlichen
Vermeldung hierinn von unnoͤthen fr.
15. Wiewol wir nun unfers tragenden Kaͤh⸗
ferlichen Amts halben mwohlgegründfen Zug
uns ohne allen Zweifel zum häßigften einzu: und Urfachen gehabt, hievor langft gegen bes
bilden, auch) uns zu Nachtheil, venfelben Po⸗ meldten Churfürften zu Sachfen und Sande
tentaten und andern, als obfteht, allerley ge Iarafen von Heffen den Weg der gebüßrlichen
- Heimen Anhang, Fuͤrſchub und Förderung an- Straf fürzumenden: fo haben wir doch, zu Er⸗
zubieten, mit ihnen zu practiciren, und die wi- |haltung Friedens, auch Verhütung des Kriegs
der uns zu Degen, zu ftärfen und bewegen. und daraus folgenden Unrats, ihrer bisher
Zudem, daß noch wol etliche vorhanden, Die |gnädiglich werfchonet; fordern ihnen in allen
‚dere Meuterey gegen ung zu erregen; fondern
bon. ihrem guten Willen und Neigung gegen der | Handlungen, mehr und weiter dann uns wohl
Deutſchen Nation, diefelbe des Türken halben Igebüßrt, nicht mit geringer Beſchwerung und
\
r
gnugſamlich zu fagen wiffen. Welches auch rung unferer Käyf. Auctorität und vieler ges
in Gefahr und Sorg zu ſetzen und zu halten, | Berfehrung unferer Gemiffen, auc) Verkleine⸗
um fo viel deſtomehr zu glauben , dieweil ihnen |horfamen Ständen höchften Beleidigung,
folches zu ihrem Vorhaben, ihre Tyranney da⸗ Nachteil und Schaden, gnaͤdiglich verhängt:
durch zu erhalten, zu befchönen und in das und nachgefeßen, und uns darauf in dem ver⸗
Werk zu richten, nicht ungelegen, noch undienlich |fchlenenen ein und vierzigften Jahr alhie zu Re⸗
N Ne genſpurg gegen dem Sandgrafen, und nach⸗
13. Alles in Vergeß der hohen Pflichten, da- mals auf unferm nächft gehaltenen Speyeri»
mit fie uns, als Römifchem Känfer , ifrem von ſchen Reichstag des vier und vierzigften Jahrs,
Gsit verordneten, einigen, natürlic)en, rechten |ver mindern Jahrzahl, gegen dem Churfürften
. Heren, Haupt und Obern, verwandt, aud) zu zu Sachfen mit allen Gnaden erzeigt und bes
Verkleinerung, Abbruch und Schmäßlerung jwiefen, und gaͤnzlich verhoft, fie durch ſolch
unſerer Känferlihen Hoheit, Yuctorität und jübermäßige Geduld, Gnad und Güte, von
. Gewalt, und unferm gemeinen Känferlichen ihrer fchiveren Rebellion, Ungehorfam und uns
- Sandfrieden , auch den darauf erfolgten Fried: ziemlichen Practifenund Vornehmen, je zulege
- fländen zuwider und entgegen, die fie auch nicht abzuwenden und zu gewinnen, aus) alfo den
‚anders achten, Kalten und auslegen, Dann ob Weg der Straf zu verhüten.
fie allein darum gemacht und ai
den Gehorfamen die Hände zu fperren und ihre men und befinden, daß all unfereväterliche mil⸗
natürliche erlaubte Defenfion und Gegenmwehr |de Geduld, Nachfehen und Güte, bey beruͤhrtem
abzuftricken; aber herwiederum ihnen dadurch | Churfürften und Landgrafen bis anhero anders
erlaubt und zugelaffen, ihres Gefallens alle |nody mehrers nicht gewirkt, dann daß fie uns
_ unrechtmäßige, ‚verbotene Handlung wider die allein bloffe Wort gegeben, und nichts deſtowe⸗
‚gehorfamen Stände vorzunehmen, zu üben und | niger ihrem fchriftlichen und mündlichen Erbie⸗
vollführen. ten und Vertroͤſten alle ihre Handlung im
74. Durch welche Bieoben erzehlte Verhand⸗ Werk entgegen gericht, auch über und *
a Ä uunſere
x
gericht wären,| 16. Diemeil wir aber augenfcheinlich vernefie \
beit, Gewalt und Obrigkeit, fie fich dann des
bs digten Majeftöt rheilbaftig gemacht, und in
A}
im heiligen Reid). und. unfere Kaͤyſ. Auctori-
. nens Conventiculaund Berfammlungen vorzu-
1854 _ Cap. 19. Don sweyen Seldzügen, der Proceftanren und des Mäpkusı us
unſere und des Reichs Drönung, | Abfchied und | 17. Und. wir auch darneben gnaͤdiglich be⸗
Kaͤyſerlichen aufgerichteten Landzund Religion⸗
frieden, auch Gebot und Verbot, ſo wir bies
vor zum öfternmalen, zu. Handhabung defiels,
ben Land⸗ und Religionfriedens und zu Ver—
huͤtung alles gemwalthätigen Bornehmens, allent-
denken, wo wir alfo länger. zufeben,, und ung.
unferer, — Kaͤyſerl. Macht 9 e⸗
walt nicht e Eure
fürften und, Sandgrafen' yu gebüflichem Gehor-
n Bornehmens, allent-| fam bringen follten, daß Die loͤbliche Deutſche
halben in Das Heilige Reich ausfünden und ver: | Nation nicht allein zu Chriſtlicher Verglei⸗
kuͤnden laſſen, ſich derfelben ‚mannigfältiglich | dung der ftreitigen Religion zu fommen wenig |
mißbraucht und überhebt, undunfern mit ihnen] Hoffnung haben mödjte, fondern auch des |
alhie zu Negenfpurg und zu Speyer gepflognen hochnothduͤrftigen beftändigen Friedens ‚und
gnädigften Handlungen, ſtracks entgegen gan-| Rechtens gerathen und mangeln, und dargegen
gen, und fi deß alles. nur zu einem Deck aller unrechtlichen Gewalt, Tyranney, Places
mantel ihres ‚freventlichen Muthivillens ges |rey und Zerftörung aller guten Ordnung und |
braucht, und dann aus böfem, neidigen, haͤßigen Policey, auch Abfalls und Berlierung alles |
Gemuͤth und unziemlicher: GebührlichEeit zul Trauen und Glaubens, erwarten, und daͤdurch
Bereichen , in ihrem argen Vorſatz alfo verſto⸗ alfo gar aus dem Fried in den. Unfried, und,
cket und verhärtet feyn, Daß all. ihr Vorhaben) aus der Freyheit in die ſchwere Dienftbarfeit
— ———— — geſtellt werden muͤßtte.
res Gefallens zu: vergewaltigen, und derhal / 9 WE N
— Gericht noch Recht zu leiden; fon-| @ — ran * ee |
dern vielmehr aus angezeigte gefaßten Neid |“ ger zuzuſeher
und. voreheiligen geizigen Gemüth, ‚wider alfe
Billigkeit, Aufruhr und Krieg im Reiche zu
“bewegen, Fuͤrſten, Grafen, Herren, und. ge-
meinen freyen Adel, auch andere Stände und
Glieder: des heiligen Reichs , geiſtlich und welt⸗
lich, eigener. Gewalt, wider ‚unfern Känf. aus:
gekuͤndten Sandfrieden, zu überziehen und mic
Gewalt und font Durch allerlen Geſchwindig⸗
feit unter ſich zu bringen zaud) Fried und Recht
zu gedulden keineswegs gemeynt, gebuͤhrlich,
noch vor GOtt noch der Welt verantwortlich
95 Üntanng |
19. Und find derhalben, zu Verhütung oban |
geregten mehrern Laſts, Unraths und Mad: |
‚theils, fo dem heiligen Neid) Deuffdyer Nation |
und gemeiner Chriftenheit hieraus ‚erfolgen |
moͤchte, zuletzt dringlic) bewege, uns unſers
Kaͤyſerlichen Amts gegen genannten Churfuͤr⸗
ften von Sachfen und Sandgrafen von Heſſen
zu gebrauchen. —1
20. Dieweil denn obgedachter ihr erzeigter
Ungehorſam, Rebellion, Betruͤbung — od 4
ruͤttung Friedens und Rechtens, Veracht.
und Verlegung unſerer Kaͤyſerl. Majeſtaͤt ud
Hoheit, und andere ihre muthwillige, frevent⸗
liche, gewaltſame, friedbruͤchige, geübte Hand«
lung und Empörung allenfgalben offenbar,
landfündig und am Tage liegen, deren ſich auch
der. genannte Churfuͤrſt von Sachfen und Land.
graf zu Heſſen mit Feinem Grund, Zug oder
ihrem freventlichen Bornehmen zu bleiben und | Schein entfchufdigen oder befchönen Fönnen, _
vorzudringen unterftanden, und durch folches | aud) ohne das fein ordentlich Recht, Gericht,
alles um fo viel deftomehr ernftliche, ſchwere |noch Richter über fid) leiden wollen; fondern
und ungewöhnliche Straf verdienet, auc) der-| uns an unfere Hoheit und Gewalt ſelbſt greis
felden billig zu gewarten haben. 0 Ifen und fish deffen unterziehen, auch gegen
* andern
tät zu unterdrucken, und ihnen diefelbige zueig-
nehmen, Pacta, Bünde, Confpiration und an⸗
- dere Meuteren. gegen unszu erregen, und ung
durch. Schmähe- oder andere Schriften, und
fonft zum häßigften und. verächtlichiten anzu:
taften, einzubilden und zu verunglimpffen, zu laf-
fen und geftatten. Und wie gnädiger und gu-
tiger wir. uns. gegen ihnen erzeiget und ihnen
mehr überfehen und nachgelaffen, daß fie nur
um fo viel deſto beharrlicherund verftockter auf
IR
6 I1.Abfch.b) Dondes Räpfers Feldzug wider die Schmalkald. Bundsv. 1857
erhalten und befördern, erbietig, willig und
chuldia feyn.
23. Welches wir euer Lieb, Andacht und euch,
derhalben hiemit anzeigen wollen, damit ihe
der Urfachen diefes unfers billigen, norfwendi«
gen, unvermeidlichen Vornehmens, wahrhafti⸗
ge, begründte Erinnerung und Wiffen empfahet,
warum mir Darzu zwungentlich bewegt und
nothgedraͤngt ſeyn, und das mit nichten länger
anftellen, verhalten, umgehen noch verhüren
follen nod) mögen.
24. Und gebieten hierauf euer Lieb, Andacht
und euch allen und jeden, ſamt und fonderlich,
bey den Pflichten, Damit ihr ung und dem Fels
ligen Reiche verwandt ſeyd, auch bey Vermei⸗
dung unferer ſchweren Straf und Ungnad, und
fonderlid) bey Verliehrung aller eurer Rega⸗
— EN en wid en ? —
erklären, und verkuͤnden fie alſo in unfer und Vorfahren und Ihr von weiland unſern loͤblichen
des Reichs Acht und er — Ka Vorfahren, Römifchen Kaͤyſern und Koͤnigen,
WR are auch uns und dem heillgen Reiche erworben,
en ee su en Ki bey la geibs und Guts, hiemit
Unfeieden; alles von Römifcher Ränferlicher |! lich — De euch gemeldter
- Mache, wiſſentlich und in Kraft dieſes. Vhann Friedrich und Philipp, fo ſich nennen
W yo Herzog zu Sachſen und Sandgraf zu Heflen,
22. Und feynd darauf zu gebuͤhrlicher wirk. wider ung mit nichten annehmet noch belader,
licher Execution, Vollziehung und Vollftre \ipnen auch nicht dienet, Huͤlf noch Vorſchub
ckung dieſer unſerer Erklaͤrung und Verkuͤn⸗ mit Proviant, noch ſonſt in einige ander Weg,
digung gemeldter Acht, Poͤn, Straf und Buf: weder heimlich noch oͤffentlich beweiſet.
fen, gänzlich entſchloſſen, gegen denfelben So-| 25. Wo auch euer einer oder mehr in ihren
hann Friederich und Philippen, die ſich nennen | oder ihrer einigs Dienft, Befoldung oder Bes -
Herzog zu Sadjfen, und tandgraf zu Heffen, |ftallung, oder ihnen fonft zugezogen wäre, daß
als offenen Aechtern, auch unfern und des Reichs der und diefelben, Angefiche DIE Briefs, ohne
Widerfachern und Feinden, vermittelft göreli- allen Auszug und Weigerung, fid) von Stund
cher Gnad, Hülf und Beyſtands, mit gebuͤhr an erfeben und. ftrads wiederum abziehen,
licher Straf, ohnelänger Berziehen, felbft vor= | und fid) ferner nicht gebrauchen laffen: auch
zugehen und zu verfahren, Damit wir alsdenn, | {fr die Stände, Zugehörigen, Verwandten und
undverhindert derfelben, zu Yufrichtung beftän- Lnterthanen gedachter Johann Friedrich und
digen Friedens, Rechtens und Einigkeit im Philipp Die fich) nennen Herzog zu Sachſen,
helligen Reich, deſto ftattlicher greifen und kom | und Sandgraf zu Heffen, ihnen einigen Gehor⸗
men mögen. Darinn wie ung denn allermaf- ſam, Huͤlf noch Beyſtand, ferner keineswegs
gi Ta Geſtalt, wie ung als Chriſtlichem KRäy« Teifter, noch euch ihrer Nebellion, Ungehorfams
er, Namen und Amts Balber, zueignet und und Verbrechung ferner noch weiter anhaͤngig
gebuͤhret, ganz gnaͤdiglich und värerlich zu er- | noch theilhaftig machet; fondern euch derſelben
zeigen, auch der Deutſchen Nation und Liber- hierinn gaͤnzlich entſchlaget und enthaltet: auch
tät, Aufnehmen, Ehr, Nutz und Wohlfarth, euer Liebden, Andacht und ihr alle ſamtlich und
mit allen Gnaden und Treuen zu bedenken, zu ſonderlich, uns zu Vollziehung ſolcher obberuͤhr⸗
u Rutheri Schriften 17. Theil. Ä Bbb bbb FETTE
andern Ständen nur thätlicher Gewalt ‚und
gdewapneter Hand gebrauchen. BT
® "21: Demnad) haben wir, nach Ermegung al-
H fee Gelegenheit und Geftale diefer Sachen, aus
Erheiſchung und Forderung der hohen unver.
meidlichen Noth und fchuldiger Pflicht unfers
von GHrE befohlenen Amts, die genannten,
Johann Friedrichen, Churfürften von Sad
- fen, und Landgrafen Philipp von Heffen, als
unſere Ungehorfamen, Untreuen, Pfliht- und
- Eydbrüdhige, Rebellen, Aufruͤhriſchen, Ver—
aͤchter und Verleger unferer Räyferl. Hoheit und
- Majeftät, Verbrecher des gemeinen auggefün-
deten Sandfriedens, in unfer und des heiligen
Reichs Acht und Aberacht, auch) obgemelöre
ae Bann, Strafen und Buſſen, gefallen feyn, ere
kennet, erfläret und verkuͤndet, und fie aus
dem Frieden in Unfrieden gefeßt. Erkennen,
—
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2 i = a — IE 7 = RS. n ü ! BI
A 19, Don zimayen Saldsügen, Des Droteffanten und des Mäyfere, a7
ter erklärter Pön und Strafen, gegen gemelö- | Gewvoßnfeit Brauch oder alt Herfommen,nod)
ten Ungehorfamen, Untreuen, Sriedbrüd;igen, |fonft allesanders, das ihnen hierinnen zu Hüle
Aechtern, diefelben zu gebüßrenden Gehorfam
zu bringen, euern getreuen Beyſtand, Hülf,
Vorſchub, Förderung und Zuzug thut; und
euch daran nicht irren noch verhindern laſſet
einige Bündniffe, Berfiändniffe noch Adhaͤ⸗
renz, noch einige euer Erbhuldigung und Pflicht,
damit ihr ihnen verwandt ſeyn moͤchtet. Denn
wir ſolche Buͤndniſſe, Adhaͤrenz und Ver⸗
wandtniß, die ſeyn gleich hlevor, oder jetzo von
neuem aufgericht, erneuert oder erſtreckt, (fo
viel dieſelben euern uns hievorgethanen Pflich⸗
ten und Eid, auch dieſer unſerer Erklaͤrung
und Erkenntniß, oder ſonſt in andere Weg uns,
als eurer ordentlichen hoͤchſten Obrigkeit, zuwi⸗
der ſeyn, reichen oder verſtanden werden moͤch⸗
ten,) als die, fo in dieſem Fall, nach vermöge
fe, Steuer oder Statten fommen follte oder moͤch⸗
te. Dann wir fie, die gedachten Aechter, in
dem allen, als deflelben unempfänglid), aus⸗
gefchloffen und darinn nicht begriffen Haben wol⸗
len. Wo aber euer einer oder mehr, was Standg
oder Wefens der oder die feyn, fich hierüber,
in was gefuchten Schein oder Weg das immer
gefchehe, ungehorfam erzeigen würden: gegen
dem und denfelben allen rollen wir uns glei-
chermeife, wie genannten Yechtern, mit ernſt⸗
licher Strafe nad) Ungnaden zu verfahren
vorbehalten haben; darnach wiſſe ſich männiglih
zu richten, und vor Nachtheil und Verderben
zu verhüten. Das meynen wir ernftlih.
Geben in unferer und des Reichs Stadf Re:
Igenfpurg, am 20. Zagdes Monats Julii, nad)
aller Rechten, euch wider unfere Erkenntniß Ehrifti Geburt 1546, unfers Ränferefums im
und Vollziehung derfelben nicht binden noch | 26. und unferer Reiche im 3ı. Jahr.
verhindern ſollen oder moͤgen, mit wohlbedach⸗
tem Much, rechtem Wiſſen, und von unſerer
Kaͤyſerl. Macht Vollkommenheit, hiemit gänz-
lich aufgehebt, caßiret und vernichtet, auch euer
Lieb, Andacht und euch, fo viel deren darinn
verwandt wären, von derfelben unferer Känfer-
lihen Made Vollkommenheit davon. endlich
abfolviert und ledig gezählt, und denn euch die
Stände und Uinterthanen in genannten Herzog
Johann Friedrichs und Landgrafens Landfchaf-
en, von euer Erbduldigung und Pflichten ges
frenee und entlediget, und allen denen, fo ſich
Bierinn gegen ung geborfamlich erzeigen, unfer
frey KRänferlich Gleit und Sicherheit hlemit
gnaͤdiglich zugeſagt und gegeben haben wollen.
26. Setzen und meynen auch von jetztberuͤhr⸗
1452.) °
M. Caſpar Aquild Troſtſchreiben anden
nachhero gefangenen Churfuͤrſt Joh. Friedri⸗
chen. Dat. den 16. Yug. Anno 1547 _
Bl
GoOttes, allmächtigen Vaters, Fried, Troft
und Kraft durch JEſum Epriftum, unſern
einigen Erlöfer und Helland, ftärfe E&.E.
F. ©. mit allen Önaden und Öabendes Hei⸗
ligen Seiftes, N
a hochaeborner Fürft, gnaͤ⸗
dlgfter Herr! E. E. 3. On, feyn allezeit
meine ganz rolllige Dienjte und inniges ernites
Gebet zuvor. nädigfter Herr und Chriftlls
ter Kaͤyſerl. Macht und Vollkommenheit, daß | ber Churfürft! Es iftein fehr eröftlicher Spru
diefelben Hechter hiewider nicht fehüßen, fchir- | ac. 5: Des
men, freyen oder vorfragen einige Gnad,
Freyheit, Tröftung, Geleit, Sicherheit, Land⸗
und Burgfried, obberüßrte oder einig ander
Buͤndniß, Vereinigung, Burg oder Stadt.
recht, fo von ung, unfern Vorfahren am Neich,
Berechten Gebet ME
gläubigen, der ſich veft an EHrifti Verdienſt
hält und ihm gehorchet, ) vermag viel, wenn
es ernſtlich ift. Solches beweift er mit Elia
ı Kön, 4. wie er Negen und fruchtbar Land hat
erlanget durchs Gebet. _ Alfo fey E. E. 3. ©.
Römifchen Käyfern und Königen, oder andern Inur hoch fehr wohl getroft, dann, GOtt Lob!
Herrſchaften oder Obrigkeiten, euch oder ihnen, viel Hoher, tiefer Seufjen, Flehen und Rufe
gemeinlich oder fonderlich gegeben oder beftä- fen, wird täglich, und deß oft und viel, für E.
tiget wären, oder noch würden, auch Feinerley IC, 5. ©, von vielen frommen Chriſten er
—
Hütter zu GOtt, durch Chriſtum, unfern lieben
Mittler und Verſoͤhner. Und wollen gewiß
ſeyn, daß unferer Epriftlihen Berfammlung
Gebet foll fein Fehlgebet ſeyn. Dann (EOtt
allein zu Lob, ohne Ruhm,) bitten wir bie zu
Salfeld alle Tag öffentlich dreymal in der Kir-
chen für alle Noch, und fonderlic, für E. C.
F. G. auch E. €. F. Sn. fromme Ehegemahl
und Soͤhne, unſere liebe, gnaͤdigſte Landsfuͤr⸗
ſten, und ihrer Gnaden Raͤthe, GOtt wolledem
lboblichen Haus von Sachſen (dem keuſchen ge
- fünden Rautenfränzlein,) wieder aufhelfen zum
Fried und Einigkeie, Amen. Wir find aud)
der guten Hoffnung, wie das Ehriftliche Häuf-
lein Petrum, den heiligen Apoftel Ehrifti, App.
12. aus dem Thurn und Gefängniß mit ihrem |
Ya
ſtarken Gebet errettet bat, (wider Herodisund | b
aller feiner Feinde Hoffnung, ) alfo werde der
liebe getreue GOtt (der da munderbarlic) feine
heiligen Chriſten regieret und fuͤhret, Pf. 4. und
- Sefala 9.) E. C. $. Gn. unverfehener Weife
und Zeit erlöfen mit allen Gnaden, Amen.
1890 11, Abfeh. b) Dondes Räyfers Seldsug wider die Schmalkald Bundsv. 1967
r-
F. ©. der liebe GOtt gnädiglich behliten mol:
le, daß E. C. F. Gn. nicht fo lang gefangen
werde unter diefen unverfchämten Scorpionen,
Strauffen und Dradyen ,) zu einem tiefen Kers
ker iſt gefänglich unter Kaͤhſer Nebucad Nezar
gehalten; doch endlich zu den hoͤchſten Ehren,
neben des Königs Evil Merodach Tifcherhöher
und begnadef. 2 Koͤn. 25. Jerem. 52. darvon
aud) der liebe unfer HErr JEſus Chriſtus nach
dem Fleiſch ift geboren, Match. ı.. .
5. Wo aber E. C. F. ©. würde angefochten
von dem böfen giftigen Satan (der E. €, 5,
©. um Öortesdienfts und Worts willen bitter -
Beftig feind ift,) daß E. C. F. Gn. durch feine
feurige Pfeile im Herzen vermunde, möchte als
jo gedenken: Ja, ja, mas fageftdu Aquilamie
ie. Ich bin ein armer grofler Sünder, habe
aud) diß Gefängniß nur wohl verdiener, dann
ic habe GOtt erzuͤrnet: meinen armen Unter:
thanen nicht wohl und väterlich vorgeſtanden:
fie übel, Dody aus Nothdrang, geſchaͤtzt und
beſchwert zc. Derhalben ich nicht bin, wie Jo⸗
2. Und daß €. C. F. Gn. einen fröhlichen |fepd, Daniel und Jechonias, die rechte Beilige
Troſt möchte fhöpfen, will ih E. C. F. Gn. | Leute und Gottes Kinderlein; foroillich ein an«
‚armer doch getreuer Diener, etliche Hiftorien Furz | der Erempel einführen von einem geoffen greu-
erzehlen. Erſtlich, den frommen Joſeph, wel⸗ |lihen Sünder, der alle Schande und Gottes⸗
cher als ein recht, fromm, gehorſam Gottes: |läfterung hatte geuͤbet, nemlich ver Koͤnig Mas
kind, verraͤtheriſch iſt verkauft, und ſchmaͤhlich naſſe, der war ein Tyrann, ein Kindsmoͤ der,
an ſeinen Ehren ERBE, graufamlich unver- | Zauberer, der Abgötterey und Wahrfager St
boͤrter Sache ineinen Kerfer geworfen ꝛc. Mof. ter, der Die Propheten ermorder, als den Je—
37. Dis 42. doch hat ihn der barmherzige GOtt, ſaiam mit einer Sägen zerriffen, 2 Chron, 33.
der himmliſche Water, zu rechter Zeit gewalti. 2 Koͤn 24. in Summa, ein Schandpapiſt
glich erhöhet, und zu dem oberften Landsfuͤr· und Goͤtzendiener (meicher Safter, GOtt fey
ſten über ganz Egypten gemacht. ob! E. C. F. G. unfchuldig ift, ja, ganzernfte
. 3. Zumandern,gedenft doch des Heiligen theu⸗ lich Darwider lebt und fit). Nun war derfele
ren Helden Daniel, der auch um des rechten bige König in Juda, Manafle, vom Käyfer
Öottesdienfts und um der Wahrheit willen von zu Babel mit Ketten gefangen, ins Elend ges
den giftigen Hofräthen verraten ward und in |führt; da er aber Buſſe hät, von Herzen fih
die Lomengrubeunerbärmlich geftürzt, und doch zu GOtt bekehrete und betete, erloͤſete hn GOtt,
- fo herrlich errettet und erhoͤhet, daß er derober. und brachte ihn wiederum gen Jeruſalem,
ſte Rath und Fürft ward, mol bey fünf grof- | in fein herrlich Königreich, allein daß er GOtt
Kr Känfern der Höchfte und theuerſte Prophet. als einen mächtigen HErrn erfannt.
Daniel.6. * 6. Will das nicht gnug troͤſten, nehmer den
4. Zum dritten, gedenkt tief zu Herzen des Ränfer NebucadNezar für einen Troft an: da
lieben Königs Jojachin in Juda, (der hernach ſich der über GOtt erhoͤhet mit Hochmuth fee
genannt wird Jechonias, —* 22. und 27.) wie nes Herzens, als haͤtte er alles in Babel ge⸗
dieſer fromme König 37. Jahr (davor E. C. macht und ausgericht Durch feine eigene Kraft,
J Bbbobbb 2 pla⸗
1862 Cap, 19. Don zweyen Seldsugen, der Proteftanten und des Räyfers. 1963 |
plagete ihn GOtt, daß er mußte fieben ganze Glauben gründlichen Bericht. geben; wie St.
Jahr (mie ein unfinniges, rafend , wild, ber Detrus von unserfordert 1 Petr. 3. und ſich als
ſeſſenes Thier,) im Wald umher laufen, Gras |ein armes gehorfam Schäflein, Df 23. mitten
freffen wie ein Ochs; noch, da er feine Sun. |unfer den reiffenden Wölfen, Jeſ. 40. nicht abs
de erkannt, betet und rufet zu GOtt, wurde er | menden noch erfchrecken laffen von unferm froms
zu Önaden angenommen und erlöfee, auch ge-Imen Herrn Paftore Chriſto, unferm Erzbie
waltiglidy in fein Königreich wiederum von | fthof; fondern allein feine Stimme hören, le⸗
Gott eingeſetzt, daß er noch greöffere Herrlich |fen und betrachten, (Joh. 10. und der fremden
keit überfam. Dan. 4. - Stimme meiden und fliefen als des Teufels
7 Mit ſolchen Hiftorien der Heiligen Schrift |felbft: darzu darf E. E. F. Gn. nicht viel fore
troͤſte fih nun E. C. F. ©. und gedenfe, E. E. gen, der einige hohe Hauptartikel: Sola fides!
F. ©. fey nicht der erfte, der alfo wäre gefan. in Chriftum iuftificat, wirds E. C. F. G. ale
gen, und fo Fläglich des Lands und Hoheit oder les lehren, und wie Chriſtus ſagt Jeſ 54. Joh.
Herrlichkeit entſetzet; ſondern tröfter &. C. F. 6. v. 45: Sie werden allevon GOtt geleh«
Gn: alſo: ift dergleichen den frommen auser⸗ ret, und Matth, 10: Der Heil, Beift wird
wählten Kindern GOttes alfo ergangen, als durch euch reden. Darum gedenkt an Chris
Joſeph, Jechonia, Daniel, ich bin je nicht tum: Confidite, ego vici mundum, et fata-
beſſer dann fie, und müffendodyaalle, die Da gort-|naın et eins omnia membra - - - cum
felig wollen leben, mit Chriſto Werfolgung lei. | omnibusportis inferorum, Amen. Gratia do-
den, und Chriſti Ebenbild gleichförmig werden. | mini Ieſu Chrifti cum fpiritu tuæ celfitudinis,
Hat aber auch GOtt die graufame groffe Sün. Jamen. Datum den 16, Yugufti, Ofvvaldi die
der, als Manaffe und Nebucad Nezar, aus ihrer] 1547. | |
greulichen Gefängniß erreteet: fo verhoffe ich E. Ehurfürftl. Gnaden
betruͤbter Churfuͤrſt von Sachſen, GOtt, der ganz williger getreuer Diener
allmaͤchtige, himmliſche Vater, wird mich auch bis in die Gruben hinein,
gnaͤdiglich anſehen, und bald, bald gnaͤdiglich er. mM. Caſpar Aquils,
Paſtor und Superintendens zu Salfeld.
retten, Amen, Amen. Dicat omnis piorum
ecclefia, fiat, - Meber das troͤſte ih) E. C. F. G.
der frommen E. C. F. G. Unterthanen undan.| Dem durchlauchtigſten, bochgebornen Fürs
derer frommen Chriſten Gebet; ohne allen Zwei. ten, Herrn Johann Sriedrihen, Herzogen zu
fel, der gnädige, barmherzige, fromme, ge| Sachfen, des heil. Roͤmiſchen Reichs Erzmar-
freue GStt wird ihr aller Seufzen und Geber! fchall und Ehurfürft, (coram Deo et omnibus
erhören, wie GOtt felbft ſagt Pf. 50. und 145: piis,) fandgraf in Thüringen, Marggraf zu
Er wolle erhören das Geber aller derer, die ihn Meifen und Burggraf zu Magdeburg, mer
anrufen im rechten Glauben, und tut, mas nem gnädigften, lieben Herrn und frommen
nun die Sottesfürchtigen begehren, behuͤtet auch | getreuen Landsvater. =
alfe, die ihn lieben; daß wir, ob GOtt will, bald
wollen fingen den 124. Pfalm: Belobt ſey der
SErr, unfer lieber GOtt, dann unfere See:
de ift entrunnen, wieein Vogel dem Strid;
der Strick ift, GOtt Lob! zuriffen und wir
find los, GOtt ſey Danf, Amen, Amen. Die
Gnade unfers lieben Herrn JEſu Chriſti fey
allezeit reichlich und fröhlich mie & €. 5. ©. Herren JEſu Ehrifti, Amen. _ Eelig,
®:ift, der wolle E. €. 3. ©. Troft, Önade,| viel hundert faufendmal und ter alle
Kraft und Macht verleiden, daß E. C. F. G. Mail? in ewig felig der gläubige Men hift, Dee
beftändig, gewaltig und Fräftig E. E- 3. Gn. ſich jest an dem ſchwachen fehr benfelapen at |
ER 1453 J———
MT. Caſpar Aquilaͤ anderes Schreibenan
den gefangenen Ehurfürften. Daum
die Keonhardi 154. —-
Is £
Ottes Friede und ewige Gnade unferd
*⁊
preiſete ihn einen Herrn uͤber Suͤnde und
1864 11.Abfeh. b) Von des Kaͤyſers Feldzug wider die Schmalkald. Bundsv. 1865°
men Ehrifto, unſerm lieben Heiland, nicht är- und alzuviel liſtigen, ſchroͤcklichen Gewalt und
gert, Matth. ı1. ſondern thut, wie der from ⸗merklichen Gefahr Kalben, welche Land und
me Schädyer am Creuz: da niemand, auch un⸗ Leuten unuͤberwindlichen Schaden bringen
ter. den groffen Apofteln, fid) des gecreuzigten moͤchten: da foll euer Churfürftliche Gnaden.
Chriſti wollte annehmen, ihn troͤſten oder helfen |ein rechter ſtarker Johannes feyn, der Tän«
- entfehuldigen, da er von allen Hohen und niedern | fer Chriſti, und bey der einig feligmachenden
‚Ständen aufs allerfehmäßlichfte geläftere und | Wahrheit veft bleiben, auch öffentlich die
gehoͤhnet ward, da nahm ſich der (vonder Welt Chriſtliche Confeßion erhalten, unangefeßen
berfluchte) fromme Mörder des lieben Chriſti der getreue liebe GOtt nehme uns auch aus
herzlich an, ftrafete feinen Bruder, gab Chriſto dieſer Mordgruben , wie den heiligen Johan⸗
feinen Titel und Ehre, auch vor aller ar ‚nem, durchs Schwerdt ermordet, Marc. 6.
2 |
Simmel, Hölle und Er:
einen Rönig über 3. So tollen wir ung freuen, (mit görtlicher
den. Einftarfer Glaube! Solches dat ihn auch Gnad,) daß wir würdig geadıt, feine Schmad) _
> der liebe JEſus laffen genieffen, daß er eben um Chriſti willen zu leiden. Apoftg. 5.
dieſen Tag bey Ehrifto mußte feyn im fröhlichen | die Apoftel nur defto freudiger in ihrer Verfol⸗
s
ernſtlich beberzigen, und fich des verlaffenen,
Wie
radies, und jeßt ewig mit ihm triumphirt. gung das Evangelium von JEſu Chriſto pres
"Da
| Di Erempel follen jest neben E. C. 3. Gn. digten: fragten gar nichts darnach, ob esißnen
andere fromme Fürften, Städte und Stände, ſchon die hoͤchſte Obrigkeit ftreng genug verbo«
verachteten, verfolgten Evangelii auch alfo an- ten fie ftarfmüchig : Man muß GOtt mehr
nehmen, das öffentlich befennen, wie der from« | geborfam ſeyn denn den Menſchen. Mie
me Hauptmann bey dem Creuz Chriſti frey, dergleichen Troftfprüchen mag euer Churfuͤrſtl.
unerfchrocen befannt: Fuͤrwahr, diefer Chri⸗ Gn. ſich felbft, auch andere fhwachgläubige
ftus it GOTTes Sohn und ein frommer |blöde Herzen fröhlic) eröften, und nur veft fafe
Menſch geroefen, $uc. 23. O wie überaus fe- fen ven Sprucd) Amos cap. 5 : Die Bortlofe
lig wäre der, der auch alfo Ehriftum befennet, find dem gram, der fie im Thor firafet,
es verdriefle Teufel, oder Welt, mit aller ihrer | und haben den für einen Breuel, der heil:
Macht und Hoheit; der liebe HErr Chriſtus ſam lehrer; daß es aber wahr fen, bezeuget
Faͤrdees ihn wohl genieſſen laſſen: nicht den tod⸗ das die ganze Heilige Schrift, von Abel an bis
ten Leib, wie ihn deredle, fromme Joſeph von | auf Zachariam, den fie um der Wahrheit wil⸗
Dilato erlanget, fondern auch den triumppiren: |len verfteinigten, 2. Chron. 29. Soſchen ara
- den, allmächtigen, ewig lebendigen König gen böfen$oßn haben alle Propheten, Johannes
- Epriftum, mit aller feiner Reichthum und Ge: |der Täufer, Ehriftus unfer GOtt und Heiland
walt erlangen :.der wüßte recht für ung zuftrei«
fen und die Feinde erſchrecken, wie vor Jeri—
cho und Serufalem: da Hiskia, der fromme
"König, aud) zu GOtt rufet, wurden erfchlagen
185000., ja der felöflüchtige Känfer Senna.
cherib ward von feinen eignen Söhnen erfto-
chen, Jeſ. 37
2. Ob aber die kluge verzagte Vernunft (Die:
zu goͤttlichen Sachen allerdings nichts Fan noch
etwas taugt,) die fromme Fürften, Stäbe
und Stände wollte abſchrecken von foldyer öf-
von der mörderifchen Welt empfangen. Nun
wird der liebe GOtt mit uns Chriften auch
nichts neues wachen. Es bleibt veft diß Work,
und kann nicht anders feyn, ob. 15: Haben
fie mich (Chriſtum,) verfolger, fie werden
euch auch haſſen und verfolgen, ja auch toͤd⸗
ten, mit Schlägen und Todes Dräuung, füge - -
ten, als wollten fie BOTT einen aroffen
Dienft daran thun, Joh. 16. Dergleichen
fagt der König Ahab 2 Chron. 18. von dem hei«
iigen Propheten Micha, und fage öffentlich vor
dem frommen König Joſaphat: Ich bin dem
Micha aram ; ja er warf ihn alfo um der
5 ntlicyen Bekenntniß Chrifti, de Wahrheit willen ins Gefaͤngniß. Alſo thaͤt
| ie ichen Bekenntniß Chrifti, der graufamen A ve ß ſi im
1866 Cap. 19. Don zweyen Seldsügen, der Proteftanten und des Räyfers,
Im aud) der König Affe, tarf den Heben verzagten verdammeen Gemwiffen müffen Beufen
Propheten Hanani auch um der Wahrheit mil:
len in Thurm, 2 Chron. 16. wie denn auch oft
Seremias.in Schlamm des Kerfers iſt gewor⸗
- fen worden, Sgerem. 38. In Summa: Alle,
N alle, alle, die da gottſelig in Chriſto leben
wollen, muͤſſen Derfolgung leiden. 2 Ti.
4. Das. ift aber der Zucker und Malvafier,
der uns in der Angft labet, und folche bitte:
re Trüßfal lindere, da Chriſtus fage Matth.
am 10: Wer mich befennet vor den Men:
fehen, den will ich befennen vor meinem
bimmlifeben Pater. Solche tröftlihe Be⸗
fenneniß vor dem ewigen GOtt, durch Chri⸗
flum, den wahrhaftigen Zeugen, foll ung lie-
ber ſeyn, denn der ganzen Welt Gunft, Macht
und Reichthum, wie Ehriftus unfer lieber Er-
loͤſer ſagt Marc. 8: Was bilfts dem Men:
RG IR
und fagen : Siehe, das iftder fromme Menſch,
‚welchen wir etwa für einen Spott hatten,
Wir Narren bielten fein Leben für un
finnig und Schande, wie iſt ee nun ge
zablet unter den Heiligen, Wie baben
des rechten Weges gefehlet, eitel unrechte
Wege gegangen. Was bilft uns nun der
Pracht, Reichthum, Sochmuth rc. Jefet das
5.cap. der Weis, Wir Chriften wollen fröße
lich, veft und muthig bey göttlichem Wort blei- -
ben, da foll ung der Tod ewig nicht ſchrecken,
‘oh. 8. und ung mit diefem fröhlichen Urcheil’
Chriſti eröften, da er ſagt Luc. 1: Selig
find, die das Wort GOttes hören und. bee
wahren; das ift,, fie halten GOttes Work
für den höchften Reichthum, und laffen es ide
nen allerding nicht nehmen; fie befennen bis:
ans Ende, dem Teufel, und feiner Schande
brauf, der ſtolzen Welt, zu Trotz und Hohn
‚feben, wenn er die ganze Welt gewoönne, denn folche Confeffores Verbi Chriſti nennee
- and nahme an feiner Seele Schaden; der Herr IJESUS feine Mutter, Bruder
welches gefchießt , fo einer fich mein verleug- und Schmweiter, Luc. 8.
Sollen auch) ewig
net unter dieſem ehebrecheriſchen fündigen |Miterben feyn und bleiben, mit allen Gütern
Geſchlecht, deß will ib, Chriſtus, mich Chriſti im Himmel, wie die Kelle Sonne ſchei⸗
auch febamen, wenn ich komme in der net, mit allen Freuden ewig Chriftum loben,
Serrlichkeit meines Vaters mir den heili⸗ Amen. Nöm. 8.
gen Engeln. ——
. Darum nun froͤhlich bekennen das heilige
Darzu helfe uns der! liebe
Herr JEſus Epriftus mit GOtt dem Bas
fer und Heiligen Geift, in Ewigkeit gelobt, A⸗
men. Und der liebe GOtt tröfte und errette
Evangelium von Ebrifto, welches ft ei⸗ ja bald euer Churfürftliche Gnaden vor diefem
ne Braft GOttes, alfen, die es glaͤuben, untreuen Geſchlecht, und gleite zu dem rech⸗
zur Seligkeit, und ftey mit Paulo ſagen: ten wahren Gottesdienſt in euer Churfuͤrſtlichen
ich ſchaͤme mich des Evangelii von Ehri- Gnaden fanden und Leuten zu Wohlfahrt Ye
fto nicht, Röm.r. Und mit David Pſalm men. Datum die Leonard 54. ° °
rg. im 6. cap. O GOtt, ich rede von dei: j | ß
nen Zengniffen vor Rönigen, und febame
mich nicht: Nimm nur nicht von mei-
nem Mund das Wort der Wabrbeit fo
gar, denn ich barre auf dein ©ericht;
das ift, daß wir Evangelifche mit allen Ehren
die werden an deinem legten fröhlichen juͤng /
ſten rechten Reichstag in Lüften entgegen hin⸗
gezuckt werden und ewig bey dem HERAN
feyn. ı Theſſ. 4. Mit dieſen Worten laßt uns
unter einander tröften, da alle gottlofe Dapi-
ften und Werkheiligen im Jammerthal mit
Euer Ehurfürftl. Gnaden
ganz unterthäniger, gehors
famer und ja williger
Diener I
Caſpar Aquila,
Pfarrherr und Superinten⸗
dens zu Salfeld. TR,
1454
ht 14° AR 3 re
——
J
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As
—1
8
AN
IN
2868.11. Abfch. b) Von des Räpfers Seldsug wider die Schmalkald. Bundsv. 1869
1157 ORTES noch — — — halben
a en IRRE ahsihon |etvas bey der Räpferlichen Majeftät wuͤr⸗
Churfuͤrſt ob. Seiedrich® Schreiben de ausrichten. Darauf wir uns denn aud)
. 5 an den Canzler Srüd aus dem Gefangniß [gefaßt gemacht und willens gewvefen, fo die
S
2
Datum — Flandern,
— a von wegen der Religi
RR FRE * gion und Interims anzei⸗
Von GOttes Gnaden Johann Friederich, gen wollen, und alfo der ſchriftlichen ——
Herzog zu Sachſen, der Aeltere ꝛc. Land erwartet, uns alsdenn vermittelft goͤttlicher
graf zu Thüringen und Marggraf zuMeif Zůlfe, beſtaͤndiglich und Chriſtlich verneh⸗
ſenꝛcc · Imen zu laſſen. Und wir aber befunden, daß
Scprien Gruß zuvor, hochgelahrter lieber der Herzog von Alba mit einem Dolmetſch
SV Rath und Öetrever: Wiewol wir uns zur Nothdurft iniche verfehen gewefen, und
verfehen gehabt, es follte auf unfers freund. |uns beforgen müffen, fein Lieb würde fobald,
Hauptantwort wäre gefallen, was wir darauf
lichen lieben Dheimen und Schwagern, des und fonderlid) vor der Känferlihen Majeftät
Herzogen zu Juͤlichs Anſuchen, Fürftliche | Abreifen, nicht rwieder zu uns fommen: fo Bar
Durchlauchtigkeit aus Hifpanien unferthalben |ben wir uns aud) in der Hauptfachen mit dem
"bey ihrem Herrn und Vater, dee NRömifchen | Herzog nicht einleffen wollen, fondern feiner
Kaͤhſerlichen Majeftät, unferm allergnädigften |tieb eine freundliche Anzeigung, ungemeldef
Herrn, die Fürbitte vorlaͤngſt gethan haben, |der Religionſachen, thun laflen, und gebeten,
- und uns Antwort gegeben worden fenn : fo folches der Kaͤyſerlichen Majeftät zum beften -
wollen wir eud) doch gnädiger Meynung nicht | vorzubringen, und zu befördern, damit wir
bergen, daß wir und gemeldtes unfers Schwa⸗ auf der Wege einen guädigften Beſcheid er-
gers am Känferlichen Hof verordnete Nähe, langen möchten. Darauf bat fein Sieb uns
- auf vielfältiges Erinnern und Anlangen, weni: | wiederum anzeigen laffen, daß fein Sieb nicht
- nachdem ver Herzog von Alba, auf unfer
#
ger denn gar nichts ausgerichter, Denn |für aut anfehen koͤnnten, daß dieſe Artikel jegie
ger Zeit an die Känferlihe Majeftät follten
freundliches Erinnern und Bitten, bey uns gebracht werden, wie er denn aud) deffen Bes
den 29. Jumii verfchienen zu Brüffel gewe⸗ denken haͤtte. Dieweil aber die Känferliche
N
7
[4
fen, und uns freundlich angefprochen: fo hat | Majeftät bedacht wäre, wenn fie wieder in
er ung angezeigt, was der Prinz bey.der Käy- | Deurfchland Fämen, wie denn nod) vor Wins
ferlichen Majeſt. ausgerichtet und zur Ant: |ters gefchehen follte, von den Sachen der Res
wort befommen, das würde den Stülichifchen | ligion weiter zu handeln: fo möchten wir als⸗
Raͤthen ſchriftlich zugeftelle werden, uns die|denn die Artikel an die Kaͤyſerliche Majeſtaͤt
\
*
foͤrder zu uͤbergeben; dardey wir es haben bleiben bringen laſſen: da würde es beſſere Bequem⸗
laſſen, daß wir folder Antwort wollten ge: |lichfeiten haben; wie ihr denn ſolche Handlung,
- wärtig ſeyn. Aber dieweil wir zuvor aus der |fo mit dem Herzog von Alba gefcheßen, aus
Anzʒeigung, die gemeldter Herzog von Alba | beyliegendem Berzeichniß, mit Agezeichnet, wer⸗
‚vergangener Tage Doctor Carlen Herft, und det vernefmen; und wiewol wir ung nun ver⸗
eurem Sohne Doctor Chriſtlanus gethan, ſehen gehabt, Der Beſcheid, den die Juͤlichi⸗
- vermerkt, wie fid) denn deß der Herr von Gran ſche Raͤthe erlangt, follte des Herzogs von Al-
vel in Gleichniß gegen den Juͤlichiſchen Ra-|ba Bericht nad) ihnen fehriftlich gegeben feyn
A
;
their hat laflen vernehmen : daß der Artikel worden: fo ift es doch am folgenden Sonntag,
unſer Erledigung balben allein an der den legten Junii, wie der Kaͤyſer mit dem
Religion haften wollte; und fo wir und) Prinzen gen doͤwen gezogen, durch Herrn Hein -
unſere Söhne uns nicht anders in dielrichen Hafen, altem Pfälzifchen Eanzler, und
Sache ſchicken würden, daß der Prinz,| Doctor Selden , muͤndlich geſchehen, me
", “a | 2 * — eb⸗
1870.
B fignire überfenden. Daraus werdet ihr
vorn-hmen, mit was Gefahr Die Sachen fo lan⸗
ge verzogen, und Daß man die guten Leute mit
groſſem Koften lange Zeit vergeblich Kat lie:
gen laflen ; desgleihen daß man Scheu ge:
"Tap. 19. Donzweyen Seldsügen, der Protefianten unddes Räyfere,
verzeichnen haben laſſen, und euch hiermit mit,
—
m
doch wenig Defferung zu vermuthen, auf
welcher Sandlımg wir uns, da esin Ees
remonien und der Lehre GOttes Wort
zuwider und ungemaͤs wär, eben fd wenig.
als in jünaftgehaltener Yandlung des ra _
terims balben werden vernehmen Iaffen,
habt, berührte Antwort, wie der-Herzog von und dadurch zu unferee Erledigung nicht
Alba vertröfter, in Schriften zu übergeben :
welches alles ofne Zweifel durch den Biſchof
von Arras und andere getrieben, die des Lichts
ſcheuen; welches wir GOtt, der diefe und an-
dere Sachen in feinen Händen Kat, und die.
jenigen, fo fich feiner Gnade und Huͤlf getrö-
ften und darauf verlaffen, aus Noͤthen und
Truͤbſal zu erretten weiß, muͤſſen befehlen,
faft beffern Troft und Beſcheid, als jego.
geſchehen, erlangen. Be
Koͤnnten wir auf der vorgefchlagenen Wege
und Mittel einen an einen Dre gelaffen were _
den, da. mir mit.unferm freundlich lieben Ges -
mahl in Gortesfurcht und mit Stille und Rus
be unfer Leben in der Känferlihen Majeftät
und es euch guädiger Meynung darumanzeigen, | Schuß und Schirm folgend zubringen möch-
damie ihr deß ein Wiſſens habt.
Nachdem | ten, uns auch die Religion für uns, unfer.
denn nunmals zu beforgen , weil unfere Erledi« | liebe Gemahl und dem wenigen Befinde,
gung auf dem Artikel der Religion haften
will, und ihr aber aus vergangenen Schriften
und Verzeichniffen unfer Gemürh und Willen.
anugfam verftanden, daB wir bey GOttes
Wort und der Augſpurgiſchen Eonfeßion
zu verharren entſchloſſen ſeyn, und eber
darüber wagen und leiden tollen, weil
uns nunmals Feine andere Schuld- und
Urfach denn die Religion zugemeffen kann
werden, wie ce der liebe GOtt nad fei-
nem Willen und Wobhlaefallen ſchicket,
wie wir denn auch Darüber albereits un⸗
fere Untwort, die wir der Aeligion und
nterims halben den Serzog von Alba
zu geben bedacht gewefen, auch -fchrift:
lich verzeichnen laflen, und euch davon
Abſchrift mir E überfenden: Als ift unfer
gunaͤdigs Gefinnen und Begehren, ihr toller
diefe Händel mit Fleiß leſen, und ung euer
Chriftliches unterthäniges Gurdünfen und
- Bedenken anzeigen, ob wir ganz follen ftill-
ſchweigen und warten bis auf den Reichstag,
und uns alsdenn, mie der Herzog von Alba
bedacht, der Religion: oder des andern Arti»
fels halben follten verneßmen, oder aber mit—
lerzeit etwas vorwenden laſſen. Denn diemweil
die Ränferliche Majeftät der Religion Balben
fo wir bey uns hätten, frey aelaffen: ſo
wollen wir folches, weil ſich doch Feiner.
Befferung bey den Leuten zu permufben,
gerne für eine Bnade annehmen, und
GOttes Bnade erwarten, und wie es fei-
ne göftlihe Majeſtaͤt weiter ſchicken
mag. |
Werdet ihr auch befinden, daß die Artikel
der Religion und Condition halben zu veraͤn⸗
dern, oder zu ftärfen vonnötben feyn wollten,
auf den Fall wollet euch daffeibige zu chum
nicht befehweren, und ung euern Chriſtlichen
Nach und Gutdünfen durch. euer: Schreiben -
wiederum vermelden und anzeigen. : Und ſon⸗
derlid) ob ihr für rathſam und gut achtet „daß:
wir den Herzog von Alba und: Biſchof von
Arras der Handlung halben vor Wittenberg
follten anziehen oder nicht, Denn wir halten
es Dafür, ob es gleich wenig Nußen fchaffen,
fo würde es doch darzu dienen, wer unfere Anfa
wort der Religion, auch der Witfenbergifchen
Handlung halben, und unfere legte anhangen⸗
de Erklärung auf das äufferfie vernehmen,
daß man mit uns, weme es vorfäme, ein
Chriſtliches Mitleiden Haben, und darnach,
wenn wir gleidy nad) dem Willen GOttes un⸗
Handlung vorzunehmen willens, ſo iſt fich | fer geben Defchlieffen, fehen würde, wie gi
e | a)
J
1872 1. Abfeh. b) Von des Kaͤyſers Feldzug wider die Schmalkald. Bundsv. 1873
mit ung gehandelt, und was ung vor Trauen |tigen eintraͤchtiglich mit einander darinnen
Gnaden und Gutem erfennen. Datum Gent |lihen Majeftäe gebührt,
in Slandern, den 20, Julii 1549. |
-
und Glauben gehalten, und daß wir uns zu entſchloſſen, daß wir und fie der Römifchen
‚allem, was wir allein mit GOtt und Gewiſſen Kaͤhſerlichen Majeftät, als unferer von GOtt
hätten thun mögen, überflüßig und unterthaͤ⸗ |verordneten Obrigkeit, Chrifti unfers Seligma«
nigſt erboten, aud) mit unterthänigfter De⸗ chers Befehl nach, in zeitlichen Sachen allen
‚much gefuche hätten. In dem allen thut ihr ſchuldigen und billigen Gehorſam Teiften, und
uns zu Gefallen, und wollen es hinwieder zu ihrer Majeftät dasjenige, was ifrer Kaͤhſer⸗
unterthänigft pflegen
wollten,
— ec Was aber anerife die Lehre und unfern Hel«
ey ligen Ehriftlichen Glauben, als GOttes unfers
x Aufſchrift: Schoͤpfers Recht, da wollten wir GOtt dem
Dem hochgelahrten unferm Rath und lieben Allmaͤchtigen, wie wir bey Verluſt unferer
- Getreuen, Öregorien Brüden, beyder Seligkelt zu thun ſchuldig, auch gefolgig feyn,
- Rechte Doctorn, zu handen, . jund Eönnten ohne Verlegung unfers Gewiſ⸗
ſſens in folch Interim nicht Dewilligen : wie
wir denn mit Rath und Vorwiſſen bemeldfer
unferer Sandfchafe die Känferlihe Majeftät
1455.
Ein Schreiben der beyden älteften Her,
ren Schne des gefangnen Churfürften, wel-
che indes die Kegierung der übriggeblieber
nen CLande übernommen hatten, woraus auch
deren Beſtaͤndigkeit gar ſchoͤn hervor:
leuchtet.
Bon Gottes Gnaden, Johann Friedrich der
Mitlere, und Johann Wilhelm, Gebrüdere,
Herzogen zu Sadıfen.
auf bemeldte Meynung demuͤthiglich und
unferthäniglich beantwortet und gebeten Bas
ben. In eröftlicher Zuverfiht, GOTT der
Allmaͤchtige werde ihrer Majeftät Herz dahin
leiten und führen, daß wir bey dieſem unfernt
Chriftlichen und unterehänigen Bitten und Era
bieten mögen gelaffen werden. Dieweil wie
aber fuͤr nothwendig achten, daß allen Pfarr⸗
berren in euer befohlener Superintendenz von
der Känferlichen Majeftät Suchung, vergleis
Ehynſern Gruß zuvor, ehrwuͤrdiger, lieber An- | chen aud) von dem Interim, und dann von
* Dächkiger und Getreuer.
Wir zweifeln [eurem und anderer Theologen darauf geftellten .
nicht, eudy dem Superattendenten fey einge: |Bedenfen, und was wir ung mit unferer Land⸗
denk, mas wir euch oßnlängft, als ihr hie bey ſchaft entfchloffen, Bericht gefchehe, und eines _
uns gervefen, angezeigt, was uns die Nömi- | jeglichen Meynung, wobeh er zu verharren
ſche Käyferliche Majeftät, unfer allergnädigfter |und zu bleiben bedacht, auch vermerkt werde:
‚ Kerr, des Interinis halben zu fun befohlen. | So begeßren wir, ihr mollet aller Pfarrherren,
Dieweil wir aber aus euer und anderer unferer |fo viel der in euer des Superintendenten bes
Theologen Bedenken, auch fonft aus der Bei-|foßlenen Superintendenz feyn, foͤrderlich be—
ligen Schrift, GOtt Lob! fo viel Berichts em⸗ | fcheiden, und ihnen die Ding allenthalben vor-
‚pfangen haben, daß foldy Interim der Prophe- halten, und von einem jeglichen infonderheif
eifchen und Apoftolifchen Schrift, und dem hoͤren und mit Fleiß vernefmen, was er in Dies.
göttlichen Wort, aud) der Augfpurgifchen Con: |fer. großwichtigen Sachen zu thun bedacht iſt.
feßion in vielen Stücken nidye gemäs : So Und da vielleicht einer, oder mehr feyn wuͤr⸗
haben wir nicht umgehen Fönnen, diefe verflo- |ven, die bey der einmal erkannten und bekann⸗
gene Tage unfere Landſchaft zu befchreiben, ten Wahrkeit nicht zu verharren bedacht, Die-
und uns mit ihnen daraus aud) zu unterreden, |felben mollet uns mit Namen beriditen, und
Und Haben uns durd) Verleihung
utheri Schriften 17. Theil,
des Allmaͤch⸗ | unfers Beſcheids weiter gewaͤrtig ſeyn.
Eresee E Und
#
N
1874 Cap. 19. Don sweyen
—
Re, F — 7 RE ER TEEN
> en R 5, $ ie > BR — et =
elösügen, der Droteftuntenunddes Räyfers- 1875
Und wiewol wir nächftens an euch, den Su: Laſter, wie_ Die: genannt jeyn mögen, unnadje ı
perintendenten, neben den andern gnaͤdiglich be- | laͤhig geſtraft, und ſonder ch Gostesläfterung,;
gehrt, in Diefen jetzigen betrübten gefährlichen . Wucher, Schwelgerey, Unzuche und anders,
Zeiten das Volk zu bußfertigem und gottſeligem damit GOtt der Allmaͤchtige hoch erzürnet, abe
geben und dem Gebet mit Fleiß. anzumahnen, | geftellt werde, und daß du an feinem Dre in:
wie ihr fonder Zweifel werdet gethan haben :| diejer betrübten Zeit, deinem befohlenem Amt,
So ift doc) an euch ſaͤmtlich unfer Begehren, Taͤnze, Pfeifer, Trommeln und ander Hoffe
wollet ſolches allen euern Pfarrherren auch ren, es ſey auf Hochzeiten, oder andern Freu⸗
mit Ernſt von unfertwegen zu thun befeßlen.| den ohne unfere Nachlaffung geftatteft ; fon-
Und diemeil wir jegund auf dem verfloffenen dern Fraft dieſes Befehls ganzlid) verbieteft.
Sonntag bey unſern Grafen, Herren, den Und da du erführeft,, daß jemand, der unter
von der Ritterfchaft und Städten gnaͤdiglich des Amts Botmaͤßigkeit nicht aefeffen, ſich uns
fuchen laffen, daß fie in ihrer Herrichaft und |ferer nächft alfier auf dem Landtage gerhaner
Obrigkeiten mit Ernft darob feyn follten, daß; Erinnerung und “Befehl nicht gemäs hielte,
-- fie für fich felbft, auch) Die Unterthanen Chriſt- das wolleft uns anzeigen. Und denn der Kaͤh⸗
lich und gottfeliglicy leben, von Sünden ablaf | ferlihen Majeftät unnothduͤrftiger Weiſe, da
fen und die Verbrecher ernftlich ftrafen. Auch | man. deß wol übrig feyn mag, nicht etwan zu
feine Seichtfertigkeit, Dadurch jeßt in diefen ges | befchwerlichen Wornehmen Urſach gegeben wers
ſchwinden betrübten Zeiten die gufherzigen, | de: So begehren wir, ihr wollee den Prieftern
aud) andere fremde Durchwanderte Leute ges | befehlen, und ihr, der Superintendent, auch für,
ärgert, und GOtt der Allmächtige zu weiterm | euch’ felbft es alfo Halten, daß fie in ihren Pre-
Zorn und Straf geurſacht würde, geftaften | digten und fonft der Känferlichen Majeſtaͤt
Jollten. Damit der barmherzige GOTT feine| Perfonen mit befchwerlichen Worten anzu⸗
Strafe un Ruthe abwenden, oder je zum we-! greifen ſich gänzlich enthalten. Aber fo viel
nigften mildern möchte, Darum mir ihn auch die Sehr, und den Unterfchied des Pabftchums
von Herzen anruffen und bitten follen. So | und der reine göttlichen Lehr betreffen thut,
wollen wir uns verfehen, ein jeder werde un⸗ wiffen wir euch und ihnen die Wahrheit zu
ferm Befehl ihm ſelbſt zum Beſten gehorfam- | fehren, und die Gewiſſen mit Beſcheidenheit
. lid) nachgehen, Damit aber gleihmwol in un: | zu unferrichten, nicht Maaß zugeben. Woll-
Sich, auch für dich ſelbſt halten, daß öffentliche
fern Memtern dem aud) nachgegangen werde ;! ten wir euch nicht bergen, und geſchieht in dem
fo ift unfer ernſtes Begehren, du Schöffer unſere gefällige Meynung. Datum Weimar,
wolleſt ob dem allen, wie gemelöt, veftig- | Dienftags nach Bincula Petri, Anno 1548.
| I J. v Hain, Canzler.
Der
Refrnunnsfrie
Erſte Abthetlung, |
die dahin we wer —
4 HISTORICA —
imn ſich begreift,
und zwar
i ee. woder die formen. od
ECccccc⸗
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«
urheber dieſer Streitigkeit anzufehen
— — +
me, Euch bingegen kennen wir wol dem Na⸗
* mißfiele. Det. Zuͤrch den 16. Nov. An⸗
no 1524. re h
Aus dem Lateinifehen überfegt von M. Aug Tittel. |fen, da mic) die Brüder, fonderlic) unfer Leo,
7 Te 9 ZaN
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c 19 I j h de IP:
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Dar enfte Abſhuitt. a
Bon dem Streit wegen dem heiligen Abendmahl,
ER deſſen Veranlaſſung und Fortgang.
A. Wie Ulrich Zwinglius für den Haupt- recht verftehe, fo Haben wir bishero des Ziels
dZwina gar weit verfehlet. Wer andem Verſehen Ur:
| fache fey, ift jego nicht zu fagen durch das
ſehe. — Schreiben, welches kurz ſeyn muß.
ud De wa? . 2. Carlſtad, daß ich auch von dem gedenfe
Ulrich Swinglü Drief an Matthaͤum Als | gar entweder zu rechter Zeit oder Unzeit diefe
berum, Predigern zu Reutlingen, worinnener Sache gähling unter die Seute gebracht, und
diefem berichtet, Daß ihm und andern Earl | ine Schrift, etwavon 3. Seiten ausgehen laf-
ma vom Deiiiuien Abendmahl nieht, fen, unter dem Titel: Von dem greulichen Miß-
brauch des Abendmahls. Die Babe ich gele=
I gebeten ,. folche zu — und ſie — —
Sen len daran gefragen, Als ich fie gelefen, hat ſie
a ie eh — mir an vielen Orten gefallen; andern Bat fie
etwas ehöret von dem Streit gemißfallen, weil er zu ſchwach in ber hoch⸗
j den ie Gaben werdet mif einem: — — —— — De
er preis e8 die etwas fremde Sprache *) oder un
| Ba — ne Trägheit (Unverſtand) macht. Wir fehen
von Geficht, aber nicht dem Namen nach, fen- War, daß er. in ſolcher Schrift wahr redet,
, ’ (aber fo, “u et Hi ei — —
6* * zwar bie Brüder, die ſchon geübte Sinne ha⸗
Derfon oe oe age a er ben, fondern die, welchen alles, was etwa ein
; 8 wenig unbedächtig gefage wird, gleich ärgerlich
hoͤret, es wäre ein Lnterredungsfampf ange- ift, um derer willen, die das ganze Evangelium
ee vom heil. Nachtmahl, darinnen ic) forge, —
daß viele irren, ich muͤßte denn ſelber mehr als *) linguz longinquitas fann tool nichts als Mit:
alle irren. And wo ich der Schrift Eigen-| = temb. Mundart gegen der Schweizer ihre bedeu⸗
ſchaft und Berftand, ja, die Gottſeligkeit felbftl _ ten, en es ift die Niedrigkeit der — & L
' ar ee Een. Carl⸗
I .
2
Er Der Reformations Geſchichte wider die Reformieren LAbſchnitt.
nicht, wenn wir nur beſagte Schrift recht ver⸗
ſtehen: aber die Worte ſind nicht recht nach
der Sachen Hohelt eingerichtet. Indem wir
diß Urtheil fällen, finden ſich gleich andre Bruͤ⸗
der dazu, welche melden: Er habe ein Geſpraͤch
gefertiget, Das viel Härter fey, Darinnen er,
was an ſich fehon greßlic) klingt, auch mitun-
zeitigen Spottreden noch mehr verfchlimmere,
nach was vor einer Drdnung mir ung über Die
Schlachtordnung voraus gelaflen.
: 1883
3. Carlftads Meynung mißfället uns gar| gen worden, und hätte die neuempfangene Wei-
3 ft ’ m fehwverlicher: abgefchaft werden koͤnnen, als.
‚die von den Alten herfommen. hr ſehet alfo,
5. Dafelbft erinnere Chriſtus, der immer | |
gerne von irdiſchen Dingen auf innerlihe und -
ee 2
a
m
Sache gemacht haben, nemlich, daß wir das
6. Kap. Johannis als eine vefte und tapffere
und was die Ohren der Einfältigen oder Gott: | geiftliche ziehet, diejenigen, Die ihn fuchten aus
fofen vorhin nicht leiden koͤnnen, aleichfam noch
ni Fleiß verhaßter mache. _ Sch habe ſolch
Geſpraͤch nicht geleſen, ja, habe nichts von
Carlſtaden ſonſt geſehen, als obige 3. Bogen.
Alſo aͤrgern ſich viele bey uns an Carlſtadens
Schriften, vornehmlich aber Darum, weil ſie
ein wenig anders klingen, als wir bishero ge-
lehret. ‘Davon hernach. Denn was man von
der Sache felbit zu halten Habe, das möget ihr
hernach befchlieffen, wenn ihr unfre Sache ge⸗
jeſen Habt. Denn wir bringen das unſrige
nicht vor, Daß wir es nur miteinander verglei-
chen, fondern auch, daß wir drüber urtheilen.
Denn die Sache ift fo wichtig, daß, wenn der
HErr nicht Verſtand gibt, alles, was wir an-
- führen ‚vergeblich gefagt feyn wird.
4. Nun zur Sache felbft : deren ganze
Summa leicht aus Joh. 6. genommen werden
kann. Und muß man die nicht hören, Die
‚gleich fchreyen: Es ſey alda durch CHriſtum
nichts vom Sacrament gehandelt; denn mir
halten eben daſſelbe: er handelt aber Doch ge:
allen, daß fie doc)
von dar weiter. Öelegenheit hat, zu geiftlichen
‚Speife.die Glieder naͤhret und labet, ſo auch
che Speife nennet er, wie die Hebräer alle
fi) eine leibliche Speife einfallen lieffen, und
das Manna, das unter Mofe gegeben worden,
ruͤhmten: fo gibt er zu verfteßen, was die Spei-
den wird nicht bungern, und wer an mich
glauber, den wird nimmermebr dürften.
wiß ſolche Dinge dafelbft, dadurch das gewiß Mit welchen Worten er nichts anders gefuche
—— wird, was wir etwas ungeſchickt von hat, als daß die, fo zu ihm kommen, d.i. Chri-
Hoffnung der Speife, gar mit guter Art vor
Speife wirken und fuchen,
ſo nie vergehe oder umfomme, . Da er denn
Dingen fortzugehen, daß, wie die leibliche
die geiftliche Seife die Seele erquicke, Daber
er fehr wohl vom Effen der: Speife, die den
Bauch füllee, zum Effen des Worts, fo ereine
geiftliche Speife nennet, Die die Welt lebendig
mache, und zwar fo, daß, der ihn Affe, nimmer
wieder Bungern werde, fortfchreitet. Und fol: -
Speife Brod zu Beiffen pflegen, bald Brod,
bald Speife. Und da jene, die diß hoͤreten,
fe fey, davon er rede,-und fpricher: Ich bin
das Brod des Lebens: werzu mir kommt,
ihm urcheilen. Don demfelben Capitel Haben | ſto trauen, wie er bald hinzufuͤget, da erfpricht:
wir einmal den Anfang gemache‘, da wir nad) | Wer an mich gläuber ıc. nimmermehr den Hun⸗
vorhergehender reifen Ueberlegung diefe gefähr-
liche Sache vor die Hand nehmen wollten. Da⸗
ber es auch durch göttliche Gnade gefcheben,
Daß es wenig bey uns gibt, die niche willen,
was fold) Brod oder Keld) fey. Unſre Glaͤu⸗
wollten die alte Meßordnung auf einen andern! fie mit GOtt durch GOtt verſoͤhnet worden.
Fuß fegen. Es ift aber wieder Durch GOttes Lind dieſen Willen ſchaͤrfet EHriftus mit viel
Gnade gefchehen, daß die Sache anders ge⸗ Worten ein. Die Juden aber, die die Sache
Yangen. Denn mern man uns gefolger häfte,| gar nicht verflunden, murreten, daß Chriftus
ger der Verzweifelung leiden werden: Denn
wie viel auf ihn frauen, die find fchon gewiß,
daß fie GOttes Kinder feyn, Job. 1. und dürs
fen nicht, wie Bungrige Hunde, die Stadt durch⸗
1 | laufen und Speife fuchen ; weil fie das Pfand,
bigen Eommen ganz zu keiner Meſſe. Und wir den Geift, in fich haben, dadurch fie wiffen, daß
(0 wäreein Nagel Durch denandern ausgeſchla⸗ ſich das Iebendigmarhende Brod oder Speife _
genennet
ne Fa J } & * — —
a are nr - 3 4 a
1884 Von der Deranlaffung und Sortgang des Streits vom h. Abendmabl. 1885
genennet hätte, und verfielen auf.den'gemöhnli- den. Und das ift alfo der Verſtand diefer
. hen Schimpf, da wir Leute, die unter uns ge-| Worte: Das Brod, das ich geben werde,
boren find, verachten. Iſt diefer nicht (fagen | ft mein Fleiſch, fo für der Wels Leben ge:
ſie,) Jofephs Sohn? Und fie wunderten fich geben ift. Iſt alfo mein Fleiſch, in fofern es.
. aus doppelten’Urfachen , fordol 1) daß er fichei-|Durc) den Tod hingerichtet ift, die Speiſe, d.i.
ne lebendige Speife genannt, alsdaß er 2) vom |die Hoffnung der Seelen, Aus welchen Wor-
Himmel abſtammen wollte. Welcheder HErr| ten wir klar fehen, daß das Fleiſch Ehriſti auf
abermal verwarnef, nicht auf ärgere Läfterun=| Feine andere Art die Speife und Hoffnung des
gen und Sünden zu verfallen, und ſich zu hü-| menfchlichen Gemüths ift, als da es für ung
sen,daß fie nicht murren: denn die Sache kom⸗ | getödfet worden. Denn toas vom Steifch ges
me freylich nicht auf menfchlichen Begrif an,|boren ift, das ift Steifb. Kann alfo das
ſondern auf des Geiftes Lehre und Eingebung ;| gegeflene Fleiſch Chriſti nichts anders fehaffen,
wie der Herr durch den Propheten gefager:|als Sleifch. Aber das fire ung gerödfere Fleiſch
Sie werden, fagt er, alle von HErrn ge: Chriſti machet den, der auf. feinen Tod trauer,
lehrt ſeyn. Daher es dennfomme;, daß nie |geiftlich, nemlich zu einem Kinde GOttes. Fol—
mand Chriftum für einen, der vom Himmel|get alfo, daß das Brod, davon Chriftus re=
entfproffen, und für eine Speife der Seelen det, nichts anders als diefesfey: daß Ehriftus
halten werde, den der Vater nicht zu ſich zie⸗ um unfers Lebens willen dem Tode uͤbergeben
be. Hernad) zeiget er Elar, wie er eine Speife worden. -
der Seelenfey, Und endlich, wie man ißneffen| 6. Da das aber die Juden nicht genug vers
müffe. Bon dem erften rederer alfo: Wabr- ſtunden, fondern eben, wie einige Theologen,
lich ich fage euch, wer an mich aläubet, der immer mehr fleifchlich gefinnet waren, zanften
bat das ewige Heben. eb bin das Brod fie darüber und warfen im Zorn ein: wiefann
des Kebens, fo vom Himmel Eommen bin. | uns diefer fein Steifb zu effen geben? Ser
. &9 jemand daflelbige iffet, der wird das het, wie ihre Gemüther ‚*) immer unverftändis
himmliſche, d. i. ewige Leben erlangen. Daß|ger wurden, meil fi) ihr Gemuͤth nichts an—
cch euch aber nicht zu lange aufhalte, fo ift das ders als fleifchliche Dinge einbildete. Chrifti .
" Brod, davon ic) euch jege predige, Fein an=| Meynung der Worte war diefe: Niemand wird
ders, als daß mein Fleiſch, Das ihr gegenwaͤr⸗ leben, der nicht glauber, daß ich für feine Se—
tiget feher, für die Lebendigmachung der Welt |ligfeit in Tod gegeben worden, Ob er es wol
wird gegeben werden. Diefe meine Ueberant⸗ |mit feinen parabolifchen Worten eingefleidee
mortung und Toͤdtung wird die Welt dem Ba- |und verftecke hat: Ich bin das Brod des Les
- ter verföhnen: welches nichts anders ift, als|bens, d. 1. das lebendige Brod: wer mich
eine Wiedererftattung zum Leben. - Was ich | alfo iffer, den wird nimmermehr hungern
euch nun alfo bisher gefager, ift Fürzlich diefes, |nocb durften, en
daß ich, indem ich für die Welt hingegeben . *) mentes lefe ich für dentes.
werde, alsdenn der Seelen Speife feyn werde,)| 7. Die Süden aber, die viel zu grob und
dadurch fie ihre Hoffnung erhalten, und der |unverftändig waren, als daß fie das Wort,
- Barmberzigfeit GOttes gewiß werden. Und wer mich iffer, von Ehrifto als dahin geredet.
wie Fönnte die den elenden Menfchen etwas | annehmen follten, daß es bedeute: wer an mid)
‚verfagen, da fie den Sohn dahin gegeben ?| gläubet; antworteten nicht allein unhöflich, fon-
Alfo ift denn das Brod, d. 1. die Speife der dern garläfterhaft: Wie kann uns diefer fein
Geelen, die ich verheiffen habe, mein Sleifch ; | Fleiſch zu effen geben? Auf welche nun die
nicht, wie ihr denket, fo, als es mit eud) lebet himmlifche Weisheit, nach ihrer Art, etwas
und umgehet , fondern in fo fern es für Das Le⸗ heftiger und ftärker losgehef, indem fte ihren
ben der Welt Bingegeben wird, d. i. für die Unglauben beftraft und ſpricht: Wo ihr nicht
Todten hart zerfihlagen, daß fie lebendig mwer- eſſen werdet das Fleijſch des Menſchenſoh⸗
J nes
EEE REN
1835 Der Reformationsfehriften wider die Reformirten J. Abfchnite, 18987
nes und trinken fein Blur, fo werdet ihr Blut für uns vergoffen, Chriftus alsdenn in
kein Leben in euch haben. Lieber GOtt! lebet uns und wir in im feyn. SIE aber Chriftus
denn niemand, der nicht mit den Zähnen frißt in jemanden leiblicher Weiſe? Mit nichten.
und gierig hinein ſchlinget? Und wieleben denn | Was ftreiten wir denn alfo über das Eſſen des
die Lingläubigen, dienicht allein Dich nicht eſſen, Leibes? Alsdenn ißt man feinen Selb, wenn
fondern auch nicht einmal wiflen, daß du GOtt, man glaube, daßer für uns getoͤdtet ſey. Iſt
oder gar miteinander feyeft? *) Aber, wird ei⸗ es alfo der Glaube, von dem Chriftus Bier ver
‚ner fagen, es ift Bier ein doppeltes Verſehen: det, und nicht das Effen. Re — —
Denn die hier eſſen, eſſen nicht leiblich, und| *) Das ſcheinet mir ein neuer Einwurf zu feym,
was gegefien mird, iſt nicht der Seib, der in] von den Worten an: Und wie leben denn 2c,
die Sinnefäll. Ja wohl undrecht! Was ir- oder daß ein GOtt mit einander ſey? 5%
ren wir alfo herum, wie Ulyſſes? Sftdenn der]. 8. Du ſprichſt aber: Du erkläreft es alfo,
teib etwas anders, als was man fühlee und und macheft, daß die Schrift zu deinem Irr⸗
greift? Was man aber mit den Sinnen faſſet, thum dienen muß. Im geringften nicht. - Son=
iſt etwas für die finnlichen Werkzeuge. Da aber |dern wir haben unfre Kennzeichen, daran wir
die Glieder (oder finnlihe Werkzeuge) Bier fehen, daß CHriſtus bier vom Glauben und
nichts zu fehaffen Haben, fonvern alles innerlich |nicht vom Sacrament des Abendmahls geredet
gefchiehet: was brauchtes vom Leibe oder Koͤr⸗ habe. 1) Weil Chriſtus gleich vom Anfange
per, in fo fern er ein Körper ift, zu reden ?|diefer Predigt fo geredet hat: Wirker Speife,
da Chriſtus auf folche Art Feine Speife der die nicht vergeber, fondern ins ewige Le—
Seele ift, denn fonft Bäften die Juden nicht ſo ben bleibt, die euch des Menſchen Sohn gen
groffen Grauen davor gehabt : fondern in ſo ben wird. EHriftus aber hat Feine andre
fern er nach diefem Libe getödtet. worden, in|Speife gegeben, die uns glückfelig mache, ad
-fo ferne der Seelen Speife ft. Werdemnad) das Evangelium; nemlich, daß erumfonft und:
dem für ihn geftorbenen EHrifto trauet, der |freymillig für ung den Tod gelitten Bat. 2) Das ‘-
wird ſchon innerlich mit feinem Leibe und Blu⸗ ſandere Zeichen ift: den bat der Dater ver«
te erquicfetz und wenn er nicht darauf frauef, |fiegelt (oder gezeichnet). Und wie? Indem er
> mas wird ihn weiter Helfen, Chriſtum leiblich nemlich das Zeichen ift, dadurch wir. von der
effen wollen, als den Leib ausftopffen ? Denn Schlangen Biß befreyet werden. Wie aber ?
das bleiber beftändig wahr: Was vom Sleiſch | Durch das Eſſen des Seibes deffen; nicht da«
geboren ift, das it Fleiſch, und fo im Wie⸗ durch der Leib gegeffen wird, denn das ift un⸗
derfpiel: Was vom Geiſt geboren ift, das moͤglich. Denn ob wir wol Chriftum einmal
iſt Beift. So meynet alfo Chriſtus hier ein nach dem Fleiſch gekannt Haben, fo kennen wir
geiftlich Effen. Aber was vor eines? Irgend ihn doch jest nicht alfo; fondern dadurd) man
das, dadurch wir fagen, daß Chriſtus hier glaͤubet, daß er für uns geftorben ift. 3) Das
leiblich gegeffen werde? fo wäre geiftlid und |ift das Werf GOttes, daß ihr glaubet an
leiblich eſſen einerley, welches allen, Die die Ver⸗ den, den er gefandt har. Siehe! da iftdas
nunftkunſt verfiehen, Böchftungereime klingen Werk, Dadurch) mir Speife ſchaffen Fönnen, die
muß. Wenn es das geiftliche Effen ift, war⸗ nicht vergehet: nemlid) dem zu frauen, den der’
um nenneft du es leiblich ? wenn leiblid), was | Vater geſandt hat. Der; Glaube ift alfo das
kann es weiter thun, als daß es dem Leibe hel- Werk, das felig macht, nicht, daß man den
fe? Will alfo Chriſtus diefes, daß wenn wir Leib leiblich efe. Denn wenn der alfo gegeſſe⸗
nicht glauben, daß er für ung geftorben und ne Leib glückfelig machte, fo gäbe es zwo Ars
fein Blut vergoffen, wir fein geben haben wer⸗ ten und Mittel, dadurch wir felig wirrden, nem⸗
den. Wiederum: wenn wir fein Sleifch ejlen,\lich Das Werf GOttes, der ſchon gemeldte
d.i. glauben, daß er für ung geftorben; und Glaube, und denn, feinen $eib leiblich eſſen;
fein Blut trinken, d. i. veſt glauben, daß feinimelches, wie ungereimt es fey, leicht zu fagen
®
N
> Donder Deranlaffıng und. Sortgang des Streits vom b: Abendmabl.
ft. Das ste Zeihenift: Exift a fie doch aud) noch bey weitem ieren.
1889
iſt | bihafte fie doch auch noch bey weite So gar
“ Brod, das vom Himmel Fommen iſt und jein. gewaltig Ding iſt die Eigenliebe, daß fie,
gibt der Welt das Leben. Chriſti Selb. aber nt irgend in einer Sache einen Irrthum
it nichevom Himmel Eommen, fondern Im 2el- |getroffen, und fic) eingebilder, zu feßen, wie es
be der immer fo bleibenden Jungfrau geboren. Damit zugehe, fie hernach nicht von der Stelle
Sofern aber Chriſtus die Welt lebendig macht, zu bringen iſt. Was haͤtte nachdruͤcklichers ge-
das thut er als GOtt und GOttes Sohn, nicht ſagt werden koͤnnen, alle die Gedichte von dem
als Fleiſch. So ſiehet man alſo abermal, daß leiblichen und weſentlichen Leibe Chriſti in dies
er das Leben ſey, infoferner für GOttes Sohn ſem Sacrament umzuſtoſſen, als diß Wort:
gehalten wird, und info fern er nach dem von der Das Fleiſch nuͤtzet nichts Werden wir aber
Ssungfrau angenommenen Fleiſch geftorben ift; nun fagen: Epriftus babe gegeben, was Fein nuͤ⸗
und daß, wenn man auf foldye Weiſe an ihn ge ſey? Im geringften nicht. Denn munder«
gläuber , er lebendig macht, nicht indem er leib- bar find die prächtigen Werfe des HErrn, die
üch gegeffen wird. Es gibt aud) noch viel an- nach feinem Willen gethan werden. \ Syft alfo,
dere Kennzeichen, Daraus wir abneßmen, Daß |wie wir vom Anfange gefagt Haben, diß Wort
biefer Berftand,von dem wir reden,der rechte fey. jein Schlagbaum wider alle Unternehmungen des -
9. Wir wollen aber aufden kommen, welchen rer, Die von dem weſentlichen Leibe Chriſti re⸗
Chriſtus felbft Eund gethan hat; welchen zu ver- Den. Denn wir werdendig Wort ftets alseinen
laflen, treulos gehandelt wäre. Und das ift Schild vorhalten und fagen: Schweig mit die«
der: Als die Juͤden die lieblichen und verblüm- fer deiner fleiſchlichen Weisheit ; denn das Fleiſch
‚ten Reden Chriſti gar nicht faffeten: ſo thun fie, iſt kein nuͤtze. Wasnüßstaberdenn? Antwort:
wie alle verftockte Leute pfligen, d. i. auffern fich Das, welches folget: Die Worte, die ich zu
feiner, und geben weg. Da nun Epriftus fa: [euch gereder habe, find Beift und Leben.
be, daß es Daher kaͤme, daß er immer gefaaet:
Welche Worte denn? Wer mein Steifch ife
Wenn ibr nicht effet das Fleiſch und trin: ſet und mein Blut trinket, derbat das ewi⸗
ket das Blur, habt ihr kein Reben; die Juͤ
den aber das Gemuͤth gar nicht von dem Lei⸗
be, den fie vor Augen hatten, erheben Fonnten,
um an das Vertrauen auf feinen Tod zu geden:
Een: fo Bat er fie mit den Flaren Worten an:
‚geredet: Das ärgerteuch. Wie denn, wenn
ihr fehen werdet des Menfchen Sohn auf.
fabren, wo er vorhin war? Der Beiftift,
der da lebendig macht, das Fleiſch ift Fein
nuͤtze. Die Worte, die ich zu euch geredet
babe, find Beift und Heben. Was fann
. Elärers, deutlichers, offenbarers und Fürzers
geſagt werden, als: Der Geiſt ift, der da
- Icbendig macht, das Fleiſch ift Fein nuͤ⸗
Be Werden hierdurcd nicht alle Fragen zur
Genuͤge zurück getrieben, Dadurd) man mehr
ge Leben. Was vor ein Fleifh? Was vor
ein Blue? Nicht das, fo Feuchtigkeit oder Saft
hat; noch) das, welches Gewicht hat; fondern
das, welches wir in dem Gemüth dafür erfen«
nen, daß es ein Pfand unferer Seligfeit fey,
aus der Urfachen, weil es für uns am Ereuze
getödtet worden. Diefe Worte bringen uns,
wenn wir fie glauben und in unfern Herzen tief
verbergen, das ewige Leben. Denn wir wer«
den allein durd) den Glauben gerecht. Iſt
alfo der Glaube, der fich gewiß verfichert Kalk,
daß der gecrenzigte. Chriſtus unfere Erlöfung
und Seligkeit ſey, dasjenige, was der HEre
in ſolchen Worten, die Geift und $eben find,
gemeynet hat.
10. Alſo werdet ihr, lieber Matthaͤus, vor
aus Fuͤrwitz, als Gottſeligkeit behauptet, das allen lehren, was hier Chriſtus durch eſſen ver⸗
Weſen des Brods verwandele ſich in das We⸗ ſtehe, nemlich glaͤuben. Welches auch wir ge⸗
ſen des Fleiſches; nun aber zwar ſolche Mey⸗⸗ than haben, ſo daß faſt niemand bey uns iſt,
nung verlachet, aber doch immer noch dabey der nicht vor ſothanen tollen Fragen einen: Ab⸗
bleibet: Man effe es weſentlich und leiblich? ſcheu habe. Dann alle Pfeile Fann man mit
- Und da fie andrer fpötten, fehen fie nicht, daß dieſem — ——— Wird jemand
Lutheri Schriften 17. Theil, ſagen:
Er
ar
* *
1890_ Der Reformationsfchriften woider die Reformirten cc 189%
fagen: Gläubft du nicht, daß hier der Leib keinen vichterlichen Spruch, fendern bringen
Chriſti gegeffen werde? fo follt du antworten: bloß das unftigevor, daß, wenn es dem HErrn
. Das Steifch ift Fein nüge, warum: follte id) gefaͤllet, aud) andre. auf gleiche Mlennung ges
denn alfo davon viel ftreiten ? Da wirſt du leh⸗ bracht werden , aber von dem Geift, der ung:
ven, daß man veft bey folchen Worten bleibe. w ein a leh⸗
Denn das find die Worte des Evangelii, fie ret, oder ſolches verbeut: ſo iſt unſre Rede ver⸗
find der Glaube ſelbſt. Denn was iſt ſonſt ein gebens. Ich bitte demnach zu dem allerhoͤch⸗
Chriſt ſeyn, als glaͤuben, daß Chriſtus, GOt. ſten GOTT, daß er unſre Wege leite, und
tes Sohn, für ihn geſtorben ſey? Moͤchte je- |wenn-wir etwa, wie Bileam, halsſtarrig wi⸗
mand fagen: Auch diefer Glaube macht mich fe- |der die Wahrheit ftrebten, “uns. feinen Engel
lig, wenn id) glaube, daß ich in diefem Brod in Weg ftelle, der durch die Drohungen feines.
- ben wahren und wefentlichen leiblichen Leib Chris Schwerdts diefen Ejel (ich meyne, unfre Un⸗
ſti eſſe. So fann man antworten: Du ſagſt mwiffenheit und Kuͤhnheit, wo anders dabey ete
das von Dir felber, wir müffen aber Hier Schrift, was aus Kuͤhnheit und Ruhmſucht geſchiehet,)
GoOttes Wort haben, daß man dadurdy bewei⸗ dergeftalt an die Wand’ dränge, daß ung der
fe, daß der Glaube, dadurch manglaubet, daß Fuß, d. 1. der unreine und ungewafchene Flei⸗
r
alles leßret. Denn wenn der ein’ anders:
Ehriftus hier leiblich gegeflen werde, felig ma⸗
de. Un) da du feinen folchen haft: ſo ſieheſt
Du, wie die ganze Meynung ohne Grund und |fter
‚die allerfhädlichfte Abgötterey ft; denn wer
hat diß Sacrament nicht angebeter ? Warum ha⸗
ben wir aber nicht auch die Taufe eben fo an⸗
gebetet? da die Sacramente der Beſchreibung
nad) einerley feyn.
11. Mun kommt dag allerſchwereſte, wie wir
ſchesſinn, gebrochen werde, daß wir weiter nicht
den Namen des HErrn, unſers GOttes, Tür
ı2. Es find alfo einige, die aus dem Glau⸗
ben (denn daraus lernet man die gründliche
Wahrheit,) gelernetbaben, eg ſey uns keilfam.
'zu glauben : daß Chriſtus für ung gelitten ha⸗
be; das fey der einige Weg zum Himmel, dag
fey das Wort, das wir allepredigen, ı Gob.ı.
nemlich Chriſti Einfegungsworte, wie fie fie Daher fie hernach leicht ſchlieſſen, es Fönne die,
nennen, deuten wollen. Dennda Ehriftus ge. | Seligfeit durd) feinen andeın Weg fommen,
faget: Das ift mein Leib, der für euch ge: als durch Chriſtum, und alfo niche durch ven
geben wird; fo Eönnen die Worte nirgend an-
. ders hin gezogen werden, als daß das Brod,
das Ehriftus darreichte, fein Leib fey; nicht aber
der geiftliche,, feine Klrche, Die nie für ung ge-
geben worden, fondern der wahrhafte Leib Chri«
fi, ver am Ereuz für uns geſchlachtet ift. Die
Worte find Flarund offenbar: und esmuß eher
Himmel und Erden vergehen, alsdaß ein Punct |
(vder Titul) davon vergehe. Hier ift nun frey-
lich alle Kraft des Glaubens anzufpannen, und
der Himmlifche Gnadenthron anzuflehen, daß
alles, was hier verborgen ift, eröfner werde,
Denn wenn die Worte bisher nicht recht ver: |
ftanden find: fo fißt der ganze Fehler da. Und
ich weiß nicht, ob :8 ein gröflerer Greuel gewe
1% das goidene Kalb in Dan anzubeten, als
old) gefsgneres Brod, wenn es bloffes Brod
iſt. . Denn ob die Meynung, die wir fagen
wollen, ung wol fehranfteher: fo chun wis doch
facramentirlichen Genußdes Brodes und Wer .
nes, : Wenn fie aber Chriſti Einſegnungs wor⸗
te, wie fie Keiffen, anfehen: fo halten fie, daß -
eine verblümte Nedarf darunter. ftecfe : was aber.
vor eine und melcherfey folche fey, das Füns
nen fie nicht gleich fagen. Carlſtad, in der
Schrift, vie ich gelefen, gibt vor, es würde -
das Anzeigervort, diß, geändert. Denn da
geſagt worden: IEſus nahm das Brod, ſeg⸗
nete es, brach und gab es ſeinen Juͤngern
und ſprach: Nehmet und eſſet, das iſt mein
Leib, der für euch gegeben wird; fo will
er, daß der Borname (pronoinen), diefes, nicht
aufs Brod, fondern auf ihn felbft gehe, und
|der Verſtand diefer fey: Mehmet Bin und effel,
denn ich werde Diefen meinen gelb für eud) hin⸗
geben. -
13. Sch geſtehe gar gern, daß ich des Men
ſchen feinen finnreichen Einfall *) lobe, ——
abe
—
Veon der Veranlaſſung und Fortgang des Streits vom h. Abendmahl. 1858.
aber wuͤnſche Ich ihm Gluͤck zu feinem Glauben, (werde. Exempel aufzuſuchen habe jetzo die Zeſt
da er gelernet hat, man koͤnne auf Feine andre |nicht, denn wir Haben in hoͤchſter Eil ſchreiben
Arct fellg werden, als durch denjenigen Glau- Imüffen. Wer nun dieſe Meynung des Carl
ben / dadurch wir glauben, "daß Ehriftus fuͤr ſtads annehmen will, wird uns Damit nicht ver-
"Ben Sean ie er e8 gleich mit dem drießlich ſeyn; jedoch bitte auch die unfrige zu
x
echten Berftande diefer Worte nicht getroffen lerwegen. Fer
hätte, fo hat doc). der gottſelige Menſch woßl| 16: Denn wir halten, daß alles auf die ein«
—— es muͤſſe ein andrer Dahinter ſeyn: aber zige Sylbe oder Wort Sit ankomme; welches
denſelben klar aus zumachen, hat er nicht Ein⸗ nicht immer fo viel als wirklich ſeyn, ſondern
ſicht gnug gehabt, es wäre denn ‚daß wir ge auch bedeuten anzeiget. Wiewol ich euch, ge⸗
gen ihm blind waͤren. Mit Erlaubniß!: Er liebter Bruder, herzlich ermahne, daß ihr ung
meynet, das pronomen, dirfes, wolle fo viel |hlerinnen nicht glaubet, wenn wir nicht alles
ſagen, Daß es bedeute, fein Leib werde gecreu« |mit Elaren Worten der Schrift beweiſen, was
zigt werden, wie auch die Propheten verfündt- |wir fagen. : Joſeph antwortete aufdes Pharao
Het; alfo folltediß der Berftand seyn: Was Traum: Die fieben fetten Buͤhe find fieben
die Propheten verfündiger, ich würde Fleiſch fruchtbare Jahre ziunddcch Fönnen fieben Kuͤ⸗
annehmen unddarinnen der Menfchen Schmer- he nicht fieben Jahre ſeyn. Iſt es allo flar, daß
> zen fragen (buͤſſen): da ſehet ihr meinen Leib/ ſind da fo viel Heiffen müffe als bedeuten , und
das iſt derfelbe, den die Propheten verheiffen der Berftand diefer fey: Die fieben fetten Kuͤ⸗
haben: das ift der, fo für die Menge gegeben he, die du im Schlaf gefehen haben magſt, be=
RIED - [deuten oder ftellen vor fieben fruchtbare Sgahrerc.
en F)linduftriam. 5 42) Chriftus fage ob. 15: Ich bin der Weine
014. Wenn das der Verſtand wäre, Hätten ſtock; und doch war er fein Weinſtock, verhiele
auch die zwey Dinge wohl hinzugefegt werden ſich aber als ein Weinſtock. Siehet manalfp,
koͤnnen, daß nemlich nun feine Gefangenneh⸗ daß das Wort ſeyn oft kein ſeyn bedeute, ſon⸗
mung und Tod vor der Thuͤr wären, und was dern fo viel als vorſtellen, abbilden, daß der
er ob. 6. gefagt hatte: Das Brod, welches | Berftand herausfomme: Ich ftelle einen Wein«
“ich geben werde, ift mein Fleiſch, für das |ftock vor, oder bedeufeißn, oder bin geartet wie
Reben der Welt, daß er alſo jetzt ſage: Sie |derfelbe.. Er fager abermal: 3) Der Saame -
| kr das iſt mein Leib, der für das Leben der |ift das Wort GOttes, und dodiwar der Saas
Welt gegeben wird, davon id) eud) in vorigen |me nicht das Wort GOttes. Und alfo Fann
Jahren Berfpredhung gethan habe; ja, als wir auch hier Das Wort Iſt nicht fo viel Heiflen,
por wenig (Tagen) aus Galilaͤa hier herauf gien⸗ als ift wirklich ; fondern es it klar, daß es für -
gen, eud) gefagt Babe, was mir begegnen wuͤr⸗ bedeutet gefeßt worden. Denn Chriſtus er⸗
de. Nun iſt diefelbe Zelda. ° klaͤret den Apofteln.die Parabel, fo er von dem
auggefäeren Saamen vorgefragen harte, in die⸗
Sie ſagen auch, erhabein dem Geſpruͤch⸗
fen Worten: Der Saame, (ſprach er, von
dem ich rede, ift, d.i. bedeuter das Wort
welches wir nicht gelefen, daran’ ſich viele Ars
GOttes. Dieſe und dergleichen Redarten
gern, etwas aus der Griechifchen Mundart an⸗
gezogen, dadurch die Veränderung des Zeige:
wvorts klar dargethan werde, weil nemlic) das kann man zur Genüge findenin heil. Schrift,
Sriechiſche Wort, fo Brod bedeutet, ein: Ma- und ift alfo Hier nicht Daben vieles zu.fagen..
+» Seulinum,'dasaber, fo Leib bedeutet, ein Neu-11.17: Nun nehmet Die Worte Chriſti vor die -
» trum ſey. Uber , mit Erfaubniß zu fagen, fol Hand. Matth: 26: fteher: IEſus nahm das
if gewiß, daß die Griechen ſowol als die katei. Brod ac. und. ſprach: Ylebmer, eſſet das
ner viel folche Redarten Haben, daß, was vor: lift mein Leib. Luc. 22. ſteht: Das für euch
hero im Mafeulino oder Feiminino genere geg- | aegeben wird. Hier fest mir für Fit, da: Wort,
ben worden, hernach im Neutro ausgedrucktl bedeutet: Nehmet und eſſet, das hedeutet mei⸗
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1894 Der Reformationsfchriften vwoider die Reformirten I. Abfchniee. 1898
nen Leib, der für euch) gegeben wird; fo wird nennet $ucas ein Yleu Teftament. Und er
diß der Verſtand ſeyn: Nehmet und effet, denn hat nichtgefages Diß Neue Teftament ift mein ı
das, was ic euch jest thun heiſſe, wird euch | Blut; fonderns dieſer Trank ift das Neue ı
bedeuten ‚ oder ins Gedächtniß bringen, meinen |Teftament inmeinem Blut. Was alfo in
Leib, der jeßt für euch gegeben wird; Denn einem andern iſt, das ift nicht felbftdas, dar
gleich Darauf fegt er Hinzu: Das thut zu mei⸗ innen esift. Das Neue Teftament har feine
nem Gedaͤchtniß. Sehet, da iſt der End: | Kraft und Grund im Blute Eprifti, das für
zweck, wozu er zu effen befihlee, nemlich zu ſei Jung vergoffen ift, und der Trank des Neuen
nem Gedaͤchtniß. Welches Paulus alfo gege- | Teftaments ift ver Kelch. Nun ift aber Flar,
ben: So oft ihr diß Brod effen und von |daß das Blue nicht der Kelch ift, fondern das
dieſem Relch trinken werdet, ſollt ihr des | Teftament, d. is die Erinnerung der lebendig⸗
SErrn Tod verfündigen, Was befihlet Imachenden Vergieffung des Blutes Epriftt.
"Paulus hier anders, als des Todes Ehriftiöf- Mit dieſen Worten $uca wird der Schluͤſſel dar⸗
fentlich zu gedenten? Da nun DIE Mahl des |gegeben, Matthaͤi und March Worte zu erfläs
HErrn, oder wie es Paulus nennet, Macht: |ven. Denn da diefer ſaget, daß foldyer Trank,
mahl des HErrn a eingefegt worden, daß des Neuen Teftaments Kraft Babe im Blute
wir an den Tod Chriſti gevenfen follen: fo it Chriſti, fo fchlieffe ich, Daß jene auf eine ver⸗
klar, daß es ein Zeichen fey, da die, welche
blümte Art, Die uns etwas ungewoͤhnlich Ift, ges
- auf Ehrifti Todund Blut trauen, vor den Brüsfaget: Das iftmiein Keib, anftatt: Diß Eſ⸗
dern zeugen, daß fie foldyen Glauben Haben.
fen des Neuen Teftaments iſt ein Zeichen und:
Und wird alfo der Verftand dieſer Worte Chri. Sinnbild, daß es die Kraft daher Babe, daß
fti auf die Art ganz offenbar: DIE Mahl bes ich mid) für euch und für Die ganze Menge
“ deutet, oder ift ein Zeichen, dadurch ihr euch gebe. Und: Diß ift mein: Blut, haben
- erinnern werdet, daß mein, nemlic) des Soh⸗ ſie gefaget, an ftate: Diefer Keld) iſt das
nes GH tes, eures HErrn und Meifters, Leib Zeichen, oder wird euch bedeufen, daß ſo—⸗
‚für euc) gegeben ſey. So hat es Tertullianus thanes mein Blut für euch vergoffen worden.
verftanden, ein Mann von fonderbarer Gelehr⸗So verftehet es Auguflinus Inder Vorrededes |
famfeit in Sprachen, von fürtrefflicher Beredt- 13. Pfalmen , da er fpridie: Der HErr IJEſus
ſamkeit, da er vonden Worten Chriſti im Bud) habe auch Judam mit zum Abendmahl genoms
‚wider den Marclon nad) vielen Reden endlidy men, darinnen er das Bild ( Figur) feines del |
faget: Er hat aud) das Brod nicht verſchmaͤ⸗ bes und Blutes den Juͤngern befoßlen. Was
Bet, welches feinen Heil. Leib vorſtellet. Denn meynt er aber Bierdurd) Figur? Etwa das An-
er will, Chriſtus Habe nicht feine Sacramente |fehen feines-Leibes und Gefichts? oder eine Fi⸗
verworfen, noch) das Brod (fiehe, er nennt es gur, dadurch er etwas zufünftiges vorherzeige,
Brod,) abgefchaft, dadurch er feinen Leib vor» |wie alfo einige Dinge gefchehen, die den Bas
ſtelle. Er habe nicht gefage: Welches Brod tern inder Figur (oder Fürbilde toieberfaßren? 1
" fein $eib iſt; fondern, fo feinen Leib vorftellee. Wie | Im geringften nicht; fondern eine Figur, d.i.. |
aber 2 Indem es nemlic) fo gegeflen wird ‚daß Geſtalt, die uns eine Erinnerung und Anden» |
man ſich dabey erinnere, Chriſtus babe feinen ken fey , daß fein Leib für ung gegeben und fein |
Leib für ung an die, welche ihn zerfchlagen, Bin» | "Blut für unſre Verſoͤhnung vergoffen worden.
gegeben. En "719. Hier will ic) euch gedenfen, geliebter |
+78. Nun fommen wir auf Pauli Worte, Bruder, daß id) weder des Auguftini noch dire |
dadurch diefer Berftand noch Elarer werden wird, |gend eines Anfehen fo Hoc) achte, Daß ich dare |
die Lucas alfo gibet: Dieſer Reich ift das lauf gleich etiwas behaupten wollte; fonderndare |
Neue Teftament in meinem Blut das für um führe id) der Alten Meynung an, daß ige |
euch vergoffen wird. Giehe, mas zwey an- ſehet, es fey nicht efiwa ein neu Gedicht, was |
die fogegeben Haben; DIE iſt mein Rlut, das wir von dieſen Worten und, dem; Gapıamene |
6 Von der Deranlafjung und Sortgang des Streis vom, Abendmahl. 1897 Bi
borbringen. Daß aber Yuguftinus vonfelbi- den. Cr will alfo, daß fie des Jeibes und
gem Sacrament in Ernft fo fehreibe, wird bald Blutes Chriſti theilhaftig rverden, wenn fiemit
dernach, wenn wir Pauli Spruch angefuͤhret den andern Brüdern befennen, daß fie auf
-
4 ben werden, mehr erhellen. Parlus, fo an Chriſti Tod und vergoffenes Blut trauen, Und
j die Corinthier ſchreibet ı Cor. ı0. und von aller daß fie ſolches vor den Brüdern bezeugen zu
Goͤßzengemeinſchaft abziehen will, (weil es ei⸗ glauben, und vor allen Öögen,und fremder Göte
nige gab, die ihr Willen rühmten, daß nem: ter Dienft einen Abfcheu zu tragen: fo nehmen
lich ein G nn nichts fey, und doch von dem Goͤ⸗ |fie mit ihnen im heil. Nachtmahl das Brod und.
enopffer aſſen,) Paulus, fage ic), der folche von den Kelch des Gedächtniffes, daß ein Bruder
der Gögengemeinfchaft abſchrecken will, hielt ſehe, wie der andere gleichlam durch dieſen Eid
ihnen den Gebrauch des heil. Nachtmahls vor, (daher es auch ein Sacrament heißt,) mit fic)
- welchen er von der Art und für fo hoch Hält, — Leibe, zu Einem Brod, zu Einem
daß er den der Abgoͤtterey befchuldige, der zu« |Befenntniß zufammen gewachfen. Denn fo
gleich des HErrn und der Teufel Tiſch theilhaf⸗ |fpricht vr: Weil wir, die ganze Menge, Ein
‚eig fen. Indem er alfoißnen, wie geſagt, den Brod und Ein $eib find, darum effen wir Dies
+ Gebraud) des Abendmahis vorhaͤlt, fo iſt Fein ſes Brod, auf dag wir endlich Ein Brod wer»
Zweifel, dag er nicht eigentlich und geſchickt da· den. Was iſt aber das Brod, darein wir zu⸗
von rede. Er fpriche demnach alfo: Dee ges ſammen wachen? Denn das ift ja eine wun⸗
fegnese Reli, den wir fegnen, oder loben, derliche Veränderung der Wortes Wir effen
iſter nicht die Bemeinfebaft des Acibes*) Brod, daß wir ein Brod werden. Wirmif
Eat Din: 0.0.0005 fen nicht, was Paulus Bier rede. Aber mein
oollte wol heiffen Blutes. iieber Mann, du feyeit wer du feyeit, fo find
20, Hier büpffen die alfobald, Die da mey: |das feine Worte Pauli, voll himmliſcher ‘Be:
nen, man äffe Epriftum leiblich: Was brau⸗ |redtfamfeit! Er nennet das Brod, das wir eß
chen wir weiter Zeugniß? Wir Haben es hoar ſen; und nennet das auch Brod, was wir durch
gehört, daß es eine Gemeinfcyaft des Leibes ſolch Efien werden. Was wir nun durch folcy
und Blutes Chriſti fey. Denn Paulus Kat! Fffen werden, wenn wir nur erft Chriftum, der
nicht gefagt: Eine Gemeinfchaft des Brods |für ung gelitten hat, nicht das Fleiſch, Genen
oder Weines, fondern des Leibes und Blutes. Jund Gebeine, im Herzen gegeffen haben : fo iſt
‚Aber Geduld! bis man alles hinaus gehöret, |da8, was wir werden, der Jeib Chriſti. Wel⸗
fonft iftnichts als lauter Zank, Streit und Ler⸗ che find aber der Leib CHriſti? Die, deren
men. Gebt wohl achtung auf das, was gleic) | Haupt er ift, und fie feine Glieder. Welcher
folget, fo werdet ihr fehen, was er hier. Ge- | Haupt iſt er aber? Derer, fo ifmlfolgen, Die _
meinſchaft des Leibes und Blutesheiffe. Nach· ihm vertrauen. Welches find die Glieder?
- dem er gefaget: Und das Brod, das wir Eben die, von denen wir fagen. Und da der
brechen, ift es nicht die Benieinfcbaft des Glieder fo eine Menge ift, fo. werden fie doc)
Leibes Ehrifti 2 foerfläret er, was es vor ei⸗ nur Ein Leib. Nicht erſt, wenn fie diß Brod
ne Gemeinfchaft fey, und faget: Weit wir ib« eſſen und diefen Kelch trinken, fondern fobald
rer vielEin Brod und Ein Leib find, denn Ifie glauben, daß diefes Mahles Stifter, Chri⸗
"wir werden alle Eines Brodes und Lines |jtus JEſus, für unfere Seligfeit geftorben und
Reiches theilbaftig. Hier ſcheinet Paulus |mit Schanden gefrönet worden. Was hilft
Nar anzudeuten, daß, die diefes Brod effen denn alfo ſolch Eſſen? Nichts anders, als daß
"und den Kelch frinfen, mit den andern Brü- |dadurd) deinem Bruder fund wird, daß du
den Ein Leib werden: Welches der $eib Cprifti |ein Glied Chriſti und unter denenfeyft, die auf
ift, weil er glaubet, daß der $eib Cprifti, d.i. |Chriftum ihr Vertrauen fegen, und verbindee
a K% —* — ve Bar a für Jdich au zu ar u daß
ſcch geſchlachtet und fein Blut vergoflen wor⸗ wenn du etwa frech) in Guͤnden zu Ieben Feine
an ; nn Ddo ddda EScheu
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‚1898 _ Der Reformationsſchriften wider die Reformirten J Abſchuitt 1999
Scheu hätteft, du von den andern Gliedern | 23. Hier wollet ihr, mein theurer und werthe⸗
- ausgefchloffen werdeft. Daher kommt bey den |fter Herr, nicht erfchrecfen und mit den Heuch⸗
Alten der Kirchenbann und Ausfchlieffung. lern fchreyen: Sch Babe (fo) geglauber, was rich
21. Erhellet alfo aus den Worten Pauli :|teft du mein Gewiſſen? Ihr Babe entweder mit
{ s nichf die Bemeinfcbaft des Dlures mir nicht geglaubet, oder euer Gemuͤth, daf
CThriſti? Iſt es nicht die Bemeinfcbaft des es Hier nicht wiberfpräche, auf efmas anders -
"Reibes des HErrn ! daß Bemeinfhaft gewendet, oder ängftlic) geforgef, wie doch die
nicht für effen genommen werde, dafür es die Wahrheit frey an den Tag kommen moͤchte.
: Theologi bisher genommen, ‚fondern für Ge- Ich bewundere,, ſage ich, Diefer ihren. Ölaus
“ meinfchaft der Kirchen, d. 1, daß fich auf die ben, welcher vor diefer abgeſchmackten herges
Art ein jeder vor der Kirchen rechtfertiget und. Ibrachtenisehre einen Grauen hatte: und da Die
der ſelben gleichfam mit geleiftetem Eid einver- Worte ſelbſt fo veft ſchienen, dennoch durch
>. feiber. Denn Paulus felber ſpricht: So find | Schrift gefuchet Haben, wie diefer Leib verftan-
wir viel Ein Brod und Ein Leib. Weil den werden müßte. Und da fie auf diefen Ort
wir alle Zines Brodes und Eines Reiches Pauli Fommen, haben fie foldyen Knoten: *)
theilhaftig find. Das iſt denn die Urfache, gleichſam Damit, als’ einer: Ark, entziwey hauen
“ warum wir Ein Brod werden, weil wir Eines |wollen, undfürgemwiß gehalten, was wir oben -
Brodes und Eines Kelches theildaftigwerden. von Carlſtaden gefagt haben, daß der Glaube
" 22. Nun fiehe mir der Paulinifchen Worte die Art zu effen, welche die Theologen lehren,
VKeblichkeit! Epriftus Bat uns Brod gegeben, gar nicht brauchte, und. die Worte ChHriſti
daß wir daffelbe mit einander effen und alfo Ein |müßten einen andern Berftand haben, es. moͤch⸗
eib werden follen, wenn wir nur erſt das fe auch vor einerfeyn, ‚welcher es wollte, Dies
- Bimmlifche Brod (wie er Joh. 6. gelehret hat,) ſer ihren Glauben, fage ich, lobe ich: es hat
eſſen. Diefer $eib-aber ift die Kirche CHriſti. ihnen nur an Scharffinnigfeit gefehlet, die ih⸗
Daher es fommt, daß auch wir, die fein Leib nen aber eben nicht nöthig war, weil fie den
“find, Ein Brod genennet werden: denn durch Glauben haften. Sehet, was das heifle, aus
diß Brod bemeifen wir den Brüdern, daß wir der Schrift:gelehrer feyn, und aus dem Geift
Glieder des Leibes Chriſti ſeyn. Diefe Wort⸗ |gelehret fyn. m 2. 0 zn a.
wechſel und Verwandtſchaft Bat gemacht, daß! mn eo füreum.
vordem einige die Worte EHriftir das ift 24. Ich habe kurz zuvor gefage: Diefe ge- |
- mein Leib, gar auf die Kirche gezogen, wie meine Meynung der Theologen fey abge⸗
man beym Thomaoder Scoto fehen Fann ‚wo ſchmackt: das laffet euch. nicht argerlich. feyn! ')
mir recht iſt: und gemeynet haben, Chriſtus ich hätte fie lieber. gar.nicht allein tell, fondern |
habe auf die, welchen er-das Brod gereicher, gottlos genennet. “Denn, finddicfefürtreffliche
gewieſen umd geſagt: fiewären fein $eib, daß Theologi nicht gottloſer ais die Jüden worden? ?
der Verſtand waͤre: Ihr, die ihr bey dieſem Sie, da fie dachten, es waͤre alles vom leib⸗
Mahl ſeyd, ſeyd mein Leib. Und da das fol: lichen Eſſen geredet, hatten einen Abſcheu; aber
gende fich nicht recht reimen wollte, haben fie Chriſtus Sit ihnen durch freundliche Lehre auf,
die Worte: das für euch gegeben wird, ſo und befreyet fie von ihrem naͤrriſchen Verſtan⸗
„gedeutet, als ob es hieſſe: für welche ich gege⸗ de, indem er ſagt: Der Geiſt iſt es, der da
ben werde. Deren Glauben ich *) mehr be: lebendig macht, das Sleiſch it’ Fein —
wundere als aller Gottesgelaßrten Geleftfam- | Die Worte, die ich. zu euch geredet habe, |
keit. Denn id) Balte nicht, daß jemalen einer ſind Beift und Leben; undda fie es.ebenfo |
geweſen, der da geglaubet, daß er EHriftum | wenig als das erfte verftanden, Haben fie Chri⸗
Teibiich und weſentlich in dieſe m Sacrament aſſe: ftum gänzlich verlaffen: ‚Die Unſern aber find |
‘ wenn es fon alle tapffer gelehret, oder fich fo | unendlich toller worden, die das, was die Juͤ⸗
geſtellet, role die Heucheley ein frech Uebel iſtden Ärgerre y Eüßnlich behaupten und ESeii
\ v7 #8) ergoifür ego,
eg
1901
ang des Streits vom h. Abendmahl.
nlaffung, und Sorte
we h ua „, .
‚1900. Don eva
2 2
ericht, dadurch man alles erfennen Fonn= | glauben und Dank fagen, daß durch Chriſti
Unterr
te, verwerfen, auch wider feinen Willen: und | Tod die Sünde weggenommen und getilget
darum doc) nicht von ihm fliehen, fondern bey worden. Sehet — uͤber Joh. 6. —
hm bleiben und lehren, daß Chriſti Leib fo ) fo werdet ihr deutlich finden, wie er das far
— wie die Juden es doch verab⸗ cramentirliche Eſſen von dem geiſtlichen ſchei⸗
ch — als alle, Seythen;; wel⸗ de. Sehet auch Origenem über Matth. hom.
ches ihre Worte genug an den Tag legen. Denn 35. denn auf die beſinne ich mic) jetzo nur.
. einige effen. ihn aus der Krippe, andre wie er Denn viele Alte Haben von diefem Sacrament
‚noch am Ereuz faſt zappelt. Denn fo fagen| gar gotrfelige Gedanfen gehabt.
j fie: Wir effen den Leib Chriſti wahrhaftig und| 26. Das ift es, mein eßrlicher Bruder, was
leiblich, wie er in dev. Krippen gelegen, iwie er ich jego fchriftlich mit die Habe handeln wol-
am Creuʒ gefangen, Welches höchft unge- | len. Denn ich forge, Daß einige gar lieber
reimt zu jagen iſt. Aber daß wir einmal be⸗ auf ihrer Meifter Wort zu ſchwoͤren geneigt
ſchlieſſen, fo wollet ie etwa alles gerne Eurz | feyn möchten, ; |
gefaſſet Haben. Da habt ihr es! | 27. Wenn ihr zu mie faget: Ich Habe an⸗
De Fre *) fic muß für hie gelefen werden. | gefangen in Deutfcher Sprache Meffe zu hal⸗
2. Chriſtus, da er jetzt ſterben wollte, hat ten, und wenn ich.nun anders lehrte, würden
mit feinen Juͤngern aufs freundlichfte gegeffen. ſich viele ſehr ärgern ; fo braucht diefes Mit-
Denn er fagte: Mich bat herzlich verlanget, tel, und lehret, daß ihr nicht die Communion
die Oftern mit euch zu effen. Denn er hat des Tifches des HErrn aufhebet , fondern den
fie nicht, bloß mit den Gerichten gelabef, fon- rechten. Gebrauch immer von Tage zu Tage
dern ihnen die niedlichften Bißlein und Zucker⸗ mehr zeiget, und diß oft einfchärfet: Daß wenn
werk feines himmlifchen Wortes vorgefeger, ſie gleich das Brod der Communion (oder Ge⸗
Und weil er uns das Gedächtniß davon, daß meinfchaft) Affen, und im Glauben nicht richtig,
er jämmerlich für ung getödtet worden, hinter: noch in der Liebe des Nächften redlich wären,
Iaflen wollte in einem heil, Gebrauch, Bat er fie fich nur das Gericht äffen und tränfen. Da
das Blod genommen, und befohlen, daß fie al, werden, glaubt mir, viele abtreten, *) ehe Oftern
le eſſen follten. Denn das wäre ven Gläubi- kommt. Wie wir auch tfun wollen. Hans
- gen ein Sinnbild oder Zeichen, daß der Leib delt alles nach Eprifti Einfegung._ Nehmet es
deſſen, der ihr GOtt, HErr und Meifter ma- | wohl aufund hanget allein an dem Worte GOt⸗
te, getödfet worden: darum foliten fie es thun kes. Bitter den HErrn, Daß er euern Weg leitet
zu feinem Gedächtniß, daß wir nemlich nicht al- Den Bruder, (deffen Nanie uns nun Fund wor«
lein zufammen äffen, fondern auch feine Gna; | den,) nemlic) Cuonhard Hermannen, fechtet
- de preifeten und erhüben, Dergfeichen ift vom | nur bierinnen, wenn er richt groͤblich irret, nicht
Keich zu fagen. Iſt es alfo unter den Zıin-| ſo an: wo es ſich aber ſchickt, fo gebt ihm die⸗
gern Chrifti gefchehen, daß, die ſich Brüder ſen Brief zu leſen. Lebet wohl in Eprifte SE»
- genennet, alfo nad) Chrifti Einfegung mit den ſu, unferm HErrn. Zuͤrch den 16. Nov, Anz.
andern Brüdern gegeffen und getrunfen, und | 0 1524 * I,
alſo in die Gemeinfchaft der Brüder, Die dal An Matthäus Alberus,
;
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hi,
— — Chriſti — Blut Pfarrern in Reutlinzen.
erloͤſet worden, gefomimen. Welches aber y ;
- dem Gewiflen nad), vergeblich rar, wenn der, - — — —
- fo da aß, nicht vorher einen Glauben hatte, der |
der Seligkeit durch Chriftum gewißmwar. Da-| *) ac dum ftehet, das gift einen Verſtand; alfe, weil
her auch diefes beyläufig klar iſt, daß das Ef: das fonft bey Rom Catholiſchen die Abendmablzeit
ſen im Abendmahl die Suͤnden — a RR ift, leſe ich anrequam, oder es maß tum heiſſen
—— ht wegneh⸗⸗ - ac tun baſcha venerit, ſo mag alsdenn Oſtern
me, ſondern ein Zeichen derer ſey, welche veſt immer kommen. *— re
f
u
1502 Der Reformationsfchriften wider die Reformirten I. Abfchnite.
E beſchwore euch bey JEſu Ehrifto, der |tigim wahren Epriftlichen Glauben fürftehe und
die !ebendigen und die | forffaßre ; Diejenigen hingegen, die fich von
Brief niemanden wei: | Chriftlicher Einigkeit abgefondert, und irrige,
"Sch beſchwoͤre euch
zukuͤnftig iſt zu richten
Todten, daß ihr dieſen
——
1903
ſet, als dem, von dem man gewiß weiß, daß | Feßerifche Schren angenommen, für und fürin _
tfchaffen fen im Glauben eben deflelben ſchwerere Irrſale und läfterliche Ketzerey ges
en Ich will dergleichen tun. fallen; fintemal nicht allein die Wiedertaͤufer,
‚unfers HErrn,
Und wenn es die Roth erfordert, daß er ge- Die ſich an etlichen Orten der Eidsgenoflen und:
druckt wird, fo will ich die Sache beſorgen. ihrer Nachbaren erhebt haben; ſondern auch
Denn ic) habe alles fo in Eil geſchrieben, daß.
ich es Faum einmal und obenhin wieder über-
tefen babe. Zuͤrch, im Haufe Chriſtoph Froſch⸗
bauer 1525. im Monat Merz.
II.
D. Joh. Eckens Schreiben an die Eids⸗
genößifche Stände, darinn er fie vor der fol:
fchen Lehre vom Abendmahl des Swinglii und
©ecolampadii warnet, und fich anerbietet, mit
Diefen beyden Männern eine Difputation zu hal⸗
ten. Dat. Ingolftadt am Tag Sim. und
Judaͤ Anno 1525.
Den edlen, geftrengen, veften, fürfichtigen ,
ehrbaren und hochachtbaren Herren von den
Städten und Laͤndern des aiten Bunds
dochdeutſcher Nation der Eidsgenoffen, mei-
nen anädigen, großgünftigen, gebietenden |
.. Herren.
1. ——
Gdle, geſtrenge, ehrenveſte, ehrbare und für-
ſichtige, weiſe Herren und guten Freun⸗
de! Meine williggefliſſene, beharrliche Dienſte
Ich habe im vergangenen Sabre eure Gnad,
ir a Veſte und Weisheit auf das höchfte
vermahnet, bey dem wahren, alten, unge
ziveifelten Glauben zu bleiben, und fic) durch
die irrige, verführifche, Fegerifche Lehre Ulrich
Zwinglin und Hausfchein (der fi) Decofampas
dius nennet,) in die erfchröcliche Ketzerey ge⸗
fallen, daß in dem hochwürdigen Sacrament
”
des Altars nicht der Fronleichnam unfers lies
bares heiliges Blut fey. Alſo ſollen die blin«
ben HEren JEſu Chriſti, auch nicht fein Eofte
ben Ketzer, die Die Augen des heil, Ölaubens
verloren haben, in die finftere Grube aller Ke⸗
tzerey fallen. —
3. Daraus eure Gnad und Gunſt leicht
fi) abnimmet, was für einen: falfchen, teu—
felifchern Glauben die verftocte Leute lehren,
da fie ihnen felbften und unter einander wider⸗
wärtig find. Dann Zwinglin und Hausfchein
haben ehemal das hochwuͤrdige Sacrament wol
nicht wollen ein Opffer im Amte der Beiligen
Meſſe feyn laffen, jedoch anbey gelehret, das
Sacramenf des Leichnams und Bluts Cprifkt
ſolle man hoc) verehren; alfo daß aud) Ziwinge
lin in Auslegung feiner Schlußrede bey dem
XVIII. Artikel den Paͤbſtlern ihr ſchalkhaftig
Geſchrey, (als er ſagt,) da fie ihn anklagen, er
wolle aus unfers lieben HErrn Ehrifti Fron⸗
zuvor, ‚großgünftige und gebietende Herren! leichnam nichts machen, und die armen Mens
ſchen der himmliſchen Speife berauben, erwei⸗
ft. Da er nun indem Jahre, da man zaͤhlt
1523. im Heumonat gar nicht hat wollen leiden,
vingůns nicht bewegen zu laflen: sie ic) nimmt nicht allein die Meſſe der Kirche Hinz
ul vor eurer Herrlichkeit, oder ih |fondern auch feine erdichte Feßerifche Meſſe, und :
ven verordneten Richtern, mit Diſputation aus |beraubet, als viel an ihm ift, die Menfchender
Grund der heil. Schrift rider den Zwinglin aus: himmliſchen Speife.
zuführen erboten habe; Daß aber Zwinglin, als
der
9) 4. ©o lofe, lucke, wankelmuͤthige Leute find
das Sicht haßt und in der Finſterniß wan⸗ die Ketzer; jedoch ſchreyen fie, der Fels der un⸗
delt, nicht hat annehmen wollen, wie id) dieſes gezweifelten und ewigen Wahrheit ſey bey ihnen.
vormals nach der Laͤnge gehandelt habe.
2. Dai
Darzu it Zwinglin nicht eingeben, daß erden
ch nun lange nichts gehöret Kabe, Luther dazumal fo hoch gepriefen: Er fey ein
daß man folches fage, fällt ee nun zwey Jahre
darnach mit aller Unfinnigfeit darein, und
denn allein (GOtt fey Lob!) wie der mehrere |wwsjdlicher Diener GOttes, der mit fo sn f
; em
Theil eurer Gnad und Gunſt noch ſtandhaf
%
in taufend Jahren auf Erden je gefebeben
ſey, und mit mannlichem, unbewegtem Be: |denn drey Lutheriſche w
muͤthe. Dann, haltet Zwinglin fo viel auf|dreyen Hatten noch nicht
den Luther, role er felbft gefchrieben har, war⸗ der Kirche vermandele.
um folget und glaubet erdenn dem Luther nicht,
Der. mit der Bellen Schrift die Earlftädifche Res | Freundfchaft um GO
gerey vom hochwürdigen Sacrament umſtoͤßt? Herzhaftige biderbe
„sa, wiewol Carlftad von dieſer Kegerey wieder ungezmweifelten Chri
$ anatolen und ne Fate — tig
verleugnet hat: fo hoͤre ich doch, daß Zwinge gotteslaͤſterliche Ketzerey aus
lin zu Zuͤrch und Hausſchein zu Baſel (er iſt De Keöeren ausreuten um
| muͤthe. ie
er“
wol ein Hußifcher Schein, viele tauſend Men-
ſchen in Die greuliche Kegerey verführen, daß
ſie nicht glauben, daß fich der wahre Leichnam
und das Blut Chriſti in dem wirdigen Sacra-
- ment befinde; wie dann die blinden Juden das
hochwuͤrdige Sacrament viele Schre angefoch-
gen.baben..: |
5. Darum gnädige, ftrenge, vefte und für
fihtige Herren! bitte ich eure Gnad, Veſte
und Gunſt um GDftes willen, ihr wollet euc)
und eure Bundesvermwandfen und Unterthanen
z
durch diefe Fegerifche guttesläfterliche Lehre nicht
verfuͤhren laflen; ihr habt leider gefehen, was
dieſe Ketzerey für jämmerliche Srüchte in
Deutfchland gebracht hat, nemlich alle nei:
nigkeit, Unmillen, Lingehorfam, Motten, Auf:
ruhren, fand und Leut Verderben, Austilgung
alles Gottesdienſtes und aller Ehrbarkeit, nie
auch Stärkung alles Muthwillens und aller
Sund und kafter ꝛc. Sehet an der. Keger
° Anbeftändigfeit und Spaltung, wie in kurzer
Zeit fo viel Secten unter ihnen entftanden feyn, in Bäyern, am Tag
die Bildftürmer, die Wiedertäufer, die Not monis und Suda 1525.
tengeifter, die Berzmweifler, (melche fagen, Chri⸗
ſtus unfee lieber Herr habe am Greuze gesnvei-
felt und gefündiget,) die Höllencreuziger (mel-|
‚the fagen, Ehriftus habe auf Erden Eleine Din-
ge gelitten, in der Hölle haben ihn die Teufel
erſt recht gecreuziget,) und viele andere Secten !
Wie mancherley Meß haben fie aller Orten an-
gefangen, und zulegt machen fie am Nheine ein
gutes Mahl und ein Praſſen daraus; weiches
etzt zwar nurnoch in einigen Städten hoch⸗
deutſchen Landes gefchiefet: dann ich bin ver:
gangenen Sommer durch die Niederlande
in
Autheri Schriften ı7. Theil,
Jon der Deranlafjung und Sortgang des Streits vom h.Abendmabl, 190;
| gem Ernſi die Schrift durchfindele, als es Engelland fpajirer,
und bin durch) „mehr denn
n, aus denen nicht mehr
aren, und zwo aus den
5 inöffentlichen Yemtern
ih Eure Gnaden und
tes willen, ihr wollet alg
Leute, den wahren, alten,
| ſtlichen Glauben mannhaf⸗
handhaben, und die falſche, verfuͤhriſche,
d vertil⸗
Pfaf dienſtliches darzu
eweiſen kann ‚und mag, will id) das von Her⸗
zen und mit Böchftem Steiffe tun; abfonver-
lic) wenn Zwinglin oder Hausfchein untervere
ordnetem Kichter vor euch, meinen Herren ges
meiner Eidsgenoffenfihaft, difputiren, und ends
dich bey Erfenntniß derfelben bleiben mollten,
mie ich mich dann Das vergangene Jahr zwey⸗
mal erboten Babe, will ich ganz williglich auf
eure Ermaßnung, an Dre und End, wo ihr
‚mich Bin beſcheidet, erfcheinen, und die Difpus
‚tation aus Grund der heiligen Schrift vollftre-
den, in der guten Hoffnung, GOtt werde durch
feine Barmherzigkeit feiner Wahrheit und dem
Beiligen Glauben beyſtehen. Deffen wolle ſich
eure Gnad, Veſte und Gunſt gänzlich zu mir
verfeßen, Daß, wo ich euch in diefen Sachen
ee un dienftlihen Willen
erzeigen mag, ich folches ganz fleißig zu thun
bereit feye. GOtt der Almeria ak =
Gnad, Strenge, Veſte und Weisheit befoh⸗
len Haben und behüten. Datum zu Snaolftade
der Heiligen Apeftel Si.
Eurer Gnaden und Herrfihaften _
2 gehorfam twilliger
obann von Eck,
Doctor ꝛc.
70. Staͤdte gezoge
6. Darum bitte
en. Was ich armer
B, Wie die Straßburger Georg Chafes
lium, Prof. der Edräifchen Sprache,
zu Euthero geſchickt, daß er nicht wis
der Zwinglium und Decolampadium
fehreiden möchte, und mas diefer geant-
Eee eee wortet,
— ee — en ee
i PR | RESTE ER J x *
RES LER
ae - . \ 3 ? —
—
F
1906 Det Reformationsfehriften wo febnie, 107.
wortet, auch an andere von dem fich Eommt mir euer Brief vor! Wir gefrauen
ausbreitenden Sacramentftreit ge dergleichen von ung nicht zu fagen. Und
ſchrieben habe, woure SOte! daß ihr ohne uns herrſeheter.
vi ee Das duͤrfen wir uns wohl rühmen, daß wir
D. M.Luthers Antwort an die Straß | Ehriſtum zuerſt befannt gemacht, Sroinglius
burgifche Prediger, dem Georg Chafelio nebft aber bringet von uns aus, daß wir ihn ver⸗
leugnen. Irren koͤnnen wir: wie wenn
einer Inſtruction mitgegeben. Dos. am | :
Sonntag nach aller Heiligen, Jauch ihr irretet? Jedoch wird Chafelius ale
wer a en les fagen. Der HErr aber tyue, was gut
Ins Deutfehe überfegt von M. Aug. Tittel. iſt in feinen Augen, Amen! Wittenberg, den
en ıs2s.
Den ehrwürdigen Brüdern in Chriſto, Die- Sonntag nad) aller Deilig Mare, Luther.
nern des Wortes GOttes zu Straßburg, | art, Luther.
redlichen und gelehrten Leuten. UUnterricht (oder Befehl), ff D. M. Lutber
Da die itrige Lehre vom Sacrament des Altars, ſo George Ehafeln mitgegeben an die Evange⸗
erft Carlftad und hernach Zwinglins und Decolam: | lifien in Straßburg,
ee Se 1. ke
ten toidenleget Hatte, und viele Kirchen in Ober: Meldet ‚mein Chaſel, den Herren und |
Seufölane Sana Sch: anabmen, bat De Bridern was ihr gehsret und geft
| Sritenberg gelte, Sa er im Sanel vom beit hen habt: da fie felbft merken, daß die
— ee — —— um a ee werde, ſo ſol⸗
—— len fie es bei dieſer Warnung des Geiſtes
Aalen Diem rich und ermaßnet hie &rrapbun, dewenden laffen und fie in Ehren haben,
> 80 fie zreee,
98 ch man von NO) wiſſen fich angften und feufjen, daß fie des
ee A a Geiftes Warnung verfehmäher haben.
E nade und Friede in Chrifto! Ss kommt] =. Wir wuͤnſchen nichtsmehr als Friede,
der im HErrn liebe "Bruder Chafe- als welchen wir bisher ſowol gelehret, als, fo |
ſius wieder zu euch, werthefte Herren! Und viel an ung gervefen, gehalten, und mit als
mas ſollte ich viel bitten? Ich flehe zu Chri⸗ len Sorge darob getragen haben; mwiedenn |
fto, daß er Durch Chafelium euch fage in feis ihr Gewiſſen Zeuge ift, daß wir diefes Spiel
nem Geift, was wir euch wuͤnſchen. Die nicht zuerſt angefangen, fondern gesungen. |
Sache erfordert diefe Kürze und Fleine Wei⸗ geantwortet haben. Se |
le: Send Elug, liebwertheſte Hewwen: der| 3. Aber immer zu fchweigen ift nicht . |
Satan ift Fein Menſch noch Welt, ſondern rathſam, da fie (nemlich Zroinglius und |
der Gott und Fürft der Abelt. Daß De ‚Decalampadius,) mit ausgelaffenen Schrie
colampadii und Zwinglii Heiligkeit und ih⸗ ten die Gemuͤther irrig gemacht haben; 8 |
re Kirchen von euch gelobet werden, wen waͤre denn, daB wir das Amt des Worte |
follte das nicht lied feyn? Aber bet, wo und Die Seelforge aufgeben follten. Denn |
Zwinglius mit der Erbfünde hinaus wolle!|es iſt unerleidlich, daß fie reden, und wir
Was ihr aber Heiligkeit und Kirche nennet, ſchweigen und fie die Kirche verwirren und
verftehe ich nicht gnugſam: fü wunderlich unſer Anfehen herunter machen laſſen fole
rum ten·
1908 Von der Deranlaffungund Fortgang des Streits vom b. Abendmahl. 1909
fen: denn roenn fie für ihre Gewalt zu leh⸗ Sehuldigteit antreibt. Da fie aber auch
ren beſorgt find und derfelben nichts. abgehen Ihier zappeln und Ausflüchte ſuchen, fü ers
laſſen wollen, fo mögen fie denken, daß wir mahnen wir fie, daß fie ſich nun bey der
auch die unſre nicht hinmerfen füllen. jandern Warnung des Beiftes fürchten und
4 Der Schmahworte fih zu enthalten zuſehen, was ſie tuun. Denn die durch Er⸗
hat man für gut gefunden; aber wie Eann fahrung des Glaubens gewiß find, die fuchen
& man antworten oder widerfprechen, wenn und rathen nicht alſo. Denn der Geiftzite
man nicht verdammen fol, und das ers ter, oder fireitet nicht fo. |
dammen fir Schmähen geachtet wird? Iſt 7. Hernach haben wir nie gefagt, daß das
das nicht gefchimpft, wenn fie. die befcheide- |Fleifch und Blut Chriſti ein nichtig Din
nen Peute, fagen, daß wir Fleifchfreffer einen 'fey, (neutram rem,) oder die Seligkeit nicht
Eßgott, einen broͤdernen Gott ehren, und bringe, fündern mir haben sefaget: Das
uns in Schriften durchhecheln als Verleug⸗ Wort müfle geprediget werden, fo fey es ei⸗
ner der am Ereuz gefchehenen Erlöfung?ine wahrhafte Speife der Seelen. Hier
Bey ihnen ift lauter, Beicheidenheit, wir warnet fie der Geift das drittemal, daß fie
werden als grob geläftert. Und doch ha-ifich in acht nehmen, wenn fie dahin verfallen,
ben wir das bisher geduldet, da ſie Dach nicht daß ‚fie eine nothmendige Sache zu etwas
leiden Eonnen, wenn wir fagen, Daß fie ir⸗ unnuͤtzem und nichtigenmachen, und uns fol
ren. Soll man fie gar nur in allem loben? ches falſch auffteegfgen.
Das wollen wir Feinegivegesleiden.: 1 8. Kurz: Die Einen von beyden muͤſſen
5, Der Rath taugt nichts: Man ſolle Satans Diener feyn: entweder fie, oder wir.
die Gläubigen gan von allen Fragen uber ‘Darum bat hier Fein Nath oder Mittel
die Gegenwart des Leibes und Blutes abzie- ſtatt, es muß ein Theil von beyden heraus
hen, und nur im Wort und Glauben üben. |befennen, was er glaubet. Und darum bit⸗
Bey uns find Wort und Glaube nicht oh: Iten wir, weil fie fo gewiß find, daß fie vor
ne Sache, darauffie trauen, da die Wor⸗ dem Volk nicht leugnen, daß fie nicht mit
- te felbft diefen Rerftand mit fich faſſen, ob ſuns eins ſeyn. Das if die vierte War⸗
der Leib und das Blut da zugegen fey? Und nung des Beiftes, der nicht fü heuchelt.
man kann dag Volk nicht mehr. davon ab⸗ | Wenn fie aber ferner fo heucheln, fo iſt uns
ziehen, nachdem fie ſo viel Schriften aus⸗ fere Schuldigkeit, zu bekennen, daß wir uns
gehen laffen und gemein gemacht. Sie haͤt⸗ ter einander uneins feyn, weil die Geifter
en erſt ſchweigen follen. Nun verlangen |wider einander ſtreben. Denn wie ſtimmt
ſie das Stillſchweigen zu ſpat. Chriſtus und Belial? Den Frieden wollen
6. Was aber fürchten fie, wenn ſie durch wir gerne annehmen, wenn wir nur den
Erfahrung des Glaubens (damit fie fo .pra- | Frieden gegen GOtt, den uns Ehriftus er⸗
sfen,) gewiß find: wenn fie weder betrugen, Imorben , dabey nicht verlieren. uf
noch betrogen werden, wer find wir, daß] 9. Die Gründe taugen (auch) nichts,
wir ihnen wehren? Die fo gewiß find) Wir laffen Feine verbluhmte Rede gelten;
von demfelbigen Glauben, follen billig ber, die fie auch nicht beveifen. Und alfo bitte
vortreten und ung des Irrthums verdam-Jich, daß fie dieſer Warnung des Geiftes
men, daß fie den Gewiſſen und Seelen ‚Inachgeben, Es war. DIE zu bemeifen, ob
die voir verfuͤhret, rothen: Dazu fie ihre Das — Iſt in daſiger Stelle ſo viel beit |
% ea j NICH
als bedeutet? ie aber beweiſen nuc, dap| Schrift? GindLasnicht lauter Waffen
es an manchen Orten der Schrift fo viel
1910 Der Reformationsfchriften wider die Reformirten I. Abfehnitr. - 1917.
nug wäre zu fagens mir duͤnket der Ke
dern Drten blind feyn, ihnen nicht auch ders |
fo viel] Gedichte desEigendtnkels, als wenn esger |
heiſſe. Wer leugnet das? Sie mögen fich ee der Keich
(nemlich fd Gold oder Silber. ift,) ein 3
aleichen Irrthum und “Blindheit an diefem da doc) jener hart und dichte und nicht zu |
Ort wiederfahre. gieſſen ift, und wenn du ſchon Wein das |
aber fürchten, daß, da fie offenbarlich inan- ein Zei⸗
chen des fuͤr euch vergoffenen Bluteszufeyn,
10. Sie find allerdings blind in dem Det: zu ehuft, der Wein doch nur getrunten und |
der Sels war Ebriftus. Denn Paulus nichts gegoſſen wrnd. i
vedet da nicht vom leiblichen Cirdifchen)| *) Es ſteht zwar nimium, ſoll aberiwolivinum |
Fels, fondern vom geiftlihen. Denn fü ſeyn. a
ftehet: Sie trunken aber vom geiftlichen] 13. Wie viel beffer Eonnten im A. I.die |
Fels, der mit folgete. Der Sels aber | Weinopffer (in Trankopffern) ein‘Bilddes |
war Chriſtus. War denn Ehriftus nicht | vergoffenen Blutes feyn, denn fie wurden |
diefer, d.i. der geiftliche Fels? Wo fol bier | bingegofien? Aber das mag nichts feyn. Die |
war fü viel heiffen als, bedeutete? Iſt das Summa iſt: Wenn gleich zu beweifenftume |
alſo nicht offenbarlich gefehlet? de, daß das Iſt andermweit fo vielbieffe als, |
22 Alſo auch: Das Oſterlamm ift| bedeutet: fo kann man doch nicht beweiſen,
der Uebergang dessEren; das iſt ein lau⸗ daß es hier fo viel heiffe; chne Grund und |
terer Fehler. Denn rvo ftehet das in der Schrift aber den Worten Gewalt anzu⸗
Schrift? Moſes ſpricht nur: ihr ſollts in |thun, iſt eine Schaͤndung des Heiligen (oder
Eil eſſen, denn es iſt der Durch⸗ (oder | Kirchenraub). — BAUER
- Ueber») gang des HSErrn, d. i. ihr follt| 14. Darum bitten wir die Bruder, um |
das alles darum thun, weil der Tag das Chrifti willen und alles, was uns in Chr |
Paſcha nder Hebersang des Herrn ift. Als ſto lieb ft, daß fie fih von dem Irrthum,
wenn ich fpräche: Iß Gebratens, denn — um ſo vielerley Urſachen willen von dem
Sonntag. Es wird alſo auf die Zeit oder Geiſt entfremdet und gar auf keinem rechten
den Tag gezogen, nicht aufs Oſterlamm. Grunde beveſtiget iſt, huͤten, und aufhoͤren
Und weiter iſt aus demſelben Ort nichts her⸗ die Seelen zu verfuͤhren: denn es iſt hier die
auszubringen. aͤuſſerſte Seelengefahr · J—
ı2. Alſo auch hier: Dieſer Becher iſt das/ 15. Wenn ſie aber nach ſolcher Zurede
N. Teſtament, moͤchte gelten, wenn dort nicht aufhoͤren tollen noch koͤnnen, fo mufe |
eine Abbrechung oder Abkürzung (apocope) |fen wir das der Alrianifchen Zeiten Grimm |
tatt hatte; nun aber heißt es alfo: Diefer | vergleichen, und fo langeals der Zum GO |
Becher ift das N. Teftament in meinen |tes unfern Undankftraft, arbeiten, biserfih
Blut. Der Becher (Kelch) iſt an fich |unfererbarme. Sie werden wol viel Scha⸗
nichts, aber durch mein Bluͤt wird er ein den thun, aber Doch nicht ſiegen.
Teftament, weil Blut ohne Becher nicht) 16. Daß Zwinglius, oderfie ſich an mes |
hat gereicht werden koͤnnen. Und was foll | nem Wort ärgern, da ich geſagt: Es muß
das vor ein Zeichen (hy mbolum) feyn, daß recht ſeyn, was ich ſchreibe; thut mir leid.
der Kelch ein Teſtament, oder Wein Blut Denn es zeiget an, daß fie ein boͤs Hey u |
bedeute ? Bo ſteht dergleichen in der mir ragen, Warum aber pralen fie je |
e 6777— *
7 + 1% Ad — ya
Von der Veranlaffung
mit der’ Erfahrung ihres Olaubens ? Iſt Antwort aufein andermal erſparen, mein
das nicht ein hochteabend Wort, wennman lieber Spalatine. Unſer Eberhard wird,
das Fleiſch anfichet? aber. doch einfehr heil-| wo GOtt will, auf Martini Tag ungefüums
;; fomes Wort, wenn e8 wahr iſt; weil Pe⸗zu euch abgehen und Briefe mitbringen; obs
trus es haben will, ‘daß wir ſo reden, als | wol, wenn ihr, ihn feines Wunſches zu_ge«
die gewiß find, daß wir GOttes Wort re⸗ wahren, eure Hochzeit befürdertet, es geſche⸗
den. Won welcher Gewißheit von fie et⸗ hen kann, daß wir zugleich nebit ihm auf ei⸗
was hatten, wuͤrden fie nicht meine Ge⸗ nerley Koſten, Weg, Zeit, Wagen, mit
wißheit und Freudigkeit ſo verdammen. | Vergnügen reifen, und mundlich alles erzeh⸗
+ Mas ift ihre Erfahrung des Ölaubens und len und vernehmen wuͤrden. Indeſſen will
das Zeugniß des Geiſtes, wenn wir fol ich zufehen, daß ich binnen 15. Tagen meine
ches von uns ruͤhmen, abervon andern nicht | Schrift vom freyen Willen zu Ende. brins
ruůhmen hoͤren koͤnnen? Uber die Sache ſelbſt gen möge, vor deren Beſchluß ich mich nicht
wuird ein mehrers geben, wenn wir ſie han⸗ werde auf den Weg machen koͤnnen Ges
deln werden. Wir find gewiß, Daß fie habt euch wohl, und betet für mich. Die
irren; fie mögen fehen , wie gewiß fie feyn, | Straßburgiſchen Prediger haben einen Bo⸗
daß fie nicht irren. Gebe GOtt! daß ſie ten mit vielen Briefen an mich gefchickt und
wahrhaftig nicht irren, d. i. Buffe thun! um Bereinigung in der Lehre vom Abends
. Amen. ad: er mahl gebeten. RoneinerZwinglifchen wer⸗
Das übrige, mein Chafel, werdet ihr det ihr bald etwas hören und ſehen. Am
muͤndlich ſagen. Denn ihr ſehet, daß wir dritten Tag nad) Simonis und Judaͤ (3,
nicht ein oder zwey Geſchaͤfte auf uns haben. Octobr.) 1525; J
Aunno 1525. * Martin Luther.
Martin Luther.
ee |
D. M. Luthers Schreiben an Spaleti,
num, darinnen er ihm unter andern von dem
Anſuchen dee Straßburger Nachricht erthei-
let. Dat. den 31. Öctobr, Ans
. no 1525.
—V Verdeutſcht.
Seinem lieben Bruder in Chriſto, Georg
Spalatino, Dienern GOttes zu Alten⸗
bug · a
Er erinnert Spalatinum, daß er feine Hochzeit füllte
Befchleunigen; verfpricht, er toolle darauf auch ge:
genmwärtig ſeyn und unterdeffen fein Buch vom freys
D, Mart. Luthers Ermahnungsſchrei⸗
ben an die Chriſten zu Reutlingen, ſich vor
dem ſacramentiriſchen Irrthum zu huͤten und
bey der reinen Lehre vom heiligen Abends
mabl veft zu bebarren. M. Januar:
Anno 1526..
| Terre. ra
Se und Friede-in EHrifto,, unferm
Herrn und Heilande! Es hadenung,
lieben Freunde in Chrifto, eure zu uns ge⸗
fandte en — De
| de bringen: ' ° lichen Botfehaft, ſo fie ung bracht haben,
Ehen ih en wie daß der barmherzige GOtt euch gnaͤdi⸗
1, vom Apendmabl erfucht.\ =... © |glich begabet hat mit rechtſchaffenen Predis
KB? und Friede in CHriſto. Weil gern und Seelforgern, durch welche er euch
der Bote fehr eilet, kann ich auf alle) hat geführet, und noch täglich führet aus den
Fragen nicht antworten, fondern muß die un Finfterniffen, und wie St. U:
—J | ee eee 3 | a8
——6 7 * * Fe * a. x a u, a ee ’a
R * —* — * * —
1914 Der Reformationsſchriften wider die Reformirten 1. Abſchnitt
fagt rEpiſt. 1. aus unſerer Vorfahren und EI angelio die Schande auf, daß jest dem Ev⸗
tern Sasungenund Weiſen, infeine Wahr⸗ angelio wird Schuld gegeben alle das Ue⸗
heit und wunderbares Licht, zu erkennen feis bel, fo Durch und über den Bauen ergans |
nen Sohnund unſern HErrn IEſum Chri⸗ gen if. Und muͤſſen nun viel Unfehuldige |
ſtum , welcher ung nicht durch unfer Werk \ihe Blut drüber vergieffen." Das tvollte er |
oder Macht, mie wir bisher gelehrt und ges |haben, das fuchte er. Alſo leidet nun das |
glaubt, fondern durch fein eigen Blue hat Evangelium beyde, Trübfal und Schmad), |
don Sünden und Tod erloͤſet und zum Le |aufs allerhöchfte, durch folche Lift.des Teus |
benund zur Geligkeit bracht, nach dem ewi⸗ |fels zugericht; den Lohn muß esnehmenfür |
gen Rath GOttes, unfers Vaters, dem es|alle die Gnade, die es ung bracht hat. |
alfo von Ewigkeit gefallen hat, ung zudiefer) 4. Und wenn mans vecht bekennen und
Zeit feine Barmherzigkeit, ohne unfer Ver⸗ [fagen will, fo haben die Herren nicht die |
dienft, Thun oder Gedenken, lauter aus Bauern gefthlagen, tie fie ſich ruͤhmen;
Gnaden, den Unwuͤrdigen und viel anders|fondern wo fie nicht zuvor durchs Evange⸗
Verdienten fo veichlich zu ſchenken; dem fey lium wären vor GOTT gefchlagen gem |
Lob und Dank, Ehre und Preis in Ewig- Ifen, Fürften und Herren hätten fie woluns |
keit, Amen, 4 gedaͤmpft und ungeſchlagen gelaſſen St Pau⸗
2. Wir bitten auch von Herzen denfelbis ſus ſpricht Rom. 13: Wer GOttes Ord⸗
gen unfern Vater, daß er euch ſamt uns in nung widerſtrebet, der wird Strafeems |
.folcher angefangenen Erkenntniß, Gnaden pfaben. Diefer Spruch fehlug fie; der |
und Lichte, wollte gnaͤdiglich erhalten, ſtaͤr⸗ thats gar und alles, ehe denn Feine Uaffen |
Een und mehren, auch wider alle lifkige Anz | und Wehre da war. Noch muß das Ey
griffe der teufelifchen Bosheit, in veinem ‚|angelium hören: Es fey sefchlagen, , und ha⸗
aufrichtigen, bejtandigen Sinn und Ver⸗ be ſolch Level angerichtet und verdienet. Wol⸗
ftande, beichugen und beſchirmen; wie uns an, Die Lafterung bat er mit der Weiſe zu⸗
das hoch vonnüthen if. Denn euch ift oh⸗ wege bracht, und ihm its gelungeny. aber
ne Zweifel wohl bewußt, tie fich unfer Feind, |es foll und wird ihm Doc) nicht helfen, ob |
der Teufel, um ung gelegt hat, mütet und GOtt will, esfollfeine Schalfheit roiederzu |
bruͤllet mie ein zorniger Loͤwe, und ſucht, wie Schanden, unddas Evangelium wieder. zu
er uns verfehlinge, ı Petr. 5. und bat fürs] Ehren werden. Me
wahr in dieſem Jahr fich beweilet, was vor) s. Das andere Stück feiner Bosheit iſt
ein mächtiger Herr er fen in der Welt, daß er uns mit Seeten, Notten, Ketzerey⸗
wo ihm GoOtt verhinge; und das in zweyen en und falfchen Geiſtern angzeift, ſonderlich
Stuͤcken in | . „Jin den heiligen Sacramenten, der Taufe
3. Erftfich, mit Gewalt, daß er Kaͤhſer, und des Altars. Damithaterauch gewa
Fuͤrſten und Herren wider ung treiber, und tiglich eingeriffen, und thut mehr W
durch das Stuͤck, denn durchs erfte: dab
äufegt auch den armen Poͤbel zur Aufruhr
erweckt hat. unter dem Namen des Evange⸗ uns wahrlich wohl zu wachen und aufzuſehen
fi. Da fehet feine teufefifcheundübermenfeh-| iſt. Denn er fehläft nochrubernicht. Nun
liche Schalkheit, da er durch Pabft und Kayz| wir haben erfeber, daß der Geiſt, deresgum
fer feine Gewalt nicht mochte gnugfam üben, | erften Anfang, zuftohlen und zuflogen iſt, daß |
richtet er den Unglimpf an und thut dem Ev⸗ niemand weiß, too er blieben iſt. ae |
ala A ie
5% * Der Be Streits vom b. Abendmahl. 1917
die folgen demfelbigen aber nach; die follen |fo uneins iſt? fo doch ein jeglicher Kopf die⸗
auch nicht lange bleiben, wie der. 1. Pſalm |fer dreyer theuer ſchwoͤret, er habe recht, und
4 ſagt: Die Sotuoſen bleiben nicht im Bes | verdammte den andern, und will lrecht haben.
richt, fondern fie suftieben wie, Staub Solche Stücklein heiffe ich nicht einen. ſub⸗
vom Winde. tilen, ſondern groben greiflichen Teufelʒ
6. Ich meyne die, ſo uns jetzt aaa denn. auch GOtt uns zu gut, fie läßt ſich un⸗
ten: Es fen im CS acrament des Altars ſchlecht ter N! beiſſen, freſen und verzeh⸗
und eitel Brod und Wein, aber nicht der r
wahrhaftige Leib und Blut Chriſti. Und felbft — werde, und ung nicht verfihe
bie fehe man und greife doch den groben TeusIre. Denn wir wiffen, daß der Heilige Geift
fel, wie unvorſichtig er handelt, durch GOt⸗ jein GOtt der Einigkeitift, und einerley Sinn,
tes Gewalt gehindert. Dieſe Secte hat a und Lehre gibt. Derhalben dieſe
ſchon drey Koͤpffe. Denn darinne kommen Secte ſchon ihre Urtheil hat, daß fie nicht
fie überein, daß im Sacrament ſchlecht vom Heiligen Geiſte, ſondern vom Teufel
Brod und Kein fen; aber warum und aus! herkoͤmmt.
was Grunde das ſo ſeyn muͤſſe, ſind ſie gar] 1. Aber mit der Zeit fol und wird au
uneins. alle ihr Grund verleget werden. Das ſchrei⸗
7. Der erſte Geiſt und Kopf gab diefen| be ich allein Darum, daß eure Liebe indeß
Grund, daß das Tuto füllte auf den ſitzen⸗ wollte veft bleiben, und, fich nicht keh⸗
den Chriftum, und nicht aufs Brod deuten ;|ven an ihr unnüge Geſchwaͤtz und Ruͤhmen,
wie ihr wiſſet, daß D. Carlſtad hielt, und 2 gelehrt fie find und wie viel Geift ſie ha⸗
ich auch dawider gefehrieben habe, ben. Waͤre der Pabſt noch inder Mache
8. Diefen Grund verwirft der andre Geiſt und Furcht, da er zuvor innen war, es ſoll⸗
und Kopf ‚ gibt aber einen andern, nemlic),| ten ſolche Buchfhreiber und Geiftrühmer ſo
das Woͤrtlein EST, oder Iſt, follte Sigai-\ ftille feyn als die Mäuslein. Uber nun fie
feat , oder deuten Beiffen: tie der Zwing⸗
lius und Decolampadius gaufeln, und die) legen fich wider uns, durch welche ftefolchen
Sdhrift und Spruͤche naͤrren und martern, Raum haben, und wollen auch Ehre einle⸗
daoß Sunde und Schande if. gen, und die Oberften und Beften feyn.
| 9. Aber diefen Grund vermirft der dritte Wiewol fie immer im Mundeund in der Fes
jeift und Ropf, und will weder Tuto noch der führen, GOttes Ehre, GOttes Ehre,
Significar haben, fondern die Workte ums! GOttes Ehre fuchen wir; aber das Weri
kehren, und alfe machen: Mein Leib ift| und die Frucht weiſt es mol anders.
für euch- gegeben, das ift, vernebmerei-| 12, Darum bitte ich, meine Allerliebſten,
ne geiftliche Speife. Wie etliche um euch wollet einfältiglich und ſchlecht aufden Wor⸗
‚ follen vorgeben, und noch bas wird an Tag ten Ehrifti bleiben, Darinnen er uns im Sa⸗
kommen. crament ſeinen Leib und Dur gibt, und
10. Giehe, fo windet und ringet ſich der ſpricht: Nehmet hin und eſſet, das iſt
fleiſchliche Sinn, und ſucht, wie er unter mein Leib, der fuͤr euch gegeben wird etc.
GOttes Wort nicht muͤſſe bleiben. Aber; Siemögen fehreiben und gloßiren. Der Text
was mag das für ein Geift ſeyn, Der in ei⸗ liegt da, die Worte find klar und offenbar 5;
ie er fo ungewiß, und unker ich ſelbſt fie werden noch lange nicht mit ——
| run⸗
Raum uͤberkommen, fahen fie kecklich ag
—
1918 a
rem Sinn. Sch He a: — |
ober da fie 28 nic £ [4 er wo ten mat en N Sum Fri FE PORN nr > — * J — J
ee NE LE EEN: nade UND 7 riede im HErrn! Da ich ei⸗ J
Haren ſie billig daheime blieben. So D. 6 nen Boten angetroffen detjucnch dinge, |
a .. x A S
Reformirten 1.Abfchniet,
Bi Der Reformationsfchriften wider di
Grunde etwas andersdraus machen nach ih⸗ ner beſche | Gedantı
|. fein freundlich Schreiben an fie, und. er aeniefle
duch Gottes Gnade die "lee Se Ylr
Carlſtads, deserften Geiftes, Grunde nicht ein Michael, habe ich diefes Begrüffungs»
gelten/ die mehr Scheins hatten denn dieſe, ſchreiben an euch abgehen laſſen wollen, ob |
‚fo werden diefe viel weniger gelten; das follt ich gleich fonft nichts zu-fehreiben gehabt,
be, ob GOtt will, auch mitder Zeit erfah⸗ ‚Gegen die Sacramentfchwärmer bin ich
willens zu fehreiben, wenn mir GOtt ſo viel
"13. Soldjes will ich eurer Liebe zur Ders Sie nipr, Auf Erasmi feinen Haufen (acer-
ahnung und Warnung gefthrieben haben. oum ) warte ich.
Nicht, daß ihes fonderlich bedürft; fondern | yo Meichstage weiß ich nochnichts als.
daß ihr fehet, wie wir mit euch in CHriſto daß die Bifchöffe da gerne ihre vorige Herrs
gleich und eines Sinnes find wider folche | nnapr mieder ancichten wollen. .Unfte Stadt
Schmwärmergeifter und Motten. Denn der hat der Fuͤrſt tapfferbeveftiget..
ech ohne uns hat beruffen in feinem Sicht ‚| Mich hat Gott nad) feiner aroffen Güte |
kann euch auch wol ohne unsbehüten. Doch mit einem Eleinen gefunden undfrifchien Hang
follen die Glieder eines für das andere ſorgen, Suthergengefegnet. Cs grüffereuch Die Räs
und eines ſich des andern freuen oder betruͤ⸗ Os ee paar |
BR —— alles in Chriſtlicher Lie⸗ ne il a IF. |
. be und Treue vor GOtt alfo zu gut anneh⸗ 0 freundlich zugefehrieben.. Sie befindet |
be und T ſich GOtt Lob, wohl, und iſt mie in allem |
men, und uns helfen bitten, dab GOtt ſein gehorfam und gefigfamer, als ich je geglaubt
Yeilfames Wort wolle in ung allen mehren, [ige GHEr fen Dank! So daß ich mich |
/ RR ‚ ; ft ) 6 } s ; 4 > ©
Mi nn — ns reicher ſchaͤte als. Croeſum mitfeinen Schaͤ⸗
ren feiner reichen r # gen. Gruͤſſet den Heren und deine Herren
men. GoOttes Gnade ſey mit euch, 2imen. meinetivegen, und gehabt euch wohl. Wite |
Kaffe euch Er Matthes Aber, und feine temberd Den fi Aus, ten aA
Mitarbeiter, als eure treue Hirten an euren u ee |
Gesten, herzlich befohlen ſeyn. Zu Wit: | 4 a M. Luther. |
temberg, Donnerſtags nach dem Neuen — J — |
‚ Sgahrstage, Anno 1526. 12 RR Te |
Jahrs Euer Diener D. WM. Luthers Schreiben an Nicolaum N
| Wertinus Luther. Sausmann,d.d.13: Sept.is26.
STIER Ir Ins Deutfihe Überfegt von MT. Aug. Titel.
N
D. Wortin Luthers Schreiben an Mi⸗ Er meldee, dafı der ganzen Welt der Untergang ob: |
— 2 ſchwebe, wegen Verachtung des Worts, unddaß
chael Stiefeln , 0. d. II, Aug. 1526. es aus vielen Zeichen zu fchlieffen. Er habe wider
Ins Deutſche uͤberſetzt von M. Auguſt Tittel Oecolampadium eine Schrift vr..
F a e ER; yarı
&r meldet, ex wolle wider die Sacrament wärmer | Kr nade und Friede! O wollte nur GL
fhreiben: er warte auf Erasmi Scheltichrift: die dab ( wir) Gnade und Friedein Ehrifto |
Biſchoͤffe fuchten auf dem Meichstage twieder zu ih: | ,c : N oz ; in m
* er Hereichaft. zu Fommen: die Stadt — Haͤtten Denn ich halte nicht, mein wer⸗
_ würde vom Fürften beveſtiget · GOtt Habe ihm eis theſter Nicolae, daß wir ſonſt einander Nam
RR, | ; ———
‚nen Sohn beſcheret fein Weh bebanke Ti für |
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hr Fr} gr I, dien ® e; ?
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120 Yon der Veranlaffung und Sortgang des Streits vom h. Abendmahl. 1921.
thig haben neue Dinge zu fehreiben. Sie ſo viel von denfelben Secten und Schwaͤr⸗
Eommen von fich ſelbſt alzuhaͤufig geflogen. |mereyen verdorben werden. Wenn ich nicht
Chriſtus hat angefangen Eckel zu haben an wüßte, Daß es GOttes Zorn wäre, und die
der Welt Lauf, darum ubergibt er fie dem | Erfahrung felbft vor Augen fähe, fo hätte
Satan, der ſolche unausiprechliche Verach⸗ nimmermehr glauben Fünnen, daß fo viel
tung des Worts der Gnaden an ihnen ra |und groffe Männer durch fo fehlechte und
che, indem hier die Kegereyen toben, Dort |nichtige Grunde, durch fo Fäppifche und Eins
aber die Waffen der Feinde und groffer Kor |difche Urfachen ſich zu diefer gottlofen und
nige elende Fälle. Kurz, die Welt geht zu |neftilenzialifchen Kezerey verleiten laſſen
grunde, und laßt durch ein groß Zeichen fer möchten. Was ift doch das vor ein wichti⸗
ben, daß der Juͤngſte Tag vor der Thuͤr ger Grund: Cheiftus iſt zur Nechten des
Eli: 7 4 j - 1Daters, darum ift er nicht im Sacramen⸗
- ch bin von Decolampadio ausgefordert te? das Fleifih nüget nichts, darum iſt der
worden, Darum mache ich mich zu einem Leib Chriſti nicht da? Und doch find dns
- Schreiben fertig, wenn ich Zeit hatte. Solihre wichtisften Dinge,
wird der Menfch, wenn er bald hinaus ift| Esiftein rechter Wahnwitz, durch ſol⸗
(mit etwas), wieder anfangen. Ich besiche Poſſen von den fehlechten und Elaren
daure eg von Herzen, Daß ein folcher Mann, | Morten Chriſti: das ift mein Leib, fich
wie Decolampadius,- von folchen kahlen und \abführen zu laffen. Ich habe vor, wider
nichtigen Örunden in jener goftlofen Secte | fie zu fehreiben, wenn Chriſtus Zeit verleis
gefangen worden. GOtt erbarme fich ſein! het. Es mag das Schreiben gebracht has
Ihr Mann GOttes, ſeyd tapffer und betet ben, wer da will, ich frage nichts darnach,
fir uns, Mein Luthergen befinderfich wohl ſo fehe ich, daß er ein Menſch fen. *) Saget
mit der Mutter, die euch ſchoͤn gruͤſſet. Ger |eurer Frauen, daß das erſte Confect, das
habt euch wohl in Chriſto und gruͤſſet die Unz |fie zuerft geſchickt, ankommen, aber wol ſpat.
fern. Den 13. Septembr 1526. Den ar. Detobr, 1526. |
Martin Luther, D. Mare, Luther.
5%) nihil moror, experior hominem,. Es fans
VII. aauch andren VBerftand haben: ich verfuche oder
* an } | j will verfuchen den Menfhen; am beſten aber
D, Martin Luthers Schreiben an Wir] wol: ich will ihn nicht aufhalten : ich warte
chhael Stifel, d. d. 25. Öctobr. 1526, auf ihn: opperior muß aber da geleſen werde
Won M. Aug. Tittel ins Deutſche uͤberſetzt. fuͤr experior. = Be
——— n — — —
Er wuͤnſchet Stifeln Gluͤck zu feiner Beftaͤndigkeit a
in dem reinen Glauben und Lehre, und bedanıa D. Martin Luthers Schreiben eu is
| a — ar Dlindheit wegen Ein- col. Hausmann, d. d. 30% Au 1526.
— e in der Sacramentirerey, wider wel . Tittel verdeutſcht.
sche er zu fchreiben Willens fey, jo Bald er Zeit abe. ‚Bon M Re ARS-SUASLDERAERNNE ie
6 Fri le inge vom König von Frankreich,
% ode eh Bali Euer Schreiben iſt ne —— Sram |
b ir ſehr lieb geweſen, mein Michael, fhrwärmeren, und daß er ſo laß und träge ſey, wenn
' fünderfich weil man daraus ſiehet, Daß ihr] er ettoas arbeiten wolle. Be
fg beftandig und rein in eurem Ölauben feyd,| Etnade und Friede im HERAN! Die
der jetziger Zeit etwas feltfames ift, darinnen & Frau Stephanußin, ‚Die mir euren
Lutheri Schriften 17. Theil, Sl > Brief
\
1992 Der Reformationsfchriften wider die Reformirten T.Abfehniet, 123 -|
Brief gebracht, reiſet wieder zurück und ihr wiſſen werdet, ftets überhäuft bin. Denn, |
nimmt den. meinigen. mit. Wiewol ich |es Ift Feine geringe Arbeit, mit jungen Leuten
nichts fonft- zu fehreiben. habe, als: Gnade in der Schulen zu thun zu Haben, bie man zur |
und Heil! Denn alles, was jet fünrecklis Wetzben un erebfenteit anmeifen. foll,
Gi yulnetzker 14 | inter welchen ich nicht weiß, toelchesdasfchmeres - |
al —— Sonnen geſchie/ Iite fey, beydes aber gewiß groffe md ſchwere
eb» IDELDER I La . Mühe erfordert. Und was hat nicht das von,
N ‚Der Konig von Franckreich bewirbt ſich GOtt vertrauete Amt des Evangelii auf ſich⸗
durch Geſandten um das Koͤnigreich Boͤh. Könnte id) nicht auch um deßwillen leicht Ente ·
men. Daß der Pabft gefangen worden ſchuldigung meines Stillfchreigens finden, fone |
fey, wird für ganz gewiß gefaget. Die derlich zu Diefer Zeit, bey biefem fermen, bey |
fneramenefehrwärmerifche Wert nimmt ge, dieſer Treufofigkeit der Seute. „2 ——
waltig ıberhand, und breitet ſich inmer Sp eo aber doch nichefcheine, als ob ih
mehr aus. Bietet doch für mich, der ich fo Sch En —— —
Taf und Faltfinnig bin. Denn ich wein Des Bil Abenbmabls beräftien, ober Das
nicht, ‚as dor ein Verdruß ımd Grauen mir befohlne Amt, das Evangelium zu lehren
- mid) anficht ,. oder was vor ein Teufel in|und zu vertheidigen, hinlegen wolle: : fo habe
mir fist, daß ich nicht mehr thue, als ich ich, was ich bey Tage nicht gekonnt, des Nachts
thue: und weiß nicht, ob unfer Undank, oder ou hun verfuchet, Daß ich euch doch einiger⸗
fon eine andere Sünde Schuld daran fey. — an —
Wiewol die ſchreckliche Verachtung des a an u ON
Worts Beh warb wäre, daß ung noc) ein a agent
ärgerer Irrthum zugefchicft würde. Und| 3. Sch mi Kiemi er
ich Bin nur ein allzuwahrhafter Prophet ges — N Harfe Einkehr —
weſen der ich ſolches vorausgeſagt habe. Gott habt, davon hier die Rede und der Streit
Die Gnade GOttes ſey mit euch! Es gruͤſ⸗ iſt; ſondern nur meinen guten Willen an Tag
ſet euch meine Kaͤthe ſehr höflich. Den an, |[egen, meinem Amt Genuͤge thun und mein.
dern Tag nach Simons ıs2e. Verfprechen gegen euch halten.
ee iart.Sutber 5 4 Es gefiel mir im Anfange faſt, was Earl«
re ftad, fo ein groffer Mann, angegeben, und
I dur) —— — Gluͤck,
eils unter mehrerm Schein in die Kirche ein ·
geſchlichen war; und ich ward ſchon einiger⸗
ll, fie — * So viel!
| / J— | ermochte anfangs die Heucheley; ob mid,
a N DE wol der Gelft und eine hell. Scheu vor den. |
Theobald Billicani Brief an Urbanum orten des HEren, zurüc hielt, — ließ ſich
Rhegium, von den Worten des Abendmabls, |y; Rſui En: ee
und den verfcbiedenen: Afeynungen vieles aud) aus Dem Paͤbſtlichen Canon muthe |
ee na © Imaffen, babucch ich zu über Mepnung fätse
Ins Deutfihe überfest von M. Aug Titrel, gebracht werden Fönnen; weil foldher den Kite,
a En RN chen gemein gemefen und er als der ſchon zu
C. Bon Theobaldi Billicani Briefwech⸗
ſel mit Urbano Rhegio, über die Wor:
‚te der Einfegung des Abendmahls.
ne | Gregoriiht. Zeiten feinen Anfang gehabt, und
II ic, mein lieber -Regl, auf euren vork |darinnen von nichts als vom — Dep Soc
8 gen "Brief noch nicht‘ geanfröörtet, daran des und Weines ſtuͤnde. Es hatte aud) die
find meine Geſchaͤſte Urfache, damit ich (wie menſchliche Vernunft ipre Siedungen, LEN
De
J 4" OR y Be
1924. Don der Deranlaffung und. Sortgang dee Streits vom 5, Abendmahl. : 1925.
Gruͤnde, dadurch, wie bey Schwachen zu ger 6. Zuförderft Fonnte, ich leicht ſehen, daß fie
ſchehen pfleget, der. gewiſſeſte Verſtand der im Hauptwerk einig wären, deffen fie fi) au -
Schrift ER umgeftoffen werben Eann ; wie ruͤhmen: obwol, wenn man dle Gründe der
auch die Paͤbſtler alles umgeftoffen haben , die | Parteyen zufammen anfiehee, es viel anders -
nicht von der Schrift, was der HERR haben |ift: Daß nemlicy nichts als Brod und Wein
will, gelerner, fondern in die Schrift ihren |im Abendmahl fey: Daß, wie das Fleiſch und
Willen Hineingebraht haben; und wie jetzt Blur des HErrn im Abendmahl nicht fo nuͤtze
auch von vielen gefchießet. Da aber Tertul»|fey, als fie am Creutz und in dem Erlöfungs-
liani Sprud) herauskommen, mwider den Mar⸗ werke gemwefen (denn das meynen fie damit):
- cionem Ponticum, einer der allerälteften Seri-| fo komme auch Chriſtus nicht herab, der zur
benten, unter denen, die man jeßo lieſet, und | Rechten des Waters iſt, Daß er ſich in eineg je
ber. alles gar wohl ausfüßrer: fo Babe die Sa- den Bauch, ‘der ihn nimmt, hinunter laſſe, da
* che ein wenig genauer mit allen Stellen und.| Chriftus felbft durd) das Gedaͤchtniß feines Lei⸗
- Gründen überleget, nieder vorgenommen und |dens angezeiget, daß er beym Abendmahl nicht
‚gleichfam von neuem durchfehen, ob ich endlic) | zugegen wäre. Hernach fey aud) fo ein neues
einmal mein Geriffen dadurd) frey und ſicher Mirafel: das Brod ift der Leib, und der
ſtellen möchte. Aber was fraget ihr? Ich Wein ift das Blur, nie von den Juͤngern
komme immer tiefer drein, und je mehr ich mir | durch Fragen vorgelegt, oder vom HErrn er=
heraushelfen will, deſtoweniger vermag ichs, klaͤret worden, fo fie doch gewiß nicht verſchwie⸗
‚und fehe, Daß es ein unfruchtbarer Fahler Bo» | gen oder bey fich behalten Haben würden ; dar⸗
den, Da ich vergeblic, die Koften und Mühe | aus wohl zu fehen, Daß weder der Leib nod) das
. anmende, und Da, der ihn bauen will, ſich Blut im Abendmahl anders zugegen fey, als
‚wenig Einfommen verfprechen kann. Ich will geiſtlich; wie auch die Waldenfifchen Brüder
euc) alfo in dieſer uneinigen Einftimmung der ſchon vormals geglaubet; und Fönne es alfo
Worte des HErrn meine Meynung fagen, und
zum voraus melden, daß ich bey Diefem Streit
vor allem dahin fehen wolle, bey den Wor-
ten des Nachtmahls felber zu bleiben, deren
- Zufammenfügung, Umſtaͤnde, Natur und
Kraft ic), fo viel meine Wenigkeit vermag, er⸗
orten will, Es foll mid) weder das VI. Cap.
St. Johannis, nod) was man fonft vor Stel:
len, Gründe oder Muthmaſſungen zufammen
Tiefer, bewegen. "Wenn id) aber erft durch Die
Wortedes Abendmahls befräftiget worden, als»
| denn will id) nad) meinem Recht entweder ver;
|
werſen oder annehmen, was diefe vorbringen,
wie es nord thut.
5 Denn das halte ich gewiß, und werden die
es ſelbſt nicht leugnen/ die andrer Meynung
nicht anders ſeyn, daß wir uns vergeblich ent⸗
ſchuldigen und vertheldigen koͤnnten. Man
koͤnne auch allen Nutz des Abendmahls, ſo da
beſtehe in der Gemeinſchaft aller Glaͤubigen in
einem Geiſt und Leibe Chriſti und Gedaͤchtniß
des Leidens, dadurch er uns durch das Vergnuͤ⸗
gen uͤber die Erloͤſung und Freyheit, und durch
die Suͤßigkeit der Liebe bey unſerer Pflicht er⸗
halte, weil er uns ohne unſer Verdienſt, durch
das am Creutz vergoſſene Blut, und durch den
am Stamme des Creutzes hingegebenen Leib,
in das Reich vor GOtt und dem Vater verſe⸗
tzet, ohne die Gegenwart des Leibes und Blu⸗
te8 ganz wohl und ohne die geringſte Hinderniß
genieſſen.
7. 2) Da man aber zu des HErrn Worten
kommen, und das Gemuͤth der Menſchen, was
es einmal fich vorgefteller, (oder eingefogen, )
‚mie des Herren Worten, Die im heiligen Abende,
mahl find, wider die Pforten der Höllen beves,
fligen wollte, "Bat es fich in 16 viel Meynvngen
zerſtreuet als Köpffe find. Denn da ift a) einer
‚unter ihnen, der diefe Wortes das fl: mein
Sif fff 2 Leib,
‚find, daß der rechte Verſtand und Kraft des
Nachtmahls ohne Sweifel in den Worten def-
ſelben Abendmahls ſelbſt recht eigentlich und
wahrhaftig liege. Vorher aber will ich erſt ſa⸗
gen, auf was vor einem Wege jene dahin kom⸗
miem daß ſie des HErrn Worte auf fo manche
Bar iporten. und dehe.
1926
Leib, von den vorigen, durch eine veraͤnderte
Anzeige, geriſſen, weil ihn die Worte nöthig-
ten: das für euch gegeben, das fir euch ge⸗
brochen wird, Die fi) zum Brod nicht ſchick⸗
ten, und auch den Leib nicht anders als eigent-
lich und natürlich nehmen lieffen. Denn wer
leugnet unter den Gläubigen, vaß Chriſtus im
Fleiſch gefommen, und daß fein Leib für uns
‚gegeben, und fein “Blur für ung vergoffen. wor:
‚den? Wird für euch gegeben, wird vergof:
‘fen zur Dergebung der Sünden, das fahe
Carlſtad wohl, reime fich, die Wahrheit des
Seibes und Blutes in den Worten des Nacht:
mahls: das ift mein Leib, das iſt der Reich,
ein Yleu Teftament in meinem Blur, zu
befennen ; aber zum Brod ſchienen fie fich nicht
‚zu reimen, Es ift aber auch b) ein anderer,
welcher,da er ſahe, daß das Zeigewort und prono-
‚men,diß(oder das),ftarf vorgehalten würde,und
- befennen mußte, Daß nad) gemeinem Berftande
und Brauch der Sprache dasjenige, worauf
ein diß (oder das) ginge, vorher ftehen müßte,
hat er die ganze Ordnung der Rede verfehrer,
und alsdenn herausgebracht: Das, was für
euch gegeben wird, ift mein Leib; aber durch
einen thörichten und ſchaͤndlichen Irrthum.
8. Aber da andre von dergleichen Art fahen,
daß Das Ding ohne Lachen nicht abgehen, und
Ehriftus einer Unbefonnenfeit, die Apoftel aber
gar (mit Erlaub zu fagen,) der Tollheit befchul:
diget werden würden, wenn die Carlſtaͤdiſche
¶ Der Reformatlonsſchriften wider die. Reformirten 1. Abfehnitt. 1997
ten Leib, fo gegeben, oder ein dergleichen Blut,
fo vergoffen wäre , ſchmieden durften, find fie
denn c) aufdas Wörtlein ft gefallen, und ha⸗
ben daran ihre Kunft und Wis bewiefen, daß -
fie ja nicht von ihrer Hauptmeynung abzuwei⸗
chen gezwungen würden. Da hat man nun -
das Iſt für fo viel angenommen, als, es bes _
deuter, (bildet ab,) und da man weder das
Brod noch den Leib, noch Becher oder Wein
in einen andern Werftand verkehren laffen, bat
man es dem Wörtlein Iſt gethan. Da aber
die Sprachkunſtlehrer (den aller Streit läuft Bier
in die Sprachfunft,) dem Verbo fubftantiuo -
ſeyn, Feinentropum oder verblühmten Berftand
beylegen, wo nicht Das beygefügte Wort eine
andere Bedeutung hat, (daher Terfullionus und
mein £refflicher Schrmeifter, Johann Decolams
padius von Vinsbergen, die verblühmte Are
nicht indem Wort ft, fondeen im Wort Leib
sefucht Haben ; wie in diefer Rede: ich bin die.
Thüre, der verblüßmte Berftand nach Ehrifti
eigner Auslegung in dem Worte Thuͤre ift;
und in der :fieben Rübe find fieben Jahr, nad)
Joſephi Auslegung, der verblühmte Berftand im
Wort Rühe iſt; Denn er legt es aus: 7 Jahre
groffer Sruchtbarfeit werden in ganz Egy⸗
: ptenland kommen. Wie es auch in andern
dergleichen Redarten Der Schrift if, z. E. Ich
bin das Brod des Lebens, Joh.6. Ib
bin das wahre Licht, Joh. 8.) fo werden
fie von Ehrifto ſelbſt abgehalten, dem Wort
Motte fo foreführe (denn die Apoftel wußten Iſt Feine Gewalt zu thun.
wohl, daß Feine Marcionitifche Pfebe oder
9. Da nun alfo diefe, weldye die d) vlerten
Kuͤrbiß, oder daſſelbe Brod von Chriſto wür-| find, ſahen, daß es mit dem verkehrten Ders
de hingegeben, oder wenn er, ja ſolch Brod den
ftande des Wörtleins ft, nicht geben wollte,
"Dienern der Hohenpriefter Hätte Bingeben wol» | und fonderlic) im Hebräifchen das Wörtlein
len, foldjes die Diener annehmen würden; denn
ich muß bier fpotten) : ingleichen,, da fie ſahen,
daß dieſe Verkehrung der Nede weder in Mar:
thaͤo noch Marco anginge, weil nur da ftün-
de: das ift mein Leib, ohne daß dabey geſetzt
Wäre: fo für euch. gegeben wird, oder nad)
Paulo: fo für euch gebrochen wird, haben
fie einen andern Weg erdacht. Denn da fie
aus eben der Scheu, mie Carlftad, weder
den Leib: noch das Blut von der eigentlicjen
Iſt gar nicht befindlich ift, folglich der verbluͤhm⸗
te Verſtand auf Die dabeyſtehende Worte fall,
enfiweder Subjectum (das Hauptwort), oder
pr&dicatum (das Sagemwort), (denn Id muß
jetzt ſolche Runftwörter gebrauchen) :. fo Haben
fie enfroeder das Brod oder den Leib verblühe
men muͤſſen; welches doch Zwinglius, als ein -
gelehrter und erefflicher Mann, gar behutſam⸗
lich zu vermeiden gefchienen, roeil er fahe, DaB
es die Umſtaͤnde der Worte niche litten, Has
Bedentung absenden und etwa ejnen verbluͤhm⸗ L ben elfo Dig vierten den Seib zu a
2;
?
*
anfuͤhret und auf die Wahrheit deutet, oder ſich Zeugniſſen erſehen. | Ä
etwa nicht recht bedacht oder befonnen hat: denn] 13. J. Aus gleichen Stellen. Z. E. 2Mof 32
es wäre -auch mit dem Blut in Matthäo da Aaron fich die goldnen Ohrenringe hatte brin⸗
Sa Da Sri SR I ar u, FRE —
VE U RR RE,
Korg
I: Donder Veranfaffung
und Sortgang des Streits vom %, Abendmabl.
und e8 oßne groſſen Wortzwang daraus leicht | und das iſt mein Leib. fie
gebracht hat, Denn Marchäus hat: das ift| 12. Ich komme nun auf Earlftaden, deffen
mein Keib, und feßt nichts dazu, Das die Fi- feine Beränderung des Berftandes (oder Zeigen
a
gur umftoflen ober zernichten koͤnnte. Welches worts) ich vorhin fehon verworfen habe, nun
-aber nicht fo im Luca angegangen wäre. Wie⸗ aber Davon etwas freyer rede. Daß das Woͤrt⸗
wol er meiner Meynung nach die Worte Mar: |lein diß vorhergehende Dinge anzeige, kann
‚ sions, im 4. Buch, von der Figur des Leibes man aus gleichen Stellen und Gründen und
i#
\
nicht wohl ftets angegangen, denn er hätte auch |gen laſſen, folget im Text: Und fie machten
- Blut nice für die Figur des Bluts ausgeben | fie zu einem gegoffenen Ralb, und fprachen:
N
*
—8
2*
x
koͤnnen, weil da ſolgte: das für viele ver» das find deine Bötter Jfrael, die dich aus
goffen wird; noch auch vom: Leibe in andern |&gyptenland herausgebracht haben (Gr.
Stuͤcken, indem weder die Figur noch ein fir genoͤthiget). Hier ſieht jeverman, daB Das
guͤrlicher Leib gegeben, noch Die Figur des Blu | Zeigewörtlein auf das gegoffene Kalb gezogen
kes vergoffen worden ; welches doch unftveitig | werde. - Denn ich halte niche, daß ein ungen
- aus Tertulliani Erklärung folget. lehrter und böfer Anhänger des Carlſtads es
10, Rum fehet, wie id) aus fo viel Meynun: alſo geben, und Die Rede verkehren werde: Die
gen der Ausleger fchliefle und Kerausbringe, was dich aus Egypten geführet Haben, das find dei⸗
fie meynen: JEſus nahm das Brod, und da Ine Götter, Iſrael. Und ob hier ſchon (im Gr.)
er gedanket, brad) ers und gabs feinen “Sün- !ba$ pronomen mafcul. generis ift, und das
gern und fprady: Nehmet, eflet, Das bedeutet das Kalb auch: fo ift Doch eines im pkurali, oder
die Figur meines Leibes, vie für eud) gegeben | Zahl der Bielkeit, (huti,) das andre aber in der
wird; oder, das bedeutet meinen figürlichen Leib, [einzelnen Zahl: und wird doch die Zeigerede
ſo für euch gegeben wird. i | Dadurch nicht geaͤndert, denn fie beteten das
Ix. Ich gehe nun wieder zurück, und was ih | Kalb an, Sie baben fich (nad) Pf. 105.) ein
‚ in Eurzem überhaupt vorgefragen, das will ih | Ralb gemacht in Horeb, und ein gegoflen
nun nach einander in der Ordnung erklären, | Bild angebetet. 2) Ein ander Erempel ift
ohne dabey über das Maaß eines Briefs zu ı Mof. 2. da GOTT aus Adams Nibbe ein
fahren. Vorhero aber will noch gedenfen, daß | Weib gebauet, da fteht nach der Ueberfegung
\
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1
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id) von dem, der die Ordnung der Rede ver. der fiebenzig Dolmetſcher: Und er führte fie
kehrt und in der Wortfügung feinen Poffen zu Udam, und Adam fprab: Das
treibt, fagen muß : ich wundre mich nicht allein \(tuto,) ift nun Bein von meinen Beis
über des Menſchen Thorheit, fondern verab; Inen, und Fleiſch von meinem Fleiſch. Gebt
ſcheue auch feine freche Tollheit; welcher, ob |das tuto Hier auf das Weib, fo im feemin. ge-
er wol ſiehet, daß feine Thorheit weder innere ift, tuto aber neutri? a. Und doc)
Marthäo ftatt habe, noch fonft dergleichen wird Die Zeigerede nicht geändert; was follte
Wortfuͤgung in der heiligen Schrift gemein fey, | demnach in Worten des heil. Nachtmahls um
dennoch nichts Flüger worden, fondern Carl. der Sprache und deren Richtigfeit willen eine
ſtads Meynung immer fchlimmer mache, auch |neue oder andre Zeigeart gefücht werden? da
wider Carlftads Willen; maffen diefer in fei-|dod) der Heil, Geift feine Sprachkunſt für ſich
ner Schrift wider mich niche mit folcher Ber-Igemacht, fondern die Worte nach unfrer Gen -
- änderung der Rede Chrifti zufrieden zu ſeyn wohnheit gebraucht Bat? 3) Das dritte Exem⸗
ſcheinet, ſonderlich weil Fein Evangeliſt fie geaͤn⸗ pel ae aus ı Petr, a, (um alle Arten
R
—
mitzu⸗
A
1928 Vor 1929
(oder Abbildung) gemacht, und Tertulliano ge- dert, da fie doch fonft manches weggelaſſen oder
ſolget, welcher Matthaͤi Worte genommen, |anders gefeßt, z. E. diß Meinige ift der Leib,
7
*
ee — — nn
—
1939 . Der Reformationsfehriften wider die Reformirten I. Abſchnitt. 15
mitzunefmen,) herbey bringen: Das Wort des rigen her fagen, wie fie Immer mie geiftt. Weis.
Errn aber bleibt in Ewigfeit, das ift das |heit wohl verfehen und ausftaffirer find. Aber
Wort, fo unter euch gepredigt worden. was ift viel zu fragen, mein lieber Reg? Ich
Hier weifet oder zeiget wol Das tuto (das, ) ſchaͤme mid) der Thorheit der Leute, denenwe
nichts anders, als das vorhergehende Wort. gen ihres verrückten und nicht wohl bey ſich felft
Hieraus wird (daß ich nicht mehr anführe,) Carl | wohnenden Gehirns, die Schrift auch verruͤckt
ftad wohl fehen, daß er um feiner Sprache werden und ihrem Irrthum helfen muß.
oder Sprachkunſt willen das tuto (das) vom| 15. IN. Wenn ihr Zeugniſſe verlanger: fo Fann
vorhergehenden reiffen *), fondern es auf das ich ı) wider den Carlftad ſolche fegen, melde
vorhergehende Brod (ton arton,) notwendig zwar fonft mit Carlſtads Meynung einig, aber .
‚ziehen folle und müfle.. mit feiner Erklärung der Worte Eprifti nice
#) Secandum muß es heiffen für fecundum, _ Izufrieden find; darunter auc) Zwinglius in ei«
4. I. Nun aud) mit Gründen dergleichen ner ausgegebenen Schrift bezeuger, Cariftads _
‚zu beweiſen, fo gibt 1) das participium ſagen · Trennung (oder Abreiffung) gefalle ihm nicht, -
‘de, fo in Luca ſtehet, klar: Daß das Brod und und mas er vorbringe, ſey von ſchlechter Er⸗
Woͤrtlein das, zufammen gehörte (arton u. tu-|Heblicfeit*). Was ein andrer an mich gefchrie-
to). Denn das participium fagendeift deßje-|ben, will id) nicht vorbringen, weil esim Bere
'nigen, der das Brod nimmt, danket, und zei-\trauen gefchrieben worden. — 4
‘get wag er gibet. Es ftehet aud) im Tert | *) non fatis humerorum efle ini.
und hat ihnen gegeben fagende; wie auch] 16. 2) Ferner, Fann ic) anziehenalle Lehrer
“ihr, Urban, in der Schrift anfuͤhret, darinnen der Kirchen, infonderheit Hieronymum, der
ihr Carlftaden zuerft begegnet feyd; denn ſa⸗ im Briefe an Evagrium ſpricht: Auf deren
‚gende gehöret zudem: gab. Denn der Text Gebet der Keib und das Blut Chriſti fer»
lautet: gabibnen fagende. Ergab aber Brod; tig wird (conficitur). Und daraus lieffe fidy
hat er alfo vom Brod gefagt: das iſt mein muthmaſſen, daß weder Drigenes, noch Aus
eib. Daher denn ganz leicht und bloß durch guſtinus, noch Tertullianus andrer Meynung
Zwang ver Folge das tuto (oder diß), ſo mit geweſen. Denn wer hat Irigenem und die Al.
fagende zufammen hängt, auf eben das, was ten fleißiger gelefen als Hieronymus, welcyer
"gegeben wird, zu ziehen it. 2) Iſt aud) das, fie doch an feinem Drteirgend eines Irrthums
welches wir andermeit anführen, ein Beweis, im Sacrament Des Brodes und Weines bezuͤch ⸗
daß, wenn ja die Zeigerede verändert wird, tiget, da er doch fonft ſchlechtere Irrthuͤmer
wie Carlſtad will, was wird alsvenn Mat: nicht vorbey läffer? Was Carlſtad fonft vor⸗
thaͤus in fo furzen Worten meynen : das iſt bringt, hat Lutherus alles völlig und gelehrt
“mein Leib; der doch vor Luca und Paulo das| widerleger. er! MR.
‚Evangelium geprediget, und Doch weiter nichts] 17. Nun muß ich aud) von dem Zwingliſchen
angefuͤhret at, als: das iſt mein Keib. Ha Iſt reden. Wenn aber jemand nach) der Ur⸗
ben alfo die Jünger entweder Chriſto nicht ge-|fache frager: Warum Zwinglius ſich nicht an
‚glaubt, daß es der wahre Leib wäre, oder ha-Jdas Wort Keib gemacht, da er Doch Terfulllas
den beym Abendmahl trunfen denken müffen, esinum und andre anzeucht, die nicht das Iſt, fone
wäre ein Geſpenſt, daß ihnen Chriſtus erſt ſagen dern den Leib auslegen; fo iſt die Urſache
muͤſſen: Das ſey fein Leib, ſo da ſaͤſſe. Hernach, weil er bedaͤchtiger zu ſeyn ſcheinen wollte, und
da fie ſo oft nach dem Nutzen der Worte Chriſti doch heimlich eben das ſuchte, mas. Teriullic⸗
oder Einſetzung fragen, fo mögen fie mir doch fa- |nus; und weil er ſahe, daß es nicht allein ſchwach
gen: Was das vor ein Muß oder-Berftand fey| fondern aud) nicht gar gottſelig wäre. Kurz / er ſa⸗
derWorte;die fo nach der Carlſtadiſchen Zeigart: he, daß aus Chriſti Leibe ein Knote herauskom⸗
das iſt mein Leib erklaͤret werden. Sie werden men würde, der vormals ſchon ein Haufen Ke⸗
uuns wol ein Hirngeſpinnſt oder Grille von den ih. tzern zu thun gemacht: dieſem zu entgehen, hat
x * er
u —— * mit iin an
‘1932. Don der Deranlaffung und Sortgang des Streitsvom h. Abendmabl. 1933
‚er fih-an das Woͤrtlein Iſt gehangen. Denn cke. Wenn alfo Zwinglius beweiſen wird, daß in
dao er der Haupfmeynung, deren ich ſchon oben den Worten bes Abendmahls entweder im Wort
gedacht, beyfiel, daß das Fleiſch, wenn es Leib, oder im Brod ein verblühmter Berftand
auch fehon im Abendmahl zugegen wäre, den. |fey: fo wollen wir gerne zugeben, daß das Wort
noch nichts nuͤtzte, Joh. 6. fo hat er alsdenn mit Iſt nad) der verblühmten Bedeutung gerichtet
aller zufammengefegter Mache und Schriftftel: |werden müffe, wie in der Redart ı Mof. gr,
len fowol als Muthmaſſungen gefchloffen ‚daß die er anfuͤhret; alwo, weilder verblühmte Ver⸗
das Fleiſch und Blut im Abendmahl nicht zu- ſtand in den Kuͤhen und Aehren ift, die 70.
‚gegen wäre. Unddaßerdas auch mieden Wor: | Dolmerfcher das Hebräifche pronomen nicht
ten des Abendmahls vermöchte, fo wußte er | unfüglic) in das verbum fubltantiuum verwane
nirgend anzufommen, als bey dem Wörtlein deln, find, daß darunter ein verblühmter Ver⸗
Iſt. Das wollen wir nun vor uns nehmen. ſtand an Kühen *) und Aehren bedeutet werde,
‚Und fagen erftlich, daß esin Hebräifcyen Red. Denn fonft wenn einer nach dem Hebrälfchen:
- arten gar nicht ſtatt habe. Welches Zwinglius |gehet, wo das Wort ft nicht ftehet, was will
-felbft in feinem Beytrag ( fubfidio )vom Abend: |er: für folchen verblühmten Verſtand anführen $
mahl beʒeuget, in diefen Worten: DasÜpffer | *) bonum, foll Beiffen boum.
"Das Phafe (Paſſah) dem SErrn. Gleid| 18. Nun wollen wir Zwinglio gerne beyfals
wie es aud) Moſ. 2. fehle, niche ſowol im He- len, wenn er aus den Grundtert beweiſet, was
braͤiſchen als Griechiſchen Büchern, die nad) er fchreibee. Ich frage nicht nadı dem, was
"der Hebraͤiſchen Wahrheit überfegt worden ,|Zminglius In Heiliger Schrift vor Meynung hat;
in der Rede: Das nun Bein von meinen |fondern, was fowol ich als er vor Meynung.
Deinen. Ingleichen 2Mof. 32. in eben ver- |haben foll, und *) was man halten foll. Er
ſelben Lieberfegung: Das deine Bötter, Iſ- hat zwar Griechifdye Autores und die 70. Dol⸗
rael; weldhe Stellen wir berüßre haben, da metſcher, von denen bisweilen das Wörtlein
- wir von dem Zeigewort das (tuto) geredet ba- | Iſt hinzugethan wird, Wenn ich-aber beym
‚ben. Wenn nun der Streit iftüberden WBor: | Grundterte bleibe, wo Iſt nicht ftehet, wie will
ten des Hebraͤiſchen Meifters JEſu Eprifti, ich herauskommen, wenn ich den verblühmten
darinnen das Wort ft entweder gefunden wird | Berftand der beygefuͤgten Worte zum aͤuſſer⸗
‚oder nicht nothwendig fteher, wie es auch nicht | ften haſſe? Es wird aber Zwinglius hoffentlich
AMof. 41. ſtehet: Sieben feböne Rübe fie, nicht gefchehen laffen, daß ich den Leib und das
ben Jahr: fo folget, daß ganz unfchlüßig und | Blut mit einem verblühmten Berftand befudel«
das Gewiſſen zu befriedigen mit ſchlechtem Grun⸗ | te, denn beydes ift nicht gar gottfeligund Fomme
de ein verblühmeer Berftand im Worte ft ge⸗ der Marclonitifchen Regerey nahe. Wenn er
ſuchet werde, da dergleichen In den Reden der aber Brod, teib, Blur, Wein, in feiner rech⸗
- Schrift nie befindlich ift, und-folches nur die ten Bedeutung läßt: fo wird er wider Willen
Bedeutung hat, welche die beygefügten Wor- entweder das ft gar weglaffen, oder ihm feine
te haben, fo daß der verbluͤhmte Berftand in | eigentliche Bedeutung gebenmüffen. Weldjes
dem Zufaß feyn muß, wenn das Wort Iſt fei- ich aus dem einzigen Orte, den er anführet,
ne eigentliche Bedeutung verlieren fol. Und |beweifen will: Sieben Rühe fieben Jahre;
iſt das nicht zu achten, wenn man ſaget: Wenn |fieben Uehren ficben Jahre. So ſteht im
gleich ſolch Wort nicht da wäre, müßte man es | Hebräifchen Zufammenhang , das verbum fub-
doch drunter verftehen, oder anftatt des Hebräl- ftantiuum fehlet. Wenn nun weder die Jah⸗
ſchen Bornamens (pronom.) dazu ſetzen. Denn, Ire noch die Kuͤhe verblüßmt find, fo iſt die Re—
wenñ man es gleich darunter verftünde,dazirfegte, de ſchlecht und ohne Beränderung des Berftan«
oder anftaredesBornamensbrauchte: fo tft doch [des : und folglich hat auch das verbum fubltanti-
das nothwendig, daß der Berftand nicht indem Juum, fo an ftatt des. prönominis ftehet, feine _
Worte Iſt, ſondern in dem beygefügten Wort fte- | natürliche und eigentliche Bedeutung:
A: aber
1934 Der Reformationsfchriften wider die Reformirten 1 Abſchnitt. 1
aber Die Kühe oder Jahre verblühme find: ſo colampadius, beypflichtet, welchen ich, weiler .
wenden wir Das —S Iſt umſonſt fuͤr. Al⸗ nicht Urheber dieſer Mehnung iſt * ihr
fo in den Worten des Abendmahls: Wenn der| wol folget, und auch viel beſcheidner geſchrieben
Leib oder das Brod verbluͤhmt iſt; fo brauchen] Hat, als ihn einigeläftern, nicht angreifen will,
wir das verbum ſubſtantiuum nicht zu martern.| Sch habe nur mit Tertulliano felber zu thun.
Wenn aber jene beyde Worte ſchlecht bleiben | Denn der ift Urheber des figürlichen Leibes im
in ihrer natürlichen Bedeutung, fo wird uns| Abendmahl. Mai finder aber nicht eben viel
das verbum fubltantiuum nichts helfen und Eei-] Spuren Diefer Figur in ihm: Die erfte klare
nen verblüfmten Berftand machen koͤnnen, weil | Stelle iftL.1; eine andreaber viel flärereL. IV. _
es nach der Hebräifchen Art wegbleiben kann, wider den Marclon, indiefen Worten: Nach⸗
daß man es fo gebe: Das Brod diefer mein dem er (Chriſtus) gefagt, er habe mit Be⸗
Leib; wie es die 70. Dolmetſcher 2 Moſ. 12. |gierde begehret das Oſterlamm als das ſei⸗
geben: Das Opffer diß Paſſab dem SErrn. nige (denn GOtt kann nicht mit Ehren etwas
Welches Exempel Zwinglius fo treibt in ſeinem fremdes begehren,) zu eſſen, hat er das ge⸗
Beytrag; welches wir auch zum andern anfüß- Inommene und den Juͤngern ausgetheilte
ren: - | Brod zu feinem Leibe gemacht und geſagt:
28 Das ift mein Leib, d. i. eine Sigur meines’
Heibes. ine Sigur (oder Bild) aber wä-
re es nicht gerwefen, wenn der Leib nicht
wahrhaftig wäre. Denn ein eitel Ding,
wie ein Befpenft, Eönnte Feine Sigur has
ben, ine andre Stelle findet fih L. V. wie
der den Marcion: Wir haben (fpriheer,)
chon oft geseiger, daß die Rezerevenbeym
Apoſtel unter die Uebel als ein Uebel ges.
rechnet werden, und die fir. loͤblich ) zu
balten ſeyn, die die Regereyen als ein Ue⸗
bel meiden. Darum haben wir ſchon das
Säcrament des Brodes und Kelches im.
Evangelio zueinen Beweis **) der Wahre
beit. des Leibs und Ylutes des HErın ges
macht, wider WMarcions Geſpenſt Eine
andere Stelle ift L.II. an fein Weib: Der
Mann foll nicht wiffen, was du heimlich
vor aller. Speife Folteft, und wenn er es,
weiß, fo glaubt er nicht, dab es Brod fey,
wie man es nenne, Ä a
*) vt probabiles intelligendos. nn
*%*) probauimus - - veritatern, . 4% h Ri
21. Das find die fuͤrnehmſten Stellerin Te — |
Fr RER *) (quodne für quodue,
19: Will er nun in dieſem Erempel dem He-
braͤiſchen nachgehen und es geben: Die Ofter-
öpffer dem HErrn, daßer Opffer und Dftern
in eines füge, Daseine imNominatiuo, das an-
dere im Genitiuo, wie man es fonft hat: Das
Wort des SErrnꝛc. daßdaspronomen, diß,
zum Opffer komme; oder den 70. Dolmetfchern,
die es geben: Das Dpffer das Paffah dem
Errn, daß zwey nominatiui feyn, Opffer
und Paffab: fo braucht er ung gar niche mit
dem Wort Iſt Mühe zumachen, fondern kann
Den verblühmten Verſtand bey den Theilen der
Rede, enemeder Dpffer, oder Oftern, anbrin»
gen, oder muß die Rede ohne Verbluͤhmung neh»
men. Bey den Hebräern ift Das pronomen
beym Opffer, und nicht beym Paſcha. Denn
> es hänget Dergeftalt an Opffer, daß es nicht im
- andern Theil Der Rede ftehet, alfo: Das Öpf:
fer ift das Pafba dem SEren, oder des
ren, im Genitino, welches fonft nicht un.
gemein nod) unfüglich iſt in Diefer Kebart : fon-
dern, das Üpffer des Öfterns diß des
ren, ober diß Opffer des HErrn. Und
mie einem Wort, es iſt ein läppifch Gedicht
mic dem Wort FR, und Bat im ‘Hebräifchen | tulliano; wiewol er auch in andern, die aber
nicht ſtatt, woraus doch Hier geftricten wird. nicht hieher dienen, des Brods des HErrn ge⸗
20. Laßt uns nun wieder auf Tertulliani Fi⸗ denket. Wir wollen die pruͤfen: Ob Tertullla⸗
gur kommen welcher das verbum fubltantiuum |nus dabey die Meynung gehabt, die man ihm
hat fahren laſſen und ſich an ven Leib gemacht beymiſſet, oder ob es nicht vielmehr Marcions
hat: welchem der erefflihe Mann, Johann Des | Figur fey, Die er, die Wahrheit der un a
ewel
1935 Vonder Veranlaſſun Streits vom h. Abendmahl, 1937
beweiſen, von dem Widerſacher geborger? wie che für viel vergoffen wird, Denn was hier
ich es fie wahrſcheinlich Halte . |vom Blut geſagt wird, das wird gewiß von
Fi — —— n wieder zu den Worten des dem, was das Blut bedeuten ſoll, geſagt; wie
Abendmahls konmen und alle Umſtaͤnde des die deutlich lehren, welche die Kunſt, gewiß und
Abendmahls zuſammen halten, und zwar erſt eigentlich von Sachen zu reden, verfaſſet baben. _
In Matthaͤo und Marco, davon wir oben ge- | Wenn bier Das Blur verblühme ſteht, fo muß
dacht. Man hat, ofnedemevangelifchen Tert Jauch, mas zu folcher Verblühmung hinzu ger
- Gewalt zuthun, den Leib durch Figur *) geben than wird, auf verblühmte Art gedeuter wer⸗
koͤnnen, denn es folgt da (nemlic) in den zwey den. Denn es wird Bier zum Blur geſetzt, und
Evangeliften,) weiter nichts, fondern es werden alſo folglich zu dem, was das Blur bedeute?
bloß diefe Worte get: Das ift mein Reib, jnemlich, das N. Teftament und die Vergieſ
Di, Die Figur meines Leibes. Laßt uns aber fung. Welches ich mit. Erempeln beweifen
ſehen, ob, mas er beym Leibe thut, auch beym ‚will, auf daß, wenn ich das herausbringe, alg«
Blute angefe. Wenn e8 da nicht angehet, fo denn von Leibe weiter Fein Zweifel ſey.
- folgee, daß auch die Figur nicht recht und gül-| ) pro figura fieht; foll aber heiſſen per figuram,
tig beym Leibe gebraucht worden. Es lauten; 23. Joh. 10. heißt fich Ehriftus die Thüre,
aber die Worte beym Kelch und Blut alfo im nemlich verblüfmt, indem er das Wort anders
Matthaͤo:Er nahm den Reich, danfete, gabe braucht alseigentlih. Was nun alſo dort von
ihnen und ſprach: Trinket alledaraus, denn der Thuͤre gefagt wird, muß auf verblüßmte
das iſt mein Blur, fodes N. Teftaments ift, Art genommen werden ; zum Exempel das Ein«
welches für viele vergoffen wird zur Derge- Jund Ausgehen, Wende finden. Alfo auch
bungder Sünden ; Und beym Marco : Nahm |ı Mof. 1. haben Kühe und Aehren etwas an⸗
"den Relch, dankete, gab ihnen, und fie trun⸗ ders zu bedeuten, drum muß aud) alles, was
ken alle daraus, und er fprach zu ihnen: der Heilige Helft davon fagt, anders verftan«
Das iſt mein Blutdes Neuen Teftanıents, |den werden; gleicywie auch Joſeph ſich in ver
das für viele vergoffen wird. Wenn nun [Auslegung darnach richtet. Alſo Daß die ver⸗
' Zertullianus den verblüßmten Berftand ftets Ifengfe Aehren die vollen verzehren, und die ma⸗
vom Leibe behält, und diß feine und nicht des gern Kühe die fetten freffen, das bedeutet ganz
Marcions Meynungift, die er etwa nur braucht etwas anders, als der Laut iſt, und gehoͤrt zu ver⸗
Gbutatur) die Wahrheit darzuthun: fo muß bluͤhmtem Verſtande. Alſo Joh. i5: Ich bin
er nothwendig beym Blut eben ben verbluͤhmten ſein rechter Weinſtock, weil da ein verbluͤhm⸗
Verſtand glauben; welches er auch thut und da⸗ [ter Verſtand im Weinſtock iſt, muß alles, was
u Zeugniſſe aus den Propheten fuͤhret, die den von Beſchneidung der Reben ſteht, ingleichen
en ſchon vorlängft des Blutes Figur geheiſſen |von nicht Frucht bringen, vom Berdorren, vom
haͤtten. Was foll aber hernad) dasbendes, fo | Feuer, verblüßmt verſtanden werden, Auf ders
von allen zweyen Evangeliſten hinzugerhan wird : | gleichen Art verbäle fich, was Tertullianusaus
Welches (Blut) des Neuen Teftamenteift, !dem 1. B. Mofis anfüßre : Er wird feinen
und das für viele vergoffen wird! Denn| Rod in Wein wafchen, und feinen Mantel
entweder ı) wird im Neuen Teftament nur eis im Traubenblut. Denn da Bein und Trau⸗
ne Figur ſeyn; welches gottlos iſt, denn die Fi⸗ benblut verbluͤhmt da find, fo ſaget er recht,
gur ift hinweg und die Sache und Wahrheit | daß ſowol waſchen, als Rock und Mantel, eben
ſelber ift nun da: oder 2) Chriſti Blut wird nur | fo verftanden werde. Hingegen ift es anders
| ein Scheinmerf feyn; davor Tertuflianus fonft 2 Mof. 32. vom Kalbe: Da find deine Bötter
als vor einer Schlangen fliehet. Daß aber norh. Iſrael, die dich aus Egypten geführer has -
wendig eins von beyden, oder beydes folge, iit ben. Bötter wird da nicht verbluͤhmt genom-
leicht zu zeigen; denn fo Deuter er: Das iftei- men, ſondern bedeutet eigentlich die gegenwaͤr⸗
ne Figur des Blutes. Thue nun hinzu: Wer. tigen Götter, deren Dienft Das wäre, und bie
Cutheri Schriften 17, Theil. | ©ag 898 | ſich
sttoret
1938. Der Reformarionefebti
R -micte er + nit 2 * =
ſich bey folchem Dienſt zugegen befänden. Pf. ches ſch aus der fo ängftlichen Abhandlung ber
‚105: Sie haben din gegoffen Bild angebe⸗ Figur fchlieffe, Denn der Pontifche
- £et. : Drum fteher dabey: die. ausgefuͤhret (Marcion) gab Ehrifto darum einen Schein.
haben; um die eigentliche Bedeutung der Goͤt⸗ | |
‚ter anzuzeigen, Drum: bleibe Börtter in fei- | für: eine Figur gehalten würde. Da folgte nun
nem eigentlichen Berftande, und ift das Kalb |in Iuca: ſo für euch gegeben wird, fo müß:
als, der wahre Gott verehret worden. Wie te die. Figur gegeben feyn. Oder, welches ich
£örper (Gefpenft), weilder geib im Abendmahl
auch Hoſ. 2: Du ſollt mich nicht mehr mein! fürs beſte halte, fo Hat er nur das Brod zur Ge
Baal, fondern mein Mann (Iſchi) heiſſen, gur gemacht, und damit die wahre Gegenwart |
darum er 2 Moſ. 30. und 3 Mof. 25. gebeut: des deibes nicht aufgehoben. Wie Aaron das |
fie follten ihn nicht (teiblich) bilden.
He Fan Se fönnte davon ungäßlige ——
anfuͤhren: denn die ift iſt voll davon. Aber zab, und doch
in offenbarer le nicht viel ee m und vom Önadenfiußl: redete,
ruͤnde und Beweisthuͤmer anzuführen , daß 7 of. 25. Das ſcheinet durch die Dinge bes
' man nicht durch fein emfiges Bemühen bie Sa-
che verdächtig mathe. Ich berufe mic) aber
auf die Sprachkunſtlehrer, und die fonft bey
den alten Redefünftler *) hieffen, die darinnen
eine groffe Zierde fuchen in den gehaltenen Ne
den, wenn man fich fein in die verblühmte Ned-
‚Artenfhide. |
RE Reniosc heißt nichts, vieleicht Kerlınze.
25. Auf die Art muß-denneiner, der Tertul-
Hani Redart, mo fie anders in Ernft feine it,
annehmen will, zugeben, daß die Worte: Das
it das Blut des N. Teftaments, das ver-
goſſen ift, fo viel heiffen mäffen: Diefe Figur
Des N. Teftaments, Die vergoflen ift; oder: Das
iſt das figürliche Blut des N. Teſtaments, das
vergoſſen ift; welches gottlos und närrifd) ift.
Muß alfo die rechte "Bedeutung des Blutes
bleiben, und alfo das wahre Blut im Abend-
mahl zugegen feyn. Wenn nun Tertullianus
beym Blute zurück muß, fo wird es auch beym
Leibe bald richtig ſeyn, Denn es Me beyden
einerley; wie wir bald mit mehrerm erweifen
werden. Daß ich aber meine rechten ®edan-
ken ſage, fo hat ſich entweder Tertullianus nicht,
recht befonnen, (melches: wol auch biswei-
len in andern Dingen geſchiehet und oft feufen |
von geoffem Witz wiederfäßrer,) und iftigment- | nicht recht gelitten, noch recht leiblich gewe⸗
Kalb zu einer Figur machte, und doch die Ge
Marcion. fagt: Darum baben wir febon
das Sacrament des Leibes und Blutes im
heit des Leibes und Blutes Ebrifti gemacht,
dahin. Denn ic) fann nicht glauben, Daß ent
weder Tertulllanus fo unbedachtig gemwefen, Daß
er Lucaͤ Norte übergangen, oder Hieronymus,
daß er dergleichen nicht an Zertulliano ausge:
fegt hätte, Da er fonft in andern geringern Feh⸗
fern oder Irrthuͤmern nichts verſchweiget oder
verfchonet. Es würde auch der heil. Maͤrty⸗
rer Cyprianus, der die meiften Wunderdinge
des heil. Brods und Weing, des Leibes und Blu⸗
feinen Meifter heißt, den Fehler wol nicht ver⸗
(daher aud) der Name Sacrament ift,) und
fallen, was in tuca und Paulo zum $eibe hin⸗ ſen, fondern nur ein. Gefpenft oder Scheinger .
- zu gethan wird; oder er hat nicht feine, fondern \itale. DR —
Marcions Meynung angeführet und fie zur) 26. Laßt uns aber wieder zu unſerm Zweck
"Wahrheit wider den Marcion gebraucht, wel:
genwart GOttes bezeugfe. Und GEott ſelbſt
den Gnadenſtuhl zu einer Figur gab, und doch
kraͤftigt zu werden, die er im V. B. contn.
Abendmahl zu einem Beweis der Wahr⸗
wider die Beftalt des Marcions. Und
was erL. II. an feine Grau fehreibt, gehört eben
fchwiegen haben. Aber fie fahen ohne Zweifel ,
alle, daß der Africaner (d. i. Tertull.) hierin»
nen recht redete, daß er die Wahrheit des fer
bes und Blutes Eprifti in feinen Würden liefle,
des Wontifchen (Menfchen) feine Kegerey be
ftrafe, der den }eib und das Blut aus dem
Abendmahl wegnahm; meil, nad) ihm, Chri⸗
ftus weder einen Leib nod) Blur gehabt, auch
kommen. Geſetzt, Tertullianus glaubte en |
tes des Herrn erzehlt, und Tertullianumimmer
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s Streits vomb. Abendmahl, 1941
lich nur eine Figur des Abendr „daß ‚ge der den Juͤngern das wieſe oder anzeige, das
bi — ‚(des Leibes Darinnen = = ) aufhuͤ ihnen mehr als zu wohl wiſſend er und date
mas folgte daraus? Antwort: Das, was |an fie gar nicht zweifelten; oder Matthäus und
‚griff das ft an; aber eben fo unglücklich), denn
er that.eben, als wenn er den Leib figuͤrlich Leib anders als eigentlich zu nehmen,
oder verbluͤhmt gemacht hätte. Mur bey den | Apoftel Paulus erzwinget es, daß der $eib im
Marceion gottesläfterlic) vorgab, daß Chriſtus Marcus Höchft unrecht gethan, daß fie eine
nicht recht gelitten, noch recht e ———— ———
— J u ne 2 en
se fich. Cariftad, Darum veränderte er Die Zeig: |mehrermerfläret; oder daß der Heilige. Gei
art, und lies Brod und Wein, Leib und Blut |n ? RE N
in ihrem rechten Berftande, und ſogar auch das
verb. Subftantiuum Iſt. Und Zwinglius, dir
hierinnen aud) ganz behutſam zu feyin gedachte,
machte ſich nicht an den Leib, ihn von feiner:
rechten Bedeutung zu verfehren, denn er ſahe,
was daraus vor Ungemach Fame, fondern er
nothwendige Sache, die ſie ihren Kirchen nicht
haͤtten verſchweigen ſollen, dennoch nicht mit
nicht gar redlich gehandelt, da er vor ſeiner
Kirche ſelbſt von dieſem Geheimniſſe nicht fein
rein heraus geredet. Aus Luca erhellet, daß
der Leib nicht verbluͤhmt genommen werden koͤn⸗
ne, weil dabey ſtehet: das fuͤr euch gegeben
wird; fonft wäre ein figuͤrlicher Leib gegeben.
Daher auch zufeben, dat das Wörtlein Iſt nicht
bedenter heiſſen fönne, wenn weder Brod noch
‚Der
„Unerfoßrnen feheint es ein anders und. bedaͤch Abendmahl zugegen fey, und von ven Sigenden
tiger geſchrieben. Wir haben aber bewie⸗
ſen, daß die, fie möchten auch ſeyn wer fie woll⸗
ten ſich vergeblich mic dem Subitantiuo V. Iſt
breit machten, die das 6. Cap. Joh. verdrehen
und umkehren *). |
- %) vertunt verfantque, welches: legtre ſonſt auch
leſen heißt, umblättern. So wielift an deutli:
cher Schreibart gelegen.
9, Daß aber das aus dem verblühmten
Verſtande des seibes folge, was Marcion gott⸗
FAN laubf bat, das wollen wir euch bemeifen,
nd dazu erft Lucaͤ felbit und Pauli des Apo⸗
e
*
(8 Worte anziehen. Jener hat es alſo: Er
nahm das Brod, dankte, brach und aab
ihnen und fprach: Das ift mein Leib, der
‚für
euchgegeben wird. Dieſer aberı Cor. ır:
Eſus in der Yacht, da er verrathen
ward, nahm das Brod, und nachdem er
gedanket, brach ers und ſprach: Nehmet,
‚effet, das ift mein Leib, der für euch gebro-
gen wird. Matthäus und Marcus haben,
ie ſchon gedacht, nur diß: das ift mein Keib,
1: A muß eud) ab
m er, mein Urban, erſt dieſes
ch fagen, Daß Matthäus und Marcusnicht
genommen werde, da er ſpricht: das für euch
gebrochen-wird; denn das heißt fo viel als
ausgetheilet, wie.es ı Cor. 10. erfläret wird,
und in der Schrift dergleichen Berftand oft ges
braucht wird, und es die Folgerung felbft gibr,
daß es anders nicht genommen werden Fünne,
Denn wenn der Leib nicht verblühme zu neh⸗
men, welches wir ri und Dieganze _
Rede zufammen gehöret: Nahm das Brodꝛc
fagende; Nehmet, effet, das ift mein Leib,
jo folget, Daß das gebrochen werden zu dem Lei⸗
be gehöre, das gegeflen wird, was denn gegen.
wärtig ift als das wahrhaftige und am Creuz
gegebene, das wird gebrochen für die, fo es
nehmen. Das ift demnach die einftimmige
apoftolifche Folgerung: das Brod ift der am
Creuʒ dahin gegebene Leib, fo für die Kirche ge⸗
brochen wrd. AR
28. Nun vom Leibe. Der Leib (fpricht
Tertullianug,) bedeurerdie Siaur des Leibes.
Was höre ich! fo ift ver $eib im Abendmahl
eine Figur des Leibes? Nun laßt Lucaͤ Worte
dazu fommen: das für euch gegeben wird.
Allein Cariftaden, fordern aud) feinem tho- | So muß ber Afıfäiner alfo fagen: das ift die
richten Anhänger (Nachfolger ), fo die Ord⸗ | Figur meineg Leibes, fo für eud) gegeben wird;
nung der Rede verfehret, gar fehr zumider find; | oder
(nach einer Hebr. Sprachart und Wech⸗
‚weil, wenn die Worte, das iſt mein Leib, |fel) : das ift mein figürlicher $eib, fo für euch
nicht aufs Brod gehen follen, fo viel heraus |gegeben wird. Was find dag vor ungeheure"
tommt, daß entweder Ehriſtus toll geweſen,
Meynungen ?
©
89 999 2 29. Man
N
1942 Dev Reformationsfehriften voider die Reformizten 1.Abfehmir.
29. Man muß es aber (merdet ihr fagen,) |su ereugigengegeben. Wir aber fönnen Tore
alſo ausdrücken : das ift die Figur meines Lei⸗ beſchu
druͤcke | | tulfiano billig auch vorwerfen : Warum beſchul⸗
‚bes, der für euch gegeben wird; Daß das Nück- digeſt du den Marcion , da du —
woͤrtlein, (der, oder das,) nicht auf Figur, ſon⸗ reſt: daß eine Figur gegeben worden? Es iſt
bern auf Leib gehet. Siehe, was das vor ein dieſes eine gemeine Regel in den Wiſſenſchaf⸗
Kunftgeif eines ift, der das widerlegte und mir |ten: Wenn du das Wort in feinem VBerftande
gleich Damit in die Rede fiel; welchen ich um Janders nimmft , als fonft, oder ein anders da
feinetwillen hier toieder anführe. Aber wieder |für braucheft, ſo gehoͤret alsdenn das, wastes
zur Sache! Entweder werden die Worte : das erſtern war, für das andere. Denn wenn du
für euch gegeben wird, eigentlich genommen, |Sturm oder Wetter für eine Gemürbsbewer
oder verbluͤhmt. Daß fie eigentlich genommen Igung nimmft, fo mußt du Bier dem Wetter
. werden, bezeugen bisher alle Kirdyen , und be» beylegen, mas fich zu einer Heftigen Gemuͤths⸗
weifet es dagegen aud) die Bergieffungdes Blu⸗ bewegung ſchickt. Wenn du nun den $eib zu
tes, Die eigentlich genommen wird; welches einer Figur machft, fo muß die Figur auf fi)
Tertullianus nicht leugnen Eann, Carlſtad Inefmen, was des teibes war. Und fo viel -
treibt das auch), und thut wohl. Alſo wird das von verblühmten Bedeutungen. Du ſieheſt
auf etwas gehen, das wahrhaftig und eigentlich \alfo, was vor eine Gottesläfterung daraus fol«
ang wird. Da das nun der Leib ift, fo |get, wenn Tertullianus immer auf feiner Mey⸗
folget, daß der Leib eigentlich, und nicht ver: Inung bleibt. Und die Babe ich gleic) gemerfet,
bluͤhmt genommen werde, und daß es folglich als Carlſtad erft das Spiel anftenge, und. ha—
für feine Figur verftanden werden fönne, Denn be an die wertheften Brüder, Johann Bren⸗
wie Fönnte der feib das Hauptwort feyn, dar: tilum und Johann Eifenmant, Senioren der
auf fi) das Sagewort nicht ſchickte? (fabi, et Kirche zu Hall in Schteaben, gefchrieben, und
prædicat.) fie ermahnet, fie ſollten ſich doch nicht auf ſo
- 30. Vors 2fe muͤſſen wir eine gewiſſe Red⸗ ein gefährlich Eiß begeben; wiewol fie auch mes
art ausmachen, Daß wir, was und wovon wir gen ihrer Geſchicklichkeit und der goͤttlichen
reden wollen, in einen rechten Verſtand faffen. ‚Gnade, die In ihnen ift, meiner Erinnerung
Darum fuffen wir auf dem gemeinen Saß: ſchon zuvorgefommen waren: wie ihr leſen koͤn⸗
daß alles, was gefagt wird, mitden Dingen, da= net, mag in der Zufammenfunft.der geleßrtee
von es gefage wird, Stimmen muͤſſe. Welcher ften und beften Prediger in Schwaben zu Halle
Sag überallnöchigift, und fonderlic) in Heiligen | weitläuftig gelehre gefchloffen worden.
Dingen, wo das Gemiffen mit den Worten | 31. Ich will aber Eurz zufammen faffen, was
des HErrn befräftiget werden muß ; welches |{d) im ganzen Briefe weitläuftiger gehandelt -
acht gefchehen Fann, wenn das nicht mit einer habe. 1) Laſſe ich Feine Schriftftellen vom
gewiſſen und befchranften Bedeutung gefaffer | Berftande des heil. Nachtmabhls anziehen, wenn
solrd, was der Heil. Geift redet. Wenn nun man nicht erft wegen der Worte des Nachte
dag, 1008 gegeben wird, vom $eibe im Abend- |mahls des HEren einig if, aus welchen man
mahlgefagtift, fo wird es nothwendig vom Leibe |zuförderft Berftand fuchen muß; tie ein jedes
fo gefagt, wie er Bier S.nommen wird. Er | an feinem Dre die Wahrheit gewiffer und eigent⸗
wird aber fir eine Slgur genommen. _ Denn |licher anzeiget, als an einem andern. 2) Daß
es ift gewiß, Daß Tertulllanus den Leib für |das Brod im Abendmahl in feiner eigeneli
eine Figur oder figürlichen Leib nimmt; muß | Bedeutung und Gebrauch bleibe, geben die
ol, was davon geſagt iſt, Daß er gegeben wer | Wortes: Nehmet, effet, und _der Brauch Der
‚De, zur Figur oder dem figürlichen Leibe kom⸗ Kirchen, die eg nimmt. 3) Nehmen ‚ler
men; daß es heiffe: das ift die Figur, fo gege: | bleibt auch in feiner ordentlichen Bedeutun
benwird. Daher auch Tertullanus dem Mar⸗ | und das Brechen, fo Daulus zum gelbe hi
clon vorwirft: Warum hat er nicht dao Brod Lund bey Austgellung des Brods — 2
Si
mn
gang des Streits vom &. Abendmal
y \
En FREE PO, «
YPT 5 7Pp ' h 7}
*
€
" eben for 1 Con. 10, 4) Der Leib Bepält feine gebung der Sünden vergeffen If. Kur: Cs
natürliche Bedeutung / und es iſi der $eib, der |veimet ſich überall alles zum Brode und Leibe”)
3 A wi
gr 5 is gegeben worden; wie auch | was davon geſagt iſt: eſſen, brechen, vergieſſen,
das Blut, das für uns vergoſſen worden. Das |tri np rs
erhellet aus $uca, der da faget: Der Leib, der| *) fol wol heiffen Leib und Blute, oder Brod und
—*— ur worden; und (andern) Evangeliſten: / Wein, weil trinken, vergieffen folgt. —
Das Blut, fo vergoffen worden» · 5) Dag| 33. Das Babe ich an euch, mein hochzuehren⸗
pronomen ber Zelgung : Diß (und Das, im der Herr Urbane Regi, in kurzem fehreiben wole
‚Gr. tuto), gehöret zum: Brod. Daher auch len, um euch hierdurch meine Meynung anzu
Paulus, wird gebrochen, fo am Brode ges | zeigen; und ich bitte euch, daß ihr den grund⸗
ſcchlieht, zum Leibe ehut. And in Matthaͤo und| frommen und berüfmten Mann, Decolampas
Marco Fönnen die Worte: das ift mein Leib, |dium und andre, dergeftalt zu eurem Gebet bes
auf nichts als aufs Brod gehen. 6) Man fohlen feyn laffet, mie mich felbft, deſſen Buͤch⸗
. Kann die Rede nicht durch einander werfen, daß |lein ich viel zu danken Habe, daraus id) aud)
man fage : was für euch gegeben wird, das iſt den Berftand des Abendmahls genauer habe
mein Leib; weil dergleicyen in Matthaͤo und |einfehen and gewiſſer davon reden lernen. r
- Marco nicht Statt hat. I Was des Bro] 34. Das it des Pöbels Fehl, daß fie nicht
des ift, wird dem Selbe gegeben, z. E. gebro-|darnad) fragen, was die Worte des Abend»
‚chen werden; und was des Weines iſt, dem|mahls vor eine Meynung haben laffen; fondern
DBlute, 3. E. getrunfen werben. 8) Iſt alfo|was fie fich felbft davon einbilden, zu Marfte
nilchts vorhanden, das einen verblühmten Vers | bringen, und den Worten Chriſti aufheften,
fand zulaffe. Und wegen deſſen, was Leib daß faft niemand mehr Mn jegiger Zeit ein Chrift
und Brod gemein haben, 3. E. brechen, kann | Beiffen Fann, der ſich nicht mit den Worten des
das Wort ft von der eigentlichen Bedeutung | Abendmaßls herumziehet. Ich warte aber
nicht gewandt werden. Die Hebr. Kedart|drauf, daß Philipp Melanchthon derausgebe,
hat and) das Wort Iſt nicht. Darum bleibt| was er vorhat. Denn er hat in feinem legten
alles: ganz und ungeänderk. . Briefe gefchrieben, er wollte etwas vom Abend»
>32 Es mag alfo das Fleiſch nüßen, oder nicht | mahl ausgehen laffen. Ich bitte GOtt, daß
nuͤtzen, darüber ich hier nicht freiten will: es | erdas endlich ans Licht bringe , womit er ſchwan⸗
‚mag. das 6fe Cap. Johannis vom geiſtlichen ger gehet, und folches zum Mugen der Kirchen
oder leiblichen Efjen Handeln: es mag Chriſtus erwecke! Lebet wohl mit eurer ganzen Kicche!
zur Rechten GOttes ſitzen, oder unter den| Nördlingen, im Jahr der Geburt Chriſti 1525.
Menſchen handeln: es mögen die Kirchenleß-]| — >
zer den Leib für eine Figur halten oder nicht :
And mögen gleic) der Mirgkel mehr feyn im
. Brod, als im ganzen Leben Chriſti und ganzen
Merk der Erlöfung, ja wol im ganzen Him-
- mel: fo koͤnnen doch die Worte des Abendmaßls
Son der eigentlichen Bedeutung nicht abgewandt
erden; die ergeben fo viel, daß der wahre
Leib und das wahre Blut im Abendmahl ſey.
Es wird im Abendmahl ber Leib gebrochen, und: }
denen, bie zu Tiſche figen, (oder Communi. uer fo langes Stillſchweigen, gellebteſter
canten,) ausgethellet. Es wird der Leib ge Bruder, welches einige ſchon fo ausgelegt,
"brodyen, der am Ereuz gegeben ift. Es wird | als wäret ihr abgefallen, Bat Urbanum fo gar
Das Blut getrunfen und im Heil, Abendmaßl| nicht verdroffen, daß er folches aud) befier ach⸗
ausgerheilee, nemlich Das Blur, fo zur Ver⸗Itet, als vieles Schreiben, weil an flott der
RL | ©gg 899 3 Brie⸗
m
N
* 7
J
RL
einen.
| Mus ——
Urbani Rhegii Antwortſchreiben an
Theobald Billicanum auf vorſtehenden Brief.
Ins Deutſche uͤberſetzt von M. Aug. Tittel.
— n —— —
8
Urbanus Regius (münfche) feinem Theobald
Billican Gnade und Friede in Chriſto!
= 1946 ;
‚Der Reformationsfchriften wider die Kefornuieten 1. Abfehnit,
geheuer mehr, hat. Endlich Haben fie gar
‚allergöchften Richter zufpielen, und die zumemis
gen Feuer zu verdammen angefangen, die aus
‚gottfeligem Gemuͤth bey den bloſſen Worten
Cheiſti mit fchlechtemredlichemGlauben bleiben,
die am Creuz gefchehene Erlöfung mit gröften
Dank preifen, und glauben wollen, daß GAME
durch eine heimlicye Gegenwart feines Sohnes
‚im Abendmahl, als einem Pfand, die Seinen
troͤſte, bis er einmal fichrbarlic und. Herrlich
‚erfcheine. Zu geſchwelgen, daß viele das von
‚Briefe fo ein ſchoͤn Bud) berausgefommen.
Schweiger denn immer nod) ferner aljo, d. i.
ſchcket Briefe von ganzen groffen Bogen.
Ich wußte zwar wohl, mit was vor Gefihäften
ihr beladen: mit was vor ängfllichen Sorgen
und Muͤhe fowol die Jugend zu lehren, als
Chriſtum zu predigen,ihr ohne Unterlaß zerſtreuet
ſeyd; ich fuͤrchte mich aber nur, (wie ich fuͤr
Brüder fo zu ſorgen pflege,) Daß ihr nicht auch
etwa durch einen Sturm in die jeßigen Fluthen
der Gemüther getrieben und dahin geriffen wuͤr⸗
det, darauf leider! jetzo die beften und gelehrte-
ften Leute, zu gröjtem Seelenfchaden, herum
geworfen werden. Es faße der böfe Feind, der
Die Chriſtl. Einigkeit nicht leiden Fonnte, daß
durch fo viele gelehrte Schriften und reichlic)
ausgegoflene Gabe der Sprachen, und durd)
die unüberrindlihe Standgaftigkeit der Pre-
diger, die Sinfterniß der Unwiffenheit vertrie-
ben und Deutfchland wieder auf gute Gedan—
fen gebracht würde, und den Greuel der Ber-
wüftung an Beil. Stätte augenſcheinlich griffe,
und mit einmürhigen Wünfchen und groffen
. Schritten frifch zu der Freyheit, damit uns
Ehriftus beſchenket hat, nicht des Sleifches,
fondeen des Geiftes, eilete. Da gibt er fich num
alle Mühe, daß wir nicht von einem fo gtückli-
chen Anfang, mit vollem Guͤck zum hoͤchſten Flel-
nen Gipfel hinaus fliegen. Darum hat er erft
unter den oberften Lehrern Uneinigfeit geftiftet,
Und da die uneinig worden, durch die fonft Die
Welt zur hoͤchſten Liebe des Chriſtlichen Frie—
dens und des Evangelii entzündet worden: fü
ift auch der Haufe faft in fo viel Secten als
Prediger waren, getrennet worden, Erſt ent⸗
ſunden Zwiſtigkeiten ohne Feindſchaft (Bitter.
keit). Hernach, da der Zank weiter griff, iſt
die Hartnaͤckigkeit, ſeine Meynungen zu ver-
eheidigen, in offenbare. Feindfchaft ausgebro
chen, und fonderlid) über dem Sacrament un.
ferer. Religion , weiches Chriſtus zum ‚Zeichen
der höchiten tiebe und Einigkeit unter uns ge
macht hatte. Denn es find einige Carlſtaͤder
jo toll worden, , daß fie den Faum für einen
Chriſten wollten gehalten haben, der nicht im:
mer das Maul voll von diefen Läfterungen :
Eßgott, bröderner Sort, und vergleichen Un.
uns gepredigte Wort bloß darum haſſen, weil
ich Fein Carlftäder bin, als wenn die Earlftas _
der allein den heimlichen Leib Chriſti ausmach⸗
fen, für, die fi) der Sohn GOttes in Tod ges
geben, wir aber nur wie irgend ein Geſchwuͤr
oder faul Glied mit dran hiengen, bis erung
des eheften abhauen würde. Be
2. So viel Fann eines einigen Artifels Glau⸗
be thun, den fie doch nicht zuerſt erdacht ha⸗
ben. Denn Wiclef, ein Engländer, hatim
‚vorigen Jahrhundert, und die Waldenfer in
ihrem Befenntniß, das fie an Königin Uns
garn, Uladislaum, geſchickt, eben den Artikel -
mit eben ven Schriftftellen und Gründen bes
hauptet und eifrig geftritten, daß das Brod
figürlih und nicht natürlidy der Leib Chriſti
fen; wie Johannes figürlicher Welfe der: Hes
llag geweſen, und nicht perfonlich. Was folle
te ic) hier thun? Es waren viele groffe Gelehr⸗
te an ihrer Seite, und ic) durfte weder recht
fchreiben noch ſchweigen. Ich flehete zu GOtt,
daß er fein Antliß auf uns wenden moͤchte:
denn Uebereitung im Urtheil iſt, wie fonft ale
lezeit, aifo infonderbeit in Glaubensſachen vol
tödelicher Gefahr. Ich Babe alſo die Grunde
und Schrifrfiellen, dadurch die Carlſtaͤdiſche
Lehre beftärfee zu werden pfleger, mit Fleiß ee
wogen ; hernach habe ich befanne, es lieffe fih
alles wohl bören vor dem Volk, und för
mit diefem Griff auf einmal das Meßopffer über
den Haufen geworfen werden. Daß ich aber
nicht aud) gleich diefe Meynung völlig annahm,
mar die gezwungene Auslegung einiger Stellen,
und der Eifer allenthalben, viel Stimmen auf -
ihre Seite zu ziehen, Urfache, welche euch auch
bedenklich worden. Und da man ——
Wor
[9
Seen ehe. 1949
zorte des rn ende na J— let wird: durch Gemeinſchaft des Blutes, die,
be siegen und anſed anfehen muß: jo h at man fid) | dadurd) ung Chrifti Blut mitgetheilt wird.
doch mehr um andre Shen befinmen, a als Denn auch die Widerfacher werden uns nicht
uni woeiche allein die Gewiſſen ſtillen m uß, für fo dumm anfehen, daß mir nicht follten wiſ⸗
* wir ihren Verſtand recht ü inne haben. I fen, was die Schrift von der Gemeinſchaft des
© 3. Die Stelle ı Cor. 10. darauf feine gerin- geimticyen Seibes Eprifti lehrer. "Der leugnet
ge Hofnung des Sieges ftund, fhlene kaum nicht gleid) die Gemeinfchaft.der Heiligen , der
eine Berblüßmung, zuzulaſſen da der A poftel | die ©emeinfchaft, die wir g'äuben, nemlich des
mitfolgte. Der Sels aber war Chriſtus.
einen verblüßmten Berftandaufzußeften. a,
- ober: daffelbe,) oft genommen werde für das iſt,
ob bwol das Verbun ſubſtantiuum im. H:bräl
° Da aber nad) ihrer Spradyart nicht gleich fte-
i als fpräche er: Was ic) oben vom Ofterlamm
D
d
Fels, d. i. Chriſto. Und der geiftlibe Fels, |
nee Unreinlichfeit im Verſtande, wenn man
j . worgefchrieben find, verrichten, weil derfelbe
Leibes Chriſti im Brodbrechen, und bie Ge⸗
meinſchaft des Blutes Chrifti in Austheilung
des Weins befennet, wegen der Einfegungs-
worte Chriſti, und wegen ſeines Befehls, daß
| wie dergleichen thun follen. _
5. Und ob fchon die Alten irgendwo ſo reden,
daß es ſcheinet, als wenn ſie den Carlſtadern
zu ſtaften kaͤmen: fo haben fie doch oft ganz
anders gefchrieben,, als viefe Lehre lauter; daß
ich Dahero auch durch ihre Zeuaniffe gar nichts
‚bewogen worden, von meiner Meynung abzu⸗
‚gehen: denn Ehryföftonius fchreibe mit Ela»
ven Worten *), daß beym Sacrament der Leib
des HErrn fey. Und nad) ifm Iheophyla-
ctus, ein fehr feiner Autor, in Matth. 26: Er
"Bat nicht geſagt, diß iſt eine Figur; fondern,
das iſt mein Seid. Und Joh. 6. fpricht er :
Merfe, daß das Brod, fo von uns im Sa.
crament (oder Geheimniß,) gegeffen wird, Feie
ne Figurirung (oder Abbiſdung,) des Fleiſches
Chriſti iſt, ſondern das Fleiſch Chriſti ſelber;
denn er hat nicht geſagt: das Brod, das id)
geben werde, ift die Figur des Sleifches; fon.
dern, mein Fleiſch Denn cs wird das Brod
sldurd) den heimlichen Segen in den. facte-
mentirlichen Worten verwandelt, und koͤmmt
aud) der Heil. Gei Ih zum $leifch des HErrn.
) nihil obſcuris.
Tag das Paſcha des HEren iſt; daß man es| 6. Cyprianus er Abendmahl des HC
lieber auf den Tag, da fie fich der. empfange- fpriche: Das Brod, welches ver HERR
nen Wohlthat erinnern follen, als aufdas Lamm | den Juͤngern gereicht bat, und nicht dem Anſe⸗
diebe: ben, fondern der Matur nad) verändert wor:
“4: Des Apoftels Worte aber ı Cor. ıı: Das|den, ift durch die Allmacht GOttes Fleiſch
od, das wir a ift das nicht die
worden: Und wie in Chriſti Perfon man die
Bemeinfbaft des Leibes Ehrifti ?2c. wenn | Menfchheit fahe, und die Gortheit verborgen
fie nicht gezwungen, fondern ſchlecht weg aus | war: fo Bat ſich im fichtbaren Sacrament das
‚gelegt werden, beftärfen dag unfre, wenn wir | serie Wefen unausiprechlicher Weife einge
durd) Gemeinfchaft des Leibes Chriſti, die ver. [gef en, daß die Neligion bey den Sacramen
‚m , badurd) uns der Leib Chriſti mitgerhei- | ten Verehrung (oder Andacht) haͤtte.
nicht von einem leiblichen/ ſondern von
geiſtlichen Fels redet. Denn fo leſen wir:
Sie trunfen aber vom geiſtlichen Sels, der.
Die Worte find ganz Elar: Sie frunfen vom
fo fie begleitere, war Epriftus. Da ich denn
nicht feße, was mich zwinge, dem Wort All
ich würde lächerlich feyn, wenn ich da einen ver;
blühmten Verſtand brauchte. Nun: machte
ung der Dre 2Mof. ı2: Das ein Oſiern
dem Hrn! Dennid) wußte wohl, daß (hu,
ent, ‚nicht ſtehe. . Denn fo würde der Hebräer
redens Das meine Seele;. das mein Leib!
bee; ift, oder, ift geworfen ; darum glaubte
ich wirklich erſt, es wäre etwas verbiühmtes
darunter. Endlich habe auch gefehen, daß das
Iſt fubltantiue genommen werden Fünnte, ohne
Mofen alfo verſtehe: Ihr ſouet in Eil fl
denn es ift der Uebergang des HERAN
fohlen habe, werdet ir, wie die Ceremonien
7. Es
—*
1350 Reformationsſchriften wider die Reformirten L Abfch
. &s ift auch nicht zu übergehen, daß Theo» es die ganze Kraft und Wirkum ) des Wortes
pbplactus, da er die Worte des Abendmahis empfangen bat. Denn es iſt nicht das Fleiſch
| ti
handelte, Marc. 14. unſre Meynung fo offen: \eines jeden Menfchen, deſſen Fleiſch nichts nü=
barlic) bekraͤftiget, daß ich durch einige anders | Gen kann *) (nicht Pauli, Perri und anderer
klingende Stellen mic) gar nicht zur Carlftadi- ihres,) fondern des Lebens und Hellandes Er
fehen Lehre verleiten laffe. Denn fo ſpricht er : ſu Chriſtl fein Lelb felber, darinnen die Fülle
Das iſt mein Leib. Nemlich dig, das Ihr neh: |der Gottheit leibhaftig wohnet, kann es thun.
met; denn es iſt das Brod nicht irgend nur ei · Das Fleifc) aller andern nuͤtzet freplich wolin -
ne Figur und Abbildung des Leibes Ehrifti, der That nichts, aber. das Fleiſch Eprifti, weil
BB vo N n I -
ſondern der Leib Chrifti wird darein vertan |der eingeborne Sohn GOttes darinnen wohnet,
| delt. Denn der HErr fagt: Das Brod ‚|Fannalleinlebendig machen. Welches alles i
Das ich geben werde, ift mein Fleiſch: er|nicht.dazu anführe, daß ich in Glaubensfahen
hat nicht geſagt, die Figur meines Fleiſches; die Seudyte des Worts verlaffen, und mich zu
[2
fondern, mein Fleiſch. Und abermal: Wo Menſchengloſſen (oder Auslegungen) Ang ;
‚ihr nicht eſſet das Steifeh des Menſchen | wollte; fondern daß ich zeige, wie billig
Sohnes. Möchte aber eins fagen: Warum mich bedadye, da ich geleßen, daß auch die
fiehet man denn das Fleiſch
nicht? Antwort: vornehmſten Alten den Widerſachern niemals
I Menfeh, das geſchieht wegen unfrer Schwach. | völlig beygepflichtet.
heit. Denn weil das Brod und der Bein von
denen Dingen find, deren wir gewohnt find,
od haben wir fein Grauen davor; wenn. wir
‚aber das Fleiſch und Blut vor ung fähen, fo
miürden wir es nicht vertragen, fondern davor
Abſcheu haben, Drum richtet fid) der barm⸗
herzige GOtt nad) unfrer Schwachheit, und
laͤßt Die
bleiben: fie aber in die Kraft des
leifches und Blutes.
ö eher aber ı Cor. ır. über die Wor⸗
te: weil er nicht unterfeheidet den Leib des
ERXRXN, fpricht: Das ift, forfchet nicht erſt
nad) der Gröffe Diefes gegenwärtigen Geheim ·
niffes, um es recht zu erfennen. Denn wenn
wir müßten, mer und wie großder fey, der. ung
vor Augen lieget, fo brauchten wir faft Fein
ander Ding zu unfrer Nothdurft. Meynet ihr
denn, Arhanafiusmwürde fo geredet haben, wenn
er nad) Art der Carlſtaͤder geglaubt hätte, daß
nichts als Brod und Mein da wäre?
9. Sa, auch auf dieſe Worte: Mein Fleiſch
nuͤhet nichts; koͤnnen ſie nicht fuſſen, wenn ſie
Vaͤl niffe haben wollen. Denn Cyril⸗ fet, weiß, daß ich von Ehrſucht und boͤſen
en ah: Weil mitdem lebendig- fecten gänzlich entfernee bin. Verflucht fey die
Wort das Fleiſch verbunden iſt, ſo Ehre! verflucht der N
ob. mol) von der Wahrheit weicht! Selig iſt die Schmach,
machenden
iſt es ganz lebendigmachend worden,
Geftalten des Brodes und Weines | ren,
*) eg fteht ar nuͤtzen kann; im Lat, aber niche -
mag fehlen,
10. Was vor Stürme der Verfuchungen
meynet ihr mol, mein Theobalde, find da auf
mein Gemuͤth losgefallen? Da ic) fahe, daß
folche vortreffliche Männer nicht mit mir eins
die fonft wegen ihres gortfeligen Wan⸗
dels und feltenen Gelehrſamkeit mir fo lieb
Ich war da im gröe
und theuer gewefen ?
ften Zweifel: nichts durfte ich gäßling, oder aus
Uebereilung wider Gewiſſen hun; und wider -
fo groffe Männer zu reden, war thörichtz wel
che, wenn fie der Geiſt gelehree und fie des
Ölaubens Erfahrung haben, wer war ich, der
ihnen widerftehen follte? Die Wahrheit verehre
ich, mie es billig ft, und forfche darnad) mit
gröften Fleiß. Wenn fie mir nun zuvorfome
men *), fo werden fie als Brüder handeln und
gar Dan
GH LE anflehen, daß id) Armer nicht
hinten gelaflen werde.
*) nemlic) in Erfindung der Wahrheit.
11. Der, welcher Herzen und Mieren pri
Gewinn, dadurch man
die Matur des Fleiſches, als Fleiſches, nicht le. und ſelig iſt der Verluſt! den man wegen der. 7
bendig machen kann; es thut es aber Doch, weil Wahrheit und Gerechrigfeit leider.
12.
2. So
1952. . Don der Deranlaffung und Fortgang des Streits vom H. Abendmabl. 19,3
22. So viel mich anbelanget ,, fo will ich, [nicht der Mann bin, auch nichtfo ein groß Anz
wenn meine Wenigkeit: nichts anders ner „eben oder Gelehrfamfeit in den Kicchen Babe |
ten kann, vom Vater der Lichter. dle Erfenns-| daß durch mich, wenn ich auch, wollte, in der
niß der Wahrheit zu bieten und — Kirche Streit angefangen ober vermehret wer⸗
aufhoͤren, daß nicht die Herzen der Einfaͤltigen den koͤnnte. Denn da ich nicht viel vermag,
immer durch allerhand munderliche Lehren um⸗ | fo werde ich auch mit der, Gelehrſamkeit nicht
getrieben, fondern in der. Beilfamen Lehre wwi-| diel.fchaden oder nüsen Fönnen; ob ich aber _
‚der die Pforten der Hoͤllen felber beveſtiget BAR MER miggen andre urthei⸗
werden. Russen toi he Warum babe ihr aber, wozu ihr uns er=
%
nr. Aare tn a ea h hr
13. Fahret ihr, eures Orts, fort; zu thun was mahnet, niche-felber erft erwieſen. Ihr kuͤn⸗
ihr thut, und ſeyd verſichert, daß auch ich nichts diget Krieg. an, und wollt ung doch die Rechte
liebers habe als dieſe Wahrheit. Die Gnade des Krieges verbieten. Sehet zu, mein Bu:
des HExen ſey mit euch! ‚Amen... Augſpurg cer, Daß euch nicht jemand den Wegſeulen ver⸗
- den 18. —— im Jabe 1335. — Ri * — en: | —— |
Es gruͤſſen euch Johann Kana, und Ste, mals felber wandeln. Carlſtad hat Anlaß ge-
phanus Agricola, und Die andern Brüder und geben, vom Brod im Abendmahl anders, als
treuen. Mitarbeiter am Eoangellop welche auch ſonſt, zu halten. Wer hat den Streit gemeh-
ſelbſt eurer Meynung willig beygefallen. ret? Zum wenigſten zeigen die: ausgelaffene
— — — — Söriften, wer ifn gemeßref. Ihr habe den
D. Wie fid) Brentius gegen die Befchul-] Unflard geruͤhret; nun ermaßnet ifr uns, wir
sbigung Bucevi versheibiget, und der |len ben Stant Be eh dee
letztere in den von ihm uͤberſegten brenner fort; und Te versehen lie
| Schriften Bugenhagens und Lutheri ſollen nicht zulaufen und loͤſchen, oder gedenken,
nicht getvenlich verfahren daß da ein Brand waͤre. Meynet ihr, daß
ra Bad en See me en wenn ihr
erg 4 Frieden wollt, fo legt die Waffen ab, und ver-
Johann Brentii Schreiben an Martin |spner euch mit uns: denn fo lange wie eure
bloſſe Schwerdter fehen, fo ſcheuen wir uns vor
Ducern ‚über die Worte: das iſt mein. Heib;
a Se lu ana en
Alus dem Sateinifchen überfegt von WI. Aug.Tittel, | 2. Ihr werdet fagen: Wo Haben wir das
ET ESchwerdt gezucket, oder Krieg angefündiger?
oe Bucer, — haben zwar prächtige Wor
| — te geſehen: (nemlich) wir | Seiede,
ur Bes 0 kn De u, San lan ewige
em HErn Eh hrifto, Amen. Edre Cprifti. _Unterdeß aber Iefret ihr ganz
F ch habe euren Brief erhalten, twerthefter |anders in euren Kirchen, und gebt es in ge:
'® Bucer, der mit feßr lieb und angenehm |druckten Schriften an den Tag. Wir haben
geweſen darinnen ihr mir ſo freundlich wegen |bisher aus CHriſti Wort gelehret: daß das
‚ meines Amtes Glück wwünfcher. Ihr ermah- Blod des Abendmahls Eein bloß Zeichen, fon-
| nee mich aber auch. mit vielen Gründen, daß |der wahre leibliche Leib Chriſti fey. Ihr leh⸗
1336, (dr
«Johann Örentius Bucero feinen Bruß!
ei N
ic zum Frieden der Kirche willige, Darauf|vet und fchreibet anders. Und vürfe dod
erſtens dienet, daß, wenn etwas in der Kirchen noch ſagen: daß ihr den Frieden der —
gutes von uns geſchehen, ſo iſt es des HErrn, ſuchet.
und nicht unſer. Hernach bin ich ah nicht - *) ich leſe ſpectamus für fperamus
h be — zur li S dem! 3. Denn daß hierinnen fromme Männer
| ahls ermahner, a ich‘ unter einander mißhellig ſeyn |
—J Lutheri Schriften i7. Theil. ch — dhh ßhellig ſeyn, das gehet (ehe
Der Reformationsfehriften wider die Reformirten I. Abfehnitt. _
>
1954 19
feße nahe, und wir beten täglich im Namen Wir hingehen wollen Teopfylactumanfüßren, |
JEſu Eprifti, daß die Spaltung weggethan welcher nicht zuläße, daß man den Seib für eis |
werde. Denn der Menfchen Larven (oder An⸗ ne Figur des Leibes halte. Tertullianus (wer⸗
ſehen )ruͤhret mich nicht fo ſehr, alg Das Wort det ihr fagen;;) ift viel älter als Theophylactus!
Chriſti. Denn wenn ih je an Menfchen ge⸗ Aber Theophylactus ift zum menigften eben fo
bangen Hätte, fo wuͤrde ich es jego vor andern gottfelig. Denn Bier ift nicht der Streit über‘ |
tun, da Decolampadius mic) als ein Sehrmei- dem, was gefchehen, darinnen vielleicht Denen, |
fer fich ganz zu eigen haben follte, als bemich Aeltern mehr zu glauben als den jungen, fün« |
nimmermehr Dank genug fagen Fann (ob ich dern über dem Verſtand der Worte CHriſti.
gleich jest anderer Meynung bin als er, und Laßt uns aber fehen, wie im ı B. Mofis die |
‘ zwar aus gerechten Urfachen): denn id) ihn Befchneidung ein Bund Beiffe; denn GOtt Bat |
böchlich verefre und bervundere. Denn es iſt geſagt: Ich bin dein GOtt und ib will |
er si meinen Bund mit die machen, und du ſollt
gehoben, weil wir in dieſer Sache des Abend- | ein Dater vieler Völker ſeyn. Und denn fers |
Darum das Recht der Siebe nicht unter uns auf:
mahls nicht gleich gefinnet find. Ich erfenne|ner: Ich will meinen Bund zwifchen ‚mit
ihn für meinen Sehrmeifter, und erkenne ihn für | und dir. aufriehten, und zwiſchen deinem
einen vortrefflichen Biſchof in der Kirche, und| Saamen nach dir in deinen Befchlechten, |
weiß, er wird mir vergönnen, anders Sinnes|mit einem ewigen Bunde, daß ich dein
zu feyn, als der in feinem Büchlein, welches er| GOtt und deines Saamens nach dic fey,
von der Erklärung der Worte des Herrn :| und will dir zc. geben.
das ift mein $eib ; ausgehen laffen, fteher, wenn| 6. Welche Worte man nur mit den folgen»
ich nur mit gutem Grunde des Worts anders|den zufammen Balten darf, fo ſiehet man leicht,
lehre. Diss, „Van was der Bund GOttes mit Abraham fey, und
> 4 Wir findeinige Tage zu Hall mit etlichen |warum die Befhneidung ein Bund heiſſe.
Brüdern verfammler gervefen und Baben uns| Denn der wahre Bund mit Abraham iſt dies
zufammen berathen, was wir von dem Brod ſer: Ich bin dein GOtt und deines Saas.
des Abendmahls hielten. Wir wollen dem|mens nach dir, du follt ein Dater vieler
Decolampadio. in Schriften antworten und | Dölfer ſeyn; ich will dich wachfen Yaffen,
unfers Glaubens Kechenfchaft geben. Wenn |und die und deinem Saamen nad dir x.
er unfre Mißhelligkeit nicht freundlich anninımt, | geben.
Das ift der Bund, Darauf folge:
fo wird er uns doch, wie wir gewiß glauben,
nicht ganz vermwerfen. Denn die Gründe, da-
- von ihr fehreiber, daß wir glauben follen, das
Brod wäre ein bloß Zeichen, nicht aber ver
wahre und leibhafte Leib Chriſti, thun uns fei-
ne Önüge. Butt.
5. Ihr fager, die Schrift Beiffe die Befchnel-
ein Zeichen des Bundes heiſſet. Wir danfen
dem Heiligen Geift, daß er fein Wort felber er-
fläret, und gelehret hat, was wir durd) Bund
vetſtehen follen, nemlid) ein Zeichen des Bun-
des. eiſet mir aber die Schrift, wo der
heift,. Die Befchneidung ift forvol ein Bund, als an
Lib in diefer Rede, das ift mein Leib, durch Zeichen des Bundes, Das Zeichen, in fofern
Zeichen des Leibes erfläret werde. hr werdet | fie die Befchneidung, fa fo fern fie die Abreife
Es foU unter euch befebnitten werden alles,
was mannlich ift. Ihr follt die Vorhaut
eures Sleifches beſchneiden, daß es ein Sei⸗
chen fey des Bundes zwiſchen mir undeuh,
Und die Befchneidung ift ein Zeichendes Bun—⸗
des. Was vor eines? nemlich deflelben: Jh
bin der HEre und GOtt, ich will dich zum
dung einen Bund, da fie fie Doch bald drauf Dolf machen ꝛc. ich will dir geben das
Warum Beiße aber die Beſchnei⸗ |
Hand x.
dung der "Bund felber ?
7. Höref, mein Bucer, und laßt euch mer
nes Glaubens Rechenſchaft nicht zumider ſeyn
irgend einen Tertullianum oder andere anzie- | fung des Vorhautfleiſches iſt; in fofern fie aber
ben, die den Leib Dusch Figur des Leibes geben, [das Wort hat: Ich bin dein GOtt: ich *
dieh
*
96 Bon Fortgang des Streits vom, Abendmahl.
der Deranlaffungım!
H g. Wenn ihr diefe ehrliche und aufrichtige
benzc. foift fie kein Zeichen des Bundes, fondern | Erflärung der Worte Chriſti auch annähmer,
der Bund felbft. And fo fagen wir aud) vom |fo bliebe Friede und Eintracht. Ihr wollt aber
Brod. Denn das Brod als Brod ift ein Zei-|tieber etwas feyn. KL |
chen Eprifti und feines Leibes. Wer leugnee| 9. Daß ihr denn auch) in der Redart: der
Das? Und es iſt Brod, ehe es geheiliget wird. |Sels war Ehriftus, durch war *) verſtehet,
Denn das Brod, ehe eg geheiliger wird, fpei-!bedeutete, Eann ich nicht feßen, aus was vor
ſet auch und labet den Leib noch. Darum wird Grund ihr es thut. Denn wenn id) auch vor«
es aud) ein Zeichen des Leibes feyn, ja, desgan=|hin eurer Meynung gewefen wäre: fo müßte
—
zen Chriſti, der die Seele ſpeiſet, ehe es geheiliget mir doch Durch die verdrehete und gezwungene
wird. Aber Das Brod des Abendmahls, fo} Auslegung dieſes Ortes eure Sache wenigſtens
das Wort (Bar): das iſt mein Leib, iſt wei⸗ jetzo verdaͤchtig werden. Betrachtet nur den
fer Feine Figur, ſondern der wahre leibhafte Leib Ort Paull etwas fleißiger: fo werdet ihr finden,
- Epeifti ſelbſt. Denn fo iſt es mit den Gaben daß das war nicht fo viel heiſſen kann als be⸗
GOttes, daß fie Durch Das Wort zu uns kom⸗ deutete. Denn Paulus fagt: Sie tranfen
men. Die Vergebung der Sünden, der Frie-⸗ von dem geiftlichen Sels, der ihnen mit folg-
de, Die Helligung, find Gaben GOttes, die wir te; der Sels aber war Chriſtus. Was vor.
durch Chriſtum erlanger haben. . Wie kommen ein Fels? Nicht wahr, eben der, von welchen
‚fie aber m uns? Durds Wort. Durch wel⸗ die Väter gefrunfen ? Und welcher folgte ih⸗
ches? Die find deine Sünden vergeben.Inen**)mit? Weriftder? Höre Daulum: Sie
Sriede fey mir diefem Haufe! Und da Ehri-Iteanfen von dem geiftlichen Sels, und der
ſtus ſpricht: ihr feyd febon rein, wegen meiner} Sels folgte Be Was voreiner? Etwa dee
\r
Rede, Die ihr gehört habt. Siehe, da kommt leibliche? Der begleiterefiejanicht. Dergeifte
die Heiligung oder Neinigkeit durchs Wort. liche aber war Chriftus. So gehe nun und gib
So *) hat uns EHriftus mit feinem Leib und war durch bedeutete ; fo Fäme der Berftant _
Blut befchenfet, als miteinigen herrlichen Ga⸗ heraus: Der Fels (nemlich der geiftliche, da=
ben, dadurch wir von Sünden gemafchen wuͤr⸗ von die Väter kranken und der ihnen mit folg-
den. Aber wer bringt uns die zu? Denn derjte,) bedeutete Chriſtum. Siehe, was ihr für
Leib hat am Ereuze gehangen, im Grabe gele-jein fehöner Ausleger Pauli feyd. Wir wiſſen
gen, er ift auferftanden und figet zur Rechten wohl, daß der leibliche Fels, und der nicht ge=
des Vaters; und fein Blut, fo am Ereuz ver⸗ heiliget ift, eine Figur Chriftifey, wie auch, daß
goffen worden, ift etwa vertreten worden. Wer ſein jedes ****) ungeheilige Brod eine Figure
|
|
|
(
gegenwaͤrtig dar? Du höreft das Wort: das nicht von dem leiblichen, fondern von dem geift='
Wort reicht fie dar. Wasvor ein Wort? Dallichen Fels, denn er fpricht: Sie aflen aber
haſt du es: das iſt mein Leib, und das ift mein |alle einerley geiftliche Speife, und tranfen
Dur! Diefem Wort hat Chriſtus feinen Leib |aUe einerley geiftlichen Trank, denn fie trun«
und “Blut gegeben, dadurch fie erhalten und ken von dem aeiftlichen Fels der fie begich«
uns gegenwärtig dargeftellet würden. Da nun ſtete. Hierauf fpricht er: der Sels aber war
Chriſtus feinen Leib und Blut dem Worte befoh- |Ehriftus. Warum follte er Hier von dem leib⸗
len und verfrauet, was iftes Wunder, menn,jlichen reden, da er vorhin ausdruͤcklich den
B da foldyes zum Brod fommt, es zum Brodefgeiftlichen genannt hatte? Und da wir nady
bringet, was ihm verfrauer war. Denn das N Wort befennen, daß das Brod im
. Wort hat von Chriſto den Leib und das Blu:| Abendmahl der Leib Chriſti fen: fo machen wir
empfangen; thue alfo Das Wort zum Brod:|daraus nicht ein Mirafel am Brod, und mache
das iſt mein Keib, warum follten wir alsdenn | uns dieſer Einfall oder Gedaͤchtniß des Seitens
vicht im Brod empfangen, was im Worte? Chriſti nicht irre. Sondern wir preifen das
7) ũñ ſoll fic heiſſen. HH Wort,
x
erhält demnad) dieſe Gaben und ftellet fie ung des Leibes Chrifti fey. Aber Paulus rederhiee
—
1057 °
-
‚ Der Reformationsfchriften wider die Reformirten 1, M
Hgren, und Phafe für Figur erklären,
wol ein Wunder, wenn fie es im Ernſt ehun; |
denn fie irren, weil es der Heilige Geift anders.
erPläret. ‘Denn es folget: Wenn eure Goͤh⸗
ne zu euch fagen: was iſt das vor eine im ı
dacht (oder heil. Dienſt)? fo folt ihr ſagen:
Es ift das Öpffer des Dorübergebens des
Errn. Und was er oben fihlecht weg Pha⸗
fe nannte, das erfläret er nun und legt es aus
J— nicht von der Figur des
aſe. N
12. Denn daß ihr auch aus Chriſti Predigt
anführet: Johannes ift der Elias, daß os
bannes den Eliam bedeute, werdet ihr wol
mehr in Scherz als Ernftgefager haben; denn
ihe werdet dorf aus it nimmermehr heraus‘
bringen, bedeutet. Denn wenn Chriſtus fa
‚get, Sobannes fey Elias; mas meynet ihr,
1958
Wort dadurch uns die. Gaben dargeboten
‚werben. ha n BEER,
— ar eraf, ſo iſſen per era -
N ——
***) fequetur, für ſeguebatur.
**x8) quemuis, nicht uamuis 0...
210, Und da Ehriftus haben will, daß wir es
"zu feinem Gedaͤchtniß thun, d.i. daß wir feinen
Tod und $eiden verfündigen, wie es Paulus
erklaͤret: mie Fönnen wir das beffer thun, als
wenn ung der $eib und das Blut durchs Wort
ee gereichet werden? Gewiß viel befz
fer, ale wenn wir bloffe Zeichen vor uns ha⸗
ben. Denn wenn ihr wiflen wollt, worinnen
die e8 verfehen, Die eine verblühmte Nedart
Bier fuchen in den Worten: dasift mein Leib;
fo will ich es leicht fagen. Sie thun eben, wie
ein andrer, der, wenn Chriſtus fpriht: Ib
bin das Licht der Welt, aus dem Licht eine es 1) y Mt
Figur des Lichtes machte; oder (da er ſpricht): da vor ein Elias von ifm verftanden wer⸗
Ib bin die Auferftebung, eine Figur der de? Etwa der, fo unter Achab geweſen? Mit
Auferftehung Berausbrächte. Denn wie durch nichten: fondern der, von welchem Malachias
das Wort: Jch bin das Licht der Welt, uns ſchreibt c. 3. und 4. denn diefelben Stellen ges
das Icht gebracht wird; welches Wort, fo es| ben nicht auf den Eliam unter dem Achab, ſon⸗
jemand im Glauben annimme, der empfäher | dern auf Johannem. Johannes ijt alfo dere
das rechte Siche: ſo wind auch durch das Wort, felbe leibhafte Elias, und ftellee in nicht etwa
das ift mein Leib, der $eib unfers HEren zu|nur vor, von dem Matachias fchreibe; tie
ums gebracht. Und warum follte es dergleichen Chriſtus Flar genug in feinen Worten anzeiger,
nicht hun, wenn es zum Brod Fame? da er fpricht Matth. 11, Das iſt der, von dem
1m Daß aber Paulus und $ucas fagen stgefbrieben ſteht: fiebe ich fende meinen.
Diefer Reich ift das YL. Teftament; wolle Boten. | ERTL DR
iße es zwar fo verftehen, als wenn der Kelh| 13. Diß fehreibe ich mit wenigem an euh,
ein N. Teftament hieſſe, weil er eine Figur des | weitläuftiger aber an Decolampadium. We⸗
MT. fey; wir aber wollen eg anders ausle-| gen des Friedens und der Eintracht binichgang
gen. Denn Matthäus und Marcus geben es roillig dazu. Denn es lieget mie nichts mehr
an die Hand. Denn was anderweit ſtehet: an, als der Friede der Kirchen und die Ehre
der Relch ift das N. Teftament, das wird | Ehrifti. Wenn ihr aber felbft lieber Friede als
an andern Orten fo erfläret: das ift das Blut) Streit wolltet, haͤttet ihr nicht Schriften aus
‚des YI. Teftamente, daß das N. Teftamene| gegeben. Wir Fünnten wol Eintracht Boffen,
- nicht eine Figur des N, Teftaments ſey, ſon⸗ weni noir mit eucheinftimmeten; aber fo Fonne
dern, nach Matthaͤi und Marci Auslegung ,|ten wir auch mit der Päbftlichen Gottloſigkeit
> Das Blut des N. Teftaments. Wollet ihr das Frieden hoffen, wenn wir mit ifnen dreinwil
Blue und die Figur zu einem Dinge machen ?| ligten. ‘Denn, daß wir mit dem Pabft nice
. Ein gleiches ſtehet 2Mof. 24. da Mofes das | einig find, kommt daher, weil erdas Evang
genommene Blut übers Volk fprenget und| lium durch Menfchendünfel und Träume fül
- fpricht: das ift das Blut (nicht, Das Zeichen) |fehet. Und daß wir mit euch nicht einig find,
des Bundes. Und was andre aus 2 Mof. kommt daher, weiles uns duͤnket, daß ihbrdem
12, anziehen: ft das Phafe (Paflah) des Wortedes HEren Gewalt anthut. Und 9
ED N. EN SWOR
n der Deranlaffungumd Sortgang des Streits vom h. Abendmahl. 1961
ihr uns fcheinet die Gabe zu nehmen, die uns verlacht ihr da den Theobald Billican, und
das Wort zugebracht wird; welches wir | mache ihn gleichfam aus der Höhe herab fo ges
"in Feine Weife leiden werden. Geht miteurer ringe? Und auch in der ausgegebenen Schrift
bi ten Rebe! Wirbefennen, daß Chri⸗ | verfporter ihr ihn, ob ie wol feinen Mamen
us uns unter dem Wort: Das ift mein Leib, | verfchweiget. - Das find nicht Zeicheneinesred»
iche Die. Figur feines Leibes, ſondern feinen Leib | lihen Gemuͤthes, ob die Worte nod) fo viel
iber gebe. Der Leib fpeifet unfre Seele, nicht | darauf lauten. Mich zwar möget ihr verhöß
aber die Figur. Was nun aber das Brod vom | nen und verachten, fo feßr ihr wollet, denn ich
selbe Bat, Das hat es**) aus Dem Work, und | will gerne nichts an mir haben, das der Rede
iſt das Brod nicht anders Leib, als in.fofern| oder Hochachtung werth ſey. Was aber bie
das Wortden Leib zu uns bringet, 1 Bermaltung ‚meines Amts betrife, ſo will ich
Er Hfedfol Heine. aufs fleißigfte forgen, daß ich treu ſey. Denn
- #9) im Eateinifchen fehle einmal habet. [das erfordert Paulus an den. Geiſtlichen, und
14. Hernad), daß ihr ung damit in die Ene) ich will Koffentlich fo viel bauen mit ſchlechter
ge treiben wolle, daß, wenn wir fonftinnichts | ( ungelehrter) Treue, als anderemit groffer Ge⸗
willigen, wir doch nur nicht, ſagen: Daß das lehrſamkeit; doch nicht ich, fondern Chriſtus
Brod der Leib ſey, oder nicht ſey, wenn wir mit mir. Darum, mein Bucer, ziehet uns
nicht ſo hoͤhniſch durch, ſondern laßt uns allen⸗
fals ruhig auf der Erden (oder in der Tiefe)
kriechen, wenn wir unſern Flug nicht zu euren
nur des Ledens und Sterbens Ehrifti gedenken:
fo hätten wir Das laͤngſt gerne gethan, wenn
hohen Dingen erheben Fönnen.
nur nicht in ausgegangenen Schriften die Fra⸗
iger was das Brod ſey? entſtanden wäre. Denn
Paulus ſpricht: Der Menſch aber pruͤfe ſich17. Ihr lehret, daß das Brod des Abend⸗
and alsdenn eſſe und trinke er. Wer weh: mahls bloß ein Zeichen des Leibes Chriſti ſey.
ret alſo zu fragen: was wir eſſen oder trinken, Daß wir dieſe eure Lehre nicht faſſen, macht
da wir das Gebot haben, wir follen uns beym die Salbung: das Wort Epriftl ermahnet uns
Eſſen und Teinfen prüfen, — Dazu, durch welches Wort er uns die Gabe ſei⸗
5. Aber ich laſſe es jetzt dabey bewenden mit | nes Leibes gegenwärtig dargeboten. Das Wort
"dem Schreiben; wir müffen aber nie aufhören | bringet den Leib herbey, folglich aud) das, wo⸗
zu beten, Daß uns GOtt zum Schadender Kir. | zu das Wort kommt. Und Paulus ſpricht:
sche nicht länger uneinig bleiben laffe. Indeß Wer den Leib nicht unterfcheider ; Er fpricht
Toßt euch, mein Bucer, aud) bewegen, daß |nicht: Wer die Figur des teibes nicht unter
wir das von euch und eurer Kirchen erhalten , | feheidet. Denn daß wir Bier Feine verblühmte
warum. iße ung fo fehr anfprechet. Und mas Redart gelten laflen, das machen eure ſchwa⸗
Alt das? Daß ihr euch der Worte, daß ich nicht
- fageder Gottesläfterungen,twider Das WoriChri⸗
fi enthalte. Denn was foll es heiſſen: Gläu-|nen iſt. —
beſt du einen broͤdernen Gott? Biſt du ein| 18. Kurz, laßt uns mit einander GOtt herz⸗
Fleiſchfreſſer? Denn fo berichten ung viele Bruͤ⸗ lich bitten, daß er ung verleihe, gleich geſinnet
der aus Straßburg vonden Euren. Aber viel-| zu feyn! Denn wo uns in der Sache font Ein»
- Heiche berichten fie ung falſch! Wir wollen es tracht herkommen wolle, fehe ich nicht. She
- gelten laffen, wir wollen nicht leicht argesden. | Babe die Feuersbrunſt erreget: ſehet nun zu, Daß
Dia: 72 TREE ek re fie wieder geloͤſchet werde. Ich, meines Orts, wer⸗
6. Bey uns iſt das ſchon erlanget, daß wir
| | de es nad) meinem Vermögen an nichts erman⸗
niemanden fehmähen. Ich wollte, daß ein
geln laffen. Denn warum follte ich der Ehre
leicheg von euch erlanget wäre! Denn ich weiß, Chrifti, dem Wort, und der Kirchen Beften.
tag ir neulich an Bernhard von Gemmyn.
| enrftehen ? Gehabteuch wohl. Gegeben zu Hall
gen, unfern Bruder, geſchrieben habt. Wie lin N en Octobr. Im Jahr 25; 5
; en. 3 : |
was wir vorhin gefagt haben, wohl zu erfen-
Ife
‚chen Gründe und Berdredungen ; wieausden, _ -
traßburg mei⸗
Ale Diener des Worts zu (
fehönftens, und. bitte meine Empfeplung anfie
a ten nicht fo genau inne hat, jedoch aber gar
5 we XII. —
Lutheri ſeinem Tractat: Daß die Wor⸗
te Chriſti, das iſt mein Leib, noch veſte ſte⸗
- ben, angehängte Klage über Buceri Verfah⸗
ven, daß er indie Ueberſetzung feiner Kirchen⸗
poftill undder Bugenhagiſchen Auslegung des‘
Pfelters, den facramentifchen Irrthum
zu bringen fich unterftanden.
Iſt in den dogmatico- polemicis nachzufehen, alwo
gedachter Tractar Lutheri in feiner Vollſtaͤndigkeit
wird abgedruckt werden. \
nug geredet. Das Werk felber aber fi
niß.
ſolchem Verſtande, den es doch hat, gegebenift:
in his mihi quoque veniam dem ( für imputem,
parum forte dilucide locuto,
"1 2. Aber leider! mitten unter dieſem Rob
und unter Diefer Arbeit ift er (durch GOt⸗
— tet ———— | J
D. Martin Luthers Schreiben an Jo⸗
hann Secerium, Buchdrucker zu Baſel,
d d. 13. Septembr. 1526. —
Von M. Auguſt Titel verdeutſcht.
heuer des ſaeramentiriſchen Geiſtes verfallen,
Er fage feine Meynung von Ueberſetzung der Poftils
> ten, fo Martin Bucer verfaflet, und bedauert,
daß er. von dem Sacramentgeift angeftecft worden.
Ex rechnet feine und anderer gelehrten Männer
1563 Der Aefoemationsfchriften wider die Reformitten 1, Mbfchmitt, 18
| ,mele (andern Sateinifch gibet, ob ev wolitgendan -
ne Herren und Brüder in Chriſto, gruͤſſe ich einigen Dvten meine Worte und Redarı
an wenigen, unddazu ſolchen Drten, dieeben
nicht viel bedeuten, und ich mir eg felberzus
vechnen muß *)/der et va nicht Deutlich ger -
ret er wohlaus, und trift meinen Verſtand
und Worte; deß gebe ic) ihm hiemit Zeug⸗
9— Wiewol das Lateiniſche hieroben nicht ſo recht zu En
oder vicio dem, mie es vielleicht heilen foll,)
tes DVerhängniß!) in das greßliche Unger
und diefelbe Gabe der Beredtſamkeit und
des Verftandes wird durch ſolchen ſchaͤdli⸗
chen Griff befchmißer, ja, verderber. Denn
da er die erften Theile rein und gottfelig vole
Iendet hatte: fo ift in dem sten Theil der hi⸗
gige und feinen Sinn ausjubreiten fo gieri⸗
Schriften her, die wider die Sacramentichmärme: ge Geift feiner nicht mächtig gemefen, daß
rey ausgegangen, beichreiber auch) die eigentliche Art,
‘ Gründe und Beweisthuͤmer der. Saeramentirer ,
er nicht: mein Werk in einer greßlichen und
widerleget und gernichter fie, und befenner offen-
gottlofen Vorrede und mit giftigen Anmers
“ı barlih, Laß erihe Wiverfacher fey, als die er Chri: kungen gecreuziget : fo daß die armen Leute
ſti Läfterer. und Spötter nennet. nicht genug haben, ihr Gift in eignen uns
sähligen Schriften auszubreiten, fie müffen
auch anderer ihre durch Anſchmierung def
„ 3, L
Sm Friede! Daß ihe meine Por
> file wie man fie nennet, ) ing. Theis |felben Gifts verderben. Eben dergleichen
len (oder Tomis), fo Bucer überfest hat, hat er auch aufeine treulofe (verraͤtheriſche)
im Lateiniſchen drucket und ang Licht ftellet, Art Kohanni Pomerano in feinem Pſalter⸗
mein Geceri, ift mir nicht zuwider, da ihr buch gethan, da er doch wußte, Daß er durch⸗
hoffet, daß durch) diefes Buch Leuten vonan- aus mit folcher gottloſen Gestenichtszurhun
dern Sprachen einige Frucht in Ehrifto zu, haben wollte.
wachſen werde; welches ich herzlich wuͤnſche. 3. So hat mi
2
r neulich auch ein toller Lens
Und hat mir der Ueberſetzer, Martin Bus pold gethan,derineiner ausgelaffenen&chrift,
cer, immer gefallen, und gefällt mir auch noch, |darauf ſtehet: Frasmus, Luther, Melanch⸗
weit er mit feiner flieffenden und. beredten \thon, Pomeranus und ganz Wittenberg waͤ⸗
Schreibart das Meinige fo fein vor vielen Iven mit ihnen eins; was wird geſchehen,
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564 Veonder Veranlaflüngumd Sortgang des Streits vom b. Abendmahl.
— 1965
wenn wir todt ſind, da das geſchiehet bey un: |Derlegen, wenn Bucer inder Vorrede faget ;
fern£ebzeiten? Wer folltenun nicht aller Va | Die Wunder Ehrifti find von der Art ges
ter Schriften fuͤr verdächtig halten ? Können | weſen, daß wenn er gefagt: das iſt jenes;
fie aber nicht Ketzer feyn, ohneuns dazu zu neh⸗ ſey e8 auch gleich zu fpüren geweſen, und folg⸗
men? Und esficht fienichts an, (daßich von mit | lich mufle man auch Chriſti Leib im Sacra⸗
rede, ) daß ich vor 3. Fahren in einem Deuts | mente fehen, oder er ſey nicht Drinnen. _ >
fehen Buch an die Waldenſer von Anbetung | 5. Mit folchen Alfenzereyen muß man die
des Sacraments unter andern Reden vom Gewiſſen in GOttes Sachen, bey Flaren
‚Abendmahl gnug begeuget habe, nichtallein Worten der Schrift, das ift mein Leib,
was meine Meynung fey, fondern auch dies \äffen. Die Buben auf den Gaſſen werden
ſelben Bedeuteler (oder Bedeutungskramer *) |verlachet , wenn fie ſo fchlieffen: Ein Coder
toiderlegt habe, ehe noch jemand dran ge⸗ manches) Thier läuft, darum lauft ein je⸗
dacht, Daß esdergleichen geben wuͤrde; und des Thier. Und doc) huͤpffet hier der pral⸗
zwar mit Stunden, die bisher unuͤberwind⸗ |hafte Geift, wenner ſpricht: Einige Mirakel
lich ſind. | Chyhriſtiſind fichtbar, darum müffen alle fichts
*) Significatiftas, die aus, iſt mein Leib, bedeu: | bar ſeyn; fo iſt auch falſch, Daß Chriſtus zur
set machen, |Mechten des Waters fie, herrſche, lebe
4. Hernach habe ich in einer heftigen |wirkes; denn es ift ein unfichtbar Mirakel,
‚Schrift (wie fie felbft zeugen, ) wider Carl⸗ Durd) ſolche Geifter glaube der, daß die
ftaden, imvorigen Jahre, meinen Sinn und | Wahrheit gelehret werde, der Luft hat zu
Lehre der ganzen Welt vor Augen geleget,| verderben, da fie mit offenbaren Lügen die
und fehe noch nicht, daß jemand hervorges | ausgeheckte Lehre annehmen, mit Lügen vers
treten fen, der das Buch widerlegen koͤnne, theidigen und mit treulofer Fälfchung frem⸗
da fie fonft fo viel Maulshaben, daß fie gans | der “Bücher fortpflanzen; hernach, wenn fie
ze Platzregen von Buͤchern herausgieffen Eon» |diefelbe aufs befte fchugen, fü verlafien fie
nen, GSiefehreyen immer: Warum ſchweigt ſich die arundverkehrten Streiter, auf Gleich⸗
der Luther? Warum ʒeigt er feine Meynung niſſe, Muthmaſſungen, ungereimte Dinge
nicht an? Geſetzt, ich ſchriebe 1000. Buͤcher, und Gruͤnde von dem, was einzeln oder bey
was wuͤrde ich unter den tauben und tolleneu⸗ manchem *) ſtatt hat, auf das, mas überall
ten ausrichten, die weder hören noch ſehen? iſt. Niemand aber will unſrer aͤngſtlichen
Es iſt der Schwaben Aufſatz am Tage, Gewiſſen Schreyen hoͤren, da wir ſagenz
welchen ich lobe. Das verdreußt ſie; weil, Die Worte Chriftifind heile und Fları Ep
indem ich ihn lebe, ich zugleich, meine Mey⸗ |fer, das ift mein Leib. Hier (fag ich, )
nung befenne. Und darauf hören fie nicht. ſind unfre Gewiffen gefangen. Wir wollen
Decolampadius hat ihn C den Auffas, )-mis |gerne eine Stelle feben, ſo das erzwinge oder
derlegen wollen, hat fich aber tiber folch |bemähre, daß unfer Verftand in dieſen Wor⸗
berk bloß mit dem Gedanken gemacht: Es ten falfch fen. Aber da ſchreibet keiner davon
iſt genug, dawider zu ſchreiben, die Gruͤnde in allen ihren Schriften. Sie wenden zwar
braucht man nicht zu widerlegen, die Leute ein: Das Fleiſch nuͤtze nichs. Das wiſ⸗
tuerden uns doch glauben, und zufrieden ſeyn, ſen wir zuvor. Unſre Frage iſt von einem
daß fie hoͤren, es ſey dawider geſchrieben andern, nemlich von dem Dit: Das iſt
Es waͤre denn, daß das hieſſe Gruͤnde wi⸗ mein Keib. Sie ſprechen: Es fen unge⸗
—19* J————
ut ——[
mi en wider die Reformirten 1-Abfchnitt,
reime; das wußten wir auch. Aber die Fra⸗ da wir aufbenden Seiten ftreiten, daß Chri⸗
ge iſt noch ein anders, Sie werfen da die ſtus fü und fo fage, und diß wider einander, -
fihtbaren Wunder ein: das ift uns aber- lautet: fü folget nothivendig, Daß entweder
mal bekannt. Wir fragen- immer von et- wir, oder fie, Ehritum falſch und luͤgenhaft
roasanders, und fie bringen immer Das vor, machen. Ehriftum aber zum Lügner mas ⸗
davon wir nicht fragen. Wirfragen: que?|chen, wenn das nicht heißt Chriſtum verleug ⸗
(oder was vor Dinge); fie antworten: ble nen und feinen Glauben laͤſtern, was iſt denn
(das ſich nicht reimet). Und doch pralen alsdenn fonft, Chriſtum iaͤſtern? Sofcharf
fie: Wir traten nicht hervor und widerleg⸗ fiehet derfelbe Geift, ‚daß er eine Sachevon
ten fie. Ich geftehe, wenn viel Bücher (chrei- folcher Nichtigkeit für fo gering undunfchule
1966 Der Reformationsfchei
e
ben fo viel ift, als eine Lehre vertheidigen: dig haͤlt.
fo find fie Meifter über die ganze Schrift. 7. Und das iſt es, mas ich allezeit geſagt
Wenn aber eine Lehre vertheidigen, fü vieli habe, daß die Sacramentſchwaͤrmer Chris:
ift alg mit tüchtigen Gründen ftreiten und ftum recht für einen Spott achten, und daß:
die Gewiſſen ſicher machen, fo iſt gewiß ‚er nie von ihnen recht erkannt oder gelehret:
daß fie zur Zeitnoch Fein Pappiergen zu fchreis| tworden , ob fie wol vom Evangelio fo praͤch⸗
ben angefangen haben. - tig reden, und vorgeben, fie fuchten GOt⸗
59) aparticulari ad vninerfale, , |tes Ehre. Ein Frommer ſucht nicht GOt⸗
6. Diefen Brief, mein Seceri, fehreibe tes Ehre fü, daß er nicht wiſſe, wenn Chris
ich darum an euch, daß, wenn ihr den aten ſtus gelaͤſtert werde, oder es für eine fo klei⸗
Theil wieder drucket, ihr denfelben ja wohline Sache halte.
voraus laſſet, oderanhenget, daß der Leſer in 3. Wir find aber genug gewarnet. Wer
- meiner Schrift das Gegengift wider Bucers verloren gehenwill, derfahrehin! Die Welt
Dorrede finde. Des Bucers Ueberſetzung hat durch Verachtung des Wortes GHftes-
aber von meiner Poſtille laſſe ich gerne ans diefen Zorn GOttes längft verdienet, der
Licht ftellen, weil er (wie gefagt, ) eineleich- ſolche verderbliche Secten einreiffen läßt,
te undflieffende Schreibart darinnen hat, und) wie Paulus verfündiaet hat! GOtt wird
alles wohl gegeben hat, welches feine Gabel ihnen fenden die Wirkung des Irrthums,
von GOtt iſt, welche er mit Dan erken⸗ daß fie glaͤuben der Ungerechtigkeit, die
nen follte. Und denn auch 2) meil er mir die Liebe der Wahrheit nicht angenoms
in der Borrede felber Zeugniß gibt, daß ich men haben, Diß Wort hat angefangen
ein heftiger Widerſacher feiner Secte fen.| erfüllet zu werden, und wird noch erfüllee
Und wollte GOtt! ih hatte wegen memer|merden, daß die Ausermählten probieret,
Geſchaͤfte recht heftig ſeyn Fonnen! Wie / unddie Verworfnen verdammt werden. Die
wol er thut, als wenn diefer Eleine Streit Gnade GOttes fey mit euch! Den 13. Se⸗
nicht viel auf fi) habe und ohne Schaden tembr. 1526. —
des Glaubens walte; denn ſo haͤlt derſelbe Martin Luther.
Geiſt: ee * * —— Te a re
menn gleich Ehriftus als Iugenhaft in feinen — —— D
Morten geläftert werde. Durch welchen. artini Buceri Schrift, darinnen er
ſich gegen Zutherum auf deflen vorftehenden
Schluß er fattfam zeiget, was er von Chris Brief an Secerium — *
ſto mit feinem ganzen Reich halte, Denn Aus dem Latein. überfest von M, Aug, —
Abs
1968 Vonder Deranlaffung und Fortgang des Streits vom b. Abendmahl,
Warum ic in Dorreden und Unmerfungen
bezeuget babe, daB mir einige Dinge Zur
ttheri nicht gefielen. —
| 4 | |
| gernen nun, daß ich-in der Worrede und
dergleichen Anmerkungen angezeiget habe,
was mit in demfelben Werke als etwas menfd)«
liches angeflicfet bedünfet , und den Leſer vor
einigen Dingen gewarnet habe, daß er fie nicht
nach einem menfchlicyen Sinn annehmen möd)-
fe: darinnen habe id) es niche zuerft gechan.
Denn es haben gelehrte Männer, die bey allen
Frommen bewährt find, vergleichen über $a-
stantium, Drigenem, Hieronymum ꝛc. ange»
merket, Die Doch ihre Schriften in eine andre
Sprache nicht überfege haben. Da nun die
Kirchen Ehrifti auffamen, weldye Deutſch niche |
verftunden, fo nahm ich mir vor, felbige Wer⸗
fe Lutheri zu überfeßen, als gewiſſe und mit
der Schrift und der Ölaubens Aehnlichkeit über-
einftimmende Auslegungen. Und mie follte
ich da wiſſentlich und vorfeglich durch ſolche
meine Arbeit den Brüdern, ftatt des lebendigen
Wortes GOttes, menfchliche Gedichte aufhef-
ten? Was hätte ich da anders gethan, als ei:
nen ‘Bruder, der von einer langen und fchme.
ron Krankheit genefen wäre, giftige Speifen
- (ohne fie anzuzeigen,) efjen zu laffen, da ich ge-
ſehen, daß er fich damit verderbet? Menfchen-
wort iſt fügen, und wenn man es ſtatt des
Wortes GOttes bietet, fo ſchadet es dem Glau⸗
ben, als des Gerechten Leben, eben fo,. wie Gift
ſtatt gefunder Speife dem Leben des Leibes.
Sonſt habe ich das Werk, wie er ſelbſt bezeu⸗
⸗
1969
gern erhalten wollte. Was ſollte ic) ſonſt thun?
Wenn jemand haben will, daß keiner andere
Gedanken haben ſoll, als er, ſo beweiſe er, daß
er GOtt ſey. Wir haben allein dieſe Ehre für
die Canoniſchen Schriften zu tragen gelernet,
wie er felber lehret, daß wir darinnen alles für
wahr Balten, ohne darüber zu urtheilen. In
allen Dingen, worauf die Chriſtl. Religion
wahrhaftig beruhet, nemlich, dem Glauben
an Chriſtum und der Siebe gegen den Naͤchſten,
habe ich Lutherum allezeit für einen vortrefflie
chen Diener Ehrifti erfannt und gepriefen, und.
zwar vielleicht Berrlicher, als es etiwa zu GOt⸗
tes Ehren und der Brüder Erbauung gereicher,
ob ich wol mie foldyem Preiß vornehmlid) dars
auf gefehen. -
3. Daß mir aber in Lieberfesung und Ausle⸗
gung der Schrift nicht alles, wie man fagt,
für eitel Gold annehmen, ift die Urſache, weil
er offenbarlih und gar oft ftrauchele, wol
nicht auf ganz unerträgliche Weiſe und mit
Stürzung des Glaubens Chriſti, jedoch der⸗
maffen, daß man daraus fehen kann, daß Lu⸗
eher auch unfer der Zahl derer fey, die ftraus
cheln und fallen Fünnen. Man lefe, was er
ehemals über die Pfalmen gefchrieben!, und
vergleiche eg mit der Weberfeßung der Pfalmen,
die er hernady ausgegeben. Man halte auch
einige feiner andern erften Schriften mie den
nachherigen zufammen: fo wird man finden,
wie vieles in der Schrift ganz anders erfläret
ift, als erft; und er alfo gezeiget hat, daß der
erite Tag des andern Schüler fey. Und wor⸗
über ift jegt der Streit fonft, als daß wir ſei⸗
get, ſtattlich verfertiget, und feinen Sinn und ner Auslegung über die Worte des Abendmahls
Worte wohl getroffen. |
. 2. Daß er aber nicht Flagen möchte, ich hiel⸗
nicht beyfallen, weil wir dafür halten, daß fie
bloß aus menſchlichem Wis und Dünfel her⸗
te das für menfhliche Dinge, was GOttes komme? Alfo habe idy auch, mas fonft von
- wäre: fo habe mich auf der Kirchen Urtheil mir angemerkt worden, infonderheit wegen der
beruffen, nad) dem Wort: Wenn einer. und Erklärungen der Schrift angemerfet. |
der andre weiſſaget, mögen die andern
richten! Naͤchſt dem habe feiner mic allen Eh.
ven gedacht, und habe feine fo Kerrfchfüchkige
- als bittere Heftigkeit, Darüber alle rechtſchaffe⸗
ne Leute Elagen, entſchuldiget, weil ich des
Menfchen Anfehen, wegen vieler guten Dinge
Ehrifti, die er geleßret Hat und noch lehret,
- Burheri Schriften 17. Theil,
4. Gleichwie nun erhellee, daß er in Erklaͤ⸗
rung der Schriftſtellen irren koͤnne: ſo ſollte
er ſich es nicht gleich verdrieſſen laſſen, wenn
feine Dinge beurtheilet, und als Dinge, die
Iman beurtheilen möge, angezeiget werden:
(echte und redliche Anzeige derſel⸗
oa ſich feibft weifen wird, ach
nie ei Fu
ii
noch auch
ben, wie ſie
Jii
1970. Der Reformationsfchriften wider die Reformirten J. Abſchnitt. 197 -
heiffen. Sein ganz Werk ift wol ganz und | Wird denn etwa Die Lügen die Wahrheit ver«
ungecreuziget blieben, obmwol etwas darinnen derben? fonderlich, da id) gebeten, es ſolle nie⸗
beurtheilt und zu beurtheilen gegeben worden, |mand das unfre annehmen, wo er nicht gewiß
© an ae ; Sr * — erkenne, Daß es GOttes ſey? —
Chri „behalten möchten. „meines 1
Orts, werde es Dem groflen Dank wiſſen, der Antwort aufs dritte.
meine Schriften ſo creuziget (oder zerret). 7. Wegen Pommers Pfalter will ich unten
5. Hier habt ihr, Chriſten, ven Befcheid, war, antworten. Cr hatte mir erlaubet, einige Din
um id tiber das von mir überfegte Buch du. ge auch andere darinnen auszulegen, A
‚theri In der Vorrede und Anmerkungen Dinge |3U Und davon zu tbun, daß en Mir ED |
“angezeiget, tworinnen ich zu verftehen gebe, daß ſein als mein Pfatter wäre; und fol ben
ich anders gefinnet fey, als er, wenn man etwas beygefuͤget, das zwar Po⸗
nr ” \ | : Imeranus nicht gefchrieben, aber doch GOttes
ntwort aufs andere, ift, eine ſchreckuche Treuloſigkeit fern? Wenn
6. Lutherus ſchmaͤhet, daß ic) auf das andre es ſowol mein als fein Buch hat feyn follen, _
zuerft anftworte, ich hätte die Dinge in der warum follte ich nicht Haben in mein Buch
Dorrede und Unmerfungen mit bisigem |fehreiben dürfen, was ich für Chriſti Lehre ges
und unbefebreiblich gierigem Grimm meines |halten ? wiewol ich, wie ich hernach zeigen will,
Beiftes ausgefcbütter. Das find felbft feine |nichts, das mit Pomerani Schriften ftreiter,
hitzigen Worte. Es weiß aber GOtt, der Her- |an den Pfalter dafelbft angehenger habe. Im
zensfündiger, daß ich das gethan, nad) Ver übrigen wife Lutherus, daß das zweyerley
mögen zu ſchaffen, daß man nicht an ftatt ſey, aus feinen Büchern zu zeigen, wie ee
GOttes Wort Menfchenwore glauben, und ehemahls vom Abendmahl auf gefündere Ark
das Verdienft Chrifti, der unfer einiger Hei: als jego, da er Durch den Zank ſich ungleldy
land iſt, verdunkelt werden möchte, noch freue |morden , zu reden gepfleget:- und 2) daraus
Diener Eprifti in übeln Ruf fümen. Diß Schutz und Yülfe ſuchen. Wir gründen
Zeugniß meines Gewiſſens tröftee mich mehr, \uns auf GOttes Wort, parum braudyen wir
als dutheri Schmähung mid) verdrießt. We⸗ der Menfchen Schug (und Beytritt) nicht; und
gen (meiner) Schriften (oder wegen deß, was |merden aud) ohne ihn Chriſten, nicht aber Ketzer
ich im Werke gefchrieben,) beruffe ich mic) auf ſeyn. Wenn ifn GOtt nur aud) von feinem
der Kirchen Urtheil, wenn fie das meinige nur es zurück bringe, hat er fich wegen feiner
erft gelefen und erwogen: wegen meines Ge- Buͤcher nichts von uns zu befürchten. Bon
müthes aber, auf GOttes feines. Habe id) der Väter Schriften mag er urteilen, wie er
3 — a — — ir will, der Geiftliche richtet alles, —
gehre ich deß erinnert zu ſeyn; ich will ſe
davor warnen; ich bin mir aber deſſen nicht Antwort aufs erſte. ———
bewußt. Ich wuͤnſchte aber, daß Lutherus 8. Von dem aber klaget Lutherus: ih feg
erkennte, daß das nicht heilſam ſey, was er in durch GOttes Verhengniß auf das laͤſterli⸗
dieſem Handel (Streit) ausbreitet: nicht allein, che Ungeheuer des ſacramentiriſchen Bein
seit er menfchliche Dinge lehrer, fondern auch ſtes verfallen, und werde durch folben
vielmehr, weil er die Kirchen ohne alle Urſache ſchaͤdlichen Bift die Babe der. Bereötfam:
trennet und ftöret, und machet, daß die mei. Feit und des Verſtandes an mir befehmie
ſten es für eine fonderliche Tugend halten , zu Set: |
=
‚läftern, was fie weder gelefen noc).verftanden | 9. Diefe Worte Lutheri find Deutſch und
haben. Geſetzt aber, unfre Lehre vom Abend- derb genug. Ich beruffe mich aber von uthe⸗
mahl wäre menſchlich, und alfo ein Gift: wie ro in der Hise auf Lutherum in gelaffenem Urs
Babe ich denn fein Werk verderben konnen Atheil und glimpflichem Much, daß er bochfage,
Et | Bi ur — mas
a
BR,
43
. 1972 Von der Deranlaffung und Sortgang des Streits vom h. Abendmahl. 1973
5 was denn das laͤſterliche Ungeheuer des fa. | fein Chriſti Geiſt, als welcher nicht fo bitter
cramentiriſchen Beiftes fey? Den facramen- |und unfreundlich iſt, und Die Liebhaber der
tiriſchen Geift kennen wir nicht, wiſſen aud) fo. Wahrheit nicht fo vermwirft und verdammet,
wæenig als die Schrift GOttes vom Wort Saz |treibe.. Sie mögen fehen, daß fie nicht felber
crament, und wollen lieber für Sacrament [ungeheure undläfterlibe Dingereden. Es
- und Meffe, ſo GOttes Feinde brauchen, mit Hei wahrhaftig einem Ungeheuer ganz äh» _
Chriſti Apofteln vom Brod, Reich, Nacht: lich, daß fie fagen, Ehriftus habe mit dem
mahl, Tifeh des ZErrn, Eommunion (oder } Worten, das iftmein Leib, gemacher, daß
Gemeinſchaft) des Leibes und Blutes des zwar das Brod nicht Ehrifti Leib würde,
SErrn veden : wiewol wir auch in ſolchen ſondern Brod biiebe, im Brod aber doch
Woͤrtergen niemanden feine Freyheit nefmen, |der Leib Ehrifti wahrhaftig und leiblich
wenn er fie zue Erbauung braucht,
10. Warun nennet ihr aber unſre Meynung
ein Ungeheuer, die noch nicht ein Haar von
der Schrift GOttes abweichee? Gib uns Juͤn⸗
> ger Eheifti, denn nach andern fragen wir nichts,
die Chriſti Abendmahl Kalten, und das Ge-
daͤchtniß feines Todes begehen: fo bekennen wir
von folchen, daß fie fein Fleiſch wahrhaftig ef
ſen und fein Blut wahrhaftig erinfen, aber im
Geiſt und durch den Glauben. Was ift bier
ungeheures? Daß mir nichtdazufegen: daß
Ebrifti Leib leiblich und durdy ein Mirafel
ins Brod gebracht werde, ift die Urfache,
daß ihr noch aus Feiner Schrift bewiefen habt,
daß, wenn man die Worte Chrifti über dem
Brod wieder Berfagte, etrvas leibliches am Brod
geändert, und Ehriltus ins Brod leiblich ein-
deſchloſſen werde, noch aud) Daß ung derglei-
‚chen befohlen oder verheiffen fey. Denn das
Wort: folches thut zu meinem Bedächtniß,
‚eb es gleich an fidy klar, daß es dergleichen
Verheiſſung nicht in ſich habe, wird noch dazu
von Paulo erflärer , der DIE hinzu ſetzet: So
‚oft ihr dieſes Brod effer und den Kelch trin⸗
ket, ſo ſollt ihr den Tod des HErrn ver:
kuͤndigen *), bis er kommt. Alſo iſt diß
Brod des HErrn eſſen und feinen Kelch trinken,
und feines für ung gelittenen Todes mit Loben
gedenken, dasjenige, was CHriſtus mit den
Worten: ſolches thut zu meinem Bedächt-
niß, uns zu thun befohlen hat. “Was ift Bier
vor Laͤſterung? was vor ein Alngebeuer?
was, das ſich nicht zu Chriſti Geift ſchicke?
Bi - *) Lat. ihr verkuͤndigt.
v
11, Es mag Lutherus und Die Seinen ſelber
4 zufehen, daß fie nicht der Sarramientirer,und! 13, Lutherus —— ſich, er babe die Be
I) 88. Siilll2
wäre, aber nicht erſchiene; dergleichen Werf
des HErrn in der ganzen Schrift nicht zu fin -
den, und dergleichen aud) die Worte garnicht
mit fich bringen. Iſt es aber nicht gotteslaͤ⸗
fterlich, zu fagen: Es koͤnne ein jeder Gottlo—
ſer, wenn er diefe Worte wieder Berfagte, den
teib Chriſti, fo zur Rechten des Waters, d. i—
zur Gemeinfchaft der. unfichtbaren Majeftäe
GOttes erhoͤhet worden, bis er wieder zum
Gericht kommt, wie er aufgefahren, wirklich
ins Brod herab bringen ? jedoch weiß ich
nicht, ob das auch Lutheri Meynung iſt. Die
meiften der Seinigen haben fie doch.
12. Sie machen aus uns das vielföpffichte
Thier in der Öffenbarung, da wir dod) alle
mit einem Glauben erfennen und mit einem
Munde lehren, daß hier nichts fleifchliches vor⸗
gehe, auffer daß zwar Worte und Zeichen, das
Brod und der Wein, leiblic) gebraucht wer:
den, das andre alles aber, als Dankfagung
und Eſſen des Leibes und Trinken des Blutes
Chriſti bloß dem Geift der Heiligen geeignet
werden müffe. Bey den Widerfachern aber
ift es fo einig, daß ich noch nicht zwey von ih⸗
nen auf gleiche Weiſe habe reden hören, Aber:
davon ift von andern genug gefchrieben worden,
Wenn nur Lutherus das unfre lefen lieffe, und -
zwar mit freyem Urtheil, daß nicht einige, als
Feinde der Wahrheit, entweder das unfrige
durch die Obrigfeiten zulefen vermehrten, oder.
durch böfe Vorurteile (oder vorgängige Ver⸗
dammniß,) Davon abſchreckten. AberderHEre
wird forgen, daß bey den Seinigen dennoch
die Wahrheit zu feiner Zeit ftatt hab,
Antwort aufs vierte...
eu⸗
974 Der Reformationsfchriften wider die Beformirten 1,Abfchnite,
deutungsfrämer(Significatiftas)pör 3. Jahren das ift in dergleichen Reden nicht allzeit
mit Bründen widerleget, diebisher unüber: leine wirkliche Eoeriftens oder Beyſeyn be⸗
windlich wären; welches ihm vielleicht alſo deute. Alfo wird diefer Dre allein wol niche
duͤnkt, mit denen, welche entweder das unſre genugſam bemweifen, daß Chriftus das Brod
⸗
mals durch dieſelben Worte aus Brod wahr⸗
Brod als Brod, welches auch mein Bren—
Ira ” Na —
nicht leſen, oder durch Schrift und Vernunft wirklich zum Leibe *) gemacht, wie auch andre
nicht überwunden feyn wollen. Der Haupt⸗ des HEren Teibliche **) Werfe nicht leiblich,
arund beruhet darauf: Wenn bier das Wort |fo viel man ſiehet, gefcheßen, vielmeniger von
Iſt zugelaffen würde für bedeutet zu neb« andern Menfchen, weil ifnen dergleichen mes -
—
men, fo müßte man es auch anderweit zu⸗ |der verheiſſen noch befohlen iſt. 2) In andern
laſſen; und alfo, wenn man fpräce: Ehri» | Stellen der Schrift wird nur das geiftliche Efa
fius ift GOtt und Menfeb, fo würde man ſen Eprifti, nicht aber. ein Teibliches gelehret.
es auslegen fönnen: es bedeuter GOtt und Und es iftinfonderheit fonnenklar, daß ı Cor. 10.
Menſchen. Diß aber folgek gar nicht, denn von der geiftlichen, d, i. wahren Gemeinfchaft _
es gibt unzählige Drte der Schrift, wo gar des Feibes und Blutes Chriſti rede. Die an-
deutlich ftehet, daß Ehriftus GOtt und Menſch |dern (3te, 4te,) zwey ı Cor, n. wer unwärdig
wahrhaftig fey. Aber beweiſet es mit einem iſſet, Belfen urheronichts. Weil, wenn man
einzigen Det, daß Chriſtus felbft, oder wir. je= ſich an dem Zeichen des Libes Chrifti verfün-
dige, mit Recht geſagt wird, daß man fich an
haftig und weſentlich gemacht, was Chriſti Leib dem Leibe Chrifti felbit verfchulde und es ent _
if. Das Gegentheil wird vielmehr denen, die heilige: ſowol als man fagen fann, daß Chris
ſtus verachtee wird, wenn man feine Apoſtel
‚nicht taub gegen die Wahrheit ‚find, beroiefen,
‚auch dadurch), meildas Brod in Chriſti Abend-
mahl leiblid) Brod geblieben, fo Fann es alfo
verachtet.
*) Corporis für Corpus,
- En Dr **) folf wol heiffen, geiſtliche Werke, fonft kann y
nicht weſentlich und leiblich verwandelt worden ic) den Verftand nicht Begreifen? 8 wwäredenn,
fenn. Hernach faget die ganze Schrift, daß ae
Chriſtus nicht leiblich zugegen fey, mol aber Eiche Na een un u rn
geiftlih, Und ihre koͤnnet Fein Pünctlein auf
foßlen fey, ihn leiblich entweder, ins *Brod zu |c * *9
Gerihandeln, ober zu verfegen, IE alle lladen ua
tius, der das Berzeichniß (Syngramma) ge-
us jet „aettetet, ne En res Lei⸗
bes Chriſti; mas iſt es denn nun alſo vor ein Im; Ä x
greulich Ding, zu fagen, Daßes bedeute? Wiſſenſchaft —
14. Hier ſehe ein Chriſt, mit was vor un⸗ Antwort aufs fuͤnfte.
uͤberwindlichen Gründen Lutherus die Bedeu⸗
teler uͤberwunden! welches Wort der Secte,
nicht der Liebe, er den ‘Brüdern zu geben be-
verfichert find, es fey lange genug widerleget,
w
h
Ehriften, als mit einem Keßernamen nennen.
Wir haben fo Secten genug. Vier Grund: | Zorn und ein wunderbar Gericht GOttes! der
veſten hat unfer Johann Decolampadius, in fei- ein folch edel Werkzeug feiner fo vergeffen laͤßt;
nem Bud) wieder Carlſtaden, niedergemworfen. |die Chriſti find, mögen fich mol davor hüten,
Die erfte: das ift mein Leib, ift ohne Zweifel aber Lutherum, alsein fold) vortrefflich Gefal
nicht wichtig, weil Lutherus felber geſtehet, daß des HErrn, nicht verabfehenen! Denn ans A
*
15. Aber, was braucht es viel Worte? fun ö
Bringen, wo den Menfchen verheiffen oder be= eherus fiehet £einen auftreten, der ſich an fein
leicht nichts liefert, was dawider gefchrieben ift. -
Es gibt aber viel 1000, Chriſten, die vollig
und Fonne von einem jeden Schüler der bei,
16. Erfpricht: Wiefebryen: Warumtrit |
Zutber nicht auf? Warum ſchweigt er!
Über ıwenn er gleich 1000. Bücher febriebe,
foßlen Bat. Die gläuben Ehrifto, welche er wuͤrde er doch nichts bey uns ausrichten,
Dedeuteler nennet, drum möchte er fie eher |bey uns Tauben und Tollen, die wir nichts
anders hören noch ſehen. D einen troßigen
N
Ye
—
er
*
F
gen, dadurch er etwa freue Knechte GOttes laͤ⸗
BL:
N
um ein in der Schrift fo groſſer Mann, den
Chriſtus zu ſo herrlichen Dingen gebraucht
bat, ſich nicht, wie einem Knecht GOttes
gebůhret, fanftmüthig gegen jedermann er⸗
muth, und Iehre die widerſtreben? 2 Tim. 2.
Daß er nemlic), wenn er dDächte, wir irvefen,
uns nad) Ehrifti Erempel auf alles gütig ant⸗
wortete und aus der Schrift zeigte, worinnen
——
176 Von der Veranlaſſung und Fortgang des Streits vom h. Abendmahl. 1977
Leute werden um fo wenig menſchliche Dinge
nicht fo viel GOttes Dinge verachten. DaB
Lutherus nicht bervortrete oder ſchweige,
nen oder lernen folfen, fo muß es durch Chri.
ſti Geift und Wort geſchehen. Der Geift
ten angepriefen : das ift mein Leib, Alſo,
wenn Die Worte aufs Brod fommen, fo brin«
gen fie eben denfelben $eib, und alſo iftimBrod
gleid) der Leib Chriſti wahrhaftig. Wo iſt bier
die Schrift, oder welcher Leib iſt mit den Wor⸗
ten ausgeprieſen: das iſt der Leib? oder wo ſte⸗
het, daß dieſe Worte dem Brode ſollen geſagt,
und nicht vielmehr leichtglaͤubigen Herzen vor⸗
gepredigt werden; oder daß, was zum Brod
geſagt wird, den Leib darein verſetze, und nicht
en ſolchen zum Geiſt und Gemuͤth brin⸗
gen folle? - Er
19. Daßeraber fehrelbet: Becolampadius.
babe fich in Feiner andern Meynung oder
Gedanken über diß Werk gemacht, als
daß es gnug ſey zum widerlegen, dawider
zu febreiben, ohne die Gruͤnde anzugreifen,
daß der Pöbeluns doch glauben werde (fell. _
eg ſey widerlegt); So ift die Antwort: Wie
frech iſt das? Denn wenn er Decolampadii Ge⸗
genfchrift wider den Yuffaß (oder das Verzeich«
niß) gelefen, darinnen ihr Gedichte nach) dee
fehteyet niemand mit bittern Schmähun-
ftere, und folglid) ſowol Böfen als Einfältigen
Epriftum in ihnen zu läftern Anlaß gäbe, Das
Evangelium Hinderte: Das aber fehreyen wir
vielmehr alle, dietoir Chriftum verehren: War-
roeife: Warum ernicht gelebrig ſey; war⸗
um er nicht die Höfen frage mit Sanft⸗
wir irrefen. Denn, wenn wir etwas gemin.
Chriſti aber ift nicht unfreundlich, ſchmaͤhet Ordnung widerlegt worden: foleicht alses war,
nicht, und das Wort Chrifti ift nicht laͤſterhaft fo weiß ich nicht, was Ich fagen foll, daß ein
und eltel,und ein Diener Chriſti ſtreitet nicht bloß | fo fharffinniger Menſch nicht ſehe, wasein je⸗
mit feinem Anfehen und greulichen Fluchen. |der ſiehet. Zum menigften glaube ich nicht,
Wir find taubgegen Spott und Befchimpfung ‚|daß er wider eine fo offenbare Wahrheit toben
das Wort Eprifti aber wollen wir gerne hören. |molle. Wenn er nichts gelefen Kat und nur
Wir achten nicht auf den, der nur läftert und nach andrer Vorurtheil alfo den Spruch thut: fo
ſchmaͤhet: wer uns aber mie Cprifti Wort iſt gemiß eines fo groffen Mannes Unbedacht⸗ |
m. Das Verzeichniß (Auffas oder Glau-
jehret, was recht ift, den wollen wir begierig |famfeit zu bejammern. Cs fey dem wie ihm
r willig hoͤren. Mir ſehen nicht die Perfon |fey, denn ich will von feinen offenbaren Din
‘an, der uns tyrannifch vorfchreibet: wollen gen nicht fogar unbillig urtheilen; ober fic) wol
aber gegen den Anblick des Geiftes Chriſti nie-
mals blind feyn oder die Augen zuthun.
herausgenommen vom Herzen zu urtheilen, eis
nes, daß, ic) nicht mehr fage, zu verehrenden,
und niche fo zu ſchmaͤhenden Bruders und freus
en Dieners Chriſti. Man hat GDre zu bit
ten, daß er Lutheri Gemuͤth von diefer ſchwe⸗
Antwort aufs fechste.
bensbekenntniß) der Schwaben, fchreibt er: es ren Verſuchung befreye, und aller Auserwaͤhl⸗ |
thue uns wehe, daß er es gelober. ten Herzen behüte, daß fie wegen feldher
18. Die Urfache aber, warum wir bedauren, menſchlichen Dinge nicht GOtt in ihm verach⸗
theils, Daß es mein Brentius gefchrieben , theils ten. Denn es fchicket fid) der Gedanfe, daß
daß es Lutherus ſowol als irgend einrechtfchaf-]es gnug fey, darwider zu ſchreiben, viel
ner Mann gelobet, ift, weil es eine Schrift |beffer auf ihn, der auf unfre Gründe nichts als
1 führe und voller Schmäßtworte iſt. Die gan- | Schmähtorte zurück gibt. Es iſt das aberdie
je Summadeffelben Buches ift: Der Leib Ehri- Zeit, darinnen GOtt Lutherum als einen Mens
fti werde wahrhaftig und Teiblich in den Wor-Ifchen er is on Ant⸗
> —
= Diget
Der Keformationsfchri
00 Antworraufsfiebenter
" 20. Hier gehetesmichan. Lutherus befchul-
cakel Chriſti find von der Urt gewefen ‚daB,
wenn er fügte, das ift das, es auch
gleich zu fpüren gewefen; fo muͤſſe denn auch
— Thriſti Leib im Sacrament ſichtbar ſeyn,
oder ſonſt ſey er nicht im Sacramente. Das
nennet er einen Poſſen und einen Schluß von
einigen Dingen (a particulari )'auf alle.
21 Was ſoll ich darauffagen? Wenn er das
meinige geleſen hat, fo weiß ich esnicht. Denn
einer fo tundbaren Frechheit ihn zu befchuldigen,
daß, da fo viel Eremplaria umgeben, er mir
Doc) zufchreiben dürfe, was mir nicht in Sinn
£onımen, wollte ich faft felber nicht mir getrauen.
Hat er es aber nicht gelefen, und nur einem
Heuchler, der ihm irgend etwas erzehlet, ges
(aubee: warum glaubt er den Leuten wider ung,
die nichts als Lügen und Eitelfeie find? Esmö-
gen die Brüder im 2ı. Abfchnitt der Vorrede
Tefen, daich fchreibe: Alle Werke des HErrn,
die die Schrift als leiblich angibt, da er
acfagt, das ift diß, z. E. da er Waſſer in
ein bey der Hochzeit verwandelte, da er die
Todten lebendig, Die Kranken gefund ꝛc. ge⸗
macht, wie wir leſen, find auch wahrhaftig
leiblich, d. i. fichtbarlich (oder handgreiflich)
erſchienen.
22. Wo iſt denn der Schluß: Einige Wer⸗
ke Chriſti ſind ſichtbar, alſo muͤſſen alle ſo
ſeyn? Warum ſtehet nicht dabey, leibliche,
daͤrauf Doch der ganze Schluß beruhet? ſo muͤſ⸗
ſen die Feinde der Wahrheit der Brüder Schrif⸗
ten laͤſtern; aber Luthero ziemet es nicht. Mein
Schluß iſt vielmehr von allen auf einige Din-
ge. Alleleibliche Werke Ehrifti, die die Schrift
meldet, find ſichtbar erfchienen, alfo Hätte auch
dleſes fo erfeheinen müffen, wenn es einleiblic)
Werk oder Wunder gemefen wäre. ud,
euch koͤnnte man diß eher beymeffen, Die ihr,
weil an manchen Orten der Schrift gefagt wird,
Das ift das, und es aud) wirklich ift, gleich)
fer aller andern Schrift es fo haben moller.
ften wider die Reformirten L. : |
fe, daß manche ducch den Glanz des turferie
mich: ich fage inder Dorrede: Die Mi:
fchen Namens fo berhörer würden, -daß fie ode
Abfhni 170
ne alle Prüfung alles für wahr hielten, waser
glaubet: fo haͤtte ich) auf dieſe ſogar augenfcheine
lich menſchliche Dinge nicht geantwortet. Was
hat er mir vom Reiche Chriſti, das geiſtlich iſt,
vorzuwerfen, da ich von leiblichen Werfen re«
de? Schweiß, daß geiftliche Dinge geiftlichere
fcheinen, und leibliche Teiblih. Die Werfe--
GOttes find wahrhaft, und fehlet ihnen niean
Kraft und Wirkungen. - |
nn geiftlih, Das wird geiftlich kund durch
Die Ehriften eflen
gottſeliges Leben. Das leibliche ( Effen)erfene
net man an nichts, alſo iſt es auch nicht. Denn
wenn die Eigenſchaft einer Sache wegbleibt,
fo iſt auch die Sache felber nicht da, deren Ein
genfchaft fie ift. Iſt das nicht recht gefchlofe
fen? Aber weil der Geift GOttes die Selbſt⸗
liebe von ung nehmen und die Finfterniß von
der Heuchler Dienft vertreiben muß, fo iſt mit
alle dem vor ſich nichts ausgerichtet,
Antwort aufs achte,
24. Durch folche Beifter (fprichter,) mag
man glauben, daß die Wahrheit gelehrt
werde, wenn er verloren geben will! Mit
foichem Lob preiſet Lutherus den Kirchen Chri⸗
ſtum und ſein heilig Evangelium an, welches
wir lauter predigen. Welchem Geiſt ſoll man
nun dieſe Rede zuſchreiben? dem Sacramen⸗
tirgeiſt, d. i. der Menſchen Gedicht vertheidis
get, oder dem Geiſte Chriſti, der die Wahr-
heit GOttes behauptet? Der Geiſt Chriſti in
Paulo freuet ſich, daß Chriſtus auch von Bde
fen geprediget werde, wenn es auch bey boͤſer
Veranlaſſung waͤre.
Mir, die wir unferm
Heren JEſu Chriſto glauben,deffen Widerfpiel
fie uns nie an unfern Srüchten zeigen werden,
und aus Feiner böfen Urfah, GOTT fey deß
Richter! das Evangelium lehren, follen do,
wie diefer ſaget, er fen was vor ein Geiſt er fer >
u.
auch den laufern Chriſtum felbft lehren, dene
allen Ölauben verloren haben, daß, wenn wi
noch niemand glaube, daß mir die Wahrheit
auch in den Worten des Heil. Nachtmahls auf lehren, als ber Luſt hat umzukommen. Wenn
8 ſo habe: wir Bier argen Gedanken nachhengen wollten,
23, Wahrhaftig, wenn ic) nicht gefehen haͤt mas würden wir drauf anfworten? Es ur
% - 3 wi —— I ARSTER
1980 Don der Deranlaffung und Sortgang des Streits vom
ſolches alles ein Gemuͤth an, das die gerne nicht |pflansten fie fort mit treuloſem Beginnen,
allein von der Predigt Chriſti, fondern auch anderer Buͤcher zu Falfchen. Ihr werdet einmal
gar von aller Welt verbannt Haben wollte, die |feßen, Daß ihr uns allzu unbillig und empfinde
aldhe inallem mit ihnen einig find und das ihre lich geſchmaͤhet. Mehr mag ich nicht fagen«
anbeten (oder verefren). Die Ehre Eprifti, Wir Baffen und trafen fügen, bis zur Gefaße
mein lieber Sucher, follte euch Kleber feyn, als unſers Lebens, alfo werden wir noch meniger
daß ihr auf die Art Leute abmahnen folltet, des einige Lehre aus offenbaren $ügen annehmen, |
nen zu glauben, die fie predigen. Aber daß oder mit Lügen vertheidigen. Ihr werdet
die Ehre der Dinge, die der HErr durch euch nie darthun, daß wir je ein Buch tuͤckiſch ge⸗
gethan hat, und was er noch herrliches durch faͤlſchet. Wollte GOtt! Tieber duther, ihr be⸗
> euch thut, bey ihm verbliebe, fo hat er in die⸗ daͤchtet, wer ihr ſeyd. Aber es iſt jetzt die Zeit
fem Streit wollen fund werden laſſen, daß es und Gelegenheit, da ihr einen Menſchen ab⸗
nicht euer, fondern fein Werk gewefen fey und geben müflet; niemand verachte darum Chri⸗
* bleibe. R — ſtum in euch, ſondern leſe vielmehr alles. mit
2. Wieviel eher wuͤrde man ſehen, daß ihr Bedacht.
aus Chriſti Geiſt ſchriebet, wenn ihr, wie wir) 28. Eben fo zeiget auch dieſes an, daß Lu⸗
durch unfern Chafelium Hatten bitten laffen , theri Geiſt in diefem Streit nicht Chriſti fey,
es dabey hättet bemenden laffen, eure Wahrheit weil er die Gleichniffe, Muthmaſſungen und
den Kirchen mit Schrift und Gründen vorzu Schluͤſſe von Unreimlichkeit fo verwirft. Denn
tragen, und was ihr bey unsfürlügenhaft (oder den Schluß von einigen Dingen auf alle (a-
falſch) gehalten hättet, auf eben Die Art zu wi⸗ |particulari), wird er mehr, was diefen Handel
derlegen, und andern *) das Urtheil zu über- belangt, in feinem als unferm gelehrten Streit
laſſen, im übrigen aber eben die Wahrheit, die antreffen. Chriſtus fehlieffee wenigftens von
uns allen Glauben benefmen, wenn wir gleich ingleichen da er fich enefchuldigte, warum er liea
Jauter Wort GOttes predigen. Sehet, was ber Fremden als feinen Mitbürgern (Landsleu⸗
für ein Geift euch hierinnen führe. Laß feyn, ten) Gutes thun wollte. Ingleichen Bat er vor
daß mir hierinnen irren, follen wir Darum ger etwas ungereimtenden Schluß hergenommen,
nichts rechts lehren Fönnen ? da er die Auferftehung daraus bewies, daß
| *) illis, foll aliis heiſſen. GOtt der GOtt Abrahams hieß. Denn er
oder der andern Schriftftelle den rechten Ver- daß GOtt der Todten GOtt hieſſe, wenn fie
ſtand nicht £rift, nur mit Zügen (andre )ver- nie wieder leben follten. Und was wollte er.
derben muͤſſe; fo werdet auch ihr ohne grö- anders mit feiner Antwort an Johannis Juͤn⸗
ſtem Schaden niche gehöret werden fönnen, die|ger Baben, als daß fie aus feinen Werfen
ihr fo vielen Stellen der Schrift folche Gewalt |murhmaffen oder ſchlieſſen follten, daß er Chri⸗
‚ angerhan habt, daß fie einen ganz unrechten |ftus wäre? Alfo führte er auch den Juͤden den
Verſtand bekommen. Welches ich nicht dar⸗ roten Pfalmen anz Der HErr ſagt zu meis
> um erinnere, daß jemand eure Dinge veradh« nem Hrn; und wollte, daß fie Daraus
ten folle, fonderndaß allefehen, wie es garnicht |fchlöffen, dee Meßias ſey gröffer als David,
ſicher fey, eure Dinge ohne Unterfcheid alle zu | weil er ihn feinen HErrn hieſſe. 7,
billigen , ob ihr fie wol fo groß herausſtreichet. |
27. She fügee hinzumit Schmäßen, nach eu« | wir fonft den Berftand der Schrift herausbrin⸗
rer Art: Wir hätten eine Lehre angenom:|gen? Lutherus bedienet ſich ja Feiner anderer,
men, die aus offenbaren Lügen entfprof | gleichwie auch der menſchliche Wis Feine beſ⸗
fen; wir vertheidigsen fie mis Rügen, und|fere hat: welches der Redekunſt und Bere
nunft⸗
h. Abendmahl.
06, Wenn es fo iſt, daß, wer etwa in einer wollte zeigen, daß es ungereimt feyn würde,
wir mit euch zugleich predigen, zu loben? Aber jeinem Gleichniß oder Bleichheit, da er be⸗ ;
wider alle Vernunft fejreibee ihr, und wollet wies, man müffe am Sabbath Gutes tfun;
29. Und durch was vor andre Wege Fönnten
—
i9a Der Noformationsfchtiften wider Die Reformirren 1. Abfehnir,
nunft£unft Lehrer ihre Regeln an Tag geben. der Seib Chriſti mit dem Gemürh (oder Geift)
Aber bey uns muß alles unrecht feyn, was bey |genoffen werdee.
ihnen recht und gut ift. Was aber, meynet | 31. Denn das ift gezwungen, daß fie das
ihr, fen Die Urſache, mie viele denken, warum Wort Joh. 6. das Steifeh ift Fein nüge, von
er fo unbillig gegen uns fey? Es find in der fleiſchlichem Sinn verftehen. Denn auch Lu⸗
That einige, die da meynen, es fey Feine andre, Itherus fehreibe zwar fonft anders, Doch aber in
als weil wir nicht zu allem fagen: Es ift fein der Poftille, die zur Section aus ı Cor. 10. ges
Wort (es muß gelten). Sutherus Kat das nommen ift, alfo: Chriftus habe von fi) felbft
Evangelium zuerft wieder indie Welt gebracht; geſagt: das Steifch ift Fein nüge.
—
er hat in groſſen Dingen nicht geirret: fo Fann| 32, Und es iſt auch etwas wichtiges, da wir
er auch in nichts fehlen. Es ſey nun aber, daß beweiſen, daß zu glauben, daß Chriſtus leib⸗
ihr diefes fuchet, oder Daß eud) eine andre Ber- |haftig im Abendmahl zugegen fey, wenn man
ſuchung von der Billigfeit abreiſſe: fo weiß ich obige Worte (Chrifti) nachſpricht, ein unges
doch, dag wir Chrifto mehr gefofter, als daß }reinıt Ding fen, nach der Schrift: denn GStt
wir uns Fleiſch und Menfchen ergeben, Und
Darum wollen wir lieber. diß und härtere Din-
ge vertragen, als Ehrifti Wort nicht predigen ;
welches wir für eines Menfchen Dflicht Halten.
Antwort aufs neunte,
30. Er Elaget, daß niemand die Angſt fei-
nes Gewiſſens, die ſo Flar und offenbar
ſchreye, bören wolle. Antwort: Aber fo
ſchreyen beänaftigte und zerſchlagne Gewiſſen
nicht, uͤber welche nichts ſanfter iſt, die alles
gerne dulden, und die ſo willig zu antworten
find, und zwar mit Lindigkeit. Sie wiſſen
nicht fo zu läftern, zu verdammen, zu verflu:
chen, dem Satan zu übergeben, fo falſch von
der Brüder ihrem Sinn und Borfaß zu ur
theilen. Wiewol, ihr Gewiſſen mag gefchryen
Haben tie es will: fo Haben wir es längft ge»
hoͤret, und gezeiget, Daß diefe Worte Die leib-
liche Gegenwart Eprifti nicht anzeigen koͤnnen,
auch nicht fo leicht von ifnen zu verachten, daß
blæ, mie ung &utherus unanftändiger Weiſe vor⸗
ge nicht, oder wollen es nicht verftehen. Die
Kirchen der Heiligen finden wenigftens etwas
Schriften, ſowol Zwinglii als: Decolampadil,
Wollte GOtt! fie hätten unfre Gewiſſensangſt
und Seufzen aud) fo gehöret! Denn oe
nichts ungereimtes mit Willen. Und diß iſt
alle leibliche Mirafel GOttes fichtbar erfchels
nen. Und darum, wenn $utherus fragt: quæ
(mas vor Dinge)? antworten wir Feinesmeges
wirft; Paulus hat wenigftens anders zu ſchrei⸗
ben gepflege. Wir antworten auf das, was
fie ung fragen, immer befcheidentlid” und
gründlich ; aber fie leſen entweder das unſri⸗
anders als ble, und erkennen Die meiften
wegen ber einträchtigen Wahrheit mit foldyer
Befcheidenheit an fie etlichemal gefchrieben,
und zweymal gar durch einen eignen Boten,
n weil auch der HErr felbft im Abendmahl das daß fie uns daraus für zagbafter, als billig,
Brod in feinen Leib nicht verwandelt Habe,
Denn mie follen wir fagen, daß geſchehen ſey, ſtes geſchmiedet haben, daraus mir lernen ſol⸗
was nicht gefchehen ? Es ift ja Brod, Brod len, daß wir irren. Und auffer dem pflegen
gehalten, und darauf ihre Warnung des Gels
{
geblieben, ift es alfo Fein Leib worden; mie fiezufchreiben: Uns duͤnkt es nichefo; wir la
fehon oft gefage iſt. Hernach ftehet auch nir- fen die Gründe nicht gelten : ihr folle niche Recht
gend die Redart: Darinnen ift der Leib; inder Haben; mit groffen Buchſtaben, und daß wir
Schrift. Es hilft auch nichts, daß der Leib geſtolpert (oder gefallen): ſo doch nicht bewie⸗
leiblich gegeſſen werde; Hat er alſo freylich nicht ſen wird. Wir haben Feine Antwort erhalten
ein leiblich Eſſen ſein ſelbſt einſetzen wollen. koͤnnen; man hat oft das Schreiben verwor⸗
Darum muß man die Worte, Das iſt mein |fen (abgewieſen), ehe man es geleſen. Und an⸗
Leib, fo verftehen, daß zwar Brod und. der Dre viele menſchliche Dinge ıc.
geib Ehrifti wahrhaftig da fey, aber geiftlicher Antwort aufs zebnte.
Weife, Daß mie das Brod mit dem Seibe, fol 33. Lutherus fehreiber abermal : Wir mad |
; fen
Tiaaaaı
1984 . Don der Deranlaffung.und Fortgang des Streitsvom 4. Abendmahl. 1985
ten uns. breit, ‚daß er nicht auftrete und ſchrift (oder Urfchrift,) zugeſchicket, weldye wir
Das unfre widerlege,- Ich antworte, wie. noch) haben, fo Bat doch Secerius ein Erem-
oben auf das vierte: mit Schmäßungen und Iplar (oder Copey), die ihm einer zugeſchickt,
Schimpfworten tritt ee genug auf; mit Schrift ohne auf die Antwort, die in drey Tagen er.
und Gründen aber ift er noch) nicht aufgetreten. |folget iſt, zu warten, zu drucken angefangen,
Denn die Gleichniffe von der Allmacht GOt ˖ und hat an ſtatt Herwagens Namen ein N.
tes, die fich im Leibe der Gottesgebärerin, der geſetzt; hat auch hernach geantwortet : er Habe
Jungfrau, hervorgethan, die ſich in einem Korn, es thun muͤſſen. Wer Hat nun diefem eine Ab»
| Verraide und Saamen der Bäume zeiget, da⸗ ſchrift gegeben, da Lutherus das Werk ſelbſt,
von eine Predigt, die. er ausgegeben, voll ift, verſiegelt und mit feiner Hand gefchrieben, Hera
widerlegen das unfre noch lange nicht. Denn wagen zugeſchicket? Wer hat jenem befoßlen,
wir glauben gerne, daß GOtt alles koͤnne, aber zu drucken, mas Lutherus als einen Gegengift
wir erfennen und befennen, daß er das nur |bey dem aten Theil hat angefüger Haben wollen ?
thue, was die Schrift von ihm faget, und was | 35. Ihr Ehriften, feher Hier, daß der Geiſt
fid) felbit in der Thar, wie das, welches er in jeines Menſchen herrſche, der nichts von dem
demſelben Buch anführet, zeiget. Er mag doch Recht der Liebe weiß. Alfo Hat hier einer den
Schrift vorbringen,, darinnen ftehet, daß, fo | Unterricht (inftrudtionem,) ins Deutſche über-
oft Diefelben Worte über den Brod gefagt wer« |feßt, fo Lutherus Caſelio, einem gelehrten und
‚den, der Leib Chriſti gleich wirklich im Brod gottſeligen Juͤngling, der bey uns Hebraͤiſch
zugegen ſey, wie fo vielmal darinnen ſtehet, daß lehret, vorigen Jahres, als wir ihn mit der.
die Jungfrau ihn getragen und geboren habe ; gleichen Auffag nady Wittenberg geſchickt hat
oder er. mag bemeifen, daß ſolche Gegenwart |ten, mitgegeben Bat. Denn da wir fahen, tie
| durch eben Die Kraft gefchehe, Die man in den aus dieſem Streit Xergerniffe entftünden, has
Saamen (und Körnern) fießet : fo. foll er ge« |ben wir denfelben jungen Mann an Lutherum
wonnen haben. Denn es foll uns nichts fo un |mit ‘Briefen abgefertiget, und gebeten, daß er,
moͤglich, nichts fo ungereimt *) Dünfen, das wir |um der Ehre Eprifti willen, der Wahrheit, in
Gstt nicht zufihreiben wollen, wenn ung je- der Sache des Abendmahls, alfo Helfen wollte,
mand zeiget, daß es die Schrift Haben wolle. daß er nicht zugleich die Liebe übern Haufen
Daß er aber Hinzufest: Wenn das eine Leh⸗ |mürfe, und Chriſtum in den Brüdern ganz zum
re vertheidigen beißt, mit tüchtigen Brün-| Abſcheu machte. Der nun $urheri Bericht an
den fechten und die Gewiſſen befriedigen, |uns hat ausgehen laffen, den hat weder vie
ſs iſt es wahr, daß fie noch Fein Blaͤtlein |tiebe, noch) die natürliche Billigkeit getrieben,
zu fehreiben angefangen, will id) das unter daß er auch wenigſtens unfern Auffag an fur
die übrigen Großfprechereyen Lutheri vechnen. |therum den Kirchen mit vorgelegt hätte; damit
2 *) dünfen fehlt. z ah weil fie — au Sn abe gefe-
\ ea hen haften, worauf uns denn Lutherus, und
Bi: Antwort sufs eilfte, wie anſtaͤndig für einen evangelifchen Mann,
34Hier fiehe mir die Redlichkeit der Leute! er geantwortet haͤtte. Eben dergleichen Siebe
Dieſen Brief hat Lutherus an Hermagen ge-|hat aud) der gehabt, der des Pomerani Be—
I fchiekt, daß wenn der Are Theil wieder ausgin- | fchuldigung wider mic) Deutſch Herausgegeben
ge, er dazu Fame; und mie id) oben bezeuget| hat. —
habe, Hat ihn Herwagen auf mein Zureden dru· 36. Ach! fie verrathen ſich doch gar zu ſehr.
den wollen. Denn ic) ſcheue der Kirchen Ur-| Denn Chriſten handeln nicht alſo, ſondern
theilgar nicht. Er hat auch Secerio geantmwor: thun und reden alles, nicht zum Zank und die
get, er wolle es thun, fo bald er ihn ſchicken und Brüder anzuſchwaͤrzen, fondern zur Erbauung -
: des Glaubens in Chrifto und der diebe. Die
Anfrage thun würde: ob er es thun mollte.
Thoren wiffen nicht, daß fie ihrer Sache, wenn
Kkkkkk ſie
Aber obwol Lutherus dem Herwagen feine Hand⸗
Lutheri Schriften 17. Theil.
1986 Der Reformätionsfhriften wider die Reformirten J. Abfhnitt, |
fie fie durch Gefege, die dem Sinn Chriſti fo ſchnitt ſtehet, gefchrieben: Es werde auch hier⸗
zuwider find, zu befördern trachten, überaus |innen, nemlid) vom Abendmahl, *) geftöret,
fhaden. Aber dafür wird Ehriftus forgen. |aber mehr mie Schaden der Liebe als des Glau⸗
‚Wollte GOtt! daß wir dem nur in allem gefal⸗ bens, weil es Brüder und beyderſeits ereffliche
len koͤnnten, famt feinen Gliedern : fo wird | Diener Chriſti, die darüber ftrelten. .-
man en * an zu a ah *)turbatur, oder ſetzt Unruhe, Mißhelligfeit.
wer wir ſind, ob ſie ung gleich mit ihren, und] 9, Ich fage alfo Hier nicht, daß es eine Klei⸗
> nicht mit unſern Farben anſchwaͤrzen. Ein — ie One alte Schaden des Glau⸗
Menſchentag wird uns weder gluͤckſelig noch bens, ſondern fehreibe nur, daß die Hebe mehe
elend machen. Lutherus wuͤnſcht, daß cr nuceine | darunter leide, als der Glaube, weil wir bey⸗
Seit hätte, in diefem Gtreit noch beftiger |de zugleich die Hauptfumma der Chriftlichen
‚ 3u feyn; wenn *) er das von Heftigkeit (und | geßre unverrückt erhalten haben wollen; zugleich
Nachdruck) der Gründe mehnet, fo wollte ich | erfennen und lehren, daß wir alle Sünder feyn ,
- eben dergleichen wuͤnſchen; mo er aber don daß von uns nichts Gutes kommen Fonne, und
Heftigfeit der Schmäßmworte redet, fo wollte | daß unfre Gerschtigkeit und Seligkeit ganzlih
ich, Daß er erfennte, wie welt Das von Chriſti auf Eprifti Werk und Derdienft berufe, So .
Geiſt entfernet ſey! erkennen wir auch beyde, daß wir alle unſre
Antwort aufs zwölfte, guten Werke dem Nächften durch die tebe zu
en 3 . Imenden, der Schrift in allem als wahrhafti
37.Sutherus ſchreibt · Ich wolle diefen Flei-|fofgen, und A Worte Eprifti I bene |
nen Zwift für etwas geringes angefeben
| mahl für wahr Kalten und verehren müffen,
haben, fo ohne Schaden des Glaubens |; E
abgehe. Und daraus fihlieffee er, daß mir Die nun diß befennen und lehren, undin Were _
> Eon nicht dawider thun, warum follen mir die
Ehriftum mit feinem ganzen Reich nur zum| ine fs | > (Sys
Evort Dätten, als die wir. haft. hielten, der nicht für Chriften und freue Diener des Evan
Glaube gebe nicht verloren, wenn gleich Chri Sa — —— |
> 1% ———— | Derter der Schrift nicht recht verſtuͤnden, da
us ef I in Zen Be | oma 9, dr ne Bien ann
— er ä I fehle /
genhaft von einer Seite geläftere, indem mir —* ab;
firicten,, daß er fo, andere aber, daß er anders], 40. Wr irren und fehlen alle ——
fagte, welches wider einander wäre. Daraus der Glaube aber bleibt doch, wenn a Y 1 —
folgert er als etwas nothwendiges, daß eine ſtus nicht verworfen wird, Darum babe ich
5x
Hon beyden Parteyen Chriftum faiſch und zum geſchrieben, Daß Bier bie Siebe mehr SB
‚Lügner madje, und befchleuße in den Worten:
Ehriftum aber der fügen ftrafen, mo das nicht
iſt Chriſtum verleugnen und feinen Glauben
laͤſtern, was iſt denn fonft Chriſtum läftern ?
| 38. Sebet, lieben Chriften, wohin wir end:
Hd) verfallen, wenn uns GEOtt uns felbft läf:
fer. Das iſt alfo Lutheri Schluß, den er für
fo gewiß ausgiebt, als wenn es ein GOtt gere⸗
det hätte, da es Doch wider alle Vernunft ift.
Er handelt aber ı) darinnen falfih, daß er
fchreibt, ich wolle diefen Zwiſt, er nennet es
ein Zwiftelgen, für ganz geringe gehalten haben,
dabey der Glaube nicht Schaden leide: Ich
Babe zwar in Der Vorrede, wie im ıoten Ab⸗
naͤhme als der Glaube, und daß wider die Rech⸗
te der Siebe am meiften gehandelt würde, ob
gleich, wenn die Siebe geſchwaͤchet wird, auh
der Glaube abnimmt.
41. Darum Babe ich nicht gefage, daß der h
Glaube gar feinen Schaden nahme, fondern
nut, baß die Siebe mehr leide. Da hingegen
die, weiche den Miedertäufern, deren ic) da a
gedadıte, Gehör geben, welche lehren : Da
man durd) eigne Werfe und Kräfte müßte fee
fig zu werden fuchen, und daß Chriſtus das
Geſetz für uns nicht erfuͤllet habe; mehr am.
Glauben befchadiget werden.
Alſo hat uns
bier Lutherus falfch aufgebuͤrdet , ic) Halte * |
MN ” * F PL; r#
U ER u IL, . \ \ /
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fen kleinen Streit für ein gering "Ding ‚und ihm zu Öefallen thun wollen, dem armen Naͤch⸗ a.
— J
‚ohne Schaden des Glaubens. flen zumenden. Ihr wiſſet Yuguftini Lehrſatz
42. Und ausdiefem falfchen Vorgeben ſchmie⸗ | oder Regel, wenn wir ſchon mit euch nicht alle
det er eine viel ärgere Laͤſterung, wiewol fo toll und jede Stellen dee Schrift in ihrem eigentli«
und laͤppiſch, daß es gar Feine Vernunft hat. chen und gewiſſen Berftande annehmen. \
Denn er fhlieffet daraus, daß wie Ehriftum | 44. Daher halten wir euch für recht Chriſt⸗
für einen Spott hielten, und ihn nie recht er» ‚liche und ehrmürdige Diener Chrifti, indem ihr
kannt oder gelehret hätten. Ich fage aber, daß der | glaubet und lehrec, daß euer und aller Auser⸗
Glaube an Chriſtum beftehen Eönne,ob mangleich
wählten Seligkeit bioß auf Ehrifti Tod, nicht
in andern Stellen der Schrift, ſowol als in den aber auf irgend einem Berdienft der Menfchen
ſer fuͤr lügenhaft geiäftert, wenn einer diefen,
Worten’ des Abendmahls, verfchiedner Mey ſtehe: wir befehlen auch unfern Kirchen, euch
rung fey, wennmannur diß veſt halte, daß dafür zu halten, ob mir gleidy wiffen, daß ihr
Chriſtus unfer einiger Heiland und feine Wor⸗ | Die Worte des heil. Nachtmahls aufeine fleiſch⸗
te wahr feyn, und werde darum Chriſtus nicht liche Ark, fo ſich gar nicht zum Reihe Chriſti
als lügenhaft gelaͤſtert. Wird darum der Kay: ſchicket, nehmet. So follet ihr aud) von ung,
wenn iße den Geiſt Haben wollt, den Chriftus
der andre einen andern Verſtand aus.felnen und Die Apoftel gehabt haben, theils Kalten,
Geſetzen bringet.? Iſt der Vater darum ein Luͤg⸗ theils lehren, wenn ihr ſchon wäßter, daß wir
*
ner, wenn die Kinder, die ſonſt feine Befehle in dieſen Worten ſtrauchelten, da wir für die
von Herzen gernethun wollen, über feiner Worte | Wahrheit, daß wir alle Auserwaͤhlte durch den
Sucher, wenn es fo ſtehet, GOtt zum Lügner
Verſtand ſtreiten? Und wie vielmal habt ihr, einigen Tod Chriſti geheiliget werden, ſeit dem
| uns Das Evangelium fund worden ift, alles zu .
gemacht, da ihr fo manche Stelle, nad) eurem thun und zu leiden bereit gevefen. Denn es
eignen Befinden und Urtheil, unrecht erklaͤrt ift gar nichts nothwendiges, mie ihr, Luther,
habet? Denn vieles erklaͤret ihr ja in euren durch Caſelium an uns geſchrieben habt, daß
neuern Werken ganz anders als in den erſten ein Theil von ung beyden des Teufels ſeyn
geſchehen. Und in mie viel Stellen Habe ihr muͤſſe. Chriſtus und die Apoftel Haben Leute
und euer Pomeranus in den Pfalmen ganz| vertragen, die in weit wichtigern Dingen geir:
widrige Auslegung? vet haben, und fie als Rinder GOttes angefes
43. Uber was braucht es viel Worte? Es hen. Wiewenig mußten die Apoftel! Wieuns
muß einer blind feyn, der hier nicht ſiehet, daß gern wollten die, fo ſich aus der Befchneidung
ihr aus Zorn zu weit gangen. Denn wenn] zu Chrifto bekehrten, die Freyheit Chriſti gelten -
das wahr wäre, fo müßten die alle GOTT in laſſen? wie viel lehrten und thaten fie auch) dawi⸗
feinen Worten läftern, und dahero Chriſtum der? Und Doc hat weder Paulus noch Die ana
- verleugnen, die nicht alles in der Schrift nad) | dere, fo die rechte Wahrheit inne Hatten, ſo wi⸗
dem wahren Berftand begriffen, und alfo müß»| der fie geflürmer, als Lutherus mit den Seini⸗
ten alle Bäter und die ganze Kicche der Hei«) gen gegen uns.
ligen der Läfterung gegen GOTT und der) 45. Mag alfo Lutherus nur erkennen, daß
Verleugnung Chrifti ſchuldig ſeyn. Siehe, ihn viel ein anderer, als Chriſti Geift Kierin«
mein lieber $uther, wenn ihr Bier anders die nen treibe, und es ihm alfo niche, wie in an⸗
Wahrheit fehen koͤnnet, wie weit eud) theils dern Dingen, die Chrifti wahrhaftig geweſen,
eure Vermefjenheit, theils euer Zorn verleitet. | gelingen werde: Denn durch der Welt Gunft
Wir willen, dag GOtt und Chriftus einmal) und Haß iſt es In Chriſti Sachen nicht ausge⸗
viel guädiger feyn werde. Ihm wird genug richtet. Ihr Habe an ung gefchrieben, lieber
ſeyn, ‚daß wir feine Worte für wahr halten, | Luther, es fey eine Warnung des Geifteg, die
und in dem Berftande annehmen, daß wir al⸗ da bezeuge, Daß unfre Sache böfe fey, weil wir
les von feiner Gnade erwarten, und, was wir | fähen, daß bie Kirchen durd) den Streit nom
F I Keffftz2 Abende
— * — — il
> BANN) ——
1990. Der Reformationsſchriften wider die Reformirten 1. Abſchnitt. 1991
Abendmahl zerruͤttet würden. Und wir wuͤnſch⸗ | oder gelehret ꝛc. Denn GOtt, der auch ein
‚ten, daß ihr nicht fo hart wider uns loszoͤget: Herzenskuͤndiger iſt, hat nicht euch), ſondern
denn die u. der Wahrheichaben wir Chriſto das Richteramt übergeben, und der
‚uns allezeit gefallen laffen. Sollte euch aber die- | wird gewiß euer Urtheil über uns.an dem Tas
ſes niche felbft vielmehr eine Warnung des |ge, da er fommen wird zu richten die Jebendie
Geiſtes feyn, daß ihr felbft mit fo gar wider |gen und die Todten, für falfch erklären. Das
‚die Liebe laufenden Gründen, mit offenbaren | Wort Sacrament, mie ic) oben gefagt, erken⸗
- ‚gäfterungen und fehrecklichen Schimpfivorten |nen wir nicht, beten aber Chriftum unfern Hei⸗
die Kirchen zerſtoͤret, verwirret, zerreiffer, der land an, daß wir in ihm das ewige Leben ha⸗
tedrer, und alfo Eprifti felber berauber, dem ben: ihr möget fonft über uns ausfprechen was
Evangelio unzweifelhaftig den Glauben beneh⸗ ihr wollet, denn wir müffen eudy doch Sacra⸗
met, und feine Feinde wider daffelbe rüfter, |mentirer und Feine Chriſten Beiffen, da ihr euch
und faget: daß die gläuben follen, daß die vielmehr felbft Sacramentirer heiffen möchtet,
Wahrheit von uns geprediget werde, Die gerne. als die ihr für die Sacramente ftreitet, da wir
verloren gehen wollen. Denn mit diefem ei- |bingegen bloß für Chriſtum ſtreiten.
nigen Wort habt ir beyde uns und die lautere 48. hr heiſſet uns Ketzer, die wir: doch nie
Worte Chriſti felber, die wir predigen, ver |feine Korte oder Abfonderung geftifter haben,
dammet. oder noch ſtiften, ſondern mit euchineiner Kira
46. Das fahen wir wohl vorher, und häf- che feyn und einen Chriſtum mit euch anbeten
ten es alfo, wo uns Chriſtus Segen gegeben wollen. Einen einzigen Dre verftehen wir geiſt⸗
hätte, gerne von den Kirchen abwenden mö- lich, ihr leiblich. Bekennen und lehren aber
gen. Und darum haben wir zweymal auf un⸗ doch gleichwol, daß Chriftus wahrhaftig bey
fre Koften einen Boten an eud) abgefertiget. den Seinen zugegen und ihre Speifeund Tran
Denn diß, diß machet die Kicchen verwirret, ſey. So eine geringe Urfache iſt eg, darüber
und verdunkelt Chriſti Ehre; da die Wahrheit, ihr fo ein gefährlich Zankfeuer aufgeblafen Habt,
wenn fie befcheiventlicy und in Zeiten gepredi-|uns von der Kirchen verftoffer, den Chriften.
get wird, gar feine Zerrüttung macht, weldye| namen ung abfprechet, ven Keßernamen beys
iße aud) ohne Schmäßungen gar wohl haͤttet legef, ja, uns dem Satan übergebes, und nichts
lehren koͤnnen. Wir haben uns nicht unfere- fo greulich und heßlich genug erdenfen koͤnnet,
- fondern der Kirchen Balber, und nicht vor der das ihr nicht wider ung redet und ſchreibet.
. Wahrheit, fondern vor euren Schmäßungen| Aber es iftnoch das befte, daß euer vorgefprochen
befürdjtet. Und darum haben mir fo demuͤthig Urtheil Chriſtus niche nachfprechen und beſtaͤti⸗
an euch) geſchrieben; und haben nie gebeten, daß gen wird, welcher wohl weiß, wenn ihr gleich
ihr unſre Dinge nicht des Irrthums ftrafen| Das ärgfte von ung urtheilet, was mir hieruns
möchtet, wenn ihr fie irrig befunden härter ;| fer fuchen, und um welches willen wir das
ondern, daß ihr nicht auch andre Dinge, die] meifte erduldet Haben und noch erdulden. Und
ihr feibft mit uns als wahrhaftig lehret, dadurch wenn ihr eben dergleichen leiden muͤßtet, wuͤr⸗
zugleic) fhänden, und die Worte Eprifti ſelbſt, det ihr nicht fo auf Freunde losziehen, und in
sole ihr in dieſem Briefe und andern Schriften) andern Dingen beſcheidentlich handeln,
thut, zur Luͤgen machen moͤchtet. 49. Daß Chriſtus geläftere werde, iſt uns
nichts geringes oder kleines, ſonſt wären wie
| Antmort aufs dreyzehente. bey der Welt, die ihn läftere, geblieben, Wie’
47. Wollte GOtt! ihr fäher, mie fchleche| wiffen aber, vaß mir von der Kͤſterung gegen
euch das anftehe, was ihr Bier nod) anfuͤget: Chriſtum frey ſeyn, und wie führen Feine ver⸗
Darum babe ich alleseit geſagt, daß die derbliche Secten ein, Ichren auch niemanden
Sacramentirkeger Ebriftum zum Spoit| Unrecht oder Falſchheit für Wahrheit. Wir
haben, und fir ihn nie in Ernſt erfannei find Menſchen, Fönnen in vielen Dingen *
— RR /
Fa: Von der Deranlaffung und Sortgang des Streits vom H. Abendmahl. 1953
len und ftraucheln,, aber nur in ſolchen, die an |( oder unter) uns durch Mift der Schmaͤhun⸗
ſich nichts zur Seligfeit dienen. Denn da mir \gen, und den fhändlichen Dampf, wo nicht des
an unſern HEren JEſum Ehriftum glauben, Bruderhaſſes (mie ic) nicht hoffen will), doc)
daß er ung durch feinen Tod in Ewigkeit gebei« \ver Verachtung und Geringhaltung, theils be=
liget und vollendet: fo wiſſen wir, daß wirdes ſchmitzet, eheilsverbüftere wird, Denn dadurd)
‚ewigen Lebens theilhaftig feyn ; welche alfo von geſchiehet es, da eure Schriften fogar ohne ale
der tiebe GOttes, die er uns in Chriſto JEſu |le tiebesflammefind, daß auch das, was iht
erzeiget Hat, weder ihr, Luther, noch Tododer Jals Wahrheit ſchreibet, ven Glauben verlierer.
‘geben, weder Engel nod) Dbrigfeiten, noch Hernach follee ihr auch wiflen, daß, ob wie
irgend eineandre Creatur, fcheiden wird. euch gleich recht Hoch achten, wir dennoch eure
550, Wir bitten GOtt, daß er euch euch felbft | Dinge um fo vielmehr nad) der Schrift pruͤ⸗
recht erkennen lehre, und zeige, wie fehr ihr mit fen, je höher eud) die Welt preifet und heraus⸗
eurem bierinnen gar nicht apoftolifchen Trotz ſtreiche. Denn wir wiffen, daß man fi)
und alzubittrer Heftigkeit die Ehre Chriſti Hin- manchmal vor dem, was den gröften Schein.
dert. In denjenigen Dingen, die eigentlich und Anfehen hat, am meiften hüten müffe, und
und wahrhaftig zur Ehre Chriſti gehören, ge daß der Teufel gar zu gern ungemeine und an⸗
faͤllet mir es ganz wohl, daß ihr alles aufs ge- ſehnliche Leute zu brauchen pflege, Betrug durd)
wiſſeſte lehret und ſetzet: daß ihr aber rühmer, |fie zu ſtiften. Ueberdiß ift ung der Troß der
es müffenalle eure Dinge, die ihr fehreiber und |menfchlichen Are wohl bemußt, welche, wenn
lehret, vecht und wahrhaftig feyn, daran thut ſie nun einiges Anfehen erlanget hat, alsbenn
ihr gar nicht kluͤglich, da ihr fo vielund groffe in allem gleid) einen Meifterfprud) ffun und
Fehler ſowol in Ueberfegung als Auslegung der durchbrechen will. Wir müffen aber GOtt
Schrift mit unter habt-laufen laffen. Zu ge Jauch glauben; durch euren Glauben werden
ſchweigen, wie ihr wider die Siebe Handelt, da- wir nicht felig werden, darum muͤſſen aud) wir,
wider ihr wahrlich, wo es Feine andre ift als| was GOttes Wortfey, genau erkennen. Wenn
die, welche Paulus — 13. beſchreibet, uns das GOtt noch nicht gnug offenbaret Bat,
groͤblich verſtoſſet. Ihr lehret ja Chriſtum; ey, ſo denket nicht, daß wir es um eures Worts
- fo laffet doch auch Chriſti Geiſt (das bitte ich willen gleich glauben werden, ſondern wir hof⸗
euch um GOttes willen,) in euch walten, und |fen, daß wir durch feinen Geift in der Wahre
uͤbergebet die nicht fo.in den Tag hinein dem | heit werden erhalten werden. : 3
Satan, dieer von deffelben Tyranney mit fei-] 53. Das habe id) für gut angefehen, auf Lu⸗
nem Tode erlöfet Hat: glaubee fiherlich, daß |theri Befchuldigung zu antworten, da er oder
Epriftus aud) noch, auffer euch, feines Na-|feine Freunde den fcharfen Anflagebrief doch)
mens nutzbare &efäfle habe. einmal gedruckt haben wiſſen wollen, daß die
5 Wollte GOtt! daß ihr Zwinglium naͤher | Kirchen ſehen, wie wir gar viel anders ausſe⸗
kennetet, famt der Kirche, der er dienet; in-|hen, als er ung darinnen hatabmaßlen wollen:
„gleichen Decolampadium; denn von uns wollen | und wie ganz unverfchuldeter Weiſe er uns ge⸗
ir nichts fagen: ihr müßter gewiß den Heil. ſchmaͤhet und herunter gemacht habe. Die un⸗
Geift Täftern, 10 ihr Chriſtum in ihnen nicht | fere Dinge nicht lefen mögen, werben uns auch
verehretet. Der evangelifche Baum trägt wahr mit Eeinem Recht verdammen: und wo fie ſich
haftig bey ihnen Eöftlichere Früchte, als daß ja dergleichen, wie viele, leider! zu thun pfle⸗
man leugnen Fönne, es wohne die Ehre Chri-! gen, heraus nehmen: fo ift das unfer Troſt,
fti bey ihnen. daß der Vater das hoͤchſte Gericht bey dem
“52. Uebrigens wollet ihr von uns alſo halten, Sohn hat wollen ſeyn laſſen. Laſſet uns aber
daß mir euch herzlich lieben und ehren in dem] alle an den Spruch gedenken: Wenn ich die
HEren; deswegen uns auch von Herzen wehe Liebe nicht hätte, ſo wäre ich nichts. IH
thut, daß das allerheiliafte Wort GOttes in] birreaber a GoOttes Ehre und —
3
1994__ Der Refsrmaionofebeifen vorder Die Reformieren 1,bfahnit, map
ſtii unſers Hetlandes Exlöfung willen, daß nie⸗
mand an Luthero Darum etwas, was er nicht
geroiß durch den Geift GOttes für menſchlich
erfennef, verdammen wolle GOtt bat uns
a u LEN METER SEE
Chr hattet einen fanftmürhigen Geift von
SH GOr, und wieihratfe Chrifti Chreglüc
' licher, als jene Archilochi, beförderter: ſo wa⸗
durch fterbliche Menfchen, und nicht durch un. |ret ihr auch bey den Auserwaͤhlten ſehr lieb,
fterbliche Engel das Evangelium auch von al⸗ Es iſt euch aber gegangen, wieespfleger, daß,
ten Zeiten Her predigen laflen, und wir fündi der bey Lahmen (und Hfnkenden) wohnt auch
en alle mannigfaltig. Was wäre das aber mit Hinfen lernet. Wäre es aber nicht befler,
Fir eine ollbeit, umeines Dieners willen, der et |daß ihr immer Chrifti und Pauli beydes Be⸗
wa Sleden oder Schmuß an ſich Bat, das |fcheidenheit und Redlichkeit, als Luthers Troß
Wort des Lebens zu verachten? Man leſe und |und Schmaͤhſucht an euch ertwiefer, da ihrvon
. höre, was ung in GOttes Nomen vorgefra= euch felbft, Durch GOttes Gnade, zu folhem
gen wird, altes, aber nicht in den Tag hinein, |troßigen und wilden Muth nicht geneige ſchei⸗
ohne allen Unterſcheid, fondern man prüfe al: Inet, Aber, daß GOtt allein alle Ehre der Wahre.
les, und daB befte behalte man. heit und Gerechtigkeit haͤtte, habt ihr freylich
"54. Die Feinde. der Wahrheit dürfen fi Jauch zeigen müflen, daß ihr ein Menſch fend.
dieſe Mißhelligkeit deshalber nicht zu Nutze ma- Wollte GOtt! daß das alle fo erfennen, daß
chen und darüber frohlocken. Den Auserrwäßl: |fie, was GOtt durch euch thut, um foldheseu
ten gereichet alles zum Guten, und fo pflegt Iren Dinges willen nicht verachteten?
GOtt die Bewährten, die an feinem Men-| 2. Denn eure wider mich an Spalatinum
fehen, fondern an ihm allein hangen, offenbar Jund Agricolam gefchriebene Rede fann ich Chri-
zu machen; Die werden flärfer ſeyn, als daß ſti Geiſt niche zufchreiben: nicht allein, weil
die Pforten der Höllen wider fie etwas vermoͤ⸗ ihr mich darinnen vor den Kirchen fo greulich
sen. - Gie mögen nur nicht weiter ſchreyen: |befchuldiger habt, ehe ir mich heimlich beftraftz
Wir wären felber nicht einig; denn es ift jabey |fondern auch, weil ihr mic) einesfaltı (‘Betrugs)
ihnen gar alles zerriffen und zufappet. Darinnen |fälfchlich bezüchtiget, und denn auch alle, die
find wir ganz einig, daß alle Auserwäßlten in die leibliche Gegenwart Ehrifti im Brode mit
Chriſto allein alle ihre Seligfeie fuchen, und |uns leugnen, teil fie nirgend in der Schrift
daß ung gebühre, Durch Liebe unter einander und |fteet, zu Verwirrern der Gemiflen macht, ‘als
durch Wohlthaten, auch gegen Feinde, unferm |die wir viele ärgerten, das Evangelium hinder⸗
himmlifchen Vater auf Erden ähnlich zu feyn. fen, und die wichtigften Dinge zu grunde rich⸗
Der HErr wende von feiner Kircyen alle Her | teten’; ingleichen weil ihr die Lauterkeit des Worts ||
gerniſſe, und lehre uns nach feinem Exempel GOttes in Pfalmen gar geringe achtet, und.
fanftmuͤthig und von Herzen demuͤthig fenn !|euc) hierinnen allzuviel und ohne Urfache heraus ||
- Die Gnade des HErrn ſey mit euch allen, Den | nehmer. | Ri? ee
29. Martii Anny 1527, 3. Deß hätte ich euch lieber heimlich erinnern ı
a rollen; weil es aber durch eure Schuld geſche⸗
XV. den, Daß Ehriftus, den ich wenigſtens predie
Mart. Buceri Schreiben an Johann Bu⸗ |ge, bey den Einfältigen geläftere wird; denn |
genhagen, darinn ee fich gegen deſſen Beſchul⸗ | Die Klügern laffen fic) das nicht anfechten, dadie, |
digung, als hätte er ihn in Verdacht des fa: | welchendie Beſchuldigungen gelten, nicht gehört
cramentiſchen Irrthums zu bringen worden : fo Din id} genöthigerworden ‚gegen euch
3 ‚gefucht, verantworter, und andre,die eure Anklage wider mid) gelefen ha⸗
Bon M. Aug. Tittel ins Deutſche Überfene, ben, und alſo nach Erforderung der Billigkeit mei⸗
& * ne Antwort zu leſen belieben werden, mich mit we⸗
Johanni Bugenhagio Pomerano (wuͤnſcht) nigen wahrhaftig und beſcheidenlich wegen deß,
Martin Bucer Gnade und Friede! was ihr uns wider Wahrheit und N H
s £ MAR N)
*
—
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r — ——
u
—
1996 Don der Deranlaffungund $ortgang des Streit vom b. Abendmabl.
dor den Kirchen ſchuld gegeben, zu verantwor=, 7. Jedoch horet wenigftens noch jeßo, weil
!
1997
en lihr doc) ſowol Kläger als Richter zugleich ſeyn
s ® 4 "Sch will aber eurer Ordnung nachgehen ‚wolle. Wo ihr aber dazu nicht Luft habt, fo
und erftlich das Lafer des Betrugs (oder eines | mögen es die Thriften hören. :
> Falfi,) ablehnen. Hernach auch die andern Be-
8. Zufoͤrderſt 1) wünfche ich, daß ich verfin«
ſchuldigungen, 3. E. daß wir die Gewiſſen ver«!fe *) und Chriflus mir nicht gnädig fen, wenn
wieren, Schwache ärgern, und bas Evange: ich ſowol vom Abendmaßleals andern Dingen,
lium hindern. Endlich, will ic) euch wieder die die ic) in ſolchem Werk der Dfalmen gefchriee
N,
- Jauferfeit der Pfalmen und eurer ungeitigen | ben, mit einem andern Sinn oder Meynung ges
WBermeſſenheit erinnern, die ihr am Ende eu
ver Rede gar unbedächtig an euch blicken laſſen.
handelt, als daß der wahre lautereBerftand ſowol
ga ſen. der Pſalmen, als anderer Lehren des Chriſtli—
5. Erſtlich nun, klaget ihre und beſchuldiget chen Glaubens, die etwa mit unterlaufen, une
ch, daß ich in eurem herrlichen Werk, das |fern Deutfhen, zur Erbauung des Glaubens
von euch nicht: zu verbeffern, Gelegenheit ge
undder Siebe, dargereicht würde. Undich will
ſucht, die gotelofe Meynung vom Abendmahl, meinen Kopf verlieren, wenn entweder ihr,
daduich man leugnet, Daß, wenn die Gläubi.
gen das Brod Ehriftieffen undden Kelch Ehri-
ſti trinken, fie den wahren Leib Chriſti und das
wahre Blur äffen und fränfen, nicht allein un:
mein Pomerane, oder ein anderer, aus dem,
was ic im felbigen Werke gefehrieben, oder fonft
woher erweifen kann, daß ſich Das anders bes
finde, d. i. Daß ichefwas, fo mit Chrifti Lehre
ter eurem, fondern aud) $utheri, Phil. Mer) ftreiter, ben foldyem Werk angeflickt habe.
anchthonis und eurer ganzen Schule Namen]
der Welt aufzuhengen, und alfo fowol euch,
thums verdächtig gemacht, ja, euren Namen
ich wohl wife, daß ihr ganz eine andere Mey-
nung häftet, befchmißet habe. —
6 Das iſt ohngefehr die Summa eurer Be⸗
ſchuldigung wider mid), und zwar mit euren
eignen Worten, darauf ihr fo troget, daß ihr
kein Bedenken trager, mich bey allen rechtfchaf:
nen Leuten als einen ‘Betrüger auszufchreyen,
und miralles Gehör abzufchneiden ; indem ihr
ſchreibt,es ſey lächerlich, ſich hierinnen zu entſchul⸗
dlgen: womit ihres faſt eben macht, wie Die
Jouͤden bey Pilato, nemlich, daß ihr bittet ‚man
ſolle mich ohne Verantwortung, bloß auf euer
- Wort, verdammen. Aber ihr folltee euch bil.
der liebe, gehandelt,
wie billig, heimlich angefprochen hätter: fo
wuͤrde ich euch bald folche kecke Anklage benom-
‚men, und euch), wo ihr ja um meiner Schrif:
*) dehifcat mihi terra.
9. Hernach wird die Meynung( daman leug⸗
net, daß, wenn die Gläubigen das Brod Chri⸗
fti eſſen, fie feinen wahrhaften teib effen, und
wenn fie den Kelch Chriſti erinken, fein wah⸗
res Blut teinfen, ) in demfelben ganzen Werk -
gar nirgend gefunden, und habe id) vom Abende
mahl da nicht anders geredet, als ihr felbft im
Sateinifchen gefchrieben. Ich fage mit Elaren
Worten: Daß die Gläubigen Ehrifti Fleifch
wahrhaftig effen und das Bliut trinken, aber
durch) den Glauben; daß es leiblic) geſchehe,
leugne ich doch nicht, wie ihr es auch im Latei⸗
nifchen nicht bejahet habt. Detin fo habt ihr
geſchrieben, nachdem ihr vom geiſtlichen Eſſen
gar gottſelig gemeldet hattet: Das aͤuſſerliche
Sacrament aber des Brodes und Weines,
oder des Leibes und Blutes Chriſti, iſt dieſer
lig nicht in eurer Sache fo viel vermeſſen. Ihr (nemlich der geiſtlichen Speiſe Chrifti,) bloß
ſehd ein Menſch. Wenn ihr mid) deswegen, ein Zeichen, welches man, ohne dieſelbe, un⸗
wuͤrdig zum Gericht empfaͤhet. Darum halte
ich, man muͤſſe vom aͤuſſerlichen Sacrament
des Nachtmahls, ohne jetzt beſagtes, (welches
ten willen irgend in einen Verdacht gekommen, zwar von unſern Augen weg in Himmel genom⸗
auf beſſere Art heraus geholfen haben. hr habt
hier wahrlich aus Trieb des Fleiſches, und nicht
und die euch gelobet, dieſes fchädlichen Irr⸗
und Amt mit folcher unverfchämten Lügen , weil
Ss
nen, fo GOtt fürchten, gegenwärtig ift, ) leh⸗
ven oder ſchreiben, Daß es nicht ————
wir
men, aber doch mit feiner Kraft allezeit beyde⸗
1958
wir ein Sacrament ohne Ölauben gelten lieſſen.
Das ſind eure Worte. San
10, Wenn ich nun etwas an den Pfalter ge-
flickt, fo dem zumider, fo will ic) gern ein fal-.
” arius (oder Verfälfcher) heiffen. - Nur Habe
ich) noch von der Anberung Chriſti im Brode
beygefügee: daß wenn fie gleic) frey ſtuͤnde, fie
dach mine zur Erbauung diente, weil fie, oßne
Wort GOttes, vom Aberglauben aufdie Bah⸗
ne gebracht worden, und man fie alfo verler⸗
nen müffe. Darinnen ich, fo wahr id) le⸗
be (difpeream fi)! geglaubet, euch nod) einen
Gefallen zu thun. Wundre ich mich alſo, wieihr
euch unterſtehen koͤnnen, mich mit ſo falſcher
$äfterung anzugreifen und zu ſagen: daß id)
- Der Reformationsfchriften wider die Reformirten I. Abfd
12. So fehet alfo, mit was vor
‚gefage Babe, 10o ihr beiweifet, daß dc) ewas
häpliches angefüger bes
unter eurem Namen der Welt eine Meynung |zeuget, ic) Bäfte die von euch mir gegebene Era _
aufgehenget,
die Glaͤubigen
welche Worte ihr weder in dieſem Pſalter, noch | Pſalmen dienet, nicht vorbey gelaſſen; und die
gehet vor euer ſowol als Lutheri und Philippi
ihrer (Vorrede) vorher; darum ich, was ſich
nur dißfalls finder, ſowol inmeinem alseurem
fonft irgendio in meinen Schriften, finden wer»
det: wie meine Schutzſchrift an Brentium,
. meine Vorrede über den sten Theil der Luthe⸗
rifchen Poftille, und meine Auslegebücher über
die drey —— Matthaͤum, Marcum
ucam, ausweiſen.
— Och Babe aber vielleicht das obige wider
die Anbetung nicht beyfügen follen? Antwort:
- Warum habt ihr aber denn eurem damals hoch⸗
gelehrten Bucer (denn fo habt ihr an mich ‚der
von vergleichen gerne nicht roiffen will, geſchrie⸗
ben,) alles frey zu verfegen, zu andern, Dazu
und davon zu hun, es in andre Ordnung zu
bringen, einige Dinge an feinen rechten Ort zu
Bringen, andre klaͤrer oder anders zu überfegen,
daß es nicht forvof euer als mein Pfalter wür-
de, erlaubet: ihr lieflet alles geſchehen, was
Namen ausgegeben, und hättet ihr alfo gar Fein
Sermen zu machen gebraucht, wenn ſchon et⸗
was wider eure Meynung vom Abendmahl im
Pſalter ftündes wie ihr einem Heuchler ſtracks
geglaubt Habt, da ihr ſelbſt den Ort haͤttet le⸗
Denn da id) gleich
fen und überlegen follen,
zu Anfange des Werkes bezeuget, daß ich die
mir von euch gegebene Freyheit gebraucht,und
alfo verändert, zu= und abgethan ꝛc. (welches '
die Worte: deren Ich mich alfo gehalten habe ꝛtc.
anzeigen , nicht aber, wie ihr fie (Lat.) gegebens.
nach welchen ich, mic inne ‚gehalten habe ꝛc.)
wer wollte da fo unbefonnen gervefen feyn, daß
er folches nicht eher mir als euch beygemeflen - '
ich glaubte, das unfern Deutfchen bequemlich | Hätte, die ihr, rote ihr ſaget, der Welt längfe
wäre. Das find eure Worte,
ben; ob ihr wol in diefer e
ic) weiß nicht mit was vor Gewiſſen (oder ſtreit ift?
Stirn), fehreibet: als wenn ic) ihm nicht mei-
Das ift das | aufs geroiffefte Fund gethan, daß ihr im Han⸗
Geſetz der Ueberfegung, fo ihr mir vorgeſchrie⸗ dei vom Abendmahl ſchnurſtracks wider uns ge⸗
urer Beſchuldigung, ſinnet ſeyd, ob es wol in der That nur ein Wort
14. Ihr
ne Gedanken vorgeſchrieben, nach denen er ſich der eurigen Ehre beſorgt geweſen, und habe
zu richten haͤtte? Wo ſind denn dieſelben Ge dem Bruder von Augſpurg (welcher mehr ein
danken, da ihr mir alles erlaubet hattet, was Schreyer als ein Chriſt iſt, denn ich kenne den
ich nur für die Deutſchen nuͤtzlich fände, Ich Menfchen, ) ohne Lirfache zu viel gefrauet, und
will mie aber den Kopf nehmen lajfen, mie ich | alfo nicht des Satans, des Waters der —
J— u
4
—
—
{73
feyd alfo vergeblich wegen eurer und: Y |
Recht ige
mir Faͤlſchung beymeffet, als wenn ich mein:
‚Ding in euer Werk tuͤckiſch vermenget; die mir
doch nicht beyzumeſſen waͤre, wenn ich gleich
vieles, das von eurer Meynung abginge, hin⸗
ein gerückt haͤtte, nachdem ihr beliebet, daß es
mehr mein als euer Werk ſeyn füllte. Wenn
es nun ſowol mein als euer Bud) wäre, wars
um hätte ich nicht. auch, was mir etwa der
Herr geoffenbaret und ich guf für die Deuts .
ſchen gefunden hätte, in mein- ‘Buch fehreiben
dürfen. rt ——
13. Zudem habe ich in meiner Vorrede be⸗
dadurch geleugnet werde, daß laubniß gebraucht, doch dergeſtalt daß ich das
den wahren Leib Chriſti eſſen: eurige, was mir zum, rechten Verſtand der
— —
Zur
sie
{ 20007 Don der Deranlaffung und Fortgang des Streits vom b. Abendmahl. 2001
Tcke hier. befunden, Daß er der Welt durch | 16. Dom Abendmahl Babe ich über Pf. 3,-
mic) weiß machen wollen, ihr toäret mit uns |bey eben der Veranlaffung, wwieiße, gefchrieben, -
‚gleicher Meynung. Denn es weiß Derfelbe was gar nicht wider eure Meynung iſt z ich ha⸗
x
- wohl, wie unleidlich ihr feyd, und Daß er al⸗ be es gefchrieben in dem Sinn und Vorhaben;
fo nicht hoffen Fönnen, ihr würdet es auf euch die Ehre GOttes zu verherrlichen; wo es an-
> fißen laffen, wenn ihr gleich nicht vorhero fo ders iſt, fo will ic) verderben. - Ich Babe der⸗
auf uns losgezogen hättet ; weiches doch auch |gleichen gefchrieben, daß, wenn ihr es als ef-
alle Feinde wiflen, Daß Ihr uns Bierinnen.dem was goftlofesermelfen Eönnt, ic) den Kopf ver⸗
Teufel uͤbergebet, geſchwelge daß ihr es mit uns wirkt Haben will. Ich habe esüber ein Buch
halten ſolltet. Wenn ihr nun das mit Fleiß fo |gefchrieben , Das fomol mein als euer iff: ich
hoch aufgemutzet habt, fo ift in Wahrbeit euer habe es ſowol unter meinem als eurem Namen
| De Verſtand, oder unfinnige Wurf der ausgehen laſſen: ich bin bereit gewefen, es vor
Affecten Bierinnen, oder beydes mit einander!der Welt zu begeugen, wenn ihr mich nur ere
zu beklagen, Wenn idr aber nur als ein Ned: innert häftee. Sa, ich geſtehe, (welches ich mit
nee handelt, fo iſt zu_bedauren, daß ihr das| vielen glaubwuͤrdigen und redlichen Zeugen dar⸗
Evangelium, das wir predigen, nicht mehr ach⸗ thun Fann, ) Da euer Brief an Heffum ausges
tet, welches man ſehr laͤſtert, wenn ihr ſo uͤber gangen, der euch ganz unanftändig ift, hatte
uns losziehet: zu geſchweigen, daß ihr die Liebe ich vor, zu Ende des Buchs (denn was ich
fohintanfege. s über Pſ. 3. gefchrieben, war heraus, ehe euer
15. Endlich folle ihr wiſſen, daß ich nie die! Brief bey mir ankam, ) zu bezeugen: daß ich
Art habe, (welches die wiffen, Die mich entweder) wegen des Abendmahls mit euch nich einigwä= _
leſen oder predigen hören, oder meine Schriften, re, daß es nicht fchiene, als haͤtte ich, weil ich
und fonderlich was ich in obiger meiner Bor-) bloß des geiftlichen Eſſens Chriſti mit end) ges
rede bezeugee habe, anfehen,) daß ich dem Wore| gedacht, liſtiger Welfe das leibliche verſchwie⸗
te GOttes ein Licht von eurem oder irgend ei-|gen. Aber dem Drucker zu Gefallen, da dag,
nes Menfchen Dampf zu erborgen und anzu⸗ was ich gefchrieben, mit dem euren nicht viel
zuͤnden begehre ; und alfo Babe ic) weder, wie anders war, Habe ich es unterlaffen; in der
Ahr ſaget, folche zufammen gebettelte und ge⸗ Hoffnung, wenn euch etwas anftößig wäre, wie
ſtoppelte Zeugnifle gebraucht, noch auch geſu⸗ etwa das von Anbetung des Brodes, wuͤrdet
chet. Ich treibe fowol in der Worrede der ihr es mir wol anzeigen, und würde alsdenn
Palmen, als an andern Orten, esfollefich nie=| Zeit genug ſeyn, von ſolcher Wißhelligkeit
mand auf euer oder anderer Anfehen verlaffen, |( oder Unterſcheid) den Kirchen Nachricht zu
oder daran hangen. Ich ſage, daß weder ihr geben. TEST FREIE ARE
noch fonft jemand alles gefehen; darumermaf-| 17. Alſo Hoffe id), werde bey allen recht⸗
eich, dag ein jeder den Heiligen Geift anruf- ſchafnen Leuten Elar feyn, daß ihr mich Falfch-
fe und felbft auf das fehe, was ihn GOtt Ieh-|licd) des Safters_Der Falkbund no Betrugs)
2, Und ihr darft mir beymeſſen, daß ich mit bezuͤchtiget. —
eures Namens Duͤſternheit die Wahrheit GOt⸗ 18. Nun komme ich auf die andern Dinge,
tes, Die wir vom heil. Abendmahl lehren, hätte aber mit wenigen, weil ich dergleichen ſchon in
erleutern wollen? Mir tiffen, mein Pome⸗ andern Schriften und oben in der Schutzſchrift
rane, daß es nicht allein gottlos, fondern auch an Luthern widerleget, aud) Zwinglius und
ein foll und thoͤricht Ding fey, mic dem An-| Decolampabius dergleichen laͤngſt, wenn man
ei) eines menfchlichen Namens die Wahr-| es nur lafe, gethan haben. eh m
keit GDftes preijen wollen. Sehet ihr alfo,] z9. Ihr gebt uns Schuld: wir lefrten vom
dder wo ihr nicht koͤnnt, alle Chriſten, wielä-| Abendmahl Dinge, damit wir ſelbſt unſre Ge⸗
wei alle meine Entfhuldigung wider ener| wiſſen nicht beruhigen koͤnnten, wie unfteBi-
Angeben Kerausfomme. . . (ccher zeigten: wir ürgerten alfo wiele, Binderten
Lutheri Schriften 17. Theil, A N Linea N RANG
*
a
re“:
2002 Der Reformarionsfihriften woider die Reformirten 1. Abfehnitt.. 2003
das Evangelium, und machten, daß einige wich⸗ heit Cprifti, fondern folcher Grimm der Jeute,
tigere Dinge fahren fieffen und nur in -diefer |und die, fo wider alle liebe, ja menfchliches Be⸗
Sacramentireren ſich zu fehaffen machten. Ihr Izeugen laufende Feindfchaft und Spaltung,die
follt aber wiſſen, mein Pomerane / daß uns nichts ihr ohne alle Urfache erreget Habt und darob
von eurer Lehre gefchieden,, (davon mir gewiß haltet, die find es, die Yergernig machen, das
ungerne gewichen, weil wir dabey euch nicht al- Evangelium Hindern, und viele, Die gerne et« -
lein zu Sreunden behalten, fondern auch weni: was anders und beſſers gefchrieben hätten, ge⸗
ser Creuz von der Welt und des Antichriſts zwungen haben, vom Abendmahl zu fihreiben |
Heer ung zugezogen haben wirden,) als weil und zu lehren. Wer wollte aber leiden, daß
fie ungewiß war, und wir aus dem Worte man des Teufels ſey? Wer follte dazu fchwei: |
GOttes nicht davon vergewiſſert werden Fonn= |gen, daß man Feinen Ölauben finden folle, au) |
ten. Denn aus welcher Schrift Fönnet ihr be: | wenn man Ehriftum aufs lauterſte lehre? Wel-
mweifen, daß man zu den Worten: das ift|ches einige unter euch mit Luthero zu thun bes
mein Leib, noch Hinzu tun müffe, leiblich; muͤhet find, und darauf fehroören dürfen, daß.
oder auch eure verblühmte Redart, da ihr durch | Eeine ärgere Ketzer jemals aufgeftandenwären,
einen Namensiwechfel(Metonym.) an ſtatt def-
fen, was. Chriftus gefagt hat: das ift mein
Leib, faget: hierinnen iſt mein Leib? Und wel⸗
che Schrift mag uns verſichern, daß wenn man
die Worte Chriſti wieder uͤber dem Brode her
ſaget, etwas wirklich (oder wahrhaftig) am
Brode verändert werden werde?
20. Was iſt aber da ungewiſſes, wenn wir die
Chriſten lehren, wenn ſie das Abendmahl halten,
und das herſagen, was Chriſtus zu feinen Sün-
gern in felbigem legten Abendmahl gefagt hat:
Nehmet eſſet, das iſt mein Leibre das fie nicht
zweifeln ſollen, es wuͤrde diß auch zu ihnen ge⸗
ſaget, und ihnen der Leib und das Blut Chri⸗
ſti zu ihrer Erloͤſung geſchenket; welches, wenn
fie es glaͤubten, fo würden fie wahrhaftig mit
dem Leibe und Blut des HEern gefpeifet und
zu aller Gottſeligkeit geftärfer, und fo würden
fie recht dankbar feyn und rechtfchaffen preifen,
daß Ehriftus aud) für fie geftorben ? Aber Bie-
von ift ein mehrers in der Borrede oben und
in der Schußfchrift wider Lutherum, ingleichen
- volljtändiger in Zwinglü und Decolampadü
Büchern, welche denen, die nicye fo, mie ihr,
vom Sutherifihen Namen bezaubert find, ganz
ein anders, als euch, darlegen, nemlich daß wir
ein * was wir hier lehren, vollkommen ge⸗
wiß ſeyn.
21. Und ſo beſcheiden als es vorgetragen wor⸗
den, wuͤrde es wenn ihr nicht fo dawider los⸗
fürmeet, die Schwachen gar nicht ärgern noch
das Evangelium Kindern, Nicht die Wahr:
als wir? Was andre thun, weißich nicht; wir
reden aber gewiß fehr wenig von diefer Sache
in der Kirche, und ſchweigen, fo viel möglich,
eurer gäfterungen, und predigen nur immer fleife
fig Chriſtum, und zwar den gecreuzigten.
22. Ihr wundert euch auch, daß, wenn wir dem
andern Theil eines verfegen wollten, wir fprä=
chen: Die Alten hätten ebenfalsunfreMeynung |
gehabt. Ich aber wundre mich, daß ihr nicht
glaubf,daß wir hierinnen die gewiſſe Wahrheit re⸗
den. Denndas ihr aus Tertulliano für euch an-
sicher: Unſer Fleiſch iffer den Leib und das
Blur Ebrifti, daß die Seele aucb mit GOtt
gefpeifet werde; fofeheich wohl, daß ihr noch
nicht dahin feyd, Daß ihr der Vaͤter Nedenrecht
verftehet, Ererfläretdiefe Worte, das ift mein. |
&eib, andermweit, und fchlieffet daraus, daß das
Brod eine Figur (oder Abbildung) deswahren |
teibes fey, daß Chriftus einen wahren Jeib ger
habt Babe. Daß er nun hier auch unfers Slel- |
fches Ehre (oder Vorzug) beweiſe, fo ſtreichet
er aufs befte heraus, was der Leib alles zuges
nieffen Babe, und nimmt fich dabey die Frey/
heit, die verblühmte Redart zu gebrauchen, O
aud) Chriſtus gebraucht hat. Denn kieber!
ißt denn fonft die Seele nicht viel mehr, alsder
Leib, den Leib und das Blut Chriſti? oder ft
der $eib und das Blut des HErrn eigentlihele |
ne Speife des Fleiſches, Daß fie in Bauch bin
unter fahre, (das andre waͤre eine Gortesläfter
rung weiter heraus zu fagen, ) oder *) ift bie
Seele vielmehr von GOtt fett zu ———
en a en ES EEE RR
2004 Von ber Deranlaffungumd Sortgang des Streits vom h. Abendmahl.
Was werdet ihr in den Vätern recht verfteßen, | ber das Werf und thut das eurige wegdaraug,
ET
* — RL —
J
enn ihr nicht fehet, Daß dieſes verbluͤhmt ge-| daß die Kirchen GOttes, was wirklich GOttes
diltet lieber feibft den Geiſt des HEren bitten,
und alles nach der Glaubensaͤhnlichkeit richten,
— Wenn ihr das thaͤtet, fo würde euch die Wahr-
R Bei des Herrn hierinnen nicht jo fremde dün-
Een. Ic hoffe aber, der HErr werde Diefe |
Schuppen einmal von euren und anderer ihren
Augen fallen laffen,
ug f fie *) ct muß wol heiflen aut.
23. Endlich ermahne ic), daß ihr bedenfer,
was ihr von den Pſalmen in diefer meiner Be—
Robin gefchrieben: Ihr befehlet, daß die
Verkaͤufer und Käufer getroft feyn, und nicht
fürchten, Daß ihr etwa euren Dfalter werbeffern
wolltet; und faget, fo viel an euch ift, folle er |
fo bleiben, wie er anfangs ausgegangen, Daß
—
er ein Gedenfmahlder fonderbaren Gabe GOt⸗
tes fey, die er euch gegeben, ohne einen andern
Hintanſetzung der Sauterfeit der Schrift. Wie ? |febreibt :
ſollen wir nicht fürchten, daß ihr den Pſalter nichts im Werke der Pſalmen |
berbeſſert, darinnen ihr an fo vielen Orten des jeines andern Buch Meifter feyn wollen, um
t? Würden wir nur darinnen etwas zu fadeln zu finden, wel- .
——
Anweiſer, bis an das Ende der Pſalmen hin⸗
Durch zu Oringen. Wie fchmect das alles,
meintieber Pomerane, fo nad) Eigenliebe und
rechten Berftandes gefehlet hab
denn efwa ein fo geringes Geld, dafür wir daf-
felbe verbefferte Werk kaufen müßten, lieber
haben, wie ihr wolle, als daß wir die Ausle—
gung der Pfalmen verbeifert kaufen? Aber wie
unmbedaͤchtig Habe ihr nicht auch darinnen ge:
Ex um Ende der Pſalmen hinaus zu dringen
e andre gar ungefchickte Schreiber, bis zum
de der Pſalmen Hindurd) gedrungen. Ihr ha
Osttes Gaben fepn? vielmehr verbeffert lie⸗ lieber ——— einen Propheten —
Bin 2
” Be: Es ſolle der Pfalter, fo viel an euch
*
iſt, wie er anfangs heraus kommen, bleiben,
Daß er ein Denfmahl fey der herrlichen Gabe,
dadurch er euch verliehen, ohne Anweiſer, Bl
und
En-
be
‚In dem Eremplar, das ihr mir zugefchicket, vie:
fe mit eigner Hand gebeffert, und damit er
kannt, dab es euer Werk wäre, fo der Pſal—
men Berftand unrecht gäbe; follen das auch
ieber Bugenhagen, es ift auch Liranus,
redt? Es wäre euch und den meiften andern zu | Gabe ift, Icfen möge.
wuͤnſchen, daß ihr Lutherum nicht fo Hoch hiel-
tet, um deswegen alle andre zu verachten. Ihr
24. Lutherus macht aus dem, daß wir fagen:
Man müfle die, welche fonft in übrigen Glau—⸗
bensdingen richtig find, und nur den rechten
Verſtand der Worte des Abendmaßls, oder ir
gend eines andern Drtes der Schrift nicht her⸗
aus bringen koͤnnen, keinesweges verftoffen,
weil fie auch den Glauben darum nicht verlöß-
ven; fo viel: Wir Härten Chriſtum zu einem
Spott , haͤtten ihn nie in Ernſt erkannt oder geleh⸗
vet; und fpricht das Urtheil: daß der Chriſtum
fäftere und ihm Falſchheit und Lügen beymeffe,
der feine Worte in dem rechten Berftande nicht
annehme oder fafle. Ihr aber, der ihr fo viel
Stellen der Beil, Bfalmen, die doch gewiß
Worte GOttes find, nicht in ihrem rechten
Verſtande ausgeleger habt, haltet es doch für
fo etwas geringes, daß, da ide Deurfch vieles‘
von euch gebeſſert im Druck Habt wollen ausge
ben laffen, ihr Doch leugnet, daß ihr verglei- .
chen im Sateinifchen hun wollt.
25; Es fteher euch aud) nicht wohl an, da ihr
She mwolltet auch denen zum Troß
ändern, die über
chen ihr nicht glauben wolltet ꝛc. Das find eure
Worte. Wolle ihr es aber denn nicht anneh«
men, twenn euch jemand ein befferes zeiget? -
‚oder follen wegen einer efwas harten Erinne -
rung (von andern) Die Kirchen GOttes lieber
eure Träume ftatt des Wortes GOttes Iefen ?
Wo bleibe da St. Petri Wort, daß wer da
redet, d. i. wie ihr fehreibt, das Lehramt auf
fich hat , gewiß feyn folle, er rede nur OOt-·
tes Worte! Nun fey ihr aber gewiß, daß ihr
menfchliche, und nicht für Pſalmen gehörige
Dinge geredet, darum ihr auch in dem an mich
geſchickten Buche vieles. geändert mit eigner
Hand: warum wollt ihr denn alfo dergleichen
nicht im Lateinifchen ändern ? |
26. Wie Eindifch ift nicht aud) das, welches
ihr ſchreibet: Es mögen aber (ſolche Meifter)
n von
enen,
- übern Sefatam, nur neulich über die 3. Testen]
TEE — 6 DR N 2 Seen 3 ie Rn — u — * — IN en Er Re a en — £ PN
‚2006 Dei Reformationsfehriften wider die Reformirten I. Abfehnitt, _ 2007
“denen , die noch nicht — d Daß wieſmicht zuwider feyn, folhes den Kiechen fund
ihre Kunſt (oder a, ſole zu machen. Die Perle des Worts GOttes
Ten wir, auf eure Ermahnung, Propheten aus=| muß uns lieber feyn, als daß wir fie mit, dem.
legen, unfre Kunft zu zeigen ? Ach ! mein lie⸗ Koch unfrer Träume befleckt den Kiechen wik
“euch anfommt ? Decolampadins Kat längfk| ger,nicht follten abwifchen. ER
29. Und wenn es aud) jemand um euch ver=
fehen,, fo ſeyd nicht ſelbſt Richter, und befchul=
dige ihn nicht fo Hark vor den Kirchen, ehe ihr
ihm insbefondre deshalber angefprochen und ere
mahnet. Wir ſind auch Epriftiund fuchen fe:
ne Ehre. Der fchenfe uns, daß wir in ihm
gleich gefinnet ſeyn, und fein Wort auch in ei⸗
nem Geiſt predigen! eh a
30. Gehabt euch wohl in demfelben, und Bal-
tet mir 68 zu gute, daß ich mich redlich und
freundlich bey den Kirchen enrfchuldigee Babe,
den ihr gar unredlic, und unfreundlich beſchul⸗
diget hattet, Der HErr vergebe es euch, denn
ihr Habe nicht gewußt, was ir gethan Habs,
Straßburg den 25. Marti, N
‘ber Domerane, mas find wir, wenn es auf fentlid) darbieten, oder wenn man ihn uns jele f
kleinen Propheten , wie man fienennet: Capi⸗
to über den Habacuc, nicht alfein vor Luthe⸗
sum, fondern. was auch mit zu Lutheri Erfla-
zung nicht one Nutz gelefen wird, und legtlich
über Jonam, Malachiam und Hofeam gefchrie-
ben. Und es wuͤrde ſich mehr dergleichen finden,
das ſowol ihr als eures gleichen mit Nutzen le⸗
ſen koͤnntet, wenn die Maͤnner GOttes vor
‚eurem Loaͤſtern und Schmaͤhen dazu kommen
koͤnnten. 2 su i
2.7. Wie fehr wäre zu wuͤnſchen, Daß ihrer-
kennetet, was ihr fchreibet, daß ihr fchon er-
kennet; nemlich, wie arm ihr und alle Menfchen
ſeyn, und alſo ein jeder in feinen Schranken
bliebe, und genug daran häffe, was er mey-
net, daß ihm Gstt offenbaret hätte, den Kir-
chen befcheidentlich und redlich vorgetragen, Das
Gegentheil, oder was dem zumider, angezeiget
su haben, und denn denen, die da fien, das |
AUrtheil drüber zu überlaffen, im übrigen aber
Der fchrecklichen Schmähungen müßig zugehen,
Davor wir nichts an Paulo und andern Heili-
gen finden, Denn fo würde des Zanks ment-
E. Wie Urbanus Nhegius Anno 1527, '
fih auf Zwinglii und Decofampadii
Seite gefchlagen; Bald aber Lutheri
Mennung angenommen,
Inden, d 1oU Sutberi Bericht an Spalatinum, wie :
ger und viel mehr gründliche Wiflenfchaft der Urbanus Rhegius wider ihn zu febreiben denn
Schrift fyn.. | | © 1 he, und Becolampadium und Swinglium
“28, Ic ermahne demnach und bitte, daß) » . nicht beleidigen wolle.) I
ihr in euch gehet, und das eurige, das unftige, &, unten im Anhang Rum. I.
und aller ihres nad) GOttes Wort prüfet, und}. ee a a er
ur wider das losftürmet und.eifert „was den) SR VIEN r Tom
‚Glauben an EHriftum und die gebe ſtuͤrzet. gutheri Bericht an Wenceslaum Lin⸗
Wenn jemand in der Schrift den rechten Betz | gen, wie Urbanus Rhegius wieder umgekeh⸗
ſtand nicht trift, fo erinnert ihn, ‚aber mit Auf⸗ vet, und nun mit ihm gegen die Sacramen?
richtigkeit, undlaßt euch nieder fo erinnern; und —* tirer tapfer ſtreiite.
wo ihr ſehet, daß ihr gefehlet ſo laßt es euch Siehe im Anbange Num. —
—
4
Die Handlungen der Diſputation zu Ben
er gg Re Bet) ne anhänger, und 2 ——
Sandlung, Oder Acta gehaltner argenehm, anmuthig und gefaͤllig it, bechn
weh er ʒu Bern in Bas - Sen, Bandfaben und ſchirmen will; unermefe
spe „fen und unerwogen göttliche Wahrheit, und
& Rachſchlag und Ausfchreibung Öiefer|einfaltige Meynung des wahren Chriftlichen
En Difputation.. ger ge — ee —
SS ir, der Schultheiß, der klei⸗ Lebe und Chriſtlicher Einigkeit gebiert; zudem
3 N ne so Sn genamet | DaB Daraus verderblicher Nachtheil Leibes, See⸗
NENNE die zweyhundert der Stade le, Ehre und Gutes, und Abfall gemeines Nu⸗
IR 7 Bern: Entbieten allen und bes, frommen Weſens und Standes, auch ip »
CDICPKE) jeden, Geiftiichen und Welt⸗ ranniſche Regierung entfpringen. —
nn lichen, Vrälaten, Aebten,| Dem allen, mit Huͤlfe und Gnade des Al
Proͤbſten Dedyanten, Chorherren, tütprie- mächtigen, vorzufommen, undden Grund goͤtt ·
fern, Pfarrern, Seelforgern, Eaplanen, Bi.|ticher Wahrheit, Chriſtlichen Berftandes und
carien, Helfern, Berfündigern des Wortes Glaubens, vorzubringen, und demnachzulebenz
GDttes, und allen andern Prieftern, Senfchen | rechtfchaffenen und in göttlicher Schrift gegruͤn⸗
und Drdensleuten; darzu unfern Schultheiffen, |deten Gortesdienft zu pflanzen und üben; Der
Tſchachtlan, Voͤgten, Statthaltern, Frey⸗ Menfchen Sasung (damit man GOtt verger
weibeln, Ammannen, Weibeln, und andern|bens ehret,) auszureuten: So haben wir mit
Amtleuten; auch unfern lieben Getreuen, un⸗ wohlbedachtem einhelligem Rath ein gemein
ſerer Städte, Lande und Gebiete, Einwohnern, | Gefpräc) und Difputation, alhie in unfer Stadt
Hinterſaſſen, und unferer Verwaltung Zuge-| Bern zu halten, angefechen ; und deshalb ver
börigen, niemand ausgeſchloſſen, denen diefer| ruͤmpte Zeit beſtimmet, nemlich naͤchſten Sonn«
Brief zukommt: Unfern günftigen Gruß, und} tag nach dem Neuenjahrstage, nächitfommend,
alles Öuteszuvor! foll jedermann zu Nacht an der Herberge fen,
Und fügen euch hiemit zu wiffen: Wiewol) [in | nachfolgenden Tagen die Difpufation zu
wir Bievor zu mehrmalen viel und mancherley| vollführen, Zumelcher wir erftlich befchrieben
„Mandaten, von wegen der Zwiefpaltung des| haben, die vier Bifchöffe , mit Namen den von
Olaubens, haben laffen ausgeben; der Hoff-| Coftanz, Bafel, Wallis und tofen, deren
hung und Zuverficht, folches follte und würde] Bißthuͤmer fic in unfere Srädteund Land ſtre⸗
zum Friede, Ruhe und Chriftlicher Einigkeit) cken: daß Diefelben in eigenen Derfonen, von
‚dienen; Das aber bisher nicht fo viel Frucht wegen ihres Amts, als oberfte Seelforger und
bracht, dann daß für und fir Zwietracht, Hirten, ‚die fie wollen geachtet und gehalten
Mißhelligkeit, widerwaͤrtige Meynung, und| werden, albie erfcheinen, und ihre Gelehrten im _
ungleicher Berftand ausgebrochen; herflieſſend Worte GOttes mit ifnen bringen, und zu Die
"aus dem, Daß. die Praͤdicanten allenthalben in | fputicen anhalten, und Feinesmeges ausbleiben,
unfern Städten, Landen und Gebieten, in ae] bey Berlierung alles deß, fo fie, Biſchoͤfliches
kundigung des Wortes GHftes ungleichförmi-| Amts und Würde halber, Hinter uns liegen
ger Auslegung und Lehre ſich gebrauchen; da⸗ | Baben. | ee N
dirch eine Parey diefem, und die andere dem| Demnach fo ift allen und jedenunfern lieben
4 | | sit Illa getreuen
Der Reformationsfebriften wider die Reformivten 1, Abfchnitt, som
u a ET Den nn mm — — — ———— —
getreuen Eidgenoſſen und Bundgenoſſen, von Und damit angeſechne Diſputation deſto taug⸗
Städten und Laͤndern, ſchriſtliche Verkuͤndi⸗ licher vollſtrecket werde, wollen wir von euch
gung zugefandt; ihre Gelehrten, geiftlich und |allen und jeden infonders gehabt haben, dag
meltiich, weldyer Partey fie doch, des Glau- ihr maͤnniglich, fo ſich herzu verfügen will,
‚20:0
bens halber, anhängig feyen, auf die Difputa- | freundlich empfahet, haltet und laffer, undEele
tion zu verordnen und abfertigen: Ob mit göft-|nerley Beleidigung, weder an Leib noch an Gut,
licher Hülfe und. Gnade, gemeine Eidgenoſſen- weder mit Worten nohmit Werfen, zugeftate |
fchaft, fo vorhin mit Eidespflichten (jo weit ſich
Leib und Gut, Sand und Leute erſtrecket,) ver-
einbaret ft, aud) in Einigkeit des wahren
‚tesdienft möchte gebracht werden ; damit fa-
menthaft die Ehre GOttes, bevorab, unddem-
nach gemeiner Chriſtenheit Wohlfahrt gefordert
und erhalten würde: ungeachtet gehaltener Di-
‚fputation zu Baden im Ergeum. Dann uns
und euc) Derenthalber nicht genug gefchehen, fo
ung auf vielfältige Nachwerbung die Acta der-
tet. Dann wir jedermann, Fremden und Eins
heimiſchen, frey, ficher Geleit, Friede und voll⸗
kommene Sicherung her zu uns, und wiedere |
Epriftlichen Glaubens und rechrfhaffenen Got⸗ um hie dannen an fein Gewahrfame, (als weit
unfer Gebiet und Herrfchaften langen,) biemig '
zugefaget haben, und veftiglich halten wollen. '
Und fintemal gegenwärtig Geſpraͤch vor⸗
nehmlich ung und euch zu Öutem, auch zur Un-
terrichtung, Eutſcheidung und Vereinbarung |
geordnet: Wollen wir, daß alle Dfarrer, Seel-
forger, die, fo ſich Dredigens unternehmen,
felben , roie fie in die Federn geredet, nicht ha: | und alleandere, geiftlich oder weltlich, Der Seel⸗
"ben moͤgen verlangen; auch nicht deſto minder | forge und Hirtung der Schaͤflein Chriſti Vorge⸗
in Zweyung des Glaubens beharret wird. Wir |fegre, Die in unfern Städten, fandenund Ges |
tollen aber hiemit nicht vermeynen noch verſte⸗ \bieten wohnhaft find, welcherley Partey ſie dcch
hen , bemeldte unfere liebe Eid- und Bundge— halten, ſich ber auf Die angefegte Diiputation |
noffen , gemeinlich nod) fonderlicd) zu Haltung | verfügen, und Gefpräch halten, bey Berlierung |
deß, fo auf gedachter Difputation beſchloſſen ihrer Pfründen. Und damit männiglid) der |
. wird, zu zwingen, noch fie von ihrem Vor- | Schlußreden, foman diſputiren wird, erinnere
nehmen zu Drängen,
feye, und fich gufer Zeit darüber berathen mö«
So denn haben wir gar eigentlich beredf und,\ge, ſchicken wir eud) Diefelben Biemit zu. Da⸗
endlich befchloffen, daß in dieſem Gefpräd)
ne andere Schrift, denn beyder Neues und Al⸗
tes Teftaments, fo Bibliſch genamet wird und
GoOttes Wort ift, Statt haben und gelten folle;
fondern das. bloffe, Elare und Tautere Wort
GOttes, Kierinn angezogen und gebrauchet,
und daßes mit Lehrer Berftand und Auslegung,
Schrift mit Bibliſcher erfläret, ausgeleget, ver-
aleichet, und die dunfele mit der heiteren er-
leuchtet: auch niemand darüber, dann allein
die göttliche Schrift fich ſelbſt, zu urtheilen Ba-
be; Die dann das Richtſcheid, Schnur, Grund⸗
velte und einiger Nichter des wahren Chrift-
lichen Glaubens iſt, darauf und nad) ein jeder
Chriſtenmenſch feinen Glauben und Bertrauen
richten, fegen und bauen fell; aller Menfchen-
‚ tand, Klugheit, Spisfündigfeit, eigen Gut—
dünfen und Meynung hintangeſetzet.
kei⸗ | bey fo laffen wir allen andern Prieftern und fäy«
en, fo zu difputiren fich unterftehen wollten, freh⸗
en Zugang, das zu fhun mögen.
Weiter, fo haben wir zu förmlicher Einlei⸗
tung und fruchtbarem Austrag diefes Gefprädhs
vorgefehen: daß niemand, geiftlich noch welt⸗
| uslegung, |lich, welcher oder warnen Ber er feye, in die
mweicherley doc) die feyen, nicht folle überwalti- | fer Difputation Tfich] unterſtehe nod) vorneß«
get, noch erläutert werden : allein Bibliſche me, Unzucht, Aufruhr, Zank, noch Hader,
und Feinerley Gewalt, Schmach noch Läfterung,
um iveder mit Worten noch thätlich zuvollbrin«
gen; fondern jedermann fid) tugendlich, freund«
lid) und lieblid) erzeige und halte; als lieb in
dem iſt unfre Ungnade und fchwere Strafe, an
Leib und Gut, zu vermeiden,
heit reden dürfe, und niemand darum fürd)«
Iten noch entfißenfolle, Doch, dapalle Ochelt
! un
Daß auch jr
dermann, fo difputiren wird, frey , unverho« '
len, unverfperret, ohne alle Sorge, die Wahr⸗
fa Von den Sandlungen der 30 Bern gehaltenen Difputarion. 2013
- und Schmißmworte, auch unnüß, haderifch Ge-| nachamet der Rirchen Bebote, uns nicht
ſchwaͤtz, (damit die Wahrheit verdunfelt und| weiter binden, denn fie in aöttlichen
unterdruͤcket, und Die Zeit verloren wird, )ver-] Wort gegründet und acboten find.
mieden bleiben. Und was dann auffoldyer Di-| III. Chriſtus ift unfer einige Weisheit, Be:
- fputation mit göttlicher biblifcher Schrift (als| rechtigkeit, Erlöfung und Bezahlung für
- oblautet, ) bewährt, bewiefen, erhalten, abge] aller Welt Sünde: Deshalb eines an»
redet, angenommen, und hinfuͤro zu halten ge] dern Derdienft, der Seligkeit, und ge:
wehret und befchloffen wird; dasfoll oßnealles| nug thun für die Sünde, bekennen, ift
- Mittel und Wiverfagen Kraft und ewig Be) Ebriftum verleugnen.
ftand haben: auch wir und ihr dem ſtracks IV. Daß der Leib und das Blur Chriſti
nachkommen und leben, einander dabey alles| wefentlich und leiblich in dem Brod der
- Vermögens, (als viel GO TT Gnade gibt,)) Danffagung empfangen werde, mag
handhaben, fehüßen und fehlrmen, und nie-| mit biblifher Schrift nicht beybracht
- niemand unter uns und euch geftatten, darmi-| werden,
der zu reden, practiciren, (hun noch handeln, |V. Die Meß, jegt im Brauch, darinn man
heimlich noch öffentlich, das zur Hinterftellung) Chriſtum GOtt dem Dater für die Suns
und Entkräftigung deflelben gereichen moͤchte; de der Lebendigen und Todten aufopffere,
- fondern das für uns und unſere ewige Nachkom⸗ iſt der Schrift widrig; dem alerheilig« -
men, ftets, vet, unverbrüchlich und getreulich ſten Üpffer, Heiden und Sterben Chri—
u halten, Alle Fünde, Arglift, Gefaͤhrde, ſti eine Läfterung, und um der Misbraus
usflucht, Schirm, Hülfe, und was hiewie-| - «be willen ein Breuel vor GOtt.
der feyn möchte, ausbefchloflen- | VI. Wie Ebriftus ift allein für uns geſtor⸗
Deßß zu Urfund, ewigen Beftand und Ge] ben, alfo foll er ein einiger Mittler und
- wahrfame, mit unferm aufgedrucften Secrer-]| Sürfprach zwiſchen GOtt dem Pater und
‚infiegel verwahret. Geſchehen Sonntag, ven| uns Btäubigen angeruft werden. Des»
‚17. Tag des Wintermonats. Mac) der Menſch⸗halb alle andere Mittler und Sürfprachen,
werdung Ehrifti JEſu, unfers Hellandes, ge-| «uflerbalb diefer Zeit angerufen, von ung
zaͤhlet 1527. Jahr. ohne Grund der Schrift aufgeworfen.
en VIL Daß nad diefer Zeir Fein Seafeuer in
Ueber diefe nachfolgende Schlußreden,
j der Schrifterfunden wird. Deshalb al⸗
wollen wir Srancifcus Rolb und Berchrol.| Ie Toötendienfte, ale Digilien, Seelmeſ⸗
dus Haller, beyde PWrädicanten zu Bern, fen, Seelgeraͤth, Siebend, Tryßgoſt,
ſamt andern, die das Evangelium verjähen,| Jahrzeit, Ampeln, Berzen und dergleis
einem jeden, mit GOtt, Antwort und Bericht ben, vergeblich find.
geben, aus heiliger biblifcher Schrift Neues VII Bilder machen zu Derehrung, iſt wi⸗
und Altes Teftaments, auf gefeßtem Tag zul der GOttes Wort, Yleues und Altes
Bern, Sonntag nad) Circumeifionis, Teftaments, Deshalb, wo fie in Gefahr
J im Jahr 1528. der Verehrung vorgeſtellet, abzuthun
— Die heilige Chriſtliche Kirche, derer ei⸗ 8 * UN
ig Zaupt Chriflus, ift aus San Wort IX- Die beilige Ebe ift Feinem Stand ver⸗
EÖttes geboren, im felben bleiber fie,] boten in der Schrift; fondern, Hurerey
und höret nicht die Stimme eines Srem- und Unkeuſchheit zu, vermeiden, allen
den. Ständen geboten,
U Die Rirche Ehrifti machet nicht Befege]X. Dieweil ein öffentlicher Surer nach der
- und Bebote, ohne GOttes Wort. Des:
Schrift im wahren Bann; fofolget, daB -
halb alle Wienfebenfazungen, 19 man) Unkeuſchheit und Surerey, der Hergerz,
nis
e geſchweigen der andern, Und darum fo haben
felben Tages die erfte Beruffung und Verſamm · | Hand, gelober, daß fie ohngeachtet Parten,
2014 Der.Keformationsfchriften wider die Reformirten U. Abſchnitt. 20.
diß Geſprach In Der Kirchen vor männiglid) ges
Balten , na Mittag gefchehen. Und — h
männiglic), fo da zugegen geivefen, mit freund“ |
| } | lichem Gruß und brüderlicy empfangen. Auf: |
2.00, Dean
If llen und jeden frommen Ehriften ſey kund Serie, ad) Die Ordnung dieſes Geſpraͤchss.
au und offenbar ‚daß uns, Ser ‚Ri a er De Präfidenten Befegl, die
ehe und Bürger der Stadt Bern in Uchtland, al, en veue an Eidesſtatt gelobt, dee |
viel und IR haben, diß Com pu Eon ie Ihnen angegeiget wurde, gehore
gegenwärtige Gefpräd) zu Halten, Die nun. meh⸗ a any Be
—500 in vorhergehendein Mandat der Aus⸗ Moral Kae ee Zank und Ha⸗
ſchreibung begeiffen find; den Epriftlichen Lofer Sebi: en nd zu füllen: auch alle üppige |
und Zuforer bittende, dieſen Handel nicht zu| Grunn — was im Wort GOttes keinen
verargen, noch argwoͤhniſch achten. Weiß em, — zuzulaffen. —J |
- G9kt, daß unfer und der unfern halben die un- — — Se ee i
y } \ reden; niche meße |
vermeibliche Rothdurft Das erheiſchet Bat, wir ogne Roch eräfferen noch been allen |
a — zu vermeiden.
chern Der Notarien, fo die Aeten in die Feder och nichts zu urtheilen richten noch
> empfangen, gezogen, im Druc ausg 4 (af —— uͤber Die ei ihren In⸗
fen; damit nicht verſtehende, jemand zu zwin · Ndie en und Schrift, fo wider oder
gen noch zu Binfergehen, DIR unfer Anfechen an» Kay ae all nen ;fone, |
zunefmen, denn allein, als viel bie Gnade; aa des ——— *— halten, nadı Ber⸗
. GH tes einen jeden zeucht und ermahnet. Wir Be die h er Bibi Mandats. Mit Nas
- Haben aud) auf foldyes eine Reformation ge- egeii jeilige Bibliſche Schrift ſich ſelbſt ur⸗
macht, dero A N leben an faffen. id die dunkele mit der heiteren erFläs |
werden: männiglid) bittende und ermabnende, ran RE La
diefe Acten niit Cpriftlichem Gernüch und Her- FE bie Setven Peäfibenten, Die!
‚zen zu merken, und die keinerley Geſtalt nod) chen. She ohlgelehrten, Ehrwuͤrdigen Geiſt⸗
Bene (mählich ned) ‚verächtlich antaften.| eier m &c — Watt, Buͤrger⸗
Mir wollen auch um Feine Sache nachlaſſen ee ; anct Gallen, Doctor, Herr Probſt
noch vergoͤnnen daß die in anderer Sprachen, Fer Dechr APP ei Meifter Niclaus Brief:
- Der in’ Deurfher, ohne unfer Gunft, Willen zeriche Set zu St. Peter zu Baſel. Und nach
ob Willen, ausgeſprenget werden. Das d Seßionen , als Herr Probſt von In⸗
wolle m änniglic) Epriftticher SM eynung ( als es er ie Krankheit halber, abgetreten ; find ii
auch gefchehen,) von uns aufnehmen. Hiemit he be ee
a Friede und bie Gnade GOttes mit uns ad Schmid, Commentgür zu Küßnacht im
Be Zürichergebiet. Die vier haben, bis zu Ende _
Ordnung diefr Difputation, und — Des Geſpraͤches, Das Praͤſidentenamt verweſen.
niß halber, keinem Stand ſchaͤdlicher,
dann Prieſterlichen.
Alles GHtt und feinem heiligen Wort
Be au Ehre.
wie folhen Handel aus den vier Driginalbü-
: vr - Die vier verordnete Schreiber, nemlich bey
— ſich mistlerseit sugeteagen hat- de Stadtſchreiber — ak Daß |
„ SRfE de erfien zu vermerken? Als der geſetzte Gerichtfchreiber von Bern, und Stadifehrels
RR Tag dieſes Gefpräches, nemlich, Montag|ber von Thun, haben auch bey Treuen an Ei:
dena Jannarli, Anno 20.28. erfhienen : iftdel-|des ſtatt, in Heren Schulsheiffen von Bern '
ung im Barfüfferflofter zu Bern, da denn ]Sect / GunſtFeindſchaft, Siebe.2c: alles das,
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2016 > Don den Sandlungen der su ern gebaltenen Diſputation. 207
ſo in die Feder geredt, auch in Schrift einge. | damit die vier Notarien die Worte gleicylich
leget würde, getreulich einzuverzeichnen, ohne | verfaffen möchten.
Gefaͤhrde: auch zu verwalten, was ihnen be) Daß aud) Feiner reden follte oßne Erlaub⸗
fohlen wuͤrde. niß der Praͤſidenten; oder, ſo ſie in der Urfra⸗
Sie haben auch einen jeden Difputanten | ge herum fragten und erlaubten zu reden.
mit Namen aufgezeichnet, und nad) jeder Seh | Es ift aud) zu Gutem und Förderung der
ſion alles, das je verzeichnet, coflationiret, ge: | Wahrheit, jedermann mit Drdnung zu reden
gen einander gehalten und verlefen, nicht abgefchlagen worden; und alfo männis
Marzu was die Difputanten bender Seiten, glich erlaube, zu Handhabung der Wahrheit,
aus der Präfidenten Nachlaß, in Schrift ein- einem jeden Reſpondenten und DOpponenten zus
geleget; das Haben Die Schreiber in die Acten zufpringen.
verfaſſet, zwo Proteftationen ausgenommen, Zudem fo tft (mie in den Actis befunden
nemlich Fridli Brunners von Ölaris, und, wird,) auf beyden Parteyen zugelaffen, daß
Melchior Thilmans von Lucern, dero Meldung ein jeder dem andern huͤlflich und raͤthlich feyn
- bald hernach befchieht ꝛc. Desgleichen etliche, möchte, fohriftlicdy oder muͤndlich Zuſchub ge=
Reden, fo in die Feder kommen, undaberaus ben. Auch daß jede Partey einen, zween,
- Bewilligung beyder Parteyen ausgetilget. Auch drey, oder mehr, der Öelehrteften und Gefchick-
- find ausgelaffen der mehrer Theil Proteflatio- teften verordnen moͤchte, vie in ihrer aller
nien, fo nicht in die Federn geredet. Desglei-' Namen difputiren, Antwort, Rede und Ge-
- ben find die Unterfchreibungen beyverParteyen, genrede geben. Und find alfo darnach zu allen
hierinn nicht begriffen, damit die Acten deſto Seßionen deß ermahnet worden, und vornehm⸗
Handel dienete, begriffen. Was die vier Schrei⸗
geſchmuͤckter, und der Leſer, auch Zuhoͤrer, nicht lich im Anfang eines jeden Artikels geheiſſen
verdruͤßig würden; auch die Dinge, fo zu der, worden, ſich den verordneten Schreibern ans
Sache nicht gar dienftlid) zu leſen und Hören, zugeben; bevorab die, fo den Concluſionen zu
und alfo in Die Acten allein das, fo zu dem, mwiderfechten willens wären. Doch fo iſt nie⸗
‚ mand bezwungen worden, fic) diefer oder jes
ber weiter gehandelt, finder man inder Herren! ner Partey zu unterfihreiben, fondern män-
Praͤſidenten Abreve, fo ohnfern vom Ende die: niglich fein freyer Wille gelaffen. |
ſer Acten befehrieben fteher. Es ift auch für und für im Beſchluß jedes
(
: vergönnet aufzuzeichnen, was dann diſputiret vorhanden, der weiter darzu, oder wider, re⸗
Es iſt auch darneben jedermann erlaubet und Artifels ausgerufen worden, ob jemand mehr
würde; doch mit Gedingen, daß alle die, fo den mwolle ıc.
alſo fuͤr fich felbft fehrieben, ifre Namen den) Und alfo beyder Seits, (wie erſt gefager ift,)
verordneten Motarien angaben, und dabey ge-| die, fo die Artikel, alle oder etliche, widerfe
Tobeten,daß ſie nichts deß, fo fie aufzmicken, dru- ten wollten; und aud) die, fo die handhaben,
cken laffen, vor dem auch‘ die Acta ausgangen.| gerecht und Chriſtlich erfennten, ſich jeder fei«
Auch wider die Acta nichts zu ſchreiben. nes Gefallens unterfchrieben. Weldye Unter
- Bo aber in den Acten etwan geirret wäre,| fchreibung von Kürze wegen, (mie obgemelde£
" alsvenn das einer Dbrigfeit zu Bern gürlic)| ift,) einen jeden mit feinem Namen zu benam:
anzeigen. Item, daß ſie nicht gemierhet noch fen, unterlaffen ift: GOtt weiß, wer feinem
unterſchoben, oder einiges Weges böslicy ein.| Worte vertrauef, dann er allein der Mene
geführee feyen, fondern allein zu gutem der ſchen Herzen erkennet.
— Wahrheit, fehreiben wollen. Iſt auch zu wiſſen, daß anfangs des Ges
rei | fprächs ein öffentlich Berufen gefchepen iſt als
Der difputivenden Drönung, ler dero, fo auf diß Gefpräd) befcjrieben und
8 die, denen nachgelaſſen zu diſputlren, freundlich geladen geweſen, lauf. des Aus-
I zahın, ſittiglich, und aeläßlid) reden, | ſchreibens. Des eriten, fo find nad) einander
=. Busberi Schriften 17. Theil, Mmm mmm berus
2018
}
ſchriftlich ihres Ausbleibens entſchuldiget; da- Actis. Don Scheafhaufen Heinricus Jin
rüber [zulfeiner Zelt auch gebüßrlicher foll ge⸗ cky, c. Bon Appenzell, die, fo in Actis bes
antwortet werden, und infonders auf des von namſet find. Don Sant Gallen, eine Rache:
|boefehat, und andere Öelehrten,c. Von Biel "
auch feine Gelehrten, durd) eine Dbrigkeit zu etliche. Bon Muͤhlhauſen zween Prädican '
Bern zu mehrernmalen, fid) auf diefe Difpus|ten. Won Notweil niemand. Und ift erfor- '
tation zu fügen, gebeten und angefuchee find dert worden Georg Nümporffer, Prior zum '
worden. Und wiewol etliche feiner Doctores | Predigern zu Rotweil: dann er vor diefer Die
alhie gervefen, Haben fie fich doch Feiner Ger ſputation einer Dbrigkeit zu Bern ein Büche
ſtalt merfen laflen; fondern ffummer dann die lein wider die zehen Schlußreden zugeſchickt
Fiſche, von Binnen abgefchieden; darab man hat, dem auch gefchickter Zeit, woes in Druck
nehmen mag, wie wenig folhen Hirten derjausginge, foll geantwortet werden; und wie |
Loſan vielfältige Schreiben: denn derfelbige,
Ehriftlichen Heerde Weidung zu Herzen gehet.| wol an fein Herrn, Bürgermeifter und Rath
Gott ſeye es geflaget! zu Rotweil, fehriftliche Bitte gelanger, ihn her |
Demnad) find nad) der Drdnung die Drte]in der Stadt Bern Koften zu vermögen, iſt
der Eidgenoflenfchaft, und ihre Verwandten er doc) ausblieben:c. Bon den dreyen Örauen«
von Städten und ändern, berufen. Und ſind buͤnden. Melchior Thilman von Lucern, Praͤ⸗
zugegen gewefen: Don Zürich eine ehrſame dicant und Vorſteher der Pfarr Yenatz in
Rathsbotſchaft und viele ihrer Gelehrten, Pfar- Braͤtigouw, aus Geheiß feiner Kilchory ſich
zernund Präbdicanten, von ihrer Stadt und hergefuͤget: der hat fich oͤffentlich erboten, fei«
Landſchaft. Bon tucern niemand: wiewol ner Lehre und Predigt männiglih Antwort zu
fie infonderheit von einem ehrſamen Rath zugeben; und vornehmlich denen, foihn und feine
Bern bittlich ankert worden 2c. ihren Pfarrer, | Lehre gefcholten Haben, denen er zum theil fein
Doctor Thoman Murrnar, auf diefe Difputa- | Herkommen zu wiflen Bat gethan ıc. profefti«
tion zu vermögen, mit Zuſchreibung eines ge» rende, feine Lehre mit heiliger Schrift zu ers
nugſamen Geſeits. Das aber nichts hat er- |halten ıc. Demnach) find beruft worden die
$choffen, über fein hoch Beruͤhmen und Erbie- | von äuffern Städten, und find zugegen geives
gen.) Bon Ury, Schwytz Underwalden, Zug, ‚fen: von Conſtantz eine Rathsbotſchaft und
niemand. Bon Ölaris etliche, mir Namen zween Prädicanten; von Strasburg, die in
Der Reformationsfchriften wider die Reformirten IT. Abfehnitt. 20m
berufen worden die vier Bifchöffe, von Co⸗ tes gegründet.) Won Bafel eine ehrfam
ftans, Bafel, Wallis und Loſan, ob fie, oder; Rathsbotſchaft, und viel gelehrter Männer,
jemand von ihrenfiwegen zugegen ware: Bat Praͤdicanten und Pfarrer, ꝛc. Bon Freyburg ı
niemand geantwortet, fondern alle vier fid) der Provincial; was er geredf, findet man in
Fridly Brunner, Pfarrer zu Mart. (het öf-! Actis benamet find; von Augfpurg, etliche ſon⸗
fentlidy bekannt, wie er aus Nachlaß feiner ; verliche PDerfonen; von Ulm, von Memmins
Herren in feinen Roften zugegen wäre, und gen, von Lindau, von Ißnach, etliche. Dem
hätte zu Giaris geprediger, die Meſſe ein Greu⸗ allen nad), ift ein gemein Ausrufen befchehen,
el vor GOtt zu feyn 0. Darum er auch Dar- job jemand von andern Städten und fanden
von geftanden. Uad als er auf dirfe Difpu- [zugegen wäre, möchte hervor treten, wurde
tation kommen wollte, fen er vorhin vor feinen ihm Statt und Diaß gegeben. Zuletzt ſind er⸗
Herren arfchienen, undden Pfarrer von Giaris ; fordert der Stadt und tandfchaft Bern Prä-
famt feinen Mithaften erfordert, herzukommen, 'laten, Pfarrer, und alle iäre Geiftliche, nach
‚and feiner Schre Rechnung zu geben. Mun fo Drdnung, und die infonders beſchrieben wa⸗
fie nicht gegenwärtig, wolle er zuhören, ob je- ren. Die aud) afle Haben müffen gegenwärtig
mand die Artikel mit bibiifcher Schrift um«'feya, und bis zu Ende der Diſputation verhar⸗
ftoffen möge oder nicht ꝛc. und erfenne Die er- ven. SR
ſte Schlußrede Epriftlich, und im Wort GOt⸗Es iſt auch zu wiſſen, daß im Anfang —
jeden
—
3020 Don ben Zanblungen der su Bern gehaltenen Difputation. __ aoat
jeden Geßlon ein gemein Geber beſchehen ift, ber geantwortet. Wird mit der Zeit in
daß Gott der Allmaͤchtige den rechten wah ⸗ Lateiniſcher Sprache im Druck auch Kae
ron Verftand feines Heiligen Wortes verleis Soviel in Eurzer Summe von der Drönung
hen wollte ıc. diieſer Difpufation, und was fic) ber Weile zu«
Sedenn ift zu merken, daß biefe Difputa-|gefragen hat. Das übrige ift in Artis aus
tion viel Anrenneng erlitten, und daß von vie: druͤcklich begriffen. Seye alles den Chriftlichen
len unterftanden ift, die zu verhindern; als Leſern und Zuhörern befoßlen!
durch etliche Orte der Eidgenofienfchaft, Die i
dann ein Mißive zuwider haben laffen ausge: Anfangs diefer Difputation, und in bee
hen, daruͤber aber gnugſamlich geantwortet wor: erſten Seßion, die gehalten iſt auf Dien⸗
denift. Weiter fo hat Doctor Johannes Eck, hag em Morgen, den fiebenten Tag des
daeſe Difputarion mit ſchmaͤhlichen Ausſchrei . Monats Jepners— nach CHriſti JE faunfers
ben angetaftet, darinnen er fein neidig Herz er- »eilandes Geburt gesehle funfsehen hun⸗
kuͤhlet, und vielmehr feine Natterzungen her- dert, zwanzig und acht Jahr; hat der hoch»
Bu re gelehrte Doctor Joachim von Watt, Buͤr⸗
vorgeſtreckt, dann Chriſtliche Liebe und War⸗ Sermeifter man San Oallen, im tra — 5
nung angezeiget; und mit Unwahrheit eine = y ä
Ecdyſſtuche Obrigkeit der Stadt Bern ihre Ehre — ——— ——
beladen, und fo unmenſchlicher Weiſe gehan- Shrwuͤrdige, hoch und wohlgelahrte, geſtren⸗
Belt, daß es einer Berautwortung nicht werth LI ge, edele, veſte, fromme, fürfichtige,
üb Gott gebe ihm Erkenntniß fein ſelbſt! weiſe, gnäbäge und günftige meine Herren, lie⸗
Sodenn hat Cocleus aud) etliche Schriften, zu be und gute Sreunde! Dieweil wir auf heuti⸗
Hinderung diefes Gefpräches, erdichtet, denen, |gen Tag, I Eingang der löblichen und Chriſt⸗
uͤglicher Zeit, mit Antwort foll begegnet wer lichen Difpufation, fo meine gnädige Herren,
den. Die greulichen Helden Baben ſich ref. Schultheiß und Käthe diefer löblichen Stade
Nic) geriffen, aber nichts gefchaft, denn der Bern, ausgefihrieben haben, Anfang indem
Glanz des Wortes GOttes hat fie verblender, Namen GOttes zu thun verſammlet find: fo
unmd die weltliche Ehre fieverftopft. Der. Geiz ift vornehmlich meiner Herren Mitpräfidenten
Bat fie gar umgeben, und die endechriftifchen freundlich Begehr an alle Sremde und Yeimifche,
Gaßungen ganz umfangen. Woran es ifnen daß fie um der Ehre GOttes willen, und £iebe
gelegen fey, mag ein jeder frommer Chriſt wohl ſeines Wortes, (zu welchem billig alle gutmü«
gedenken, thige Herzen geneigt feyn follen,) ſich friedlich,
Rüeber welches alles, und was noch wider freundlich) und mit ernftlichem Vermerken
dieſe Difputation gefchrieben, geredet und ausr herzuthun und fehicfen wollen, ihnen anfeßen,
deſoreyet möchte werden, zu Verkleinerung die |daß der Kandel nicht ſchimpflich, fondern groß
fer Acten, wird (ob GOtt will!) mie Glimpf und unferer Seelen Heil betreffend it. Son⸗
und Fugen allıvege geantwortet; bevorab zu derlich aber begeßren meine Herren, die Praͤ⸗
u der Ehre GOttes und feines hei. ſidenten, daß alle die, fo zu diſputiren willens
ligen 2bortes, und Entſchuͤttung gegenwaͤrti⸗ |und verfaſſet ſind, ſie zuvor des ausgegangenen
— Chriſtlichen Handels, auch Rettung und Mandats und aller Ordnung, ſo dem Ge⸗
a hrung der Ehreder frommen Chriſtlichen ſpraͤch zu gut auf geſtrigen Tag vom Herrn
Obrigkeit zu ‘Bern. Stadefchreiber, aus Anfehen der Herren, ver«
Berner ift zu wiſſen, als der Welſchen Di: |lefen find, treulich mit Fleiß und Sorge halten ,
fputation auf das Ende gefchoben, iſt hervor. | wollen. Denn wo ſolches nicht gefchäße, wuͤr⸗
getreten, ein Welſcher Doctor, und etliche Wel⸗ den fie (de fie doc) gern abfeyn wollten,) das
ſtche Pfaffen ihm zugeftanden, der hat rider die |rein zu veden, und die uͤber Irrenden zu weiſen
jehen Schlußred gedifputiret, und ihm Gui-|und zu ermahnen geurſachet; gufer Hoffnung,
- Hielmus Pharellus, Prädicant zu Elenn, dari|es werde niemand anders fahren, dann dem
MNummmma Kane
_ Der Reformationafeheiften wider die Reformirten II. Abfehnitt,
2
2022.
Handel diefer löblidyen Difputation und ge |der Gabe oder Kunft, fo ihm GOct verliehen
dachter meiner gnädigen Herren von Bern hat, nicht ſtolz und aufgeblafen (quia feientia
Mandaten, Ordnungen und Abfcheiden (mie) inflat,) jemand verachte, fondern in Chriftlicher.
fie fich mit dee Schrift verglichen), gelegen und |tiebe (quæ fola zdificat,) einer des andern _
gemäß feye. Auf folches fo möger ihr, meine Buͤrde frage, einer dem andern diene, Es
Herren, die Prädicanten, eurem Erbieten nach, troͤſtet uns auch unfer lieber HEre JEſus
die erfte Schlußrede in des HErrn Namen ChHriſtus, in dem, da er ſpricht Matthäi 7.
an die Hand nehmen, und Die mie Schrift be |v.7: Bitter, fo werdet ihr empfaben; füs
feltigen, damit den Herren, geiſtlich oder welt» | het, fo werdet ihr finden; Flopfer a
lich, fo dargegen zu haben vermeynen, zu di-| wird euch aufgethan. Deß ermahne ich euch
fputiven Anlaß gegeben werden möge: alle le Gottes Freunde, daß ihr eu⸗
— er re Herzen vor uͤthigen, und
Weifter Franzen Kolben, Prädicanten ve erh en ee
* zu Bern, Vorrede. ddiger Menfch ꝛc. Vater unſer, ꝛc. Ave Maria,ıc.
nade und Friede von GOtt dem Vater, Wir bezeugen auch hiemit, daß wir wider kei⸗
und unferm HErrn JEſu CHriſto, Aenen Artikel unſers alten Chriſtlichen Glaubens
men! Ihr auserwäßlten Männer und Bra. Handein wollen, der alfo lauter: Yd) glaub in”
der in Ehrifto! Wiewol es fic) in aller Welt GOtt Vater ꝛc. Wir Haben auch nichts vor
in mannigerley Fall anfehen läffee, daß GOtt ung genommen wider den einfältigen Einfag
faft übel über ung erzürnet fey: fo beweiſet er | des Nachtmahls unfers Herrn JEſu EHrifli,
uns doc) befondere groffe Gnade, weldyer wir das man bisher die Meffe genennee hat. Dixi.
ihm nicht genug mögen danfbar feyn, in dem,| , {
ne er jetzt alle Welt beweget, zu fragen nad) 2 erſte Schlußrede, und derſelben
der Waheheit, und ſich befümmern der er! Bruͤnde, bat Berchtoldus Haller, Praͤdi⸗
thuͤmer. Darum, ohne allen Zweifel nicht oß-) cant zu Dern, eroͤffnet. —
ne beſondere Wirkung des Heiligen Geiſtes, Die heilige Chriſtliche Kirche, deren eis
unſere fuͤrſichtige, weiſe und gnaͤdige Herren, nig Haupt Cchriſtus, iſt aus dem Wort
Raͤthe und Bürger biefer löblichen Stadt GOttes geboren; im ſelben bleibet
Bern, bereget jind, euch ehrbare, Gochgeleßr-| fie, und böret nicht die Stimme eis
te, Chrijiliche Herren und Brüder, freundlich] 48 Stemden |
zu befchreiben, ſich gemifler Wahrheit von ®
euch zu erfunden, Damit männiglich allenthal. SS und Friede von GOtt, unferm himm⸗
ben zu Ruhe in ihren Gewiffen gegen GOtt, liſchen Vater, der wolle uns fenden fein
und zu gutem Frieden unter einander kom. Licht und Wahrheit in unfere Herzen, damit
men möchten. Nun, dem alfo nachzufemmen, wir alle eingeführet werden in wahre Erfennte
- find wir unwürdige Diener und Prediger des niß unſers edelften HErrn JEſu ChHriſti, des.
heiligen Evangeliums, mein ‘Bruder Berch⸗ Gecreuzigten! Amen! RN
told und ich, erfordert, unfers Glaubens und| Fuͤrgeliebten frommen Chriſten! der
Predigens Rechnung zu geben, deß wir mit) Schlußreden, fo in gegenwärtiger Zweyung
famt allen denen, fo das Evangelium befen.| von uns berichtet und Rechnung zu geben wie
neh, erbötig find, und nach Ordnung ausge-| erfordert find vor einer folchen löblichen Ver⸗
zeichnefer Artikein, auch allen Reden, fo dar-| famlung, iſt die erfte: Die heilige Chriſtliche
aus möchten folgen, zu antworten, und mie: Kirche, x. Solche alfo euer Siebe vorzutras
geroaltiger Schrift zu bemäßren. Es bittet gen, hat uns verurfachef: zum erften, daß das
uns aud) der heilige Paulus, daß mir nicht) gemeine Bold zum mehrern Theil nicht verftes
zaͤnkiſch, fondern vollfommen; eines Sinnes, | het, was der Name [Kirch] auf ihm trage.
einerley Meynung feyen, unddaß ein jeglicher Zum andern, daB man fid) ſoͤmlicher De
ſen⸗
—
J
1, ehr Don den oT
ſenheit des Volks nicht recht gebraucher; die
in mannigerley Kirchen getheilet, jegund eine
allgemeine, dann eine Berfammlung (die die
Kirchen anzeiget,) repräfentiret und verweiſet;
und zu fonderen Perfonen , der Cardinälen,
Siſchoͤffe und Päbfte, gedrungen haben.
Zum dritten, daß durch ſoͤmlich Fürgeben
viel Irrſal, Gebot und Verbot, auch falfcher
Gortesdienft ſich eingeriffen haben, und das zu
groſſem Nachtheil goͤttlicher Wahrheit, Chriſt⸗
lichen Glaubens und Liebe.
Zunm vierten, daß fie nicht allein unter dem
Schein zeitliches Gutes, ja die beiten [Gü»
ter] ihnen zugezogen, (welches Doch geduldet
werden moͤchte;) fondern fid) auch vermeffen,
uͤber die Seelen und Conſcienz der Menfchen
zu berrfchen. —
Zunm fünften, daß viele unter dem Schein,
Titel und Namen der Kirchen fich beſchirmet
haben, wider das helle Wort GOites, für
wendend die Pofleß und Gemerd der Kirchen.
Dieſe und dergleichen, fo täglich in gemeiner
Rede find, haben ung beweget, daß wir mit
diefer Schlußrede begreifen alles, das ung der
Herr aus dem Schatz goͤttlicher Schrift zu
- lehren verliehen hat. Damit wir nun verfte
ben, was der Name (Kirch) auf ihm trage,
- willen alle Gelehrten, Daß das Wort zusanaiz,| F
Ecclefia, Griehifd), auf Deutſch eine Der-
fammlung heiſſet. Als wir haben 4 Mof.
20,14: Warum haſt [du] ausgeführer die
Gemeinde des HEren in die Wüfte? Hie
ſehet ihr, daB nicht fondere Perſonen, fondern
. eine ganze Gemeinde der Kinder von Iſrael,
eine Kirche genennet wird. Daher die Schrift
die Berfammlung Guter und Bofer, Weniger
und Vieler, eine Kirche nenne. Als Pau-
lus fchreibee der Kirchen, die in Corintho iſt,
ndlungen der zu Bern gebaltenen Difputation.
1Cor. 1. und ChHriſtus gebeuf, den Sünder, |
ſo zweymal ermahnet, und ſich nicht beffert,
“der Kirchen vorzutragen. Alſo vergleichet er
fie dem Acker des guten Saamens und Un:
krauts, Die er beyde heiffet wachen , bie zu der |
Zeit der Ernte: desgleichen dem Netze, das |
böfe und gute Fifche ſaͤhet. Alſo brauche auch
die Schritt den Namen der Kirchen für Die ge-
meine Berfammlung aller Gläubigen in Epri-
2025
fto, und fo verfehen find zu dem Leben; welche
Gemeinde Chriſtus verheiffer zu bauen, veftis
gen und gründen auf ven Selfen, der er felbft
it, Matth. 16. Diefe Kirchen nennet die
Schrift eine Taube, Hobel. 2. eine Gefpong,
-1 508.3. einen Leib Ehrifti, Ephef. 4. und in
unferm alten Glauben, eine Gemeinfchaft der
Heiligen, welches die vorhergehenden Worte ers
lautert ; da verftehen alle fromme Epriften, vaß
die Gemeinfchaft der Gläubigen, iftdie Kirche,
Nun hat eine jegliche Gemeinfchaft etwas, dar»
innen fie gemein hat; sie dann eine gemeine
Bürgerfchaft in ihren Rechten Freyheiten und
dergleichen gemein hat. Alſo aud) die heilige
Chriftliche Kirche ihre Gemeinſchaft hat, als
Paulus zun Ephefern am 4: Ein Leib und
Ein Beift, Ein JErr, Ein Blaube, Ei⸗
ne Taufe, Ein GOtt und Pater unfer al-
fer. So viel nun, in der ganzen Welt zer»
fireuef, in diefem Gemeinſchaft Haben, mas
chen fie eine Kirche GOttes. Diefer Kirchen
Haupt ift Chriftus, Eph. 5: Ihr Weiber föl-
Ict gehorſamen euren Männern, als dem
BERRY; dann der Mann ift ein Haupt
feiner Hausfrauen, wie CSriſtus ift ein
Haupt feiner Birchen, und er ift feines
Heibes Heiland. Als nun der Mann ift ein
Fürft und Führer, ein Gebieter, ein Regie»
ver und Schirmer feiner Hausfrauen, und hat
alle Güter mit ihnen gemein; duldet fie auch
in aller Schwachheit, als die blöden Gefchöpfe -
fe: alſo it CHriſtus ein Fürft und Führer,
und Gebieter, Eſa. 55. Ezech. 37. ein Negies
rer und Schirmer feiner Geſpons, der Kirchen, _
und alfo allen, fo in ifn hoffen; und mag ein
Mitleiden haben mit uns, in aller unferer
Schwachheit, Hebr.4. Dann dieweil GOtt
feinen. einigen Sohn für uns dargeſtreckt, wie
wäre möglicy, daß er ung nicht alle Dinge mit
ihm gegeben hätte? Roͤm. 8. Und wie Das
Heil des Leibes ftehet in Verwaltung des Haus
ptes: alſo auch das Heil und Leben aller Gläus
bigen fteher in Chriſto; dann er ift ein Heiland
feines Leibes. Und wie die Glieder Fraftlos
find, und nichts vermögen ohne Verwaltung
des Haupts: alfo aud) die Glieder des Leibes
Chriſti, der Kirchen, vermögen nichts ohne
Mmmmmm 3 Chri⸗
8026
Ehrifto.
fräget, wo es dem i
bleibet: alfo auch wir, fo [mir] nicht eingeleibet
find dem Haupte Chriſto, werden wir feine
bringen; Dann ohne Ihn vermögen wir
Joh. 15. Daher ein jeglicher verftehet, |
reatur mag ein fold) Haupt der Kir⸗
das die Güter und Gaben GOttes
gieſſe, uns ſtaͤrke, troͤſte, fuͤh—
ch ſeye ein Heiland des Leibes
nichts,
daß keine C
chen ſeyn,
in unſere Herzen
ve und vegiere, au
ri l. .
ee Kirche ift aus dem Wort GHrtes ge:
boren, wiewol fie GOtt von Ewigkeit, ee Die
Melt erfihaffen, erwaͤhlet hat: jedoch) iſt fie ge»
boren aus dem innerlichen Worte GOttes, aus
dem Worte des Glaubens, Roͤm. 10. Das
Gott lebendig und ehätig machet , und in unfer
Herz redet; weldyes auch in der Wahrheit Fein
anders ift, von dem, das äufferlich geprediget,
oder in Schrift verfaffer ift. Dieſe Berufung,
Erleuchtung und Erneuerung Der Herzen, nen:
ne id) [die] Geburt der Kirchen, ı Petr. 1: 5A:
bet einander inbrünftig lieb von reinem
Zersen, als die wiedergeboren find, nicht
Aus einem fterblichen Gaamen , fondern
. aus einem unfterbliben, durch die Worte
des lebendigen GOttes, der in Ewigkeit
bleibet. Dann es muß die geiſtliche Geburt
der Kirchen aud) von einem Saamen ſeyn:
welcher aber nicht Fleiſch Blut, nod) kei—
neg Menfihen Willen, Joh, auch nicht ein
zergaͤngliches, ſondern das ewige und lebendi⸗
ge Wort Gottes, deß unſere Seele lebet, er-
neuere und riedergeboren wird, fo der Geiſt
Gottes das In unfere Herzen pflanzet i dann
es je find Worte des ewigen Sebens , Joh. 6.
Und wie fie aus dem Worte GOttes erleuch
tet, erneuert und wiedergeboren wird : alfo
bleibee fie in ihr, hanget ihm allein an, und
hoͤret nicht die Stimme des Fremden. Das
ft, das CHr
des Hirten u
Die Schaͤfle
loffen ihnen gefallen fe
verſichert find Durch d
1,21.22. und 5,5.
den Stimme nicht folgen,
Der Reformationsfchriften wider die Keformirten H. Abſchnitt.
Dann wie das Rebſchoß keine Frucht |me nicht erkennen. Und wiederum Meine Weine 4
dem Weinſtock nicht eingeleibet Schaͤflein hoͤren meine Stimme, und ich
2087 |
erkenne fie, und fie folgen mir, und ihgee
be ihnen das ewige Heben; fie werdenin
Fwigfeit nicht verderben; es wird feauhb
niemand aus meiner Hand reiffen. ;
Alſo iſt offenbar, was die Kirche, mas di
BEL
—
e
Schrift die Kirche nennet, nemlich Die Vera
ſammlung, nicht der Cardinaͤlen, Biſchoͤffe,
und geiſtlich Hofgeſinde; ſondern derer, die
EHE trauen, und glauben, durch Chriftum.
tem: daß weder der Pabft, noch Feine Crea⸗
tur, mag feyn das Haupt der Kirchen, fordern
allein Chriſtus, aus deß Wort fie geboren, |
darbey fie bfeibet, und die Stimme eines
Fremden nicht zuläffet, Das find etliche Gruͤn⸗
de der Kirchen , ihres Haupfes, Lehre und
Wandel halben, aus dem Worte GOttes an⸗
gezeiget. Welcher nun will oder mag uns eis
nes andern berichten, aus göftlichem Worte,
den wollen wir hören. Und ob jemand diefe
gegenwärtige Verſammlung, befihehen aus
Rathſchlag unferer gnädigen Herren von Bern,
im Namen OSttes, zu Förderung der Ehre
GOttes, in Bern, und allen gegenwärtigen \
Brüdern, nicht Chriftlich oder eines unbilligen
Vornehmens achtete, find wir auch bereit, fol-
ches zu verantworten. Nun malte fein GOtt!
Diefem nach find berufen worden alle Gelehrten
und Ungelehrten, Geiftlich und Weltlih, Ein: _ |
heimifche und Fremde, nach der Ordnung, ald
die Vorrede dag ausdruckt 2c. Hie [feyn] von
Kurze megen ausgelaffen die einzufchreiben, ff
aufgeffanden find, und die erſte Gehlußrede fir |
‚gut und Chriſtlich gefchäßer, auch die, fo diezu
miderfechten [ fich] unterffanden 30. —
leuch: |Doctor Johans Hußſchyn, aus Nach⸗
laß der Praͤſidenten.
ntemal viele find, Die uns anziehen als
Abtrünnige von der heiligen Chriftlichen
Si
iftus bezeuget mit der Gleichniß Gemeinſame, das wir achten für das allergreu⸗
nd der Schäflein, Johan. am 10. lichſte after, das einem Chriſten mag aufge
in folgen ihm, dann fie erkennen, |bürdet werden. Darum mit Furzem begehre
ine Stimme, dann fie ichs zu verantworten. Es ſtehet einem jeden
en Heiligen Geift, 2Eor. Chriſten zu, fein teben dermaffen anzurichten,
Sie werden auch der Srem> | wie ers am Juͤngſten Tage getrauet zu verant⸗
dann fie feine Stim- |worten, und gröfferes Aufſehen zu haben auf
— p das
—
2028 Don den Sandlungen der zu Bern gebaltenen Difputstion.
x das Urtheil GOttes, dann der Menſchen:
Dann wenn wir den Menfeben gefallen
wollen, werden wir nicht ſeyn Rnechte nen Kirche einiges Haupt, Wenn diefer Arti—
Chriſti.
Sodoma und Aegyptus. Die ſind nun nicht
abtruͤnnig geweſen von Jeruſalem, der heili—
gen Stadt GHftes, die ſich nicht haben gege—
ben in die Abgoͤttereyen, oder mit Lingerechtig. |
keit befleckt. Alſo auch nun, follen nicht gezäß-
let werden als adfrünnig von Chriſtlicher Ge-
- mein, die da in dem Glauben in Chriſto fid)
}
er:
z
eine Siebe fragen gegen männiglichem : unmög-
ſalem eine heilige Stadt genennet wird, von
2029
Dr Scylußrede begreifet vier Artikel. Der
erfte ift: Chriſtus ift der heiligen gemei⸗
Chriſt Nun iſt ein ander Urthell GOttes, kel verſtanden wird von dem innern Einfluß
und ein ander Urtheil der Menſchen, darum der Gnaden und des gnadenreichen Lebens, ſo
gebuͤhret ung allen ein Aufſehen zu haben, daß |bedarf er Feines Difputirens : denn gleichwie
wir feyen in der Kirchen, die von Chrifto er- das Haupt einflieffet in ganzen Leib, Das Leben
waͤhlet, und nicht fchlecht auf dle vermifchten und die Bewegniß: alfo flieffet auch aus Chria
- Kirchen; wie wir durch alle Propheten und flo, dem Haupt der Kirchen, in alle vereinte
Schrift finden, daß die Stadt GOttes Jeru⸗
wegen der Einwohner ; und’ wiederum, geiſtlich
befleiffen zu verßarten, und um Chriſti willen
lich iſt es, daß folhe nicht in Chriſtlicher Ge—
meinde Buͤrger ſind. Den Glauben nenne
ich aber hie nicht Erkenntniß aller ſonderlichen
Stuͤcke in der Schrift; ſondern Das Vertrauen |
in GOtt, und in IEſum Chriſtum, feinen Ge
ſandten: durch welchen Glauben man bereit
iſt, das Wort GOttes zu Hören; und alfo mit
folder Begierde, daß man ehe die ganze Welt
[zu] berlaffen begehret, dann dieſen Glauben
in Epriftum. So wie nun folhen Glauben
begehren zu befennen und ausbreifen, und dem
Worte GOttes an allen Orten Blauben geben ; ſen gegeben, die Gnade und Wahrheit iſt
- find wie gewiß, daß Feine Verbannung der |gefebehen durch IEſum Ebriftum.
Glieder die Gnade, die da ift Das Jeben der
Seele, Eph. 1,22.235 GOtt har CSriſtum
gegeben ein Haupt über alle Rirchen, die
fein Leib ift, und die Vollkommenheit def,
der alle Dinge in allem bat erfuͤllet. Item,
dafelbft am 4ten Capitel v. 15.16: Wir follen
thun die Wabrbeit, und alfo in ibm wach»
fen, durch alle Dinge, der das Haupt iſt,
aus welchem der ganze Leib ift zufammen
acheft, und geknüpft durch ein jedes gleich
der Austheilung, nach [der] Wirkung,
in die Maaß eines jeglichen Bliedes, und
alfo macher das Zunehmen des Leibes, zu
Erbauung fein felbft in der Liebe. Item,
daſelbſt am sten Cap. v. 23: Chriſtus iſt das
Saupt der Rirchen, und er iſt der Heilma⸗
ber ihres Leibes. Dieſe Spruͤche und der-
gleichen zeigen an, daß Ehriftus iftdas Haupt
der Kirchen. Von dem Einfluß des Hauptes
in den Leib der Kirchen faget Johannes Ba⸗
peifta, $oß.1,16.17: Don feiner Dölfe has
ben wir alle genommen Gnade um
Gnade; denn das Geſetz ift dur Mo—
Und
Menſchen möge ung austilgen aus dem Bud) Paulus Epb.4,7: Zinem jeglichen aus uns
der Lebenden; oder billig zählen als Abtrünni-
ge von Epriftlicher Gemeinfame, zu vorab die⸗
weil wir begierig , allen Gliedern Eprifti in
N wahrer Siebe anzuhangen. !
Alexius
Grat, Predigerordens, Beicht-
peter in der Iſel zu Bern,
Die beilige gemeine Chriſtliche Rirche,
dero einig Haupt Chriftus it, die ift
geboren aus dem Worte GOttes, in
dem ſie bleibet, und hoͤret Feines Uebungen willen, die das Haupt hat über Die
Gremden Stimme.
iſt Gnade gegeben, nach dem Maaß der
Begabung Chriſti. Aus den Spruͤchen und
dergleichen iſt klar, daß Chriſtus iſt das Haupt
der Kirchen, und von ihm einem jeglichen Glied
einflieſſet das gnadenreiche Leben. So aber
das Woͤrtlein vnicum, einig, weder in denen
noch dergleichen Sprüchen irgend ſtehet, fo
zweifelt der Cinfälcige nicht unbillig, daß viele
leicht nicht eine Uintrene de verborgen eye. Zu
dem erſten, um der andern eigenfchaftlichen
Ölieder des Leibes, Daß es Die andern Glieder
weiſet
2030 Der Keformationsfihriften wider die Reformirren IL Abſchuitt.
weiſet und regieret in den äuffern Werfen. Zu ſdarum ein Haupt fene, DaG ee dss
_. dem andern, daß die göftliche Schrift anzeiger, Be ns
daß Chriſtus auch hat gefeget einen Statthal-
ter der gemeinen Kirchen hie auf Erden, deß
Gewalt aud) in dem Himmel Kraft Hat. Bon
dem haben mir Sgohannis im erften Capitel,
daß Andreas feinen Bruder Simonem zudem
HErrn JEſu führet, und ſprach: Wir haben
Meßiam funden. Da der HErr JEſus Si.
monem anſahe, da ſprach er: Du biſt Gi-
mon, ein Sohn Johannis, du wirft hin⸗
füro beiffen Cephas, das wird ausgeleget,
Petrus. Cephas ift Griechiſch, und bedeutet
ein Haupt: stem, Matthaͤi am 6. Eapitel:
Du bift Peteus, und auf den Selfen wer-
de ich bauen meine Rirche, und die Pfor⸗
ten der Soͤlle werden dir nicht mögen wi⸗
derfteben ; Und dir werde ich geben die
Schluͤſſel des Reichs der Himmeln: Und
alles , das du wirft binden auf Erden, das
wird gebunden ſeyn in den Yimmeln; und
was du entbindeft auf Erden, das wird
entbunden feyn in den Simmelen.
Berchtoldus.
Frommen fürgeliebten Chriften ! Der
Beichtvater hat im Anfang feiner Rede, zum
guten Theil unferer Schlußrede, mit vier
Sprüden der Schrift beftätiget, deß ic) ihm
groffen Dank weiß, wie Chriftus des Einfluf
fes halben feye das Haupt der Chriſtlichen Ge
meinde; doch fo mangelt ihm, daß wir fpre-
den; Er fey ein einig Haupt; dieweil in Fei-
nem Spruch, durd) ihn angezogen, von dem
Haupt der Kirchen, das Wort, einig, ges
meldet werde. Gebe ich ihm zur Antwort,
daß nad) eigenem Ermeffen der Schrift, und
Eigenfchaft des Haupts, einem jeglichen Glau⸗
bigen, verftändlic) it, daß CHriſtus feye das
einige Haupt. Denn daß Paulus ſpricht zun
Epheſern am sten Capitel 0.23. daß CHriſtus
felbft feye ein Heiland feinesteibes; Darum mag
folches keiner Creatur zugemeflen werden.
Petrus ift nicht unfer Heiland, der Pabft zc.
fondern allein Chriſtus: und obfchon das Wört-
lein, einig, mit Worten nicht erleufert iſt, fü
erleutert Doch das der Apoftel, daß EHriftus
teibe gebe, Darum, lieber Vater, gebet Chri.
fto die Ehre, und laffee ihn das Haupt bleiben; |
es feye dann Sache, daß ihr mit Schrift bey«
bringet, daß einiger Creatur folche Eigenfchaft
zugegeben möge werden. 5
Deichtvater. “2
Herr Berchtold Kat mir eine Antwort geyer
ben, die er ihm ſelbſt zuvor gegeben, fo viel zu
gut, daß er danket. Ich bin gänzlich nice
varwider, daß CHriſtus der Einfluß und das
gnadenreiche Leben der Kirchen feye, von dem |
alle Gnade einflieffee. Das Haupt fteher nicht
allein auf dem menſchlichen Leib, daß ihm das
geben allein einflieffen folle: es hat auch die Ei-
enfchaft, den Leib zu regieren in feinen äufferen
erfen und Hebungen. So nun Chriſtus ſei⸗
ne ſichtbarliche, leibliche Gegenwaͤrtigkeit woll⸗
te aufnehmen in den Himmel, beduͤnkte ihn gut,
(hats auch gethan,) daß er ſeinem einigen Leib
(das iſt, der heiligen Chriſtlichen Kirchen) hie
auf Erden ſetzte einen, durch den er, als durch
fein verordnet geſetzt Haupt und Statthalter,
regieren wollte, und weifen ifn [auf] ein tu⸗ f
gendreich Chriſtlich Leben, Daß er das gerhan
habe. Es zeiget zum erften an die Berhelf-
fung, oder Borherverfündigung, die gefchriee
ben ſtehet Johannis am erften Capitel, da
Epriftus fprad) zu Petro: Du bift Simon
Johannis, du wirft forthin
pbas.
Berchtoldus.
Frommen lieben Chriſten.
auch andere Eigenſchaften, ven Leib zu regieren
in feinen äufferlichen Werfen und Hebungen: fo
nun Epriftus feine fichtbarliche leibliche Gegens
wärtigfeit habe aufgenommen, habe er gelaffen |
feinem eigenen $eib auf [dem] Erdreid) ein ges
ſetzet Haupt, feine Kirche zu regieren zu einem
£ugendlichen Leben. Sage ic) alfo Dazu Des
erſten: die Eigenſchaft des Hauptes Chriſtiiſt
auch die, daß er feinen-$eib regiere, als ein
Fürft und Gebieter, Ejechielis am 37. Eapitel.
Jiem daß er ſeinen Leib regieret, ent
| uͤhr
Es hat der
Beichtvater angezeiget, daß das Haupt nicht
allein gebe das Leben dem Leibe, ſondern habe
geheiſſen Ce⸗
* |
re
7
2032 Von den handlungen der zu Bern gehaltenen Difputation. 203
führet, ift alle Schrift voll; denn es ſpricht chiſch, fondern Syriſch, in der Sprache Chris
Gott durd) den Propheten: Es wird ein ei-| ftus das geredet Bat; fondern eg ift ein ander
niger Rönig feyn, der jedermann gebietet.| Wörtlein, helſſet xepeas, in Griechiſcher Spra⸗
Es vermag aud) der Leib Chriſti, und alle Ölie-| che, das ein Haupt heiſſet. .
der, nichts ohne die Verwaltung des Hauptes,
denn der Herr ſpricht: Ohne mich möger|
ihr nichts thun. Darum foll die Ehre allei-
ne GDte gegeben werden, daß er feine Kirche
regiere und führe zu einem tugendreichen geben.
‚Er ift aud) unfere Weisheit, in der erften Epi⸗
ſtel zun Corinthiern am erften Eapitel v. 30.
‚Darum wird uns nichts fehlen, fo wir ihm fol-
gen. Es lieget am Tage, zu was Chriftli.
chem $eben uns der Pabft geführet Babe, fo er
Beichtvater.
Ihr habt viel Schrift herbracht, und Gruͤn⸗
de dargethan, die nicht noth zu erzaͤhlen, die
alle bewähren wol, daß CHriſtus die heilige
Chriſtliche Kirche felbft lehret und regieret, fuͤh—
ret aud) zu einem tugendlichen Leben, und mag
er geredet, laffeer ihm alſo nach. Er habe aber
noch nicht bewähret, daß Chriftus, als das ein⸗
flieffende Haupt, nicht regieret Die Heilige Chriſt⸗
liche Kirchen durch feinen gefegten Statthalter.
feinen Soldnern Ablaß giber, Thriftlich Blut) S; —55 —
iu ergeffn. Die Schi jeiget Uns genng- fer die Rlchen regiere Dun jenen Statt
Jam an, wer ber Statthalter Chrifti feye nach er den er gefeger habe in ein fugendlic) gebe
‚feinem leiblichen Abwefen. Er fpricht Kobann. |" ’ g g
am 15. Cap..v. 7: Ich ſage euch die Wahr» & Berchtoldus.
heit! Es iſt euch nuͤtze, daß ich von euch Wir haben nad) der Länge bewaͤhret, daß
gebe; denn fo ich nicht von euch gehe, fo Chriftus feye das einige Haupt, der feine Kir—
wird der Tröfter nicht zu euch Fommen: fo | chen lehret, regieret, führet und bringet zu eis
ich aber von euch gehe, werde ich ibn zu nem fugendlichen !eben , das Feiner Creatur
euch fenden. Sehet! lieben frommen Epri-| möglich. Daß er aber fürwendet von einem
ften ! daß der Geift GOttes verwaltet das Neid) gelegten Statthalter , der foldyes vermöge, das
Eprifti in feiner Kirchen, und führee fie zu ei. probire [er] mit der Schrift , dann das ift
gem tugendreichen rechtfchaffenen Chriſtlichen Chriſtum geſchmaͤhet. ul 3
Leben. Es erſcheinet ſich wohl beym heiligen Martinus Bucerus.
Paulo zun Galatern am 5. Cap. v.22. welches Gnaͤdige Herren, lieben Brüder im HEren!
die Fruͤchte des Geiſtes ſind, die uns keine Demnach die Ordnung meiner gnaͤdigen Her⸗
Creatur geben mag. Der Spruch Johannis ren vermag, daß wer etwas zu Erlaͤuterung
am erften Capitel, hereingezogen, lautet alfo :| der Wahrheit vermeynet vorzubringen, Daß der-
- Du bift Simon, ein Sohn Jona, du woirft| felbe folle gehöret werden: fo meynete id), ein
genannt Cephas, welches verdolmetſchet wenig zu jetzt eingeführter Gegenrede des
_ wird, ein Selfer. Das vermag nicht, daß | Beichtvaters zu fagen. Nemlich, da er von
Petrus ein Haupt ſeye. Petrus ift aud) ein| dem abfrit, Das meiner gnädigen Herren von
- Stein , nicht des Sundaments oder Grund. | Bern Ausfchreiben vermag, Daß nur mit
ſtein, auch nicht ein Eefftein, fondern der auf) Schrift gehandelt werden ſoll. Er will bewaͤh⸗
bauen wird auf das Fundament, welches Chri⸗ ren, daß Ehriftus nicht das einige Haupt feye
ſtus iſt; wie er ſelbſt bezeuget in feiner erften| der Kirche, dann ob er mol nad) dem gnaden⸗
Epiſtel am 2. Eapitel: daß wir alle follen| reichen Einfluß in feine Glieder allein der Kir« _
erbauet werden zu einem Haufe GOttes, chen Haupt feye, fo feyen Doch auch andere Ei.
als lebendige Steine. Daraus genugfam| genfchaften des Haupts, deren nad) Sanct Pes
‘verftanden wird, daß Petrus ein Stein, ein ter und feine Nachkommen mögen aud) Häus
delle, darum, Daß er den wahren Felſen be=| pter der Kirchen genennet werden, als da ift,
kannt; aber nicht ein Haupt genennet wird. | weifen und lehren. DIR iſt aber eben eine
Darzu fo ift das Wörtlein Cephas nicht Örier | Einrede, als fo einer bewähren wollte, wer et»
0 Hutheri Schriften 7. Theil, Nnnnnn wan
2034
Der Reformationsfchriften wider die Reformirten IL Abſchnict.
*
—— *
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wan eine Cigenfchaft des. Königs hätte, daß | Schrift darthäte, daß Sanct Peter die Gewalt |
er darum KRönig-wäre: als, ein König foll der
Kechten und Satzungen fundig feyn: das find.
auch feine Raͤthe und Doctores; fie mögen aber
darum nicht Könige gebeiflen werden, fondern
allein der, der volle Gewalt zu regieren hat.
Alfo, ehren und Weifen ift eine Eigenfchaft
des Hauptes, aber nichk eine foldye, Daß, wer
fie. habe, darum das Haupt genennet werden
möge. Paulus nennet CHriſtum daher das
Haupt der Kirchen , daß er fie durch feinen
Geift lebendig und felig machet, wie mein Bru-
der Berchtold angezogen hat: foldyes vermag
nun niemand, Dann allein Chriſtus; und al
les, das Sanct Peter, oder einiger Apoftel, je
vermocht hat, ift nichts mehr, dann äufferlich
Predigen des Evangelions; weldyes doch un-
fräftig iſt, wo es nicht der einige Meifter, [
Epriftus, im Herzen lebendig und fräftig ma-
bet. Darum müflet ihr, Herr Beichtvater,
Schrift Kerbringen, daß Sanct Peters Amt,
Befehl und Werk fo weit ſich ſtrecke, daß er
darum der Kirchen Haupt genennet werde, nad)
der Schrift zureden. Die Schrift laßts ei-
nen Dienft feyn, ı Corinth. 4. und erfennet da-
her Petrum einen Diener der Kirchen, machet
iön deshalb zu feinem Haupt: dann, nad) Pau-
fo, der Kirchen Haupt feyn, fit ihr Heiland
feyn, mie aus Paulo angezogen zun Ephefern
ant fünften Eapitel.
| Meichtvater,
Daß Herr Martin Buser Hat eine lang
Rede, ohne Schrift, geführet, und gegeben ein
Exempel von einem König, der Macht habe
in feinem Königreich gewaltiglich zu regieren;
er hat auch das Willen der Gefege, Statuten
und Ordnungen, wie ers Dann genennet hat;
daſſelbige Willen oder Erfennen der Statuten
und Geſetze haben auch feine Doctores oder
Raͤthe, mögen aber nicht darum Könige ge:
nennet werden. Fun feye es hierinn aud) al.
fo, daß man bleibe bey Sanct Peter, mag man⸗
nicher predigen ober lehren, das Sanct Peter
hat gelehret; möge aber darum nicht ein Haupt
von EHrifto empfangen habe, hie auf Erden |
über die Chriftliche Kirche, und das nicht ala \
tein für fi), fondern in Ewigkeit, für fih und |
feine Nachkommen. Wenn id) das thue, fo ı
hoffe ich Darnadh, feye eg um ein Eleineg zu thun,
feye auch Feine Gotteslaͤſterung, ob man fhon
den Damen eines Hauptes einem ſolchen State
halter Chriſti gönnen folle, —4
Bucerus. N
Daß ihr Schrift ſollet darthun, daß die Ne«
gierung, fo Petrus felbft hat ehun mögen, ifn
habe (fehriftlich zu reden,) mögen zu einem |)
Haupt der Chriſtlichen Gemeine maden:
dann Haupt feyn der Kirchen, ift nach Paulo,
Die Kirche geifklic) lebendig machen; und mag |)
Sanct Peter und aller feiner Nachkommen
[Amt], weldye find allein die, fo feines Geiftes
und Glaubens find, fich nicht weiter ftrecfen,
denn daß fie Aufferlich das Evangelium predis |
gen; welches doch ohne alle Kraft iſt, de HEre
JEſus, das einige Haupt, mache denn ſolche
Predige im Herzen Fräftig: dann GOtt gibt
das Wadhfen. Se
Beichtvater. Sn
Herr Martin Buser begehret an mich ſchrift ⸗
lid) zu bewähren, daß der heilige Sanct Peter
eine ſolche Gewalt habe, over daß Die Regie |
rung, ihm befohten, ſich alfo weit erftrecker, daß
er ihn oder feine Nachkommen habe möge mas
chen ein Haupt der Kirchen. Er hoffe, fo viel |
ihm GOtt Gnade gibt, das zu bemäßren.
tucas am fünften Capitel ſprach EAriftus zu
Petro: Führe das Schiff in die Tiefe, und
breiter aus eure lege, zu faben. Wenndie
Auslegung Chryſoſtomi gelten follte, als billig
feyn follee, 9.
Hierauf ward dem Beichtunter durch bie Bra»
denten gemwehret und abgefchlagen, nach Drb- :
nung der Herren von Bern, Feinen Lehrer anzu⸗
ziehen. Deshalb derfelbe Beichtvater ſolcher⸗
maſſen weiter redete:
Beichtvat er.
CHriſtus hat klaͤrlich zu verſtehen gege⸗
genennet werden, Mangels halben , daß er ben, daß Petrus Gewalt ſollte Haben. Die
nicht habe die Gewalt zu regieren. Wenn ich,
Tiefe der Difputasion aufzulöfen, Lucaͤ am 22.
| 2 Kapitel,
-
. Eapitei prach Chriſtus zu Petro: Ich babe |Art in foldyem äufferlichen Kegiment, Bat bes
- für dich gebeten, und [wenn] du etwan |meifen Fönnen. So man aberredet nach Pan«
et [biſt ], beftätige deine Zrůder. Mat- lo von der Chriſtlichen Gemeinde, weldyes da _
- thai am 16. Eapitel: Du bift Petrus, und |find alle, die im Geifte neu geboren, ein goͤtt⸗
auf den Selfen werde ich bauen meine Rir- lich Leben führen, welches niemand, denn ale
chen, und. die Pforten der Hölfen werden lein der HErr, verleifen mag, und alles Thun
dir nicht mögen widerftehen: und dir wer · Sanct Peters und aller Apoſtel nur ein äuffer-
"de ich geben die Schlüffel des Reiches der licher Dienſt durch Paulum genennet wird:
Simmelen: Und alles, das du wirft bin-| fo ift noch nicht bemäßret, daß (der Schrift
den auf Erden, das wird gebunden ſeyn nach zu reden,) Petrus, oder einiger anderer
- in den Yimmeln; und das du entbindeft| Apoftel GOttes, möge ein Haupt der Kirchen
auf Erden, das wid entbunden ſeyn in genennet werden. Und ſollte der Beichtvater
den Yimmeln. Johannis am 21. Capitel v.|den Spruch Pauli am gten Capitel der erften
15: Da fpracb der HErrzuPetro: Simon Epiftel zun Corinthern verantworten, da
Johannis, baft du mich lieb 2 Zweymal ward Paulus von ifm und feines gleichen fchreibet,
- ihm geantwortet: Ja,und du weiſſeſt, daß ich | man folle fie halten für Diener Chriftiund
Dich lieb babe. Und zweymal ward ifm ge. Schaffner, das ift, Prediger, der ö
faget: Weide meine Lämmer oder Schaf: niffen GOttes, nemlich das Beilige Evanges
kein. Diefe Schrift Halte ic) veft und gnug-| lium. Daran fteßet es noch, daß er Schrift
ſam feyn, daß Petrus und andere nachkom- bringe, was er gethan, Laß es ihn zum Haupt
- mende Statthalter Chriſti Haben empfangen! machen möge. Chriſtus iſt allein der geiſtil.
die Gewalt auf Erden, zu binden und entbin-; de HErr; er Fann fie ändern, daß fie Fräftig
den, zu weiſen und lehren, Das geföret dem find. Sanct Pauli, Perri Lehre bringet nichts,
- Weiden zu; zu bieten und verbieten. Denn Chriſtus leite fie dann. Niemand Fann die
(babe ic) ver gefaget,) gönnet die Schrift andern Herzen ändern, denn Er; und geben alſo Epri.
minderen Regierendenden Namen des Haupts; fto die Ehre, laſſen fie binden, das ift, erfennen
iſt Elar am erften Bud der Könige, [1 Sa gebunden, die nicht glauben: denn das find die
muel.] im 15. Capitel, fprah Samuelaus oder Kinder Abrabä, die Die Werfe Abrahaͤ thun.
in dem Wort GDttes, zu Saul: Dadu Elein Darum fo. erfedere ich Schrift, daß Petrus
wareſt in deinen Augen, da biſt du wor« von feinem Amte ein Haupt möge genennet
den ein Haupt in den Geſchlechten Tiraels. werden,
Amos am 6. Capitel: Die fuͤrnehmſten
Zaͤupter der Voͤlker ꝛc. Beichtvater.
F Herr Martin Bucer langt mich an zu bes
Duser, ; währen, daß der Rame eines Hauptes Sanct
Auf die angezogene Schrift, Damit Das heir, Peter und feinen Nahfommen möge gegeben
ige Wort GOttes ernſtlich gehandelt werde, werden; fagetzudem Sprud; am erften Buch
"wird durch meine Brüder nad) Drönung ge- der Könige Samuelis] im 15. Capitel, den
antwortet werden. Das follte bewähren der ich Habe herein geführet von dem Könige Saul,
Veichtvater, daß Sanet Peters Befehl ihn und in deinfelbigen, den zu verftofen, fo faget
“ möge zu einem Haupt der Kirchen. machen.| er an alle Schrift, daß Saul, dem König, der
“ Darzu hat er angezogen das funfzehente Capi-! Name ein Haupt eigentüicher habe jugehöret,
tel des erfien Buches Samuelis, da gemel.) und möge zugeleget werden, denn Sanct Pe⸗
det wird, daß GOtt den Saul zu einem Haupt tern, oder einem, oder aflen feinen Nachkom⸗
des Molkes gefeset abe. Da follte er aber, men. Erzehlete alein die Urſach feiner aͤuſſer⸗
‚merken, daß Saul ein äufferlicher Regent von lichen Regierung und feiner Gemalt, als wäre
EGXtt gefeger gewefen äft, und des Hauptes — Gewalt, die auch von GOtt ift,
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2038
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etroas gröffers, und wuͤrdiger eines ſolchen Ra⸗ fo doc) Die Schriſt von mir angezogen ift, "
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daß St. Peter oder feine Nachkommen nicht daben, daß die geiftiiche Gewalt unvergl
ich die, fo ohne Sünde find: die geiftlicdy und] fo wird er auch bemäßrer Haben, daß er ein
wohl gefchaffen, diefelben zählet Martin Bu⸗ Haupt der Kirchen feye. Chriftus ift das |
Ger für rechte Ehriften, und faget dabey, daß Haupt; denn es Fann fonft niemand fromm |
diefelben die Ehriftliche Kirche find, die Sün-| und felig machen, denn Chriſtus. Und bee |
der ausgefchloflen; faget, daß denfelbigen nie-} gefre darum Schrift, daß Petri Befehl ihn
mand möge NN En a andere zungen sum Haupt mache,
den (meiß nicht, wie er die Tugenden alle er: a
jeblet hat in der Gemeine,) geben; das geftehe Beichtvater.
ch alles. Iſt aber nicht genugſam geantwor-- Martin Butzer hat mich mit langer Rede
tet über den Spruch Matthaͤi am 16. Cap. gebeten, wäre wol mit minder gnug gemefen. |
- Was du bindeft auf Erdreich, das ift ges) Wer Umfchweif machet, das urteilen die
. bunden in den Yimmeln; und was du ent-| Bernünftigen! Ich Babe von dem Regiment |
bindeft, . Wann das genugfamlich verant-| und Petro, (wer mich recht verftanden hat,)
wortet wird, daß der Sprud) nicht fo viel Ge⸗ von der äufferlichen Regierung der Kirchen
walt giber, daß nicht Petro und feinen Nach- anfangs geredt; fo kommt Martin Buger ber
fommen gnugfame Gewalt zu einem Haupt) von dem innerlichen Regiment. Deshalb ic)
gegeben, und daß fie mögen Häupfer genen-| vor am Anfang zugegeben habe, und will auch
Der Reformationsfehriften wider die Reformirten 1. Abfehnite, 9099
mens, denn das Vicariat, oder Statthalter) Petrus einen Diener fih ae |
ame Ehrifti. Vermeynet damit genug zufeyn, | Haupt; Saul aber ein Haupt. —
eichlich
mögen Haͤupter genennet werden; fo Doc) ei⸗ mehr iſt, dann vie weltliche. Seiftliche Ge, J
nem jeglichen Chriſten wohl wiſſend iſt, daß walt aber iſt über die Geiſter, über die Gemuͤ
das geiſtliche Regieren in beyden Geſetzen ge⸗ ther, die hat Chriſtus allein; und dienen zu
ſetzet iſt, hoͤher in Wuͤrdigkelt und an Gewalt, ſolcher Gewalt die Prediger des Evangelil, '
weder das weltliche. Zeucht an den Spruch welches das höchfte Amt aller Apoftel gewe-
Pauli zun Corinthern, wie er fid) und die an⸗ fen ift, allwege unfräftig, wo der geiftliche |
dern Diener erfennet; das ofne Zweifel ein! Herr feine Gewalt in den Herzen nicht erzei- |
jeglicher vechtfchaffener König auch thut, ſeynd get und eräuget hat. Darum mann der \
aud) Diener GOttes. Gibt aud) zu verſte⸗ Beichtvater bewähren wird, daß Sanct Peter
- ben, daß niemand gehöre zuder Kirchen, denn| oder einiger Apoftel Gewalt hat oder gehabt, |
die Neugebornen in GOtt; bey denen verftehe|die Herzen zu ändern und fromm zu machen;
hy
F
net werden; fo werden wir weiter Iugen [fehen ],! zugegeben haben, daß Chriſtus deshalb fene |
sole wir ibm thun werden. dag einige Haupt der Kirchen. Ich habe aber
Bucerus,
be ohne Schrift zu, daß Saul ein Haupt in ben, denen find fie vergeben; denen ihrs
Iſrael geweſen fen; und Petrus aber, noch ei⸗ bebalten, denen find fie behalten. Mit
niger Apoftel, möge fein Haupt der Kirchen) denen Sprüchen hoffe ich befchloffen [zu] ha⸗
(nad) der Shift zu reden,) genennet werden :| ben, daß sin folcher Statthalter —
der aͤuſſerlichen Regierung halber, das ich Hofe |
fe, gnug Schrift in diefen zweyen Sprüchen,
Sch Babe vorhin gefaget, Daß die angezoge-| oder dreyen. Dir werde ich geben die
re Sprüche von binden und entbinden, auch Schiäffel der Yimmelen x. Und: Weide
meiden, follen gnugfam verantwortet werden; meine Schäflein. Auch den, den Chriſtus
und habe jego Schrift gefordert, daß der Bes] unfer Heiland zu allen feinen Juͤngern gefagee
feßl Petri iin zum Haupt der Kirchen mache;) hat, nad) feiner Auferfteßung, Johan. am lege
diefelbe Schrift hat der Beichtvafer noch nicht| fen [aoften] Capitel: Nehmet bin den He
hervorgebracht, und miflet doch mir zu, ic) gä-| ligen Beiftz denen ihr die Sünde verges
;
EEE ar Tan — —
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204 5: Don den Sandlungen der su Bern gehaltenen Difputation. 204
fo viel Gewalt begabet, hie da nicht allein be: |hete: fo folgete, daß alle Apoftel Häupter ſeyn
greifet, oder in fich befchleuffer die äuffere Mer geweſen, denn fie alle den Befehl und Dienft
g tung, die denn nichts anders, denn über die gleich gehabt. Zum andern, fo wäre Paulus
-Aufferen Werke; fondern auch über dieinnern, mehr ein Haupt vor andern, darum, daß er
wenn dieſelbige durch Bekenntniß oder aͤuſſere mehr gearbeitet hat, in der erſten Epiſtel zun
Verjaͤchung denſelbigen Statthaltern over Ne- Cotinthern am 15. Capitel. Zum dritten, ma«
x gierern eroͤfnet wird. Will auch auch dabey chet lehren einen zu einem Haupt; fo folget,
einmal oder zwey gemeldete Mißbraͤuche weder daß Petrus allein ein Haupt ſeye geweſen, da
erechtfertiget noch verantwortet haben. Es er gelehret hat, und die andern Apoſtel auch
ütaber Elar, daß Sünde vergeben, oder nicht | allein, da fie gelehret haͤtten. Zum vierten,
vergeben, die Eonfeieng der Seele antrift. dieweil weder der Pabit, nod) Fein Menſch,
Darum hoffe ich, id) bedürfe fein nichts, -das| mag ein Land, noch minder die ganze Welt
©. Peters innere Regierung über feinen Men lehren; fo folger, daß Einer nicht mag ein
ſchen oder Obrigkeit welter bewähren dürfe.) Haupt ſeyn. Zum fünften, fo Petrus zu Kom
Bleibet bey denen Sprüchen ıc. gelehret, wäre er doc) allein ein Hirte und
Diener derfelben Kirchen; fo er eine Epiftel zu
Auf den achten Tag Jenners bat Berch⸗ ung zufchriebe, zu unferer Untermeifung, würs
. toldusweitergeöfnet; alshernachfolget: de er auch unfer Diener feyn. Demnad) hat
ne Chriſten! Aufgeftern ift der! Butzer gnugſam angezeiget, Daß das Hauͤpt
Handel fo weit bracht, daß der Beichtva-| der Kirchen foldye Dinge gebe, die Feiner Crea⸗
ter probiren follte, alles, ſo Chriſtus befohlen| eur möglid), als, lebendig, fromm, gerecht und
hat Petro, [habe] ihn zu einem Haupte gema-| felig machen, und die Seelen erneuren. Als
het. Hat unfer Bruder Butzer angezeiget, daß Pe · Paulus zun Ephefern am 5. Capitel Elar ans
trus, Paulus, und alle Apoftel, allein Diener, | zeiget, Chriftum das Haupt der Kirchen feyn,
nicht Haͤupter, nicht Herren [feyn}, ufd bat darum, daß er der Heiland feines Leibes iſt ge⸗
Das bewaͤhret in der [erften]} Epiftel zun Co-|mefen. Und fo das Haupt hinweg genommen
‚ rinthern am a4ten Eapitel: Alſo OU uns der| wird, fo wird aud) alles Leben und Wirken des
Wenſch achten als Diener GOttes, und| teibes ftille ftehen. Und alfo vermag das fein
Austheiler der Geheimniſſe. Item, in ſei⸗ Fleiſch, Eeine fterbliche Ereatur, ein Haupf der
ner erften Epiftel am dritten Eapitel: Wer iſt Kiechen [zu ſeyn ). Und. das hat der Beicht-
‚Paulus, wer ift Apollo, dann Diener GOt⸗ |vater alles felbft beftätiger. Alle Schriften,
tes, durch die ihr geglauber habet? Alſo die der Vater hervorgebracht, geben nichts an.
der pflanzet, iſt nichts; der begeuffer, ift ders zu Sanct Petern,dennDienftbarkeit, [ivie_]
nichts; aber GOtt gibet das Aufwachſen. ſolches erfcheinen wird aus diefem unferm Ber=
Das machet alles Petrum nicht zu einem Haupt. | antivorten.
Wie Petrus felbft fpricht in feiner erften Epi · Der erfte Spruch aus dem erften Capitel
ſtel am 5. Capitel: Weider die Zeerde Ebri.) Johannis; Du wirft genennet Cephas;
ſti, die unter euch ift, und verfeher fie,nicht| das verdeutfchet der Beichtvater, ein Haupt:
genöthiaet, fondern felbft willig; nicht aus] und fo er den Evangeliften befehen hätte, er⸗
Kbändliches Bewinns Suchen, fondern| fünde er, daß er felbft ausleget, es heiſſe Des
det Fuͤrbilder der Seerde.
aus geneigtem Gemuͤthe; nicht ale die herr⸗e trug, das iſt, ein Felſer, der erbauet und be⸗
ſchen uͤber das Volk GOttes, ſondern wer⸗ veſtiget iſt im Glauben und Wort; um des»
r willen Petrus, weder ein Eckſtein nody ein
Hier fehet ihr, frommen Chriſten, daß Dienſt Grundftein, nod) ein Fels; fondern er mit an⸗
und Ame der Apofteln fie niche Häupter noch deren lebendigen Steinen eine Aufbauung der
‚Herren mag machen, fondern Diener; denn| lebendigen Steine auf Chriſtum; in feiner er⸗
fo die Gewalt Petri ihn zu einem Haupt ma| ften Epiftel am andern Capitel, ı
RN I nn Der
. 2042 Der Reformationsfehriften wider die Reformirten IL. Abfehnitt. 2043
Der andere Sprud) aus Matthaͤi am 17. und zu löfen. Darum fage ich, Cpriftlihe
Capitel, vom Didrachma, ‚gibt Petro nicht zu, | Brüder, daß binden und löfen, verzeihen und
daß er ein Haupt feyez fondern mie diefer That | verhalten nichts anders ift, dann lehren das.
bat Ehriftus fid) und die Kirchen, in Petro an-| Wort GOttes, und predigen das Evangelium
gezeiget, in aufferlichen Dingen, fo Leib und | Chriftl. Das find die Schlüffel, das iftdie
Gut anteift, der weltlichen Obrigkeit unterwürs | höchfte Gewalt, die Petro und allen Apofteln
- fig gemacht. Da machet ihr Petrum zu einem | gegeben iſt; weldyes alles weder ifn, noch Fela
Haupt, da Ehriftus ihn und uns In den aͤuſſer⸗ nen Apoftel zu einem Haupt machet; allein iſt
lichen Dingen der Obrigkeit unterworfen. Da GOtt, der aus eigener Gewalt und ehätlich die
er aus Luca im 5. Capitelanzeucht: Führe das | Sünde verzeihet. Ef.43. Cap. Ich bins, ich.
Schiff in die Tiefe; weiß er felbft wohl, daß] bins, der da austilger deine Bosheit, und
es ein Wunderzeichen iſt: und fo er fchon auf] deiner Sünden werde ich nicht mehr ge=
die Allegorie dringer, fo iſt doch das allein eine| denfen, um meiner willen. Petrus aber
Bedeutniß, Daß er emfig In feinem Amt wäre.|und die Apoftel verzeihen die Sünde duch
Dahin dienet das Fifchen, fein Netz auswer:| Dienftbarfeit des Wortes, und Berfündigung
fen, fein Schiff in die Tiefe führen, wie Jere⸗ des Evangelii, ſo ſie den Gläubigen zugefpro«
mias am 16. Cap. anzeigek, chen haben, [daß] durch Ehriftum ihre Suͤn⸗
Demnad) bringet er aber aus Luca am 22, |den verziehen feyn, und den Ungläubigen ihre -
Capitel: Petre, ih babe für dich gebeten, | Sünden gebunden feyn. So aber Chriſtus zus
daß nicht aufböre dein Blaube. Das ber | gibet Petro und den Apofteln, die Sünde vere
kennen wir mit euch. Dasaberfolget: Stär- | zeihen, binden, löfen, gleich als ob fie eschär
Fe deine Bruͤder; wer ift doch fo blind, der |ten; ift dem glei), das Jeremiaͤ am erſten
nicht fiehet, daß Das zu der Dienftbarkeit die | Capitel gefchrieben fteher, da GDEE fpriche:
net? Nun ift guugfam angezeiget, daß die Nimm wahr, ich babe meine Worte indeis
Dienftdazfeit nicht ein Haupt der Kirchen ma- nen Wund gegeben, daß du ausrenteft,
ek. | zerftöreft und zertrenneft, baueft und pflans
Alſo auch, fo er einführet aus Johanne am zeſt. Hie give GOtt dem Propheten zu, das
ar, Eapitel: Petre, weide meine Schaͤflein; aber Er allein ehut; und in was Geftalt der
iſt Beiter und Flar, daß es zur Dienftbarfeie| Prophet zu dieſer Sache thut, wird hieraus
des Wortes gehöref, welches ift die Weide der | vermerfet, ſo GOtt fpricht: Ich babemeine ,
Schäflein: denn fo weiden ein Haupt machte, Worte in deinen Mund gefeger; bedeutet,
würden alle Diener des Wortes GOttes Haͤu⸗ daß der Prophet lehren und ftrafen folle, GOtt
pter fern. Das er bringer aus Sgohanne am | wird aber dem. Worte den Nachdruck geben.
20. Capitel: Denen ihr die Sünde verzei-| Alſo aud) hie, fo Chriſtus fpricht, daß die X.
ber x. und Marthäi am 16. Cap. Was ihr | poftel die Sünde vergeben, binden und löfenz
binder auf Erdreich ec. darein der Beichtva- | dienet auch auf das Lehreramt, und Dienftbare _
£er feine groͤſſeſte Veſte feger, und Feine ftärfe- | feit des Wortes; welches Ermeffen wird aus .
re Gründe nicht hat; fage ich, daß Chriſtus in den Umfländen des Handels vermerket, ana
beyden Schriften Ein Ding lehret; dann bin- | gezeiget Matth. 16. und Joh. 20. Cap.
den und löfen, Sünde verzeihen und verhal⸗ Dann Maeth. 16. Cap, hat der HErr vorgefe
ten, Ein Dingift. So befennet ihr mit ung, tzet: Du bift Petrus, ein Felſer gefeftiget,
daß Matehät am 16. Capitel Petro die Schlüffel| gegründek im Glauben und Worte; darum,
verheiffen, und Johann. im 20. Cap. geleifter :| dieweildu, Petre, im Wort und Glauben ges
darum aller Span: und Kraft hie Hanger, was| veftiget, werde ich dir geben die Schluͤſſel.
binden und löfen Petro zugebe Nun giber| Diefelben Bat er geleifter oh. 20. Cap, nicht
e8 nicht zu, daß er ein Haupt feye; Dann alle|allein Petro, fondern allen Apofteln, fo er
Apoftel haben gleiche Dienftbarkeit, zu binden | fpricht; Welchen ihr die Suͤnden —
e
Suͤnden; und das iſt das Evangelium. Wel
* verziehen und vorbehaiten find. Darum liegt
TERN ge lei
_ Efemwürdigen, günftigen, weiſen Herren! Ge-
fern habe ich das erfte, das Herr Berchtold
Dienſtbarkeit des Worts gehöre, findet ſich
aus dem, das darvor ſtehet im Johanne:
Nehmet den Heiligen Beift! meldyes Lucas
uilſo erfläret: Er bat ihnen ihr Gemuͤth auf⸗
barkeit des Wortes, werdet ihr doch nicht pro-
biren, daß Petrus oder jemand anders ein)
Ber: Beichtvater,
ie
hanen zu vergleichen, nicht gegen einem: Ein|und über die Krankheiten, daß fie Diefelbigen
het ec dai aber die Sünde verzeihen, ‚zu ber| Herzog in einem Koͤnigreich mag genennet wer⸗
FJoh 20. Cap. nachdem Chriſtus den Frieden
feinen Juͤngern gewuͤnſchet hatte, ſprach er:
Wie mich der lebendige Vater ausgefendet
ſchreiben, iſt offenbar, daß die Schluͤſſel des
Evangelii; die Sünde auflöfen und verzeihen,
A en den Bläubigen, daß ihnen ihre
2044 Von den Aandlungen ber zu Bern gehaltenen Difputation, 204$
den ein Unterthan; er ift auch ein Dberer. Zu
vergleichen dem König, fo iſt er ein ee
h — gegen * — Leute, ſo
r ein Oberer, und wird genennet ein Haupt.
Das iſt eins. ” ‘
Auf das andere zu antworten, bezeuge ich,
ift mir nicht möglidy, glaube auch, Daß weni⸗
gen möglich, ordentlid) in das Haupt zu fallen zu
verantworten. Nun find der Gründe und Ur
fachen, hernach folgend, fo viele, daß id) die
nicht wohl behalten mag, begehre aber, daß
mie Herr Berchtold die nochmals eröfne, will
ic) darnach aber antworten.
i ag |
vommen Chriſten! Es hat kurzen Befcheld.
4 Die Gleihniß, fo er hervorbringet, —
ein Herzog und ein Diener ſeye mit einander
in einem Reich: und ſo man die Gleichniß haͤlt
gegen unſern Handel, ſo will er damit bewaͤh⸗
ren, daß Petrus ein Diener und ein Haupt
ſeye. Daß er ein Diener ſeye, wird der
Beichtvater nicht leugnen, daß es gnugſam
jetzt mit der Schrift bewaͤhret iſt, und in allen
feinen Sprüchen fich anders nichts erfunden
‚hat. Warum aber Petrus ein Haupt fey, da
begehren wir Schrift um. Da liege der Haft,
das muͤſſet ihr bewähren. Zum andern, daß
er ſich beflaget, er möge unfre Verantwortung
niche faſſen, bedünfer uns unbillig; dann feine
lange Rede, geftern gethan, Haben wir müflen
faffen und verantworten,
Beichtvater. ee
Daß der Beilige Sanct Petermöge gebeiflen
‚werden ein Haupt, iſt guugflar. Geſtern hat
mir Martin Bußer Das nacjgegeben, daß
Saul möge recht genennet werden ein Haupt,
in der Schrift, von Regierung und Gewalt
wegen feines Königreichs. Daß nun Sanct
jent gemeldet Bat, der Dienftbarfeit halben oder, Peter die Gewalt empfangen Babe, ſolche Re⸗
gethan, daß fie verſtaͤndig wurden, Und
bat, alfo fende ih euch. Marcus erfläret
es alfo: Gehet aus in alle Welt, und pre
diget das Evangelium allen Ereaturen.
$ucas: Es muß geprediget werden in fei-
nem Ylamen die Buffe und Dergebung der
ches Marcus alfo darthut: Wer glaubet, und
getaufer wird, der wird felig: wer nicht
glaubet, der wird verdammt. Als ausden
Umftänden des Handels, den die Evangeliften
Reiches der Himmelen find_die Predigt des
ünde verziehen find durch Chriſtum; binden
und vorbehalten die Sünde, ift verkündigen
dem Ungläubigen, daß ihm feine Sünde un-
es bie, Beichtvater, daß ihr bemähret durch
‚andere Schrift, daß Ehriftus nicht ein einig
Haupt ſeye; denn obfchon ihr tauſend Sprü-
che einführet von dem Lehreramt oder Dienft-
Haupt feye: alfo find alle eingeführte Spruͤche
‚verantwortet. _
Sn deinem Namen, füler HErr JEſu!
Diener, wie fie fi) Diener nennen, gnugſam gierung über die Schafe Chriſti zu üben, dafs
Trantwortet; das thut ein König auch, ift| felbige mag bewaͤhret werden aus Flaren Teps
dennod) ein König. Iſt nichts unziemliches ten, nemlich Matth. 10. Eapitel bar Ehriftus
noch unmögliches daher bracht, obſchon einer| feinen Juͤngern Gewalt gegeben über die bö«
ift und genennet wird ein Oberer, und Linter-| fen unreinen Gelfter, daß fie Die austreiben,
alle .
0.6 Der Reforriarionsfehriften wider die Reformirten II, Zoe ea
alle gefund machen. Petrus Bat dieſes vor- und Wabrbeit mit :
neßmlicher geüber, denn wir von unferm Seis len — ee
land felöft leſen. Apoftgeich. 5: Die Aran- vater nicht weiters bemwähret * 5 —
kin wurden auf die Baflen geleget in Peter ein fürtreff.icher Diener nn ob Sanct
- ihren Bettlein, auf daB, fo Petrus Fame, uͤnd gar Fein Haupt gewefen iſt ii vangelil,
daß fein Schatte erwa einen aus ihnen be» |geßren wir. noch heute zu a eG * —
ſchattigte, und fie entlediget wuͤrden ihrer Petrum zum Haupt — fe, die
Rrankbeit. Apoſtgeſch. 1. iſt Petrus aufge: ren (mehr hat kein Apoſtel nie —* ann Ich
ftanden unter den andern, und hat vorgeleget ift, der Kirchen Diener fe nano un] fönnen,)
den Mangel ver Zahl der Apoftel, und durch Bei yn, und nicht Haupt.
Schrift bewaͤhret , daß es noth wäre, einenan| ger Marti eichtvater.
Sudas ſtatt zu erwaͤbllen. Item, in dem er: ge eo —— bat am erſten angezo·
ſten Concillo , Apoftgefch. 15. Da gefraget warb, EN ch babe den Sprud) des erjten Buchs
ob man die Gebote und Beſchwerung des al- — [Samuelis] im 15. Capitel, geſtern
ten Gefeßes ſollte auflegen, denen, die befeh- ee heute wieder angezogen. Date
vet wurden aus der Heydenſchaft; da iſt Er ge = fage ich, daß ich denfelbigen Spruch nicht
wefen, der den erften Gentenz gegeben hat. Kofler 6 habe, aber gemeldet Das geſtrige Zu.
tem, am 5. Capitel der Apoftelgefdrichte, da u a ihn befchehen, eine Antwort zu
Ananias und Sapphira hatten einen Ader ver: \ is tun jegt zum andern, daß er begeßs
Eaufet, und etwas des Geldes verholen, oder ri mic) dringet einen heitern Tert dar⸗
dahinten behalten; da hat Sanct Peter diefelbi: 5 ee zu bewähren, daß Petrus ein
gen geftraft mit dem jähen Tode 0. tem, R aupt Kirchen ſeye: da meyne ich, ihme
der inneren Regierung und Ordnung halber er anug beſchehen / fo ic) bewaͤbret habe, daß
‚hat er mit ſamt den andern Apofteln, mit Et. ge bat die Regierung der heiligen Chriſt⸗
Paulo wohl mögen fagen: Ich babe euch in BB = aus Befehl Chriſti gerhan.
- Tprifto IEſu geboren, durcb das Evange:|,, EB er, daß ich einen Spruch bringe,
fium, Item, Apoſtgeſch. am 2. Capitel Bat biki pr i ort, Haupt, habe, fo foll er audy
er daffelbige Amt aud) bewviefen, da er fprad) : ig darbringen einen Spruch, der das Wort
Wirker Buffe, und werde euer ein jegli- vnicum, das iſt, einig, habe. J—
cher getaufet in dem Namen des Errn an: Buser. a;
FEfu, fo werdet ihr empfaben den Feili. Wir begehren nicht Schrift, die eben das
gen Geiſt. Die Schriften alle, und derglei. Wörtlein Haupt ausdrude; am Wort ift es
chen, der man nod) viele möchte darbringen, vicht gelegen; wir begehren aber Schrift, die
- bewähren, daß der heilige St. Peter hat Ge. Petro zugebe, daß [fie] ihn ein Haupt der
wale empfangen, und aud) diefelbige gebrau. Kirchen mache, nemlidy ein Heiland feyn der
cher, der Regierung halben det heiligen Kir⸗ Kirchen. Wir geben aber ihm Schrift auch
chen, darum er mit ſamt den andern iſt geſe⸗ — Woͤrtleins halben einig, darum, daß wir
get ein Fuͤrſt über alle Erde, als am 45. Pfalm AM 4Capitel zun Ephefern haben, einen HErs
gerveiffaget iſt, da David fpricht Dir find FEN. Und in der erften Epiftel zum Timorbeo
Söhne geboren für die Dater, die wirft, am 2. Capitel: Zin Mittler zwifcben GOtt
du Fzu] Sürften fegen über alle Erde, Hat und dem Wenſchen. Chriſtus hat allein die -
nun Petrus das Regiment geübet und gebrau- UnfterblicyEeit und das geben, darum wird Er
cher, und deß Gewalt empfangen , als berwäp. auch allein derer, fo zum Leben und Unfterbli Es
vet iſt; ſo traͤget das Amt und das Werk den keit berufen ſind, ein einig Haupt ſeyn. fi, 4 e
Namen mit ihm. Ka — — A
: au Ich habe begehret einen Tert, Der da anzeit
Der HErr lehre uns ſuchen feinen Willen ite das Wort, einzig; find — u —
die
‚|
Sr
- 2048
*
En
Drieweil niemand überal iſt, der das habe,
len kann zwifchen GOtt und dem Menfchen,
Von den Sandlungen der zu Bern gehaltenen Difputation.
bie da ſagen, Ein. Ein jeglicher Deurfcher |Haben : denn mit allen Sprüchen, Die herbradje
weiß, daß ein groffer Unterfcheid ift unter ein [find , der Dienftbarfeit halber, wird Petro die
2049
und einzig. Einzig ſchleuſſet alleandere aus ;| Gewalt, die ifm von Chrifto gegeben über Die
ein läffee einen andern bey ihm bleiben: und | Schafe, nichtsabgebrocyen. Denn, machte die
iſt; es wird aber nicht wahr geſaget, ein ein-
ziger iſt.
Bucerus.
das zu einem Haupt der Kirchen gehoͤret, nem⸗
lich, ſie ſelig machet, denn allein Chriſtus: ſo
folget je klaͤrlich, daß man ſagen muß, das
einzige Haupt, Darzu, dieweil niemand mitt:
Dann allein Chriſtus; fo gilt aber das Wört-
‚lein, ein Mittler, als viel, als einzig. Alfo:
ic) glaube in einen GOtt. Da ift aber ein,
und nicht einzig, und gilt aber dennoch das
Wörtlein ein, als viel, als einzig; denn
niemand wird ifme einen neben GOTT be-
kennen. Alſo ift auch hie niemand neben Chri⸗
flo, Dee das thun möge. Darum er von Pau-
Io ein Haupt genennet wird, darum iſt ein ein-
ig Haupt. Weiter des Wörtleins halber,
Schriſt forfchen,iftwollen,öffentlic) einen Wort:
anf wider unferer gnädigen Herren von Bern
Mandat einführen: Das gebe ich unferen wür-
digen Herren, den Präfidenten, zu erkennen,
- und der ganzen Gemeinde GOttes, hie ver-
Fr
\s Herr Martin fager, zum (eßten, ich kaͤmpf⸗
ſammlet.
2.00. Beichtvater,
fe mit Worten. Darzu fage ich: Es ift ein
- anders, Fämpffen mit Worten, und ein an-
- Ders, Fämpffen mit dem Work GOttes. Die
Texte alle, die Here Martin herbracht bat, fa,
be naͤchſt gefager, ic) wolle damit
gen von einem Mittler. ch rede doch nicht
von einem Mittler, die Conclufio lautet aud)
nicht Davon; fie laufet von einem Haupt zwi-
ſchen dem Leib, nicht Mittler. Ich habe ge-
Kern zugelaffen, und laffe noch zu, daß CHri⸗
Mus unfer Heiland fey ein Haupt der ganzen
Chriſtenheit; hat aber der Regierung halber. ei-
nen Statthalter gefeget, mit den Fräftigen
Worten: Weide meine Schäflein. Ich ha
befähloffen
Lucheri Schriften 17. Theil, ae
wird wahrlich gefagt, wann zween feyn, einer | Dienftbarfeit, daß einer darum nicht ein Dbe«
ver, Regierer, oder Haupt moͤchte genennee
werden; wie gefchähe denn dem Spruche zum
Römern am ı5. Capitel, da Paulus fprichk,
daß JEſus Ehriftus ift gewefen ein Diener
der Befchneidung, um der Wahrheit GOt⸗
tes willen, zur Beſtaͤtigung der Verheiſ⸗
fungen der Vaͤter? Ich nehme die Gloffen
und Auslegungen nicht an, und will damit be«
fchloffen Haben, daß Feine Schrift hervorbracht,
damit das Amt des Pabſtthums abgeſtellet;
achte aber, daß andere weiter dazu reden wer⸗
‚den. 3
Butzer. a
Herr Beichtvater bringer wieder hervor den
Spruh: Weide meine Schäflein.. Der iſt
vor genug verantwortet, daß er eine Dienft«
barkeit Petro zugibet, und Feine Herrſchung.
Wie audy die anderen, von ihm angezogens
Daß er aber daben den Spruch zun Römern
im 15. Capitel, da Ehriftus ein Diener der Bee
ſchneidung genennet wird, anzeucht, der Mey⸗
nung, wie EHriftus auch darbey der Kirchen
Haupt feye; möge alſo aud) Petrus beydes, ein
Diener und Haupt der Kirchen feyn. Diß iſt
ihm aud), mehr denn zuviel, nun laͤngſt ver«
antwortet. Dieweil famt aller Schrift die Er⸗
fahrung des Glaubens giber, daß Epriftus IE⸗
fus, unfer HErr, allein den Heiligen Geiſt ge⸗
ben, und alfo feine Kirche recht lehren und fuͤh⸗
ren mag; darum Er dann allein das Haupt
der Kirchen befannt werden muß, von allen, die
nur ein Fünflein Chriftliches Glaubens je em⸗
pfangen haben. Daß aber der Beichtvater die
fchriftliche Verantwortung auf feine angez0ge«
nen Drte vermeynet nicht anzuneßmen , gebüße
ret ihm, nad) meiner Herren Mandat, mit
Schrift, warum fie nicht anzunehmen wären,
darzuthun. Dieweil aber-er andern vielleicht
darzu Plag geben will, und befehloffen Haben:
fo wollen aud) wir hiemit befchlieffen, und nach
der Lehre Pauli das Urtheil den Zubörern, und
fo die Acta leſen werden, befohlen haben; uns
900 009 ges.
2050 . Der Reformationsfehriften!wider die Reformirten TI. Abſchnitt. aosı
gezweifelter Soffmng ‚ alte die, fo Chriſti find den Himmeln. In welchen Worten uns da
und feinen Geift haben, welche auch allein goͤtt⸗ klaͤrlich wird angezeiget eine nachgelaffene Ge»
Uche Dinge verſtehen mögen, fie werden erken male. Denn nichts geroiffers iſt, denn das
nen ,. daß unfer Artifel in götslicher Schrift ge« Wort unfers einigen GOttes und Erlöfere,
gründet und die ernige Wahrheit iſt; und aber das da fleif ſtehet, welches nicht mag umkel J
des Beichtvaters Meynung, vom Nebenhaupt Iret werden: denn binden und entbinden, oder“
and Statthalter , ein gefährlicher Menfchen- entledigen, erfordert je eine Gewalt. Sonum
fund feye, dadurch bey allen (die anders ver- —* das geredet hat, folget je darnach, daß
ſtehen,) GOtt der Allmaͤchtige und fein Geſalb⸗ er ſeinem lieben Juͤnger Petro habe die Gewalt
ter, unſer HErr JEſus, greulich gelaͤſtert feines goͤttlichen Wortes empfohlen, und habe.
wird: das iſt erwieſen, und ſoll noch erwieſen ihn alſo geſetzet zu einem fuͤrnehmlichen Ges
werden, mit heller goͤttlicher Schrift, vor alz walthaber feines goͤttlichen Wortes und Em
den, die Oott Eennen. pfehls. | ®
Ss Beichtvater. | Serchtoldus, -
Ich will, wie vor, hiemit beſchloſſen haben, Frommen fürgeliebten Epriften! Die Eine
md befehls der Schrift ıc. Cr rede des Pfarrers hat einen Furzen Beſcheid.
Mi E Er laͤſſet nach zum erften, daß Ehriftus ein ei
Theobaldus Huͤter, Pfarrer 38 Iniges Haupt fey: fo bedarf er Feines Statthale
! Appenzell. * ters, dann alle Gewalt im Simmel und
Mſu, ein Behalter der Welt, durch) deine Erden ift ihm gegeben, Matthäi am legten
%) göttliche Gnade und Barmderzigkeit ver- Capitel; welche Gewalt Feine Ereatur vermals
leihe uns wahre Erfenntniß und Elaren Ber: ten mag. Zum andern, hat er eingezogen die
ftand deines göttlichen Wortes! Amen ! Schluͤſſel, zu binden und zu löfen, welche Chri⸗
Als denn unfere hochgebietende guädige Her» ſtus Matthaͤi 16. Cap, Petro gegeben habe:
. zen von Bern angefchlagen von wegen einer ſpreche ich Nein darzu. Er hat fie ihm verheiſ⸗
Difputation, in welcher begriffen etliche Arti» |fen; es feet Dabo, nicht Do; und Syohannis
kel, nemlich der erftes Die beitige Chriſtli- 20. Cap. allen Sfüngern geleiftet, fo er fpriche:
che Rirche xc. dero einig Haupt Ehriftus, iſt Wem ihr verzeihet ze. Darum wird nit Ein
aus. dem Wort GOttes geboren ıc. Auf den | Haupt feyn zu binden und zu löfen, fondern ff
erften Puncten, daß Ehriftus feye ein einig [viel Häupter, als Chriſtus befohlen hat, ob.
Haupt der Chriſtenhelt, gebe ich zu, daß Chri. am 20. Capitel, zu binden und zu löfen. Dar
ftus fey ein einig Haupt der Ehriftlichen Kir⸗ zu fo bepürfte es der Antwort gar nichts, denn
hen; daß aber er uns Ehrifigläubigen Men: der Pfarrer felbit eine gute Erleuterung gege-
fihen nicht Habe verovönet eine Gewalt hie in |ben hat, daß Chriſtus Petro befohlen habe die
Diefer Zeit, fpreche ic), Daß er ung eine Ge: |Öemalt des Wortes GEOttes, und ihn gefeget
walt verordnet habe, zu binden und zu entbin⸗ zu einem fuͤrnehmlichen Gemwalthaber feines:
den, und das aus Gnoden feiner göftlichen: |göftlichen Wortes. Das laſſen wir ihm von
Barmherzigkeit. Daß aber Dem alfo feye,be- | Herzen gern zu; denn mit dem Worte GH
währe ich Das durch das göttliche Wort Chrifti tes werben die Gläubigen, fo es ihnen verkuͤn⸗
Matthaͤi am 16. Sapitel. In welchen Worten det wird, verfichert, Daß ifnen GOTT ihre
uns der HErr JEſus felbit durch feinen göft Sünde verziehen hat durch Ehriftum. Darum
lichen Mund angezeiget, und gefprochen zu fel- ji GOtt allein, der Die Sünde verzeiher, die-
nem Apoftel Petro: Ich gebe dir die Schlüf: |Apoftel verkünden die Verzelhung der Sünde,
fel des Reiches der Yimmeln; und was du und die Verhaltung der Sünde, als Diener
wirft binden aufdem Erdreich, das wird | Darum Feine fondere Gewalt der Starthaltung
gebunden in den Himmeln, und was du |Chrifti hie befohlen ift: hierum ift norh andere
wirſt auflöfen, das ſoll aufgelöfer feyn in | Schriff zu bringen,
Sue Pfarter.
2053
Nee. — e ich zertheilet Habe, zum erſten mir zufaͤllet,
Als Here Berchtold, Praͤdicant melner gnaͤ · GOtt gebe allein Ehre und Glorie, habe aber
digen Herren von Bern, mic) anzeucht, ich ha- | den Apofteln befohlen das Amt feines göttlichen
be eben viel nachgelaffen, in dem, fo ich befenne | Wortes; und daß abfolviren von den Suͤn⸗
Cbdrxiſtum ein einig Haupt: in welchen ich nicht den, allein fey, den Glaͤubigen verfünden Ab⸗
übel gethan habe, fondern wohl gehandelt, nach |[affung der Sünde. Nun ee gen
der Schrift: denn in ver Gewalt feyn zu mer» hoͤret, Daß weder die Apoftel, noch unfer hel⸗
ken zwey Dinge. Zum erften, von feiner grof |!igfter Vater der Pabſt, [noch] alle Priefter
ſen Gemale feiner Allmächtigkeit, freyen unbe» je feinen Empfehl gehabt zu abſolviren, einen,
dingten Gewalt; dann er allein der iſt, der da der da nicht den Glauben habe, ſondern ihm
gibet Gnade und Öforie, und das wird er nie-\empfoßlen, zu binden in die Gewalt GOttes,
- mand andern geben. Zum andern ift zu mer-| und zu entbinden die, die ſich gefchickt Haben in
fen, feine nachgelaffene Gewalt, feiner göteli| Glauben, und Hoffnung, und Treue, dem goͤtt⸗
- chen Verordnung, und wie Herr Berchtold ge⸗ lihen Worte Ehrifti , das da empfohlen Bat zu
ſaget hat, er habe ihnen fein görtlid) Wort em. | binden und entbinden ; mie vor Davon geredet iſt.
pfohlen durch feine nachgelaſſene Gewalt; fol Aber zu einer beſſern Beſtaͤtigung der Ges
Babe fie aud) zu binden und entbinden gehabt, |walt, ziehe id) das durd) den feiligen Paulum,
- nad) Form feines göttlichen Wortes. ı Timorh.r. Cap. da er geredet hat von denen,
2, Derchroldus, die febiffbrüchig find geweſen am Blauben,
Eine kurze Antwort : Die Allmächtigkeit |aus welchen ift gewefen Symeneus und
Gsttes befennen wir mit dem Pfarrer; und Alerxander, welche ich babe gegeben dem
den Spruch, fo er einführet, daß GOtt Gnade |Teufel, aufdaß, daß fie lernen, BOTTE
und Glorie gebe, ift für uns; denn das iſt fei. nicht aftern. Nun fo Paulus, als das aus«
und ung foldye a Gnade verfündee durch fel. | Öeralt gebrauchet, und gehabt; und ift nicht
ne Apoftel , die dann feines Wortes Diener odne, daß der ervige GOit Chriſtus JEſus,
find, als Beute aus Paulo gehöret iſt in derer. uns Flärlich eröffnet Habe die Gewalt, fo er
fien Epiftel Pauli zun Corintfern am 3. Cap. dem Paulo gegeben hat. ‘Der Tertift Far,
* Wer ift Paulus, wer ift Apollo, denn al-|dle Worte hell und lauter. | Sr
Iein Diener deß, dem ihr geglaubet habt: Berchtoldus.
Der da pflanzet, der da begeuſſet, it! Der HErr hat befohlen, ſein göttlich More
LE > Von den, Sandlungen der zu Bern gehaltenen Difputation,
Ban IS Dfavter. 920
nichts; GOtt aber gibet das Yufwachfen.| zu verfünden den Apoſteln, als feinen Die
Dann obſchon der Priefter ſpricht: Ich abfol-Inern; wer denfelben geglaubet hat, dem ha⸗
> dire oder entbinde did, von deinen Sünden! |ben fie zugefprochen Vergebung der Sünde,
wird mie nicht genug befchehen, ic) fenesdann und nicht die Wergebung der. Sünde felbft
in meinem Herzen Durch Den Glauben ver-|gegeben. Der Sprudy aus Timotheo zeiger
ſichert. GOtt iſt der, der aufthut, und nie-|an ven Befehl Chriſti, einer jeglichen Kilch⸗
mand wird befcjlieflen ;, ee befchlieffet, und hoͤry [ Kirchfpiel ] gegeben, daß der, fo unor⸗
niemand thut auf, Efalä 22. Capitel. Darum dentlich wandelt, in unverfehämter Aergerniß,
iſt die Gewalt eigentlich), die Sünde zu verge-|foll . verbannet und ausgefhloffen merden,
ben, allein GOttes. Aber, verfünden die Berge: | Match. am ı8. Cap. welches auch Paulus zu
bung der Sünden den Gläubigen ; verfündendie| Corintho gerhan hat, als ihr habet in der erften
Borbehaltung der Sünden den Ungläubigen, | Epiftel am 5. Eapitel: Ich zwar, fprichter,) .
. ft das Amt der Dienftbarfeit und Befehl der | als der mir dem Keibe nicht da bin, doch
Apoſteln, und Berfündung des Wortes. als mit dem Beift gegenwärtig, babe ftbon
| | Pfarrer. ich ſolches im Geiſt beſchloſſen, über den,
Als mein Herr Berchtold In der Gewalt, der ſolches gethan hat, in dem Ylamen
” ? Ooo 000 2 u unſers⸗
a BR DL a u a mieten II. Abſchnitt. "zogg
unſers HEren Ten Tham in eurer Der- allen —— —— (ober ober, Er rre⸗ |
fanımlung mit meinem Geiſt, und in der den unverfchämten Sünder zu ba Wels -
RKraft unfers Eren IEſu Chriſti, ihn zu ſche Ausfchlieffung mit ige bringet es und
übergeben dem Teufel, zu Derderbung des |Bitterfeit, damit des Seibes Begierde und
Steifebes, auf daß der Beift felig werde, Murhreille gedämpffet wird, und der Sünder
amı Tage des 5Errn. Nie fehet ihr, daß |gedrungen zu Erfenntniß feiner ESinde, ud
Paulus nicht aus eigener Gewalt, fondern in |fein Geift feligwerde. Darum habet ihr noch
dem Namen, ja in der Kraft. unfers HErrn Inicht probiret, Feine Gewalt, die die Kirche -
Seh Ehrifti verfammlet mit einander, den dat, nach ihrem. Gefallen zu ‚brauchen, fon=
öffentlichen Hurer verbannet Bat: Daraus Ideen einen Befehl, mit den_räudigen Schaf⸗
abermals der Pfarrer nicht erhalten mag eine lein zu bandeln: und bitte euch um Schrift,
- fonderliche eigene Gewalt, Be ‚ dem Dabft damit ihr anzeiget, daß ein ander Haupt ſeye
und Sitten befohlen. dann Chriftus, das auch a. le ‚ In
Pfarrer. Kirchen zu verwalten. :
Daf Herr Berchtold anzeucht vor ea e⸗ Pfarrer.
‚redet ift worden, wie Chriſtus JEſus ae Als mein Herr Prädicant foricht, ich Sub |
Apoſteln befohlen babe, zu verfündigen das mit ihm ; nicht allein mit ihm, fondern mie
Wort GOttes/ zur Ablaffung der Sünde, Und |dem Worte GOttes; fpreche ih: Mit dem
hat daſelbſt eingezogen ein Gleichniß einer einen bin ich wol mit ihm, nemlich mit dem
Pfarre oder Kilchhoͤry [Kicchfpiel), fo er ve: Worte GOttes, mo das einen rechten Ver—
det von der Gemalt, einer jeglichen Kivchenge- | Hand hatte, wider Das nicht zu feyn. Denn
‚geben, in.weldyem er mir. faft wohl gefäller, ob GOtt ill, niemand ift, der wider das hel⸗ ’
jo,er die Gewalt, fo Paulus gebraucht, die ich fe Wort ðSltes feye, welches keines Richters -
angezeiget, zugibes der Kirchen; dann Wau-|darf ; dann es gericht ift, durch das ewige
fus hat diefelbe groſſe Gewalt gebraucher. Bin | Wort; aber der Mißverſtand der Schrift, ders
nicht one, daß Chriſtus ihm folche Gemale | Telbe erforfchet ein göttlich Auslegen., Und ſo
empfohlen habe; hoffe auch, da werde nicht er⸗ Herr Berchtold meine Sprüde, fo ich habe 3
halten, daß die Gewalt, fo empfohlen iſt zu | angezogen aus dem heiligen Evangelio, auch
entbinden und binden, von der Kirchen aufge: | aus Paulo, und daſſelbe genennet eine Gemalt, _
hebet werde. die GOtt feinen Jüngernempfoßlen hat; fpricht
So er dann anzeiget in der exften Epiftel | er, er feye nur ein Befehl geweſen, daß die, .
zun Corinthern im 5. Capitel, in welchen Wor- die in der ‚Kirchen Aergerniß gäben und fün-
sen er aber mir zufället (als ich verhoffe): dann |digten, wie dann daſſelbe ift, dieſelben [zu] ver⸗
warum, als Paulus gefprochen bat, Da er nicht bannen. Welches ich doch gern von dem Praͤ⸗
gegenwärtig fey geweſen mit feinem Leibe, fon- dicanten von Bern gehoͤret Habe, daß er der
dern in dem Geiſte, daß der zu ſtrafen ſeh, der Chriſtlichen Kirchen zugibet, daß ſie ein Em⸗
alſo lebete in der Unlauterkeit als die Hehden, pfehl habe zu verbannen; dann bisher der ar⸗
daß er denfelben auch habe gegeben dem Si me, gufe, fromme Chrift eine geoffe Beſchwer⸗
de, oder Teufel. Welcher Tert den vorigen | de gehabt Habe, (als fie gemeynet haben,) von
angezogenen Tept erfläret und erläutert, und | [wegen] dem Bann der Kirchen; fintemal fe |
dem da nicht widerwaͤrtig wird erfunden; ; als |nun jetzo klaͤrlich gehoͤret iſt von dem Bann, .
ich Boffe- muß aus Noth folgen eine Gewalt. Darum _
B sehteläue: ich veſtiglich beſtehe, und nicht, abmeiche ‚von
Here Pfarrer, ie fieher ung zu; doch nicht der Gewalt der Eprifttichen Kicchene —
uns, ſondern der Schrift, welche uns lehret,
Berchtoldus.
nr Eprifus einen Defepl vr gegeben. einer
|
Frommen Efriften! Zu Gutem * Bu, ei
N
F = Von den Handlungen der zu Bern gehaltenen Diſputation. ‚2057
rern, und zu KRürzerung der Sache, foll der find, zu den Geſetzen und Rechten laufe, wie
Pfarrer vermerken aus dem Evangelio Mat: | bie auch zu den Gefegen des Bannes laufen;
ai am 18. wie.eg eine Geftalt um den ‘Dann | das Bat Chriftus Matthaͤi 18. Capitel_in fol:
hege Er ift von Chriſto befohlen der Kir: | cher Geftalt gegeben: Ob aber dein Bruder
- hen : nicht allein der allgemeinen Chriftlichen | wider dich fündiger, fo gebe, und ftrafe
Kicchen, dann die auf diefer Zeit nicht zufam- | ihn, zwiſchen dir und ihm allein. ZSoͤret
- men kommet; auch nicht der Kirchen, fo Paͤb⸗ er dich, fo haft du deinen Bruder gewon«
ſte und Bifchöffe zufammen fommen, dann nen. Höret er dich aber nicht, f nimm
Das mit groffem Koften befchehen müßte, den | einen oder zween zu dir; damit eine jede
ofnen Sünder zu verbannen; auch nicht dem| Sache mit zweyen oder dreyen möge bes
- SWrälaten oder Bifchoffe allein, dann er eine ftätiger werden. Und fo er die überbörer,
"einige Perfon ift: fondern der Kirchen, fo Ehri- | fo fage es der Rirchen. Ueberhoͤret eraber
ſtum bezeuget in, Hörung feines Wortes und | die Rirche, fo halte ihn als einen Heyden -
Folgung deffelben , in welcher der offene Suͤn- oder Publicanen. Nie erlernen wir erftlich:
der wohnet und fündiget. Alſo hat die Roͤmi⸗ Keinem einzigen ziemet zu bannen, fondern al«
ſche Kirche, das ift, die Verfammlung der | lein zu warnen, deshalb die Paͤbſte und Bir
- Gläubigen dafelbit, einen ‘Befehl, den Pabſt fchöffe den Bann mißbrauchet Haben, fo fie
zu verbannen ſo er ein unverſchaͤmter Sün: | öffentlidy) vor der ganzen Gemeine gewarnet:
- Der wäre. Dergleichen Befehl hat eine Kir: | dann die Warnung in geheim und freundlich
che von Bern, von Appenzell, und mo man | befchehen fol. Zum andern, daß auch nicht
— —
ine *
Chriſtum bekennet. Wir ſollen auch dabey er⸗
meſſen, warum der ‘Bann von Chriſto befoh—
en ſeye. Nicht Geldſchulden einzuziehen, oder
um anderer zeitlichen Handlungen wegen, wie
er dann in gefaͤhrlichem Mißbrauch iſt gewe—
fen bisher; federn allein um der ofnen Suͤn⸗
de und Yergerniß willen. Nun lieget es am
Tage, daß alle, fo mit dem ‘Bann bisher um:
zwey oder drey bannen follen, fondern allein .
warnen, und bereit ſeyn Kundfchaft zu geben,
fo. eg die Sache erfordert. Zum dritten, fol⸗
get erft die Warnung der Kirchen : fo gütig
und barmherzig ift GOtt. Und fo der Unver⸗
ſchaͤmte fich der Laſter nicht weigert, Dann foll
er erft gehalten werden als ein Heyde und
Publican. Daran man fiehet, daß niemand
bannen foll noch mag, dann die ganze Kilch⸗
gangen, alle Säufer, Spieler, Hurer, Blut: b
"vergiefler , in ofnen unverfchämten Sünden hoͤry Kirchſpiel oder Pfarre, ſamt dem Pfar⸗
ſitzen laſſen, und zu einer Schmach dieſes ed⸗ rer oder Biſchof. Auf das alles iſt uns nicht
len göttlichen Bannes, von GOtt um der Suͤn⸗ anders zu. gedenken, weder daß Paulus dem
den willen befohlen, verbannen ſie, brauchen Bann nach dieſem Einſatz gebrauchet habe, als
fie um Geldſchuld, oder ihre Freyheit und Ge- wir eigentlich ſehen ı. zun Corinthern 5. Capi⸗
walt zu ſchirmen. Das iſt der Befehl GOt⸗ tel, da er alſo ſpricht: Go ihr zuſammen
tes, gegeben einer jeglichen Kirchen und Pfar- kommet, auch mein Beift (das iſt, mein
re Darumbat der Pfarrer noch nichtsbracht | Sinn, meine Meynung und Urtheil, das ich
wider die erfte Schlußrede, - Iin der Erleuchtung des göttlichen Geiftes, als
a A “ euer Kirchen Apoftel, fpreche), ſo geber mit
Meiſter Ulrich — Praͤdicant der Rraft unſers SErrn IEſu Ebrifti,
Br = zu Surich. 1
Getreue liebe Herren und Brüder in Chri⸗
den, der ein folches Lafter auf ihm bat,
dem Teufel, zu Derderbniß ‚des Sleiſches,
\ JEſu! Sintemal-der Pfarrer von Appen- | damit die Seele gefrifter werde, an dem
Zell Die Sache auf die Gewalt des Bannes Tag des SErrn JEſu. Hie hören wir eis
Fefuͤhrt hat, will ich zum Fürzoften etwas von | gentlich, Daß Paulus nicht allein gebannet har,
Dem Bann fagen. Erftlich ift hie noth, daß fondern die Kirche, und er mit der Kirchen, _
gleichwie man in allen Sachen, die zweifeihaft! Sch 3 auch euch hie anzeigen, lieber Pfars
n
2058 Der Reformatio
ver von Appenzell, warum der. Apoftel Pau | Batlaffen fallen, Lihn] wiederum aufgerichterhat;
‚Ins den Bann die Verderbniß deg Fleiſches deshalb ae Yi
nenne ? Er nennet Fleiſch, das wir. aufferlic) | gefcheßen ift, weder von der Kirchen. Dar⸗
nennen; als zun Hebräern am 9. Capitel, da | aus aber folget, daß die ausge
er fpricht, mit Recbtmachung des Fleiſches.
Für, das wir fprechen, Aufferliche Rechtma⸗
chungen, oder aufferliche Dienfte. Bey—⸗
fpiel: da eine Kindbetterin, nach dem Geſetze
Mofts, die zwo Turtur« oder fonft Tauben, |
nach ihrem Ausgang aufopffert, machet fie das
Opffer innwendig nicht gerecht, nochrein. Dar⸗
- aus denn folget, daß folches Opffer allein eine
äufferliche Nechtmachung ift geweſen, und fo
viel gethan, daß es die Frauen, wiederum in
die Gemeine zu kommen, geſchickt gemacht]
bat: daran wir wohl merfen, dag Paulus
pie Rechtmachungen nennee für äuffer-
iche Rechtmachungen. Alfo thut er ihm bie
aud) , da er ſpricht: Geber ihn dem Teu-
fel zu Derderbniß des Fleiſches, für aͤuſſer⸗
Sich Verderbniß. Dann der Bann ift nichts
anders, weder ein Ausſatz und Ausfchlieffen des
. böfen Öliedes, Das vorhin vor GOtt ſchon ver⸗
worfen ft, und mit Sünden verwirket; des⸗
halb der Pfarrer die Rede unfers lieben Bru-
“ders Decolampadii nicht billig verwirfet, in
dero er gefaget hat, aus dem Propheten Diea :
Dein Derderbniß, oder Des iſt 4
Dir felber, o Iſrael! Dann gleichwie die Prie⸗
fter im Alten Teftament den Auffägigen nicht
machten, fondern allein erkannten und befchaue-
ten den, Der vorhin auffägig war: alfo ver
dammet und ausfchlieffet die Kirche feinen
weder den, der fich mit fräffnem ungöttlichen
Leben vorbindargegeben Bat, daß man wohl fie:
det, daß erein Freund Gties nicht ift; denfel-
den hat man aber bey der Gemeine oder Kirchen
gelaſſen, bis zu dem Ausſatz, deshalb er nad)
dem Auffern Anfehen gleich als wol ein Glied
der Kirchen gerechnet ward, als der allerfroͤm⸗
mefte; aber bey GOtt war er nicht fromm,
er truͤge dann rechte noghre Reue und Glauben
m Herzen, welches nicht wohl feyn mag ne»
en fo fraffnem unverfchämten Wefen ; wie⸗
wol der zu Corintho von Stund an nachdem
Bann fic) treflich gebeffert und gereuet Hat,
iſt ein Zeichen, daß die goͤttliche Gnade, die ihn
nsfchriften wider die Reformirten II, Abfehnitt,
Au) 2
SS Baer! N
Dars
die vor von GOtt verfchupffet find, und wie⸗
derum eingenommen Die, die vorhin von GOtt
begnadet find.
dern erfennet wird ein ungehorfam Kind und
Glied des Volkes GOttes: und iſt alfo der
Bann eine Eröffnung des Böfen, der Die gan⸗
ze Kirche verärgern mag; damit die Kirche vers
gaume und der Boͤſe geziichtiget werde. Daß
aber der Pfarrer von Appenzell für und fürdate
auf dringet, der Bann feye eine Gewalt, die
Gott den Menfchen habe gegeben; und vers
meynet damit (als ich mol merfe,) ein ander
Haupt der Gewalt einzuführen; ift eine Ir⸗
rung : dann die Gewalt zu bannen, ift die.
Gewalt Eprifti, als Paulus klar anzeiget, |
er ſpricht: Wie der Kraft unfers ren |
Deshalb alle, fo bannen,
JEſu Chriſti.
nach dem Geiſt Chriſti bannen werden, oder
aber es iſt eine Gewalt und Frevel. Setze der
Pfarrer, daß ein Kilchhoͤry LRicchfpiel] ganz
und gar goftlos feye, und den HErrn JEfum
Chriſtum nicht erfenne, und gehe zu derfelben
Kirchen, und fage: Ihr habet Gögen und Ab«
göfteren, ihr feyd Abgötter, oder dergleichen; |
Wahrheit geredet hat, verban«
fo wird, der die b
? Darum, daß biefelbe Kirche
net. Warum
regieret wird. Daraus leichtlic) ermeſſen wird,
daß die Gewalt zu bannen feine Gewalt des
Menfchen ift, fondern die Wirfung des einigen |
| — wo GOtt den Bann nicht
GOttes. t den?
waltet mit ſeinem Geiſt, ſo iſt es eine Tyran⸗
ney und ein Geboͤch, und nicht eine Beſſerung
oder Zucht. Daß er aber dem nad) au eine |
Pauli ı Timotg.ı: Wek
zeucht den Spruch Wel
chen Himeneum und Alexandrum ich dem
Teufel gegeben habe, damit fie gezuͤchtiget
werden, nicht zu laͤſtern; und vermeynet da«
mit zu berähren, Paulus habe allein an die
Kicdyen gebannet, iſt aber eine Irrung, >
feßet werden,
e
Hierum nennet. nun Paulus
das Ausfegen von der ganzen Gemeine, eine
äufferliche Berderbniß, darum, daß, der vor:
mals ben der Kirchen war, von allen Brüs
jeift Chriſti nicht hat, und durch ihn nicht
—
2060 Don den Handlungen der zu dern gehaltenen Difputstion. 2061
eine Unwiſſenheit des Brauchs der Schrift, die) angezogen, daß er binauf auf die Brüge Far
‚allenthalben viel Synecdochen brauchet, das ift| ME, und da freyen Platz und Statt habe zu dir
eine Art, da man entweder Glieder für die) _ Ihutiven. RR *
- Menge, oder herwiederum die Menge für die So nun ſolches Durch die Präftdenten, wie oblau ⸗
" Glieder nennet (als: da man einen Katgebo:] fe, Dargerban, und die, fo die Schlußreden zu
ten der Ehrſamen von Bern, die von “Bern oiberferhten umterflanben , fich zufammen gefäs
Bun engjamen Re. get, und etliche verordnet haben, folches in ih⸗
nennet; und herwiederum ſpricht: dievon Bern] ver aller Namen zu tbun: ft :
R wied er 3 : iſt bemeldter Do-
redeten, oder gaͤben Antwort, und redeten aber cror Cunradus Treiger, Provincial St Augu⸗
nicht alle von Bern, ſondern der einige Bote).| fing Drdeng, hinauf zu den Difputanten getres -
Alfo fpricht auch hie Paulus: Ich habe fiel - ten, und anfangs proteftiret mit langer Rede»
dem Teufel gegeben; nicht, daß er fie allein) Als er dann vernommen, daß ihn beyde Praͤ⸗
gebannet habe, ſondern das will er ſagen: Sie] dicanten von Straßburg angezogen, auch er
And um ihres Abfalls willen gebanner von der) fonderlich Darum beſchrieben feye er zugegen :
nicht von feiner Dberkeit, Schultheiffen und
Rath ber Stadt Freyburg, noch Bifchoffen von
Loſan bergefandt, von ihrentwegen zu diſputi⸗
ren; ſondern fuͤr ſich ſelbſt, und ſonſt fuͤr nie⸗
mand, und auch daſſelbige allein zu Ehren mei⸗
nen. gnadigen Herren von Bern, und dieſer
Diſputation; wider die 10. Schlußreden bereit
zu fechten, und etwas vorzutragen: ſich prote⸗
ſtirende und begeugende, was er diſputiren, und
alda unformliches Handeln würde, folches lwoll⸗
te er] gebührend der Dberfeit, Chrifflicher Kir⸗
chen und gemeinem Concilio unterworfen haben,
und ſich dieſelben weifen laſſen. ä
Doctor Eunrad Treiger, Provincial.
nd ich fage alfo des Erften der zweyen
Kirchen, dero ich ihren Abfall vorgetragen ha:
be, So viel habe ich, lieben Brüder, vom
- Bann zur Erläuterung wollen fagen, damit der
Pfarrer fehe, famt andern, daß fie aus diefem
- Ste, ı Timotheum 1. Cap, Feine befondere oder
andere Gewalt, oder Haupt, bewähren mö-
gen ıc. N ——
An dem neunten Tag Tennere.
Dieſem nach, als dann die Diſputation von etlichen
etwas parteyiſch geachtet, aus dem, daß bey dem
Tiſch der Praͤdieanten viel gelehrter Leute figen,
und bey dem andern gar niemand, und alſo troſt
los. Deshalb, fo haben die Praͤſidenten aus
en — — en ee — Rath
zu Bern geoͤfnet und geſaget, daß die, fo wider |
, E erfen Artikel difputiren wollen, fich in dag Schlußreden balben, foda belangenundbe=
Chor fügen, und einen Gerbieften, Wohlpe-| treffen die beitige Ehriftliche Rircbe ıc. Daß
redten erwählen, der ihnen Die Nede thue, und. diefelben, nad) Saut und Form, und dem Buch⸗
die beſten zu ihnen ſitzen, ihnen helfen und va=| ffaben nach, nicht unchriftlich find; aber idr
then, damit die Sachen gefördert werben. Verſtand, der da durd) fie wird vorgenommen,
Daſſelbe iſt auch den Pradicanten zugelaffen, derfelbige ift irrig und unwahrbaftig. Darum
und welche difputiren mollen, beyder Geits, fol-| ich denn zu Erläuterung benamter chlußre⸗
len das nothwendige ſummarie in Die Feder de, dieſe zwo Schlußreden dargegen ſchen —
ir nn 2. ne — — — und iſt das nemlich die erſte
andern Artikeln auch alſo gebrauchet werde: TAN 6 2. ——
= dazu einander ſteuren rathen, und Zettel über: a ne die Durch den
fbieten mögen. Und ob jemand ſelbſt weiter] K iron und renierer und Geſpons erviglicher« ·
dazu reden wollte , iſt Liolches] niemand abge- halten und regieret wird; als fie Die Stimme
Magen BE, des Fremden nicht hoͤret, alſo iſt ihr und ihrem
Nach diefer von bemeldeten Praͤſidenten gethaner Gelpons und Gemahl Chriſto fremd, welcher
- Hefnung ward der ebrwürdige, hochgelehrte re Stimme nicht geßöre,
Herr Dortor Cunradus Treiger, von Frepburg| ., Dieandere: Darum fie dann don ber Chriſt⸗
aus uUechtland, Provincial, Auguftinerordens |. lichen Heerde alle Zererenner Cheiſtlicher Ei:
"ob er nicht alda zugegen, berufen; dieweil er) nigfeit und Ketzer abfenderr, ımd bey ihr, die
hievor, von den Pradicanten von Straßburgl eine Seule und Grundveſte ift der Waͤhrheit,
F | — die
—⸗ path re —
2062 -
Der Reformationsfchriften wider die
formirten I1. Abfehnitt. 2063
Re
die höchfte Gewalt in Sachen des Glaubens ‚Gemeine, ofne alle Gewalt, fondern der Ger |
zu handeln, gefunden wird. Und dieweil aber
bende jest genannte Schußreden folches vernei-
nen, und allein Das einige Wort GOttes in
Handeln des Glaubens Richter wollen feyn:
fo will’ ich das kürzlich wider ſolche Schlußred,
zu Beveftigung der meinen, alfo darthun.
So dick und viel, und ſich Zweyung und
Zwytracht zuträger in unferem wahren unbe
flecften Glauben, ift vonnötfen, daß da ein
Richter gefunden merbe, der den zucfenden
Wolf durch feine Gewalt hinweg treibe, und
abfondere von der Heerde des Herrn, undan-
zeige, welcher ein Hirte oder zuckender Wolf
feye. Diß ift aber die Cpriftliche Kirchen, als
Matthäi am 18. Cap, gefchrieben fteher: Del:
cher die Rirche nicht höret, der fol dir ſeyn
als ein Hepde, und ein offen Sünder.
Doetor Wolfgang Sabrieins Capito,
7 Prädieant zu Steasburg.
Frommen lieben Ehriften! Der länge nad),
hat Doctor Cunrad Treiger, Provincial,
Innhalt und Meinung feinesBornehmens ange:
zeiget, und in Dem den Namen der Kirchen
-zwenfpaltig genommen, und aus meltlicher
Muthmaſſung Urfache angezeiger, warum die
äuflerliche gemeine Verſammlung in zweyſpal⸗
‚tigen Artikeln des Ölaubens fprechen foll; dann
je ein Richter feyn muß. Auf daß nun zum
Handel zum fürderlichften gegriffen werde, wol⸗
len wir das erfte, Die heilige Chriſtliche Kirche,
dero einig Haupt Ehriftus ift; hervor nefmen,
und erklären, nemlich alfa: daß diefelbe ift die
- Berfammlung im Geiſt, aller Öläubigen, als
Glieder eines Leibes; welche von ihrem Hau-
pte Chriſto, unferem Herrn, lebendig gema-
chet, und allein vegieret wird. Darum dann
- Daulus ſpricht: Der geiftliche Menfb wird
von niemand gerichtet, er richtet aber ale
Dinge. Deshalb, dieweil die Schrift gewiß:
lic) von dem Geifte GOttes Ift, mag fein füg-
licher Aufferlih Mittel, Irrung binzulegen,
eingezogen und vorgenommen erden, Dann
diefelbige; fintemal der Geiſt GOttes mider
ſich felbit niche feyn mag: melche auch Früchte
Des Geiftes anzeiget, dabey die zuckenden Woͤl⸗
fe erkennet werden ; ſolche denn ausſchleuſſet die
malt Chriſti. Auf daß aber der Handel nicht
verdunfelt werde, bitten wir Doctor Cunrad
Treiger, der vielfältigen bewegten Puncten ei
nen vor fi) zu nehmen, und dem Anlaß nach
beſchluͤßlich auf das Fürzefte denfelben zu Bra
greifen; wollen wir ihm gleicher Geſtalt be⸗
gegnen. | re
Doctor Cunrad Treiger, Provincial
Frommen lieben Chriften! Huf meine Eine
rede, famenthaftig eingeführee wider beyde erw
fte Schlußreden der Widerpartey, gibet Ante °
wort Doctor Fabricius Capito, und zeucht
herein, wie daß eine zweyſpaltige Chriftliche
Kirche feye, nemlid). eine geiftliche, die da ſeye
in dem Geift, das feye der Leib Chriſti des
Herrn, der auch) allein durdy den HErrn re⸗
gieret werde; folche Kirche habe niemand zu
richten noch urthellen, Dann der Herr. Wie
dann Paulus anzeiget, da er faget: Den Be-
rechten richtet niemand, ver. richtet aber ale
Dinge, Solfte mein Here: Doctor, hieraus
befchloffen haben, daß der Gerechte, fo er alle
Dinge richten mag, auch die Schrift zu rich⸗
ten hätte; fo doch bisher von ihnen verneinet
worden, nemlich, die Schrift leide Feinen Rich⸗
ter. Paulus will aber hie fagen, der Gerech⸗
fe werde nicht gerichtet; das da ohne Zıveifel
wahr iſt. Wie er an einem andern Ort fa«
get: Dem Berechten ift Fein Geſetz geſe⸗
Bet. Und redet hie Paulus nichts von Der
Epriftlichen Kirchen, Die der geiftliche Leib des
HErrn ift. Doc) laß id) das fallen; fo mid) -
mein Herr Doctor ermaßnet, ich foll freund“
lic) einen Punct vor die Hand nehmen; iſt mir
[lieb], ic) habs gethan: nemlich, von der Ge=
walt der Chriſtlichen Kirchen, und daß dies _
felbige in Zweyung und Zwytracht, belangend
unfern Glauben, zu fprechen und zu urtheilen
Babe; das hat je Chriftus gefager, da er geredf |
hat: Welcher die heilige Ehriftliche Rice
nicht böret, der feye dir als ein Heide und
ein offen Sünder. Bon rg
verborgenen Chriftlichen Kirchen [ift diß ge⸗
redet; Dann Diefelbige je nicht fpredien und ute |
heilen in Händeln des Glaubens Fann, Hi |
- abfon= |
- Abfondern den Zertrenner Epriftlicher Einig-
keit von der Heerde des HEren: darum bitte
Äh) euch, Here Doctor, ihr wollet nochmals
Antwort geben, auf mein eingezogen Argu⸗
ment, und auf die Worte des HErn.
2 Doctor Tapito. |
Frommen lieben Chriften! zu vermeiden Ue⸗
berfluß, will id) aus Diefer Rede zween Puncte
verantworten. Zum erften, fpriche- Paulus
zun Corinthern in der erſten Epiftel am 2. Ca⸗
pitel: Der geiſtliche Menſch richtet alle Din-
ge, und wird von niemand gerichtet wer—
den. Welches von einem jeden Ehriften gefa-
get iſt. Denn ein jeder Chriſt iſt geiftlich, die»
weil er die. Exftlinge des Geiftes empfangen
hat. Da wieder der natürliche oder leibliche
Menſch die Dinge, fo des Geiftes GOttes find,
nicht begreifen mag. Darum iſt das ein heller
Spruch Haß die Kirche (das iſt, die Gemein-
de der Öläubigen,) von niemand mag geurthei-
let werden. Und daß welter angezeiget iſt: wo
Der geiftliche Menſch alle Dinge richtet, ſo
wuͤrde er die Schrift auch richten; geben wir
dieſe Antwort, daß Die Schrift geiſtlich iſt, wie
Paulus faget; denn das Befes iſt geifttich.
Und der geiftliche Menfch urtheilet alles Der
Lebe nad), aus einem Glauben, das iſt, erun-
terfcheider, was Glaube und Liebe gemäß ſeye.
Zuletzt, der die Rirch nicht börer ıc. fagen
wir, Daß dieſer Spruch von der fonderen Ge:
meinde GOttes redet, weldye ſich begeben Hat
im Wege des Abfterbens zu leben; und wird
eine auflerlidye Gemeine deshalben genennet,
daß fie durch den Gelft zur Liebe des Naͤchſten
und Glauben an GDEE geführee wird, welche
nichts thut, dann das Chriftus vorkin in ihr
wirket; und alfo als Glieder nad) Einfluß des
- einigen Haupts handelt; und läffet ftehen, mie
auch gemeldet ift, wie dem Gerechten Fein Ge:
ſetz feye geſtellet; denn Paulus in unferem vor:
gebrachten Def, nicht vom Serechten auf fol-
e Weife, fondern eigentlich von dem Geiftli-
chen, das ift, von dem Chriſten reder,
. Doctor Eunvad Treiger, Provincial.
Edhrſame fromme Chriſten! Mein Herr Do-
ctor wendet für, daß dieſer Spruch Dauli, fo
Eutberi Schriften 17. The.
vVon den Handlungen der zu Bern gehaltenen Difputation, |
mand /er richtet aber alle Dinge; wie daß fol
ches folle verflanden werden von einem jeglichen.
Chriſten, der da hat den Geift des HErrn em«
pfangen ; darum e8 dann von einer gemeinen
Chriſtlichen Verſammlung verftanden wird,
dem ic) feines Weges widerſpreche: ſondern
folget Daraus, wie vormals angezeiget iſt wor⸗
den, daß ſolche gemeine Berfammiung, im
Geift des HErrn verfammiet, auch Habe zu
richten Die Schrift und zu urtheilen; dann je
geſchrieben ſtehet, der Beiftliche richtet alle
inge; hie nimme die Schrift nichts aus.
Daß aber mein Here Doctor weiter einzeucht
auf Die Worte des HErrn, da er alfo fager;
Welcher die Rirchen. nicht börer, der fey
dir als ein Heide ꝛc. wie daß foldyes vom
innerlichen, geiftlichen Menfchen verftanden
foll werden, der da alle Dinge richtet zu dem
Glauben, und zu der Siebe: fage ich Das dar—
zu, daß ung Bie der HErr Bat wollen anzeigen
einen aͤuſſerlichen, fichtbarlichen Richter, damit
wir in Spänen und Zweyſpaltigkeit, zu Fries
den und zu Einigkeit unfers rechten unbefleck«
ten Ölaubens kommen möchten: dann der Herr
je faget: So er dich nicht hoͤret, fo nimm
einen oder zween zu dir; fo er dieſelben auch
nicht hören will, fo. fags der Ricchen;
muß jeeine aͤuſſerliche, ſichtbarliche Kircyefeynz |
dann je ſchimpflich zu Hören waͤre, daß ung
der HErr einen Richter gefeger hätte, unfichts
barlic) und unerfenntlih. Darum nody heut
bey Tage folget, daß diefelbe fichtbarliche Kira
e in einem wahren Glauben, und im Na—
men des HErrn verfammlet, in Händeln deg
Glaubens zu urtheilen und zu fprechen Habe,
Doctor Capito, =
Wie mein Herr. Doctor fürmender, daß er
diefen Spruh, der Geiſtliche richter ale
Dinge, verſtehet und annimmt, wie er vor ges
deutet ff; nehmen wir an: Daß aber daraus
folte folgen, daß er die Schriſt auch möchte
urtbeilen, Diemeil er alle Dinge urtheiler; mag.
nicht folgen. Denn die Are der Rede iſt daß
er urtheile alles das, fo zu urtheilen iſt. Nam
mag die Schrift, als Die gewißlich vom Geifte
Dppppp Ot⸗
1
2065
er alſo faget: Den Geiſtlichen richtet nie⸗
\
2066 Der Reforinstionsfchriften wider die Reformirten I. Abfepnitt, 2067.
GOttes ift, nicht geurthellee werden. Der das Evangellum Johannis ıc. und andere
Kirchen, dag ift, der Gemeinde GOttes dal- | Schrift, ob fie gleich taufend Jahre von der
ben, die auszufchlieffen habe, fagen wir, daß es Kirchen als heilig erachtet iſt worden, verfiel:
ſeye eine jede befondere Berfammlung der Gläu- nern und urtheilen, als die Epiftel Sacobi,
bigen, hie oder anderswo; welche darum eine Apocalypſin, und dergleichen anders. Warum
- Gemeinde OOttes genennet iſt, daß fie im follte denn nicht Sug und Macht Haben dieganze
Fleiſch ift, und aber nicht dem Fleiſche nachle- gemeine Heilige Chriftliche Kirche, den Geiſt
bet; und iſt mol eine äufferliche Berfammlung, der Schrift zu urtheilen, und anzuzeigen ‚von
aber doc) die allein durch den Geift GOttes ur⸗ |wern fie gefchrieben fey worden ? wie denn der
theilet, welcher Urtheil fid) allein ftreckee wider !hochwürdige Sohannes ſagt: Probiret den
die Sünder, dann der HErr ſpricht: Wenn |Beift, ober von GOtt ſey. Hierum billig
dein Bruder fündiget wider dich ıc. In mein Here Doctor verneinen nich; kann, denn
Fällen aber, den Glauben belangend, Hat fie daß die Schrift geurtheilet (wie gehoͤret) mo=
nicht zu urtheilen, fondern der Schrift nad) ge werden. Zum andern, auf den Spruch
anjujeigen, was irrig fey oder nicht, und das Matthaͤi: Der die Rirche nicht börer ıc. hat
nach der Gleichmaaſſe des Glaubens, mein Herr Doctor geantworter, Daß folcher.
| RL Sprud) verftanden foll werden vom Sündigen,
Doctor Cunrad Treiger, Propincial, nemlich, fo ein Bruder in den andern fündiget, -
Im Damen des HEren, Amen! Ehrſame, |und nicht vom Glauben; denn darinn folle Rich⸗
feomme liebe Chriften! Auf meinen Vortrag, ter feyn die Schrift. Und wiewol das allein
fo ich heute gerhan habe, belangend joeo Puͤnct⸗ die bloffen WBorte find meines Herrn Doctorg,
lein: das erfte, wie daß der geiftliche Menſch und mit Feiner Schrift angezeiget, darum denn
alle Dinge zu urtheilen Bat, und ich hierauf be- |anugfamlic) wäre, Nein dazu zu fagen ; fon-
ſchloſſen habe, daß er auch habe zu urteilen die dern fo der Tert Elar lautet und nichts ausnime
Schrift; ift mein Here Doctor mir begegnet |met, darum er denn auch in Feinen andern Sinn
. mit Antwort, daß folcher Tert alfo zu verfte- zu ziehen und zu dringen ift: doch fo nehme ih
ben fe, daß, was da geurtheilet foll werden, |an den Berftand des Doctors für den erften.
. das mögeurtheilen der geiftliche Menfch; Schrift Theil, nemlich das, daß verftanden foll wer
ſoll aber nicht geurtheilet werden, denn fie fer den, fo einer in feinen “Bruder fündiget, und
von dem Geiſt GOttes, darum möge er fie |von der Sünde, Ich frage aber, mein Here
nicht urtheilen. Aber meines Beduͤnkens fo Doctor, welcher höher ſuͤndiget in feinen naͤch⸗
Haben fie, die Widerpartey, nothwendiger nach: Iften Menfchen, in eine Ehriftliche Gemeinde,
zulaſſen, daß durd) den Geijtlichen die Schrift \oenn der da Zwietracht, Uneinigkeic ftiftee in
möge und folle geurtheifet werden; denn je die unſerm unbeflecften Glauben, und der da fichtet
Schrift urtheilen, heiſſet nicht, die Schrift ver: Imider den rechten Verftand des Wortes GOIE-
werfen, Die uns angezeiget durch Die Chriftliche |tes, und neue Motten und Secten ftiftet? Weiz
Kirche ift worden, als heilig und vom Geilt ter, fo zeiget der Text hie lauter und Elar an, -
GOttes daher fommen; fondern es ift, erfen- ‚daß der HErr redet von Aergerniß. Darum
nen den Geift der Schrift, und ob fie vom ſaget der HErr: Wenn ein Glied die Aer⸗
Geifte GOttes gefchrieben fen worden: welches |gerniß gibt, fo fehneide es ab, und wife
die Widerpartey nicht allein. nicht abfehlagen von dirzce. Das ohne Zweifel von geiftlichen
fann oder mag der heiligen Chriftlichen Kir: |Gliedern des HErrn zu verftehen üt, ſoe
chen, fo fie Doch ihnen ſelbſt folches zugeleget |Menfch dem andern, oder einer ganzen Chris
und vorgenommen haben; denn fie je etliche Iftengemeinde Aergerniß gibt. Denn je kein
Bücher der heiligen Schrift hoch Toben, ehren groͤſſer Aergerniß nicht ijt, denn Zertrennung
und preifen, ‚als die da ganz voll feyn des Geiftes in unſerem unbefleckten Glauben. Darum
und Evangelii, als die Epiftel zun Roͤmern, hernach folget, daß diefer Text ae
— e —— ç⸗ De — Pe — TE re’
2068 Von den Handlungen der zu Bern gehaltenen Difputation, 2069
oran in dieſem all zu verſtehen iſt · Zum Schrift und Wort GOttes für ſich felbft ur-
titten, hat mein Herr Doctor Antwort geges theilen und erkennen; er wäre fonft nicht GOtte
ben, wie daß dieſer Tert verftanden folle wer- | glaubig, deß Rede er nicht wüßte. Hieraus
den, nicht von der gemeinen Chriſtlichen Kir- |folget nun, daß ale Chriſten famenthaft und
‚hen, fondern von einer jeglichen Kirchen, für | ſonder alle Lehre zu urtheilen Haben, mie das
ſich felbft, alfo, daß eine jegliche einige Kir- gar Chriſtlich eine Kirche von Bern auf big:
che in Stüden des Glaubens handeln und | mal vorgenommen hat; denn alle Chriften, das
ſßrechen möge, und nicht vonnöthen zu erwar⸗ iſt, die Chriſti find, auch geifklich find, denn -
ten eines gemeinen Sprud;s von gemeiner fie. den Geift Chrifti haben; zun Römern amg,
Chriſtlichen Kirchen. _ Wider diefen feinen ;Capitel. Daf aber mein Here Doctor ung
Verſtand arguire ich alſo: Eine jegliche einige | angezogen har, als ob wir unbillig einen Unter.
Kirche mag in Stücken des Glaubens irre ges ſcheid L machten ] der Bücher, fo im Neuen Teſta⸗
ben, darum denn Feine in Stuͤcken des Glau⸗ | ment, wie mans nennee, verfaffet find : fage
bens urtheilen mag; denn je der Nichter,, den ‚ch Darauf daß mehr denn vor kaufend Jah⸗
wir haben ſollen in Haͤndeln des Glaubens, un⸗ | ren derſelbige Unterſcheid und Urtheil gemachet
ſtraͤflich foll feyn, und nicht moͤgen irren. iſt, durch die, fo eben den Geiſt GSttes ge⸗
Wortinus Zuger, habt haben, den alle Glaͤubigen noch heut bey
iebe fromme Chriſten! Wir haben einen ; Tage haben. Denn Eufbius, der vor der
Handel, das Wort ©Ottes belangend, gegen | Beit Conftantini des Groffen gefchrieben Kar,
meinen Herrn Doctor zugegen ; darum will ich meldet im Such, Fliftoria Eccletiaftica genannt,
jesund Antwort geben. Und damit die Sache im dritten ‘Buche im 26. Capitel: daß auch die
Fürzert werde, will ich das Wiederbringen der | Alten die andere Epiſtel Petri, die Epiftel
Rede des Doctors laffen anftehen ; und gebe] Jacobi, Dffend, „Johannis, nicht deß Wer
Antwort erſtlich des Spruches Halben : Der ;gebalten haben, wie die andern, als die vier
Geiſtliche richtet alles ze. Dieweil wir wif- | Evangelien, und 14. Epifteln Pault, die erfte
‚fen, daß unfer Wiverpart dag Urtheilen dahin Petri und Soßannis. Diemeil denn niemand
‚gießen will, daß ein gemein Concilium Mache Chriſti ift, er habe denn feinen Geift, zun Ro:
‚Babe, etiwas neben der Schrift anzunefmen, [mern am 8. Cap. und wir Cprifti find, fei:
"Babe auch erfttich ter Schrift das Anfehen ge: |nen Geiſt desgalb Haben: fo mögen wir eben
‚geben: So ift billig geantwortet worden, daß die Wahrheit, wie Die Alten, Durch denfelben
‚der Geifktiche die Schrift nicht zu richten Habe, einigen Geift erfennen und urtheilen: An wel-
‚das it, feines Gefallens die Schrift anzuneh- cher Urtfeil, fo mein Herr Doctor Febt hätte,
men oder zu verwerfen; fondern er hats allein iſt entgegen bie göttliche Schrift, die alles Gu«
muͤſſen annehmen, Denn er eben durch den Geiſt |tes lehret, in der andern Epiftel Paufi zum Ti⸗
feine Erfenntniß hat, durch welchen die Bibel |mofeon am 3. Cap. Daraus mag er wohl
"ung gegeben ift. So aber mein Herr Doctor darthun, ob wir menſchlich oder geiftlich indem
das Urtheilen verftehen will, wie es auch Pau- | Ball urfeilen. Den andern Spruch betref-
lus ſelbſt brauchet, für erfennen, daß die Schrift fend, daß mein Bruder Capito gefaget Bat, er
Das Wort GOttes vorträget: fo befennen mir Haute vom Urtheil über die Sünde, Bar er nicht
‚gern, Daß der Geiftiiche auch die Schrift, und Joßne ‚Schrift geredet, Daß es mit fehlechtem
‚alles, auch GOtt felbft, zu urtheilen, das iſt, Nein verantwortet möge werden, wie ihn deß
zu erkennen hat. Ich wollte aber, mein Here |mein Herr Doctor angezogen Bat; denn es ge«
Doctor bedaͤchte wohl, das Paulus hie ſagt, het darvor: Gündiget aber dein Bruder zc.
der Beiftliche, nicht Die Verſammlung der) Daß aber mein Herr Doctor folches zum Theit
Beiftlichen im Coneilio babe alles zu richten. will zugeben, wie das die Schrift erheiſchet,
Denn wie ein jeder Gerechter feines eigenen } und meynet aber baben, was ſchwerers moge dem
Glaubens Ieben muß, alfo muß er and) die! Naͤchſten Leides begegnen, denn fo er von Eis
En... Prpppp a nigkeit
—
—
"mr.
it
—
ui
2070 Der Reformstionsfchriften wider die Reformirten IL Abſchnitt. 2071,
nigkeit unfers unbemaßgoten Glaubens abriffe ? jeinen Heyden halte, und einen, der fremde feg |
Das gefteße ic) ihm nun gern; ich. bitte aber von Der Gemeinde GOttes wie denn bey den
ihn und alle Gemeinden, daß man wohl dar- | Süden die *) Zöllner ver Römer gehalten wur: -
auf fehe, wer doc) die feyen, Die Zertrennung | den. "Daß aber mein Herr Doctor Dargegen gen
im Glauben (mie man redt,) anrichten. Wie arguiret bat, eine folche fondere Gemeindefönne
dag Leben der Gläubigen der Glaube: ift, alfo |icven, Darum fey diefer Dre von fondrigen Per
mögen fie ſchwerlicher nicht verleget werden, |fonen nicht zu verſtehen. In dem, lieben Ehri-
denn fo fie im Glauben verirret werden. Wir |ften, wo mein Herr Doctor nicht wollte glau—
weiſen aber zum Glauben in unfern HERAN |ben, fo merket doch ihr, daß Diefer Dre von.
JEſum Epriftum allein 5 daher denn folgen | folcher Gemeinde, laut der Worte unfers HErrn
muß rechte wahre Siebe, Daß alle Chriſten wie | JEſu Eprifti, verftanden werden muß; zu wel⸗
Ein Leib feyen, Unſer Widerpart aber will |cher ein jeder Chriſt alsbald Fommen, und den,
‚uns auch auf den Pabſt, auf die Concilia, (die ſo er ihn fiehet fündigen, nach vorhergehenden
je und je wider einander befchioffen haben,) auf Warnung, angeben möge; denn Flärlich der
Die Vater, (deren Feiner iſt, der nicht auch ſei⸗ Tert lautet, vor verlefen; Suͤndiget aber
ne eigene Jehre an manchem Drte geändert ha: |dein Bruder ꝛc. Des Irrens halben aber be⸗
de,) weifen. sn unferer Lehre ift weder Knecht Fenne ich, es ift Feine. Gemeinde auf Erden,
noch Herr, weder Weib noch Mann, fondern | wenn gleich möglich wäre, daß alle Cpriften auf _
alle in Chriſto IEſu. So aufunferm Öegen- dem ganzen Erdboden zufammen famen, daß.
part, geiſtlich und weltlich, Ordens⸗ und ande: | fienichtin vielen Dingen deren möge Es wird
ve Prieſter, die Orden, auch unzaͤhliges Unter: | je Ihrer Feiner feyn, ihm wird gebühren zu be⸗
fcheids, und alles voll Secten und Varteyen, een: HENN, vergib uns unfere Schule!
die auch einander födelich feind find, wie das | Wonun Simde, da Fit] auch Irrthum; darum
allein. zroifchen Prediger und Barfüffer aller| ich vor gefager habe, nach der Lehre Pauli—
Welt und ift. Darum, lieben Chriſten, laf- | wie der Gerechte in feinem eigenen Glauben ker
ſet euch mit leeren Worten Feine Brillen auffe: | det, alfo muß er auch fein eigen Urtheil und
gen, und befeßet den Spruch Pauli, zun Ro- | Berftand des görtlihen Wortes haben. Wie,
mern am 16, Capitel: Ich ermahne aber 2c. | Fönnte ic) fagen, ich glaube meinem Herrn Do:
Zum dritten, Das von der Aergerniß da ange. | cfor, wenn ich noch nicht erkannt haͤtte, was feine '
zogen, gebeich.gern zu, daß fehmerer Herger-| Rede wäre? Darum har es dieſe Geftalt: Ein
niß nicht feyn mag, denn die $eute vom rechten | jeder Ehrift muß für ſich felbft mit Paulolwif
einigen Glauben abmeifen ; das fell fich aber | fen, wenn er geglaubet Habe. Go aber en
bey ung nimmermehr, aber bey ver Widerpar-| Chrift mehr Geiſtes Bat, Denn der andere, fo
tey vielfältig erfinden. Nun zum legten, dar⸗ mag, Der Höher begabet, mit ſeinem Urtheil dem
an auch.der ganze Handel ftehet, was durch die minder begabten dienen, zu Fommen in Er
Kirche zu verftehen fey, Der man, nach dem Wort kenntniß der Wahrheit. Und wird fich aber."
Chriſti der irrenden Brüder Fehle und Mänz| doc) die Sache aller Tpriften (auf diefem Sams
gel anzeigen foll, ift ihm vecht und billig geant=| merthal, da unfer Erkenntniß Stuͤckwerk ift,
wortet worden, daß folche Kirche eine jede Ge⸗ r. Corinth.13.) Lalfo befinden ], daß fieim Haupte
meinde und Verſammlung der Chriften ift, die | tif des Ölaubens (nemlich, Daß der Allmaͤch⸗
wol aͤuſſerlich im Sleifche, aber nicht nad)) tige durch JEſum Chriſtum ihr gnaͤdiger Bar
dem Sieifche lebet, denn fie den Geift Chriftil ter feyn mil, fie eroiglich feomm und felig mas
Bat. Derfelbigen nun foll man anzeigen den chen,) nicht irren. Darneben aber werden fie
“Bruder, der über die fondere und bezeugte War: in vielen Stuͤcken, auch Dertern der göttlichen
nung ſeines Irrthums nicht hat wollen abfte-| Schrift, ohne rechten Verſtand feyn mögen.
ben, auf daß ihn aud) die Gemeinde ſtrafe und Wie ich denn achte, daß auch mein Herr Do⸗
verwarne; und wo ex. fie auch verachtet, ihn für | ctor, der doch ein Hochgelehrter der en en .
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2072 _ Donden Handlungen der zu Dern gehaltenen Difputstion. 2073
meift, ſich niche beruͤhmet, daß er aller Der- fo möge auch ein jeglicher Chrift die Schrift ur.
der Biblien natürlichen rechten Verſtand Itheilen, und darzu die Schrift verftehen, durch
rlangt hat: Noch dennoch, woerglaubet, daß |den Geift des HErrn; und folle niemand glau=
4 hriſtus JEſus fein einiger Heiland wäre, hätte |ben von wegen eines andern Anzeigen; benn je
er, nachdem Wort des HErrn, das ewige Leben, alsdenn fo glaubet er nicht dem HErrn, fon«
und wuͤrde ihm Suͤnd und Irrihum, mit denen er dern dem, fo es ihm angezeiger hat, Mich be
ſamt andern Chriſten behaftet mare,endlich nichts |frembdet aber , fo niemand glauben foll aus Ans
ſchaden, zun Roͤm. am 8. Cap. Mun Summa, zeige des andern, warum fie, Die Widerpartey,
bamit man die Wahrheit treulich firche, und von Er ſamt andern, fo ftets ſich befleißen zu predigen
der Gewaltder Kirchen (Das ift,der Rechtglaͤubi⸗ den neuen erſt erwachfenen Glauben, vem ges
gen,) der ganze Handel ift der gegenwärtigen Di- Imeinen Mann einzubilden. Ich erachte, er wer⸗
ſputation; fo wolle mein Herr Doctor auf das |de fagen: Darum, daß ifnen Glauben gege-
Nnaͤchſte von demfelbigen,und das mit der Schrift, |ben werde. Und daß er weiter fürmendet, wie
| Daß ein jeglicher, der Den Geiſt des Herrn hat,
Einrede thun. 5 c \
i; ie *) Publicani, die Schrift felbft wilfen möge und folle: will ich
| FERNEN ihn forfchen , woher es kommt, dieweil er doch
. Doctor Cunrad Treiger, nicht ein wenig, ſondern trefflich in der Schrift
9 Provincial, geüber, und groſſen Berftand der Schrift hat,
Edhrſame, Fromme, liebe Chriften! Auf mei⸗ daß er ſich fo refflich zwehet In den Höchften Stü« -
ne Eintede, heute durch mich beſchehen, auf Die cken des Glaubens mit feinen Micbrüdern, die er
Antwort Doctor Wolfen Capito , hat geantwor | doch vorzeiten fo Hoch gerühmet und gepriefen har,
tet der wohlgelehrte Martin Butzer, Praͤdicant nemlich mitdem Luther, und mit der Kirchen von
von Strasbuͤrg. Und erſtlich, Diemeil ich Eräf- | Wittenberg. Es muß je einer in diefem Fall un⸗
figlich probieet und angezeiget Babe aus der recht haben, daß fie fich je bende der Schrift:
Schrift, wider genannten Dock. Wolfen, daß beruͤhmen, deßgleichen des Geiftes der Schrift,
die Schrift geurcheilet möge werden ; mie fie denn | Nun faget Der futter, er feye der Sachen ge⸗
bisßer die heilige Chriftliche Kirche geurtfeilet \wiß, und wiffe, daß feine Wiberpartey Berfüpe
hat, das doch bisher, von ihnen allenfamen, ver⸗ rer feyn und Zertrenner Chriftlicher Einigkeit,
einet und für ein fremdes geachtet ft worden ; und wiffe, daß bei ihnen Fein Geiſt des HEren
und folches zu verkleiben, fo faget Martin Buger, feye; und mas Geiftes er ihnen zuleget, nem=
wie daß unfer Berftand bisher ſeye gewefen, daß lic, Meifter Ulrichen Zwingly, famt den ans
die Chriftliche Kirche und Die Concilia etwas von ‚dern, unterlaffe ich zu melden, von wegen dee
der Schrift hinweg nehmen, und darzu thun mö- Chriftlichen Verſammlung hie, denen je der
gen. Ich wollte aber gern ihn fragen, wo er fol- | Handel nicht unwoiffend iſt · Hinwiederum, fo
ches gefunden häfte, daß die Chriftliche Kirche ſaget Meifter Ulrich Zwingly, erfeye der Sachen
und Concilia dieScheift,fo einmalangenommen, gewiß, und babe den rechten wahren Berftand _
Und als heilig durch den Geift des HERRN ge: des rechten wahren Ölaubens,in folchen Artifeln,
ſchrieben, wiederum hinmerfen und abthun möc)- Nun betrachtet, fromme, liebe Chriſten! die
te; dos ich doch achte, Feinem Lehrer nie geträu- weil folhe Hochgelehrte fo heftig fich im Glau⸗
"met ſeyn, ich will gefchweigen, daß er ſolches ben zweyen, ber da erſt in zehen Jahren ers
für fich Abſt vorgenommen und. gefchrieben wachſen iſt; und einer fager, nemlich der Luther,
habe. Er wendet auch für, und nicht un⸗ welcher ifm nicht Glauben gebe, möge nicht fe=
“recht, es moge die Kirche, durch den Geiſt des lig werden, Meifter Ulrich Zwingly ſaget nichts.
HERAN, durd) reichen Geiſt die Schriftge- |minders, nemlic) in dem Stück des hochwuͤrdi⸗
fehrieben ift worden, alle Dingeurtheilen. Aber |gen Sacraments, Wo ift denn der Geift, deg
_ Bieiweif ein jeder Chriſt/ Der je ein Chriſt feye, auch | jie fich berüßmen, Dadurch fie die Schrift vermey> |
> Biefen B.ilt habe, nemlich den Geift des HErrn, nen zu verſtehen ? oder, was ſoll ein rommer ein⸗
ee Dopppp3 fältiger
nitt. 2075
faͤſtiger Chriſt in dieſem Handel vornehmen? ten, fo fie wider elnander fhreiben, dergleichen
Odb fie fagen wollten, er follte zu der Schrift ge- doch Fein Orden wider andern le a :
ben, und darinn erforfchen, was er ju glauben |ben hat. Er wollte uns auch gern zulegen, daß
ſchuldig wäre? Wie Fann er deg Willen ha- ſchon gleich zertheilte Orden wären in derChri-
‘ben, fo fid) fo Hochgelehrte und treflich Geuͤb⸗ ſtenhelt, daß Diefelben nicht Einen Chriftumber |
te in der Schrift, und die ſich der Schrift und | Eenneten, nicht Einen Chriſtum predigeen,nihe |
Geiftes berühmen, alfo zweyen? Darum ohne in Einen Epriftum glaubeten; das doch weit |
Zweifel ein jeglicher Chriſt wohl ermeffen mag, |von der Wahrheit iſt. Wir geben fm au) |
daß da nichts nüßers, und darzu nichts gemif- | gar nichts nach, ob wir fchon gleich alfamen,
ſers, dann zu bleiben bey Einigkeit der Bei: | als dann die göttliche Wahrzeie iſt, alle Eins
ligen Chriſtlichen Kirchen. Dann je der Geift Im HErrn find; dag doch darum nicht geiltll. |
Gottes ift nicht ein Geift Der Zweyung und che oder weltliche feyn, nicht Drdens-Seute und
Zwyotracht; er iſt der Geiſt der Einigkeit. Serner, |andere Perfonen- feyn: dann ſolche Stände
Dieweil von der Widerpartey je das verjachzek und Stätte in der Chriſtenhelt uns ganz Feineg«
iſt worden, daß Die Schrift ſoll geurtheilet wer | weges von Einigkeit des HErrn frennen;
den: fo faget Martin Buger, es habe heute wir auch von wegen ſolches Unterſcheides des
mein Herr Doctor Wolfgang Eapito nicht oh⸗ Chriſten uns gar Feinesiveges von dem HErrn
ne Schrift geredet, Daß der Text Matthaͤl 18. trennen, aud) in Stücken des Glaubens keines
Cap. rede von der Sünde. Ich hatte aber weges eheilen. Ich ermaßne euch aber, from-
nicht gefagef, daß der Doctor darum ofne me Chriſten! ihr woller ein hoch Auffeßen ha⸗
Söhriftredete,daß der Tert faget von der Sun» ben auf die rechten Secten, und auf die rechten
28; barum harte ich aber gefaget, daß der Do- Zertrenner Epriftlicher Einigkeit, und die, fo fich
ctor rebete ohne Schrift, Daß er ausgefchloffen in den Höchften Stücken des Glaubens anfahen
‚bat den Glauben; und ſaget: Diefer Tert foll- ‚zu trennen. Ihr habet je gehört in zehen Kap -
te nicht verftanden werden vom Glauben. ren her, Daß einer Lutheriſch, der andere Zwing⸗
Wiewol fein Bruder jest, Martin Bußer, auch liſch, der dritte Caroloſtadiſch, der vierte Deco
das recht verjachzet und nachgelaffen hat. Denn lampadiſch, der fünfte Wiedertäuferifch, und
es folget je nicht, er redet von Sünden, darum | dergleichen ſeltſamer Namen, ſich nennen, oder
redet er. nicht vom Glauben oder Mißglauben; ‚sum wenigſten genannt werden; die nicht allein
dann je der Mißglaube bey ihnen die Köchite, ‚Unterfcheid Haben in Kleidern (denn derfeibe
oder allein Sinde genannt wird. Daß da nterſcheid niemand Nachtheil oder Schaden
aber Mertin Butzer fo hoch und treflich er« ‚bringen mag); fondern ſich trennen in treflichen
mahnet hat diefe Chriſtliche Berfammlung, ein | Stücfen unfers unbeflecften Glaubens. Und
Auffehen zu Baben, wer je die feyn, die Roftun« | da iſt der groͤſſeſte Schade, und das hoͤchſte Auf:
gen, Zertrennungen und Secten machen in der | fehen zu haben. Es zeiget uns auch an Mar«
Ehriftengeit; und hervorzeucht, daß foldyes bey tin Butzer, wie daß alle Concilia bisher wider
ihnen nicht gefunden werde, dann ſie allein Ehri- ſich felbit gemefen, und wiber einander gehandelt;
it.m JEſum predigen, und ſey bey ifnen Fein | das ic) ihm, fo er verſtehen willin Stuͤcken des
Weib noch Fein Mann, fein Herr noch Fein Ölaubens, abred bin, und keinesweges geftehe;
Knecht, fondern ſeyn alle eins im HErrn: ere|er wirds aud) nimmermehr darbringen. Wol
wiederum bey unferer Kirchen, da werden viel ift wahr, daß in andern Puncten, bey langen
Kortungen gefunden, nemlich geiſtlich und welt.) Malftatten, eigenen Perfonen, Zeitıc. etwanein
lich, Driefter und Laͤhen mancherlen Orden, Bar-| Concilium hinweg getan, Das das andere gen
füffer, Prediger und Yugufliner, Die auch einan- | feget und gemacht hat, deß fie aud) guten Zug
der toͤdclich haſſen: erachte ich, er wiſſe es bey und Necht Haben; dann je in Gefegen, dem
ihm felber. · Was aber Sreundfehaft und siebe, Glauben nicht berüßrend, andere Zeit und ander
zwiſchen ihnen feibft feyn, zeigen an ihre Schrif⸗ ve Eigenfchaft der Menfchen andere Li: er⸗
TR, —— fordern,
2074 Der Reformationsfhriften wider die Reformieten I, Abfchnire
—
= __. Von den Aandlungen der zu Bern gehaltenen Difputarion 2277 ;
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fordern. Auf den dritten Punct, da heut mein fürwenden, fiehaben den Berftand der Schrift;
Herr Doctor fürgemendet hat, wie daß ſolcher [und wie hochgelehrt, und wie geſchickt fie bende
Text, Matehät am 18. Capitel, verftanden foll|feyen, ift maͤnniglichen Eund und offenbarlich.
werden von einer jeglichen einigen Kirchen und | Soll nun für und für eine folche Zertrennung
Chriſtlicher Gemeinde; und hat das Martinus und Uneinigkeit in unferm wahren Glauben er»
Bußer gebeffert, und faget: Der Teyt Dringer| litten werben, ſo werden wir nicht allein Einen
ung darzu, Daß es je von einer andern Kirchen | Ölauben, fondern vier, fünf Glauben in unferer
verftanden möge werden, dann der HErr der | Chriftenheit haben ; wie dann auch beſchehen in
faget: So er dich nicht börer, ſo nimm ei«| dem unfeligen Böheimerland, die ſich abgewen⸗
nen oder zween zu dir; und ſo er diefelben | det und.gefondert Haben von Einigkeit der Chriſt⸗
nicht hören will, fo fage cs der Rirchen, | lichen Kirchen, und jegt bey Hundert Jahren bey
Hieraus ſchlieſſet Martin Butzer, daß das eine] etliche ſchaͤndliche Secten zertheilet und zertren⸗
einige Kirche, und nicht ein gemein Concilium net find. Darum id) abermals eud) hoch ges
fene, oder ſeyn möge: dann je nicht allemegen | beten und ermahnet willhaben, eine ehrfame Ge⸗
möglid) zu erwarten, fo einer in feinen Näch«| meinde diefer löblichen Stadt ‘Bern, daß fie
ften fündiget, eines gemeinen Eonciliums, foet-| hod) zu Herzen fafien wollen, mie ſchaͤdlich, wie
wan über hundert Jahre möchte werden. Ich | nachteilig das feye, ſich abzufondern von Ei⸗
fage aber, daß folher Sprud) von einer Kirchen | nigkeit der ganzen Tpriftlichen Gemeinde, und
und von gemeinem Concilio verftanden fol; was ifnen mir der Zeit daraus Nachtheil und
werden. Es ilt aber nicht hierum vonnöthen,| Schade erwachſen möge: wollen fid} nicht late
daß da allewege, wo einer feinen Naͤchſten er⸗ fen ein behend, fcharf, liftig Geſchwaͤtz bewegen;
zuͤrnet und beleidiget, und ob ſchon gleich derſel⸗ denn je nicht genug iſt, wie Martin Butzer zu⸗
be weder ihn noch einen mit ihme hören wollte, letzt angezeiget hat, daß, welcher allein glau⸗
daß darum ein gemein Concilium verſammlet bet, daß Chriſtus unſer HErr uns ſelig gema⸗
und gehalten werde. Hierum in kleinen Hän-| chet und erlöfet hat, ob er gleid) in andern Irre
deln, den Glauben nicht heftig berührend, oder ginge, Daß derfelbige felig würde, dann nicht
ſonſt, feiner andern Kirchen ift man weiter nö-| genug ift, daß, da einer einem Punct, oder die
thig. Aber in hohen Stücen des Glaubens, nem Artifel des Glaubens Statt und Glau-
und wo ſich Balsftarrige Zertrenner Epriftticyer | ben gebe; fondern ift vonnörhen, daß er die an⸗
Einigkeit zweyen, und Feine einige Kirche hören | dern auch glaube, ‚bisher von ganzer Chriſtli⸗
- wollen, ift vonnoͤthen der gemeinen Chriſtlichen | cher Kirchen geglauber; dann welcher in Einem
Kirchen, in ſolchen Händeln und ſchweren Laͤu⸗ Stück dem HErrn nidyt Glauben gebe, der ere
fen, zu handeln, damit nicht die Einigkeit der achte den HErrn nicht In allen Stücen wahre
Ehriftlicyen Kirchen in viel Secten, und inviel|baft. Es wären aud) viel Zertrenner, und Ke⸗
Motten, zertbeilet und zertrennet werden, als Ber der Chriſtlichen Einigkeit, die aud) nad
wir jegt leider! vor Handen ſehen. Es hat jetzt Urtheil ver Widerpartey verdammer find, Die
Martin Luther feine Wittenbergiſche Kirchen doch felig wären worden, dann fie auch diefen
beredet, er habe den rechten wahren Glauben] Artifei geglaubsr haben. Ich will aber- hier⸗
und Verſtand der Schrift, desgleichen alle fei-| um nicht jagen, daß da ein jeglicher frommer
ne Anhänger ihm Eräftiglich Statt und Glaur| Eprift, aud) Feiner nie hochgelehrtt er ſeye, hub
ben geben. Es hat Meifter Ulrich) Zwingly dig und pfligtig fiye, alle Artikel, und ale
unſere getreuen lieben Eidgenoffen vor Zuͤrich Stuͤcke, und alle Schrift zu verfiehen und zu
beredet, bey ihm feye der rechte Verſtand der! glauben, ausdruͤcklich. Es iſt aber genugdem
Schrift; und haben doc) gar Feinesweges Fei-| Einfältigen, Daß er glaubet mit gemeiner Chrifle ·
nen Berftand der Schrift, Und dieweil Die licher Kirchen, dero der HExr zugefaget hat ſel⸗
beyde einige Kirchen alfo zertrennet, und zerthei⸗ nen Geift bis zu Ende der We
let find im Glauben, und zu beyden Theilen I ER
A Am
2078
Am ʒehenten Tag Jenners
MWMartinus Bucerus.
8 ie Gnade des HEren, ſey mit ung allen,
Amen! Dieweil ich geſtern zu einem Be⸗
ſchluß GOtt dem HErrn gedanket habe, daß
unſere Widerpart ſo ſchriftlos gehoͤret iſt, und
ermahnet, jetzt wieder zu kommen, unſere Ant⸗
wort zu vernehmen, und ſich aber deß der Do:
etor befchweret bat: jo will ih hie Diefelbige
"Der Reformationsfhriften die Refo
rmirten U. Abfbnit, 2079
fondern was die Schrift jugiebet ober nice
.. 5 Daß die Schrift von maͤnniglichem der Glaͤu⸗
bigen gerichtet, Das iſt, wahr erkennet werden
ſoll, haben wir laͤngſt geſchrieben und gepredi⸗
get, wie das unſere Buͤcher, und inſonderheſt
ich, dem Provincial zu Antwort, Im vier und
zwanzigſten Jahr ausgangen, überflüßig bezeu ⸗
get, nemlich über die fünft- ſechſt ſiebend und
acht · und zwanzigſte Dropofition oder Wunder
‚rede, er hats genennet Paradoxa.
Daß aber
Rede, in Schrift verfaſſet, den Motarien nach | Feine Chriſtliche Gemeinde die Schriftdermafe .
.. meiner gnaͤdigen Herren Ordnung einlegen; | fon
lautet alſo ꝛc. Dem allmaͤchtigen GOtt, feye
$ob und Dank, fromme Chriſten! daß er feine
Wahrheit bey uns fo herrlich beſchirmet; und
gegeben hat, daß dieſer fo hochgelehrter Doctor
in feiner wider uns fo langen Rede einige
Schrift nicht vorbracht Bat, fondern allein aus
Fehlern und Mängeln ver Menfchen, rider
meiner gnaͤdigen Herren Mandat, begedret, uns
dem einfältigen Zuhörer verdächtig zu machen:
fo mie Schrift von Gewalt ver Kirchen hie ſoll⸗
fe gehandele werden. Liebe fromme Chriſten,
Laffet euch nicht irren und bekuͤmmern, hiernach
wieder unfere Antwort darauf zu vernehmen;
‚werdet ihr hören, wie Schrift⸗ und Wahrheit:
los fey der Päbitifche Hauf.
auf dag allerfleißtafte den Doctor, er wolle nicht
abtreten, Darin feine Rede geftellet it, als od er
uns den Angel laflen wolle, KR
Demnach, zu verantworten Des Provinci⸗
ds Einrede, bezeuge ich mid) aufdismal; wol⸗
len auf feine unfchriftliche Gegenmürfe Antwort
geben, damit die einfältige Gemeinde GOttes
nicht verleßet werde, und darnad) nimmer-
mehr, mie ſcharf er uns aud) immer angreifen
wird; Dann meiner Herren Mandat folches ernſt⸗
lich verboten dat. Nun zum erften, hat der
Provinclal ſich eben ernftlich beruͤhmet, a!s od
er meinem Bruder Eapito mit Schrift abge
drungen hätte, daß auch die Schrift von Geiſt⸗
lichen folte gerichtet werden, Das ic) da hätte
wollen verkleiben, Bitte euch, liebe fromme
Chriſten, ihr wollet ſolcher Grifflein wohl wahr:
nehmen; wer die Wahrheit ſucht, bedarf man
Und birte au | -
zu urtheilen habe, daß fiedarüber fen, etwas
da anzunehmen oder zu verwerfen: das haben
wir je und je verneinet. Daß aber Darauf der
Drovincial mid) gefraget hat, wer je folches Ur⸗
theil der Kirchen jugegeben babe? fageich, daß
mir folches leider! bey vielen erfunden; es ur
theife der fromme Chriſt, ob auch nicht der Dro«
vincial ſolcher Meynung fen, nach dem Inhalt
feinee vorangezogenen Wunderreden, ſamt der
2gften, Die ich euer Liebe bie verlefen will.. Die
Hrotarlen vermerken nun Die Zahl, daß fie Bew
had) aus feinem eigenen gedruckten Buͤchlein
in die Acta bringen mögen. Und lautet alſo,
die a5fle: | |
Die XXV. Wunderrede.
Darum achten wir, daß aus goͤttlichem
Rath beſchehen ſey, daß die Rirche viel
Evangelia (welcher etliche gebalten wur:
| den, und daß fie die Upoftel, als Thomas,
Matthias, Bartholomäus, ſollten gefihrie«
ben baben,) verworfen bat,und uns zu glaus
iben fürgegeben, wie Marcus und Lucas,
Die nicht Apoſtel find gewefen, gefebrieben
haben: us; -
Die XXVI. Wunderrede.
Damit öffentlich Lund werde jedermann,
wie die überbeilige Rirche alle übertrift,
daß alfo auch wurde bey ihr fepn das Ber
richt aller Kehren, auch der apoftolifchen,
alfo, daß, was fie nit bewährte, Feine
Stärke noch Achtung ſeyn folte
Die XXIX. Wunderrede.
Darum iſt nicht weniger, auſſer goͤttlichen
ihrer gar nichts. Man iſt auch nicht Die, zu bo | Nechten, anzunehmen, das fie (die gemei⸗
- ven, was wir zusober abredig ſeyen zu erlernen, ne Kirche,) geglaubet bat, zum Glauben ge⸗
boörend,
ra
z *
Don den Handlungen dev zu Bern gehaltenen Difpuration.
2081
| börend, und uns Daffelbige, (zum wenig- nicht fepe-eine offene Cafumnia und leeres Um«
ſten durch ihr Unnehmen, ) zu glauben für:
Schrift bat Isbren glauben au.
gegeben, dann das fie uns aus göttlicher
In dieſer letzten Schlußrede, zelget der Pro:
vincial klaͤrlich an, Daß ung anzunehmen ſeyh,
auch ohne Schrift, was die Chriſtliche Kirche
angenommen habe; und verſtehet aber hie durch
die Kirche das gemeine Eoncilium und den ge:
meinen Haufen Der Öetauften, welche oft ſtracks
rider das Wort GOttes gehandelt haben, fchwer
ve Jerthuͤmer und Abgöttereyen angenommen ;
wie das in Dem nachfolgenden Artikel diefer
beybracht werden foll,
cilium, zu Coftang jüngft gehalten, als ketzeriſch
Difpufation, mit dem Bellen Worte GOttes
So bat aud) das Con⸗
verdammet, Daß die Chriſtliche Gemeinde ſeyn
nur die Verordneten Zum ewigen ‚eben: fo
doch Sanct Paulus mit Heller Schrift, zun Roͤ⸗
- mern am gten Capitel,gefchrieben Bat: Der: |
che der SErr verordnet bat, die bat er auch
berufen, fromm und beilia geniaebet. Da
ift nun klar, daß des Provincials Kirche fich ver.
mefien bat, die helle Worte GOttes abzuthun.
Darum nicht vonnöthen, folch Urtheil männig-
lich abzuftricken. Aber auf ſolche Einrede von!
Eoncilien will ich nimmer Antwore geben, man
bringe herein was man wolle, es feye dann
Schrift, die geachtet werden mörhten, folchen
Irrthum beſchuͤtzend. |
» Zum andern: Lieben Chriſten! dieweil der
Provincial gar ernſtlich dringet den unüber-
windlichen Spruch: Der Beiftliche richter
‚alles, in der erſten Epiftel zun Corinthern am
‚2. Eapifel; das von einem jeden Chriften ver-
fanden werden muß, dieweil niemand Cprifti
iſt, der nicht feinen Geift Habe, zun Römern
am 8. Capitel. Da hat der Provincial ‚ohne
Schrift ſolchen herrlichen Sprud) ih] unter;
fanden zu verdunfeln, und das
mit zweyen
ragen, Die erfle: So der Geiſt alle Chri.
ſten müffe leßren, und ohne den Geiftdes Heren
amd eigenen Verft
and des görtlichen Wortes kein
Glaube gehabt werden möge; warum wirdenn
ſo fleißig den neuerwachfenen Slauben
predi-
gen ?, Welche Stage, fromme Epriften, ob fie
LucheriSchriften 7, Theil, - -
treiben, follet ihr alle urtheilen.
allen Chriſten befannt, daß, mo GEOtt nicht leh⸗
ret, alle Predigten vergebens find: noch den⸗
noch hat GOtt der Her diefe Ordnung, da« -
mit defto mehr Liebe und Einigkeit unter den
Chriſten beftünde, geroäßlet, daß fie einander
ohne Unterlaß weifen und lehren folten. Wels
che Ordnung HOT Les gar Flärlich durch Den
Daulum, am 3. Eap. zun Corinthern in der
erften Epiftel, befchrieben If. Den Dre will
ich euch leſen; Wer ifi nun Paulus? Wer
ift Apollo? Da habet ihr, liebe Chriſten, Belle
Schrift, daß GOtt durch feinen Geiſt allein leh⸗
ret, daß der Glaube im Herzen aufgehe; und
will nicht deſtoweniger, daß wir mit fleißigem
Predigen des äufferlichen Worts ihm darzu Die«
nen. Und alfo babe ich ihm fchriftlich geant⸗
wortet auf feine unfchriftliche Frege. Daß er
aber Dabey unfern einigen alten unbeflecften
Glauben geſcholten hat einen neuerwachfenen
zebenjäßrigen Glauben, müflen mir leiden, wie
feine anderen vergebenen Schmitz⸗Reden. Wer
aber GOtt kennet, weiß wohl, dag von Anfang --
Der Welt Fein anderer Glaube bey allen Kins
dern GOttes nie geweſen, dann.allein den wir
predigen; nemlich, daß fid) der Menſch auf die
Güte GOttes durch IEſum Chriſtum getroͤſte,
ſicher und gewiß feye, daß ihn GOTT endlich
ewig fromm und ſellg machen wolle, daher er
dann willig und geneigt ſeye, aller Welt Liebes
und Gutes zu thun. Der Glaube iſt, in dem
alle Gerechten je und je gelebet Haben, ein un«
erfchöpfter Brunn aller wahren guten Werke.
Diefen Glauben predigen wir, und begeben
uns des Todes, wo ſich in unſerer Lehre anders
erfünde; bey einiger goͤttlicher Schrift, die das
ewige goͤttliche Wort ift, wollen wir bleiben; |
und find aud) j°Bt eben darum hie, aus ganzer
Chriſtlicher Ordnung unferer gnädigen Herren
von Bern, daß folcher alter Glaube bey einer
göttlichen Gemeinde hie zu Bern au Tag Ges
bracht werde, und abgetrieben die neuen Men⸗
fchenfündlein, -fo in jechs Hundert Jahren her,
des mehrern Theils durch menſchliche Anmuͤ⸗
thigkeit, eingeriſſen und dem einfältigen Volk
aufgedrungen ſind.
Qq q aqqq
Es iſt auch
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2082. Der Refsrmationsfebriften wider die Reformirten II. Abſchnitt. 2083
Die andere Frage, mit der der Provincial und nicht Luther, gläubig feyn follen. Darnes
dem hellen Glanz des herrlichen Spruchs: Der| ben aber, fo lange er prediger, daß CHriſtus
Geiſtliche richtet alles, einen Rauch auftrei-| JEſus unfer einiger Heiland fen, wollen wie.
be, ift diefe: So der Geift dann die Chriſten ihn für unfern Bruder Balten, und ifm dieſen
(Das ift, die Geiftlichen) alle Wahrheit lehre, Irrthum vertragen; denn GOtt allein, und.
und ich mit andern Die Schrift fleißig durchſu- nicht wir, ihn deß entledigen mögen. zill
che, und noch dennoch nicht mit einander fir ⸗ er aber und fein Haufe ung gar verwerfen, fü
men; und befonders ich mic dem $uther nicht! freuen wir ung deß , daß der Vater feinem
balte des Eacraments halben, den ic) doc) ef-| Soßne CHriſto, und nicht dem Sucher, wie
warn bed) gepriefen habe. Diefe Frage ift vor⸗ auch nicht dem Pabſte, das endliche Urtheil zu⸗
bin gnug und fchriftlid) verantwortet, Daß un-| geftellee hat. Unfern lieben Brüdern genuͤget
fere Erfenneniß bie, aller Chriften und wohl, wo man in der Summa des Glaubens
Geiſtlichen, noch Stuͤckwerk iſt. Wie Paulus| mit uns eins ift, nemlich, daß wir alle nichts
ſchreibet zun Corinthiern ı Ep. Cap. 13. daß die find, und ung GOTT durch Ehriftum allein
Chriſten, fo lange fie hie leben, noch viel Man. | fromm und felig machen will. Die alten hei⸗
gel und Irrthum haben. Aber dieweil der ligen Lehrer haben vom freyen Willen und an«
Beft GOttes ihrem Beift Zeugniß gibet, dern Stücen mehr ſchwere Irrthuͤmer in
daß fie Rinder GOttes feyen , daher fie) Schriften verfochten ; darum verwirfe fie aber
Gott, als ihrem Water, vertrauen (zun Roͤm. niemand rechrfinnigs , dieweil ihre endliche
‚am 8. Capitel): fo haben fie das ervige Leben, | Meynung gewefen, die Ehre GOttes zu für
Johannis am 6. Capitel. Darum mag je nicht chen. Es ift uns auch herzlich leid, daß fich
fehaden ‚ob fie fchon nicht alle Drteder Schrift | jemand von uns trennet, Secten und Par«
- eigentlid) verftehen, oder fonft auch in Itrthum teyen machet. Meine lieben Brüder, Meifter
feyen , welche Doc) dag Findliche Vertrauen auf) Ulrich Zwingly und Decolampadius , haben
GoOtt nicht umftoffen. Nun befenne ich gern, | freylich wie Feinem Arrenirn, der ſich nad) ihnen
-fieben feommen Chriften! daß mid) GOtt der! genennet hat: das ift auch kuͤndlich vom durher.
Allmaͤchtige von Tag und Tag weiter erfläret| Darum die Widerpart ſolche Namen erdenfet,
Kat. Etwan habe id) aus Unverfland aud) | Decolampadifch, Zwingliſch, und dergleichen.
Thomam de Aquino gepriefen; da mir aber | Wir weifen auf den einigen Chriftum. Und
GOTT durd) fein Wort zu erkennen gegeben | fehet, liebe fromme Epriften! dieweil man ung
bat, daß er von GOtt abfuͤhret, Habe ich ihm achten foll, dem nad) fo wir lehren, und nicht
Ade gefaget. Den Luther habe ich Hoc) geprie- dem nad), das thörichte und böfe Leute miß-
fen, und preife ihn noch Heute bey Tage, ja viel: | handlen, das uns gar unguͤtlich gefchieht, ſo
mehr GOtt den HEren in ifm, daß er uns| man uns zumiffee , wir machen -Notten und
vom Menfchen auf GOtt gewieſen hat. Daß Secten. Wir predigen doch, man folle nur
er aber nun zumal durch Verhängnig GOttes, an Einen GOtt glauben, nur Ein Haupt, JE⸗
-(damit nicht vielleicht ihm die Ehre, fo GOtt | fum Epriftum erkennen, nur nad) der heiligen
allein zufteher, gegeben mürde,) er in dem be. | Schrift leben und nad) den 12. Artikeln des ale
harren wolle, daß man die geiftlichen Worte, ten Chriftlicdhen Glaubens, hintan geftelle alle
Chriſti fleifhlich wider die Einigfeit des Glau⸗ | feit- ermachfene Lehre, Artifel und Gebräuche,
bens verftehen folle, und lehrer Troft bey den Nun mill aber unfer Gegenpart ein Neben.
Sacramenten zu fuchen; tem, vermifherdie | haupt haben, den Pabft; Neben⸗ und neue Leh⸗
wahre Menſchheit JEſu Chriſti mie der Gott \ren, Nebenmiteler und Genugthuung . Und
heit, davon hernach gehandelt wird: fo zwin⸗ daß ich auf ſolche unfchriftliche Einrede eine
“ get mich die Ehre GOttes, und andere froms | kurze Antwort gebe, zu erfennen, wer Zer⸗
‚me Chriften mit mir, daß wir deß Orts dem | trennung anrichte: fo geftehen alle Päbftifchen,
Luther abftehen müffen; wie wir auch GOtte, daß die Meile das befte gute Werk m, und _
& US A
0 a a
4
I
kann aber
| "Don den Sandlungen der zu Dein gehaltenen Difputarion,
folches Fein Säye vollbringen. Wir thum feinen Hof bewahret Hat, fo iftsein ſchad⸗
285
aber lehren nad) der Schrift, dag Welb und jlicher Friede, und luͤget er , daß die Jerthuͤ⸗
- Mann, Yung und Alt, alle wahre gute Wer«
ke gleich haben mögen, und meifen fie auf die
- einige brüderliche kiebe, [de] ein Meifter in
- allem guten Werk, die alles Eins machet.
- Man weiß auch wohl, wie hod) fie ihren in-
ft, eine
delebilem charadterein ordinis, das I
unverwaͤndte Selverzeichung, die fie vor den
Laͤyen zu haben vermeynen, und darum geiſtli⸗
cher und mwürdiger, denn die fänen, zu feyn
geprieſen haben. Bas foll man fagen ? lieben
Epriften! Welcher Orden hat nidjt einen fon-
dern Abgott gehabt? (ic) bin felbft deß beredt
= worden, und den mehrern Theil Damit im Dee:
‚digerorden eine Zeitlang aufenthalten,) daß fie
fuͤrgeben, St. Dominicus habe von unferer
Heben Frauen erlanget, daß Fein Drediger-
moͤnch ewiglich verdammt werde. Co findet
- man in gedruckten Büchern, daß Sanct Fran—
eifeus jährlich alle Barfüfler aus dem Fegfeuer
nehme. Sind das nicht_geofle Bortheil und
- Abfonderung von gemeinen Glaͤubigen, und
wahrem Eheiftlihen Glauben ? Um Kürze
willen laſſe ich fallen folher Stüde etwan
Menges, aud) dem Provincial wohl befannt. |
- Mir machen Oott und alles Gutes, [ nad) ]|zu unterdrucken [ji] unterftanden.
mer ftärfer werden, und Feine Zertrennung fä«
me; fo bald aber der HErr JEſus feine Wahr
heit, die ihm unleidlich ift, hervorglaͤnzen läfe
jet, fo beweget ber Fürft der Welt feine Un»
gläubigen, über die er herrfchet, daß diefer das,
jener ein anderserdenfer und aufbringet, Damit
das einfältige. Volk verirret und von der
Schrift geführet werden moͤchte. Alfo iſts ge⸗
ſchehen, als die Apoftel noch felbft geprediget
haben, wie das bezeugen ihre Epifteln, die
Acta der Apofteln, Tertullianus, Irenaͤus,
Eufebius, und alle alte Lehrer. Da aber der
Widerchrift ben den Drientalifchen durch den
Mahomet, und bey den Dceidentalifchen durch
das päöftliche Regiment uͤberhand genommen
hat; ift [es] Fein Wunder, Daß es die Voͤl⸗
fer in Einigkeit der Irrthuͤmer erhalten hat.
Und fo bald bey uns das göttliche Wort durch
den frommen Huſſen in Boͤheim hervorgebro⸗
chen dat, hat.der alte Feind feine alte Stüd-
lein wieder hervorbracht, und vielerley Secten
und Zerfrennung angerichtet; nemlich, da Frey⸗
heit des Worts gewefen tt. An anderen Or⸗
ten Bat er mit der weltlichen Gewalt das Wort
Eben
Tauterer Schrift, alten Giäubigen ganzlidy ge=Jauf die Weife handelt er jegunder, nad) Auf
mein. un lugend [feher ], wer die feyen,Igang des Evangelii bey uns Deurfchen.
Wo
die Rotten oder Secten anrichten! dann wir er die weltliche Oberkeit, zu verbieten das Dre-
je nicht zu verantworten haben, was andere digtamt, nicht bringen mag; beweget er fonft
- thörichte oder böfe Leute vornetzmen.
Daß |irrige und vermirrete Leute, die unbillige Zers
- aber der Provincial (aus dem, dag jeßunder, |trennung anrichten; das will Dann GHtt alfo
ſo die Wahrheit des Evangelil auf den Plan |haben, damit daß die Seinen lernen auf feinen
. wieder fommen ift, fid) viele Secten erheben,)| Menfchen fehen, fondern auf die Verſicherung
- gern wollte das heilige Evangelium, ſo nichts | Des Heiligen Geiftes innwendig im Herzen. Ein
denn wahre Einigk it und rechtfchaffene Liebe | jeder muß von GOtt gelehret, und in feinem
Iehret, verdächtig machen: ermaßne ich euch, | Herzen alfo verfichert ſeyn, daß er, wo, niche .
fromme Chriften! zu bedenfen das Wort des allein ein Concilium, nicht‘ allein die ganze
Herrn: Ich bin nicht kommen Sriede zu Welt, fondern audy Die Engel vom Himmel,
- fenden, fondern das Schwerdt; daß der|mit Zeichen und Wundern ein anders fürge
Sohn wider den Dater, der Dater wider ben, daß er fie mit Paulo verfluchen dürfe.
den Bohn feye zc. auch das Wort Pauli zun Solches habe id), liebe fromme Chriſten!
Corinthern in ver erften Epiitel am 9. Capitel: wollen zu Antwort geben auf die Einreden des .
Es muͤſſen Zertrennungen Fommen, damit
die Dewäbrten offenbar werden; Denn fo
der ftarfe gewapnete Fürfte der Welt in Irr⸗
‚Provincials, [die er ] abzutreiben den hellen
Spruch: Der Geiſtliche (das iſt, ein jeder .
Chriſt,) PU alles richten;
eingefüßrer Bar.
2.44 qqq 2 Be:
: 0086
Bezeuge mich aber, daß ic) folcher Feine mehr
verantworten will, - Bringet er Scheife, fo
—
wi
—
Der Reformationsfehriften
findet er Antwort ; bringst er eigene Rede, fo
il er Stillfihweigen. Damit aber euer Lie⸗
e nad) dem Kampf menfhlicher Neden ihre
- Herzen wieder in dem Licht göftlicher in
erluitigen möge, fo will id) den gemeldeten Ort
Pauli ı Corinth. 2. Cap. euer Liebe vorlefen:
vernehmets aber mit: Fleiß, denn der Haft dar
an lieget, und ſtuͤrzet einsmal um, nicht allein
die Einvede des Provincials, fondern alle ver-
mieynte Gewalt des Dabites und der Eoncilien,
in Vorfchreibung der Artikeln des Glaubens,
fo fie neben der Schrift dem Chriſtenvolk zu
glauben aufgedrungen haben. Den Dre wol
len wir bie anfahen: Das Fein Auge gefeben
at ꝛc.
(und iſt folcher Drt verlefen.)
Mun ift je das Urtheil der Wahrheit hierinn
klaͤrlich allen Geiftlicdyen , das iſt, Chriften,
(merkets wohl! denn wer den Geift EHrifti
nicht hat, iſt nicht fein, ) zugeſtellet, und fel-
nem Concilio, feinem Pabit. Sind fie geift-
- Lich, fo werden fie für fich urtheilen, und uns
auch laſſen für ung urtheilen. Deshalben die
jetzige Difputation gar Chriftlid) vorgenommen
ift. Denn wenn fchon alle Concilia bey einan-
der wären, darzu auch Chriftlich urtheileten, fo
wird dennoch meder mir noch dir geholfen moͤ⸗
gen werden, wir hätten dann jeder fein eigen
Urtheil und Erkenntniß der Wabrheit in fei.
nem Herzen erlernet, durch den Geiſt der Wahr⸗
Beit; von welchem der Herr faget: Er, der
Beift der Wabrbeit, wird euch (nicht der
Dabit, nicht die Concilia,) in ale Wahrheit
leiten, Joh ı6, Darum ſeyd treulich verwar-
net, fromme liebe Chriſten! vor des Provin-.
cials Lehre, der euch begehret Entſcheidung in
Sachen des Glaubens ererft von einem Conci
lio zu erwarten, das doch (wie er es befchrei-
bet, ) nie auf Erden gemefen ift, und nimmer.
mehr werden wird, laut feiner 66ften Wunder:
rede, die alfo lautet: Dann fo nicht geſche⸗
ben mag das ꝛc. Nun vermerfet hie, daß
der Provincial die gemeine Kirche hält, alle
Getaufte. Wo iſt nun je ein Eoncilium ex
aſſenſu et audtoritate (aus Gehäl und Befehl,
der die Reformirten 11, Mofahnie,
—
2087
oder Gewalt, wie er denn felbft auctoritas vers
deutfchen mwill,) aller Getauften gehalten wor«
den? Was haben die in India Gehaͤl darge
malt dem Concilio zu Coftanz gegeben, da frey«e |
lich nicht viele find, die da wiſſen, ob 8 a
eine Stadf oder ein Thier fry? Darum, frome |
me Chriften, zur Schrif! zur Schrift! die |
macht weife (fpricht Paulus, ) zur Seligkeit,
und lehret alles Öutes, 2 Timoth. am 3. Cap.
Um den Verſtand aber der Schrift müffen ale |
le Kinder GOttes, Flug und einfältig, den Bau |
ter bitten, der feinen guten Geift niemand, der |
ihn darum bittet, verfagen Fann. Damit ift |
verantwortet des Provincials Frage: wo der |
Einfältige rechten Verſtand fuchen fol, fo doch |
die Gelehrten in vielen Dingen mißhellig find ?
Aber doch, wie gefage, welche Kinder GOttes
in nimmermebr in Hauptſtuͤcken des Glau⸗
ens.
Nun zum letzten, das Wort Matthaͤi am
18. Cap. betreffend, da Chriſtus befihlet, der
Kirchen zu ſagen Die Mißhandlung des Bru-
ders, der nach bezeugter Warnung ſich nicht
beſſert: Hat euer Liebe geftern klaͤrlich gehoͤret
aus den Worten des-HEren felbft, daß uns
die Kirche deß Orts von Noth wegen bedeuten |
muß eine jede Chriftliche Berfammiung, bie
oder anderswo: Deren denn angebracht werden
möge, der‘, fo feine Brüder (es ſey mit fals |
feher Lehre oder fonft böfen Werfen, ) verletzet:
deß wollet Die Worte ves HErrn ſelbſt noch ein⸗
mal hören, fie find Worte des ewigen Lebens.
Bon Berzeihung: der Uebertretung und Berles
Bung der Brüder hat der HErr geredet, und
redet weiter hernach. Doc) bevenfer nun mit
Fleiß, fo viel ich jeßo verlefen will: Sundi
gif aber dein Bruder in dir ꝛc. Aus viefem
Tert iſt fonnenflar, Daß der HErr JEſus re⸗
det von einer jeglichen Berfammlung der Glaͤu⸗
bigen, und wenn ihrer. fchon nur. zween oder |
drey wären. Wer lehrer die Wahrheit? Wer
weifet und führet anders, denn der HENN?
Will der nun feyn, wo nur green: oder drey
in feinem Mamen verfammlet find: was darf
man ſich erft umfehen um ein. gemein Conci⸗
lium? Dann feine Schrift vorhanden ift, daß,
fo der Haufe gröffer feye, darum der HErr jr
19
iv
6)
ſammlung,
7 u N
n \ PB ‘
ehr bey ihnen feyn wolle. So muß auc)
jeder Gläubiger empfinden, und niche wäh:
daulo fprechen möge: Ich lebe nicht , ich rich⸗
te nicht, id) vede nicht, fondern JEſus CHri-
us der fhutesinmirals.
In der Verantwortung der geſtrigen Ein⸗
rede Des Provincials, habe ich [es ] heute an
«dem Ort gelaffen, Ba er wider die hellen Worte
unſers HErrn JEſu (als er heiſſet den Bruder,
ſo fih über bezeugte Warnung nicht beffern
er
Ne
will, der Kirchen anzeigen,) fürgegeben bat,
daß die ah nicht allein eine fondere Ver:
ondern Die ganze gemeine Kirche,
im Concilio verfammlet, heiffen folle; und hat
fuͤrgegeben, Daß in gemeinen Sünden mol
nicht noch feye eines gemeinen Concilii zu er-
- warfen, fondern es möge eine jede Gemeinde
GOGsttes folhe ftrafen. Aber fo es den Hlau-
ben belange, fo feye die Sache nicht. durch eine
"jede Gemeinde , fondern ein gemein Concilium
- auszurichten; Damit nicht diefe Kirche eine
- Meynung annehme, und die andere das Wi.
derſpiel, und werde alſo zugerichtet Zertren-
nung und, Spaltung; wie er def erempelsmei-
ſe die Kirche zu Wittenberg und Zuͤrich, fo des
Sacraments halben mißhellig find, angezogen.
Hierauf iſt meine Antwort: am erften, daß fei-
- ne Einrede ohne Schrift it, und deshalb die:
ſes Dres nicht zu verantworten. Der Text iſt
klar daß er redet von der Gemeinde, welcher
der fündige ‘Bruder möge von einem jeden an-
gegeben werden. Go will der Provincial fel-
ber unter dem Mamen, Sünde, diefes Ortes
auch Ketzerey und falfihe Lehre verftanden ha
ben. Daraus denn folget, daß er folches zu
urtheilen aud) einem jeden Chriften muß zuge⸗
ben; denn nach dem G:bor Ehrifti, fo ſoll ein
‚jeder feinen fündigenden Bruder ſtrafen; das
kann er nun nicht billig thun, er habe ihn denn
techt und billig als einen Sünder und Jrrigen
—
geurthellet. Zum andern, dieweil ſeine menſch
liche Einrede ben den Einfältigen einen Schein
Don den Handlungen der zu Bern gehaltenen Difputatiorf.
daß dee HEerr bey ihm ſey; daß er mit
ihr wollet eingedenf feyn deß, fo ich euch heute
aus goͤttlicher Schrift hell und klar habe darge⸗
than, nemlic) ‚daß rechter Verſtand des Wor«
tes GOttes und Einigkeit des Glaubens duch
keinen Haufen der Menſchen, die von ihnen -
ſelbſt Luͤgner find, gefördert werden mag; ſon⸗
dern mir müffen durch den Geiſt GOttes im
Herzen, ein jeder für fid) ſelbſt verſichert wer⸗
den : diß begegnet nun endlich allen, die GSOtt
zum ewigen Leben verordnet hat, dann er beru⸗
fet folche, machet fie fromm und felig, zun Roͤ⸗
mern am 8. Capitel. Daneben aber, wie
heut geſaget, mag eine Kirche etliche Orte der
Schrift anders verftehen, denn die andere; wie
denn gefchieht von diefem Spruch, das ift
mein Leib, nicht allein zwifchen der Kirchen
zu Wittenberg und der von Zürd) ; fondern
aud) viel andern mehr. Wo aber das Ber:
trauen auf den einigen Heiland IEſum ‚gefes
get wird, ba hat man das ewige Leben, “Job,
am 6.Cap. Und mögen ſolche Zweyung ende
lich nicht fhaden. Das Vertrauen auf GOtt,
welches der Erwaͤhlten Leben iſt, wird fortfah⸗
ren, und durch GOttes Geiſt noch vollkommen
werden, und kein Ende nimmermehr nehmen.
Wider ſolches, das die ſchriftliche Wahrheit iſt,
laut des Wortes: Wer an mich glaubet, der
bat das ewige Heben; hat der Provincial,
aber oßne alle Schrift, eine Einrede gethan:
Es feye nicht genug, daß einer glaube, vaßiän
EHriftus erlöfer Habe, er müffe dabey auc)
glauben alles das, das die gemeine Cpriftliche
Kirche, die er doc) verfteher alle Getauften, .-
unter denen viel Berworfener find, die Feinen -
Glauben nie geſchmecket haben, geglaubet dat
und angenommen. Vermeynet das zu bewaͤh⸗
ren, daß wir ſelbſt bekennen, etliche Ketzer ver⸗
dammet ſeyn, die ſolches geglaubet haben.
Darzu ſagen wir, Nein. Wer je geglaubet
hat einmal, daß unfer HErr JEſus Chriſtus
ihn erlöfet babe, der hat das Siegel des Hei⸗
ligen Geiſtes zum ewigen Leben empfangen.
Dann welche an JEſum glauben, find Kinder
möchte haben, ais ob mehr Einigkeit im Sau: | GOttes, Johannis am ı. Capitel. Und mag
ben zu hoffen wäre, wo die Sachen des Glan: | niemand fagen in der Wahrbeit , ver HERR
bens durch ein gemein Conzilium entſchieden KESUS, dann durch den Heiligen Geift, in
wuͤrden: fo ermahne ich euch, lieben Chriſten! | der erften Epiftel zun Corinthern am 12, Cap-
m. 2443 Deßr
J
2090
. Der Reformationsfehriften wider die Reformirten 11. Abfehnitr.
N AR a
*
2051
Deßhalb babe geirret wie ſchwerlich das ſeyn Concillen, ſondern zuMir,) ale, die ibr bela=
mag. Wer je von GDte fo viel erlanger hat, |den ſeyd, ich will euch erquicken
daß er unfern HEren JElum für feinen Erlö-
fer erfennee und geglaubet hat, Der ift aus GOtt
geboren, mag zum Tode nimmermehr fündi-
gen, und hat das ewige eben. Daß aber
- weiter der Provincial feine Eoncilia in Sachen
Des Glaubens (wie fie den Glauben verftehen,)
bat unferftanden, einhellig zu bemäßren : will
ic) auf dißmal nicht mehr darauf fagen, denn
daß fih das Widerfpiel gefunden hat, und im
nächften Roͤmiſchen Eoncilio das für eine ver:
derbliche Ketzerey erfennet hat, Halten, daß
ein gemein Concilium über ven Pabft feye.
Welches Doch als eine heilfame Wahrheit bey-
de Concilia, zu Coftanz und Bafel gehalten, er»
kennet haben.
Mun zum Belhluß, fo hat der ‘Provincial
mit gar ernftlihen Worten eine Gemeinde
GOttes von Bern ermahnef , von gemeiner
Chriſtlichen Kirchen fich nicht zu fondern. E.
ben daffelbige, liebe fromme Chriſten von Bern!
ermahnen auch wir euch, aber auf einen red)
ten Verftand, durch den HErrn, und euer el.
gene Wohlfahrt. Allein, vermerfet, daß diß
die Heilige Chriſtliche Kirche iſt, dero einig
| Zu die⸗
ſem zu fuͤhren haben ſich gefliſſen eure treue
Diener in GOtt, unſere lieben Brüder, Frans
ciſcus Kolb und "Berchtold Haller , deß fie und
wir männiglid) durch helle Schrift darzurkun
und zubeweifen hie verſammlet find. Diewel
dann die Lehre des Provinclals (in feinen jun.
dert Wunderreden, oder vielleicht /beffer zu
verdeutfchen, unglaublichen Sprüchen verfaß
fet,) ſtracks entgegen {ft den zwey erften bemel-
deter Brüder Scylußreden, und zwar auch den
andern: fo bitte und ermahne id), um der
Wahrheit willen und feines des Provincials
Amt, er wolle mit Schrift wider diefelbigen
Binfür Handeln, und menfchliche Einrede ohne
Schrift fallen laffen. Was er aber vermeynet
ohne Schrift an fie geurfachen, wider uns ing.
gemein, oder uns Prediger zu Straßburg zu
haben: er wolle diefeibige, fo er noch bie it,
oder von hinnen fommen, in Schrift verfaffen;
foll ihm darum gnugfam geantwortet, und durch
ung felbft in Druck verfchaffet werden. Dieweil
aber hie allein durch GOttes Wort, laucmeiner
gnadigen Herren von Bern Mandar, gehan—
delt werden foll; fo bringe er darfetbige-feroen)
Haupt Chriftus, nicht der Pabit, tft; die aus |foll ihm von meinen lieben Brüdern gnugfame
dem Worte GOttes geboren nicht aus Beſchluß Antwort wiederfahren. Das wollen liebe Chri.
der Eoncilien;, die im felbigen bleibet, darnad) |ften im beften verſtehen, und der Wahrheit
Ihr werdet vor dem Richterſtuhl Ehrifti JE⸗
fu für eud), und nicht für andere Kirchen Re—
chenſchaft geben muͤſſen, und nicht vorden Eon.
cilien oder paͤbſtlichen Kirchen. Darum, wol⸗
let ihr zu goͤttlicher und allein beſtaͤndiger Ei⸗
nigkeit kommen, ſo laſſet euch, lieben Chriſten,
ja kein ſcharf, liſtig Geſchwaͤtz der Menſchen
auf die uͤberaus haͤßliche und beſudelte Gemein⸗
de der Paͤbſtlichen abziehen; ſondern gebet
lebet, unangeſehen was alle Welt ſonſt thue. nach urtheilen.
Meiſter rich Zzwingly, Praͤdicant
zu Zuͤrich
So meine Herren von Zuͤrich (der ſo alten
ehrlichen Stadt, die ſich fo froͤmmiglich, weis.
lid) und getreulich je und je gehalten, es feye zu
Fried⸗ oder Kriegeszelten,) befonder angezogen
find, als ob fiedurd) mich verfuͤhret; wlewol ſol⸗
ches billig erſparet wäre: ziemet ſich doch nicht,
einen fo löblichen Ort, und das zuvoͤrderſt einer
Raum und Statt dem Worte deß, der euch | Eidgenoflenfchaft, unverantwortet laffen. Auf
geſchaffen, und durch das Blut feines Sohnes | das fage ich, Daß Die genannten meine gnädige
€
theuer erkaufet Hat. Hoͤret nicht die Stimme | Herren durch mich gaͤnzlich nicht verführet,
der Sremden, die fich felber fuhen, wie ihrs auch mir nicht geglauber; fondern, nachdemfie
greifen müffet; fondern hoͤret die Iebendigma- | meine Lehre, die nicht meine, fondern GOltes def»
&ende Stimme des einigen Hirten eurer See re iſt, (gleichwie die Iſraheler in Beroen, Apoftg.
len, JEſu Eprifti, der da ſpricht: Rommet 17.) gegen das göttliche Wort gehalten, und die
su mir (nicht zu meinem Statthalter, oder! wahrhaft und goͤttlich erfunden; haben fie nicht
mein,
- mein, fondern GOttes Wort und Meynung
angenommen, dem ernftlic) angehangen, (GOtt
habe Lob!) und ſich, fo viel GOtt geben, nach
der anfänglichen Kirchen Sitten und Ord—
ung veformiret und geftaltet, unangefehen
alle menſchliche Lehre. Daß aber ich von ihm
angezogen, als ob ich mic) des Geiftes, der
- Schrift beruͤhmt, geſchieht mir wahrlich ungüt-
lich, und beziehe das auf alle meine Schriften,
und die,. fo meine Predigten gehöret haben.
- Bitte hie meinen Herren Provincial, von fre-
velen unwahren Reden fich gaumen [zu enthal:
- ten], undallein des göttlichen Worts zu alten,
Von den Jandlungen der zu. Bern gebaltenen Difputation,.
zogene Schriften mit nachfolgenden Anhängen -
2093
erläutert, zu der Sache feines Verſtandes noth⸗
‚wendig. Und-fo fern ihn nicht vollfommener
Platz zu reden, was zu der Sache bienet, ver
gönnet möge werden, ald auf einer freyen Di:
ſputation, dieweil dem Butzer folches heute zu:
gelaffen, molle er nicht diſputiren: denn die
Acta möchten im Druck ausgehen ; und fo Ihm
nicht bemilliget nach Nothdurft zu reden, moͤch⸗
te geachtet werden, daß er Daffelde zu thun nicht
gewußt, ſo ihm ein Gefeß gemacht, und das
Maul verfchloffen wäre. |
Hiernach rebeten bie Praͤſidenten, als hernach
damit die Zeit nicht unnuͤtzlich verzehret werde. folget.
Oecolampadii und meiner Lehre Rechnung wird
maͤnniglichem gegeben, ob Dt will, mit Ernſt Meiſter Cunrad Schmid, Comentuͤr zu
und Zucht, in fortfahrender Diſputation, ſofern
man die mit Liebe GOttes, und der Wahrheit,
vollſtrecken wird ꝛꝛc·.
Auf ſolche Rede, als der Provincial anfieng zu re
den: Ehrſamen, frommen, lieben Chriften !
SEs hat heute den ganzen Tag Martin Buger
viel feltijamer Rede eingeführer, und eine
lange Predigt laffen hoͤren 2. Und als die
Praͤſidenten wollte beduͤnken, daß bemeldeter
’ Here Provinzial wollte die Prädicanten von
Setraßburg, ihres Handels halben, fo fie gegen
„einander haben, weiter antaften, und lange
Rede brauchen, zu gegenmwärtiger Difputation
“ nichts dienend: haben meine Herren, Die Praͤ⸗
- fidenten, Herren Raͤthe und Bürgere zu Bern,
Ordnung, zu Abſtellung umfchweifender und un:
nothwendiger Reden angefehen, eröfnet: -
Nemlich, daß man bey. der Schrift bleiben follte,
and nach Innhalt meiner Herren Mandat Di:
> fputiren follte, und aller Schmitzworten, und
Antaſten Der Perfonen, ganz ab feyn. Und was
der Provincial und die Pradicanten von Straß⸗
- burg mit einander zu handeln haben, folle die-
- fer Zeit eingeftellet werden, und dein nach gele:
gener Zeit einander darum erfüchen. Wo aber
‚Herr Provincial Die Schlußreben zu wider:
fechten millend ware, feye ihm erlaubet, ge⸗
gen die Pradicanten mit heiliger Schrift zu
diſputiren, und ohne weiter Umfchweifen fried-
- Tich zu handeln. iS
Kuͤßnacht, Präfident, im Namen aller
Praͤſidenten.
Meiner Herren der Praͤſidenten Meynung iſt,
den Handel, fo mein Herr Provincial, und Doctor.
Wolf Capito, und Martinus Butzer, Pradicanten
zu Straßburg, gegen einander mun eine Zeitlang
gehabt, hie angezogen und geantwortet, nicht wei⸗
ter wollen geftatten vor der Gemeinde zu Bern, in
angefebener Difputation zu vollenden und vollſtre⸗
den dann wir von unferen Herren von Bern zu
Prafidenten verordnet find, über ihre Artikel, und
keinesweges über einigerley frembe Handlung und
Span, fo jemand wider den andern moͤchte haben.
Darum wir ung begeben, demfelbigen Amt allein
zu dienen: aber meinem Herrn Provincial erlaus
ben wir frep zu reden und zu Difputiven mit dem
Praͤdicanten von Bern, wider ihre vorgenomme⸗
ne Artikel, aus göttlichem Wort, nach Ordnung
und Anfeben meiner gnadigen Herren von Bern,
damit Feine Kirche oder Gemeinde , Feine Perfon,
hie zugegen ober anderswo, nicht werde angetaftet,
was jeder glauber oder nicht glaubet. Dabey wir
ihn auch bitten fleißlich, daß er fich deß weiter
unternehme, zu Erläuterung bed Handeld, und
den Span, fo er mit den Pradicanten von Straße
burg hat, zu andern Zeiten wol möge vertheidie
gen durch Schrift oder mündlich.
Des Comenthrs Proteftation
infonders,
Auf ſolches bat der Provincial proteſtiret, (wie \ Ich proteſtire mich hie, daß meine Herren, die
nben ) und dabey angezeiget / baß er feine ange: |Präfidenten, dem Provincial Fein Stillfepweigen
haben
—
Der Reformationsfehriften wider die Reformitten IL. Abfehnitt, 2095
2094
> Haben aufgeleget, oder abgefchlagen zu reden und noͤthen gewefen, diefelbigen zu veranfworten; und.
Difputiren 5 fondern ihm erlaubet frep au veden und das haben wir mit Schrift, und dienſtlich den zwo
diſputiren mie den Praͤdicanten wider ihre Artikel ;| erſten Schlußreden, gethan. Nun hat er freyen
ihn auch gebeten folched zu ehun, um mehrer Er- Platz; mit Schrift wider die zwo erffen Schlußreden |
lauterung willen, daß die göttliche Wahrheit deſto zu handeln. Mag er das nicht, ſo lieget ſein gan⸗
mehr und heiterer eroͤfnet werde; ihm nicht mehr zes Vornehmen: mag ers thun, fo thue [er]eds |
abgeſchlagen zu reden, denn den Handel und Span, ſo wird er, wie an der Hauptfach, alſo an allem, |
fo er mit den Prädicanten von Straßburg bat, | das ich wider ihn geredet habe, fiegen. Go er das
daruͤber wir nicht Vrafidenten find. nicht thun will, wie ers auch nicht vermag, fie |
: ee Fa hell a N = a |
Sei vieffers Droteftation. Lehre, und alles ſeia Thun, ohne Schrift iſt. So
jeifter en fie p ei denn aber die Schrift alles Gutes enthält, erkennet
Ihr habet, Herr Provincial, (mie ihr geſpro⸗ manniglich, was fein Thun und Lehr feye, Dieer
chen) zween LocosScriptur® angezeiget; aber da⸗ mie görtlicher Schrift nicht weiß zu erhalten, und |
Bey viel eingezogen, que non fuerunt Scripture, ‚Sch
fed facti; nemlich den Handel, fo fich mit den Pra-| nicht Bat widerfechten mögen. Ihr Chriften, bes
dicanten von Straßburg verlaufen bat, antreffen denkets und richtet! Wir erbieten ung aber dar=
de. Desgleichen baden die Pradicanten, Doctor | yey, er bringe hervor, was ihm geliedt, (Wahrheit
Eapito und Martins Butzer auch hervorgebracht. | ;jf ihr felsfE nimmer ungleich,) wir mollen ihm ges
Und folchen diefen Handel will ein ebrfamer Rath| augfame Antwort geben. Goaber auf diefen Det,
und Praͤſidenten nicht zulaflen in Diefe Difputation | da allein foll mit Schrift gehandelt werden, anderer
weiter einzuziehen und vermifchen; fondern fol al | Tand nicht gebörets fehreibe er, fol ihm überflüfz
ein gehandelt werben, mas da dienet für aber wi⸗ fig geantwortet werden. Wir haben auch die ehr⸗
der die Schlußreden der Praͤdicanten; wie vor ger | wurdigen Herven Praͤſidemen fleißig gebeten, fie
meldet iſt. ſollen Ihm vergoͤnnen, auf dißmal Antwort zu thun,
Weiter, Herr Provineial, damit ihr nicht miß“ ſeines Gefallens, [fo] wollen wir nirgends auf
verſtanden eines ehrſamen Raths und der Praͤſi⸗ antworten, Denn allein fo aus der Schrift von ihm
denten Meynung , euer Wide iſt erlaube zu die wider Die zwo erffen Schlußreden vorgebracht _
ſputiren mit der Schrift: und nicht allein mit der | würde, und alle andere Rede forigehen laffen, So
Schrift, die mit heiteren und ausgedruekten Wor⸗ aber folches nicht hat (non wegen unferer gnadigen
ten feye wider die Schlußreden der Pradicanten; Herren von Bern Mandat,) feyn mögen, fo wol⸗
fordern auch mit Schrift, aus welcher Schrift ihr | len wir ihn gebeten haben, er thue mit Schrift
darthun und anzeigen möget, daB aus derjelbigen hervor mas er möge, foll ihm verantwortet wer⸗
Schrift mahrhaftiglich folge, das da feye wider den, daß alle Chriffen fehen, daß mir die Ehre
die Schlußred der Pradicanten- + 1GD£tes ſuchen. | ———
Capitonis und Buceri Proteſtation und Meiſter Ulrich Zwinglins Proteſtation,
Bezeugung. nach Doctor Cunraden Treigers Prote⸗
Der Provincial beklaget fich, er habe nicht Platzltation beſchehen.
auf unſere Rede gu antworten, die unchrifflich und| So proteſtire ich mich vor maͤnniglich, daß der
wider die Wahrheit ſey. Nun haben wir nichts Provincial die Anrede gehabt; da aber maͤnnig⸗
mit ibm zu thun, denn fo fern er wider die zwo er⸗ lich weiß, daß allewege dem Beklagten, ziemet zu _
ſten Schlußreden, an Denen der ganze Chriſtliche antworten. | ————
Handel ſtehet, in unſere Kirchen gefchrieben und| Da er ſich proteſtiret, ihm zieme nicht frey zu
gehandelt hat: derohalben hatten mir unſere and: | reden, proteſtire oder beseuge ich. mich vor der
Dige Herren von Bern gebeten, ihn zu befchreiben : | ganzen Gemeinde, daß ihm wohl ziemet zu reden
von bein haben wir allein mit. ihm zu handeln be: | doch aus GOttes Wort , unterlaffen Schmitz und
gehret. So aber er die gemeinen Einreden wider | Schniachrede; wie denn meiner Herren Praͤſiden⸗
die gemeine Chrifkliche Lehre, nach feiner alten Ge-|ten Verkündung jeßt aus des ehrſamen Raths Em⸗
wobnheit ohne Schrift eingeführet bat y iff von⸗ pfehl gehoͤrt iſt da er fager, ihm —
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er * Ba 20-77. a Sure
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wie götslich das unfer, dag er mit adttlicher Schrift |
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2096 |
wie denn geffern von ihm gebrauchet IT.
tesfurcht gehandelt werde:
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unicht gegen mich zu reden; beziehe ich mich aber cher allein ſolle regieren nad) feinem Gefallen.
auf die Acta, da Decolampadius und ich gead erſt Und das kurz, und Damit ich lebe dem Befehf,
— — —
* von den Zandlungen der su Bern gehaltenen Difputation.
‚und entboten haben, aus GOttes Wort Rechnung ſo durch unfere gnäbige H
es Wort erren von Bern be
unſerer Lehre zu geben, doch mit Zuͤchten und Got⸗ ”
‚den Parteyen gegeben ift, fie fich auch folches
| | darnach follen befleigen, weitſchweifende Res
Daß er aber bezeuget er wollte gern unfereal® den, fo zu der Sache nicht dienen, zu unter⸗
lergroͤſſeſte Verfuͤhrniß und Mangel dem einfaͤlti laſſen,
gen Chriſtlichen Volk anzeigen; ſo verſtricke man
ihms: bezeuge ich, daß wir ſolches gerne woll⸗
ten hören, mit GOttes Wort beſchehen; das auch
wohl ſeyn mag ohne alle Laͤſterung und Schmach,
Berchtoldus. | |
Von der Gewalt foll man fehriftlich verſte⸗
‚ben einen Befehl, und machet nicht mehr ein
Haupt denn die Dienftbarkeit des Werts,
Die Schrift, fo der Dfarrer eingezogen hat aus
den Geſchichten der Zwoͤlfboten am 20. Cap.
AaAappenʒell. wie der Heil. Geiſt habe Biſchoͤffe gefeger zu
Sn deinem Namen, HErr IESU Chriſt, |vegieren die Gemeinde GOttes: ſoll er eigene
ad Amen ! Als denn Herr Berchtold, Praͤs lic) verfichen, was die Schrift einen Biſchof
bicant meiner Herren von Bern, von Des nennet; Denn das Wörtlein eigentlich heiſſet
Bannes wegen eine lange umſchweifende Rede ein Wächter, Der den Schäflein vorftehe, und
Sat weiter geöfnet der Pfarrer von
gebrauchet, in welcher langen Rede er doch be- fie regiere als ein Hirt, und nicht als ein Hals⸗
Fennet hat einen Bann zufeyn, eg feye ein Pfar- herr; fondern wie der Hirt den Schäflein vor-
rer, oder eine Pfarre, weiches ich gern von im gehet, fie zu meiden: alfo Hat Chriſtus verord-
anzeucht erliche Mißbräuche, fo gehalten feyen Epheſern am 4. Cap. felbft veder.
worden mit dem Bann, oder nicht.
veritanden habe: denn der Bann iſt eine Xus- Inct Apoſtel, Evangeliften, Propheten, Hirten
ſchlieſſung der Chriſtlichen Gemeinde, welcher [und Lehrer, zu Erbauung des Leibes Chriſti, in
nicht geſchehen mag ohne Gewalt. So er denn das Amt der Dienflbarfeit, wie — zun
arum
ſchlieſſet der Pfarrer noch nicht anders, weder
das vor gnugſam ihm verantwortet iſt. An⸗
Der Kir.
chen Mißbräuche zu verfprechen, bin ich nicht
Tun
die; aber löbliche Chriſtliche Strafungen, ei:
nem Chriſtlichen Regiment gegeben, lobe ic);
- und daß felbe feye zu loben, bezeuget uns das
an die heilige Schrift, Apoſtg. am 20. Capitel,
welche alfo lautet: HYaber [auf] euch acht,
und Lauf] dieganzeHeerde ; (das it, die Chriſt⸗
liche Berfammlung,) in welcher euch der Hei.
lige Beift bat gefezer Bifhöffe, zu regie-
‚ren die Rirhen GOttes, welche er bat
überfommen mit feinem rofenfarben Blur.
Es hat auch Paulus gefager zun Ephefern am
3.Cap. daß Ebriftus habe geſetzet etliche
Zwölfboten, etliche Propheten, etliche Evan⸗
geliſten, etlibe Hirten, und auch Lehrer,
zu Erbauung feines göttlichen Dienfics und
des Heibes Ebrifti ꝛc. In welchen Worten
. da klaͤrlich angezeiget wird allen Epriftgläubi-
gen Menfihen, wer da regieren folle die Kir:
‚hen GOttes. Er ’hat nicht gefaget, daß jegli-
Autheri Schriften 17. Theil.
dere Schrift bringe er Berfür, Die zum Haupt
diene, Denn fo fein Verſtand beftünde, ſo
würden fo viel Häupter als viel Bifchöffe je in
einer Kicchen: Denn Paulus in. feinem ange:
zogenen Spruch zu den Hirten in Epheſo, de
rer viele waren , folches Wort geredet bat, °
Pfarrer zu Appenzell,
Frommen Chriften! Als Herr Berchtold an«
gezeiget, Daß Feine andere Gewalt fey, denn
Ehrifti, oder GOttes, Babe ich ihm geftern in-
‚der erften Beſchlußrede gnugſamlich Befcheib
:gegeben, wenn ächter Befcheid will Belfen ; in
‚welchem ich ihm gnugfamlich klaͤrlich angezei⸗
‚get Babe die Gewalt des allmächtigen GOttes,
jene Gewalt, feine Barmherzigkeit, feine Gfo«
rie und Ehre, [fo] niemand auf Erdreid) geges
‚ben, noch im Himmel. Und ſoll auch Fein
Menſch nicht reden, (ob GOtt will,) daß Feiner
NRrr rer auf
2098 Der Reformationsfchriften wider die Reformirten IT. Abſchnitt. 2099
auf diefer Partey, und ichs dafür habe nie ge- ge ich Kervor das heilige Wort, daffelbe befege
Her che ihme darnad) angezeiget eine ver Herr Berchto!d und gebe mir dann ee
orönete Gewalt, Die er gegeben hat feinen aus: | Der HErr JEſus har zu feinen lieben Jun⸗
erwaͤhlten lieben Juͤngern; und ſo er die Ge: gern geiprochen: Ihr feyd das Licht der
walt vorhin gnugſamlich angezeiget, beftätiget, Welt. Wiewol er das rechte einige ziche iſt,
bat, will er mir einen Befehl daraus machen. und das wiederum bezeuget aus der görtlichen
Daß fie aber eine Gewalt gehabt, und einen Un- Schrift: Ich bin das Licht der Welt, nod)
terfcheid hat, fo vermerfet Den Beiligen Evan · irret Dennoch nicht die Heiligen Zwölf boten JE
geliften: Als mich gefender hat mein himm · ſu Chriſti das Wort, fo er zu ihnen gefaget hat:
liſcher Dater, alſo fende ich euch auch. Sem, Ich bin das Kicht der Welt; Denn daß fie
aus der Declaration, fo ich vor dargethan habe, auch Lichter der Welt feyen. Denn das gött-
wie er gefeßet habe zu regieren feine göttliche |lidye Wort mag nimmermehr fehlen. Zugleis
Kirchen. Wie es dann angezeiget hat ber vorher⸗ cher Weile, als auch einer ein Hirt genennet
gehendeSpruch: etliche Hirten, etliche Lehrer | wird, irret nichts an dem, ob ſchon andere auch
xc. in welchem Flärlich angezeiget wird eine em- |alfo genennet werden, ꝛc. fo dod) ein einiger
pfohlene Gewalt, und daß ein ander Ding ift, Hirte, JEſus Ehriftus, in Ewigkeit iſt.
Bitten, und lehren. — en Beh
| Berchtoldus. oͤret, fromme liebe Chriſten! den Befeh
Idgh frage den ak ein Stuͤck: ob er aus | ÖDftes Der Aemter halben feiner Kirdyen, aus
denen zwenen Sprüchen, die dann melden Das der een Eplſtel Pauli zun Corinthern am ız,
Amt und Dienftbarkeit, fo Chriftus feiner Kir- Capitel: Es find mancherley Baben, aber
chen verlaffen hat ;ober daraus einführen wolle, |"? ift Zin Beift, von dem die Babenflieffen?
daß welcher ein fol Amt Bat in der Kirchen, u a find mancherley Yemter, aber esift
er fey ein Lehrer, ein Evangelift, ein Hirt und Zin re: Und es ſind manderleyAräfte,
Wächter, daß er Darum ein Haupt der Kirchen [ber es iſt Ein GOtt, der da wirket aller
ſeye: darauf gebe [er] Antwort! ey in jedermann. Da verficher männigli«
i cher,daß alle Aemter, werden Lie ſchon auch Ge⸗·
Theobaldus Pfarrer von Appenzell, walt genennet, nichis dann Dienſtbarkeit find,
Fromme liebe Chriſten! Ich habe eingelegt fund nicht Herrfchungen. Dann der heilige
wider Herr Berchtolden, meines Anliegens, und Petrus ſpricht in der erſten Epiſtel am 5. Cap.
meynte, er folte mie Antwort geben: fo fahet Weidet die Heerde Ebrifti, die unter euh
‚ev an und fraget mich, ich folle ihm Antwort iſt, und verfebet fie; nicht genötbiger, fore
- geben. Daß man vor ſolte auflöfen, habe ich dern ſelbſt willig; nicht aus Begierde
allwege gehoͤret, ob [ehe man ſolte Fragen: ſchaͤndliches Gewinns, fondern aus geneig⸗
fo mic) fraget Herr Berchtold, und mir auf tem Gemüth; nicht als die da herrſchen
meine Frage nicht geantwortet, in dem, fo ich über das Erbvolk GOttes. Und ſo ſie ſchon
begehret Babe einen Unterſcheid zwiſchen Dem gebieten, fo thun fie dod) das Durch das Wort
Hirten und Lehren. Aber in dem fein Verzug GOttes, ja vielmehr thuts GOtt in ihnen, und
zu haben; fondern eine Antwort zu geben auf durch fie Dann ihr nichtfeyd diedareden,
Fine Trage: _ fo er nach hat gelaflen, daß eine (fpricht der HErr,) fondern der Beiftmeines
Gewalt gegeben fen feinen lieben Zwölrboten; bimmlifchen Daters. Darum ift aber nichts
muß je hernach folgen, fo ein $ehrer, ein Hirt, wider uns aufbradyt, daß Chriſtus ſich felbft
geblete einem, oder habe einem zu gebieten, def nennet ein Licht der Welt, das ift er weſent⸗
felbigen Haupt ſeye er, oder Dberer. Dann lid), und fonft niemand anders; die Apoſteln
‘wir wend [wollen ] je nicht In Worten ftehen :| aber find Lichter der ‘Welt genennet per partici-
daß ich dennoch mein Ding an Tag bringe, und pationem, daß fie erleuchtet find von dem wah⸗
das nicht mit umfchweifenden Reden, fo brin⸗ ven Lichte Chriſto. Wie nun Chriftus iR en
Sr RN ERS
a0” 9 von den Zandlungen der zu Bern gebaltenen Difputstion. 2108
nig Haupt, ein einig Sicht; alfo mag fein an- |find der Welt, nicht wefentlich, fondern die vom
der Haupt, fein ander Licht weſentlich feyn, dann Haupte EHrifto erleuchtet find, mie auch alle
Er allein. Kurz davon! alles, dag der Pfar⸗ | Gläubigen, alle Cpriften find. Daraus folget
rer herein gezogen Hat, zeiget ung fein ander aber nicht, daß darum alle Chriften Häupter
Haupt an, dann Efriftum Sum, feyen der Kirchen. Bringes flare Schrift, daß
a | ein ander Haupt der Kirchen feye, welches fie.
hr | a —— Hs Here Berchtold lebendig machet, und Ihr Heiland fey.
u
- anzeucht die erfte Epiftel zun Corinthern im] Meifter Ulrich) Zwingly.
12. Capitel, wie GOte der Allmaͤchtige man=| | begefre ein wenig zur Erklärung, wie
‚herley Gaben gegeben hat feinen lieben Juͤn⸗ Ehriftus das Licht fey, und mie die Apoftel das
gern: das ihm doc) niemand ab if. Allen] Eiche feyen, zu reden. Chriſtus ift das wahre
Edriſtglaͤubigen Menfchen ift wohl wiſſend, daß weſentliche Licht ( Zohannis am erften Cap.),
GHte der Allmächtige die Menfthen begaber | und alles Licht, das Die Apoftel Haben, giber er
mit mancherley Gaben; und dennod) ein jedes ihnen. Mehmet, lieber Herr Pfarrer, ein Bey«
Chriftenmenfd) billig tob und Dank zu ſagen ſpiel: Die Sonne giber den Tag durch das Fen«
ſchuldig ft, mit was Gaben er ihn auch bega.| fer herein, und ift aber der Tag oder Licht ichts
— in dem ſo er mid) anzeucht, mich für ſich ſelbſt, ſondern fo bald die Senne nicht
gefraget, es feye Ein HErr, darum möge kein leuchtet, fo ift ver Tag nimmer. Alſo aud) die
anderer HErr feyn; und den Text fürgemen«) Apoftel, haben fo_viel Lichtes, fo viel ihm die
der, den ich ihm vorbracht Babe, wie der HErr| Sonne der Gerechtigkeit, Cpriftus, giber; und
SEfus fprach: Ich bin das Kicht der Welt; wo die Sonne nicht leuchtet, da it Fein Licht.
Desgleichen auch zu feinen Juͤngern: Ihr ſeyd Und iſt Chriftus alfo allein das Licht, Das geben
das Licht der Welt, ıc. aber Ein HErr und; und die Kraft, Die ale Menſchen erleuchtet, les
viel Aemter feyn wol: GOTT fey ein HErr bendig machet und behält; und find die Apoftet
wefentlich, und ein Sicht weſentlich; aber feine: erleuchtete, Iebendiggemachte Glieder der Kir⸗
_ Sünger feyen ein Licht participatiue, das iſt, chen, und nicht Haͤupter. Sage — u
er nun nachgelaffen hat, Herr Berchtold, dag; fältigen. 2
bie Jünger des HErrn JEſu Chriſti Haben Die) \ 2 Dfatten 2.0 —
empfangene Gewalt: foiget je Daraus, daB fie) Als dann Herr Berchtold eingefuͤhret Bat
auch Haͤupter mögen feyn participatiue; nicht wie pie Zwölfboten nicht feyn &ichter der Meile
eheiiHaftiglich, oder von ifm empfänglich. So, Pfarrer, zu euer Unterrichtung und der Eine °
ausgeichloffen das wahre einige Haupt JEſus weſentlich, hätte es deß nichts dürfen. Ihm
F
Chriſtus . Darum fo Herr Berchtold Die zwo ſſt niemand darwider gemefen. Daß er aber
Zertheilungen gethan Bat, fell er die wohl beeinarneben eingeführet hat, wie dann Herr Berch⸗
trachten, dann die nicht werden wider mid gold faget, Chriſtus feye allein das mwefentliche
‚kon. gicht, und die Zwoͤlf boten nicht; glaubet jeder
Berchtoldus. mann. Aber das Exempel und Beyſpiel, fo
Es iſt ein einiges Haupt, welches da iſt ein, Meiſter Ulrich Zwingly geredt, von dem Lchte
1 Beim der Gemeinde GOttes. Paulus zun
mir gegeben, von der Sonnedurd) das Tenfter;
phefern am 5. Capitel: Es find viel Aemter, | erkenne ich eigen£lic) wohl, oßne alles Mittel,
‚oder Ameleute, die find Blicder des Leibes daß das das wahre dicht ift, und der Anfang
Chriſti; fie findaber nicht das Haupt, vondem des Lichts. Aber der Schein, Der durchdringet
die Schrift redet, das Die Glieder lebendigma. | das Fenfter, hoffe ich, er laſſe mirs auch ein Licht
chet, und ein. Heiland ift des Leibes. Daraus feyn. Alfo auch, zu Einführung meiner Be«
mag der Pfarrer aber nicht ee erkenne ic) auch GOtt, ven HErrn
h unſere Schlußrede, ob ſchon die Apoftel Sichter
JEſum Epriftum, meinen Behalter und aller
Kırrıra . Welt,
0 EIERN. NOS
*
——
——— Se DE NREMRRE a
Wet, ein Haupt zu fepn, Aber daß nicht füpe göttlice Wort gränden wolle: Darnadby
a ih ——— von ſelnem groß Geſchrey und Pomp, als ‚ob id x feiner
göttlichen Worte, [goffe ich, ] werde niemand wi: | Meynung zugefallen wäre: PIEDNE ich, ſolches
‚Der mich beroäßren; und empfeßte wid) alfoden |merbe fid) nicht erfinden bey den Aeten. Go
“örtlichen Worten, fo ic) angezogen Babe von ich GOtt erkenne meinen Erlöfer, und der el,
der heiligen Schrift, an einem jeglichen Ehrift- als alle fromme Chriſten follen hun? foiches
ichen Sefer für meine Perſon. babe ich gethan und gelehret, che aud) id) Mel
1 —— ſter Ulrich Zwingly je erkennet Babe, Darbey
Ich Babe das — nich angezogen, daß dichts deſto ne
’ id Barauf das goͤttliche Wort gründen wollte, geilen an ae — Scheift. Sol
‚fondern dem Cinfältigen en — fi rue bey den Notarien; und profeflire
Dinge, wie auch dem Keiligen Paulo gefaͤllet, mid) hie vor einer ganzen eßtfamen Gemeinde,
— ac an a daß ich Meifter Ulrichs Ziwingiy Glauben, nod)
7 {
einer Lehre nicht anhängig, noch feyn will; fone
Sehen. Demnach fo erfennet der Pfarrer I bep Einigkeit Chriftiieper Kirchen und löb-
Sr den HEren Sefum Chriftum,- feinen) anen Serfommen bleiben will, und ob es die
Behalter und aller Belt, auch ein Haupt feyn. Noch erfordern würde, darbey zu fterben,
Dis find ale Worte des Pfarrers, als fie bie gr Zwinsly en
een Hlebey lobe id) den GOtt, Der . Fromme Ehriften! daß ſich der Pfarrer be- au
verheiffen bat, wenn man ihn Biete — zeuget, wie er nicht meines Glaubens feye,und
er erbören; Daß er auf den heut “8 die) Dat aber dabey geftern oͤffentlich verjächen, ee
oͤret dat die frommen Chriſten zu ad ga, |erfenne G9, ven HEren IEſum Epriftum,
An jegt der Tagen fo oft ängftlich ge ne ‚feinen Behalter und der ganzen Welt: bezete
ben, die finftere Herzen zu — — — ge ich mich, daß ich den Glauben auch Babe;
„fer lieber Pfarrer und Bruder von al und laß dabey einem jeden Chriſten das Lrsheil,
erkennet, daß Ehriftus ber HErr are ter die ſich des Pfarrers Rede der Wahrheit und
fey, auch aller Welt Behalter fene: de pen geftrigen DBerjächen vergleiche; und ver-
fern und folches aus rechtem wahren Glauben taffe mich auf feine Worte, die von den Schrei.
are 2 en ap, ei bern in die Acta verfaffet finde, —
nem Behalter, keinem Licht, Eeine Eu ne
Vater, noch) — — nacfra Meiſter ne ln Sänger
‚gen; denn welcher zu dem Brunnen fommt,) IJau dem Namen unfers lieben HErrn SChu
‚den dürfter nlmmermeßr —— 4 Ca, Cor verleiße ung 58% der a
pitel,) nad) — andern Heil, Eon Dar, ter, durch die Gnade GOttes des Heiligen Geh
anbern Sicht, nach feinem andern Troft. (fo. | (tes, wahre rechte Chriftliche Erfenntniß feines
bey ich wohl vermerken mag, daß bey ihm aller beitigen Wortes und görtlicher Echrift! Chr
Sreaturen Trofte —— ——— J edle, pefke, fürficheige,
‚darum jage id Stt : AuR and. weiſe, lebe gnaͤdige Herren und gufen Freun⸗
Am eilften Tag Jenners. de, auch fromme biderbe Chriſten, wie ihr he
Pfarrer. verſammlet ferd, um Erfenneniß goͤttlicher
En deinem Namen, HERR JEſu Chriſte! Wahrheit! Wiewol [es]ift, daß ic mih
Ay Umen. Sronme Chriſten! Alsich habe Mei-|niche unterſtehe, Entfcheidung und fäuferung |.
‚fter Ulrich Zwingly gefrager, mit feinem Ben- ju geben um diefe ſchwere Spän, hie zugegen, |
fpiel und Exempel des Senfters halben von den dann es meiner Kunft, die klein iſt überlegen
Wweyen Lichtern; fo bat er geantwortet, er ha⸗ feyn will; dieweil vor zwölf hundert jahren
be Das nicht angezogen, daß er Daraus anf das und mehr fo piel beiliger gelehrrer —
ee | ar⸗
HIER ea SEN N
2104... Von den Sandlungen der su Bern gehaltenen Difpuration. 2.05
darinn gehandelt, Entfeheid- und Säuterung ge heiſſung nicht; mie er Petro ſonderlich babe
geben haben, und aber die Sach jetzt wiederum | verheiflen die Gewalt der Schlüſſel; a:jo Habe
in Span fomnıen iſt. Dieweil aber es: mir er ihm die aud) fonderlid) gegeben, entweder
ſchwer iſt, von ſolchem fang’ geübten unſerer von Stund an, oder Johannis am 21. Capitel,
WVordern Glauben zu ftefen, den wir fo.in lan» da Chriſtus ihn hat erfeunet für einen Hirten,
ger Gewaͤrd und Beſitzung gehabt Haben, be und ſolle fpeifen feine Schäftein. Dann Matth.
duͤnkt mic) norh ſeyn, nad) der Lehre des hei⸗ 18. Cap. da bat Chriſtus auch allein feinen Juͤn⸗
ligen Petri in der erſten Epiftel am 3. Eapitel, gern vor feinem Leiden die Gewalt gegeben, zu
daß ich auch Rechnung aebe um meine Hoff: ‚binden und entbinden: Was ihr binder auf
nung und Glauben; fo ic) darum erfordert bin, dem Erdreich, wird bunden in dem Sim⸗
und will das thun freundlic) und gütlidy, mir mel, Aber Math. 16. da hat er Petro ver⸗
‚und andern zu weiterer Unterweifung; als der heiffen binden in viel Himmeln. En
heilige Daulus fpricht zun Galateın am 6. Ca - Serchtoldus.
piteſ Ihr ſollet einander unterweiſen im | Die — laſſe ich fallen; und zu
Geiſt der Sanftmuͤthigkeit. Ich bitte aber dem Spruch Matth. am 16. Capitel angezogen,
euch alle, meine Herren und fromme Chriſten! gebe ic) die Antwort: Petrus hat im Kae
wie ihr hie verſammlet ſeyd, durch GOttes aller Apofteln dem HERAN aeantivorter, und
Willen, was Meynung dann jeder fey: nichts alſo die Verheiſſung ver Schluͤſel in ihrer aller
«an mich zu zürnen, ob ich etiwas würde veden, Namen empfangen. Johannis amaı.Capitel
das gleich niche jeglichem nad) feinem Glauben hat ihn Chriſtus feines Amtes ermaßner, die
gefiele; dann ich proteftire mic) und bezeuge die Schaͤflein zu weiden. Das aber yon binden
öffentlich vor GOtt und den frommen Chriſten, und enebinden Matth. 18. Cap. gefhrieben ſte⸗
daß ic mie Wiſſen und Willen, oder mit Keif het, iſt diß Tags gnugſam erkläret, dag es der
und Frevelheit nichts will oder begehre vorzu: Kirchen gefager fey ıc.
nehmen wider den wahren rechten Chriftlichen | (Berchtoldus har Darauf den Text gelefen.)
‚Glauben, wider den rechten Verſtand des heili· Saͤnger.
gen GOttes Wortes; und ob mir Das Begegue: Ich meyne, diefer Text möge die Xuslegung
te, (da GOtt vor ſey!) fo will ich es jetzt wi nicht erleiden; darum, daß Chriſtus fie alle ge
derrufet Haben. : Weiter proteſtire ich auch, daß frager habe, und Petrus alfein für fie alle ges
unm meines Difputivens willen Dem gemeinen antwortet, darum er ihnen allen die Schluͤſſel
Epriftlichen Glauben Fein Nachtheil foll erwach⸗ ‚abe gegeben. Dann wenn das die Meynung
fen. Ich will auch für niemand anders diſputiren, Chriſti wäre geroefen, fo hätte er wol gefprochen :
dann meiner Perſon halber, für mid) ſelbſt allein. Ich gebe euch die Schlüffel allen; wie Peirus
Es hat fich begeben in etlichen Antworten | für alle geantwortet bat. Der Text iſt aber
derer, die difputiret haben von dem Sprud ‚offenbar, daß er nad) aller Frage hat gefpro-
Matth.am 16. Cap. da Chriſtus zu Petro ges chen zu Petro: Sch mwerdedirgeben die Schlüfe
ſprochen bat: Ich werde dir geben die SchTufe ſel! Nun ift, die zu geben, und, allen zu ge=
ſel; was du bindeft auf Erdreich, das word | ben, ungleih. Der Tepe ift Beiter und klar.
gebunden ſeyn im Simmel ꝛc. Da habe ich Wenn man mir bringet, nad) meiner gnädigen
äjween Duncten in der Antivort verſtanden, die Herren von Bern Mandat, einen offenen
‚ich noch nicht annehmen kann. Des erften, fo Spruch aus dem Evangelio oder Schrift, die
ſeyen da Petro die Schlüffel und Gewalt ver- das anzeiget, DaB Das die Meynung Chriſti
Heiflen, aber nicht fonderlich gegeben, ſondern ſeye geweſen, allen zu geben die Schlüffel; fo
mit andern allen gegeben Johannis am 20. Ca⸗ will abftehen des Puncten. Dann wir finden
pitel. Meyne nach der Lehre Des heiligen De: desgleichen auch mehr im Evangelio, daß Chri⸗
“ triin der andern Epiftel am dritten Eapitel: |ftus Die Jünger gefragt hat,alsda: Mo wer«
BOTT ifi treu, er verzeucht feine Der |den wir Brod kaufen, daß wis die Diele
J— xrrrrr — peiß
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N v4 b Tre 4
2106 Dir Reformarionsfhriften wider die Reformirten II. Abfehnit. 2107
PRERREENTT E 7 — er : m EICH FT ur BI PERE SENT ”
eifen? Joyannis 6. Cap. Da anttoortet Phi mel. . Wenn id) Das mag erzeigen, das ich
Bi und nigt Detrus. Es hat auch eine meyne zum Theil erzeiget [zu] baben, fo wird
gute Geftalt, doß jo Petrus, der higiger üt ge- es richtig ſeyn wider euer Sejlußrede, 1
unter ißnen allen Zwolfboten, aus Treue Daß ihr viel anzeiget mit Schrift, wie Petrus
— — — ſelbſt habe geante für fie alle geantwortet Habe, dienet niche zubles 9
wertet. Wiemol es iſt, Daß die andern Juͤn⸗ fer Sache. Zu dem Spruch Johannis am 20.
ger und Zwölfboten Die — auch — ſo — I — er da — |
enommen haben, und laſſen bleiben. Petro und allen andern Jüngeren die Schluͤſſel;
— — — ſpreche ich alſo, daß derſelbe zu der fonderbaren \
in at EL CHEOLOUS. ns Dergeiffung Petri, Matchäi am 16. Cop. ni
wi 2 k ) 1% ö : rt . IE 2 —2 120. ap. nicht
Cgriſtus hat Petro Die Schluͤſſel verheiſſen, dienen mag; dann die Worteund Sprüde
dann er veſt im Glauben und ein Seifen war ungleich. Der Sprud), jest genennet, Mat:
Daß aber er in dem Namen aller Jünger ge» ıthäi 16. Cap. weiſet alfos Ich werde dir ges -
antwortet habe, zeiget Der Terfflar an, an ben die Schluͤſſel: Was du bindeſt auf dem
a Mt > Erdreich, das wird gebunden in dem Him⸗
feges Da dat Petrus in ihrer aller Namen ge | meg, Ader diefer Sprud) Johannis am 20,
Frage des HEren: Wen faget ihr, der. ich
antwortet; wie aud) geſchehen Johannis im 6. Cap. weiſet alfo: Nehmet bin den Seiligen
Eopitel. Da habet ihr Schrift, die ihr dann Geift wem ihr die Sunde ablaffer,demfind
‚fordert... Es ſprach der HErr JEſus zu pen fie abgelaſſen; wem ihrs bebaltet, dem find
zwölf Apoſteln: Wolter ihr auch abtreten? ſie behalten. Und bleibe noch heut bey Tage
darbey, obſchon Petrus für alle auf die Frage. -
‚antwortet Petrus: HErr, zu wen ſollen wir
geben? Du haft Die Worte des ERAEN Le⸗ CThriſt geantwortet habe, fo hat nad dem ale
bens; und wir glauben, und haben erkannt, ,m Cpriftus ifm Jonverlich die Grmaleihit
TERN ic
}
daß du bilt Chriſtus, ein Sohn des lebendie | Scrpiffeln verheiffen. Und als mein Here
en EBttes. Zum andern, fo habet ihr eine
Seitere Schrift, da der HErr die Schluͤſſel al-
len geleiiter Bat, Johann 20. Cap. Nehmet den
Zeuigen Geiſt ic. _ Aus dem altefanıt noch |niE offener Schrift, daß Chriſtus das hie aud)
nichts wider unfere en gethan habe, die Schluͤſſel allen verheiffen Habe,
dann mehr in ber ah ’ ® ne Dann es folget nicht Daraus, Chriſtus hat das an
re Matt al a A Eapicei | rem andern Ort geiban, darum hat ers bie auch
en. I 4. Sa
ſprach de KExe zu Petro und Andrea: Fol |Indertich gerkan und geredet Babes
get mie nach! ich werde aus such machen Berchtoldus.
ſonderlich verheiſſen, das er nachher andern
Sifeher der. Wienfben. Nun werden durch Meiſter Micolaus führer herein, daß Petro
den Propheten Sseremia 16. Cap. alle Apoſtel fonderlich die Schlüffel verkeiffen Kon a
g:ben. Verſtehet ers fonderlic), das ift, allein
Fiſchet genennet, darum, daß fie mit Dem a i
des Wortes Gottes die EN ey er verheiffen und geben: fo hat er wider ihn die
ten; und beshalb die Gewalt, die Matt hat er pen Worte Eprifti, Johan. am 20, Eapitel.
“am 4. Capitel von zroeyen geredet wird, allen Sun die Worte find ſo Flar Marpäl amı6,
befoplen iſt. Biinget Schrift wider die Eapitel, daß vie Bereifung dafelbft ifE anger
8 — fo ige eingefuͤhret ha- iger; aber Johannis im 20. Capitel die felr
Sänger. ; billig die Ver mnach
Anzuzeigen iſt mein Vornehmen geweſen, fo ich ihm eine gleiche Rede aus der Schrift ha⸗
daß Petro fonderlic)e Gemalt fene gegeben ber
Schlaͤſſeln, zu binden und entbinden Im Him⸗
gerhan. Dann der Text iſt hie heiter, daß ers
fung allen gegeben iſt. So erſtrecket ſich auch
beiffung auf fie alle. - Denmach
be angezeiget , da der HErr wenigen verheiffet,
und- aber vielen leiſtet, muß darum nicht in *
— 2. SER
Berchtold einzeucht, Chriftus Babe efwan mehr
auch gegeben hat, bringet aber dabey nicht Zeug
—
io8 *
der Schrift alſo ſeyn; ſondern habe allein ein
Sfeichniß gegeben, nad) Art der Schrift: und
hätte deß wol nicht bedurft, denn die gegen-
woaͤrtigen Worte find für ſich felbit heiter und
‚ Blarigenug. Nie. TORE
Sorge —
N:
PAR
—
4 — 4
isn Sänger. *
Ich rede darwider nichts, daß Chriſtus ale
len Zwoͤlf boten die Gewalt der Schluͤſſeln ge⸗
geben habe, Matthaͤi am 18. Eapitel, oder Jo—
hannis am 20. Ich rede aber darwider; daß
aͤber Petro nicht eine ſonderliche Verheiſſung
auch da geleiſtet ſeye; das bringe bey J
glaube ehe, daß Chriſtus Petro von Stund an
Feleiſtet Habe, da er ihm ſonderlich verheiſſen
hat; oder, Joh. 21. da er ihm hat befohlen
die Heerde zu weiden der Schafe, zum dritten-
nn... Derchtoldus. |
Aller Haft ftehet darauf, daß Meifter Ni—
colaus feine erfte Rede bewaͤhre, da er ver»
mieynet, Petro allein die Schlüffel verbeiffen
[ru] feyn. Das vermag der Tepe nicht. Denn
“es ftehee nicht: Jibi foli dabo! fondern frey.
Sie find ihm auch nicht geieifter, ihm allein,
in den Worten Fohannis am legten Capitel:
> Weide meine Schäflein! Denn Schäflein
weiden ift allen Berfündern des Wortes GOt⸗
tes. befohlen. - Und noch heut bey Tage, die⸗
weil die Seiltung der Schlüffeln allen Apofteln.
gegeben ift, fo ſtrecket ſich auch Die Verheiſſung
auf fie alle, )
BER | Zwingly.
Ich begehre
des Wortes Yobannis im 21. Capitel:
- Weide meine Schaflein! gar wenig zureden;
- und bezeuge mid) zum erſten, daß ich der Leh⸗
rer Sprüche nicht darum will anziehen, daß ich
damt der Schrift Kraft oder Gewalt bewaͤh⸗
ren wolle; ſondern daß auch die Widerpart des
Pabſtes in ihrer Lehre, die fie dem Evangelio
dergleichen, Verſtand finden, wider ven fie hie
fechten, anzuzeigen. Ihr wiſſet, mein lieber
Herr Meifter Nicolaus, daß der heilige Au-
guftinus über diefe dreymal befcheßene Frage
‚ lieben Brüder, zur Erleute. |
Von den % andlungen der zu Dein gebsltenen Difputstion. 2109
verleugnet bar, darum har ihn GOtt hinwie⸗
derum zum driftenmal gefraget: ob er ihn lieb
habe? und zum drittenmal die Scyäflein zu
weiden empfohlen... Aus welchen Worten wir
vermerken, daß Chriſtus Petro hat wollen vor
den Sängern den böfen feumden und Namen,
daß er GOtt verleugnet hätte, beſſern und abs
nehmen; daß nicht Petrus von den Sfüngern
verachtet wuͤrde, darum, Daß er ihn zum drit⸗
fenmal verieugnef häfte; als ob er nicht wuͤr⸗
dig wäre des. Predigfamts, darum, daß er
d muͤndlich und aus Furchten geleugnet hatte,
niche von Herzen, denn er da nicht breſthaft
war, nad) dem Wort Chriſti. Daraus nun
erlernet wird, lieber Meifter Niclaus, daß hie
Petrus nun wieder gebracht wird zu den Ehren
und Ruhm des Apoftolats, und nicht zu einem
Haupt gemadyet; welches Apoftolat oder Wei⸗
den aller Juͤnger ift; als anug gehöre.
Sänger. SER
Als Meifter Ulrich) Zwingly meynet, diefee
Tert Johannis am 21: Speife meine Schäfe
lein! nad) der Meynung Auguftini, diene da⸗
bin, als Petrus dreymal verleugnet dat, habe
ihn da dreymal wieder verjächen , und nicht da⸗
bin, daß Chriſtus ihm da die Schlüffel, fo Chri⸗
ftus ihm verheiffen bat, Petro gegeben feyen.
Ich fpreche aber, daß Die Terte der heiligen
Schrift menigen Grund und Verſtand haben
und Sinne; darum ich Auguftinum auch bie
nicht widerfpreche. Dieweil aber Chriſtus Pe⸗
trum hie erkennet oͤffentlich fuͤr einen Hirten, iſt
wohl zu verſtehen, daß er ihm auch hie die Ge⸗
walt des Hirten gegeben hat, zu weiden, zu
ſtrafen, zu binden und entbinden: dann einem
Hirten gehoͤret zu ein Hirtenſtecken, das iſt,
Gewalt über die Scyafe.. Sr AREA
Swingly.
Der Hirt ſoll GOttes Schafe weiden, nicht
herrſchen. Er ſpricht nicht: Weide deine Scha⸗
fe! ſondern meine. Die Schafe und der Hirt
ſind GOttes. —
Meiſter Jacob Edlebach. ie
EHE der Allmächtige verleife uns Gnade
- und Empfehl Petri alfo in einer Summa re [und Erfenntniß feines Wortes! Amen! Wohl--
der: darum, daß Petrus Chriſtum dreymal gelehrte, ehrwuͤrdige, weile, günftige, liebe
h i Her⸗
zo Det Reformarionsfchri ton wider formirten I. Abfchnite,
Herren, und ſtomme Chriften! Wie da ange- fo mürde er ?
rren Wie da ange > er verftehen, daß dieſelbige Verheſſ.
zeiget it, bin ich noch nicht berichtet, Daß die ſung alle Apostel antrift. Denn eben dag
Schlüſſel allen Jüngeren, ſondern allein Petro, ‚Petrus geglauber und bekennet har, daß Chri⸗
verheiſſen ſeyn; und die Antwort, auch Einzug ſtus feye ein Sohn des febendigen GOttes
der Schriften, fo dann Herr Berchtold hat das Haben auch die andern bekennet und geglau
wollen bewähren , Petro allein nicht verdeiflen |ber, Joh am 6; darum haben fie aud) die Lei⸗
ſeyn, fondern allen, zeucht herein Johann. am
6. Cap. damit ers bewähren will, daß, wie
Chriſtus zu allen Juͤngern geſprochen hat:
flung der Schtüffel empfangen, ° Demnach,
was er herein beinget, iſt alles. vecantwortet
vielfältig. Daß er aber vermeynet, Petro ſeyen
Werdet ihr auch von mir weichen ꝛc. mag inſonderheit die Schluͤſſel geleifter, mit denen
nicht bewähren; wiewol Petrus dafelbft in al»
ler Namen geantwortet bat, daß er darum De:
tro bie auch verbeiffen Babe die Schlüffel in al⸗
fer Namen. Denn Detrus Joh. am 6. Cap.
fpricht in aller Namen: Zu wen follten wir
gehen! Hie aber redet Ehriftus mit ihm al:
lein: Dir werde ich geben die Schlüffel.
Daß er einzeucht Matth. am 4. Cap. er habe
nur zweyen gefaget: Ich werde euch machen
Sifeher der Menſchen; und habe es doch nach⸗
her andern geleiftet; das Doch nichts zu der Sa-
he dienet. Denn wir erkennen die Ehriftliche
Kirche, daß Ehriftus ihnen alle Gewalt gege-
ben hat, die Suͤnde zu verzeihen, da er fpricht *):
Nehmet bin den Heiligen Beift, wen ihr
die Sünde verzeihet zc. da niemand abrede
Worfen, da ee ſpricht: Weide meine Schafe
lein! mag nicht beſtehen. Denn Schaͤflein
weiden, ein Hirte fenn, gebuͤhret allen Predi⸗
gern: denn Chriftus hat Hirten, und nicht ala
iin Einen Hirten , fondern viele eingeſetzet,
un Epheſern am 4. Cap. in. den Geſchichten
der Apofteln am 20, Cap. in der erften Epiitel
Detri am 5. Capitel. Darum, habet ihr eine
Schrift wider unfere Schlußrede, fo bringer fie!
Meifter Jacob Edlebach.
Als Here Berchtold einzeucht zu bewähren,
Ehriftum nicht allein Petro, fondern allen Die
Schluͤſſel verheiffen [| zu J gaben, und das in
ſolcher Geftalt, daß Derro aus folcher Urſache,
und Den andern allen verbeiflen babe, Daß Pe⸗
trus ihn verjächen habe, ven Sohn feyn des lee
iſt, daß es zu allen Juͤngern geſprochen ſey |bendigen GOttes, das die andern mun alle ges
Daß er aber Barum ben andern die Schlüffel | glaubet Haben: will das bewäßren Johannis
verheiſſen, da geieiftet babe, das zeiget Die’ am 6. Eap. da Petrus in ihrer aller Namen
Schrift nicht heiter an ; fondern zeiget die Schrift fpra) : Zu wen werden wir geben? du
an, daß (Johannis am legten Cap.) Petroin Haft die Worte des Lebens. Welcher Ort |
fonderheit geleiftet feyen die Schlüffel, in dem, Joh. am 6. nicht mag probiten noch bemäßren, |
fo er ſpricht zum drittenmal: Weide meine ‚Daß an dleſem Ort ſie alle einen ſoichen veſten
Schaͤflein! Daß es aber inſonderheit ihm da Giauben haben gehabt; dieweil doch der Sue |
geleiſtet ſey, und nicht den andern 3 zeiget an, das keinen Glauben hatte, als Chriſtus angei⸗ 4
doß Chriſtus Petrum von den andern genom · get Johannis am 6. Cap. auch am ſelben Diez |
men bat. Dannenhero Helter iſt, das er ihm Einer aus euch iſt ein Teufel! Undobeg |
verheifen Matthaͤi am 18. Capitel, Infonders ſchon alſo wäre, wie Herr Berchtold fager, ſo
geleiftet Babe Joh. am legten Capitel. DaB |itejet Schrift aufrecht. Cr Hat gefproden: |
ober Chriſtus Matth. am 18. Capitel die Ge- Du bift Petrus! die werde ich geben Öir a
walt gegeben, zu binden und entbinden, das hat \Schtüffe des Reichs... EXriftus hätte wol
er ihnen geleiftet ‘of. am 20. Cap. da er ſprach: koͤnnen fprechen: Ich werds euch allen geben! |
Nehmet hin den Heltigen Geiſt ec. Daß er aber fpricht, fie Haben laͤngſt meinen
*) Joh, 20.- Gegenwurf mit Schrift verantroortet; ſpreche
Serchtoldus ich Nein. Beſonders die Schrift habe ich klaͤr⸗
Wenn Meiſter Jacob ſaͤhe die Urſache,
mar» lich und heiter angezogen, mag Himmel und
um Tprift s Petro die Schlüffel verheiſſen hat : Erdreich nicht darwider, Daß ihr aber
J URAN. —
a2 Veaon den Handlungen der zu Bern gehaltenen Diſputation. 2113
cher, fo er die Schluͤſſel allein Hätte, fo würde mir. eines Sinnes, fo erkenne ich einen ober⸗
er allein müffen ein Hirt ſeyn; vermag das die |ften Hirten und der Kicdyen, und Chriſtum als
Schrift nicht: will ic) erzeigen Match. am 16. ein wahr eingeleibet Haupt der Kirchen. “=
Kapitel. Dieweil nun, Bat. CHriftus Petro i Sänger, —*
dle Schluͤſſel inſonderheit verheiflen, bedeutet) In dem Namen unfers Heben HErrn JE⸗
uns eine ſonderliche Oberkelt und Gewalt un⸗ ſu Chriſti! Als meine Herren, die Praͤdican⸗
ter den Hirten. Im 18. Capitel hatte ers if: Iren, in ihren Schlußreden vorgenommen ha⸗
nen aller verheiſſen, niche die Schlüffel, fon-Iben, ein einig Haupt zu feyn Chriſtlicher Kir⸗
dern binden und entbinden. Dannenheromuß hen: laſſe ich nad); vornehmuch CHriftun
er nice darum allein ein Hirt feyn, darum, JEſum, als es oberfte Haupt eingeleibet der
daß er ein Fürnehmer ift: als in einem Krieg|Kicchen, das iſt, allen Ehriftgläubigen Men
ein oberfter Hauptmann if, irret nicht, daß ſchen. Ich meyne aber, die Schrift gebe zu,
andere Hauptleute auch feyen. Als denn im daß durch felne Ordnung und Gefeiß feines
Evangelio Centurio ein Hauptmann iſt gewe · GOttes Worts, und feiner Zwoͤlf boten, an⸗
ſen unter einem andern Hauptmann, iſt nichts dere Oberen, Praͤlaten, Regenten und Haͤu⸗
deſto minder ein Hauptmann geweſen. Dan · pter in der Kirchen auch. ſollen ſeyn. Denn
nenhero gnugſamlich dargethan iſt aus der ich da feinen Zank will haben um das Wort
Schrift, daß dem Petro, als ein Für-| Zaupt, als gleich eins wie das ander Haupt,
“nehmer, inſonders verheiflen find die Schlüf| Drälaten oder Dberer; als da ſpricht der heili⸗
fol, und den andern nichts deſto minder Gewalt ge Zwoͤlf bote zun Nömern am 13. Cap. Was
zu binden und entbinden, ; von GOtt iſt, dasiftgeordner. Nun ift die:
ae Berchtoldus. heilige Chriſtliche Kirche von Chriſto IESU
Meiſter Jacob, eure Rede iſt fo unaustra darum muß auch eine Ordnung darinn ſeyn.
gen, daß fie Feiner Antwort bedarf. Schrift Wir finden. Durch den Propheten ob am ro,
feet aufrecht, unfere Schlußted ſtehet auf- Cap. Inder Derfammlung der Rirchender:
recht; und ift das alles verantwortet, deß laß Hole, da ift alle Unordnung. Aber in der.
ich mic) an die Acta hie ob. Kirchen JEſu EHrifti achte ich nicht, daß fie
er) Meifter Jacob Edlebach. - unvollfommener feye, denn die Synagog der
Here Berchtold, ic) bin grade gleicher Mey» Juden: die hat gehabt Häupfer, Oberer, Rich:
nung, daß ic) mich halte und laſſe an Die Acta. ter, 5 Mof. am 17. und 28 Gap. Was da iſt
Nemiich anugfamlich dargechan Babe, als ich geweſen finſtet und irrig daß man daſelbſthin
Hoffe, aus der Schrift, daß ein oberfter Hirte hat müflen zu einem Entſcheid kommen, als vor
der Kirchen nochwendig werde feyn und fene, die Obern. Alſo meyne ich, es fey bey unſerer
als jegund gewaͤhret Hat auf die funfzehn Kun» Chriſtlichen Kirchen aud) billig. Be
dert Jahr, oder um Daffelbe, von Petro, von Berchtoldus re
einem auf dem andern, das meine Rede beftä-| Meifter Niclaus ſpricht, EHriftus fey ein
tigets und nie mein Herr Sänger fic) bezeu⸗ eingeleibet Haupt der Kirchen. Iſt ein Irr⸗
get hat, alfo thue ich auch, und will damit be cum, denn die Kirchen nicht vor Chrifto, ſon⸗
euget haben. | SH | ern Chriſtus vor der Kirchen von Ewigkeit iſt,
Br Derchtolöus.
} Ale und die Kirchen ihm eingeleibet. Zum andern,
Ich bin mit Meifter Jacoben eins, das nun
funfzehen Hundert Jahr ber. ein einig vollkom · der Kicchen, find nicht Häupter, nad) vermöge
men gnugfam Haupt der Kirchen feye, das iſt der Schrift, dann fie nicht der Heiland der
Chriſius, und nicht der Pabft, nad) Innhait Kirchen; und die Schrift weiß nichts von geift«
unfer Schlußrede. lichen Prälaten, die da herrſchen als Halsher⸗
u Edlebach. Iren; fondern.aflein von Hirten, Predigern und
Ich ſpreche, Herr Berchtold erkennet ſich mit l Dienern Des Wortes GOttes. Zum dritten,
Butheri Schriftenı7, Theil, Sss #88 ſo
die er Praͤlaten, Haͤupter und Oberer nennet
. bes. Demnach, daß ich aber dabey einen doch feyen Die Namen folcher Prälaten. Zum
ei Der Reformationsfchriften wider die Reformirten IL-Abfchnitt, af
fo mangelt der Kirchen Chriſti keine Ordnung, | Dberer und Prälaten erkennen in der Kirchen,
denn er fie genugſam angezeiget hat durch den |die da lehren, wehren und ſtrafen: meyne ich, - \
Apoſtel Paulum in der erften Epiftel un Eo-,\es feye billig, auch andere Fürfehung thuend
rinthern am ı2, zun Epheſern am 4. Cap. *) |zeitlicher Nothdurft ihren Schafen, mo fie
geſtern genugfam verhoͤret. Zum vierten, die |feyn mögen. Deß zur Anzeige, fpricht Pau! |
Schrift aus dem 5 Buch Mofis am 17. Cap. | lus in der erſten Epiſtel zun Corinthern am 4.
widerficht die Schlußrede nicht, denn Chriftus | Cap, Was begebret ihr? ich werde sueuch |
ift der oberfte Priefter, den da bedeuter hat das kommen mit dee Ruthen. Item, inter ana |
Aaroniſche Priefterefum. Darzu fo Kaben |dern Epiftel zun Corinthern am legten Eapitel
diefelbigen Priefter des Alten Teftaments nicht |fpricht Paulus aber zu ihnen: Ich bin dreya |
. Gewalt gehabt nad) ifrem Gefallen zu ent |mal zu euch Fommen, komme ich mehr, fo
ſcheiden, fondern zu lehren nach dem Gefeg will ich euch nichts überfehen. Mag ein |
GOttes. Darum bringet andere Schrift, jeglicher Chriſt wohl gedenfen, wo die Ord⸗
dann die unfre Schlußred aufreche läßt fießen. |nungen nicht wären, und jeglicher machte was
Suche hievor am 2199- Blat. er wollte, wie es wuͤrde zugehen. Spricht
j: | Sänger. Paulus welter ı Corinth. 12: In der Kirchen
- Als mein Herr Prädicane fpricht, ich habe ſind Gubernationes. Wo nun Regierungen
gelrret, fo ich Thriſtum habe genennet ein ein. ſind, da muß feyn ein Oberer, und der regie—
geleibet Haupt der Kirchen, dann Chriſtus ſeye ret wird. tem, zun Hebraͤern am legten Can
geweſen vor der Kirchen. Rede ic) Darzu, daß | Pitel fpricht der heilige Paulus: Seyd einges
‚nach der Gottheit ift Chriftus ewiglich geweſen; denk eurer Vorgeſetzten, fo ihr achtet das
aber nad) der Menfchheit hat er uns erlöfee mie Ende ihres Lebens, folger auch ihrem Glau⸗
feinem bittern $eiden und Sterben, und hat ben nach: Seyd gehorſam euren Prälaten
uns alfo ſelig gemacht, und ifm eingeleiber; und Vorgefegten, und fepd ihnen untere
- meyne ich, wenn ein $eib dem Haupte ein würfig, denn fie wachen für euch, und
geleibet ift, das Haupt fene ihm hinwlederum müflen GOtt Rechnung für euch geben.
auch .eingeleiber, ſo verftehe id) von meinem Berchtoldus. —
Herrn Praͤdicanten, das ſeye ein recht Haupt Sn dem, ſo Meiſter Niclaus anzeucht vom
genennet in der Kirchen, das uns ſelig moͤge Einleiben, ſiehet man oͤffentlich, 9 er beken⸗
machen, und unſer Heiland ſeye; das möge net, daß Chriſtus das einige Haupt, Leben und
Fein Prälat feyn, noch kein Bifchof ze. Wenn | Kraft ift; und will doch niche verjächen, daß
Herr Berchtold das beybringet mit heiterer | Chriftus unfer Haupt, Leben und Kraft feye;
Schrift, daß fonft nicht möge ein Haupt ge- | fondern nennet das eine Einieibung: fo doc)
nennet werden der Kirchen, muß id) erwarten. | Fein Apoftel alfo redet, Ebriftus ift uns ein»
Aber der heilige Paulus zun Epheſ. am 5. Cap. | geleibet ; fondern vielmehr, wir find Ehrifto
gibet mir einen andern Berftand des Haupts, | eingeleiber ꝛc. Zumandern, ven Sprud) zum
alfo fpredyend: Die Weiber follen ſeyn un: | Epdef. am 5. Cap. Bat er ihm felbft aufgelöfer,
terthaͤnig ihren Männern, alseinem Herrn; | mit nachfolgenden Worten, wiewol er diefelben
dann ein Wann ift ein Haupt der Srauen ; | hat wollen auslaffen, Zum dritten, diemeil er
gleich als Chriſtus ift ein Haupt der Rir- | Prälaten will haben in der Kirchen, und Obe⸗
chen, und ec ijt ein Behalter feines Lei⸗ rer, fo.bringe er. hervor. aus der Schrift, was
Sefallen habe, ober daran feye, daß [die] vierten, den Spruch aus der erften Epiftel zun
Cheiſtliche Kirche folle einen Herin haben, der | Eorinehern zeucht er herein in beftätigender
fie befchwere, übernieffe, tyrannifche Gewalt Weife, fo es doch eine Frage ift des Apoftels
.. „brauche: da bin id) auch meines Herrn Prädi- De Was wollet ihr, foU ich mit der
canten Meynung.. -Aber nichts deffo minder Ruthen zu. euch Fommen, oder mit u
"a4 7 2 un
‚2 ER NE ——— * — zei —— — — — je — re ——
2116 Vonden Handlungen der zu Bern gehaltenen Diſputation. 2117
und ſanftmuůthigem Geiſt? Was die Ruthen VOccolampadius.
$ 3 erklaͤret er am 5. Cap. nachfolgend, nem-| Zulinterweifung, fo beduͤnkt mic, M. Ni⸗
Mid, daß es feye der Bann über den öffentli- | cfaus wolle ein ander Haupt Haben unter dem
chen Hurer, der bey den Corinthern war, dar» einigen Haupt. Nicht, daß er die Würdig«
von genug gefaget it *). Zum fünften, brins keit Chriſti einer Creatur wolle geben; oder
get er einen Sprud) aus der andern Epift. zun |fonft ein Regiment in dieaftbarlicher Weiſe,
Corinth am 13. Cap. So ich zum andernmal | auf eine einzige Perfon, als Petro, oder felnen
komme, ſpricht Paulus, werde ih euch nicht Nachkommen, einem Pabſt. Nun foll aber
süberfehen. Das gebuͤhret ihm und einem jeg⸗ | er ermeffen , daß einem Haupte zuftünde, allen
- lichen Hirten, daß er in offenen Laſtern nie- Gliedern zu dienen, run iſt das Reich Chri⸗
mand uͤberſehe zu ftrafen, fondern fehreye, und | fti weit, gehet von Aufgang der Sonnen, bie
dem Volk ihre Sünde anzeige. Zum fechiten, zum Miedergang der Sonnen; und iſt Eeine
die Spruͤche, die er bringet aus der erften Epi- Creatur, die allein folche Dienſtbarkeit je ver;
ftel zun Eorineh. ı2. von den Regierungen , be= waltet hat, oder auch verwalten möge. Wie
rift Das weltliche Regiment und Oberkeit: wir Menfchen blöde find: fo würde auch fols
denn daffelbige nothwendig iſt, um derer wil- |gen, daß Chriſtus nicht wahrhaftig wäre ges
- Ien, die als falfche Chriſten den frommen mit weſen, wo er das Einer Perfon befohlen haͤt⸗
der That überlegen find. Weiter bringet er ei· te, und wir aber nirgend erfinden, daß eine
nen Spruch aus den Hebr. 13. Cap. Behor: |Merfon folche Dienftbarkeit geführet hat; dar⸗
ſamet denen, die euch vorftehen, denn fie | um auch GOtt viele Apoftel ermählet hat. Und
wachen für eure Seelen, als die da Nech- alſo auch auf diefe Weife, wie er Davon reden
nung werden geben. Iſt aber eineft geredf | will, welche doc) die Schrift nicht weiß, ſchi⸗
von der Dienftbarfeit der weltlichen Dberfeit: | cket ſich nicht, daß wir neben unferem einigen
denn fie auch Rechnung werden geben ihres Haupt Cprifto eine andere geiftliche Monarchie,
Ehriftlihen Befehls. Aber in dem Spruch, | oder ein untergeordnet einzig Haupt einführen,
der vor dem ſtehet, auch zun Hebr. 13. Cap. Sänger. A
lautend alo: Seyd eingedenk derer, Dieeuch| _ Der andere Artikel der
erften Conchufion
borſtehen. Was das, vorfteben, ſeye, folget autet alfor Die Kirche iſt aus dem Worte
von Stund an darauf: die euch verkundiget GOttes geboren. Da frage ich ſintemal man⸗
haben das Wort GOttes. Aus diefem al. Herley Geftalt des Wortes GOttes in der
leſamt iſt noch Feine Scheift hervorbracht von Schrift gefunden wird, zum erften, das ewis
Haͤuptern, Obern, Prälaten, die fie beftäti» ge Wort, Joh. ı. Cap. Im Anfang war
‚ge, und unfere Schlußrede umfloffe. das Wort. tem, zum andern, das ge
- 98) Siehe hievor am 2054. 1. f· Blat. febriebene Wort, als meiner G. Herren von
een — Bern Mandat weiſet, fo in der ‘Bibel ſtehet;
a a ° Sänger. auch Paulus zun Römern 15. Eapitel ſpricht:
Herr Berchtold hat mic) zum alfererften da Alles, das da geſchrieben, iſt uns zu Lehr
anzogen ſprechende: fromme liebe Chriſten! und Unrerweifung gefebrieben. Item, das
| Tugend, Lfeßet, | welcher die Ehre GOttes ſu⸗ geredte Wort, fo einer predigef, und den ans
he; aus der Urfache, daß ih Efum CHri⸗ dern unterweifet und lehret, als die Apoftel und.
. flum befenne für ein Haupt, und doch nicht Präbdicanten zu dicfermal reden, von Unter
wolle erkennen, daß er feye unfer $eben und weiſung und Lehre willen, fo nicht geſchrieben
Seligkeit, daß id) mich zum allererften ent-|ftehet. Weiter findet man in der Schrift ein
Adyuldige vor allen biderben Chriſten hie: dann | heimlich verfünder Wort GOttes, von.
id) Eeinen Seligmacher, Eeinen Erlöfer weiß, GOtt eingefprochen und gelehret, Pi.am 84:
dann Chriſtum ZEfum, meinen HEren und) Ich will Iofen [hören] was GOtt in wir
Behalter. rede, tem Dffenb.am 33 Jch ſiehe zu deis
EN ©s53 888 2 net
a8 Der Reformarionechriften wider. die Reformirten 11, Abfchnitı
ner Thür und klopffe an, fpricht GOtt, TA und die Bräuche der Wleltern. "Sprihtauh
Tet man mich ein, fo komme ich hinein, und Paulus in dererften Epiftel zun Cor nthern am
nieffe das Nachtmahl mis demſelben. Nies ir. Cap, eb lobe euch, ‚meine Brüder, daß
von fpricht auch Paulus in der antern Epiftel ihr in allen Dingen mein eingeden# feyd, als
zun Corinthern am legten Capitel: Werder ihr \ich euch meine Gebote ‚gegeben babe, Bere
eine Erfahrung füchen deß, der in mir redet, heiſſet ihnen Dabey: Die andern Dinge will
Chriſtus. Nun frage ich meine Herren, die lich euch auch ordnen, nich 1
Praͤdicanten, was ifre Meinung feye in ihren me. Man findet aber nirgend gefchrieben, wo
gemeldeten Artifeln, obdie Kirche geboren werde er das geordnet habe; Kat aber ihmen ohne Zwei
aus denen GOttes Worten, allefamt, oder aus | felgehalten, Das er ihnen verkeiffen hat. Spricht
einem befonders ? auch im ſelben Capitel: Das ſage ich euch, und
au Berchtoldus. [nicht der HErr; ſaget da von Eheſachen ꝛc.
Meiſter Niclaus hat eingefuͤhret eine lange Von ſolchen Braͤuchen findet man auch geſchrie
Rede. Darauf eine kurze Antwort: Die Kir⸗ ben zun Theſſalonichern in der andern Epiſtel
che GOttes iſt geboren aus dem Worte GOttes, am andern Capitel, die nicht ale gefchrieben ftes
das GOtt — Er unleer ben; als ich meyne. SEN
Herzen, welches in der Wahrbeit Feinandersift, — rt.
a aͤuſſerlich geprediget, oder die Schrift Meiſter Niel Sroingly. lee {fr mir |
inipr begreift; Jacobi am erften Capitel, und| og, I iclaus was wollet ihr mit benen
Petri in der erſten Epiſtel 1.Caplte. Worten allen einführen : —
ah or Sänger. | Sger
Weiter werde ic) bewe det aus der Schrift, daß Das It meine Meynung, der Anzüge halben,
einem Chriftenmenfdjen etrvas mehr zu halten| Dieweil eure Schlußrede dringet auf das Wort
und zu glauben: feye, denn. in der biblifchen) GOttes, geſchrieben und eingelprochen, undaber
Schrift heiter. ausgedruckt iſt als denn die Zwoͤlf meine gnädige Herren irer Difpufation halben,
" boten anzeigen in der andern Epiftel zum Timo⸗ beſchloſſen haben, nichts hie einzuführen in biefer
theo 2. Cap. und zum Tito am erften Cap. Sie| Dilputation, denn ſo in bibliſcher Schrift begrifz
haben etwan gelehret und geprebiget Durch Rede, fen iſt: meynete ic), man möchte-auch probiren
durch) Bräuche, andern verfündet, wie fie es auch UND bezeugen etwas aus Den Braͤuchen in ver
von andern aehöret haben, und haben nicht alle: heiligen Ehriftlichen Kirchen und Uebungen, fo
wege Schrift Barum angezeiget. Ich meyne nicht gefchrieben und an uns formen find.
auch, die heilige Kirche feye gewefen vor dem| _ - zwingl
Evangelio und der. Zwoͤlfboten Schrift, und| Diß Wort in der 2. Epiſt. zum Timotheo 3,
werde auch in Ewigkeit bleiben, fo Feine Schrift Cap. Fine jegliche Schrift, wieesdenn Mei-
mehr feye, item, in. der andern Epiftel Hu jter Niclaus gemeldet hat, iſt nicht recht verdeut⸗
Zimotheo am 3. Cap. ſpricht Paulus: Kine ſchet. Er hats alfo verdeuticher: Eine jegliche
Jegliche Schrift, die von GOtt eingefpro-| Schrift iſt nutzbar zu lehren. Welches aber
chen ift, iſt nüglich zu Ichren und. zu unter· der Sinn Pauli gänzlich nicht iſt: denn mit
weiſen. Nun iſt viel geſchrieben nad) der bibli- dem Verſtand möchte man einführen, daß ei⸗
ſchen Scheift, durch die lieben Heiligen, zu Laͤu⸗ ne jede Schrift nutzbar wäre zu lehren, wel—
Serung und Erkenntniß biblifcher Schrift, men: des doch (in) Feinen Weg mag erlitten wer
ne ich auch, GOtt der Heilige Geift möge ißnen| den; fondern der Sinn Dauli ift der: Eine
die eingefprochen haben, fonderlich die Schrift, jede Schrift, die von GOtt eingeblafen iſt; als
Die von gemeiner Chriftlichen Kirchen angenom⸗ fo vermag auchder Tert: die ift auch nusbar zu
menift. Esftehet aud) gefchrieben in den Ge-| der Sehr. Hiebey, fromme Chriſten! merket
Schichten der Apofteln amı5. und 16. Capit. Ihr euer tiebe, daß der Verſtand unferer Brüder,
ſollet halten die Gebote der Zwoͤlfboten, der Praͤdicanten, noch immerdar aufrecht %
*
— SIE
ESyprich
er
Bet, daß, das fie geredet Haben, ift aus der
R) * eingeblaſenen Schrift; und herwieder
m, alles, das von Gott eingeblaſen iſt, das
haben ſie für göttliche Schrift: Doch mit dem
Einfluß, daß in dem HErrn Chriſto JEſu
alle Prophezeyhungen gehöret haben, ja auch
bis auf Johannem, Lucaͤ am 16. Cap, Des:
halb ſie keine neue Ruͤhmer der Offenbarungen
annehmen, die da etwas bringen, das da würdig
ſeye dem, das vor Chriſto geſchrieben iſt, bis auf
ihn; auch dem, das die Handlung Chriſti be⸗
greifet: denn nichts mag herfuͤr gebracht wer⸗
den, das im HErrn Chriſto SEfu, als indem
Sicht des Gefekes und des Geiftes, nicht. eröf-
net ſeye. ee |
Am zwölften Tag Jenners, war Sonn:
g vor dem 20. Tag.
Meiiſter Niclaus Sänger.
Bier frommen Cheiften ! Als ihr geftern ſpat,
dat, auf Samſtag zu Abend, gehöret,
wie Herr Berchtold auf meine Anzüge eben
ſchmaͤhlich geantwortet dat, und aber zu ſpat war,
in die Federn zu reden: will ich meine Antwort
Ä Ag einlegen. Zum erften, als Herr
Berchtold ſprach: Lieben fromm̃en Chriſten,
merket bie, welcher unter uns mehr Die
Ehre BÖttes ſuche, in den, fo Ich erfen-
ne IEſum Ehriftum für ein einig Haupt
der Ehriftliben Rirchen; und aber M.
Nidlaus folbe Ehre auch einem andern
MWenſchen geben will. Auf Das antwortet
M. Niclaus: Ihr thut mir hie zu Eurz ; ich be=
gehre die Ehre Ehrifti in Feinen Weg zu min-
bern, fondern zu mehren: denn ich mit Paulo
zun Coloflern am 1, Cap. Chriſtum erkenne für
Das oberfte Haupt der heiligen Kirchen, denn
‚Er in allem den oberften Stand bat. Und ob
ich fihon ein ander Haupt unter ihm befenne,
oder andere Haͤupter aus eingefüärter Schrift;
- (denn eure Partey, als Zwingly, auf geftern
öffentlich befennet und verjecyen hat, daß Mei
ſter Franz und Berchtoldus Haller wol mögen
bie zu Bern für zween Biſchoͤffe genennet wer:
- Den?) dieweil nun Chriſt⸗s auch ein Haupt ge:
nenne, wird Darum feing Ehre nicht gemindert,
Pa
lungen der zu Bern gehaltenen Diſputation. 2121
obfehon Meifter Franz und Berchtoldus Bir
ſchoͤffe heiſſen; alfo, meine ic) aud) der Haͤupte⸗
ven halben, nad) meinem Verſtand, jeye es
auch alfo, | RR
0 Derchroldus. J——
Es iſt nun fo oft geſaget, daß ein Haupt der
Kirchen ſeyn, ſeye, ſie lebendig und heil machen.
So das nun Chriſtus allein vermag, und keine
Ereatur; und doc) unfer Gegentkal alles ver⸗
ſuchet, daß fie neben Chriſto ein ander Haupt
der Kirchen geben ; und wollen doch gefehen
feyn als tie, fo die Ehre GOttes auch fuchen :
Babe ich hieruͤber, nicht dem Sänger zu
Schmad), fondern der Wahrheit zu gut, das
Urtheil der Chriften-angeruffen, ——
RE Sänger. a:
Der Sprüche halben, von mir angezogen,
aus der Schrift, der Obrigkeit halben, hat Herr
Berchtold mir geantwortet: fie Dienen allein
aufdie weltliche Dbrigkeie. Menne ich: Nein!
—
denn Paulus zun Hebraͤern am legten Cap. gar |
heiter von den Vorgeſetzten redet, die das Wort
GOttes verfündigen: auch den Spruch in den
Gefchichten der 12 Boten am 20. Cap. durch mid)
angezogen. Hierum laß ich mich auf den Chriſt⸗
lichen Leſer.
en .
Alle eingefuͤhrte Schrift ſagen nur von Die⸗
nern der Gemeinde GOttes, wie aus viel
Schriſten nun oft bewaͤhret; wie denn auch Bi⸗
ſchoͤffe, das iſt, Waͤchter ſind, die die Kirche
mit dem Worte GOttes regieren ſollen, das iſt,
weiden, denn in der Geſchichte der 12, Boten am
20. Capitel ſtehet vos. Darum folget nicht,
Chriſtus wird ein Biſchof genannt, und auch
der Kirchen Diener ; darum mögen fie auch)
Häupter genannt werden. Haupt zu feyn, for -
dert mehr, denn ein Wächter oder Hirt zu ſeyn.
Die Kirche ift ein Leih Darum hat fie auch
nur ein Haupt, Chriſtum; der auch. nicht,
ſchlecht ein Bifchof, fondern ein Bifchof unferer
Seelen genannt wird, damit die innerlihe Sor⸗
ge und Verſehung der Seelen, ſo durch den Geiſt
geſchieht, und Chriſto allein zuſtehet, vermerket
wird, Der Meſchen Biſchoſtſch Amt it auch
wol um der ſelben willen; fo e6 aber ſtehet im Auf
SEE 6883 fern
%
2122 Der Reformationsfchriften wider die Reformirten UI. Abſchnitt. 2123
fern Wort, fo ſchaffet es ander Seele nichte, der ‚tet. Denn die Kirche, fo vor der Zukunft Chr
Sraͤnger. doenn alle Ölieder derfelbigen Kirchen waren noch
Weiter ſprach Here Berchtold: So ich ge indem Zorn GOttes, und noch nicht begnadet zu
redet, Chriſtus ſey ein eingeleibet Haupt der der Seligkelt, ſondern die da abſturben, fuhren
Kirchen ‚ rede ic) da, das fein Apoſtel geredet alle in den Kerker der Vorhoͤlle.
habe, und dieweil Chriſtus geweſen feye, ehe Berchtoldus. Mes
die Kirchen; wie Fönnte er denn ein eingeleiber Meifter Ulrich Kat den andern Spru Ar J.
den
h
F f
Eh
aupt feyn der Kicchen? Antwort: Sch laſſe Hebräcen am 13. Capitel allein der welch
= iR der Gottheit: Balber Chrifti, daß er —— lin —— —
vor der Kirchen und von Ewigkeit ſeye geweſen: Dienſt goͤlcliches Wortes, Alſo finder eg fi
aber nachdem auch die Schrift von Chriſto, dem ſelbſt an Sprüchen. Vom Spruch in den Ges
Haupt unferer lebendigen Kirchen redet, begrei-| ſchichten der Apoftel am 20. Capitel ift erſt
fee und betrift auch feine Menfchheit, fein Lei⸗ gefager, Er
den, Blufvergiefjen und Sterben; und alfo iſt 8; iu
Ehriſtus nicht vor der Kirchen gewefen. Denn|
da Chriftus, Johannis am 19.. Capitel, am| tem, als Herr Berchtold meynet, diefer
Ereuz fprach: Es ift alles verbracht! und fel- Spruch zun Eppefern am 5. Cap. von mir an«
nen Geiftaufgab, und aus feiner Seiten Waf-| gezogen, zu beweifen geiftliche Obrigkeit, feye
fer und Blut floß; da iſt für die alte fündige| wider mich; fo Doch dabey ſtehet, daß Cpriftus
Eva eine reine unvermaßgote geiftliche Eva, ſeye ein Behalter Der Kirchen, und aber ich
das ift, die lebendige Chrifttiche Kirche formi-| Das ausgelaflen habe, und allein das angezoe
vet. (zun. Ephefern am 5. Capitel); durch Chri⸗ N Die Weiber folten ihren Männern ges :
ftum unfern Herrn, durch fein Blufvergieifen borfamen, und untertbanig ſeyn alseinem
und Sterben, als uns angezeiget wird Sohan-| ern, denn der Wann ift ein Haupt dee
nisamı2 Cap. da Chriftus fpricht: Es ſey denn |Stauen; alſo iſt auch Chriſtus ein Haupt
Sache, daß das Rörnlein des Weigen, ſo der Rirchen : Antworte ich, daß ich durch
c3 fället in das Krdreich, todt feye, fo wird dieſen Spruch allein Habe wollen anzeigen, daß
es keine Frucht bringen. Das Kornlein ift Haupt ſeyn, Oberer feyn, und Here feyn, eines
Thriſtus und wenn aber das Koͤrnlein todt fuͤt Das andere möge genommen werden : habe
ift, ſo wird es viel Srucht bringen, das ift damit Chriſto nicht wollen abbrechen, daß er
das Sehen aller Chriffgläubigen. rem, bezeu- nicht feye EN) Behalter der Kirchen ; denn ich
eichdagin den Gefchichten der Apoftel am 20. das In ber Ewigkeit will bekennen. PAR
Eaptel: Er bat die Rirchen überfommen Berchtoldus. ;
mit feinem Blur. tem, zun Coloffern am| Wir haben nun oft [gefager], daß Chriftus
5, Capitel: GOtt, der da auferwecket hat |das Haupt der Kirchen feye : Chriftus ſt aber
IEſum von dem Tode, der bat auch euch nicht nur Menfch, fondern auch GO. Dar⸗
mit. ihm Tebendig gemachet. tem, zun |umuns beuylet hat, daß Meifter Niclaus gefas
Epfefernamr. Cap. Wir haben unfere Erlö |ger, Chriftus fene der Kirchen eingeleibet wor«
fung in Chriſto ducch fein Blur. tem, in|den; als ob die Kirche vor Ehrifto wäre gewer
der.erften Epiftel Petri am ı. Capitel = Chri⸗ |fen, der doch der eingeborne Sohn ift aller Creas
ftus hat uns erlöfet in feinem Blut. Hier: |turen, zun Eoloffern am erften Cap. Inge
mit, meyneich, genug angegeiget feyn, daß unfe: reimet iſt aber, daf der Sänger faget, Chriftus
re lebendige Chriftliche Kirche nicht allein nach feye nach der Menfchheit und feinem Leiden nicht
der Gottheit, fondern auch nach der Menfch: | vor der Kirchen geweſen; und faget auch, ſie ſeye
heit, und durch fein bitter Leiden, "Blufvergief- formiret worden eine unvermaßgote Eva, als
fen und Sterben, feye formiret und_aufgerich- | Chriftus am Erenz alles erfüllet, und
| auf⸗
—
ai
224 Donden Handlungen der zu Bern gehaltenen Difpuration, auf
aufgegeben har, und aus feiner Seite Blut und (nachfolgenden, abftehen, und andern, fo ge-
MWafler gefloffen ift ıc. Hat nun Chrĩſtus die ſchickter find, denn ich, Statt geben. Denn fo
Kirche überfommen durd) fein Sterben und Iman in dieſer Diſputation Feine Schrift der hei⸗
" Blutvergieffen , wie It fie denn vor ihm gewe: |ligen Lehrer darf einführen, denn allein biblifche,
fen? Diefe Worte jeisen an einen groffen Un: Schrift, und auch den Berftand -biblifcher
verftand diefer görtlichen Dinge, der ihm billig | Schrift nicht bey den Heiligen Lehrern fuchen ;
r⸗weiß ich nichts hie zu fhaffen. Darum befehl
heit zu widerfechten. Wahr its, Chriftus iſt lich diefen Handel diefer Schlußreden halben,
erſt nach der Menſchheit erhoͤhet worden, nad): Jauch meine eingeführte Meynung, GOtt dem
dem er ſich in den Tod gedemüthiget Bat, zun | Allmächtigen, auch gemeiner heiligen Chriſtli—
Ppilippern am 2. Capitel. GOtt find aber chen Kirchen: was die hierinnen glauber, haͤlt
alle Fünftige Dinge gegenwärtig ; und wie er |und annimmt, begebe idy mich auch demfelben
‚die Seinen alle erwaͤhlet Hat,ehe der Welt Grund |zu geleben. ‘Denn ihr verheiffen und gegeben
geleget ward, zun Ephefern am. Cap. alfo ift |ift ver Geift der Wahrheit; fie ift auc) (in der
ihm der Tod feines Sohnes auch allewege ges erſten Epift. zum Timotheo am 3. Capit.) eine
genwärtig geweſen; deshalb er Adam, Eva, !Geule und Grundvefte der Wabhrbeit.
Abel, und allen Heiligen, fovon Anfang gewe⸗ Chriſtus Hat auch Matthaͤi am lebten verbeifs
fen, ifre Sünde verziehen, und feinen guten ſen, er wolle felbft bey der Rirchen ſeyn
Geift verliehen Hat, und durch den Glauben |bis zu dem Ende der Welt; darum er fie
gleichwie uns,) lebendig gemacht, ob er ihnen nicht läffet irre gehen. Hiemit begehre ich alle-
ſchon nicht fo weit die Geheimniffen feiner Güte |mege Gnade von GOtt und Erleuchtung feiner
- geoffenbaret Bat, zun Ephefern am 3. Capitel. göttlichen Wahrheit. Das verleihe ung GOtt
Darum der Sänger ohne Schrift redet, daß allen! Amen. $
die Kirche GOttes, vor der Zukunft Chrifti, Berchtoldus.
nicht alſo lebendig gemachet ſeye, mie hernacher, | Meiſter Niclaus meynet, der Mann werde
und Daß ihre Glieder im Zorn GOttes geweſen des Weibes Haupt genannt, darum, daß er
even, und in die Borhölle gefahren. Der ihr Oberer feye, ob er fie fehon nicht lebendig
Berechte lebet im Glauben, den Haben alle Hei: Imache; atfo follen alle Dberer der Kirchen Haͤu⸗
ligen von Anfang der, Welt gehabt, und das pter genannt werden. Antwort: Wir wollen
durch Das DBerdienft Chrifti; und Haben nach ihm gern zugeben, wo er mit Schrift beybrin=
diefem geben mit Lazaro in dem Schoos Abra- Iget, daß ein Menſch folch Recht und Gewalt
ha geruhet; nicht im Kerfer der erdichteren Vor⸗ der Chrifktlichen Gemeinde Babe ‚ als ein
yolte gelegen. Allein (wie gefaget,) Die Dffen- | Mann zu feinem Eheweibe, daß er einen ſol⸗
arung göttlicher Güte iſt nad) Chrifto heller chen ihr Haupt nenne. Die höchften Apoftel
aufgangen, darum er zu feinen Juͤngern geſagt: aber, als Petrus und Paulus, famt der ganzen
- Selig ſeyd ihr, die da fehenze. Die Gleich: | Welt, find unfer, und wir nicht ige, fondern
niß vom Weigenförnlein, Soßannis amı2 Cap. Chriſti (in der erften Epiftel zun Corinthern
det angezelget, daß nach dem Tode Chriſti das |am dritten Capitel). Diener find fie der Rit-
Evangelium des Reiches erſt recht angehen fol: |chen, wie Lfie] fich felbft ruͤhmen, und nicht Ehe⸗
te, wie auch gefchehen. Alſo findet es fich, Daß |gemaßle ; die Kirche wäre fonft nicht fromm, fo fie
unſer Here JEſus Ehriftus in allewege vor |mehr, denn einen Gemahl hätte. nd darum
der Kicchen geweſen ift, und fie nicht. Und bleibet es noch, daß die Kirche nur ein einig
er nicht ift durch Das Ziehen des Vaters einge: | Haupt habe, Ehriftum, wie auch nur einen Ge⸗
3a Hg — mahl, eben denſelben Chriſtum; der geiſtlich
ae hindert: | und leiblic) ihr allerdinge Hilft nach feiner Macht,
Hiemit, liebe fromme Chriſten! will ich mei: | wie ein jeder frommer Ehegemaßl feinem Wei-
nes Difputirens diefer Schlußrede, auch andern be, nad) feinem Vermoͤgen. Alfoift a nicht
* * ewaͤh,
wehren ſollte, unſere, ja mehr göttliche Wahr:
‘ 2126 " Di RR
bewäßrer, daß rmationsfehriften u
\ b Ö 1 Eur chri — — Re Bere
ber a nen neben Chi iften wider die R ee
Ban Dir ai Ci me ne, Zee Dan © ———
© gefaget,, Diener, nich, 9b ben ift au werden.| © Janiel Sch . Hbfehnitt, ar
er n ift and genug| So nun a me
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— een —— aba 2 Dinge Bernie, or De —
licher — — er Ser | — it I aaa in ar Bene ch ;
— wie — — — en —— one — Gott⸗
orinthern am dri in der ande 5 und Hau ottheit allei rage ich: o net in
Bar SU | Katie —— rem fe in
danım als ba guten Merken gec ee —— en nach der
- Kir D Y —RXX —55 d ® Le
nicht überfiü das nicht guf a machet; ereinet in ine © Gottheit und.
ger en lehret. Und el muß, Das fie ChriſtusJ Zwinti erſon? an;
zZungni ‚ wenn di jo, fo de e dar tus JEſu giy. #
— 1 ee Sn De een Bonn Me
en: A
Dem HEren fi goͤttliche Wah 5 darum fen aller Di nehmlich u d ng, daß er
Eenntnißgeb ſeye Sob, daß e ahrdeit ſi das b inge iſt; nd eigentlich nach
itniß gebrach ßer ihn zu fi ſind. ezahlete t; und nach dei Das We⸗
del Git und t bat! Daßer zu folcher Be⸗ Gerechtigkeit getödtere O der Menft —
fihlet — gemeiner — — dieſen H a nicht 8 7— mit ung v pfer,das die —
felbige hieri egibet ſich zu gel — Kirchen De. ganze € rift; berufeda erſoͤhnet hat: —
GE, d rinn glaube und, eben dem, Das zun H un —— Kuͤndſch edarf
—9 ev verftünde fi halte ; das wollte ebräern, vocegmikh fa a,
Denn Die gemeine Beil eine ei olfre| negmiic) fürandere Epiftel
fein die — heilige ——— Worte !|, Da Daniel = Firandere Sonic
Worte GN glaͤubigen GOtt iche Kirche al- fe ß Chriſtus ei chatt. ſt.
fie. Same par kn dem rec ein Daun a und Mar i
— — — denn — bleiben de — —— — — |
wird, daß die goͤttli rheit von eufe und iſt er e eiden. D in Zinig, m — N
ihr bleibet ie göttliche Wahrhei Paulo genannt | G in einig mit 59 ann nad) Der en
AN re et jtetund veft.bei Se eh Ort dem Water N
fie Sn Bel und fein Set heit; daß hr, Heil der Vater ae ann A
a 5 Ai — 2 ven das iſt,
num, das ute glaubet und — her — — Seit. Di et der Soßn, OO: it,
re al nr (etliche Saupe be e drepe find daı Dre der
iſt. en 55 überflüßi r Diefelbige reglere r Chriſtliche s recht we⸗
er ruBßig; behalte n, lebendi n Kirchen, —
ib Se nenne a Scheiftniche äh n, und das H ndig machen, im $ vie .
—— — ze [nicht geſaget werde Bl Aeben Datık schen‘
- en der S ag; damit er alle mi |nige Hau den, daß C arum mag.
gründet befenn chrift gemä alle unfere | ben K pt, aber w briftus fi ag
et; gemäß und i e hen Kir x mol das eye das ei⸗
Sn Je re Cie ie N u er
ders ie; wie fie der © che Kirche gl nit - ale v und Heili ⸗
ten N denn die Me Make an — — a
*) Such — innhaltet, leh⸗d ren Perſo ennet noch ni ae
ie hlevor am 2041. 2042 a —— in der en daß, ob⸗
. und 23113. Hlat Kehl und — en —— ‚die
P 3 ’ er v 3 v0 \ 5 int e X
nichts deſto Me ‚ober Fake Sie
er unter jegliches ligen Geift,
jegliches feinge Perfon
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oo Don den Handlungen — a
' Ber. einige — noiungen der zu |
a MEN en eRüaee wird; da nicht — gehaltenen Diſputation. —
——— n zu ſagen Dann es gar * noth id) In der erſten Epiftel; — 2129
ie ide angobfg gamn ge Pe |Camit, Sa = [Date) ie lb: Das
da [fi], unterftünden gumente machen, bie Haupt der Scanen iſt de 2
| Sn 0 al mar un ee — ein | Er *
al reH Derfon S Be pen Dar: aupt uͤber Chri —— Aa
20 olehes it Sg ee ke yore
a GO und nicht angeiget ne —
I ae pri Lane a a een Sveingly. ir
" Schriftnie bemäßret $ü Bir dinig: als der wohl, wie ONE ein Sc eder ich; weiß m
6 Gina GR, Dam
5 3 — hievor * — Slat | Kr halben a ee oc
ken — * aͤnie = ö N of. ; ach ein d A Kr N » alfo
„D5 nein Mae lid, Zi Haupt genen: Ni vet niölek Salben, ei
Kat gefagt am Anfang dieſer j winaly Isae originis, d ng ri
Ion aan Ne En ds a dus ce Hide le ls. "Dan ur
chen Drenfaltigfei it der göftlis),Eoin'6.W. & zum erftet udienendie
für Babe, daß eit. So fage ich, daß ich! ı Epift. 6.6 sum erften, zum ir
‚für Babe, daß er mir d | dar⸗ .6. Cap. erſt Habe imotheo
ich (0 lange den 2 ei | a angezogen, Daß Chri⸗
| Del weiß. So ante: Babe, baßichs Sürft (für a 1 Gewaltig oder
| a Bat, daß der Sohn 5% faget, und vor ge- tauchen,) genennet wird as Wort Haupt
en viftlichen Kirchen, Biete Kr Ba | Daniel *
das Are em Simmiifjen Vater: ‚Nur alle Dinge untere e
BEE a Bob aheksum ek en Ua er 2 een Ben
‚ nad): und das — gebe ichnod) ni "den gehal rich Zwinglüi, daß Die Fü zen
ſſt an geitlichs en ehriue) la ——
u —— als — geboren Herr Gilg Murer p —
von — —— el vesgle) mi (e farzer zu Bapfen⸗
ne fage ib, da Seit &c. Und) ‚Die Gnade unfers BE ap
. Menfcßelt nicht mag genennet us nacjder] mit uns allen! Amen, ne BE
nig Haupt ber Chriſtlichen a. — einig Haupt, — me al (eu
RR Zwin | nade und Ba s lebendig machet, feine
: DIE Argument darf a wahr, Daß En ung ne Ag
- De al "Rede — Iſt a Gewalt oder — folle feyn eine
en riſtus [von Id) verantwor⸗ rift nicht erzei iment, mag mit der
wird für den, der wah J uns fie genommen | UN Römern a zeiget werden, da *
RER I a ,„, dann Pa
Bein, un’ eng ma Zei Menke Der Be von Ole fge. Sie gef ale.
‚Zeit Menſch wor- ift eine Gewalt . Die geifttiche Gewalt
bat gewaͤhret ervefen, dieweil die Ehritentek
‚Darum ſoll es — — *
den, ꝛc.
Siehe hievor a —
Kar. Daniel Me alt, chen, er haͤ
Meiſter Schatt a hätte Dann heitere Flare |
fer Ulrich Zwingly, der begeßret von wider. lare Schrift dar⸗
tchtoldus,
mir, daß ic) anzeige ein an
Chriſtum; da Harn ein anderes H
a ıffelbige and aupt, dann! H
a Sur } BR ere Haupt d err Gilgen Ar um ’
| beri Schriften 17, Theil, as finde, *) Kae Aber ich un ag Arwafsın
ttt 7 er ven
Beili«
-
haͤtte dann
8130 :
Heiligen Paulum wohl befeße, zun Römern am
13. Capitel: Jedermann ſey untertbanig
der: Oberkeit; Se man da.
(Und ward folcher Tert verlefen)
: *) Sude hievor Blat 2113. ſq. 2115. ſq.
SERIE Bl Huren. 2;
Paulus zun Römern nimmt nichts
ſpricht: Alle Bewalt ifivon OOtt. Und
daß er nicht-allein gemeynet habe die, meltliche
Gewalt , bezeuge ich aus den vorhergehenden
orten Pauli, fo er ſpricht: Line jegliche
Seele ſoll geborfam feyn den hoben Be-
walten. Wenn nur eine Gewalt foll feyn,
die weltlich, fo hätte Paulus der Rede nichts
dürfen, |
a Derchtoldus,.
$iebe fromme Ehriften! der Antwort Balben
referire ich mich zun Actis, *) und auf den
klaren Text Pauli am 13. jetzt ordentlich verle-
fen. Darzu fo thut ihr der Schrift Gewalt,
dann Paulus hie von der weltlichen Oberkeit
redet. |
2) Suche hievor Blat 2037. 2040. uf.
— Gilg.
Daß Paulus zun Roͤmern amı3. Cap. nicht
allein geredet habe von der weltlichen Gewalt
iſt offenbar genug. Dod) fo bezeuge ichs wei.
fer aus der 2. Epiftel zun Corinthern am 10,
Eap. fo er ſpricht: Dann fo ich etwas mehr
Ehre folte ſuchen von unferer Bewait. Hie
beruͤhmet fid) Paulus von ifrer Gewalt. Das
iſt je geredet von der geiftlihen Gewalt: dar-
um fo fell es nicht widerfprochen werden, man
heitere Schrift, die daffelbe aus-
0.0... Derchtolöus,
Daß eine Gewalt fene in der Kirchen, haben.
wir noch nie verneinet, nad) “Berftand der
Schrift; melde Gewalt darum fein ander
Haupt machet, fondern vielmehr ift eine Dienft-
barfeit. Und der Spruch, den Herr Gilg her-
vor bringet, erläutert daffelbe, fo Daulus fpricht :
Und fo ich mich weiter etwas berühme von
der Gewalt, welche GOtt der Err uns
gegeben bat zu Befferung, und nicht zu Der:
derben. Welches Paulus, als eintrener Apo-
u
druckte.
Der. Reformationsfhriften wider die Reformirten I
ftel GOttes, mit 9 3erfündendes
Worts ausgerichtet hat. Undift ganzund gar:
s — nzund gar
"" Inichts wider unfere Schlußreden ; deß refetire
ich mid) allewege zun *) Adi:
aus. Er|
liche Gewalt, die da von GOtt gegeben iſt zu
mit Prebigen und Berfündende
*) Sud) hieue Dlat 2039,2040.2048.2051.
Gilg Murer.
7*
Als Herr Berchtold ſpricht: Es ſen eine geiſt⸗
einer Erbauung, dadurch wir follen: verkuͤnden
das Wort GOttes; nehme ich an. So nun
eine geiftliche Gemalt iſt, fo muß auch eine D-
berfelt feyn, die das Negimene führe. Das
will, id, bewähren aus dem Alten Teſtament,
alſo: Eine jegliche Figur foll erfüllee werden im
Neuen Teftament ; als: Die Synagogeder Ju⸗
den Hat bedeuter die Chriſtliche Kirche, dieſelbi—
ge Bat auch gehabt Oberer. Soll nun die Fi⸗
gur erfüllet werden, fo iſt nothwendig, daß mir
aud) haben eine Dberkeit, der Geiſtlichkeit hal⸗
ben in der Epriftlichen Kirchen. Daß aber.
nicht allein Hat die Synagoge gehabt einen ober-
ſten Priefter in allwegen, fondern ziween, nem⸗
lih Mofen und Aaron; die müffen je etwas ha⸗
ben im Neuen Teftament, das der Figur gleich.
werde geachtef. Das ift nemlich Chriftusund
Petrus. Das bemähre ich durch den Tert,
2Mof. am4. Cap. da GHDEr ſpricht zuMofen:
Der Aaron, der wird für dich reden zudem
DolE, und wird feyn dein Mund; du aber
wirst feyn fein Mund in denen Dingen, die
GOtt zugehoͤren. Diefe Figur wird erfüllet
in Ehrifto und Petro. Das will ich bewähren
aus dem heiligen Evangeliſten, Lucaͤ am 22. Cap.
da GOtt der HErr hat gefprochen: Simon,
Simon! nimm wahr, Satanas bat euch
erfordert, auf daß er euch reutere, wie den
Weizen: aber ich babe für dich gebeten, daß
dein Blaube nicht fehle, und [wenn ]du er
wan befebret 2. Hie haben wir offenbarlich,
wie Moſes ein Dberfter gewefen der Synagor
ge gegen GOtt dem Allmächtigenz ae
Chriſtus Das oberfte Haupt ift der ganzen. Chr
ftenheit, in denen Dingen, die da gegen GOtt
3
werden verhandelt, nemlich, da er gefprochen
bat, er wolle für ibn bitten, daß fein Glaube
nicht aufhöre. feichen
und verftanden durch) den SPriefter Aaronem⸗
4 wow * J on ; 33 g' — nn-
Petrus aber wird vergleiche.
Ulitiſche Volk, dieweil Mofes ging auf ven ‘Berg |von Martin Buser, auch andern feinen Brüs
Sinai, mit GOtt dem Allmächtigen zu reden ; |dern. Er fpricht auch: Wo zween oder drey
alſo hat Chriftus aud) empfohlen dem Beiligen | in feinem Namen verſammlet feyen, daß
Sanct Petro voraus, daß er follte feyn ein Ber | fie, Die Kirche, möge handeln nad) dem göftli«
weſer des Volks, und verbringen das Amt chen Wort, das auch die ganze Kirche antrift;
Gottes des HErrn, fo er at gefprocyen : Ber | das doch nichts iſt. Dann fonft Paulus und
ſtaͤtige deine Brüder, Barnabas nicht wären gen Jeruſalem geſchickt,
isn, Berchtoldus. von etwas Handels wegen, das Die Kirche an⸗
ee ige ea mafen in⸗ traf; haͤttens wol in der Verſammlung zu
‘ en ne oetefen an Antiochia ausgerichtet, fo Paulus (der doch
3.5. und 6. Cap. Dannenhin der Spruch aus ein auserwähler Faß war, und fi) auch vermey⸗
- tuca Äft vor dreyen Tagen verantworter. Ich
Bu» Evangelion nie von Menſchen, fondern von
| 4 Kr en arften Bat [ÖLE empfangen,) hätte es mögen mit feinen
De Ale ar... | oem Anderen bee ec ausge:
— — tet haben. rſache genug iſt, daB nieman
ing — en ———— She nichts folle machen aus eigener. Gewalt, fondern
Ren ne re laffen langen an die Gewalt der Kirchen, oder
nz er | — den Oberen, darzu verordnet. Ihr habet nun
Meiiſter Jaeob Edlibach gnugſam, wie Chriſtus ein eingeleibet Haupt
Als Here Berchtold in der Antwort Meifter ſeye, in welches Gnade ich mid) empfohlen; und
Nielaus von Zofingen gerede: hat: Chriſtum | in was Geftalt die Kirche ein fürgefeger Haupt -
nennen ein eingeleibec Haupt der Kirchen, ſeye habe, der ich mich. unterwürfig mache, und blei⸗
ein Irrthum; weldyes ic) nun auch geredetha-!be bey dem: gemeinen Verſtand Chriftlicher
be, darum es mir zu verantworten ſtehet. Spres| Kirchen. ats Ha, r
- heid: Chriſtum ein eingeleibet Haupt feyn, Martinus Bucerus. De
iſt kein Irrthum, fo es nicht aus Haß ausgele-! Die Verklärung Meifter Jacobs, wie er ver⸗
geeroied, fondern Ehriftlich. Darum nenne ich | fteen will, daß Chriſtus der Kirchen eingeleis
Ihn unſer eingeleibet Haupt, daß er ihm felbft| bee ift, nehmen wir an. Daß er aber wieber
h die Kirchen eingeleibet Hat, und nicht die Kirche hervor bringet, Petrus ſeye ein Unterhaupt über
Ahr ihn. Dannenper id) ihn noch erfenne ein | die Kirche, darum, daß ihm vornehmlich befoh⸗
eingeleibet Haupt feyn der Kirchen; von wel. len feye, die Schäflein Chriſti zu weiden; iſt
chem Haupt der Kirchen flieffen Gnade, Weis:| vor gnugfam verantwortet. *) in Apoftel ift
“heit, Erlöfung und alle Bollfommenpeit und | er geweſen, der nicht allein noch alle Schäflein
- Güte. Alfo nenne id) ven Pabft nicht ein ein⸗ Ehriſti, wie auch nicht möglicy geweſen, gewei⸗
geleibet Haupt, fondern ein vorgeſetzet Haupt| dee hat, fondern mie andern; und hat Paulus
der Kirchen, dem befohlen ift das Amt vor-| mehr gethan, dann er. Darum er fein Haupt
nehmlich zu handeln; wie Petro vornehmlich! über die andern mag genennet werden. Daß
befoßlen find die Schlüffel, audy ihm die Schäf-| er aber wider meine Antwort, dem Provincial
Tein infonderheit empfohlen Bat, vor andern: zu gegeben, (dieweil Chriſtus aud) unter zweyen
weiden; welches noch Feiner mic der Schrift oder dreyen iſt, in feinem Namen verſammlet,
entlediget hat. Darum Flar wird, in was Ge⸗ eine jede Gemeinde GOttes fid) entſchlieſſen
ſialt Chriſtus, aud) in was Geſtalt Petrus oder moͤge, was fie glauben ſoll,) vorwirft, es ſolle
‚feine Nachkommen Häupter der Kirchen genen. | Feine befondere Gemeinde, das eine ganze Kirs
het werden. Faͤllet Bin der Irthum, da man] che angehet, befchlieffen; und darum hätten die
ſpricht: iſt Petrus unfer Haupt, ſo iſt er auch) in Antiochia Paulum und Barnabam gen Ser
wi Fi Tee itt 2 ruſalem
2 Don den Sandlungen Ing n der su. Bern gebaltenen Difputauion. + Qi
in wie demfelbigen empfohlen mar das Iſrae⸗unſer Erlöfer und Seligkeit ıc. Als gerede iſt
net den Geift GOttes [ zu] haben, und das -
|
2134.
ruſalem gefchickt, in ven Geſchichten Der Apoſtel
am 15 Capitel. Hierauf gebe ich) Antwort, daß
ung hie Meifter Yacob ein ſtraͤflich Exempel vor⸗
wirfet, als dem auch wir füllennachfolgen. So
die in Antiochia vecht hätten gehandelt, fo haͤt⸗
ten fie das Wort GOttes, fo ihnen Paulus und
DBarnabas von Ehriftlihen Freyheiten hatten
vorgetragen, in ihnen felbft ermeflen und ange⸗
nommen, ohn Aufſehen auf andere Leute. Da
aber ein Aufruhr war worden, ohn Zweifel durch;
Der Reformationsfchriften wider
2135
aber unfer Widerpare tem. Worte Gttes
durch ung Yorgefragen, nicht glauben will, fo f
dann irgend ein Petrus oder Jacobus wäre,
ein wahrer Apoftel Chrifti, wollten mir unfern
Widerwärtigen zu gut auch gern, folcher Zeu-
gung zu hoͤren, zu ſolchen kommen; wo findfie
aber? Daß Herr Daniel faget, der Pabſt feye
darzu erwaͤhlet; ift nicht gnug: Er muͤßte auch
St. Peters Geiftes haben; denn der natuͤrli
che Menſch verfteher der göttlichen Dingen _
"die Reformieten 11, Abfehnitt,
die Böswilligen,und die immer das Anfehen Pe⸗
tri, Jacobi, und anderer in Jeruſalem, wider
Pauſlum vorwarfen; Bat fi) Paulus und ‘Bars
nabas gern a Sadın, — — *
en zufommen; viel lieber haͤtte er aber gehabt, a ea
daß] ſie ohn weiter Fragen feinem einfältigen | Die andere Schlußrede , und derfelben
Goties Worte Glauben gaben. Alſo ware} Gruͤnde, bar Meiſter Franz Kolb, Prädie
viel beffer gewefen, eine Kirche von Bern hätte) ne zu Derneröfne.. —
das gewiffe Wort GOttes von ihren Prädican» | Die Rirche Ehrifti, machet nicht Befeg und -
ten angenommen, als auch ohn Zweifelvielege-| Bebote, ohne GOttes Wort. Deßhalb
than haben, ohne weiteres Befragen:; fo aber| alle Menſchenſatzungen, P man nennet
ihrer etiiche gewefen find, die darüber au) an| der Rirchen Bebot, unsnicht weiterbin-
dere Leute zu, hören begehret Haben; iſt dieſe den, dann ſie in goͤttlichem Wort gegruͤn⸗
en or — me ine det und geboten find, BEE. 8
mand mehr durch uns (und wenn unfer vier en Bi DR &
tauſend wären, und alle gelehrter und frömmer, Meiſtet S Fans Bolb. —
dann Sanct Paulus,) in goͤttlichen Dingen moͤ⸗ in Ah 2 Pl dem Vater und.
ge gelchret werden, dann eben durch die Prä- ählte —— — —
dicanten (dann in der aͤuſſern Lehre iſt einer wie Berchtold inder erften unferer Schiußreben, Hr
der ander, in der ı Epift. zun Corinth. am 10, [5 lich erfänfert | 5 J 9
Be — ſamlich erläutert hatı was da ſeye Die Chriſtliche
Cap.): ſondern allein Mmogen eben daſſelbi⸗ Gemeinde, dero das einige Haupt ſeye Chriſtus
ge bezeugen. Vor iſts gefagt, **) aus Paulo: JEſus nach Laut des andern Artikels uners ur
‚ der Geiſtliche richtet alles, er ſeye wer er wol- alten Chriſtlichen Glaubens, der alſo lautet · Sch
le, und ſeye wie viel oder wenig ihrer wollen. glaube in JEſum feinen eingebornen Sohn,
Es kat auch nicht Die Meynung in Sachen des | unfern HERAN; merkt männiglich , unfern
Glaubens, wie in äuffern Geboten. GOtt hat HErrn, unfer Haupt , unfern Heiland, unſern Le⸗
‚eben ein Ding allen Erwäßlten zu glauben für- | Bendigmacher, unfern Enthalter, unfern einigen Bir
Begeben: darum wenn er einem Hirten daffel, ſchof und Lebrmeifter. Den und Feinen andern,
bie offenbaret, fo muß in feinem Herzen be; | Weber im Himmel noch auf Erdreich, bekennen wir; '
ſchloſſen werden daß alle Fuͤrſten und Herren in diefem bleiben wir feines andern Stimme bir
- glauben müffen, follen fie anders felig werden, ken wir: wie biefer Artikel gnugfamlich, mit ger
Die Kirche von. Bern muß für ſich glauben ln N .
und des Wortes GOttes gewiß ſeyn, was auch) |, NN 3 a
= / N) | melchem folget nun der andere Artikel, der laute
andere halten ; erfünbe fie in dem den Willen | yo; Die Kirche Chrifti mache nicht Gefeß nod
Oottes, fo it alle Welt ſchuldig, daffelbige an- | Behor ohne GOttes Wort. Soll man erfflich ver:
unehmen; Die Kirche von Bern gebletet dar⸗ | ftehen, im denen Dingen, die unferer Geden Se
unm niemand nichts, fondern GOtt, Diemweil|ligfeit autreffen. Zum andern, N
nichts, zun Corinth. in der erften Epift, am
andern Kapitel, | aD A Are 9
) Suche am zıı2. Dlat.
) Suche hievor am Blat 2064.f.
{
bie nicht von Stadtſatzungen,
- Verordnungen, die Leib und Gut antveffen;
folcye nicht wider GOtt find, . Zum dritten ,
reden hie von Satzungen
ottlichen Willen und dag lIeh, d
in bloß natuͤrlicher Menſch mag erkennen, (1. zun
Eorinth. am 2.) fondern eines folchen Gedanten
find aifo ferne von den Gedanfen GOttes, ald
Himmel und Erden, Eſaiaͤ am 55. Darum der
einige Sohn, der da iftin dem Schooß des Va⸗
ters, Sobannis am 1.) bat allein uns den muͤß
1 melchem die Stimme aus der
Ö
Fr
fen Zeugniß gegeben har, Matth. aitı 17. DIR
ift mein geliebee Sohn, in welchem ich ein
Wohlgefallen habe, den foller ihr hören! Wel⸗
eher einiger Sohn den Seinen hat verboten, daß
fie ſich nicht follen Iaffen Meiſter nennen auf
Erden, auch Feinen andern Meifter bekennen denn
ihn allein, Matth. am 23. Er hat auch den Sei⸗
nen befohlen, daß ſie nichts anders follen predigen
> und lehren, denn das er ihnen geboten hat, Matth.
in
am letzten. Hierum fo halten wir im nachgehen:
den Theil diefes andern Artikels, daß aller Mens
ſchen Satzungen, fo man nennet der Kirchen Ge⸗
bot, und nicht weiter binden, denn fie im goͤttli⸗
ben Wort gegründet und geboten finds Ja ſol⸗
che Satzungen, fonder oder ohne das Wort GOt⸗
te8, find und von Ehriffo verboten, Matth. am
315. und auch von GOtt. . Efaia am 29. ſaget der
SErr alſo Darum, daß fi das Volk zu mir
nahet, mich mit feinem Mund und Aefzen zu
loben , und doch fein Herz weit von mir keh⸗
> zet:, mich nur mit Hienfehen Gebot und Keb-
re fuͤrchtet, ſiehe darum werde ich mehr Wun:
I
der mit diefem Volk begehen, wunderberlich
"und feltfom , daß die Weisheis feiner Klugen
'3u Grunde fahren, und der Verftand feiner
Verftändigen zu boden geben wird. Diß ſind
die Worte des. HErrn, die fich in gegenmartiger
Zeit vor Augen erjeigen, wie fich die, fo Men-
ſchenſatzungen gern enthielten, fp unverflanden am
Sort GOttes abrennen. Diemeil nun GOtt der
SErr nicht will, daß wir ihm irgend mic dienen
nach unferem Gutbebiinfen, $ Moſ. am 12. ja, ſo
dag, das wir hoch achten, ein Greuel vor GOtt
it Luc. am 16.): fo kann und mag ein jeglicher
frommer Chrift ermeſſen, von melcher Kirche oder
Verſammlung die feen, die von aller Welt wol:
len geachtet and genennet fegn, Väter in der Beifl-
Hichkeit, Meifler und Richter uͤber das görtliche
Most; item, bie fiih angenommen haben, dem
on den Handlungen der zu Bern gehaltenen Difputation,.
Landrechten, oder Volke GOttes mit Drohung ewiger Verdammniß
wo zu gebieten, und zu verbieten, die Dinge, die uns
wir 89
die uns eröfnent dent die da wollen haben, daß man ihre Gaßung fleis
göttliche Gefallen, das fer halte, denn GOttes
2197
tt weber geboten noch verböten hat: item,
€ ebot, ja daß man ſie in
allen Dingen uͤbeler fuͤrchte, denn GOtt. Wer
mag dieſer mit ſeinem Saufen anders feyn, denn
der Greuel, der fich gefeßet hat an die Statt GOt⸗
tes, das iſt, inder Chriftgläubigen Herzen (Matth.
am 24. und Danielis am 8.) und die zerſtreuet
mit den Cerentonien, damit fie deſtominder wahr⸗
nehmen, was da rebete innerlich das ewige Wort
mit ihnen ? Es nahme lange Weile zu erzälen die
hablihen Mißbraͤuche, und graufamlichen Abs
göttereyen, fo alle Welt allenthalben erfüller iſt,
durch Menſchenſatzungen. Und darum fo ermah ⸗
ne und bitte ich euch, alle Chriſtliche Bruͤder, die
da dieſen Artikel unkerſtehen zu widerfechten; daß
ſich ein jeglicher in ſeinem Herzen erkunde, ob er
ſich der lauteren Wahrheit zu erfahren, und ung
derfelben in Ehriftlicher Liebe zu berichten geneigt
feye; damit daß niemand in die grauſamlichen une
vergeblichen Sund falle, und der bekannten Wahr⸗
beit widerſtrebe; Da und ale GOtt vorbehute )
Johannes Buchſtab, Schulmeifter zu]
Zofingen.
In dem Namen der heiligen Dreyfaltigkeit, und
alles himmliſchen Heeres, Amen! Dieweil ich in
hochgebluͤmten glatten Worten (vor welchen uns
St. Paulus zu den Coloſſern am 2. gewarnet Hat,
damit nicht verführet ſollen werden) nicht bericht
noch gebraucht bin, will ich Fürzlich die Schrift
angreifen; und daß wir auch andere. Schriften,
dann Biblifch, ſchuldig ſeyen zu halten, iftzu glauben,
ſo St. Johaunes fpricht am 20. und am 21. da
Chriſtus viel Dinge gethan, die in dieſem Buch
Inicht begriffen fegen 8. Darum ich will auf das
fürzefte etliche Drte und Eapitel anzeigen, in
welchen etliche Worte und Reden Chriſti nichtbe⸗
fehrieben find , [die doch] angezeiget werden, a
Matthaͤi am 9. Marti am 4. und 6. Lucaͤ am 2.
am 4. am 5. am 13. und am ıg. Johann am 4+
Welche Drte, fo ich datum erfordere, werbe ans
zeigen: Chriſtus bat fich auch erzeiget nach feiner
Auferſtaͤndniß feinen Juͤngern in viel Reden durch
die vierzig Tag, ald er ihnen iſt erſchienen Apofig.
am 1. und hat mit ihnen von dem Reiche GH
te8 geredet, und von andern göttlichen Dingens
was aber , iind mie er ihnen darvon gefaget hat,
wird mis befondern Worten nicht angezeiger.
Tttttt 3 ars
ww“
* x ==
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er Reformationsfehriften wid
ser die Refotmirten 1, bfehnirr, 209
Martinus Bugr. |. Tobannes Buchftab.
Es find angezogen etwa viele Orte ber evange-| Der Anzug, daß wir follen unfern Nächffen
fiichen Schriften, in welchen von etfichen Lehren |Tieben als ung ſelbſ — nicht, di
und auch Werken unſers HErrn SEt gemeldet | man nicht fehulbig feye auch andere Dinge zu bi
wird, Die doch infonderbeit in der Schrift nicht ten, wie vor gefager iſt Und daß man (duldig
verfaffet find: daB geffeben wir geru ; fagen aber fiye, auch andere Dinge zu halten, dag mit auße
darbey ; daß Diefelbigen Lehren und Reden ſamt gedruckten Worten nicht gefchrieben fFebet; Begebe
den Werken des HEren, ſo nicht geſchrieben find, reich, daß ihr mir angeiger drey Sprüche degher
‚nichts ander&inngebalten und gelehret haben, denn figen Chriftlichen Glaubens mit aus edruckten
das in dem gefchriebenen uͤberſluͤßig geleſen wird Worten, wie wir fie beten, nemlicy:: Sr ift abges
Denn St. Paulus, von ber Schrift, fo vor der ftiegen zu den Aöllen. , Jtem: ich glaube in die .
Apoſtel Zeit geweſen iſt alfo ſchreibet Und die: | heilige Ehriftliche Kirchen. Und; ich glaue
weildu vor Kindheit auf [die] b. Schrift weil be [eine] Gemeinfame der. Bee —
feft, x. 2 Zimoth. 3. Aus den Spruch iff Elav,| Martinu ee Bl
taß nicht weiters zu glauben iſt daun ſo in Bible: FORTE MEI EI EN
feher Schrift begriffen üb; und bat der HErr,| Der Schulmeiſter frager: Dieweil wir vermeps
och alle Apoſtel nichts anders Tehrenmögen. |Nen, allein der bibliſchen Schrift zu glauben ſeyn
— EHRIS ER: ve ae 1 mo mir gründen wollen, und mit ausgedruckter
ir Johannes Buchftabs Schrift bewahren, drey Artikel des heiligen Chriſt⸗
Daß Timotheus die Schriften von Sugend auf) lichen Glaubens? Den erften: der HErr iſt abge⸗
babe gewußt, laſſe ich bleiben. Daß aber andere) fliegen zu den Höllen; denfelben bewähren mir mit
Lehren durch St. Paulum gelehret find worden, dem, das Gt. Peter angezogen Hat, Apoſtg 2:
die auch nicht beſchrieben find, wird anviel Orten Dann feine Seele ift nicht in der Hölle gelafa
angezeiget ald zum Römern am 5. zun Galatern|fenzc. tem, in der erften Epiftel Gt. Pererd
am.ı. Apoſtg am zu. am 13. und durchaus in den am 3. Kap. In demfelben ift er auch hinge-
Geſchichten der Zwoͤlfboten. Er hat auch etliche! gangen, und bat geprediget den Geiftern ih
Dinge durch Botſchaft und Mund ausgerichtet, ver Gefängnig. Demnach theilet er einen Art
aͤls er zu den Ephefern am 6. fehreibetalfo: Daß fel des Glaubens im zween: Ich glaube eine
ihr aber wiſſet, welche Dinge bey mir find, Chriftliche Gemeine, Bemeinfchaft der Heili⸗
oder wie es bey mir ſtehe; wird euch Fund| gen. Iſt füch aber zu vermwundern, warum er
thun Tychieus. Dergleichen auch zun Eolof:) um diefen Artikel Schrift begebrer, fo doch die
ſern am 43 Tychicus und Oneſimus follen euch| Schrift ſolchen allenthalben angeiget, als Matthai
Fund thun alle Dinge. In der andern zun Fi] am 16. Kapitel: Auf den Selfenwerdeich mei
motheum am 2. Cap. Die Dinge, fo du gebö:| ne Kirchen bauen ze. Matthai am letzten Ich
ret haft von mir durch viele deugen, dicfelbir| will bey euch feyn bis su Ende dee Welt; zun
gen Dinge empfehle den getreuen Menſchen. Epheſern 1. 4. 5. da die Kirche ein Leib des HErrn
Martinus Buger angezeiget wird. So iff in. vorhergehenden Ant:
In aa ie — wworten gnugſam angezeiget, Daß die Chriſtliche
Es iſt geſtern durch Meiſter Weich Zwinglin Kirche Die gemeinen Chriften find, das ifk, Heilie
" ) gegeben auf alle ſolche Einrede: das gen; mie dann Paulus allenthalben Chriften und
eſetz und Propheten, ſamt allem dem, das je| Heiligen füreingnimmer. Die haben nun Gemein.
‚göttlich gelebret worden iff, oder immermebr| (haft an Einem GHtt, Einem Chriſto Einem
mag gelebret werben, iff alles verfaffet in dieſe eifk zc. mie mein Bruder Berchtold, im Anfang
kurze Rebe: Liebe GOtt von ganzem Herzen, und der Dijputation *), überflüßig angejeiget bat
den Naͤchſten ald dich ſelbſt! Das haben gelehret, %) Suche hievor am 2025ften Bla:
und aus GOtt gelehret alle, die von Anfang der NIS RL; a
Welt wecht:gelehret haben, iſt darum nicht von Johannes Buchftab. Br.
nötben, daß ed alles befchrieben feye, überflüßig) Die zween Artikel verneine ich nicht; er bat
haben wir an dem, fo die biblifchen Bücher inn-| mir aber noch nicht angezeiget, mo fie und geboten
balten. ae | zu glauben. Weiter, fo diebeilige Chriftliche Kir:
— SEuche am Blat au, zızo,| che iſt heilig, und Das hochwuͤrdige Opstannn: bee
— ei
2138 Bi
en Pete
RL u
21420. . Von den Handlungen der zu Bern gehaltenen Difputation. 2141
r Meſſe, Worte zu, die in bibliſchen Schriften nicht begrif⸗
Blutes C das |
das Geber fr Sobre und Eebendige, (tie durch ‚fen find: glaube dennoch, unfere Gegenparteyver- ⸗
gn I —6 ; Pal werfe diefelben nicht; al&; Pater ingenitus, Pa-
albhundere Jahren gewähret baf, und das folte|tri coxqualis, Spiritus fandus ab Ytroque proce-
ge ‚ daß je t die heilige |dens, Beata virgo Maria Dei genitrix, intelli-
Chriſtliche Kirche, mider den angezeigten Puncten gendo de virginitate ipfius; desgleichen feyret
und Artikel des Glaubens, nicht heilig ware geive- man den Eonntag, auch anderer Apoftel und Hei-
fen. Denn als Chriftus fpricht Joh. 3: Die ligen Tage; feger dennoch die Bibel nichts darvon.
Füge und Irrthuͤmer find von dem Teufel, der| ii ’
. dg ift laͤgenhaftig und ein Vater derfelben) Martinus Bucerus.
Aber die Wahrheit iſt von Chriſto, Joh. 14. der) Lieben Freunde! Das da angezogen, zeiget nur an
1 et die Wahrheit, und das Leben. einen WBortfampf. Denn fo wir haben in der Schrift,
ah Dart A —— * 73
und, Blutes Chrifti, dad Opfer de
nd dag Herr Martin Bußer hat gefprochen und daß unfer Herr JEſus Chriftus der Eingeborne
angezogen die Worte Chriffi: Ich werde beylift; fo findet ſich je klar daraus, daß der Vater
euch bleiben bis zu Ende der Welt ; ift für mich, ungeboren iff. Item, fo Chriffus anzeiget, daß
im welcher Wahrheit wir bisher geleber haben ; ſo der Vater den Heiligen Geift fendes item, daß er
er auch an einem andern Dre geredet hat: Ich, ihn von dem Vater fende, Joh. 155 ſo iſt je klar,
werde euch fehidien den Geiſt der Wghrheit / daß der Heilige Geiſt vom Vater und Sohn aus:
der wird euch lehren alle Wahrheit, job. 16. gehet. tem, fo der HErr fpricht: Ich und der
So num Chriſtus fein Volk des Lichtes feiner gött:] Vater find Lin Ding: fo ift aber gnug angegeie
lichen Wahrheit Bisher berauber härte, und fo eisjget, daß der Vater und der Gohn gleich find.
ne lange Zeit unter ein Geſchirr geftellet, das doch Desgleichen fo wir Matth. 10. haben, daß Maria
wider fein Wort wäre, Luca 8. wuͤrde folgen, daß |cine Mutter des HErrn JEſu feye, und dabey ei»
er bisher nicht ein getveuer Hirt an feinen Sche: Ine Jungfrau; baben wir je nicht weiter darvon
fen waͤre geweſen; fo er ſpricht, Joh. 10: Ich zu forfäyen , trift auch unfer Heil nicht an, wie:
bin ein guter. Hirte; ein guter Hirte ſetzet ſei⸗ wol es ohne Zweifel iſt bey allen, fo die Wuͤrde der
ne Seele für feine Schafe ze. ı _ 2 Mutter des HErrn erachten, fie feye für und für
| WMartinus YZuger. eine Jungfrau blieben. Des Sonntags halben bat
Dieſe Einrede iſt zum theil wider nachgehende es die Meynung, daß die Feyrung deſſelben für
Schlußreden, da dann wider das erdichtete Opfer prege, foffetigs zu Aufbauung der Gemeinde ber
ber, Deffe, und feifchlichen Irrthum von leiblicher ER ie vi u — * —
Gegenwaͤrtigkeit Chrifki, gefeger iſt: fo iſt es auch, lich ſeyn mag : fo bat die glaubige Gemeinde aus
in vorhergebenden Antworten *) angezeiget, wie ſacher Verwilligung angenommen, zu der Wochen -
weit die Kirche GOttes irren möge, ee: if} gez] sinen Tag zu feyren von leiblichen Werfen, damit
weſen die Zeit der Blindheit, jeßt viele Jahre, aus fich die ganze Gemeinde, zu Hörung des Wortes
rechter Ordnung GOttes. Darum hat aber GOtt GHdrreg, müßigen möchte; wie denn GDtt der
die Geinen endlich nicht verlaffen. Denn nicht S@yy auch im Gebot des Sabbaths angeſchen bat.
‚möglich geweſen, Daß die Erwaͤhlten in — auch ſolcher Brauch zur Zeit Pauli ſchon ge⸗
blieben; Matth. 24. Darum fohaben oft etliche wefen / ald wir lefen am 16, der erffen zu den Co⸗
Glieder der Kirchen nicht gewußt, das boch ander | insherm, da er aliv fehreibet: Auf der Sabbe:
re wohl gewußt haben s und ift alfo bie Wahrheit | nen einem, lehre bey ibm felbft ein jeglicher
bey der Kirchen allewege blieben, aber nicht glei | unrey euch. Der Apofteln Tage halben aberhas -
chermaffen bey allen Gliedern der Kirchen. Und gen die Alten eben folches bedacht, daß das Boit
Bitte euch, daß ihr auf der Bahn bleibe. Und, zuſammen kaͤme, und des Glaubens der Apoftel,
auf das Umſchweifen bezeuge ich mich, nicht mehr ame den göftlichen Gnaben, durch das Wort er-
au antworten. & 1% — innert wuͤrde: iſt aber nie geweſen, daß ſolch Fey⸗
uche p. 2071. 2082. | yon bey den Rechtglaͤubigen für ein nothwendig
* Johannes Buchſtab. Gebotdas die Confeienz Binden folte, gehalten
Herr Martin Butzer, ich fage alfo: Die Kir: | worden. Die Summe aber unferer Antwort ift
he giber GOtt und feiner würdigen Mutter viel: vor auch angezeiget.*) was da nothwendig —
au
sich ſelber den Chriſten nicht geboten: aber ſo die
ee —
2142 Der Beformationsfehriften wider die
aus dem Gebot GOttes: Liebe GOtt von gan: [bet So ihr etwas anders erfinnet, das wird
zem Herzen, und deinen Ylächften als Dich auch euch GOtt offenbaren, Verfteheichafe,
ſelbſt. Item, was aus Gefaß der Schrift noth⸗ jo bie Chriſtliche Kivche GOtt Dem Allmächtigen
‚wendig befthloffen wird, als? Patrem effe ıngeni- etwas zu Chr und zu Lob ebet und ordner; d
zum, den Vater ungeboren ſeyn; den Sohn bem ſolches in Kraft dieſer Worte, ——
Vater gleich, und dergleichen: das erkennen wir moͤge· Auch aus dem, daß er im 4. Sapitelders
in göftlicher Schrift gegründet. Die Pabftiiche |felben Epiſtel auch alſo fhreibet: Lieben reits
Kivche aber bat und aufgebrungen, dag nicht al-jder, was wahrhaft ift, was fchambaftig ift
lein aus dem Wort GOttes, in der Schrift ver» | was gerecht ift, was heilig oder rein ift, was
faſſet, nicht flieſſet; ſondern 68 wird offenbar dem- | Billig ift, was eines guten Zeumdens; ift er
jelben widrig erfunden an Eir ' h
Bi ne ' Sprüche Pauli heſtehen alle gute Chriftliche Ord⸗
Swingiy. nungen, ald Auflagung der Faſttage Feyertage,
= Hie begebre ich, lieben Brüder! etwas weiter Beſang, auch löbliche Creuzgoͤnge in welchen ges
bvon der ewigen Neinigkeit Mariä zu veden, aus ſchehen ernflliche Gebete, Segehrungen, und
der Urfache, da ung " Paͤbſtler ee, als | Dankfagungen für alle Menfchen.ı. zum Timoth.
ob wir die Ehre Mariaͤ verkleinerten; fo doch fe am 2 — N: ii
die un as Sn a | ;. Mertinus Bußer;
Jungfrauſchaſt auf die Sahn bringen, uNbIPIE | Was ſich Kalk, laut der zweyen angesogenen
pen : es werde in der Schrift nicht erfunden, daß ae Bar 5 Bor —
fie endlich eine Jungfrau blieben feye; und ermel: iſt Das wahrhaftig und ehr ſam iſt sc. Daß eraber
fen nicht, daß Eſaia am 7. Capitelalfo ſtehet: Datz | ou npelsmeife einher yeuche von Bafktanen, Feyers
um wird euch GOtt ein Wunderseichen geben, tagen und Creuzgaͤngen: fagen wir, daß folche,
| ie — ra ya as ra wie fie bisher gebraucht eine Zeit, bey einer: Tod⸗
ben und gebsren,,. ) ; PN * ben find;, en >
Emanuel, Mag weze für ein en uns BAAR ER SE
daß eine Tochter empfinge und gebaͤre fo doch al-
Is, die empfahen und gebären, auch Sungfranen
find gewefen ? Aber Das iſt ein Wunder, daß eine
Sungfrau empfahe und eine Jungſfrau bleibe, daß einen: Tag beiliger, den den andern, gehalten:
fie gebäre und Jungfrau bleibe. So ibn nun al⸗ Dep yerpehing man den Spruch Pauli zu den® as
fo: fo folget, daß fie vor und nach der Geburt eine; yogeyp am 4: Yun aber, fpihr ©®tt erfanneba:
Jungfrau gan * iſt eh ann bet, 3. | N
wir nun nichts darwider Haben in ber war⸗
air fol a fagen, daß ihre emige Sungfraufchaft (Und hat folhen Text damit gelefen).
und weltliche Satzungen abgeführer find; ‚haben
Aeformirten IT. Abfehnitt, arg
‚[wen eine Tugend ꝛc. In Kraft biefer zmeyen
dem HErrn, fondern von dem Widerchriſt aufs |
kommen find: Urfache, [daß] Dad Volk dadurch
von GOtt dem HErrn auf die nichtigen Element
nicht bewaͤhret möge werden in der Schrift? ſo Daß er aber angegogen hat, die Kirche habe fok -
Doch das bewaͤhret wird, daß fie empfangen und | che Dinge GOtt zu Lob und Ehren angerichter; ®
geboren bat unverſehrter Jungfrauſchaft; und | geitehen wir nicht: ſondern GOtt iſt Damit ges
nichts, Daß fie gefchwächer eye? Hierzu dienet ſchmaͤhet worden; Diemeil fuͤrgegeben iſt als [ob]
auch, daß Luca am erſten fie ſelber redet: Wie man niit ſolchem Ibm etwas abverdienen möge;
‘wird das zugeben, fo ich Feinen Mann erken:| matt bat auch Chriſtum JEſum zu einem unvoll⸗
? und Ezechielis am 44 Enpiteh ‚Tfommenen Meifter darmit Dargegeben , als ob er
— m u uns niche gnug gelebret babe ; mas dem Baker ges”
Buchſtab. fallig it. Wo man aber freywillig etliche Tage
MB Here Martin Bußer hat zugegeben, ben! zufanmen käme, in Hvung desGosted Worts; und a
Eonutag und Zwölfborentage aufgefeget ſeyn wor⸗ um etwan anliegende Gachen, ernftliche Gebete,
‚den von der Kirchen; freuet mich, Denn alles) mit Faſtung zu thun; wie wir lefen, daß die Apo⸗
das, fo Die Kirche hält, und nicht ſtracks wider das | ſtel gethan haben, im der Apoftgefch. am 12.
. Gottes Wort fichter, iſt nicht zu verwerfen. Denn] und andern Orten mehr: daffelbe erfännten wir,
‚St. Paulus zu den Philippern am 3. alſo fehrei- | von GOtt geoffenbaret fepn, a
—
i 2144 — Don den Handlungen der zu Bern gehaltenen Diſputation. SF 2145
Am 13. Tag Termers, daß ihn die Kirche geboten babe, fonderm zu; gut
RA ea; iR, a ie j J er — —
ni our ben. Dergleichen der Apoſteltage, wiewol die⸗
en Sr. Paul, zun Galatern am 4. \eisigen nie gleichermaffen angenommen und ger
a von Tagen, Mongten 2. ‚Dienen nicht auf mwefen find. Darum mer bierinn etwas gebeuf
ung Chriffen, fondern allein auf die fo die Braͤu⸗ he
Su We x und Die Conſeienz bindet, ber iſt ein MWiderchriff.
‚che uud Gewohnheiten des Geſetzes noch uͤhten Die andern Orte allefamen bringen mehes wider
Daß aber Ereusgänge, Faſttage ꝛc. beym Bann h * RR ar
Geber Weser SIR nähe —— ee N Re
gehprfamen, und die, fo Aerseniß zu geben gez | niche ffeher, es iſt aber In Bee ibelgeprandee
. neigtfind. Daß aber der Widerchriſt ſolches ge: f au F ———
than fol, haben verſtehe ich nicht, wer hie der Johannes Buchſtab.
Widerchriſt verſt anden foll werden, od es] der) Lucas der Evangeliſt in der Apoſt. Geſch. am
Pabſt ober Spa — — an die Wandlung Pauli durch
MWartinus Butzʒer. viele Landſchaften, zu verkuͤnden das Reich GOt⸗
Wir laſſen es bleiben bey dem Urtheil der tes, und ſpricht demnach alſo: Paulus eh
Blaubigen, denn der Ort zun Öalatern antrift delte Syriam und Eiliciam, beftätigtedie Kir⸗
alle Ehriften. Dergleichen haben wir auch zuden ben; und gebot, zu Halten die Gebote der Apo-
Coloſſ am 2: So laffer nun euch niemand Ge ſteln, und der Aeltern. Nun iſt nichts anders,
wiſſen machen ze. Dieweil denn die Chriffliche Da genennet werde Die Gebote der Apoſteln
Lehre verbeut an fondere Tage die Gewiſſen der und der Aeltern, denn die Satzungen der Apo⸗
Bläubigen zu binden: fo liegts am Tage, daß nun ſteln die ohne die andere Lehren , fo im Evange:
Die widerchrifkliche- Gewalt ‚folches [ich] unter- ‚lio gefchrieben ſtehen, gebalten follen werden, und
— ee bei — Widerchriſt, wer ee: S ea — ——
je folches vorgenommen hat. 2 jfad, Welches weiter in nachgehendem Capite
Be N angegeiget wird, fo Lucas vorgemeldet alſo fpricht,
Dieweil ihr geſtern habet zugegeben, den Sonn⸗ ee: 1 — *
tag und Zwoͤlfbotentage von der Kirchen moͤgen ihnen zu bebalter % a en on nue
‚auf fepn geiiget worden; mögen aud) diefe Oti: | nungen Die Ku vs ern und She
cke beftehen. Daß aber ich nefraget, ob der Jabſt 9 in Jerufalem wars ———
Le. an OUT. DRIN DER T m waren, aufgeſetzet und georde
spare der Widerchrift ? wollte ich mie biblifcher |net waren: und die Kirchen wurden befkäti
Schrift darwider geredet haben Aber weiter |ger in-dem Glauben —
an die Sache zu greifen, daB wir auch andere | en s
Schriften, inder Bibel nicht begriffen, gu Chrift- | - Butzer.
licher Ordnung und Lehre dienend,), auch halten) ES if noch nichts wider unſere Schlußrede ein:
moͤgen; finde ich bey.dem heiligen Paulo, zu den gebracht; denn Die Sagung der Apoſteln, von des
Corinthern Epifk. 1. Cap. ıs. daß er anzeucht den nen am ı5. und 16, ber Apoſt. Gefch. gelefen wird,
Poeten Terentium, da er fpricht: Boſe Befchwos: die iſt nicht gemacht worden, daß fledie Conftieng
Be verderben gute Sitten, Desgleichen zu den binden follte: darum fie auch die Heyden nicht
Epheſern am 5. zeucht er herein, als ob e8 an. weiter gehalten haben, denn ſoviel folche [Saßung]
derswo wahrbaftiglich geichrieben ſtaͤnde: Stehe |die freye Liebe, eine Zeitlang zu dichen den Schwa⸗
‚auf, der Du fchläfeft! Item am 2. zum Timoth. chen im Glauben, erfordert ber; ſofern iſt ſie auch
am 3. zeucht er [herein], wie Jannes und Jambres im Gebot GOttes gegründes gemwefen. |
Fa — 0 Item, zu Tito am er⸗ Buchſtab
ſten: Cretenſes ſeyen allewege Luͤgner Nil:
Deögleicpen Apot, Gefch. am ar unbam aosmen 7, Det Boter ÜbE wolltet ger meinen Einzug win
den auch Schriften eingeführet, ald 05 fie anders, ſtuͤrzen aber ohne vollfommene Schrift. Denn
10 in biblifehen Sthriften gefunden würden. diewein Öt. Paulus ander 2. zuben Theffal. 2. des»
. raktinue Suger ER gleichen am 3. auch angegeiget, von dieſen Satzun⸗
Des Sonntags. halben iſt nicht geredt worden * — el
3 i 1 : ad &
Aarheri Schriften 17, Theile -- Yuu un in
Der Refoemationsfhrifien: wider die Keformirten Li. Aufehnitt. 2147
‚in bibliſcher Schrift nicht angezeiget; und aber-1feyn geſchickt die andern zu lebten, oder befeh:
bie, foin der Zeit der Apoſteln gelebet haben, und Item» Daß fie aber haben einen Befehl, probite
“bald darnach Ynzeisung und Kundſchaft geben, ich dag Durch die Geſchichte der Zivölfooten am 20 ;
daß Dig die Saßungen der Apofteln feyar, nem⸗ Haber euch ein Jufeheh Ab der yamen aller,
lich gegen der Sonnen Yufgang beten; von der de, in welcher euch der Heilige Geiſt geſeget
Kindertaufe, mie man babey folle Fragen und ant⸗ hat, Biſchsffe oder Sirten, zu regieren Die
worten; den Sonntag nicht auf den Gabbath nach |Riechen GOttes, welche er Sberfonimen bat ı
Juͤdiſcher Art, halten; die vierzigtägige Faſten; mit feinem Blut zc. in welchem Flärlich angegei
auch die Gebete fir Die Todten, und vergleichen. get wird. das Regieren der Kicchen, RN
ru : DBuger.. Ir 0 KMfartinus Zuger ER
»Bnfere belle Schrift, wider. alled eingezogenes, ift- Kon der —— Gou bdi⸗ de
us ; Ä nbarıng GOttes die er gu allen ||
‚aan Coloſſern 2: =. Iatfeı HAD-TIEIORR 26: en et, it vorhin Ä uͤber
oo And hat hiemit ſolchen Text verleſen). fluͤßig durch Meiſter Ulrich Zwinglin und mich, |
stem: das Ende des Geſetzes iſt die Liebe. Was |nnaezeiger dergleichen auch vor **) den Ordunngen. |)
ſich auf die zeucht, aus dero fleußt, nehmen wir der vechrglaubigen Gemeinde; auch *"") dem. Re |
auch an; mag nicht, das laſſen wir fohren. gieren, das doch weiden heiffer, Apoſtg 20. deren |
a nes BORD RAD. IE 1 x. Des alles veferive. ich mich. auf Die |
Dieweil ich angezeiget babe, daß man ſchuldig Acta _ BRD —
iſt die Satz ingen der Apoſtein zu halten; und | — a — ne
mir nicht Schrift gebracht wird, was Diefelten |. #5) Such bievor p. Ne a, u di
Satzungen feyen; und aber ſoͤmlich Buncten Duech | 97T TEN ..
N As — le a der a Theobaldus Zůter Du
ommen feyn, vor, zrmolf hundert fahren und mehr | anıe vu ans une kl are dintecn Auaaane 2
beſchrieben: geuge ich mich auf den bochgelebrten |, nn — —
Deeolampadium der ſolches vor andern ausweiſt, Apoſtg. 20. In dem vorgenannten Capitel ſprigt
bey Ionatio ‚einem Junger Johannis des Ev- er alſo: Und jetzt empfehle ich euch GOit und
N: ‚ ‚einem Junger Job dem Wort feiner Gnaden, der da mächtig ift:
ONBRIEN, bey Drigene und andern, erfunden wer: su erbaten, und zu geben die Erbſchaft nalen
Bien an POP mine Eis en "A wem Ser KA lt
Ds J— ie. Erbſchaft zu lehren, in allen ſeinen Auser-
Arten waͤhlten klarlich gemerkt, was GOtt feinem Ger. |
Ob ihr Schrift oder nicht Schrift wider ung |fponsund Bemahl, der Chriftlichen Kirchen beſoh⸗
„babet, referire ich ung zun Acten. : IR ER HATTEN
le TU n&
Theobaldus Hüter, Pfarrer zu Appenzell.
Auf die Meynung meines Spruch$, ſo ich bie
“ettigeführet babe: Audiam, quid loquatur in me
‘ Dominus Pfalm. 138: Ich werde lofen [hören],
was der AKrr in mir wird reden. In wel
46 Hose
N Martinus Butzer. — —
Ich referire mich ) zun Acten, von dieſem an⸗
gezogenen Spruch ſelbſt, in der. Apoſt. Geſch.
Am 20,.Enpisch ad ee
— — EEE
5 Hievor pa |
chen Worten der Propbet anzeiget, ein Auffeben]| Theobaldus Hüter. ——
zu haben auf den Geiſt GOttes. Wie denn ge⸗Iſt mie wohl gemachet, und gebe dag zu einem
ſtern nach der Lange darvon geredet iſt worden, milden Leſer ob die Satzungen der Kirch
welcher Geiſt GOttes bey dem Geſpons und Ge: Inicht aus dem Geiſt geweſen feyen. Damit will ı
mahl JEſu Chriſti iſt und. bleibe. Und ſo nun fich beſchlieſſen, von Kürze und Bitte wegen mie,
Satzungen und Ordnungen in der Chriſtlichen Iner Herren der Präfidenten. Aber geſtern in dex
J
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*
Kirchen ‚gebraucht und angeſechen ſind, und ge Laͤnge angezogen, ein Exempel von der under
lehret nicht. umziemlich zu feyn. ‚Denn als wir maß goten Jungfrauen Maria, als ob man ihr ba
‚haben an der 2. Epiſtel uud-2. Kap. zu Zimothen, |te Unehr zugeleget. Nachdem auch —
‚da er. ſpricht alſo: Empfihle dieſe Dinge Den ſo ſage ich. alſo dazu, daß ich, ſamt meinen D iſpu⸗
Chriſtglaubigen Menſchen, welche werden |tanten, erkenne Mariam Die BRUNO
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2150 Der Reformationsfhriften wider die Reformirten II, Abfchnirt, aıı.
Diefen Theil halte ich für wahr. Den andern [bern ald das GOttes Wort; umd er ifE auch nur -
Theil, der da lautet, daß daraus folge und befthe- | ein Glied der Chriſtenheit: fo folen auch alle an:
be, daß alle menfchliche Satzungen, die von |dere Chriften billig das Wort der gemeinen Chris
sind der Kirchen Gebot genannt find, unfere Con⸗ | ffenheit, die man nennet die Chrifkliche Kirchen,
feienz nicht anders binden, denn als viel fie annehmen, nicht ald das Menfchen Work, fons
im GOttes Wort gegründet find oder gebo= |dern ald dag Wort des Heiligen Geiffed,
sen ; denfelben gebe ich auch zu, in vechtem gefun:| Kuh Bercht RE RT
ten Verſtand. Denſelben Verſtand recht zu fir] _ ER en J—
chen, follen wir gehen in die Schrift. Nun ſte·Fromme Chriſten! So man beſiehet den
bet Joh 16: Ich babe euchnoch viel zu fagen, | Evanzeliften Johannem am 14: und 16. Capitel,
ihe mögers aber jegtnicht tragen: wenn aber auch am 12. fo erfindet es fih, daß mie wir Einen
der Geift der Wahrheit kommen wird, ſo GOtt Einen Eriöfer, haben; alfe auch einen ei
wird er euch lehren alle Wahrheit. Denner nigen Lehrmeiſter und Lehre; dermaffen, daß der
wird nicht veden von ihm felbft; aber er wird | Heilige Geiſt nicht eine andere Lehre, dann Chri⸗
zeden alles, das er wird hören; und wird ſtus gelehret hat, der Kirchen Gottes vortragek,
euch verkünden die Dinge, die Einftig find. deß ich mich laſſe auf die Sprüche des Evangelis
Diefen Geiſt und Lehrer bar Chriſtus unfer Herr ſten ſelbſt. OR
DENE RED ‚nicht gehn ar manäig Jahr, (Und wurden ſolche Sprüche geleſen )
dern in Ewigkeit gegeben. Johannis am 14: I <: ka —
werde meinen Vater bitten, und er wird euch ee rn He — — gie
eben einen andern Tröfter, daß er bey euch den andern. Spruch, der eingeführ et ift zu Sie
bleibe in’Zwigfeie, Ausden Sprüchen und der | noch, wie. dag die Kirche Bbttes fey eine
gleichen, wie fie benn in dem 14. 15. und 16. Ca: | Seule und Brundvefte dee Wahrheit; Ei I
‚giteln Johannis angezeiget find, verfichert Der niemand verneinen: dann fie auf der, Wahrheit
beitige Paulus alle, fromme Chriften, daß ihnen ögstiches Wortes befkätiger, gegriimdet und bene -
die Chriſtliche Kirche nicht werde fehlen; und das fEiget ijf, und nicht auf bie Satungen der er
in der erſten Epiſt zu Zimotb am 3, da erfpriht: (chen, And wer ung eine andere Lehre beinget, -
Diefe Dinge fehreibe ich dir, mein Sohn Ti⸗ yann Cprifki, ven follen wir nicht hören, a2
mother; in der Achnung; bald zu Die zu Fome Goyisefder erfken Epiffel Fobannig. Sum Ießten,
men: Ob ich aber werlangerte, daß du wiſ paßen die Theffalonicenfer angenommen die re _
feft, wie Bu follt oder mußt wandeln in dern dige Panfi, nicht al8 eine Lehre eines Menfchen,
Haufe BÖttes des Aebendigen, das da iſt die bdern GLEGDiEeE Mort felbfE; Dagmar ed auch,
gemeine Kirche des lebendigen GOttes, eine un der Heilige Geist bat das bezeuget und verfies
Seule und Devefligung Der Wahrheit. Aus gere die Tpeffelonicenfer. Wo nun ein ander
diefem verſtehet ein jeder Chriſtenmenſch, daß die Glied Fäme, oder auch fehon eine Kirche, Vie und
heilige Chriſtliche „Kirche gelebret und geregieret | daſftibe Wort GOlles Kringer, wollen wir fie gg:
yon dem-Heiligen Geift bisjegt, und in Emigfeit| ne pögem. 1 J——
wild. So nun derſelbe Geiſt und Lehrer iſt der De AR
Geiſt der Währbeit: ſo lehret er die Kirchen Die
Wahrheit; darum die Sprüche der Kirchen billig
von uns angenommen follen werben. als die Wabhr-
beit. So doch der heilige Paulus in feiner erffen
Epiftel zu den, Theſſalonichern an dem 2. Kapitel
den Theſſalonichern fchreibet: Ba ihe von mir
empfangen habt die Gehör) des, GOttes
Wortes babes ihr das nicht empfangen alsı
das Wort der Menſchen, fondern, als ea wahr: eln,
hc ıft, das Wort GOttes. Werden die Thel | oder in den andern bibliſchen Schriften inſonder⸗
falonicher gelobet von Baulo, daß fe feine Worte, | beit nicht beariffen feye; fo Doch der HErr JEſus
bie er ihnen eſagt hat aus GOtt, angenommen] ieleff ſpricht: Ich babe euch noch viel zu ſz⸗
Baden, nicht als das Wort dev Menfihen, ſon⸗gen x. Hätte fie der Heilige Geiſt aicht mehr
ge⸗
Herr Berchtold, zu antworten anf meine Rebe,
gibt zu, (ale dann wahr if, ) daß der Heilige Geiſt
nicht8 anders lehre, weder das Chriſtus Jebret:
hat aber damit noch nicht gnugſamlich bewaͤhret,
daß der Heilige Geift den Kachfommenden in dee
heiligen Chriftlichen Kirchen nicht verfünder odeg -
eingefprochen habe, etwas, das mit ausgebruckten
Worten in dem Evangelio, oder in den Epiſteln
; vVon den Handlungen der zu
‚wet, dann als viel in der Schrift und Evanı-
Borrede: Ich babe euch noch viel efc. verge⸗
bens geredet hätte: es ware doch vor genugſam⸗
Mb gefbeieben und gefaget, und wäre genug, daß
man e8 geſchrieben hätte, und waͤre der Lehrer
überflüßig.- Daß er aber dag weiter bevefkiger und
beſtaͤtiget mit der Schrift, Matth. am legten:
Sehret fie alle Dinge, die ich euch babe ge-
boten! beveſtigen ihm dieſe [Worte ] feine Gloſſe
nicht ; denn das bleibet noch ſtehen: Ich babe
euch noch viel zu fagen. ı
br k Berchtoldus.
Der Beichtvater hat ſich nicht vergnuͤget an
der: Antwort über den Spruch Johannis am 16:
. Bch habe euch noch viel su fagen; fondern ver:
meyner darauf zu erhalten, daß der Heilige Geiſt
die Kirchen viel gelehret Habe durch die Väter,
das ſchon nicht in ber Schrift gegründet if. Ga-
ge ich wiederum; Chriſtus fpricht: Sch - babe
euch viel zu fagen! aber nichts anders [denn dag
im biblifcher Schrift gegruͤndet iſt x dann bie
Schrift hat alles Gutes; undift gnugſam und voll-
kommen den Menfchen zu untermweifen zum Heil, 2.
- zum Zimotheum anız. Kap. Darum nicht gut feyn
mag ı und alfo von den Geift der Wahrheit nicht
gelehret werden, was in der Schrift nicht Grund
bat: Bewaͤhret, daß der Geift Gottes anders
gelehret habe, dann in der Schrift verfaſſet feye,
und das nach Laut des Mandard, =
A | Beichtvater.
Der Berchtold auf Einreden meiner Antwort,
ber unſerer Antwort, ſaget und gibt nach, daß
der Heilige Geiſt als ein Regierer der Kirchen et:
was habe verfundiget, oder geredt, Durch die heili:
gen Chriſtlichen Kırcken: faget aber, DaB er nichts
babe gefaget,oder gelehret, dann das in der bibli-
ſchen Schrift gegruͤndet ſeye. Das gebe ich gern
nach. Daß aber, das von der heiligen Chriſtlichen
Kirchen den Chriſtenmenſchen geſetzet oder geord⸗
net iſt, daB das nicht kommen aus dem Heiligen
Geiſt, oder. in der Schrift nicht ſey gegründet:
das ſtehet ihm noch zu bewaͤhren; hoffe auch, daß
die Yuctoritat, oder der Spruch am 2. Zu Timo»
theum am 3. Cap. durch ihn eingeleget, ihm das
nicht werbe helfen bewaͤhren.
Berchtoldus,
Die Kirche Ehrifti hat nie nichts angenom
men, Daun das in dem Wort GOttes gegrändei
"gelio begriffen ift; fo folgte, daß Chriffus diefe
‘
Bern gebaltenen Diſputation. 2153
ſiſt; nach Laut und Gage der erften befannten
Schlußrede; -aber die Kirche, bie nicht Chriſti iſt,
die bat aufferhalb dem Wort GOttes viel anges
nommen. Der Spruch Pauli, am 2. zu Zimotb.
am 3. ber zeiget an, daß die Schrift gnugſam iſt,
mweife zu machen zur Geligfeit. -
4 Beichyvater.
In der Antwort Herrn Berchtolds ſo er ſpricht,
daß Die Kirche nichts habe angenommen, dann daß
in dem GOttes Wort gegründet iſt; und will da⸗
mit geantwortet haben auf Das, fo ich fpreche,
daß die Chriſtliche Kirche etwas habe geſetzet das
in dem GOttes Wort nicht gegründet ey, d
ſey durch ihn noch nicht bewaͤhret mit der Schrift s
fage ich: Ich babe nicht gefprochen, daß bie
Chriſtliche Kirche nicht8 angenommen babe, das
nicht in dem GOttes Worte gegruͤndet ſey; ſon⸗
dern ich babe geſprochen, er ſoll bewähren ‚daß
fie etwas habe geſetzet oder geordnet, Das nicht in
GOttes Wort gegründet fey. : \
Berchtoldus. -
Der Beichtuater will mir auftrechen, beyzu⸗
bringen; das aber ihm zuſtuͤnde als, daß die Kir»
che Chriſti etwas aufgeſetzet haͤtte, das nicht in
GOttes Wort ſtuͤnde. Demnach daß die Kirche
fe GOttes, ift heiter und Elar zu ermeffen aus.
dem Spruch Efais am 29: YVergebens ehren
fie mich, fo fie lehren die Lehre und Bebos
der Menſchen; wie im Anfang * ) angezeiget iſt;
auch Matthaͤi am 15. ERS
*) Suche hievor p. 2136,
Beichtugter.
Herr Berchtold zeucht mich an, daß ich von
ihm begehre, das mir zuſtuͤnde beyzubringen,
Bermenne ich, daß er aus feiner heutigen Ant⸗
wort Bepbringens genug babe; da er nachgege⸗
ben hat, daß die heilige Chriftliche Kirche, wie
St. Paulus faget , iſt eine Geule und Veſtigung
der Wahrheit; und dabey geſaget, dag die Chriſt⸗
fiche Kirche feyegegrimder auf dag Wort GOttes:
bas ich auch ſpreche. Darum meyne ich, Daß nicht
noth fey zu weiterer Bewaͤhrung, daß ich die Gar
gung der heiligen Chriſtlichen Kirchen, Die auf
die Wahrheit und GOttes Wort alle gegrumdes
if, weiter. bewaͤhre; fo fie doch har den Heiligen
Geißt, aus dem fie geregieret wird, der nicht feh⸗
ſen kann. Daß aber daraus folge, Daß Die Sa—
Yun nuuz - zum⸗
Chriſti keine Satzung mache auſſerhalb dem Wor⸗ ik
SIERT NH * —9 * GR; FEN —— SR INES ch BE
NL en ner en ee
FE Ra en
y * 37 Ba we
ee Refbemationstehf
— ee ch Fan —
3
5 en wide |
r die Reformirten IT. Abfe 8
‚gungen der Chriftlichen Kirchen von Cheiffen:
Menſchen nicht, folen ‘angenommen werden, wo
ſie nicht mit heiteren und gleichen Worten in
Schrift gegruͤndet ſeyn oder begriffen ; daſſelbe
‚wird ſich nicht erfinden: fo doch Chriſtus, unfer |
“Heiland ‚ihr den. Heiligen Geift gegeben bat, Daß
er fie einleite in ale Wahrheit. Daraus weiter
Tolget , daß die Satzung der heiligen Chriſtenheit
ae ſollen Menſchengebot oder Men:
ſchentand genannt werden; als bie Worte. ber
Mxropheten, oder der Evangeliffesr, oder der
Zwoͤlfboten; oder ob man ſchon mich recht will
vdernehmen, die Worte, die GOtt durch fie gere⸗
Det hat; ſo doch. fie alle oder jeder inſonderheit,
nicht mehr. mögen ſeyn, dann die ganze gemeine
Sirllenbi.än 2: 3 227) a
nn. Martiäus Butzer.
Damit wir die Kirche nicht aufhalten, fo fage
‚und ber Beichtvater , was ihm Doch Die Chriſtli⸗
- che Kirche heiffe ? Wir baden uns laͤngſt erklaͤret,
daß ung Die Kirche alle Nechtglaubigen find.
eichtvater. a
Ss Herr Martin Buger auch fraget, daß ich
ſage 63 ich durch die Kirchen verſtehe? meyne
blafen, oder eingegeiftet, von dem '-Aeiligen _
Beift, Haben Die heiligen Manner ©ütresges
redeee..
——
* En
En A a
Längft iſt geſaget, *) fo.die Kirch für: die
Blaubigen genommen wird, fo machet fie Fein
‚Gebot: es habe [dent ] einem helfen Grund in der.
Schrift: und der Dre Perri, in der 2. am erſten
Capitel will auch niched andard. ..
*) Sud) hievor p.2024. fa. 2138: f 2143. ſa 2152-
x Deichtpater. · Be}
Herr Martin Bußer faget, daß die Kirche, wie
ich. bie nenne, Feine andere Gagung mache; fie
fey dann öffentlich gegründer in den Wort GYE
tes. Begehret [zu voiffen ] was ich fuͤr eine an⸗
dere Kirche babe? Dann der Spruch in dee
Gt. Petri ſage nichts anders weder von ver
Kirchen, die wir mit einander gemein haben. Ich
habe angezogen den Det: Ich habe euch viel
zu ſagen. Er nehme die Kirche wie er wolle
fur eine gemeine Verſammlung der Gläubigen;
ſie ſey in der Welt wo fie wolle; oder, wien. vor
mannigmel angejeiget ff, in einer jeden ſondern
ne- Gemeinde: fo; if Doch. noch aus Feiner der Amer
fe, mie fey genugfamlich vor erftäret, daß Die IBi- worten Dargerhan, daß dag Wort und die Ber—
derpartey die rechtfchaffenen Chriffen oder Glau⸗ heiſſung Chriſti nicht habe mögen von ſo viel
Bigen für die Kirchen halte. Darauf gebe ich | Zeiten ber, als die Chriſtenheit geſtanden if, ge
Antwort daß ich und meine Partep, alle die, die leiſtet werden, dann allein durch das, fovorbit
ir der heiligen Chrifflichen Kirchen Dusch den Hei: | öffentlich in der Schrift beariffen iſt. Obſchon
ligen Geiſt und durch das Waller, und durch das | Gefege find , etliche Zeit, darauf man falten fol, _
Wort des Lebens, In GOtt geboren find. Nuͤn, fo | nicht Fleiſch effen ſoll, ſich von Hochzeiten und ſol⸗
ihr nachgegeben, daß alle die, die glauben und ge- | chen “Dingen enthalten foll, Die Sünder ſtrafen
tauft find, machen die heiligen Chriſtlichen Kir: ſoll x. desgleichen: ſo find doch Diefelbigen alle‘,
chen: und nicht mehr ift, dann eine Kirche (als in der gemein in der Schrift gegruͤndet. Mey
wir haben im Hohenliede am 6: Einig ift meine | ne aber, daß er nicht werde barbringen, daß die
Eaube, einig ift meine Linbeflecte 2c. und Jo⸗ | heilige Chriffliche Kirche folches auf beſondern
hannis am 10: Es wird Zin Schafftall, und Zeiten, um der Ordnung willen zu Kalten, und +
Min Hirt); Daraus folget weiter , fo dieſelbige von der frevelen Ueberfrerer wegen, nicht bat mör ©
etwas Statuten machet, ald geragieret vom Het | gen fegen in den Concilien, die da anzeigen Die ge :
gen Geiſt nicht irret und nicht fehler, auch ihre | meine Chriſtenheit, Durch) eigen verordnete Bot⸗
Statuten anzunehmen find, ob fie ſchon nicht. lan | ſchaften, oder geſetzte eriwählete Dbrigkeiten: a 3
ter in gleichen Worten in der’ Sthrift begriffen Doch der Obrigkeit und befonders dem: Concilie, «
find; fo Doch der Geiſt GOttes verheiſſen iſt Daß | zuftehet,, daß fe ihre Unterfbanen , nicht alein mit
er werde der heiligen Chriſtenheit verfündigen,, Liebe, fondern auch durch Furcht und Strafen
Martinus 3
das kunftig iſt· Item gu weiterer Beſtaͤtigung, treiben möge zu einem ordentlichen ‘Leben. "Und ,
2. Petri am 1. Caps da alſo geichrieben ſtehet: Das bewaͤhre ic) durch Paulum in der erften zu |
Das foller ihr zum erſten verfeehen, daß alle| Timotheo am 5. Capit.. Peccantem coram omni- ',
Schrift von GOtt eingegeben „und nicht ge- ‚bus argues Die On fündigen, Keane 0 4 E
fehieht aus eigener Auslegung ; fondern ange | unoybentlich leben, I die frafe' «por!mäntiigler
; ey { : = — — em,
2236. -...Von den Kandlungen der zu Bern gehaltenen Difputation.. 2157.
‚chem, damit ‚die andern eine Furcht haben. Busen, —*
3
en iſt auch vor augezogen worden durch Darum ſo folget, dab dieſes die Chriſtliche Kir⸗
Paulum/ in der Epitkel- zůn Corinth. Waͤhnet che nicht ſeyn mag, die folches ‚geboten Bas; und
ihr daß ich zu euch Eomme, in der Kuchen, will euch einen Klaren Syllogismium aus ben Wor⸗
oder in dem Geift der Öürigkeit? Matth. am ten Pauli fegen. Welche die Ehe und Speiſe
:Der die Kiecyen nicht hoͤret, der foll dir verbieten, find’ vom Glauben abgetreten, und brin⸗
ſeyn als ein Heyde, und als ein offener Sün: | gen Zeufelölehre; Die Coneilia und Pralaten, fo
der oder Söllner. Aus dem folget, daß die hei⸗ ihr für Die Chriſtliche Kivche zahlet, haben Spei⸗
‚ dige Chriſtliche Kirche, oder ein jeber Thrifflicher | fe und Ehe verboten; darum fie vom Glauben -
Meuſch , gebunden if, der Kirchen Satzungen und | abgetreten , und Feine Chriftliche Kirche gemefem
. Gebote zu halten. — ————
An ale bar: So man in der Kürze der Rebe begehret, in
Des Spruch halben, Johannis am 16: Ich der ſo ſchweren Sache; fo will ich Fürzlich auf
habe euch noch viel zu jagen, 2. if vorhin *)| die Rede Martini Butzers alfo Añtwort geben:
gganfworfet; veferive. mich deß an die Acta ꝛc. daß bie Satzungen der heiligen Chriftlichen Kir⸗
Sun derer Satzungen halben aber, Die er herein chen (Die da find von Abbruch der Speiſe, Der
bringet ald Kicbenfagung, von Unterſcheid der | he, dev Feſte und anderen dergleichen, von der
Sue und Speifen: fagen wir, ‚daß. folche des heiligen Chriftfichen Kirchen gefeßet, ) nicht find
Teufels Satzung ſind; laut des hellen Spruchs, Satzungen der Unglaubigen, noch der Teufel; fon:
sı. zum Timoth. am 4. Cap. Run aber, daß. er) dern in ber Schrift insgemein für gut. gehalten,
“weiter angezogen bat den Spruch am 5. Eapitel| und Durch bie Ehrifflichen Kirchen auf Zeiten, Pers
‚zum Timoth. der. Epiſtel: Die, da fündigen,| fonen, vernünftiglich und rechtmaͤßig geordnet.
rafe vor jedermann ; ſolches iſt auch in verge-| DIE inſonderheit zu bewähren von allen Studen,
henden Antworten **) überflüßig erfläret ; nem: | das wuͤrde zu lang. Sch will aber Dennoch ek.iche
ch daß nach der Ordnung Chriſti, Matth- am beſtimmen, und die Orte anzeigen, da diefelben für
18. Cap. die Strafe der Chriftlichen Gemeinde | gut geachtet find ; in Hofnung ein jeglicher from⸗
ernſtlich fol gebalten werden. Aus dem allen | mer gehorfemer Chrift werde ſich folcher: Drde
aber iſt noch nicht bewaͤhret, daß die Worte, nung der Chriſtenheit nicht, beſchweren; in ber
Chriſtlich Gemeinde, ein einziges Gebötiein machen | Vertrauen, Daß der Regierer, der H.ilige Geiſt,
möge, das die Gewiſſen binden felle, und boch in die heiligen Chriſtlichen Kicchen zu, feiner, ber
goͤttlichem Wort nicht Haren Grund habe. Solches ſchwerlichen oder unbilligen Sagung leite oder wei⸗
ift heut und geſtern zu mehrernmalen verant- fe. Des Fleiſcheſſens halben hat die heilige Schrift
wortet, ) laut der Acta. RT |einen Grund in der Epiffel zun Römern 14: Es
Suche p. 2151. 2152. iſt gue, nicht Sleifch effen, und nicht Wein
SBS ce uihe trinken, noch etwas anders, in Dem Dein Bru⸗
Fr] en DeagE ? 21 — a un der geaͤrgert wird. Des Kaftend halten und
*) Suche p. 2138, 2141. ſqq. 2148 FR — 6
he {ar etlicher anderer Vebungen, wiewol viel in Der
Beicht vater. Schrift iſt meyne ich, es ſey um Kürze willen
Daß der Spruch Johannis am 16. Capitel: genug der Spruch Pauli inder 2. Epiitel un Co»
. J& habe euch noch viel zu fagen xt. gnugfam- rinth. 6. da er alfo ſpricht: Wie follen uns feloft
üch verantwortet fey, das geflehe ich nicht. „Und in allen Dingen. erseigen als die Diener St
ſo man ges, daß die Unterſcheide Der Tage und tes, in viel Geduld in Erfibfeligkeit, in Us.
‚Speifen ſeyn /des Teufeld Satzung geweſen und |thigkeit tn Aenftigkeit , in Streichen; in, Ger.
bringet herzu den Spruch Pauli zum Timotheo |färgnif, in Wachen, in Faſten in Reufch:
Spruch nicht:faget von der Chriſtlichen Ricchen ; Johelis 2. fage GOtt der HErr: BES 8:
. alä ba llar der Text anzeiget, der da ſpricht: Der |tu mir in ganzem’eurem »erzen, in Saften, -
. Gerfi fager aber öffentlich fc. Das fiye weit von in Weinen in Kiager ww. Bon der Keufhdeit, .
der heiligen Chriſtlichen Kirchen | Dann fie wird |da haben mir ı Corintb. 7. da lautet das halbe
"von dem Heiligen Geit gevegieret. © — __ IEapitel, von der Keuſchheit zu halten. Aus dir
L }
218 Der Reformationfehriften wider
%
‚fen. wenigen aus vielen. angezeigten Terten, ij Phifippern am
aut zu merken, daß die Gaßungen der heiligen
Chriſtenheit (ber Stücke halben, die erzählee find
in der 1. Epiſt zu Timoth. am 4: daß etliche, die
vom Glauben gbtreten zc.) nicht follen geachtet
werden teufelifche Statuta; ſo doch die genann:
ten Werke und Uebungen in der Schrift gut ge
nannt find: ob fie ſchon von der heiligen Chriſtli-
chen Kirchen, um der Drdnung willen , vernunf:
tiglich gefeget find; nicht zu Beſchwerde der Ge:
achten iſt, um Nuß und Förderung zu dem Gu⸗
ten, anfgefeger iſt: denn ſie weiß wohl, daß der
Berechte, nach der Meynung Pauli, nicht iſt un:
ter dem Geſetze
% Martinus Buger. |
Dieweil Gt: Paulus wahr haben wird, daß
£enfelifche Lehren feyen, Speiſe und Ehe verbie: |
ten: fo wird Feine Chriſtliche Gemeinde ſolches
nimmermebr vornehmen. E3 iff aber vor *) ge-
ſagt, daß die Ehriften freywillig Faſten, insgemein
und ſonders, haben; darzu ermahnet Pauſus an
eingezogenem Ort. Aber das vom Fleiſcheſſen der
Beichtvater eingezogen hat, wird noch lange nicht
bewahren, daß die Kirche Fleiſch eſſen verbieten
moͤge GOtt der HErr aber hats verboten, wie
auch Wein trinken, wo der Nachffe dadurch ge:
ärgert wird, daß ift, am Glauben und Liebe ver-
hindert. . Sonſt, wer da halt, daß man allerley
eſſen möge, der wird von Paulo geachtet als ein
Starker im Glauben, und den GOtt aufgenom-
- men babe; laut des 14. Capitels zu den Römern.
Die Sache ſtehet darauf: Für fich felbft den
Brauch einiger Creaturen verbieten, ift des Teu:
feld Werf, und wird alfo bleiben, fo lauge Die
Worte Pauli wahr bleiben: freymillig aber foll!
der Chriſt alle Dinge zu Befferung brauchen. Een)
allſo halt es fi) mit der Ehe, von welcher hienach
‚gehandelt wird,
*) Suche hievor p. 2143. fa. 2148.
em Buchftab.
= Diemeil ich heute auch von Anffagung der Fa⸗
fen gefagt, und Here Buger fpricht, ‚die Ver:
bietung der Speife, feyen nach den Worten Pau-
li des Teufels Satzungen und Gebot; fpreche ich,
Hein. . Denn aus den, daß Moſes 2B.Moſis 24.
und Heliad, ı Kön. 19. und Chriftus JEſus,
Matth. am 4, jeder vierzig Tage gefafter; hat die
„beilige Kirche ſoͤmlichs hieraus angenommen ı und
angeſehen Die Norte Pauli, fo er foricht zu den
*
die Reformirten 11,"Abfbnitr,
2 Enpitel. Buch ift'gegeben zu
thun, daß ihe nicht allein an Chriſtum glaus
bet, fondern auch daß ihr für ihn leidet, und
habet such denfelben Rampf, fo ihr an mir
. 215g
gefeben habet Item ı Petr. 2: Chriſtus hat
für uns gelitten, und euch ein Exempel ver:
laſſen daß ihr nachfolger feinen Fußſtapfen.
Item in der 1. Johannis am 2. Kapitel, daer
ſpricht: Der foll, wie Ehriftus gewandelt, auch
\ wandeln. Wie fpat werden wir Chriffen um
borfamen und der Guten, ſondern (als gütlich zu Chriffi willen etwas Teiden, oder feinen Kampf
annehmen, fo wir um ſeinetwillen nicht vieräig
Tage ohne Fleiſcheſſen mögen feyn, und faften!
Martinus Bucerus. ir
Aus allem , daB angezogen, bewaͤhret ſich nicht,
daß die Kirche Gebote mache, die in GOttes
Wort feinen Grund haben, und doc) Die Gewiſſen
binden follen; darum iſt nichtd widerung. Daß -
aber eingezogen von der vierzigrägigen Faſten Mo⸗
fig, Helia und EHriftt, dienet hieher nicht: fie
find nicht beyn Leuten geweſen, darum hat fie
GOtt der HErr ohne menſchliche Speife erhalten
müfen.
und nicht dag wir felbft erwaͤhlen. Wandeln fol
man, wie Chriffus, in aller Zucht und Liebe; aber
nicht, daß man darum vierzig Tage und: Nachte
ohne Speife müffe feyn, Es wirds auch Der
Schulmeiſter wol bleiben laſſen: ſonſt müßten wir
auch Todten auferwecken, und andere Wunder chun,
Die der HErr gemirker bat. m un
Deichtvater.
Martin Bußer hat ‚angefangen ;
daß die Kirche nicht, — Fleiſch zu eſſen, oder
anders, ſondern Gtt, don der Aergermß wegen.
Sagt nun, daß St. Paulus den angezogenen
Spruch zun Römern 14. bedeute auf Die Schwa⸗
chen, und nehme die für ſtark im Glauben, die
hr
AT Fan
da alles effen, das GOtt erſchaffen hat Hataber
mit dem noch nicht bemahret, das ich angezeiget
Das vom Leiden einher gezogen, wir-
ſollen um Ehrifti willen etwas leiden; Das iſt zu
verffehen von dem Leiden, das und GOtt zuſchickt,
4
habe. Er follte haben bewaͤhret, daß Diefe Dinge
nicht gut waren.
angezogen in Einführungen diefer Sprüche,
dag Enthaltung oder Abbruch der Dinge, Darinn
beſtimmet, gut fepe, und darum zu Drdnungder
Kirchen, die den Heiligen Beift hat, und auch das
GoOites Wort; wol mag zu Zeiten ordnen DaB
ev aber faget,. mir ſtehe zu bewähren, daß Die
Ehriffliche Kirche, ‚sine Seule und S en
sn
zu’ antworten,
Denn ich habe je nicht mehr u
1
;
Wahrheit, folcheg zu verbietenbabe : fage ich daß das kann nicht wider das helle Wort GHDttes thun.
;
x
Das iſt als mich bedinter, klarer heiterer Text,
we
2160
Don den Sandlungen der zu Dern gehaltenen 2168
ifputation.
laͤngſt bewaͤhret ift,fo bewaͤhret iſt daß tie Verſamm⸗ | Daß er aber weiter eingezogen hat: Wer euch hoͤ⸗
lung der Gläubigen den Heiligen Geift bat, alſo ret, der Hörer mich auch; Euc.10. geben wir gern zu,
Eraftiglich, daß Chriſtus ſpricht Sure. 10: Der wer ba prediget, dag den Apofteln dieſes Orts be-
euch höret, der hoͤret mich; und der euch ver: ſohlen ward, nemlich das heilige Evangelium,
ſchmaͤhet, der verfchmäher mich. Item, daß man Chriffum böre, fo man folchen hoͤret.
Matth. am 23: Auf dem Stuhl Moſis find ge: | Wer will aber fagen, dag man Chriſtum höre,
ſeſſen die Phariſaͤer und die Schreiber, die bin:|fo man Lehre der. Teufel annimmt, als da find
den zuſammen fchwere und unträgliche Buͤr⸗ Verbot der Speife, der Ehe, Eonderung der Tas
den, legen die auf Die Schultern der Mien:|ge 2c. fo fern damit die Geiwiffen follen gebunden
ſchen; aber mit ihrem mindften Finger bewe: werden? Alfo iff ed offenbar , ald Chriſtus hieß
gen fie die nicht: Das fie kan ‚ das halteridie Gchriftgelehrten auf dem Stuhl Mofis hören,
und thus; aber. nach ihren Werfen follet ihr daß er nicht gemeynet bat, daß fie alles annehmen
nicht thun. Da merke ein jeglicher frommer!follten, dag fie lehrten; er hatte fie fonft vor. ih⸗
Chriſt, daß Chriſtus unſer HErr dieſe Worte|rer Lehre Matth. 16. nicht gemarner: fondern bat
hat geredet zu feinen Juͤngern, die er doch aus von dem geredet, das fie aus dem Geſetze Moſis
dem alten Geſetz genommen bat, zu Erbauung der lehreten; Das waren ſolche Buͤrden, daß St.
Kirchen in dem neuen Geſetz; und ſaget ihren doch:] Peter ſelbſt ſaget, weder fie, noch ihre Väter,
Die Bürden find ſchwer und unträglich, und die | Hätten fie tragen mögen, Apoſtg. am 15. Zuletzt,
fo fie auflegen, die fagend, und thun e8 nicht. Er|daß der Beichtvarer mir fo oft fuͤrwirfet, ber HErr
wollte fie aber darum von der Gehorſame nicht ab⸗ Laffe feine Kirchen nicht, der Heilige Geift lehre
folviven, fondern er fprach: „alters und thurs.|ffe auch; geben wir alles zu, mit dem Zuſatz, Daß
die Kirche ung die Glaubigen heiffef; nicht, die
daß die Satzungen und Ordnungen der Chriſtli⸗ vom Glauben abgetrefen find, jrrige Gewiffen
chen Kirchen billig in Demuͤthigkeit ſollen ange⸗ und Lehren der Teufel anhangen, wie Die find, die
nommen, und nach Vermögen gehalten werden. |Speife und Ehe verbieten. Das faget Gt. Paus
Berhoffe auch, daß die Beywohnung Chriſti in lus, nicht wir. Doch wie faſt die Chriſtliche Kir⸗
ber heiligen Chriſtlichen Kirchen das wohl vermoͤge, che irren möge, iſt vorhin gefaget ). Hierauf
daß man die Kirche ſolle hoͤren als ihn. So aber ſage der Beichtvater Nein, ſo oft er wolle; die
Der Text, zu Timotheo vorgefchrieben, von Martin Schrift lieget am Tage, der werden bie Schaͤf⸗
Buser geleget wird auf die Kirche; und da nicht lein Chriſti folgen, was auch er und feine Partey
redet von der Kirchen, fondern von Denen, Die durch tuͤgen.
Unglauben und Serfal ausgetreten find von der) *) Suche hievor p. 2082. ſaq. 2089. ſag
Kirchen: darum fo hoffe ich, mein Argument ſtehe ——
fieit, und feye veftigfiip bemäßtet, ’ "| Am vierzehnten Tag Jenners.
Re uger, — Beichtvater. |
Der Beichtvater faget, der Spruch 1. zum Ti! SU dem Nomen JEſu, Amen! Ehrfame, ehr⸗
moth. am 3. vede nicht von der Chriſtlichen Kr wuͤrdige, weile, und ihr alle verfammiete
chen, fondern von den Abgetretenen vom Glauben. |fromme Chriſten! Geftern batte ich vorgehalten
Das fagen auch wir. Darum aber, fo feine Eon: etliche Sprüche, zu bewähren, daß die Chriſten⸗
eilien und Pralafen Ehe und Speiſe verbieten; fo |menfchen fehuldig wären zu hören Die Gebote der
legt es am Tag, daß fie nichts wenigers find, denn | heiligen gemeinen Chriſtlichen Kirchen ; nemlich
die Chriftliche Kirche. Auf diefen Spruch mol: Luca am 10. Kap. der euch hoͤret, der hörek
len wir die Sache gefeget haben; auch auf die-|mich 2c. ward mir verantwortet mit einer einzie⸗
ſen: Sehet zu, daß euch nicht wiederfahre ein henden Rede, als waͤre das allein den Predigern
Räuber; zun Coloſ. 2. Bon dem Ort an, leſe geſagt. Dieſelbige Auslegung nahm ich nicht an.
‚ber Chrift bis zu Ende des Eapiteld; da wird er | Denn mich beduͤnkt; ſolle man die zus hören,
klaͤrlich genug ſehen, daß kein Chriſt ſolche Gebot, ſo ſolle man noch als billig, und billi
ger, auch die
dabvon ber Beichtvater redet, feinen Brüdern auf |vorffehenden Gubernirer ſchuldig ſeyn zu hoͤren;
legen mag / noch viel weniger die ganze Chriſtliche fo doch geſchrieben ſtehet zun Hebraͤern am 127
Gemeinde. - Gie iſt ein Geſpons ra A euren Vorgefeizten &, Zum an⸗
Kurberi Schriften ı7. Theil, 220 277 | dern,
u
— — ns
—
er Beformationsf
—
jriften wider die Keformrten 11, Abfehnite,
dern, ward mir Antwort gegeben auf den Spruch | halben zu Timorheum eine neue Gloſfe ein
EN
BU
eführet
Matth. am 23: Aufden Stuhl Moſis zc. Daß |hat, ohne Grund der Schrift , daß er zu verfie: &
daffelbige follte verftanden werden von der Be: |hen feye von denen, fo Speife und Ehe verbieten,
ſchwernß des alten Geſetzes: meyne ich, er folle
auch billig verfianden werden von dem, das aus
- der. Schrift des Alten oder Neuen Teſtaments ge
nommen iſt; ob es ſchon allein einen Sinn hat, und
nicht Die gleichen Worte. So doch der HErr da?
und thun: ward mir auch) gemacht ein Syllo wie er ſelbſt befennet, die Speiſe verbeuf, esfeye
giſnus wie daß ein jeglicher, der da wider den
Spruch Pauli zu Timoth. [in der erften Epiftel]
am 4. verbiete Speifen, die GOtt zu niefjen er:
ſchaffen bat, und ehelich zu werden ; Dderfelbige hat-
te die Lehre der Teufeln ꝛe. Auf denfelben antworte
ich alfo, zu Erklärung deß, fo geftern geredt ift
. worden: Wenn man fpricht: ein jeglicher, der
daſſelbe verbeuter, hat Die Lehre der Teufeln; das
gebe ich zu in rechtem Verſtand. Welche denn in
der Meynung find, Irrung einzuführen, als denn
St. Paulus das anzeiget von den Keßereyen, die
fich in. Fünftiger Zeit erheben würden: als da wa
ren die Manichat, die da die GSpeifen verboten,
wmeynten es ware ein Theil GOttes etwan darınn,
und dergleichen; wie man darvon lieſet ꝛc. Wel:
cher ein ſolches lehret, lehret nicht recht. Weiter,
‚ern man fpricht, eure Kirche, dadurch anzei⸗
‘gend die Chriftliche Gemeinde, ſamt ihren Bor⸗
ſtaͤndern, die nun ſo lange her für die Chriftli
chen Kirchen gehalten iſt: fo iſt es niche wahr,
vb GOtt mil) wenn Diefelbige Ehriftliche Kir:
the, ob fie ſchon auf etliche Tage oder Zeit der
ußfertigkeit, oder hochzeitlicher Feſte, folche Spei⸗
fe verheut; gefchieht auch Das in einer goͤttlichen
Meynung, die Chrfkglaubigern zu behalten bey dem
alten. herkommenen ansensimmenen guten Uebun⸗
gen iſt das eine aute Anzeigung, Daß fte folche
Speifen nicht verbeut allewege, fondern auf etliche
Zeit. Der Ehe halben fage ich das darzu daß die
‚Chrütliche Kirche geſtracklich viefefbe nicht ver-
beut: es möchte aber etwas dafuͤr gehalten wer
der, fo fie die da geweihet werden ſollen, nicht
annimmt wenn fie Willen haben ehelich zu wer
den; und Die, fo das gelobet haben „ darzu drin⸗
get, daß fie das halten 2c.
Martinus Buger.
Der Spruͤche halben 0. Luca, auch Matth. 10.
item Matth. 23 vom Beichtvater angezogen, ve |
ferire ich mich auf gegebene Antwort”), und die
der Deynung, Irrthum einzuführen: mollen mir
auch gern annehmen. Allein, er laffe uns bey den
Worten Pauli (der, Ehe und Speiſe verbieten, ei:
ne teufeliiche Lehre erkennet hat,) bleiden, die auch
t von Chriſto ganzlich abzeucht, zun Coloſſ am 2.
geſagt hat zu feinen Juͤngern, fie ſollten es halten Capitel. Dieweill denn feine vermeynte Kirche,
nun gleich zu etlicher Zeit: ſo lieget je am Tage
daß fie teufeliſche Lehre fuͤrgiebet. Wie kann das
nun guter Meynung beſchehen? Wer will einem
Gift zu trinken geben, der Meynung, ihm zu
helfen? Damit die Sache geendet werde, fo refe⸗
viren wir ung auf die angezögenen Sprüche, Er
wird feine Kirche auch nicht entſchuldigen von fol
‚chem, der Ehe halben, darum, daß fie diefelbige
nicht ſtracks verbeut, fondern fordert, daß fie vers
lobet werde. Denn St. Paulus heiffer teufelifche
Lehre, den Brauch erlicher Creaturen als unheilig
vermerfen; zeiget an die Urfache, die er darſetzet:
Denn alle Erestur GOttes ift gut, und nicht
verwerflich, "Uber davon
nem Ort.
* Hievor p. 2198
Beichtvater. |
neue Gloffe tiber das Kapitel zu Timotheo herfuͤr
ge ich: Nein, das iſt der Verfiand von Alters
her. der heiligen Chriftlichen Kirchen, ald wohl ge⸗
gefiche ich ihres Verſtandes auch nicht; referire
mich auch auf denſelben Text, und die Schrift.
bracht. Darzu fage ich, wie er gefaget bat. Gar
*
hienach weiter an [es
Herr Martin Bußer fagt euch, ich habe eine.
gründet in dieſem Text, als feine Auslegung. Und
wie fie meined Verſtandes nicht geſtanden, alſo
=
Mit den will ih nun zumal befibloffen baten,
und der Schrift [e8) befeblen. Proteſtire mich,
‚daß ich alles das fo ich Bie geredet habe, unters
werfe der Strafe und Befferung der gemeinen
‚Ehriftlichen Kirchen, wo bie nach Drdentlichkeit -
verſammlet wird; urboͤtig wo ich Deß gewieſen wis
‚de, zu enrrigiven und zu beffern bin ich willig.
[Die dritte Schlußrede, und derfelben
Gründe, bat Berchroldus Haller, Prade
cant zu Seen, eröffnet, a
Berchtoldus Haller.
er allmächtige emige GOtt, der ung durch
felbigen Orte ſelbſt. Daß er aber des Spruchs SZ feine Gnade eroͤfnet bat die Wahrheit det R
erſten
— — 1.den Sandiungen der su Bern gebaltenen Diſputation _nı6y
‚ erften beyben Schlußreden; der wolle ung führen, gefandt, Daß er wäre die Gerechtigkeit —
4 — Ba ee Berfiand uud ie — erlsfung —— ———
der Dritten, welche alſo let: vvertrauen; folcher Gnade Unter igkeit
a ra Berg ae en; erpfand i
Thee ift unfere einige Weisheit, Ge.Zn Römern 8: So Ben me
ecchtigkeit, Frlöfung, und Desablung wider uns? Daß es aber GOtt mit und babe,
een Sünde: deshalb ein an- — wir Daraus, daß ee feinen eigenen
dern Derdienft der Seligfeit und Bnug- ohn nicht verfchonet, fondern den für uns
" tbun für die Sünde bekennen, ift Chri.|?« Seseben ht. Wie möchte es ſeyn daß
-flum verleugnen, 200 ee a Dinge uns mit ihm gäbe? Mer
Wiewol diefe Schlußrede fo Far, und in gött- SEN DIE notes BER Dog
. Mider Sorift — Ai fi) wol zu — le Be mas ee A red
wundern, wie fiedoch von mannigem gezweifelt und- nt — hriſtus iſt hie, der geſtorben
— aber ſo viele eigener Gerech ——— ee ift, welcher
tigkeit und eigenen Werfen vertraue le; es, ‚ und vertrit uns.
trauen lehren, oder ihren ee Bio * Dan ihre, fromme Chriften! daß GOtt
ten, daß es ewiger Geligkeit gemäß feye: find er IH
wie verurfachet , diefe Schlußcede zu fielen, wel⸗ en Be eigenen Sohn bejenget, fo er in Tod
che Paulus ı Eorinth. 1. alfo bevefliget: Euer In un gehen iſt Zum.andern : wer willdie
— — uns worden die Weisheit von den eig —— to — der
Gott, die Gerechtigkeit, sei get, um i willen? In ihm
Meldung: Auf DAR, wer ee A Te U
Seen jich rühme, Hienit begreifet Panlud En ee
. Be: Sg unfers Lebens, welches: flehet Serum ehe Fa ee hg
im Wiſſen Lund] Werken; und fo [Led] unter‘ D aspch Cihr Fr am 3. Cap⸗
laffen wird, daſſelbe verfühnen und bezahlen. ann er bat fich felbft für uns gegeben, auf
Ehriffus ifE unfere et GDt —— 7 erloͤſete von aller Bosheit; zum
daß er uns Iehve mit Worc und That die bimm- oe auch mit Namen von, aller
ke Be und was er Ichret daß das un: |fere Sünde Ba By Be br ua
eve Weisheit ſeye. Dan DEN: N eve Stunde allein,
a en ee
tes; das ijf, alles, das uns nuͤtz und i Ener en GEOttes Wort has
| An zum Heil unferer Selen & —— 9 Se en ne Ger
Chriſto; dermaffen, daß alles, fo auſſerhalb der|feit , Erloͤ J
if («8 fepe mie fcheindar und eit , Erlöfung und Begnadigung, für aller Welt
heilig geachtet e8 immer welle,) und nicht fi ID | Site, Daraıe [Diget CAR SR anpere® DerkicH
N : ; N eife der Geligfeit oder ein d ——
neh gottſelig mag machen; und alle die, fo de⸗ Sit — ander, Ontigtbun für DIE
4 Hin Eihaflein Chriffi eine ie die, fo der] Sünde bekennen, iſt Chrifium verleugnen. Dan
—— ten C ne andere Weisheit, fie zu] er ſpricht durch den Prophe ——
. Dre zufördern aufbringen wollten, von Chri pricht durch den Propheten Ef: 63. Cap. Ich
I * Ri ! hriſto Habeum mich gefeben, und nien Sapr 32
Diebe und Mörder genennet, Johann. an 10. Cap. | Gehülfe; i : en
RER Dan Er : ‚Lan, Ife; ich habe gefucht, und ni —
- Darum auch der Vater ihn "zu horen geboren bat ARDE BEILCOT aD NA
Matthät am 17. Cap Er UE auch unfere Ge: der mie LED a N
focheiafeit —— unſere Ge⸗] ders, denn Daß Chriſtus allein vollbracht
rechtigkeit. Dann dieweil wir nichts rechtſchaf & allein volbracht bat das
fenes ausrichten Finnen, von we a Werk unferer Erlöfung. Darum iff Fein Mitver-
Bun 20 | gen unferer ver⸗ dienſt, noch Verdienſt, der d Ä
berbten Natur; au übe Bares E ‚ nf, der dem Werk der Erloͤ⸗
> ande Cds um Ai kp om RC en ae ron sieh, ap
erfährt): fo folge, DaB die Schaͤ Y ‚ DARDAD
rechtigkeit und Gericht —— gr erfhtent = GOttes allenthalben ung ermahner zu ben
md verdamme anjeiget. Daf nun der Gere): an und Früchten des Geiftes ‚end die unfern
tigkeit GOttes anug gefchehe , bat GOtt der Da: — Fe er m Si
ter, aus ti f * ci; | uchigem Ans
A. — Grunde feiner Gnade, feinen Sohn | nehmen der Werke warnet unbe ung alle
; Kr Fer 2 | Schrift,
s D ionsfehriften wider die Aeformirten 11. Abfepnier. 2167
Schrift, im 5.3,Mof. am 9. Ejoiß amzo. zum Inach meinem Verſtand geſtracks wider Die Worte
Tito 2. und 3. Cap. und der HErr mit einer Chriſti lautet ſo Er fpricht Matthäi am 12. Cap.
Bleihnigvom Pharifäer „der da nicht ein Ehe:
Brecher ı oder nicht ein Kauder war, fondern das
Von eimem jeglichen unnügen Wort, das die
Mienfchen reden, werden fie Rechnungdsrron
rum GOtt lobte, faſtete, verzehendte alle fein Gut, se.
jetzt vor feinen Augen gerecht und fromm; und
geben. ı Berri am 4. Eapitel: So der Ge
ID rechte Baum behalten wird , wo werden dann"
von dem -Zölfner, der an feine. Bruft fehlagend, die Boshaftigen und Sünder bleiben, oderers
fich für die Gnade GOttes als ein Sünder ;'bes |feheinen ? Hierum, dieweil wir nun: von einem
zuft, und vor dem Phariſaͤo gerechtfertiget aus jeden unnuͤtzen Wort muͤſſen Rechnung geben,
dem Tempel ging. Alſo verzeihet ſich Paulus und der. Berechre ſchwerlich behalten wird: wie
aller feiner. Gerechtigkeit , und achtet8 für Koth, wird ed dann dem Sünder gehen? So Sant
auf daß er Chriſtum ge voͤnne, zun Philipp. 3. Cap.
hilipp. 3. Cap. Paulus fpricht in der eriten zu den Corinthern
Zu dem andern, follen alle Werke richtig gerichtet am 6: Ihr ſollet nicht irren weder die Hurer,
werden zu der Ehre GOttes ( Matthai 5. Cap. in Inoch andere Öffentliche Sünder 3. werden
- der erften Epiſtel zun Corinih. anı 1e. und in der |dgs Reich der Himmeln befigen. Wol it es
2 Corinth. 5. Cap.) und Liebe, auch Beſſerung wahr, fo einer in einem Unglauben bisher geleber:
unſers Nächften. Denn dabey werden. die Men⸗ den Glauben mit. famt der Taufe an fich nahme,
fehen kennen daß wir Jünger Chriſti find, ſo wir wuͤrden ihm feine Sünde, fo er_vorber gethan,
einander lieb haben. Und alle Werke, fo nicht da= nichts fehaden: mo aber der Menſch nach der
bin reichen, find vor GOtt eitel. Daß aber an Taufe in Hauptfünde fälet, muß er fich gegen
viel Diten der Schrift ben Werken der Lohn ver- [chi mit Beisht, Neue, Poͤnitenz, oder guten
heiffen wird, als Matthaͤi am 5 Kapitel, im ı 3. Werfen, verfühnen; fonft mird ihm nach feinen
Dof. amız. Seremis zı. Eſaia 40. Eapitel, und Merken gegeben, und ihm der Tod Chkiki nicht
andern unzahlbarlichen Orten: follen wir nicht mehr nuͤtz ſeyn, dieweil er in Hauptfünden were
—— baf — an 5 harret. gen —
maͤß ſeye und verdienet; ſondern darum ſo ihn ma I
GsStt aus Gnaden verheiſſen bat, werden die Martinus Butzer. Kr:
Gläubigen ihn empfeben. Ein Vater verheiffer Daß ber daS ewige Leben habe, und ibm alfo’
feinem Kinde ein Röcklein zu Lohn, fo fern es in Feine Suͤnde endlich (babe ich gefagt,) ſchaden
der Schul redlich lerne: nun iſt das Kind nichts ‚möge , bat Chriſtus felbft geredet. Nichts defto'
deſto minder ſchuldig dem Vater zu gehorfamen, weniger muß Rechenfchaft gegeben werden für ein:
und verdienet nicht das Kleiblein: noch nennet jedes unnuͤtzes Wort, und mas unrecht if: Aber
mans einen Lohn; nicht, DaB er verdienet feye, In der Nechnung wird Chriſtus die Sünde, wie)
fondern aus Gnaden des Vaters verheiffen und Paulus zun Römern am 3. klaͤrlich fager, vertre⸗
geben. Hiemt laſſe fich niemand irren, mo er ten, und Durch feinen Geiſt fie endlich gang
Finder den Lohn unferer Werke, Die doch niche fromm und ihm ſelbſt gleich machen; dag ihuen
unfer, fondern GOttes Verbeiffung find. Damit nach ihren guten Werken (die doch des HEren
bitte ich alle fromme Chriften, fo jemand Fönnte ſeyn werden, und nicht ihr eigen,) das ewige Les
oder möchte und unterrichten, wolle es nicht "unter: ben vollkommentlich zugeſtellet wird. ——
laſſen. Buchſtab. Fa
* an 1, Daß unfre Werke, fo nach Empfahung der Tau⸗
In dem Namen der heiligen en dem Glauben gefchehen, verdienfflich ba A
Amen! Die vielfältigen Sprüche, durch Herrn wird manniglich im Alten und Neuen Teſtament
Berchtolden eingezogen, widerfechten wir nicht: erfinden; als Chrifius fpricht Match. am 73
dieweil aber Herr Buser, auf Donnerſtag, naͤchſt Der da thut den Willen meines bimmlifchen
verfihienen, dem hochnelehrten Doctorn von Frey: | Vaters, der wird gehenin Das Reich der Yima
burg geantwortet Dat, und aefprochen: Wo er | melen, Apofk. 10. hat Tabitha um der guten Were
gene daß Chriſtus fein einiger Heiland ware, | ke willen die fie gethan hat, verdienet von St
d hätte er na) dem Wort das ewige Leben, >| Petro barmherziglich von bem Tod erquicket [an]
wuͤrden ibm Die Suͤnde nicht ſchaden. Soͤmlichs
9
u
Hi
Bi
werben,
*
166 ___ Don ben Ganblungen der su Bern gehaltenen Difputation. _ mı69
0 Martinue Bucerug. Hebammen, Die die Kinder, nach dem Gebot Pha⸗
Auf die erfke iſt die Antwort gegeben inder Er: racnis nicht wollten umbringen; fpricht der Text
Härung errun Berchtolden; die andere bein: |dafelöft, daß SOt ER
Gutthat willen, bat Haͤuſer gebauet. — ielis
get das nicht, Daß Tubitha ihre Aferwecung
" perbienet habe. nn ja hat er gefprochen zu dem König: E
5 Suche hievor 9.2164. fg Jdige deine Sünde mit dem Almofen. © ich
are Buchflab. = dder goönig David am ug. Palmen: Ich habe
Bi u Erflärung und Beſtaͤtigung meiner vor an⸗ geneiges mein herz, zu thun deine Gerech
4
. geiogenen Schriften, fage ich, daß darbey geſchrie⸗
Feit, um Dee Wiedergeltniß willen. . Durch die -
fe drey Spruche,, und vor angezogene, iſt ..
>
A — ee eh ann. |beybtatpt, Daß Die guten Wberfe verbienfklich
en
Almofengeben, als fie thaͤt. Folget fehier ber- — |
nach ain 10. Cap. daß der Engel zu Cornelio br} Winetinus Yuger,
begefprochen:: Dein Gebet und Almofen find) Aufden Ort Exodi wiewol er nicht wider uns
ufſgeſtiegen in die Gedaͤchtniß vor das Anger iſt , (dann gnug geſaget iſt, wie unſere Werle von
fiht © Öttes. _ Dergleichen wird auch funden bey GOtt belohnet werden, ) doch fo will der Hebrai⸗
a dem feligen Dann Tobia fo er fpricht: Mit dem ſche Buchftabe daſelbſt auch die Meynung gebemt
Es bar fich begeben, daß die “Hebammen
GOtt gefürchter haben, daß ihnen ( verfiche
den Kindern Iſrael) Haͤuſer gemacht worden
. Almofen und Glauben werden abgereiniger die
mMarctinus Buger.
3 Ser Tabitha halber iſt der Text Har ; da laß |find, daB iſt ihre Geſchlechte vermehret. Dann es
B bleiben. Kornelius Gebet und Almofen find ſtehet >> ad iplos; und nicht, 7» ad ipl:s. Der
on GH angenommen worden. Es ſtehet aber andere Dre, Danielis iſt auch nicht mider und,
pt, daß er Gtt dantit etwas abverdienet haͤt· Dann je billig iff, daß, der von GOtt Barmher⸗
e daß feine Werke göttliche Gnade vergleichet zigkeit erlanget hat daß er wiederum gegen feir
n. Es iſt auch nicht übel geredet von Zobta, |nen Nachiten auch Barmherzigkeit beweik. Das
16,
batte
8 Cwiewol diefelbe Hiſtorie nicht bibliſch if, ) daß mit iſt aber noch nicht bewahret, daß dieſelbigen
\
mit Glaube und Almofen die Sünden gereiniget Werke die göttliche Barmherzigkeit vergleichen:
werden; dann je mehr man GOtt glaubet, und moͤchten; fondern es bleiber alle8 Gnade. Wis
den Glauben mit den Werken ber Liebe beweiſet, zun Römern am 3. und 4. klaͤrlich angezeiget
je mehr die Liebe GOttes in und zunimmt; jelie- | mird, daß alles Gnade feye, und niche
ber wir dann GOtt gewinnen , je mehr [die Be⸗ |verdienter Lohn ; fonft wäre es Feine Gna⸗
gierde zu fündigen in und gemindert wird. Der * das wir auch am i1. zun Roͤmern ha⸗
Schulmeiſter follte fleißig merken die Erklaͤrung ben. Doch wäre überaus genug der einige
Serrn Berchtolden: Gute Werfe muß man ohn Spruch zun Römern am 3: So. halten wie
Uhterloß thun: wenn man aber ſchon alled das nun, daß der Menſch gerechtfertiger werde,
gethan hätte, (das doch nie Feiner gemocht hat, ) ‚ohne Suthun der Werke des Geſetzes, allein
was ihm geboten ift; noch dannoch ware er ein durch den Glauben. Das aber aus dem ag.
unnuͤtzer Knecht, und alle feine guten. Werke die ‚Pähnen angezogen ift, ſtehet nicht im Hebraͤiſchen,
möchten die Gnade GOttes noch nicht vergleichen. wie ed angezogen if, fondern lo: Ich Habe mein
Zu dem fo find alle gute Werfe nicht unfer , ſon- Herz geneigt, su thun deine Sitten ewiglich,
dern des Geiſtes GOttes in und wirkend: da⸗ endlich, das iſt, immer für und fuͤr. Diß haben wie
B zum findet ed ſich, (wie St. Auguflin recht ge allein geantwortet, zu erklären die eingezonenen
ſchrieben hat, daß GOit feine eigene Werke Sprüche, ſonſt wäre keine Antwort vonnoͤthen ges
in uns belohnet. weſen: dann ſie nicht bringen, daß wir die Seligleit
Buchſtab. aus ung verdienen, oder enugthun, daß unfere Wer
Reine fremde Gloffe nehme ich an. Ich bebel- fe die Gaben GOttes vergleichten, welcherley Bars 3
fe mich — ei durch mich — ai dienff wir, nach der Schrift/ allein verneinen.
gezogen, und die ich jetzt herein werde führen. 2. 5.49 Buchſtab
Buch Mofis am erſten ſtehet geſchrieben, daB) Die Erläuterung der Hebraͤiſchen Schriſt hab
Soit pas angeſehen den Verdienſt der Hebrällcpen ie er a a men: fo ft auch
* az Tl.
= Andererfagtedarauf: Das wird unfere Zech feyn,
2170 Die Reformetionsfhriften wider die Reformirten-Il. Abſchnitt. zur
nicht Da8 eine Meynung, Daß man möge ſolche Schriften LifE] auch gnugſam of ——
J —
lichen Glauben, ſelig werden. Sch fage.aber, daß Seelen Seligkeit iſt. Antworte nn
. ber-Glaube auch ein Wert ſeye Johannis am 6. |gen brey Sprüche, geflern eingeführet, daß @bri-
Kap; forachen die Fünger zu Chriſto: Was wer |ffi Leiden feye zu verſtehen von dem Beiden, dad
ung GOtt zuſchicket und nicht ſelbſt erwählen,
Den wie ıhun, Daß wir verbringen die Wer
ke GoOttes? Antwortete IEſus: Das iſt das doch ohne Schrift ; fage hiebey, daß an Chriftum
glauben, in ihm halte alles daS, fo im Neuen Teſta⸗
ı Werk G®ttes, daß ihr in Den glaubet, den
ment geſchrieben flehet, zu eollbringen ung 6, R
er gefandt — a. er ar
muͤſſen die Werke. Johannis am 8- Cap, bat |zunehmen. Als Chriftus fpricht Johannis 6
Chriſtus geſprochen: Seydihe Söhne Abraha Es feye N a — Iten
ſo thut Die Werke Abrahaͤ. In Summa, ſo Matth. am 16: ©b etlicher mir will nachfol⸗
Hat Chriſtus Matthäi am 25. angegeiget, wie er |gen / ſoll fich felbft verleugnen, fein. Creug auf
werde am leiten Berichte, au den Auserwaͤhlten ſich nehmen, und mir alſo nachfolgen. Zum
GHttesfprehen: Bommt her ihr Gebenedeye: Roͤmern am 12: So deinen Feind bungert, ſo
ten meines Vaters! beſitzet das Reich, Das |fpeife ihn; ſo ihn dürfter, ſo traͤnke ihn 6.
euch zugerichter ift von Anfang Der Welt! RT Gerne Phrae enr Da >
Mich Her gehungert, und ihr habet mic) ge rtinus Sutzer. —
a Der Antwort halben auf drey Sprüche, ges
fpeifer 21. > ben auf Dr
ER ſtern eingezogen ‚ referive ich mich auf die Acta, ”)
die meine Antwort anders haben, dann ers jeßf ges
afert Hat. Die andern Sprüche allefamen, Dies.
weil fie nicht bemähren, daß ein anderer Verdienſt
der Seligkeit und Gnugthun fege, dann Chriſtus;
5 bebirfen fie Feiner Antwort: find genug erklaͤ⸗
vet in der Probation dieſes Artickels fo Here
Berchtold vorhin gegeben hat: Daß wir aber uns
nicht eigen. Leiden erwaͤhlen follen, fondern ges
. Da wäre Schreiben nicht Zehen, würde aber zn Ba en —— ———
' Aachäfrender Rede alfo genannt. Dermaflenhat | 5 55 —— tel, daß oki
auch der HErr gerhan. Die Juden fragten nacı ‘ 16 follen verlei at — je nach
Merken; von denen wollte er fie zum Glauben nf = en An ilfen die handeln. Se
Ziehen , und nennet, nach ihrer Rede, den Glan Iblten 5 — en find von Paulo verworfen
ben ein Werf GOites, das iſt, ein Werk, das — fern am — —— a Ne
ey GOtt gelten würde, Als hatte er geſagt: en De ; All ar
N u
Martinus Butʒer.
Der Ort Johannis am 6. Cap. Das iſt das
Werk GOttes, daß ihr glaubet an den, den
er geſandt hat; iſt eine nachaͤfrende Rede, zu
Briechifch wiss, latine Imitatio , genennt;
als: fo etliche zuſammen kaͤmen, und fprachen:
Wollen wir nicht mit einander zechen? Und ein
ir müffen fchreiben, oder dergfeichen etwas thun,
— e
Ihr frager nach Werken , damit ihr GOtt gefal- *) Such hiebor p.2158. 2159, —
——— ihr an mich, das waͤre ein recht Buchſtab. Ba
örtlich Werk, umd würde meinem himmliſchen Die Schrift Durch mich bisher eingeführet, bey
Vater gefallen. Das andere alles iſt in der Er: derfelbigen laſſe ich es jegumder bleiben ; verleugne
Klarımg Heven Berihtolden überfligig erläutert. |Cyriffum nicht, eine vollfonmene Gnugehuung
ſab os fie aller Welt Suͤnde; doch mit dem Gedinge,
ET A — daß wir ung derſelben Gnugthuung Chriſti auch
se nie a Qui 1. daß wir ung derfelben Gr J uch
— — — — drey ee habe. Butzer — ——
jest mdiefer. Schlußrede auch dienend, zuden Phie| , - _ _ — a
9 — am 13 Kuch iſt gegeben su hun 2. 1] BDtt feye Lob, daß der Schulmeifter Chriſtum
Pelri am 2: Chriſtus bar ‚für uns gelitten ꝛc. JEſum bekennet unfere vollkommene Gnugthuu g:
in der erften Epiſt. Johannis am 23 Welcher | Dann, iſt er eine vollkommene Ömugebuung, N
fpricht, Daß er in Chrifto bleibe, der ſoll wie werben wir nichts mit ungern Werken weiter mo⸗
Chriſtus gewandelt Hat, auch wandeln. Durch gen zuthun . Daß er aber das Geding —
— in — vi * F
= he NE 4% 7 ut ke 3 Pu „y x
am gehaltenen Difputation. ° 217%
ent:
Ket, wir müffen und feined Gnugthuns theilhaftig haben wir durch Chriſtum zu GOtt; nicht:
machen; fagen wir daß folches in GOtt , und nicht daß wir gnugfam feyen, zu teachten etwas vom
in unſerer Hand ſtehet. Glauben wir an unfeen uns, als aus uns; fondern unfere Gnugſam⸗
en, fo iſt er unfer ganz eigen, und haben keit ift aus GOtt. In welchen Worten ung
- Zbeil und Gemein an feiner Gnugebuung; den Paulus — in der andern Epiſtel
eh
Glauben muß aber GOtt geben, der uns zung) am 3, lehrer, Daß mir follen erkennen, daß alles
Sohn zjeucht, Job. 6. unfere Werke vermögen hie] Gnugthun von. GOtt herkommt, und nam und
a NZ een fnkht, ald von ui. Denfeldigen Terr,, fo ee
; a cs r —— — Er Hi Re a ſo au Aw a
Dieweil CHriffus: ung fo gang und gar follte]und raͤthet einem Menſchen Gutes zu chun zu
freygeſaget haben ‚würde vergebens gemefen feym, [leben in dem Willen feines Schoͤpfers dad ff,
daß er uns hat geheiffen beten, und fprechen, Moos; | beinfelben Foͤrderniß zu. geben, geſchickt machen
thaͤi am 6: Vergib uns unſer Schuld ꝛc. gegen unſern Exlöfer : das haben. wir klarlich an⸗
nn 2 ae a Ei der en in
Es iſt verantwortet in der Derlaratioır Seren UND am erſten Capitel Petrrz ZDarunn SIE
Berchtolden 9. Beten um Verzeihung, ie ben Brüder, kehret Sleif an, auf daß ihr
gnugthun. Sch log. mich auf die Neta. —3 — durch die guten Werke werdet machen ge—
ra Her *) Sud) hievor 9.2164. (99: wiß eure Berufung und eure Aus erroaͤhlung⸗
Da ER 1 Aug welchen: flges, ſo unſere guten Wort und _
Pelagius am Stein, Walther Blarer, Werk, mit der Gnade GHtte&, ung behilflich
Matthias Beßler, alle drey von Ap⸗werden feym, fo fern. umd wir. Die ung ſelbſt nicht
. — Fe penzell.. . zuſchreiben. —
MS viel dem dritten Artikel belanget; fo hat Die Prieſter vom Appenzell, und in ibrene
unſer Herr Pfarrer van Appenzell Chriſtum mie] — — Da
denen Berbienfi, unfern Heiland, gejogen.aufbie) Die Antmore, Cheifkusfie die Erbfünde und
Erbfünde; damit dem Bölflein viel Berdienfk, it] rirkliche Sünde gelitten, gebürer ift marken: vorm:
ea belle, Am viel Deterz verordnet und | meinem Heven Parver, DeB. bin ic) opt trier
Shrike ein: deß begehren wir ein Urkund der den. GOre fey Lob! Babe daffelde in. unjerene
nn, ee
Ebeeobaldus Züter, Dfarrer sa Uppenzelf, ge Zirkel, gebrauchet in der Rede, den Bo⸗
In deinem — ten gehorſam zu En, Buſſe zu wirken iſt huͤbſch⸗
Inden, al8 fie mich, anziehen, bie deep, fo mi vormald geredet *). Wecdienfk ſhiagen wir
der mich fießen, von meinen Herren von Apven- ab, aber nihraute Werte: Mas aus dem Buch⸗
‚iell, nemlich. ze... Sch Habe gelehree und ei ſtaben oder Guſt feyegereber, lehret Pauſus im
get: Chriſtus habe allein für die Erbfänd ——— AED ERSBEHENE Sopruch von meinem: Herrn Pfarrer;
seit, und muͤſſen wir ſonſt um uner Sind — — — — das — und: (nie |
etwas thuti: weißt ich niemans. un auch Billig); gibts Ehriſto unferm Heiſande zur. Und
2 ale , — — niemand, ber für und fe} mie Peruns in der — vom Glaub darnach
| ng —— an denn IEſum Chri: ! in den andern Epiftel, vor Werken ———
‚um allein. Wiſſen ſie aber NAnen N Re ein gr N
der fuͤr die ———0 ae geſaget; find gute: YBevfe huͤſchlich anggzeiget 5;
> ie an ; Damie nicht abgefihlaner, Daß fir bi Tan cn1d 9oce [OR IR nich Bemapes; unbrche
Erbſuͤnde und ale andere SH: : e geſchrieben. Daß er. den Palmen angezogen hat,
een ee — ſoget bie: ganze Schrift — — I bene
was thur,. damig wir niche leer erftbeinenr: er | gleichen, als ſtellete ers in unfere Kusite, ſo es
mahnet er uns ſeinen Geboten gehorſam zu feyn, ‚ Riche in ung waͤre ( wie verantworten") iA) mins
\ GuteS qu wirken und gu ehum, als If. 36: Decit. Di. we ar, In und leber, Cheifhus JENE,
an ne te a no "un Senken
BSR], "Butes. jewol ich: weiß in wer gen
erkenne aus Paulo; a nee Semung.n &dıe *) Such: hievor pı 2150
haben, alfo fprechend: Fine fnlche Aytune. ESuch hievor p 2I88- „De
| # ar, alſo fprechend: Kine ſiche Hoffnung =, Euch Dienur p. zascı As
*
meh
Theo⸗
—J— Theobaldus Hüter...
kennens halben, Chriftus babe für alle Suͤnde gelit-
ten, anzeiget, als ob-ich, weiß nicht was, dawi⸗
2:74 Dei Reformationsfchriften wider die Reformirten 11, Abfehnitt,
- mm 0 2 —
| jein Arbeiter genannt, der ba müßig gehet; der.
Al da Herr Poley gefprochen hat, meines Be⸗ Herr hat auch feinen in feinen Weingarten wol
len beftellen, mäßig zu gehen, fondern zu arbeiten.
Wir haben auch einen Haren Spruch ı Eorinthr
da gepvebiget hatte: zeige er. an Daß ich je dem am 3- wie ber HErr einen jeglichen belohnen mol»
Herrn JEſu dag je entzogen babe, noch gepredi-
get, daß des HErr uns nicht erlöfet babe von al: |
Ten Sünden, daß ich das ausgeichloffen. And ob ‚Polen und feine Mitpartey wohl Betrachten, wa8
einer ſchon rebete, wie ich vor auch angezogen ha:
be, Chriſtus babe allein Die Erbfunde hinweg ge:
nommen, und fonft niemand anders; meyne ich,
es ſeye Chrifklich geredet. Als er dann auf mei:
nn Spruch gar eilends daruͤber fpringet; haͤtte
ich geacht ex follte uns unfere Werke auch ver-
dienſtlich laſſen ſeyn, die ſo aus Glauben Fom-
men. Es waͤre eine arme Sache, ſo ein Suͤnder
um ſeines Muthwillens und ſeines boͤſen Leb
willen betete, faſtete, gaͤbe Almoſen ꝛc. dag ihm
das nicht ſeyn ſollte verdienſtlich gegen GOtt, und
das alſo aus ſeinen Gnaden. Deß habe ich ein
Exempel von dem Koͤnige Ezechia im andern Buch
der Koͤnige an dem 20. Capitel, Da er krank iſt
geweſen, und zu ihm kam der Prophet Efaias [und]
- fprach zu ihm: Du wirft ſterben, und wirft
nichg lebe! Da kehrte er fein Angeficht ge-
gen die Wand, und bat den A&ren, fprechen:
- ve: Ich bitte dich, du wolleft eingedenE feyn, |
wie ich gewandelt habe vor dir in der Wahr⸗
heit in einem vollfommenen »serzen , welches
ich vor dir gethan habe... Daraus klaͤrlich nach:
folget die Verdienfinig, die der Ezechias getban
bat, mit dem, als der Text anzeiget: Ezechias
bat geweinet, mit groſſem Weinen. Ehe und
Dann Eſaias von ihm gegangen ift, inmitten
in-den Hof, de ift die Stimme des MErrn
worden, zu ihm fprechend: Kehre dich wie:
der um, und fage Kzechis , dem Führer mei:
nıs Volfs: Ich babe dein Gebet erhoͤret, und
angefehen deine Thränen, und babe Dich ge:
ſund gemacht, und werde noch) zuthun zu dei:
nen Tagen funfsehen Jahr. tem, aus dem
heiligen Evangelio Lucaͤ am 14. Der HErr Ehri
ſtus redet von Marie Magdalena: Ste bat ge:
wirket ein. gut Werk an mie zc. In welchen
Werten Härlich angezeiget wird, daß GOtt der
HErr das Werk hat gelobet , das etlich dev Tan
ae bat, und das genannt gut, auch
ihm. angenehm. '
ben, als Matth. am 20: - Berufe die Arbeiter,
Als wir auch in der Schrift ba: |
fe nach feiner Arbeit; und klaͤrlich befchleuße:
Wie find Gehälfen GOttes. Da folk Here
ver Apoſtel gemepnet hat mie ber Clauful : Wie
find Mithelfer GOttes. BE:
Serr Polep. —
So Herr Pfarrer nicht verleugnet Chriſtum
verſtehen wir, mit ganzem ſeinem Verſtand, nach
Art zu reden der Schrift; wird und und den un⸗
fern behuͤlflich ſeyn. Iſt wahr, unſere Werke find
nicht verdienfllich aug und, aber aus dem Geiſt
Rebeng Chriſti; und foviel Sprüche, wie vorhin au,
als jetzt verantwortet worden. So es aus Gna⸗
den, ſo iſts jetzt nicht aus den Werken, zum
Roͤmern am ırz iſt kein Wunder, daß mein Herr
Pfarrer die Sache nicht merket: Denn die Lin:
wiſſenden Dee Gerechtigkeit GOttes, eigene
fuchen, find nicht unterwärfig der Serech⸗
tigkeit GOttes, zun Römern am ı0, 3. Und
damit referiren wir und an bie Schrift **) ber
Notarien. Be
*) Sud) hievor p. 21655. —
**) Bezeuget die gauze Erklärung Herrn Berch
tolden im Anfang dieſer Schlußrede p. 2164. fig.
Theobaldus Hüter. EN
Als Pelagius vorbracht hat ben Spruch zu den
Römern amıız So es aus Gnaden x. wiſſen
wir wobl, daß alle unfere Werke feyen aus Gna⸗
den GOttes. Er fpricht aber weiter zun Roͤ—
mern am 2. Capitel: Licht, die da hören dns
Gefeg , find gerecht vor GSOtt, fondern die
Thuer werden gerecht- gemacht. In weichen
orten er wohl fpüren mag, daß wir zu der Gna⸗
de GOttes ung follen ſchicken zu den Werken:
den als Jacobi flehet, daß der Glaube ohne
die Werke todt ift, der da auch eine Gnade, und
eine eingegoffene Gabe Er. Pr
Serxr Poly, Eu
Alles fo Here Pfarrer gerebet hat, iſt alles
sufgelöfet und erklaͤret, durch der Pradicanten
ic a Antwort: darum referiren wird ad
ada, *] BR et
H Sud; hievor p. 2197. 2168. 194.
Iheobaldus 5Hisen
und gib ihnen den Kohn. un wird keiner] Ich hoffe, Herr Bolep, fo-er mich an ; di
ö Zt
und veferive mich zum Acti
Moblgelehrten, Weifen und Lieben! Der An—
276 Von den Sandlungen der zu Bern gehaltenen Difputation, 2177
d ß meine angezogene Sprüche nicht gn
erkläret , gegen feine Einrede: hoffe ich. genug:
ſamlich Widerftand zu eg derfelben Einrede,
% Hy
ER *) Sud) hievor p. 2174-
Here Joſephus Sorrer, Pfarcer zu
' Herißouw. ER
zug, fo meine Herren zugegen, auch guten und
lieben Brüder und Landgleute von Appenzell ge:
that, iſt heut lange mit viel angezogener Schrift
davon geredt; darum nicht noth iſt, viel mehr da⸗
von zu reden. Damit nun ihr aber erfennet mei-
"SHE umſonſt gelitten.
ae Fa es
ee Re
de, noch diefe unfere Brüder. Und folcher euer
" Beitigen Paulo, zun Epbefern am andern: Deus
ui diues eflin miſericordia ete. GOtt, der da
reich iſt in Barmherzigkeit ꝛc.
J
Der Handel unſers Verdienſtes iſt wohl erlaͤu⸗
5
Kin die Schlußrede weiter
a ii, ha a Be
ne Mepnung der jegt vorkandenen Schlußrede,
will ich eine Eleine Meynung dazu reden. Ich be⸗
Ferne wohl, wie St. Paulus redet zu den Römern,
daß da nicht find gnugſame Keidungen dieſer
Seit, zu der zukünftigen Blori, die da uns of:
fenbar wird. Darum mir nicht werden erlan-
gen von unfern Werfen Gnugſame der Geligkeit;
wie mein Herr Berchtold heute in der Schlußrede
auch angezogen hat. Denn wenn aus den Merz |
fen bed Gefetzes wäre eine Gerechtigkeit, fo hätte
Darım der Gnugfame
halben unſere Werfe und nicht wiederdienftlich
find zur Geligfeit. Denn Chriſtus, unfer HErr,
‚bat die Gnugſame unferer Sünde auf feinem. Ru- |
— an dem Creuz fuͤr uns genug gethan.
och nichts deſtominder wird nicht daraus folgen,
daß und GOtt darum der Werfe, fo wir aus ſei⸗
h nen Gnaden thun, nicht belohnen werde: wie denn
das heute augezeiget hat *) Martin Buger aus
“
dem Epruch Auguftini, daß er werde Die "Werke,
‚er in uns wirket, belohnen. Darım will ich
befehlen der Schrift.
* ESuch hievor p.2168
exchtoldus.
Here Pfarrer! prediget daheime, wie ihr bie
E77 r
Se:
mit der Wahrheit befenner! jo handelt ihr nichts] ">
wider das Wort GOttes , noch unfere Schlußre⸗
Bekenntniß habet ihr eine reiche Zeugniß bey dem
Befchluß der dritten Schlußrede.
Ewigkeit, Amen!
anugfam find [feine groſſe Kiebe, damit er uns geliebet hat,
da wir todt waren in der Sünden, bater
uns mit Chrifto leberidig gemacht, (denn aus
Gnaden feyd ihe felig worden,) und hat uns
mit ihmauferwecer, und gefegerin das himm⸗
lifche Wefen durch Ehriftum, Auf daß er zeige
Tte in den zuFünftigen Seiten die Hberfchwengs
liche Reichthume feiner Gnade, mit feinee
SteundlichKeit uber uns, durch IEſum Chris
ftum: Denn sus Gnaden feyd ihr felig wor
den, durch den Glauben ; und daffelbige nicht
aus euch. Ks ıft GOttes Gabe; nicht aus
den Werken, auf daß fich nicht jemand ruͤh⸗
me. Denn ibe feyd fein Werk, geſchaffen durch
IEſum Chriſtum za guten Werken; zu wel⸗
chen GOtt uns zuvor bereitet hat, daß wir
darinnen wandeln ſollen. Hie ſehet ihr. heiter
und klar, daß ung SHE fuͤrkommen bat mit ſei⸗
ner Liebe und Gnade, da wir noch Günder was
ren: wo iſt denn unfer Verdienſt? Aus Gnaden,
mit Chriſto und durch Chriffum, machet er uns le⸗
bendig, ſelig und auferweckt ung in das himmli—
ſche Weſen; durch den Glauben, und ganz nicht
aus den Werfen. Zum andern, will GOtt dar-
um nicht, Daß wir mäßig geben, und alled Gu-
tes zu thun unterlaffen; fondern fo wir glauben,
und GOtt herzlich vertrauen , werden die Werke
GOttes nicht auffen bleiben. Darum fronme
Chriſten! fo troͤſtet euch allein der Gtrade GOttes,
der Gerechtigkeit und vollkommenen Erlöfung un⸗
ſers HErrn JEſu Chrifti; und erfennet, daß al⸗
les das, damit ihr gelehrt ſeyd, fuͤr die Suͤnde
gnugthun und Das Reich GOttes verdienen, (Ces
ſeye Ablaß, Weihwaſſer, Kerzenbrennen, ja in
einer Summe, mas. dergleichen ſeyn mag,) atel
vergeblich, und dem Schatz des Leidens Chriſtiei⸗
ne Laͤſterung. Hiemit ſeye GOtt Lob und Ehr in
—
\
Act Weiter Stans Kolb die vierte
Schlußrede und Gründe derfelbigen eroͤf⸗
en net, als hernach folger.
GES ch bitte euch, lieben GOttes Freunde ! ernſt⸗
lich um GOttes willen, daß ihr euch ob
nachaehender Schlußrede nicht wollet aͤrgern; oder
ein Scheuen empfahen; oder tung dafur achten,
daß mir eine Luſt haben, etwas ungehoͤrtes hervor
su bringen: fondern die groffen ungefchieften Miß⸗
Bräuche, fo in bie Chriſtliche Gemeinde gewachſen
tert durch Paulum zun Ephefern am 2: G®tt,) find," wider ben rechten wahren Verſtand des göft-
mr
Lautheri Schriften 17, Theil.
der da veich iſt von Sarmberzigkeit, Durch! fichen Wortes, uns zwingend und BEE une
ußs
Nyy vpyy
%
21738 Der Reformationsfchriften wider die Reformirten IT. Abſchnitt. 2179
Schlußrede alfo zu bekennen, wie fie denn lautet, der Schrift nicht entgegen [u feyn glauben), fort:
nemlih: — © ni a Be ”
ß der Lei fi ifti wefentlich moͤge beybracht werden. Diemeilnun unfer Hek -
— — ea iger — land Chriſtus die Dinge, ſo er auf dem Erdreich
7550 hat gelehret und gethan, welchem ber himmliſche
gung empfangen werde, was mit bibI| Vater Zeugniß gegeben Ba Matth. am 17 Ca⸗
ſcher Schrift nicht beybracht a den. pitel; Das ift mein geliebter Sohn, in dem
Das beweiſe ich mit lauterer Schrift, vortem: lich mir habe Wohlgefallen, den hoͤret! als er
lich Johannis am 6; Das Fleiſch ift gar nichts hat wollen aufheben das Alte Teffament, und au⸗
nüze (verfiche, gegeſſen). Deshalb Ehriflus je heben ein neues; bat er auggefehickt feine Apoſtel,
“ nicht hat gewollt, wie denn wir bisher gemeinige zu predigen Die Dinge, fo fir gehöret haben und
lich verftanden, daß wir in diefem Gacrament | gefehen, Johannis in der erften Epiftel am erften
Fleiſch und Blut _mefentlich nieffen. Weiter in Kapitel, Feine andere Prediger anzunehmen, denn
vorangezeigtem Tapitel, Johannis am 6: Es ſo Chriſtus hat verordnet. Denn niemand an
feye denn, Daß ihr effet mein Fleiſch, und trine ders den Vater erfennet, denn dee Sohn, und
‚Fer mein Blut, möget ihr nicht eingehen in wem ers hat eroͤfnet; hats auch niemand dem:
Das Reich der Himmelen. tem: Wer da iſ feinen Apoſteln, Die er batausgefandt zu predigen,
fet mein Sleifb, und trinket mein Blut, der das er ihnen Durch den Geiſt har eroͤfnet. Das
bleibet in mie, und ich in ihm, tem: Werj|er aber ihnen eröfnet har, iſt in der Schrift vers -
da mich iffee, der lebet auch von meinerwe: | faffer, nemlich Chriftum JEſum den Ereusig:
gen. Hie wird angezeiget ein nothwendiges Ef |ten, den Juden ein Xergerniß, den Heyden eine
. fen, das da nimmermehr ſchaͤdlich, fondern alle: | Chorheit, den Beruften aber die Kraft GOt⸗
wege nüß und gut iſt. Und aber das Eſſen im tes. So mir nun aber von Chriſto JEſu zmep
Nachtmahl des HErrn frey iſt, nicht gezwungen, Dinge glauben, nemlich Allmaͤchtigkeit und Wahr⸗
nicht allewegen nuͤtze, ſondern etwan ſchaͤdlich if. |Heit. Denn die Worte des HErrn Wahrheit
Es iſt auch wider unſern uralten erlernten Glau⸗ ſind, Johannis am 17. Capitel. Dieweil denn er
“ben, der da ſpricht: Er ift aufgefahren zu den | ung verheiſſen bat; damit num leine] Schrift die
Himmelen: ſitzet zu der Rechten des Vaters : | andere Schrift erflare; fo hat er gefagt: Das
iſt kuͤnftig zurichtenZebendigeund Todte. Wie Brod, das ich euch werde geben, ift mein
‚wir das Elärlich haben in den Geſchichten der Apo* | Fleiſch, welches ich geben werde für das Le⸗
ſteln am erſten Kapitel: Viri Galilei etc. und |ben der Welt. Solches alles hat er erffatterim
Matthaͤi am 24.und 25. Kapitel. Aus dem allen Nachtmahl, nemlich, da er hat das Brod genom⸗
folget, daß diefe Worte: Nehmet hin, und eſſet men in die Haͤnde, hat Dank gefaget, auchge-
das ift mein Keib! desgleichen auch vom Trink: brochen, und das gegeben feinen Jüngern, da⸗
geſchirr; einen andern Verſtand müffen haben, |bey gefager: Nehmet eſſet, das ift mein Keib!
denn wir ihnen bisher gegeben haben: fonderndaß dergleichen genommen den Kelch, Dank ge-
folches nicht8 anders, denn ein Lob und Dankia- |fagt, und ihnen gegeben, fagende: Teinfet alle _
‚gung des Todes und Erlöfung Chriſti feye; wie daraus, das ift mein Blut des Neuen Tefta:
denn heiter durch Paulum, in der erſten Epiffel ments, welches fe viele vergoſſen wird, zu
zun Corinthern am 10. und u. Capitel erhalten Verzeihung der Sünde! Dos halt inne unfer
wird. | BGlaube obngezweifelt; To nun Chriſtus befohlen
Benedictus Burgsumwer, Pfarrer zu St. hat, folches gethan werden in feiner Gedachtniß.
Gallen. _ Kun it gewiß. alles das, fo unmsalich dem
GOtt erbarme ſich unfer; und gefegneund, zuͤn Menſchen, bey GOtt vermsglich, Matth am
de auch an in ung fein göttlich Licht, auf daß wir 19. Capitel, und Paulus zun Römern am 4. Capie
— — Weg, Amen! So nun die Er tel, und Lucas am erften Kapitel...
ußrede lautet: Daß der Keib und das Blut 5: ‘ —— a
a wefentlich Ir leiblich in dem Brov) Meifter Ulrich Swinglp, Pradicanf zu
der Dankfagung empfangen werde, möge mit| | Surich:- ee
bliblifcher Schrift nicht beybracht werden.| . Der erfle Spruch: Das Brod, dns ich euch |
Dagegen ich num und meine Mithaften folhes geben werde, ift mein Sleifch, welches ich em
#
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Don den Handlungen der zu Bern gehaltenen Difputation. . 2ı8r
— —
das Leben der Welt hingeben werde, Johan⸗ ben, das wird verſtanden: nemlich, des erſten
sis am ſechſten Capitel; traͤget feinen eigentlichen Verheiſſung auf das Nachtmahl Chriſti; das an⸗
WVerſtand auf dem Ruͤcken. Nemlich/ daß er und dere Wort, dabo pro mundi vita, verfacht und
hienit dem Wort, Brod, und mit dem Wort, ſchleuſſet in ihm feinen Leib, [der dafollte] fürung
Mein Sleifch, nicht zu verſtehen giber, daß er gegeben werdenzur Erloͤſung. Darum der Evans
uns im Brod fein Fleiſch leiblich wolle zu effen ‚gell das Wort Dabo zwier in bem Spruch an⸗
geben ; ſondern er verſtehet durch das Brod den zeucht, dann er je Clauf bed erften) fein Fleiſch
Frof und Sicherheit, die und EDEL in ihm giebet, leiblich zu eſſen, verheiſſet. Zum andern, befen=
verfichert werden mit feinem Tod. Das vermer: net er die Allmaͤchtigkeit; darum aber nicht folge:
ket man, fo er fpricht: Welches Sleifch ich ge⸗ GOtt vermag das, Darum ift es; geſtehe ich ihm
ben werde um das Leben der Welt. Sein ‚nicht ab. Dann der Prophet fagek: alle Dinge,
Fleiſch, in Tod gegeben, bat Die Welt lebendig ge- die er Hat gewollt, (und ſtehet nicht gemocht,)
> mache: leiblich aegeffen, bat GOtt nie geredet, bat er gerhan im Himmel und auf Erden.
daß ed lebendig macht. | Diemeil nun aber fein Wort bel lautet, und (ob
Des andern Puncten halben erkennen wir, daß GHDre will!) allewege der Chriſtliche Verſtand als
Gsott halte, das er verheiffen bat. Daß er aber fo geweſen; wird er niemand von den ausgedruck⸗
und dag Fleiſch feined Sohnes verheiſſen babe, ten Worten, anders zu verſtehen, einleiten. Cr
leiblich zu effen zu geben: Das mag mit Schrift hat auch verheiffen, und das er verheiffen hat , hat
nicht beybracht werden; deshalb das Argument er im Nachtmahl erſtattet; darmit nun eine Schrift
aufhoͤret. Wir erkennen ihn aud), den Allmach- die andere andlege.
igen ſeyn; aber daraus folget nicht : GOtt vermag Zwingly.
Das, ſo iſt es auch. Dann er möchte bie ffeinerne | Diefer Spruch Johannis am 6. Cap, Das
Seule zu Heliafen und zu predigenden Johannſen Brod sc. foll keinesweges getheilet werden. Es
Eebren, fie find aber darum nicht die predigenden hat auch der Pfarrer in feinem. Theilen der Wors
Helios und Johannes. Darzu thut GDtE wider te dig Wörtlein ( welches) ausgelaffen, das doch
fein eigen Wort nicht. - Es wird auch, wider den ganzen Verſtand bringet. Die Worte lauten
fein eigen Wort thun, nicht für eine Macht bez |alfo: Das Brod, Das ich euch geben werde,
benamfet, fondern für eine Ohnmacht- Dabey iſt mein Sleifch, welches Fleiſch ich hingeben
wir auch merken follen, daß, wie wir GOtt die werde , um das Keben der Welt. Hie ſiehet
Almaͤchtigkeit und Wahrheit zugeben, daß er auch Iman , daß in den andern Puncten oben von dem
bey ber Wahrheit bleibet; die dann dawider if, | Fleiſch geredet wird, von Dem auch in dem erſten
Daß bie un und Blut_gegeffen werde. geredet iſt. So nun der nachgehende Punct auch
Pfarrer von Sanct Ballen. vom Nfarrer erfennet wird, daß er laute von dem
Als nach langem mein lieber Herr Meiſter Ul- Fleiſche Chriſti, in Tod hingegeben ; und diß Wört-
rich Zwingly das 6. Cap. Joh. (feines Verſtan⸗ lein (welches Sleifch ) darzwiſchen ſtehe, anzeiget
bes Innhalt) angezeiget hat; nemlich, daß er das das Fleiſch, Das im vorbern Theil ſtehet; ſo folz
Hort oder die Verheiflung ‚Daß das Cap. Johannis get, wie der andere Punet von dem getoͤdteten
von der Aufferlichen Teiblichen Nieſſung nicht Leichnam Chrifli lauter, daB auch der erſte den
folle verftanden merden; geſtehe ich ihm das Verſtand habe, daß die Gpeife, die er und geben
nicht. Dannfo effen ap dieſem Ort für glau⸗ werde, feye fein Fleiſch, getödter. Es iſt auch
ben follte verflanden werden, wurde gar einei nicht gründlich , fondern wider den Pfarrer, Daß
unvollkommenen Verſtand vortragen der Spruch: hier zwier ſtehet Dabo, dad iff, ich werde es
Der da Bi — — — ar geben; denn e8 eine nafürliche Epanaphota iſt.
daoa eſſen fur glauben nicht verſtanden werden.
Zaß aber da die Verheiſſung auf die Einſetzung Am 3. Tag Sn =
des Nachtmablg Chriffi nicht begriffen feye; find] Pfarrer von Sanct Ga Ulef |
die Worte heil und Har, daß das, ſo er am Nacht: Men Herr und Mitbruder, Meiſter Ulrich, nach
B Sen re | a nächtigem Vortrag, will in die Allmaͤchtig⸗
mahl bat wollen einfegen und erffätten, bat er, nac he 4
verheiffen, in dem fo er ſaget: das Brod ſo ich keit nicht geredet haben; denn GOtt gewiß nicht
euch geben werde, das ift mein Fleiſch. In alles das thut, fo er vermag: Warum aber fein
dieſem Spruch: das Brod, Das ich werde ge; = —— was es verfacht / vollſtrecket a
2 | Ä yy yy
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— _ Der Refoemationskbeif
alB die Berpeiffung bie, Sohann. am 6. Cap. D6
wir aber gleich folches mis unferer Bernunft nicht,
vernehmen; wie wir nicht willen, welches da \ daß
iſt der Weg des Geiſtes auch in was Be: alſo ſtehet: Ich bin das
ftalt Die eine in dem Leibe der Mutter zu:
fammen geletset werden; dergleichen wiffen
wir nichtdie Werke GOttes, Pred. Sal. am ım
Eap. faget mein Herr dabey Chriſtus Bleibe bey
ker Schrift, als feinem Worte; iſt wahrhaft. So
wir es aber nicht begreifen, follen wir allen un
fern Verſtand in die Dienſtbarkeit Chriſti un:
ergeben, zun Korinth. in der 2. Epiſt. am 10,
Cap. Dann viel fo wir nicht alauben wuͤrden,
werden wir nicht verftchen ; Ejaia am 7. Cap.
Dann als Himmel und Erden find unterfchie
den, alfo auch unfere Gedanken und die We
ge des HErrn, Eſaiaͤ am 55. Cap. Nun it nach:
tig angezogen, der Spruch Johann. am 6. Cap.
Das Drod , welches ich geben werde, ift mein
Fleiſch, welches ich geben werde für das Le
ben der Welt, folle nicht getheilet werden ; ver:
meyne aber ich, folches recht beſchehen; dieweil
das Wörtlein Dabo , das iff, ich werde geben,
zweymal da ſtehet. Wil ich alfo, daß das Brod,
ſo er für ung Bat gegeben in den Tod für das Leben
. ber Welt; eben daffelbige habe er ung zu effen
- eingefeßet, und befohlen;s laut des Wortes Luc. am
22 das ıft mein Keib, welcher für euch gege:
ben wird, Und nicht, wie der andere Punct in
dieſem Spruch lautet, von dem ertöbteren Leibe,
ſo für Das Leben der Welt gegeben werden foll.
Dann mein Berftand iff, Daß Das Wort Brod
(welches ich geben werde,) lauter zu verffe-
ben, da8er uns zu effen befohlen, und einfegen
. werde, feye fein Fleiſch; Dann er je fonft nie
Brod hat gegeben, aus welchen er feinen Leib ge:
macher, danı in dem Nachtmahl, da er das
Brod in die Handenahm, und fagte: Nehmet
Damit
in
a
der Worten Kampf vermieden
ſoll er alfo merken, — den I
| Brod das lebendig, -
das da vom Himmel herab kommen ift; wel:
cher von dem Brod effen wird, der wird
ewiglich leben» Daß nun hie verffanden werde,
was Chriſtus mit dem Wort, Brod, gewollt has
be; fo erklaͤret er fich felbft mit den nachgebenden
orten: na 6 Eoros dt 69 2ya duon; Lind das
Brod Aber, Dasich euch geben werde in
welchen Wörtlein man belle vermerket daß er
‚per Epanaphoram,, dag iff, ein Wiederholen, Bas e
wollen su verſtehen geben, was er meynen wolle
nit dem MWörtlein Brod. Dann fo er fricht:
Und das Brod aber; fichet man mohl, daß en
wiederum hinauf gehet zu dem Brod , von dem er
vor geredf hat, und Hat den Sinn, als wenn Chri⸗
ſtus fpräche: Daß ihr aber wiſſet, was Das
Brod feye, von dem ich euch fage, fo ift es,
daß ich mein Sleifch um das Heben der Welt
werde in den Tod geben. Es mag auch bie
nicht ein Syntheton feyn, eye duow; fondern
diefe ganze Pericopa, oder Sinn, iſt nicht eine
Verheiſſung, ſondern eine Auslegung, was Chr
flug verſtehe Durch das, daß er fich ſelbſt das le⸗
bendige Brod genennet hd. 0
Pfarrer von Sanct Gallen.
Es will mein Here Meifter Ulrich, daß dieſe
Worte, das Brod ꝛc. ſollen verſtanden werden,
laut der vorgehenden Worte: Ich bin das lebe
dige Brod %. Darauf aber mein Verſtand if, .
daß an diefem Dre mit dem Worte, Brod, ver-
heiffen feye, welches er darnach in dem Nachtmabl
ausdrücklich vollführet und eingeſetzet hat Wehr
ches erklärer der Drißglaube der zankenden Juden,
als fie fagten: Wie mag diefer fein Sleifch uns
geben zu effen? hat es der Herr ſelbſt erflavet mit
—
—
und eſſet, das iſt mein Leib! Dann er nicht
fügt: Das Brod, welches ich geben werde,
ift eine Bedeutung meines Sleifches; ſondern
Das Brod, ſo ich geben werde, ift mein
Fleiſch. Und hernach Das andere, fo er verheiß haben das Leben in euch. Und hernach: Mein
ſet: für ung gegeben werden ; verfacht den Trofl, | Fleiſch ift wahrlich eine Speife, und mein Blut
fo er fein Leben für und durch den Tod geben it wahrlich ein Trank, Und wie mein herr mey
wuͤrde; als die Schrift reichlich bezeuget zun R6- | net, diefe Pericopa feye allein eine Auslegung
mern am 5. Cap. zun Corinthern in der erſten was Chriffus verſtehe vermeyne ich, die mai
Epiſt ans. Cap. Daun er je aus dem Brod fei- ſolgenden Worte gehend dem Chriftlichen Lefet
nen Leib gemacht, Und den feinen Juͤngern am ler [und Zuhörer gnugfam zu verftehen: dann je das
sen Nachtmahl geboten, weicher darnach für und | Wort, Dabo, begreife Die Berheiſſinz das iſt,
gegeben follte werben» das ich geben werde > RENT
ernſtlichern Worten fagendes Wahrlich wahrlich
ſage ich euch! es feye dann Sache, daß ihr wer⸗
det eſſen dus Fleiſch des Sohns des Menſchen
und werdet trinken ſein Blut fo werdet ihr nicht
J Zwingly. ;
—
b * Brod zu eſſen im Nach
—* — u Be — re — —
3 — * — —
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7
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N
eisen Zeit.
* auf,
- le deß,der mich gefandt bat, daß einjeder, der
En
- Suden murreten, bat Chriſtus fich mit. vielen
Worten dargegeben, daß er das lebendige Brod a
= BET sen äs nölın agen der su Dem gehaltenen ——
Zwingly. #
ein-ticher Bruder —— hie
a
eiffen, und erklaͤrets mit den Worten, ern
ven der Jud 1, dienet und mehr, weder feiner
Mepnung. Denn vor denſelben Worten , da die
wäre das vom Himmel herab kommen wäre, mel
ches viel einander Brod, weder dag , das Moſes
> gegeben hatte. Da nun bie Juden nicht verſtun⸗
‚den, wie er das meynte, das iſt wie er ein Brod
voder Speiſe waͤre; fo thut er ſich mit den Wor⸗
ten auf, und ſpricht: Das iſt aber der Wille
des Vaters, der mich gefandt bar, Daß alles,
das er mir giebet; ich. davon nichts verliere,
fondern das bey dem Leben behalte, in der
Jetzt thut ſich Chriſtus aber klater
was er meyne mit dem geben, was ihm der
Bater gebe x. Und ſpricht alfos Das ift der Wil⸗
den Sohn erfenner, und auf ihn trauer, ewi-
ges Keben habe, und daß ich den beym Je:
ben behalte zur legten 3eit. As nun Chriſtus
in vorgebenden Worten ihm ſelbſt fo viel zugeges
ben bat: daß er fich ein theurer Brod mache, we
der Moſes gegeben hätte; auch fo theuer machet,
daß mer fich an ihn lieſſe, der hatte ewiges Leben:
haben die Juden gemurret ‚nicht allein Daß er ſich
ein Brod machet , fondern auch, daß er fich einen
- Zeoft machet. Das erfindet ſich an den nachge:
henden Morten, da alſo fFehet: Da murmelten
die Juden um feinerwillen , Daß er geredet
batte: Ich bin das Srod, das vom “im
mel Eommen ift. Und fprachen : Iſt das
nicht IEſus, dee Sohn Tofephs, deß Vater
und Matter wirerfennen? In welchen Worten
‚wir verffehen, daß bie Juden einen Scheu haben
et vb dem, daß fie ollten auf ihn vertrauen,
ſp fie allein feine Menſchheit hervor ziehen; denn
‚man fieber daran, Daß fie ihn nicht erkannten ei⸗
nen GOtt ſeyn. Aus welchem folger, daß auch
die Juden verſtanden haben, beffer weder wir,
daß Chriſtus mit den Wort, Brod, hat wollen
GSlauben oder Vertrauen meynen. Und darım
ſprechen fie, als; hernach folget: Wie reder dann
der , daß er vom Simmel herab Eommen feye?
Atwortete ihnen JEſus, und fprach zu ihnen;
Zanket nicht mit einsnder! Es mag niemand
‚su mie Fommen;, es babe ihn denn der Vater,
der mich gefands bat, gezogen. In welchen
Worte der Speife ober Brods, allein das Vers
trauen verſtehet. Go er hie des Wortes, Brod,
ur⸗ gar nichts gedenket, und gebenfet aber des Ver⸗
teauens auf fich in einer erläuternden Rede,
Dann zu ihm Fommen iſt nichts anders, meber
auf ihn bingelaffen feyn und vertrauen ; als
aber gemerkt wird das in nachgehendem feinem
Worke, da er fpricht: Und ich will ihn beym
Aeben behalten (den , der zu ihm kommen fene,)
sur letzten Zeit. Es ftebet gefchrieben (fpricht
er,)in den Propheten: Sie werden alle von
Gö gelebret jeyn. Ein jeder nun, der es
vom Oster gehöret und gelernet bat, der kom⸗
met zu mir; Daß iſt, ein jeder, Dem mich der Va⸗
ter zu verſtehen bat gegeben, der vertrauet auf
mand gefehen habe, ausgenommen den, der
von GÖtt ift, der bat den Vater gefeben.
Daß nun männiglich merfen möge, daß der vor>
drige Verſtand der Worte Chriffi eelich ſeye;
fo erlernen wir das an den nachfommenden bels
fen Worten, da er fpricht: Wahrlich! wahre
lich! fage ich euch, welcher in mich vetrau⸗
et, der bat ewiges Arben, Hie fiebet ein jeder,
daß Chriſtus die ganze Summe der vordrigen Re⸗
de aufthut, und ſpricht weiter: Ich bin das
Brod des Kebens. In welchem wir wohl hoͤ⸗
28
| Worten wir aber merken, daß Chriſtus mit dem
mich. Nicht, ( fpricht er, ) daß den Pater jes
ren, daß er nicht redet von einem aufferen oder .
facramentlichen Brod; dann daffelbe iſt niche-
ein Brod des Lebens. Und damit er Fommlich
entlöfe den Gegenmurf, den fie ihm gethan hat
fen, des Brods halben, dag ihnen in der Wuͤſte
gegeben war; fo erklaͤret er fich noch offenbarli-
cher und fpricht: ES iſt wahr, eure Väter ha⸗
ben das Manna oder “Aimmelsbrod in der
Möften gegeffen, fie find «ber geftorbens '
diß ift ein Brod Das vom himmel kommen
ift, daß, welcher von dem efle, nimmermebr
fterbe. Hie erfindet fach öffentlich, daß Chriſtus
fich ſelbſt allein deshalb ein Brod oder Speife ge⸗
nennet hat, Daß er die einige Nahrung, Vertrös
fung und Sicherheit der Seele iſt: denn das
Brod des Sacraments effen, das behalt nicht
evigfich bey Leben. ch bin Das Brod des
Kebens, das vom saimmel herab kommen ift.
Hie wiſſen wir wohl, daß Chriſtus vom Himmel
herab, aus Kraft de⸗ Heiligen Geiſtes, in dem
iungfräulichen Leibe Maris empfangen und gebo⸗
ven iſt. Er iſt aber, des Leichnams halben allem,
nicht ‚der einige Troſt ter Seele. So ana Ehre
MAyy yyy 3 fing,
*
4
*
2186
8
eſſen, allein genommen werden fuͤr das Glauben wir eigentlich, daß er durch ſein
und Vertrauen in GOtt, durch Chriſtum JE: nichts anders zu verſtehen gibet, weder auf ihn
fiim, unfern Bruder : welches doch allein ein vertrauet feyn und verfichert; der aber den Tod
geiftlich Eifen ift. Daß aber Chriſtus uns folches im Fleiſch für ung gelitten bat. Es macht auch
Der Refor mationsſchriften wider die Refoenzren IL Abfihnie, zıy
ſtus GOtt und Menſch beyde , doch vornehmlich gezogen werden, als ‚auch die vordrigen Worte;
nach der Gottheit, der Troſt der Seelen iſt: dann von Gtund an bernach folgets Welcher
ſo vermerken wir eigentlih, od wir gleich Feine mein Sleifch iffer, und mein Blut teinket, der”
nachgehende Worte hätten, Daß bie Brod und bleibet in mir, und ich in ihm. Hier.
Fleiſ
mit feinen eigenen Worten klar machte, fo ſpricht nichts, uns in GOtt ſeyn, und GOtt in uns
‚er oben darauf: Und das Brod aber, Das ſeyn, weder der einige Geift GOttes, von dem der
ich euch geben werde, das ift mein Sleifch ; ‚heilige Johannes alſo redet: GOtt ift Die Kiebe
das Sleifch, Das ich geben werde um das Ke: (verſtehet hie Liebe fr den vollfommenen Stand,
ben der Welt. Hie vermerken wir, (dann der und Berrichtung des Menſchen Gemuͤths in GOtth
Pfarrer die nachgehenden Worte bat zu Kund: Welcher nun in der Kiebe bleibet, der bleibet in
fchaft geboten ,) daß die Suden mit dem Worte, SOtt, und GOtt in ihm. Hier ſehen wir, Daß die
feines Sleifches, und, bingeben werden, noch |gange Summe der Berrichtung des menfchlichen “
in gröffern Zweifel geführet worden, dann ſie vor Gemuͤths gegen GOtt nichts anders iſt weder ei⸗
verſtanden hatten, maß er durch Brod meynete. ne Vereinigung des göttlichen Geiſtes mit unferm,
So er aber jeßundan daffelbe Brod fein‘ Fleiſch durch den veſten Glauben, den wir zu GOtt ha⸗
nennet, werden fie ungeduldiger weder vor, und ben; und denn ſo bleiben wir in GOtt, und GOtt
murren alp: Wie mag uns der fein Sleifch zu |in ung.
eflen geben? Alfo fpriche num JEſus zu ihnen: |Tebendiger Vater mich gefandt bat, alfolebe
Webelich! wehrlich, ich fage euch, es feye |auch ich um des Vaters willen.
Hier iſt wiſ⸗
dann, Daß ihr eſſet das Fleiſch des Sohns ſenbar, daß Chriſtus feinen Leichnam ſelbſt nicht
des Mienfchen, und trinket fein Blut, fo wer: geſſen hat. Go er aber unfer Eifen und Gehur- -
‚det ihe das Keben in euch nicht haben. Hie
. verwundert mich, daß gedachter unſer Bruder
die Worte verftehet von dem Fleifh und Blut
im. Sacrament effen ; fo Doch fo belle hernach ge
bet: Welcher mein Sleifch iſſet, und mein
Blut teinfer, der bat Das ewige Keben; den
werde ich im Keben behalten zur legten Seit.
Dann wir eigentlichen wiffen, daß Chriſtus nicht, |
eivige Leben. Oder aber, ed wiirde das Heil der
Menfchen : wiederum an aufferlichen leiblichen
Dingen ftehen, und nicht allein ander lautern Gna⸗
de GOttes. Es würden auch zween Wege zur
Geligfeit feyn: einer Durch den Tod Chriffi, der
andere durch das leibliche Eſſen feines Fleiſches
und Blutes im Satrament. Zum dritten, fo hät:
ten die Apoftel, famt der Kirchen, die mit ihm
das Nachtmahl begangen, indem farramentlichen
‚Eifen die Erwerbung des ewigen Lebens ſchon
erlanget, und wäre der Tod Chriffi an ihnen über:
fluͤßig geweſen. Daß aber neiter folgen in den
Worten Chriſti: Mein Sleifchift wahrlich eine
Speife, und mein Ölut wahrlich ein Trank;
ſamen feinem Effen und Gehorfamen verglei⸗
chet; fo verſtehen wir öffentlich, daß er und
hie Eein leiblich Effen fürgibet, Durch Das wir
in ihm, und er in ung bleibe: fondern er res
det bier allein von der Vereinung des göftlis
chen Geiffes mit unſern Gemüthern; grade mie
auch feine Menfchheit mit GOee vercindaret iſt;
——
Es folget auch weiter: Gleichwie mein
& hoc per comparationem, non per æquipara-
leiblich gegeffen, ewiges Leben gibet; jondern auf tionem. Jetzund folget weiter. Sowird auch,
ihn, den wahren GOttes Sohn feyn, und für |der mich iffer, um meinerwillen leben. Hier
uns den Tod gelitten haben, glauben, gibet das ſehen wir aber öffentlich, Das erſt angezeiget IE:
nemlich,, daß das geiftlich Elfen das macher und
ei nicht: -
in GOtt wandeln, und das leiblich |
aus welchem aber bemahret iff, daß Brod und
Effen in diefem 6. Cap. ganzlicy nicht genonmen
wird, für ein Aufferes oder facramentliches Brod,
noch für das leiblich Elfen ded Leichnams und
Blutes Chriſti. Demnach ald Here Pfarrer ans
zeiget, es ſtehe hie diß Wörtlein, Dabo, das iſt,
ich werde geben; das ſeye ein verheiſſend Wort?
geftehen mir gerne. Es verheiffet aber nicht an»
ders, weder daß Chriſtus feine Menſchheit (die er
per alleofın ab inferiore parte carnem, das iſt,
Sleifch nennet,) um das Leben der Welt werde
in Tod geben. Und in Summa, fo hoffen wir,
4
ol gleich als weuig auf das ſacramentliche Eſſen jetztmal eigentlich bewaͤhret feyn, daß bie ai |
#
‘2188 Don den Sandlungen der zu Bern gehaltenen Difputation. 2189
Aangezeigten Spruch: Lind das Brod aber, das denn Petrus Matth. ı6. Kapitel wohl von Chri-
‚ieh geben werde x. Fein facramentlich Brod vere| fo hielt, daer fagte: Dubift Enriftus, der Sohn
Beiffen wird, auch das Fleiſch Chriſti nicht leiblich des lebendigen GOttes. Auf folches ihn der
is effen;; fondern weſentlich und leiblich zu un⸗ HErr hoch lobete, und ihn felig hieß. Da Chris
rm Beben, gefödtet werben, verbeiffenwird ı. | lud mil en feinem —— Leiden, daß
N er wurde für und erflatten , den en abmeifen
0.0 Pfarrer von St. Ballen. wollte ; hieß er ibn einen ae melcher
+ Eine lange Erklärung von Meifter Ulrich Zwine| That, glauben in Chriſtum, verfacht glauben dem
Hip eingeführet, fo ich zum theil Chriſtlich und Evangelio: glauben aber dem Evangelio, beſchleuſ⸗
gern gehöret babe; nemlich damit unfere Herzen fet in ihm lerſtlich Befehlniß des Glaubens; zum
auf das herzliche Vertrauen in Chriffum eingeleiz | andern, Frucht oder Werke des Glaubens ; auch
et werden; iſt lieblich und meines Verſtandes
! zum dritten, mit anhangenden Zeichen. Dieſer
CThriſtlich erzähle. . Daß aber mein Herr Meir| Dinge zu einer Beſtaͤtigung, haben mir in den
ſier Ulrich will in diefem 6. Capitel Feine Verheiſ⸗ Geſchichten der Zwölfboten am 16. Cap. da ber
ſung laffen befchehen ſeyn des leiblichen Effens, ſo Huter Paulum und Barnabam fragete: Ihr "ers
inm Nachtmabl vollendet; verlaffe ich mich auf die] ven, was ift noch, Daß ich thue, auf daß ich
viel vorgebrachten Sprüche und feine Erklärung. | felig werde? haben fie ihm geantwortet: Glau⸗
Das er Dabey angezogen bat, von Murrung der) be in den HErrn Rfum, fo wirft du felig,
Juden mag fein Chriſtlich verſtaͤndiger den aus⸗ und dein Hausgeſind Ueber ſolches iſt er getau⸗
Zedruckten Text verleugnen. Da er ſich das le⸗ fet worden. Dergleichen Marci am legten Capi⸗
bendige Brod vom Himmel anzeiget, war es den
Hi tel: Der da glaubet und getaufer wird, der
Juden ganz verdrießlich , denn fie nicht anders wird felig. Aus welchem ich fehlieffen will, daß
von ihm hielten, denn als von einem andern pu-
— glauben in ihn, Johannis am 6. Capitel, ver⸗
ren Menſchen; darum fie auch ihn Joſephs Sohn facht, wie obangezeigt, in der Ertheilung der Leh⸗
annten. Daß aber durch das ganze Capitel hin»
n re des Evangelii. Demnach wundert meinen
aus, wo da ſtehet, eflen, folle glauben und ver⸗ Herrn und Bruder, daß ich die Worte verſtehe
‚teauen in Ebriftum verſtanden werben; befehle vom leiblichen Effen: urſachet mich zu ſolchem die
ich abermals der Schrift. Aber‘ betreffend das
angezeigten ausgedruckten Worte, mit Verftand
andere Murren, da er von Eifung feines Fleiſches und Erklärung der Gelehrten, in der Gabe der
meldet; iſt öffentlich, daß die Suden vermeynerha-| Weiffagung, der Drientifchen und Oecidentiſchen
ben, fie follen ihn effen auf die grobe Weile, als Kirchen; mit welchen ich nicht ſonders, laut mei:
fo einer fonft Fleiſch eſſen würde; haben Dabey mer Herren Mandat, zu probiren vornehme.
vermeynet ſo fein Fleiſch werde gegeffen (dieweil| Dergleichen, leiblich Chriſtum gegeffen, gebenicht
‚and, er ihnen das Heil und Geligfeit daran gebun-| das ewige Leben. Mit geſundem Verſtand weiß
den), wäre ihnen ſchwer; benn fein Fleiſch — ich jetztmal nicht dawider zu fechten. Daß aber
“ihrem fleiſchlichen Verſtand zu eſſen, wäre bald Meiſter Ulrich eingefuͤhret hat ein Argument; das
beſchehen. Weiter, fo mein Herr Ulrich vermey⸗ Heil würde an aͤuſſerlichen Dingen ſtehen, und
net, mit dem Wort Brod, habe er Glauben und | nicht an der Gnade GOttes; weiß alle Welt, dag
- Vertrauen vermepnet in ihn; laffe ichs bey den; E'ementa Elemente find: fo aber fie haben gettli
Worten bleiben, die de lauter und hell anzeigen: che Worte und Verfprechung, fo ſind fie und troͤſt⸗
‚Das ift das wahre Brod, Das vom “Simmel, !ich; nicht von ihr ſelbſt Natur oder Eigenichaft,
- herab geftiegen, und gibet Leben der Welt: fondern von wegen des Wortes und der Verheif:
Daß folche Worte, mit famtandernnachfolgenden, fung GOttes. Als er denn auch meldet, die Apos .
‚Chriftlich durch ihn ausgeleget (als denn er. auch ſtel im ſacramentlichen Eſſen wuͤrden das ewige
anzeucht den Spruch: Der da glaubet in mich, | Leben ſchon erholet haben; verſtehe ich alſo Wenn
habe ewiges Leben); Fann ich feinen Weg vers das der HErr anzeiget in der Darreichung ‚fo er
einen: doch in folchem Verſtand, daß allem dem, | feinen Keib hat gebeiffen, bat er darzu gethan:
f fein Wort vermag im Vertrauen, auch in|welcher für euch gegeben wird. Dergläichen
Truͤwungen und Haltungen feines Willens, fieal-|auch, wie mein lieber Herr und Bruter, den
fo mit dem Wort, Glauben, eine Ergebung un- | Spruch anzeucht: Der da iffet mein Sleifch zc,
ſers Herzens zu allen feinen Worten erfordert gebe er zu verſtehen, auf ihn vertrauet werden;
4 Z EN ver⸗
2190 Dere Semationsfeh on — = |
190___Dex Reformationsfcheiften woiber die Keformieten I. Mbfehnitt. ar
verftehe ich alfo: Die Nieffung dieſes Fleiſches Fobr ai
bezeuget eine ſonderliche Begierde, DaB wir in Sohannes ſich befiffen, fo Die andern Tvangelie
en yes und daß» fo fe Baden unlafn, (ld in nem Schreiben
‚natürliche Speife und Trank iſt unſerm dlei | iNen; als den geübten der Schrift erfahe
gleich, daſſelbige fen fein Leib und Bl Fleiſch rend, und befehlend, zu Fördern riſt erfah⸗
Glauben und Geiſt, unſer ut, durch den ſolche Eintraͤge gefchepet erung ber Sache,
en SR made une wm fu, Wlfämne | ee un allen Esitihen km
verleugnet werden: denn alles, das der A Er 5 N
fere Menſch thut, iſt vergeblich, —— Unſers el Mi Seinen, an
DS Mn und eg des Geiſtes, in ihm tie er mit. den — — —
Schrift getibet if, Der: Da Die Teibli a8 in der au dieſem Ort verheiffen werde das farramentliche
fiche Nieffung gu / — liche oder auffer- Brod, und das an den Drten, da fie das Nacht:
Harirnichreitleite. 2 eift den Menſchen mahl befhreiben. Denn diß mi ee
ae — A dem Wort aber, Dabo, — ein ae
5 — —— probare), Unfer Span iff, ob Die
a Swingly, orte : das ift mein Leichnam, muͤſſe
Sch erforbere Für und für on unferm Tieben lich und fubftanzlich verſtanden w — ie
Bruder, daß er bekenne, die Work: undd unfere Widerpartep bep denfelß erden: Und ſo
Brod aber, das ich geben werde go DAS |ich sonf gebenke,) nicht Beff ben Worten (als
ef Ken ei oder leiblich Fleisch Ren ein Wort der en .
effen, verheiffe: fo wird für und für anders herein 9 fung ift des Gactaments, von d —
zogen, welches doch alles zu feiner 3 * rei ge: Und fo fie denfelben 9 N om em der Span if.
- Bahn fommen wird. Und ve ni a [die] Verheiſſing fepn; ſo et bemäpren follen, eite,
Eürzlich, Daß er mit außgebruekte rmahne ihn jetzt nem Worten ; ſo wollen fie es hewaͤhren mit
ar Se genanten More ung ben 30 Ehrift al Sn un if Bleicpeine — |
, ober daß facramıentliche Eifen und Varum läutee man⸗ Und ma A,
den Tod? und fo fertte, daß er folches mi UND um, Daß man zu id man antwortet; Dar-
Schrift bepbringe. Denn wir ne mit offener Ifpriche: orig BreDIDE BeVe. a nal
tes Wort beybracht haben da En ae ——— — man zur Predigt? Spricht
ee sn Darum, daß man geläutet hat.
fen für vertrauen in Ve — arım Bar J——— —
\ Pfarrer von St: Ballen. merdar bie vorige Antwort/ und nimmt kon Ehe |
Frommen Chriften! Damit num alle weitſchwei de. Alſo auch bie, ſo man von ber Morte Ehri-
fioe Bebe vermichen bleibe, und Toallein zum-Han. (fi wegen ‚im Nachtmahl geredet, berein ucht
del dienet, hervorbracht [merde]; Kin —— orte der Verheiſſung, fo zeucht ee
dert worden, durch meinen Herrn und Muß erfor⸗ herein, die man dannethin beſtaͤtigen mill mit
Weiſter Uleich, mit ausgedruckten Worten ruber, |benen, darum ber Span it, Demnach fo hat
En 2 der Spruc Johannis am —— a a — alfo geredet: Daß das
Das Sr0d, welches ich geben werde ꝛc ei ‚ip ‚ das vom Himmel herab kommen,
ſchlieſſe den Tod Chriſti —* rde ꝛc. ein⸗das ſeye dagı fo dag Reben der Welt nebe Ei a
— — —2 ie — a —— Chriſtlich u
as Brod, fo da angezo eb, iff di : : ir rob bafelbft verffanden |
beifung — f —— — be — ————— —
en, und den heiligen jet. en auch alle —
Seh era Daß Ne Me ige vl, Ss Km, a
bat, und feinen Leib dd — verheiſſen, v iblichen oder
bunden Rz. Dam a ana 8 Eh eG be weefen und Ben
| : welches ich geben — viffi, die Sicherheit unſers Lebens. Und
geben werde für das Les |follte unfer lieber a era Rn
ben der Wels; wird erfläret in
E ’ sret in den Worten Lu⸗ Bewaͤhrni Ha e urjel
caͤ: weich : u: | Bewahrniß um | are
er für euch gegeben wird · D En u Or a 3 Han 5
ei. des
2192 Don den Handlungen der zu
ber Und das Brod aber, das ich euch geben
. werde, ung dienet.
- den beyden Woͤrtlein, und und aber, daß er eine aus⸗ ſo er von demfelbigen alfo fprichts Moſes Hat
Denn ein jeder merfet an
legende Rede iſt, und nicht eine verheiffende, des
- Jeiblichen Eſſens. Will aber unſer lieber Bruder
diß Wort bleiben laſſen, Daß es nicht ein verheif-
send Wort feye des leiblichen Eſſens, werden wir
wohl zufrieden ſeyn. Wo das nicht, wird es ihm
\
- Taffe es bey meiner vorgetragenen Erklärung ber:
nicht nachgelaffen, daß er reden wolle, es feye des
leiblichen Eſſens ein verheiffender Dre, und aber
das mit Schrift nicht bewaͤhre. Für den andern
Puncten, daß fich Johannes gefliffen Habe zu erfe-
gen, dag andere Evangeliften ausgelaffen haben:
fagen wir, daß daffelbe in viel trefflichen Stücken
beſchehen ſeye. Go aber Johannes hie von dem
ſacramentlichen Effen nichts handelt, wie wir denn
ern gebaltenen Diſputation. 2193
GDttes, ale fich Chriflus bezeuger von GO fei-
nem himmlifchen Vater, den Juden gegeben ſeyn,
euch nicht gegeben das Brod vom Himmel,
aber mein Vater gibet euch vom Himmel das
wahre Drod: denn das ift das wahre Brod,
das vom Himmel herab ift geftiegen, und gi:
bet das Leben der Welt zc. Das dritte Brod
ift das wahre Fleiſch GOttes, daß er ſich hat
verheiffen zu geben allen Gläubigen, fo er alſo
ſpricht: Das Brod, das ich geben werde, iſt
mein Sleifh. Alſo ift bie zum erſten gefaget,
von dem, das gegeben ift, als in vergangenen;
von dem, das er gibek, als in gegenwärtigem ;
und von dem, das er geben wird, ald in Fünf:
tigem, als gefcheben iff nach dem Nachtmahl.
digt geben, mit ſamt anderer Erzählung : laſſe ich
- sin feiner Würde bleiben. Das; fo ich ihm heut
zu Befkätigung feiner Erklaͤrung geredet, ift heil
. verfoffer. Und andere Bewährung aufferhalb des
fehlniß. Damit nım wir zu den rechten Worten
des Einfaßeg des HErrn Nachtmahl kommen moͤ⸗
gen; befehle es, und untergebe es, wie vormals.
gruͤndlich aus dem Text hervorbracht haben; ſo Dieweil num dieſe Worte, Johannis am 6. Capi⸗
bedarf es keiner Rede, daß man hie ſage, Sohan: Itel, und die Worte Des Nachtmahls, ſich fofafkeins
‚nes habe deſſelben hie Erklärung gerban. Denn ander vergleichen; fo dürfen wir ſtraks Feiner
Zohannes an dem Orte die Predigt JEſu Chrifti, Gloſſe, nach Innhalt des Mandats, denn das lau⸗
unferd Behalters, befchreibet, Die das Evangelium tere Wort GOttes. Go wir aber eine Sloffe hie
iſt; und befchreibee nicht dad Sacrament der müßten brauchen, würden viel ehe anzunehmen
Donkfagung Chriſti; wie gnugſam gehoͤret iſt. ſeyn die Gloffen Drigenis, — Hilarii,
Pfarrer von St. Ballen. Hieronymi, Ambeofü, Cyrilli Chryſoſtomi, Theo:
Damit nun alle Laͤngerung vermieden [werde], pbylacti die alleſamen eintrachtiglid) halten, daß
der Bepfpiel halben, durch ‚meinen Herrn und Brus nen Eigerine an De
. — — NK & gan⸗
der eingefuͤhret, von dem Kauten, und zu der Pre gen Chrifklichen Kirchen. _Diß ifmeine Mepnung
über die Worte Johannis am 6. Capitel.
Oecolampadius.
Lieber Schulmeiſter! bey den Worten Johan⸗
8 von dem Brode, das ung dag Leben giber,
bringet ihr ganz nichts wider dag, fo heute jo ge:
waltiglich aus den Worten Johannis angezeiget
iſt. Man bat nicht geredet davon, wie mannig-
faltiglich der Name des Brods genommen möge wer⸗
* den; wir moͤchten euch ſonſt darneben auch anzeigen
— Zwingly. von den Broden, die mannigfaltig ſind worden,
Der Verzug unſers Bruders erfreuet ung ſehr, von denen auch in dem Capitel ſtehet geſchrieben.
eingebrachten, achte ich jetztmal unnoͤthig, und];
halben jetzt bleiben, mit angedingter voriger Be⸗
daß er fich nicht weiter einlaͤſſet, die oftgedachten In Summa, der HErr will allein ſich felöi von
Worte für verbeißliche Worte des leiblichen Ef: uns erfischet werden, ald das Iebenhajtige Brod,
fens zu bewähren: wollen ihm auch folchen zei:|da8-und Fräfttglich fpeifet; fo wir erfennen, wie
tigen Abzug gern zulaffen. er feinen Leib für ung in Tod gegeben hat. Vom
ohannes Buchftab. facramentlichen Brod ftehet euch noch_zu bewaͤh⸗
Ich werde berichtet, Daß an angejogenen Or⸗ ren mit göttlicher Schrift. Ihr wiffet wohl, daß
ten von dreyerley Brod gefaget werde. Zum
‚berühmten, ihnen geben worden feyn, fprechende :
Unſere Väter haben gegeilen Himmelbrod, in!
der Wuͤſte ꝛc. Das andere Brod iſt dad Wort das Fünftig ; Die
Lutheri Schriften 17: Theil,
wir jeßund nicht von wegen der
Arſten, von dem Himmelbrod, deß ſich die Juden] let find.
Lehrer verſamm⸗
Buchftab.
Die Worte Johannis am 6. Cap. die anzeigen
Worte Chriſti Lucaͤ am 22. Die
Bus rn | anzei⸗
B10a Der Reformationsfbriften roider die Reformirren 11. Abfehnitt. args
anzeigen die gegenwärtige Geſchicht; die Worte] - Pfarrer von St. Balken. 5
Pauli in der 1. Epiſt. zun Sorintb. 11. Copitel zeu Gott verleihe und abermal Erkenntniß der.
‚gen gnugſam an Die vergangne Geſchicht. Nun maprpeit, Amen! Als vorgetragen worden IF,
iſt das kuͤnftige, das gegenmärtige, und das enyeerlich zu einem gefunden. Verfkand, etliche
in
vergangene, wie hernach weiter angezeiget WIED,| Sprüche und Erflärungen aus dem 6. Cap, ob
einander gleichförmig ; darum es fonderer Gloſſe Ar Üerflandes Niemand zu den Morten ker Ce
sicht mehr bedarf. Daß aber mein Herr Doctor feßung des Nachtmahle des HEren, mie in den
fpricht, Daß ich babe herein geführet die Doctores; ‚Aiten verfaflet. Go nundiefe Schlußrede (meiner
Dabe ich feinen Spruch aus ihnen herein gefuͤh⸗ Herren und Brüder, der Brädisanten, In Ordnung
ret. Als aber Herr Butzer in vergangenen IA die dierte) verfacht: den Leib und dag Blut Chris
gen bat herein geführet *) Euſebium und Augu-| (5 nicht mefentlich und Teiblich in dem Blod der
} ſtinum; dabey laſſe ichs bleiben jeßtmal, uber das Dankſagung moͤge empfangen werden. Dagegen
Johannis am 6. Eapitel, ie, wie vormals, folches mit bibliſcher Schrift
ee, Such hievor P- 2089.) yeyper Tefkament wohl beybracht möge werden,
Oecolampadius. vermeyne. Und ſolches erſtlich zu einer Bewaͤh⸗
Es hat der Schulmeiſter unter andern Meldung | rung, nehme ich für mich die Worte Matıhatem
gethan etlicher falicher Gleffen fo ven ung ge- 26. Capitel, alfo laufend: Als fie haben Das
fehehen find: wir warten, wie er die mit der Aberomahl genommen, jamentlich, bat IE⸗
Schrift umſtoſſe. Seine andere Reden find dich | fus genommen das Drod, und gebenedeyet,
Meiſter Wrich.obgeleine. auch gebrochen, und gegeben feinen Jüngern,
Ä Buchftab. - und gefager: Nehmet und effer, das iſt mein
Herr Doctor! diß willich jetzund fparen zu ver- und Dank gefaget, und ihnen gegeben, ſpre⸗
antworten, bis zu DBefchluß diefed Artikels von ı Tri | , —
dem Sacrament. Was ich in meinem Buͤchlein heng a0 AfurEnı un
—— ausgehen, will ich mit der Wahrheit oem wird, zu Verseihung der Sünde. Der
darbringen. gleichen zuſtimmet der heilige Paulus, in der ers
\ Pfarrer von Appenzell, ſten Epiſt. gun Coxinthern am ıı. Capitel: daßder
Frommen Chriſten! Es hat mein Here Pfarrer BErr IsEſus in der Nacht, als er ward ver⸗
von St. Gallen die klare und belle Schrift Jo rathen, habe dergeſtalt das Brod genommen,
hannis am 6. Eapitel angezogen, lautend alio:| und Dank gefaget, gebrochen und gefaget:
Das Drcd, welches ich euch geben werde zc. Nehmet und effet, das ift mein Keib, weicher
— mit viel umſchweifenden Reden hat Mei: für euch gegeben wird; das thut in meiner
er Ulrich zu ſolchem Text etwas herzu gethan; Gedächtniß. Dergleichen auch den eich,
Rachen nun wir ibn haben transferiret vom Hie nachdem er hat zu Nacht gegeſſen, bat, er ges
Leib: dergleichen auch den Kelch genommen,
des Neuen Teftaments, welches für vielevers
ronymo ber, nemlich das Wörtlein autem, ver: fagt: Des ift der Kelch, das Neue Teftament -
Deutfihet, aber. Als ich verſtehe jegund, [Daßeg] in meinem Blut; das foller ihr thun fo oft
in Latein bey uns vom Hieronyme- nicht inter mals ihe werdet trinken, in meiner Gedicht:
pretiret ſeye nehme Fich] Daffelde nicht an; ſone niß. Aus welchen eingeführten Schriften wir
vermepnen, der Leib und das Blut Ehriffi werde
dern empfehle es denen, die geuͤbet find in Grie-! u: werde
chiſcher Spray. Und aber unterden andern auch in dem Brod der Dankfagung leiblich und weſent⸗
‚geredet ward, fo von dem Blut und Fleiſch Chri lich empfangen.
ſti; welches ich dann wefentlidy befenne unter der, - ts; ee) ra Mi
Geſtalt Weines und Brods, nach laut des Textes | Seh ne —
vor genannt. a N Es hat mein lieber Bruder fich wiederum ge |
rs ; - y Swinaly, i z ——— N > £ BEFUND r i AR
Sch laſſe mein autenv auf alle Exemplaria Graxca, eh — Fi bin ich ihm nicht
des Evangelifien Tohannis ze | A.
en Jo Rx EICH verſtanden würden, ungezweifelt, fie ninben bie:
OR Pfarrer von Appenzell... ‚ine su Hinnebmung vieler Irrfal), Aber die Ver⸗
Ind ich mich auf die Translation Hierynymi. 4 beiffung des farramentlichen Brobs findet er am
— TER. als 4 Tell \
Pr
N
IR
wendet zu ben Worten Johannis am 6. Capitel.
Se
2196. ‘Don den Zandlungen der zu Bern gehaltenen Difputariom. 2197:
ſelbigen Ort nicht. So er aber nun kommt auf herwiederum das Nachtmahl deg HEren, mit hel⸗
> die Einfegung des HErrn Nachtmahls, damit wir len, fFarfen, ausgedruckten Worten Wiemol
deſto geſchickter und verffantlicher reden: fo ver ich mich um dad Wort Sacrament nicht einlaf
fehe ih mich zum erſten, Daß mein lieber Bruder |fen werde; vermöchte ihm wol Dargegen werfen,
werde nicht verneinen hie eingefeßt feyn das Sacra⸗
ment des Leibes und Blutes JEſu Chriſti. So wird
nun nuß und aut ſeyn, (wer da erkennen willden
te, wie ſich gebuͤhret zu halten. Wo da Sara:
mente find, da werben wir eine gemeine Kegel
finden: von Sacramenten faceamentlich zu re-
ven. Alfo, daß bey jedem Sacrament swey
‚Dinge begriffen werden: efivag, Das Da bedeu-
get, und etwas, das da bedeuter wird; als, in
‚ber Taufe bedeutet ung das Waffer die Gnade des
Heiligen Beifkes und die Wiedergebaͤrung. Das
haben wir bey allen Sacramenten, daß etliche
fonderliche hohe Geheimniffe und trefliche Lehr
ung fuͤrgehebt werden, mit aufferlichen Zeichen;
Damit wir von den aufferlichen Dingen hoch auf-
gefuͤhret werben in die Erfenntniß der verborge:
nen heimlichen Lehre ıc. Wo man nun [in] Acht
wird nehmen die Art der Sacramente; fo wird
es ſich nicht fehlieffen, bie aus denen fuͤrgenom⸗
men Worten, daß man muüffe auslegen : das
Brod iſt wefentlich der Leib Chriffi. Und ſo wir
die andern Evangeliften, al? Lucam und Paulum,
heben gegen den Matthaͤum und Marcum; fo wer:
den wir aus ben Haren Sprüchen, die Sprüche,
fo da etwas dunkeler find , mögen baß erfennen.
So will ich nun hören von meinem Bruder, aufl daneben nicht Die Namen des Teſtaments Ehrifte,
welchen Worten er alfo veſthaften wolle? Und
ihm darnach weiter antworten.
Pfarrer von St. Ballen.
Auf Antwort meines Herren Doctors über Die
Worte Matthaͤi und Pauli, begehrer er, [daß ] fol-
ches (im 6. Kapitel angezeiget, ) recht verffanden
. werde. Des Geiſtes und Gemuͤths bin ich auch,
wie vor atıgezeiget iff. Daß aber mein Herr Do:
ctor Feine andere Schrift über die Worte des
Nachtmahls vorbringet, Diefelbigen zu verdunkeln,
freuet mich nicht wenig. Daß er fich einlaffet zu
ber Erklaͤrung des Wortd Sacramentum, iſt män-
niglichen , der Schrift geübt, offenbar, daß wir
kein Gebot [haben], das des Herrn Wort des
Nachtmahls fir ein Sacrament ( wie fie es hal-
ten,) benamfen ſolle; folches iſt uns auch frey zu
namen, ald, ein Teſtament Chriſti des HErrn
Abendmahl unddergleichen. Auf die Einführung
von der Zatıfe , hat derſelbige laut auch der Ber:
heiſſung GOttes/ feine, ausdruͤckliche Einfagung ;
*
das Wort Geheimniß, oder das Wort Myfleri-
um, dad Wort Sacramentum, welches da iff Chris -
fi ſtus, zum Coloffenfern am erften Capitel. Mein
Inhalt dieſer Worte,) daß er fich dermaffen hal⸗ Herr Dostor vielfältiglich 608 weiß den Untera-
terfcheid der Sacramenten im Neuen und Alten Te⸗
ſtament; welches im Alten Leſtament Figuren und
Bedeutniß, jegt aber im Neuen, fo viel Moſes und
Chriſtus fich unterfcheiden, geachtet werden ſollen.
Aufden Eintrag der olten Sacramenten follen nicht
gefchloflen werden, daß der Leib Chriſti in Worten
des Nachtmahls verfaffet werde + dann gleicher»
geftalt, wie fih mein Here Doctor einlaffer auf
Lucam; gleichermaaß gruͤnden wir und auf Die
hellen Sprüche und Befchreibung Matthaͤi und
Marci, welche allen ungleichen Verſtand mit ih⸗
ver Klarheit abzuleinen fFarf genug 49
Oecolampadius.
Es nimmt mich fremde, warum ‚mein Herr
Pfarrer ein Abfcheuen trager vor dem Woͤrtlein
Sacrament, daB da zu Elarem Verſtand Diefer
Materien dienet. Aber wir gebrauchen und der:
nicht ungern; dann wir nicht wollen ſeyn, Die da
begehren die Sacrament zu unehrens aber wollten,
foft gertt, Daß man den natürlichen, göttlichen:
Berftand in ihrem Brauch bielte: und verwerfen
oder des HErrn Nachtmahls; dann fie und auch
dienen, zu Offenbarung folder Wahrheit. Und
nemlich fo Lucas den Kelch nennet, das neue
Teftament; haben wir eine gewaltige Anzeigung,
daß folcher Trank ein Gedenkzeichen ſeye des Te⸗
ſtaments Chriſti; wiewol er das Neue Teſtament
—
genennet wird. Denn aus der Epiſtel zun He⸗
braͤern, und auch aus dem Propheten Jeremia
am 31 Cap. finden wir, daß das Teſtament und
Buͤndniß ſtehet in Verzeihung der Sundens und
ift aber folches Teſtament oder auch Buͤndnißf,
allein in dem Tod: und Sterben unferd HErrn
JEſu Chrifti verfichert und verfiegelt worden,
wie denn auch die Herzen der Gläubigen allein. _
alfo vollfommentlichverfichert werden. Darbey
auch koͤnnen wir nicht verneinen, Daß die Sacra⸗
ment im neuen Gefeß nicht auch bedeuten und Fi⸗
guren find. Wir müflen je ſagen Daß Die Taufe,
die da iſt ein Sacrament im. neuen Gefeß eine
Figur 5 der Wiedergebaͤrung des Menſch
Dal...
en aus
Dem »
an)
2
2158 Die Reformationsfehriften wider die Keformirten II. Abſchnitt.
dem Geift: wird dadurch unſers HErrn Chriſti |heiffen Communio, das ift, Gemeinfchaft; wie
nicht verleugnet, ald ware er noch nicht Fommen. es auch efwan die Alten geheiffen haben, Aber
Wie die Alten ein Auffeben gehabt Haben auf Den |ob den Worten, wie e8 geheiffen werde , will ich
- zukünftigen Chriftum; alfo fagen wir Dank bey imich in feinen Wortffreit geben; allein auf daß
unfern Sacramenten, daß Chriſtus ſchon kommen |die Worte den Verſtand und Sinn, als fie lauten,
feye, Es hat einen andern Unterfcheid die Figur |mitbringen, Dann wohl erkenne ih, mein Here
mit Chrifto ſtracks verglichen , oder die Ceremo: | Doctor und alle feine Gleichverftandige die Sa-
nien des alten Geſetzes als ift, Beſchneidung und crament nicht wollen zu unehren; welche oberfte
Dfterlamm , mit den Ceremonien und Sacramen⸗ Ehre und Verehrung ich mehrmal in feinen ausge
ten des neuen Gefeßed, ald da iſt die Taufe und gegangenen Büchern, fo er ihnen gibet, gelefen
des Herrn Nachtmahl. Woman Mofen zu Ehri: a Daß fich aber, mein Herr Doctor verläf
ffo vergfeichet, da ift die Figur als weit von dem, ſet auf die Worte Luca 22. Cap. da der Kelch ein
das da bedeutet wird, als weit der Gchatte und |Neu Teſtament genamfet wird: faget der Evanger
das Licht. Wo man aber eine Keremonie gegen liſt nicht, es feye ein GedenEzeichen des Tefte-
die andere hebt: da findet man darnach gleiche ments; fondern heiffet e8, das Teftament im
Bedeutung. Es hat die Befchneidung ihnen be: |Blur. Verſtehe ich, welcher fich nicht gern in
deutet eine innerliche Befchneiding in dem Geift, Wortkampf geben will, habe beym Matthao und
sun Römern am 2. Cap, Go bedeutet und die Marco guugfame Erklärung, die da ſagein: Das
aufferliche Taufe, die Taufe im Geift. Nun fer ift mein Blut. Weiters führer ein mein Herr
her zu, dem Verſtand nach, daß die zween nicht Doctor , das Teſtament in Verzeihung der Suͤn⸗
weit von einander find, befchnitten werten im Geiſt, den. feye allein in Tod und Sterben Ehriffi vers
und getaufet werden im Geiſt. Alfo auch, daß fichere. Wird ihm niemand darwider. Dann
die Alten haben gegeffen dag Dfterlamm, und ba» fe man die Worte eigentlich beſiehet, lauten fier
ben gewartet des Laͤmmleins das mit feinem Blut | Das ift mein Blut, welches vergoffen wird
hat follen hinweg nehmen die Sünde der Welt. |zu Vergebung der Sünde; in welchen Worten
Und fo wir des HErrn Nachtmahl halten mit das Wort Iſt, das Wefen anzeige. Aufdad
Dankfagung, daß folches Lammlein für und ger Argument, von der Taufe, ift manniglichem vers
opfert worden ift, fo werden wir im gleichem Blau: ſtaͤndig, wie Paulus das braucher zun Römern 6. -
ben erfunden. Zu Beſchluß jegunder, daß mein Kapitel. Dergleichen die Taufe genommen wer
Herr Pfarrer fich mil lieber laffen finden bey dem | den foll zun Ephei. 5. Cap. in der 1 Epifk. Pet. 3.
Matthaͤo, dann bey dem Luca; vermeynte ich, er und zun Galat. 3. Begehre von meinem Heren
follte einen klaͤrern Spruch viel lieber zu handen | Doctor, zu Chriftlicher Interrichtung, mit mwa8° -
nehmen. Motthäusfpricht mit wenig Worten: | Worten dev Schrift diefe Worte (das ift mein
Das ift mein Keib. Wer fiehet aber nicht, daß | Keib, das ift mein Blut,) follen figurlich ge
mit Elarern Worten gefprochen wird bey Luca: |nommen werden? In der Vergleichung aber Mor
Das ift mein Keib, der für euch gegeben wird. ſis und Chriſti, iff gewiß, dag wir. jeßtmal- Licht
Der Zufaß bey dem Evangeliften gibet einem je: |und Wahrheit haben, und Gnade, Sobann. r.
den, der da gerne einen Bericht empfahen will, Cap. Von den Geremonien gegen einander, als
einen Karen Verſtand, und führet dahin, daß | Befchneidung gegen dieTaufe, laffe ich mich nicht
wir das Brod für ein Sacrament erkennen müf lein: allein begehre ich Schrift darum, die mid
fen des Leibes Ehriffi, in Tod fir ung gegeben. Izu folchem zu verſtehen, auf ceremonialifche Art,
Doch will ich hören, auf welchem Wort, Mat: |verficheres dieweil der Text des Rachtmahls fobel- _
thaͤi oder Luca, mein Herr Pfarrer haften wolle, Ile da fiehet, der Worte ( das ift mein Keib,
und fich Darauf laffen wolle? Eu das ift mein Blut), daß es nicht alfo feye, pers N
Bi ‚Pfarrer von St. Ballen. der geredt hat, der die Gewalt und Wahrheit
Auf den erffen Vortrag meined Herren Doctor, GOttes iſt, begehre ich Unterrichtung zu empfa=
warum ih Scheuen trage vom Wort, Sacrament, hen. Aufden Eintrag von dem Lammlein, vers
erkennen alle Chriffliche Gelehrte, [daB ] das Wort | ftebe ich: mie baffelbige iſt weſentlich (2 3.Mof
Sacrament die Worte des Nachtmals weder Ela-| 12.) und leiblich genoffen worden ; gleicherge-
ver oder dunkler machen. Den rechten Namen |ftalt follen wie auch das Lamm Chriſtum, fo une
aber, mie es auch der heil, Paulus nennet, fol es bemackelt iſt Cin der 1 Epiſt. Petri 1, u eine x
J
. 2200 Von den Handlungen der zu Bern gehaltenen Difputariom. 2201
Johannis 1. Cap. ) welentlich und leiblich nieffen ; | dett, wann es des erfken, det Analogia des Glaus
„auf daß Chriſtus JEſus, das wahre Lamm, dem bens zumider feye: ſoll meines Verſtandes nicht
vorvergangenen Schatten gleichmäßig feye- Zu Ijugelaffen werden. Dann miewol es unſerm
Beſchluͤß: Sch wollte mich bey Matthao lieber
finden laſſen; iſt wahr Darbey will ich aber
Lucam in den Worten : (welcher für euch gege-
ben wird, ) gleichermaffen zu Erklarung gern
haben; mie auch den Paulum, ı Corinth. ıı.
Will gern alfo bleiben beym Matthaͤo und Paulo,
welche das Nachtmahl gnugfamlich erklären.
Vecolampadius.
DerSpan dieſer Sache will fat darinn ſtehen: ob
das Woͤrtlein, Iſt, weſentlich ausgeleget werden
ſolle? wie dann mein Herr Pfarrer bekennet hat.
Das widerſpreche ich ihm. Habe deß gute Lirfa:
che: dann fo das Wörtlein Iſt, in der Schrift
in mancherley Wege ausgeleget werden mag; fü
iſt e8 vonnöthen, daß folches ausgeleget werde,
nach dem ed iff gemäß und nicht zumider dem
Glauben. Dann als Paulus zun Römern leh-
ref: Der da weiſſaget, der foU weiſſagen ſe—
eundum analogiam fidei, daß iff, alfo, daß die
Auslegung dem Blauben gemäß ſeye. Wo
wir nun annehmen folche Auslegung Herren Pfar-
vers, oder andere auch, dann dag ſolch faera-
mentlich Brod und bedeute den Leib Chriſti: fo
wuͤrde folches dem Glauben zuwider feyn. Dann
unfer Glaube hält innen, daß der Sohn Gottes
die menfchliche Natur an ſich genommen habe aug
dein Saamen Abraba, und noch Engel, noch Feiner
“ andern Ereatur- Go aber ber Leib Chriſti mer
fenslich wird Brod ſeyn, aus Kraft des Worts,
weſentlich; fo wird auch Das daraus folgen, daß
Chriſtus, und alfo GOtt, hätte das Brod in fei-
> ne Natur genommen; welches Chriftliche Ohren
ſcheuen zu hören. Und alfo würde dieſe feine
Auslegung nicht gemäß feyn Chriſtlichem Glauben,
Wollte aber er einen andern Tropum oder Figur,
- zu reden, einfuͤhren in diefe Worte; jo mußte er
auch folche beſtaͤtigen: und wird fich nichts deſto⸗
weniger auch erfinden, daß ſich andere figurliche
Verſtand ald der Vernunft ganz widrig; fo man
aber ſiehet die — des Alten Teſtaments,
in Nieſſung des Laͤmmleins vor angezeiget, und
jetzt in feinen Worten: ſoll es (als ich achte,)
den Gläubigen zu anderer Auslegung nicht be-
kuͤmmern; dann der ed redet, dem iſt Gewalt ge⸗
[geben im Himmel und auf Erden; Matthaͤi am
28. Cap. zun Epheſern am erften Cap. Dann
bie einen Sropum oder bedeutliche Auslegung an⸗
zunehmen, fol mit duͤrrer heller Schrift, das
Gewiſſen verfichert werden. Von der. menjchlis
chen Natur wird demfelbigen niemand abfeyn
daß es von dem Saamen Abraha geſchehen, und
wie er natürlich wahrer Menfch iſt gemefen. Der>
gleichen um millen der vereinten Gottheit, und
der beyden Naturen Vermifchung, bat er viel
übernatürliches getban, als de iſt die Erklärung
auf dem Berge, Matthaͤi am ı7. Cap. tem auch,
daß er feinen Feinden enfging mitten aus ihren
Handen, Luc. am 3. Cap: Auf den Anzug mel
nes Herzen Doctor , von Annehmung des Brods
in feine Natur: fage ich nicht, daß das Brod zu
göttlichen Weſen vereiniget werde; fondern, daß
in dem Brod ung der Leib Chriſti, und unter
dem Wein das Blue Chriſti, aus göttlicher Kraft,
laut der Worte , ausgetheilet werde.
Oecolampadius.
Here, Pfarrer! ich höre gern, daß ihr laſſet
fallen ‚daß das Wörtlein, Iſt, nicht weſeutlich
genommen mexde, alfo bermaffen, daß das Brod
goͤttlichem Wefen vereinbaret werde. Ihr nehmer
aber eine figürliche Rede an, daß Iſt foll fo viel
beiffen: unter dem Brod ift der Keib; unter
dem Wein ift das Blur. Go folget nun auf
eure Rebe, daß dag Brod nicht iff der Leib, und
der Wein nicht ifE dag Blur; fondern unter ihnen
(mie ihr faget, ) iſt der Leib und dad Blut. Sol⸗
che figürliche Rede bringet ihr nun bey mit
Reden wider die Einfältigfeit des Glaubens fer | Schriften, dann der Spruch will euch nimmer
Ken; nemlich (ald durch meine Herren, die Pra-
dicanten, gefaget iſt,) wider die Artikel: Kr
ift aufgefahren zun Himmeln, und iſt zukuͤnf⸗
tig zu richten über die Lebendigen und Tod⸗
gen. ——
Pfarrer von St. Gallen.
alſo klar ſeyn, wie ihr habet fuͤrgegeben.
Am 16. Tag Jenners.
Pfarrer von Sanct Gallen.
D, die nächtige Frage meines Herrn Doctors
Oecolampadii, nicht noth mit Worten wie⸗
Daß mein lieber Here Doctor vermeynet, das der zu Affern, urſachet mich zu dieſer Antwort,
Wort Iſt » folle nicht wefentlich ausgeleget wer,
ihm gegeben, der Spruch Pauli ı Eorineh. am
333 38 3 6 Cap.
* *
2202 Der Reformationsſchriften wider die Reformirten II. Abſchnitt. 2003
10. Cap, Und das Brod, welches wir bre- der Schrift. Go er aber kommt in die Schrife
chen, ift das nicht die Austheilung des Zei: und zeucht an den Spruch aus ber Epiffel Pauli
bes Ehrifti? dann die Weile mie den andern |in der Epiftel zun Corinth. am 10. Cap. und ſagt
Aceidentiis oder-aceidentibus und darzu urfacher; Paulus, fprechend: Das Brod, das wir bre
darauf wir fagen (doch untermerfen wir allemege Ichen, das it eine Austheilung Des Keibes
unfern Beritand einer Chriſtlichen Erklärung ): Ebrifti (alfo bat ers geteutſchet); da beim
vermögen die obangezogenen Worte, Daß im Brod get er und die Worte Pauli anders hervor, dann
ung der Leid Chriffi mitgerbeifet werde, und daB fie im. Text fiehen. Innhalt des Texts iſt folder:
nit folchen Verſtand, als da iſt Johannis am | Das Brod, das wir brechen, ift das nicht die
20. Capitel, bat der HErr angeblafen feine |Bemeinfchaft des Keibes Ehrifti? Da ſtehet
Juͤnger, und gefaget: Nehmet hin den Heiliz nicht, Yustheilung; es ſtehet auch nicht da,
- gen Beiftic. Nicht, daß der Blaaſt der Heilige lin dem Brod, das wir brechen. Und wird
Geiſt wäre; fondern, daß er mit folchem Mittel ihm gleich fo noth ſeyn, feine Auslegung bie beye
ihnen gegeben ward. Wie auch iſt das Feuer im zubringen, wie vorhin, Und wird bie von ung.
Seifen, und dennoch die Subftanz des Eiſens blei⸗ aber eins artlicher geredet, wie es gebühret von
bet: [elfo] auch GOtt in dem Menſchen, und Sacramenten zu reden, Daß wir aus den nachkom⸗
beyde Naturen ihres Weſens unverletzet. Asch menden Worten auch wohl verftehen mögen, ſo
fo man ſagt mit einem Becher : das ift Ryffwein; |da folget: Denn wir viele find Zin Brod, und
ift Doch Der Becher nicht die Natur Des Ryffweins. Ein Leib; dieweil wir alle Eines Brods tbeil:
Darum wir noch ſtetigs, wider Die vierse Con- haftig find. tem, wir verleugnen nicht in Feis
elufien, bleiben. auf den Worten, das ift mein |nen Weg, daß wir effen den Leib Ehriffi, und
Leib. Leber den Worten wollen wir nicht zan- trinken fein Blut: aber das thun wir geiftlich,
ten; allein, daß der Sinn da bleibe, daß es nicht durch den Glauben, fo wir glauben, daß wir durch.
ein figurlich oder bedeutlich Brod feye, das wir das Leiden Chriſti GOtt Dem himmlifchen Vater
im Abendmahl eſſen, fondern der Leib und das |verfühner find; nicht dadurch, daß wir glauben,
Blut Chrifti. Sol viel jeßtmal. > daß unter dem Brod weſentlich ſeye der Leib Chris
ODecolampadius, Ifti, oder Teiblich 20. Daß aber Herr Benedict
Wir ſuchen auch Eeinen Wortzanf , Begehren weiter einführet den Epruch Johannis am 20.
aber. den naturlichen Verſtand der Worte, damit Cap. daß der HErr hat angeblaſen und gefprochen
fich Fein Irrſal zutrage, und Ehrifto feine Ehre zu ihnen: Nehmet hin den „heiligen Beift !ger
bleibe. Hierum die Art zu veden, wie Herr Be: ſtehen wir aber eind nicht, Daß der aufferliche U
nediet Pflege , daß in den Worten: Das ift mein them Ehrifti feye dermaffen angeblafen den Apo—
Leib! feye fo viel, ald : in dem Brod ift mein fteln, Daß der Athem feye weſentlich der Heilis
Leib! haben wir begehret dergleichen Art der ge Geiſt. Go hat ed auch nicht die Meynung,
Sprache aus göftlicher Schrift; hat fie aber noch dag in dem Athem weſentlich und leiblich zu—
nicht angezeiget. And erfindet fih, daß gar eine geführet werde der Heilige Geift den Apoſteln:
fremde Weile zu reden iff, fprechend, Daß ein dann fo der Geift GOttes an allen Drten it, fo -
Schwumm feye das Waller; fü man verſtehen darf ſolcher Heilige@eift feines Einführens. Es hat
will dadurch, im Schwumm feye das Waſſer. aber der HErr Chriſtus mit. dem aufferlichen Zeiz
#
Alſo auch, ſo find ed fremde Weifen zu reden, fo chen zu verftehen gegeben, wie er ihnen aus feiner
man fpriche: Der Becher iſt Ryffwein. Go |göftlichen Kraft den Geiſt gebe in ihre Herzen,
erfindet fich je Flärlich, daß der Becher in feinem |Hierum die Gleichniß dienen euch in Keinen Weg,
Weſen ſilbern, oder aus einer andern Materie iff, eure Artzu reden, zu befchirmen. Wir find nah
und nicht Wein; wiewol er den Wein hält, Aber |von euch wartend ſolche Bewaͤhrniß Be
mo man folche Rede brauche, da muß man einen Dfarrer von St. Ballen.
Zropum annehmen , vor welchen doch Herr Ber | Auf die Antwort: Giefuchen die Ehre GDktedr
nedict und fein Anhang fo groß Abfchenen tra und den natuͤrlichen — iſt unſere Antwort:
gen. Das Exempel, das er brauchet: Das Ei⸗ daß Fein beſſerer Verſtand vorgebracht werden
fen ift Feuer; iſt auch eine unbraͤuchliche Rede. mag, dann Schrift mit Schrift zu erklaͤren; in
Manmöchte mol fprechen: Das Kifen ift feurin. welchem die heiligen Evangeliften einmürbiglid,
Darum es fehlechter Behelf ft, und auſſerhalb Imit fans dem Paulo, die Worte des a
- Mei⸗
—
—
Wi
J
2204 Voon den Handlungen der zu Dein gehaltenen Oiſputation. 2205
beſchreiben; und Feiner bedeutlich nien | | eili
gedenken. "Die oberfke nn a a an re len Fe -
laut feined Worts ung mittheilee: und. iſt ihm Capitel. Som Sp — 9 DEN: en —
nicht (unſers Verſtandes) unehrlich, ſo ſein Leib meynen egen bi ar ne ———
im Brod genommen, und fein Blut im Wein ge: ag y Air ge
trunken [wird]; ſo er doch feine Gebote ung täg- antworten n he & Id a
lich aus Gütigfeit übertreten läffet, Bon der Are FREU PAR PER A
zu reden bat mein Herr Doctor nochmals Fein Andreas Althamer, von Ylürnberg,
folch Gleichniß der Rede, aus der Schrift vor- Es wird und unbillig zutrochen von meinem
Pracht, als wir von. dem Mlaoft, und. von ber Heren Doctor Oecolampadio wir ziehen die
vereinten Gottheit zu der Menchbeit. Ip imd- Worte Pauli in der erften Epiſt. zum Covinth- am
gen auch Dargegen, zu weiterer Erklärung, vor- os Cop nibe.frhlich an, wie fir lauten, 0er
. geworfen werden, die feurinen Sungen, in den BE ie ol sie fonjt Bere Schrift: Datkiann Boat
"Gefipichten der zz. Boten am 2. Gapit. uch diefen einigen Spruch, ſo ware er doch gewaltig
- Die Taube, Matıh. am 5. Capit. Nom Bedjer genug, zu bewähren die Austheilung des Leibes und ,
ſaget niemand anders nach gemeinem Brauch [als] SZuu⸗e Hei im Abendmahl. Sin auch gewiß,
"Das ift Ayffwein, oder Welfchwein; giber al- daß alle Welt den Spruch nicht fällen wird, Er
{ev Berfland, da$ Darum Holz oder Gilber [der ftebet für ung, und lautet alfo: Der Kelch, oder
Mein ] wicht if. Daß wir aber unfers Verſtan⸗ GEEERIDE SCH DEHEOEYUN GL DPR- tale DEE SER
288 nochmals feinen Tropum , Das ift, figüeliche |er/ IR SE anat gie Eulalia 93 Se
Rede, in den Morten des Nachtmahls ans Ehraftir. Lind Don 299, 095 wir Dre De ste
nehmen ; urfachet ung vie Helle und Klaͤre der Wor⸗ ORTE DE DE Gemeinfchaft des bee
te und Einmuͤthigkeit der Beſchreibung Pauli und Es wiſſen alle, fo einen Kleinen 2 erſtand Haben
der Evgageliften. Daß aber mein Here Doctor be Griechiſchen maß Kavmiz heiffer, nembich eiz
will, daß der Leib und das Blur Chrifti genoffen ne Demeinfenaft, eine Zusrheilung. IE —
werde durch den Glauben; bekennen wir ein |" Paulus in gleicher Zorm dag Wort gebrauchety
thiglich, daß alle Nieffung, fo wir aufferlicher ‚fo er ſpricht: Es bat die von Macedonta und Ar
< Beieebun Ric) an undißbar, fo folchesmiche Hoſa far aut angeſehen , eine @emeinfchafe zu
im Geil und Glauben gefthieht, De zu verfte- "Dun in Die armen Heiligen, dieda find, su Je
hen Luca am 8. Cap. das Fräulein, fo den Baſt eufalem. Was iſt Gemeinfihaft da anders dann
de3 HErrn anrührete im Geift und Glauten, als eine Yugtbeilung, daß fie ben Armen bulREh woll-
‚Sein Ruß darvon brachte; aber die andere Schaar tem feyn? Und in ber 2. Epifl, zum Corint hern aut
des Volkes, fo ihn druckten und anrübreten, nichts 8. Cap. wird wiederum Komanie fuͤr eine Austhei⸗
fruchtbares darvon brachten, dieweil fie [es] im tung genommen. Alfo auch bie: der Zeich der
‚Glauben und Geift nicht tbäten. Gemißlich if, Dankfagung oder Denedeyung ift eine Bemeins
wir unfer Herz nicht mehr auf die Worte und KDRTE ans If 7 ——
Sufagen GHttes einlaffen, würden wie nicht viel nn ne ne ns wir brechen, ife eine Ann
Flucht von dem, fo und gereicher ober mitgetheilet teilung des Zeibes Ehrifti. Kam mir mein
wird Bringen. Vom Blaaſt, Johannis am zo. Herr Doctor mit Schriften erzwingen einen an⸗
Eapitel, fagen wir dergleichen, wie vor : nicht, Daß bern Berfland, fo wollen mie ihr hören.
der Blaaſt der Heilige Geififeye gewefen; fondern| . Desolampabdius.
* mit folchem Mittel feye erden Füngern mitgethei- Damit man auf der Bahn bleibe, fo will ich
tet, nach Laut und Junhalt des Worts: Ylehmer etliche Einrebe ſparen bis auf feine Zeit; wollte
bin ven “eiligen Geift! Und wiewol der; Geiſt gern, daß die Widerpart das auch thaͤte. Es
GHttes an allen Orten nichts deſto minder wied wil Herr Benediet noch leugnen, daß Fein Tro-
er Durch das Wort ausgetheilet ; wie das bezenger | PL? von ihm gebenucher werde, Srage ich ihn,
die Schrift in den Gefhichten der 12. Boten am ob Synecdoche auch ein Lropus feyet
20. Capit‘ Da Petrus redete die Worte von Dfatrer von St. Ballen. |
ef Naſareno und dem Glauben in ihn,ift | uf die Frag⸗ Doctsr Oecolampadii weiß ich
‚Der Heilige Seiſt berab gefallen über. alle die, | jetztmal (meines Berflandes,) Synecdochen nicht
ſo da die Worte hoͤreten, Dann aus dem 'obzufchlagen , laut unſer vorangezeigter Ei:
' - — rung,
|
|
|
'
>
1
2206
rung: folched aber ung den Leib und das Blut
Chriſti nicht nehmen (laut der Eonelufion) , leib⸗
lich und wefentlich, ſollen. Re
n Oecolampadius.
Alſo erfindet fich. num, dag Herr Benedict jetzt
verjachzet und zulaͤſſet hie einen Tropum zu feyn,
in denen Worten; das er geſtern, und zum theil
auch heute, Flärlich verneinet hat. Und alſo iſt
feine Rebe nicht beftändig , und hat doch auch dal:
felbige nicht bemähret. Und bitte ihn, daß er noch
dag beybringe, Daß es eine Syneedoche feyes nem:
lich foviel, daß unter dem Brod, oder in dem Brod,
der Leib feye ; mit gleichförmiger Rede oder Schrift,
Pfarrer von St. Ballen, _
Darauf antworte ich, wie vormals, aus deit
Morten Pauli in der 1. Epiſt. zun Corinthern am
ıo. Capitel: Und das Brod, welches wir bre-
chen oder austheilen, ift es nicht die Austhei⸗
lung des Keibes Ehrifti? Alſo vermeyne ich, ich
Habe den Worten des Rachtmahls Feine Verſchmaͤ⸗
lerung nachgegeben, fondern zu einem gefunden
Berftand derfelbigen (damit man nicht, auf Go:
phijtenert, in Worten kaͤmpffe,) folche Worte tes
Rachtmahls mit dem Paulo erklaͤret. Des Tro-
pi halben aber, daß da (mie geffern iſt angezogen)
folle der auslegende Tropus feyn, die Worte figür-
lich im Nachtmal anzunehmen, (als davon gere:
det und gefchrieben,) laß ich keinesweges nach,
bis zu weiterm Beridt. ;
Derslampadius,
Es iſt keine Gophifterey
die Worte merfen. E38 ware aber eine Sophilte:
rey wo man einem andere Worte für andere dar:
fthiebet, oder auch einen andern Verftand, aus
den Schriften unbewahrlih. Wolan! die Wor-
te , von Heren Benebict angezogen (wie ob geſaget
if), halten nicht in ihnen, daß wir unter dem
Brod follen eine Gemeinfame Chriſti verfteben.
Es ſtehet bie das Wörtlein Iſt, und ſtehet nicht,
unter dem Brod Iſt. Es iſt auch einem jeden
verſtaͤndlich gnugſam, daß wir, die [mir] Chriſten
find, unter dem facramentlichen Brod nicht be-
griffen find.
Pfarrer von St, Ballen.
Auf Vortrag Doctors Decolampadii begehre
Der Beformationsfhtiften voider die Reformirten IL, Abfehni
ıli erflaren wolle
‚genau und fleißlich auf
tf, : gi
Epift. zun Corinth. am 10. Kapitel, kann es nicht
unſchriftlich ſeyn. Dergleichen feines Sinnes Be:
währung oder Auslegung von ibm nochmal nicht
befihehen. Denn die Worte: das ift mein Leib!
‚den Leib Chriſti mit fragen. Und wollen uns hie _
mit in Feinen Wortkampf geben, als etwan von
den Schülern viel gezanket iſt: allein, Daß ver
Sinn der Worte bleibe. Denn e8 je bewähret
ſoſſte werden, das ift mein Leib, fo viel folle gel»
‚ten, ald: das bedeutet meinen Leib; oder: das
ift meines Leibes deichen; auf daß das Gewiſ⸗
fen beym Worte GOttes wohl verſichert werde.
- Decolampadius,
Unſere Auslegung wollen wir hernach gnugſam⸗
lich beybringen. Herr Benedick zeige in dieſen ans
gezogenen Worten Pauli feine Synecdoche ans.
dag find wir von ihm erwartend.
Pfarrer von St. Ballen.
Auf die Frage: ich zeige eine Synecdoche an;
verlaffe ich mich ganz und gar auf die vorgebrach-
ten Erklärungen ;_ und meine Verſtaͤnde will ich
aus dem Paulo erfäret haben. " Geiner Auslegung
aber halben müffen wir nochmals erwarten. -
Decolampadius.
Es follte daB, das dunkel, durch ein klaͤreres
gelehret werden; dag beſchieht bie nicht. Und wir
erwarten, wie er doch das aus den Worten Pause
Pfarrer von St. Gallen.
Darauf ich antworte , Damit nun aller Zank
abgeleinet über Die Worte des Nachtmahls: das
ift mein Leib! babe ich heute gnugſamlich ges
antivortet; darum ich mich auf die Acta verlaf
fe, was der Verffand der Worte feyn fole Es
wäre eine verlangerliche Wiederafferung Be—
gehre alfo von meinem Heren Doctor , zu Förder
rung der Sache, weiter Schrift: warum die Bons
te, das ift mein Leib; und, das ift mein Blut;
nicht alſo follen verftanden werden, wie fie klar
und ſtark laufen? ER
Zwingl.
Von unſerem Verſtand haben wir oft genug ver⸗
heiſſen, wollens auch (ob GOtt will!) leiſten. Die
Sache iſt aber noch nicht da, ſondern an dem Enz
‚de, daß fie ihre Synecdochen bewaͤhren. Denn
ich feine Worte für die andere darzufihieben, der Dre Pauli in der erften Epift. zun Corinth.
oder einen andern Verſtand ohne Schrift vor [zu] amıo. Cap. dringer nicht, Daß es muß eine Synec⸗
. bringene Den fo ich habe Die Worte des Nacht: doche ſeyn: ob man gleich Gemeind oder Gemeitt-
mahls erklärer mie dem Spruch Pauli in der erſten ſame durch" Austheilen deutſchte, noch ii
es nicht,
*
5208 Von den andlumgen der zu Bern gehaltenen Difputation. 2209
nicht, daß es muß eine Synecdoche feyn. Denn Pfarrer von St. Ballen.
wenn bad Brod gleich weientlich und ſubſtanzlich/ Ich antworte Furz: Chriſtus bat mehrmalen
der Leichnam Ehriffi wäre, mie bie pabftliche Mey: | die göttlichen. geiftlichen Dinge mit. aufferlichem
nung haͤlt; ſo märe Doch aber der Leichnam Chri⸗angezeiget, als da er hat das Evangelium, lauf
fli ausgerheiler , und ware darum Feine Synecto:| feiner görtlichen Verheiſſung eröffnet, iſt Chriſtus
che: denn eben das Brod, das auch der Leichnam) ein Mittel feines göttlichen Vaters dazu geweſen;
Chriſti wäre, das wuͤrde ausgetheilet; und mag] dergleichen auch die Apeſtel. Vom Spruch Nos
deshalb der Sinn, unter dem Brod, hie nicht er⸗ hannis am 20. Cap. will ich damit in gleicher Wür:
zwungen werden. Und. Darum fo fuchet andere) de zu den Worten des Nachtmahls des HErrn
*
dieſe Worte nicht gleich machen; ſondern damit
Pfarrer von St. Gallen. den Verſtand der Worte des Nachtmahls deſto
Wie vielmal angezogen und verantwortet, blei⸗ baß in Gleichniß begreiſlich machen und erklären;
Be ich bey dem Spruch Pauli „ und will mich in und damit die Worte Johannis nicht gleiches We»
feinen andern Wortfampf geben : allein, daß der fend , neben dig Wort des Nachtmahls, einfegen.
Leib und das Blut Chrilti ung (laut feiner Wor⸗ | Wollen mir alfo, daß in den Worten: Krehmer
ten,) werde ansgetheiler in dem Rachtmahl des| und eſſet, Das ift mein Leib! und: Trinket al⸗
HExrn. le daraus, das iſt mein Blur! werde ung mit⸗
Zwingly. getheilet [der Leib und das Blur Chriſti].
Mit den Worten iſt immerdar ihre Synecdoche ; Zwinsly.
nicht bemähret, deß verlaſſe sch mich auch aufdie Co unfer Bruder bekennet, daß die Worte Jo⸗
Aeta. Und [fie] haben ung *) einen Tropum für:| hannis am 20. Cap. AEſus bat fie angefeus
gegeben, det fie mit Schrift nicht mögen. erhal⸗ chet ze. nicht gleich feyn denen Worten: Das ift
ten, fie bringen denn andere Echriften. _ mein Leichnam! Und will aber damit bewaͤhret
NEE *) Such hievor p. 202. | haben, Dad De Er Iehku, Pe werden:
unter dem Brod iſt mein Leichnam! ſo würde
barrer St. Ballen. > ihm baß dienen, daß das Waſſer in die Krüge ger
Ich laß bleiben, wie vormals geantwortet, und Faffer ift, und zu Wein gemacht, *) weder diefer
ernarte weiter Schrift. Ort. Wollen hiebey von dem Anblaſen und Geiſt
Oecolampadius. Chriſti nicht beſondere Rede halten, denn es nicht
Jetzund komme ich auf etliche Sprüche, vorhin zu der Sache dienet.
durch Heren Benediet eingeführet, bie auch nicht *) Soh. Un Capitel.
dienlich ſind. Und zum erſten den Spruch Johan⸗ Pfarrer von St. Gallen. ;
nis am 20. Kapitel, den er vermeynet auch etwas/ uf heut vergangene vielfaltige Vortrage mei—
gewaltiger zu ſeyn; da faget der Tert: Er hat in ner lieben Herren und Mitbrüber, befehlen wir
fie-geblafen, und gefprochen zuihnen; Nehmet ſolches alles den Actis. Iſt hierauf unfer Begeh⸗
den Heiligen Beift! Aber dergleichen wird nicht ren nicht, zu diſputiren: ob das Brod, oderim
geredetin den Worten des HErrn Nachtmahls, da Brod, oder dergleichen Zankreden, (mie Die Vers
es flehet: Er hat genommen das Brod; und; nunft folched herfuͤr bringen möchfe,) der Keib
ſtehet nicht: Er Hat genommen feinen Leib; Chriſti feye? Allein wollen wir: und werde der
das fich gebuͤhret zu fegen gegen das, das da ſte⸗ Leib Chriffi laut der Worte: Nehmet undeffer,
bet Johannis am 20. Eapitel: Er bat in fie ge⸗ das ift mein Keib!) mitgetheilet. Hierauf er⸗
blafen. Und aber eins, fo Joh. am 20, Cap. ſte⸗ warten mir (fat der Schlußreden), Daß fie uns.
bee: Nehmet bin den Heiligen Geift! fo ſte⸗ mit Schrift beybringen, die Worte des Nachts
bet in den Worten des HErrn Nachtmahl nicht: mahls einen andern Verſtand zu baben. Es har
Nehmet hin meinen Keib! Und fo da ſtehet in ben fich bisher die Gententiarii viel bekuͤmmert
des HErrn Nachtmahl: Das ift mein Keib! von der Geburt und Empfaͤngniß Chriſti, wie er
fo ſtehet nicht Johannis am 20. Capitel: Der) vom Heiligen Geiſt empfangen, im Leibe der Jung⸗
Athem iſt der Heilige Geift. Darum auch die] frau Maris; wie er geboren ungeöfneten Schloß
Worte nicht gleich find, und wird feinen Tropum| fen? und wie eine Mutter eine Jungfrau feye?
daraus nicht mögen erzwingen. Damit alle einreiflende Episfündigfeit Veen
utheri Schriften 17, Theil, Aaa aagaa blei⸗
an
ocıo Det Reformationsfhriften wider die Reformicten IL. Abfehnitt, a2ır
ẽ
Bleibe, find wie auf Die vorgetragenen Sprüche net zu Beſtaͤtigung unſerer Auslegung. Daßaber
nochmals nicht anders berichtet , denn Die einfäl- fuͤrgewendet wird in der 2, Epift. zun Corinthern
tigen Worte einfaͤltiglich zu verftehen. am 8. und zun Römern am 15. Capitel: das iſt
© 5 Stan en eine Gemeinfihaft der Dinge, die wir auszuthei—
— I p len haben, als Almoſen geben, und mit einander
Die Beſchlußrede iſt durch meine Herren, die dienen in dem Wort. Da erfindet ſich, daß den⸗
Kefpondenten, für ſich ſelbſt etwas erfeutert wor⸗ noch eine Gemeinſchaft ift, und man mehr Aufſe⸗
den, dad mag man wohl anfechten. And ifEnicht hen har auf das gemeinliche Geben, denn auf die
wie vielleicht aus Herrn Benebiet Einvede verflan- Qyygepeilung an ihr felbfte Wollten wir aber dar⸗
den mag werden, daß wir auf unfere Vernunft | 15 befehlieffen, daß folche Gemeinfthaft allewege
baueten und Epißfündigfeit uns befleiffen. Der mare eine Austheilung, wie würden wir denn
Einrede halben aus dem 10. Capitel zun Eorinth- nacher Eommen mit dem Spruch in der 2. Epiſt.
in der ı. Epiſt. da wir gefprochen haben, es folle zun Corinth. am ı. Capitel. Wie wie find
verdeutſchet werden, Gemeinſame oder Gemein „wavc), das iit, Gefellen des Keidens, alfo auch
ſchaft; Dringet unfer Bruder Althamer darauf, des Troftes? fo wären wir auch Austbeiler der
es folle eine Auscheilung verffanden werden; will geiden und Anfechtungen. Das würde aber die
ſich behelfen des Griechiſchen Woͤrtleins Konz. ey vielmehr den Schergen ı denn den Chriften. :
Kun nn wir und — laſſen Be
digen der Sprachen, daß, mie es in Latein UND nieet, fo haben wir eine Gemeinfchaft und eine Ge:
ee an, ai ar — ſellſchaft und find auch eine Geſellſchaft in un:
ſchaft eſe ehr — — Ger Tee Haupt Chriſto JEſu. Will darneben unab:
lung. 2 A ſehe dr nr h — geſchlagen haben, daß die Diener der Kirchen ge:
an, fo ift Feiner , der num nicht mehr denn n meinlich mit einander, oder infonderheit, die Gas
fangen bat zu lernen, der weiß, Daß »owos, oder ramenten austheilen. Aber diß iſt zu allen ges
Hierum an diefem Det zun Corinthern am 10. Ca;
zowöv, ift als viel als gemein, oder xommvas, ein ehyiohen, und die nachgehenden Worte bie erfla:
Witgefelle, fo Gemeinfchaft mit ihm bat. Die yens, fo er foricht: Denn wir viele, find Ein
Sprüche aber, Durch Althamer eingezogen, vom BroD, und Ein Leib; dieweil wie alle Eines
Wörtlein zowoviz, haben auch auf ihm eine Ge Yr008 theilhaftig find. Dent wir find tbeil-
meinſchaft, und länden fich mehr auf gemein
ley Wege Gemeinſchaft haben in einem Dinge, da8 | ung, folches mahrbaftiglich in den Sarramenten
weniger if, denn mir, oder über ung iſt: alfo, en a Eon =
mögen wir haben Gemeinfchaft im Einnehmen de:
rer Gnaden; fo mögen wir auch haben Gemein- - Althamer.
ſchaft im Ausgeben. Die Gnaden nehmen wir | Es bringet mein Herr Doctor hervor, bag Grie
Chriſten alleſamen mit einander ein; und alſo ſind chiſche Wort xowmaviz heiſſe eine Geſellſchaft. Das
wir Geſellen. Und alſo fol der gegenwärtige Ort verneine ich ihm nicht, daß an viel Orten denfel:
verftanden werden, daß wir, alle Chriften, Gemein bigen Verſtand ober Bedeutung habe. Aber dar-
ſchaft haben an dem Leib Chriſti; denn er iſt un⸗ aus wird nicht folgen, daß es auch hie müffe ha⸗
fer aller (fo wir achte Chriſten find,) mit allen fei- |pen. Denn in der andern Epift. zum Corinthern
nien Berdienften. Chriftum mögen aber wir den \amı 13. Capitel, fo Paulus fpricht: Die Gnade
i baftig, zum erffen mit einander, des himmliſchen
° feyn, denn auf austheilen. Man mag in ziveyer- Brodg, Bo Sem: und hernach bezeugen mir
R
Menſchen nicht geben; ſondern, wie Johannis am inſers HErrn IEſu Chriſti, und Liebe GOt-
6. Capitel ſtehet, der Sohn des Menſchen, das tes, und Gemeinſchaft des Heiligen Geiſtes,
iſt Chriſtus, der gibet und das Brod, das da ſeye mit euch allen! ſtehet auch das Woͤrtlein
hleibet ins ewige Leben. Und aber eins: Der Ixowavie, und wird genommen für die Austheilung
Bater giber und das Brod von dem Himmel, wir des Heiligen Geiſtes. Wie ers auch zun Gala—
aber koͤnnens nicht austheilen, denn daß wir al: tern am 6. Capitel brauchet: derhalben es auch
kein Diener und Berfünder find. Alfo wird auch | hie in der 1. Epift. zun Eorineh. 10. Cap. alſo ger
‚der Name Konaniz an vielen Orten gebrauchet ; in [nommen wird: Denn was Gemeinfame hat der
der erſten Epift, Joh. am ı. Gapitel, da der Name Kelch mis dem Blur Ehrifti? Wir ſprechen:
zum viertenmal feher a. welcher Ort Fräftig dies |der Kelch der Dankfagung feye eine ge
2212 don den Sandlungen der zu Dern gebaltenen Difputation,
. bed Blutes Chrifli. Und Diemweil Yeib und Blut
bey einander ſtehen, mag es nicht anderd verffan:
dem werden, denn von beyder Austheilung. Der
nachfolgende Text: Denn wir, viele find Kin
Brod , und Kin Leib, darum, daß wir von
Einem Brod und von Einem Kelch tbeilhaf:
tig find, nimmt nichts jenem Verſtand. Wir be:
kennen denfelben Text verftanden zu werden von
dem geiftlichen Leib, welches iſt die Gemeinde
GOttes. Paulus fpricht aber nicht, mir feyen
das Brod, das gebrochen wird, oder dag mir
brechen; ſonſt brache und affe die Kirche ſich felöft.
Darum der erffe Spruch vom Leib Chriſti, aud-
etheilet im Brod, der andere vom geistlichen ver
fanden muß werden. a
Oecolampadius.
Unſerer Antwort hat Althamer nichts abgebro
chen , dieweil wir klarlich dargethan haben, daß
hie eine Gemeinschaft verſtanden werden fol; und
will ed noch Elärlicher darthun, Man leſe nicht
mehr, denn den Text ſelbſt, für und für, und
wird nicht folgen darauf: an einem andern Dit,
oder zweyen, dienet die Gemeinfchait zur Aus:
theilung; ergo es muß bie auch alfo verffanden
"werben. Die Orte, diewir haben angezogen, und
infonderbeit aus dem Johanne, zeigen ung Elerlich
unſere Gemeinfihaft an: feine Gemeinfchaft aber
mie der Austheilung dienet hieher gar nichts, und
noch weniger der Beſchluß der andern Epiſt zun
orinth. 13. da es ſtehet: Die Gemeinichaft des
eluigen Beiftes feye mir euch allen! Iſt die
- fellfchaft, in Empfabung ſolches Geiſtes.
Austbeilung nicht unfer ; aber wir haben eine Ir
2
bat man auch zun Philippern am 2. Capitel: ft
irgend eine Bemeinichaft oder Gefellfchaft des
Geiſtes zc. Zu Erklärung dieſes Textes iſt zu
merken, daß Paulus in der ganzen Epiſtel die Co—
inther, aus vielen Urfachen ziwiefpaltig, begeh
ret in Einigkeit zu bringen: und dieweil ihrer et:
liche auch noch Gemeinfchaft haften mit den Ab—
& göttifchen , das denn auch zu Uneinigfeitdienete: fo
führet ev fie zu Chriſtlicher Einigkeit; zeiget ihnen | g5ereen, das iff, der Teufeln.
|
an, wie fie Gemeinichaft haben an dem Leibe und
Blute Chriſti, darum fie billig ungetrennet follen
ſeyn; und wendet ihnen für, wie fie fich doch ſelbſt
bezeugen folcher Gemeinfchaft in den Sacramen⸗
ten, und faget: Ich rede mit euch, als mit den
vVerſtaͤndigen, das ift, als mit denen, Die da
wohl verficehen, mad die Sacrament bedeuten.
Iſt nicht der Kelch der Denedeyung, den wir
Tifch der Teufeln.
— —
22 3
| beneoeyen, eine Bemeinfchaft des Blutes Chri⸗
fi? Das iſt, er bedeutet, daß wir gemeinlich
durch das Blut Chriſti erlöfet find. Und aber
eins: Das Brod, das wir brechen, ift das
nicht eine Bemeinfchaft des Keibes Chriſti?
das iſt, bezeuget ung, daß mir Die find, die da ge—
meinlic) durch den Leib Chrifti dag Leben haben,
und Glieder Chrifti find. Da erfläret er ſich
ſelbſt, und faget die Urſach: Denn wir, die Vie-
le, find in Brod, Kin Leib, Iſt je gewiß
daß wir nicht weientlich das facramentliche Brod
find. So find wir auch nicht unter, oder mit
dem Brod; aber darum find wir geiftlich im Brod,
daß wir alle rheilbaftig find, und Gemeinſchaft
baben von dem bimmlifchen Brod; und werden
auch hie geachtet fir Ein Brod, dieweil wir theil⸗
haftig find Zines ſacramentlichen Brodes. Und
kommt hernach weiter ein Exempel; ſpricht alſo:
Zehet den Iſrael nach dem Fleiſch! Iſt es
nicht, daß die, fo eſſen Das Opfer, find Ge—
meiner des Altars ? dad ift, fie haben alle Ge:
meinfchaft in einem Altar, bey dem fie GOtt bit:
ten, und theilen nicht unter einander den Altar ;
darum denn aber eines da ſtehet das Woͤrtlein
xovavet. Und hernach folget meiter: Sch will
nicht, Daß ihr Gemeine feyd der Teufeln, das
iſt, daß ihr nicht Gemeinſchaft babe in der Ab⸗
götterey. Iſt aber Elar, daß es nicht heiffee Aus»
theilen der Teufel; und ſtehet da xowewors. Und
folget weiter: Ihe moͤget nicht trinken den
Relch des HErrn, und Den Kelch des Teure
fels. Wie nun an dem Dre der Kelch) der Teu⸗
feln nicht bedeutet, daß in dem Kelch oder Trank
die Teufel weientlich feyen: alfo iſt es auch mit
dem Kelch des HErrn, daß er darum nicht we⸗
fentlich und leiblich das Blur Chrifti innhaͤlt. Und
aber eins faget en: Ihr möget nicht gemein ha⸗
ben an dem Tifch des HErrn, und an dem
In. Da ſiehet man aus den
Worten, daß die nicht ein Theil eben haben ge:
‚nommen von den Teufel, aber daß fie eine Ge-
‚meinfchaft haben
gehabt in dem Dienft ver Ab:
Alſo auch wir
Chriſten, fo von des HErrn Tisch geſpeiſet werden,
‚bezeugen ung die wahren Diener Ehriffi feyn, der
uns fortbin durch fich ſelbſt geipeifet bat, Und :
alſo ift offenbarlich, daß das Wort zowartz hie
nicht Austheilung beiffet, und diefer Ort Yauli un:
En Widerfachern ganz nichts zuſtehet und be-
waͤhret.
Aaa aaa 42 Altha⸗
Ba
— Aithame
Ich unterwerfe meine und feine Auslegung dem
Ehriftlichen Leſer.
— Zwingly. BE
Als meiner Herren Mandat lautet, daß niemand
die Wahrheit ſoll laſſen unterliegen will ich aus Fleiſch und Blut Chriſti leiblich im Sacram
Kraft derſelbigen Puncten auch zu der Sache re:
den, wider den Mißverfland unferer Widerfacher:
und fage alfo erklih: Sy fern fie mit dem Drt
des kranken Weibes, Luc. am 8, Cap. und mit dem
Ort der Sendung de Heiligen Geiſtes da feurin
Zungen gemwefen find, in den Befchichten dev Apo-
ftel am 2. Capitel, nicht vermeynen ihre Synecho.
hen bewahres [zu ] haben; denn will ich weiter
au ihrem Vortrag reden. |
& Pfarrer von St. Ballen.
Auf den Vortrag meines lieben Herren Bru
ders habe ich heute mehrnald geantwortet, und
iſt darum in die Feder verfaſſet, darbey laffe ichs
"Bleiben. Den Spruch von dem Glauben des
Fraͤuleins Luca am 8 Kap, verſtehe ich eine Er: |
gebung unſers Herzens mit herzlichem Vertrauen | gen
in Chriſtum, und aller feiner Worte,
Meifter Ulrih Zwingly.
- Sofern er das Vertrauen aller Worte Chrifti) ift mein Leib,
alſo verfichet, daß alle Worte Ehrifti JEſu, von
den Glaͤubigen, wahr [zu] ſeyn geglaubet wer:
den , nach wahrem Verſtand, der aus feinen wah
zen Worten gezwungen wird laffe ich das nach.
So fern er aber mit den Worten vermepnete, daß
man alauben müßte, daß bie Das Fleifch und Blur!
Chriſti wefentlich, leiblich im Sasrament müßte
geseffen werden: fo erfordere ich ihn, Daß er Wor
te Chriſti anzeige, die ung heiffen oder anmuthen,
dag wir glauben ſollen oder müffen, daß bie fein
Fleiſch und Blut leiblich und mwefentlich gegeffen
werde,
2 Pfarrer von St. Ballen.
Der Aeformstionsfihriften wider die Keformirten II, Abfehnir,
zognen: Er bat das
nommen id.
—
Sintemal unſer Bruder Fein Hell Wort hervor⸗
bringet, das ung weiſe zu glauben, daß [
ne
muͤſſe gegeffen werben; als wir aber fonft wol aus
gedruckte Worte haben, daß wir fie geiftlich, daß
iſt, im Glauben effen müffen, Johann. am 6
Cap. jo hoffe ich, wir feyen.der Reden entladen, .
da wir mit den Glauben einem jeden Worte GHYP
tes befchmerer werden, ald ob wir diefen Worten
nicht glaubeten. Und greife jetzund Die dritte
Schrift an, die in den Geſchichten der Zwoͤlfboten
m 2. Cap. angezogen if worden, der Heilige
Geiſt feye nicht. die feurin Zungen gewefen, ſon—
dern in der feneinen dungen, oder mit den felt-
rinen Zungen. Welcher Rede mich der ein Theil,
in den feurinen dungen, heut je beſchweret hat;
denn ſolche Rede fich dem vergleichet, als ob wir
den Geift GOttes in ſichtbare Dinge einfchlieffen.
Darnach ſtehet daſelbſt nirgend: die feurinen Zun⸗
ſind der Heilige Geiſt; ob welcher Form man
Beyſpiel möchte nehmen, die Worte Chriſti, das
ijt mein Leib, zu verglofiren: unter dem Brod
RE
Pfarrer von St. Balın.
Auf die Ableinung der heutigen eingezogenen
Sprüche, und jegiger Erklärung des Glaubens,
bringe ich Feine Schrift, Die da weile, zu glauben,
daß Fleiſch und Blut Teiblich gegeffen werde be⸗
helfe ich mich der Einleitung der Nieffung des
Laͤmmleins, im 2 Buch Mofid am ı2. Capitel,
und der Evangeliften Anzeigungen, fo und beit
fen: %Tehmet und eflet, Das ift mein Zeib! In
welchen Worten ber Leib Chrifti gegeffen oder ges
noffen, meines Verſtandes, befohlen wird. , Von
den Worten der geiftlicherr Nieffung befenne ich,
daß alles, fo auswendig geichiehet, unfruchtbar 2.
Auf Erforderung Meiſter Ulrichs laſſe ich nach, | So wir die Worte: Welcher Keib für euch ge
daß allen Worten GOttes geglauber werden folle,| geben wird; und: welches Blut für euch vers
"und das mit rechter. Auslegung und Vergleichung | goffen wird, nicht mehr nieffen im Glauben, -
der Schrift: dann manch Wort in der Schrift dann fo und dargereichets ware wenig troͤſtlich
dergeftalt lautet, wo e8 mit einem andern Wort| Auf das, fo er vermeynet entladen [zu] ſeyn des
nicht erflaret wird, trüge ed mit ıhm, einen un) Glaubens halben eines jeden Wortes; habe ich
geſchickten Sinn. Daß aber ich tolle Schrift vor befennet, daß mit Vergleichungder Schrift
bringen, in welchem ung befohlen werde und von
und geglaubet Daß der Leib Chriſti wefentlich und
leiblich gegeffen werde, und ſolches geglauber:
bringe ich Feine andere, dann die vielmals ange-
and Chriſtlichem Verſtand aufden Spruch Apoſt.
Geſchichte am 2. Cap. iſt gewiß, dag die feuri⸗
nen-Zungen nicht ber Geiſt GOttes felbft weſent⸗
lich geweſen; und babe folches in Ban e
its
Me;
Fa Me, ;
— TER
}
9016 den Handlungen der zu Bern gebaltenen Difputation, 2217
- Einleitung eines Elaven Verſtandes eingeführet; , me ich wieder auf die Bahn der Worte Pauli zun
‚dann die Gleichniffe nicht allewege ſtracks gleich | Corinth. in der erſten Epiff. am 10. Capit. die
find dem, ſo man darbey vergleichet. Und laffe ‚mein Bruder Oecolampadius Ehrifklich und mohl
et ‚fallen , und ſage, wie heute mehrmals, erklaͤret hat. Damit aber unſern Widerſachern
daß in den Morten des Nachtmahls ich mich in |und gemeiner Kirchen deffo heller gnug befchehe,
‚den Kampf nicht geben werde, mit mad Form |millich diefelben auch handeln, nicht als vor gehan⸗
and Geſtalt der Leib ung werde mitgetheilet, auf delte ſondern als baß erklaͤrete. Und iſt für dag
die ſichtbarliche oder grobe Weiſe, wie eine Hand erſte das Vornehmen Pauli: [daß er] die, fo in
‚indem Handſchuh ſeyn mag; allein, daß die Worte den Goͤtzendienſten Mitmaſſen oder Geſellen mas
bleiben: Nehmet und eſſet, das iſt mein Keib! ren (das iſt, daß fie mit den Goͤtzendienern, die die
Daß er und, laut der Worte, mitgetheilet werde. Opfer ihrer Goͤtzen mit einander aſſen, auch aſſen,)
3Wwingiy. hat wollen von der Gemeinde, das iſt, Kirchen,
So unſer Bruder anzeiget: wenn wir. nicht Geſellſchaft und Vereinbarung ziehen: auf folche
‚mehr glauben, weder uns vorgeleger wird im |irrige Meynung, da die Surmigigen mepneten,
Nachtmahl fo feye es niche genug; laffen wir ſie möchten, ohne Berlegung der Confeienz und des
nach, fo ferne er meynet, Daß man rechten wah |Nachiten, vom Gößenopfer effen ; nimmt Paulus
ven Glauben zu dem Nachtmahl müffe bringen, die Gemeinde für fich, und fpricht, ald ob er alio
melcyer "Glaube vertröffer feye auf Chriſtum ſpraͤche: Wie kann einer ein Glied feyn an zwey⸗
JEſum. So fern er aber mit der dunfelen Re⸗ en widermwärtigen Gemeinden A Iſt einer ein Glied
de verſtehen wollte, man müffe auch glauben , dag Chriſti und feiner Kirchen, wie kann er ein Glied
das Fleiſch und Blut Chriſti weſentlich da wäre, der Kirchen des Teufels feyn? Das iſt nun die
oder veſentlich leiblich gegeffen würde : Lieffen? |Summa. Aufdas folgen nun die Worte: Darum
wir nicht nach; denn es würde und mit der ver: \Cipricht Paulus, ) ihr meine Geliebten! flieher
borgenen Rede ein Auge verkleidet. Daß er aber |von dem Bögendienft. Ich will mit euch
sfolches zu bewähren für umd für herein zeuche die
Worte das ift mein Keichnam! von denen aber
der Span iſt: fo thut er nichts anders, quam quod
- petit principium. Iſt foviel, das er bewahren
ſollte das bewaͤhret er mit dem, das im Span fe:
+ bet. Als da einer fpricht: Warum haſt du den Goͤ—
Ken ausder Kirchen gethan? under gabe feine an-
dere Antwort,denn : Darum,daß ichs gerhan habe.
Zu dem andern Det, Apoft. Geſch. am 2, Capit.
Daß er redet, er habs um Gleichniß willen herein.
‚gezogen , zu einer Einleitung: begnügen wir ung,
Wir erforderten aber dazumal nicht Einleitungen,
ſondern helle Worte der Schrift, Daraus wir er:
lernen möchten, daß die Worte folten verffanden
werden: in dem Brod ift mein Leichnam. Das
übrige, von der Hand im Handfchuh, Iaffe ich
fliehen. Jedoch fo haben fie fich jeßund begeben,
erftlichen: daB das Brod nicht weſentlich leiblich
ſeye der Leichnam Chriſti. Demnach fo haben fie
mit ihrem eigenen Mund geredet *): Die Worte
ſollen alfo verftanden werden , in oder unter dem.
Brod ift der Leichnam Chriffi. Und reden jegt
zum dritten, fie wollen fich in den Kampf nicht
laſſen wie der Leichnam; Chriffi in oder unter
dem Brod ſeye? Wie ſtandhaft und gruͤndlich dag
reden, als mit Verftändigen, und ermeſſet
ihre, das ich mit euch rede, Der Trank der
Dankfagung, damit wir dankſagen, ift der
nicht die Bemeinde des Bluts Ehrifti? Hie
fol Konaviz, dag iſt Gemeind, Communio vers
deutſchet werden, und nicht Communicattio, Aus⸗
theilung. Diß bemähre ich mit dem Artikel des
Glaubens, Sandtorum Communionem, das iff,
Gemeinde der „heiligen. Da wird Communig
den Lateinern, den Briechifchen Kuwariz. Aber diß
wird hernach noch klaͤrer. Es folget weiter in
Worten: Das Brod, das wir brechen, iſt das
nicht Die Gemeind Des Leichnams Chrifti!
Hie feben wir, daß Paulus fpielet auf die Bedeut:
niß der Zeichen, daß bie, die einerley Saerament
mit einander brauchen, eine Kirche mit einander
ſeyen; und nennet alfo die, fo dad Gacrament
des Leichnams und Blutes Chrifti mit einander
nieffen, Die Gemeinde oder Gemeinſame bes Lich
nams und Blutes Ehriffi. Daß Dem alte fee;
fo folget hernach eine weovarsdwuıe, (das ift, Caus-
fae redditio, dag ff, eine Urfache, warum er die
Chriffen, die einerley. Sarrament brauchen, die
Gemeinde des Leichnams und Blutes Ehrifti ge
nennet hat,) und fpricht aljo: Dann Ein Brod
ſeye aus dem Grunde der Schrift geredet, empfeh: |C bie haben wir dig Wörtlein dann ), ein offen Zei-
k ichs allen Hörenden und Lefenden, Jetzt Eom- "chen
‚ das er erzählen will; Urſach warum er die
Agaagaaa3 | Ehri-
7
2288
Der Reformationsfchriften wider die Reformitten 11,
fi genannt hat. Ja, ſpricht er: Kin Brod und de eſſen x.
Bin Keichnam find wir die Menge: Merket —
man bie erſtlich Daß er hie die Menge rooc zor-
Aovs, id eft, ultoe, nennet, die er vormals ges
nennet hat die Gemeinde; und fpricht, daß Die
Menge feye Kin Brod undEin Leichnam. Nicht,
daß fie einen Leichnam Chrifti gegeffen babe; fon»
dern, wie hernac) folget , Daß fie von einem
Brod (und nicht Keichnam ) miteinander theil:
haft find. Hie haben wir ein befonder Wort, der
Theilfame oder Austheilung , rerixouev; und ba-
‘ben nimmer das Wort Konaviz. Aus welcher Er:
klaͤrung ich einem jeden Chriffen hoffe offenbar
ſeyn, daß Paulus nicht fagen wolle, daß wir mit
effen eines Leichnam (Teiblich ) ein Leib Chriſti
‘werden; dann folches dem Glauben und der
Wahrheit wider iſt; Urfach: wir werden allein in
Einem Geiſt einig, und in Einem Glauben, dee von
dem Geiſt kommt. Aber daß leislich Effen des
geichnams Chriſti bie Cinigfeit der Kicchen hia- fpricht und Urſache gibet, warum er auch die Kit-
2 Imainigtg. Da ai
get, iſt vor gnug erfochten, Daß es nur eins iſt.
Dann an dem erſten Dre, da er ſpricht, das Srod,
nams Chriſti! zeiget uns gnug an durch die ur⸗
ſachliche Rede, die von Stund an hernach folget,
daß er von dem Brod redet, das wir brechen.
Daß er aber dannerhin fpricht: Tatz wir, ſo
daffeldige Brod mit einander brechen , feyen die
Gemeind des Keichnams Chriſti das iſt ein Lieb⸗
fiche der Tropen. Daß er darnach ſpricht: Fin
Brod und Ein Leichnam find wir die Menge;
in den Worten erfenne ich wohl, daß ev Die Kir-
daß fie des auffern ſacramentlichen Brods halben,
dag die Kirche mit einander theilee, Ein Brod
8 mi — ar = A R Ins 2
ee. Da man mit ler Ob Beta RE Can Brop um in Seh sera: pr
heilige Paulus aus feinen eigenen Worten, auch io tn 2 le Rn
aus der Kraft der Wahrheit des Geiftes bewaͤh —7— wer er eine au⸗
ret wird, zu reden, daß die, die einerley Zeichen
mit einander brauchen, eine Kirchen feyen 2.
mie obſtehet: und deshalb follen fie fich zu der
‘ Gemeinde und Kirchen der Gsgendiener nie nan
fügen noch geiellen. Und wird hie das Austhei-
Ven des leiblichen Todes Chriſti unter die Kir:
chen, nienan benamſet.
*) Suche bievor p. 2202,
Andreas Althamer von Nuͤrnberg.
Paulus in dieſen angezogenen Sprüchen in der
erſten Epiſt zum Corinthern am 10. Capit. redet
von zweyerley Brod, von einem geiſtlichen Brod,
das ift die Chriſtliche Gemeinde, in Chriſto dem
lebendigen Wort, erbauet die da lebet in Friede
und Einigkeit, und theilhaftig iſt aller Guͤter
Chriſti; und von dem Brod des Nachtmahls des
Herrn; daſſelbige brechen wir , und theilens aug
den Brüdern. Daffelbige iſt nicht die Kirche oder
Gemeinde; von folchem fpricht er: Das Brod,
das wir brechen, ift Das nicht die Gemein-
fehaft oder Austheilung des Keibes Chriſti?
Das andere Brod , das die Chriftenheit ift, bre-
chen und effen wir nicht, Heiffet darum ein Brod,
daß fie von Einem Brod des Abendmahls und Te—
ſtametits Chriſti nieffen; wie Paulus fpricht:
Darum find wir Ein Brod daß wis Eines
Urfache gibet, warum ers genennet babe Kin
Brod und Einen Keichnam. jedoch fo wird
bie des Leichnams Chriſti nicht leiblich gedacht
aber deß wird gedacht in einer Summe, daß wir
die Menge, das ift die Chriffliche Gemeinde, eine
Gemeinde des Reichnams und Blutes Chriſti feyen,
EinBrod und Ein Leichnam feyen.
Altbamer.
rung dem Chriſtlichen Lefer. ;
Swingly.
Und mir auch 2.
Um fiebenzebenten Tag Jenners
Pfarrer von St. Gallen.
Nachtmahls Chrifki, einmuͤthiglich durch die Es
vongeliften und Paulum befchrieben ,) wir den Leib
Blut, empfahen;: urfacht ung zuerft von dem Leis
be zu reden, die Figur im andern Buch Mofe 12.
in der erften zum Corinthern-am 5, a: er
—
Pe N
es Abſchied unferd Anfangs wider bie viers
L te Schlußrede, daß (laut der Worte des
hri⸗ |
er Ref ſten Abjebnitt, 229
Chriſten bie Gemeind des beibes und Blutes Chri- | Brods theilhaftig find, ober von Einem Bro
Daß unſer Tieber Bruder wey Brod hie amei
das wir brechen, ſeye die Gemeinde des Leich⸗
chen das Brod nennet; er ſpielet aber darauf, "
und Ein Leichnam füye. "Go er von Stundar ,
dere Profapodofis, das iff, eine Ifrfache in dem
Mörtlein, da er fpricht, dann. Welches eine.
Ich befehle abermals feine und meine Erfla-
——
Chriſti weſentlich und leiblich, dergleichen fein.
Cap. welche unſers Verſtandes Paulus erklaͤret
Ai
Chriſtum dargegen ſtellet mic folchen Worten: Un⸗
fer Öfterlamm, Ehriftus, ijt aufgeopfert. Wie
ſie haben wefentlich und leiblich das Oſterlamm
genoffen , und ſolches geheiſſen worden „zu einer
ewigen Gedaͤchtniß thun der Wohlthat GOttes
ihnen in Egypten erzeiget, mit Vorbewahrung des
zeitlichen Todes: dergleichen follen wir Chriften,
das Lamm Chriſtum nieffen, laut der Worte:
Nehmet und eſſet, das iſt mein Leib x. Dar:
bey uns erinnern gleichergeffalt, der Erlöfung [aus
der Gewalt 1 des hölliichen Pharaonis, und Be:
mahrung vor dem ewigen Tod; auf daß fich der
Schatte mit dem Licht, das iff, der Wahrheit; und
wiederum; Die Wahrheit mit der Figur vereinbare.
a Decolampadius.
Herr Benedict laͤſſet allewege mitlaufen ſolche
Morter Nach Kaut dee Worte des HEren
XTachtmabls; und. hat aber noch nicht ſolche er⸗
klaͤret, daß ſie ihm mögen dienen: darum müffen
wir ihm die laffen füruber geben, als vexgebliche
Morte. Aber auf den Spruch in der erften
Epiſt. zun Corinth. am 5. Cap. und aus dem 12.
Cap. bed andern Buchs Mofe, gebe ich eine folche
Antwort: daß dig nichts bewahret, dann es nicht
deutet auf das farramentlihe Brod. Dieweil
Paulus hie hat das Volk wollen untermeifen, wel-
ches in dem Glauben allemege Chriſtum, das mwab:
re Dfierlamm, am Creuß für und geopfert, nie
e Handlungen der zu Bern gehaltenen Diſputation.
2241
trag zu verantworten, mit Erklaͤrung ber Dank ⸗
ſagung, fo bey dem Nachtmahl des HErrn ge
brauchet folle werden; weiß ich nicht viel zumider.
Allein das begehre ich, zu Verficherung unſers
Glaubens, beffer mit Schrift erflaret zu werden,
daß glauben, feyeeffen. Gonun (als ers nimmt,)
dag facramentliche Brod ung des Leidens und To⸗
des Chrifti erinnert: mie vielmehr follte ung er>
innern das Weſen felber ; damit und alle feine Lie⸗
ve deſto vollfommlicher inung erklaͤret. Deun bie
Alten unter dem Moſe haben Zeichen gehabt der
Verheiffung, welche ung mit Wefen und That
wahrlich find mitgereichet. Und wie, Daß bedeu⸗
tet wird, übertrift feine Figur s alfo auch der Leib
Chriſti, durch das Lamm uns präfiguriret und an⸗
zeiget.
Oecolampadius.
Daß glauben ſeye geiſtlich eſſen, iſt gnugſam⸗
lich bewahret worden *) aus dem 6. Kap. Johan⸗
nis, jetzt unnoth mehr Bewährung einzuführen.
Daß aber Herr Benedict fpricht: Diemeil das ſa⸗
cramentliche Brod und einführet zu der Gedaͤcht⸗
nig; fo folle ung die Gegenmwärtigkeit der Leibes
Chrifti feldft vielmehr erinnern: fo fol man da
vermerken, was das Wort, erinnern, auf ihm
babe, und wie der Menfch mag erinnert werden.
©» erfindet fich, daß aufferliche Dinge, zu ber
Erinnerung dienend, muͤſſen mit den Einnen ber
ſen ſoll; und nicht allein zu der Zeit der Gacra: | griffen werden, als durch das Gehör oder Geficht.
mente Empfahung. Solches Volk wil er, daß Sy nun aber der Leib Chriffi hat ung nicht mehr
es allemege rein feye, und von ihm abgefondert
werden die ‚offenen Günder , welche vergleicher
werden dem Sauerteig, oder dem geheffelten Brod-
Dann wie die Alten ihr leiblich Oſterlamm aſſen
mit ungebeffletem Brod; alſo will er, daß wir in
unferm Glauben in Chriſtum follen Geſellſchaft
haben mit denen, die ein ungeheffelet Brod find,
- Daß aber Herr Benedict faget, wie daß bie Fi:
gur und dag da gefiguriret iſt, folle gleichmaͤßig
feyn, gefället mir wohl, fo er Ceremonie gegen
- Geremonie will vergleichen; fo haben Die Alten
das Dfterlamm leiblich gegeffen mit der Dankſa—
gung ihrer Erlöfung: alfo halten auch wir unfe-
jichtbarlich gegen gehebt follen werden, und foll
nach feiner Rede unfichtbarlich da feyn, und un:
empfindlich ; fo wird er dermaffen Feine Erinne-
rung geben. Wil man aber anfehen, wie der
Menfch innerlich erinnert merde, und wäre dad -
wurk, ſo ſoll das unferm einigen Meifter, der da
im Himmel ift, Chriſto felöft, der folches mis feir
nem Geiſt wirfet, zugegeben werden. Und ich
wolte auch gern einen andern Weg der Erinne:
rung von unferer Widerpartey-bören.
N Sud bievor p. 2184 u. f.
Pfarrer von St. Ballen.
re Ceremonien und unfere Dienfte, in Brechung Antworte ich kurz: daß Erinnerung befchehe
des ſacr amentlichen Brodes, mit Dankfagung un: durch auſſerliche Dinge Em ichnicht ne 5
ferer Erlöfung- Die Figur aber, daß durch Das darbey aber eigentlich auf die Worte des Geiſtes
Laͤmmlein die Erloͤſung vorbedeutet wird, iſt in vermerken folen, fo miftragend, oder bringend,
Chriſto ſelbſt erfüller worden am Creng, und durch | das fie lauten; darum das Wefen ich bey der auf:
5 unſern Glauben.
Pfarrer von St. Ballen.
Auf Antwort Dostor Decolampadi , allen Eine |diefem ſacramentlichen Brod, (mie ers nennet)
ferlichen Erinnerung nochmals nicht ſcheiden kann⸗
Daß aber mein Herr Doctor ein hat geführet bey
[daß
> 2222
( *
Der RBeformationsſchriften wider die Reformirten II. Abſchnitt.
[deß wir] und ber Wohlthat Chriſti erinnern Durſt nach andern Tröffungen ders
follen : verftehe ich, allen Chriſtglaͤubigen, nicht deshalb hinfaͤllet das Troͤſten des Teiblichen Er
allein bey dieſem Brod (nach feiner Benamfüng,) ſens Des Leibes Chriſti. Dergleichen ſpricht er
zu thun ſeyn fondern ununterlaſſentlich, wie wir am ſelben Capitel: Der Geiſt iſt der da leben⸗
taͤglich und ununterlaͤßlich der Wohlthat Chriſti dig machet; das Fleiſch iſt gar nichts nüge,
genieffen. Denn bey aller Eſſung GOtt Dank | Hie hören wir öffentlich, Daß es allein Geifffeyn -
foll gefogt werden, und alle Dinge zu der Ehre muß, der da lebendig machet; und fein Fleiſch
GoOttes beſchehen, in der erſten Epiſtel zun Co: |(denn er daſelbſt von feinem Fleiſche reder,) gar
rinthern am 10. Capitel: Ihr effer, oder trinket, nichts nuͤtze iſt, fo fern mans effen wollte, Denn
fo follet ihrs alles zu der Ehre GOttes thun; wir hie reden von der Fruchtbarkeit feines Todes,
U
und zun Eoloffern am dritten Capitel: In unfern
Worten und Merken Gott Dank gefager wer:
den ſoll. Von den Reden, unfichtbarlich und
unempfindlich, wollen wir verziehen bis anf ihre
weitere Erklärung. _ |
Zwingly.
den er im Fleiſch erlitten bat, Die Seele lebendig
zu machen. Darzu bedarf e8 Schrift, daß der:
keichnam Ehrifti, Teiblich gegeffen, die Geele troͤ⸗
fte; denn aller Troſt in der Schrift allein dem:
göttlichen Geiſt zugegeben wird , als von Johanne
vom 14. bis auf das 18, Capitel vielfältiglich
Damit wir kurz ab der Sache möchten kommen, angezeiget wird. Das aber angejogen iſt der
will sch aus Paulo und den ſelbſt Worten Ehrifti,
unſers Heilandes, von der Figur enzeigen, und
von der Erinnerung oder Nutzbarkeit des Fleiſches
Chriſti, leiblich zueffen. Der Figur oder Bedeut⸗
niß halben zeige ich an, daB Panlus fchreiber zun
Hebraͤern am 10, Cap. Das Gefeg bat den
Schatten gehabt der EFünftigen Güter, und
nicht eine eigentliche Sildniß der Dinge, In
den Worten Pauli vermerken wir, daß die Dinge,
die im Alten Teſtament bedeuter haben, nicht fol-
che Dinge bedeutet haben, als fie geweſen find:
° denn fie find im Schatten gemweien. Deshalb was
dort leiblich geweſen iſt, muß hie geiftlich feyn;
ſo doch Chriſtus dag Licht, das Leben und bie
Wahrheit it. Daß nun das Lamm gerödter und
leiblich gegeſſen iſt, geiget und an, dag der HErr
Chriſtus JEſus getödter, von ung geifflich gegef:
fen muß werden, das iſt, aufibnvertrauet. Denn
fo fern dem Leiblichen müßte leiblich geantwortet
nachgelaffen werden in Chriſto JEſu, davon hie nicht
zufagen ift. Der Worte Chriſti halben zeige ich erſt⸗
fich an, wie er faget Johannis am 6. Capitel: Ich
bin dss Brod des Kebens: welcher zu mir
Eommt, den wird nimmermehr hungern. Sie
it offenbar, Daß Chriſtus durch das Wort, zu
mir kommen, verftehet, in mich vertrauen und
glauben, Aus dem, das von Stund an bernach
folget, ſo er ſpricht: Welcher in mich vertrauet,
den wird nimmermehr dürften. Iſt hie xemarzs,
> i,[e.] Commiztio. In den Worten vermerken
wir daß alle, Die zu Ehrifto JEſu kommen, das
iſt / in ihn vertrauen (ald die Worte ſelbſt öffente
lich lauten); Feinen Hunger mehr haben, noch
Leſer.
Dankbarkeit halben in allen Speiſen Diener nicht
zu der Sache. Wir ſagen ohn Zweifel, daß mar
nicht allein dankbar fol feyn um Nahrung undal-
le Gutthat, die und GOtt bemeifer, und das zu
aller Zeit; fondern auch, daß wir ihm dankbar
follen feyn, fo er ung Widerwaͤrtigkeit zufuͤget,
und uns im felben hoch ſchaͤtzen das iſt, erken⸗
nen, daB wir Die edlem Kinder GOttes feyen ,. zum:
Römern am 5. Capitel. _ Die Dankfagung aber,
von der man bie redet, iſt nicht allein die; da ein
jeglicher Chriſt zu aller Zeit bey ihm ſelbſt GOtt
lodet, und Dank faget um den Tod ſeines Sohnes;
fondern Daß die Ehriffen in der Gemeinde zuſam⸗
men kommen, und das fie heimlich im: Herzen tra⸗
gen, öffentlich gegen die andern Glieder in dem -
Nachtmahl bezeugen. ai Aut:
Pfarrer von St. Ballen,
Auf die Verantwortung Meifter Ulrich, des
ortet Lamms unter Mofe, und fo bedeutet wird mir ung,
werden, würden gar viel ungeſchickter Dinge muͤſſen
im Neuen Teſtament in Cbriffo; Verlaͤngerung zu
verhuͤten, befehlens wir den Actis und Chrifflichem -
Daß wir aber ein Wort haben, das in
aͤuſſerlicher Nieſſung uns verfichere, wie Denn Jo⸗
hannis am 6. Kapitel ſtehet, vor angezogen; ges
‚ben wir ſolche Antwort, fo auch in den Worten
des Nachtmahls ſtehet: Welcher für euch gege⸗
ben wird, und; welches Blut für euch ver:
goffen wird. In ſolchen feinen Worten verfker
ben toir Die Verheiffung ſeyn alfo mit den Wo
ten Ehrifti, und mit dem aufferlichen erwachftund _
wird (Io es im rechten Geift und Glauben ges
offen wird,) der Troft der Seelen. Bon der
Einleitung Johannis am 6. Capitel. Fleiſch iſt
nicht nuͤtze; wollen wir bis anf feine Seit unver⸗
ant⸗
2224 Don den Zandlungen der zu Bern gehaltenen Difputarion. 2225:
antwortet laſſen bleiben. Denn, follte in Aus⸗ durch den Mund genoffen folle werden: dann
theilung des Leibes Chriſti ung Troſt nicht erwach⸗ |melcher folches empfahe, foll billig auf ihn vertrau⸗
fen, oder zufommen: was Troft hatten wir dann |en, (da8 thun mir, ob GOtt will! alle;) dan
in dem factamentlichen Brod ( wie fie e8 nennen) ? der zu GOtt (ober feinem Wort, oder Zeichen)
Das andere aber, fo angezogen wird, um Kuͤrze zugehet, ſoll GOtt glauben und vertrauen,
willen befehlen wir dem Chriftlichen Leſer. zun Hebraͤern am ın. Capit. Daß ber Leib nicht
Zwingly. werde ausgetheilet, wie Meiſter Ulrich ſoll erzei⸗
Die angezeigten Wortes Welcher für euch gez | get haben, verlaſſen wir ung auf die Acta.
geben wird; und: welches für euch vergoffen Meifter Ulrich Zwinglp.
wird; bewahren gänzlich alfo nicht, daß hie vers | Wir laffen und auch auf die Erklärung, aus
heiffen werde dem leiblichen Effen Vertröftung |ofnem GOttes Wort, von und bervorbracht, wie
ober Vermahnung; daß fie auch darwider find. auch die Acta innehalten. Die andere Rede, daß
Dann fie zeigen an, daß der Leichnam Chriſti im Nachtmahl, mit dem Munde ber Leichnam
und fein Blut für unfre Sünde in Tod ‚gegeben Chriſti gegeffen werde ; erkennen wir gar eine un⸗
werden, Nun nimmt fein Tod niemand die Gun: | gefüge Rede feyn: Dann fo unfere Munde leib⸗
be ab, denn fo im ihn vertrauet wird. Nun iſt lich find, und nichts dann leibliches effen mögen,
vertrauen eine geiftliche Wirkung , Die auch ollein | und empfindlich ; würde folgen, daß wir den Peich-
von dem Geift komme; deshalb fie aber hie, prin- nam Chrifti empfindlich effen müßten. Der Geift
cipium petunt, Daß er aber faget, fle verſtuͤndens iſt, der da lebendig machet ec. Empfehlen das auch
alſo; dag mag und nicht tröften. Das, daß wir [einem jeden , der da glaubmaͤßigen Verftand hat,
ihnen fürgeben, daß der Glaube alſo verfühere, | . Pfarrer von Gt. Ballen.
daß man Feiner andern leiblichen Berficherung | Co wir num haben die Handlung der Figur
nachfrage: das zeigen wir ihnen mit Schrift am den Aetis befohlen, und fie andere Erklärung eine
" Daß aber das leibliche Effen die Geele tröffe, |getragen, und nemlich jetzt in der letzten Rede:
Feigen fie mit ihrem Verſtand an. Das Wort, befehlen win allen fo von Gott gelchret follen were
das Fleiſch ift nicht nuͤtz haben wir nicht als den was das öffentliche Wort der Schrift vers
fein eingezogen zu einer Einleitung, fondern zu el: moͤge, und fein Verſtand.
‚ner Bewahrmiß. Daß demmachgeredetift: Goll-| WMeifter Ulrich Zwinaly. —
te in Austheilung des Leichnams Chriſti nicht Wir empfehlens auch denen, die von GOtt
Vertroͤſtung ſeyn, was Troſtes hätten wir dann gelehret find. |
im facramentlichen Brod? geben wir Die Ant- Decslampadius.
wort, daß fie.aber principium petunt; das iſt, Unter andern iſt geftern, auch heute, geredet
daß fie aber, das wir ihnen nicht nachgelaffen ha⸗ worden, wie Daß die aufferliche Worte tragen mit
ben und nicht erobern mögen. mit Schrift, für ihnen ‚nicht allein dag, fo fie bedeuten, fondern
darbracht rechnen. Wir haben geftern öffentlich „uch, das fie verheiffen. - Das gebührer fich auch
angegeiget, *) der Peichnam Chriſti werde nicht „1, verantworten; und fage alfoviel darzu, man
ausgetheilet im Nachtmahl, und haben fie ihre fone anfehen die Natur und Art der Worte, wie
Meynung darwider der Schrift und Dem Lefer ber yief ihnen von GOtt gegeben feye. Dann den
fohlen; und wollen aber heute wiederum auf die⸗ Sufferlichen Worten, als Elementen, iſt nicht mehr
felbe leibliche Austheilung dringen, die ſo oͤffent⸗ herliehen, dann zu bedeuten die innerlichen Wor⸗
üch widerfocheen iſt. Aber nichts deſto minder ge, fo vorhin in dem Herzen des Menfchen find.
fagen wir. alfo, daß wir Fein Wort GOttes haben, Und mo bey den Aufferlichen Worten mehr zuges
das ung befondern Troſt verheiſſe gegeben wer | gehen wird, dann ſolches Bedeuten und Erinnern ;
den es feye in dem leiblichen Effen, oder in dem |) mag es geachtet. werden für eine Zaubetey.
ſaeramentlichen. — Dann was iſt Zauberey anders, denn daß man
*) Such hievor p. 2218. 2220. Jermeynet mit Kraft der Worte auszurichten, dag
! Dfarrer von St.Ballen. doch die Worte am ihm ſelbſt nicht vermögen ?
Wir verlaſſen ung auf die vor angezeigte Erkläs| Alſo faget der weile Mann: Die Worte der
rung, von ung beſchehen: dann Chriftus im Abend-| Weifen (im Pred. Cal, am legten Capit.), das
mahl beyde Dinge zuſammen gefeget, Wort, und| find alle Stimuli oder Naͤgel. Es iſt die menfch-
eib, geiftlih mie dem Herzen und leiblich Tiche Natur der erften Geburt halben in der Bild-
Antheri Schriften 17, Theil. Bbbebbbeb miß
0206 Der Reformationsfchriften wider die Reformirt
ß als er gegen GOtt erfiharfen iſt, faſt verbun- |
keit und verfinftere. Alfo, DaB er den rechten
Lehrmeiſter Chriſtum langfam börek, und. den
tanz göttlichen Wahrheit nicht bald annimmt.
Dusch Bewegniß und Hinderniß des Fleiſches
find dem thörichten Menfchen etliche Hulfe gege⸗
ken worden; nemlich Die Aufferlichen Worte, durch
welche dev Menſch, ald durch Stimulos und Na—
gel, ald in ihm felbft erinnert werde, und alfo
erne erkennen feinen innerlichen Meiſter und em:
pfähig werde der Wahrheit, EI muß je vor im
Menfchen etwas Erkenntniß feyn, fol. er gelehret
mögen werden. Wenn man taufend Jahr einem
unbekannte Worte fürhübe, fo würde doch einer
nichts deſto gelehrter, er verſtehe dann auch die
Horte. Und fo aber die Morte verflandig find,
wird der Menfch inwendig eriveget, daß er er:
kenne dad, von dem Da aeredet wird, Darzu
‚find verordnet worden die Worte, und find ihnen
nicht gegeben fonderliche Kraft etwas auszurichten
weiters, dann geſagt. Aber der Geiſt GOttes,
der da erleuchtet, der gibet ſolche Erkenntniß.
Es wäre je aus der Weiſe daß wir dem aͤuſſer⸗
lichen Wort mehr zugeben, dann der Perſon,
*
en II, Abfehnitr,
7
- ‚len, darzu ich es babe ausgefandr. Dann ders -
gleichen auch dem Saul befohlen ward, die Ama
lechiter zu ertoͤdten; laut ber Verheiffung ward
der Gieg ihm erſtattet. Andere Einzüge, daß
der. Geift alles in und muͤſſe wirken, verneinen
wir nichts wir glauben aber, daß bey Den Wor—
ten die mitwirfende Kraft des Geiftes zugefügee
‘eye, fonft wäre Die aufwendige- Stimme oder
Wort, wenig nutzbar. Bon der Zauberey laffe
ich den Eintrag in feiner Würde bleiben. Soll⸗
ten die Worte das nicht mitbringen , fo fie lauten,
jo hatten Die Apoftel und Prediger ıc. Antworten
wir, der HErr har feine Apoſtel ansgefandt, und
bat gefaget: Geber und prediger das Evanges
lium sllen Ereaturen! Der daglauber 2 dann
je das Evangelium ift eine Kraft Gottes, _
zu Heil eines jeglichen Gläubigen , zun Roͤm
am erfien Cap. Gewiß ift, daß unfere Pflan⸗
zung und Wäflerung nichts ift; aber GOtt,
der da gibt dns Wachſen und Die Kraft. Nun
werden durch die Predigten und Verkündung des
Wortes nicht alle Zuhörer felig; aber die, zu de⸗
nen das Wort gefchickt iſt, ( Efaid am 55. Capi⸗
tel ,) bey denen wird ed Frucht bringen, wieder
die folche aufferliche Worte redet. Sanct Paulus Fert daffelbige mit mehr Worten erkiäret. Dan
foricht, er ſeye nicht Apollo, feye auch nichts : jallein die Verordneten zu dem ewigen Leben
wie follte dann das Aufferliche Wort, folche hohe |baben das Wort GOttes geglaubet, in den
Kraft baden? und follten die Worte das machen, Geſchichten Der Apoſtel am 13. Cap. Ander Eintrag
oder bringen , das ſie lauten; fo wuͤrden die Apo-
ſtel, und alle Prediger, alle ihre Zuhörer glaubig
machen ; dann fie reden die Worte des Glaubens,
and würde ber Glaube denen zugefuͤget: welches
‚alles ab dem Wege iſt. Alſo iſt die Wirkung des
Herren, wie wird haben Marc am legten Capit.
Die Worte aber und Sacramenten fragen nur
die Bedeutniß. : |
+ Pfarrer von St. Ballen.
Auf den Eintrag, fo die Worte verheiffen, oder
Kebeuten ı. fagen wir alfo: GOtt der HErr, der
felbige hat je und allewege, in Alten und Neuen
Zeſtament, fo er verheiffen bat, oder befohlen,
das erſtattet fo fie haben gelautet. Als nemlich
bat er geredet ein Wort, und ift alles gemacht
worden im 33: Palm; dergleichen auch im er⸗
fen Buch Mofis am 18. Capit bey der unfeucht:
baren Sara, brachte die Verheiffung mit den
verheifienen Iſaac. Dann GOtt nichts ſchwe⸗
reg iſt. Auch Efais am 55. Cap. Wein Wort,
fo ausgeher von meinem Munde, das wird
laß ich jetztmal bleiben.
Swinaly,
Daß EDrE alles halte, das er verheiſſet, bedarf
bey ung Feiner Kundſchaft. Der Span ift auch
nicht darum; fondern, daß fie geſaget haben, das
aufferliche Wort bringe mit ihm das e8 bedeutet
oder verheiſſet; da fich aber das Widerſpiel erfin-
den wird. GOtt ſpricht zu Abraham felbft:
Opffere mir deinen Sohn auf,aufdem Berge,
den ich dir anzeigen werde. Alſo lautet dag
auffere Wort GOttes. Gollte nun bey dem auf
fern Wort daS gefiheben, dad e8 bedeutet, fi
wäre der Sohn Abrahams aufgeopffert vonStund
an, da die Worte geredet wurden; dad abernicht -
iſt Linfer Here Chriftus JEſus begehret, daß er
enthebet wurde von dem Leiden; aber bey dem
auffern Wort ift Die That nicht geweſen, fonft hͤt
te ex nicht gelitten. Der Verheiffung balbenaber
erkennen fie, daß die allein das Evangelium be
ben angenommen, Die da von GOtt zum einigen
Reben berufen ſeyen. In welchen Worten fie ibe
wicht zu mir leer Eommen, fondern es wird nen ſelbſt antworten: dann nicht allein Die, Die
thun und erſtatten, darzu iches baben wol:!gläubig wurden nach ihren Predigen, ihr Wort
5 N gehoͤ⸗
2"
A
Wenn nun dasauferliche Wort das mit ihm brach:
ge, daßes verheiffetz fo brachte ed je auch denen
das Heil, die es nicht annehmen, als gnugſam
iſt durch Decolampadium erzeiget; dann denfel-
ben gleich als wehl mit dem auffern Wort gefaget
wirds welcher vertrauer aufden lebendigen Sohn
GOttes Chriſtum JEſum, der wird heilig; als
auch bie; Glaͤubigen. Daß fie aber darbey be⸗
kennen, daß den Glauben, oder das Wort GOttes,
allein die annehmen, Die von GOtt berufen find:
da geben fie ſich gewonnen, daß das Auffere Wort
ſolches nicht thut. Denn das auffere Wort
das iſt je nicht GOtt, ſondern allein ein aͤuſſerlich
Wort, und eine Bedeutung oder Oefnung des
göttlichen Willend. Die herein gegogenen Schrifz
ten laffe ich um Kuͤrze ungeäffert: dann fie ung,
und nicht ihnen dienen. Das sun Römern ffes
- ber: Das Evangelium ift die Kraft GÖttes,
einem jeden Blaubenden zum Heil; auch das
Efaia am 55. Cap. angezogen, Dienet und: denn
das Auffere Wort des Evangelii iſt nicht die Kraft
Gottes; fondern das Auffere Wort das erkläret
uns allein die Kraft, die GOtt durch feinen Sohn,
zu unferm Heil, gewirket Bat.
Dfarrer von St. Ballen. _
Des erfien, daß fih in unfern Worten dag
Widerſpiel erfinde, befehlen wird den Hörenden
und Leſenden. Don Abraham eingefuhret, ſaget
der Tert im ı Buch Mofe am 22. Cap. er foll
nehmen feinen Sohn, und folle gehen in das
Erdreich ꝛc· Bey welchen Abraham den Befehl
hat wollen erftatten, if aber von GOtt abgeikel:
fe ‚ex folle Die Hand nicht ausftrecken 2. wie
die Hiſtorie vermag. Vom Leiden JEſu Chriſti
wæeiß maͤnniglich, Daß er feinen Willen in den
Willen feines Vaters ergeben ꝛc. Von der DBer-
heiſſung weiß man wohl, daß der Saame des Wor⸗
168 GHtte$, vielmals in die unfruchtbare Erdrei⸗
be fallet, und erſt in dem vierten vielfältige
Frucht vorbringet. Dann alled, fo die Apoſtel
gethan haben, haben fie nicht aus ihren ſelbſt,
fondern in dem Namen ( das ift, in der Kraft)
GOttes gehandelt: Gewiß ff, daß die aufferen
Worte als Mittel und Suftrumenten find, deß, ſo
EHrt will; wie er faget durch die Propheten und
Moſe: Ich bin dein GOtt. Golche Verheiffung
in den kurzen Worten führen und bringen mit,
BHrt mit allen feinen Gütern, fo man ihm de
mürbiglich glaube. Das übrige das befeble ich
dem Chriſtlichen Leſer.
Von den Handlungen der zu Bern gehaltenen Diſputation.
gehoͤret hatten, fondern auch die Ungläubigen. |
2229
Zwingly.
Alle Worte unſerer Widerſacher dienen daher
daß alles, fo geſchieht, aus GOttes Wirkung ge⸗
ſchehe, und nicht aus Kraft oder Geſellſchaft des
'aufferlichen Wortes. Darum fo die aufferen,
"Worte, Mittel oder Inſtrumente genennet werden,
deifen, ſo GOtt mil: verſtehen wir dad nicht
daß fie vollbringende Inſtrument ſeyen; fondern,
daß die Worte, fie ſeyen von Stimmen oder
Buchſtaben, allein den göttlichen Willen anzeigen.
Wir baben in den Gefthichten der Apoſtel am 19.
‘Cap. alſo: Es waren etliche Schne Scevs,
!eines Judens, eines oberiten Priefters, derer
waren fieben; die unterftunden fich, bey dem
Kamen des HErrn TEfı zu beſchwoͤren die
von den boͤſen Geiften befeflen waren, und
fprschens Wir befehwören euch bey IEſu,
dern, den Paulus prediger, Alfo gab ihnen der
boͤſe Geift aus einem Sefeffenen Antwort? Ich
Eenne IEſum, ich Eenne Paulum, wer feyd
aber ihr? Und fiel der Menſch in fie, in dem
der böfe Geift wer, und begewaltiger fie;
und ward ftärfer weder fie; alfo, daß fienadend
und verwundet aus dem Hauſe entrunnen.
Hie ſiehet man, fromme Chriften, tie viel das
auffere Wort vermag; da das innere nicht iſt. Daß
demnach ift angezeiget, wie GOtt zu Abraham
geredet habe: Ich bin Dein GOit; da haben
Die Worte Abrahamen zubracht, GOtt mit allen
feinen Gütern; fagen wir, daß dasein Gefuchift.
Daß id GOtt Abrahamen freundlich und zu ei:
nem Vater ergeben und gemacht hat, das iſt feis -
ner Gnaden Gute und Erwegniß geweſen, ehe er
ein aͤuſſer Wort je mit ihm redete; dann es iſt aus
Gnade und nicht Verdienft; darauf ein groffer
Theil der Epiftel zun Roͤmern geſchrieben iſt.
Daß fie aber angezeiget, daß ſich GOtt alſo ein-
laffe, oder zu Herberge komme mit allen feinen
Gütern (wenn man ihm glaubet ): fo erfennen
wir aber, daß GOtt bey dem Glauben wehner,
und zu Herberge iſt. Johann. 14. Cap. und daß
das Auffere Wort nichts bringe, dan wie vor
gefaget. *) Und fintemal unfer Widerpart fich ib-
res Verftandes und Erklärung auf die Acta ver:
laͤſſet, wollen wir und auch auf die Acta in ul
ferer Erklärung **) gründen laffen.
*) Suche hievor p. 2227. “=
**) Suche hievor p. 2184.0.f. ..
Pfarrer von St. Ballen. \
Aufdie Antwort Meifter Ulrichs: alle Wor-
te 36.. wie fie von und geredet, verlaffen wir und
Bbhhbb 52 auf
| Pr ¶ Die Reformationsfchriften voider die Reformirten I. Abfehnitt, 22
auf die Meta. uf den Soruch in den Geſhich ı Brüder, I männiglichen wiffend, ba —
nd fee u 1, Cap erg |) Gi Mb un Kam am un
eingeführet , nicht noth wieder zu äffern. SE |und darum von feinem W een
aber gewiß aug dem Anhang der Worte, daß bie | Heyden oder unglaubi orte reden. Waren wir
felbigen nicht aus. Glauden gehandelt haben; dag * en ober unglaubig, fo redeten wir von Ma
bezeugen die Wortes Ich erkenne yefum, und fen f en befenne Ehti
Blum weiß in, ie abe ber I en die oa mit dem "Herzen glauben zu
Daraus Dir Winelauße ipriy Hr ET * der Gerechtigkeit, und folches mit dem Mun-
Leſenden nie en — a on Kürze: wegen =
a — handelt mit dem Wor- 0 Zwinaly, eis,
‚SH ed übel. Das bezeugen di en en RG,
Heren, Matth. 7. Cap. Die da en il — ſagen mir alfo: daß ſolcher
HErr, HErr! wir haben in deinem Namen | Chriffi — —
mei Pi no Temen Bir Ei mie Ne oder nicht. Dann wir Einfältigen
. © fel ausgetrieben; fo fie es aber aus dem rechten fpricht abe a De
N er
Diener. Dann die Juͤnger Chriſti — 3 —
Teufel aus den Sefeffenen nicht er an — nn Halt nt —
wegen des Misglaubens; wie die Worte Matth. Chriſtum em 5 a
17. Elarlicy anzeigen. Dergeſtalt auch Johannis 5 EN. & i
amıd. Cap, Wabrlich, wahrlich ſage ich euch ; farcer von St. Ballen.
der da glauber in mich; die Werke, fo ich Ob Gott will! Fa.
‚tbue, wird er auch thun und groͤſſere; durch 3Zwingly
den Glauben allesſamen; wie wir deß auch Be— Fuͤhret uns einen Blinden oder einen Lahmen
zeugniß haben, Luca 9. die aus dem Glauben ber, und fage mir zu demfelben Blinden: run
Chriſti die Teufel austrieben. Won Abraham be- refpice, erfiehe! DIE iſt ein Wort Chrifti und
fehlen wirs der Schrift: denn daß GEGtt ſich iſt darbey verbeiffen , daß die Apofkel und Predis
einlaffe in unfere Serzen, Durch den Blauben, ger die und die andere Wunderzeichen thun wer»
haben wir zun Epheſern am 3. Cap. Und verfaf, | den. Go hat er num den Glauben und dag. auffer
In ame ‚wie unfer Herr und Bruder, auf die te Wort bey einander. Vollſtrecke mir, das das
J N aͤuſſere Wort beiffet, oder verheiffer. So ich numn
| Zwingly. das nicht zu Verſachung rede und nicht zweifele
Unfere Brüder ziehen feine andere Schrift! er Werbe fich deß nicht unterſtehen; dann er wohl.
herein, dann die unfere Meynung bewähren; nem: wiſſen mag , daß er mit dem ‚Auffern Wort, auch
lich, dag die Wirkungen oder Frucht nicht des bey feinem Glauben, alfo nichts vermag; es fege
äufferlishen Wortes ſeyen fondern des Glaubens. dann, daß GH:t gefalle, folches zu wirken : fohof-
So fie felöff erkennen, daB die Söhne Seen da- | fe ID, es ſeye niemand fo eines Kleinen DVerftan-
zum die Teufel nicht haben ausgetrieben, „daß fie; des, dann daß er vermerfe, daß die Auffern Wor-
nicht Glauben gehabt; dann (welches für ung te nicht8 vermögen vor ober herzuhringen , obe
it,) fe die Worte der Austreibing | aleich der Glaube da feye. Und fälet damit. ihe
haben: Ich gebiete dir in dem Kamen SEefu 1; Grund bin: das Wort bringet mit ihm das eß
— halte Gebots iſt aus dem Mann bedeutet ober verheiſſet. ee
briffi. In meinem. Ziamen werden. fie di | : alten
Teufel austreiben , Marci 16. Kap. Go fie Der vn un — — — nd Be⸗
al ep 2a ia ** und nichts fehſ GOues da iſt zu ee sr oc
0 mehr dag Austreiben aefolget hat: fü folge; Chrifti nicht habe: bat er d E Chrifi mie,
aber, dag ihre Rede nicht Grund hat, da-Tie ſpre⸗ fo sche fein Pak Iron Be
en Mor iekindte Inleiken Yon ed. fo iſt er nicht fein, zum Roͤm am 8. Cap · Auf die
en al: in bringet mit Ihm, das es J — antworte ich alſor Daß die
— von St Gallen. dausgetheilet ———
Anf Einzug und Verantwortung umſerer Mit Net, als ihn gefallet. Wiewol Meiſter Ulrich —
ſtum
*
VvVon den handlungen der zu Bern gehaltenen Difputarion. 2033
ſtum JEſum ald wohl prediger, und den Eren- das Netz ausfpreiten! begebre ich von unferem
zigten, als Petrus und Paulus, (ob GOtt will!) | Bruder, mas auferlichen Wortes Petrus gere
auch mit. gutem Glauben: nichts deſto minder det habe, zu des Netzes Einlaffung ?
habe ich nicht gehörer , daß er die Lahmen grade] Pfarrer von St. Ballen.
habe gemacht, und fein Gchatte die Kranken ge: | Wie ed im Zert verfaffer, mit allem Innhalt,
‚find. Der Geftalt haben wir auch Matthai am will ich darzu nichts thun, noch barvon nehmen,
‚21. Cap; im Feigenbaum, und Veränderung ded und ihm die Worte ded Enpireld zu Antwort
. Berges. Dann alle die Dinge, fo wir werden laſſen.
begehren, bittend und gläubig, werden wir] i
empfahen. Und befehlen ſolches abermals den | ch trage die Perfon des Einfältigen, und bir
Aid, * es auch. Saget mir, Herr Pfarrer! mag, heiſ⸗
WMWeiſter Ulrich Zwingly. fet bie Wort da er fpricht: In deinem Wort
— io Sn des Na ne ler will ich das Netz ausfpreiten?
lich, mehrer oder minder, gegeben werde, erken⸗
nen wir wohl, Aber diß Argument, oder Ger) ag ne Be
genwurf, wurde allein reichen auf die Gröffe des Stoinälg 5: ;
Glaubens, und nicht auf das Vermögen des Auf: DE Benkalle monaeRte ID nicht Aurel
Zwingly.
ſerlichen Wortes. Dann fo der Glaube das ver-
mag , und nicht das aͤuſſere Wort; fo haben wir
recht und find fie von ihrem Spruch gedrungen,
daß das Auffere Wort ſolch Vermoͤgen habe, als
ſie anzeigend von Wunderzeichen, die von Petro
daß Petrus mit einem aufferlichen Wort den Haus
fen der Fiſche zuſammen bracht habe; dann fie
nicht8 anders vermögen, dann ald ob Petrus fpra»
ches Her, fo du michs heiffeft, fo will ichs
thun. Wo ift aber bie dag auffere Wort? Deß-
halb die Worte, das ift mein Leichnam, durch
den und andere Grunde noch nie bemahret find, |
“ gewirkt, und Durch mich Gläubigen nicht gewir⸗
ket find. Gage ich daß die Rede, unfere vordri-
ge Meynung beflätiget; dann die Wunderwerke
weder an meinem Glauben. noch am auffern Wort
fieben. Deßhalb aber. ihre Meynung zurück Tie-
‚get; denn die Kraft der Wunderierfe ‚nicht an
x unferm Glauben , fondern ar der Wahl GOttes
ſtehet; darvon bie nicht fkate IE, nach Nothdurft
au reden und find die Dre, die Chriffus vom
ſtarken Glauben vedet, nicht darmider.
=> Pfarrer von St. Ballen.
Wir wiſſen wohl, daß das Wort des Menfchen,
‚als eitieg Menfthen , nicptd vermag: aber fo wir
handeln aus dem Befehl und? Wort EHDttes, fo
thut e® nicht allein natürliche Dinae, fondern
übernatürlichee Das eroͤfnet fich in dein Wort,
fo Petrus dem Herrn antwortet: Gebieter!
durch die ganze Nacht arbeitende, haben wir
nichts gefangen: in deinem Wort aber will
daß fie vermögen den Reichnam Chriſti in dad
Brod wefentlih bringen. Und bezeuge mich dag
auf eines jeglichen Chriften Lefers Verſtand.
‚ „Pfarrer von St. Ballen.
Dergleichen, fo mir geredet und geantwortet
‚von Kraft des Wortes GOttes, wird (ob GOtt
will!) Die hörende Kirche und Chriftliche Lefer
wol erfennen. GOttes Gnade feye weiter mit
ung! Amen. So viel nun ung von Vergleichung
aus dem Alten Teſtament, zu den Worten des
Nachtmahls, von dem Leib Chrifti und feiner
Gegenwaͤrtigkeit, geurfachet har, iff der Schrift‘
befohlen. Auf ſolches wollen wir anzeigen Die
Worte des Kelches, alfo Jautend: Und er hat
genommen den Kelch ‚bat Dank gefagt, und
ihn ihnen gegeben, fprechende: Trinket Dar:
von alle! Das ift mein But Des Neuen Teſta⸗
ich ausipannen das Netz. Als ſie folches ae:
than haben, baben fie umfchloffen eine groſſe
Diele der Fiſchen. Alſo möchte zugeführet wer-
den der Spruch in der erſten Epift. Petri am er⸗
ſten Cap, und zun Römern am 10. Kapitel. auch
die erſte Concluſion, darım (sd GOtt will!)
Chriſtliche Rede gebalten worden. bde , and acheiffen worden das, fo fie getrunken
3 Zwingly. haben, dag Blut des Neuen Zeſtaments: gleicher⸗
Da Petrus ſprath: Im deinem Wort will ich geſtalt wie in —— zu vergleichen, ha⸗
Ber Sb v3 en
ments, welches für »iele vergoffen wird, zu
Verzeihbung der Sünde. In weichen Worten
wir glauben das mit aus getheilet ſeyn p die Wor-
te anzeigen, und das weſentlich feyn, wie es der
HErr geheilfen bat. Dann wie das Blut Thri-
fi ausgegoſſen worden iſt zu Verzeibimg der Sun: _
\
2234
den mir im andern Buche Moſis am-24. Cap
da bar er genommen Das Buch des Bundes,
und hats gelefen, zu Hören dem Volk, die da
baben gejagt? Alle die Dinge, fo der Are
bat geredet, wollen wir thun, und werden
geharfam. Alſo hat er genommen das Blut,
und gusgefprenger in das Volk, und gefagt:
Das ift das Blut des Bundes, welchen GOtt daß der Wein, oder in dem
mir euch getroffen bat, uͤber alle Diefe Worte.
Aus welchem allem, damit und aber die Figur
dem gleich feye, fo es bedeutet bat, wie da weſent⸗
lich Blut geweſen: dergeſtalt, im Licht und in meynet
der Wahrheit, hat Chriſtus geredet: das ift mein ſtehen
Blur, Derhalten (wie die Worte latıtend, aus
Allmaͤchtigkeit und Wahrheit Chrifli,) verſtehen
wir folddes (laut des Worte ,) wefentlich feyn.
Derolampadius. _
Aus der Antwort, ſo gegeben iſt uber Die Wor⸗
te: das iſt mein Leib; ſo auch eingezogen ſind
worden Figur endes alten Geſetzes, moͤchte man
bie auch Antwort empfangen haben. Und waͤre
Billig, fo man vorhin nicht gegruͤndet iſt im dem
neuen Geſetz mit einem fatten Spruch, daß man
fich nicht unferwinde mit Figuren zu bewahren.
Iddoch dieweil er diefe Figur, im andern Buch
-Mofe am 24. Cap. einfuhrer, wie dad Blut ge:
fprenget feye morden auf das Volf, mie Worten,
darbeh geſagt: Das iſt das Blut der Bündniß,
mit euch getroffen; dienet folche Figur nicht auf
Das Nachtmahl. Es haben auch die Juden Fein
Blut darvon getrunfen, dag man alfo Rechnung
faffen möchte, folche Figur daher diene. Uber
unſer Buͤndniß iſt allein am Creutz verfichert mor-
den ‚ tiach dem ewigen Rath GOttes, der feinem
eingebornen Sohne, um feiner unausſprechlichen
Gehorſame willen bis in Tod hinan, die Erwaͤhl⸗
ten gegeben hat. Und aber in der Zeit iſt ſolche
Austheilung und Beſprentzung einem feden verlie-
hen worden; und wird verliehen, fo er mit der
Gnade des Heiligen Geiſtes beweget und gebeili-
get wird.
Petri in feiner Epiſtel: Aſperſio fauguinis; und
in der Epiſtel zun Hebraern am 3. Cap. reichlich
darvon gefaget wird. Darum folge Figur, von
Herr Benedict angezogen, hieher ſich nicht reimet.
Aber das if wahr, ſolche Gnade GOttes und
Austheilung wird ung hie verfündet, Darum man
auch GOtte Dank fager. Ich vermeyne auch,
- Herr Benedict ſolle mie Das nicht leugnen, Daß
keiner ſolch Sacrament empfahen folk, er babe
dann vorbin-einen Glauben, daß ibm feine Suͤn⸗
7
ie man auch verſtehet den Gruß den ſeye, wird niemand, laut der
‘
de Durch das Reiben Chriſti verziehen feyen: dent
das geböret darzu, Daß fich ige
re ;
‚omır Kap. So nun der Menfch erkennet, daß
ihm das Blue (don nögerbei N Te —
ſeine Rede nicht ſchicken als ſolle eg ihm allererſt
ausgetheilet werden. So — ſein Bewaͤhrniß,
ein ſeye ich
Blut, aber eins niche befteben, h : ——
Pfarrer von St, Ballen.
Auf die Ableinung, fo mein Here Doctor vers
die Worte des Kelches nicht alſo zu ver»
eben ſeyn: wollte ich gern demuͤthiglich auch
eins von ihm fragen, zu Eutſcheidung, da der
HErr gefagt hat: Teinker alle daraus! fire,
‚in ber erften zun Corinthern
Der Reformationsfihriften wider die Reformirten U. Abfehnitr, wa.
{ : 6666 ELTERN
“ir
J
Eh
chende: Das ift mein Blut! mag der HErr feis -
nen Juͤngern dargereichet habe? oder, was fie
getrunfen haben ? ,
Vecolampadius.
Iſt euch Tieb, daß ihr euch wollet verzeihen der
eingezegenen Figuren, fo will ich euch von Stund
jan auf eure Frage antworten; wo dag nicht, wol-
len wir dad vordrige abrichten.
Pfarrer von St. Gallen.
Gebe ich Antwort meinem Heren Doctor, von
wegen ber eigegogenen Figur. “Sch babe Diefelbige
im bie Acta gegeben, und fo ich recht eingebenf
bin, biefelben erklaret. Darum nicht noch meifer
zu erholen in weiter Entfpeidung. Und begehre
weiter, alö vor, Antwort: die Figur aber Iaffe
ich in feiner Wurde ſtehen. Er
Gecolampadius.
Es fragt Herr Benedict; was der HE den
Juͤngern gereichet habe? gebe ich ihm Antwort:
den Kelch, oder den Wein; aber nicht ſchlechtlich,
*
\
fordern daß er fein Leiden ibnen damit befehle
und fie zu einer Dankſagung einfuͤhre.
Pfarrer von St. Ballen.
Daß unſer Buͤndniß am Creutz verfichere wor:
Worten fel
—— 2 fie melden, Das i En
aß es am Creutz vergoffen worden feye: in welz
chen Worten, fo der HErr gefaget hats Trinke
alle daraus, das ift mein Blut! Babe er ihnen
das geben, ſo er ihnen dargeboten, und heiffen trin-
den, befohlen bat. Darunı, dag diefe Worte den
Sinn und Verſtand nicht haben mögen; begehren
wir dargegen fehriftliche Unterrichtung, die ung
von ſolchem Verſtand in unferen Gewiſſen verft-
chern möge, Dann der HErr mis folcden Wor:
gen,
ft mein Blur, |
2236
ten. trinket! dag ausgetheilet hat, fo er darnach
am Creuß vergoffen hat. Won der Austheilung
wegen / aus Petro und der Epiftel zum Hebraͤern,
kann niemand verneinen; probiret aber damit
nicht, daß die Worte: Das ift mein Blut! nicht
das Blut Chriſti geweſen feye: daß Feiner ohne
Glauben dieſes Sacraments (als fie esbenamfen) ;
ohn Ziveifel der , fo in Ehriftum durch den lan:
ben nicht eingepflanget ift, der würde fich ( weder
des Glaubens noch der Werke, fo aus dem Blau
ben Chriſti fieflen ‚auch der Taufe und des Nacht:
mahls Chriſti,) nicht annehmen. Dann fo mein
Herr Doctor weiter vebet, wird eg, Daß ber
Herr gebeiffen hat fein Blut, ein fonderlicher
Troſt unſers Gewiſſens feyn, getrunken, mit famt
fo ed zu gleicher Weife (laut der Worte,) ver:
goffen iſt zu Verzeihung unferer Sünde, Hier:
auf, mein Herr Doctor, entfcheidet und mit der
Schrift, daß die Worte nicht mittragen, oder nicht
Dargereicher feye, fo fie lauten.
| Oecolampadius.
Auf feine Trage weiter zu antworten, und mei-
ne Antwort zu beflätigen, da ich gefaget habe,
der HErr habe ihnen den Kelch gegeben: finde
ich es alſo klar bey den Evangeliften ‚denn es ſte⸗
bet alfo: Er nahm den Kelch, (es ſtehet nicht,
-er nahm fein Blut, ) und dankete, und gab ib»
nen, und fprach: Teinker alle daraus. Das
(daraus) Fanıı je nicht anderswohin veferiret
‚und gelehnet werden, dann auf das vorhergehende
Wort, daß der HErr den Kelch genommen hat,
Sch glaube auch ganzlich, Herr Benedict feße nicht
die Transfubftantiation, mit den Paͤbſtlern, Die
da fprechen: Der HErr habe nicht die Subſtanz
des Weines dargereichet. ber die nachfolgende
Worte des HEren, die erflaren das dem Gehör
der Apoſtel verſtaͤndlich, das ihnen vorhin etwas
dunkler bedeutet ıyard, Bon Austheilung wegen
des Verdienſtes des Leidens unfers HErrn JEſu
Chriſti, iſt ihm vorhin geſaget,*) daß wir ſolches
empfahen, nicht allein in Empfahung der Sa
cramenten, fondeen auch, wie das Johannes am
6. Cap. ausleget, wenn wir durch den Beift Chri-
fli das Vertrauen in Chriſtum haben. Es wäre
fonft manchem übel gefagt, der folches Troſtes
beraubet ware Das fol auch bie vermerker
‚werden, daß unfere Gunde uns vergeben find,
als das Blur Chriſti am Creutz vergoſſen: und
dahin ſoll ſich unſer Glaube wenden. Wir wiſſen
wohl, daß das Blut anferd HErrn JEſu Chriſti
wuͤrdig iſt, auch da Chriſtus noch ein Kind war,
Von den Handiungen der zu Dern gehaitenen
2237
Dirputätion,
und befchnitten ward. Aber dad Blutvergieffen
Chriſti im feiner Kindheit, in der Befchneidung,
ift nicht dahin verordnet worden, unſere Conſti⸗
enz gar zu verfihern. Alfo auch in dem Nacht:
mahl, obfchon das Blut da mare mefentlid) (das
ich nicht rede ), fo iſt es Doch dahin nicht verordnet
von GOtt, fondern an dem Ereuß, - Dann wir
haben, Johannis am dritten Cap. da. der HErr
von dem Glauben redet zu Nicodems, da bringet
er ein die Figur der erhöheten ehrinen Schlange
in der Wuͤſte; offenbaret uns da den heimlichen
Rath GOttes, wie Durch das Wort des Creutzes
wir dag Leben und Erlöfung erlangen. Darzu
viele Schrift geführet möchten werten; als zun
Coloſſenſern 2. Eapit. daß unfere Sünden. ge=
heftet find an das Ereug; und anderen Orten.
Und dieweil aber das Teſtament allein in dem
Tod erfuͤllet wird, wie es klaͤrlich ſtehet zun He
bräern :fo gibet uns der wahre Glaube die natur:
liche Auslegung, ſo es ſtehet: Das ift der Kelch
des Neuen Teftaments; oder auch: Das ift
mein Blut des Neuen Teftsments ; daß mir
feviel da erlernen ‚daß wir bie haben eine Vers
kuͤndigung durch den Kelch der Dankfagung , was
Troftes wir empfahen füllen vondem Leiden unfer8
HErrn JEſu Chriſti. Und ift Fein neues, Daß
man den Bund oder das Teſtament, nennet ein
Zeichen des Bundes oder Teſtaments; wie dann
dag Elarlich im erfien Buch Mofe am 17. Cap.
ſcheinbar if: Und ich werde fegen mein Bünde
niß zwifchen mie x. Da iff Teſtament -oder
Bund genannt ein Zeichen des Bundes.
*) Suche hievor p. 2210. 2234.
- © Pfarrer von Gt.Ballen.
Auf die Erklärung meined Herrn Doctor$,
uber Die Worte ded Kelches, antworte ich des
eriten: daß das Wort, daraus, folle referiret
werben auf das vorbergebende Wort, geftebe ich
nicht ; denn bie Worte alfo fliehen: Trinket alle.
Daraus, des ift mein Blut. Go bat er fie nicht -
gebeiffen den leiminen oder hoͤlzinen Becher trin⸗
fen, fondern das, ſo er geredet bat, und ihnen
dargeboten: Trinket alle darsus. Was haben
fie anders trinken follen, dann er ihnen geboten?
Was hat er ihnen anders. dargereicher, Dann fo
die Worte verfachen: Das ıft mein Blur?
Derolampadiue.
Es iſt wiffend,, daß man Die Relativa, das iſt,
die wideraͤfferige Woͤrtlein auf das vorhergehende
richten ſoll; darum das Woͤrtlein (daraus waͤre
ein unverſtaͤndlich Wort mo ed nicht ginge ar
a
Der Reformationsſchriften wider die A
*
Abſchnitt.
2238 eformirten 2239
das vordrige Wort, nemlich, den Kelch. Denn
es ſtehet nicht: Er hat genommen das Blut. ſolchen Worten: Es ſoll beſchnitten werden al⸗
Iſt wohl wiſſend, daß Wein im Kelch geweſen; les, maͤnnliches Geſchlechts: und ihr folleebe:
amd iſt nicht daran gelegen, daß der Eovangeliff | ſchneiden das Fleiſch eurer Vorhaut; auf daft
ſchon den Kelch tiennet. Man redet nichts TeinEles feye ein deichen des Bundes zwifchen mie
den Kelch; vder: TrinE den Becher; fondern:/und euch. Hie merket ein jeglicher Zuhörende,.
grinker aus dem Zeich. Iſt gut zu verſtehen und auch Lefer, daß fich der Tert des Bundes hal⸗
per Synecdochen, warn man auch vomKelch ſchon ben felber ausleget, es feye allein ein Zeichen.
redet, Daß man darmit mag verflehen, das dar: | Stunde bie in den Worten ded Nachtmahls: Es.
durch verffanden wird. Wie Paulus ſaget: Der iſt ein deichen des Teftaments oder Bluts; fo
Kelch ift das Neue Teſtament 2e. Darum feine | möchte ich. an Diefem Dre verfichert feyn. Co
Worte nichts dringend. Und daß er fagt: Was aber ſtehet hell, ohne alle Auslegung: Das ift
hat er anders ihnen gegeben, Dann das die Worte | mein Blut, des Neuen Teftaments ; und niche.
Darbringen? iterum petit principium ; begehret eine Bedeutung. Here Doctor, fo iſt unfer Ge
eben mit dem zu bewähren, dag im Span ſtehet. | willen noch nicht verfichert , einen andern Ver⸗
gefchrieben iſt im erſten Buch Mofid am r7. mie. “
Denn wir geftehen ihm nicht , daß die Worte des ftand zugulafferr.
Innhalts und
en Um 18. Tag Jenners.
Pfarrer von Sanct allen.
Bon dem Ort, iterum petit prin-
Sinnes ſeyen, wie er darvon redet. cipia, auf die Schlußrede, daß da nicht feye we⸗
ſentlich und leiblich das Fleiſch und Blue Ehriffi;
haben wir Dargegen. geftellet zu einer Bewahrung
I die Erklärung des Kelches, durch mich gethan, Matthaͤum und Paulum mit ihren Worten; denn
darinn ich meinen Herrn Doctor dergleichen zu
Erklaͤrung ſeines Verſtandes gefraget habe; und
mir geantwortet, wie in den Actis verfaſſet: ſo
mir jetztmal mangelt auf ſeine eingefuͤhrte Rede,
will ich ſolche Antwort ſummarie gegeben haben:
Alles das, fo Chriſtus je gethan, fo es ung frucht⸗
bar ſeyn ſoll und nuͤtzlich, von uns im Glauben
und Geiſt verſtanden und angenommen werden
ſoll. Damit aber das aͤuſſerliche nicht abgeſondert,
als: Eſſet, das iſt mein Leib! und: Trinket,
das iſt mein Blut! ſonſt haͤtte Chriſtus das
Brod in die Haͤnde genommen, und Dank geſa—
get, und geſprochen: Nehmet und eſſet! Das
chut mein zu gedenken! und hätte dad Wort,
das ift mein Keib, nicht bedürfen. Derglei-
chen zum Kelch, hätte er Dank gefaget, und ihnen
gegeben, fprechende: Trinket alledaraus! fooft
ihr folches werdet trinken , fo thuts in-meiner
Bedächtniß! und bedürften die Worte, Das ift
mein lur, nicht darbey ſtehen; dann der an—
dern Worte, Gedächtenig zu halten und Dankbarkeit
darbey erzeigen, gnug waͤre. Dann je in den Wor-
ten Chrifti uff nicht Ja und Nein, fondern Sa,
Ja, und Nein, Nein; 2 Epiſt. zun Corinth. am
1. Cap. Bey welchen allein ein jeglicher Ehrift:
glaͤubiger verftehen foll, Wort, Glauben, und
Zeufferliches zuſammen geſetzet; DaB wir den
Kelch, Damit und dad Blut Chriſti gereichet dank:
bar feyn follen, und feinen Tod verkünden. Bon
- dem anderen Puncten, fo es das Blut des Neuen
je GOtt allmachtig und wahrhaftig. Go iſt je
doch zum Wort des Kelchs, das Wörtlein Euim
zugefeßet, welches eine Beveffigung und Erfla:
rung iſt; bey welcher Erklärung des Woͤrtleins
Enim wol zu verffehen iff, was man trinket.
Decolampadius. |
Daß Herr Benedict oft anzeucht, wie daß GOtt
wahrhaftig feye, ware bie ohne Noth. Niemand.
iſt ihm diß abred. Man handelt von dem Ver⸗
ſtand der Worte; da hat er eine Muthmaſſung,
daß der Wein folle das Blur Chriſti feyn; dieweil:
Chriſtus foldye Worte hats Das ift mein Blur!
Er wurde fonft die Worte haben ausgelaffen, und.
ſchlecht darzu gefaget haben: das thut, mein zu
gedenken! Es bewaͤhret aber eins nicht; denn
ihm wohl wiffend- ift, daß das Wort fol gehen zum
Element, folld ein Sacrament werden: und wäre
vonnötben, daB angezeiget würde, warum Ges
dachtniß gehalten werden fol, und warum man
dankſagen ſollte? Solches iſt aber erfläret in des
nen Worten: Das iſt mein Leib, der fuͤr euch
gegeben wird! Ind wird darinn darum nicht ans.
gezeiget, Daß das Brod mejentlich der Leib feye,.
oder der Wein Blut; wie er auch das vorhin bee
fennet bat, und Darneben auch nicht beybracht
feine Synecdochen, daß die Worte: das iſt mein
Keib, folen als viel bedeuten, als: unter dem
oder in dem, ift mein Leib! darum er noch am
Anfang haͤnget. Es hilft ihn auch nicht das
Woͤrtlein Enim, fondern iſt vielmehr wider ihn;
Zeffaments genennet wird, feye zu verffehen, als Denn es imfeiner Art bat, Urfache der vordrigen us
| €
2240
ſtehen.
mit die Conſcienz verſichert werden,
"Den den andiumen der zu Bern gebaltenen Difputation, 2241
EEE NN TE TEE UNTERE RE Te u rang 7 ZI TEEN TRETEN TEE TER ſe—
de oder Handlung anzuzeigen; und dienet gar wohl daß er nicht redet, in meinem Mein, Gewiß⸗
zu Auslegung. Deß ich ihm ein Epempel gebe in lich auch iſt, der Kelch, das Neue Teſtament Ehri-
“der erften Epiſt. zun Corinth. am ın. Kapitel, da ſti, beftätlich genommen werden mag, ind ſoli von
Paulus gefprochen hat: Das thur, fo oft ihr dem Wort: das thut in meiner Gedächtniß!
'trinket, in meiner Gedaͤchtniß Go er das ſo es ein Gedaͤchtniß heiſſet, wird da nicht abges
hernach weiter erfläret, und Urſach fagt, fpricht| fhlagen dad Weſen; denn die Gedaͤchtniß niche
er: Quotieseungue enim, denn fo oft ihr effer
diß Brod, und trinket den Kelch, verkündet
den Tod des HErrn. Und ift das im 10. Ca—
pitel der gemeldeten Epiftel auch angezeiget wor:
den. Zudem, das er vermeynet, der angezogene
Ort aus dem 17. Eapitel des erften Buchs Mofe,
dienet ihnen nicht zu Der Sache: da ſtehet zum er:
ften alſo: Das ift mein Bund, den ihre werder
halten zwifchen mir und euch, und deinem
Saamen nach die. Iſt wolmahr, daß fich der
Text felbft ausleget, fo es ſtehet: Damit fie feye
zu einem deichen der Buͤndniß zwifchen mir ꝛc
Es follte aber ein jeder Verfländiger, der da ge-
übte Augen des Gemuͤths hat, aus einem Der der
Schrift in gleichen Fallen die andern lernen ver-
Und darum, fo man bie Ceremonien ge=
gen Ceremonien vergleichet ; und Lucas und Pau
lus, welche doch Elärer veden, ausdrücklich fpre:
chen: Der Kelch feye das Freue Teftament; und
darbey auch fagen: das thutin meiner Gedächt:
niß! geben fie mit anderen Worten die Auslegung]
ung in Die Hände. Oder mein Herr Pfarrer fa:
ge her, was er nennet das Neue Teſtament? da
Denn fo er
den Elaren Spruch alfo verdunkelt mit feiner un
- bewährten Auslegung, fo wird er feine Conſcienz
nicht verſichern, noch keines. Es wird fich aber
erfinden, daß der Spruch klar für ung iſt, und
die Apoftel wol nach unferm Verſtand ihn. ber
. griffen haben.
| Pfarrer von St. Ballen.
Auf Verantwortung meineg Herrn Doctorg,
über meine eingetragene Rede, viel fo durch ihn
vorbracht, verlaffe ich den Zuhörenden und Lefern,
folches zu erfennen. Bon dem Wörtlein Enim,
mit Vergleichung des Spruchs Pauli, verftebe
ich durch das Wort Enim, fo verdeutfchet wird
(dann), feye eine gnugſame Erklärung der Wor:
te, fo ineinem Sinn und Verſtand um eine glei
che Sache verffanden werden foll, von der Figur,
im erften Buch Diofe am 17. Eapitl. Wo da
ſtuͤnde dergeſtalt, wie vor angezeiget in meiner er
ſten Rede, lieſſe ichs blieben. Auf den Spruch Lu
ca, ver Aelch feye das Neue Teftament in mei
‚nem Blut; iff einem jeglichen wohl zu verffeben,
Lutheri Schriften ı7. Theil,
allewege ber abweſenden Dinge, fondern auch der
gegenwartigen, vielmals find ; als deß mancher⸗
ley Einzuͤge der Schrift herein bracht moͤchten
werden, als im 2. Buch Moſe am 12. Capitel, war
das Lamm das Lamm und nichts deſtominder ward
die Gedaͤchtniß gehalten, deß, fo GOtt der HErr
ihnen in der Wohlthat erzeiget hat. Das uͤbrige
erfindet ſich in der erſt gegebenen Antwort.
Zwingly.
Zu Austrag der Sache bitte ich unſere lieben
Bruͤder, daß ſie uns kuͤrzlich heraus laſſen, was
das Neue Teſtament ſeye? Und ſo daſſelbige der
heilige Paulus zun Hebraͤern am 8. nennet daß
es dag ſeye, Daß er barmherzig werde feyn un=
fern Miſſethaten und unfern Sünden, unduns
ferer Llebertrefungen nimmermehr werde den:
Een, als auch Jeremia am 31. Kapitel ſtehet; ob
ſie das nachlaſſen? —
Pfarrer von St. Ballen.
Auf die Frage antworte ich, daß das Neue Te:
ſtament feye Verzeihung und Nachlaffung der Suͤn⸗
de im Blute JEſu Chrifti, wie da ſtehet in der ers
ſten Johannis am erfien Eapitel: Das Blur JE>
fu reiniget uns vonunfern Suͤnden.
Zwingly.
So nun das Teſtament iſt die freye Nachlaſſung
der Suͤnde; ſo iſt ſchon erfochten, und unſere
Brüder gewiß gemacht, Daß, fo bie ſtehet: Der
Trank iſt das Neue Teſtament, der Trank nicht
das Teſtament iſt: daraus ſie denn erlernen, daß
das Wort Teſtament an dem Dit als viel iſt,
als Zeichen des Ceſtaments. we
Pfarrer von St. Ballen. a
Daß der Trank nicht feye das Neue Teſtament,
foll darbey verſtanden werden und zugefeßet: in
meinem Slut. Denn folchen Verſtand gar heil
und Elar gibet Matthaͤus, ſo er ſaget: Das iſt
mein Blut des Neuen Teſtaments, welches
vergoſſen wird, zu Verzeihung der Suͤnde.
Darum nochmals der Handel nicht erobert, oder
der Spruch Matthaͤi nicht gnugſam erklaͤret, als
unſer Herr und Bruder vermeynet.
Meiſter Ulrich Zwinglhhß.
Unſer Span iſt darum: ob der Trank das Te⸗
Cceccec ſtament
> Sünde,
N
- Der Buchſtabe lautet: dee Tran feye das Te:
eigentlich genommen werben.
2242 Der Heformationsfeheiften wider die Reformisten I. Abfehnit, aags
‚go Ariftotelicust befehle ich ſolches den Befenden Ä
flament feye? und nicht darum: womit dus Te⸗
ſtament uͤberkommen ſeye? Wir ſchlagen nicht ab,
daß uns die Nachlaſſung der Suͤnde mit dem ver⸗
goffenen Blut Chriſti erworben ſeye; ſondern ſol⸗
che Worte, die beveſtigen unſern Grund, daß das
Blut Chriſti ſelbſtſelb nicht das Teſtament iſt, fon:
dern der Werth, damit und dag Teſtament (melches
da iſt Nachlaffung der Günde,) erworben iſt.
in den Adtis zu erfennen.
Swingly.
ons Neue Ceſtament, nicht muͤſſen ſchlechtlich
noch weſentlich verſtanden werden; ſondern daß
per Methonomiam, das iſt, durch ein Nachneh⸗
men, der He ———
u genenner wird, und aber nicht ein Teſtament iſt;
ftament ; fo iſt Nachlaffung der Sünde das Tel; ı ollein den Namen empfaͤhet
flament: fo muß das Wort Teftamene hie nicht tonbern allein, best, Tangert npfabe? De, Dem Do
i nicht das Teſtament feye, lehren die Worte Pauli
5 Pfarrer von St. Ballen. T Ä
Zu Auslegung der Worte, fo Herr Meifter MI:
zich vorgetragen, erflaret Matthaͤus und Marcus,
daß das fo der HErr dad Teſtament geheiffen, den
Juͤngern hat Dargereicher , welches er darnach am
Era mit Bergieffung feines Blutes hat vollender.
| Meifter Ulxich Zwingly.
Diß iſt nicht eine Antwort auf das, das wir
erforfihen. Wir wiſſen wohl, was Matthaͤus und
Marcus fagen. Wir begehren an fie: ob fie er
kennen, daß die vergebliche Nachlaffung der Suͤn
de das Teſtament feye?
Pfarrer von St. Ballen.
Meines Verſtandes iſt vor gnug geantwortet,
daß Das Neue Teſtament feye Verzeihung der
nem Blur. Welchen Sinn Mattbaus und Mar:
cus mit den Worten ausdrucken: Welches Blut
für die Menge vergoflen wird, zu Nachlaſ⸗
jung der Sünde. Hoffe alfo, unfere Brüder er-
die Befchneidung ein Teſtament genannt mwird,)
nicht erzwingen wollen , daß darum Diefe Worte
auch müffen verftanden werden ein Zeichen des
Teſtaments: fondern, fo wir hie in den Worten
ſelbſt, und mir dem gründlichen Verbeiffen des Te⸗
wefentlich das Teſtament feye; fo ziehen wir denn
Wortes.
| Zwingly. Pfarrer von St. Gallen.
Nun frage ich ſie; ob zwey Neue Teſtamente
ſeyen oder nur eines?
| Pfarrer.
Antworte ih: Es iſt allein Ein Neu Teſtament
Swingly.
$ So folget, daß Fein Trank das Neue Teffament
{ f yn mag. —
Pfarrer von St. Ballen,
Andtworte ich: Kein Trank vermag das Neue
Zeftament feyn, aber dad Blut Chriſti; wie er ge-
redet bat durch Matthaͤum: Das ift mein Blut
des Neuen Teftaments; und Lucas auch ſagt: in
meinem Blut xc⸗
bleiben.
Zwingly.
ben. Daß aber des Oſterlamms halben iſt ange⸗
zeiget, ſeye das Oſterlamm gegenwaͤrtig geweſen,
und habe nichts deſtominder die Egyptiſche Erloͤ—
ſung bebeutet, auch das Laͤmmlein bedeutet: ſagen
wir, daß das Lamm ſich ſelbſt nicht bedeuten koͤn⸗
Das ſind ihre eigene Worte: Kein Trank mag
ein Trank (als fie reden): fo muß das Blut Chri⸗
ſti nicht da8 Neue Teſtament feyn.
A Pfarxer von St, Ballen,
Ne Sat proceflus in infinitum, et ex Theolo-
dachtniß und Dankfagung der Egyptiſchen Erlo⸗—
fung, ein bedeutend Zeichen war, in welchen fich
die Kirche, das ift, das Bolk Iſrael, gegen eine
andern öffentlich aufthaͤt: alfo auch in ber Fe
Chri⸗
es ein Zeichen iſt. Daß aber das Blut Chriſt
kennen, daß wir mit dem Spruch (1 Moſ. 17. da
So folget nun, daß die Worte, der Trank ift
vr
felbft, foer von Stundenan drauf pricht, in meis
ſtaments erzwungen haben, Daß der Trank nicht
gleichfame Drte der Schrift herein, an welchen.
man erlerne die Art der Reden des göttlichen
Wir laſſens bey unferer vorgethanen Antwort
Und alſo laſſens wir bey unſerer Erklaͤrung blei⸗
ne. Es war auch das jährliche Feſt nicht einge⸗
ſetzet zu Gedaͤchtniß eines Lammes fondern zu Ge⸗
daͤchtniß der Egyptiſchen Erlöfung, 2 Mof 12.
daran wir mohl mögen merken, daß als wenig
das Lamm fein ſelbſt Bedeutniß war, fondern der
a —— — it en a —
kmag Chrifti ein Gedaͤchtniß des Leichnams Chriſti om
das Neue Zeſtament ſeyn; das Blut Chriſti iſt dern wie das Lamm ein äuffer Zeichen in der. Be |
‚begangen,
>
—
"Don den Handlungen der zu Bern gehaltenen Difputation,
2245
fo die Dankfagung der böllifchen Erloͤſung diE Wörtlin, würdig, beiffet ald viel bey Pauls
Ei
herum getragen,
wird dag Brod und der Wein, darinn und Luca 3. ald geſchickt, Fommlich oder zuge
aufferlich bedeuten unfere innere| hoͤrig. Aus dem erkennet wird, daß hie, unwuͤr⸗
Vereinbarung des Glaubens, durch den mir auf] diglich, nicht verſtanden fol werben, daß: der
den Tod Ehriffi JEſu verlaffen find. And fle-| Menſch neywan möchte gnug würdig ſeyn zu den
bet alfo noch veit, daß. ein gegenwärtig Ding
nicht ein Gedaͤchtniß oder Bedeutniß fein ſelbſt feyn
\
r
leicht weiters in Anzeigung ihrer Gründe,
Gnuade GOttes entſchlieſſen werben.
Mag.
Pfarrer von St. Gallen.
Daß das Brod und Wein ſolches allein ſeye,
bekennen wir nochmals nicht, verlaflen uns alſo
auf unfere eingetragene Erklärung, fo mir viel-
mit der
Zwingly.
Wir veranlaſſen uns auch auf die Gruͤnde, und
die Erklaͤrung, von uns angezeiget, aus hellem
GOttes Wort.
Pfarrer von St. Ballen.
Weiter Erklärung aus dem hellen GOttes Wort,
Blutes des Aren.
nicht, der da unwuͤrdig die Gedächtniß halt, ſon⸗
dern jo unmürdig iſſet und trinfee, merde des kei:
Fl
fi
*
weicher da iſſet und trinket unwuͤrdig, der
wider die vierte Concluſion, nehmen wir vor uns
die Worte Pauli ı Eorinth. ı1. fo dieſelbigen alſo
laufend: Darum welcher da wird effen diefes
35209, und wirdtrinEen den Kelch des HErrn
unwürdig, der wird fchuldig des Keibes und
Hie eroͤfnet fich Paulus:
©
bes und Blutes fchuldig: denn an feinem ſchlech⸗
ten Brod und Wein, darunter Fein Wefen des kLei⸗
bes oder Blutes Ehrifki, wir den Tod effen mögen
Dergleichen Paulus in nachfolgenden Worten:
iſſet und teinker ihm felbft das Hetheil, in dem,
RN
Al
ſo er nicht unterfcheidet den Leib des HErrn.
Hie redet Paulus öffentlich, und meldet nirgend
Die Bedeutung bed Leibes und Blutes des HErrn.
Meifter Ulrich Zwingly.
Die erſten Worte Pauli: Welcher nun das
Brod und Trank des HErrn unwuͤrdig eſſen
md trinken wird zc. bedeuten ung ihren Der:
doa
— —— an dem gegeſſenen Leichnam, ſo muͤßte
ſtand vor ihnen ſelbſt ber, fo er alfofpricht : Wel⸗
cher nun das Brod eſſen wird. Da hören mir,
ers Brod nennet. Und fofern er meynete und
er geredet haben: Welcher nun den Leichnam
unwärdig iffer 5 und nicht gar: welcher das
Beodunmwärdigiffer. Folget weiter: auch trin⸗
ken wird den Trank des HErrn unwuͤrdig
Nennet es aber Trank, und nicht Blut. Aber
— — — — — —
allerkleinſten Gaben GOttes. Darzu auch die
aber den Leichnam Chriſti geiſtlich nieffen, welches
doch viel ein ander Eſſen iſt, weder das leiblich
waͤre, darvon ſie ſagen, den hat GOtt wuͤrdig
gemacht. Daraus nun folget, daß (wuͤrdig eſſen)
nichts anders iſt, weder mit dem rechten Glau⸗
ben herzu kommen: unwuͤrdig eſſen aber nichts
anders, weder ohne Glauben herzu kommen. Da
aber der Glaube einig erfordert wird; nicht, zu
glauben, daß Fleiſch und Blut leiblich da gegeſſen
werde, (denn das gnugſam erfochten iſt, daß mir
darum keines Verheiſſens GOttes Wort haben);
ſondern Gu] glauben, daß der lebendige Sohn
GOttes mit feinem Tode und erloͤſet haßbe. Es
folget weiter in den Worten Pauli: der wird
ſchuldig am Leichnam und Blut des HErrn;
nicht, die er unwuͤrdiglich gegeſſen habe, ſondern
deren er ſich ein Vertroͤſten faͤlſchlich dargegebett
habe: das iſt, er will nicht ſagen, daß man in dem
gegeffenen-Leib fehulbig werde; fonbern, daß, wel⸗
cher nicht glaubet, daß er und mit feinem Leibe
und Blute erlöiet und gefaubert Bat, auch aufden
Sohn GOttes nicht vertrauet iſt, und aber zu der
Kirchen gebet, die folch Vertrauen und Glauben
vergicht, und er aber nicht ein Gläubiger noch
Vertrauter iſt. Als, da einer ein Auffer Zeichen
feiner Herren von Bern fraget, und aber intiwere
dig einem Volk von Bern nicht Treue hal; ſo
wird er geredet fehuldig feyn an Denen von Bern,
ober fie gleich nicht hat mögen umbringen. Oder,
da einer der Herren von Bern Zeichen veruneh⸗
vet, drein fchläget oder ſticht; hat er nicht Die von
Bern gefchlagen oder geſtochen, und iſt nichts de⸗
ſtominder fhuldig, DaB er Die von Bern geſchla⸗
gen und verunehret hat. Dielegren Worte Pau⸗
li; Welcher aber iffer und trinket unwuͤrdig⸗
lich, iffet und trinket ihm ſelbſt ein Urtheil oder
Verdammniß, fo er den Keichnam des HErrn
nicht esitfcheidet; Haben den Ginn, daß, tele
cher. zu dem Nachtmahl oder Dankſagung gehet,
und auf den HErrn JEſum Chriſtum nicht recht
vertrauet iſt; Der fihaßet das Nachtmahl nichts _
anders, weder ein ander gemein Mahl: er ſchaͤtzet
den Tod Chriſti niegend bin, welcher Tod ung
bey dem Wörtlein, Keichnam, zu verſtehen wird
gegeben; ald wir vormals gnug haben angezeiget*),
Ereesg c2 daß
.J
RED
2246 Der Reformationsfehriften wider die Reformirten IL. Abfchnitt, 2247
dag wenn man vom Tod Chriffi vedet, fo reden Pauli‘, alfo wie erd namfet, Brod, hätte er auch
die Propheten, Evangeliften und Apofteln darvon | Meldung gerhan, des Worts, Wein. Bon dem
durch das Wörlein Leichnam. Es erfindet fich | Zeichen eingefuͤhret, laffen wir, ald Argumenten
auch in den Selbſtworten Chriſti: Das ift mein | Rationis, den Hövenden und Lefenden Darum er⸗
Leichnam! Thut das zu Bedächtniß mein !|fennen. Far — OH
werden wir nicht geheiffen dankfagen dem leicht ae Zwingly. A
nam, fondern dem Tod, am Leichnam erlitten.) Wir erfennen wohl, daß oft ein Ding den Na⸗
Alſo enefcheibet der, fo bie im Nachtmahl nicht men deß behebt, daraus &8 gemachet if; das dies
mit vechtem Glauben erfcheiner, den Leichnam, net aber hieher nicht. Denn mo der Leichnam
das ift, den Tod Chrifti, nicht; das if, er ſchaͤ Chriſti aus den Brode gemacher wäre, fo waͤre
Bet ihn nirgend hin. Es fieher mich auch für den |hie die Verwandlung der Subſtanz des Brods in
natürlichen Sinn an, daß er die Corinther bie|die Subſtanz des Leichnamg Chrifti; welche Vers
anruͤhre, darum, daß fie (mie vormals gehöret**) | wbftanzung fie mit ung nicht erkennen, und thun
such in den Gögenmahlen erfihienen; und wolle das recht und Chriſtlich; denn wo ihm: anders,
alfo ſagen: Welcher nicht mit vechtem Glauben ſo wäre nicht allein das Gefchlecht oder Saame
zu dem Nachtmahl Fommer, der verſchaͤtzet je und Abrahams angerommen, fondern auch das Ge
verachtet die Kirchen Chriſti. (Denn die Kirche ſchlecht oder Saamen de Korns, wie vor gnug⸗
der Leichnam Chriſti auch genennet wird.) Und ſam erklaͤret iſt ). Der Spruch Jeremia ır.
wolle ihnen alſo ſagen: Welcher in einem Goͤtzen⸗
mahl erſcheinet, der darf ſich der Conſtienz hal⸗
ben nichts zu erinnern. Co nun unter euch find,
die das Nachtmahl Chriſti mit etwas Ungeſchickte
beladen, ſo ſiehet man wohl, daß er eben ohne
Conſcienz, und ohne Erinnerung zu dem Mahl
fommen, mie er auch in den Goͤtzenmahlen er:
ſchienen; und verachten den Tod und die Gemein:
de Chriſti. Und Haben fie alfo mit den Worten
nichts bewaͤhret.
: *) Suche hievor p. 2216. fag-
**) Suche hievor p. 2217.
Pfarrer von St. Ballen.
Eine lange Erklaͤrung, fo Meiſter Ulrich hat
eingefübret, über unſere eingeführte Sprüche.
Wie vor angezeiget , laſſen wir den Berffand, laut.
feiner Worte, dem Lefenden erfennen, aufdaßein
jeglicher feines Sinnes gewiß feye, Roͤm. 14.
der etwan einen andern Ginn hat, weder gemeis
niglic) wird angezeiget, bedarf Feined Berantwore
tend. Denn nach feinem Sinn ſtreitet er nicht
wider und. Daß Paulus für und für Trinkge
ſchirr oder Trank nennet , und nicht Wein, mag
nichts helfen. Denn ſolches gnug ausgerichtet
wird mit den ausgedruckten Worten, Brod: denn -
»quipollentia, daS iſt, gleichgeltende Rede, er⸗
halten einander in gleichem Verſtand. Empfeh⸗
fen folches auch allen Ehriffgläubigen Drenfchen,
nach dem Grund angezeigter Schrift. 1::
; ) Suche hievor p. 2200.
Swingly weiter. :
Auf Anforderung unfere Gründe berfür zu
tragen, geben wir im Namen GOttes diefe Ants
wort: ihn vorab bittende, daß er aus göftlicher
Gnade und verleihe, wider fein Heiliges Wort
nienen zu gedenken; damit weder Lehrende noch
Daß er aber vermepnet, Paulus nenne es Brod, Hörende etwas aus eigenem Rath fürneh:
darum feye ed Brod: if gewiß, daß ein Brauch men! Krftlich, daß Chriſtus JEſus, unfer
der Schrift iff, daß mehrmals ein Ding den Ra: | Heiland, Johannis am 6. Cap. felbft alfo geredet
men behält, Daraus es gemachet wird; ald der bat: Das Brod GOttes ift, das vom Aimmel
Menfch wird geheiffen Erdreich, dieweil er aus | Eommer, und der Melt das Keben giber. An
Erdreich geſtaltet iſt 1 Mof. 2. Auch die Schlane | welchen Worten wir merfen, daß fich Chriſtus
ge Mofis hat behalten den Namen der Ruthen, ven Lebendigmacher, nach der göftlichen Natur
fo der Text alſo fpriche: Die Ruthe Aaronis |und Kraft, nenne. So nun die allein lebendig
hat verichluder die Ruthen der Zauberer. |machet: folget, daß fein Fleiſch, leiblich gegeffem
Darum die Namſung, durch Meiſter Ulrich ein⸗ nicht lebendig macher; fondern allein durch die
geführee, nicht: ſonders probiret. Dergleichen Wirkung des göttlichen Geiſtes in ung geglaubt,
auch wir haben Jeremiaͤ i1: Wir wollen einlaf fuͤr und den Tod erlitten haben; welches aber
fen das "Holz in fein Brod, zc. da durch das nichts anders if, meder durch feinen Tod auf die
Wort Brod, Keib verflanden wird. Ich hatte |Erbarmung EHDrtes verfichert feyn: dann fo
wohl darfuͤr, ware es an dieſem Orte ber Verſtand SOtt feinen eigenen Sohn für uns gegeben
ae ae hat,
Bi.
4 ha m NDR RN —* TEEN —— —
2248 Yon den Sandlungen der zu Bern gehaltenen Diſputation. 2249
Br bat, daß er uns mit ihm ſelbſt verfühnete, Glaubens: er ift aufgefahren zu den aimmeln,
was möchte uns von ihm abgefchlagen wer und figet zu der Rechten GOttes, Vaters AU:
den? zum Roͤm. am 8. Zum andern, Daß er mächtigen: und [von] dannen er Fünftig ift,
daſelbſt fpricht:: Ich bin das Brod des Lebens! | zu richten die Kebendigen und Todten, nicht
*
welcher zu mir kommt, (das iſt, mich erkennet, erleiden mögen, daß er von ſeinentwegen hie leib
nnd auf mich vertrauet, als hernach folget das lich ſeye, wir geſchweigen, gegeſſen werde. Dann
felbft,) den wird nimmermehr hungern; und wir wiſſen aus Luca 2. Daß er nach der Menſch⸗
welcher in mich trauet, den wird nimmer: |beit wuchs, und zunahm am Alter und Weis:
mehr dürften. In welchen Worten wir öffent: heit ıc.
Daran wir mohl merken, daß feine
lich fehen, daß das Vertrauen, der Preis, Das Menſchheit nicht nach der Gottheit, unendlich und
höchfte und das rechte iſt; Und melcher daB em: unermeßlich fondern eingezielet und ermeßlich, der
pfindet „der fraget nicht weiter nach andern Mit⸗ menſchlichen Subſtanz nach, gemefen if. Daraus
teln die ihn tröften oder verfichern. Gleich als jallein folget, daß feine Menſchheit nicht mehr,
auch in menfchlichen Haͤnden; welcher eines Din: dann an einem Ort / ordentlich ſeyn mag; obgleich
ges felbit mit Sehen, Hören und Erfahren be: die Kraft GOttes allenthalben if. Deßhalb er
- gichtet iſt, der bedarf nicht, daß ihm ein anderer
von dem fage, das er ſelbſt gewiß weiß: alſo iſt
auch der Glaube ein gewiß und ungezmeifelt Ding,
daß fich der Menſch auf GOtt binlaffer, und weiß,
wem er glaubet, und bedarf nicht, dag man ihn
zu Verſicherung, weder auf Effen, noch auf Trin⸗
- een meife. Denn wo der Geift iſt, der da ficher
machet (welche Verſicherung der lebendige Glau⸗
beit); da ift Fein Hunger noch Durſt nach wei⸗
terer Verficherung oder Troͤſtung: ober aber, die,
fo int Geiſt angefangen haben, mußten erſt im
Sieifch , auch leiblich gegeffen, Troſt fischen , und
gevollkommnet werden; welches Doch von Paulo
> sun Galatern am 3. gefcholten wird, fo er fpricht :
Wollet ihr im Sleifch erft volllommner und
ausgemachet werden, fo ihe im Geift haber
angehebt! deßhalb wir aus Glauben und Siche⸗
feiblich bey uns ordentlich nicht feyn mag, nach
Marc Wort am ı6. und Lucad Apoft. 1. bis,
an den Tag, Da er zu Bericht fisen wird ꝛxc.
nach den Artikeln ded Glaubens. Zum fünften,
ſpricht Paulus zum Hebraͤern am 23 Er hat die
Engliſche Natur nicht an ſich genommen, (in
welchem wird aller hoͤchſten und niederſten Crea⸗
‚turen Natur verſtanden,) ſondern das Ger
ſchlechts oder Saamen Abrahams hat er an
ſich genommen, damit er den Bruͤdern, die
er erloͤſen follte, in allewege gleich wäre x.
In welchen Worten wir wohl fehen, daß er bie
Worte: das ift mein Leichnam, nicht alfo ges
redet bat, daß das Brod und Wein fein Leich⸗
nam und Blut feye; oder aber das Brod und
Wein müßten von ibm wol alfo angenommen feyn,
als wol die Menfchheit; und fo das, müßte er fich
rung GOttes fehen, daß uns Fein Eſſen nüßet, auch zur Erloͤſung Brods und Weins unterwunden
-fondern Glauben ; wir nehmen dann Eſſen für |haben: davon gnug gefagt. *) Zum fechften;
Glauben, Andere Stücke, mit denen angezeiget, |fpricht Paulus 2 Corinth. 5: Alſo erkennen wie -
auch Johannis 6. iſt nicht noch weiter zu afferen. fuͤrhin niemand nach dem Sleifch : und ob wir
Zum dritten, daß Chriftus (nachdem die Juden |gleich Ehriftum nach dem Sleifch erfenner
durch das Wort, effen, mit dem er doch, ver: |haben, ' fo erkennen ‚wir ihn nicht mehr
trauen zu verfiehen gab, darauf fielen, daß er nach dem Sleifch zc. In welchen Worten wir
meynete, man müßte fein Fleiſch leiblich eſſen,) auch ſehen, daß Paulus in dem äufferlichen Fleiſch
ihnen die Antwort gibet: Dee Beift ift, der da Chriſti, über die Erlöfung, nichts ſuchet. Zum
= febendig machet, das Fleiſch ift. gar Fein nd: |fiebenten, wollen wir auch angezeiget haben
ge, Run wiflen wir ungezmweifelt, daß das Fleiſch den Ort Matthaͤi 24. da Chriſtus die für falfche
Chriſti viel Rutzes gebracht, aber getödtet, und Propheten anzeiget, die Ehriffum bie oder dort
fo viel ung GOtt in feinem eben und Wondel wuͤrden zeigen. Denn welche ihn im Brode eis
ein Ehriftlich Leben darinn vorgebilter hat: aber |gen, bie zeigen ihn verirrlicher an, weder die, die
eiblich zu effen, iſt ed Fein nug; dann ed muß da fprechen: Er iſt im Haufes oder: Er if im
allein Geift feyn, dag die Geele lebendig mache. | Zelde. So wir nun Durch Licht. fo. gewaltiger
So werden wir im Garrament, mit leiblichem Orte der Schrift gegmungen werden, diefe Wor—⸗
3
*
mnuͤtzend. Zuu vier
Fleiſch und Blut je nicht geſpeiſet, fo fie nichts te, das iſt mein Leichnam, nicht zu verſtehen
vierten, daß bie Artikel des von dem leiblichen wefenslichen Leichnam Chriſti
Cccece 3 erken⸗
ER 3
l
2250.
männiglichem aller Chriſten, auch mit der Rund:
ſchaft Pauli ı Corinth. 5. das Diterlamm im Al-
ten Teftament eine Vorbedeutniß geweſen iſt des
rechten Lammes Chriſti, welches nicht allein die
Iſcaeler aus Egypten geführet, ſondern Die ganze
— aus Gewalt des Teufels und Verdammniß
erloͤſet hat: ſo erkennen wir, daß der Heilige Geiſt,
durch den Die Schrift gefchrieben ift, (2 Petri 1.) in
dem Munde Chriſti JEſu Die Worte gebraucht
hat, die er auch vormals in der vorbedeutenden
Dankfagung gebvaucher s Damit er in allen feinen
Morten athmend erfunden würde. Nun ſtehet
im 2 Mofis 12. alſo: Lind ihr werder das ©-
fterlamm alſo effen. Kure Lenden follen gegür-
det feyn; eure Schuhe an euren Fuͤſſen, und
Stäbe in euren Händen; ihr werdets auch
mit Eil effen: das ift der Weberfchritt des
HEren. Hie fehen wir, Daß das Öfterlamm
“nicht daB Ueberhuͤpfen, oder der Ueberſchritt
wars fondern Daß das Feſt oder hochzeitlicher Tag,
on dem man-wiederum GOtt danket des Leber:
Der Reformationsfehriften wider die Reformirten IL Abfehnite,
erkennen wir, daß dieſe Worte einen. andern Sinn, | Worte, bedeuten, oder. Sigue feyn, nichts mei:
weder weſentlich haben müffen. Und ſo von|ter austilgen, dann das Wort Ehriffi: thus
neinen zu gedenken, vermag. Zudem hat fih
mbrofiug des Worts bedeuten geubet, Hieronp⸗
ex
mus deßgleichen ded Wortes repre/entandi, Ter-
tullianus Agura exiftendi. - Welches doch alles
wir jeßtmal hinfallen laſſen, und allein anzeigen,
daß mir weder neue Meynung, noch neue Worte
auf die Bahn bringen x. Zum legten, haben
auch die Apoſtel, in ihren Geſchichten am 2. Cap.
den Brauch des Nachtmahls nicht anders gebals
ten, weder wir anzeigen. Da alfo ſtehet: Sie
hingen aber gänzlich an der Lehre der Apo⸗
iteln, und der Gemeinde, und dem Brechen
des Brods, und dem Geber, Hier ſehen wir
die Einfältigfeit des Beſchreibens Luca, daß ers
nicht nennet das Austheilen des Leichnams und
Blutes Ehrifti, fondern das Brechen bed Brods
(und iſt Alecfis, vbi e duobus comparibus alte-
rum :nomenclatnram obtinet), Diß zeigen wir.
an für. die Gründe , und Trenng der Schrift, die
und zu dem Verſtand bezwungen haben ; dann
wir auch einem jeden Worte GEOttes glauben.
aarl
. ſchritts, da er fie uberhüpffet hat, und die Egy: Und fo die Worte öffentlich erfunden werden, wi-
pter Erſtgeborne erſchlagen; daß das Lamm ge⸗der einander feyn (nach dem erſten Anſehen);
nennet wird der Ueberſchritt, darum, daß es ein fo berufen wir die Aehnlichkeit des Glaubens, )
gemein maß, ober Aufferliche, oder facramentliche | mit dem Inſtrument oder Brief der Schrift zu
Speife war, die man gemeinlich mit einander Urtheil. Möchten noch wol viel mehr Gründe |
hraucht auf derfelben Dankfagung. Und vermag ſanzeigen, die wir aber von Kürze wegen erſparen
dieſes Wort, Hebraice min (u), andem Ort alfo
viel als Es iſt ein Bedächtniß; es iſt eine Figur,
es iſt eine Bedeutniß. Daraus wir eigentlich
ſehen, das auch Die gegenwaͤrtigen Worte, das
iſt mein Leichnam nichts anders wollen, klaͤrung des Vornehmens, betreffend. die vierte
weder das Feſt und das Brod, das am Feſt der Concluſion, ſind eingefuͤhret etliche Spruͤche aus
Dankſagung umgetragen worden, nicht dermaaß dem 6. Cap. Johannis, vormals erklaret befeh⸗
*) Suche hievor p. 2200,
**) Analogia fidei.
Pfarrer von St. Ballen.
Auf eingelegte Probation zu vollkommener Er |
genennet werden der Leichnam Chriffi, daß ſie len wir wie vor. Unter welchen einer iff, nem
Derfelbe mefentlich und leiblich feyen, oder er unter tlich: Das Sleifch ift nicht nüge, der Geift iſt,
denen leiblich und mefentlich gegeffen werde; fon-|der uns lebendig machet. Aus welchem allem
dern daß fie dad gemeine Zeichen feyen, das im wir verffehen, folches nicht verfachen oder zumi:
Nachtmahl herum getragen wird, das Da bedeu-
te, und eine Figur oder. Wiederäfferung feye des ffi, fondern folches vom fleifchlichen Urtheil oder
Leichnams Chrifti, für ung getoͤdtet. Hie werden Verſtand: dann fleiſchlich war zu zweifeln, ihn
unſere Gegenfacher verletzet, and meynen, ed feye|einen Sohn feyn Joſephs, wieer ihnen fein Fleiſch
Frevel, das Wort, Iſt, durch bedeuten verdol-| möchte geben zu effen, der im andern vielen Gar
metfchet; dargegen wir fagen: verleget fie diß chen viele andere übernatürliche Thaten eroͤfnet,
Wort bedeugen, fo laffen [fie] fich doch nicht ver-| im Durchgang des rorhen Meeres, in Speifung _
legen das Wort, zu Gedaͤchtniß mein. Dann des Himmelbrodes, und in andern Windermwer>
fo wir gleich reden, bedeutet, oder ift eine Sigur, |fen, Durch Moſen verfaffee. Sol nun die Figur
meynen wir doch nichts anders damit, weder daß oder Bedeufung des Leibes Chriffi nüßlich oder _
eg ein Wiedergedaͤchtniß ſeye; und wollen unſere gut fepn; wie vielmehr Das Wefen, das
bedeu⸗
ver fepn der leiblichen Nieffung des Leibes Ehre
—
J
bbvon den and ungen der su Bern gehaltenen Difpuration, 2053
bedeutet werden foll, an ihm felber? Denn Chris [ler Troſt und Sättigung und das wahre Leben
ſtus nicht allein genoffen Teiblich , ohne Geift und ſtehe in dem Bertrauen in Chriftum, das wahre
- Glauben, fondern auch gecreugiget unfere Sünde |Himmelbrod. Und lehret ‚fie, dann weiter, wie
bezahlend,, unfruchtbar iſt. Dergleicyen auch ſolche Sättigung und Speifung gefchehe? nemlich,
über Defen Spruch es eine Erklärung iff, die fo ihnen gegeben werde der Geiſt. Dann der
der Schrift alfo zugegen feyn möchte, Durch wel⸗ Geiſt ift, der da lebenbaftig machet. Dieweil
ches leibliches Anrühren, mit beyweſendem Geift, fie noch.die Perfon Ehrifti leiblich fahen, wurden
die Ausfügigen gereiniget werden. Sollte nun|fie viel von der Erfenneniß und Troͤſtung des
deß Leib oder Fleiſch unnüs feyn, der aus dem Geiſtes gehindert; wie auch der HErr zu ihnen
- > Heiligen Beift empfangen, in dem alle Vollkom⸗ ſelbſt faget bey dDiefem Evangeliften Cap. 16: Es
mienheit der Gottheit hat gemohnet? zun Coloffen: |feye dann, daß ich hinweg gebe, fo koͤmmt der
fern 2. Träger auf ihm diefen Verſtand: Thut| Tröfter, der Heilige Geift, nicht. Nun iff der
ed der Menfch geifflich, das iſt fo ers in feinem | Geift, Der da lebendig machet, der Geift, der von
Herzen thut, fo ift es gut und nuͤtzlich. Dann Chriſto gefendet wird ; und ſtehet bie, lebendig
wie die Kunſt machet aufgeblafen für fich ſelbſt; machen; es ſtehet nicht, verftändlich machen;
aber mit der Liebe iſt fie nutzbar: alfo auch der |wiewol e8 Eines Geifted Wirkung ift. Und fol-
Leib CHrifi, nicht allein gecreußiget ‚fondern auch | get hernach: Das Sleifch iſt nicht nuͤtze; und
eiblich genoffen mie dem Geift,, nicht unnuͤtz ſeyn ſtehet noch ein Griechiſch Wörtlein, oddev, und be=
mag. So viel iff unfer Verſtand bey vielem ſtaͤtiget die Verneinung. Als wollte er fagen:
Svoruch; denn wo dabey ſtuͤnde dag Woͤrtlein, Ja gang nicht nuͤtze. Das dann zu verſtehen
mein Fleiſch ift Fein nuͤtze, wären wir wohl iſt nach Erheifchung der gegenwärtigen Deaterie,
entfchloffen. Es feye weit von und,
= dag wir das wuͤrdige göttliche Fleiſch fonft unnuͤtz
nenneten! Aber alio, wie es der HErr ſelbſt ges
vedet hat, fprechen wir, das es unnug feye , dann
| Oecolampadius.
Kuͤrzlich zu antworten auf die erſte Einrede
von der wir jetzt reden.
Herrn Benedicts fage ich, daß in allen Außle: es nicht darzu verordnet if; und werden aiſo des
. gungen der Schrift, wir wohl wahrnehmen follen, | Willens G ttes vergewiffert, daB er das edele
was vor und nachgehet, und alio mit der Ausle⸗ Fleiſch zu folchem leiblichen Effen nicht hat wol⸗
-gung auf der Bahn bleiben, Nun iſt Eundlich, len verordnen. Hierum thut feine Bewahrung _
daß bie in Diefem Kapitel Rede gehalten wird von hie nichts, wider die Ordnung GOttes. Iſt auch -
Eſſung des Fleiſches Chriſti. Hierum gebuͤhret
fih, auch dieſe Worte auf denſelbigen Schlag
auszulegen; und fo auch Chriſtus von feinem
Fleiſche redet fo wird bie in diefen Worten fein
Fleiſch nicht ausgefchloffen. Jedoch fo wollen
wir den Text befeben. E3 mar ein Aergernig un-
ter vielen derer Sünger de8 HErrn, von wegen
der geredeten Worte; und ärgerten fich Doch etliche
nicht darob, nachdem und fie den Verſtand von
Chriſto empfingen. So erklärte Chriffus fein
Wort weiter, und fagte, in fragweiſe: Aergert
euch das? vermeynte das er von feinem Fleiſch
geredet hat, daß es gegeffen follte werden. Und
- feßt eine Furge abgebrochene Frage: Wolan! fo
ihr fehet den Sohn des Mienfchen auffteigen,
da er vor wer? und erfüllet die Rede nicht;
will ihnen aber fagen: fo ich gen Himmel fahre,
werdet ihr euch denn auch argern? Als wollte er
nichts daran gelegen, daß ſchon das Wörtlein
(mein ) nicht darbey; ſtehet ein Sriechifcher Ar⸗
tickel dabey ⸗, der hat in feiner Kraft, daß er
dringet etwas weiters; wie wir auch haben im An:
fang des Evangelii Johannis: Im Anfeng wer
das Wort, aa 0 Aayos Av veos roy dev. Da iſt
ein Artickel 5, der thus ung nochfo viel, daß wir
erkennen, daß eben das Wort war bey GOtt.
Und wieda nicht ffebet bey dem Namen Geiff,
mein Geiſt, und iſt doch der Geiſt Ehrifti, der
da lebendig machet: fo iſt ed auch nicht vonnoͤ⸗
then , daß bey dem Wörtlein Fleiſch, ſtehe, mein
Fleiſch. Hierum feine Auslegung, fo er fagel,
der fleifchliche Verftand feye Fein nuͤtz; item
ne gezwungene Gloffe. Und redet der HErr noch
ein Wort, und zeucht dad Kapitel ineineSumma,
fprechend : Die Worte, Die ich euch rede, find
der Geift und das Keben, dag ift, wie ich euch
- fagen: freylich nein! fondern fo ihr empfaher den gefaget habe. Alſo glauben und vertrauen machet
Heiligen Geiſt, werdet ihr reichlich erfennen, ja
auch andere lehren, wie ale Gnugſame, wie al⸗
ung Iebenhaftig, und zeiget an ven Geift GOttes
in uns; welches fo ein Chriſt in feinem Herzen
| ver⸗
2254
gen laffen.
EN Pfarrer von St. Ballen.
"Der Reform ationsfehriften wider Die Neformitten I1, Abſchnitt.
derſichert iſt wird er ſich des Troſt gern begnuͤ⸗
*
Nachtmahl gegenwärtig gehabt. wird. Aber in
kurzem! ſo hat die Sache den Verſtand; durch
den Himmel verſtehen wir das geiſtliche herrliche
Erſtlich unfere eingeführte Erklärung über! Welen der Gottheit, als fo wir beten: Unſer
Die angezogenen Worte, mit gegebener Antwort,
am Kürze willen befehlen wird den Artid und dem
Chriſtlichen Lefer. nf
' VOGecolampadius.
Wir befehlens auch der Kirchen Chriſti, und
allen Chriſtlichen Leſern.
Pfarrer von St. Gallen. |
Bon den dreyen Artikeln des Glaubens: nem:
lich, Daß er feye aufgefahren gen Himmeln;
follen wiſſen alle Chriſtliche Herzen, da Chriſtus
das Nachtmahl hat eingefeget mit den Worten:
Nehmei und effet, Das ift mein Keib! iff er
bey feinen Juͤngern noch auf Erden gemefen, und
die Himmelfahrt nochmals nicht vollfuhret ; da-
- zum daß er gen Himmel geftiegen aus göftlicher
Kraft, ſo ers vor hat gereder im fferblichen Leben,
nicht zu entgegen ſeyn kann. Diemweil und Chri-
fiug nach gemeinemunferem Glauben, als wir be-
kennen ihn Eines feyn mit dem Vater, oh. 10.
und ibm gegeben feyn alle Gewalt im himmel
und auf Erden; follteder nicht Weile und Mit:
tel wiffen , feinen Leib mögen mittheilen,, in Kraft
der oft angezogenen Worte? Denn als er natur:
lich geboren, und gelebet har, durch Meifter
Ulrich Lucaͤ am 2. Cap. angezogen: alfo derglei-
chen bat er viel übernatürliche Dinge im Leib ge-
wirket aus göftlicher Kraft und Macht, als das
ift Die Befchicht ver Austheilung der fünf Brode
in die fünf taufend Menfchen, ohne Das, fo über:
blieben. . Dann wie wir aus Ordnung GOttes
und der Natur mit unfern Augen die Diele der
Menfchen mögen fehen, und nur Ein Auge iſt oder
zwey, Ein Wort in vielen Ohren gehöret; alfo,
. fo wir betrachten den, fo folches redet. And Die:
weil es vor der Himmelfahrt befchehen iff, foll
das Wort (er ift aufgefahren,) folchem nicht
entgegen feyn & :
| WMartinus Buger.
5 Daß mir die Artikel des Glaubens, vorerzäh-
- Tet, anziehen, damit zu bewahren, daß der Leib
Ehrifti nicht möge leiblich im Brod gegeffen mer:
den; bat uns auch Paulus ı Corinth. ı1. Urſach
geneben, da er eben vom Nachtmahl redet, und
faget , daß wir feinen Tod verfündigen, bis
daß Er komme; und hat da gleichwol gemußt,
wie er allenthalben. ſeyn kann, auch. wie er im
Vater im Himmel! nicht, daß die fichtdaren
Himmel GOtt den HErrn begreifen mögen: &p -
dann nun die Schrift ung vorhält, de3 unfer HErr
gen Himmel gefahren feye, verfiehen wir, daß
er der Menſchheit nah von und genommen feye
in die unſichtbare Herrlichkeit GOttes in der er.
bleiben wird zur Rechten ded Vaters, das ifl,
in der höchflen Gewalt, bis zum Ießten Gericht,
da wird er allererft leiblich wiederkommen. Aus
dem fchlieffe ich nun offenbar : ſo es die Drdnung
GOttes alſo halt, daß Ehriftus JEſus nach ſei⸗
ner Auffahrt nicht folle leiblich bey ung ſeyn, daß
er noch viel weniger mag leihlich im Brod gegef
fen merden. Die Zeit, daß er leiblih bey uns -
ſeye und von uns gehandelt werde, die ift langff
aus: durch feinen Geift und Kraft uns felig zu
machen, wird er bey ung feyn bis zu Ende der
Welt. Und mit diefem Argument wird bewaͤh—
vet, daß Chriſtus leiblich im Sacrament richt
feyn kann, feiter dem er ge